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Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 1
Baugruben

Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

Inhalt Seite Seite

1 Allgemeines .......................................... 3 8 Aushub, Rückbau und Verfüllen der


Baugrube ............................................... 8
2 Grundlagen ........................................... 3
8.1 Aushub der Baugrube............................. 8
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen............... 3
8.2 Rückbau der Baugrube........................... 8
2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung .. 3
8.3 Verfüllen der Baugrube / des
2.3 Emissionen und sonstige Arbeitsraumes ........................................ 9
Beeinträchtigungen ................................ 3
8.4 Bauwerkshinterfüllung ............................ 9
2.4 Baugrund und Standsicherheit .............. 4
9 Überwachung der Bauausführung /
3 Geböschte Baugruben ........................ 4 Qualitätssicherung ............................... 9

4 Baugruben mit Verbau ........................ 4


4.1 Allgemeines ........................................... 4
4.2 Baugrubenwände ................................... 4
4.2.1 Trägerbohlwände ................................... 4
4.2.2 Stahlspundwände .................................. 4
4.2.3 Bohrpfahlwände ..................................... 5
4.2.4 Schlitzwände .......................................... 5
4.2.5 Kombination von Verbauarten ............... 5

5 Baugrubensohle / Planum .................. 5

6 Verankerung, Vernagelung und


Aussteifung .......................................... 6
6.1 Verpressanker........................................ 6
6.2 Vernagelung........................................... 6
6.3 Baugrubenaussteifung ........................... 6

7 Baugruben im Grundwasser ............... 6


7.1 Allgemeines ........................................... 6
7.2 Restwassermengen ............................... 7
7.3 Dichte Baugrubenwände ....................... 7
7.3.1 Allgemeines ........................................... 7
7.3.2 Stahlspundwände .................................. 7
7.3.3 Bohrpfahlwände ..................................... 7
7.3.4 Schlitzwände .......................................... 7
7.3.5 Dichtwände mit eingehängter
Spundwand ............................................ 7
7.4 Dichte Baugrubensohlen ....................... 7
7.4.1 Allgemeines ........................................... 7
7.4.2 Unterwasserbetonsohle ......................... 8
7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle .................. 8
7.4.4 Hochliegende Injektionssohle ................ 8

2 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

1 Allgemeines rechtzeitig vor Baubeginn eine Zustandserfassung


durchzuführen.
(1) Der Teil 2 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. (3) Vor Beginn der Baumaßnahmen werden vom
Auftraggeber Art und Umfang der Beweissicherung
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, DIN 4084, festgelegt und der Beweissicherer benannt.
DIN 4085, DIN 4123 und DIN 4124 sowie die Zu-
sätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und (4) Führt der Auftraggeber die Zustandserfassung
Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau vor Beginn der Baumaßnahmen durch, werden die
(ZTV E-StB) und die Empfehlungen des Arbeits- Ergebnisse dem Auftragnehmer mit der Leistungs-
kreises „Baugruben“ (EAB). beschreibung übergeben.
(3) Für Wasserhaltungsmaßnahmen gilt der Ab- (5) Der Auftragnehmer übernimmt unter Anerken-
schnitt 3. nung der Ergebnisse diese Zustandserfassung mit
der Maßgabe, sie während der Baumaßnahme
(4) Mit der Vorerkundung, Erkundung, Planung, fortzuschreiben.
Berechnung und Herstellung dürfen nur solche
Personen verantwortlich betraut werden, die (6) Ist der Auftragnehmer mit der Beweissicherung
gründliche Fachkenntnisse und praktische Erfah- beauftragt, hat er im Einvernehmen mit dem Auf-
rungen in der Geotechnik nachweisen können. traggeber einen unabhängigen Sachverständigen
für die Durchführung dieser Maßnahmen einzu-
(5) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachver- schalten. Vor Beginn der Baumaßnahmen sind
ständige für Geotechnik muss nachweislich fach- dem Auftraggeber Art und Umfang der Beweissi-
kundig und erfahren auf dem Gebiet der Geotech- cherung zur Zustimmung vorzulegen. Die Ergeb-
nik sein. nisse der Zustandserfassungen sind dem Auftrag-
geber zeitnah zur Anerkennung vorzulegen.
2 Grundlagen (7) Die von den Beweissicherungsmaßnahmen
Betroffenen sind vom Auftragnehmer in Abstim-
mung mit dem Auftraggeber rechtzeitig vor Durch-
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen führung zu benachrichtigen.
(1) Vor Beginn der Bauarbeiten ist die exakte La- (8) Nach Beendigung der Bauarbeiten ist eine ab-
ge der betroffenen baulichen Anlagen durch den schließende Zustandserfassung durchzuführen
Auftragnehmer zu überprüfen. und die vollständige Beweissicherung dem Auf-
(2) Bei der Herstellung und Vorhaltung der Bau- traggeber zu übergeben.
gruben dürfen keine für diese baulichen Anlagen (9) Treten durch das vom Auftragnehmer gewählte
unverträglichen Verformungen auftreten. Bauverfahren Schäden an benachbarten Bauten
(3) Die Größe der verträglichen Verformungen und oder andere schädliche Auswirkungen auf, ist der
ggf. erforderliche Sicherungsmaßnahmen sind in Auftraggeber hiervon unverzüglich zu informieren.
die Leistungsbeschreibung aufzunehmen. Der Auftragnehmer muss umgehend geeignete
Maßnahmen einleiten.
(4) Soweit Ver- und Entsorgungseinrichtungen die
Baugrubengrundrissfläche durchlaufen oder im
unmittelbaren Einflussbereich der Baugrubenwän- 2.3 Emissionen und sonstige
de und der Verankerung dieser liegen, sind vor Beeinträchtigungen
Baubeginn die notwendigen Maßnahmen (z.B.
Umverlegungen von Leitungen, Behelfsbrücken) (1) Für die Beurteilung von Erschütterungen gilt
auszuführen. DIN 4150.

(5) Art und Umfang der notwendigen Maßnahmen (2) Die Einhaltung der zulässigen Emissions-
sind in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen. grenzwerte ist durch den Auftragnehmer nachzu-
weisen. Bedingt der Bauablauf stärkere Emissio-
nen als die gesetzlichen Regelungen bzw. ein-
2.2 Beweissicherung / schlägige Normen erlauben, ist ein Emissions-
Zustandserfassung schutzkonzept vorzulegen.
(1) Die Beweissicherung gliedert sich in Zu- (3) Die Zugänglichkeit von Ver- und Entsorgungs-
standserfassungen vor Beginn, während und nach einrichtungen ist im Rahmen des Baubetriebes zu
Abschluss der Baumaßnahmen. gewährleisten.
(2) Für Gebäude und sonstige Anlagen, Ver- und (4) Die Art und der Umfang der Reinigung der
Entsorgungsleitungen sowie schützenswerte Ve- Verkehrswege sind in der Leistungsbeschreibung
getation im Einflussbereich der Baumaßnahmen ist festzulegen.

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2.4 Baugrund und Standsicherheit nahmen eine zwängungsarme Bewegung des


Bauwerks zu ermöglichen (z.B. durch Trennfolien).
(1) Durch geotechnische Untersuchungen nach
DIN 4020 sind die für die Bauaufgabe maßgeben- (4) Wird das Bauwerk ohne Arbeitsraum direkt
den Baugrundeigenschaften zu ermitteln. Die cha- gegen die Baugrubenwand betoniert, hat der Auf-
rakteristischen Werte von Bodenkenngrößen sind tragnehmer Abweichungen bei der Herstellung der
unter Berücksichtigung von DIN 1054 und Baugrubenwand zu berücksichtigen. Die daraus
DIN 4020 festzulegen. resultierenden Mehrmengen gehen zu Lasten des
Auftragnehmers.
(2) Vor Beginn der Aushubarbeiten ist die Stand-
sicherheit der geplanten Baugrube gemäß (5) Die herstellungsbedingten Abweichungen und
DIN 4124 zu belegen. Erforderliche rechnerische die sich durch die Beanspruchung bei der jeweili-
Standsicherheitsnachweise und Ausführungspläne gen Verbauart ergebenen Verformungen sind bei
sind dem Auftraggeber in prüffähiger Form vorzu- der Festlegung der lichten geometrischen Baugru-
legen. benabmessungen zu berücksichtigen.
(3) Die Prüfung erfolgt durch den Auftraggeber
oder durch einen von ihm beauftragten Prüfinge- 4.2 Baugrubenwände
nieur.
(4) In Fällen, in denen die Prüfung durch den Auf- 4.2.1 Trägerbohlwände
tragnehmer erfolgen soll, ist dies in die Leistungs-
beschreibung aufzunehmen. (1) Trägerbohlwände können vertikal oder auch
geneigt als sogenannter „liegender“ Verbau ausge-
(5) Werden die Ausführungsunterlagen in geprüf- führt werden.
ter Form gefordert, bedarf die Wahl des Prüfinge-
nieurs der Zustimmung des Auftraggebers. Die (2) Die Stahlträger sind grundsätzlich mit gleichem
Prüfkosten trägt der Auftragnehmer. Abstand einzubauen.
(3) Bei ungleichen Abständen der Träger sind be-
sondere Maßnahmen zu treffen, um ein Verdrehen
3 Geböschte Baugruben der Träger infolge unterschiedlicher Belastung der
(1) Bei der Herstellung der Böschung ist eine Ge- Verbohlung zu vermeiden.
fährdung durch abrutschende Massen auszu- (4) Bohlen zwischen Verbauträgern sind durch
schließen. Beim Aushub entstandene Überhänge Hartholzkeile mit Verspannung gegen den Boden
durch Bauwerksreste, Steine oder Felsbrocken einzubauen. Die Keile sind durch aufgenagelte
sind sofort zu beseitigen. Steine und Felsreste, die Leisten gegen Lösen in ihrer Lage zu sichern und
sich aus der Böschung lösen können, sind regel- regelmäßig zu überprüfen. Abweichend zur
mäßig zu kontrollieren, wenn erforderlich zu si- DIN 4124 dürfen nur kantenscharf gesägte Bohlen
chern oder zu beräumen. eingesetzt werden. Die Bohlen müssen eine Min-
(2) Baugrubenböschungen sind vor Witterungsein- destauflagerbreite von 1/5 der Trägerbreite aufwei-
flüssen (Erosion durch Niederschläge, Austrock- sen.
nung usw.) zu schützen. Austretendes Schichten- (5) Bei einer verankerten Trägerbohlwand ohne
wasser und sich auf den Böschungsflächen sam- Gurtung ist zur Sicherung gegen Ankerausfall am
melndes Oberflächenwasser sind schadlos abzu- Kopf des Verbaus umlaufend ein Stahlzugband
leiten. von mindestens 100 x 10 mm anzuschweißen.
(3) Für die Baugrubensohle gilt Nr. 5. Diese Maßnahme ersetzt nicht den Nachweis
„Ausfall eines Ankers“.

