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»Es ist ein Skandal, die indigene

Bevölkerung als einen Haufen von


Reaktionären, Nazis, ja, verhinderten
Mördern zu verunglimpfen, sobald
sie mitbestimmen möchte, mit
welcher Sorte von Menschen sie in
ihrem eigenen Land
zusammenzuleben wünscht und mit
welcher nicht. Migranten sind keine
Touristen. Das hier ist immer noch
Deutschland und nicht Circus
Roncalli.«

Akif Pirinçci
© picture-alliance/dpa

AKIF PIRINÇCI
geboren 1959 in Istanbul, wurde
1989 über Nacht mit seinem
Katzenkrimi »Felidae« berühmt, der
als Trickfilm auch das Kinopublikum
eroberte. Seitdem folgten weitere
Bestseller wie »Der Rumpf«,
»Francis«, »Cave Canem«, »Yin«
oder »Die Damalstür«, der unter
dem Titel »Die Tür« mit Mads
Mikkelsen, Jessica Schwarz und
Heike Makatsch verfilmt wurde.

Akif Pirinçcis Romane haben sich


millionenfach verkauft und wurden in
17 Sprachen übersetzt.
IN DIESEM BUCH

rechnet Akif Pirinçci ab – mit


Gutmenschen und vaterlandslosen
Gesellen, die von Familie und Heimat
nichts mehr wissen wollen, mit einer
verwirrten Öffentlichkeit, die jede
sexuelle Abseitigkeit vergottet, mit
Feminismus und Gender
Mainstreaming, mit der
Gleichschaltung in den öffentlich-
rechtlichen Medien, mit dem sich
immer aggressiver ausbreitenden
Islam, mit seinen deutschen
Unterstützern und mit Funktionären
und Politikern, die unsere Steuern
wie Spielgeld verbrennen. Mit
heiligem Zorn bekämpft Pirinçci eine
korrupte, politisch korrekte Kaste,
die nur ihre eigenen Interessen
verfolgt. Seit fast fünfzig Jahren lebt
er in Deutschland, seinem geliebten
»Mutterland«, das ihm als Kind wie
das Paradies erschien und das er
nun am Abgrund sieht … Pirinçci hat
sein erstes Sachbuch geschrieben,
einen furiosen, aufrüttelnden und
brachialen Wutausbruch, ein mutiges
Unikat.

»Mit Verlaub, es ist mir völlig egal,


ob man mich einen Nazi schimpft
oder eine Klobürste!«

Akif Pirinçci
Deutschland, Deutschland spürst du
mich?
Heut’ nacht komm ich über dich – das
macht Spaß!
Das macht Spaß, das macht Spaß!
Markus, »Ich will Spaß«
INHALT

I. Deutschland, meine Mutter

II. Der Islam gehört zu Deutschland


wie die Reeperbahn nach Mekka

III. Angst ist eine Entscheidung

IV. Über die Frauen

V. Mit dem Arschloch sieht man besser

VI. Der deutsche Intellektuelle und wie


er die Welt sah – bevor er eine
Eisenstange
auf den Kopf bekam
VII. Das Schlachten hat begonnen

