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Deutsch: Mit Sprachspielen den Ausdruck verbessern

Mit Sprachspielen
den Ausdruck
verbessern
Motivierende Wortschatzübungen
für Schüler ab Klasse 4 bis zur Mittelstufe:
Freiarbeitsmaterial
mit Lösungen zur Selbstkontrolle

von Dr. Stefanie Schäfers

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Deutsch: Mit Sprachspielen den Ausdruck verbessern

Deutsche und fremdsprachliche Redensarten / 2


Aufgabe: Im Folgenden seht ihr einige Redensarten aus verschiedenen
Sprachen. Sortiert sie passend zueinander, indem ihr den Sinn der deutschen
Redensart erschließt, die fremdsprachlichen Redensarten übersetzt und
nach Bedeutungsgemeinsamkeiten sucht! Nummeriert die Redensarten ent-
sprechend durch (z.B. 1a, 1b, 1c, 2a, 2b usw.)

deutsch englisch französisch russisch (übersetzt)

Darauf kannst du To see all one‘s Se conduire Einem geschenk-


Gift nehmen! hopes go up in comme un ten Pferd schaut
smoke. éléphant dans un man nicht auf die
Etwas an die große
magasin de Zähne.
Glocke hängen.
porcelaine.
You can bet your
Leben wie Gott in life on that. Je t‘en fiche mon
Frankreich. billet.
Jemanden um den To live like a lord. Wie man den Wolf
kleinen Finger wi- Crier quelches auch füttern mag,
ckeln. choses sur les toits. er schaut doch
Die Katze lässt das immer nach dem
Mausen nicht. Wald.
Sich wie ein Elefant Mener quelqu‘un
im Porzellanladen par le bout du
benehmen. nez.
Not to do
one‘s
All seine Felle davon own dirty Mener la vie de
schwimmen sehen. work. château.

Sein Fähnchen nach Trumpet some- Retourner sa


dem Wind drehen. thing from the veste.
housetops.
Sich nicht die Finger To behave like a
schmutzig machen. bull in a china
shop.
Einem geschenkten To twist someone
Gaul schaut man round one`s little
nicht ins Maul. finger.

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Deutsch: Mit Sprachspielen den Ausdruck verbessern

Modalverben verstehen / 1
Aufgaben:
1. Lest den folgenden Zeitungsbericht und tauscht euch in der
Gruppe darüber aus.
2. Wie verbindlich wirken die einzelnen Vorgaben für euch?
3. Zitiert strengere oder weniger strenge Vorschriften.

Öffentliche Diskussion: Neue Hausordnung sorgt für Aufregung


Nelly-Sachs-Gymnasium: Umdenken bei zu-
künftigen schulischen Verhaltensregeln
Neuss. Am Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss hat 25 werden. Auch nicht wie bisher schon vor Beginn
sich in den letzten Wochen eine Arbeitsgemein- des Unterrichts, sondern nur noch während der
schaft aus Eltern, Schülern und Lehrern um eine Pausenzeiten können von den Schülern die Pausen-
Neugestaltung der Hausordnung der Schule be- halle sowie die Schulhöfe genutzt werden. Noch
5 müht. Die Direktorin des Gymnasiums, Frau Ober- einmal wurde auch betont, dass jeder Benutzer alle
studiendirektorin Dr. Heinze, will mit Beginn des 30 schulischen Einrichtungen und ausgeliehenen Lehr-
nächsten Schuljahres „frischen Wind“ ins „NSG“ und Lernmittel pfleglich behandeln soll. Beschädi-
bringen. Die Schüler, dies nach Fr. Dr. Heinze gungen und Verluste müssen dem Klassenlehrer,
wörtlich, „sollen demnächst mehr eigene Verant- Hausmeister oder dem Sekretariat unverzüglich
10 wortung“ übernehmen. gemeldet und zusätzlich schriftlich auf einem vor-
So müssen die Kinder und Jugendlichen zukünftig 35 gedruckten sogenannten „Eingeständnisblatt“ mit-
einheitliche Schuljacken mit Namensschildern tra- geteilt werden. Bei wiederholten Verlusten oder
gen, dürfen jedoch bei ihrer weiteren Kleidung Beschädigungen kann die Direktion einen Schul-
individuelle Unterschiede beibehalten. Die Schüler verweis anordnen.
15 können auf diesem Wege, so ein Sprecher der Es sieht so aus, als wolle Fr. Dr. Heinze mit diesen
Schulpflegschaft, dazu befähigt werden, ein besse- 40 Ordnungen einen „Rückschritt“ in alte Schulzeiten
res Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Aber auch machen, aber sie versicherte wiederholt, die neue
in Bezug auf schulinterne Regelungen soll mehr auf Schulordnung nur dann endgültig festzulegen,
Disziplin geachtet werden. Nach der letzten Unter- wenn die Mehrheit der Eltern, Schüler und Lehr-
20 richtsstunde müssen durch die Klassen- bzw. Kurs- personen zustimmen werde. „Die Aufgabe, neue
sprecher die Fenster geschlossen und das Licht 45 Ordnungen zu bestimmen, war schwer, das mag
ausgeschaltet werden, auf dem Schulgelände und stimmen. Aber die Regelungen werden sich bewäh-
im Umkreis von zwei Kilometern um das Gebäude ren, da bin ich mir sicher!“, so der stellvertretende
darf zukünftig grundsätzlich nicht mehr geraucht Direktor Herr Kirchner.