4 Baugruben mit Verbau 4.2.2 Stahlspundwände


(1) Es gelten DIN EN 10248 und DIN EN 12063.
4.1 Allgemeines
(2) In der Leistungsbeschreibung sind die Anfor-
(1) Die nachfolgenden Nrn. behandeln Baugruben derungen an das Herstellungsverfahren in Abhän-
ohne Grundwasser. gigkeit von den örtlichen Randbedingungen festzu-
(2) Die Ausführung der Baugruben kann in der legen.
Bauweise mit Arbeitsraum oder in der Bauweise (3) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein
ohne Arbeitsraum erfolgen. geeignetes Führungssystem zu wählen, welches
(3) Wird ein Bauwerk unmittelbar gegen die Bau- ein Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen
grubenwände betoniert, ist durch geeignete Maß- verhindert. Dabei sind Lotabweichungen quer zur

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Spundwandachse von maximal 1,5 % der Bohlen- erforderlichen Lichtraum einschränken.


länge zulässig. Bei größeren Abweichungen sind
(8) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf
die Spundbohlen zu ziehen, neu auszurichten und
rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden.
erneut einzubringen.
(9) Bei einer Suspensionsstützung hat der Auf-
(4) Auf eine Gurtung kann bei verankerten
tragnehmer den Nachweis über die Entsorgung
Spundwänden in Abstimmung mit dem Auftragge-
der anfallenden Suspensionsreste zu erbringen.
ber verzichtet werden, wenn die einzelnen Ramm-
elemente verankert und kraftschlüssig im Schloss
gerammt wurden und eine durchgehende, flächen- 4.2.4 Schlitzwände
hafte Tragwirkung nachgewiesen ist.
(1) Es gelten DIN EN 1538 in Verbindung mit
(5) Der Nachweis kann durch eine einwandfreie DIN 4126 und DIN 4127 sowie Teil 3 Abschnitt 1.
Schlossverhakung, z.B. durch installierte induktive
(2) Bei Bezugnahme der DIN EN 1538 auf die
Näherungsschalter oder mechanische Federstifte,
ENV 206, ENV 1991, ENV 1992 und ENV 1994
erbracht werden.
sind die DIN-Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen
(6) Die Hilfsmittel zum Einbringen der Spundboh- auf Brücken“, „Betonbrücken“ und „Verbundbrü-
len (z.B. Niederdruck-/Hochdruck-Spülen) sind sta- cken“ anzuwenden.
tisch zu berücksichtigen. Spülhilfen sind bis maxi-
(3) Sofern Schlitzwände zu tragenden Bauteilen
mal 1 m vor Erreichen der endgültigen Einbautiefe
des endgültigen Bauwerks werden, sind sie ent-
zulässig.
sprechend den Expositionsklassen, denen das
Bauteil zugeordnet ist, herzustellen. In diesem Fall
4.2.3 Bohrpfahlwände muss die Betondeckung 10 cm betragen.
(1) Es gelten DIN EN 1536, DIN-Fachbericht (4) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
„Bohrpfähle“ und der Teil 3 Abschnitt 1. kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut
werden.
(2) Bei Bezugnahme der DIN EN 1536 auf die
ENV 206, ENV 1991-1, ENV 1992-1-1 und ENV (5) Vor Baubeginn ist die Eignung der Rezeptur
1994-1-1 sind die DIN-Fachberichte „Beton“, „Ein- für die Stützflüssigkeit nachzuweisen. Der Nach-
wirkungen auf Brücken“, „Betonbrücken“ und „Ver- weis ist dem Auftraggeber vorzulegen.
bundbrücken“ anzuwenden.
(6) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung ei-
(3) Sofern die Bohrpfahlwände zu tragenden Bau- nen Lamelleneinteilungsplan aufzustellen, der
teilen des endgültigen Bauwerks werden, sind sie mindestens folgende Angaben enthalten muss:
entsprechend den Expositionsklassen, denen das
– die Bezeichnung und die Breite der Lamellen,
Bauteil zugeordnet ist, herzustellen.
– die planmäßigen Einbindetiefen,
(4) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut – die Reihenfolge der Herstellung,
werden.
– das zulässige Alter der Vorgängerlamelle,
(5) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung
– die Maßnahmen zur Absicherung von offenen
überschnittener Bohrpfahlwände einen Bohrfolge-
oder noch nicht erhärteten Lamellen.
plan aufzustellen, der mindestens folgende Anga-
ben enthalten muss: (7) Der Auftragnehmer hat den Nachweis über die
Entsorgung der anfallenden Suspensionsreste zu
– die Bezeichnung und die Durchmesser der
erbringen.
Pfähle,
– die planmäßigen Einbindetiefen,
4.2.5 Kombination von Verbauarten
– die Reihenfolge der Herstellung,
Bei der Kombination von Verbauarten sind die vor-
– die zulässige Betonfestigkeit der Primärpfähle genannten Regelungen sinngemäß anzuwenden.
beim Herstellen der Sekundärpfähle,
– die Sicherheitsmaßnahmen zur Absicherung of- 5 Baugrubensohle / Planum
fener Bohrungen und noch nicht erhärteter
Pfähle. (1) Bei bindigem Boden und bei Böden, die bei
Wasser- und/oder Luftzutritt aufweichen oder zer-
(6) Die Bohrpfahlwände sind mit Bohrschablone fallen, ist eine mindestens 50 cm dicke Schutz-
herzustellen. schicht in der Baugrube zu belassen. Diese
(7) Vorwüchse sind zu beseitigen, wenn sie den Schutzschicht ist in geeigneter Weise, ggf. von
Hand, und abschnittweise unmittelbar vor dem

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Herstellen des Gründungsbauteils auszuheben. 6.2 Vernagelung


Das freigelegte Planum ist unmittelbar durch die
Aufbringung der Tragkonstruktion (Sauberkeits- (1) Es gilt prEN 14490.
schicht aus Beton oder Filter-/Dränschicht oder (2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassun-
Tragschicht) zu schützen. gen für Nägel sind dem Auftraggeber vorzulegen.
(2) Bei verdichtungsfähigen Böden sind Auflocke- (3) Der Aushub (freie Standhöhe bis zur Aufbrin-
rungen durch ein geeignetes Verdichtungsverfah- gung der Spritzbetonschale und/oder Vernage-
ren zu beseitigen. Falls sich die Auflockerungen lung) darf nur in der Höhe erfolgen, dass kein He-
durch Verdichten nicht beheben lassen, kann der rausrollen, Ausfließen oder ein Ausbruch von Bo-
Auftraggeber den Ersatz des Bodens durch Beton den und Fels auftreten kann.
oder ein geeignetes Ersatzmaterial verlangen.
(4) Die ggf. erforderliche Spritzbetonschale (Flä-
(3) Bei feinkörnigen, wassergesättigten Böden ist
chensicherung) ist unmittelbar nach dem Freilegen
ein Befahren der Baugrubensohle und des Pla-
aufzubringen. Für deren Ausführung gilt
nums nicht zulässig.
DIN 18551.
(4) Wenn die planmäßige Gründungssohle tiefer
als die tatsächlich angetroffene Felsoberfläche (5) Abhängig vom Umfang des Wasserandrangs
liegt, darf der Fels nur mit Zustimmung des Auf- sind zwischen Boden/Fels und Spritzbetonschale
traggebers abgebaut werden. flächenhaft angeordnete Dränmatten/Dränstreifen
bzw. filterstabil ummantelte Dränrohre zur Ablei-
(5) Der Termin für die Überprüfung der Baugru- tung von Oberflächen- und Sickerwasser einzu-
bensohle ist vom Auftragnehmer so rechtzeitig zu bauen. Zur Ableitung des mit diesen Elementen
benennen, dass ein Fachplaner für Geotech- gesammelten Wassers sind Durchlauföffnungen
nik/Sachverständiger für Geotechnik beteiligt wer- durch die Spritzbetonschale zu führen.
den kann. Hierfür hat der Auftragnehmer die Bau-
grube erforderlichenfalls wasserfrei zu halten und (6) In die Leistung einzurechnen ist eine durch
die notwendigen Hilfseinrichtungen und Arbeits- das Herstellungsverfahren bedingte Überdicke der
kräfte zur Verfügung zu stellen. Spritzbetonschale von 20 % der Solldicke und der
aufgrund der geotechnischen Situation unvermeid-
bare Mehraushub bzw. Mehrausbruch bis zu ei-
6 Verankerung, Vernagelung nem Einzelvolumen von 0,01 m3/m2.
und Aussteifung
6.3 Baugrubenaussteifung
6.1 Verpressanker (1) Es gelten die DIN-Fachberichte „Beton“, „Be-
tonbrücken“ und „Stahlbrücken“ sowie DIN 1052.
(1) Für die Herstellung und Prüfung gilt DIN 4125.
Zusätzlich sind die Regelungen des informativen (2) Zur Aufnahme von Horizontalkräften vorgese-
Anhanges G der DIN 1054 anzuwenden. hene Verbände sind an die Baugrubenwände und
etwaige Mittelträgerreihen unverschieblich und
(2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassun-
kraftschlüssig anzuschließen.
gen für die Ankerköpfe und für die Anker sind dem
Auftraggeber vorzulegen. (3) Rundholzsteifen müssen geradwüchsig und
ohne Drehwuchs sein. Hölzerne Steifen dürfen
(3) Genehmigt der Auftraggeber die Ausführung
nicht gestoßen werden.
einer in der Leistungsbeschreibung nicht vorgese-
henen Rückverankerung, hat der Auftragnehmer
hierfür die schriftliche Zustimmung der betroffenen 7 Baugruben im Grundwasser
Grundstückseigentümer dem Auftraggeber vor
Baubeginn vorzulegen.
(4) Der Lastfall "Ausfall eines Ankers" ist nachzu-
7.1 Allgemeines
weisen. Hierbei sind für die erdstatischen Nach- (1) Zusätzlich zu Nr. 4 gelten die nachfolgenden
weise die Teilsicherheitsbeiwerte gemäß Lastfall 3 Regelungen.
nach DIN 1054 einzuhalten.
(2) Die Anforderungen an die Wasserhaltung sind
(5) Der Verpresskörperüberstand ist auf maximal in Abschnitt 3 geregelt.
1 m zu begrenzen.
(3) In der Leistungsbeschreibung sind die Aufla-
(6) Bei Verwendung von Mikropfählen statt Ver- gen aus der wasserrechtlichen Genehmigung und
pressankern kann der Auftraggeber Abnahme- die Ergebnisse der projektbezogenen Gutachten
prüfungen für jeden Pfahl entsprechend den Rege- zu berücksichtigen.
lungen für Verpressanker fordern.