Anstatt eines Schlußworts


I.
DEUTSCHLAND, MEINE
MUTTER
Deutschland, o du goldenes Elysium!
Du kraftvoller Stier! Du bist die Macht,
die ganz Europa trägt! Du bist das
schönste aller schönen Länder! Du bist
das warme Licht des Südens und das
kühle Meer des Nordens, darüber die
sternenklare Nacht! Niemals möge der
Adler seine wachsamen Augen von dir
abwenden, und immerdar mögen seine
scharfen Fänge und sein starker
Schnabel dich beschützen! Du bist das
Paradies, und ganz gleich, wieviele
Hurensöhne dich noch verraten werden,
am Ende wirst Du sie alle überleben.
Wären wir bei einem Blogeintrag im
Internet, würde der Leser jetzt auf den
für Begriffsstutzige ausgedachten Zusatz
»Ironie off« warten. Von wegen, ich
meine es wirklich ernst! Dort, wo ich
herkomme, heißt die Heimat nicht
Vaterland, sondern Mutterland. Und so
nenne ich auch dich, meine Hübsche,
»Mutter«, auch wenn ich nur dein
Adoptivsohn bin. Aber du hast es mich
nicht spüren lassen. Keine Sekunde lang.
Wie augenschmeichelnd du
daherkommst. Grün bist du, oben vom
Flugzeugfenster aus betrachtet, grün,
nichts als grün, mit Einsprengseln von
pittoresken Dörfern, kleinen Ortschaften
und wenigen Großstädten, und selbst die
schwelgen in Grün. Ein einziger
Naturpark. Deine Wälder, deine
riesenhaften und geheimnisvollen
Wälder, in denen die deutsche Seele fest
verankert sein soll, in denen Arminius’
Herz blutete und sich einst Hänsel und
Gretel verirrten. Deine Seen, deine
Flüsse, dein Wasser – wußtest du, daß
das erste Mineralwasser aus einer
deiner Quellen in die Welt kam? Viele
Namen stehen für dich; der schönste ist
Grimm. Durch ihn nistest du dich ein in
die Seelen der Kinder, wo immer diese
auch leben. Beim Erfinden warst du
schon immer spitze. Du hast den
Computer vor dem Computer erfunden
und die Rakete vor der Rakete. Ohne
deinen Erfindungsgeist existierte nicht
die moderne Welt, wie wir sie kennen.
»Wir sind alles, ihr seid nichts!« Ironie
on. Aber nur ein bißchen. Denn mia san
mia!
Aber was ist los, Deutschland, liebste
Mutter? Du bist so bleich, du blutest ja!
Man hat sich an dir vergangen, sagst du?
Wie denn das? Man hat dir Leid
zugefügt, indem man dir deine Zukunft
gezeigt hat? Wie sah sie aus, deine
deutsche Zukunft?
Ah ja, jetzt sehe ich sie auch …
Am besten erkennt man den mentalen
Zustand eines Landes daran, wie das
Verhältnis zwischen Männlein und
Weiblein in der Öffentlichkeit verhandelt
wird. Das Mediale verleiht der Sache
Gewicht, und wenn man nur lange genug
debattiert, entstehen neue Normen, die
irgendwann auch zum Maßstab der
Politik werden. Und was könnte
wichtiger sein als das Verhältnis der
Geschlechter zueinander, dient doch die
bipolare Anziehungskraft zwischen
ihnen, die Liebe, der Sex und das
Zusammenseinwollen, in den
überwiegenden Fällen letzten Endes
einem Zweck, ohne den die Welt sich
nicht mehr weiterdrehen würde, nämlich
der Erzeugung von Kindern. Die
öffentliche Meinung hierzulande
ignoriert jedoch diese Binsenweisheit
aus ideologischen Gründen
geflissentlich oder beschäftigt sich
vorwiegend mit dem Abseitigen des
Sexus und lobpreist seine vielfältigen
Deformationen. Man darf in diesem
Land in einer Kneipe nicht mehr
rauchen, aber nach der eingeatmeten
rauchfreien Luft einer Kneipennacht und
deren süßer Folge ein Kind abtreiben.
Und die komplette linksversiffte Presse
applaudiert dazu.
Die Heterosexualität, also das
Starterset der Menschheit, das
»Normale«, wird entweder als ein Witz
oder als graue Zahlenkolonne
abgehandelt. Es sei denn, es dreht sich
um Muslims, da singt sogar der
Lederschwule von der taz das Hohelied
des Heteros und verteidigt Ayşes
Kopftuch mit Zähnen und Klauen, damit
sie nicht etwa durch das obszöne Zeigen
ihres Haares auf Schritt und Tritt, wie es
in Deutschland so der Brauch ist,
vergewaltigt wird. Ansonsten geht es um
Boris Beckers Pimmel-Abenteuer, heiße
Flirt- und Datingtips, mindestens einmal
im Jahr um das Beichtbüchlein einer
Nutte (geiler, wenn sie auch noch eine
Studentin ist), das nicht mehr steigerbare
Glück einer Patchworkfamilie,
Singlebörsen und immer wieder um den
zur Memme transformierten deutschen
Mann. Was den Nachwuchs betrifft,
soweit in der medialen Berieselung
überhaupt vorhanden, geht es um Kita-
Plätze (bloß weg mit dem Balg), weil
das Gehalt eines Ehepartners (komischer
Begriff) in diesem
Raubtiersozialismusstaat nicht mehr
ausreicht; um irgendwelche
Schulreformen aus der Trickkiste der
Behindertenpädagogik, damit das
Leistungsniveau derart tief absinkt, bis
auch der letzte Doof oder radebrechende
Türke ein Einser-Abitur bekommt und
schließlich um Ritalin. So wird das
Lebensmodell der Mehrheit der in
diesem Land lebenden Menschen zu
einem öden Brei heruntergedampft,
während die Figuren aus dem
Kuriositätenkabinett angeblich die
Moderne, ja die strahlende Zukunft
repräsentieren. Go fuck yourself!
Kein Wunder, daß die verblödeten
Hampelmänner und Hampelfrauen aus
der Politik angesichts solch eines
falschen medialen Bildes sich was vom
Pferd über Gender Mainstreaming
erzählen lassen, wonach das Geschlecht
ein gesellschaftliches Konstrukt sei,
nach dem Motto »Wenn meine Tante
einen Schwanz hätte, wäre sie mein
Onkel«. Oder daß die Kindersexpartei
Die Grünen Vergewaltigung in der Ehe
zu einem Phänomen epidemischen
Ausmaßes hochstilisiert, als fände sie in
jeder zweiten Doppelhaushälfte statt, wo
doch jeder Depp weiß, daß gerade
Eheleute (wieder so ein komisches
Wort) schon nach zwei Jahren Ehe
geradezu nach einer Vergewaltigung
betteln, weil im Bett nur noch tote Hose
herrscht. Und daß das Wort
»Betreuungsgeld« so intensiv gehaßt
wird wie die Wörter »Judenstaat« und
»Atomkraft«, weil es die ekelhaft
perverse, wenn nicht gar satanische
Assoziation von einer »Nur-Hausfrau«
heraufbeschwört, die sich um den
Haushalt, die Kinder und den Garten
kümmert, und das womöglich auch noch
freiwillig. Am Ende backt sie an
Weihnachten mit den Kleinen Plätzchen,
die Drecksau!
Wie es richtig geht, zeigt uns unser
Musterbundesland. Ist es nicht toll, daß
in Bayern (und in neun weiteren
Bundesländern) ein Landesverband der
Polizei für Schwule und Lesben (Vels-
Pol) gegründet wurde? Ich finde, das
wurde auch Zeit, so verweichlicht wie
die Polizei mittlerweile ist. Die
Meldung druckt jede Zeitung mit
stolzgeschwellter Brust ab, und auf dem
Gruppenbild sieht man die uniformierten
Homos mit euphorisch lachenden
Gesichtern, als hätten sie gerade drei
Tonnen Koks vom Laster herunter
beschlagnahmt. »Die Polizei ist ein
Querschnitt der Gesellschaft. Und
natürlich gibt es auch bei uns Schwule
und Lesben«, sagt der Sprecher der
Münchner Polizei Thomas Ruch. Doch
viele homosexuelle Beamte würden mit
ihrem Privatleben noch hinter dem Berg
halten, meint er. – Nee, echt jetzt? Ist ja
furchtbar. Wenn ich irgendwo falsch
geparkt habe, habe ich vom
Wachtmeister stets die Ansage vermißt:
»Sie stehen im Halteverbot – außerdem
bin ich stockschwul.« Es hätte das
Vergehen in einem anderen Licht
erscheinen lassen, weiß nicht, irgendwie
in einem metaphysischen oder so.
Noch vor nicht allzu langer Zeit haben
in Berlin zwei türkische Mitbürger mit
ihrem Protz-BMW einem Streifenwagen
den Weg abgeschnitten, weil der zwecks
Spurenerfassung eines Unfalls etwas
langsam gefahren ist, sind ausgestiegen
und haben den Beamten mit Schmackes
was auf die Fresse verpaßt (in der
Türkei übrigens hätten die beiden
danach noch exakt acht Sekunden auf
diesem Planeten verweilen dürfen,
bevor sie in eine bessere Welt
gewechselt wären). Selbst
herbeigefunkte Kollegen konnten die
beiden heißblütigen Verkehrsteilnehmer
aus »Südland« nicht beruhigen. Nach der
Feststellung ihrer Personalien durften sie
weiterfahren. Waren ja schließlich
Muslims. Auch hier hätte ein dezenter
Aufkleber am Heck der Streife mit dem
Hinweis »Schwuchtel an Bord«
bestimmt deeskalierend wirken können.
Ja, Mutter Deutschland, es ist unter
deinen Kindern heutzutage von
schicksalsentscheidender Wichtigkeit,
daß alles Geschlechtliche jenseits der
Heterosexualität, also des langweiligen
Normalfalls, eine Vergottung erfährt,
wobei meiner bescheidenen Meinung
nach das gepflegte Kinderficken
rätselhafterweise immer noch stark
benachteiligt wird. Allerdings arbeiten
die Grünen unermüdlich daran, die
Öffentlichkeit mit dem Inzestverbot als
etwas Gestrigem, Überholtem, ja
irgendwie Rechtsradikalem (diesem
Zauberwort werden wir in diesem Buch
noch sehr oft begegnen) zu penetrieren,
so daß eines nicht allzu fernen Tages der
Papa hoffentlich und endlich die eigene
Tochter knallen und die Mutter sich vom
eigenen Sohn lecken lassen kann.
Die Überhöhung der abnormalen
Sexualität, eines Nebenprodukts der
Natur, kommt aus der anarcholinken
Ecke und diente ursprünglich dem Ziel,
die verhaßte bürgerliche Gesellschaft
mittels anstößigen Zungenrausstreckens
der Lächerlichkeit preiszugeben und sie
in ihren Grundfesten zu erschüttern. Was
auch gelungen ist. Selbstverständlich
ging es zugleich um den Kampf einer
Minderheit, die nicht länger
diskriminiert werden wollte, wobei
dahingestellt bleibe, ob sie tatsächlich
derart drakonisch diskriminiert wurde,
wie es in inflationären Publikationen und
Filmen dargestellt und von der
offiziellen Geschichtsschreibung
behauptet wird. Die Kunst- und die
Modewelt waren und sind jedenfalls
ohne Homosexualität und noch bizarrere
Sexzugehörigkeiten undenkbar. Und die
Akteure dieser schillernden Welten sind
allesamt nicht einmal in den vergangenen
(dunklen) Jahrhunderten auf dem
Zahnfleisch gekrochen. Verharmlosen
will hier niemand etwas, doch diese
Zeiten sind längst passé, auch jene, in
denen Vermieter einen Mietbewerber bei
geringstem Verdacht auf eine obskure
sexuelle Orientierung von vornherein
abblockten. Heutzutage ist eher das
Gegenteil der Fall, seitdem sich
herumgesprochen hat, daß die Homos
und Lesben die zuverlässigeren,
stilvolleren und auch finanziell
bessergestellten Kunden sind.
Nein, die Sache mit dem »außerhalb
der Norm« hat sich inzwischen
verselbständigt, ist über das Ziel
hinausgeschossen und hat sich zu einer
sakralen Monstranz aufgebläht, die zu
kritisieren oder gar anzugreifen einer
Blasphemie gleichkommt. Ich kann mich
nicht genau entsinnen, aber so vor sieben
oder acht Jahren war das überhaupt nicht
talentierte und allein wegen seiner
Schwulenpropaganda von öffentlichen
Geldern existierende Junger-deutscher-
Film-Relikt Rosa von Praunheim bei der
Harald-Schmidt-Show eingeladen, und
das erste, was der sichtlich Gealterte
dem lustigen Harald und dem Publikum
total provokant mitzuteilen hatte, war,
daß er gerade aus der »Sauna« käme.
Dann knallte er ein von ihm
vollgespritztes Kondom auf den Tisch.
Woraufhin sowohl der lustige Harald als
auch das debile Publikum in ein
verständig dreckiges Lachen, vor allem
aber in einen tosenden Applaus
verfielen. Warum eigentlich? Hatte Rosa
gesagt, ich habe den Drachen getötet
oder ein für allemal den Krebs besiegt?
Ich war auch mal in die Harald-Schmidt-
Show eingeladen, und hätte ich dort auch
nur die leiseste Andeutung gemacht, daß
ich gerade eben aus dem Puff käme, und
hätte ich noch als Beweis ein von mir
vollgemachtes Kondom gezeigt, wäre
nicht nur das Gespräch auf der Stelle
beendet gewesen, sondern auch meine
gesellschaftliche sowie wirtschaftliche
Existenz. Sodom, ick hör dir tapsen.
Die Schwulis und Lesbis sind doch
eigentlich ein alter Hut. Seit der
Geisteskrankheit namens Gender
Mainstreaming, die mit Millionen und
Abermillionen in den Universitäten von
unserer irrlichternden Regierung
alimentiert und verbreitet wird, sind das
Geschlecht und die Geschlechtlichkeit
eine Art Knetmasse, deren Formgebung
anscheinend dem eigenen Blickwinkel
und momentanen Gutdünken obliegt. Da
gibt es ja noch diese seltsamen Wesen,
die ganz bestimmt mindestens die Hälfte
der Menschheit ausmachen und im
falschen Körper geboren sind, vor allem
diejenigen, die sich nicht entscheiden
können, welchem Geschlecht sie nun
angehören, so daß Komplett-Irre vom
Berliner Senat ihnen mit meinen
Steuergeldern allen Ernstes extra ein
öffentliches Klo gebaut haben. Und
dieser lachhafte und sehr teure Zoo wird
uns insbesondere vom Staatsfernsehen
und der von Gleichgeschlechtlichen
geradezu infiltrierten Politik nicht nur
als Gleiches unter Gleichen verkauft,
sondern als die Majorität im Lande.
Dann wollen wir doch mal schauen,
inwieweit Homosexualität eine ganz
»normale« Spielart des Lustlebens ist
wie eben die Heterosexualität, so daß
man medial-politisch mit der Energie
eines Triebtäters die Homoehe und das
Adoptionsrecht für diese Zielgruppe
durchzuboxen versucht. Um
Mißverständnissen vorzubeugen, sei
vorab gesagt, daß es mir keineswegs
darum geht, die Homosexualität als eine
verachtenswerte Angewohnheit oder gar
als eine üble Krankheit zu diffamieren
und Menschen mit dieser sexuellen
Orientierung einen verkommenen
Charakter zu unterstellen.
Homosexualität existiert, hat schon
immer existiert, auch in der Tierwelt.
Die Homosexualität zu verdammen wäre
das gleiche, wie wenn man die
Verästelungsstruktur eines Baumes
verdammen würde, nur weil sie dem
eigenen ästhetischen Empfinden nicht
behagt.
Wer sich aber einen Eindruck
verschaffen will, wie Sexualität in
Homomanier wirklich aussiehst, der
möge doch einfach mal am Christopher
Street Day in Berlin oder Hamburg
teilnehmen. Nein, ich meine nicht die
farbenprächtigen Federboa-
Barockperücken-Sadoledermasken-
Kettensklavenstolzes-
Lesbentittengesauge-Piercingoverkill-
Waschbrettbauchinflation-und-prächtige-
Kostümexplosions-Bilder vom anderen
Ufer, welche uns die davon begeisterte
Presse liefert, damit wir endlich
kapieren, was »Vielfalt« bedeutet. Das
beeindruckendste Foto ist übrigens von
Katrin Göring-Eckardt von dem komplett
überflüssigen Verein namens Bündnis
90 / Die Grünen, die
öffentlichkeitswirksam gern auf ihre
evangelischen, also religionsbezogenen
Wurzeln verweist, hier aber mit
hofierendem Blick zu einer Abnormität
namens Olivia Jones aufschaut, einer
giraffengroßen Mann-Frau mit einer
bizarren Perücke auf dem Kopf und
einer zügellosen Kamerageilheit –
kurzum, ich rede von einem Bild, das
mir einbleuen soll: Wehe, du findest die
Figuren in dieser Geisterbahn nicht
normal!
Nun kann man das Alltagsleben der
Heteros auch nicht an ihrem Verhalten
während des Kölner Karnevals messen.
Beides sind Ausnahmezustände des
Rausches. Doch während die Medien
noch das Abstoßendste und einem die
Schamesröte ins Gesicht Treibende im
Karneval lustvoll protokollieren,
verharrt die Kamera bei den Festen für
die andere sexuelle Orientierung und
Lebensart gerne oberhalb der
Gürtellinie, weil der Otto Normaldoof
sich im Glauben wiegen soll, die sind
wie wir, bloß ficken sie in ein anderes
Loch. Das ist ein Trugschluß, und zwar
ein so gründlicher, daß sogar den
Veranstaltern des Christopher Street
Day die Sache nicht mehr geheuer war
und sie an die Teilnehmer der
Veranstaltung appellierten, doch bitte auf
die umstehenden Familien, insbesondere
auf die Kinder in der Zuschauermenge
Rücksicht zu nehmen und von den
krassesten Sauereien in der
Öffentlichkeit abzusehen. Außerhalb der
schrillbunten Bilder dieser Festivität,
die ob ihres Phantasiereichtums und der
für Toleranz werbenden Botschaft
frohlockend durch die Medien wandern,
gibt es nämlich konträr andere, welche
der Zeit- oder Stern-Redakteur auf
keinen Fall in seinem Blatt sehen
möchte, weil seine Leserschaft sonst ein
kollektives Trauma erleiden würde.
Männer, die sich am Straßenrand
gegenseitig einen blasen, mit entblößten
Genitalien und aneinander fummelnd
durch die Gegend torkeln und Frauen,
die ihre Feminität à la Lesbos
offenkundig ebenfalls nur mit aggressiv-
obszönem Exhibitionismus feiern
können, als wollten sie der
heterosexuellen Welt zubrüllen, alles,
was uns ausmacht, ist Sex, Sex und
nichts weiter als hemmungsloser Sex! Es
ist, als hätte man diesen Leuten jene
Hirnregion wegoperiert, die für Scham
und Erkenntnis zuständig ist, und dafür,
daß wir, egal welcher Veranlagung,
keine Tiere sind und unser sexuelles
Geschäft tunlichst im Privaten
verrichten. Ist mir scheißegal, ob das
spießig klingt.
Worauf will ich hinaus? Bestimmt
nicht auf ein Outing als Homophober.
Von mir aus können die es mit Eseln
treiben (aber bitte im Stall). Ich möchte
nur die Verlogenheit einer sowohl von
den Medien als auch von der
toleranzbesoffenen Politik zur
Staatsräson gemachten, propagierten und
gefälligst als allgemein zu gelten
habenden Meinung aufzeigen, wonach
man jedes Lebensmodell als den anderen
gleichwertig zu betrachten habe, weil es
sich von diesen lediglich in der
Farbgebung unterscheide, mehr noch,
daß die grelleren Farben den pastellenen
moralisch überlegen und deshalb von
der Mehrheit als Vorbild anzubeten
seien. Ich werde im Folgenden noch auf
andere obskure Stellen in der »bunten
Republik« eingehen, die in ihrer
Gesamtheit die gesellschaftlichen
Stellschrauben Deutschlands sukzessive,
aber unerbittlich lockern, bis das ganze
Land geradewegs in die Jauchegrube
kippt. Doch ist das Mann-Frau-Ding das
Frappanteste, das man mittels
Auslassungen und Lügen zu einem
egalitären Cirque du Soleil umzudeuten
versucht. Mann und Frau und was daraus
entsteht, kurz, die zeugende
Heterosexualität, ist aber nicht
irgendeine Farbe unter anderen Farben
auf der Malerpalette, sondern die
Malerpalette selbst, von der alles
kommt. Sie ist sakral. Alle anderen
sollen sich erst mal hinten anstellen.
Die Homosexualität und alle ihre
unter- und Querformen können schon
deshalb keine gleichberechtigte Rolle im
Liebes- und Familienreigen einnehmen,
weil sie zuvörderst auf sich selbst
fixierte Formen der Sexualität sind. Das
medial verbreitete Bild von den Homo-
und Lesbenpaaren, die seit hundert
Jahren zusammenleben und sich die
Wohnung so geschmackvoll eingerichtet
haben, ist nichts weiter als Beschiß. All
diese ach so treuen Paare, insbesondere
die Männer, führen in Wahrheit
scheunentorweit offene Beziehungen, in
denen am laufenden Band, zuweilen
mehrmals am Tag, Seitensprünge
stattfinden, was mit des Wortes
ursprünglicher Bedeutung aber kaum
etwas zu tun hat, weil es sich dabei
weniger um romantische Affären als
vielmehr um kalt und anonym
konsumierten Sex handelt. Die öffentlich
zelebrierte Paarbindung spiegelt
lediglich die Sehnsucht nach familiärer
Wärme und großem Herzen, von dem
auch die Homosexuellen eins besitzen.
Freilich sind auch der heterosexuelle
Papi und die heterosexuelle Mami
heutzutage fleißig auf erotischen
Nebenpfaden unterwegs, was die hohen
Scheidungszahlen und vielen Trennungen
widerspiegeln. Aber verglichen damit
bringen es die Schwulen bei abseitigem
Sex mit untreue auf das Zehnfache.
Eine Lebensweise, die immerwährend
um Sex kreist, ist per se instabil.
Deshalb ist auch der traurigste Schwule
der alte Schwule. Denn Sex ist
notwendigerweise und leider, leider
sehr fest an Attraktivität und Jugend
gekoppelt. Die Selbstmordrate in dieser
Gruppe ist doppelt so hoch wie bei
Heteros, wobei der versteckte und
schleichende Suizid durch Drogen- und
Alkoholmißbrauch und das Phänomen
des sich unbewußt und
überdurchschnittlich In-Gefahr-
Begebens nicht mit eingerechnet ist. Bei
den Lesben sieht es besser aus, denn
diese haben ab einem gewissen Alter
überhaupt keinen Sex mehr, man nennt
das auch den »Lesbian Bed Death«.
Eigentlich logisch, denn hatte in der
Jugend die noch lodernde Libido sie in
die Rolle des immer fordernden und den
ersten Schritt tuenden sexuell aktiven
Mannes (mit zehnfach höherem
Testosteronspiegel) schlüpfen lassen, so
fällt es alternden oder alten Lesben im
Herbst ihres Lebens immer schwerer,
das voranpreschende, männliche
Sexverhalten zu imitieren. Na ja, bei den
Heteros sieht es in dieser Beziehung
vielleicht nicht anders aus.
Aus all den obengenannten Gründen
ist die Homoehe ein schlechter Witz. Sie
hat mit der Ehe in ihrer ursprünglichen
Bedeutung in allen Teilen der Welt null
zu tun. Eine Ehe heißt eben nicht, daß
zwei Leute miteinander wohnen und
ficken, meinetwegen auch einander
lieben. Das kann man heutzutage in
unseren Breitengraden auch so, ohne daß
man dafür einen staatlichen Vertrag
braucht, der Krankenhausbesuche und
Erbschaftsangelegenheiten regelt. Eine
Eheschließung ist ein offizielles und
feierliches (wenn auch extrem
brüchiges) Versprechen von Mann und
Frau, sich in eine über Jahrtausende
gewachsene, archaische und manchmal
melodramatische, meistens aber
ziemlich pragmatische Tradition
einzureihen, die den Zweck hat, eine
Familie zu gründen und das persönliche
Erbgut in geordneten, insbesondere in
sexuell geordneten Verhältnissen
weiterzugeben. Das Ganze hat mit der
Homosexualität und ihren anderen
Nebenarten so viel gemein wie ein
Schützenverein mit wild um sich
ballernden Cowboys.
Selbstverständlich befindet sich unter
denen, die eine Heteroehe geschlossen
haben, eine nicht unerhebliche Anzahl,
die bewußt kinderlos bleiben will und
die Sache aus romantischen oder
steuerlichen Gründen durchgezogen hat.
Diese Leute halten meine hier dargelegte
Einstellung vermutlich für altmodischer
als ein Grammophon. Da mögen sie
Recht haben, aber sie sollten bedenken,
daß es sowohl beim Grammophon als
auch beim iPod um die Wiedergabe von
Tönen geht, der Zweck also der gleiche
bleibt. Und so ist die Ehe vor Urzeiten
für die Stabilität einer Familie
»erfunden« worden und keineswegs,
damit man eine tolle Party namens
Hochzeit feiert und anschließend dem
Familienmodell »Papa, Papa,
Strichjunge« frönt. Ich persönlich halte
die Homoehe in unserer verrückten
deutschen Welt übrigens dennoch für
eine Supersache. Durch das dann fällige
Ehegattensplitting würde der Staat
nämlich weniger Steuern einnehmen,
haha!
Der Spaß hört allerdings beim
Adoptionsrecht für Homosexuelle auf.
Man möge mir ein Kind zeigen (keinen
Heranwachsenden oder Erwachsenen,
der in solchen Lebensverhältnissen
aufgewachsen ist und wie kürzlich in
Die Zeit wegen der Erwartungshaltung
des Interviewers total cool das plappert,
was dieser zu hören wünscht), dessen
sehnlichster Traum es ist, nur mit Vater
und Vater oder Mutter und Mutter
aufzuwachsen und das dabei nicht einen
seelischen Knacks abbekommt. Was für
eine Volksverarsche! Ja, ja, ich weiß, da
gibt es ja noch die vielen Freunde und
Freundinnen des »Elternpaares«, welche
die geschlechtlichen Role Models für
den Zögling faken, vermutlich Lesben
bei einem Homopaar und Schwule bei
einem Lesbenpaar: Willkommen in der
verdrehten Psychohölle des anything
goes.
Noch einmal zum Mitschreiben, ihr
Relativierer und all jene, die beim
Betrachten der Fotos von Elton John und
seiner »Familie« in der Bunten vor
Rührung zerfließen: Ein kleines
Mädchen träumt nicht davon, den als
Sissi verkleideten Papi auf den
Tuntenball zu begleiten, sondern davon,
daß er sich mit etwas so blödsinnig
Männlichem wie Automarken und ihrer
Leistung beschäftigt und dabei ihm, dem
Mädchen, eine Vision von dem Land
liefert, »Wo die wilden Kerle wohnen«,
es also auf eine Zukunft vorbereitet, in
der es sich wohl oder übel mit denen
wird herumschlagen müssen. Und ein
kleiner Junge findet es eben nicht so
prickelnd, wenn er nur zwei lesbischen
Glucken etwas von Militärpanzern
vorschwärmen kann. Was ist denn, wenn
Papi und Papi einmal ihre alten
Urlaubsvideos auspacken, und der
vierzehnjährige Max sieht, daß die
beiden früher nur in diesen exotischen
Ländern unterwegs waren, um
vierzehnjährige Mäxchen mit dunklerer
Haut mittels 20 Dollar zum
Schwanzlutschen zu überreden? Tja,
über die bösen, insbesondere dicken,
weißen Sexurlauber gibt es inzwischen
zig ganz doll investigative
Dokumentationen, aber keine einzige, in
der die aktivste Gruppe bei derlei
»Abenteuern« vorkommt.
Nein, es ist nicht alles schwarz und
weiß, und ich werde mich im weiteren
noch schützend vor unsere Schwulen,
Lesben und andere sexuell Abseitige
gegen den brandgefährlichen und sich
immer aggressiver ausbreitenden Islam
stellen. Denn eine Gesellschaft ohne ihre
Paradiesvögel, Abgründigen, Exzessiven
und eben Andersartigen ist eine im
Geiste arme und stinklangweilige, vor
allem keine innovative. Doch eine
Gesellschaft, die mit sich im reinen sein
will, sollte tunlichst bei solch
bedeutungsvollen Weggabelungen erst
mal innehalten und alles genauestens
überdenken, bevor sie sich von
Lobbygruppen – und die Schwulen- und
Lesbenlobby ist hierzulande die
mächtigste gleich nach dem
Beamtenbund – zu Entscheidungen
hetzen läßt, deren Folgen für ein
Menschenleben unabsehbar sind.
Ein ähnlicher Fehler wurde schon
einmal gemacht, nämlich als Aids die
öffentliche Bühne betrat: Durch den
immensen Druck der Schwulenlobby
wurde plötzlich Staatsknete gigantischen
Ausmaßes vorwiegend in dieses eine
medizinische Forschungsprojekt
umgeleitet. »Der herkömmliche Krebs
war auf einmal nicht mehr Teil der
Diskussion. Durch Aids wurden die
Ausgaben für Krebsforscher um etwa
die Hälfte gekürzt. Die
Brustkrebsaktivisten ahmten die Aids-
Aktivisten nach, bis hin zu den bunten
Bändern, so daß noch weniger Geld und
weniger Forscher für alle anderen Arten
von Krebs zur Verfügung standen. Wie
viele heterosexuelle und homosexuelle
Männer deshalb an Krebs sterben
mußten, wird niemand mehr jemals
erfahren.« (The American Spectator,
Dezember 1998)
Ich weiß, was Sie jetzt sagen wollen:
Hat denn dieses Land keine anderen
Probleme? Doch, hat es. Und ich werde
noch mit Skalpell, Machete und
Hackebeilchen auf sie eingehen. Aber
alles, wirklich alles auf diesem Planeten
beginnt damit, daß ein Männchen und ein
Weibchen Gefallen aneinander finden.
Der Rest ist Geschichte. Es beginnt
jedenfalls nicht damit, daß man jahrein,
jahraus medial künstlich hyperventiliert,
ob die katholische Kirche Homos trauen
darf und, wenn nicht, gebetsmühlenartig
»Wie schrecklich! Wie schrecklich!«
blökt, um den ganzen Schwachsinn
sodann zu einer die katholische
Moraltheologie nötigenden Frage
hochzustilisieren, von der das Schicksal
der Nation abhängen soll. Wen
interessiert der Scheiß?! Merkt’s euch,
ihr Homos samt euren pinken Freunden
von der Presse, die professionellen
Katholos mögen euch nun mal nicht, das
ist deren Geschäftsordnung. Findet euch
damit ab! Und ein Schwuler, der ums
Verrecken kirchlich heiraten will, hat
entweder eine Meise von der Größe des
Mondes oder die falsche Bibel gelesen
oder aber er will durch seine mittels der
Medien sakrosankt und unanfechtbar
gewordene Stellung, die er inzwischen
in der Gesellschaft angeblich innehat,
eine altehrwürdige Institution in die
Knie zwingen und sie beliebig und am
Ende nichtig machen. Bei der
evangelischen Kirche ist dies ja bereits
gelungen, und so sieht sie denn auch aus,
nämlich nach gar nix.
Aber was ärgere ich mich – meinen
Segen habt ihr.
II.
DER ISLAM GEHÖRT ZU
DEUTSCHLAND
WIE DIE REEPERBAHN
NACH MEKKA
Am Samstag ist I. zu einer Party
eingeladen, auf die er sich schon die
ganze Zeit freut. Es ist eigentlich ein
Wunder, daß man ihn eingeladen hat,
denn I. ist ein ziemlich unausstehlicher
Typ, den keiner mag. Im Grunde handelt
es sich auch nicht um eine richtige
Einladung. I. hat den Gastgeber, der ein
sehr gutmütiger und freundlicher Mensch
ist, so lange bekniet und bedrängt, bis
dieser die Einladung am Ende doch noch
ausgesprochen hat.
Bevor I. sich in der Nacht zum
Samstag ins Bett legt, schaut er noch
einmal kurz in seinen Terminkalender –
und stößt einen Wutschrei aus. Voll
Entsetzen stellt er nämlich fest, daß die
Party nicht am Samstag, sondern schon
am Freitag stattfinden sollte, also sich
gerade ihrem Ende zuneigen müßte. Er
hat sich im Datum vertan. Sofort rennt I.
aus dem Haus, setzt sich in seinen Wagen
und braust los. Denn er kann es nicht
verwinden, daß dieses von ihm so sehr
herbeigesehnte Ereignis ohne ihn
stattgefunden haben soll.
Als I. an seinem Ziel eintrifft, ist
schon drei Uhr vorbei, und die Party ist
in der Tat gelaufen. Die meisten Gäste
sind schon gegangen, und die wenigen,
die noch da sind, fläzen sich völlig
betrunken und zusammenhangloses Zeug
stammelnd in dunklen Ecken. Die
Putzleute sind schon im Anmarsch. Im
Hintergrund läuft leise Abschiedsmusik.
I. ist außer sich vor Empörung, den
ganzen Spaß verpaßt zu haben. Denn
nach den auf Schritt und Tritt stehenden
und rollenden ausgetrunkenen Flaschen,
den vielen Koksspuren auf dem
Glastisch und der beeindruckenden
Unordnung im Haus zu urteilen, muß hier
wirklich die Post abgegangen sein.
I. aber kann nicht akzeptieren, daß es
ist, wie es ist. Er macht den Gastgeber
ausfindig und setzt ihn in einer cleveren
Kombination aus Betteln, Drohen und
Schmollen unter Druck. Die Party dürfe
jetzt, wo er da sei, nicht zu Ende gehen
und müsse fortgesetzt werden, fordert er
aggressiv. Der Gastgeber, selbst
ziemlich betrunken und kaum mehr Herr
seiner Sinne und, wie gesagt, ein sehr
gutmütiger Mensch, läßt sich von I.
zermürben und willigt schließlich ein,
die Party ihm zuliebe fortzusetzen. Er
legt laute Stimmungslieder auf, bittet die
Kellner, neuen Champagner aufzufahren,
und gibt den Putzleuten Anweisung,
einstweilen zu pausieren. Dann trommelt
er ein paar Partyleichen zusammen und
zwingt sie auf die nette Art zum wilden
Tanz, als ginge es wie Stunden zuvor auf
die Klimax der Festlichkeit zu. Doch
diesmal ist alles lustlos und gekünstelt,
weil jeder körperlich und psychisch
spürt, daß der ganze Rummel überlebt
ist. Ein Gefühl der Unwirklichkeit
breitet sich aus. Es ist eher eine
Zombieveranstaltung denn eine Party,
was jetzt stattfindet, inszeniert nur für I.
Der aber glaubt tatsächlich, daß er die
Zeit zurückgedreht habe. I. ist wirklich
ein totaler Dummkopf …
Vielleicht haben es einige erraten:
»I.« ist der Islam in Europa bzw.
Deutschland, und die geile Party, die
längst vorbei ist, ist die einst große Zeit
der sowohl das Gesellschaftsleben als
auch noch den geheimsten Winkel der
Privatheit okkupierenden Religion darin.
Diese aufregende wie mörderische Zeit,
in der Menschen religiösen Dogmen, der
Willkür des Aberglaubens, dem Verlust
ihrer Intimität durch die vermeintliche
Allgegenwart einer Gottheit und der
Instrumentalisierung des Sakralen zum
Zwecke der Machtausübung ausgesetzt
waren, ist hierzulande längst Geschichte.
Lediglich großartige kulturelle
Manifestationen wie Kathedralen,
atemberaubende Gemälde und natürlich
die klassische Musik, deren Nährboden
grob geschätzt wohl zu drei Vierteln von
Gottes Spiritus gedüngt sein dürfte,
zeugen noch von ihr. Der Rest ist
Historie, selbstironisch gepflegte
Tradition, Gähnattacken auslösender
Lehrstoff für Gymnasiasten, Folklore.
Letztere allerdings nur, was das
Heimelige, das sogenannte
»Besinnliche« betrifft, eine Art Wellness
für die Seele, vor allem in der kalten
Jahreszeit.
Nur für die Muslims tut man so, als
spiele solch ein überholtes und
abgelegtes Abstraktum wie Gott in
unserem modernen Leben noch die
Hauptrolle. Es ist ein armseliges
Schauspiel im namen der »Toleranz«,
ein Wort, das mir inzwischen immer
mehr vorkommt wie eine zigmal
vergewaltigte Frau, die sich morgens
trotzdem hübsch zurechtmacht, um den
Schein zu wahren. Anders ausgedrückt,
unser Gott ist längst tot und tangiert
unser Denken und Handeln kaum noch,
während Allah quicklebendig und
ungerührt von der veränderten Lage
seine steinzeitlichen Befehle erteilen
darf, als wäre nichts passiert. Unter dem
Deckmäntelchen der Religionsfreiheit
kehrt etwas nach Deutschland zurück,
das wir längst überwunden glaubten.
Wieso eigentlich? Ich hatte schon
erwähnt, daß der »Gastgeber« ein sehr
gutmütiger Kerl ist. Aber so einfach ist
die Angelegenheit leider nicht. Es hat
tiefere Gründe, warum unser
ungebetener Gast mit lauter Haltungen,
die wir längst für abgehakt hielten, in
unserem schönen und schön
säkularisierten Land ungehindert
ausbreiten darf. Ich weiß, ich höre mich
an wie ein sogenannter Islamhasser. Ja,
das bin ich denn wohl auch! Warum soll
man einen vor Urzeiten frei erfundenen
Kram nicht hassen dürfen? Es ist auch
nicht verboten, Batman zu hassen oder
Mr. Spock oder Mickey Mouse, allesamt
fiktionale Gestalten. Nur weil fünfzig
Millionen der Meinung sind, daß es
einen Yeti gibt, ist das noch lange kein
Beweis für dessen Existenz. Diese
fünfzig Millionen glauben nämlich auch,
daß Aliens regelmäßig in ihrem
Vorgarten landen. Deshalb nennt man das
Ganze ja auch Glaube und nicht Wissen.
Und alle Kritik fängt mit der
Religionskritik an. Hätte man die
christliche Religion auf diesem
Kontinent nicht vor Hunderten Jahren zu
kritisieren, zu hinterfragen, zu bespotten
und zu verdammen angefangen, säßen
wir immer noch ganz mittelalterlich in
unseren Fäkalien, und der Papst würde
uns zeigen, wo es im Leben langgeht.
Das Recht, gottlos und freien Geistes zu
leben, wurde einst mit Blut erkämpft.
Soll das alles umsonst gewesen sein?
Würde ich sagen, ich hasse Jesus
Christus, würde der Leser allmählich zu
gähnen anfangen, irgendwann dieses
Buch zuklappen und nicht mehr
weiterlesen. Es wäre einfach langweilig.
Denn wie ich bereits erwähnte, spielt
Jesus in unserem Leben nur noch die
Rolle des Pausenclowns, dem man voll
besinnlich auf Beerdigungen,
allweihnacht- und allösterlich sowie bei
den größten Schlafsack-Fick-Events
ever namens Kirchentagen in Margot-
Käßmann-Gaga-Reden und in dem
Radio-Dauerbrenner Always Look on
the Bright Side of Life von Monty
Python begegnet. Wieso soll man die
Privatbelehrungen, die Mohammed bei
Allah und Abraham bei Jehova
angeblich erhielten, ohne daß es davon
eine gestochen scharfe Blue-ray-
Aufnahme als Beweis gibt, nicht
gleichermaßen kritisieren, hinterfragen,
bespotten und verdammen dürfen?
Die Antwort ist ganz simpel: Weil
dann die Anhänger a) mächtigen Ärger
machen, b) mit Gewalt drohen und c)
den Kritiker am Ende auch töten würden,
ich meine so richtig mit Blut und so. Das
und nichts anderes ist in Wahrheit des
Rätsels Lösung, weshalb unsere »Der-
Islam-gehört-zu-Deutschland«-Politiker,
die Multikulti-Engel aus dem
Rotweingürtel, der auf doof tuende
Oberstudienrat (der was von
Religionsfreiheit im Grundgesetz faselt,
während er gleichzeitig mit dem
grunzenden Geifer eines Kinderfickers
die Kinderfick-Machenschaften der
Kirche anprangert), der linke Journalist,
dessen sechzehnjähriger Sohn inklusive
seines Kiefers in der U-Bahn bereits
eine Kostprobe von Allahs Macht
erfahren durfte, und der Pastor in seiner
gotischen Kirche, dem ständig der
heilige Geist des Abfackelns durch
»Jugendliche« droht, weshalb sie alle
mit dem heiligen Drang eines
Kackwurst-Gebärenden begrüßen, daß
unsere muslimischen Mitbürger endlich,
endlich aus ihren »Hinterhofmoscheen«
herauskommen und mitten in Köln-
Ehrenfeld unbedingt ein aufdringlich
protziges Korankraftwerk errichten
sollen dürfen. Und diese Angst ist der
einzige Grund, weshalb man ihnen auch
sonst alles durchgehen läßt, ihre
verschleierten Frauen, zu denen bereits
Vierjährige gehören, ihr flegelhaftes
Benehmen, ihre Arroganz und last but
not least das ständige Handaufhalten bei
Papa Sozialstaat. Schluß mit der
Schönfärberei!
1969 sind meine Eltern mit uns
Kindern und einem Pappkoffer in der
Hand in dieses Land gekommen. Die
Türkei bot uns nichts, keine Chance,
keine erste und keine zweite, einfach gar
nichts. Wir waren so arm, daß wir uns
am Ende nicht einmal mehr Holz oder
Kohle zum Heizen für den Winter leisten
konnten. Wir empfanden es als ein
unfaßbares Geschenk, daß Deutschland
uns aufnahm. Hätte man uns gebeten, wir
hätten ihm auf den Knien gedankt. Aber
das tat man nicht. Man gab uns nur zu