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Deutsch: Schüler verbessern ihren Ausdruck

Modalverben verstehen / 2
4. Sucht die Zitate und gebt die Zeilen an. Formt die Modalverben in
eine andere sprachliche Formulierung um, die die Bedeutung der
Äußerung verdeutlicht!
1. „...<sie> will ... ´frischen Wind´ ins ´NSG´ bringen.“ (Z. )

2. „Die Schüler ... ´sollen ... mehr eigene Verantwortung´ übernehmen.“ (Z. )

3. „So müssen die Kinder ... Schuljacken ... tragen...“ (Z. )

4. Sie „dürfen ... individuelle Unterschiede beibehalten.“ (Z. )

5. „Die Schüler können ... befähigt werden, ein besseres Gemeinschaftsgefühl zu


entwickeln.“ (Z. )

6. Es „soll mehr auf Disziplin geachtet werden.“ (Z. )

7. Es „müssen ... die Fenster geschlossen und das Licht ausgeschaltet werden“ (Z. )

8. Es „darf ... nicht mehr geraucht werden.“ (Z. )

9. Es „können ... die Schulhöfe genutzt werden.“ (Z. )

10.„ ... dass jeder Benutzer alle schulischen Einrichtungen ... pfleglich behandeln soll.“
(Z. )

11.„Beschädigungen ... müssen dem Klassenlehrer ... gemeldet ... werden.“ (Z. )

12.Es „kann die Direktion einen Schulverweis anordnen.“ (Z. )

13.„... als wolle Fr. Dr. Heinze ... einen ´Rückschritt´ ... machen ...“ (Z. )

14.„´Die Aufgabe ... war schwer, das mag stimmen.´“ (Z. )

Lösungsbeispiele: Ich möchte Schuljacken tragen -> ich habe den Wunsch Schuljacken zu tragen
zu 1) ... sie hat die Absicht, „frischen Wind“ ins „NSG“ zu bringen.
zu 8) ... es gibt keine Erlaubnis zu rauchen.
5. Erläutert die Bedeutung der Modalverben „können, sollen, müssen dür-
fen, wollen, mögen“.

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Deutsch: Schüler verbessern ihren Ausdruck

Präpositionen richtig verwenden / 1


„Felicitas, räum endlich dein Zimmer auf!“, ruft der Vater wütend aus
der Küche herüber. „Brauche ich nicht – wer aufräumt, ist nur zu faul
zum Suchen!“, ruft Felicitas schelmisch aus ihrem Kinderzimmer zurück.
Der Vater lacht auf: „Ja, aber du musst immer sehr lange suchen!“
„Nein, jetzt nicht mehr!“, sagt seine Tochter und kommt mit einem No-
tizzettel in die Küche. „Schau mal, ich habe mir alles genau aufge-
schrieben.“ „Okay, dann sag mir: Wo ist unser Trolley? Ich möchte
gleich damit einkaufen gehen.“
„Kein Problem“, freut sich die Kleine und strahlt über das ganze Ge-
sicht, „ich steige über den Hamster und stelle mich neben das Wasch-
becken. Auf dem Trolley liegt ein Knopf und damit er nicht umfällt, ha-
be ich hinter ihn als Stütze ein Lexikon gestellt.“ Darauf der Vater: „Du
hast gewonnen ....“

Felicitas‘ Notizzettel:
Tischdecke Flugzeug Heftzwecke Trolley Lexikon Regenschirm
Milchflasche Rasierer Waschbecken Hamster Zelt Teller
Zahnpasta Löffel Eimer Brief Schwamm Kleiderbügel
Taschentuch Parfüm Apfel Armband Igel Müll
Kleber Vorhang Zeitung Mikroskop Leine Seil
Stein Blume Taschenmesser Kamm Pinsel Tür
Wasserhahn Pappe Zahnbürste Wolldecke Fensterrollo Pizza
Stiefel Nähnadel Hängeschrank Gabel Poster Kerze
Nachthemd Stuhl Nasenspray Bürste Glas Saunatuch
Holz Maus Liebesbrief Schalter Block Postkarte
Rutsche Namensschild Matratze Tischunterlage Kalender Blazer
Drucker Lautsprecher Socke Hammer Hemd Zahnseide
Gürtel Geld Koffer Wasserfarben Balkon Zeugnis
Sonnenmilch Fahrrad Regal Rucksack Badehose Kronleuchter
Aufgaben:
1. Lest die Geschichte. Kommt euch so etwas bekannt vor? Erklärt euch eure
Ordnung in der Schule oder in eurem Zuhause.
2. Betrachtet den Notizzettel und „sucht“ nach einem weiteren Gegenstand,
ohne zu verraten, was es ist. Beschreibt möglichst genau, wo man in Felicitas
Zimmer suchen muss, um ihn zu finden. Nutzt dafür jeweils mindestens vier
„Koordinaten“ zur Angabe des Ortes. Notiert eure Angaben in ganzen Sät-
zen.
3. Erstellt einen weiteren Notizzettel und spielt zu zweit: Der eine formuliert die
Ortsangaben, der andere errät den Gegenstand!

