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Hesse Spannen mit Druckluft und Vakuum


Hesse
Spannen
mit Druckluft
und Vakuum

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Blue Digest

Blue Digest
on Automation

225 mm
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Hesse

Spannen mit Druckluft und Vakuum


Handling
Pneumatics

Stefan Hesse

Spannen mit
Druckluft und Vakuum

Blue Digest
on Automation
Oft sind sie klein und unscheinbar, manchmal auch groß und sperrig. In jedem
Vorwort Fall sind sie aber unerläßlich: Die Spannvorrichtungen. Sie werden in der
Metallindustrie beim Bohren und Fräsen gebraucht und in der Automobilbranche
zum Spannen von Schweißteilen eingesetzt. Montagebasisteile müssen oft
gespannt werden und auch in der Holzbearbeitung gibt es viele Spannaufgaben.
Kurzum: Vor dem Bearbeiten kommt das maßgenaue Spannen. Es ist das
Festhalten von Werkstücken gegen Bearbeitungs- und Schwerkräfte. Rationelles
und reproduzierbares Wechseln und Spannen der Werkstücke stellt natürlich
auch ein erhebliches Rationalisierungspotential dar. Viele Unternehmen sehen
deshalb eine Kostenoptimierung nicht nur in Spindeldrehzahlen und
Vorschüben, sondern auch im Spannen. Dabei werden immer mehr modulare
Spannsysteme eingesetzt.

Bei der Gestaltung von Spannvorrichtungen haben sich Druck- und Saugluft als
Wirkmedium bzw. Spannelementeantrieb hervorragend bewährt. Pneumatische
Spanner sind effektiv, sicher und preiswert. Allerdings gibt es viele
Ausführungsvarianten. Der Anwender muß sich deshalb über die
Spannmöglichkeiten, Einsatzbedingungen und pneumatischen Komponenten gut
informieren. Dazu soll dieses Buch einen Beitrag leisten. Der Schwerpunkt
wurde deshalb auf konstruktive Lösungskonzepte für Spanner gelegt, wie sie
stets aufs Neue in Handwerk und Fabrikbetrieb gebraucht werden. Die Fülle
erprobter pneumatischer Komponenten schafft gute Voraussetzungen, ein gün-
stiges Preis-Leistungsverhältnis zu erreichen und auf einen hohen
Standardisierungsgrad zu kommen. Das Fachgebiet des Spannens ist natürlich
wesentlich größer als in dieser kurzen Einführung sichtbar werden konnte.
Unbeschadet dessen wird der Praktiker, für den das Buch geschrieben wurde,
angeregt, das Wissen um spanntechnische Details selbständig auszubauen und
kreativ zu nutzen. Dazu wird ihm viel Erfolg gewünscht.

Stefan Hesse

Blue Digest on Automation

© 1999 by Festo AG & Co.


Ruiter Straße 82
D-73734 Esslingen
Tel. (0711) 347-0
Fax (0711) 347-2155

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5
1 Spanntechnische Grundlagen ............................................................................................... 9
Inhaltsverzeichnis 1.1 Spannen als Funktion ....................................................................................................... 9
1.2 Bestimmen und Positionieren – Vorstufen des Spannens ............................. 14
1.3 Spannarten ......................................................................................................................... 20

2 Anforderungen an Spannmittel .......................................................................................... 26


2.1 Einteilung der Spanner .................................................................................................. 26
2.2 Spannkraft und Spannsicherheit ............................................................................... 27
2.3 Spannkrafterhaltung ....................................................................................................... 32
2.4 Spannkraftverstärkung .................................................................................................. 34
2.5 Druckübersetzer ............................................................................................................... 36
2.6 Spannkraftbegrenzung .................................................................................................. 38
2.7 Spannbereich ..................................................................................................................... 39
2.8 Spanngenauigkeit ............................................................................................................ 41

3 Spannmittelausführung ........................................................................................................ 43
3.1 Hebelspanner ............................................................................................................... 43
3.1.1 Einfache Hebelspanner ............................................................................................. 43
3.1.2 Kniehebelspanner ....................................................................................................... 44
3.1.3 Zahnsegmentspanner ............................................................................................... 46
3.1.4 Schwenkspanner ......................................................................................................... 47
3.1.5 Schweißteilspanner ................................................................................................... 48
3.1.6 Spanner mit Zentrierwirkung ................................................................................. 49
3.2 Niederzugspanner ...................................................................................................... 52
3.3 Rahmen- und Plattenspanner ................................................................................. 53
3.4 Membranspanner ........................................................................................................ 55
3.5 Schlauchspanner ......................................................................................................... 59
3.6 Vakuumspanner ........................................................................................................... 62
3.7 Innenspannmittel ........................................................................................................ 64
3.8 Spannen gegen Förderbänder ............................................................................... 67
3.9 Ausgleichsspanner ..................................................................................................... 68
3.10 Spanner im Karosseriebau ...................................................................................... 70

4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung ............................................................... 76


4.1 Steuerung von Spannzylindern .................................................................................. 76
4.2 Lagekontrolle mit Prüfdüsen ....................................................................................... 78
4.3 Steuerung eines Vakuum-Spanntisches ................................................................ 80

5 Entwurf und Auswahl von Spannmitteln ....................................................................... 81


5.1 Entwurfsschritte ............................................................................................................... 81
5.2 Auswahl von Spannmitteln .......................................................................................... 82

6 Sicherheit an Spannmitteln ................................................................................................ 84

7 Kleine Komponentenübersicht .......................................................................................... 87

Literatur ............................................................................................................................................. 90
Sachwortverzeichnis ................................................................................................................... 91

7
Die Spanntechnik ist ein wichtiges Gebiet in Handwerk und Fabrikbetrieb, denn
1 Werkstücke, Baugruppen und Halbzeuge müssen zur Bearbeitung festgehalten
Spanntechnische werden. Das Spannen sichert eine unverrückbare Lage zum Maschinentisch
Grundlagen (Maschinenkoordinatensystem) und damit zum Werkzeug. Außerdem sind die
Bearbeitungskräfte aufzunehmen, wenn es sich nicht gerade um die
Laserbearbeitung handelt, bei der bekanntlich keine Kräfte auf das Werkstück
wirken. Vorrichtungen, die Werkstücke festhalten, bezeichnet man als
Aufspannvorrichtung, Spannmittel oder kurz Spanner. Es gibt auch Spanner,
deren Aufgabe nur darin besteht, eine Werkstücklage gegen die Schwerkraft zu
sichern, wie z.B. bei Heftschweißvorrichtungen. Im allgemeinen gilt aber:

Der Aktionskraft (Zerspankraft, Bearbeitungskraft) durch ein Werkzeug steht


die Reaktionskraft (Haltekraft) der Spannvorrichtung gegenüber.

Spanner sollten einfach, schnell und sicher bedienbar sein und sich problemlos
auf neue Spannaufgaben umstellen lassen. Bei aller Flexibilität müssen aber
trotzdem enge Toleranzen eingehalten werden. Die gespannten Teile sollen gut
zugänglich sein, was oft nicht einfach zu erreichen ist, wie z.B. bei großflächigen
Karosserieteilen im Automobilbau. Spanntechnik ist mithin die Kunst, ein
Werkstück mit möglichst geringer Kraft sicher zu halten. Pneumatisch angetrie-
bene Spanner haben sich dafür bestens bewährt.

Betrachtet man den Vorgang „Spannen“ etwas allgemeiner, dann reicht die
Anwendung spanntechnischer Mittel natürlich über den Bereich der Werkstücks-
pannung hinaus. So müssen z.B. im Behälter- und Apparatebau Deckel zugehal-
ten und/oder verriegelt werden; im Maschinenbau sind Werkzeuge und Vor-
richtungen sicher und dauerhaft zu spannen. In der Umformtechnik besteht
ebenfalls Bedarf. Dort sind Preßwerkzeuge, Extruderköpfe, Schneid- und Biege-
werkzeuge präzise „festzuhalten“. In Sicherheitsbereichen müssen Zugangs-
türen verriegelt und gegen gewaltsames Öffnen gesichert sein. Auch für solche
Anwendungen läßt sich die eine oder andere pneumatisch basierte Lösung ein-
setzen. Dabei ist es gleichgültig, ob von Hand gesteuert wird oder eine
Einbindung in automatisierte Steuerungsabläufe erfolgt.

Spannen wird vorrangig dem Vorrichtungsbau zugeordnet. Innerhalb der


1.1 Handhabungstechnik gehört es zum Sichern (Bild 1-1). Es dient dem Erhalten
Spannen als Funktion definierter Zustände. Das Sichern räumlicher Körper ist in der Fertigungstechnik
nur vorrübergehend erforderlich und in diesem Buch soll nur das Sichern durch
Kraftpaarung betrachtet werden. Das Arbeitsergebnis hängt in Fertigung und
Montage meistens direkt von einer genauen und sichern Spannlage ab.

1 Spanntechnische Grundlagen 9
Bild 1-1: Handhabungsfunktionen Stützen
Gliederung der Handhabungs- Vermeiden einer unerwünschten Verformung des Werkstücks durch
funktionen nach VDI 2860 Speichern Mengen Bewegen Sichern Kontrollieren
ändern Bearbeitungskräfte mit Hilfe von Stützelementen. Sie gewährleisten eine sichere
kippfreie Auflage des Werkstücks (siehe dazu Bild 1-13).
geordnetes Teilen Drehen Halten Prüfen
Speichern Vereinigen Verschieben Lösen – Identität
(Magazinieren) Abteilen Schwenken Spannen – Anwesenheit Hieraus ist bereits erkennbar, daß viele Grundsätze und Empfehlungen zu
Zuteilen Orientieren – Größe berücksichtigen sind, wenn man allseits vorteilhafte Spanner erhalten will.
teilgeordnetes Verzweigen Positionieren – Farbe
Speichern Zusammenführen Ordnen – Masse u.a. Einige allgemeine Regeln, die man auch als „aufspanngerechtes Gestalten“
(Stapeln) (Sammeln) Führen bezeichnen kann, sind folgende:
Weitergeben Entspannen Messen
ungeordnetes Fördern Zählen
Speichern • Beim Bestimmen sollen möglichst keine Kräfte auf das Werkstück wirken.
(Bunkern) Dieses soll zunächst ohne Anpreßkraft die Bestimmelemente berühren. Erst
beim Spannen werden diese dann belastet.

• Bei der Krafteinleitung soll sich nichts mehr bewegen, damit es zu keinen
Wie wird das Spannen definiert? Verformungen am Werkstück kommt.
Spannen und Entspannen sind Varianten der Elementarfunktion Halten bzw.
Lösen. Halten ist vorübergehendes Sichern eines Körpers in einer bestimmten • Die Zugänglichkeit der Werkzeuge darf durch Spannelemente nicht einge-
Lage. Es kann stoffpaarig, formpaarig und kraftpaarig geschehen. Somit gilt in schränkt sein. Wo bearbeitet wird, kann nicht gleichzeitig gespannt werden.
Anlehnung an die VDI-Richtlinie 2860: Ist das Werkstück an 5 Seiten freizuhalten, müssen eventuell magnetische
oder ansaugende Spannplatten (siehe dazu Abschnitt 3.6) eingesetzt werden.
Spannen
Vorübergehendes Festhalten (Sichern) eines Körpers in einer bestimmten • Die Krafteinleitung soll an jeder Stelle des Werkstücks möglichst gleichmäßig
Orientierung und Position unter Beteiligung von Kräften. erfolgen. Wird das mißachtet, kann das Werkstück nach dem Entspannen
seine Ursprungsform annehmen. Das bedeutet dann auch Verzug von bearbei-
Entspannen teten Flächen.
Umkehrung eines Spannvorganges, also Freigabe eines Körpers durch Lösen
der Spannkräfte. • Es muß eine Sicherheitsverknüpfung mit der Steuerung der Arbeitsmaschine
hergestellt werden. Es darf nicht vorkommen, daß eine Bearbeitung beginnt,
Die Spannkräfte werden in einer oder in zwei Koordinatenrichtungen mit Hilfe noch ehe die Spannkraft aufgebracht ist. Bei mehreren unabhängigen
von Spannelementen eingeleitet. Drei Spannrichtungen schränken in der Regel Spannelementen ist die Spannkraft in einer vorgegebenen Reihenfolge aufzu-
den Werkzeugaktionsraum unzulässig ein und sind zu vermeiden. Die Spann- bringen.
kräfte sollen in Betrag und Richtung einstellbar und in der Regel senkrecht auf
die Flächen gerichtet sein. Die Spannkraft muß überdies über die Zeit schwan- • Man soll im Maschinenbau bei einer Komplettbearbeitung von Werkstücken
kungsfrei zur Verfügung stehen. Zum Spannen gehören folgende mit einer minimalen Zahl von Werkstückaufspannungen auskommen.
Unterfunktionen: Außerdem soll die Nebenzeit für das Auf-, Um- und Abspannen ein Minimum
werden.
Positionieren
Bewegen eines Werkstücks innerhalb einer Aufspannvorrichtung aus der Ein- Spannvorrichtungen können Einzweck- oder Mehrzweckvorrichtungen sein,
gabe- (Auflege-) Position in die vorgesehene Bestimmposition für alle drei wobei sie vielfach unter Verwendung pneumatischer Standardkomponenten auf-
Koordinatenachsen. Beim automatischen Spannen werden dazu besondere gebaut werden. Zu unterscheiden sind auch Standard- und
Positionierelemente gebraucht. Sie dürfen jedoch das Beschicken, Bearbeiten Sonderspannvorrichtungen. Letztere sind immer dort gerechtfertigt, wo Serien
und Greifen nicht behindern. zu produzieren und die Werkstücke optimal zu spannen sind. Sie werden an
Hand von Werkstückzeichnungen oder Ausfallmustern und unter
Bestimmen Berücksichtigung des Bearbeitungsvorganges konstruiert und gefertigt.
Eindeutiges Festlegen von Werkstückposition und -orientierung in der Spann-
vorrichtung durch Kontakt der Werkstückbestimmflächen mit den Bestimm-
flächen der Vorrichtung. Der Kontakt bleibt während der Werkstückbearbeitung
erhalten. Im Abschnitt 1.2 werden dazu Beispiele vorgestellt.

10 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 11


Spanner können stationär, d.h. fest aufgebaut sein, sie können aber auch mobil Spannstellen können nach 15 bis 20 Werkstücken verunreinigt sein. Damit man
sein, z.B. wenn sie sich auf Werkstückträgern befinden und in Transfersystemen die Vorrichtung leicht reinigen kann, sind „tote Schmutzecken“ zu vermeiden.
umlaufen. Bei mobilen Vorrichtungen wird man mechanisch spannen (Federkraft) Außerdem sollten Spannsysteme mit schmutzabweisenden Oberflächen verse-
und pneumatisch entspannen. Der Anschluß an eine Druckluftquelle wird dann hen sein. Die Funktion „Spannen“ muß auch bei etwaigen Schmutzablagerungen
nur kurzzeitig an einer Belade- oder Entladestation der Fertigungsanlage in jedem Fall erhalten bleiben.
gebraucht. Das Arbeitsprinzip läßt sich also variieren. Prinzipiell sind die in Bild
1-2 gezeigten Varianten möglich, wenn man einmal elektrische und elektroma- Bild 1-3:
Einflußfaktoren auf
gnetische Spanner beiseite läßt. den Spannvorgang
Umwelteinflüsse

Bild 1-2: Spannen Entspannen Prinzipbeispiel


Das Arbeitsprinzip der Werkstücke Werkzeug
Spanner ist variabel.
mechanisch pneumatisch

Spannen
Spannkraftaufbau Entspannen Spannkraftaufbau

pneumatisch pneumatisch
Bearbeitungsprozeß Maschine

Umwelteinflüsse

pneumatisch mechanisch

Bei automatisierten Abläufen muß ständig überprüft werden, ob alle


Voraussetzungen für einen einwandfreien Spannvorgang gegeben sind. Dazu
gehören auch Prüfaufgaben. In Bild 1-4 werden die damit zusammenhängenden
mechanisch mechanisch
Teilfunktionen ausführlich dargestellt. Jede Funktion, sofern sie für erforderlich
gehalten wird, muß in irgendeiner Form durch einen Funktionsträger verwirklicht
werden. Das Einlegen der Teile wird mit einer Handhabungseinrichtung mit
Backen- oder Saugergreifer realisiert.

Bild 1-4:
Obwohl Spanneinrichtungen oft recht einfach sind, muß man bei der Konzeption Werkstückbezogene Überwachung: Prüfen von
von einer Analyse der Einflußfaktoren ausgehen. Spannen ist grundsätzlich im Teilfunktionen und
Überwachungsaufgaben
Umfeld des Anwendungsgebietes zu sehen. In allgemeiner Form wird das in Bild
an automatisch arbeitenden
Greif- Anwesen- Lagerich- Spann- Spann- Spann- Anwesen- Sauber-
1-3 dargestellt. So ist für die Qualität des zu bearbeitenden Werkstücks auch Spanneinrichtungen freiheit heit tigkeit und Lage- und Lage- zustand heit keit
wichtig, wie die Spanneinrichtung auf einem Maschinentisch ausgerichtet und Identität zustand zustand Greif-
freiheit
befestigt wird. Andere Gesichtspunkte sind:

Eingeben Bestim- Spann- Bear- Spann- Entneh- Reinigen


• Art und Weise der Beschickung des Spanners sowie Beschickungszeit; unter- men kraft auf- beiten kraft men unter-
• Deformationsneigung und Oberflächenbeschaffenheit des Werkstücks; stützen Werk- bringen lösen stützen
stück Fest-
• Anstieg von Bearbeitungskräften bei allmählich stumpf werdenden
halten
Werkzeugen und
Werkstück Werkstück
• Gewährleistung der Funktionsfähigkeit trotz Spänefall und Kühlschmier- – unbearbeitet Späne – bearbeitet
– im Greifer abführen Späne – im Greifer
flüssigkeit. Kühlmittel
– über Spanner – über Spanner

Spannen und Bearbeiten bzw. Umformen sind gelegentlich auch eng miteinander
verschmolzen. Ein solcher Fall wird in Bild 1-5 gezeigt. Eine Sperrholzzarge wird

12 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 13


hier gegen eine beheizte Form „gespannt“. Richtigerweise bezeichnet man das Bild 1-6:
Bestimmen eines Körpers
natürlich als Presse. Beim Spannen muß hier eine bestimmte Spannreihenfolge mit 6 Auflagepunkten
eingehalten werden. Der pneumatische Antrieb ist aber ohne Zweifel eine vor-
teilhafte Lösung. 1 Auflagepunkt
2 Werkstück
3 Stützkraft
Bild 1-5: 4 Bestimmebene
Verformungseinrichtung
zum Pressen von Zargen 1
1 Aufbauplatte
2 Fußbefestigung 2
3 Pneumatikzylinder 3 1
4 Druckbacke
5 Sperrholzzarge
6 Heizkörper 2
7 Heizplatte
8 Formkörper 4 3
4

8 5

7
Unter dem Begriff „Bestimmebene“ versteht man jene Ebene, in der die
Bestimmung tatsächlich vorgenommen wird. Die Bestimmebene ist fertigungs-
bedingt. Als Bestimmfläche werden dagegen die am Werkstück vorhandenen
und genutzten Kontaktflächen bezeichnet. Bei der Festlegung der Auflagepunkte
ist folgendes zu beachten:

• Die Auflagepunkte einer Bestimmebene sollen möglichst weit auseinander-


liegen.
• Die Bestimmelemente müssen Spann-, Gewichts- und Bearbeitungskräfte
aufnehmen.
Beim Entwurf einer Spannvorrichtung gehört es zu den vorauslaufenden Überle- • Die Spannkräfte sollen stets senkrecht auf die Auflagepunkte (die Mitte
1.2 gungen, welche Bestimmebenen und -elemente zu nutzen sind. verbindender Linien oder die Mitte eines aufgespannten Dreiecks) wirken.
Bestimmen Nachlässigkeiten können die richtige Funktion der Spannvorrichtung in Frage • Die Bestimmflächen sollten als bearbeitete Flächen am Werkstück zur
und Positionieren – stellen. Bestimmen ist das Einordnen eines Werkstücks in eine für die Verfügung stehen, weil sonst die Einhaltung eindeutiger und reproduzierbarer
Vorstufen Bearbeitung erforderliche Position und Orientierung. Sinn der Sache ist, daß die Lagebeziehungen gefährdet ist.
des Spannens Bearbeitung in den erforderlichen Toleranzgrenzen vor sich geht. Dazu sind
Bezugsebenen am Werkstück bei der Maßeintragung festzulegen. Danach muß Für den zuletzt genannten Fall werden oft zusätzlich bearbeitete Formelemente
man dann die Bestimmflächen beim Spannen wählen. Für die Bestimmung eines am Werkstück angebracht, die eine undefinierte Lagebestimmung ausschließen.
prismatischen Körpers werden 6 Auflagepunkte gebraucht. Dadurch ist ihm jede Das Bild 1-7 zeigt ein Beispiel. Seitliches Anlegen führt bei einer welligen rohen
Beweglichkeit im Raum genommen. Dieser Fall liegt beim Greifen und Spannen Werkstückoberfläche zur ungenauen, d.h. nicht reproduzierbaren Position im
vor. Das Prinzip zeigt das Bild 1-6. Spanner. Deshalb hat man eine bearbeitete Bohrung zusätzlich eingebracht, die
dann für das Bestimmen in der ersten und in weiteren Aufspannungen immer
wieder genutzt wird. Die Bohrungsmitte kann als Referenzpunkt zur exakten
Positionierung verwendet werden.