verstehen: Arbeitet, geht zur Schule,
macht etwas aus eurem Leben, ihr seid
uns nichts schuldig, außer vielleicht, daß
ihr ein produktiver, kreativer und
bereichernder Teil dieses Landes werdet
und hier sogar Wurzeln schlagt, wenn es
euch gefällt. Meine Eltern waren keinen
einzigen Tag ihres deutschen
Berufslebens arbeitslos; daß der Staat
Sozialhilfe an Leute auszahlt, die einfach
gar nichts tun, erfuhren sie erst Mitte der
achtziger Jahre, als sie längst wieder in
die Türkei zurückgekehrt waren und dort
ihren Lebensabend genossen.
Unsere Familie hatte weder die Muße
noch das Interesse, sich mit der Religion
zu beschäftigen. Die Erarbeitung von
bescheidenem Wohlstand und das
Schaffe-schaffe-in-der-Türkei-Häusle-
Baue standen im Vordergrund, der
Gastarbeiter-Klassiker halt. Ja,
irgendwo waren wir dem Namen nach
islamischen Glaubens, waren alle da
reingeboren worden, so wie man in das
hiesige Christentum reingeboren wird,
wenn die Ahnen dem Verein entstammen.
Aber sonst? Schon gar nicht wären
meine Eltern jemals auf die Idee
gekommen, ihr deutsches Umfeld, das
ihnen immer wieder selbstlos unter die
Arme griff, vor allem bei der
Wohnungssuche und in
Schulangelegenheiten der Kinder, mit
ihrer Religion zu belästigen und ihm auf
den Sack zu gehen.
Waren wir in der Heimat jedoch noch
Kultur-Muslims gewesen, verflüchtigten
sich in deutschen Landen auch die letzten
Spurenelemente der Religiosität aus
unserem Familienleben, vor allem bei
uns Jungen. So ging es wohl fast allen
eingewanderten Türken meiner
Generation. Wir glaubten fortan an
Genesis und Pink Floyd, die ganz
Doofen an ABBA, wie wir, die ganz
Schlauen, damals empfanden – wofür
ich mich nachträglich aufrichtig
entschuldigen möchte (insbesondere bei
Agnetha Fältskog, auf die ich in
Wahrheit damals heimlich ständig
onanierte). »Der Prophet« hat uns
genauso rasend interessiert wie Opas
Stinkstiefel. Ja, alles hätte so schön
werden können. Wir, die Abkömmlinge
der Eingewanderten, wären im
deutschen Strom, der in keiner Minute
seiner Geschichte so »rassenrein«
gewesen war, wie sich zuweilen ein
»Rassedeutscher« in seinen feuchten
Träumen einbilden mag, ein- und
untergetaucht, und der deutsche Strom
wäre dadurch tatsächlich »bunter«
geworden, um ein inzwischen komplett
pervertiertes Wort zu gebrauchen,
welches zu jener Zeit noch in seiner
ganzen Unschuld dastand.
Unsere Generation türkischer
»Migranten«, die wir uns überhaupt
nicht als solche verstanden, löste sich
immer mehr von ihren Machovätern, die
in der Familie ein Tyrannenregime
errichtet hatten, die von den hohlen
Sagen und Legenden und mit viel
Goldstaub von der astreinen alten
Heimat erzählten, ohne zu begründen,
warum man nicht einfach dageblieben
war, und von der muslimisch-
orientalisch-autoritär-türkischen
Mentalität. Ich schwöre, daß ich in den
Siebzigern kein einziges türkisches oder
arabisches Mädchen mit Kopftuch
gesehen habe, geschweige denn im
Schleiergewand. Jeder Jugendliche
dieser Herkunft konnte in perfektem
Deutsch parlieren, selbst auf der
Hauptschule, von der ich meinen
einzigen Abschluß in irgendwas
vorweisen kann. Okay, die damalige
Hauptschule war ja auch die
Gesamtschule von heute; wir mußten
sogar ellenlange Aufsätze schreiben
anstatt wie dieser Tage einfach den
Vornamen tanzen. Irgendwelche
sogenannte Hinterhofmoscheen, von
denen es bestimmt welche gab, die wir
aber nie zu Gesicht bekamen, wären uns
jungen Türkischstämmigen wie Grüfte
von Ghulen vorgekommen. Natürlich gab
es die bekopftuchte Oma und den sich
dank des Holzwurms in Auflösung
befindlichen Koran in einer seit langem
nicht mehr gelüfteten Schublade. Doch
sah man derlei »Artefakte« nicht auch im
Heimatmuseum, das man gelegentlich
mit der Klasse besuchte?
Nun mag ein von Soziodokus des
WDR hirngewaschener Trottel, der jede
beliebige Kultur auf der Welt höher als
die westliche einschätzt (die da ist die
freiheitlichste seit Menschengedenken),
fragen, ob es denn sinnvoll sei, sich
selber die eigenen Wurzeln so radikal
abzuschneiden (diesen Pflanzenvergleich
verwendet der Grün- und Gutmensch
sehr gerne, weil er zum einen selbst für
Analphabeten ein verständliches Bild
darstellt und zum anderen zu den
unbewiesenen Schwachsinnstheorien
von Soziologieprofessoren paßt, die
über Hammer-Pensionsansprüche
verfügen, auch wenn sie ihr Lebtag in
einer Tour nur Mist geredet haben). Die
Antwort lautet: Ja, wenn die Wurzeln
Mist sind!
Eine Identität, die eine ethnische,
religiöse, nationale und wie auch immer
geartete Zugehörigkeit zu einem Stamm
simuliert, gibt es in Wahrheit nicht – in
der Evolution. Das ist old
beziehungsweise wrong school nach
Konrad Lorenz mit seiner längst
widerlegten »Arterhaltung«. Es gibt
nachweisbar nur »das egoistische Gen«
(Richard Dawkins), sprich, jeder ist auf
seinen Vorteil aus, um sich so oft wie
möglich fortzupflanzen, auch wenn er ein
Kondom oder die Pille benutzt, um es ja
nicht darauf ankommen zu lassen. Das
interessiert das grobschlächtige
Evolutionsprogramm nicht die Bohne,
weil es nur ein einziges blödes, aber
enorm effektives Werkzeug kennt: Sex. In
summa wird schon etwas fürs Programm
rausspringen.
Das ist auch der wahre Grund, warum
Ahmet überhaupt kein Problem damit
hat, flugs auf süper westlich agierendes
Individuum umzuschwenken, wenn ihm
eine Deutsche signalisiert, mit ihm ins
Bett hüpfen zu wollen, dann aber sich
ebenfalls flugs zum anatolischen Macho
zurückzutransformieren und darauf zu
bestehen, daß seine Importbraut aus
Anatolien gefälligst noch Jungfrau zu
sein habe. Offenkundig kann man den
»Wurzelschalter« doch aus- und
anknipsen, je nach eigenem Vorteil.
Wenn der schnelle Fick winkt, spielt die
Herkunftskultur plötzlich gar keine Rolle
mehr. Im übrigen läuft niemand als
(ehemaliger) Türke oder Eskimo durch
die Welt, denn man scannt nicht alle
naselang seine sogenannte Identität ab
und handelt danach, mal ganz abgesehen
davon, daß die meisten in Deutschland
lebenden Muslims hier geboren sind und
die westliche Lebensweise sehr zu
schätzen wissen.
Das, was heutzutage als die kulturelle
oder religiöse Identität bezeichnet wird
und nach Lesart der Multikulti-Kirche
als unantastbar gilt, ist bei genauerem
Hinsehen eine Einladung zur Simulation
eines vorgefertigten Bildes des
Migranten, selbstverständlich eines
muslimischen Migranten, denn
Buddhisten oder Taoisten interessieren
nicht, weil sie ja keinen Ärger machen.
Dieses schimärenhafte Bild wird
aufrechterhalten von einer
milliardenschweren, von soziologischen
Quatschbehauptungen durchdrungenen
und bewußt romantisierenden
Betreuungsindustrie, die sich dank des
unerschöpflichen Steuergeldflusses
metastasenartig ausbreiten durfte.
Zu theoretisch? Okay, hier ein
praktisches Beispiel: Wenn ein
deutscher Vater irgendwann merkt, daß
seine Tochter in ein Alter gekommen ist,
in dem sie von Jungs sexuell ausgenutzt
und emotional verletzt werden könnte, so
muß er ihr dennoch die Freiheit lassen,
in diesem heiklen Lebensabschnitt ihre
eigenen Erfahrungen zu sammeln. Er muß
diese Angst um seine liebe Kleine
einfach aushalten, weil das
gesellschaftliche Umfeld, in dem er sich
bewegt, höchst seltsam reagieren würde,
täte er es nicht. Ja, vielleicht würden im
entgegengesetzten Falle sogar bald die
Lehrer des Mädchens, gar das Jugendamt
einschreiten und ihm verklausuliert mit
Konsequenzen drohen, falls er seiner
Tochter den Einstieg in ihre sexuelle
Selbstbestimmung verböte.
Ein Muslimvater hat seine Tochter
nicht weniger lieb. Sobald er sich
jedoch in der gleichen Situation befindet
und die Angst um seine unerfahrene
Tochter in ihm aufsteigt, kann er ihr mit
dem Hinweis auf seine Religion die
sexuelle Impulse aussendende Kleidung
der heranwachsenden Mädchen, den
Discobesuch und überhaupt jeden
Kontakt mit Jungen verbieten. Und
keiner wird es ihm verübeln. Das ist nun
mal bei den Muslims so, wird dann der
Tenor sein. In Wahrheit aber geht es um
den Vorteil des Vaters, nämlich um den
recht infantilen Wunsch, das
krisengeschwängerte, ja, auch
gefährliche Altersstadium einer
Pubertierenden mit einer Handbewegung
wegzuwischen und sich diese
angstgeladene Last vom Halse zu
schaffen. Es ist so, wie Klein Moritz
sich das Erwachsenenleben vorstellt:
Jede Krise, jede schwierige Phase und
jede Zumutung, die das Dasein auf
diesem Planeten nun einmal mit sich
bringt, wird durch ein vermeintlich
göttliches Regelwerk auf dem
Problemlösungsniveau eines
Kleinkindes abgehandelt. Eifersucht,
Trennung, Überdruß, sexuelle
Frustration, Eigeninitiative,
Selbstbestimmung, alles regelt auf den
ersten Blick die Allah-App, doch wenn
man genauer hinsieht, ist es das
Unvermögen, sich auf das immens
schmerzliche, aber auch immens schöne
Abenteuer namens Leben wirklich
einzulassen. Die Toleranzindustrie
imitiert die willfährige Amme und
legitimiert das Ganze auch noch. So
wird Bruce Willis’ sarkastische Antwort
auf die Frage von damals, was er denn
zu tun gedenke, wenn seine
pubertierende Tochter sich jetzt mit
Jungs einlassen würde, zur blutigen
Realität: »Den ersten erschieße ich, und
dann hoffe ich, daß sich das
herumspricht.«
Der Islam und seine sich heutzutage
zeigende Lebensweise hat im Vergleich
zu der unübersichtlichen Lebensart des
Westens sehr viel mit den originären
Aspekten der Evolution, der genetischen
Disposition seiner Herkunftsländer, dem
sogenannten »Baldwin-Effekt«, also der
Selbstzüchtung von Gemeinschaften
durch kulturelle Umstände, vor allem
jedoch mit den durchschnittlichen
Intelligenzquotienten der ihm
huldigenden Menschen und Völker zu
tun. Doch bleiben wir einstweilen in der
Zeit meiner Jugend und rollen die
Geschichte von hinten auf.
Davor aber noch eine
Zwischenbemerkung. Wenn ich hier von
Muslims spreche, so meine ich damit
diejenigen, die den Islam auch
tatsächlich praktizieren, demonstrativ in
die Öffentlichkeit tragen und sich in
seinem Namen eine menschen-,
insbesondere frauenverachtende
Sonderstellung erdreisten. Das sind nicht
wenige, aber bei weitem nicht die
Mehrheit der in diesem Land lebenden
M-People. Ein überwältigend großer
Teil von ihnen ist mit den hier
vorgegebenen Sitten, Gebräuchen und
Gesetzen völlig d’accord, ein anderer
Teil von ihnen wiederum bedient sich
immer noch der archaischen
Restgepflogenheiten ihrer Heimatländer
(ich sage bewußt Heimat und nicht
Herkunft, weil dies ein von der
Multikulti-Front erfundener
Manipulationsbegriff ist, um Migranten
gleich anonymen Paketsendungen ohne
jedweden Bezug zum Absender und
dessen vielleicht unsympathischen
Attributen wie gerade aus den Tiefen des
Alls gebeamt erscheinen zu lassen), die
nicht gerade in die deutsche Landschaft
passen und auch nicht unbedingt religiös
zu verorten sind, vielmehr ein rustikales
Savoir-vivre pflegen. Vielleicht ist das
ja ein Gewinn, verglichen mit dem
inzwischen durch Schizo-Theorien von
zumeist lesbischen Gender-Aktivistinnen
und gealterten Emanzen der
Lächerlichkeit, Verachtung und
schlußendlich der Vernichtung
freigegebenen Mannsein. Ich für meinen
Teil spüre, wie ich immer türkischer
werde, je mehr ich altere. Die Damen
finden es jedenfalls wunderbar. Haben
wir das jetzt geklärt?
Ende der siebziger Jahre ereignete
sich etwas, was die sich immer mehr
und immer schneller von alten
Denkmustern emanzipierende westliche
Welt für unmöglich gehalten hatte. Ein in
Wahrheit vollkommen unbedeutendes
(Dritte-Welt-) Land namens Iran, das der
Welt nix zu bieten hatte außer Öl und
Teppichen, brach eine islamische
Revolution vom Zaun, es wurde zum
Gottesstaat. Hä, Gottesstaat? Selbst das
Wort kam damals in unserem Vokabular
nicht vor. Wir hatten gehört, daß
dergleichen vor 500 Jahren oder so
unheimlich »in« gewesen war. Die
Lebenserwartung war entsprechend kurz,
denn es versteht sich von selbst, daß
man sich den lieben langen Tag nicht mit
Elfen und Kobolden und einem
Superdupertyp mit dem Nickname
»Gott« beschäftigen und gleichzeitig
nach einem fiebersenkenden Mittel für
kranke Kinder suchen kann. Das eine
schließt das andere aus. Auch heute und
ewiglich.
Es war ein Schock für die ganze Welt,
daß ein Kulturvolk wie die Perser
mehrheitlich und freiwillig ins
Mittelalter zurückkehren wollte, auch
wenn der Auslöser für diesen
Rückwärtsgang aus dem Drang nach
Befreiung von dem diktatorischen
Regime eines Schahs erwuchs. Nicht
ungewöhnlich für diese Breitengrade.
Aber was noch viel bedeutender ist:
Ungefähr zur selben Zeit, eher ein klein
wenig zuvor, erschien das Album
Saturday Night Fever von der
Popgruppe Bee Gees, die das
Lebensgefühl der Menschen in der
westlichen Welt nachhaltiger beeinflußte
und veränderte als ein bigotter Chomeini
(„Ein Mann kann sexuelle Lust auf ein
Kind so jung wie ein Baby haben.
Jedenfalls sollte er nicht eindringen,
wobei Sexspiele erlaubt sind.« –
Ayatollah Chomeini in seinem
Rechtslehrbuch Tahrirolvasyleh, 4.
Band, Gom/Iran, 1990). Die Disco-
Songs beendeten metaphorisch die
hippieske Ära der Glamourlosigkeit und
Leistungs- und Konsumfeindlichkeit der
siebziger Jahre (Ausnahmen: David
Bowie und Bryan Ferry) und brachten
ein atemloses Vibrieren unter die Leute
und den Sinn für Stil wieder zurück. Die
Bee Gees, als kleine Genies, die sie
waren, ebneten so mit einer einzigen LP
emotional den Weg für uns junge Leute
in die beginnende aufregende und
ekstatische Zeit der Achtziger. Der
Materialismus begann wieder zu
obsiegen, das ach so verhaßte, doch
insgeheim bewunderte Wort Yuppie
machte die Runde, die Mädels stellten
wieder was Raffiniertes mit ihren
Haaren an, anstatt sie wie Ali MacGraw
schlaff und öde bis zum Hintern wachsen
zu lassen, und allein die Musik- und
Modeindustrie erwirtschaftete im neuen
Jahrzehnt in einem Kreativitätsorkan
atemberaubenden Ausmaßes so viel
Wohlstand wie alle Industrien in den
Siebzigern nicht. Weder die Zurück-zur-
Moschee-Clowns noch der Punk hatten
der Welt die Initialzündung für eine
Zeitenwende beschert, sondern einzig
und allein die Bee Gees mit ihrer coolen
Musik.
Aber anstatt die von den Bee Gees
angestoßene Kulturrevolution unter die
Lupe zu nehmen, beschäftigten sich die
Medien, insbesondere deutsche, zu jener
Zeit geradezu zwanghaft und alle
naselang mit der »Kulturrevolution« im
Iran. Wieso? Gut, Iran hatte ein bißchen
Öl – das ist übrigens auch fast das
einzige, was die dort außer einem
berüchtigten Foltergefängnis heute noch
besitzen. Aber wäre die Welt ohne Iran
ölverdurstet? Nee! Selbstverständlich
werden jetzt Experten was von
»geostrategischer Lage«, »Einfluß in der
Region« und – kotz und würg –
»Nahostpolitik« faseln. Es ist jedoch nur
das typische Peter-Scholl-Latour-
Geschwafel, das markt- und
talkshowgängig die Wichtigkeit, Brisanz,
Hochexplosivität und die angeblich
außer Diskussion stehenden
Auswirkungen der Vorgänge in dieser
Gegend auf unser Leben suggeriert, ohne
dafür auch nur einen einzigen Beweis zu
liefern. Wie brandgefährlich die Typen
da unten sind, hat man ja studieren
können, als im Irak-Krieg die
Amerikaner das ganze Land ohne
nennenswerte Verluste innerhalb von
drei Wochen einnahmen, wobei sie noch
eine Woche lang von einem Sandsturm
daran gehindert wurden. Na, wer hat den
größeren Schwanz?
Hat man im letzten Jahrtausend je von
einer Erfindung, gar einer
epochemachenden, aus einem
islamischen Land gehört? Gibt es auch
nur einen einzigen Staat, über dem Allah
schwebt, welcher es mit der
Wirtschaftskraft des so unscheinbaren
Norwegen aufnehmen könnte? O Pardon,
ich habe mich falsch ausgedrückt, die
Frage sollte lauten, sind alle islamischen
Länder in der Region
zusammengenommen, einschließlich
Saudi-Arabien und Katar, in der Lage, es
mit der Wirtschaftskraft Norwegens
aufzunehmen? Nö! Geben sie wenigstens
kulturell den Ton an, bei der
Veröffentlichung von Büchern, bei der
Musik, beim Film, im Philosophischen?
Okay, Lawrence von Arabien ist immer
noch ein grandioser Streifen, und die
Terroristen-Thriller sind wirklich
spannend – ach so, die sind ja auch der
Kreativität des »weißen (und jüdischen)
Mannes«, ergo der »Ungläubigen«, zu
verdanken. Sind die Mohammed-Fans
zumindest liebenswürdige, charmante
und total interessante Leute, so daß wir
uns gar nicht mehr einkriegen, sie bei
uns willkommen heißen zu dürfen? Ja –
wenn man ein Masochist ist. Fuck,
woran liegt es dann, daß sämtliche
Medien inzwischen mehr als die Hälfte
ihrer Inhalte diesen – gelinde gesagt –
unkreativen widmen?
Um die Diskrepanz zwischen der
masturbationsartigen Beschäftigung der
deutschen Medien mit dem Islam und der
islamischen Realität zu verdeutlichen,
noch eine Frage: Warum wird im
Oktober 2013 das Marmorrelief eines
nackten Mannes mit gut sichtbarem Penis
vor dem Eingang des Verhandlungssaals
im UNO-Gebäude in Genf hinter einem
weißen Vorhang verborgen, um damit
prophylaktisch Rücksicht auf die
Gesandten des islamischen Staates
anläßlich der Verhandlungen über das
iranische Atomprogramm zu nehmen?
Wenn diese Pfeifen Anstoß an dem
Marmorpimmel genommen und auf dem
Absatz kehrtgemacht hätten, hätte man
ihnen ja einfach nachrufen können:
»Dann eben nicht, ihr Zuheißgebadeten!
Dann machen wir halt aus eurem Land
einen großen Parkplatz, und danach lebt
ihr mindestens dreißig Jahre nicht im
Mittelalter, sondern gleich in der
Bronzezeit! Das können wir, das geht
ganz fix! Und den Marmorpimmel
werden wir nicht nur weiterhin
öffentlich präsentieren, sondern auch
noch so richtig schön polieren, damit er
jedem ins Auge sticht!« und weshalb
kommt in den meisten Kindergärten kein
Schweinefleisch mehr auf den Tisch, bei
dessen Verzehr die kleinen Muslimis in
die Hölle zu fahren drohen, und muß in
skandinavischen Ländern wie allmählich
auch in unserem Land aus Rücksicht auf
den Islam Weihnachten in Winterfest
umbenannt und die dazugehörige
Dekoration auf öffentlichen Plätzen
solcherart abstrakt umgestaltet werden,
daß Jesu Geburt Assoziationen an das
Märchen von der Schneekönigin, eher
jedoch an gar nix weckt?
Sollen hier Leute untertänigst hofiert
werden, die endlich den Durchbruch in
der kalten Fusion bewerkstelligt haben
oder einen Quantensprung in der
Konstruktion der neuen Generation der
S-Klasse von Mercedes? Oder verhält
es sich nicht vielmehr so, daß wir
staatlich verordnet und mit der Drohung
von Gefängnisaufenthalt irgendwelche
Leute freudig begrüßen sollen, die ohne
Not von unseren Steuergeldern leben,
und zwar nicht nur hier, sondern über die
Entwicklungshilfe auch in ihren eigenen
Ländern? Wenn dem so ist, dann regieren
dieses Land Bekloppte, gewählt von
Bekloppten. Ich weiß schon, was jetzt
kommt: »Populist« und »Haßprediger«
und solcherlei vorgestanzte
Drohschablonen und winkende
Zaunpfähle zur Existenzvernichtung. Ist
mir scheißegal, wenn ihr mich so
bezeichnet, weil ihr ganz genau wißt,
daß meine Worte wahr sind, aber nicht
aus eurem andressierten
Gutmenschenkorsett rauskönnt oder
meinen Argumenten nichts
entgegenzusetzen habt!
Was also ist der Grund, warum man
vor dem Islam so buckelt und sich ihm
kniend und mit dem Arsch voran nähert?
Vielleicht sich gegenseitig befruchtende
Doofheit? Wohl eher die Angst, die ich
anfangs beschrieben habe.
Es ist in diesem Lande (wie auch im
restlichen Europa) nichts
ungewöhnliches mehr, daß fast
ausschließlich aus muslimisch-
migrantischen Kreisen stammende
»Jugendliche«, die nach der neuen
Zeitrechnung der sozialpädagogischen
Witzjustiz auch schon mal gut und gern
30 Jahre alt sein können, aus nichtigem
oder überhaupt keinem Anlaß Deutsche,
ungläubige oder Nicht-wie-sie-Seiende
anpöbeln, angreifen, verletzen und
ermorden, ohne daß die Politik davon
Notiz zu nehmen bereit ist. Die erste
Ursache für dieses Wegschauen und
Verschweigen basiert auf einer Lüge, die
inzwischen im öffentlichen Diskurs zum
sakrosankten Tabu geworden ist und von
den Propagandisten der links-grün
gestrickten, also fast aller Medien selbst
unter Aufopferung der eigenen Kinder
bis an die Grenze einer Geisteskrankheit
mit Zähnen und Klauen verteidigt wird,
nämlich, daß unkontrollierte, namentlich
die islamische, sprich rückständige
Zuwanderung stets einen Nutzen für die
Einheimischen bringe, obwohl jeder mit
eigenen Augen schon im Straßenbild das
genaue Gegenteil davon erkennen kann,
ganz zu schweigen von den üppigen
Transferleistungen, die dieser Gruppe
ständig zufließen. Die zweite Ursache
beruht auf einer einfachen, aber ehern
totgeschwiegenen Wahrheit: Es ist zu
spät. Es leben inzwischen zu viele
Muslime in diesem Land, als daß man
sich ihres nicht zivilisierbaren Anteils
problemlos entledigen könnte, ohne
einen Bürgerkrieg, wenn nicht sogar
einen richtigen Krieg zu riskieren. Das
weiß die Politik. Zudem sind die
autochthonen Jungmänner durch die
jahrelange feministisch-pazifistische
Gehirnwäsche inzwischen derart
verweichlicht, daß sich nicht einmal bei
Polizei und Bundeswehr auch nur
tausend Mann für die kriegerische
Abwehr finden würden. Also redet man
sich die Mörder der eigenen Kinder
schön. Um den Strick, den man mir aus
derlei Aussagen gerne zu drehen pflegt,
von vornherein abzuwenden, sei
nochmals gesagt: Es ist nicht von der
Mehrheit der Muslime die Rede, die
friedliebend, anständig und Allah einen
guten Mann sein lassend unter uns leben,
sondern von jenen, die als steinzeitlich
religiöse Spaltpilze in unserer Moderne
agieren.
Doch bleiben wir noch ein Weilchen
bei der islamischen Revolution, die
damals im Iran ihren Anfang nahm. Im
Lauf der Zeit wurden auch die Nachbarn
mit dem Islamvirus angefixt, und im
Schulterschluß mit Ländern wie Saudi-
Arabien fiel am Ende selbst die bis
dahin halbwegs säkulare Türkei der, wie
man so sagt, Re-Islamisierung zum
Opfer. Es gab schon vorher
Bestrebungen dazu, man denke nur an die
Aktivitäten der Islambrüder, die
offenkundig keine Familie zu ernähren
hatten und sich den ganzen Tag mit der
Frage beschäftigen konnten, ob eine Frau
während der Menstruation mit ihrem
Mann schlafen darf oder nicht.
Doch was damals wie der Sieg des
Islam aussah und erst recht heutzutage
nach dem Aufplatzen der Eiterblase
namens »Arabischer Frühling« so
siegreich aussieht, ist in Wahrheit dessen
Kapitulation vor der Moderne. Und, ja,
es tut mir sehr leid, das sagen zu müssen,
das Ganze hat etwas mit dem kalten
Maschinenherz der Evolution zu tun
oder, für deutsche Ohren noch böser
ausgedrückt, mit der genetischen
Ausstattung dieser Menschen. Es handelt
sich bei dem Siegeszug der Re-
Islamisierung bei näherer Betrachtung
um die in sinnlose Gewalt, in
Destruktion und in blinden
Kollektivismus ausgeartete Tragödie von
Männern, die genetisch bedingt nicht
mehr untereinander, aber schon gar nicht
mit dem »weißen Mann« konkurrieren
können und sich deshalb in einen
infantilen Größenwahn flüchten. Hier
kommt der eingangs erwähnte Baldwin-
Effekt ins Spiel.
Warum nicht einmal Wikipedia
zitieren: »Als Baldwin-Effekt wird ein
evolutionärer Mechanismus bezeichnet,
bei dem ein ursprünglich durch Lernen
erworbenes Merkmal durch natürliche
Selektion innerhalb mehrerer
Generationen durch ein vererbtes, also
genetisch bestimmtes analoges Merkmal
ersetzt wird. Im Gegensatz zu
lamarckistischen Vorstellungen wird
dabei nicht direkt die erlernte
Eigenschaft vererbt, sondern durch diese
der Rahmen beeinflusst, innerhalb
dessen die natürliche Selektion wirkt.«
Der nach dem Philosophen und
Psychologen James Mark Baldwin
benannte Effekt bewirkt jedoch noch
mehr. Er greift mittels des
Vorhandenseins kultureller, religiöser
und politischer Umstände tief in die
natürliche Auslese hinein und verschafft
so einem bestimmten Typus einen
Vorteil, den er unter »normalen
Umständen« nicht gehabt hätte.
Es ist bewiesen, daß die islamische
Kultur einmal weiter als heute war.
Doch da die Islam-Ideologie zuvörderst
und hauptsächlich in die natürliche
Auslese zwischen den Geschlechtern
hineinfunkt und quasi als eine Anti-
Evolution fungiert, wird der
Intelligenzsteigerungsprozeß bei den
Nachkommen gedrosselt, wenn nicht
sogar zum Erliegen gebracht. Baldwin
war der Ansicht, daß sich die genetische
Zusammensetzung einer Population
ändert, wenn Menschen bestimmte
kulturelle Verhaltensweisen praktizieren.
Zum Beispiel – wenn sie Frauen
unterdrücken. Die Menschen in dieser
Gesellschaft schaffen sich durch ihr
Verhalten unwillentlich eine genetische
Paßform, die im besten Falle statisch
bleibt, doch in der Regel ins Verderben
führt. Aber niemals gebiert sie etwas
Neues. Das heißt nicht, daß sich das
Genom der »Neuerer« unmittelbar
ändert, aber ihr Wirken beeinflußt den
Selektionsdruck, den die natürliche
Auslese auf die nachfolgenden
Generationen völlig anders ausgeübt
hätte.
Bei einer attraktiven Frau (wobei
unter Attraktivität neben Aussehen und
Alter auch Merkmale der Intelligenz,
Empathie, Fleiß, Strukturiertheit,
Liebenswürdigkeit usw. zu verstehen
sind) müßten die männlichen Bewerber
darum wetteifern, ihre Aufmerksamkeit
zu erregen. Nur wer ihr am besten
gefiele, hätte eine Chance. Sie könnte ihn
sich aussuchen. Dieser Aspekt ist sehr
wichtig, denn nur die Selektion durch
die Frau bringt die Menschheit voran.
Die Selektion durch den Mann spielt im
evolutionären »Veredelungsprozeß«
keine Rolle, da er, nicht gehandicapt
durch Schwangerschaft und deren
gefahrbergende Phase und
Kinderaufzucht, alles andere als
wählerisch ist. Theoretisch könnte er
täglich ein Kind zeugen, wenn nicht
sogar drei. Und auch wenn die Gefahren
für die Frau heute durch die moderne
Medizin und veränderte
Geschlechterrollen weitgehend
ausgemerzt sind, gehorcht die
Anziehungskraft zwischen den
Geschlechtern weiterhin den eisernen
Evolutionsgesetzen aus der »Höhle«.
Wenn nun aber eine kulturelle oder
religiöse Gepflogenheit verlangt, daß
die Frau den Mann ihrer Träume nicht
selbst selektieren darf, sind all ihre
körperlichen und geistigen Attribute
bedeutungslos. Und infolgedessen auch
der Wert ihrer Gene, eben weil sie sie
nicht durch ihre weibliche Selektion
gezielt an ihre Nachkommen
weiterreichen kann. Sie wäre darauf
angewiesen, sozusagen die Katze im
Sack zu kaufen. Und wenn sie Pech hat,
wäre es ein Mann, der ihr nicht nur nicht
entspricht, sondern ihr positives Erbgut
in der folgenden Generation mit
negativen Zügen verwässert. Was
vielleicht nicht geschähe, wenn sie ihren
Partner selbst wählen dürfte, weil sie
dann instinktiv den »Optimalen« nähme,
der mit ihr gemeinsam ihr Erbgut
veredelt. Vielleicht würde sich jener
Zwang auch nicht direkt in der Änderung
des Genoms ihrer Kinder und
Kindeskinder bemerkbar machen, weil
sie Glück mit ihrem Mann gehabt hätte.
Aber wenn nicht, würde er ihre
Nachkommenschaft langfristig
schwächen, statt sie stärker zu machen.
Die Evolution hat einen sehr langen
Atem, und bereits geringste
Abweichungen von der Hauptlinie
erzielen à la longue die unglaublichsten
Resultate.
Wenn die Männer nicht um die Frauen
buhlen, nicht beinhart um ihre Gunst
konkurrieren müssen, durch
Manipulationsgeschick, Attraktivität,
Ressourcen, Zeitaufwand, Prestige und
Einfallsreichtum ihre Herzen erobern,
wenn also die Frauen nicht nach ihren
speziellen Wünschen, Bedürfnissen,
Qualitäten etc. souverän ihre Männer
auswählen können, sondern die Frauen
brüderlich unter diesen aufgeteilt
werden, dann folgt im Ergebnis eine
Durchschnittlichkeit der kommenden
Generationen. Diese besitzen keine
Innovationskraft mehr, keinen Antrieb,
der sie voranbringt. Gewiß, zunächst
führen sie noch ein paar Kriege, erobern
andere Kulturen und unterwerfen sie,
aber ihre eigenen Fähigkeiten
verkümmern aufgrund fehlender
natürlicher Auslese. Wenn der eine
70 Prozent von etwas besitzt und der
andere 30, und die beiden legen es
zusammen und teilen es anschließend zu
gleichen Anteilen, erhalten beide je
50 Prozent. Der eine hat dabei verloren,
der andere ein gutes Geschäft gemacht.
Aber denkt man das über Generationen
weiter, haben letzten Endes beide
verloren, denn es zieht sukzessive eine
Verarmung nach sich. Man nennt solch
ein Ergebnis auch Degeneration!
Der Kern des Islam reduziert sich auf
den sexuellen Aspekt beziehungsweise
auf die schier pathologische
Beschäftigung mit der Unterbindung der
weiblichen sexuellen Selektion. Jede Art
von Unmut, Herrenmenschentum-
Phantasien und Gewalt ist in der
islamischen Welt von dieser Quelle
gespeist, der Angst, daß der Mann zu
kurz kommt, wenn er das Kommando in
dieser Sache der Frau überläßt. Daß er
sich auf einen brutalen Konkurrenzkampf
einläßt und auf ein psychologisches
Schlachtfeld begibt, auf dem er
vielleicht eine Niederlage einstecken
muß. Warum all der Ärger und der
Schmerz, wo doch Unterdrückung so
viel einfacher erscheint?
Nun wird auch verständlich, warum in
unseren Breitengraden seit dem
Mittelalter, als es mit der Frechheit
zaghaft anfing, daß die Weiber sich ihre
Kerle (mehr oder weniger) selber
aussuchen durften, der durchschnittliche
Intelligenzquotient bis heute um
geschätzte 30 Punkte stieg. Dagegen
wurde und wird die islamische Welt
immer irrationaler. Würde man sich aus
dieser die vom Westen (»weißer &
jüdischer Mann«) erfundene und
gelieferte Technik und die medizinischen
Errungenschaften, insbesondere
Impfungen gegen Kinderkrankheiten,
wegdenken, würde man Reservate für
Muslims bereitstellen müssen, damit sie
nicht vom Aussterben bedroht werden.
Mit anderen Worten, die Muslims haben
sich in der Tendenz nicht gerade zu
Erfindern von WhatsApp & Co.
gezüchtet. Hallo Spiegel, hallo Zeit, das
ist doch eine Hammersteilvorlage für
euch, mich des Rassismus, ach was,
gleich des Rechtsradikalismus à la Horst
Mahler zu verdächtigen. Nur zu! Holt
euch aber vorher die Zahlen über den
durchschnittlichen IQ im
Ländervergleich von der
Weltgesundheitsorganisation ab und
erschreckt. Meine Bescheidenheit
verbietet es mir, diese Zahlen hier zu
nennen.
Je ungestümer und – mittels
Terrorakten ohne Zahl –
furchteinflößender sich der Islam
gebärdete, desto mehr begannen wir
damals über diese komische Religion zu
lernen. Zum Beispiel über den Ramadan,
wo sie angeblich alle wie bekloppt
fasten. Allerdings hat das Ganze mit dem
Fasten im eigentlichen Sinne nichts zu
tun, da das ursprünglich mehrere Tage
oder gar Wochen am Stück dauerte. Es
gibt zweierlei Kategorien von Fasten.
Zum einen das medizinische Fasten, bei
dem angeblich die »Gifte« aus dem
Körper herausgespült werden und dieser
»entschlacken« soll. Das ist natürlich
Humbug. Denn wenn wir irgendwelche
Gifte im Körper hätten, würden wir sehr
schnell sterben. Falls wir wirklich
vergiftet sind, teilt uns das der Körper
schon mit, und dann hilft bestimmt nicht
Nahrungsverweigerung, sondern nur ein
Gegenmittel, meist hammerharte Chemie
von der pharmazeutischen Industrie.
Dann aber ist da noch das religiöse
Fasten, bei dem man so lange keine
Nahrung zu sich nimmt, bis man sich in
göttlichen Sphären wähnt, was freilich
eine völlig normale Reaktion des
unterernährten Körpers und
infolgedessen des Geistes darstellt, da
sich irgendwann Aussetzer und
Halluzinationen einstellen. Bei beiden
Fastenformen jedoch muß einmal am Tag
Wasser oder eine dünne Brühe getrunken
werden, damit man nicht aus den
Latschen kippt.
Bei dem muslimischen Fasten geht es
weder um das eine noch um das andere,
sondern es wird lediglich täglich etwa
zwölf Stunden lang ein Fasten simuliert,
mit allen ärgerlichen, ja aggressiv
machenden Anwandlungen, die einen zu
Beginn einer solchen Kur überkommen.
Insbesondere die Gefahr der
Dehydration ist bedenklich. Die Sache
ist nix Halbes und nix Ganzes. Deshalb
nimmt der Muslim auch im
»Fastenmonat« eher zu als ab, weil er
sich vor dem Sonnenaufgang und am
Abend umso gieriger aufs Essen stürzt.
Was das alles damit zu tun haben soll,
sich in die Situation eines Hungernden
zu versetzen, so die Meinung des Otto-
Normal-Allahgläubigen, weiß allein
Allah.
Das Fasten habe ich deshalb
ausgewählt, weil es dem Leser geläufig
sein müßte. Ja, mittlerweile weiß der
Durchschnittsdeutsche so ziemlich
detailliert über muslimische Sitten und
Gebräuche Bescheid. Hat er sich schon
mal gefragt, warum? Oder machen wir
doch einfach einen kleinen Günther-
Jauch-Test: Wie heißt der
Premierminister unseres Nachbarlandes
Luxemburg? Nachname genügt. Sie
wissen es nicht, sagen Sie? Okay, wie
heißt der Regierungschef unseres
Nachbarlandes Polen? Wieder
Fehlanzeige? Wie heißt der
Bundeskanzler unseres Nachbarlandes
Österreich? Erneut keine Ahnung? Gut,
dann stelle ich Ihnen jetzt eine wirklich
sehr schwierige Frage: Wie heißt der
Ministerpräsident eines 4000 km weit
entfernt liegenden Landes namens
Türkei, das wirtschaftlich immer noch
unter dem bankrotten Griechenland steht
und gerade beschlossen hat, daß auch
Frauen im öffentlichen Dienst
Kopftücher tragen dürfen? »Erdoğan!«
antworten Sie nun plötzlich wie aus der
Pistole geschossen? Ach, das wissen
Sie, ja? Obgleich Luxemburg, Polen,
Österreich zusammengenommen zirka
das Zehnfache des Wohlstands der
Türkei erwirtschaften und besitzen.
Haben Sie sich schon einmal gefragt,
warum das so ist?
Die Antwort darauf ist indirekt
ebenfalls auf ein evolutionäres
Phänomen zurückzuführen. Ich kann es
nicht an einem konkreten Zeitpunkt
festmachen, aber so um die Mitte der
achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
scheint es wohl passiert zu sein – daß
die Dämme zur Irrationalität gebrochen
sind. Ein Kurswechsel hat im Denken
der Menschen in diesem Land
stattgefunden, vielleicht ohne daß sie es
gemerkt haben, während sie durch
mediale Nötigung dazu gezwungen
wurden. Und dieser Kurswechsel führt
uns zu einem Nebenaspekt der
evolutionären Entwicklung, den ich als
»sich zu Tode siegen« bezeichnen
möchte. Sich zu Tode gesiegt hat nämlich
der »weiße« bzw. der nördliche Mann.
Er ist über das Ziel hinausgeschossen.
Im Durchschnitt und im Vergleich zu dem
schwarzen, braunen und gelben Mann.
Wobei unter dem weißen Mann auch der
jüdische Mann zu verstehen ist, was
Patentanmeldungen, epochale kulturelle
Leistungen und wegweisende und unser
aller Leben erleichternde, und wenn
nicht das, im gehörigen Ausmaß
beeinflussende Entwicklungen anbelangt.
Vielleicht wird sich das eines Tages
ändern (so wie es aussieht, aus der
asiatisch-indischen Ecke), vielleicht
auch nicht.
Jedenfalls hat der westliche,
kapitalistische Mann mittels seiner
Erfindungen, seiner ökonomischen
Cleverness, der von ihm erdachten
Infrastrukturen, Kulturprodukte,
Verfahrenstechniken, modernen Medizin,
»Gimmicks«, kurz seiner im Laufe der
letzten 500 Jahre um ein Drittel
gesteigerten Intelligenz und Kreativität
einen derart atemberaubenden Wohlstand
erschaffen, daß er nicht nur die Frauen in
diesen einbinden (Frauen erfinden
bekanntlich fast nichts), sondern es auch
hinnehmen konnte, sich vom Staat, also
von einer Bande von Berufsparasiten,
die Hälfte davon wegrauben zu lassen.
Warum der westliche Mann das tat, wird
im nächsten Kapitel zur Sprache
kommen. Eine entscheidende Rolle
spielte die qualitative
Fortpflanzungsstrategie (wenig Kinder,
dafür Investitionen in deren Gesundheit,
Bildung und Fortkommen) im Gegensatz
zu der quantitativen (so viel Kinder wie
möglich und einfach darauf hoffen, daß
zumindest ein paar überleben, wie in
Afrika). Ergebnis des Rennens:
»Qualitativ« ist effektiver, weil es
bessere Waffen entwickelt, um die
»Quantitativen« leichter in Schach halten
zu können. Merke: Evolution ist stets
Wettbewerb um Fortpflanzungschancen
und nicht besinnungslose Fickerei.
»Sich zu Tode gesiegt« heißt also in
diesem Zusammenhang, daß der
westliche/weiße Mann, obgleich er nun
so viel Wohlstand generiert hatte, letzten