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(4) Wegen des besonderen Risikos beim Bauen der Lotrechten sind 0,5 % der Bohrpfahllänge zu-
im Grundwasser sind für mögliche Störfälle Anwei- lässig.
sungen zur sofortigen Schadensbegrenzung auf
(4) Die Herstellung hat mit Bohrlochverrohrung zu
der Baustelle vorzuhalten.
erfolgen.
(5) Die Überschneidung benachbarter Pfähle
7.2 Restwassermengen muss an jeder Stelle mindestens 50 mm betragen.
(1) Restwasser tritt der technisch dichten Baugru- (6) Bei jeder einzelnen Pfahlbohrung ist vor dem
be z.B. durch Fugen und Schlösser zu und muss Betonieren eine Lagekontrolle am Pfahlfuß mittels
abgeleitet werden. Die Anforderungen an Beschaf- geeigneter Messeinrichtungen durchzuführen und
fenheit und Menge des abzuleitenden Restwas- zu protokollieren.
sers sind in die Leistungsbeschreibung aufzuneh-
men. (7) Bei der Anordnung von mehreren unbewehrten
Pfählen zwischen bewehrten Pfählen (z.B. 1+3
(2) Für die Behandlung und Ableitung bzw. Rück- System) sind die unbewehrten Pfähle im Grundriss
führung der Restwassermengen ist von der zu- in einer Stützlinie (gewölbeartig) anzuordnen.
ständigen Wasserbehörde vor Baubeginn eine
Genehmigung einzuholen. Die Verantwortlichkei-
ten hierzu sind in Abschnitt 3 geregelt. 7.3.4 Schlitzwände

(3) Wird das Bauverfahren vom Auftragnehmer (1) Schlitzwände sind mit einer Nenndicke von
gewählt, sind die in der Leistungsbeschreibung mindestens 60 cm auszubilden.
vorgegebene Menge und die Beschaffenheit des (2) Als allseitige Abweichung von der Lotrechten
abzuleitenden Restwassers nachzuweisen und sind 0,5 % der Schlitzwandhöhe zulässig.
einzuhalten.
(3) Bei jeder Lamelle ist eine Lagekontrolle durch
ein Geomesssystem (z.B. Inklinometermessung)
7.3 Dichte Baugrubenwände durchzuführen und zu protokollieren.
(4) Die Überschneidung der Lamellen in der
7.3.1 Allgemeines Schlitzwandsohle muss mindestens 20 cm betra-
(1) Dichte Baugrubenwände können sowohl als gen.
Baubehelfe als auch im Ausnahmefall als Teil des (5) Arbeitsfugen sind wasserdicht auszuführen.
endgültigen Bauwerks dienen. Nachverpressmöglichkeiten sind vorzusehen.
(2) Auf die Dichtigkeit notwendiger Querschotte
und deren Anschluss ist besonders zu achten. 7.3.5 Dichtwände mit eingehängter
Spundwand
7.3.2 Stahlspundwände (1) Es gelten die Nrn. 7.3.2 und 7.3.4.
(1) Die Stahlspundwände sind wasserdicht her- (2) Spundbohlen sind zur Lagesicherung mit einer
zustellen. Zwangsführung lotrecht in die Schlitze einzubauen.
(2) In Abhängigkeit von der zulässigen Restwas- Es sind Maßnahmen zu treffen, um ein Versinken
sermenge kann es erforderlich sein, zusätzlich des Spundwandkopfes in der Dichtflüssigkeit zu
Schlossdichtungen o.ä. einzusetzen. verhindern.

(3) Es sind Lotabweichungen quer zur Spund- (3) Die Endschlösser der Spundwände sind gegen
wandachse von maximal 1 % der Bohlenlänge zu- Beschädigung durch Schlitzwandgreifer und Ein-
lässig. Bei größeren Abweichungen sind die dringen von Dichtmasse durch ein Schutzprofil,
Spundbohlen zu ziehen, neu auszurichten und er- das vor dem Einbau der folgenden Bohle gezogen
neut einzubringen. wird, zu schützen.
(4) Zur Vermeidung von Gefügestörungen der be-
7.3.3 Bohrpfahlwände reits abgebundenen Dichtmasse sind die Spund-
bohlen erschütterungsarm einzubringen.
(1) Es sind nur Wände mit überschnittenen Bohr-
pfählen zulässig.
7.4 Dichte Baugrubensohlen
(2) Bohrpfahlwände als dichte Baugrubenwände
sind mit einem Pfahldurchmesser von mindestens
60 cm auszubilden. 7.4.1 Allgemeines

(3) Als allseitige Abweichung der Pfahlachsen von (1) Dichte Baugrubensohlen können durch den

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Untergrund selbst (natürliche Dichtsohle) oder (4) Für die Injektionssohle sind wasserrechtliche
durch den Einbau einer entsprechenden Konstruk- Genehmigungen hinsichtlich der Zusammenset-
tion erreicht werden, insbesondere durch zung der vorgesehenen Injektionsmaterialien er-
forderlich.
– eine Unterwasserbetonsohle,
(5) Die Einhaltung der in den Genehmigungen
– eine Injektionssohle (hoch- oder tiefliegend)
festgelegten Werte ist auf der Baustelle laufend zu
und
überprüfen und zu dokumentieren.
– Sonderbauverfahren, wie z.B. Vereisung.
(2) Die den Berechnungen zugrunde gelegten 7.4.4 Hochliegende Injektionssohle
Druckverhältnisse sind inner- und außerhalb der
(1) Die wie die tiefliegende Injektionssohle herges-
Baugrube durch Grundwasserstandsmessungen
tellte Dichtungsschicht (kein Weichgel) wird anstel-
vor und während des Aushubs zu kontrollieren. In-
le der Erdauflast durch Zuganker oder –pfähle ge-
nerhalb der Baugrube ist der Grundwasserstand
gen den Auftrieb gesichert. Dies hat den Vorteil,
oberhalb der Dichtsohle zu erfassen.
dass die Baugrubenwände nicht so tief einbinden
(3) Die Wirksamkeit der Dichtsohle ist vor dem müssen.
Aushub durch Probelenzung nachzuweisen.
(2) Die hochliegende Injektionssohle ist mit einer
Erdüberdeckung von mindestens 1 m Dicke bis zur
7.4.2 Unterwasserbetonsohle späteren Baugrubensohle herzustellen.
(1) Unterwasserbetonsohlen sind in der Regel un- (3) Der erforderliche Verbund zwischen der Injek-
bewehrt vorzusehen. tionssohle und der Verankerung ist durch Eig-
nungsversuche auf der Baustelle nachzuweisen.
(2) Der Beton ist im Kontraktorverfahren einzub-
ringen.
(3) Die erforderliche Dicke der Unterwasserbeton- 8 Aushub, Rückbau und
sohle ist für den festgelegten Bemessungswasser- Verfüllen der Baugrube
stand für die Bauzeit nachzuweisen.
(4) Zwischen der Oberkante des Unterwasserbe- 8.1 Aushub der Baugrube
tons und der Unterkante der Sauberkeitsschicht ist
eine Ausgleichsschicht aus Kies von mindestens (1) Für Bodenarbeiten innerhalb der durchwurzel-
20 cm Dicke vorzusehen. Die Ausgleichsschicht ist ten Bodenschicht gelten die Zusätzlichen Techni-
filterstabil auszuführen und im Randbereich gegen schen Vertragsbedingungen und Richtlinien für
seitliches Ausweichen zu sichern. Landschaftsbauarbeiten im Straßenbau
(ZTV La-StB).
(5) Der Anschlussbereich Sohle/Wand ist vor Ein-
bringen des Unterwasserbetons zu kontrollieren (2) Der Abtrag und die Lagerung des Oberbodens
(ggf. durch Tauchereinsatz). müssen gesondert erfolgen. Abtrag und Lagerung
sollen so erfolgen, dass eine Verschlechterung des
(6) Unterwasserbetonsohlen dürfen für den Nach- Bodenmaterials hinsichtlich Qualität und Zusam-
weis der Auftriebssicherheit des endgültigen Bau- mensetzung vermieden wird.
werks in der Regel nicht herangezogen werden.

8.2 Rückbau der Baugrube


7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle
(1) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
(1) Das Verfahren sieht die Herstellung einer was-
ob und in welchem Umfang Elemente der Baugru-
serundurchlässigen Schicht aus Zement- und/oder
bensicherung im Untergrund verbleiben oder rück-
Kunststoffsuspension (Weichgel) in Lockergestein
gebaut werden sollen.
vor, damit der darüber verbleibende Erdkörper
dem darunter angreifenden Grundwasserdruck (2) Der Rückbau von Elementen der Baugrubensi-
entgegenwirken kann. cherung ist dem Auftraggeber rechtzeitig vor Be-
ginn anzuzeigen.
(2) Wegen der Herstellungsungenauigkeiten sollte
die Injektionssohle nicht mehr als 40 m unter der (3) Verbleibende Elemente sind einzumessen und
Bohrebene liegen. in die Bestandspläne aufzunehmen.
(3) Bei Höhenabstufungen der Injektionssohle ist (4) Bei verbleibenden Baugrubensicherungen ist
an der Versatzstelle ein Übergangsblock mit einer eine dauerhafte Beeinflussung des Grundwassers
Überlappungslänge, die mindestens der 2-fachen zu verhindern.
Versatztiefe entspricht, auszuführen.

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8.3 Verfüllen der Baugrube / des informieren und vom Auftragnehmer ein entspre-
Arbeitsraumes chender Änderungsplan dem Auftraggeber vorzu-
legen.
(1) Die an das Material gestellten Qualitätsanfor-
derungen im Hinblick auf Art und Zusammenset- (2) Zur Beurteilung der Bauwerks-Boden-
zung sind vor Ausführung dem Auftraggeber nach- Wechselwirkung können besondere Messeinrich-
zuweisen. tungen im Sinne eines Geomessprogramms erfor-
derlich werden (Präzisionsnivellement, Alignement,
(2) Bei der Verwendung von gebrochenem Mate- Inklinometer, Druckmessdosen u.a.).
rial darf dessen Einbau nicht zu Schäden an der
vorhandenen Bauwerksabdichtung und –dränage
führen.
(3) In Verbindung mit den Verdichtungsanforde-
rungen und den dafür benötigten Verdichtungsge-
räten ist der Verdichtungserddruck nach DIN 4085
nachzuweisen. Dabei sind insbesondere die ver-
schiedenen Bauzustände zu beachten (z.B. einsei-
tige Verfüllung).
(4) Sofern ein Wiedereinbau beim Aushub anfal-
lender Böden vorgesehen ist, muss geeignetes
Material getrennt gelagert werden. Eine Vermi-
schung mit vernässten, organischen oder nicht
verdichtungsfähigen Böden ist auszuschließen. Bei
bindigem oder witterungsempfindlichem Bodenma-
terial ist das Niederschlagswasser durch geeignete
Maßnahmen (z.B. Abwalzen mit Gefälle, Folienab-
deckung) abzuhalten.
(5) Organische, quellfähige oder vernässte Böden
dürfen nicht verwendet werden.
(6) Durch unsachgemäße Zwischenlagerung un-
brauchbar gewordenes Bodenmaterial hat der Auf-
tragnehmer zu beseitigen und durch brauchbares
Verfüllmaterial zu ersetzen. Die Kosten gehen zu
Lasten des Auftragnehmers.
(7) Bei der Wiederherstellung des Geländes ge-
lten die ZTV La-StB.

8.4 Bauwerkshinterfüllung
(1) Es gilt das Merkblatt über den Einfluss der Hin-
terfüllung auf Bauwerke.
(2) Bei verankerten Wänden ist das Spannen bzw.
Entlasten der Anker auf die Hinterfüllarbeiten ab-
zustimmen. Die entsprechenden Einwirkungskom-
binationen sind bei den Standsicherheitsnachwei-
sen zu berücksichtigen.