14 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 15


Bild 1-7: Da die Bemaßung von einer Ecke aus erfolgt, wird man diese auch als
Eine vorbearbeitete Bohrung
sichert exaktes Bestimmen
Bestimmecke nutzen. Die Spannung erfolgt im Beispiel diagonal über Handhebel
bei einem ansonsten noch und selbsthemmenden Spannexzenter. Natürlich kann man hier auch einen
unbearbeiteten Gußstück. Pneumatikzylinder als Krafterzeuger anschließen.

Wenn beim Bestimmen zuviel des Guten getan wurde, spricht man von Überbe-
stimmung. Sie ist unbedingt zu vermeiden, weil damit Funktionsprobleme ver-
bunden sind. Eine Überbestimmung liegt dann vor, wenn zu einer Bezugsebene
in einer Richtung mehr als eine Bestimmebene vorhanden ist. Am besten sieht
man das an einem Beispiel. Das Bild 1-10 zeigt eine Platte, die mit Hilfe zweier
Bohrungen bestimmt werden soll. Eine genaue Fertigung der Bohrungen ist nun
ungünstig günstig leider praktisch nicht oder nur mit großem Aufwand möglich. Deshalb muß das
Bestimmen entschärft werden, z.B. durch eine Bindung des Dreh-Freiheitsgrades
mit Hilfe eines Langlochs.
Für die Wahl der Bestimmflächen sollen einige Beispiele folgen. Das Bild 1-8
zeigt schematisch die Möglichkeiten, wie sie bei einem plattenförmigen Bild 1-10:
Die Bestimmelemente sind so überbestimmt mögliche richtige Lösung
Werkstück gegeben sind. Die richtige Auswahl bzw. Ausbildung der zu wählen, daß es nicht zur
Bestimmflächen trägt zur Verhinderung von Bearbeitungsfehlern bei. Überbestimmung kommt.

1 Bestimmelement
Bild 1-8: 2 Werkstück
Verschiedene Bestimm- 3 Spannergrundplatte
flächen an einem platten-
förmigen Werkstück
2
a) Anlagekante
b) feste Ecke 1
c) Bohrung
1 2 3
1 Bestimmfläche
2 Spannkrafterzeuger

Anstelle des Langlochs kann man auch entsprechende Vorrichtungselemente


auswählen. Das wäre in diesem Fall ein abgeflachter Aufnahmebolzen
a b c (Schwertbolzen). Solche Bolzen bestimmen nur in einer Richtung. Das Bild 1-11
zeigt ein Ausführungsbeispiel.

Bild 1-11:
Beispiele für Bestimmbolzen
Beispiel: Für das in Bild 1-9a gezeigte Teil soll eine Bohrvorrichtung konzipiert
werden. Wie sind die Bestimmflächen zu wählen? a) runder Aufnahmebolzen
b) abgeflachter Aufnahme-
Bild 1-9: bolzen
Spannvorrichtung für
das Bohren von Platten

a) Werkstückzeichnung
b) Spannmittelkonzept
F Handkraft
F

a b

Werkstück

a b

16 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 17


Der Bestimmvorgang ist in der Regel vor der Aktivierung von Spannelementen Bild 1-13:
Schwenkspannsystem mit
erledigt, z.B. durch exaktes Einlegen des Teils in die Spannvorrichtung. Er kann pneumatisch aktivierbarem
aber auch unmittelbar beim Spannen vor sich gehen. Das wird in Bild 1-12 an Abstützelement
FS
einigen Beispielen gezeigt. Für präzises Spannen wird das jedoch nicht empfoh- FB
len. Die Bestimmebenen lassen sich gut erkennen. Das Bestimmen hat hier zen-
1 Spannhebel 1
2 Werkstück
trierenden Charakter. 3 Stütze 2
4 Spannbock
Bild 1-12: 5 Abstützzylinder
Bestimmen als 6 Schwenkspanner
Zentriervorgang FS Spannkraft 6
FB Bearbeitungskraft 3

3
4
5

Nicht immer sind die Werkstückflächen eben. Besonders Gußstücke können


größere Formfehler aufweisen. Damit das Gußteil nicht gegen „hohle“ Bereiche
gespannt wird, sind Abstützelemente im Vorrichtungskörper als Auflagepunkt Zusammenfassend werden Stützelemente durch die Anlegekraft am Werkstück
vorzusehen. Davon gibt es drei Arten: charakterisiert, den Stützhub zum Ausgleich der Lageabweichungen, ihre stati-
sche Steife und die maximal mögliche Stützkraft.
• Abstützelemente mit fester unveränderbarer Stützhöhe, wie z.B.
Auflagebolzen,
• feineinstellbare Stützhilfen, wie z.B. Stützschrauben und
• sich selbst in der Höhe anpassende Abstützelemente.

Letztere bringen selbst eine definierte Andrückraft auf, z.B. über Federpakete. Es
können aber auch Pneumatikzylinder sein, die nach dem Spannen aktiviert wer-
den und die einer Bearbeitungskraft, z.B. beim Bohren, eine bestimmte Stütz-
kraft entgegensetzen. Das Bild 1-13 zeigt dazu ein Beispiel. Das frei heraus-
ragende Ende des Werkstücks wird nochmals abgestützt, um das durch die
Bearbeitungskraft entstehende Kippmoment zu kompensieren.

18 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 19


Als Spannart können wir die Art und Weise bezeichnen, mit der eine Spannkraft • Ausrichten beim Spannen
1.3 auf das Werkstück übertragen wird, und die Anzahl der Bestimmebenen. Beim zentrischen Spannen wird aus mehreren Richtungen gespannt, um ohne
Spannarten Aspekte für eine Einteilung sind: zusätzliche Positionierelemente die gewünschte Lage zu einer Symmetrie-
ebene zu erreichen. Das Bild 1-16 zeigt das im Prinzip. Ein Ausführungs-
• Reaktionsfähigkeit auf Werkstückveränderungen beispiel, bei dem die Kraft eines Arbeitszylinders über 3 oder 4 Winkelhebel
Dazu zählt z.B. die Ausdehnung von Teilen durch Bearbeitungswärme. verteilt wird, zeigt das Bild 1-17. Auch bei Durchmesserabweichungen am
Unterschieden wird in starre und elastische Spanneinrichtungen. Keil, Werkstück wird die Spannmitte immer genau erreicht.
Schraube und Exzenter sind starr und erlauben keinen Ausgleich, wie er bei
Feder- und Magnetkraftspannern sowie fluidischen Spannmitteln (Druckluft, Bild 1-16:
Hydraulik) möglich ist. Prinzip des zentrierenden
Spannens

Bild 1-14:
Beispiele für einseitiges F
Spannen mit und ohne
mechanischer Verteilung
der Kraft F
F
1/4 F 1/4 F 1/4 F 1/4 F

F F
Bild 1-17:
1/2 F 1/2 F 1/2 F Zentrischer Hebelspanner

1/2 F 1 Werkstück 1
2 Winkelhebel
3 Hubelement
4 Kurzhubzylinder
5 Vorrichtungs-Grundkörper
2
• Wirkung der Spannung
Man unterscheidet in einseitiges und doppelseitiges Spannen. Ersteres kann
unmittelbar oder mittelbar gegen den Vorrichtungskörper erfolgen. Beispiele
zeigt das Bild 1-14. Das doppelseitige Spannen, bei dem ein Vorrichtungs-
bauteil zwischen den Werkstücken angeordnet ist, wird in Bild 1-15
dargestellt.
3
Bild 1-15:
Einige Beispiele für doppel- F F
seitiges Spannen 4
F
1/2 F 1/2 F 1/2 F

1/2 F 1/2 F 1/2 F

F
F F

20 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 21


Nach der Anzahl der in einer Vorrichtung gespannten Werkstücke wird in Einfach- Ein anderer Weg des Mehrstückspannens ist das schichtenweise Spannen. Das
und Mehrstückspanner unterschieden. Besonders bei Fräs- und soll am Beispiel des Schlitzens von Bolzen gezeigt werden. Das Bild 1-20 zeigt
Schleifbearbeitungen lassen sich Bearbeitungs- und Nebenzeiten durch eine zwei Lösungen für das Spannen. Zum einen wird ein Hebelspanner gezeigt, bei
Mehrstückspannung erheblich senken. Hilfsbewegungen bzw. An- und Überlauf- dem die Hebelverhältnisse so gewählt werden, daß am Druckpunkt eine
wege der Werkzeuge werden kleiner. Damit nun alle Werkstücke mit gleicher Krafterhöhung zustande kommt. Man kann aber auch Prismenstücke aufschich-
Spannkraft in der Vorrichtung gehalten werden, ist eine Kraftbalance erforder- ten (Bild 1-20b) und die Kolbenkraft direkt wirken lassen. So lassen sich z.B.
lich. Dieser Ausgleich wird vor allem auch wegen der Werkstücktoleranzen nötig. 6 Werkstücke gleichzeitig spannen und mit Hilfe eines Satzfräsers (Bild 1-20c)
Beispiele mit mechanischer Kraftverteilung sind in Bild 1-18 zu sehen. Der schlitzen. Die Prismenstücke sind lose beigelegt. Alle Werkstücke werden mit der
Ausgleich wird durch pendelnde Druckstücke erreicht. Die Spannkraft je Kraft F/2 gespannt. Die Prismenleisten müssen natürlich genau gefertigt sein
Werkstück reduziert sich mit der Anzahl der zu spannenden Teile z.B. auf F/4 und dürfen im Vorrichtungsgrundkörper nur wenig seitliches Spiel haben.
beim Spannen nach Bild 1-18a.
Bild 1-20:
Bild 1-18: Spannvorrichtung für
Verteilung der Kraft F das Schlitzen von Bolzen
beim Mehrstückspanner F P
a) Spannen mit mechanischer
a) gleichgroße Spannkräfte F Verteilung der Kraft F
F
b) ungleiche Spannkräfte b) Schichtspannung
(Draufsicht)
1/4 F 1/4 F 1/4 F 1/4 F F/8 F/8 F/8 F/8 1/4 F
c) Satzfräser zum gruppen- 1/4 F
1/4 F weisen Schlitzen
geschichteter Teile
p Druckluft P

a b
a b c
Es geht natürlich auch ohne Kraftverteilung. Dann werden direktwirkende
Krafterzeuger eingesetzt, wie es das Beispiel in Bild 1-19 zeigt. Es sind pneuma-
tische Einschraubzylinder. Allerdings ist oft die Spannkraft unzureichend. Dann
verwendet man Einschraubzylinder für hydraulische Kreisläufe. Als Druckölquelle Für das Mehrschichtspannen lassen sich noch weitere Anwendungen aufzeigen.
kann auch ein pneumo-hydraulischer Druckumsetzer dienen. Das Bild 1-21 zeigt einige Beispiele. Hier richten sich die Teile (Halbzeuge) beim
Spannen aneinander aus. Diese Art der Spannung lohnt sich, wenn z.B. gleich-
Bild 1-19: zeitig viele Teile abgesägt werden sollen oder wenn eine Stirnseitenbearbeitung
Mehrfachspanneinrichtung
durch Fräsen vorgesehen ist. Durchmesser- bzw. Vierkanttoleranzen werden gut
1 Vorrichtungsoberteil verkraftet. Allerdings taugen diese Lösungen nur für geometrisch einfache Teile.
2 Einschraubzylinder 1
3 Druckkappe F
4 Werkstück 2 F
5 Auflage-Prismenleiste
F Spannkraft F
3
4

22 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 23


Bild 1-21: Solche Spanneinrichtungen sind durch ihr Funktionsprinzip in der Lage,
Beispiele für das
Mehrschichtspannen F F Abmessungsunterschiede der Werkstücke problemlos auszugleichen. Oft wird
F Spannkraft das Zurückholen der Kölbchen in die Ausgangsstellung durch eingebaute Federn
unterstützt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß eine Mehrfachspanneinrichtung
dann wirtschaftlich ist, wenn die Kosten für den Werkstückwechsel größer sind
als die Mehrkosten der Spanneinrichtung gegenüber einem Einfachspann-
system. Manchmal greift man auch zur Mehrstückspannung, um große
Maschinentisch-Aufspannflächen besser ausnutzen zu können.

F F

Mehrfachspannungen lassen sich auch unter Nutzung flüssiger Drucküber-


tragungsmittel erreichen. Das Prinzip einer solchen Vorrichtung wird in Bild 1-22
gezeigt. Es beruht auf dem Gesetz von Pascal:

Wirkt in einer Flüssigkeit ein äußerer, in eine Richtung zielender Druck, so


pflanzt sich dieser auf alle Teile und nach allen Richtungen unverändert fort.

Die Spannvorrichtung enthält einen entsprechenden Druckraum, in den viele


kleine Kolben eingelassen sind. Die Druckkölbchen müssen mit geringem Spiel
eingepaßt werden, damit es nicht zu Leckverlusten kommt. Als Druckmedium
verwendet man gallertartige Kunststoffe.
Bild 1-22:
Spannen mit hydraulischer
Druckübertragung 1

1 Vorrichtungskörper 2
2 Werkstück
3 Kupplung
3 4
4 Arbeitszylinder
5 Spannkolben
6 plastische Masse

24 1 Spanntechnische Grundlagen 1 Spanntechnische Grundlagen 25


Spanneinrichtungen können nach verschiedenen Gesichtspunkten gegliedert Standardspannmittel bestehen aus Normteilen und sind zum mehr oder weniger
2 werden. So sind Baukastenvorrichtungen solche, die nach einem Aufbauplan aus universellen Fixieren von Werkstücken geeignet. Mit ihnen ist ein schneller und
Anforderungen Elementen eines Vorrichtungsbaukastens zusammengesetzt werden. Elemente preiswerter Aufbau eines Spannplatzes möglich, ohne daß größere konstruktive
an Spannmittel sind Grund-, Aufbau- Anschlag- und Spannmodule. Die mechanischen Schnitt- Vorleistungen erbracht werden müssen. Die Reproduzierbarkeit der Lage der
stellen sind so angelegt, daß sich unzählige Aufbauvarianten realisieren lassen. Teile in der Vorrichtungen ist für viele Fälle ausreichend.

2.1 Man kann eine Spanneinrichtung auch unter Nutzung von Standardbaugruppen
Einteilung der Spanner für die Erzeugung der Spannkraft als Einzweck- oder Mehrzweckvorrichtung auf-
bauen. Einzweckvorrichtungen sind in der Regel Sonderspannmittel, die für 2.2 Bei der Teileherstellung werden die Schnittkräfte des Werkzeugs auf das
jeweils ein Produkt angefertigt werden und die bei Nichtgebrauch nutzlos im Spannkraft und Werkstück und damit auf die Spannvorrichtung übertragen. Die Kräfte werden
Lager liegen. Mehrzweckvorrichtungen basieren auf einer Spannsystem- Spannsicherheit dann von hier in die Maschine (das Fundament) abgeleitet. Infolgedessen müs-
grundeinheit und werkstückspezifischen Spanneinsätzen, die man schnell wech- sen Kräfte wirksam werden, die so groß sind, daß das Werkstück seine Lage
seln kann. Sie sind insgesamt kostengünstiger als die individuellen Sonder- nicht verändern kann. Diese Kräfte nennt man Spannkräfte. Treten Dreh- oder
spannmittel. Kippmomente auf, so ist das Spannmoment als Gegenmoment zu betrachten.
Nach der Erzeugung der Festhaltekraft läßt sich die in Bild 2-1 gezeigte
Gliederung vornehmen. Spannkräfte und Spannmomente bzw. die durch sie erzeugten Haltekräfte
müssen sich unter Beachtung von Sicherheitsfaktoren mit den
Bild 2-1: Bearbeitungskräften und -momenten im statischen Gleichgewicht befinden.
Mögliche Gliederung von
Spanneinrichtungen
Spanneinrichtungen Neben den Bearbeitungskräften haben wir es mit folgenden Kräften zu tun:

• Kolbenkraft
mechanische magnetische Saugluft- sonstige Kraft, die ein Arbeitszylinder bei einem bestimmten Betriebsdruck von
Spanner Spanner Spanner Lösungen
z.B. 6 bar entwickelt. Die Kraft auf der Kolbenstangenseite ist wegen des
elektrisch Dauermagnet Scheibensauger Haftfolien Kolbenstangenquerschnitts kleiner.
hydraulisch Elektromagnet Düsenplatte Piezoaktoren
pneumatisch Permanent-/ Rasterplatte rheologische • Spannkraft
Kolben Elektromagnet Flüssigkeiten Das ist die Summe aller Kräfte, die beim Schließen von Spannelementen, wie
Schlitzplatte
Hebel z.B. Druckschrauben, Backen und Druckleisten, auf das Werkstück ausgeübt
Memory-Metall-
Keil wird. Sie soll möglichst nahe an der Bearbeitungstelle angreifen, um Hebel-
Antrieb
Schraube
wirkungen durch Bearbeitungskräfte zu minimieren.