Endes einen Pyrrhussieg davontrug.
Denn die parasitären Kräfte hatten ihn
dazu gezwungen, den »Überschuß« fix
wieder abzugeben. Eigentlich hätte er
den ganzen Scheiß auch gleich lassen
können. Da der Staat nun seinen
Überschuß besaß, konnte der damit
machen, was er wollte, zumal es sich um
Spielgeld handelte, also um das Geld
der anderen, für dessen Verwendung man
keinerlei Rechenschaft abzulegen
brauchte. Man konnte sich damit den
Arsch abputzen und es dann ins Klo
runterspülen oder auch einfach
verbrennen. Und das tat man denn auch.
Im nächsten Kapitel werde ich darauf
eingehen, wie das Spiel der Politiker
und ihres Rattenschwanzes an
Folgeschmarotzern in Gestalt von
Subventionsbauern, Erneuerbare-
Energie-Baronen, Beamten, öffentlichen
Angestellten, Pensionären, Blödsinnisten
im Bildungsbereich,
Wohlfahrtsverbänden mit ihrem
Millionenheer an Mitarbeitern, Arge-
und Hartz-IV-Kohle-Schluckern,
insbesondere jedoch von
Geldverbrennern ohne Zahl im sozial-
migrantischen Komplex funktioniert, um
ihr Tun als unverzichtbar und
unersetzlich darzustellen. Der Phantasie
für die Argumente nämlich, weshalb die
Hälfte meines sauer verdienten Geldes
unter Androhung von
Gefängnisaufenthalt und
Existenzvernichtung einfach so
beschlagnahmt werden darf, sind keine
Grenzen gesetzt. Doch hier möchte ich
speziell darauf eingehen, wie es dazu
kam, daß eine hochgradig sexualisierte,
politisch aggressive und religiös
fundierte Gemeinschaftsideologie wie
der Islam hierzulande den Rang einer
heiligen Kuh erklomm, vor der
inzwischen sogar erzkatholische CSU-
Politiker aus dem tiefsten Bayerischen
Wald auf den Knien rutschen.
Mitte der 80er Jahre nämlich begann
sich die systematische
Gesellschaftszerstörung durch die
Grünen im Schulterschluß mit den
linkslastigen Medien so richtig zu
entfalten. Mit den Grünen meine ich gar
nicht einmal die Partei an sich, sondern
die seinerzeit sich immer lauter
verbreitende, aus den Siebzigern
herübergerettete, allerdings nunmehr in
eine »alternative« Pseudowissenschaft
und aufgesetzte antikapitalistische
Schämt-euch!-Attitüde verkleidete
Hippie- und Kommunisten-Denke, die
zunehmende Technikfeindlichkeit und
den sich intellektuell gebenden
Selbsthaß auf das eigene Land und das
eigene Volk. Dafür war die Überhöhung
der Anderen angesagt. Ein Fall von
fortschreitendem Hirnschwund. Da die
essentiellen Bedürfnisse der Menschen
zu jener Zeit schon befriedigt und
Frieden und bescheidener Wohlstand
selbstverständlich geworden waren,
machten sich Dummschwätzer und
Versager, die schlau und wichtig taten
und normalerweise richtig hätten
arbeiten müssen, daran, die Verhältnisse
umzukehren und Schwarz in Weiß
umzulügen, um sich allein mit dem
Zeigen des Fingers auf die vermeintliche
Sünde der Moderne einen Platz am
staatlichen Steuergeldtrog zu sichern.
Umweltverschmutzung war zum
Beispiel so ein Lügending. Wenn man
damals den medialen Verlautbarungen
glauben wollte, ging Deutschland
plötzlich in einer Nonstop-
Umweltkatastrophe apokalyptischen
Ausmaßes unter. Die Abgase der
Industrie und der Autos bliesen so viele
Schadstoffe in die Luft, daß man nur
noch ächzend und kotzend durch die
Straßen laufen konnte. Die Kinder
bekamen den sogenannten Krupphusten
(erinnert sich noch jemand an den
Begriff?) und hatten nur noch ein Leben
als Invaliden vor sich. Alle Seen und
Flüsse waren verseucht, weil die
Industrie – ein Wort mit ominösem
Beigeschmack wie heute etwa »Putin« –
ihre Giftcocktails in sie einleitete,
natürlich heimlich. Leute, die in der
Nähe eines Atomkraftwerks wohnten,
hatten auf einmal alle Krebs und ihre
Babys drei Köpfe. Die Wälder und
Blumen verdorrten, die gesamte Natur
verwandelte sich in eine Wüste, und die
Vögel fielen tot von den Bäumen. Aber
nicht allein das, man versuchte uns auch
durch »industriell« hergestellte
Lebensmittel zu vergiften. Darin waren
Konservierungsstoffe und
Lebensmittelfarben und was weiß ich
noch für ein tödliches Zeug enthalten.
Später kamen auch noch das
Waldsterben und Genfood hinzu, womit
aus Deutschland eine einzige Deko eines
Endzeit-Filmes wurde.
Das mit der Umweltverschmutzung auf
Weltuntergangsniveau war schon eine
super Sache für einen, sagen wir mal,
ehemaligen Polizistentreter und
Taxifahrer wie Joschka Fischer, um für
sich eine Karriere als künftiger
Staatsmannsdarsteller mit
Abschlepplizenz für junges Gemöse
anzuleiern, auch wenn die ganze Notlage
frech gelogen war. Doch Lügen lassen
sich nun einmal am besten mit einem
menschlichen Gesicht in
allgemeingültige Wahrheiten umwandeln
und verkaufen. Da entdeckte man den
Migranten.
Der hieß vorher Gastarbeiter, was
selbst den arbeitenden Gast nie gestört
hatte. Doch als sich zu der nämlichen
Zeit die Asylbetrügerschwemme im
Lande breitmachte und so manche
Kinder der Gastarbeiter wenig Lust
zeigten, es ihren Vätern und Müttern
gleichzutun und sich in irgendwelchen
Fabriken und Baustellen krumm und
buckelig zu schuften, ließ sich der
Begriff so nicht mehr aufrechterhalten.
Aus Ausländern oder Gastarbeitern
wurde, hast du nicht gesehen, der
ausländische Mitbürger. Allerdings nur,
soweit es um die Söhne und Töchter
Allahs ging. Der Italiener blieb
weiterhin der Italiener, der Spanier
Spanier, der Grieche Grieche und der
Portugiese Portugiese. Lauter bunte
Tupfer in einem meist kalten und dunklen
Land, die Assoziationen an den warmen
Süden weckten. Ohne daß man es offen
aussprach, war in Wahrheit mit
»ausländischer Mitbürger« der Türke
und der Araber, schlußendlich der
Muslim gemeint, der latent mitkriegte,
daß der Wind sich so allmählich zu
drehen begann und er mit seinen
archaischen Sitten und seinem in irgend
so einer Wüstenei vor Hunderten von
Jahren entstandenen unreformierten
Geisterglauben nicht mehr hinterm Berg
zu halten brauchte.
Wohlgemerkt, nicht die Muslims
haben die Schleusen zur deutschen
Muslimmania geöffnet, sondern in einem
Anflug von Toleranzbesoffenheit die
Deutschen selbst. Es ist so wie mit dem
Dieb, der in der Nacht in mein Haus
einbricht. Wenn ich nichts gegen ihn
unternehme, nachdem ich ihn entdeckt
habe, nur danebenstehe, ja, ihn noch
ermuntere, sich meine Kostbarkeiten in
aller Ruhe in den Sack zu packen, tja,
dann wird er grinsend weitermachen.
Der, der stets neben dem Muslim
gestanden und zugesehen hat, wie er im
Laufe der letzten dreißig Jahre Schritt
um Schritt immer dreister und in der
Öffentlichkeit aufdringlicher wurde, das
waren der es allen recht machen
wollende deutsche Politiker, die
deutsche Augenzudrück-Justiz, der
armselige Journalistenheini mit seinem
sündenstolzhaften Toleranzfurz im Kopf,
obwohl er nonstop kotzen müßte, würde
er selber in Islamistan leben, aber auch
der schimpansengleich zum Duckmäuser
dressierte einzelne Deutsche selbst, der
vor lauter Angst um gesellschaftliche
Ächtung zugelassen hat, daß heutzutage
kleine Mädchen halbverschleiert durch
unsere Straßen laufen, Machos
bisweilen ihre Frauen »schächten«
dürfen und daß wir wie in der guten
alten beschissenen Zeit in Angst leben
müssen, wenn wir der Allahfurcht
keinen Respekt zollen.
Damit man mir nicht den Vorwurf des
Theoretikers macht, der ein schönes
Wort an das andere reiht, doch ansonsten
keine konkrete Lösung parat hat: Macht
Schluß mit dem irren Kult um Menschen,
die kein Facebook erfunden haben,
sondern nur die Einrichtung von
Gebetsräumen und Miniaturmoscheen in
unseren Unis. Keinesfalls wird aus ihrer
Mitte in absehbarer Zeit ein Albert
Einstein oder ein Sigmund Freud
hervorgehen. Niemand braucht
mohammedanische »Intellektuelle«,
deren ganzer intellektueller Mehrwert
darin besteht, auf irgendwelchen von
arschkriecherischen und als »Der gute
Mensch von Sezuan« dastehen
wollenden Politikern ausgedachten
Islamkonferenzen von »gemeinsamen
Werten« zu quasseln, während lauter
Kopftuchtanten neben ihnen hocken! Es
gibt diese gemeinsamen Werte zwischen
uns und ihnen nicht. Punkt!
Ende der achtziger Jahre wurden aus
»Gastarbeitern« oder »Ausländern«
zunächst »Immigranten«, dann
»Migranten«, dann »MitbürgerInnen mit
Migrationshintergrund«. Und dabei
machte man vermittels medialer
Massenhypnose und in einem raffinierten
Umkehrungsverfahren die ursprüngliche
und wahre Bedeutung von »Migrant«
oder »Flüchtling« vergessen. Der
nämlich ist weder ein sakrosanter
Mensch, noch hat er in dem Land, in das
er eingewandert ist, am Anfang großartig
was zu vermelden. Er ist hier, weil dort,
von wo er herkommt oder wo er
geflüchtet ist, die Verhältnisse
offenkundig beschissen sind. Sonst wäre
er ja gleich dortgeblieben. Logisch,
oder? Das Aufnahmeland erweist ihm
eine Gnade, nicht umgekehrt. Gerne kann
er hier seine heimischen Speisen zu sich
nehmen, seine heimischen Schrullen
pflegen, ja sogar seinen heimischen Gott
anbeten – allerdings ohne uns damit zu
nerven. Zu fordern hat er erst mal gar
nix, denn er hat sich für eine sehr lange
Weile gefälligst in einem permanenten
Glückstaumel zu befinden, daß er seinem
armseligen und nicht selten von
staatlichem und religiösem Terror
drangsalierten Dasein in der Heimat
entkommen ist und bei uns Zuflucht
gefunden hat. Wenn er das anders sieht,
kann er ja wieder verschwinden. Kein
Mensch hier wird ihn daran hindern.
Zuvörderst muß der Migrant jedoch
»wirtschaftlich« funktionieren, will
heißen, er muß ein nützlicher und
produktiver Teil der Gesellschaft
werden, ja einen »Überschuß« erzielen.
Das mit seinem Religionsgedöns ist
Problem Nr. 6943. Gäste, für die man
ein erlesenes Essen zubereitet und die
Korken knallen läßt, schön und gut –
aber nicht jeden Abend. Sonst ist man
sehr schnell selber pleite und lebt in den
gleichen dürftigen Verhältnissen, aus
denen die Gäste gekommen sind. Exakt
diese Binsenweisheiten begann der
damalige Zeitgeist, der von weltfremden
Soziologieprofessoren, journalistischen
Linksschwätzern und grün angehauchten
Irren aus dem Rotweingürtel angefeuert
wurde, ad absurdum zu führen.
Anfang der Neunziger erfand man
dann die Begriffe »Toleranz« und
»Diskriminierung«, etwas später
»Integration«. Selbstverständlich
existierten sie auch vorher, aber jetzt
wurden sie in einem ganz anderen
Kontext neu interpretiert. Toleranz
bedeutete ursprünglich so etwas wie
Laissez-faire und daß man seinen
Mitmenschen und dessen Weltsicht
respektiert, auch wenn beide einem nicht
behagen. Es bedeutete aber auf gar
keinen Fall, daß man Intoleranz toleriert.
Es bedeutete nicht, einfach hinzunehmen,
daß Mädchen in der Schule vom
Schwimmunterricht ausgeschlossen oder
ihnen das Schwimmen nur in einem
Karnevalskostüm namens Burkini zu
erlauben, weil deren Väter der
Überzeugung sind, Frauenverachtung
gehöre nun einmal zur Checkliste von
Mohammed. Auch war früher unter
Toleranz nicht gemeint, halb
verständnisvoll mit den Schultern zu
zucken, wie die (deutsche) Lehrerin es
tat, als muslimische Jugendliche in einer
Fernsehdokumentation neulich mit
grinsender Visage beteuerten, sie
würden ihren eigenen Schwestern ohne
mit der Wimper zu zucken die Kehle
durchschneiden, wenn diese einen
Freund hätten. Und schon gar nicht ist
unter Toleranz zu verstehen, einfach
zuzuschauen, wenn man in einem Land,
in dem sich die Religion überlebt hat
und öffentliche religiöse Manifestationen
diplomatisch ausgedrückt für
Kopfschütteln sorgen, mit triebhafter
Energie an jeder Ecke eine Moschee
aufzieht, hauptsächlich, um den eigenen
Herrschaftsanspruch zu demonstrieren,
Religion wieder als Kontrollinstanz zu
installieren und ein Air von sakralem
Kollektivismus zu schaffen.
Ähnlich verhält es sich mit dem
Begriff der Diskriminierung. Er soll
Assoziationen an die (kaum mehr
vorhandene) gesellschaftliche
Benachteiligung amerikanischer
Schwarzer wecken. Was aber
vollendeter Schwachsinn ist. Türken,
Araber und andere Allahgläubige oder
so Tuende arbeiten heutzutage in jeder
Branche und in den qualifiziertesten
Berufen. Weshalb sollte eine Bank oder
ein Logistikunternehmen auf das
Management-Fachwissen einer cleveren
Frau mit dunkler Haut und dem scharfen
Look einer Cruise-Missile verzichten
wollen? Oder ein Versicherungskonzern
auf einen türkischen Top-Juristen? Nur
weil sie Yilmaz und er Omar heißt?
Oder weil ein breitärschiger Chef in
Lederhosen und Tirolerhut auf dem
Kopf, der pausenlos Weißwürschtl frißt,
etwas gegen »Mohren« hat? Das Bild
taugt heutzutage ja nicht einmal für eine
Schmierenkomödie.
Nein, das große Wehklagen über die
Diskriminierung soll in Wahrheit
zweierlei bewirken. Zum einen leistet es
der Dreistigkeit von Muslims Vorschub.
Gleich welcher Qualifikation, welcher
Intelligenzausstattung und welch
unverfrorenen Benehmens (insbesondere
aggressiver Manier) sie sind, hat man
sie gefälligst in ihrem
Wunscharbeitsplatz einzustellen, mit
einer Wohnung ihrer Wahl zu versorgen
und schulisch zwei Noten nach oben zu
drücken. Ungeachtet ihres rüpelhaften
Gebarens hat man sie in die Disco
reinzulassen. Trotz ihrer
Fraueneinschüchterung und -verachtung
hat man Kopftuch und Schleier selbst in
Vorbildfunktionsberufen wie der
Lehrerschaft zu akzeptieren. Ohne so
genau hinzugucken, hat man sie
Transferleistungen des Staates
absorbieren zu lassen, kurz, man hat sie
als »unberührbar« und gleicher als
gleich zu behandeln. Das meiste von
dem oben Aufgezählten nämlich verlangt
in einer multiplexen Gesellschaft, die
niemals perfekt sein kann und auch
niemals perfekt werden sollte, so oder
so ähnlich bisweilen auch ein
Einheimischer, ohne allerdings das
wirkungsvolle Instrument der
Diskriminierungskeule schwingen zu
dürfen.
Zum anderen ist die Behauptung, daß
an jeder Ecke die Diskriminierung
lauere, ein Dauermantra der
Migrationsindustrie, das die nie enden
wollende Staatsknete zu den fleißigen
Ameisen eben dieser sich selbst
unentwegt zellteilenden Branche spült.
Wie stichhaltig die »Wissenschaft« der
Diskriminierung ist, erkennt man schon
daran, daß die meisten Untersuchungen
hierüber entweder nur auf das subjektive
Empfinden der befragten Migranten
abzielen oder mit unseriösen Fangfragen
arbeiten. Wenn auf die Frage »Finden
Sie, daß wir zu viele Ausländer im
Lande haben?« (gemeint sind in
Wahrheit ausschließlich Muslims) die
Hälfte der Befragten mit »Ja« antwortet
und dieses bestellte und erwünschte
Ergebnis, ohne daß weitergefragt
worden wäre »Wieso eigentlich?«, als
Beweis für Ausländerhaß und Rassismus
in diesem Land herhalten muß, dann hat
das mit Empirie so viel zu tun wie
Voraussagen aus der Glaskugel im Zelt
der Wahrsagerin mit der wirklichen
Zukunft. Es zeigt allerdings, daß die
Befragten sich noch einen gesunden
Menschenverstand bewahrt haben und
von dieser Gruppe der Migranten im
ganzen nichts Gutes erwarten. Zu Recht!
Es ist ohnehin ein Skandal und eine
bodenlose Frechheit, die indigene
Bevölkerung als einen Haufen von
Reaktionären, Nazis, ja, verhinderten
Mördern zu verunglimpfen, sobald sie
mitbestimmen möchte, mit welcher Sorte
von Menschen sie in ihrem eigenen Land
zusammenzuleben wünscht und mit
welcher nicht. Das hier ist, verdammt
noch mal, immer noch Deutschland und
nicht Circus Roncalli, in dem Faxen und
das Flitterlicht die Realität auszublenden
vermögen!
Damit aber eins klar ist:
Diskriminierung »Andersartiger«
existiert wie in jeder Gesellschaft auch
in der deutschen, und, ob man es gern
hört oder nicht, sie wird auch in Zukunft
weiter existieren. Die Furcht vor dem
Fremden liegt in unseren Genen. Wir
alle entstammen sozusagen einem
Ausländerhasser-Clan. Von jenen
Menschen vor Urzeiten, die Fremde
sofort umarmt und ihnen ein warmes
Plätzchen in ihrer Höhle zugewiesen
haben, stammen wir jedenfalls nicht ab.
Die fanden sich nämlich am nächsten
Morgen mit aufgeschlitzter Kehle wieder
und konnten sich nicht mehr fortpflanzen.
Nur im seltensten Fall kam der Fremde
in guter Absicht, wie es in modernen
Hollywood-Filmen, welche die Urzeit
zum Thema haben, dargestellt wird.
Meist wollte er ein gut bestelltes Terrain
erobern und es ausplündern, die Männer
töten und die Weiber verschleppen. Es
galt schon immer »Vorsicht ist die
Mutter der Porzellankiste« und »Erst
mal schauen, was die vorhaben«. Die
gleich einem heimeligen Wiegenlied
gelallte Feststellung von Gutmenschen
bar historischer Kenntnisse, daß
Migration schon immer existiert habe,
unterschlägt einfach, daß sie sich fast
immer gewaltsam vollzog. Es sei denn,
der Migrant paßte sich bis zur
Selbstverleugnung den Indigenen an und
wurde im Laufe der nachfolgenden
Generationen schließlich selbst »einer
von uns«. Die friedliche Migration ist
ein Phänomen des jüngeren Kapitalismus
und des noch jüngeren Wohlfahrtsstaates
europäischen, insbesondere deutschen
Zuschnitts. Ende offen.
Und ja, es gibt den ekelhaften,
primitiven Ausländerhasser in
Deutschland, den geisteskranken
Rassisten mit seinem halluzinierten
Blick auf die Welt vom KZ-Turm herab
und den Hygiene-Schizo, der in seinem
Wahn dunkle Haut und alles
Abweichende von der Norm mit seiner
schmutzigen Unterwäsche verwechselt.
Doch die gibt es überall auf diesem
Planeten. Und ja, es wurden in diesem
Land friedliebende Menschen zum
Krüppel geschlagen, kaltblütig ermordet
und verbrannt, nur weil sie eine andere
Hautfarbe besaßen, Türken, Schwarze,
Araber bzw. Muslims waren. Man sollte
ihrer in Trauer gedenken, sich jedoch
davon nicht den Blick dafür trüben
lassen, daß im Verhältnis zu einer
Einwohnerschaft von über 81 Millionen
Menschen diese Tötungen aus
Fremdenfeindlichkeit sich zahlenmäßig
Gott sei dank nicht einmal im
Promillebereich bewegen. Wogegen
anderswo ordentliche Prozentsummen
zusammenkommen. So viele vertriebene
und abgeschlachtete Christen, wie sie
gegenwärtig die arabische Welt und
Afrika vorzuweisen haben, gab es nicht
einmal in den schlimmsten
Religionskriegen vor einem halben
Jahrtausend. Und so viel von
muslimischen »Jugendlichen«
ausgehende Drangsalierung ihrer
einheimischen Altersgenossen bis zu
deren zigfacher Ermordung hierzulande,
was sich die Deutschen auch noch unter
dem verständnisvollen und stummen
Augensenken ihrer verängstigten
Volksvertreter gefallen lassen müssen,
hätte sich wohl nicht einmal Anthony
Burgess vorzustellen vermocht, als er
den Zukunftsroman A Clockwork Orange
ersann.
Am besten bekämpft man
Diskriminierung durch ihre Umkehrung.
Wenn Sie in den USA einen Mord
begangen haben sollten, so rate ich
Ihnen, sich einen jüdischen Anwalt zu
nehmen, also einen Vertreter jener
Ethnie, die noch vor fünfzig Jahren auch
im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
so sehr diskriminiert war, daß sie sich
mit klangvollen amerikanischen Namen
schmücken bzw. verstellen mußte (Tony
Curtis, Kirk Douglas usw.), um auf einen
grünen Zweig zu kommen. Mit absoluter
Sicherheit verlassen Sie dann den
Gerichtssaal als unschuldiger Mann. Das
gleiche rate ich Ihnen, wenn Sie im
Buch- oder Filmgeschäft tätig sind.
Nehmen Sie sich einen jüdischen
Agenten. Der holt das meiste für Sie
raus, wetten? Und fast alles, was wir am
Hollywood-Kino genießen, stammt aus
der Feder von jüdischen
Drehbuchautoren. Was ich damit meine,
ist, eine diskriminierte Ethnie kann sich
durchaus aus ihrer vermaledeiten
Situation befreien, indem sie durch
herausragende Leistungen das Vorurteil
ad absurdum führt.
Mein Bauchgefühl sagt mir, daß etwa
ein Drittel der hier lebenden Türken
dieses Ziel schon erreicht hat.
Insbesondere die Frauen tun sich dabei
wohltuend hervor. Sie sind gebildet,
weltoffen, selbstbewußt und, sehr
wichtig, haben mit Religion wenig bis
nichts am Hut. Bei den
Arabischstämmigen sieht es dagegen
immer noch katastrophal aus. Für den
doofen Rest, ob muslimischer Migrant
oder hier als Migrantenkind geboren,
bleibt das Placebo namens Integration,
welches von wohlfahrtsstaatlichen
Scharlatanen im Dienste unbewiesener
Theorien aus der Mottenkiste der Sozio-
so-gerade-noch-Wissenschaften
verabreicht wird. Und das funktioniert
folgendermaßen:
In George Orwells Roman 1984 hält
der Folterer dem Gefolterten vier Finger
vor die Nase und fragt ihn, wie viele
Finger er sehe, und als dieser
wahrheitsgemäß »vier« antwortet, setzt
es so lange Elektroschocks, bis er die
von seinem Peiniger erwünschte Zahl
fünf hinausschreit. Der aber ist damit
immer noch nicht zufrieden, weil er
weiß, daß sein Opfer wegen der Angst
vor noch mehr Schmerzen lügt und
einfach das sagt, was von ihm verlangt
wird. Nein, meint er, das reiche ihm
nicht, der Gemarterte dürfe ihm nicht
nach dem Mund reden, sondern müsse
aus tiefster Überzeugung vier für fünf
halten, ja, er müsse am Ende der
Behandlung tatsächlich fünf Finger
sehen. Das Opfer glaubt nicht, daß das
bei ihm je funktionieren könnte, aber
schließlich bringt ihn sein Folterer
mittels der grausamen Prozedur doch
dazu. Der Gefolterte sieht mit einem Mal
tatsächlich fünf Finger, obwohl man ihm
nur vier zeigt.
Exakt das gleiche passiert, wenn
irgendwo in Deutschland die zigste
Moschee gebaut wird. Selbst der
toleranteste Grünwähler, ja sogar die
»Vollzeitstelle« in einer Gegen-Rechts-
Organisation will so was in
unmittelbarer Nähe nicht stehen haben,
geschweige denn die »normalen«
Anwohner. Dennoch müssen alle sich
selbst einreden und nach außen hin
beteuern, daß der Bau einer Moschee
der Integration der Muslime in die
deutsche Gesellschaft diene. Aber das
langt noch nicht, sie müssen es auch
wirklich glauben und es schön finden.
Wenn ich böse wäre, könnte ich für
dieses kuriose Doppeldenk auch einen
halben Filmtitel nennen: Wie ich lernte,
die Bombe zu lieben.
Die Bezeichnung »Integration« kam
erst Anfang der neunziger Jahre in
Politik und Sozialwissenschaften auf;
ursprünglich stammt sie aus dem
technischen Bereich. Vorher sagte man
unmißverständlich, »Die Ausländer
sollen sich gefälligst unseren Sitten und
Gebräuchen anpassen«. Eine kurze
Erklärung für Gutmenschen: Anpassung
an etwas erfolgt durch Druck. Immer.
Zum Beispiel ziehe ich mir im Winter
warme Sachen an, weil ich sonst frieren
würde. Ich passe mich dem Wetter an.
Es gilt also: Kälte, sprich etwas
unangenehmes oder Veränderung =
Druck. Reaktion auf Druck, sprich
Mantel = Anpassung. Alles klar soweit?
Irgendwann jedoch verwandelte sich
die gute alte Anpassung im Hinblick auf
die Ausländer- bzw. Muslimfrage in die
phänomenale Integration. Es wurde
nämlich immer offenkundiger, daß
gerade von diesen Ausländern sich viele
nicht anpaßten. Je länger sie hier lebten,
desto stärker besannen sie sich auf ihre
rückständigen Sitten aus ihren
Heimatländern, insbesondere aber auf
ihre Religion, welche in ein
Swingerklub-Love-Parade-»Frauen-
sind-das-starke-Geschlecht«-und-
Patchworkfamilien-Deutschland paßte
wie ein traktorreifengroßer Arsch auf
Eimer. Selbst »Ausländer«, die hier
geboren wurden und zur Schule
gegangen sind, taten so, als seien sie
soeben vom anatolischen Berge Ararat
herabgestiegen. So war das ja nicht
gedacht.
Nun verhält es sich ja nicht so, daß
der Anpassungsdruck unmittelbar
wahrgenommen wird. Die Anpassung
erfolgt vielmehr durch eine Art
emphatische, »unbewußte« Voraussicht.
Hierbei gelten drei Optionen: 1.) Die
Anpassung wird mir einen Vorteil
verschaffen. 2.) Wenn ich mich nicht
anpasse, habe ich etwas zu verlieren
oder ich werde Schmerzen erleiden. 3.)
Ich strebe die Anpassung freiwillig an,
weil diese mir einen besseren Zustand
verspricht, als es mein jetziger ist.
Wer diese drei Optionen über einen
angemessenen Zeitraum hinweg nicht
erfaßt, ist geistig behindert.
Bei dem letztgenannten Punkt mag
schon ein Sozialpädagogikstudent im
ersten Semester den Kopf schütteln und
suggestivfragen, ist es denn überhaupt
erstrebenswert, die eigene Kultur
zugunsten der sogenannten westlichen zu
verleugnen? Und der muslimische
Mitbürger antwortet mit einem
uneingeschränkten Jein! Die Gründe
dafür sind vielfältig, aber die
wichtigsten hier in der Reihenfolge ihrer
Relevanz:
1. Fast immer, aber vor allem
sommers kann man(n) im Westen eine
unerschöpfliche Menge an
Wichsmaterial für die aufregende
Zeitspanne kurz vor dem Zubettgehen
sammeln, da das westliche Weibchen zu
dieser Jahreszeit praktisch nackt
herumläuft. Selbstverständlich
ermöglicht es die westliche Technik des
Internets selbst dem stolzesten
Wüstensohn aus dem Hause der Sauds,
des wohlrasierten Kristallisationspunkts
der weiblichen Anatomie ansichtig zu
werden, aber so in 3D ist es schon was
anderes (dies ist übrigens der wahre
Grund, weshalb Asylanten am liebsten in
der Stadt untergebracht werden wollen;
auf dem Land gibt es nicht so viele
Weiber, schon gar nicht so viele rasierte,
siehe Bauer sucht Frau, RTL).
2. Der deutsche Staat läßt einen nicht
hängen. Egal, wie scheiße man selber
ist – ob dick oder doof oder einfach nur
einer, der nicht zum Arbeiten kommt,
weil er den Koran zum achtzigsten Mal
studiert –, unser Staat ist quasi ein
Sachbearbeiter bei einer Bank, der
einem fortwährend einen nicht
rückzahlbaren Kredit auf Lebenszeit
gewährt. Obendrein ohne Zinsen. Und
wehe, die Kohle kommt nicht pünktlich!
3. Man kann über den »Weißen«
denken, was man will, aber nicht, daß er
sich nicht alle naselang diese tollen
technischen Spielzeuge ausdenken
würde. Das Smartphone und die
Fernseh- und Musikanlage mit
Subwoofer sind auch bei dem Mann mit
Migrationshintergrund (ich weiß, ich
rede andauernd von »Mann«; der Grund
dafür ist mir gerade entfallen) stets auf
dem neuesten Stand.
Die Ursache also, weshalb der
Muslim sich nicht integriert, liegt nicht
darin, daß er den Westen nicht mag. Er
liebt den Westen! Er will nur etwas
mehr als die Westler, nämlich sein Zeug
noch obendrauf. Wobei wir wieder beim
Thema wären. »Integration« meint
nämlich keineswegs Anpassung, sondern
das genaue Gegenteil. Es soll sich nur
für den, der die Musik bezahlt, also für
den Steuerzahler, so tralala nach
Anpassung anhören, er soll fünf Finger
sehen, obwohl man ihm vier zeigt.
Das fängt schon bei der Sprache an.
Viele Muslims können nämlich nicht
unsere Sprache, auch wenn sie hier das
Licht der Welt erblickt haben. Jeder, der
sich mit der Materie auseinandergesetzt
hat, weiß, daß das Erlernen der Sprache
in einem Land, in dem man geboren, zur
Schule gegangen und von dessen
Einheimischen man millionenfach
umzingelt wird, sich schwieriger
gestaltet als das Begreifen von
Elementarteilchenphysik,
Quantenfeldtheorie und Maxwell-
Gleichungen. Anderseits gibt es da das
Gorillaweibchen Koko, das 2000
Wörter beherrscht und mittels
Gebärdensprache problemlos mit
Menschen kommuniziert. Mit diesem
geistigen Rüstzeug könnte der Affe
praktisch einen Peter-Handke-Roman
lesen und darüber eine Rezension für
Die Zeit verfassen. Der Aufwand,
unseren ausländischen Mitbürgern 2000
deutsche Wörter beizubringen, würde
freilich das bundesrepublikanische
Staatsbudget sprengen, deshalb müssen
es auch 50 Wörter für schlappe 1,5
Milliarden Euro Steuergeld tun. Aber
wenn man bedenkt, daß offenkundig auch
ein paar Bananen reichen …
Der nächste Punkt bei der
Integration … Oh, ich sehe gerade in
meinen Unterlagen, es gibt gar keine
weiteren Punkte mehr. Das mit der
Sprache war der einzige Punkt. Wenn
der Migrant die beherrscht, steht seiner
Karriere zum Jägerzaun-Bierhumpen-
Wetten-dass?-Hirschgeweih-
Jodeldiplom-Deutschen nichts mehr im
Wege. Das schmutzige Geheimnis der
milliardenschweren und inzwischen im
industriellen Maßstab betriebenen
Integration ist nämlich, daß der
Mohammedaner mit aller Kraft eben von
dem abgehalten werden soll, was der
Begriff für die Öffentlichkeit suggeriert.
Klatscht der »südländische« Jugendliche
ein paar Leute in der U-Bahn tot, so
weint selbst der Richter ob der zu
Herzen gehenden Story, daß der
Delinquent seine Kindheit lediglich mit
einer PlayStation anstatt der Xbox
verbringen mußte, und läßt ihn mit der
strengen Auflage wieder auf die
Menschheit los, am Monatsanfang auch
ja die Stütze bei der Arge abzugreifen.
Ganz von Übel sind Zudringlichkeiten
der Einheimischen im Kindergarten,
wenn der migrantische Kleine mit einem
verfickten Hurensohn namens Nikolaus
konfrontiert wird oder gar mit
vorgehaltener Pistole Gummibärchen zu
sich nehmen muß, die Spuren von
Gelatine (Schwein) enthalten und
deswegen dem Niederbrennen von
Botschaften rund um die Welt Vorschub
leisten. Kein Wunder, wenn der Migrant
schon im Kindesalter die Kampfparole
»Isch fick deine Mutter!« ausgibt. Auch
verstehen die Deutschen dieses Mann-
Frau-Ding bei den Muslims nicht. Doch
eigentlich gibt es da nicht viel zu
verstehen, Frauen sind nun mal in der
»südländischen« Kultur nur für Küche
und Kinder gut, und haben ansonsten
ihren Mund zu halten. Und wenn die
Stadtverwaltung unter Ausschluß selbst
»ungläubiger« Weibchen extra
Schwimmtage für Muslimfrauen
einrichtet, die Schule den Islamunterricht
einführt und sogar der Kinderschutzbund
keinen Mucks darüber verlauten läßt,
daß die Kleinen am Ramadan den ganzen
Tag hungern müssen, dann hat es die
»Aufnahmegesellschaft« endlich
geschnallt mit der Integration.
Das ganze Getröte um Integration ist
eine Farce, allerdings eine, mit der sich
Heerscharen von Helfern und
Helfershelfern sehr ordentliche Gehälter
und imposante Pensionsansprüche
sichern, insbesondere jene in den oberen
Rängen, ohne daß man ein Ergebnis,
geschweige denn einen Erfolg erkennen
könnte. Mittlerweile ist die
Integrationsmaschinerie derart gut geölt,
daß man gar nicht mehr von Integration
reden möchte, sondern nur noch von
»Teilhabe« oder, für die Bevölkerung
bewußt unverständlich gemacht, von
»Inklusion«. Was so viel bedeutet wie
»Jeder macht sein eigenes Ding, und
noch die abscheulichste kulturelle
Eigenart ist eine Bereicherung!«
Allerdings nur, wenn ich von der
Bereicherung weit genug entfernt wohne
und nix mit ihr zu tun habe.
Diese … »Denkweise« hätte ich
beinahe gesagt … schiefe Geisteshaltung
wird sich jedoch am Islam die Zähne
ausbeißen. Er ist nicht bereit zu teilen,
sprich, friedlich als eine
Religionsgemeinschaft unter anderen zu
existieren. Er wird sich diesen Staat zur
Beute machen, der bereits durch den
Selbsthaß vieler seiner Bürger auf die
eigene Volkszugehörigkeit geschwächt
ist und bis an die Grenze einer Groteske
mit Sozialleistungen wie mit
Karnevalskamellen um sich schmeißt.
Gerade ist es wieder einmal ein Tsunami
an Zigeunern und Scheinasylanten, die an
seinen Geldzitzen saugen. Doch der
Islam wird es am Ende sein, der den
Sozialstaat in Allahs Hölle befördert.
Denn er ist eine zu keinem Kompromiß
bereite, glattweg diesseits orientierte, ja,
Spiritualität sogar als Schwäche
wertende, gewaltaffine und
leistungsfeindliche Ideologie, die zum
selbstzerstörerischen Bürgerkrieg neigt.
Es gibt sie noch, die Dokus über die
untergegangene DDR und die
Erinnerungen ihrer einstigen Bewohner.
Ist es jemandem schon einmal
aufgefallen, daß es in islamischen
Ländern um Längen öder aussieht als in
der verkapselten Ex-Zone? Ausnahmen
sind die künstlichen Öl-Scheichtümer,
wo durch rein geologischen Zufall
wenige sich einen großen Schatz teilen
(geborgen von »Weißen«), und die
Städte der Türkei, deren Bewohner fast
den gleichen durchschnittlichen IQ
besitzen wie die Mitteleuropäer.
Überall, wo der Islam herrscht, wird es
über kurz oder lang finster. Diese
Sonnenfinsternis wird in Bälde auch
über Deutschland hereinbrechen, in dem
bereits unzählige türkische, arabische, in
Wahrheit jedoch samt und sonders
islamische U-Boote in Gestalt von
Politikern »mit Migrationshintergrund«,
Moscheevereinen, von ihren
Herkunftsländern ferngesteuerten
Gemeinden und Interessensverbänden
fleißig ihre Mission erfüllen. Dabei ist
die Masche immer dieselbe. Der Islam-
Glaube wird dem doofen deutschen
Entscheidungsträger (der die Sache aus
Steuergeldern finanzieren soll) als
Notdurft verkauft, nach dem Motto
»Wenn ihr mir nicht auf der Stelle ein
Scheißhaus baut, kacke ich euch auf den
Tisch!«. Es wird so getan, als hätte
jeder, der in den Islam hineingeboren
wurde, nix anderes im Kopf und würde
sich im Falle der Nichtgewährung
eigener muslimischer Feiertage mitten
auf dem Marktplatz in die Luft sprengen.
Und der Politiker, der ums Verrecken
nicht in den Verdacht des Rassismus
geraten will, speziell der
Kommunalpolitiker, dem die
besinnungslose Toleranz schon
dünnflüssig aus dem Hintern rinnt, glaubt
das auch noch.
Man mache sich nichts vor, sie
werden nicht aufhören zu fordern – und
letztlich auch bekommen, was sie
verlangen. Denn sie sind sehr hartnäckig
und haben auch sonst den ganzen Tag nix
zu tun, weil sie entweder arbeitslos sind
oder selber im Dienste der
Migrationsindustrie stehen. Wenn der
freiheitsgewohnte Deutsche, gleichgültig
ob »bio« oder so wie ich adoptiert, sich
dagegen nicht wehrt, wird sein heute
noch freier Hals bald nicht mehr als ein
Röcheln hervorbringen. Deshalb wäre es
vonnöten, daß einer mal aufsteht und ein
paar Selbstverständlichkeiten ausspricht.
Erstens: Muslimischer Migrant, nicht
wir sind zu dir gekommen, sondern du zu
uns. Offenkundig fühlst du dich wohl
hier, also reiß das Maul nicht so weit auf
von wegen Diskriminierung und
eingeschränkter Religionsausübung und
so. Wir diskriminieren hier niemanden,
okay, vielleicht ein bißchen, aber
vertraue uns, schon deine Kinder und
Kindeskinder werden davon nichts mehr
mitbekommen – wenn sie im Laufe der
Zeit so werden wie Daniela
Katzenberger oder Dieter Bohlen oder
irgend so ein deutscher Karl Arsch. Was
die Religionsausübung angeht, müssen
wir dich erst recht enttäuschen. Denn du
bist ja kein Buddhist oder ein bekloppter
Esoteriker, der es mit Räucherstäbchen
hat. Du gehörst einer Religion an, in
deren Namen täglich Menschen rund um
die Welt in die Luft gesprengt, geköpft,
hingerichtet, genitalverstümmelt,
gefoltert, sinnlos massengemordet und
schließlich und endlich ihres schönen
und edlen Menschseins beraubt werden.
Das ist kein Pappenstiel, weißt du. Wir
wollen vor deinem aufdringlichen Islam-
Ding in Ruhe gelassen werden. Bete zu
Hause, damit es niemand mitbekommt,
verkleide auch deine Frauen dort nach
deinem Gutdünken, aber bitte verschone
uns damit!
Zweitens: Migranten sind keine
Touristen. Da hast du was verwechselt.
Schon gar keine Kostgänger, die unseren
Sozialstaat aussaugen wie nimmersatte
Vampire. Im Gegenteil, wir bieten euch
die einmalige Gelegenheit, in unserem
Wohlstandsparadies umherzuwandeln
und daran zu partizipieren, doch dafür
müßt ihr uns einen Mehrwert schaffen.
Nicht wir euch, schon gar nicht für lau.
Sonst ist das keine Migration, sondern
die Eroberung und Versklavung eines
Volkes durch ein anderes, auch wenn
unsere illoyalen Politiker, deren
millionenschwere Polsterung ihrer
breiten Ärsche wir auch noch löhnen
müssen, uns das Ganze als lustiges
Multikulti-Straßenfest verkaufen wollen.
Alles klar?
Ich sage es unmißverständlich: Wenn
das alles als dummes Geschwätz eines
versoffenen Schriftstellers abgetan
werden sollte, wird das unten folgende
Szenario schon in ungefähr fünfzehn
Jahren für Deutschland und Resteuropa
gelten. Man denke nur ebenso lange
zurück und vergleiche, wo wir mal
standen und wie es heutzutage in unseren
Städten und Straßen aussieht. Kraft
meines prophetischen Geistes versetze
ich mich nun in einen in dieser Zukunft
lebenden Deutschen hinein, vielleicht in
meinen eigenen Sohn, der dann, so Allah
will, über Dreißig sein wird. Es handelt
sich übrigens bei dem Beschriebenen
keineswegs um das Produkt einer
blühenden Phantasie, sondern um bereits
heute existente Tatsachen, die allerdings
collagenartig aus islamisierten Ländern
stammen. Und aus Skandinavien, das
jede Grausamkeit des Islam hündisch
abnickt. Es ist sozusagen eine
Hochrechnung für Deutschland …