9 Überwachung der Bauaus-


führung / Qualitätssicherung
(1) Während der Bauausführung hat regelmäßig
eine Beobachtung und ggf. auch messtechnische
Kontrolle der Baugrubensicherung durch den Auf-
tragnehmer im Hinblick auf Übereinstimmung mit
der Ausführungsplanung zu erfolgen. Bei Nichtü-
bereinstimmung ist umgehend der Auftraggeber zu

Stand: 12/07 9
Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 2
Gründungen

Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3
2 Flachgründungen................................. 3
3 Tiefgründungen.................................... 3
3.1 Allgemeines ........................................... 3
3.2 Pfahlgründungen.................................... 3
3.2.1 Allgemeines ........................................... 3
3.2.2 Verdrängungspfähle............................... 3
3.2.3 Bohrpfähle.............................................. 4
3.2.4 Mikropfähle ............................................ 4
3.3 Gründungen auf Spundwänden ............. 5
4 Sondergründungen.............................. 5
5 Bodenersatz ......................................... 5
5.1 Allgemeines ........................................... 5
5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem Boden .. 5
5.3 Bodenersatz mit Beton .......................... 6
5.4 Unterfangungen ..................................... 6
6 Gründung auf verbessertem /
verfestigtem Baugrund ....................... 6
6.1 Verdichtung ............................................ 6
6.1.1 Oberflächen- und Tiefenverdichtung ..... 6
6.1.2 Dynamische Intensivverdichtung und
Sprengverdichtung ................................. 7
6.2 Verfestigung ........................................... 7
6.2.1 Allgemeines ........................................... 7
6.2.2 Verfestigung durch Bindemittel .............. 7
6.2.3 Verfestigung durch Injektionen und
Verdichtungsinjektionen ......................... 7
7 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung .............................. 7

2 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

1 Allgemeines messtechnische Setzungskontrolle oder eine


Nachrichtung bzw. Nachrichtmöglichkeit des Über-
(1) Der Teil 2 Abschnitt 2 gilt nur in Verbindung mit baues vorzusehen.
dem Teil 1 Allgemeines.
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, DIN 4123, 3 Tiefgründungen
DIN 4124 sowie die Zusätzlichen Technischen Ver-
tragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten 3.1 Allgemeines
im Straßenbau (ZTV E-StB) und die Empfehlungen
des Arbeitskreises „Baugruben“ (EAB). (1) Es gelten die DIN EN 1536 in Verbindung mit
dem DIN-Fachbericht „Bohrpfähle“, DIN EN 12699,
(3) Vor Beginn der Baumaßnahme wird durch den DIN EN 12794 und DIN EN 14199.
Auftraggeber festgelegt, in welche Geotechnische
Kategorie die Bauwerksgründung einzuordnen ist. (2) Bei Bezug in den vorgenanten Normen auf
EN 206, EN 1991-1, EN 1992, EN 1993 und
(4) Das Merkblatt über den Einfluss der Hinterfül- EN 1994-1-1 sind die DIN-Fachberichte „Beton“,
lung auf Bauwerke ist zu beachten. „Einwirkungen auf Brücken“, „Betonbrücken“,
(5) Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten „Stahlbrücken“ und „Verbundbrücken“ anzuwen-
Angaben zur Gründung aus dem Geotechnischen den.
Bericht gelten nur für den Verwaltungsentwurf und (3) Die Empfehlungen des Arbeitskreises „Pfähle“
nur für die dort genannte Gründungsart und Grün- (EA – Pfähle) sind zu beachten.
dungstiefe. Bei Änderungsvorschlägen oder Ne-
benangeboten ist vom Auftragnehmer die Gleich-
wertigkeit durch einen Fachplaner für Geotech- 3.2 Pfahlgründungen
nik/Sachverständigen für Geotechnik nachzuwei-
sen. 3.2.1 Allgemeines

(6) Der Auftragnehmer hat bei dem von ihm ge- (1) Die Tragfähigkeit der Pfähle ist anhand von
wählten Bauverfahren vor Beginn der Gründungs- Pfahlprobebelastungen oder von Probebelastun-
arbeiten eine Zustandserfassung durchzuführen. gen unter vergleichbaren Verhältnissen nachzu-
Hierzu gilt Abschnitt 1 Nr. 2. weisen, bzw. es kann auf die Erfahrungswerte der
DIN 1054 zurückgegriffen werden, wenn über das
(7) Für die Ausführungsplanung sind der Rechen- mechanische Verhalten des Baugrundes gesicher-
gang und die zugehörigen Lastannahmen im Ein- te Erkenntnisse vorliegen. Die Art des Tragfähig-
vernehmen mit dem Auftraggeber festzulegen. keitsnachweises ist in der Leistungsbeschreibung
(8) Bei Ausschachtungen an Bauwerken ist in der festzulegen.
Leistungsbeschreibung anzugeben, mit welcher (2) Für Probebelastungen gelten die EA – Pfähle.
Abgrabung (Tiefe und Ausdehnung) vor der beste-
henden Gründung für die Standsicherheitsnach- (3) Einzelpfähle oder einreihige Pfahlgruppen un-
weise gerechnet werden muss. ter Widerlagern oder Stützen mit längsfesten La-
gern sind mit Ausnahme bei der integralen Bau-
(9) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachver- weise nicht zugelassen.
ständige für Geotechnik muss nachweislich fach-
kundig und erfahren auf dem Gebiet der Geotech-
nik sein. 3.2.2 Verdrängungspfähle
(1) Die tatsächliche Lage und Richtung der Pfähle
2 Flachgründungen sind aufzumessen. Der Einfluss der Abweichungen
von der Solllage ist statisch nachzuweisen.
(1) Es gelten die DIN-Fachberichte „Beton“, „Ein-
wirkungen auf Brücken“ und „Betonbrücken“. (2) Beschädigte Pfahlköpfe dürfen nur mit Ge-
nehmigung des Auftraggebers abgeschnitten und
(2) Der Termin für die Überprüfung der Grün- ersetzt werden.
dungssohle ist vom Auftragnehmer so rechtzeitig
zu benennen, dass ein Fachplaner für Geotech- (3) Bei vorgefertigten Verdrängungspfählen aus
nik/Sachverständiger für Geotechnik beteiligt wer- Stahlbeton müssen die Stahleinlagen der Pfähle
den kann. Hierfür hat der Auftragnehmer die Grün- mindestens 50 cm in das anschließende Bauteil
dungssohle erforderlichenfalls wasserfrei zu halten einbinden. Der gesunde Beton des Pfahles muss
und die notwendigen Hilfseinrichtungen und Ar- mindestens 5 cm in die Pfahlkopfplatte einbinden.
beitskräfte zur Verfügung zu stellen. (4) Bei vorgefertigten Verdrängungspfählen aus
(3) Bei zu erwartenden Setzungsdifferenzen zwi- Stahl- und Spannbeton müssen die Beanspru-
schen Gründungen ist ggf. eine Vorbelastung, eine chungen aus Transport und Lagerung berücksich-

Stand: 12/07 3
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

tigt werden. die Pfähle muss mindestens 30 cm betragen. An


der Unterseite der Pfahlkopfplatte müssen alle
(5) Der Auftragnehmer hat die nach
Pfähle einen lichten Abstand von mindestens
DIN EN 12699 zu führenden Herstellprotokolle
60 cm haben. Die Pfahlkopfplatte muss mindes-
dem Auftraggeber spätestens am folgenden Ar-
tens 60 cm dick sein.
beitstag zu übergeben. Sollten die Bedingungen
vereinbarter Randkriterien nicht erfüllt werden, ist (11) Die Längsbewehrung ist gleichmäßig über
der Auftraggeber hiervon zu unterrichten und es den Umfang zu verteilen. Zum sicheren Einhalten
sind ihm Vorschläge für die weiteren Maßnahmen der Betondeckung und zur Lagesicherung der
zu unterbreiten. Längsbewehrung sind mindestens folgende Maß-
nahmen vorzusehen:
3.2.3 Bohrpfähle – Im Abstand von höchstens 2,50 m sind jeweils
zwei Bandstahlringe 5/60 mm mit einem Ab-
(1) Abweichend von DIN EN 1536 sind für die
stand von 25 cm in der Bewehrung anzuordnen
Herstellung von Bohrpfählen maximal eine Exzent-
und an diese Ringe entsprechende Bügel mit
rizität von 0,05 x D (D = Pfahldurchmesser) und
einem Stabdurchmesser von 16 mm als Ab-
eine Neigungsabweichung von 0,015 m je Meter
standhalter anzuschweißen. Bei maschineller
Pfahllänge gegenüber dem Sollwert zulässig.
Herstellung des Bewehrungskorbes dürfen die
(2) Für die Bemessung der Bohrpfähle sind unab- beiden Bandstahlringe durch einen Ring glei-
hängig von den tatsächlichen Abweichungen die cher Steifigkeit und die Bügel durch abstandhal-
vorgenannten Abweichungen zu berücksichtigen. tende Kufen ersetzt werden, deren Enden nach
innen gebogen sind. Der Fuß des Bewehrungs-
(3) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf
korbes ist aus gekreuzten Bandstahleisen
rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden.
5/60 mm mit einer Stahlplatte 200/200/5 mm
(4) Unverrohrte Bohrungen für Pfähle sind nur im herzustellen.
Fels und nur mit Zustimmung durch den Auftrag-
– Soweit verfahrensbedingt nicht verhindert wer-
geber zugelassen.
den kann, dass der Bewehrungskorb in den Un-
(5) Pfahlfuß- und Pfahlschaftaufweitungen sind in tergrund absinkt oder beim Ziehen des Bohr-
Abstimmung mit dem Fachplaner für Geotech- rohres mitgenommen wird, sind andere Lagesi-
nik/Sachverständigen für Geotechnik im Hinblick cherungen vorzusehen.
auf die Bemessung festzulegen.
(12) Leerbohrungen sind beim Ziehen der Verroh-
(6) Die Übereinstimmung der ausgeführten Pfähle rung bis Oberfläche Bohrplanum mit sandigem
mit den Vorgaben in den Berechnungs- und Be- Kies oder anderem geeigneten Material zu verfül-
messungsansätzen unter Berücksichtigung der len und ggf. zu verdichten.
angetroffenen Baugrundverhältnisse und/oder den
(13) Der Termin für die Überprüfung der Pfah-
Angaben im Geotechnischen Bericht hat der Auf-
laufstandsebene und der notwendigen Einbinde-
tragnehmer dem Auftraggeber durch Vorlage der
länge in den tragfähigen Baugrund ist vom Auf-
Baustellenaufzeichnungen gemäß DIN EN 1536
tragnehmer so rechtzeitig zu benennen, dass der
nachzuweisen.
Fachplaner für Geotechnik/Sachverständige für
(7) Die Überprüfung der Pfahlaufstandsebene und Geotechnik beteiligt werden kann. Hierfür hat der
der notwendigen Einbindelänge in den tragfähigen Auftragnehmer nach Abstimmung mit dem Auf-
Baugrund erfolgt durch den Auftraggeber und/oder traggeber diese Bereiche erforderlichenfalls
seinen Fachplaner für Geotechnik/Sachver- grundwasserfrei zu halten und die notwendigen
ständigen für Geotechnik. Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur Verfügung
zu stellen.
(8) Die Pfähle müssen einschließlich der Einbin-
dung in das anschließende Bauteil aus einwand-
freiem dichten Beton bestehen. Ein Entmischen 3.2.4 Mikropfähle
des eingebrachten Betons und ein Abreißen der
(1) Es dürfen nur verpresste Mikropfähle ausge-
Frischbetonsäule im Grundwasser sind zu verhin-
führt werden.
dern.
(2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassun-
(9) Ortbetonpfähle sind mindestens 50 cm über
gen für Mikropfähle sind dem Auftraggeber vorzu-
Unterfläche Pfahlkopfplatte bzw. -balken zu beto-
legen. Vom Auftragnehmer ist anzugeben, welcher
nieren. Dieser Überstand ist nach Aushub der
Art der Herstellung, des Lastabtrages und der Be-
Baugrube für die Pfahlkopfplatte bzw. den Pfahl-
messung das von ihm gewählte Pfahlsystem laut
kopfbalken auf 5 cm genau zu kappen.
Zulassung genügen muss.
(10) Der Randüberstand der Pfahlkopfplatte über (3) Der Ansatz und die Aufnahme möglicher Hori-