• Haltekraft
Spannmittel mit pneumatischer Krafterzeugung sind verhältnismäßig einfach Kraft, die der geschlossene Spanner ohne bleibende Deformation den am
und in der Bauweise robust. Man setzt sie vorrangig beim Spannen kleiner Werkstück auftretenden Bearbeitungskräften als Reaktion entgegensetzt.
Werkstücke ein. Zur Verteilung von Kräften und auch zu deren Verstärkung wer- Hier spielen Reibungskräfte eine wichtige Rolle.
den verschiedene, meist einfache Zwischengetriebe in den Kraftfluß gebracht. Im
Sonderfall kann man Spannelemente sogar über Seilzug betätigen, wobei ein • Lösekraft
Pneumatikzylinder dann bis zu 8 Spannstellen bedienen kann. Kraft, die vom pneumatischen Antrieb aufgebracht werden muß, um die
Spannelemente zurück in die Ausgangslage zu bringen. Sie kann insbeson-
Saugluft wird vor allem für Greifaufgaben eingesetzt. Als Spannkraftmedium dere bei Kniehebelspannern groß sein, wenn aus einer Übertotpunktlage
wird Vakuum für Teile mit ebenen nichtporösen bzw. nur wenig porösen der Hebeltotpunkt überwunden werden muß.
Oberflächen und Flachteilen erfolgreich benutzt. Für Handarbeitsplätze gibt es
dreh- und kippbare Tischplatten, die als Saugfeld gestaltet sind. • Flächenkraft
Kraft, die nicht punktuell wirksam wird, sondern über eine Wirkfläche ent-
steht. Das ist bei Vakuumspannmitteln der Fall und wird auch als Haftkraft
bezeichnet. Flächenkräfte entstehen auch bei Magnet- und einigen
Membranspanner.

26 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 27


Die Bestimmung der Spannkraft soll an einem Beispiel gezeigt werden. Es wird Die Reibungskoeffizienten unterliegen ziemlichen Schwankungen, etwa wie beim
ein quaderförmiges Teil gespannt und die Spannflächen liegen den Bestimm- Menschen der Blutdruck. Im Zweifelsfall macht man Versuche, in dem man ein
flächen parallel gegenüber. Wie man in Bild 2-2 sieht, soll ein Schlitz gefräst ruhend aufgelegtes Teil auf einer schrägen Fläche abgleiten läßt. Der Neigungs-
werden. winkel Ú dieser Gleitbahn wird solange erhöht, bis das Teil abgleitet.
Weil tan Ú = Ì ist, kann man so den Reibungskoeffizienten Ì ermitteln.
Bild 2-2: Man kann im Beispiel einige geometrische Feinheiten vernachlässigen, wenn
Kräfte an einem in
3 Bestimmebenen
man zur Sicherheit S = 3 wählt. So ergibt sich vereinfacht aus Gleichgewichts-
ausgerichteten Werkstück gründen
5
1 Pneumatikzylinder
FR = S · FH
2 Grundplatte FS FS
3 Werkstück
4 Bestimmelement FR + FRei = FB,
5 Werkzeug
1

FRei wobei das Bestimmelement a auch eine gewisse Rückkraft FR aufnimmt.


2 Aus den letztgenannten Gleichungen erhält man durch Einsetzen und Umstellen
1
FB die erforderliche Spannkraft FS zu
FRei
3 FR FS = S · FH(C – 1)/(2Ì)
FRei 1/2 F
S
a Für andere Spannsituationen sind natürlich andere Rechenbeziehungen gültig.
4 In jedem Falle gilt aber:
1/2 F µ
S
Pneumatisches Spannen hat den Vorzug, daß man über den Druck
die Spannkraft stufenlos über einen großen Bereich einstellen kann.

Oft fehlt in der Praxis das Gefühl, welche Größenordnung Bearbeitungskräfte


Aus der Hauptschnittkraft FH, dem Stoßfaktor C (je nach Verfahren zwischen überhaupt annehmen können. Deshalb sollen dazu einige Ausführungen folgen.
1,2 bis 2,0) und einem Sicherheitsfaktor S ergibt sich die Bearbeitungskraft In der spanenden Fertigung ist die Bearbeitungskraft eine Zerspankraft. Sie kann
FB zu mit Hilfe der für den jeweiligen Werkstoff zutreffenden spezifischen Schnittkraft
kc (N/mm2) ermittelt werden. Bei einem Span mit einer Spanungsdicke und
FB = C · S · FH Spanungsbreite von je 1 mm kann man folgende spezifischen Schnittkräfte kc1,1
annehmen:
Gegen diese Kraft muß das Werkstück festgehalten werden.
Die Spannkräfte FS rufen in der jeweiligen Ebene die Reibungskräfte FRei hervor. • Stahl (St50) 1780 N/mm2
So ergibt sich im Beispiel • Hartguß 2060 N/mm2
• Messing 780 N/mm2.
FRei = 2 · FS · Ì
Die Zerspankraft ergibt sich dann als Richtwert aus
wobei Ì der Reibungskoeffizient zwischen Werkstück und Bestimmelementen
bzw. Spannelement ist. Richtwerte für den Haftreibungskoeffizienten bei FB = kc1,1 · A in N
trockenen Materialien sind:
wobei A der Spanquerschnitt in mm2 ist.
• Stahl/PTFE 0,08
• Stahl/Stahl 0,15 (geschmiert 0,10) Beim Umfangsfräsen von Holz und einer mittleren Spanungsdicke (eines bogen-
• Stahl/Eichenholz 0,56 (geschmiert 0,11) förmigen Spans) von 0,3 mm ergeben sich folgende kc0,3-Werte:
• Stahl/Grauguß 0,19 (geschmiert 0,10) • Rotbuche (Längsschnitt) 22 N/mm2
• Messing/Eichenholz 0,62 (geschmiert 0,16) • Rotbuche (Querschnitt) 60 N/mm2
• Kiefer (Längsschnitt) 20 N/mm2.

28 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 29


Beispiel: Auf einer Unterfräsmaschine soll eine Nut von 6 mm Breite und 12 mm exzenter ergeben übrigens nur kleine Spannwege. Bei Spanneinrichtungen, die
Tiefe in Kiefernholz gefräst werden, wobei die mittlere Spanungsdicke 0,3 mm sich auf Rundtischen oder Werkstückträgern befinden, ist es üblich, die Spann-
beträgt. Wie groß ist die Zerspankraft (= Bearbeitungskraft)? kraft mit Druckfedern aufzubringen. Das können Schraubenfedern sein, aber
auch Tellerfederpakete. Nur in der Spann-/Entspann-Position dockt ein Koppel-
FB = kc0,3 · A element an die Druckluft an, um das Werkstück zu Entspannen. Ein Beispiel ist in
Bild 2-4 zu sehen. Es wurde ein einfachwirkender Kurzhubzylinder eingesetzt.
FB = 20 · 6 · 12 = 1440 N.
Bild 2-4:
Mobile Spannvorrichtung
Bei den bisherigen Betrachtungen wurden die pneumatischen Motoren direkt zur auf einem Werkstückträger
Wirkung gebracht. Der Begriff „Motor“ (lat.; Beweger) steht hier allgemein für 1
Antrieb, gleichgültig ob er rotierend oder schiebend wirkt. 1 Montagebasisteil
2 einfachwirkender 2
Compact-Zylinder
Um höhere Spannkräfte zu erhalten, werden häufig Getriebe zwischengeschal- 3 Doppelgurtförderer
tet. Insbesondere sind das 4 Führungsprofil
5 Werkstückträger-Platte

• Spannexzenter,
• Spannkeil und
• Spannschraube.

In diesen Fällen entsteht die Spannkraft FS aus einer Antriebskraft F entspre-


chend den Gleichungen nach Bild 2-3. In allen Fällen können Handkräfte,
Pneumatikantriebe (linear, rotatorisch) oder hydraulische Kräfte als Kraft F zur
Wirkung gebracht werden.

Bild 2-3: 3 5
Wichtige Kraftübertragungs- Spannexzenter Spannkeil Spannschraube
elemente
4
F eingeleitete Kraft
F
L Hebellänge
e Exzentrizität
F
f Druckpunktabstand L
h Steigung
L

· Steigungswinkel Ì2 F
·
h

Ú Reibungswinkel
Ì Reibbeiwert
Ì
Ì1 Reibbeiwert Ì
d
D

Spirale/Werkstück
Ì2 Reibbeiwert e Ì1 Das Spannen mit Federkraft ist so einzurichten, daß eine ausreichende
f

Lagerbolzen/Lager Spannsicherheit gegeben ist. Was versteht man unter Spannsicherheit?

Die Spannsicherheit ist der Quotient aus Haltekraft, die durch das Aufbringen
FS FS FS
einer bestimmten Spannkraft entsteht, zur maximal auftretenden
Selbsthemmung bei Selbsthemmung bei Bearbeitungskraft, die das Werkstück aus der Spannung zu reißen versucht.
D ≥ 15 · e tan · ≤ tan Ú ≤ Ì
Der Spannsicherheit dient auch der Einbau einer automatischen Drucküber-
wachung. Aus Kostengründen begnügt man sich aber oft mit der Funktion der
F·L F F·2·L· üblichen Rückschlagventile.
FS = FS = FS =
e + Ì1 · f + Ì2 · d/2 tan · h

Bei der Verwendung z.B. einer Keilspannung mit Selbsthemmung ist zu beach-
ten, daß die Rückholkraft größer als die Spannkraft ist. Keile, Kreis- und Spann-

30 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 31


Eine Spannkraftsicherung soll die Spannkraft auch bei Energieausfall, wie z.B. Bild 2-6:
Spanneinrichtung mit
2.3 bei einem Schlauchbruch, erhalten und damit das Spannobjekt sichern. Dafür mechanischer Selbst- FS
Spannkrafterhaltung gibt es verschiedene Möglichkeiten: hemmung über eine
Rollenkulisse y
• Spannen mit Federkraft, Lösen mit Druckluft; 1 Anschluß für Öffnen
• Sichern mit entsperrbaren Rückschlagventilen; 2 Anschluß für Spannen
• Sichern durch mechanische Selbsthemmung (Gleitschraube, Spannexzenter, 1 2
Keil);
• Arretieren der Kolbenstange in der Spannstellung und FH
• Übertotpunktlage bei Kniehebelspannsystemen.

x
Es muß auch gesichert sein, daß bei Formänderungen des Werkstücks während
schließen
des Spannens oder bei Leckagen die Spannkraft bzw. die Spannelemente zur
FH FHy
Kompensation von Spannkraftverlusten nachgeführt werden.
FHx
Am häufigsten werden Rückschlagventile eingesetzt. Das ist im Funktions-
schaltplan Bild 2-5 zu sehen.

Bild 2-5: Auch die Kolbenstange eines pneumatischen Zylinderspannsystems kann zur
Grundsteuerung mit
Spannkraftsicherung Spannkraftsicherung arretiert werden. Dazu sind geeignete Haltebremsen einzu-
durch Rückschlagventil bauen. In Bild 2-7 werden zwei Lösungen gezeigt. Einmal wird der Klemmkraft-
kolben zum pneumatischen Arretieren eingesetzt, indem dessen Kraft auf eine
1 Rückschlagventil,
1 Spannzange wirkt. Für das Lösen ist eine Druckfeder eingebaut. Im zweiten Fall
pneumatisch gesteuert
2 5/2-Wegeventil setzt die Klemmung in dem Moment ein, da die Druckluft ausfällt (Bild 2-7b).
3 3/2-Wegeventil Klemmstücke verkeilen sich dann gegen die Kolbenstange. Der Pneumatikkolben
für Not-Aus-Funktion
2
dient hier zum Lösen der durch Federkraft bewirkten Klemmung.

Bild 2-7:
Haltebremsen an
3
Kolbenstangensystemen

a) Spannzangenbremse 1 2 3 5
b) Spreizstückklemmung
1 Klemmkraftkolben
6
2 Spannzange
Es sind aber auch mechanische Lösungen möglich. In Bild 2-6 wird ein Spanner 3 Kolbenstange
4 Reibbelag
7
vorgestellt, bei dem durch das Erzeugen einer Spannkraft FS auch eine
5 Handlösetaste 3
Hebelkraft FH entsteht. Diese Kraft zerlegt sich an der Rollenkulisse in die 6 Lösekolben
Kraftkomponenten FHy und FHx, weil sich die Kolbenstange nur in Richtung der 7 Klemmstück

x-Achse bewegen kann. Die Kraft FHx verstärkt die schließende Kraft und
blockiert den Spannhebel. Es liegt Selbsthemmung vor. In dieser Darstellung
wurden Reibmomente und Reibungskräfte im System vernachlässigt.
Funktionsentscheidend ist der Winkel zwischen Hebeldrehpunkt und
Rollenkontaktpunkt an der Rollenkulisse. 4
a b

32 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 33


Mitunter genügt die direkt erzeugte Spannkraft nicht oder für leistungsfähigere Winkelhebel anzutreiben. Um die Kolbenstange von Querkräften frei zu halten,
2.4 und damit auch größere Pneumatikmotoren fehlt der Bauraum. Dann muß auf liegt der pendelnd aufgehängte Keil ständig an 3 Punkten an. Der Hub des
Spannkraftverstärkung Sonderkonstruktionen zurückgegriffen werden. In Bild 2-8 werden prinzipielle Spannstößels ist natürlich bedeutend kleiner als der Kolbenhub des Pneumatik-
Wege aufgezeigt. Ein anderer Weg besteht darin, die Kraft der Druckluft mit zylinders. Für die Konstruktion der Spanneinrichtung ist in diesem Fall günstig,
einem Druckübersetzer zu verstärken (siehe dazu Bild 2-12). Während ein daß die Ausfahrrichtung des Preßstößels mit der des Pneumatikkolbens überein-
„normaler“ Druckluftzylinder (Bild 2-8a) die Kraft stimmt. Es gibt auch noch andere „Verstärker“-Lösungen, z.B. solche mit auf-
einandergleitenden Keilstücken.
F=p·A·Ë
Bild 2-9:
Spannkraftverstärkung
aufbringt, erreicht ein Tandemzylinder nach Bild 2-8b 1 2
mit Keil und Kipphebel-
übersetzung
F = p · Ë(2A – A1)
1 Stützrolle
2 Keilschieber
p Betriebsdruck 3 Druckluftanschluß
F
A Querschnitt des Kolbens 4 Zylinder
5 Kolben mit Feder-
A1 Querschnitt der Kolbenstange
rückstellung
Ë Wirkungsgrad, etwa 0,9. 6 Kipphebel
7 Druckstößel
F Spannkraft 3 4 5 6 7
Die konstruktive Ausführung eines Tandemzylinders, bei dem 4 Kolbensysteme
zur Kraftverstärkung zu einem System zusammengeschaltet sind, wird in Bild 7-1
gezeigt. In etwas anderer Weise wird das Keilprinzip bei der Spannvorrichtung nach
Bild 2-10 genutzt. Wird statt einer geraden Nut eine Kurve ausgebildet, dann
Bei dem Aufbau nach Bild 2-8c wird das Keilgesetz ausgenutzt. Ein praktisches kann die Bewegungscharakteristik des Spannarmes durch Gestaltung der Kur-
Ausführungsbeispiel dieser Prinziplösung ist in Bild 7-2 zu sehen. Kniehebel- venform in beinahe beliebiger Weise angepaßt werden, z.B. schnelles Schwen-
getriebe (Bild 2-8d) können höhere Endkräfte hervorbringen, allerdings nur auf ken am Ende der Öffnungsbewegung oder Erzeugung von Selbsthemmung am
einem recht kurzen Weg vor der Strecklage. Pneumatische Antriebe sollte man Ende der Spannbewegung. Das Spannen erfolgt hier eindimensional.
übrigens im Interesse großer Lebensdauer nur bis 70% der im Datenblatt ange-
Bild 2-10:
gebenen Maximalwerte belasten.
Spannen über eine
Rollenkulisse
Bild 2-8:
Prinzipielle Möglichkeiten 1
zur Kraftverstärkung

a) normaler Zylinder, direkt-


wirkend
b) Tandemzylinder
c) indirekte Wirkung
mit Keilübersetzung
a 2
d) Kniehebelprinzip 3
1 Kolbenfläche A
2 Tandemkolben
3 Kniehebelgetriebe 4
4 Schiebekeil
5 Werkstück b
6 Druckrolle 5
Durch geschickte Wahl der Kinematik der bewegten Teile kann man mit einem
Antrieb auch zweidimensional spannen. Das wird in Bild 2-11 gezeigt. Das
6 Spanngetriebe ist eine Kombination von Kreisexzenter und Winkelhebel.
c d Unabhängig von Werkstücktoleranzen werden Spannkräfte in zwei senkrecht
aufeinanderstehenden Ebenen wirksam. Es sind große Spannkräfte erreichbar.
Allerdings ist die Werkstückoberseite nicht mehr völlig frei.
Um auf engem Raum große Kräfte zu erzeugen, wurde bei dem Antrieb nach
Bild 2-9 ein Keilgetriebe integriert. Der Kolbenweg wird ausgenutzt, um einen

34 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 35


Aus Gleichgewichtsgründen gilt:
2.5
Druckübersetzer 2 D2 · π · 1/4 · pE = d2 · π · 1/4 · pA
3
Demnach ergibt sich der Öldruck zu
Bild 2-11:
Hebelspanner
mit Spannexzenter
1 pA = D2 · pE/d2
1 Exzenterhebel
2 Druckluftanschluß
3 Pneumatikzylinder Nimmt man einen Durchmesser von z.B. D = 200 mm und d = 50 mm an, dann
4 Gestell ergibt sich bei einem Eingangsnenndruck von 6 bar ein Ausgangsdruck von
96 bar. Bei einem Spannkolbendurchmesser von z.B. 16 mm erreicht man dann
4 eine Spannkraft von etwa 2 kN. Hierbei sind Reibungsverluste und Federkräfte
noch nicht eingerechnet.

Der pneumohydraulische Kreislauf wird in Bild 2-13 als einfache Grundschaltung


vorgestellt. Da der Pneumatikkolben mit Federkraft zurückgestellt wird, wird
auch das Öl zurückgesaugt, so daß die einzelnen Spannkolben nicht unbedingt
mit Rückstellfedern ausgerüstet sein müssen.

Bild 2-13:
Steuerungsbeispiel mit
Es gibt Spannaufgaben, bei denen vorrichtungsseitig der Bauraum für Zylinder Druckübersetzer und
großer Bauform fehlt. Eine brauchbare Lösung ist der Einsatz kleiner Hydraulik- Handhebeleinschaltung
zylinder, z.B. in der Einschraubausführung. Der erforderliche Öldruck kann mit 3
1 Spannvorrichtung
Hilfe eines pneumohydraulischen Druckübersetzers erzeugt werden. Das Prinzip 2 Hydraulikzylinder
geht aus Bild 2-12 hervor. Der Druckübersetzer transformiert einen gegebenen 3 Werkstück
Druck aus dem Druckluftnetz in einen höheren Druck im Medium Öl um. Es gibt 4 Druckübersetzer
5 Schaltkurve mit Handhebel
dazu zwei Druckräume, die sich in Querschnitt und Volumen unterscheiden. Die
Kolbenstange des Druckluftzylinders taucht in die Ölkammer ein und wirkt hier 1
als Druckkolben. Außerdem ist eine Möglichkeit zum Nachfüllen des Öls vor-
handen.
2
Bild 2-12: 3
Transportabler pneumatischer
Druckübersetzer 1
4
1 Ausgangsdruck pA,
Öl 160 bar 2
2 Eingangsdruck pE, 5
Druckluft 6 bar
3 Tragegriff
D
d

Je nach Übersetzungsverhältnis ergibt sich ein höherer Ausgangsdruck am Ölzy-


linder im Vergleich zum Drucklufteingang. Es werden Übersetzungsverhältnisse
von 1:4 bis 1:80 verwendet.