… Er öffnet die Augen und hört den


Grauensgesang immer noch. Diesmal
nicht im Traum, sondern ganz real, so
wie er ihn Tag für Tag hört, fünfmal am
Tag. Der aggressive Gesang ist wie
chronisches Sodbrennen, das in
Intervallen seine Intensität ändert. Wie
jeden Morgen ist er schweißgebadet und
unendlich traurig. Er weiß nicht, wann
es mit dieser elenden Traurigkeit
angefangen hat. Davor oder danach?
Während der Muezzin draußen seine
über erstklassige Lautsprecher
verstärkten Rufe zu einer Art Arie
hinaufschraubt, die sich anhört, als
ersticke jemand qualvoll an einer Gräte,
erhebt er sich vom Bett. Sein Zimmer in
der schier abbruchreifen, nach
gebrutzelten Innereien und ranzigem Fett
stinkenden Mietskaserne ist klein und
mit dem Allernötigsten ausgestattet. Ein
Tisch, ein Stuhl, ein Schrank, ein alter
Fernseher, Kisten hier und dort, alles
Müll. Er kann sich kaum erinnern, seit
wann sich diese Gegenstände in seinem
Besitz befinden. Die fleckigen Wände
sind kahl, von der Decke baumelt eine
nackte Glühlampe herunter. Eine Spinne
in ihrem außergewöhnlich kunstvoll
gesponnenen Netz beobachtet ihn
aufmerksam aus einem Mauerwinkel mit
abgefallenem Putz. Die Vorhänge sind
heruntergelassen.
Es ist Punkt sechs Uhr morgens am
fünfzehnten November im Jahre 2030 in
einer mitteleuropäischen Großstadt.
Natürlich besitzt das Land einen Namen,
und zwar Deutschland, und auch der
Name der Stadt ist bekannt. Doch die
ursprünglichen namen sind nicht nur aus
dem allgemeinen Bewußtsein getilgt,
sondern es ist bei Androhung von
Peitschenhieben verboten, sie in der
Öffentlichkeit auszusprechen, weil sie
nicht muslimisch klingen und
zwangsläufig eine Beleidigung des
Propheten darstellen. Seltsamerweise
keine Folge der Einführung der Scharia,
sondern der Ausweitung der
Antidiskriminierungsgesetze aus dem
Jahre 2023 durch die EU. Es ist einer
der frostigsten November, den man in
Eurabia erlebt hat. Die Temperatur
schwankt zwischen zwei Grad Celsius
am Tag und minus sechs in der Nacht.
Ohne das Licht einzuschalten, verläßt
der Mann in Unterhose das Bett, begibt
sich zur Küche, füllt sich aus dem Hahn
ein Glas Wasser und trinkt es in einem
Zug leer. Dann kehrt er ins Zimmer
zurück und stellt den Fernseher an. Darin
läuft die Wiederholung von Schande
vom gestrigen Abend. Es ist vielleicht
die hundertfünfzigste Folge, vielleicht
aber auch die zweihundertste oder
dreihundertste. Den Überblick zu
behalten fällt schwer. Die beliebteste
TV-Serie auf dem Kontinent, ausgestrahlt
in allen möglichen Sprachen, außer
natürlich in einer europäischen, handelt
von der jungen Fatma, die einst ihrem
Onkel schöne Augen gemacht hat und
von diesem daraufhin prompt
vergewaltigt wurde (Folge 1). Als die
Schande auffliegt, hat man großes
Verständnis für das Opfer, also den
verführten Onkel, und Fatma wird von
ihrer Familie verstoßen. Seitdem
befindet sich die Gute auf einer Odyssee
durch Eurabia und vertraut sich immer
wieder unterschiedlichen Männern und
Familien an. Der Straßenfegereffekt der
technisch eher auf einem armseligen
Wackelkamera-Niveau produzierten
Serie besteht darin, daß die Hauptfigur
in jeder Folge mindestens einmal
vergewaltigt wird, bisweilen über eine
Viertelstunde hinweg und nicht selten
von mehreren Männern. Ein Off-
Kommentator spricht dabei im
salbungsvollen Ton eines Imams
Ermahnungen, religiöse Traktätchen, vor
allem aber Warnungen an die Frauen, auf
daß sie vom rechten Pfad ihres
Hundelebens nicht abweichen sollen,
weil es ihnen sonst genauso ergehen
könnte wie der bemitleidenswerten
Fatma. Natürlich werden keine Details
gezeigt. Die mit liebevollen
Charaktermerkmalen ausgeschmückten
Vergewaltiger, an deren Türen Fatma
immer wieder anklopfen muß, scheinen
auf dem wortwörtlichen Höhepunkt einer
jeden Folge wegen des
Schleierhandikaps der Provokateurin
eher ein Bettlakengespenst im
Fotonegativ zu bespringen als ein Objekt
der Begierde. Und doch ist das Ganze
ein Porno für die gesamte Familie. Unter
dem Deckmantel eines Sittengemäldes
wird ein Drohszenario gegen
widerspenstige Frauen aufgebaut,
während man gleichzeitig der
mehrheitlich von sexuellen Frustrationen
geschüttelten männlichen
Zuschauergruppe signalisiert, wie die
einzig wahre Sexualität für den frommen
Muslim auszusehen hat. Sogar die
Kinder sind begeistert. In einem
bestimmten Punkt unterscheidet sich der
Quotenkracher von den Fernseherfolgen
des alten Europa jedoch gewaltig. Man
kennt weder den Namen noch die
Identität der Hauptdarstellerin. Eine sehr
weise Entscheidung der
Produktionsfirma, kämen doch sonst
vielleicht glühende männliche Fans noch
auf die Idee …
Sein Handy auf dem
Nachtschränkchen vibriert, und er führt
ein kurzes Gespräch mit einem Freund.
Zustande kommende Verbindungen sind
in diesen Tagen ein Glücksfall, weil es
immer weniger Weiße gibt, die die
Mobilfunk-Technologie beherrschen.
Vielleicht aber ist es auch ein stiller
Protest der autochthonen Techniker. Sie
sind gezwungen, für einen Hungerlohn
die gesamte
Telekommunikationsinfrastruktur des
Muslimreiches aufrechtzuerhalten, doch
wie es aussieht, verweigern sich immer
mehr von ihnen und nehmen lieber eine
Drecksarbeit in Kauf, damit endlich das
Quasi-Sklavensystem auseinanderfliegt.
Es werden jetzt für Produktion und
Wartung der Computer- und
Sendeanlagen vermehrt Muslime
angeworben. Was natürlich irgendwie
drollig ist und das Chaos erst komplett
macht. Zuviele muslimische Männer
simulieren ein Studium oder einen Beruf
eher, als daß sie ihn wirklich ausüben. In
den letzten Dekaden hat ohnehin keine
technische Innovation mehr
stattgefunden. In ein paar Jahren, so
glaubt er, wird man wieder auf das
Fräulein vom Amt zurückgreifen müssen.
Falls Telefone dann überhaupt noch
existieren.
Er legt auf, schaltet den Fernseher
aus, zieht die Vorhänge auseinander und
öffnet das Fenster. Ein infernalisches
Getöse prallt ihm entgegen. Und eine
unglaubliche Gestankmixtur,
zusammengesetzt aus Autoabgasen,
Müllfahnen und aufsteigendem
Fäkaliengeruch aus offenen Gullys.
Vielleicht ist es in der Hölle wärmer,
aber auch die hiesige, frostige Abart
kann mit dem Original recht gut
mithalten. Drei Einfallstraßen münden in
den Platz vor der Mietskaserne. Die
Sicht ist wie von schmutzigem Tüll
verschleiert, so schlecht steht es
mittlerweile um die Luftqualität. Es gab
einmal eine Zeit, und er kann sich daran
erinnern, obwohl er damals noch ein
halbes Kind gewesen war, da machte
sich alle Welt Sorgen um die Umwelt.
Umwelt und Umweltschutz besaßen den
Klang von etwas Sakralem. Man
befürchtete sogar eine
menschengemachte Klimakatastrophe.
Die Regierung tat mittels strenger
Gesetze sehr viel, um ihren Bürgern die
Angst zu nehmen. Heutzutage besitzen
die meisten Autos, die eher
Schrotthaufen sind, nicht einmal einen
Auspuff, geschweige denn einen
Katalysator. Was aus dem sogenannten
TÜV geworden ist, weiß kein Mensch.
Mit der allgegenwärtigen Bestechung,
die für islamische Gesellschaften so
selbstverständlich ist wie die schlechte
Luft zum Atmen, der Einschüchterung
von Amtspersonen mit dem Hinweis auf
Zugehörigkeit zu einem mächtigen Clan
oder einer besonders frommen Familie
oder ganz einfach mit der Drohung von
nackter Gewalt sind nicht nur die
Umwelt-, sondern so ziemlich alle
Gesetze der Zivilisation außer Kraft
gesetzt. Es gilt das Gesetz der Scharia,
und im Koran steht nichts von
Umweltschutz.
Selbst durch den stinkigen Dunst
fallen einem sofort ein paar prägnante
Dinge auf. Zunächst natürlich die
Frauen, obwohl sehr wenige von ihnen
auf den Straßen zu sehen sind. Vielleicht
hat die gestrige Folge von Schande bei
ihnen einen besonders nachhaltigen
Eindruck hinterlassen. Vielleicht aber ist
es auch der »Böse Blick«, der sie zu
Hause hält und den Ärzte in früheren
Zeiten als Depression diagnostizierten.
Die große Mehrheit der weiblichen Welt
leidet inzwischen wegen der
Freudlosigkeit ihres Alltags, Gewalt,
sexueller Dauerverfügbarkeit, der
Auslöschung des eigenen Ichs, kurz
wegen ihres mustergültigen
muslimischen Hundelebens unter der
klinischen Schwermut.
Die Burka, die
Ganzkörperverschleierung mit einem
Sehnetz vorm Gesicht, hat sich in
Eurabia als Modetrend nie so richtig
durchsetzen können. Die meisten Frauen
oder ihre Besitzer, die sie in modischen
Dingen mit einem Ledergürtel in der
Hand beraten, bevorzugen den
iranischen Stil. Ein bis zum Boden
reichender dunkler Staubmantel oder
eine Art Schleierkleid, ein ausladendes
Kopftuch und stets ein Lappen vorm
Gesicht. Sogar die Türkinnen
favorisieren diese Linie. Und nicht zu
vergessen die Frauen der ungläubigen,
die eigentlich Freiwild für die
islamischen Männer sind, sich jedoch
seit der Einführung der Scharia ebenfalls
solcherweise kleiden müssen. Ihr Glück,
denn so sind sie vor sexuellen
Nachstellungen einigermaßen sicher.
Die männlichen Erwachsenen
wiederum sind mit dem
Selbstbewußtsein ausgestattet, die neuen
Herren der Welt zu sein – was ein Irrtum
ist, denn in Wahrheit stellen sie nichts
weiter als ein leicht manipulierbares,
spontan entflammbares und bei Bedarf
als Kanonenfutter einsetzbares Material
in Händen von Geistlichen dar – und
stolzieren die Straßen entlang wie um
das Vielfache ihres Körpervolumens
aufgeblasen. Doch der Hauptgrund,
weshalb sie so zahlreich die Straßen
bevölkern und ziellos auf und ab
wandern, ist schlicht und einfach
Langeweile. Der Steuersatz und die
Abgabenlast betragen inzwischen bis zu
achtzig Prozent des Bruttolohns und des
Gewinns bei Selbständigen, um einen
Sozialstaat von titanischem Ausmaß zu
finanzieren. Das Muslimregime versorgt
jeden einzelnen und jede Familie mit
üppigen Transferleistungen, die
Clanältesten sogar mit Posten, die
geschaffen wurden, um der Devise
»Keine Arbeit, trotzdem Geld« zu
genügen. Deshalb muß niemand wirklich
arbeiten, es sei denn, er verfolgt eine
Karriere im inneren Zirkel des
theokratischen Staatsapparates. Es ist
wie Zauberei, und wie in einem
Märchen aus Tausendundeiner Nacht
kommen sich die Söhne Mohammeds
auch vor.
Die Sache hat nur einen Haken.
Theoretisch gelten die Sozialgesetze
auch für die Christen im Land, also für
die einstige Mehrheitsbevölkerung. Der
Grund, weshalb die Einheimischen
trotzdem keinen einzigen Islam-Euro
vom Sozialkuchen abbekommen, ist so
einleuchtend wie schlicht. Nachdem
alles Geld unter den Muslimen verteilt
worden ist, bleibt nichts mehr übrig. Die
neue Verfassung aus dem Jahre 2025
sieht die Bevorzugung von Menschen
islamischen Glaubens vor. Ein Übertritt
in den einzig wahren Glauben ist erlaubt,
und neunundneunzig Komma
neunundneunzig Prozent der
Autochthonen würden dafür ihren Jesus
nicht nur noch einmal, sondern täglich
ans Kreuz nageln, um ihrer
Hungerleider-Existenz zu entfliehen.
Doch sieht die Lage leider, leider so
aus, daß Konvertiten quasi als Muslime
zweiter Klasse vom Sozialtrog
ausgeschlossen sind. Da sie auch daran
gehindert werden, das Land zu
verlassen, bleibt den Einheimischen
nichts anderes übrig, als sich in ihr
Sklavendasein zu fügen. Wie es zu
diesem elenden Zustand kam, ist eine
lange und ziemlich komplizierte
Geschichte. Der Mann möchte darüber
jetzt nicht weiter nachdenken.
Der Überschuß an Freizeit birgt für
die Marionettenspieler hinter der Bühne
natürlich auch Gefahren. Die
unterbeschäftigten muslimischen Männer
sind mangels Streß und Existenzangst
permanent sexuell überstimuliert. Die
Verheirateten unter ihnen sind den
ganzen Tag mit dem Schwängern ihrer
gekauften Bräute beschäftigt. Wie
seinerzeit in den palästinensischen
Gebieten, als die damalige EU einem
kompletten Volk aus unerfindlichen
Gründen den Lebensunterhalt sicherte,
besitzt jede muslimische
Durchschnittsfamilie in Eurabien
inzwischen gewöhnlich fünf Kinder. Das
eigentliche Problem sind die vielen
herumstreunenden jungen Männer,
allesamt Analphabeten auch in ihrer
eigenen Landessprache. Da fast jeder
dritte von ihnen wegen der
Beschneidung im Kindesalter am Penis
grotesk verstümmelt ist und deshalb
unter chronischen Schmerzen und
sexuellen Minderwertigkeitsgefühlen
leidet, neigen sie nicht nur zur
unkontrollierten Gewaltausbrüchen,
sondern zur vollendeten Barbarei.
Wenigstens sind die Vergewaltigungen
christlicher Frauen deutlich
zurückgegangen. Die Mullahs haben sich
von einheimischen Statistikern bis aufs
Komma genau ausrechnen lassen, daß
dadurch ein immenser
volkswirtschaftlicher Schaden entsteht.
Denn infolge des Traumas läßt nicht nur
die Leistungsstärke der jeweils
Vergewaltigten nach, sondern wegen des
Familiendrama-Nebeneffekts auch die
ihres Vaters, Bruders oder Ehemannes.
Der Sklavendienst verliert so an Kraft
und Schwung. Hinzu kommt, daß der
Dienstleistungssektor nahezu vollständig
von autochthonen Frauen
aufrechterhalten wird. Kurz, die Kuh,
von deren Milch man abhängig ist, kann
man nicht melken und gleichzeitig zu
Tode ficken.
Also schließen sich die jungen
Muslime zu Banden zusammen und
machen die Gegend unsicher. Das war zu
seiner Zeit nicht anders, doch nimmt die
Sache inzwischen bürgerkriegsähnliche
Ausmaße an. Die Macht der Theokratie
steht bisweilen auf dem Spiel. Die
Testosteronbomben sind überall und
stets im Rudel, nehmen Stadtteile ein,
schießen um sich, brandschatzen und
morden, ja foltern sogar ihre eigenen
Glaubensbrüder, weil sie angeblich
nicht den wahren Islam praktizieren. Das
Ganze ist sehr durchsichtig, denn ohne
eine abschließende
Massenvergewaltigung der Frauen geht
keine Schlacht zu Ende. Deshalb
patrouillieren seit kurzem vermehrt
Milizen in schwarzen Uniformen auf den
Straßen. Sie tragen lange Stöcke in den
Händen und sind angehalten, schon
kleine Zusammenrottungen sofort
aufzulösen. Außerdem gucken sie böse.
Den Verlautbarungen aus dem Fernsehen
nach funktioniert die Maßnahme
fabelhaft – überhaupt funktioniert in der
Theorie alles, was Muslime anpacken.
Nur sieht die Realität ein wenig anders
aus, paktieren die Männer mit den langen
Stöcken doch recht gern mit ihren jungen
wilden Glaubensgenossen.
Das Gros der Menschen auf den
Straßen vor seinem Fenster gehört aber
einem gänzlich anderen Typus an. Sie
scheinen weder Frauen noch Männer
noch Gläubige noch ungläubige zu sein.
Es sind bleichgesichtige, zahnlose,
verwahrloste, nur in Lumpen und Decken
gehüllte, vor Schmutz triefende, Ekzeme
und schwärende Wunden zur Schau
tragende, eigentlich wie soeben ihren
eigenen Gräbern entstiegene Alte.
Zombiegleich kriechen und humpeln
Opa- und Omalein die Bürgersteige
entlang, oft Schleim ausspeiend oder
verschämt in ihren dreckigen
Körperöffnungen pulend, eine Hand stets
ausgestreckt zur klassischen Bettelgeste.
Sie scheinen mit ihren schlohweißen
Zottelhaaren und der buckeligen
Körperhaltung in der Tat alle irgendwie
geschlechtslos zu sein, und gleichgültig,
welche Götter sie früher einmal auch
angebetet haben mögen, offenkundig
haben diese sie schon vor einer
Ewigkeit verlassen.
Es handelt sich um jene Generation
von Einheimischen, die noch in ihrer
aktiven Zeit vor zwanzig,
fünfundzwanzig Jahren leidenschaftliche
Debatten um die Höhe ihrer anvisierten
Renten und Pensionen und insbesondere
um das sogenannte Eintrittsalter in
diesen paradiesischen Zustand zu führen
pflegten. Es gibt nicht wenige unter
ihnen, die damals nicht genug
Einwanderung vor allem von
zeugungswilligen Ethnien im Land haben
konnten. Sie selbst waren zu bequem
zum Kinderkriegen und konnten sich
leicht ausrechnen, daß das eigene
vergreisende Volk wohl kaum ihren
Lebensabend zu finanzieren imstande
sein würde. Wenn es eines fernen Tages
nicht genug selbstproduzierte junge
Menschen zum Tragen der Altenlast
gäbe, so ihre Milchmädchenrechnung,
dann würde man sich einfach ein paar
kräftige Burschen und gebärfreudige
Mädels aus irgendeinem Kamelland
holen. Natürlich sagte man damals nicht
Kamelland, selbst das Wort Ausländer
war verpönt, aber man dachte es sich.
Und diese importierte Jugend würde das
Renten-Baby, das bereits zu jener Zeit
ein erschreckend altes Gesicht besaß,
dann schon schaukeln. Nur zu dumm, daß
die Zukunftsvision der kräftigen
Burschen und gebärfreudigen Mädels
aus den Kamelländern sich radikal von
der vom bleichgesichtigen Opa- und
Omalein unterschied.
Das sogenannte Problem der
Überalterung der Gesellschaft und die
daraus resultierenden astronomischen
Kosten gehören der Vergangenheit an. Es
hat sich als ein Nachtmahr von
degenerierten Wohlstandsspießern
früherer Tage herausgestellt, die schon
bei der Vorstellung zu hyperventilieren
anfingen, daß sie mit siebzig nicht
dreimal im Jahr in den Urlaub gen Süden
würden fahren können. Heutzutage
sterben die weißen Alten wie die
Fliegen, der überwiegende teil schon
vor dem Erreichen des sechzigsten
Lebensalters, und zwar in solchen
Massen, daß man die vielen Leichen
einfach verbrennt. Allerdings nicht in
Krematorien, die sind dem Muslim zu
teuer, sondern indem man die Leichen
auf Müllkippen zu einem Haufen
zusammentürmt, mit Benzin übergießt
und dann einfach anzündet.
Die wirklich bemitleidenswerten
Alten sind die, die einfach nicht sterben
wollen und sich vorwiegend mit Bettelei
oder von spärlichen Zuwendungen ihres
einzigen Kindes über Wasser halten
müssen. Renten, Pensionen und
Hausbesuche von medizinischem
Personal, das den Betagten allen Ernstes
die Fußnägel schnitt, gehören inzwischen
ins Reich der Fabel. Selbst ihre
stattlichen Lebensversicherungen,
welche sie monatlich akkurat bedienten,
wurden durch das sogenannte
Schutzbefohlenen-Dekret (auch Dhimmi-
Gesetz genannt) scheibchenweise
enteignet und an die wahren glücklichen
Alten überschrieben, nämlich an die mit
dem Glauben an die einzige und
letztgültige Offenbarung. Unnötig zu
erwähnen, daß die natürlich fast neunzig
werden.
Wie in jedem perfekten Tableau, ob es
nun die Schönheit, die Häßlichkeit oder
irgendeinen anderen Aspekt der
menschlichen Existenz sichtbar macht,
gibt es auch in der Straßenszene unter
ihm ein herausragendes Detail, welches
sowohl sofort die Aufmerksamkeit auf
sich lenkt als auch als Sinnbild für das
gesamte Thema steht. Man hat ihm
einmal erklärt, was eine Metapher ist,
und wenn er es richtig verstanden hat,
kann man diesen Blickfang da unten als
eine Metapher betrachten. In der linken
Ecke der aus der Mitte kommenden
Straße parkt ein Kranwagen. An einem
Galgen am Kran baumelt ein junger
Mann, der außer einer hellen Pluderhose
nichts am Leibe trägt. Er hängt schon seit
zwei Tagen dort und scheint vor seiner
Hinrichtung ausgepeitscht worden zu
sein, denn der Oberkörper ist von
Striemen übersät, die infolge der
Blutgerinnung mittlerweile kohlschwarz
aussehen. Das Gesicht mit den
halbgeöffneten Augen, den hohlen Wagen
und dem heruntergeklappten Unterkiefer
erinnert an einen sehr müden
Zeitgenossen, der, wie man so sagt, im
Stehen schläft. Die Haut des über dem
lärmenden Verkehr Schwebenden ist
schon ganz blau. Er soll ein Schwuler
gewesen sein, sagt man, aber das sind
sie ja angeblich alle, die an jeder
zweiten Straßenecke an diesen mobilen
Kränen baumeln. Vielleicht wollte er
auch nur verhindern, daß der Imam des
Viertels seine kleine Schwester
vergewaltigt. Es ist kein großes
Geheimnis, daß die meisten
Koranschulen speziell zum Zwecke der
Frischfleischversorgung für die
Geistlichen gegründet werden. Vielleicht
war der arme Teufel aber auch wirklich
schwul.
Das Entsetzliche an diesem Bild ist
jedoch gar nicht einmal, daß dort ein
junger Mensch wegen seiner sexuellen
Veranlagung am Galgen hängt oder daß
die barbarische Karikatur eines
Strafgerichts jemanden anhand
irgendwelcher Koransuren verurteilt hat,
nein, das wirklich Schockierende ist,
daß die Leute auf der Straße sich
überhaupt nicht an der seit Tagen über
ihnen baumelnden Leiche zu stören
scheinen. Sie schauen nicht einmal zu
dem Gehängten auf, als passe er so
selbstverständlich ins Straßenbild wie
eine Ampel oder ein Müllcontainer.
Selbst er, der durch die Umstände
inzwischen ziemlich verroht ist, zieht
eine klare Linie zwischen den Lebenden
und den Toten und weiß, daß die einen
und die anderen nicht im selben Haus
wohnen dürfen. Die Menschen da unten
sind anders. Sie lassen die Toten in ihr
Haus, und indem sie mit den Toten
zusammenleben, werden sie irgendwie
selbst immer toter. Die Schwelle
zwischen Lebendigsein und Totsein löst
sich zusehends auf, und wenn man an
jeder Ecke den Gestank des Todes
einatmet, kann man am Ende nicht mehr
so genau unterscheiden, in welchem
Reich man sich befindet …
… Okay, okay, ich höre ja schon auf.
Nur eins noch: Nein, Herr Wulff, der
Islam gehört zu Deutschland wie die
Reeperbahn nach Mekka.
III.
ANGST IST EINE
ENTSCHEIDUNG
Angst ist nicht real. Der einzige Ort, an
dem Angst existieren kann, ist in
unserer Vorstellung von unserer
Zukunft. Sie ist ein Produkt unserer
eigenen Phantasie und läßt Dinge
existieren, die in der Gegenwart nicht
existieren und vielleicht niemals
existieren werden. Sie grenzt an
Wahnsinn. Gefahr ist sehr wohl real.
Aber Angst ist eine Entscheidung. Wir
schreiben alle unsere Geschichte.
Aus After Earth
Regie: M. Night Shyamalan