4 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

zontalkräfte durch die Mikropfähle ist auf der Basis 4 Sondergründungen


des Geotechnischen Berichtes in Abstimmung mit
dem Fachplaner für Geotechnik/Sachverständigen (1) Kombinierte Flach- und Tiefgründungen,
für Geotechnik festzulegen. Senkkasten-, Druckluft- und Schwimmkastengrün-
dungen gehören in die Geotechnische Kategorie 3
nach DIN 1054.
3.3 Gründungen auf Spundwänden
(2) Für die Berechnung, Bemessung und kons-
(1) Bei einer Gründung auf Spundwänden ist die truktive Durchbildung gelten zusätzlich zu Nr. 1 die
Verträglichkeit von Spannungen und Verformun- DIN-Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen auf Brü-
gen für Stahlbauteil und Stahlbetonbauteil durch cken“, „Betonbrücken“ und „Stahlbrücken“.
eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder
einen statischen Nachweis zu belegen.
(2) Eine ausreichend kraftschlüssige Einbindung
5 Bodenersatz
des Spundwandkopfes in das aufgehende Trag-
glied ist durch druck- und schub- sowie zugfesten 5.1 Allgemeines
Verbund sicherzustellen.
(1) Boden darf nur mit Zustimmung des Auftrag-
(3) Die Spundwände sind nach DIN EN 12063 gebers ersetzt werden.
auszuführen. Dabei sind ungebrauchte Stahl-
spundbohlen nach DIN EN 10248 zu verwenden. (2) Die Eignung des Bodenersatzes ist vom Auf-
tragnehmer nachzuweisen.
(4) Spundbohlen aus den Stahlsorten S 320 GP,
(3) Die Aushubsohle ist vor Einbringen des Bo-
S 390 GP und S 430 GP dürfen nur verwendet
denersatzes auf die Einhaltung der Berechnungs-
werden, wenn dafür allgemeine bauaufsichtliche
bzw. Bemessungsansätze und/oder der Angaben
Zulassungen des Deutschen Institutes für Bau-
im Geotechnischen Bericht zu überprüfen. Bei Er-
technik vorliegen. satz unter Wasser sind hierfür geeignete Maß-
(5) In Abänderung der DIN EN 10248-2, Tabelle nahmen vorzusehen.
15 gelten die in Bild 2.2.1 aufgeführten Verha-
kungsmaße.
5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem
(6) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine Boden
mögliche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbe-
lastung durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf. (1) Bodenersatz mit nichtbindigem Boden kann
Gewässer ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Die nur flächenhaft ausgeführt werden. Die Eignung
Korrosionsschutzmaßnahmen sind in die Leis- des nichtbindigen Bodens ist vom Auftragnehmer
tungsbeschreibung aufzunehmen. durch mindestens eine Probe je angefangene
500 m3 oder beim Wechsel der Entnahmegrube
(7) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein nachzuweisen.
geeignetes Führungssystem zu wählen, welches
ein Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen (2) Der Bodenersatz ist an allen Seiten der Grün-
verhindert. Die Spundbohlen sind kraftschlüssig im dungsfläche mit einem Überstand zur Fundament-
Schloss zu rammen. Dabei sind Lotabweichungen fläche auszuführen. Der Überstand muss der
quer zur Spundwandachse von maximal 0,5 % der Schichtdicke des Bodenersatzes entsprechen.
Spundwandlänge zulässig. Bei größeren Abwei- (3) Der Einbau des nichtbindigen Bodens hat la-
chungen sind die Spundbohlen zu ziehen, neu genweise zu erfolgen.
auszurichten und erneut einzubringen.
(4) Die Verdichtungsanforderungen des Bodener-
(8) Die Bohlen sind in einem Zuge auf endgültige satzes müssen in der Leistungsbeschreibung an-
Tiefe einzubringen. gegeben werden.
(9) Die Wahl von Einbringhilfen hat in Abstimmung
mit dem Auftraggeber zu erfolgen.
(10) Die Spundwandeinbringung ist in Analogie zu
den vorgefertigten Verdrängungspfählen zu proto-
kollieren. Die Herstellprotokolle sind gemäß
DIN EN 12699, Tabellen 2 und 3 anzufertigen und
spätestens am folgenden Arbeitstag dem Auftrag-
geber vorzulegen.

Stand: 12/07 5
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

Bild 2.2.1: Beispiele bewährter Schlossformen von Spundbohlen (Maße in mm)

5.3 Bodenersatz mit Beton kann auch mit Hilfe der Tiefenrüttlung oder der
Rüttelstopfverdichtung erfolgen. Hinweise zu den
(1) Der Bodenersatz mit Beton kann flächenhaft
Verfahren der Tiefenverdichtung können dem
und punktuell (pfeilerförmig) ausgeführt werden.
Merkblatt für die Untergrundverbesserung durch
(2) Der Bodenersatz mit Beton muss in den sta- Tiefenrüttler entnommen werden.
tisch erforderlichen Grundriss- und Tiefenabmes-
(4) Bei der Tiefenverdichtung ist der Ablauf des
sungen ausgeführt werden.
Verdichtungsverfahrens vom Auftragnehmer zu
(3) Bei großen Horizontalkräften ist in den stati- beschreiben und dem Auftraggeber vor Baubeginn
schen Nachweisen der Kräfteverlauf vom Funda- vorzulegen.
ment über dem Bodenersatz aus Beton bis in den
(5) Bei der Verbesserung des Baugrundes mit Hil-
Untergrund zu verfolgen.
fe der Tiefenverdichtung ist die Lastausbreitung zu
beachten.
5.4 Unterfangungen (6) Das Arbeitsplanum muss mindestens 50 cm
Es gilt DIN 4123. über der planmäßigen Gründungsebene des Bau-
werkes und mindestens 50 cm über dem Grund-
wasserspiegel liegen.
6 Gründung auf verbessertem / (7) Über die Lage und Anzahl der Rüttelpunkte ist
verfestigtem Baugrund vom Auftragnehmer ein Plan aufzustellen und dem
Auftraggeber vorzulegen.
6.1 Verdichtung
(8) Die notwendigen Nachweise zur Feststellung
der Wirksamkeit möglicher Hilfsmaßnahmen bei
6.1.1 Oberflächen- und Tiefenverdichtung
der Tiefenverdichtung (Luft-/Wasserspülung) sind
(1) Die Oberflächenverdichtung des anstehenden in der Leistungsbeschreibung anzugeben.
Baugrundes kann mit unterschiedlichen Walzen
(9) Für das bei der Rüttelstopfverdichtung einzu-
und Rüttlern erfolgen, um die in der Leistungsbe-
bauende Bodenmaterial sind vom Auftragnehmer
schreibung vorgegebenen Verdichtungsanforde-
vor Baubeginn entsprechende Eignungsnachweise
rungen (Verdichtungsgrad, ggf. Luftporenanteil) zu
vorzulegen.
erreichen.
(10) In der Leistungsbeschreibung ist ein Bau-
(2) Der Nachweis der geforderten Verdichtung ist
grundverbesserungsfaktor anzugeben. Der Faktor
durch den Auftragnehmer zu erbringen.
drückt den Erfolg der Baugrundverbesserung unter
(3) Die Verbesserung der Tragfähigkeit von Böden

Stand: 12/07
6
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

Berücksichtigung von Steifemodul bzw. Reibungs- (2) Der Nachweis der Festigkeitserhöhung obliegt
winkel des ursprünglichen und des verbesserten dem Auftragnehmer durch Anlegung von Probefel-
Baugrundes aus. dern und Probevermörtelungen.
(11) Vom Auftragnehmer ist vor Baubeginn in Ab- (3) Für Bodenvermörtelungen mit dem Düsen-
stimmung mit dem Auftraggeber ein Messprog- strahlverfahren gilt DIN EN 12716.
ramm zum Nachweis des Baugrundverbesse-
rungsfaktors festzulegen.
6.2.3 Verfestigung durch Injektionen und
(12) Vor Beginn der Baumaßnahme sind entspre- Verdichtungsinjektionen
chende Probefelder anzulegen, aus denen der Ab- (1) Es gilt DIN EN 12715.
stand der Rüttelpunkte sowie zusätzlich bei der
Rüttelstopfverdichtung die Mengen des einzu- (2) Die Umweltverträglichkeit und die Festigkeits-
bauenden Bodenmaterials abgeleitet werden kön- eigenschaften des Injektionsgutes sind gemäß
nen, um den geforderten Baugrundverbesserungs- DIN EN 12715 durch den Auftragnehmer nachzu-
faktor zu erreichen. weisen.
(13) Alle verfahrenstechnischen Parameter sind je (3) Durch den Auftragnehmer ist das Injektionser-
Rüttelpunkt zu dokumentieren und dem Auftragge- gebnis (z.B. Festigkeit, verfestigtes Volumen) mit-
ber zeitnah zu übergeben. tels Einzeluntersuchungen (z.B. Bohrungen) zu
überprüfen.
(14) Nach Abschluss der Tiefenverdichtung ist ei-
ne Oberflächenverdichtung vorzunehmen. (4) Vom Auftragnehmer ist dem Auftraggeber vor
Baubeginn ein Plan über Lage, Abstand und Aus-
richtung der Injektionsstellen vorzulegen.
6.1.2 Dynamische Intensivverdichtung und
Sprengverdichtung (5) Bei Verdichtungsinjektionen sind durch Anle-
gen von Probefeldern Druck und Menge des ein-
(1) Bei der dynamischen Intensivverdich-
zupressenden Mörtels zu überprüfen und der Ab-
tung/Sprengverdichtung ist durch den Auftragneh-
stand der entsprechenden Injektionsstellen vorzu-
mer grundsätzlich durch Anlegung von Probefel-
geben.
dern der geplante Verdichtungsablauf zu prüfen
und auf die jeweiligen örtlichen Baugrundverhält-
nisse abzustimmen. 7 Überwachung der Bauaus-
(2) Die Auswirkungen der dynamischen Intensiv- führung / Qualitätssicherung
verdichtung bzw. der Sprengverdichtung auf das
Umfeld sind messtechnisch zu begleiten und eine (1) Für Emissionen und sonstige Beeinträchtigun-
Beweissicherung/Zustandserfassung einzuleiten. gen gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
Für die Beweissicherung/Zustandserfassung gilt (2) In Abhängigkeit von den Randbedingungen
Abschnitt 1 Nr. 2. können bei Pfählen Integritätsprüfungen erforder-
(3) Die Arbeitsebene für die durchzuführenden Ar- lich werden. Art und Umfang der Prüfungen sind in
beiten muss oberhalb der Gründungsebene bzw. der Leistungsbeschreibung festzulegen.
des Grundwasserspiegels liegen. (3) Die Dokumentationen der Pfahlherstellung sind
(4) Nach Abschluss der dynamischen Intensiv- dem Auftraggeber arbeitstäglich vorzulegen.
bzw. der Sprengverdichtung ist eine Oberflächen- (4) Zur Beweissicherung können beim Einsatz von
verdichtung vorzunehmen. Düsenstrahlverfahren und Verdichtungsinjektionen
bautechnische Zustandserfassungen nach Ab-
schnitt 1 Nr. 2 und Hebungskontrollen erforderlich
6.2 Verfestigung
werden.
6.2.1 Allgemeines
Bei der Verfestigung des Bodens verbleibt dieser
im Gründungsbereich. Er wird durch Zugabe von
hydraulischen Bindemitteln oder durch Injektion
geeigneter chemischer Substanzen verfestigt.