36 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 37


Es gibt auch Druckerhöher (Druckbooster), die hydraulische Komponenten ver- Sind zwischen Pneumatikmotor und Spannelement noch Getriebe zur Kraft-
meiden, weil sie als Luft-Luft-Übersetzer aufgebaut sind. Sie werden als verstärkung angeordnet, z.B. ein Kniehebel oder ein Spindelgetriebe, dann kann
Differentialkolbensysteme ausgeführt oder als Doppel- bzw. Mehrfachkolben- auch eine rein mechanische Begrenzung des Drehmoments eine brauchbare
gerät, wobei dann die Kolbendurchmesser auf der Nieder- und Hochdruckseite Lösung sein. Das wären dann einstellbare Überlastsicherungen. Bei Kniehebel-
gleich groß sind. Der Schaltplan eines solchen Druckboosters wird in Bild 4-3b spannern mit auskragendem Spannarm könnte ein drehmomentbegrenzendes
gezeigt. Der Ausgangsdruck liegt zwischen dem Netzdruck und dem maximal Torsionsmoment in den Kraftfluß eingeordnet werden, wie man es in Bild 2-15
doppelten Wert. sieht. Das Torsionselement enthält Gummipakete mit wählbarer Shore-Härte
oder ist eine integrale Gummi-Metall-Ringkonstruktion. Verwendet werden
Man verwendet die Luft-Luft-Druckübersetzer, wenn der zur Verfügung stehende Gummihärten von 70 Shore A (hart), 60 Shore A (mittel) und 45 Shore A (weich).
Betriebsdruck nicht ausreicht, um die gewünschten Kräfte mit den vorhandenen Die Abmessungen ergeben sich aus dem gewünschten zulässigen statischen
Antrieben (Aktoren) erzeugen zu können. In der Spanntechnik können auf diese Drehmoment. Gummi-Metall-Elemente gewährleisten eine elektrische Isolation
Weise auch die notwendigen Kraftreserven bereitgestellt werden. Die Druck- zwischen Spannarm und Gehäuse und unterstützen den Rückhub durch die
erhöher sind auch für Anwendungen interessant, bei denen Hydraulikbauteile gespeicherte Energie. Eine genaue Abstimmung auf die Spannobjekthöhe ist
unerwünscht sind, wie z.B. in der holzverarbeitenden Industrie. Sie stellen gele- außerdem nicht mehr erforderlich. Allerdings ist die erreichbare Spannkraft
gentlich auch eine einfache Problemlösung dar, wenn pneumatische Antriebe deutlich kleiner.
kräftemäßig versehentlich unterdimensioniert wurden. Die Konstruktion muß
dann nicht verändert werden, wobei meistens auch der Bauraum fehlt, um z.B. Bild 2-15:
Begrenzung der Spannkraft
ersatzweise einen größeren Arbeitszylinder einzubauen.
bei einem Kniehebelspanner 1
mit einem Gummi-Metall-
Torsionselement

Es ist ein großer Vorteil fluidischer Spannsysteme, daß man die Spannkraft auf 2
1 Metallkern des
2.6 einfache Weise über den Druck stufenlos dosieren kann. Eine Begrenzung der Torsionselements
Spannkraftbegrenzung Spannkraft ist notwendig, um die Belastung des Werkstücks, z.B. wegen der 2 anvulkanisierter
3
Gummikörper
zulässigen Flächenpressung oder Deformation, auf einen bestimmten Wert zu
3 Metallring
begrenzen. Auch wenn die Werkstückabmessungen schwanken, kann das z.B.
bei Kniehebelspannern zu sehr unterschiedlichen Spannkräften führen.
Zulässige Flächenpressungen liegen bei stoßender Belastung etwa bei
folgenden Werten:

• Stahl 3000 bis 5000 N/cm2


• Stahl gehärtet 4000 bis 6000 N/cm2
• Messing 1000 bis 1500 N/cm2.

Im allgemeinen richtet sich die Wahl der zulässigen Werte nach der Härte und
Oberflächenbeschaffenheit des Werkstoffs. Der Hub, den die Spannelemente (die Backenträger) zurücklegen können, wird
2.7 als Spannweite oder Spannbereich bezeichnet. Das trifft eigentlich nur auf trans-
Die Spannkraftbegrenzung kann über eine Druckregelung erfolgen, wie sie in Spannbereich latorisch schließende Spannbacken zu. Bei schwenkenden Spannklauen könnte
Bild 2-14 im Funktionsschaltplan gezeigt wird. man den Schwenkwinkel angeben. In der Serienfertigung genügen Spanner mit
kleinem Spannbereich. Für universelles Spannen ist dagegen ein großer Spann-
Bild 2-14: bereich von Vorteil. Es gibt Grundplatten im Bohrungs- und Nutsystem, auf
1 2
Begrenzung der Spannkraft
denen der Spannbock leicht verstellt werden kann. Dadurch sind verschieden
mit einem Druck-Regelventil
große Werkstücke ohne Veränderung des Spannhubes spannbar. Einen sehr klei-
1 Spannzylinder nen Spannbereich hat man z.B. bei den Seitendruckstücken nach Bild 2-16. Die
2 Werkstück
Elemente haben zwar nichts mit der Pneumatik zu tun, sind aber einfach und bil-
3 Druck-Regelventil
4 Wegeventil lig. Sie enthalten im Innern eine Draht- oder Elastomerfeder. Einen gesteuerten
Antrieb gibt es nicht. Das Werkstück wird einfach aufgedrückt. Die Elemente
müssen in der Vorrichtung genau plaziert werden, denn der Auslenkungswinkel
der Spannbolzen ist gering.
3 4

38 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 39


Bild 2-16: Die Fertigungsgenauigkeit einer Arbeitsmaschine kann nur ausgenutzt werden,
Beispiel für sehr kleinen 2.8
Spannbereich -– Spannen mit
wenn sie nicht durch ungenügende Genauigkeit des Spannsystems aufgehoben
Seitendruckstücken (WPS) Spanngenauigkeit wird. Deshalb müssen Spannvorrichtungen mit der gleichen Sorgfalt hergestellt
werden, wie die Werkzeugmaschine.
FS Spannkraft

FS Wodurch kann die Spanngenauigkeit beeinträchtigt werden?

• Die Genauigkeit der Anschlag- (Bestimm-)Elemente ist mangelhaft.


• Bohrungen und Bohrungsraster für die Anschlagelemente sind nicht genügend
genau.
• Die Bearbeitungskräfte sind zu groß und heben die Haltekräfte zeitweise auf.
• Die Auf-, Anlage- und Spannelemente sind verschmutzungsanfällig.
• Die Bestimmelemente sind verschlissen oder nutzen sich zu schnell ab.
Große Spannbereiche und Spannkräfte sind dagegen mit Spindelantrieben • Die Spannkraft unterliegt Schwankungen.
erreichbar. Das Bild 2-17 zeigt einen Maschinenschraubstock, der mit einem • Durch zu große Werkstücktoleranzen kommt es zu Achslagenverschiebungen.
Druckluftmotor angetrieben wird. Über den Luftdruck kann die Spannkraft dem • Die Werkstücke werden durch zu große Spannkräfte deformiert.
Werkstück angepaßt werden, damit zwar sicher gespannt, aber nicht verspannt
wird. Lamellenmotoren werden z.B. mit Anzugsmomenten von 0,1 bis 20 Nm Mit Spanngenauigkeit ist immer die Wiederholgenauigkeit gemeint. Das ist die
angeboten. Die erforderlichen Getriebe zur Drehzahlminderung sind bereits Streuung der Abstände zwischen den erreichten Positionen und der im Mittel
integriert. Die Lamellenmotoren können übrigens schadlos bis zum Stillstand erreichten Position.
überlastet werden.
Allgemein gesagt, ist die Spanngenauigkeit eine Funktion der Werkstück-,
Bild 2-17: Vorrichtungs-, Form- und Lagetoleranzen sowie der Oberflächenbeschaffenheit.
Maschinenschraubstock mit
Druckluftmotorantrieb S
4 Wie das Bild 2-18 zeigt, kann das kraftpaarige Spannen besonders bei dünnwan-
1 Spannbacke digen Werkstücken zur Deformation führen. Die Teile können sich an den
2 Grundkörper
Kraftangriffsstellen abplatten und es können sich auch Spannmarken ein-
3 Druckluft-Lamellenmotor
4 Fräser drücken. Man kann der Deformation des Werkstücks durch Vervielfachung der
5
5 gespanntes Teil 3 1 Kraftangriffspunkte entgegenwirken. Kunststoffplatten auf den Spannbacken
S Spannweite
2 schonen die Werkstückoberfläche vor spannmittelbedingten Druckstellen.

Bild 2-18:
Deformation eines Rundteils
im Ergebnis unterschiedlicher
Spannkrafteinleitung

40 2 Anforderung an Spannmittel 2 Anforderung an Spannmittel 41


Als Grundsatz gilt: Spannmittel werden in erster Linie von den Anforderungen der Arbeitsaufgabe
Die Spannkräfte sind auf eine möglichst große Kontaktfläche zu verteilen. 3 bzw. Spannaufgabe geprägt. So vielseitig wie die Arbeitsaufgaben, zeigen sich
Spannmittel- folglich auch die mehr oder weniger spezialisierten Spannmittel. Der Trend geht
Spannfehler ergeben sich auch, wenn sich der Grundkörper der ausführung vom Sonderspannmittel zur modularen Spanntechnik. Modulare Werkstück-
Spannvorrichtung unter der Spannkraft deformiert. Das macht er genaugenom- spanner basieren in der Regel auf wenigen Grundelementen und produkt-
men immer, doch ist die Wirkung gering, wenn die Vorrichtung einen besonders spezifischen Spannbacken. Die Grundelemente können dabei immer wieder
steifen Aufbau hat. Man kann auch Einfluß nehmen, indem man den 3.1 Hebelspanner verwendet werden.
Spannkraftfluß möglichst kurz wählt. Das soll in Bild 2-19 an einem Beispiel
gezeigt werden. Die Spannkraft wird einmal ziehend und einmal drückend zur 3.1.1 Das Spannen mit Hebelnutzung kann man als technische Variante des Haltens
Wirkung gebracht. Bei drückendem Spannmotor biegt sich die Vorrichtung um so Einfache Hebelspanner mit der Hand bzw. den Fingern verstehen. Hebel, ob gerade oder als Winkel-
mehr auf, je größer der Abstand H und je kleiner der beanspruchte Querschnitt A hebel, lassen sich auch mit krafterhöhendem Effekt verwenden und zwar nach
ist. Beim Aufbau nach Bild 2-19b schließt sich dagegen der Kraftfluß auf kurzem dem Hebelgesetz
Weg, ohne daß sich hier die Vorrichtung aufbäumen kann. Der
Pneumatikzylinder arbeitet hier ziehend. Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm.

Bild 2-19: Die Hebel werden meist von pneumatischen Arbeitszylindern angetrieben. Diese
Spannkraftfluß in einer
1 2 wiederum werden gern in der Spanntechnik eingesetzt, weil es zahlreiche
Spannvorrichtung
Befestigungsmöglichkeiten gibt. Beispiele für die Anbindung werden in Bild 3-1
a) Spannkraft drückend vorgestellt. Es werden hier Zylinder mit integriertem Lagerbock am Lagerdeckel
b) Spannkraft ziehend
eingesetzt. Der Anschluß ist einfach, die Einbaulagen können beliebig sein. Der
1 Werkstückaufnahme
2 Druckscheibe Zylinder kann auch mit einer eingebauten Durchflußregelung ausgestattet sein,
3 Vorrichtungskörper FS was Platz und Kosten spart.
4 Steckscheibe
H

5 Werkstück
6 Zugstange Bild 3-1:
7 Pneumatikzylinder Anwendung von Spann-
8 Stützauflage zylindern in Hebelspannern,
FS Spannkraft wie sie in den Schweiß-
A 3 straßen des Fahrzeugbaues
A belasteter Querschnitt
H Wirkabstand a gern eingesetzt werden.
4 5 6 7
a) Aufnahme am integrierten
Lagerbock
b) unbewegliche
Fußbefestigung
c) Anordnung oberhalb der
a b
FS eigentlichen Spannstelle
d) Anpassung an örtliche
8 Gegebenheiten 1 3
1 Spannklaue 4
2 Werkstück,
b 3 Druckluftanschluß
4 Pneumatikzylinder

Spannkräfte verursachen Deformationen der Spannvorrichtung, die zu kleinen


2
Verschiebungen der Komponenten im System Werkstück-Spannbacken führen.
c d
Für maßgenaues Spannen soll auch die Kontaktverformung zwischen Werkstück,
Spann-, Stütz- und den Bestimmelementen klein sein. Deshalb gilt:

• Minimale Rauhtiefen für die Kontaktflächen vorsehen;


• minimale Anzahl von Elementen und Verbindungen, durch die die Spannkräfte
„fließen“, d.h. übertragen werden;
• Führung der Spannkräfte derart, daß sie Positionsmaße nicht verändern.

42 2 Anforderung an Spannmittel 3 Spannmittelausführung 43


Diese Art von Spannmitteln ist weit verbreitet und sehr wirksam. Sie zeichnen Vorausgesetzt wird außerdem, daß die Hebelarme von gleicher Länge L sind,
3.1.2 sich durch eine krafterhöhende Wirkung in der Nähe der Strecklage des Knie- sonst wäre das Verhältnis der Hebellängen noch in die Gleichung einzubeziehen.
Kniehebelspanner hebels aus. An der Spannstelle wird bei bestimmten Ausführungen ein relativ
großer Bauraum gebraucht. Das Bild 3-2 zeigt den prinzipiellen Aufbau einiger Beim Einsatz ist zu beachten, daß nur in einem engen Spannmaß annähernd
Kniehebelspanner. gleichgroße Kräfte für jedes Werkstück entstehen. Die Beispiele in den
Bildern 3-4 und 3-5 zeigen, daß in einer kombinierten Zusammensetzung von
Bild 3-2: Kniehebel und Druckluftzylinder vielfältige Anwendungsmöglichkeiten geschaf-
Kniehebelspanner mit fen werden können. Welche Variante im Einzelfall zum Tragen kommt, hängt von
verdeckt eingebautem
Pneumatikzylinder vielen Faktoren ab. Einer ist die freie Zugänglichkeit der Spannstelle: Muß von
der Seite eingelegt werden oder geht es eventuell auch automatisiert von oben.
a) waagerechtes Spannen,
Spannkraft ziehend
Bild 3-4:
b) senkrecht spannend,
Schubstangenspanner
Spannkraft drückend
mit Kniehebelgetriebe

a b

Es handelt sich um sogenannte „halbe“ Kniehebelsysteme. Sie werden dann so


bezeichnet, wenn ein Hebelarm an einem Festpunkt angelenkt ist. Das Bild 3-3
zeigt dagegen ein „ganzes“ Kniehebelsystem. Die in der Vorrichtung nutzbare
theoretische Spannkraft FS läßt sich wie folgt berechnen:

FS = p · A · Ë [(1/tan · + ‚) – tan Ú]

Bild 3-5:
wobei sich ‚ aus folgender Beziehung ergibt Vertikales Spannen
mit Kniehebelsystem.
‚ = arc sin (2 · R · Ì/L). Die Kolbenstange stützt
sich über eine Rolle gegen
die Grundplatte ab.
Für den Reibungskoeffizienten Ì gilt bekanntlich auch Ì = tan Ú. Der Tangens
des Reibwinkels ist also gleich der Reibungszahl.

Bild 3-3:
Kräfte am ganzen Kniehebel-
system am Beispiel eines
Innenspanners

A Kolbenquerschnitt A
F Kolbenkraft
FS Spannkraft p
L Armlänge
R Gelenkbolzenradius Im Automobilbau und dort besonders in der Karosseriefertigung werden
p Betriebsdruck R
Ë Wirkungsgrad Kniehebelsysteme vielfältig als Blechspanner eingesetzt. Im Abschnitt 3.10
Ì Reibbeiwert werden diese Spanner besonders behandelt. Hier soll zunächst der in Bild 3-6
gezeigte Spanner genügen. Man sieht, daß verschiedene Anschlußflächen auch
L verschiedene Anbauvarianten ermöglichen. Wird der Laschenbolzen herausge-
führt (Bild 3-6b), dann kann beim Öffnen sogar das gesamte Spannergehäuse
abschwenken. Damit entsteht am Spannplatz viel Greiffreiheit.
FS FS
α
F

44 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 45
Bild 3-6: Bild 3-8:
Anbaubeispiele für Spannen von Platten 1
Kniehebelspanner
1 Werkstück
a) Nutzung einer 2 Spannsegment
Anschlußfläche zur 3 Zahnstange
Befestigung einer 4 Pneumatikzylinder
Werkstückauflage
b) Abschwenken des gesam-
ten Spanners durch eine
Kulissenführung 2
c) Anschluß an einem
Spannplatz 3
a b c 4

Diese Spanner können Werkstücke auf eine immer gleiche Spannbackenmitte


3.1.3 zentrieren. Dazu sind die Spannarme über Zahnsegmente miteinander verkop-
Zahnsegmentspanner pelt. Ein Beispiel wird in Bild 3-7 gezeigt. In mehrfach paralleler Anordnung sind
sie z.B. gut für das Spannen langer Halbzeuge geeignet, wie Schienen, Stangen,
Systemprofile und Rohre. Das Spanngut kann axial oder waagerecht eingelegt
werden. Die Spannbacken lassen sich auch als Wechselelement gestalten.
Der Bewegungsablauf läßt sich über elektrische Induktionsschalter am
Arbeitszylinder oder an den Spannarmen überwachen. Das sind in der Regel standardisierte Spannmittel, die eine Hub-Dreh-Bewegung
3.1.4 ausführen. Nach dem Öffnen der Spannpratze schwenkt diese zur Seite, so daß
Bild 3-7: Schwenkspanner man das Werkstück ohne Behinderung nach oben herausnehmen kann.
Zahnsegmentspanner
Das ist wichtig, wenn die Beschickung der Vorrichtung mit programmgesteuerten
1 Spannbacke 1 Handhabungseinrichtungen erfolgen soll. Wie das Bild 3-9 zeigt, wird die
2 Gabelkopf 90°-Schwenkbewegung durch eine Wendelnutführung in der Kolbenstange
3 Kolbenstange 2 erreicht.
4 Befestigungswinkel
5 Druckluftzylinder
3 Bild 3-9:
6 Anschlag zur Begrenzung
des Öffnens Aufbau eines pneumatischen
7 Grundplatte Schwenkspanners 1
8 Spannbacke
1 Spannpratze 2
2 Werkstück
3 Wendelnut
4 Kolben

4 5 6 7 8

Aber auch das Spannen von Platten kann mit einem Zahnsegmentspanner vor-
teilhaft ausgeführt werden. Man sieht in Bild 3-8 einen solchen Spanner. Von 3
Vorteil ist das vollständige Wegschwenken der Spannklaue, weil dadurch das
4
Auflegen der Platten von oben nicht behindert wird. Dieses Prinzip wird auch bei
verschiedenen Unterspannsystemen angewendet.