Obiges Zitat stammt aus einem


mittelmäßigen Science-Fiction-Film mit
Will Smith in der Hauptrolle. Was der
gute alte Will da in einer stillen Szene so
überraschend tiefsinnig vor sich
hinmonologisiert, trifft das Thema dieses
Kapitels wie ein Meteorit die Erde. Es
ist kein gequirltes Esoterikgefasel. Lesen
Sie es ruhig noch einmal. Es geht um
Angst, und nicht um Gefahr. Und darum,
weshalb die Leute es sich zum Beispiel
gefallen lassen, daß sie in einer Kneipe
nicht mehr rauchen dürfen und
stattdessen wie geprügelte Hunde bei
Wind und Wetter vor die Tür müssen, um
ihrem Laster zu frönen. Nur weil
irgendwelche Irren von der EU, die
eines fernen Tages kerngesund sterben
wollen, aus blankem neid auf die ihnen
abgehende Lebensfreude beschlossen
haben, alle Oasen des Genusses und der
Ekstase zu verbieten. Und jeder
gehorcht! Was würde eigentlich
passieren, wenn sich die Hälfte der
Kneipengäste plötzlich eine Zigarette
anstecken würde? Drohte den
Protestpaffenden dann der Galgen? Nein,
man würde sie einfach rausschmeißen,
und der Laden würde spätestens nach
zwei Monaten pleitegehen, falls man den
Protest so lange aufrechthielte. Und was
würde passieren, wenn wir das gleiche
mit unserem Todfeind, der Deutschland
hassenden bescheuerten Europäischen
Union, anstellten, ihre Schizo-Befehle
verweigerten und uns ihre Raubzüge
durch unser Staatsbudget verbitten
würden? Genau. Dann würde auch
dieses Gesindel innerhalb von zwei
Monaten pleitegehen. Aber wir werden
uns nicht widersetzen. Wir werden
weder in der Kneipe rauchen noch die
Zahlungen an die EU einstellen. Weil
wir Angst haben. Gott weiß, wovor. Vor
irgendetwas Ungeheuerlichem, unsagbar
Furchtbarem und unvorstellbar
Schmerzlichem. Wir sind Opfer unserer
eigenen Angstdämonen.
In einem Punkt haben die Türken den
Deutschen etwas voraus, nämlich bei
den ersten Zeilen ihrer Nationalhymne.
Die deutsche Hymne beginnt mit
Einigkeit und Recht und Freiheit / für
das deutsche Vaterland! / Danach laßt
uns alle streben, / brüderlich mit Herz
und Hand! Das klingt ein bißchen nach
Juristensprech und Kantschem Pathos
oder nach Utopiegefasel beim dritten
Glas Rotwein. Da fehlen die sich ins
Gemüt bohrenden Codes, die einen
stante pede an den Eiern packen. Es
fehlen Sprachbilder aus dem Alltag, die
einem so etwas wie Heimat, das
zugleich abstrakt und vertraut ist, einfach
in den Schoß legen.
Bei den Türken klingt das ganz
anders: Fürchte dich nicht, die in dieser
Morgendämmerung wehende rote
Fahne kann nicht vergehen. / Solange
das allerletzte Herdfeuer, das in meiner
Heimat brennt, nicht erloschen ist. / Sie
ist der Stern meines Volkes, leuchten
wird sie; / Mein ist sie, allein meinem
Volk gehört sie. Diese Hymne beginnt
mit dem Urtrost, mit dem schon die
Mutter den Säugling zu herzen pflegt:
Hab keine Angst! Fürchte dich nicht! Sie
beginnt mit dem Allerersten und
Allerwichtigsten, das man nicht nur
einem Menschen, sondern auch einem
ganzen Volk ins Ohr flüstern sollte.
Einigkeit und Recht und Freiheit –
schön und gut. Aber das Kind, das wir in
unserem Herzen hoffentlich alle
geblieben sind, versteht diese ziemlich
aufgeblasene und kopflastige
Ausdrucksfülle nicht. Der Türke
dagegen arbeitet mit einfachen, aber
umso effektiveren Wortwerkzeugen:
Morgendämmerung, das allerletzte
Herdfeuer und ein Stern meines Volkes.
Vor allem aber: Hab keine Angst! Ich
werde jetzt erklären, wie es dazu kam,
daß aus den tapferen Deutschen,
brüderlich mit Herz und Hand, das
größte Hosenscheißervolk der Welt
wurde.
Es sind die kleinen und längst
vergessenen Meldungen, die einen
aufhorchen lassen sollten. Vor ein paar
Jahren hat eine Skandinavierin (keine
Muslimin), die nach Italien
eingewandert war und die dortige
Staatsbürgerschaft angenommen hatte,
vor Gericht erstritten, daß wegen der
religiösen Neutralität des Staates alle
Kruzifixe aus Schulen und öffentlichen
Gebäuden zu entfernen seien. Dasselbe
Verfahren wurde auch hierzulande
durchexerziert, ebenfalls mit Erfolg.
Allerdings sollten die Kruzifixe nur dann
verschwinden, wenn die Eltern eines
Schülers es ausdrücklich verlangen. Ich
will aber nicht auf das Infragestellen
religiöser Symbole im öffentlichen
Raum hinaus, sondern auf etwas
Wesentliches, das ein Licht auf die
heutige deutsche Seele wirft.
Was nach dem urteil in Italien
geschah, haben die deutschen Medien
komplett verschwiegen, und zwar mit
absoluter Sicherheit deshalb, weil sie,
mehrheitlich von Parteisoldaten der
Grünen, der Linken und der SPD
besetzt, nicht zur Nachahmung animieren
wollten. Die Italiener hatten nämlich auf
das urteil geschissen und aus Trotz
überall in den Schulen und auch sonst in
allen öffentlichen Gebäuden statt einem
Kruzifix gleich mehrere aufgehängt.
Nicht, weil sie dem Klischee des
madonnenkultsüchtigen Italieners
entsprechen würden, denn diese Zeiten
sind auch »am Stiefel« längst vorbei,
sondern deshalb, weil sie sich nicht von
irgendeiner eingewanderten, blöden Kuh
vorschreiben lassen wollten, wie sie
ihre Bräuche zu pflegen und ihre
Alltagsumgebung zu gestalten haben.
Und sei das alles auch noch so überholt.
Das Herz wärmt sich eben an Naivitäten,
die man längst durchschaut hat.
Was ist daraufhin passiert? Wurde
Italien von der EU bombardiert? Ist die
italienische Armee ausgerückt, um die
Kreuze wieder abzuhängen? Bekam das
Land von den EU-»Spastis« eine
Milliardenstrafe aufgebrummt? Ich darf
das sagen, wenn Jakob Augstein
Eurogegner als »Spastis« bezeichnen
darf, ohne daß die politisch korrekte
Pressemeute über ihn herfällt. Wenn
nicht, gehört mein Fall in die Kategorie
»mit zweierlei Maß.«
Was also passierte? Gar nichts, das
Urteil wurde nicht vollstreckt. Alle taten
so, als hätten sie nix gesehen, und das
italienische Leben ging weiter seinen
gewohnten »Ciao bella!«-Gang. Und da
wir gerade dabei sind: Genauso
verfuhren die Italiener auch mit den
Maastricht-Kriterien, wonach die
Schulden eines EU-Staates nicht mehr
als 60 Prozent und sein jährliches
Haushaltsdefizit nicht mehr als drei
Prozent des Bruttoinlandsprodukts
betragen dürfen. Sie schissen drauf.
Konsequenzen: null.
Das Geheimnis besteht ganz einfach
darin, daß ein Gesetzesbruch nicht mehr
geahndet werden kann, sobald sehr viele
das Gesetz brechen. Auf diese Weise
brauchten sich die Bürger auch die
Zumutungen und
Schwachsinnsmaßnahmen von
irgendwelchen dahergelaufenen
Politclowns nicht mehr gefallen zu
lassen und hätten auch keine Strafe dafür
zu gewärtigen. Sie müßten nur viele
sein. Dazu bedürfte es allerdings der
Furchtlosigkeit des Einzelnen, seiner
geistigen Befreiung von der anerzogenen
übermächtigen Angst vor dem Eisengriff
des Staates und des Vertrauens darauf,
daß der andere genauso furchtlos
handeln werde wie man selbst. Das
nennt man Solidarität. Nein, damit ist
nicht die kommunistische Abzocke
gemeint, daß ich mehr als die Hälfte
meines Einkommens für
Edelschmarotzer wie Christian Wulff
und Minischmarotzer wie den letzten
Donnerstag hereingeschneiten
»Migranten« und seinen Flatscreen von
Samsung abdrücken muß, damit »gleiche
Lebensverhältnisse« herrschen.
Des Deutschen Lebenselixier aber ist
und bleibt nun mal die Angst, der
panische Gedanke, daß er mal hinfallen
könnte und ihm dann kein gnädiger
Sozialmoloch seine gierige,
verschwenderische Hand reicht, damit
er wieder aufstehen kann. Deshalb
bettelt er auch vor jeder Wahl die
Parteien an: »Fickt mich, bitte, fickt
mich noch mehr! Aber erspart mir die
Angst davor, nach dem Sturz selber
aufstehen zu müssen!«
Einen Sumpf legt man trocken, indem
man ihm das Wasser entzieht. Nicht
anders. Und ganz egal, wie heftig Sie zu
meinen Ausführungen über die
vielfältigen Mißstände in unserem Lande
mit dem Kopf nicken – freuen Sie sich
nicht zu früh. Ich möchte Sie nämlich auf
eine Lösung vorbereiten, die Ihnen
vermutlich nicht schmecken wird. Ich
sehe die Ursache allen, wirklich allen
Übels in diesem Land darin, daß es
etwas gibt, wovon wir nicht etwa zu
wenig haben, sondern zu viel, nämlich
von unseren unerbittlich eingetriebenen
und unerschöpflich erscheinenden
Steuereinnahmen, wobei die gefräßigen
Geschwister namens »Abgaben«,
»Gebühren« und »Beiträge« mitzuzählen
sind. Jeder Schritt, den Deutschland in
Richtung Selbstzerstörung macht, ist nur
möglich, weil der Staat auf einem
riesigen, permanent sich selbst
regenerierenden Schatz sitzt, der
wundersamerweise niemals kleiner
wird, so viel man man auch verschenkt,
verschwendet und vernichtet, sondern
Jahr um Jahr immer größer. So
märchenhaft groß ist dieser Schatz und
seine immerwährende Existenz ist
scheinbar so fraglos, daß man ihn als
»Eigenkapital« oder »Sicherheit«
verwenden kann und die Bank das Drei-
bis Vierfache seines Volumens als Kredit
obendrauflegt. Auch die katastrophale
Überschuldung des Staates beruht nicht
auf zu niedrigen Steuereinnahmen,
sondern auf zu hohen. Getreu dem Motto:
»Wer hat, dem wird gegeben.«
Das erinnert an den Fluch der
rohstoffreichen Länder, die sehr oft von
militärischen Diktatoren, religiösen
Obermuftis oder geldgierigen
Oligarchen regiert werden und in
Wahrheit arm dran sind. Warum? Weil
die dortige Elite keine
Bürgergesellschaft braucht, ja, nicht
einmal Bürger, solange der Zaster aus
der Erde sprudelt. Bei uns läuft das
etwas anders, aber nicht viel.
Deutschlands »Rohstoff«, das sind nicht
die Maschinen, das sind auch nicht die
klugen Köpfe, das sind die
Steuereinnahmen – beziehungsweise die
an Panik grenzende Bereitschaft seiner
fleißigen Bürger, sich den größten Teil
ihres Einkommens, also ihr Eigentum
und schlußendlich ihre wirtschaftliche
Souveränität, murrend zwar und
zähneknirschend, im Grunde ihres
Herzens jedoch höchst bereitwillig von
irgendwelchen Doofmännern und
Blödfrauen im Anzug und Hosenanzug
entreißen zu lassen, die mit
staatstragendem Gehabe in den
Abendnachrichten dummes Zeug in
irgendwelche Mikrofone blöken.
Alles, was dieses Land den Bach
runtergehen läßt, die unkontrollierte
Zuwanderung von uns ewig auf der
Tasche liegenden Analphabetenhorden,
der Glaube an die Klimawandellüge, der
physikalisch unmögliche Erneuerbare-
Energien-Schwachsinn, unsere
Ausbeutung und Versklavung durch
irgendwelche Faulenzer-Länder über ein
demokratisch nicht legitimiertes
Bürokratiemonster namens EU, die
Zerstörung der Familie durch
Lockangebote an all die Labilen, die
ihre Lebenspartner so selbstverständlich
wie ihre Unterhosen wechseln sollen,
die Ermöglichung einer First-class-
Existenz für die verkalkte
Pensionärskaste, die Aufrechterhaltung
eines grün-links-versifften Acht-
Milliarden-Desinformations-Molochs
mit dem irreführenden Namen
»Öffentlich Rechtlicher Rundfunk«, all
der Schmerz, den wir ihretwegen
ertragen, und all die Tränen, die wir
ihretwegen vergießen müssen, rühren
daher, daß die da oben genau über
unsere Angst Bescheid wissen. Sie
wissen – gleichgültig, ob wir uns
winden oder wie kopflose Hühner
rumflattern und unseren Protest
herausgackern –, daß wir am Ende
sowieso für die ganze Scheiße zahlen.
Das ist unsere Natur.
O Pardon, habe ich eben von »den«
Menschen gesprochen? Das war etwas
ungenau. Von den rund 50 Millionen
steuerpflichtigen Bürgern in deutschen
Landen bezahlen 25 Millionen, also die
Hälfte, fast gar keine Steuern. Ihr Beitrag
zum Gesamtsteueraufkommen beträgt
lediglich fünf Prozent (= zehn Milliarden
Euro). Denen gehen Steuererhöhungen,
irgendwelche Phantastilliarden für
Rettungsschirme, gar Enteignungen von
Privatvermögen zugunsten von
Sozialparasiten oder Parasitenstaaten,
Sozialklimbim noch und nöcher und
Wohltaten für alles und jeden am Arsch
vorbei. Sie löhnen es ja nicht. Und sie
besitzen viel zu wenig, als daß man
ihnen etwas wegnehmen könnte. Anders
ausgedrückt, sie sind die idealen
Wähler. Ihnen können die verlogenen
Politpfeifen straf- und folgenlos von der
angeblich nicht vorhandenen »Sozialen
Gerechtigkeit« erzählen und nebenbei
nicht nur unterschwellig, sondern ganz
offen an ihre Neidgefühle appellieren.
Da diese 25 Millionen Bürger keine
finanziellen Einbußen befürchten
müssen, geschweige denn die geringste
Ahnung davon haben, wie und wie
schwer Wohlstand zu generieren ist,
rufen sie: »Jawohl, schlachtet die
reichen Schweine!« Das »reiche
Schwein« gehört zu den anderen
25 Millionen und muß 95 Prozent des
Steueraufkommens stemmen! Schon wer
mehr als 2300 Euro brutto pro Monat
verdient, gehört steuerlich zu den Mittel-
und Gutverdienern. Aktuell beträgt der
Spitzensteuersatz 42 Prozent und wird
ab einem zu versteuernden Einkommen
von 4406 Euro pro Monat (oder
52822 Euro pro Jahr) fällig. Das ist
lediglich das Zweifache des
Durchschnittslohns. Zum Vergleich: Vor
53 Jahren wurde der Spitzensteuersatz
erst beim Achtzehnfachen des
Durchschnittslohns verlangt – übertragen
auf heute wären das rund 552000 Euro.
Es kommt aber noch ein pikantes und
oft verschwiegenes Detail hinzu: Von
diesen »reichen Schweinen« arbeitet die
Hälfte direkt oder indirekt selber für den
Staat, wird entweder unmittelbar vom
Staat bezahlt, oder sein Arbeitsplatz
ergo sein Wohlstand und Vermögen
wären ohne Subventionen, überflüssige
Sozial- und Umweltgesetze,
Rentenbezuschussung, Kulturförderung
usw. undenkbar. Das heißt, in Wahrheit
bezahlt auch diese Riesenschar keine
Steuern, sondern lebt von denselben,
bzw. die Steuern, die sie formal
abdrückt, sind lediglich als eine
Verrechnung zu verstehen, gleichgültig,
ob ihre Arbeit notwendig ist oder nicht.
Folglich wird das gesamte Steuer-
und Abgabenaufkommen in Deutschland
von zirka 13 Millionen Menschen
gestemmt! Etwa jeder achte Bürger also
wird herangezogen, um die
ungeheuerliche Summe von über einer
halben Billion Euro jährlich
(einschließlich Unternehmens- oder
Verbrauchssteuern und anderer
Märchensteuern) für diesen Staat
aufzubringen. Die anderen sieben wissen
nicht mal, wo das Finanzamt in ihrer
Stadt steht, geschweige denn, für
welchen Blödsinn sie dort die
Megakohle verballern.
Soweit die öden Fakten. Viel
interessanter ist jedoch die Überlegung,
weshalb diese 13 Millionen Menschen
es akzeptieren, sich wie eine
Weihnachtsgans ausnehmen zu lassen,
die einen mehr, die anderen weniger.
And by the way: Weshalb dieselben
Menschen bei der NSA-Abhöraffäre
sich bis ins Delirium echauffiert haben,
als ob sich der amerikanische
Geheimdienst für ihren WhatsApp-
Dirty-Talk interessieren würde, während
sie vor ein paar Jahren ohne einen
einzigen Protestmucks zuschauten, wie
das Gesetz durchgewinkt wurde, wonach
jeder deutsche Finanzbeamte bequem
von seinem Schreibtisch aus mit einem
Mausklick auf ihr Konto gucken und
dessen Bewegungen unter die Lupe
nehmen darf. Hätte die Regierung
damals beschlossen, regelmäßig auch
ihre Genitalien zu durchleuchten, hätten
sie, wie ich glaube, auch nichts dagegen
einzuwenden gehabt. Ich sagte, Angst sei
der Grund für diese Unterwürfigkeit
gegenüber dem Staat, doch wenn man
die Analyse vertieft, kristallisieren sich
hierbei zweierlei Ängste heraus.
Die erste Art der Angst ist eher ein
Zukurzdenken, ein schwachstromiges
Philosophieren darüber, wie diese
Gesellschaft »auf hohem
Zivilisationsniveau« ausschauen würde,
wenn das außer Rand und Band geratene
Raubtier Staat einem nicht am Dienstag
einen saftigen
Steuernachzahlungsbescheid ins Haus
schicken, am Mittwoch die
Einkommenssteuervorauszahlung
anfordern und am Donnerstag eine
Erhöhung der Grundbesitzabgaben für
die Doppelhaushälfte verkünden würde.
Und du sagst dir aber, derselbe Staat
gewährt meinem Sprößling doch auch
den Besuch von Gymnasium und
Universität für lau! Das tut er zwar, aber
es ist nur auf den ersten Blick ein
gnadenvolles Geschenk. Würdest du
nämlich diesem gierigen Amateurverein
nicht kontinuierlich mehr als die Hälfte
deines redlich Verdienten in den Rachen
schmeißen, könntest du deinen Sprößling
locker in dieselbe Eliteschule schicken,
in der auch die Abkömmlinge der Queen
of England büffeln, anstatt dich für den
Kleinen mit einem NRW-Türken-Abitur
und überfüllten Hörsälen zu begnügen,
du Vollidiot!
Du begreifst es immer noch nicht und
sagst dir, der Staat sorgt doch für die
Sicherheit im Lande, für Polizei,
Rechtsprechung und für die öffentliche
Ordnung und so. Hä, lebst du im Wald
oder hinterm Mond? Die Polizei sorgt
für gar nix mehr, wenn du ein WASP
bist. Das ist die Abkürzung für White
Anglo-Saxon Protestant (zu Deutsch:
weißer angelsächsischer Protestant),
was eine Bevölkerungsgruppe in den
USA mit ebendiesen Merkmalen
bezeichnet. Auf deutsche Verhältnisse
übertragen heißt das, die Polizei verpaßt
dir als einem vor der Obrigkeit stets
männchenmachenden »Bio-Deutschen«
(so Cem Özdemir, gelernter Beruf
Sozialpädagoge) mit absoluter
Sicherheit einen Strafzettel, wenn du
falsch parkst, aber bestimmt schützt er
dich nicht vor dem rumänischen
»Rotationseuropäer«, der in dein Haus
einbricht und all die hübschen Dinge
einsammelt, auf die du so stolz bist.
Wußtest du, daß deine ach so
breitschultrige Polizei mit einem
Krankenstand von 20 Prozent zu
60 Prozent aus übergewichtigen älteren
Herren besteht, die dem Ali und seinen
lustigen Kumpels aus Duisburg-Marxloh
oder Berlin-Kreuzberg nur ein müdes
Arschgrinsen entlocken? Und wehe so
ein Wachtmeister schießt einen
Durchgeknallten mit Messer in der Hand
über den Haufen, weil er es verdient hat.
Da steigt in den Hyperventilierungsorkan
gleich der Götterolymp des Mainstreams
ein: Der Spiegel, Die Zeit, FAZ und wie
sie alle heißen. Danach schießt der
»Delinquent« nicht mal mehr in die Luft.
Die Polizei ist vielleicht noch dein
Freund, aber dein Helfer ist sie schon
lange nicht mehr.
Was die Rechtsprechung vor Gericht
angeht, mein Freund, erzähl doch mal
einem deutschen Richter, daß du
35 Jahre lang brav deine Steuern und
Abgaben bezahlt hättest, daß diese sich
inzwischen auf ungefähr 350000 Euro
summiert haben müßten, wenn nicht noch
mehr, daß du arbeitslos geworden bist
und in deinem Alter auch nicht mehr so
leicht Arbeit findest, und daß du es mit
Recht und Gesetz nicht vereinbaren
könntest, deine noch nicht abbezahlte
Eigentumswohnung verkaufen zu müssen,
um auch nur einen müden Euro vom
Staat zurückzubekommen, während dein
Nachbar Einbezahlt-was-ist-das?-
Abdullah aus Marokko und seine zwei
Ehefrauen mit sechs Kindern sich von
Stütze made in Germany schon ihr
zweites Haus in ihrem wunderschönen
Heimatland bauen. Daß der Richter dich
dann nicht auslacht, ist auch alles! Oder
erzähl doch mal dem Ordnungsamt, daß
es etwas gegen die auf dem Schulweg
deiner Tochter und im Stadtpark Spalier
stehenden schwarzen Drogendealer
unternehmen soll. Vielleicht hast du
Glück. Dann bekommst du nur eine
Geldstrafe wegen Rassismus, und die
Psychopathen von der Antifa sehen
davon ab, dein Auto abzufackeln.
Diese bereits in der Grundschule
eingeimpfte Art der Angst beruht auf der
beknackten Idee, daß alles, was
Organisation, Infrastruktur, Soziales,
Recht, Sicherheit und Ordnung betrifft,
ja, daß selbst die Wirtschaft und das
»Wertesystem« einer Gesellschaft nur
irgendwelche Politnasen mit geklauten
Doktorarbeiten, beamtete Breitärsche
mit Kurfürstenprivilegien und sonstige
Heinis schaukeln könnten, die
irgendeinen sozialpädagogischen Scheiß
labern, und daß im entgegengesetzten
Falle der ganze Laden aussehen würde
wie in dem Zombiefilm Night of the
Living Dead. Das ist nicht nur kindisch,
sondern auch im höchsten Maße
gefährlich, weil man dann sein Lebtag
ein Kind bleibt, das die Erwachsenen
von Sozialstaats Gnaden nach Belieben
herumschubsen können.
Der Staat soll sich gefälligst um
seinen ureigenen Scheiß kümmern, um
Grenzsicherung, Militär, (richtige)
Polizei und Justiz, um Behinderte und
wirklich Bedürftige, um saubere und
gepflegte Straßen und um geile
Uniformen für die Politessen. Das
reicht! Er soll mir keinen
Kindergartenplatz für mein Kind
garantieren. Wenn er mir nicht andauernd
in die Tasche langen würde, könnte ich
mir sogar einen eigenen Kindergarten
bauen. Er soll nicht über meinen Kopf
hinweg entscheiden, wie ich als
Deutscher ein guter Europäer zu sein
habe, nämlich, indem ich bald meine
kümmerlichen Ersparnisse auf der Bank
auf Nimmerwiedersehen in Richtung
Süden überweise und anstatt einer
schönen Glühbirne einen gefährlichen
Giftpilz in die Fassung drehe. Ich liebe
Europa, vielleicht mache ich im nächsten
Monat eine Gourmettour durch
Frankreich oder kaufe mir sogar eine
Wohnung in Portugal als Alterssitz –
wenn mir diese europafeindliche EU-
Bestie dafür noch was übrigläßt. Und
der Staat soll nicht auf moralischen
Druck von als Gutmenschen getarnten
Stalinisten ausgeplündert werden, die
sich selber hoch dotierte Jobs und den
Migrantenvereinsmeiern jede Menge
Staatsknete verschaffen. Er soll auch
nicht von irgendwelchen
Journalistendarstellern von Zeit und taz
an der Nase herumgeführt werden, an
denen der Kelch vorbeiging, selber
neben einem Asylantenheim oder einem
»Zigeunerhaus« zu wohnen, nicht von
muslimischen U-Booten im
Ausländerbeiratspelz, nicht von der
Industrie, die bloß Billigarbeiter sucht,
auch nicht von den neuen
Quotenbeamtinnen, die die Beine bis
zum Anschlag breitmachen und alle
»Armen« und »Verfolgten« in unser Land
hereinlassen, die zu 95 Prozent
männlich, zu 85 Prozent muslimisch, zu
75 Prozent aggressiv und zu 99,9 Prozent
ungebildet sind, und sie sollen nicht
obendrein unverschämt daherlügen, das
wären alles Fachkräfte, die meine Rente
bezahlen würden. Einen Scheiß werden
sie tun! Wenn tatsächlich Leute zum
Arbeiten fehlen, so regelt das der Markt
und nicht ein in Steuerbillionen
schwimmender Staat, der sich an einem
Fernsehkomiker wie Richard David
Precht und einer langjährigen
Horrorfilmdarstellerin namens Claudia
Roth orientiert.
Diese softere Form der Angst basiert
auf der Deppenannahme, daß der Staat
alles machen müßte, daß ich ohne ihn
aufgeschmissen wäre und daß er mit
meinem Geld besser umgehen könnte als
ich. Was für ein Trugschluß! Der Staat
kann sich nicht einmal selber den Arsch
abwischen ohne mein Geld. Welche Art
von Menschen arbeitet denn für den
Staat oder verdankt ihm ihre
wirtschaftliche Existenz? Damit meine
ich auch jene, von denen man es gar
nicht denken würde. Zum Beispiel
»Unternehmer«, die diese verkackten
Stromwindmühlen in die grandiose
deutsche Landschaft pflanzen, um
gigantische Subventionen abzukassieren,
oder dem Sozialamt Wohnungen für
Obdachlose und Asylanten bereitstellen,
an denen sie sich eine goldene Nase
verdienen.
Aufschlußreich ist ein Blick in die
Vergangenheit, in der der Staat nicht
einmal ein Hundertstel seiner heutigen
(Steuer-) Macht besaß. Der Typus
Mensch, der sich heutzutage vom Staat
aushalten läßt, war in früheren Zeiten
Hausmädchen, Diener, Kutscher,
Pferdeäpfelkehrer, Lumpensammler,
Stallknecht, Wanderarbeiter,
Bauernmagd oder ein kleiner
Ärmelschoner-Träger mit Nickelbrille in
einem Handelskontor. So etwas in der
Art. Alles brave Leute, die sich ihre
Kohle im Schweiße ihres Angesichts
verdienten. Doch es waren auch
Menschen ohne eine besondere
Begabung, denen man simple
Fertigkeiten beigebracht hatte, mit denen
sie sich durchs Leben schlugen, um nicht
am Hungertuch nagen zu müssen.
Jedenfalls gehörten sie bestimmt nicht zu
der Sorte Mensch, die sich im Aufbruch
ihrer Jugend sagt, ich möchte etwas
Großes erreichen in meinem Leben,
möchte Spuren hinterlassen, ich möchte
über mich hinauswachsen!
Jene, die von ihrer genetischen
Disposition her die Mittelmäßigkeit, das
Selbstzufriedene, das Zaghafte, das Mit-
dem-Strom-Treibende, die Ideenarmut,
die Ignoranz, kurz das 08/15
repräsentieren, haben schon immer über
den Daumen gepeilt mehr als die Hälfte
eines Volkes ausgemacht. In keiner
Epoche ging von ihnen ein technischer,
gesellschaftlicher, kultureller oder
wirtschaftlicher Fortschritt aus. Sie
waren im Weltengeschehen stets
durchlaufende Posten und haben nur sich
selbst genügt. Irgendwann jedoch hatte
sich ein politisches System etabliert, in
dem der Staat diesem Typus ein sicheres
Einkommen verschaffte. Es ist unstrittig,
daß eine Jugendamtsangestellte, ein
Fernsehfilmregisseur, ein Beamter, ein
Streetworker, ein Häuser
wärmedämmender Handwerker, ein
Operndirektor und ein kommunaler
Gärtner ebenfalls hart arbeiten. Aber
ohne die Innovationskraft, insbesondere
jedoch die Steuerkohle der »richtig«
Arbeitenden wären sie allesamt
arbeitslos bzw. Hausmädchen, Diener,
Kutscher, Pferdeäpfelkehrer,
Lumpensammler …
Doch darüber hinaus gibt es die noch
größere, noch tiefere Angst des Gerne-
Steuer-Zahlenden, die in Intervallen das
Herz zerfrißt und den Blick auf die
Wirklichkeit und auf das wahre Leben
vernebelt: Was geschieht, wenn ich mal
scheitere, in den Abgrund stürze? Wer
fängt mich dann auf? – In der Tat fängt
dich dann der deutsche Staat auf. Das ist
nämlich seine Spezialität. Aber sein
wahres Zauberkunststück besteht darin,
daß er dich lange bevor du abgestürzt
bist, allein mit dem dramatisch
aufgeladenen Bild des Abgrunds um den
kleinen Finger gewickelt hat.
Vor ein paar Jahren, als die
Immobilienblase in den USA platzte,
zeigten die öffentlich-rechtlichen Sender
permanent und voller Häme lauter arme
Teufel, denen die Banken ihre Häuser
abgenommen hatten und die nun in Zelten
hausen mußten. Es fehlte nur noch eine
Off-Stimme, die im Erhobenen-
Zeigefinger-Ton kommentiert hätte:
Siehst du, deutscher Steuerzahler, das ist
Amerika, wo du schutzlos den
Widrigkeiten des Schicksals oder gar,
Gott sei bei uns!, der »Ökonomie«
ausgeliefert bist. Dort gibt es keine
Sicherheit (ein Wort, das nur im
Deutschen seine stählerne
Durchschlagskraft entfaltet). Denn eins
ist gewiß, nichts darf im Leben
schiefgehen, niemals darf man unten
ankommen, wenn man einmal oben war
(oder es sich nur eingebildet hat), und
niemals, niemals darf man einen Verlust
erleiden. Was sollen sonst die Freunde
und Nachbarn denken?
Und wenn es doch passiert, wenn alle
Stricke reißen, wenn man schon den
Schmerz und die Schmach in Kauf
nehmen muß, wenn in der dunkelsten
Stunde der Nacht allein der Gedanke an
einen sonnigen Tagesanbruch undenkbar
erscheint, dann muß, verdammt noch
mal, wenigstens ein gottähnliches Wesen
da sein, nennen wir es »Staat«, das wie
aus dem Himmel zu einem spricht: »Du
hast nur schlecht geträumt, mein Sohn.
Siehe, in meiner Gnade verhelfe ich dir
zu einer zweiten Chance, weil die dir in
diesem beschissenen Land niemand
sonst geben würde, und durch einen
Absturz wärst du für dein Leben
gebrandmarkt. Okay, du hättest jetzt
vermutlich genug Reserven für den Fall
eines Absturzes gehabt, wenn ich dir
vorher nicht mehr als die Hälfte deiner
von dir selbst erwirtschafteten Kohle
abgeknöpft hätte. Und, okay, diese
zweite Chance ist bei näherem Hinsehen
gar keine, sondern in Wahrheit ist es nur
eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für
meine Beamten vom
Betreuungskollektiv, und das Geld wird
für völlig sinnlose
›Qualifizierungsgesellschaften‹ der Arge
zum Fenster rausgeschmissen, die dir
achtzigmal hintereinander beibringen
werden, wie man einen ordentlichen
Lebenslauf schreibt, auch wenn du
Germanist bist. Du wirst ab jetzt das
gleiche bescheidene Leben führen wie
irgendein Heckenpenner, dem ich wegen
seines heckenpennerischen Lebensstils
leider gar nix abknöpfen konnte, aber
zumindest hast du nun ein
verschimmeltes Dach überm Kopf,
Tütensuppen, und dein Kind darf
weiterhin einen Schulranzen von Scout
tragen, damit es in der Schule nicht
diskriminiert wird (gerichtlich erstritten
in München). Jedenfalls mußt du nicht
wie diese doofen Amis in einem Zelt
pennen. Allerdings erwarte ich von dir
dafür prophylaktisch die entsprechende
Huldigung an mich, obwohl das alles nur
ein Albtraum ist, der dich schön
zahlungswillig machen soll.«
Nun sind die USA sozialistischer, als
wir denken, denn sie sind der größte
Sozialstaat der Welt, ob man es glaubt
oder nicht, und das mit dem Absturz in
den Hartz-IV-Hades betrifft
verschwindend wenige, die nichts
Anständiges gelernt haben. Den größten
Teil der Hartzer stellen, ganz genau,
ungebildete Migranten, sogenannte
Langzeitarbeitslose (ob unverschuldet
oder wegen chronischer
Arbeitsallergie), dann Alleinerziehende,
ein Begriff, so gebenedeit wie etwa das
Turiner Grabtuch, und vergleichbare
Restposten, die jede
Wohlstandsgesellschaft gebiert. Doch
diese Schreckensvision und all die
anderen an die Wand gemalten bzw.
genüßlich in WDR-und-NDR-Dokus und
in den inflationären talk-Shows
zelebrierten Schreckensvisionen (immer
hübsch garniert mit raren
Einzelschicksalen), wonach wir hier
Zustände wie in Angola bekämen, wenn
der Staat keine Bildung, Rente,
Krankenversicherung, Familienhilfen
diverser Art, ja, demnächst womöglich
kein bedingungsloses Grundeinkommen
garantierte, läßt sogar den gestandenen
deutschen Besser-und-noch-besser-
Verdiener vor Angst erblassen und seine
20000 bis 25000 Euro jährlich schweren
Herzens, aber guten Gewissens bei der
Firma Gnadenlos, dem Finanzamt,
abdrücken. Ja, der Finanzbeamte ist
skrupellos, wenn er ohne mit der
Wimper zu zucken Existenzen zerstört,
einen in den Knast schickt und in den
Selbstmord treibt, weil man die sauer
verdiente Kohle nicht kontinuierlich
herausrückt – was er bisweilen auch tut!
Ach übrigens, Herr Staatsanwalt, der
Sie bestimmt bald die gegen mich
erstattete Anzeige wegen Beleidigung
bearbeiten werden, bedenken Sie bitte,
daß ich es mir versagt habe, den
Finanzbeamten »Nazi« zu nennen,
obwohl man hierzulande Soldaten
pauschal als Mörder bezeichnen darf,