6.2.2 Verfestigung durch Bindemittel


(1) Bodenverfestigungen unter Verwendung von
Kalk sind unterhalb der Gründungssohle von Inge-
nieurbauwerken nicht zulässig.

Stand: 12/07 7
Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 3
Wasserhaltung

Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3

2 Grundlagen ........................................... 3
2.1 Örtliche Verhältnisse .............................. 3
2.2 Baugrund und Hydrogeologie ................ 3
2.3 Wasserrechtsverfahren .......................... 3
2.4 Ausführungsplanung von
Wasserhaltungen ................................... 3
2.5 Beweissicherung / Zustandserfassung .. 4

3 Wasserhaltungsverfahren ................... 4
3.1 Allgemeines ........................................... 4
3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft ............. 4
3.2.1 Offene Wasserhaltung ........................... 4
3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit
Kleinbrunnen .......................................... 4
3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
Brunnen und Tauchpumpen .................. 4
3.3 Wasserhaltung mit Vakuum ................... 4
3.3.1 Vakuumflachbrunnen ............................. 4
3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen ..................... 5
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen ................................ 5
3.4 Wasserhaltung zur Druckentlastung ...... 5

4 Einleitung von Wasser ........................ 5


4.1 Allgemeines ........................................... 5
4.2 Einleitung in Gewässer .......................... 5
4.3 Einleitung ins Grundwasser durch
Versickerung .......................................... 5

5 Rückbau von Anlagen zur


Wasserhaltung ..................................... 5

2 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

1 Allgemeines (2) Die Erkundung der hydrogeologischen Ver-


hältnisse ist auf das gesamte Einflussgebiet der
(1) Der Teil 2 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit Wasserhaltung zu beziehen, insbesondere sind
dem Teil 1 Allgemeines. Vegetation, Wasseraustritte, Quellen, Wassers-
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020 und das Merk- tandsganglinien von Gewässern und Grundwas-
blatt über Wasserhaltungen bei Baugruben mit ser, vorhandene Wasserentnahmen (Trinkwasser-
den dort verwendeten Begriffsbestimmungen. gewinnungsgebiete, Heilquellen, sonstige Brun-
nen) sowie Altlasten u.a., in die Erkundung und
(3) Die Wasserhaltung umfasst alle Maßnahmen Bewertung einzubeziehen. Die Ermittlung der hyd-
für das vollständige und sichere Abhalten, Ent- rogeologischen Verhältnisse erfolgt durch den Auf-
spannen, Fassen und Ableiten sowohl des Grund- traggeber.
und Sickerwassers als auch des oberirdisch zuflie-
ßenden Wassers, insbesondere alle Maßnahmen (3) Die Beschaffenheit des Grundwassers ist im
zum Trockenhalten der Baugrube, einschließlich Hinblick auf die für die Wasserhaltungsdauer er-
der Wiedereinleitung in Gewässer oder ins Grund- forderliche Funktionsfähigkeit der Wasserhal-
wasser durch Versickerung. Dazu gehören: tungsanlage (z.B. Verhinderung von Versinterun-
gen und Verockerungen) und im Hinblick auf die
– die Ausführungsplanung, Einleitung (z.B. Verunreinigungen) zu untersuchen.
– die Herstellung, (4) Die Durchführung von weitergehenden geo-
– der Betrieb und technischen Untersuchungen, insbesondere zur
Wasserhaltung (Probeabsenkung, Laborversuche
– der Rückbau u.a.), die aufgrund des vom Auftragnehmer vorge-
der erforderlichen Anlagen. sehenen oder gewählten Verfahrens erforderlich
werden, ist vom Auftragnehmer zu tragen und vom
(4) Maßnahmen gegen Hochwasser sind in die Auftraggeber zu genehmigen.
Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
(5) Die zur Wasserhaltung errichteten Anlagen 2.3 Wasserrechtsverfahren
dürfen nur mit Zustimmung des Auftraggebers in
und außer Betrieb gesetzt, entfernt oder in ihrem (1) Das Wasserrechtsverfahren wird in der Regel
Bestand geändert werden. vom Auftraggeber vor Auftragsvergabe an den Auf-
tragnehmer durchgeführt.
(6) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachver-
ständige für Geotechnik muss nachweislich fach- (2) Die Auflagen der wasserrechtlichen Genehmi-
kundig und erfahren auf dem Gebiet der Geotech- gung (z.B. genehmigte Wasserentnahmen, Was-
nik sein. sermengenmessung, Beweissicherung, Einsatz
von Beobachtungsmethoden u.a.) sind vom Auf-
tragnehmer bei der Ausführungsplanung der Was-
2 Grundlagen serhaltungen zu berücksichtigen.

2.1 Örtliche Verhältnisse 2.4 Ausführungsplanung von


Die örtlichen Verhältnisse, wie Topographie, Be- Wasserhaltungen
bauung, denkmalgeschützte Bebauung u.a., sind (1) Die Planung von Wasserhaltungen ist von ei-
im Geotechnischen Bericht besonders zu beach- nem Fachplaner für Geotechnik/Sachverständigen
ten, wenn Wasserverhältnisse erwartet oder er- für Geotechnik im Auftrag des Auftragnehmers
kundet werden, die für die Herstellung eines Bau- durchzuführen.
werkes einen dauerhaften oder temporären Eingriff
in die Grundwasserverhältnisse erwarten lassen. (2) Die Ausführungsplanung von Versickerungsan-
lagen ist gemäß Arbeitsblatt DWA-A 138 Planung,
Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung
2.2 Baugrund und Hydrogeologie von Niederschlagswasser vorzunehmen.
(1) Die Ergebnisse der geotechnischen Erkun- (3) Die Ausführungsplanung von Maßnahmen zur
dung sind in einem Geotechnischen Bericht mit Wasserhaltung muss das gewählte Verfahren und
speziellen Untersuchungen zur Wasserdurchläs- alle Kenngrößen der Wasserhaltung, wie die zu
sigkeit des Bodens und zur Reichweite der Absen- entnehmenden Wassermengen, Reichweite der
kung sowie Empfehlungen zur Ausführung der Absenkung, Absenkung des Druckniveaus ein-
Wasserhaltung darzustellen. Diese werden vom schließlich der Grundlagen zur Einleitung des
Auftraggeber dem Auftragnehmer für die Ange- Wassers nach Nr. 4, enthalten, die zur Durchfüh-
botsbearbeitung zur Verfügung gestellt. rung der Beweissicherung und dem Einsatz von

Stand: 12/07 3
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

Geomesssystemen für die Durchführung einer Be- 3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
obachtungsmethode benötigt werden. Brunnen und Tauchpumpen
(4) Die Ausführungsplanung ist rechtzeitig vor Be- (1) Der Auftragnehmer hat im Sinne der Qualitäts-
ginn der Baumaßnahme dem Auftraggeber vorzu- sicherung nach Beendigung der Bohrarbeiten un-
legen. ter Auswertung der Bohrergebnisse sämtlicher
Brunnen die Protokolle zu den erbohrten Schichten
und Grundwasserständen einschließlich des Brun-
2.5 Beweissicherung / nenausbaus vorzulegen.
Zustandserfassung
(2) Nach der Herstellung des ersten Brunnens
(1) Die Beweissicherung zum Einfluss der Was- sind durch eine Probeabsenkung die Zahl, Tiefe
serhaltung wird vom Auftraggeber bei Beauftra- und die Abstände der vorgesehenen Brunnen zu
gung und Umsetzung des Verwaltungsentwurfes überprüfen und mit dem Auftraggeber abzustim-
festgelegt, veranlasst und beauftragt. men.
(2) Bei Umsetzung eines vom Auftragnehmer ge- (3) Der Auftragnehmer hat nachzuweisen, dass
wählten Verfahrens oder Nebenangebotes, in das das Brunnenwasser nach dem Probebetrieb frei
die Wasserhaltung eingebunden ist, hat der Auf- von Bodenteilchen ist. Das Ergebnis ist in einem
tragnehmer in Abstimmung mit dem Auftraggeber Protokoll festzuhalten.
die Beweissicherung von einem Fachplaner für
Geotechnik/Sachverständigen für Geotechnik zu (4) Zur Überprüfung der Gesamtfördermengen hat
veranlassen und die Aufwendungen hierfür zu tra- der Auftragnehmer geeichte oder kalibrierte Sys-
gen. Die Ergebnisse der Beweissicherung sind teme zur Wassermengenerfassung zu verwenden.
dem Auftraggeber vorzulegen. Der Umfang der Die Erfassung ist kontinuierlich vorzunehmen und
Beweissicherung umfasst den Einflussbereich der aufzuzeichnen.
Grundwasserabsenkung und –einleitung sowie die (5) Wenn in der Leistungsbeschreibung die Ab-
beweissichernde Erfassung der Grundwasserstän- rechnung nach kWh oder m3 vorgesehen ist, sind
de innerhalb und außerhalb der Baugrube und de- nur vollautomatisch gesteuerte Pumpen zuge-
ren fortlaufende Dokumentation. lassen. Sie müssen bei Wasserandrang einge-
(3) Der Einsatz von Geomesssystemen zur Be- schaltet, nahezu dauernd voll beaufschlagt laufen
weissicherung, Dokumentation oder als Teil einer und kurz vor Trockenlaufen abschalten. Die Mes-
Beobachtungsmethode ist mit dem Auftraggeber sung der für die Wasserhaltung verbrauchten
abzustimmen. Energie muss über gesonderte Zähler erfolgen, die
in einem verschließbaren Verteilerschrank unter-
zubringen sind.
3 Wasserhaltungsverfahren (6) Betriebsstörungen sind dem Auftraggeber un-
verzüglich mitzuteilen.
3.1 Allgemeines
Wasserhaltungsanlagen sind gegen Funktionsaus- 3.3 Wasserhaltung mit Vakuum
fall zu schützen.
3.3.1 Vakuumflachbrunnen
3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft (1) Die Herstellung der Vakuumflachbrunnen und
die Wahl des Einbringverfahrens (Einspülen, Ein-
3.2.1 Offene Wasserhaltung setzen in Bohrlöcher o.a.) liegen in der Verantwor-
tung des Auftragnehmers. Die Art der Einbringung
(1) Pumpensümpfe, Sickergräben und Dräns sind ist dem Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten zur
außerhalb der Fundamentfläche anzuordnen. Kenntnis zu geben.
(2) Die offene Wasserhaltung ist an allen Stellen (2) Vom Auftragnehmer sind alle für die Funktions-
des Wasserzutritts filterstabil zu betreiben. fähigkeit der Vakuumanlage erforderlichen Leis-
tungen (Abdichtung am Kopf und ggf. auch im Um-
3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit feld bei Vakuumverlusten u.a.) zu erbringen.
Kleinbrunnen (3) Die Vakuumanlage ist so auszulegen und zu
Die Wasserhaltung mit Kleinbrunnen (Wellpoints) betreiben, dass jeder Brunnen einzeln abgeschal-
ist nach den Kriterien Nrn. 3.3.1 (1) und 3.3.1 (3) tet werden kann.
herzustellen und durchzuführen. (4) Die Vakuumflachbrunnen sind filterstabil her-
zustellen.