46 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 47
Bild 3-10: Für die Schwenkspanner gibt es verschiedene Ausführungen (Bild 3-10), wobei Abschließend soll dazu noch ein Spanner für sehr hohe Spannkräfte gezeigt wer-
Marktgängige Schwenk-
spannerausführungen
diese meistens zur Erreichung hoher Spannkräfte als Hydraulikzylinder ausge- den (Bild 3-13). Über eine bügelartige Konstruktion wird die oben angebrachte
legt sind. Pneumatische Schwenkspanner erzeugen Spannkräfte von 0,2 bis Spannplatte angetrieben. Es handelt sich um ein Kniehebelgetriebe. Die End-
a) Auftischmontage- 1,6 kN, was z.B. für das Spannen von Schweißteilen meistens ausreicht. Von stellung wird durch eine stellbare Anschlagschraube begrenzt.
Ausführung,
b) Einschraub-
Vorteil sind die glatten Außenkonturen und Abgleitwinkel. So können Späne und
Schwenkspanner, Bohremulsion leicht abgleiten und siedeln sich nicht in Spänenestern an. Der Bild 3-11:
c) Doppelarm- Weitöffnender Hebelspanner
Schwenkbereich muß ständig frei von Kollisionsobjekten sein. Spannkräfte dür-
Schwenkspanner für Schweißteile
fen nur in der vertikalen Hubphase beansprucht werden. Es gibt rechts- und
linksschwenkende Spanner. Bei Doppelarmausführungen halbiert sich die je 1 Werkstück, Schweißteil
2 Spannarm
Werkstück verfügbare Spannkraft.
3 Gestell

a b c

Bild 3-12:
Schweißplatz mit
1
Rohrspanneinrichtung

Zu schweißende Teile müssen in einer brauchbaren Lage für das Heft- und 2
1 Werkstück
3.1.5 Ausschweißen von Hand oder mit dem Roboter gehalten werden. Die Spann- 2 niederziehender Anschlag 3
Schweißteilspanner vorrichtungen müssen robust sein und auch die durch den Wärmeeintrag ent- 3 Spannhebel
4 Pneumatikzylinder
stehenden Spannungen aushalten. Da für das Hantieren mit dem Schweiß-
mit Schwenkauge
brenner oder der Punktschweißzange reichlich Platz gebraucht wird, sind die
durch die Spannelemente entstehenden Störkonturen möglichst klein zu halten.
An den Schutz empfindlicher Vorrichtungsbestandteile muß ebenfalls gedacht
werden. Die Arbeitszylinder sind mit einem Spezialabstreifring ausgestattet, der
Beschädigungen der Kolbenstange durch Schweißschlacke verhindert. Eine
andere Lösung wäre die Anbringung von Bälgen, die aber teuer sind. Günstig ist
immer, wenn die Antriebsmotoren etwas abseits von der Wirkzone untergebracht
werden können (Bild 3-11) oder wenn es gelingt, diese verdeckt zu installieren
(Bild 3-12).

48 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 49
Bild 3-13: Bild 3-14
Spannplatz mit Backenspannvorrichtung
Kniehebelspannsystem mit gekoppeltem Hebelwerk 1

1 Druckplatte 1 Spannbacke
2
2 Werkstückauflage 1 2 Auflage und Führung
3 Anschlagschraube 3 Winkelhebel 3
4 Lasche 4 Backenführung
5 Bügel 2 5 Grundplatte 7
6 Grundkörper 6 7 6 Arbeitszylinder
7 Arbeitszylinder 7 Kniehebel
8
8 Aufspannrand
4
3

5 5
6

Man kann auch Kurvenkörper einsetzen, die im einfachsten Fall Kegelform


Aus fertigungstechnischen Gründen wird oft das zentrische Spannen der Teile haben. Bewegungs- und Kraftverhalten lassen sich durch die Kurvenform beein-
3.1.6 verlangt. Das bedeutet, daß trotz Abmessungstoleranzen beim Werkstück dieses flussen. Der Neigungswinkel könnte am Ende des Spannvorganges sogar so
Spanner mit stets auf „Mitte“ ausgerichtet wird. Diese Notwendigkeit besteht, wenn gewählt werden, daß die Spannung in Selbsthemmung verharrt. Ein Aus-
Zentrierwirkung Bearbeitungsprogramme der Werkzeugmaschine auf diese Mitte (Symmetrie- führungsbeispiel ist in Bild 3-15 zu sehen.
achsen, Nullpunkt) abgestimmt sind. Aus Sicht der Spannvorrichtung bedeutet
das, daß es keinen feststehenden Spannbock geben kann und die Spann- Bild 3-15:
Spannklauenantrieb
elemente gleichmäßig aufeinander zufahren. Dazu müssen die Backen in irgend-
über einen Kurvenkörper
einer Weise miteinander verkoppelt werden. Bei der Lösung nach Bild 3-14 1 2
geschieht das über ein Hebelwerk. Die Krafteinleitung könnte auch an einer 1 Kurvenkörper
2 Spannzylinder
anderen Stelle des Systems vorgenommen werden. Das mechanisch-synchrone
3 Fußbefestigung
Spannprinzip ermöglicht hohe Spannkräfte. Die Spannbackeneinsätze sind aus- 4 Werkstück
wechselbar, so daß eine Anpassung an verschiedene Werkstück- oder 5 Spannklaue 3
6 Arbeitstisch
Halbzeugformen möglich ist. 4

5
6

Die Spannmittelkonstruktion nach Bild 3-16 kann für runde, aber auch rechtecki-
ge Werkstückformen benutzt werden. Eine Zentrierwirkung in 2 Ebenen tritt aber
nur ein, wenn entsprechend viele Backenpaare (mehr als 2) vorgesehen werden.
Der Anschluß der Übertragungshebel an die Kolbenstange geschieht dann über
einen Gelenkstern für z.B. 3 Spannarme beim Spannen rotationssymmetrischer

50 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 51
Werkstücke. Für die Varianten nach Bild 3-14 und Bild 3-16 gilt, daß sie die Bild 3-17:
Bei diesen Spannern wirkt
Spannbacken nicht weit öffnen können, was ein Nachteil sein kann. auch eine Kraftkomponente
nach unten gegen die Auflage.
Bild 3-16:
Pneumatischer Kniehebel- a) schräge Direktkraftwirkung
spanner für mittiges Spannen b) Spannen mit Kegelstück
1 c) schräge Spannklaue
a b
1 rotationssymmetrisches d) Keilstückspannung
Werkstück
2 Spannbacke 2
3 Kniehebelgetriebe

c d

3
Dieser Effekt wird auch bei der in Bild 3-18 gezeigten Spannvorrichtung erreicht.
Die Wirkung wird durch eine entsprechende Spannbockgestaltung erreicht und
einem Beißbacken, der bogenförmig auf das Gußstück wirkt.

Bild 3-18:
Spanner für Gußstücke
mit Niederzugeffekt
1
1 Werkstück
2 Spannbock 5
3 Vorrichtungskörper 2
4 Pneumatikzylinder
5 Spannhebel
6 Spannklaue mit
Wer kennt nicht das Anklopfen von gespannten Werkstücken im Maschinen-
geripptem Backen
3.2 schraubstock mit dem Gummihammer. Das kostet Zeit und ist bei automatisier- 3
Niederzugspanner ten Fertigungsabläufen nicht mehr möglich. Der Sinn besteht darin, zu erreichen,
daß die Werkstücke nicht nur gegen Spannböcke oder Positionierleisten gepreßt
werden, sondern auch gegen die Auflagefläche. Das läßt sich erreichen, wenn 6
die krafterzeugenden Elemente etwas schräg auf das Werkstück wirken. 4
Beispiele sind in Bild 3-17 dargestellt. Für den Winkel · genügen 3° bis 5°. Auch
Spannklauen und Druckschrauben können in dieser Wirkungsrichtung angebaut
werden. Mitunter genügen auch Druckschrägen an Spannelementen, an denen
sich die Kraft in 2 Komponenten zerlegen kann. Solche Spanner werden wegen
ihres Effektes auch als Niederzugspanner bezeichnet.

Rahmen und Platten sind geometrisch einfache Körper. Für sie ist typisch, daß
3.3
sie oft nicht auf der Fläche, sondern nur seitlich gespannt werden können. Auf
Rahmen- und
der Oberfläche werden meistens Bearbeitungen durchgeführt, so daß Spann-
Plattenspanner
backen dort stören. Bewährte Lösungen werden in Bild 3-19 gezeigt. Für die
genaue Position sind Bestimmelemente angebracht, die sich mitunter in einem
Lochfeld nach der Plattengröße setzen lassen. Die resultierende Spannkraft ist
gegen die „feste Ecke“ gerichtet bzw. sie wird in dieser Wirkungsrichtung
erzeugt.

52 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 53
Bild 3-19: Membransysteme sind pneumatische Konstruktionen, sogenannte „Pneus“, bei
Vorrichtungen zum
Spannen von Platten
3.4 denen Druckunterschiede die Formgebung und die Stabilität bewirken oder
Membranspanner wesentlich dazu beitragen. Charakteristisches Merkmal ist die biegeweiche, zug-
a) Exzenter als Zwischen- beanspruchte Hülle (Membrane), die auch mit einem textilen Netz kombiniert
getriebe
b) direkt wirkende
sein kann. Bei Membranspannern wird die elastische Eigenschaft eines Flächen-
Pneumatikmotoren 1 elements ausgenutzt. Die Membran kann auch aus Metall gearbeitet (heraus-
c) Diagonal-Spannschieber gearbeitet) sein oder aus Gummi bzw. elastomeren Werkstoffen bestehen.
d) Winkelhebel 2
Elastomere Spannmodule, wie sie in Bild 3-21 dargestellt werden, haben zwar
als Druckelement
1 Hebel nur einen geringen Spannhub, wirken aber direkt. Durch die elastische Ober-
2 Spannschieber 4 3 fläche können auch Teile mit unebener Oberfläche gut gespannt werden. Die
3 Spannexzenter a b
8 9 Module sind sehr flach und lassen sich auch gut in Vorrichtungen mit knappen
4 Grundplatte
5 Werkstück Einbauraum unterbringen. Die Druckflächen lassen sich stabilisieren, indem man
6 Druckstück 5 eine metallische Druckplatte aufclipst. Das erhöht die Lebensdauer des elasto-
7 Pneumatikzylinder
meren Körpers. Die Rückstellkraft ergibt sich durch die Elastizität der vorge-
8 Bestimmbolzen
9 Druckrolle 6 spannten Membrane. Faßt man diese Druckplatte als „Kolbenstange“ auf, dann
10 Winkelhebel kann man den Spannmodul auch als einfachwirkenden Druckluftzylinder auf-
7
fassen.
10

Bild 3-21:
c d Pneumatische Spannmodule
mit Spannkräften von 95 bis 1 1
1690 N eines Einzelmoduls 2
je nach Baugröße 3

a) Spannmodul, linear
Eine ähnliche Lösung ist in Bild 3-20 für das Spannen von Rahmen zu sehen. Die b) runde Ausführung
Spannkraft ist hier direkt auf die Verleimstellen der Kanthölzer gerichtet. Auch 1 Gummimembran
hier ist es günstig, wenn Bestimmleisten über Absteckbolzen verstellt werden 2 Druckplatte, eingeclipst
3 Spannmodulgehäuse
können. Die Druckelemente sind etwas beweglich, damit sie sich bei geringen
Bildzeichen
Winkelabweichungen flächig anlegen können. Die Spannzylinder lassen sich
längs der jeweiligen Seite verschieben.
Hub
Bild 3-20:
Rahmenspannen mit direkt
wirkenden Pneumatikmotoren

1 Grundplatte mit
1 a b
Bohrungsraster
2 Anschlagleiste
3 Kantholz 2
4 Druckbacke Ein großer Vorteil ist die modulare Gestaltung, die eine Aneinanderreihung meh-
5 Spannzylinder
3 rerer Module zu einem Spannsystem begünstigt. Die Aufbauvariante kann dabei
durchaus verschiedenen Werkstückformen gerecht werden. In Bild 3-22 werden
Anordnungsbeispiele gezeigt. Die Spannkräfte addieren sich bei Serien- oder
Parallelschaltung der Module. Sie können aber auch gegeneinander wirken
(Außenspannung) oder eine Innenspannung repräsentieren. Diese beiden grund-
sätzlichen Anwendungen werden in Bild 3-23 als Prinziplösung gezeigt. Man
muß allerdings beachten, daß im Beispiel alle Anlagepunkte nachgiebig sind
4
und deshalb eine genaue Zentrierung auf Mitte nicht erwartet werden kann.
5

54 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 55
Bild 3-22: Bild 3-24:
Kombination von Hebelspanner auf der Basis
Spannmodulen eines runden Spannmoduls 2
mit Gummimembran
a Einzelmodul
3
b) Parallelanordnung 1 Spannmodul
c) Spannen gewölbter 2 Spannarm 1
Formteile 3 Werkstück
a
d) Schraubstockanordnung 4 Spannvorrichtung
e) Innenspann-Kombination
f ) Linienanordnung
c d
4

b e f Schließlich gibt es auch Metallmembranen. Deren Einbau in Spannvorrichtungen


weicht allerdings vom bisher Dargestellten völlig ab. Wie das Bild 3-25 zeigt,
wird die Membran genau auf den Spanndurchmesser gefertigt und so freigear-
beitet, daß eine definierte hohe Federspannkraft entsteht. Für das Spannen wird
Bild 3-23: Typische der Rand benutzt. Im Beispiel geht es um das Innenspannen. Ein Antrieb wird
Spannvarianten für rotations-
nur beim Entspannen gebraucht. Im durchgewölbten Zustand der Membran ver-
symmetrische Teile 1 1
kleinert sich der Durchmesser etwas und das Werkstück kann entnommen wer-
a) Innenspannung den. Die Wirkung des Spanners ist zentrierend, die Flächenpressung an den
b) Außenspannung
2 2 Kontaktflächen gering. Spannmittelbedingte Druckstellen lassen sich weitge-
1 Werkstück
2 Vorrichtungskörper hend vermeiden. Wegen des geringen Spann- (Feder-)weges können nur eng
3 Spannmodul tolerierte Werkstücke gespannt werden.
3
Bild 3-25:
Metallmembranspanner
(nach RINGSPANN)
a b 1 2 3
1 Zug-Schraube
2 Metallmembran
3 Werkstück
Spannmodule können auch indirekt wirkend eingesetzt werden. Dann sind sie 4 Auflagering 4
Bestandteil einer mechanischen Struktur, wie man es in Bild 3-24 sehen kann. 5 Basisplatte
6 Vorrichtungsplatte
Der Spannweg ist klein, der sehr flache Aufbau ein großer Vorteil, wenn wenig
7 Druckluftanschluß
Raum für die Unterbringung zur Verfügung steht. Die Spannkraft läßt sich für das Entspannen 5
erhöhen, wenn mehrere Module hintereinander angeordnet werden. Die Spann- 8 Arbeitszylinder

klaue wäre dann mit einer Druckleiste ausgestattet, die über mehrere Module
reicht. Da der Spanner einfachwirkend ist, wird für einen Spannvorgang auch nur
die halbe Luftmenge gegenüber einem doppeltwirkenden Zylinder gebraucht.
7 6
8

56 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 57
Eine besondere Art des Spannens ist die Anwendung pneumatischer Muskeln. Der pneumatische Muskel ist auch ein interessanter Antrieb für Spann-
Das sind Antriebe, die nach dem Prinzip der Kontraktion natürlicher Muskeln einrichtungen (Bild 3-26b). Wird die Verkürzung des Muskels über eine innen-
arbeiten, wie z.B. „Armbeuger“ oder „Armstrecker“. Ein solcher künstlicher liegende Stange zur anderen Seite übertragen (Bild 3-26c), dann lassen sich
Muskel besteht aus einem Gummirohr, an dessen Wänden längs der Mantellinie auch Druckkräfte erzeugen, was oft einen einfacheren Anschluß an Spann-
nichtdehnbare Fäden (Umspinnung in Rautenform) angeordnet sind. Durch ein- einrichtungen, z.B. bei balkenartigen Spannleisten, ermöglicht.
strömende Druckluft wird die Gitterstruktur der Festigkeitsträger in
Umfangsrichtung gedehnt, wobei es gleichzeitig zu einer Verkürzung des
Kunstmuskels um etwa 20% seiner Länge kommt. Dabei entsteht eine Zugkraft Die Schlauchspanner stellen physikalisch gesehen ebenfalls pneumatische
in Axialrichtung. Ein Muskel (Bild 3-26) von z.B. 150 mm Länge und 20 mm 3.5 Konstruktionen mit Membrancharakter dar. Beispiele für Pneus findet man übri-
Innendurchmesser entwickelt bei 6 bar Innendruck und 10 mm Hub eine Kraft Schlauchspanner gens auch in der lebenden Natur. Der Wasserfrosch verfügt z.B. über Schall-
von 1730 N. Die Masse des Antriebs ist vergleichsweise gering, die Reaktion blasen aus einem Zellgewebe hoher Festigkeit. Werden diese mit einem Innen-
sehr schnell. Kraftwirkung und Hub werden weitgehend beeinflußt von druck beaufschlagt, so nehmen sie eine kugelförmige Form an. Unter Druck
dehnt sich auch der Schlauch und erzeugt eine radiale Kraft. Deshalb lassen sich
• Länge und Dehnbarkeit der Pneumohülle, Schläuche in der Spanntechnik als Pneumatikmotoren einsetzen. In Tischlereien
• Festigkeit und Elastizität der Hülle. Bild 3-27: und im Möbelbau hat man früher sogar Feuerwehrschläuche gern verwendet, um
Schläuche als Pneumatik-
• Größe des Innendrucks und antrieb z.B. Korpuspressen zu bauen. Solche Spanneinrichtungen sind einfach und
• Art der Befestigung. robust. In Bild 3-27 werden einige Anwendungen im Prinzip gezeigt.
a) Plattendruckeinheit
b) Druckbolzenspanner
Bild 3-26:
c) Hebelspanner
Pneumatischer Muskel (Festo) F F
Hub d) Schwinghebel,
F 2 F
3 doppeltwirkend
a) Aufbau 1 1 Druckschlauch
b) Anwendungsbeispiel
2 Schwingarm 1
im Spannbereich
c) Umlenkung der Kraft-
2 3 Druckfeder
4 Zugfeder
wirkungsrichtung F
5 Hebel
1 Überwurfmutter F 5
2 Flansch 3 F
3 Kontraktionsmembran 4
4 Werkstück
5 Spannvorrichtung
6 Spannarm a entspannt kontrahiert
7 Druckstange a b c d
8 Befestigungswinkel
4
Es sind aber eher behelfsmäßige Spannelemente, insbesondere für große und
5
lange Teile. Heute gibt es dafür Komponenten ab Lager, die mit wenig Anpaß-
aufwand eingesetzt werden können, dauerhafter sind und mehr leisten. Trotz-
dem mag es Sonderfälle geben, wo man sich gern an die „Schlauchmotoren“
erinnert, denn es sind auch interessante Rundteilspanner möglich, wie es das
Bild 3-28 zeigt. Das Werkstück, z.B. ein leicht konischer Behälter aus Kunststoff,
wird schonend „rundum“ gespannt. Das Schlauchstück ist wendelförmig in das
3 Spannergehäuse eingebracht und unter Druck entsteht dann die Spannkraft.
Durch die natürliche Elastizität des Schlauches nimmt er im drucklosen Zustand
b 6 wieder seine Ausgangsform ein – das Werkstück kann entnommen werden.

3
7

8
c

58 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 59
Bild 3-28: bearbeitet werden, z.B. Putzen von Gußnähten. Die Stäbe müssen aber vorher
Schlauchspanner für
leichte Rundkörper
arretiert werden. Dazu hat man einen Schlauch S-förmig durch das Feld geführt.
1 2 3 4 Das ist eine sehr kostengünstige Lösung, wenn auch die Stabhaltekräfte nicht
1 Drucklufteinspeisung sehr groß sind. Andere Feststellvorrichtungen für die Stäbe erhöhen den mecha-
2 Rundspanngehäuse
3 Werkstück
nischen Aufwand beträchtlich. Die Vorrichtung ist zwar eine spezielle Lösung,
4 Druckschlauch kann aber als Prinzip auch eine Anregung für andere Aufgaben liefern.