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Präpositionen richtig verwenden / 2 (Merkblatt)


Der lateinische Ausdruck für Ver- Dass ein Bezugswort der
hältniswörter lautet „Präposition“ Präposition mit dem Geni-
und bedeutet so viel wie „das Vo- tiv gebildet wird, ist eher
rangestellte“. Dieser Ausdruck be- selten. Die Form ist eine
zieht sich auf ihre Wortstellung, Besonderheit für die Voran-
denn Präpositionen allein bilden stellung: („samt, statt, trotz,
kein Satzglied, sondern stehen während, wegen“ in Aus-
meist vor dem Wort, auf das sie nahmefällen, Duden S. Eine weitere Besonderheit
sich beziehen („über den Wol- 615): „abseits, abzüglich, deutscher Präpositionen liegt in
ken“). Nur wenige werden nach- angesichts, anhand, an- ihrer häufigen Verschmelzung
gestellt („den Fluss entlang“) oder lässlich, anstatt, anstelle, mit einem Artikel: häufig „in,
rahmen das Bezugswort ein („um aufgrund, auf Seiten, aus- an, von, zu, bei, vor, hinter,
des lieben Friedens willen“), das schließlich, außerhalb, be- über, unter, für, durch, auf,
aus der Wortklasse der Nomen züglich, diesseits, eingangs, um“) mit „dem“ und „das“ im
(Hauptwörter) stammt. einschließlich, fern, fernab, Dativ oder Akkusativ (z.B. „im,
Einige Bezugswörter der Präposition hinsichtlich, infolge, inklusi- ins, zum“). Dies geschieht be-
werden mit dem Dativ („aus, bei, ve, inmitten, innerhalb, sonders in der gesprochenen
mit, nach, seit, von, zu“), andere jenseits, längs, links, man- Sprache, vor allem in Dialek-
mit dem Akkusativ („bis, durch, für, gels, oberhalb, rechts, seit- ten, und bei feststehenden
gegen, ohne, um“) gebildet; wie- lich, um - willen, ungeach- Redewendungen („vom
derum andere können mit beiden tet, unterhalb, unweit, von Schwimmen kommen“, „im
gebildet werden („an, auf, hinter, - wegen, wegen, während, Vertrauen sagen“).
in, neben, über, unter, vor, zwi- zeit, zugunsten, zuzüglich, Dagegen neigen „die, der,
schen“). zwecks“ (vgl. Duden 619, den“ weniger zur Verschmel-
Sommerfeld/Starke 1998: zung.
144). Verhältniswörter geben an, wie
lokale Präpositionen: verschiedene Wesen oder Din-
Einige Präpositionen erfordern das „ab, an, auf, aus, außer, ge zueinander stehen, und
Bezugswort in einem bestimmten außerhalb, bei, bis, durch, zwar zur Angabe des Ortes
Kasus, andere Präpositionen kön- entlang, fern, gegen, ge- (lokal), des Zeitpunktes (tem-
nen zwei (Wechselpräposition) und genüber, hinter, in , inmit- poral), der Begründung (kau-
die Präposition „entlang“ kann ten, innerhalb, nach , na- sal) oder der Art und Weise
sogar drei Kasus (Genitiv, Dativ, he, neben, oberhalb, seit- (modal).“
Akkusativ) bedingen. Manche Prä- lich, über, um, unter, un-
positionen schwanken zudem, oh- terhalb, von, vor, zwi- temporale Präpositionen: „ab,
ne dass dies überhaupt einen Ein- schen“ (vgl. Duden an, auf, aus, außerhalb, bei,
fluss auf ihre Bedeutung hätte - Grammatik S. 611) bis, für, gegen, in, innerhalb,
dann hat man die freie Wahl mit, nach, seit, über, um, unter,
(„dank“, „laut“, „ab“). von, vor, während, zu, zwi-
schen“ (vgl. Duden Grammatik
2005: 612).
modale Präpositionen: „anstelle, auf, aus, außer, kausale Präpositionen:
bei, bis, an, bis auf, bis zu, für, gegen, gegenüber, „auf, aus, bei, durch, für, infolge, mit, nach,
in, mit, ohne, samt, (an)statt, unter, von, wider, zu“ trotz, über, um, um - willen, unter, von, vor,
(vgl. Duden Grammatik 2005: 612). wegen, zu“ (vgl. Duden Grammatik 2005: 613
Die 20 häufigsten Präpositionen im Deutschen:
in, mit, von, an, auf, zu, bei, nach, um, für, aus, vor, über, durch, unter, gegen, hinter, bis, neben,
zwischen (vgl. Duden 2005: 607ff.).

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