4 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen 4.3 Einleitung ins Grundwasser


Es gelten die Festlegungen nach Nr. 3.3.1. durch Versickerung
(1) Für Bau und Betrieb von Versickerungsanla-
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen gen gilt das Arbeitsblatt DWA-A 138.
Vom Auftragnehmer sind alle zur Herstellung und (2) Gefördertes Wasser ist soweit von der Bau-
Funktionsfähigkeit der Vakuumanlage erforderli- grube entfernt zu versickern, dass ein Rückfluss
chen Leistungen zu erbringen. Hierzu gehören: (hydraulischer Kurzschluss) ausgeschlossen ist. Ist
ein Rückfluss unvermeidbar, ist dieser bei der Be-
– die Abdichtung von Brunnenanlage und ggf. messung der Versickerungsanlage zu berücksich-
auch Umfeld gegen Lufteinzug, tigen.
– die Abdichtung von Steigleitungen, Messein- (3) Die Versickerung muss schadlos für die Nach-
richtungen und Elektroinstallationen gegen Un- barbebauung oder sonstige Anlagen sowie für die
terdruck, Ökologie erfolgen.
– die Ausführung spezieller Leistungen für die (4) Die Versickerung muss für die Dauer des Be-
Wirkungsfähigkeit in geschichteten Böden. triebes unter Berücksichtung der chemischen und
biologischen Beschaffenheit des Wassers ausrei-
3.4 Wasserhaltung zur chend bemessen sein.
Druckentlastung
(1) Durch eine Wasserhaltung zur Druckentlas- 5 Rückbau von Anlagen zur
tung wird der Grundwasserspiegel abgesenkt bzw. Wasserhaltung
dessen Druckhöhe verringert. Die Wasserhaltung
kann durch Brunnen oder Dränung erfolgen, die (1) Die Anlagen zur Wasserhaltung sind so zurück
vertikal, horizontal oder auch schräg eingebaut zu bauen, dass keine Veränderung der geotechni-
werden können. schen und hydrogeologischen Situation entsteht
und dass kein Festigkeitsverlust des Baugrundes
(2) Die Druckentlastung ist in den Planungsgrund- auftritt.
lagen und im Wasserrechtsverfahren zu berück-
sichtigen. (2) Brunnen, Pumpensümpfe, Sickergräben und
Dräns sind, soweit diese ausnahmsweise im Be-
(3) Es ist nachzuweisen, dass durch die Druckent- reich des späteren Baukörpers liegen, nach Been-
lastung tiefer liegende Grundwässer nicht negativ digung der Wasserhaltung zu verfüllen oder zu
beeinflusst werden und das Spannungsniveau für verpressen.
den Baugrund einschließlich der darin oder darauf
gegründeten Bauteile verträglich ist.
(4) Sofern ein vom Auftragnehmer gewähltes Ver-
fahren oder ein Nebenangebot, in das die Wasser-
haltung eingebunden ist, umgesetzt wird, sind die
unter Nr. 3.4. (3) aufgeführten Nachweise vom Auf-
tragnehmer zu führen.

4 Einleitung von Wasser

4.1 Allgemeines
Die Einleitung oder Versickerung von Wasser
muss der wasserrechtlichen Genehmigung ent-
sprechen.

4.2 Einleitung in Gewässer


Die Vorbehandlung des einzuleitenden Wassers
(Reinigung, Sandfang o.a.) ist in die Leistungsbe-
schreibung aufzunehmen.

Stand: 12/07 5
Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 4
Stützkonstruktionen

Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3
1.1 Grundsätzliches ..................................... 3
1.2 Begriffsbestimmungen ........................... 3

2 Grundlagen ........................................... 3
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen............... 3
2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung .. 3
2.3 Emissionen und sonstige
Beeinträchtigungen ................................ 3
2.4 Baugrund und Standsicherheit .............. 4

3 Stützmauern ......................................... 4
3.1 Allgemeines ........................................... 4
3.2 Winkelstützmauern ................................ 4
3.3 Schwergewichtsmauern ......................... 4

4 Stützwände ........................................... 4
4.1 Allgemeines ........................................... 4
4.2 Stahlspundwände .................................. 4
4.3 Bohrpfahlwände ..................................... 4
4.4 Schlitzwände .......................................... 4

5 Verbundkonstruktionen und
sonstige Konstruktionen .................... 4
5.1 Allgemeines ........................................... 4
5.2 Gestapelte Konstruktionen .................... 5
5.2.1 Gabionen, Blockschichtungen,
Betonelemente ....................................... 5
5.2.2 Raumgitterkonstruktionen ...................... 5
5.3 Rückverhängte Konstruktionen.............. 5
5.3.1 Allgemeines ........................................... 5
5.3.2 Bewehrte Erde ....................................... 5
5.3.3 Geokunststoffbewehrte
Stützkonstruktionen ............................... 5
5.4 Futtermauern und
Spritzbetonsicherungen ......................... 6

6 Ankerwände und
Bodenvernagelungen .......................... 6
6.1 Allgemeines ........................................... 6
6.2 Verankerungen und Ankerwände .......... 6
6.3 Bodenvernagelungen ............................. 6

7 Überwachung der Bauausführung /


Qualitätssicherung .............................. 6

2 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

1 Allgemeines (4) Stützwände


sind Konstruktionen, die Erddruckkräfte und ggf.
1.1 Grundsätzliches Wasserdruckkräfte über Querkräfte und Biegemo-
mente in den Baugrund und/oder Steifen oder An-
(1) Der Teil 2 Abschnitt 4 gilt nur in Verbindung mit ker ableiten.
dem Teil 1 Allgemeines.
(5) Schlitzwände
(2) Dieser Abschnitt beschreibt ausschließlich sol-
che Konstruktionen, welche der dauerhaften Si- sind Ortbetonschlitzwände nach DIN EN 1538, die
cherung von Geländesprüngen dienen. Temporäre statische und ggf. auch abdichtende Funktionen
Konstruktionen werden im Abschnitt 1 behandelt. besitzen.

(3) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, die DIN- (6) Verbundkonstruktionen
Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen auf Brücken“, umfassen Bauwerke, welche durch eine gemein-
„Betonbrücken“ und „Stahlbrücken“, die Zusätzli- same Tragwirkung von Fertigteilelementen und
chen Technischen Vertragsbedingungen und Rich- einzubauendem oder einzufüllendem Boden eine
tlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB) stützmauerähnliche Ableitung der Erddruckkräfte
und hinsichtlich der konstruktiven Ausbildung und über die Sohle in den Baugrund ermöglichen.
der Berechnungs- und Bemessungsansätze die
Anforderungen des Merkblattes über den Einfluss (7) Raumgitterkonstruktionen
der Hinterfüllung auf Bauwerke. bestehen aus gestapelten Stahlbeton-Fertig-
(4) Für den Beton gelten Teil 3 Abschnitte 1 teilelementen, die ein räumliches Gitter bilden,
und 2. welches mit Boden gefüllt wird. Die Fertigteilele-
mente können zusätzlich rückverankert sein.
(5) Die Stützkonstruktionen sind so anzuordnen
bzw. auszuführen, dass sie durch tausalzhaltige (8) Rückverhängte Konstruktionen
Sprühnebel, aggressive Böden und Wässer, Van- sind mit einer Außenhaut versehene, künstlich
dalismus sowie Fahrzeuganprall und Brand nicht aufgebaute, bewehrte Erdkörper, die aus Zugglie-
beschädigt werden. dern (i.d.R. Gitter, Bänder, Stäbe aus Kunststoff
(6) Für die optische Gestaltung von Stützkonstruk- oder Stahl) und dem einzubauenden Füllboden
tionen sind die Empfehlungen für die landschafts- bestehen. Die Zugglieder sind nicht vorgespannt.
gerechte Gestaltung von Stützbauwerken zu be- (9) Anker
achten.
sind vorgespannte Elemente, die unabhängig von
(7) Der Fachplaner für Geotechnik / Sach- einer Baugrundverformung über den Verpresskör-
verständige für Geotechnik muss nachweislich per Zugkräfte in den Baugrund einleiten.
fachkundig und erfahren auf dem Gebiet der Geo-
technik sein. (10) Nägel
sind nicht vorgespannte Elemente zur Bodenbe-
wehrung, welche bei Baugrundverformung Zug-
1.2 Begriffsbestimmungen
kräfte aufnehmen. Anstehender Boden, vermörtel-
(1) Stützmauern te Nägel und ggf. Spritzbetonaußenhaut bilden da-
bei ein Verbundtragwerk.
sind Konstruktionen, welche auf Grund ihrer Form
und Abmessungen in der Lage sind, Erddruckkräf-
te über die Gründungselemente in den Baugrund 2 Grundlagen
abzugeben.
(2) Winkelstützmauern
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen
bestehen aus einem vertikalen Schenkel (Stütz-
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
mauer) und aus einem horizontalen Schenkel
(Fundament, Sporn oder Konsole). Der horizontale
Schenkel dient der Aktivierung des Bodengewich- 2.2 Beweissicherung / Zustands-
tes. erfassung
(3) Schwergewichtsmauern Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
sichern einen Geländesprung allein durch ihr Ei-
gengewicht.