Bild 3-30:
Programmierbare
Haltevorrichtung
für Gußstücke 1
1 Werkstücke
2
2 Haltevorrichtung
(Draufsicht) 3
3 verschiebbarer gefederter
Auflagestab 4
4 Druckschlauch
Bei der in Bild 3-29 gezeigten Vorrichtung werden die Spannbacken mit
Schlauchstücken angetrieben. Die Vorrichtung ist einfach herzustellen und der
Antrieb nimmt nur wenig Raum ein, was ein besonderer Vorteil ist. Die Spann-
kräfte sind kleiner als bei anderen Spannern. Sie mögen aber trotzdem für den
einen oder anderen Zweck noch ausreichen.

Bild 3-29:
Haltevorrichtung für Rohre
mit Schlauchmotorantrieb
Ebenso einfach wie interessant sind Druckluftkissen, sozusagen als moderner
1 Spannbacke konfektionierter „Schlauch“. Man kann damit Greifer ebenso gestalten wie
2 Werkstück 1
Spannvorrichtungen. Das Bild 3-31 zeigt eine von vielen Anwendungs-
3 Druckschlauch
4 Backendrehachse möglichkeiten. Die „Druckluftleisten“ gibt es von 0,1 bis 20 Meter. Es lassen sich
2
auch sehr große Teile spannen, wie man sie im holzverarbeitenden Gewerbe vor-
findet. Die Druckluftkissen gibt es als runden Faltenbalg und natürlich auch als
quadratisches Druckkissen.
3

Eine interessante Haltevorrichtung, wenn auch kein Spanner, ist die in Bild 3-30
gezeigte Vorrichtung für die Aufnahme unförmiger Gußstücke. Die Gegenkontur
des Werkstücks wird hier vorübergehend in ein Feld von Auflagestäben über-
nommen, indem man das Gußstück auflegt. Das Stabfeld wird gewissermaßen
programmiert. Das Werkstück hat nun eine stabile Lage und kann von Hand

60 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 61
Bild 3-31: Bild 3-32:
Spannen mit Druckluftkissen Spannplatten für
1 1
(PRONAL) das Halten mit Vakuum 2 3

1 Abstützkonstruktion 2 3 a) Saugplatte
2 Werkstück b) Aufnahmeplatte
3 Spannbock c) Vakuum-Rundfutter 4
4 Druckluftkissen bzw. 1 d) Saugschlitzplatte a b c
-leiste e) Sintermetall-Spannplatte
5 Druckluftanschlußstück (SAV) 1
6 anvulkanisierter f) Vakuum-Spanntisch 5 7
Gewindestift mit Gummisaugern 9
1 Werkstück
2 Saugluftplatte
3 Aufnahmeschablone
4 Saugluftöffnungen 8
d e f
bzw. Nutsystem Vakuum
5 Saugschlitz
6 Vakuumanschluß
7 Abdeckfolie
8 Sintermetallplatte Bei den Rasternutsystemen muß die genutzte Fläche mit einer Dichtschnur aus
9 Scheibensauger
Neopren gegen die Umgebungsluft abgegrenzt werden. Es gibt auch Spann-
platten, bei denen nicht benötigte Saugluftöffnungen zugestöpselt bleiben. Bei
4 den Sintermetallplatten muß die Oberfläche mit einer Folie abgedichtet werden
5 6
und nur die Fläche wird ausgeschnitten, über der das Werkstück aufgelegt wird.
Für die erreichbaren Spannkräfte sind die Größe der Werkstückauflagefläche,
eventuell die Werkstückform sowie die Ebenheit der Auflageflächen von
4 entscheidender Bedeutung. Das maximal erreichbare Vakuum ist u.a. vom
atmosphärischen Luftdruck abhängig, der von etwa 0,930 bar bis 1,013 bar
schwanken kann. Deshalb kann man nur von einer Spannkraft von etwa
9,3 N/cm2 ausgehen. Je nach Spannbedingungen reduziert sich dieser Wert aber
weiter. Nimmt man ein 98-prozentiges Vakuum als erreichbaren Grenzwert an, so
erhält man nur noch 9,1 N/cm2. Bei Einrechnug eines Sicherheitsfaktors von
etwa 1,5 bis 2, der Leckverluste durch Unebenheit und Rauheit berücksichtigt,
sinkt der Wert weiter ab. Für eine Grobrechnung gilt:

Die Vorteile der Vakuumspanntechnik bestehen im sanften und schonenden FS = 0,01 · V · po · A · S–1 in N
3.6 Spannen. Das Werkstück bekommt keine Kratzer oder Spannmarken wie beim
Vakuumspanner mechanischen Spannen. Der Bedarf an Vakuum-Spannsystemen steigt, weil V maximal relatives Vakuum in Prozent,
dünnwandige Leichtmetallwerkstücke, Teile aus Faserverbundwerkstoffen sowie po atmosphärischer Luftdruck in hPa
flächige Kunststoffteile verstärkt eingesetzt werden und nicht magnetisch spann- A wirksame Werkstückauflagefläche in cm2
bar sind. Die Haltekraft wird über der gesamten Fläche entwickelt. Ebene dünn- S Sicherheitsfaktor.
wandige Werkstücke lassen sich ideal spannen.
Die erforderliche Saugleistung hängt von der Größe der Raster- (oder Schlitz-)
Vakuumspanner bestehen aus den Komponenten Vakuumerzeuger, Spann- Spannplatten ab. Als Richtwert kann gelten:
werkzeug, Dichtelemente im Falle von Rasterspannplatten und der Bedienungs-
armatur. Der Vakuumspanner benötigt in sich keine kraftübertragendenn • Rasterspannplatte mit einer Fläche von 800 cm2 etwa 7,5 m3/h
Elemente und kann deshalb im Leichtbau (Aluminium) ausgeführt werden. Um • Rasterspannplatten mit 2400 cm2 aktiver Fläche etwa 21 m3/h.
die Benutzung zu erleichtern, kann man Positionierkreuze aufsetzen oder
flächendeckende Aufnahmeschablonen für die Werkstücke. Sogar Drehfutter
werden als Vakummspannmittel ausgeführt. Das Bild 3-32 zeigt die wichtigsten
Grundausführungen von Vakuumspannern im Überblick.

62 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 63
In Bild 3-33 wird eine Vakuumspannplatte gezeigt, bei der das Saugfeld nach Bild 3-34:
Innenspanner mit
dem Werkstückumriß abgegrenzt wird. Das geschieht mit Hilfe einer Dichtschnur, Pneumatikantrieb
die in die Nuten der Platte eingelegt wird. Es gibt nur eine mittig angeordnete
a) Spannen mit Teller-
1
Reihe mit Saugluftbohrungen. Die Vakuumverteilung geschieht hier über die
federsatz 2
Rasternuten. Auch Löcher und Schlitze im Werkstück lassen sich zuverlässig aus- b) Spannen mit Elastomer-
sparen. Wird die gesamte Fläche in der Größe 300 x 300 mm genutzt, so ergibt körper
sich eine Haftkraft von etwa 2000 N bei dreifacher Sicherheit. 1 Werkstück
2 Tellerfederpaket
3 tonnenförmiger
Bild 3-33: P
Gummikörper
Vakuumhalteplatte im 4 Zugstange
Rasternutsystem (Swisstool) 1 2 5 Spannauflage a
6 Halterung für Pneumatik-
1 Raster-Saugplatte zylinder
3 4 5 6
2 eingelegte Dichtschnur

Außer Vakuumspannplatten gibt es auch würfelförmige 5-Seiten-Vakuum- Im Vorrichtungsbau findet man noch viele andere Lösungen, z.B. solche, die mit
elemente, mit denen z.B. Winkel gespannt werden können. Werden mit Vakumm- Schrägzugschiebern oder Keilen ausgerüstet sind, um über eine Zug- oder
Spannplatte gehaltene Flachteile getrennt, dann bricht das Vakuum zusammen. Druckbewegung des Antriebs spreizende bzw. dehnende Wirkungen zu er-
Für diesen Fall haben findige Köpfe eine Kunststoffmatte entwickelt, die man zeugen. Keilspanndorne erreichen dabei große Haltekräfte, wobei auch die Achs-
unter das Werkstück legen kann. Sie enthält viele feinst verteilte Vakuumpunkte. mitte der gespannten Teile mit guter Genauigkeit gewahrt bleibt.
Das sind Saugnäpfe verschiedener Größe mit elastischen Lippen auf der Ober-
seite und jeweils einer feinen Bohrung im Zentrum. Auf der Unterseite sind Für ring- und reifenartige Teile könnte man eine Spanneinrichtung nach Bild 3-35
Kunststoffzäpfchen angegossen, die in die Vakuum-Aufspannplatte eingelegt aufbauen. Hier wird die Kraft eines Pneumatikzylinders auf mehrere Spannstößel
werden. So lassen sich gespannte Teile auch trennen und man kann sogar in die aufgeteilt. Der Antriebszylinder kann unter der Tischplatte angeordnet werden.
Kunststoffmatte hineinfräsen. Die Stößelführungen sind pendelnd befestigt, damit es nicht zum Verklemmen
der Stößel kommt. Weil alle Stößel gleichzeitig ausfahren, wird das Werkstück
immer auf Mitte ausgerichtet.
Innenspanner dienen in erster Linie dazu, Werkstücke in Bohrungen aufzuneh-
3.7 men. Das geht mit Backenspannern, wenn die Bohrungen groß genug sind, aber
Innenspannmittel auch sich spreizende und dehnende Elemente sind brauchbar. Das Bild 3-34
zeigt einige Ausführungsbeispiele. Während ein Tellerfederpaket relativ exakt
beim Spannen auf Mitte zentriert, kann das bei elastischen Gummi-Spannkör-
pern nicht erwartet werden. Außerdem fällt hier auch die Haltekraft geringer aus.

64 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 65
Bild 3-35: Das Spannen von unbewegten Werkstücken unterliegt grundsätzlich anderen
Vorrichtung zum Innen-
spannen mit Kraftverteilung
3.8 Anforderungen als das Spannen von bewegten Teilen, z.B. Drehteile in einem
(Draufsicht) Spannen gegen Spannfutter während der Bewegung oder das Spannen gegen Förderbänder.
Förderbänder Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch Saugluft ist dazu geeignet
1 Spannzylinder
2 Werkstück
(Bild 3-37). Saugluftbänder halten Werkstücke in der Bewegung fest. Das
1
3 Druckrolle „Spannen“ wird sozusagen durch den Luftdruck bewerkstelligt. So kann man
4 Spannbock z.B. auch Folienstränge halten und die Folie gleichzeitig von der Rolle abziehen.
2
Solche Abläufe sind z.B. in der Verpackungstechnik interessant. Das Halten
3 geschieht nur oberhalb der Saugluftkammer.

Bild 3-37:
4 Saugbandförderer

1 perforiertes Band oder in


der Zahnlücke gelochter
Zahnriemen
1
2 Saugluftkammer
3 Vakuumanschluß
4 Vakuum

3 2
Eine ebenso einfache wie interessante Konstruktion ist in Bild 3-36 zu sehen.
Zwar als Greifer gedacht, kann man den Gummi-Lochgreifer auch für stationäre
Spannaufgaben gut verwenden. Die unter Druck „ausfahrenden“ Noppen erge-
ben einen hohen Reibbeiwert, so daß sicheres Halten gewährleistet ist. Bei
einem Durchmesser D von 100 mm und 6 bar Betriebsdruck wird bei einer Besonders an Holzbearbeitungsmaschinen zur Plattenbearbeitung besteht die
Sicherheit von 20% eine Gesamtkraft von 2800 N entwickelt. Notwendigkeit, die zur Reibungsmitnahme der Werkstücke erforderliche
Anpreßkraft gegen das Förderband zu erzeugen. Bei der Lösung nach Bild 3-38
Bild 3-36: arbeiten die Andruckrollen direkt gegen das Werkstück. Die Anpreßkraft wird
Gummi-Noppen-Konstruktion
als Festhalteeinrichtung
vom Pneumatikzylinder erzeugt. Die federnde Wirkung der komprimierten Luft
(Sommer) und die stufenlose Einstellung des Druckes werden hier vorteilhaft genutzt.
1
1 Grundkörper P
Bild 3-38:
2 Gummi-Noppen-Membran
Spannen mit Druckluft-
F Noppenkraft D zylindern gegen ein
p Druckluft 2
Förderband

1 Pneumatikzylinder
2 Druckrolle 1
3 durchlaufendes Werkstück
4 Gurtauflage
F F 2
5 Fördergurt

4 5

66 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 67
Es ist aber auch möglich, die Spannkraft gegen ein Förderband zu richten, wie Bild 3-40:
Ausgleichsspannung mit Hilfe
man es in Bild 3-39 sehen kann. Die Rollendrucksegmente können um einen von Keilstücken (Draufsicht)
geringen Winkel pendeln, so daß alle Andruckrollen eines Segments aufliegen.
Über den Druck läßt sich die Anpreßkraft gut dosieren. Unterschiedliche 1 Spannarm
2 Druckstück 8
Werkstückhöhen werden gut verkraftet. Die Kompressibilität der Luft bietet hier 3 Druckluftzylinder
den Vorteil einer Federung, so daß sich das mitlaufende Förderband gut 4 Ausgleichsstück
7
anschmiegen kann. 5 Druckbolzen
6 Werkstück 6
7 Bestimmbolzen
Bild 3-39:
8 Vorrichtungskörper 5
Andruckapparat mit
Pneumatikzylindern
1 2 3 H

a
1 Umlenkrolle
2 Druckluftzylinder
3 Förderband F
4 einlaufendes Werkstück
5 Rollen-Drucksegment 2
6 Band-Seitenführungsrolle 5 6
4 1
4
3

Es gibt Fälle, wo man ein Teil zwar fest gegen eine Unterlage zu spannen hat,
wobei aber keine Kräfte z.B. auf das Mittelteil (Bild 3-41) wirken dürfen, die das
gespannte Mittelteil verbiegen. Zwischen den einzelnen Spannern muß also ein
gewisser Positionsausgleich möglich sein. Das bezeichnet man auch als
„schwimmende“ Spannung. Die Druckzylinder befinden sich paarweise auf einer
Das Prinzip der sogenannten Ausgleichsspannung wurde bereits erklärt. Es geht Spannbrücke, die sich in einer Führung frei und ohne Antrieb bewegen kann. An
3.9 um eine gleichmäßige Verteilung der Spannkraft auf mehrere Werkstücke, auch jeder Spannstelle ergibt sich so ein in sich geschlossener über die Spannbrücke
Ausgleichsspanner wenn diese Form- und Maßabweichungen aufweisen. Eine Lösung, bei der die laufender Kraftfluß. Das System wäre mit dem Spannen mit Hilfe von 4 einzelnen
Kraft über Keilstücke geleitet wird, sieht man in Bild 3-40. Die lose eingelegten Schraubzwingen vergleichbar. An jeder Stelle heben sich Kraft und Gegenkraft
Keile lassen sich von einer zentralen Stelle aus um geringe Beträge verschieben. auf.
Die Kraft F wirkt zunächst auf den ersten Schiebekeil und pflanzt sich dann über
beliebig viele keilförmige Druck- und Ausgleichsstücke fort, bis zum fest ange-
ordneten letzten Keilstück. Die Druckbolzen werden durch Druckfedern wieder
zurückgestellt. Der erforderliche Hub H an der Krafteinleitungsstelle setzt sich
aus den Spannhüben a der einzelnen Druckbolzen zusammen. Im vorliegenden
Fall ist

H=4·a

68 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 69
Bild 3-41: Bild 3-42:
Formteilspannung Druckluftspanner mit ein-
mit schwimmenden fachem Kniehebel (Festo)
Spannbrücken
1 1 Druckschraube
1 Einspannvorrichtung 2 Spannarm
1
für Basisteil 3 Aluminiumgehäuse 2
2 Pneumatikzylinder 4 Spannwelle
3 Brücke 5 Lasche 3
4 Spannobjekt 6 geführter Stangenkopf
10
5 Basisteil 7 Buchse
6 Brückenführung 8 Pneumatikzylinder
2 4 4
9 Kolbenstange
4
10 Scheibe
3 5 5
6
9
7
5 4
2 8

6
Im Automobilbau werden Drehmomente am Spannarm im Bereich von 20 bis
400 (500) Nm benötigt. Deshalb werden die Kniehebelspanner oft auch als
Kraftspanner bezeichnet. Das Gehäuse soll möglichst viele mechanische
Schnittstellen aufweisen, um eine Montageanbindung bei Bedarf an 4 Seiten
In der Automobilindustrie haben die Kniehebelspanner besondere Bedeutung realisieren zu können (seitlich, stirnseitig). Es gibt auch Spanner mit integrierter
3.10 erlangt. Mit ihnen werden Bleche, Blechprofile oder großvolumige Körper wie Ventiltechnik (am Zylinderboden angebaut) und solche mit integrierter Abfrage
Spanner im Sitzteile, Achs- und Rahmenbleche vorrübergehend gespannt. Die typische des Betriebszustandes über induktive Sensoren. Bauformunterschiede zeigen
Karosseriebau Bauform eines solchen Spanners zeigt das Bild 3-42. Die gute Zugänglichkeit bei sich in der Gestaltung des Spannarmes. Man kann 4 Bauformen unterscheiden:
großflächigen Karosserieteilen ist ein entscheidender Vorteil. Sie arbeiten
schnell und zuverlässig und benötigen über lange Einsatzzeiträume keine • Spannarm mit offenem Kopf,
Wartung. Der Öffnungswinkel der Spannarme ist groß und die Baubreite soll • Spannarm mit geschlossenem Kopf,
möglichst schmal sein. Deshalb werden oft Flachform-Ovalzylinder als • Spannarm einseitig angeschlossen und
Krafterzeuger verwendet. Beim Öffnen ist die Endlage gedämpft. Die hochbela- • Doppelspannarme.
stete Spannwelle läuft in Gleitlagern, aber es werden auch Nadellager einge-
setzt. Der Spanner soll mindestens 5 Millionen Hübe aushalten. Diese Ausführungen werden in Bild 3-43 skizziert. Ein offener Kopf ist im
Kniehebel verschmutzungsanfällig (Schweißspritzer), beim geschlossenen Kopf
wird das vermieden. Das Gehäuse bietet durch Kapselung einen sicheren Schutz.
Deshalb setzen sich die Spanner mit geschlossener Bauweise im Maschinen-
und Automobilbau immer mehr durch. Ein einseitig angesetzter Spannarm läßt
sich besser demontieren. Es wird aber eine Rechts- und Linksarmausführung
gebraucht. Doppelarme fungieren als Großgreifer.

70 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 71
Bild 3-43: Bei einigen Spannern kann man sogar die Kinematik durch Hinzunahme von
Spannarmausführungen
Ergänzungsteilen verändern. Damit läßt sich die Bewegungsbahn der Spann-
a) offener Kopf, Öffnungswin- klaue verändern, so daß auch das Eintauchen in Blechprofile auf kleinem Raum
kel 40°, 90° 135°, 180° möglich ist. Auch Anlageelemente lassen sich beim Schließen stützend an die
b) einseitiger Spannarm
c) geschlossener Kopf,
Werkstückkontur heranbringen. Das Bild 3-45 zeigt dazu Beispiele. Man sieht,
135° Öffnungswinkel daß für den Anbau der Zusatzteile ein Bohrungsfeld am Spannergehäuse vor-
d) Doppelspannarm bereitet ist. Solche Spanner werden schon seit 40 Jahren in der amerikanischen
Automobilindustrie eingesetzt. Der Erfinder L. Blatt hat den Spanner so be-
rechnet, daß das System schon im Winkel von 12° bis 2° vor dem Totpunkt
selbsthemmend ist. Selbsthemmung bedeutet immer, daß auch bei Druckabfall
das Werkstück noch sicher fixiert wird.
a b
Bild 3-45:
Anwendungsbeispiele für
standardisierte
Blechteilespanner auf der
Basis eines Kniehebelsystems
(ISI-NORGREN)

c d

Die Spannarme können mit Druckschrauben, Druckleisten oder der Werkstück-


gestalt angepaßten Formdruckstücken ausgestattet werden, wie die Beispiele in
Bild 3-44 zeigen. Die Anschlußstelle der Arme kann als Vierkant, Sechskant oder
Achtkant ausgebildet sein.