auch wenn der Einzelne von ihnen nicht
gemordet hat.
Dabei wissen wir gar nicht, was aus
den armen Leutchen, die damals im Zelt
pennen mußten, inzwischen geworden
ist. Vielleicht sind sie schon wieder
stolze Hausbesitzer. Das geht in den
Staaten, wo man nur die Hälfte des
deutschen Prozentsatzes an Steuern
entrichten muß und wo den Menschen
die Freiheit gelassen wird, sich selber
zu helfen, nämlich ruckzuck. Aber wir
wollen das auch gar nicht wissen, denn
es könnte unser schön-schreckliches
Weltbild von dem sich als Säugling
wähnenden Erwachsenen mit seiner
Einmal-unten-immer-unten-Angst
zerstören, der früher oder später ganz
bestimmt auf die Staatstitte angewiesen
zu sein glaubt. Die Allerweltsweisheit,
daß, wer hinfällt, meist auch wieder
selber aufstehen kann und die meisten
Menschen ihres Glückes Schmied sind,
kommt in diesem Weltbild nicht vor.
Auch nicht in dem Weltbild jenes Zeit-
lesenden-und-Greenpeace-
unterstützenden-und-eine-Altbau-Immo-
in-gehobener-Wohnlage-besitzenden
Pensionärs, der monatlich seine 3500
bis 4000 Euro vom Staat einstreicht.
Und dem es doch kackegal ist, wenn eine
Familie mit hart-und-härter arbeitendem
Papa und einer Mutter, die abends, um
ihr Kleines abzuholen, immer auf den
letzten Drücker in den Kindergarten
reinhechelt, weil der Chef noch was
erledigt haben wollte, sich immer
weniger leisten kann. Ich sag’s ja, die
Tragik der Deutschen ist ihr blöder
Fleiß!
Ich weiß, wie Sie mich jetzt titulieren
wollen. Nämlich mit jenen von den
linken Dumm- und Dämlichquasslern
kreierten und von Ihnen übernommenen
Schmähungen aus den obengenannten
Fernsehsendungen: »Populist«,
»Vereinfacher«, »Spalter«,
»Neoliberaler« (demnach waren die
Altliberalen ein Haufen Bolschewiken),
»Haßprediger« and so on. Des weiteren
werden Sie sagen, daß dieser ganze
staatliche Geldverschiebebahnhof in
Wirklichkeit sehr komplex sei, so
komplex, daß nur Eingeweihte und
Genies die Materie zu durchschauen und
mit ihr umzugehen wüßten. Zum Beispiel
ein Jürgen Trittin, der Kommunismus
gelernt hat und sonst gar nix. Oder ein
Sigmar Gabriel, der mal
Berufsschullehrer war – ein
Aufgabenfeld, das einen nicht nur zum
Staatenlenker qualifiziert, sondern auch
zum Astronauten und Tigerdompteur.
Oder ein Wolfgang Schäuble, der schon
mit so vielen echten und virtuellen
Milliarden um sich geschmissen hat,
daß, hätte er sie nicht anschließend im
EU-Ofen verbrannt, er sich damit nicht
nur das komplette Europa, sondern auch
den Kontinent Australien plus
Neuseeland hätte kaufen können und
dessen profunde finanzpolitische
Leitlinie sich mittlerweile nicht
monatlich, sondern wöchentlich ändert.
Oder ein Gregor Gysi, der nicht Stasi-
Denunziant genannt werden darf und der
beim Sich-selber-Zuhören in den Talk-
Shows, in denen er ständig herumsitzt,
immer so aussieht, als beschäftige er
sich hauptberuflich mit seinen
Weinbergen im Bordeaux und der
Menükarte von Borchardt, der aber
unfaßbar eindrucksvoll die
Gesellschaftsvision heraufzubeschwören
vermag, daß auch hierzulande
(insbesondere für »Besserverdiener«)
nordkoreanische Verhältnisse als
leuchtendes Ziel anzustreben wären. Und
schlußendlich die zu Buddha gewordene
Kanzlerin oder ein zu Angela Merkel
gewordener Buddha, die eine
konservative Partei, die eigentlich nie so
konservativ war, wie sie behauptet hat
(jedenfalls habe ich in den letzten
zwanzig Jahren keinen Mucks von denen
gehört, daß man Abtreibung wieder unter
Strafe stellen wolle), in einen
Volksheimverein skandinavischer
Manier aus den Siebzigern umgemodelt
hat und die meist Gewichtigkeiten
verkündet wie die, daß es in der Nacht
dunkel ist und am Tag hell oder
umgekehrt.
Ja klar, diese Knallchargen haben alle
die Oberahnung und verstehen von der
großen Politik mehr als ich. Am Arsch
hängt der Hammer! Ich bin der festen
Überzeugung, daß ein Volk, das einen
durchschnittlichen Intelligenzquotienten
von 110 besitzt, auf Politik komplett
verzichten kann. Okay, es muß ein paar
Typen geben (bloß keine Frauen, die
haben das Muttergen und wollen nur
Geld verschenken), die die hoheitlichen
Aufgaben wie unabhängige Justiz,
Straßenverkehr usw. im Griff haben. Für
alles andere reichen das Gesetzbuch
von, sagen wir mal, 1973 und ein paar
ausführende Organe auf der Basis von
400-Euro-Jobs. Oder anders gesagt: Was
würde eigentlich passieren, wenn
morgen alle Politiker in diesem Land
samt ihren Staatssekretären, höheren
Beamten und unteren Chargen in der
schmarotzenden Nahrungskette einfach
platzten und alle Regierungsgebäude in
Flammen aufgingen? Gäbe es dann kein
Brot mehr in der Bäckerei? Würde dann
ein einziger Golf Variant weniger
verkauft werden? Würden die
Werktätigen der
Schwermaschinenbranche ihre Arbeit
niederlegen? Würden die Bauern ihre
Kühe nicht mehr melken? Natürlich
nicht. Alles würde weitergehen wie
bisher, nichts würde sich ändern. Außer
natürlich für die, die von diesem
Klauhannes namens Staat leben.
In einer Wohlstandsgesellschaft wie
Deutschland, deren Reichtum zuvörderst
von Ingenieuren, Facharbeitern, Tüftlern,
fleißigen Ausputzern und
mittelständischen Betrieben generiert
wird und dessen Funktionieren noch
unter Vernunftsgesichtspunkten erfolgt
und nicht durch Gottesanbetung, brauche
ich keine Politiker, die mir die Welt
erklären und mir dafür unter Androhung
von purer Gewalt mein Geld abpressen,
die nichts weiter sind als unnütze
Parasiten, die den Bogen raushaben, mit
Hilfe dummdreister Medien ihre völlig
überflüssigen Ideen als wichtig und
absolut notwendig darzustellen.
Das ist Ihnen zu theoretisch? Gut,
dann werde ich jetzt menschlich-konkret.
Ich erzähle Ihnen von Heinz. Heinz
kenne ich schon ziemlich lange. Er ist
40 Jahre alt, hat zwei Kinder, eine
schöne Frau und ein Eigenheim. Er
gehört der Mittelschicht an. Die
Mittelschicht ist der Fetisch des
Deutschen. Eigentlich dreht sich
hierzulande alles um die Mittelschicht.
Warum sonst sollten irgendwelche
Mittelschicht-Schreiberlinge die große
Oberahnung simulieren und sich
delirierend an Armutsberichten,
prekären Beschäftigungsverhältnissen
und Managergehältern in Trillionenhöhe
abarbeiten? Die Mittelschicht ist und
bleibt das Ideal, weil es sich bei ihr um
das Ideal sowohl der Wächter des
öffentlichen Diskurses als auch des
sogenannten kleinen Mannes handelt. Zu
ihr strebt alles, zu ihr drängt alles und
nach ihr verlangt alles. Der
Mittelschichtswahn nimmt derart
groteske Züge an, daß in keinem
deutschen Film oder Buch noch ein
anderes Ambiente vorkommt. RTL macht
zwar auf superlustig mit der
Millionärsfamilie Die Geissens, und das
Staatsfernsehen auf superbetroffen mit
Dokus über Leiharbeiter, aber das ist nur
Unterhaltung. Wenn die Fernseher aus
und die Redaktionsbüros verlassen sind,
wird erst recht vom Leben in der
Mittelschicht geträumt.
Das geht so weit, daß diejenigen, die
ums Verrecken zur Mittelschicht gehören
wollen, die Mittelschicht hassen und
sich über den Honda-CR-V-
Geländewagen der Ehefrauen und über
die ballett- und
klavierunterrichtnehmenden Kinder
lustig machen und bekritteln, daß diese
Schicht zur Ghettobildung tendiere,
obgleich sie selber nirgendwo lieber
wohnen würden als in einem
Mittelschichtghetto. Es ist die reine
Haßliebe. Nicht einmal ein immenser
Reichtum mit Yachten und Villen bringt
sie so sehr in Wallung (weil sie ahnen,
daß sie nie und nimmer solche Gipfel
erklimmen werden) wie der neue Opel
Zafira des Mittelschichtlers von
nebenan.
Über die Mittelschicht wird
permanent geforscht. Schlaue Bücher
werden über sie geschrieben, und sie ist
ständiges Thema in den talk-Shows. Mal
schrumpft sie, mal bleibt sie konstant
und mal geht sie den Bach runter. Es
wird aber fast nie darüber gesprochen
(weil es das schmutzige Geheimnis der
Mittelschicht ist), daß sich ihre Struktur
in den letzten, sagen wir, dreißig Jahren
fundamental gewandelt hat. Die
Mittelschicht ist inzwischen
zwiegespalten, und zwar in eine Fake-
Mittelschicht und eine echte. Die
Täuschung kommt daher, daß über die
Zugehörigkeit zu dieser Schicht
heutzutage ausschließlich anhand des
Einkommens einer Familie entschieden
wird und nicht mehr anhand der
Umstände, die es ermöglichen. Wenn
also ein Oberstudienrat monatlich
mindestens 3237 Euro nach Hause
schleppt (Präsident des
Bundesverwaltungsgerichts
11484 Euro!) und seine Frau als
städtische Beamtin 2610 Euro, so
gehören sie eindeutig der Mittelschicht
an. Früher hätte man gesagt, die beiden
sind doch Beamte, was haben die mit
uns, der Mittelschicht, zu tun, die wir
uns unsere Brötchen auf dem freien
Markt verdienen müssen? Ich möchte
zeigen, daß inzwischen eine zweite
Mittelschicht existiert, nämlich die im
Verlauf der letzten Jahrzehnte neu
entstandene Fake-Mittelschicht, die sich
nur noch einbildet, Mittelschicht zu sein,
und krampfhaft den Schein wahrt.
Heinz und seine Familie sind so ein
Fall. Auf den ersten Blick ist alles
bestens. Er arbeitet als Ingenieur für
einen mittelständischen Betrieb und
seine Frau als Assistentin in einer
Werbeagentur, wofür sie aus eigener
Tasche Sprachfortbildungskurse
finanzieren mußte. Der frühere
Mittelschichtler hatte es nicht nötig, daß
seine Frau arbeiten ging. Im Gegenteil,
er war ungeheuer stolz darauf, daß er
seine Familie ganz allein versorgen, sich
trotzdem alle fünf Jahre ein fabrikneues
Auto leisten und nebenbei das
Eigenheim abzahlen konnte. Jetzt denkt
der Leser bestimmt über den Verfasser,
was ist das denn für ein Neandertaler?
Auch Frauen arbeiten gern, weil sie
dabei ihre Erfüllung finden und sich
selbst verwirklichen können. Nein, das
tun sie nicht! Das ist eine Lüge.
Wer so denkt, weil ihn linke Medien
und aggressive Emanzen und
Politikerinnen jahrzehntelang einer
Gehirnwäsche unterzogen haben, kennt
keine normale Frau. Ich schätze den
Anteil der Frauen, die sich auch nach
ihrem dreißigsten Lebensjahr mit
Freuden einem beinharten
wirtschaftlichen Konkurrenzkampf und
den Anstrengungen des Berufes
ausliefern, auf nicht mehr als zehn
Prozent. Die übrigen neunzig Prozent
möchten am liebsten ihre Kinder
aufziehen, das (Mittelschichts-)Haus
verschönern, sich um den Garten
kümmern, den Urlaub planen, ein paar
Stündchen einer Blabla-Tätigkeit
nachgehen, damit sie unter die Leute
kommen, und vielleicht nebenbei einen
Roman schreiben. Ich kenne zwei
Lesben, die sehr gute Freundinnen von
mir sind. Sie haben mir mit traurigen
Gesichtern das allertraurigste Geheimnis
eines Lesbenlebens anvertraut, von dem
seltsamerweise kein einziges Mal in
einer Homosexuellendiskussion die
Rede ist: Wir werden niemals einen
männlichen Versorger haben! Jaja …
Alle Familienmitglieder im
Heinzschen Haus sind gepflegt gekleidet,
und nichts wirkt abgetragen oder
unmodern. Doch infolge
textilindustrieller
Globalisierungsakrobatik kann der
Normalverbraucher kaum noch
unterscheiden, ob es sich um original
Markenkleidung, Restposten aus
Outletstores oder um billiges Zeug von
H&M handelt. Die Autos für ihn und
seine Frau sind geleast (oder
»finanziert«). Vor dreißig Jahren kannte
man so etwas gar nicht. Wenn ein
Mittelschichtler damals gesagt hätte,
»Ich bezahle für mein Auto Miete« oder
»Ich bezahle es in Raten«, hätte man ihn
ausgelacht und an das Sozialamt
verwiesen. Sein Haus gehört in Wahrheit
der Bank, und mit Zinsen, Tilgung,
Grunderwerbssteuer,
Grundbesitzabgaben usw. hätte Heinz
finanziell eigentlich besser dagestanden,
wenn er es gemietet hätte. Die Familie
macht immer noch zweimal im Jahr
Urlaub. Aber während man früher damit
protzte, wie teuer der Urlaub war, ist es
heute exakt umgekehrt: Man gibt damit
an, was für ein sagenhaft günstiges
Angebot man im Internet gefunden habe.
Tief in seinem Herzen ahnt Heinz, daß er
sich eigentlich schämen müßte, wenn er
sich mit seinen Freunden über solche
Sachen unterhält, genauso wie es ihm
heute peinlich ist, daß er vor zehn Jahren
nicht aus Modebewußtsein auf den
fröhlichschicksalsergebenen Auch-
Begüterte-kaufen-bei-Aldi-Zug
aufsprang, sondern weil er finanziell
klamm war.
Es gibt Dinge für Heinz, daran rüttelt
er nicht. Jedes Kind hat seinen eigenen
Laptop, ein eigenes Handy und ein
ziemlich kostspieliges Hobby. Alle zwei
Wochen geht er mit seiner Frau ins Kino
oder ins Tanzlokal und dann fein essen,
damit die Liebe frisch bleibt (zirka
150 €); vieles im Haus macht er selbst,
aber hin und wieder muß doch ein
Handwerker kommen, und das kostet,
und an Weihnachten müssen die
Geschenke auch etwas hermachen.
Unter all diesen Umständen kann
Heinz natürlich keine nennenswerten
Rücklagen bilden. Es kostet ihn seine
ganze Kraft, die Fassade
aufrechtzuerhalten. Jede einzelne
Ausgabe ist minutiös geplant, und es darf
nichts Unvorgesehenes passieren, damit
die Mittelschichtfassade nicht in sich
zusammenbricht. Das Hamsterrad, in
dem Heinz läuft, ist gut geölt.
Insbesondere dürfen zwei Fälle niemals
eintreten: Er oder seine Frau dürfen
nicht arbeitslos werden, und sie darf
sich nicht von ihm scheiden lassen. Dann
nämlich entschwände der Traum vom
Hochglanzfoto aus dem Sparkassen-
Prospekt, auf dem eine junge Familie bei
strahlendem Sonnenschein vor ihrem
neuen Eigenheim steht, in
zappendustersten Nebel, und Heinz
würde innerhalb eines Jahres ins
Bodenlose stürzen. Er würde aus dem
Land der Mittelschichtler vertrieben.
Letztes Jahr wäre ihm beinahe dieses
Unglück beschert worden – vom
Klapperstorch. Seine Frau wurde erneut
schwanger, ein Pillenunfall. Sie
besprachen die Sache nächtelang mit
kummervollen Gesichtern, obwohl es
sich ja eigentlich um eine erfreuliche
Überraschung handelte. Sie wägten ab,
und dabei begannen beide sich
allmählich gegenseitig in die eigene
Tasche zu lügen. Nach und nach redeten
sie sich nämlich ein, daß sie schon zu alt
für ein drittes Kind seien und sich die
Strapazen eines wer weiß wie lange
plärrenden Quälgeistes nicht mehr antun
wollten. Auch bemühten sie für ihre
Entscheidung Sagen und Mythen aus der
Kinderpädagogik, wonach die Bindung
von fast in der Pubertät stehenden
Sprößlingen zu den Eltern empfindlich
gestört werden könnte, wenn ein
Nachzügler in das routinierte
Familienleben hereinplatzt. Schließlich
faßten beide den Entschluß, daß das
neue Familienmitglied keines sein solle.
Es wurde abgetrieben.
Aber damit war das Kind nicht
vergessen. Insbesondere nicht der wahre
Grund, weshalb es einen weiteren Engel
im Himmel geben mußte, ein sehr
schäbiger Grund, den das Ehepaar in der
Für-und-Wider-Phase nicht
auszusprechen wagte. Ihre Mittelschicht-
Kartenhaus-Existenz ließ kein weiteres
Kind zu, die Familie konnte sich einfach
keinen weiteren Nachwuchs mehr
leisten. Weder wollten Heinz und seine
hübsche Frau sich das eingestehen, noch
verloren sie über diese Selbstlüge je
wieder ein Wort. Und doch wird sie
stets in ihren Köpfen bleiben wie ein
eingewachsener Stachel im Fleisch.
Hält man Heinz all das vor Augen,
streitet er es glatt ab. Im Gegenteil, er ist
sehr stolz darauf, daß er die Fassade
aufrechterhält und im Hamsterrad läuft.
Da er von den allgegenwärtigen linken
Mainstream-Medien hirngewaschen
wurde, hält er sämtliche Steuern und
Abgaben, die der Staat ihm abpreßt, für
rechtens, ja, er hält den Staat sogar für
eine Art Lebensversicherung, auch wenn
er in diese Lebensversicherung bereits
das Dreißigfache dessen eingezahlt hat,
was er im Notfall herausbekommen
würde. Heinz wählt die Grünen oder die
SPD. Wenn man ihn fragt, warum, weiß
er im ersten Moment auch keine rechte
Antwort, bis ihm einfällt: »Die machen
halt so gute Sachen, die sind für die
Umwelt und erneuerbare Energien und
eine gerechte Gesellschaft und so.«
Selbstverständlich weiß er als
Ingenieur, daß »erneuerbare Energien«
oder alternativ erzeugter Strom kein
richtiger Strom sind, aber weil er in
einer linksmanipulierten Medienwelt
aufgewachsen ist, glaubt er, daß bei den
Grünen noch schlauere Ingenieure sitzen
als er. Heinz findet es super, daß
Deutschland inzwischen multikulturell
geworden ist, auch wenn er ahnt, daß
eine nicht unbeträchtliche Zahl von
»Menschen mit Migrationshintergrund«
nur hier ist, um Sozialleistungen
abzuzocken. Ansonsten hat er mit denen
nicht viel am Hut, weil sie in seinem
Mittelschichtidyll nicht vorkommen. Er
zahlt die Fernsehsteuer gern, weil er die
Öffentlich-Rechtlichen für kulturell
höherwertig hält als die Privaten, auch
wenn er bei seinem anstrengenden Job
sowieso nur dazu kommt, Tatort zu
gucken. Obwohl Heinz sich zu den
Wohlhabenden zählt, ist er der Meinung,
daß man es mit dem Reichtum nicht
übertreiben sollte. Zwar kennt er keine
richtig Reichen – der Inhaber der Firma,
in der er arbeitet, verdient nur
unwesentlich mehr als er –, doch ist er
der Meinung, daß sie der »sozialen
Gerechtigkeit« wegen mehr an den Staat
abgeben sollten. Er hat noch nicht
gemerkt, daß die Soziale-Gerechtigkeit-
Komiker bereits ihn selber als
»Reichen« führen, den man stärker als
bisher abziehen müsse.
Heinz ist das Paradebeispiel eines
von der linken Deutungshoheit
dressierten, von der Sozial- und
Migrationsindustrie zum Feind
denunzierten, vom Staat zur
Ausplünderung freigegebenen und von
der staatlich subventionierten Kultur als
seelenloser Spießer, Konservativer und
Reaktionär abgeurteilten und
verspotteten Pseudomittelschicht-
Trottels. So sehr ist er die ganze Zeit mit
der Wahrung des Scheins beschäftigt, zu
einem wohlhabenden Milieu zu gehören,
daß ihm gar nicht mehr auffällt, wer in
dieser Fetisch-Schicht inzwischen
wirklich das Sagen hat. Unter seinen
Nachbarn sind immer weniger Leute aus
Wirtschaft und Industrie. Für die ist das
Pflaster hier mittlerweile zu teuer
geworden. Nein, es sind Studienräte,
Akademiker, die für irgendwelche
staatlichen Sozial- und Umweltinstitute
arbeiten, frühpensionierte Beamte,
Leute, die was in Bio machen, hohe
Tiere von Wohlfahrtsverbänden,
vollsubventionierte Künstler, EU-
Beamte und – hauptberufliche Grüne!
Alles Leute, die von Heinzens Steuern
leben. Der aber hat den Knall immer
noch nicht gehört. Heinz findet diese
Mischung umwerfend, weil sie etwas
von Bürgerlichkeit, kulturell
Hochstehendem, und – das würde er
zwar niemals sagen, aber ab und an
denkt er es – etwas von
Besserverdienenden versprüht, und er
merkt gar nicht, daß er der letzte seiner
Art ist. Schon bald wird die deutsche
Mittelschicht gänzlich vom Staat
übernommen und bezahlt werden. Das
ist dann die Neue Mittelschicht. Doch
dann ist Heinz vielleicht schon von
seiner Frau geschieden, von der Familie
getrennt und wohnt in einer 40-
Quadratmeter-Wohnung als neuer
Nachbar von denen, die er früher zur
Unterschicht zählte. Das einzig
Tröstliche an der Sache: Ihm würden ja
noch die schönen Erinnerungen an die
Mittelschicht bleiben.
Sie finden, ich übertreibe? Nein, ich
untertreibe! In einer ZDF-
Dokumentation vor der letzten
Bundestagswahl wurden Vertreter
unterschiedlicher Einkommensschichten
vorgestellt, unter anderem auch eine
Familie exakt Heinzschen Zuschnitts.
Die wohnte ebenfalls in einem Haus mit
Garten, allerdings zur Miete. Für
Eigentum reichte es nicht. Ich hab mich
vor Lachen gar nicht mehr eingekriegt
darüber, wie diese armen Leute vor der
Kommunistenkamera des
Staatsfernsehens herumdrucksten, daß
sie eine weitere Steuer- oder
Abgabenerhöhung seitens der neuen
Regierung nicht mehr verkraften könnten.
Sie rechtfertigten sich andauernd für
ihren hart erarbeiteten Pseudoluxus, als
hätten sie ihn anderen gestohlen, und
hatten wohl panische Angst davor, daß
der Redakteur hinter der Kamera, den
sie ebenfalls zwangsalimentieren
müssen, bei einem falschen Wort
dazwischenrufen würde: »Aber ihre
Tochter nimmt doch Reitunterricht,
während sich die Unterschicht-Chantal
mit Scripted-Reality-TV auf SAT1
begnügen muß!«
Und wissen Sie, warum Sie mich der
Übertreibung, gar der
Realitätsverweigerung zeihen? Weil Sie
der typische Partygast sind, der den
umstehenden leicht beschwipst von den
stillen, romantischen Ecken in der
Provence erzählt, wo Sie mit Ihrer
Familie unlängst urlaubten, und der
jenen von Ihrem fetten BMW-
Firmenwagen vorlügt, um den Eindruck
zu erwecken, alles wäre bei Ihnen tiptop
und einer wie Sie sei kraft seines
Mittelschicht-Gens und wegen den paar
Kröten mehr im Job selbstredend etwas
Besseres als der normale
»Arbeitnehmer« oder gar der stinkige
Hartzer. Sie Depp! Erzählen Sie ihren
Partybekanntschaften doch lieber, daß
Sie schon einmal einen Offenbarungseid
geleistet haben, weil dieser Scheißstaat
Ihre Firma mit seinen Trillionen
Bestimmungen und seiner Steuer-vorab-
auch-wenn-nix-verdient-wird-Gier in
den Ruin getrieben hat, sodaß Sie nun
abhängig beschäftigt sein müssen. Oder
erzählen Sie ihnen, daß zwischen Ihrer
Frau und Ihnen in Sachen
Unterleibsgymnastik schon seit vier
Jahren nix mehr läuft, Sie sich aber
wegen drohender Unterhaltszahlungen
für Kinder und Frau nicht trauen, sich
scheiden zu lassen. Es ist dem Finanzamt
wurscht, ob Sie Ihre Frau beglücken
oder nicht beglücken oder sich Trost bei
einer Nutte suchen, ihre Sklavenabgabe
müssen sie trotzdem entrichten. Oder
erzählen Sie den anderen die
Geschichte, als bei Ihnen im tiefsten
Winter die Therme im Haus den Geist
aufgab und durch eine neue ersetzt
werden mußte. Gleichzeitig mußten Sie
jedoch eine
Einkommenssteuervorauszahlung von
4200 Euro leisten, was
selbstverständlich die Überziehung Ihres
Kontos bis zum Limit bedeutete. Sie
riefen beim Finanzamt an, erklärten dem
Beamten die Sachlage und baten um
Geduld und Rückstellung der Forderung.
Der antwortete Ihnen folgendermaßen,
wenn auch mit freundlicheren Worten als
diesen: »Es ist uns scheißegal, in
welcher Klemme du steckst, Kumpel!
Erst wirst du die Schmarotzer bedienen,
denen wir deine Kohle schenken, und
dann das Wärmebedürfnis deiner
Familie.« So war es denn auch, nicht
wahr? Ihre Familie mußte zwei Wochen
in der Kälte sitzen, bis Sie sich das Geld
von Ihren Freunden zusammengeschnorrt
hatten. Zum Glück haben es die
Nachbarn nicht mitgekriegt. Und
erzählen Sie Ihren Partybekanntschaften,
daß Sie Ihr Leben inzwischen in
Wahrheit zum Kotzen finden und am
liebsten »auf die andere Seite« wechseln
würden, wo das Gras grüner ist und man
sich von Dummlabereien wie »Die
Armen werden immer ärmer« im Dienste
staatlich finanzierter Sozio-Institute
einen Palast in der Toskana bauen kann –
und keiner hat’s gemerkt!
Sie werden es nicht tun. Weil Sie
immer noch Angst haben. Weil Sie von
Angst besessen sind. Weil Sie dieses
System im Grunde Ihres Herzens für
vollkommen halten – nur eben mit ein
paar Fehlerchen behaftet, welche Sie
ganz persönlich betreffen. Falsch! Das
ganze System ist für’n Arsch! Streifen
Sie die Ihnen anerzogene Angst ab,
schauen Sie nicht auf andere Länder, in
denen es anders läuft und alle am
Hungertuch nagen, wogegen es uns
angeblich noch blendend geht, denn
erstens läuft es dort bei näherem
Hinsehen in Wahrheit gar nicht anders
als bei uns und zweitens (schon
vergessen?), mia san mia!
Es gilt den Idealstaat zu erschaffen,
und alle sind aufgerufen, mitzumachen.
Da gibt es nur ein Problem … Man
könnte mehrere Bibliotheken damit
füllen, was je über den Idealstaat
gedacht und geschrieben worden ist.
Bloß existiert er noch immer nicht. So
wie Menschen nicht ideal sind, sondern
eine Laune der Natur und unvollkommen,
so werden wir uns nie und nimmer
darauf einigen, wie ein jedermann selig
machender Staat auszuschauen hat. Was
wir tun können, ist jedoch, über ein
Regelwerk zu spekulieren, mittels
dessen ein jeder nach seinen
Möglichkeiten, Talenten und Leistungen,
insbesondere aber nach seiner
Intelligenz gedeihen kann, ohne dem
anderen auf den Sack zu gehen und in
dessen Portemonnaie zu greifen.
Aber bevor ich Sie mit einer
ellenlangen Einleitung langweile,
beginne ich gleich mit der Annäherung
an mein persönliches Ideal … Ach,
einen Moment noch, beinahe hätte ich es
vergessen. In dem neuen Staat sind die
Wörter »sozial« und »Solidarität«
gestrichen, und sollte jemand es wagen,
sie trotzdem auszusprechen, muß er sich
in die Ecke stellen und sich ganz doll
schämen. Diese beiden Wörter gleichen
inzwischen Nutten, die jeden Sonntag
züchtig gekleidet den Gottesdienst
besuchen in der Hoffnung, die anderen
auf diese Weise über ihr Gewerbe
hinwegzutäuschen. Sozial kann man
nämlich nur privat sein, zum Beispiel,
wenn ich einem Hilfsbedürftigen aus
Mitleid und freien Stücken fünfzig Euro
schenke. Der Staat kann logischerweise
gar nicht sozial sein, weil er ja, bevor er
»sozial« agiert, dafür jemandem anderen
etwas wegnehmen, ergo asozial agieren
muß. Man kann aber nicht sozial und
asozial zugleich sein und die Sache der
Einfachheit halber »sozial« nennen. Das
ist paradox. Desgleichen verhält es sich
mit dem Wort Solidarität. Zwar scheinen
es viele vergessen zu haben, aber
Solidarität ist etwas Freiwilliges und
meint nicht einen Akt mit vorgehaltener
Pistole. Wenn die mir mit der
Aufforderung, meine Kohle
herauszurücken, vor die Nase gehalten
wird, dann wird gerade nicht an meine
Solidarität appelliert. Ich habe einfach
nur Angst um meine Gesundheit. Und
noch etwas. Im Folgenden wird der
Ausdruck »Pech gehabt« sehr oft
vorkommen, weil er den Normalzustand
des Lebens auf diesem Planeten aufs
vorzüglichste wiedergibt. Deshalb
schaffen es auch Lottomillionäre, Vom-
Tellerwäscher-zum-Milliardär-
Karrieristen, Leute, die einen
Flugzeugabsturz überlebt haben, und
außergewöhnlich schöne Menschen
immer wieder auf die Titelblätter der
Zeitungen. Weil man sie im richtigen
Leben so selten antrifft. Zudem hat
Glück weit weniger mit Geld, teuren
Annehmlichkeiten oder exklusiver
Freizeitgestaltung zu tun als man denkt.
Ich spreche hier aus eigener Erfahrung.
Jeder Staat, der das Shit-happens-
Prinzip hundertprozentig ausschalten
will, gibt sich einer Illusion hin und ist
zum Scheitern verurteilt. Früher oder
später. So, nachdem wir das geklärt
haben, können wir endlich zum
Essentiellen schreiten.
Jeder zahlt fünf Prozent seines
Einkommens an den Staat. Das gilt auch
für den Gewinn von Firmen. Sämtliche
anderen Steuern, Abgaben, Gebühren,
Vergünstigungen, Abschreibungen, vor
allem jedoch die Steuerprogression
werden abgeschafft. Jemand, der im Jahr
eine Million verdient, entrichtet 50000
an den Staat und derjenige, der es auf
20000 bringt, 1000. Selbst derjenige,
der nur 5000 im Jahr einnimmt, drückt
seine 250 ab. Warum jemand, der viel
Geld verdient, prozentual mehr Steuern
zahlen soll als jemand mit niedrigem
Einkommen, konnte mir bis jetzt niemand
erklären. Soll man etwa schöne
Menschen häßlich amputieren, weil sie
durch ihre Schönheit im Vergleich zum
Durchschnitt bessere Chancen im Leben
haben und mehr Fickgelegenheiten
bekommen? Widersinnig – weg damit!
Durch diese radikale Umstellung
verbleiben dem Staat nur mehr zirka
40 Milliarden im Jahr, eine Summe also,
die heute nicht einmal für die Bedienung
seiner Kreditzinsen ausreichen würde.
Deshalb werden diese auch als erste
entsorgt. Der Staat erklärt seine
Schulden für null und nichtig, der Staat
kann das. Pech gehabt! Daraufhin
implodieren viele Banken, werden
Existenzen vernichtet, finanzielle
Erdbeben verursacht, Verelendung tritt
ein. Scheiß drauf! Spätestens in zwei
Jahren haben sich alle wieder abgeregt
und auf die neue Situation umgestellt.
Und die lautet: Ab jetzt macht der Staat
keinen einzigen Euro Schulden mehr. In
Wahrheit hat der Staat natürlich ein klein
wenig mehr, weil er über eigene
unternehmen und eigenes Vermögen
verfügt, aber das macht die schlanke
Gans nicht zu einer fetten Sau.
Randbemerkung: Das oben
beschriebene Szenario gilt lediglich für
die kommenden zehn Jahre, und in dieser
Zeit sollen Modelle ersonnen werden,
wie Steuern gänzlich abzuschaffen und
durch privatrechtliche Geschäfte zu
ersetzen sind. Vereinfacht ausgedrückt:
Autobahn gegen Geld. Allerdings
bezahlt dann der Autofahrer tatsächlich
nur für die Autobahn, auf der er fährt,
und finanziert nicht wie jetzt über die
Kfz-Steuer zu zwei Drittel etwas, was
mit einem Auto so viel gemein hat wie
eine Giraffe mit Börsenspekulation.
Sämtliche Ausgaben für Soziales
werden ersatzlos gestrichen.
Familiengedöns (gegenwärtig
250 Milliarden), Hartz-IV, Kinder- und
Jugendhilfe, Wohngeld, Eltern- und
Erziehungsgeld,
Alleinerziehendenvergottung, alle
sozialen Projekte und schmarotzenden
Institute von wegen Armenbericht,
Frauen- und Migrantenförderung und so,
Alimentierung von
Wohlfahrtsorganisationen (mit einer
atemberaubenden Beschäftigungszahl
von vier Millionen Menschen),
Asylbewerberleistungen, all dies und
alles andere, von dem wir nicht einmal
ahnen, daß es überhaupt existiert, gibt es
nicht mehr.
Und da es so ist, findet mit einem Mal
eine Reorganisation der Gefühle, der
Anschauungen und des Verhaltens der
Menschen statt. Vielleicht geht
Alexander dann am nächsten
Samstagabend nicht wie üblich in den
angesagten Club, sondern zum 72.
Geburtstag seines peinlichen,
alleinstehenden Onkels Werner in
Wattenscheid, der immer so kehlig
auflacht, aber »dat Alexchen« immer
sehr gern gehabt und früher sogar damit
geliebäugelt hat, ihm das Grundstück in
bester Lage zu vererben. Familiäre und
verwandtschaftliche Beziehungen
verfestigen sich wieder, die einstige
»Bürgerversicherung« durch den Staat
weicht schlagartig dem fast vergessenen
und sehr menschlichen und sehr
familiären Modell des »Sich-einander-
Versicherns«. Und vielleicht trennt sich
die vierzigjährige Ulrike jetzt doch nicht
von Dieter, mit dem sie zwei Kinder hat,