Stand: 12/07 3
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

2.3 Emissionen und sonstige 4.2 Stahlspundwände


Beeinträchtigungen (1) Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4.
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2. (2) Kanaldielen dürfen nicht eingesetzt werden.
(3) Es dürfen nur ungebrauchte Spundbohlen
2.4 Baugrund und Standsicherheit verwendet werden.
(4) Spundbohlen aus den Stahlsorten S 320 GP,
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.4 (1) bis (3).
S 390 GP und S 430 GP dürfen nur verwendet
werden, wenn dafür allgemeine bauaufsichtliche
3 Stützmauern Zulassungen des Deutschen Institutes für Bau-
technik vorliegen.
(5) In Abänderung der DIN EN 10248-2, Tabelle
3.1 Allgemeines
15 gelten die in Abschnitt 2 Nr. 3 aufgeführten
(1) Stützmauern sind mit einer dauerhaft wirksa- Verhakungsmaße.
men Dränung auszustatten. Das auf der Böschung
(6) Die Spundwandschlösser können nach dem
anfallende Oberflächenwasser ist an der Mauer-
Einbringen verschweißt werden, wenn besondere
krone zu fassen und in regelmäßigen Abständen
Anforderungen an die statische Tragwirkung in
schadlos abzuleiten. Dränrohre müssen für Kont-
Längsrichtung, die Qualität von Ansichtsflächen
rollen und Reinigungen zugänglich sein sowie den
und/oder den Rückhalt von Wasser bestehen.
daraus resultierenden Beanspruchungen standhal-
ten. (7) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine
mögliche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbe-
(2) Bei Ausführungen in Ortbeton sind entspre-
lastung durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf.
chende Dehnungsfugen vorzusehen.
Gewässer ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Für
(3) Betonierunterbrechungen innerhalb der Mauer Spundwände an Wasserbauwerken sind die Kor-
sind nicht zulässig. Arbeitsfugen sind nur im Über- rosionsschutzanforderungen der ZTV-W LB 218
gangsbereich Fundament - Wand zugelassen. anzuwenden. Die Korrosionsschutzmaßnahmen
sind in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
3.2 Winkelstützmauern (8) Zum Schutz vor Tausalz- und Brandeinwirkun-
gen sind Spundwände gegebenenfalls mit Vor-
Winkelstützmauern sind so zu konstruieren und zu satzschalen auszustatten.
bemessen, dass der Eingriff ins anstehende Ge-
lände möglichst gering bleibt. Dies ist besonders
bei geneigtem Gelände zu beachten. 4.3 Bohrpfahlwände
(1) Bohrpfahlwände können je nach statischer
3.3 Schwergewichtsmauern oder konstruktiver Erfordernis, tangierend, über-
schnitten oder aufgelöst ausgeführt werden.
Zur Minimierung der Eingriffe in das anstehende
Gelände kann eine talseitige Fundamentverbreite- (2) Es gelten Abschnitt 1 Nr. 4 und Abschnitt 2
rung (Talsporn) angeordnet werden. Nr. 3.
(3) Abweichend zu Abschnitt 2 Nr. 3 können ein-
4 Stützwände reihige Pfahlgruppen ausgeführt werden.

4.1 Allgemeines 4.4 Schlitzwände


Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4.
(1) Es gelten die Empfehlungen des Arbeitskrei-
ses „Baugruben“ (EAB).
(2) Es sind Konstruktionen anzustreben, die ohne 5 Verbundkonstruktionen und
dauerhafte Abstützung (Steifen und Anker) aus- sonstige Konstruktionen
kommen. Sind dauerhafte Abstützungen notwen-
dig, sind nicht vorgespannte Verankerungen zu
bevorzugen. 5.1 Allgemeines
(3) Für verankerte Stützwände gilt Abschnitt 1 Die Standsicherheit dieser Stützkonstruktionen
Nr. 6. wird wesentlich von deren Hinterfüllung beeinf-
lusst. Materialauswahl und Verdichtung sind be-
sonders sorgfältig vorzunehmen.

4 Stand: 12/07
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

5.2 Gestapelte Konstruktionen 5.3 Rückverhängte Konstruktionen

5.2.1 Gabionen, Blockschichtungen, 5.3.1 Allgemeines


Betonelemente
Es gilt DIN EN 14475.
(1) Es gilt das Merkblatt über Stützkonstruktionen
aus Betonelementen, Blockschichtungen und Ga-
5.3.2 Bewehrte Erde
bionen.
(1) Beim Verfahren Bewehrte Erde werden Stahl-
(2) Es sind nur Gabionen aus Drahtgitterbehältern
bänder als Zugglieder verwendet.
zugelassen.
(2) Die Bewehrungselemente sind mit böschungs-
(3) Die verwendeten Natursteinblöcke und Beton-
seitigen Anschlusselementen (Stahlbetonplatten,
elemente müssen frost- und witterungsbeständig
Stahlgitter etc.) als Außenhaut zu verbinden.
sein.
(3) Die Aufstandsfläche des bewehrten Erdkörpers
(4) Die Gabionenfüllung muss ein enggestuftes,
ist unter Berücksichtigung der Anforderungen der
Körnungsband mit möglichst hohem Steinanteil
ZTV E-StB an bewehrte Stützkonstruktionen vor-
aufweisen, sowie witterungs- und frostbeständig
zubereiten. Die böschungsseitigen Anschlussele-
sein. Die Kantenlänge bzw. die Korngröße ist auf
mente sind auf einem unbewehrten Streifenfun-
die Maschenweite der Körbe abzustimmen. Für die
dament zu gründen.
Prüfung der Dauerhaftigkeit des Gesteinsmaterials
gilt EN 13242. Die Körbe sind nach dem Grundsatz (4) Der Füllboden muss wasserdurchlässig und
der Hohlraumminimierung zu verfüllen und sicher witterungsbeständig sein und ist lagenweise ver-
zu verschließen. dichtet einzubauen, wobei die Außenhaut nicht
durch zu hohen Verdichtungsdruck beansprucht
(5) Die Fugen der Bauelemente sind versetzt an-
werden darf.
zuordnen.
(5) Beim Einbau von Stahlzuggliedern ist die Kor-
(6) Die Kipp- und Gleitnachweise sind für die Sohl-
rosionswahrscheinlichkeit nach DIN 50929-3 zu
fuge und alle maßgebenden Lagerfugen zu führen.
prüfen.
(7) Die Gründung muss tragfähig und frostsicher
erfolgen.
5.3.3 Geokunststoffbewehrte
Stützkonstruktionen
5.2.2 Raumgitterkonstruktionen
(1) Bei geokunststoffbewehrten Stützkonstruktio-
(1) Es gilt das Merkblatt für Raumgitterkonstruk- nen werden Geokunststoffe als Zugglieder und
tionen. i.d.R. auch für die Außenhaut verwendet.
(2) Raumgitterkonstruktionen sind auf einem sta- (2) Es gelten die Technischen Lieferbedingungen
tisch nachgewiesenen Fundament frostsicher zu für Geokunststoffe im Erdbau des Straßenbaues
gründen. (TL Geok E-StB).
(3) Das Mindestmaß der Betondeckung für die (3) Der Füllboden ist nach den Kriterien der Emp-
Fertigteilelemente beträgt min c = 4 cm. fehlungen für den Entwurf und die Berechnung von
Erdkörpern mit Bewehrungen aus Geokunststoffen
(4) Wirken Verkehrslasten auf die Raumgitter-
(EBGEO) auszuwählen und nach den Vorgaben
konstruktion ein, sind die Fertigteilelemente mit ei-
der ZTV E-StB lagenweise verdichtet einzubauen.
ner Mindestabmessung von 20 cm und einem Min-
destdurchmesser der Bewehrung von 10 mm aus- (4) Der Einbau der Geokunststoffe ist in Übereins-
zuführen. timmung mit dem Merkblatt über die Anwendung
von Geokunststoffen im Erdbau des Straßenbaus
(5) Staudruck aus Hangwasser ist durch eine
vorzunehmen.
dauerhaft wirksame Dränung zu verhindern. Drän-
rohre müssen für Kontrollen und Reinigungen zu- (5) Die Nachweise in den Grenzzuständen der
gänglich sein sowie den daraus resultierenden Be- Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit sind nach
anspruchungen standhalten. den EBGEO zu führen. Verformungen vorhande-
ner Frontelemente und deren Auswirkung auf die
(6) Für Auswahl, Einbau und Verdichtung des Ver-
Konstruktion und den Baugrund sind zu berück-
füll- und Hinterfüllbodens gelten die ZTV E-StB.
sichtigen.
(6) Ergänzende Hinweise enthalten das Merkblatt
über die Anwendung von Geokunststoffen im Er-
dbau des Straßenbaus und die EBGEO.

Stand: 12/07 5
ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

5.4 Futtermauern und 7 Überwachung der Bauaus-


Spritzbetonsicherungen führung / Qualitätssicherung
(1) Futtermauern und Spritzbetonsicherungen sol- Es gelten Abschnitt 1 Nr. 9 sowie Abschnitt 2 Nr. 7.
len das (insbesondere frost- und witterungsbeding-
te) Ablösen von Teilen einer ansonsten standsi-
cheren Böschung verhindern. Diese Art der Ober-
flächensicherung kann zusätzlich mit Nägeln oder
Ankern kombiniert werden.
(2) Eine dauerhaft wirksame Entwässerung der
Rückseite ist zwingend vorzusehen.
(3) Bei Futtermauern wird die Entwässerung i.d.R.
durch trockenes Versetzen der Steine erreicht.
Vermörtelte Fugen erfordern Dränmatten oder Ein-
kornbeton in einer Mindestdicke von 15 cm und
Dränrohre. Bei Spritzbetonsicherungen sind Ent-
wässerungsöffnungen und ggf. Entwässerungs-
bohrungen auszuführen.

6 Ankerwände und
Bodenvernagelungen

6.1 Allgemeines
(1) Bei betonangreifenden Böden und Wässern
entsprechend DIN-Fachbericht „Beton“ bzw.
DIN 4030-1 sind mit dem Sachverständigen für
Geotechnik/Fachplaner für Geotechnik ggf. zusätz-
liche Untersuchungen und Maßnahmen festzule-
gen.
(2) Es sind geeignete Entwässerungssysteme
vorzusehen, die einen Aufstau von Wasser dauer-
haft unterbinden.
(3) Verankerte oder vernagelte Stützkonstruktio-
nen, die in die Geotechnische Kategorie 3 nach
DIN 4020 eingestuft sind, sind mit Messeinrichtun-
gen zur Überwachung der Bauwerksdeformationen
zu versehen. Die Messeinrichtungen sind in die
Leistungsbeschreibung aufzunehmen.

6.2 Verankerungen und Ankerwände


(1) Ankerwände können als geschlossene oder
aufgelöste Ankerwand ausgeführt werden.
(2) Für Ankersysteme gilt Abschnitt 1 Nr. 6.
(3) Die Ausführung der Ankerköpfe muss den Ein-
satz einer Spannpresse bei der Bauwerksprüfung
ermöglichen.

6.3 Bodenvernagelungen
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 6.

6 Stand: 12/07