Bild 3-44:
Einige Spannarmformen
1
1 Kontur einer Arbeits- 2 3
maschine
2 Blechteil
3 Spannbacke
Eine besondere Problematik stellt bei den Kniehebelspannern die genaue
4 Kniehebelspanner Einstellung des Druckpunktes dar. Im Totpunkt strebt die entstehende Kraft
5 Druckschraube bekanntlich gegen Unendlich. Wird das Getriebe über den Totpunkt hinaus
6 Spannarm mit Acht-
kantanschluß
bewegt, entsteht Selbsthemmung. Man spricht dann auch von einer „Übertot-
4
punktverriegelung“. Oft wird der Weg bei 8° vor dem Totpunkt beendet. Bei
5
Übertotpunktlagen kann auch passieren, daß die Kraft des Arbeitszylinders für
6 den Rückhub nicht mehr ausreicht. Wie kann nun der Druckpunkt passend zur
Werkstückdicke genau eingestellt werden?
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

• Nach der Montageanbindung des Spanners werden am Druckstück


Abstimmplatten zur Höhenkorrektur untergelegt. Es gibt diese Platten
von 4 bis 6 mm Dicke mit 0,2 mm Stufung,

72 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 73
• Es gibt Spanner, deren Gehäuse derart schräg geteilt ist, daß der obere Teil Ein interessanter Spanner, der auch als Greifer benutzt werden kann, wird in Bild
über die Schräge vertikal im Feinbereich verstellt werden kann. Dadurch 3-47 gezeigt. Er erinnert an die „Teufelskralle“, ein Scherengreifer für das
kommt es zur Höhenanpassung. Anfassen von Hölzern, der schon im 19. Jahrhundert in Gebrauch war. Das
• Begrenzung der entstehenden Spannkraft in Totpunktnähe durch mechanische Arbeitsprinzip ist gut erkennbar. Beim Schließen der Greifarme wirkt die
(patentierte) Raffinessen am Spannkopf, z.B. eine geringe Aushöhlung in der Innenseite als Kurve, auf der eine Rolle läuft, wobei die Enden der „Spannkurve“
Führungsnut für die Laufrolle. Dabei verlagert sich die Spannstange etwas zur für große Kraft sorgen. Beim Öffnen treibt die Rolle die Spannarme dagegen aus-
Seite und mindert die hohe Endkraft in der Strecklage. einander. Da sich jetzt der Wirkpunkt der Rolle nahe an der Drehachse der Arme
• Begrenzung des entstehenden Drehmoments durch federnde (elastomere) befindet, ergibt sich ein großer Öffnungswinkel. Man kann zwischen 60°, 90°
Zwischenglieder. Das kann z.B. ein Gummi-Torsionselement sein, wie es und 150° wählen. Die eigenartige Form der Arme ist funktionsbedingt. Es gibt
bereits in Bild 2-15 gezeigt wurde. dazu auch ein großes Sortiment verschiedener Spannarme und auch austausch-
bare Backen, die pendelnd befestigt sind. Bei plötzlichem Ausfall der Druckluft
Oft muß im Karosseriebau durch Löcher und andere Öffnungen, die großflächig hält der Greifer das Werkstück weiterhin fest.
verteilt sein können, hindurchgespannt werden. Dafür sind die Spannelemente
entsprechend angepaßt. Das Bild 3-46 zeigt die Spannklauen, der als Unter- Bild 3-47:
Spann- bzw. Greifsystem
spanner bezeichneten Einrichtungen. Die Spanndornaufnahmen haben Durch-
für Bleche (BTM)
messer von 18 bis 40 mm, die Hübe liegen bei 25 bis 100 mm und die zu klem-
menden Bleche dürfen bis 2,5 mm dick sein. Spanner mit Zentrierdorn erfüllen 1 Spannbacke
2 Spannarm
die Funktionen Ausrichten des Spannobjekts (Zentrieren) und Festhalten in
3 Blechteil
dieser Position.
Bei Zug- und Schwenkhakensystemen werden die Haken beim Öffnen voll- 1
ständig in den Zentrierdorn eingezogen.

Bild 3-46:
Unterspannsysteme
für Blechformteile
±5°
D1
a) mit Zentrierdorn und Zug- offen
haken, D1 = 20 bis 40 mm
b) mit Zentrierdorn
und Schwenkhaken
c) mit eintauchendem
Schwenkhaken,
D2 = 40 mm
gespannt

3
a b

D2

74 3 Spannmittelausführung 3 Spannmittelausführung 75
Die Steuerung eines Spannzylinders ist im Prinzip einfach und mit einem Bild 4-2:
Spannzylinder mit Klemmung
4 5/2-Wegeventil realisierbar. Drosselrückschlagventile sind gewöhnlich extern der Kolbenstange
Pneumatischer Teil anzuordnen und zwar so dicht wie möglich am Zylinder. Die Steuerung wird kom-
einer Spann- plizierter, wenn der Spannvorgang Teil eines komplexen Funktionsablaufs ist.
vorrichtung Dann sind Öffnen und Schließen der Spannbacken nur ein Ablaufschritt in einer
Taktkette. Dazu muß dann neben dem Automatikbetrieb für Funktionskontrollen
auch eine Handsteuerung des Spanners möglich sein.
4.1
Steuerung von In Bild 4-1 ist die Steuerung von einfachwirkenden Spannzylindern zu sehen.
Spannzylindern Die Rückstellung der Spannkolben geschieht hier durch Federkraft.

Bild 4-1:
Funktionsschaltplan zur
pneumatischen Spannung
mit mehreren Motoren

Typische Kolbendurchmesser sind 63 und 100 mm. Nicht mit dargestellt sind die
Manometer, an denen sich der Netz- und Sekundärdruck (Hochdruckseite) able-
sen läßt.

Bild 4-3
Krafterhöhung durch
Druckübersetzung

a) Spannzylinder mit Druck-


übersetzer Luft/Öl
b) Druckübersetzer Luft/Luft

Wird eine Klemmung der Kolbenstange zur Sicherung der Spannkraft vorgese-
hen, dann kann die Steuerung wie in Bild 4-2 gezeigt erfolgen. Für die
Klemmung kann eine pneumatische Feststelleinheit eingesetzt werden. Diese
gibt es einfach- oder doppeltwirkend.

Bezieht der Spannzylinder seine Kraft aus einem Druckübersetzer, dann kann er
nach dem Funktionsschaltplan gemäß Bild 4-3 angeschlossen werden. Es han- b
delt sich hier um ein pneumohydraulisches System.
Außerdem können am Spannzylinder induktive Sensoren angebracht werden, die
In Bild 4-3b wird der Funktionsschaltplan eines Druckboosters gezeigt, der im kontaktlos ein elektrisches Signal liefern, wenn der Kolben des Zylinders eine
System Luft-Luft als Doppelkolbendruckübersetzer arbeitet. Die Versorgung der bestimmte Stellung erreicht hat. Das Signal wird durch einen Dauermagneten
Antriebskolben mit Druckluft geschieht über ein pneumatisch betätigtes Wege- ausgelöst, der auf dem Kolben des Zylinders befestigt ist. Das Magnetfeld durch-
ventil. Bei Erreichen der Hubendstellungen erfolgt jeweils ein Umsteuern der dringt die Zylinderwand. An Arbeitsplätzen mit starken Magnetfeldern, wie z.B.
Kolbenbewegung. So entsteht die erforderliche Oszillatorfunktion. bei Widerstandsschweißmaschinen, ist die Funktion solcher Sensoren mitunter

76 4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung 4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung 77


nicht gesichert. Es gibt aber spezielle Sensorschaltungen, die feststellen, ob der In Bild 4-6 werden die Bestimmelemente gezeigt, die mit integrierten Luftdüsen
Schalter durch ein magnetisches Gleichfeld (Schaltmagnet) oder durch ein mag- ausgestattet sind. Als pneumoelektrisches Sensorsystem gestaltet, kann damit
netisches Wechselfeld, z.B. eine thyristorgesteuerte Schweißanlage, beeinflußt die richtige An- und Auflage des Werkstücks kontrolliert werden. Jedes Bestimm-
wird. Es ist also zu überlegen, ob man magnetfeldfeste (schweißfeste) induktive element muß allerdings verschlaucht und das abgegebene Signal gewandelt und
Sensoren auswählen sollte. Das Bild 4-4 zeigt eine Schaltung für einen Reed- ausgewertet werden. Reflexdüsen erkennen Abstände von ≥ 0,1 mm. Der Schalt-
Schalter, bei der der Schaltzustand (Betriebszustand des Spanners) angezeigt abstand wird bei den pneumoelektrischen Sensoren durch folgende Größen
wird. Die Leuchtdioden übernehmen außerdem mit dem Vorwiderstand R bestimmt:
zugleich die Funktion einer Schutzbeschaltung.
• Düsendurchmesser,
Bild 4-4: • Drosseldurchmesser,
Prinzipschaltbild eines
Reed-Näherungsschalters
• Schaltdruck des Schwellwertschalters und
mit Leuchtdiodenanzeige, Last • Oberflächenbeschaffenheit der Kontaktflächen des Werkstücks.
eingesetzt als Zylinder-
schalter (Endlagenabfrage) Bild 4-6:
R 0V Bestimmelemente mit
pneumatischer An- bzw.
Auflagekontrolle 1

1 Werkstück
2
2 Bestimmelement für senk-
rechte Bestimmflächen
3 Prüfdüse
24 V DC 4 Vorrichtungsgrundplatte
5 Druckluftanschluß
3

4
In der automatiserten Fertigung werden die zu spannenden Werkstücke automa-
5
4.2 tisch in die Vorrichtung gebracht. Vor dem Spannen muß geprüft werden, ob das
Lagekontrolle Werkstück an den Bestimmflächen richtig anliegt. Das kann u.a. mit pneumati-
mit Prüfdüsen schen Prüfdüsen erfolgen. Das Bild 4-5 zeigt den Funktionsschaltplan des
Spanners. Die Zustände der Düsen D1 bis D7 werden in einer logischen Schal-
tung ausgewertet. Die Prüfdüsen kontrollieren die horizontale Ebene auf der
Spannschieberseite (D1, D2, D3), die horizontale Ebene auf der Spannbockseite Beim vollautomatischen Betrieb von Spanneinrichtungen, z.B. für eine
(D4, D5) und die vertikale Ebene auf der Spannbockseite (D6, D7). Fräsbearbeitung, kann ein beachtlicher Aufwand für die Signalgewinnung
und -verarbeitung auftreten. Die Ablaufschritte sind:
Bild 4-5:
Funktionsschaltplan für
E1 D6
– Werkstückspanneinrichtung frei?
eine automatische
Werkstückspanneinrichtung – Werkstück einlegen,
D7 – Werkstück eingelegt? Richtige Lage erreicht?
E1 Kontrolle Spann- – Werkstück positionieren und spannen,
zylinderhub E2
E2 Druckschalter – Liegt Werkstück an vertikalen Bestimmflächen an?
Di Prüfdüsen – Liegt Werkstück an horizontalen Bestimmflächen an?
– Liegt der erforderliche Spanndruck an?
– Werkstück wird bearbeitet
D1 D2 D3
– Ist Bearbeitung beendet?
– Spannschieber öffnen,
– Spannschieber geöffnet?
– Werkstück entnehmen.
D4 D5

78 4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung 4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung 79


Bei der Verneinung einer Frage ist der Ablauf unterbrochen und es wird eine Spannmittel werden niemals selbstständig genutzt. Sie sind immer Bestandteil
Störung angezeigt. Schon bei dieser vergleichsweise einfachen Spannaufgabe 5 eines ganz bestimmten Arbeitsplatzes. Damit sind sie in das System Werkstück-
sind etliche Signale logisch zu verarbeiten. Entwurf und Auswahl Werkzeug-Arbeitsmaschine eingebunden. Eine Bewertung von Lösungen muß
von Spannmitteln deshalb stets von den vielfältigen Anforderungen und Randbedingungen ausge-
hen, die den Einsatzort des Spannmittels charakterisieren.
Zum Schluß soll noch das Spannen mit Vakuum betrachtet werden. Als Beispiel
4.3 wird ein Spanntisch gewählt, der z.B. Werkstücke aufnimmt, die dann von Hand 5.1 Jede Spannaufgabe ist anders und muß deshalb neu durchdacht werden.
Steuerung eines bearbeitet werden. Meistens ist die Tischplatte noch in allen drei Raumachsen Entwurfsschritte Rezepte sind deshalb nicht angebracht. Man kann aber die Vorgehensweise grob
Vakuum-Spanntisches neigbar, damit der Werker eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung einnehmen beschreiben. Folgende Schritte müssen durchlaufen werden:
kann. Auch eine pneumatische Hubachse kann vorhanden und nützlich sein.
Eine mögliche Variante für die Steuerung wird in Bild 4-7 gezeigt. Jeder • Definition der Aufgabe
Scheibensauger ist hier über ein Strömungsventil angeschlossen. Beim Auf- - Spannaufgabe aus der technologischen Operationsfolge herauslösen,
setzen des Werkstücks schaltet sich das Saugerfeld selbsttätig ein. Bei nicht - Definition des Spannobjekts,
belegten Saugern schaltet das Strömungsventil den jeweiligen Volumenstrom - Genauigkeitskriterien festlegen,
ab. Das ist nicht nur eine Vereinfachung der Handhabung, sondern dient auch - Sicherheitskriterien festlegen,
zur Sicherung des Vakuumkreises. Für das Abnehmen genügt ein Druckluftstoß.
Es kann aber auch günstig sein, wenn das Werkstück zunächst aufgelegt, dann • Festlegung spanngeometrischer Details
sorgfältig ausgerichtet und zuletzt per Handschalter gespannt wird. - Bestimmebenen unter technologischen Aspekten festlegen,
- Bezugs- und Auflagepunkte definieren,
Bild 4-7: - eventuell notwendige Stützpunkte definieren,
Vakuum-Spanntisch

1 Werkstück • Untersuchung der Kraftverhältnisse


2 Sauger 1 - Berechnung oder Abschätzung der Bearbeitungs- (Schnitt-)Kräfte und
3 Spanntisch-Gestell Momente
4 Strömungsventil
5 Vakuumsteuerventil, pneu- - Ableitung der notwendigen Haltekraft,
matisch vorgesteuert 2 - Reibungskoeffizienten ermitteln,
6 Abblasventil - Bestimmung der Spannkraft,
3 - Prüfen der vorhandenen und ertragbaren Flächenpressungen,

4
• Auswahl der Funktionseinheiten
- Bestimm- und Positionierelemente,
5 - Spanneinheit,
- Stützmodule,
- Überwachungs-, Sensor- und Steuermodule bzw. -baugruppen
- Träger- bzw. Basisbaugruppen,
6 - Reinigungszubehör, wie z.B. Spüldüsen,

• Kombination zur Gesamtlösung


- Gesamtaufbau,
Vakuum
- Vergleich mit dem Anforderungsprofil (funktionell, geometrisch, sicherheits-
technisch, mechanisch bezüglich Überlastung, wirtschaftlich),
- Kontrolle auf Kollisionsfreiheit.

Beim Projektieren spielt die Kollisionsanalyse eine wichtige Rolle, besonders bei
flexiblen Einrichtungen, die für mehrere Werkstücke genutzt werden. Dann erge-
ben sich verschiedene Spannbackenstellungen und möglicherweise werden auch
unterschiedliche Werkzeuge eingesetzt. Kollisionspartner können sein:

80 4 Pneumatischer Teil einer Spannvorrichtung 5 Entwurf und Auswahl von Spannmitteln 81


• Elemente der Spannvorrichtung untereinander, müssen beachtet werden. Deshalb müssen die Bestimm- und Spannflächen aus-
• Werkstück – Spannerbauteile, reichend groß bemessen sein.
• Spanner – Greifer (bei automatischer Beschickung) und
• Spanner – Werkzeug. 5. Welche Bewegungen müssen die Spannelemente ausführen?
Das ist die Frage nach dem Spannbereich. Er muß variabel sein, wenn verschie-
Bei komplizierten Bedingungen werden dafür auch CAD-Systeme verwendet. den große Werkstücke zu spannen sind. Er kann auch deutlich über den Werk-
stückabmessungen liegen, wenn das für das Einlegen oder Entnehmen der Teile
Das Entwurfsritual kann sich wesentlich abkürzen, wenn es um vergleichsweise gebraucht wird, z.B. um Bewegungsfreiheit für die Greifbacken einer Hand-
einfache Anwendungen geht. Bei anspruchsvollen Aufgaben im Maschinenbau habungseinrichtung zu haben. Die Spann- und Bedienwege sollen kurz sein,
kann Spannen dagegen zur Wissenschaft werden. Es kann sogar Rückwirkungen damit der Zeitbedarf klein bleibt.
auf das Werkstück geben und zwar im Sinne spanngerechter Gestaltung der
Teile. Veränderungsvorschläge können dann darin gipfeln, z.B. eigens für das 6. Welche Energieart ist vorzusehen?
Spannen Spanntaschen an Gußgehäusen, Auflageabsätze, Zentrier- und Bei langzyklischen Arbeitsprozessen ist das manuelle Spannen immer noch
Spannansätze zu schaffen. aktuell. Wird Fremdenergie vorgesehen, dann hängt es vom Spannmittel ab, ob
man pneumatisch, pneumatisch mit Kraftverstärkung, elektrisch, magnetisch
Entscheidender Punkt im Gestaltungsprozeß ist der Test auf Sicherheit oder hydraulisch spannen sollte.
gegenüber Prozeßkräften bei gleichzeitiger Gewährleistung der Genauigkeit.
7. Ist ein Sonderspannmittel erforderlich?
Das wird man nur vorsehen, wenn man mit universellen bzw. standardisierten
Viele Firmen bieten Spanner an, die man ohne konstruktive Veränderung Spannern bzw. Komponenten nicht auskommt. Es hängt auch von der Massen-
5.2 einsetzen kann. In diesen Fällen muß man prüfen, welche Ausführung die artigkeit der Spannaufgabe ab. Für die Großserie kann eine teurere spezialisierte
Auswahl von Anforderungen am besten erfüllt. Deshalb sollen die wichtigsten 10 Anforde- Spannvorrichtung wirtschaftlicher sein, weil sie optimal gestaltet werden kann.
Spannmitteln rungen aufgeführt werden: Allgemein gilt natürlich, die Spanner möglichst wenig werkstückspezifisch aus-
zulegen.
1. Wo kann das Werkstück gespannt werden?
Oft sind die zugänglichen Flächen klein oder bereits feinbearbeitet. Am besten 8. Welcher Einbauraum ist vorhanden?
ist, wenn man die verbotenen Zonen auf der Zeichnung einträgt. Zu beachten ist Hier geht es um die kollisionsfreie Montage am Arbeitsplatz bzw. einer
die Realisierung anforderungsgerechter Lagebeziehungen der am Werkstück zu Arbeitsmaschine. Es kann passieren, daß bei Platzmangel Mehrfachspanner gar
bearbeitenden Flächen gegenüber den unbearbeitet bleibenden Flächen und nicht eingesetzt werden können. Die Störkontur des Spanners darf die Werk-
gegenüber dem Maschinenkoordinatensystem. zeugbewegungen nicht einschränken und muß auch die automatische
Beschickung, z.B. durch Industrieroboter, ermöglichen.
2. Wie kann man das Teil spannen?
Ausschlaggebend ist hier die Geometrie des Teils. Zu klären sind, wo das Teil in 9. Werden die Genauigkeitsanforderungen erfüllt?
der Vorrichtung auf- und anliegen kann und wie die wirkenden Kräfte in die Damit ein Teil wie das andere wird, sind Genauigkeiten einzuhalten (Wieder-
Maschine abgeleitet werden. Die Spannstellen sind auf ein Minimum zu be- holgenauigkeit). Hier kann das zentrierende Spannen eine Rolle spielen, aber
grenzen. Den Formelementen, die zur Lagebestimmung für Folgeaufspannungen auch der leichte Austausch von Verschleißteilen, die sich auf die Genauigkeit
geeignet sind, müssen die erforderlichen Qualitätsparameter zugeordnet auswirken. Dazu gehört auch das leichte Reinigen der Vorrichtung. Die Steife der
werden. Vorrichtung ist besonders zu beachten.

3. Welche Spannkraft wird benötigt? 10. Ist an eine Automatisierung des Spannvorganges gedacht?
Sie muß groß genug sein, um das Werkstück in jeder Situation sicher zu halten. Das muß unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen wer-
Die Bearbeitungskraft soll nicht gegen die Spannkraft wirken, sondern gegen den. In der Regel steigt der Sensoraufwand, was wiederum den Informations-
feststehende Teile der Vorrichtung. Der Kraftbedarf soll möglichst klein sein. verarbeitungsumfang ausweitet. Eine Automatisierung ist sinnvoll, wenn der
Werkstückwechsel unmittelbar den Stillstand der Arbeitsmaschine bedingt. Auch
4. Hält das Werkstück die Spannkraft aus? die Spannkraft ist in die selbsttätige Überwachung einzubeziehen.
Man kann nicht jedes Werkstück bedenkenlos mit Spannkraft beaufschlagen. Es
können sich Spannmarken eindrücken und Verformungen ergeben. Beides ist Für den Anwender von Industriepneumatik ist außerdem wichtig, die Kom-
meistens nicht zulässig. Die Spannkräfte dürfen auch nicht zum Verspannen des ponenten möglichst nur von einem Lieferanten zu beziehen, weil dadurch
Werkstücks führen. Werkstückfestigkeit und zuträgliche Flächenpressung Service, Schulung und Ersatzteilhaltung einfacher werden.

82 5 Entwurf und Auswahl von Spannmitteln 5 Entwurf und Auswahl von Spannmitteln 83
Kraftbetätigtes Festhalten geschieht mit Spannmitteln, die man als miniaturi- Der Druck gelangt auf ein Zweidruckventil mit UND-Funktion. Es öffnet nur dann,
6 sierte Pressen betrachten kann. Es lauern Quetschgefahren beim Schließen der wenn an beiden Eingängen Druck ansteht.
Sicherheit an Spannelemente und auch beim manuellen Einlegen von Teilen. Solange sich
Spannmitteln Hände im Gefahrenbereich befinden, darf die Spannenergie nicht versehentlich, Bild 6-1:
Funktionsschaltplan für
z.B. über einen Fußschalter, zuschaltbar sein. Zur Erleichterung des Einlegens einen Zweihand-Steuerblock
können Griffmulden günstig sein, die in der Vorrichtung Handfreiheit gewährlei- A
sten. Scharfe Kanten müssen an der Vorrichtung gebrochen sein. Damit die 1 Wechselventil (ODER)
2 Zweihand-Steuerblock
Finger nicht zwischen Werkstück und Spannbacke geraten können, sollte im 3 Zweidruckventil 1
geöffneten Zustand der Spalt nicht größer als 8 mm sein (Fingerspitze). 4 Einschaltventil

2
Zur Spannsicherheit wurde bereits einiges gesagt. Unter keinen Umständen darf
während der Bearbeitung die Spannkraft ausfallen. Werkstücke könnten dann
unkontrolliert herausgeschleudert werden. Deshalb sind Druck- und Spann-
wegüberwachungen von Vorteil. Bei Spanndruckabfall um mehr als 20% muß
sich die Bearbeitungsmaschine selbst abschalten.

Alle an Spannmitteln verwendeten Zwischengetriebe zur Kraft- und Bewegungs-


wandlung sind derart abzudecken, daß keine Quetsch- und Schergefahrenstellen
übrig bleiben.
3
Der Auf- und Abbau von Spannvorrichtungen muß sich gefahrlos ausführen 4
P1 P2
lassen. Gegebenenfalls müssen z.B. Ösenschrauben zum Anhängen vorgesehen
werden. Bis zu Gewichtskräften von maximal 20 kg ist das manuelle Auf- und
Abspannen zulässig. Die Spannvorrichtungen sind oft schwerer als die zu span-
nenden Werkstücke. Für diese gilt beim manuellen Auflegen der Teile ebenfalls
die genannte Grenze. Wird sie überschritten, dann sind Hebezeuge am Spann-
platz vorzusehen. Ein interessanter Beitrag zur Arbeitssicherheit ist der in Bild 6-2 dargestellte
Kniehebelspanner. Er entwickelt erst wenige Millimeter vor Hubende (die letzten
Die Hauptgefahren bei kraftbetriebenen Arbeitsmitteln, die mit mechanischer, 5° der Spannarmbewegung) die volle Spannkraft. Trifft die Spannklaue vorher
pneumatischer, elektrischer und hydraulischer Energie betrieben werden, sind auf ein Hindernis, öffnet sich ein Überdruckventil und der Spannarm hält an. Die
gefahrbringende Bewegungen. Wirkung des Ventils, welches in den Kolben eingebaut ist, wird erst am Hubende
aufgehoben. Der Abströmkanal in der Kolbenstange wird dann verschlossen.
Wichtig ist außerdem, Leitungen, Schläuche und Ventile so zu wählen, daß sie Die Gesamtbewegung ist somit in den ungefährlichen Eil- und den eigentlichen
den anstehenden Drücken und Druckschwankungen standhalten. Wegen der Krafthub geteilt. Die Dämpfung der Bewegung wird bei etwa 30 mm vor dem
Gefahr einer vorzeitigen Alterung und leichten Verletzbarkeit dürfen Schläuche eigentlichen Spannen eingeleitet.
möglichst keiner Hitzeeinwirkung ausgesetzt werden. Sie müssen so verlegt
werden, daß sie durch herabfallende Teile oder unzulässige Biegung, Stauchung
oder Torsion nicht beansprucht werden.

Lassen sich Verletzungsgefahren für die Hände des Bedienenden während des
Spannvorganges nicht ausschließen, dann ist ein Zweihand-Steuergerät vorzu-
sehen. Beide Hände sind dabei an Taster gebunden. Beide Taster müssen inner-
halb von 0,2 bis 0,5 Sekunden gleichzeitig gedrückt werden bis das Ende des
Spannvorganges optisch signalisiert wird. Allerdings wird dadurch eine eventuell
zweite anwesende Person nicht geschützt. Es sind also trotzdem noch
Verhaltensregeln gemäß gültiger Unfallverhütungsvorschriften erforderlich. In
Bild 6-1 wird die Steuerlogik für einen pneumatischen Zweihand-Steuerblock
gezeigt. Ein am Ausgang A angeschlossener Druckluftzylinder bekommt nur
Druck, wenn beide Eingänge P1 und P2 gleichzeitig beaufschlagt werden.

84 6 Sicherheit an Spannmitteln 6 Sicherheit an Spannmitteln 85


Bild 6-2: In diesem Buch wurden viele Möglichkeiten gezeigt, wie man Spannstellen unter
Kniehebelspanner mit
integrierter Sicherheits-
7 Nutzung pneumatischer Energie aufbauen kann. Deshalb sollen die dafür nutz-
funktion (Tünkers) 1 Kleine Komponenten- baren Komponenten nochmals in einer Zusammenfassung aufgeführt werden.
übersicht Sie sind handelsüblich und erlauben den schnellen und sicheren Aufbau von
1 Spannklaue 2 Spannvorrichtungen.
2 Spannbock
3 Rückschlag-
(Überdruck-)Ventil Krafterzeuger auf Druckluftbasis
- Pneumatikzylinder, einfach- oder doppeltwirkend,
- Arbeitszylinder mit integrierter Pendelaufhängung,
- Tandemzylinder,
- Balgzylinder, Druckkissen und -leisten,
- Schwenkflügelmotoren,
- Schwenkspanner mit Hub-Dreh-Ablauf,
- Kniehebelspanner und andere Kraftspannzylinder,
- Membranzylinder und pneumatische Muskeln,
3 - Spannmodule und
- Druckluftmotoren.

Die Auflistung von Komponenten sagt natürlich noch nichts über mögliche
Kombinationen aus. Wie das Bild 7-1 zeigt lassen sich z.B. Tandemzylinder hin-
tereinanderreihen, womit sich die Schubkraft vervielfacht. Das ist eine Alter-
native zum Vergrößern des Kolbendurchmessers. Damit hat der Konstrukteur die
Wahl, seinen Spannantrieb entweder „breit und kurz“ oder „schmal und lang“
auszubilden. Da verschiedene Kolbendurchmesser zur Auswahl stehen, ergeben
sich natürlich auch viele Zwischenlösungen. Die Gesamtkraft wird übrigens von
einer gemeinsamen Kolbenstange übertragen. Die Zylinderdeckel sind mit ver-
stärkter Lagerung ausgeführt, um höhere Querkräfte aufnehmen zu können. Bei
hoher Belastung durch die Umgebung kann man auch Zylinder mit warmfesten
Dichtungen (bis 150 °C) und/oder korrosions- und säurebeständiger Kolben-
stange bestellen.

Bild 7-1:
Zylinderkombination zur
Erhöhung der Kolbenstangen-
kraft (Festo).
Durchmesserbereiche:
25, 40, 63 und 100 mm

86 6 Sicherheit an Spannmitteln 7 Kleine Komponentenübersicht 87


Krafterzeuger auf Saugluftbasis Wie man eine Spannzange zum pneumatischen Hochkraftspanner machen kann,
- Vakuum-Rasterspannplatten mit Dichtschnurabgrenzung, wird in Bild 7-2 gezeigt. Das Wirkprinzip wurde bereits in Bild 2-8c vorgestellt.
- Scheibensauger-Arbeitsplatten, Die Spannhülse wird über eine Kugel-Keil-Kombination beim Spannen nach oben
- Vakuum-Rundspannplatten, geschoben. Der Rückhub des Pneumatikkolbens wird von Druckfedern besorgt.
- Sintermetall-Vakuumspannplatten und Bei sparsamen Druckluftverbrauch werden hohe Spannkräfte erreicht. Man
- Saugschlitz-Spannplatten. kommt mit 6 bar Eingangsdruck auf Spannkräfte bis 70 kN.

Zubehör Bild 7-2: Zangenspannstock


(Festo)
- Befestigungselemente,
- Ausgleichskupplungen, 1 Druckluftanschluß 3
- Schlauch- und Rohrmaterial mit Verbindungselementen, 2 Kugel
3 Überwurfmutter
- Kolbenstangen-Klemmeinrichtungen, 4 Spannzange 4
- Druckübersetzer, 5 Kolben
- Vakuumspeicher, 6 Rückstellfeder

- Dichtschnüre, -matten und Dichtfolien sowie


5
- Druckluft- und Sauglufterzeuger.
1
Meßeinrichtungen und Sensorik 2
- Manometer, 6
- Näherungssensoren, Zylinderschalter,
- Vakuum- und Druckschalter,
- Prüfdüsen sowie
- Leuchtdiodenanzeigen.

Steuerelemente
- Wegeventile und Betätigungselemente,
- Vakuum-Strömungsventile, Zu guter Letzt: Beim Aufbau von Spanneinrichtungen ist immer ein hoher Anteil
- Druckregler, an erprobten beziehbaren Komponenten anzustreben. Das erhöht den Stan-
- Rückschlag- und Drosselrückschlagventile, dardisierungsgrad und die Zuverlässigkeit des Spanners und wandelt den Ent-
- Zweihand-Steuerblöcke, wurf zur Projektierungsaufgabe anstelle des aufwendigeren Konstruierens.
- Einschaltventile sowie
- logische Steuerglieder (UND-, ODER-Funktion).

Basiselemente aus dem Vorrichtungsbau


- Führungselemente,
- Spannturm-Komponenten,
- Federn und Systemfedereinheiten,
- Grund- und Aufspannplatten (glatt, Bohrungs-, Nutraster),
- Spannbacken und Spannbackenauflagen,
- Stützelemente und Hilfsauflagen,
- Anlageleisten, Werkstückanschläge,
- Spannprismenpaare,
- Spindeln,
- Spannexzenter-Profilstangen,
- Hilfsmaterial aus Vorrichtungsbaukästen sowie
- Spannzangen, z.B. nach DIN 6343.

88 7 Kleine Komponentenübersicht 7 Kleine Komponentenübersicht 89


Leiseder, L.M.: Pneumatische Spanntechnik, verlag moderne industrie, A Abstützelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Literatur Landsberg 1989 Sachwortverzeichnis Aktionskraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Andruckapparat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Deppert, W.; Stoll, K.: Pneumatische Steuerungen, 10. Aufl., Vogel Verlag, Auflagekontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Würzburg 1994 Aufnahmebolzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Ausgleichsspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Krahn, H.; Nörthemann, K.-H.; Stenger, L.; Hesse, S.: Konstruktionselemente – Außenspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Beispielsammlung für den Vorrichtungs- und Maschinenbau, 2. Aufl. Vogel
Verlag, Würzburg 1994 B Backenspannvorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Bearbeitungskraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Krahn, H.; Nörthemann, K.-H.; Eh, D.; Hesse, S.: Konstruktionselemente 3 – Bestimmbolzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Beispielsammlung für Montage- und Zuführtechnik, Vogel Verlag, Bestimmebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Würzburg 1999 Bestimmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Bestimmfläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Trummer, A.; Wiebach, H.: Vorrichtungen der Produktionstechnik, Vieweg Verlag, Bestimmleiste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Wiesbaden 1994 Blechspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Blechteilspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

D Deformation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Doppelarm-Schwenkspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Doppelkolbendruckübersetzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Druckbolzenspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Druckbooster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Druckerhöher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Druckluftkissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Druckluftmotor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Druckregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Druckrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Druckübersetzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36, 77
Druckübertragungsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

E Einschraubzylinder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Einzweckvorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Endlagenabfrage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78

F Feststelleinheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Flächenkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Flächenpressung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Formteilspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70

G Gummi-Lochgreifer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Gummi-Metall-Element . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Gummi-Noppen-Membran . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Gummi-Spannkörper . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Gummimembran . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57

90 Literatur Sachwortverzeichnis 91
H Haftkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22, 66
27, 64 .....................................
Haftreibungskoeffizient . . . . L . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Lagekontrolle
28 Blue Digest on Automation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Haltebremse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Lamellenmotor
33 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Haltekraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Lösekraft
27 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Handhabungsfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Luft-Luft-Übersetzer
10 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Hebelspanner . . . . . . . . . . . . . . .....................................
23, 36, 43, 57 M . . . . . . . . . . . . . . . .Maschinenschraubstock
Hochkraftspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
89 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Mehrschichtspannen
Die technische Paperback- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
I Innenspanner . . . . . . . . . . . . . . Reihe von Festo vermittelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Mehrstückspannung
Fachwissen aktuell, über-
64 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
sichtlich, prägnant, kurz
Innenspannung . . . . . . . . . . . . und bündig !
. . . . . . . . . . . . . . . . . . .Mehrzweckvorrichtung
56 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
„Blue Digest on Automation“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Membranspannsystem
K Keilgetriebe . . . . . . . . . . . . . . . . publiziert in komprimierter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
34 Form Spezialwissen aus dem . . . . . . . . . . . . . . . . . .Metallmembranspanner
Feld der Automatisierungs-
Keilspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
technik: als Kompendium vor-
30 handener Fachtitel oder
. . . . . . . . . . . . . . . . . .Muskel, pneumatischer
Keilstückspannung . . . . . . . . . trendorientiert mit Basis- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
53 wissen aus der Entwicklung .....................................
Klemmkraftkolben . . . . . . . . . neuer, innovativer Zweige, N . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Niederzugspanner
33 beispielsweise im pneumati- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
schen Handling.
Kniehebelgetriebe . . . . . . . . . .....................................
34 Dr. Stefan Hesse
P . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Plattendruckeinheit
Kniehebelspanner . . . . . . . . . . „Lexikon der Greifertechnik“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
39, 44, 70 120 Seiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Plattenspanner
Kolbenkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . Bestell-Nr. 053 202 D . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
27 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Positionieren
Dr. Stefan Hesse
Kollisionsanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
„Greiferanwendungen“
81 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Prüfdüse
116 Seiten
Kontaktverformung . . . . . . . . . Bestell-Nr. 053 312 D . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
42 .....................................
Kraftbalance . . . . . . . . . . . . . . .
22
Kraftfluß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
69
Krafthub . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
85
Kraftspanner . . . . . . . . . . . . . . .
71 Festo AG & Co.
Kraftverstärkung . . . . . . . . . . .
34 Postfach
Kraftverteilung . . . . . . . . . . . . . D-73726 Esslingen
Tel. 0711/347-0
Fax 0711/347-2155
92 Sachwortverzeichnis www.festo.com 93
R Rahmenspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Rasterspannplatte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Blue Digest on Automation
Reaktionskraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Reed-Näherungsschalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Referenzpunkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Reflexdüsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Reibungskoeffizient . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28, 44
Reibungskraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Rohrspanneinrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Rollendrucksegment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Rollenkulisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32, 35
Rückschlagventil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Die technische Paperback-
Rundteilspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Reihe von Festo vermittelt
Fachwissen aktuell, über-
S Saugbandförderer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 sichtlich, prägnant, kurz
Saugplatte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 und bündig !
Scheibensauger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
Schichtspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 „Blue Digest on Automation“
publiziert in komprimierter
Schlauchmotorantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Form Spezialwissen aus dem
Schlauchspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Feld der Automatisierungs-
Schubstangenspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 technik: als Kompendium vor-
Schweißteilspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 handener Fachtitel oder
Schwenkhakensystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 trendorientiert mit Basis-
Schwenkspanner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 wissen aus der Entwicklung
neuer, innovativer Zweige,
Schwertbolzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
beispielsweise in der pneu-
Seitendruckstück . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 matischen Handhabung.
Selbsthemmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30, 32
Sensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Dr. Stefan Hesse
Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 „Lexikon der Greifertechnik“
Sicherheitsfaktor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28, 63 120 Seiten
Bestell-Nr. 053 202 D
Sintermetallplatte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Sonderspannmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 Dr. Stefan Hesse
Spannarmform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 „Greiferanwendungen“
Spannart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 116 Seiten
Spannaufgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Bestell-Nr. 053 312 D
Spannbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Spannbrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
Spannen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Spannexzenter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30, 36, 54
Spannfehler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Spanngenauigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Spannkeil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Spannklaue . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43, 73
Spannklauenantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Festo AG & Co.
Spannkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Postfach
Spannkraftbegrenzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
D-73726 Esslingen
Spannkrafteinleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Tel. 0711/347-0
Spannkraftfluß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Fax 0711/347-2155
Spannkraftsicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 www.festo.com

94 Sachwortverzeichnis