der mit der Zeit immer langweiliger
geworden ist und große Gefühle nur
noch bei Formel-1-Übertragungen zeigt.
Die total aufregenden, bergsteigenden,
keine-Tennissocken-und-Birkenstock-
Sandalen-sondern-italienisches-Design-
tragenden-Jude-Law-gestaltigen Männer
mögen ihr vielleicht ein paar
Abendessen in ausgesuchten Restaurants
spendieren und sie für ein paar Nächte
fabelhaft durchficken. Die Kosten für
das teure Unternehmen Familie werden
sie aber lieber dem gehörnten Dieter
überlassen. – Und wenn der nicht mehr
kann, dem Papa Staat …? Nein, Pech
gehabt, Ulrike, du bleibst jetzt schön
beim langweiligen Dieter, und ganz unter
uns, so eine Granate bist du nun auch
wieder nicht. That’s life. Und vielleicht
geht dann ja auch dem Junkie plötzlich
auf, daß er mehr noch als von Heroin
von einem ganz anderen Stoff abhängig
ist, falls er nicht sterben möchte, nämlich
von Nahrung, die ihm der Staat früher
kostenlos aufgetischt hat.
Menschen, die ohne
Selbstverschulden in bittere Not geraten
sind, werden bei ihren Eltern,
Geschwistern oder Verwandten
einquartiert, soweit diese überhaupt
existieren und über ein normales
Einkommen verfügen. Dann hört auch
schlagartig die Diskussion darüber auf,
ob sie zu faul zum Arbeiten sind oder
nicht, denn ihre Lieben werden ihnen
schon genug Druck machen, damit sie
wieder einer Beschäftigung nachgehen
und ganz schnell verschwinden. Es geht
darum, die Anonymisierung des
Notleidenden aufzuheben, damit jeder
sich persönlich überzeugen kann, ob
überhaupt Not gelitten wird oder nicht.
Denn im Grunde besitzen fast alle
Menschen ein großes Herz, und wenn
dieses Monstrum namens Staat sie nicht
permanent ausplünderte, würden sie sich
gegenseitig helfen, ob privat oder über
irgendwelche Stiftungen.
Sämtliche Subventionen werden
ersatzlos gestrichen, als allererstes die
für die Landwirtschaft. Die reichsten
Menschen sind in diesem Land weder
Unternehmer noch Banker noch Manager
noch Fußballer, sondern Bauern. Sie
verfügen über drei Viertel des
Grundbesitzes in Deutschland, und es ist
ein schier mittelalterlicher
Anachronismus, daß ein Land, dessen
Wohlstand fast zur Gänze auf technischen
Errungenschaften basiert, noch
Landwirtschaft auf Kosten der
Allgemeinheit betreibt. Fahren Sie mal
zwei Stunden über die Autobahn und
schauen Sie zwischendurch immer
wieder nach links und rechts. Alles, was
Sie dort sehen werden, gehört zu
Dreivierteln Bauern, und wenn auf
diesen Dreivierteln Windräder und
Solarpanels stehen oder Raps angebaut
wird, kassiert der Bauer bei Ihnen über
den Strom- und Spritpreis noch mal
extra ab. Bauer oder gar Bio-Bauer, der
das Doppelte an Subventionen abgreift,
ohne daß sein Zeug besser schmeckt
oder nachweislich »gesünder« ist, mag
sein, wer will, aber bitte auf eigene
Rechnung. Das beste und billigste
Fleisch (wenn keine Zölle
draufkommen) ist ohnedies
argentinisches (wegen gigantischer
Weideflächen, also natürlichem
Viehfutter), und ich möchte denjenigen
kennenlernen, der am Geschmack seines
Brotes unterscheiden kann, ob der
Weizen dazu aus Rumänien oder aus
Deutschland stammt. Und der Slogan
»Produkte aus der Region« ist so
verlogen wie wenn ich im Puff darauf
bestehe, ausschließlich Nutten aus der
Region zu ficken und auf keinen Fall
ukrainische, weil die untenrum mit mir
nicht kompatibel wären. Nach der
Geisteshaltung dürfte man keinen
Hummer mehr essen und keine Kiwi und
keine Bananen.
Sämtliche Umweltgesetze, die nach
1975 ins Gesetzbuch geschrieben
worden sind, werden ersatzlos
gestrichen. Alles, was danach in dieser
Sache an Änderungen und Hinzufügungen
folgte, beruht darauf, daß man die
Panikpropaganda, vor allen Dingen
jedoch die faustdicken Lügen einer
einzigen und sehr kleinen Partei, nämlich
der Grünen, für bare Münze nahm bzw.
von linken Medien dazu genötigt wurde,
es zu tun. Die abgeschalteten
Kernkraftwerke werden wieder
eingeschaltet, zudem sechs bis acht neue
gebaut, so daß der Strompreis nurmehr
ein Zehntel des heutigen beträgt (Steuern
darauf existieren auch nicht mehr).
Durch die GAUs in Harrisburg,
Tschernobyl und Fukushima wurde
einwandfrei bewiesen, daß es sich bei
der Kernenergie um eine fast risikolose
Technologie handelt, verglichen zum
Beispiel mit der Herstellung von
Feuerwerksraketen. Als nämlich im
Jahre 2000 in Enschede/Holland eine
Feuerwerksfabrik in Brand geriet, wurde
eine unfaßbare Katastrophe mit vielen
toten und mehr als tausend Verletzten
ausgelöst. Oder verglichen mit dem
Lesen des Korans, das unter anderem am
11. September 2001 in New York 3000
Menschen das Leben kostete. Durch
sämtliche Kernkraftunfälle dieser Welt
ist nicht einmal ein Bruchteil an
Menschen ums Leben gekommen.
Die Beamtenschaft wird komplett
abgeschafft. Beamte und öffentliche
Angestellte werden nicht mehr
gebraucht, weil alle Aufgaben des
Staates bis auf Polizei und Justiz
privatisiert und in kommerzielle Hände
übergeben werden. Selbst Ausweise und
Pässe erteilen dann unter gesetzlichen
Vorgaben Privatfirmen. Mercedes Benz
baut seine Autos auch so, daß sie den
Anforderungen des technischen
Überwachungsvereins entsprechen.
Wieso sollte es bei staatlichen
»Produkten« wie Leitungswasser und
dergleichen mehr, welche gesetzlichen
Regelungen unterliegen, anders sein? Ich
habe nie verstanden, weshalb ein
Beamter weniger habgierig und weniger
kriminell sein sollte als, sagen wir mal,
mein Metzger. Nur weil der Beamte ein
überdurchschnittliches Gehalt bekommt
und unkündbar ist? Daß ich nicht lache!
Die Zeitungen sind voll von Gestalten,
die das tausendfache eines Beamten
verdienen und ebenfalls unkündbar sind,
weil die Firma ihnen gehört, und
trotzdem Betrügereien in
Milliardenbereich betrieben haben.
Die gute Nachricht: Deutschland tritt
nicht aus der EU aus! Nur zwei
Kleinigkeiten ändern sich. Zum einen
praktizieren wir keine Gesetze und
Regelungen mehr, die Brüssel
beschlossen hat. Beim Gesetzemachen
sind wir nämlich Weltmeister und
können das auch ganz alleine. Und zwar
fangen wir damit an, daß in Restaurants
und Kneipen wieder geraucht werden
darf. Dem einzelnen Gastronomen bleibt
es natürlich unbenommen, ob er seinen
Laden zum rauchfreien Territorium
erklärt. Angeblich ist ja eine
überwältigende Mehrheit für diese
Regelung, so daß er sich in Konkurrenz
mit den Lokalitäten, in denen geraucht
werden darf, vor Gästen gar nicht mehr
retten können dürfte. Sobald ein
Mahnbrief aus Brüssel eintrudelt, wird
der ins Klo geschmissen, und wenn
Geldstrafen verhängt werden, werden
sie ignoriert. Was wollen die dagegen
machen, hä? Marschiert dann Frankreich
bei uns ein? Werden dann Lufthansa-
Maschinen abgeschossen? Kauft die
Welt dann die Entsafter von Braun nicht
mehr? Die zweite Maßnahme bezüglich
der EU ist etwas betrüblicher. Sie
bekommt keinen Cent mehr von uns, aber
dafür jede Menge Werbeprospekte, die
illustrieren, wie schön unsere Heimat ist
und daß wir uns über jeden neuen
Touristen sehr freuen. Ansonsten können
sie uns alle am Arsch lecken, weil wir
die besten Autos der Welt bauen!
Das Arbeitsamt wird aufgelöst und
damit auch der Beitrag zur
Arbeitslosenversicherung abgeschafft.
Wer sich gegen Verdienstausfall
versichern möchte (bezahlt wird heute
sowieso nur noch für ein Jahr bzw. bei
über Fünfzigjährigen für eineinhalb
Jahre), kann es privat tun, und er wird
sich wundern, daß solch eine
Versicherung auf privatwirtschaftlicher
Basis nicht einmal die Hälfte dessen
kostet, was er monatlich im Arge-Sumpf
versenken muß. Eine Arbeitsagentur ist
nichts anderes als eine Art Reisebüro, es
geht um eine Dienstleistung, in diesem
Falle um die Vermittlung von Arbeit.
Also, weg mit Schaden! Und keine Sau
wird die sinnlosen
Umschulungsmaßnahmen und
Sackhüpfkurse für Analphabeten
vermissen.
Staat und Religion werden streng
voneinander getrennt, die Kirchensteuer
wird abgeschafft. Es ist verboten,
weitere Sakralbauten zu errichten,
konkret Moscheen. Kein klar denkender
Mensch wird ja wohl im heutigen
Deutschland auf die Idee kommen, noch
eine Kirche hinzustellen, nicht einmal
die katholische Kirche selbst. Wir sind
eine durch und durch säkularisierte
Gesellschaft, und derjenige, der mit
Religionsfreiheit und in deren Folge mit
dringend benötigten Bethäusern
argumentiert, tut es in Wahrheit nur, weil
er eine religiöse, also gegen unsere
Lebensform ausgerichtete Gesellschaft
anstrebt. Brauchen wir nicht, Pech
gehabt!
Die Ausländerproblematik erledigt
sich von selbst. Da es ja diesen
magischen Geldverschenke-Apparat
nicht mehr gibt, arbeiten die Ein- und
Zugewanderten entweder mit uns
zusammen, während sie nach ihrer
eigenen Façon glücklich werden, oder
sie sehen zu, wo sie bleiben. Ich
vermute, zuhause.
Der Öffentliche Rundfunk und
sämtliche Kultur- und Kunstförderungen,
zusammengenommen immerhin
21 Milliarden, werden abgeschafft. Gute
Kunst und Unterhaltung setzen sich von
ganz alleine durch. Selbst für
Independent gibt es Konsumenten. Ich
persönlich konsumiere inzwischen fast
nix anderes mehr. Aber das Allerletzte,
was ein vom Staat bis auf die Knochen
ausgebeutetes Volk braucht, sind
Staatskünstler und Oberabkassierer bei
Fernsehen, Film, Theater und Oper, die
angeblich die Gigaahnung davon haben,
wie der Hase läuft, vor allem, was die
richtige Gesinnung sein soll. Gut, wenn
es nach meiner Vision geht, haben wir
dann schlagartig Abertausende von
arbeitslosen »Künstlern«, Intendanten
und grottenschlechte Krimis
inszenierenden Regisseuren usw., aber
wenn ich mich so umgucke, dann muß
selbst ich zugeben, daß bei mir im Haus
wirklich lange nicht mehr geputzt
worden ist.
Ich könnte noch weiter ins Detail
gehen, aber ich hoffe, daß man mich
auch so verstanden hat. Es geht mir nicht
darum, mich über Schwache, Abhängige
und sonstige Leute zu erheben, die mehr
Pech gehabt haben als ich. Es geht mir
nur darum, die Idee der Freiheit und des
Individualismus hochzuhalten, die in
einer materiellen Welt nun einmal
zuvörderst über das Wirtschaftliche
realisiert werden. Ein kleiner Hinweis
noch: Sie brauchen sich vor den oben
angekündigten Maßnahmen nicht zu
fürchten. Wenn dies alles tatsächlich
einträfe, würden Sie automatisch das
Doppelte bis Dreifache ihres jetzigen
Gehalts verdienen und wären so was
von reich. Also vertrauen Sie besser
sich selbst als irgendwelchen Politikern,
die mit ihrer Umverteilungsscheiße Sie
zu blenden versuchen. Ich bin nicht mehr
der Jüngste, und glauben Sie mir, ich
habe in all meinen vielen Lebensjahren
außer nutznießenden Funktionären noch
keinen einzigen getroffen, der dadurch
etwas gewonnen hätte, daß die sauer
verdiente Kohle anderer Leute
umverteilt wurde. Diejenigen, die sie
bekommen haben, sind immer noch arme
Schlucker. Außer natürlich Frank
Asbeck, der sich mit Hilfe des
Erneuerbare-Energien-Schwindels von
unserem Geld ein hübsches Schloß am
Rhein gekauft hat. So sehen Sieger aus!
Ja, ich weiß, der Teufel steckt im
Detail, und ich weiß auch, daß jeder, der
diesen Text liest, mir zwar hier und da
recht geben wird, doch hier und da auch
wieder nicht. Weshalb? Weil wir alle
auf die eine oder andere Weise vom
Staat profitieren oder, ganz platt
ausgedrückt, selber etwas »bekommen«.
Glauben wir jedenfalls. Das aber ist
eine mit viel Lametta behängte Illusion –
ein Trick. Der Staat hat uns von sich
abhängig gemacht – durch seine
unerschöpfliche Anzahl von
vermeintlichen Wohltaten, Geschenken,
Vergünstigungen, Bevorzugungen,
Aufträgen und Gerechtigkeitslücken-
Füllern –, abhängig von »seinem« Geld,
insbesondere jedoch von der
trügerischen Hoffnung auf eine tolle
Zukunft. Das gleiche gilt allerdings für
die staatlicherseits geschürten Ängste,
Paniken und Beklemmungen. Das eine ist
mit dem anderen sehr eng verknüpft und
verzahnt, und keiner blickt am Ende
mehr durch, ob der Staat für uns da ist
oder wir für ihn. Und dieses
Kuddelmuddel ist gewollt.
Sie, lieber Leser, werden sofort die
Textstellen mißbilligen, in denen Sie
persönlich als »Nehmer« von des
Staaten Gnaden angesprochen sind.
»Wieso«, werden Sie sagen, »das steht
mir doch zu, darauf habe ich ein
Anrecht, das ist ja wohl das einzig
Gerechte, was dieser Scheißstaat je
zustande gebracht hat, nämlich, mir mein
Stückchen vom großen Kuchen
zuzuschieben. Da hat der Pirinçci aber
einen ganz schönen Mist verzapft.«
Betrifft jedoch eine der von mir
genannten Begünstigungen oder
Privilegien Ihren Nachbarn, wird
sogleich über Ihrem Kopf eine »Das-hat-
der-Pirinçci-richtig-erkannt!«-
Denkblase aufsteigen.
Sehen Sie, so läuft das Spiel, so spielt
der Staat uns gegeneinander aus: Er
verteilt an uns die Bonbons, die wir in
der Bonbonfabrik selber hergestellt
haben, und ergötzt sich dabei an unserer
kindlichen Freude oder aber an unserem
Zank, wenn das Nachbarskind ein paar
Bonbons mehr abbekommen hat. Die
fette Schokolade allerdings ist allein für
ihn und seine Saufkumpanen reserviert.
Nochmals: Fürchten Sie sich nicht, wenn
die Steuereinnahmen auf Keller-und-
unter-dem-Keller-Niveau einbrechen.
Das sind Good News, weil sie nichts
anderes bedeuten als »Wir haben die
Kohle und nicht die!«. Kriegen Sie aber
bitte einen herzinfarktintensiven
Schreck, wenn sämtliche Medien im
Choral freudig jubeln, als sei endlich
der Heiland herniedergekommen, daß
die Steuereinnahmen schon wieder
gestiegen sind. Das bedeutet nämlich
keineswegs, daß Sie, ich oder sonst
irgendjemand wie durch ein Wunder
reich geworden wären, sondern
lediglich »Die haben die Kohle und
nicht wir«. Alles klar?
Nun ist das Postulieren eines Ideals
eine Sache, das Aufzeigen des konkreten
Weges dorthin eine ganz andere. Deshalb
verabschieden sich an dieser Stelle auch
alle Theoretiker, denen ebenfalls ein
Systemwechsel vorschwebt, weil sie
(vielleicht instinktiv) wissen, daß die
beiden scheinbar naheliegendsten
Lösungen in Wahrheit nichts taugen, und
belassen es bei gutgemeinten
Ratschlägen. Die eine Möglichkeit,
nämlich auf die vorhandenen Parteien
einzuwirken bzw. ihnen einen Denkzettel
zu verpassen, indem man eine andere
Partei wählt, ist reiner Schwachsinn.
Die in den westlichen Demokratien
etablierten Parteien existieren nur
deshalb, weil sie einem sehr kleinen,
aber desto fleißiger und produktiver
arbeitenden Bevölkerungsanteil einen
Großteil ihres Erwirtschafteten rauben
(nur zehn Prozent der produktiv tätigen
generieren fünfzig Prozent der
Steuereinnahmen) und einer breiten
Masse zuschustern (nachdem sie vorher
ihren eigenen, großzügig bemessenen
Anteil davon abgezwackt haben, versteht
sich), die entweder nicht arbeitet oder
mit sinnlosen, staatlichen
Scheinbeschäftigungen bei Laune
gehalten wird. Der cleverste Kniff dabei
ist, daß der Staat sich per Gesetz
Projekte anmaßt, die längst privatisiert
gehören. Die Daueralimentierung des
Wahlstimmviehs betrifft das Cindy-aus-
Marzahn-Kinderwurfgeschoß ebenso
wie die kinderlose Tante, die im Institut
für Gender Mainstreaming so tut, als
wäre ihr Zeug zu irgendetwas nütze.
Nur ein kleines Beispiel dafür, wie
man sich vom Staat mit frei erfundenem
Kokolores ein Obere-Mittelschicht-
Einkommen und eine stattliche Pension
sichert: Heutzutage erinnert sich keine
Sau mehr daran, aber in den Achtzigern
war die große Sensation in der
Soziologie die Behauptung, daß man das
Familienoberhaupt bzw. den männlichen
»Ernährer« mental entmannen könne,
wenn die Familienkohle anstatt von ihm
als staatliche Transferleistung
hereinkäme. Auf diese Weise würde der
Staat nebenbei Emanzipationsarbeit für
die Frau leisten und patriarchalische
Strukturen auflösen. Heute wissen wir,
daß sich keine muslimische Familie
patriarchalischer und frauenverachtender
aufführt als die, die von
Transferleistungen lebt. Papa ist immer
noch der Boss, egal, woher das Geld
kommt. In abgeschwächter Form gilt das
auch für deutsche Prekariatsverhältnisse.
Der entmannte Mann war und ist in
Wahrheit derjenige, der das Steuergeld
für den Stütze-Pascha herbeischaffen
mußte und muß. Und für die Verbreitung
jenes unbewiesenen
Emanzipationsdrecks hat man damals
Hunderte von Professoren teuer bezahlt.
Diese Leute, egal welcher
weltanschaulicher Couleur, werden
immer irgendwelche Politnasen wählen,
weil sie ganz genau wissen, daß sie die
Quelle ihres Freßchens sind. Der
Angeschissene ist immer der
Nettoeinzahler in das
Umverteilungssystem, also derjenige,
der mehr abgeben muß, als er je
zurückbekommt.
Die zweite Möglichkeit zu einer
Veränderung ist auch für’n Arsch,
nämlich die Gründung einer neuen
Partei, die die eigenen Interessen
verträte. Parteien entwickeln stets sehr
rasch eine ungesunde Eigendynamik.
Wie überall, wenn viele Leute für eine
gute Sache zusammenkommen, befinden
sich unter ihnen auch jede Menge
Vollidioten. Es werden Konzessionen
gemacht, man wird mit der Zeit milder,
weil man sich vielleicht irgendwann
staatstragend wähnt, oder verbeißt sich
in Details. Und wenn endlich der
Dienstwagen mit Chauffeur vor der Tür
steht, ist man eine Partei wie jede
andere auch und gesellt sich zu dem, was
so als politischer Konsens gilt.
Nein, ich habe da die ultimative und
viel einfachere Lösung, wie man ein
marktwirtschaftlich orientiertes Modell
innerhalb von drei Monaten (diese
Zeitdauer ist nicht zufällig gewählt) ins
Grundgesetz drücken könnte. Wir
brauchen dafür lediglich etwa 300000
mutige Menschen, die pro Jahr je
dreißig- bis fünfzigtausend Euro
Einkommenssteuer plus Vorauszahlungen
zu erbringen haben, und zirka
fünfzehntausend Betriebe, die jeweils
einen Umsatz (wohlgemerkt Umsatz,
nicht Gewinn) von einer Million Euro
pro Jahr generieren. Angesichts eines
81-Millionen-Volkes erscheinen mir
diese Zahlen nicht zu hoch gegriffen.
Wie gesagt, es geht um drei Monate, und
um in dieser Zeit zu überleben, sollten
diese Menschen vorher ihr Erspartes
von der Bank abheben und unters
Kopfkissen tun.
So, jetzt geht’s los: Sobald die
Anforderung vom Finanzamt ins Haus
flattert, die Einkommenssteuer für das
abgelaufene Jahr zu zahlen bzw.
Vorauszahlungen zu tätigen, schreiben
die Bürger zurück: »Ich werde keinen
Cent zahlen! Ihr könnt mich alle am
Arsch lecken! Tschö mit Ö!« Auch die
Mehrwertsteuer wird nicht
weitergereicht, schon gar nicht werden
solche Märchensteuern wie
Grundbesitzabgaben oder irgendwelche
Kapitalsteuern beglichen. Zugleich
erstatten die Verweigerer eine
Selbstanzeige bei der Finanzbehörde,
daß man sich der Steuerverweigerung
schuldig gemacht habe und deswegen
verurteilt werden möchte.
Der sofortige Erfolg: Die
Finanzbehörden sind mit einem solchen
Ausmaß an Selbstanzeigen völlig
überfordert und komplett blockiert, so
daß ein nicht unerheblicher Teil ihrer
Kräfte gebunden ist und nicht mehr für
den Einzug restlicher Steuern zur
Verfügung steht. Es kommt zu einem
kleinen Finanzchaos, da dem Staat von
heute auf morgen zirka dreißig
Milliarden fehlen. Vergleiche hierzu die
Einnahmen des Staates allein im
Dezember 2011, nämlich 71 Milliarden.
Was macht jetzt der Staat? Er droht
mit rechtlichen Schritten, unterschwellig
mit Verhaftungen. Diese Drohung ist aber
hohl. Man kann nicht plötzlich
300000 Menschen einsperren. Zuerst
müßte man neue Gefängnisse oder gar
Lager bauen. Und das dauert mindestens
zwei Jahre. Darüber hinaus handelt es
sich bei diesen »Steuersündern« um die
Produktivsten im Lande. Würden z.B.
bei Mercedes Benz auf einen Schlag
auch nur 200 Facharbeiter fehlen, müßte
das Werk dichtmachen. Aber der Staat
hat noch subtilere Methoden, um einen
weichzukochen. Er droht mit
Zwangsvollstreckungen und vollzieht
diese bei einigen unmittelbar. Doch was
soll der Staat mit so viel Häusern oder
Wohnungen und ebenso zahlreichen
Autos auf die Schnelle anfangen? Und
wer soll sie ihm auf der Stelle abkaufen?
Allein juristisch dauert der Vorgang
länger als ein Jahr.
Währenddessen macht man sich
Sorgen bei der Rentenbehörde, deren
Mittel mittlerweile mit bis zu 40 Prozent
vom Staat bezuschußt werden. Die
Reserve reicht nur für einen Monat.
Noch mehr Chaos. Zu den bisherigen
Schulden und Verschiebungen für die EU
muß der Staat deshalb in einem einzigen
Monat einen zusätzlichen Kredit von
dreißig Milliarden aufnehmen, sodaß
Deutschland postwendend von den
Ratingagenturen abgewertet wird und
der Schuldendienst exorbitant in die
Höhe steigt. Dies hat wiederum
Auswirkungen auf andere EU-Länder,
die von den Kreditzusagen Deutschlands
abhängig sind. Innerhalb eines Monats
also haben 300000 Menschen und 15000
Betriebe eine Europakrise von
unvorstellbarem Ausmaß ausgelöst, die
auch Auswirkungen auf die gesamte
Weltwirtschaft hat.
Das war der erste Monat, jetzt folgt
der zweite: Die Lage spitzt sich zu, wir
sind schon bei minus sechzig Milliarden.
Man erwägt die Anwendung von
Notstandgesetzen. Aber wie soll das
funktionieren bei 250000 Polizisten, die
auch noch für die normale Kriminalität
zuständig sind? Hinzu kommt, daß durch
das plötzliche Finanzchaos mehr
Straftaten begangen werden, um die man
sich ebenfalls kümmern muß. Die
Bundeswehr wird nicht eingesetzt, weil
dieser Akt einen sehr häßlichen
Beigeschmack hätte, den Deutschland
nie wieder loswürde.
Man überlegt fieberhaft hin und her,
wie man den Zahlungsverweigerern
derartige Daumenschrauben anlegen
könnte, daß sie letzten Endes
kapitulieren. Das Staatsfernsehen läuft
auf Hochtouren, seine Protagonisten
haben Schaum vorm Mund und
bezeichnen die Verweigerer als
Asoziale, gierige reiche Schweine, die
nix abdrücken wollen, und überhaupt als
minderwertige Subjekte. Das ist aber ein
gefährliches Spiel. »Die Menschen
draußen im Lande« könnten sich an diese
Sichtweise gewöhnen, und sobald der
Spuk vorbei wäre, bliebe eine
unappetitliche Kluft zwischen den
beiden Parteien, die nicht mehr zu
schließen wäre und das
zwischenmenschliche Klima im Lande
für immer vergiften würde.
Man beginnt mit den ersten
Schauverhaftungen, die man live im
Fernsehen überträgt (wie das
Staatsfernsehen sie damals im Fall
Zumwinkel inszeniert hat). Allerdings
befindet sich der Staat hierbei erneut in
einem unlösbaren Dilemma. Da er vom
Geld des Steuerzahlers, insbesondere
des Steuerzahlers aus der Mittelschicht,
abhängig ist wie der Junkie von seinem
Stoff, kann er nicht so viele Produzenten
von »Heroin« einbuchten, wie er will.
Von ein paar tausend im Jahr in
»Friedenszeiten«, die er zu
Abschreckungszwecken wegen
Steuerbetrugs in den Knast schickt, mal
abgesehen, ist eine Verzehntausend-, gar
Verhunderttausendfachung dieser Strafe
nicht möglich. Denn selbst wenn wieder
Ruhe einkehrte, würde das Steuergeld,
das diese Leute normalerweise generiert
hätten, wenig später fehlen. Zudem
schließen sich jetzt auch Steuerzahler
mit kleineren Einkommen dem Protest
an. Der Staat ist die Katze, die sich in
den Schwanz beißt.
Dritter Monat: Die Wahrheit ist, daß
der Staat bereits im ersten Monat des
Steuerboykotts angefangen hat, mit den
Wortführern der Bewegung im Geheimen
zu verhandeln. Im dritten Monat jedoch
kippt das Kräfteverhältnis endgültig
zugunsten der Verweigerer. Denn man
kann den Ruheständlern nur noch einen
Bruchteil ihrer Renten und Pensionen
auszahlen. Dabei bricht der
Wirtschaftsstandort Deutschland immer
spürbarer in sich zusammen. Man
unterbreitet Pseudoangebote. Die
Steuern werden für mittlere und höhere
Einkommen um ein paar Prozentpunkte
gesenkt, es gibt für alle »Steuersünder«
eine Generalamnestie. Die Verweigerer
gehen darauf nicht ein, sodaß sich
allmählich auch die hartgesottensten
Staatsdiener von ihrem Arbeitgeber
verabschieden, weil ihnen der ganze
Mist über den Kopf wächst …
Das, was ich oben aufgeführt habe,
wird natürlich niemals eintreten und
immer ein schöner Traum bleiben. Selbst
in einem 81-Millionen-Volk werden sich
nie und nimmer 300000 Menschen und
15000 Betriebe finden, die das
tatsächlich durchziehen. Es werden sich
nicht einmal 300 Leute finden. Alle
leben in Angst und glauben felsenfest
daran, daß sie sich, wenn sie die Partei
x anstelle der Partei y wählen, einen
Vorteil verschaffen. Nur wenn der
Steuerbescheid eintrudelt, ist
Volkstrauertag angesagt. Anderseits
könnte man dem Ganzen auch eine
optimistische Note abgewinnen: Wer
nicht will, der hat schon. Oder besser
gesagt: Ihm gefällt es so.
Dennoch kann ich Will Smiths Worte
nicht oft genug wiederholen: Angst ist
nicht real. Angst ist eine Entscheidung.
Oder um mit einer guten alten deutschen
Redensart zu sprechen: »Es wird alles
nicht so heiß gegessen, wie es gekocht
wird« – und morgen ist ein neuer Tag.
Niemand wird in Wahrheit ins
Bodenlose fallen, wenn dieser im Takt
von Nanosekunden unser Geld
vernichtende Steuerstaat von der
Erdoberfläche verschwindet. Außer
denjenigen, die sich gewohnheitsmäßig
unser Geld zur Beute gemacht haben und
sich den Anschein von Polit-Einsteins
geben, die auf Steuerzahlers Kosten im
Hotel Adlon pennen, die ihre mildtätig
daherkommenden
Wohlfahrtsorganisationen zu kleinen
Konzernen ausgebaut haben, an deren
Spitze sie sich selbst ein 350000-Euro-
Gehalt genehmigen, oder die in Peer-
Steinbrück-Manier für 25000 Euro
Steuergeld sogenannte Vorträge am
Arsch von Wanne-Eickel halten. Außer
diesen Schmarotzern wird niemand
weniger Geld in der Tasche haben,
sobald wir sie und ihren millionenfachen
Hofstaat richtig arbeiten schicken. Im
Gegenteil, dadurch wird dieses Land
sogar sozial im wahrsten Sinne des
Wortes, weil wir dann mit unserem
privaten Überschuß den wirklich
Bedürftigen helfen können. Und zwar
freiwillig!
Und vergessen Sie eins nicht, es gibt
keine Politikerkaste auf der ganzen Welt,
die das eigene Volk aus reinem
Masochismus, Opportunismus, nackter
Heuchelei und schizophrener
Unterwürfigkeit gegenüber
deutschfeindlichen Ländern so sehr haßt,
die ihm ganz bewußt so viel Schaden
zufügen will wie unsere eigene. Allein
das Wort »deutsches Volk« möchte es
nicht in den Mund nehmen, dieses
Gesindel, und faselt irgendwas von
»Bevölkerung« oder »Menschen in
Deutschland«, also von einer
Ansammlung von Menschen vermutlich
im Nirgendwo. Diese Politikerkaste
bedient allein die Interessen
ihresgleichen, honoriert Ballaballa-
Ideen von Nix-Anständiges-studiert-
Habenden (Gender
Mainstreaming/Multikulturalismus,
sprich laßt mehr Muslims und
ungebildete ins Land) und sich
linksdrehenden Journalistendarstellern,
verschenkt Unsummen an Leute, die
unseren Lebensstil verachten, verschiebt
Milliarden an Staaten, deren Medien uns
immer noch in SS-Uniform wähnen,
verödet unsere wundervolle deutsche
Landschaft mit teurem Erneuerbare-
Energien-Geschiß zu einem
Industriepark und erzählt unseren kleinen
Kindern in der Schule, wie schön es sei,
daß es Männer gibt, die sich gegenseitig
in den Arsch ficken. Und die Grüne
Jugend, die Jugendorganisation dieser
Landesverräter, pißt auf die deutsche
Fahne und ist stolz darauf, die Bilder im
Internet zu veröffentlichen.
Klingt nach Nazi-Style, nicht wahr?
Stimmt, das hatte ich ja beinahe
vergessen. Dieses Land ist nämlich auch
noch durchseucht von Nazis, deren
Bekämpfung ebenfalls Abermillionen
kostet. Nazi kann man hierzulande sehr
fix werden, nämlich dann, wenn man die
gegenteilige Meinung von Blockparteien
vertritt oder von Claudia Roth oder von
»Euro-Befürwortern« oder von Islam-U-
Booten, die sich als deutsche Politiker
mit Migrationshintergrund kostümiert
haben, oder von sehr empathischen
Willkommenskultur-Bürgermeistern, die
nichts Besseres zu tun haben, als
schleunigst eine Sondersitzung des
»Präventivrates und des Runden Tisches
gegen Rechts und für Integration«
einzuberufen, wenn ein Sohn ihrer Stadt
von Türken totgeprügelt wird – oder
einfach nur die Wahrheit sagt. Aber mit
Verlaub, es ist mir scheißegal, ob man
mich einen Nazi schimpft oder eine
Klobürste.
Wenn Sie schon nicht den Mut
aufbringen, die große Revolution zu
starten, so hinterziehen Sie wenigstens
Steuern, je mehr, desto besser, und
lassen Sie sich nicht dabei erwischen.
Sie wissen ja, Steuerhinterziehung ist
kein Kavaliersdelikt, sondern eine
Heldentat. Je weniger diese Typen von
uns bekommen, umso besser! Was mich
persönlich angeht, werde ich … nein,
nicht auswandern, selbst dann nicht,
wenn zehn verregnete Sommer und
zwanzig Daniela Katzenbergers
hintereinander folgen. Dafür liebe ich
dieses Land zu sehr. Ich könnte in
keinem anderen Land der Welt leben als
in diesem. Und jeden, der versucht, mich
hier rauszuschmeißen, werde ich
abknallen. Ich würde es auch keinem
empfehlen, mich rauszuschmeißen, weil
man mich dann nicht weiter schröpfen
könnte. Irgendwann werde ich in diesem
Land, in meinem Land, in meinem
schönen Deutschland, sterben – und
nirgendwo sonst!
Begrabt mein Herz an der Biegung des
Rheins.
IV.
ÜBER DIE FRAUEN
Es war im Sommer vor neunzehn
Jahren. Ich wachte vor ihr auf, stütze
mich auf den Ellenbogen und betrachtete
sie im Schein des Sonnenaufgangs. Wir
hatten es die ganze Nacht bis an die
Belastbarkeitsgrenze unserer Physis
getrieben. Niemals zuvor hatte ich mir
vorzustellen vermocht, daß so etwas
überhaupt möglich wäre. Ihre Augen
hatten sich dabei bisweilen verdreht, so
daß nur noch das Weiße zu sehen
gewesen war, und mir war es so oft
gekommen, daß ich nicht einmal mehr
wußte, wie oft.
Nun lag sie schlafend da. Ihre langen
blonden Haare verdeckten halb ihr
feingeschnittenes, helles Gesicht, und ihr
breiter Mund mit den vollen Lippen
stand einen Spaltweit offen. Die linke
Brust war entblößt, jene mit dem
neckischen Muttermal neben der
Brustwarze, an dem ich einen
fetischistischen Narren gefressen hatte.
Ihr langer, schmaler Hals, ihre
geschlossenen Augenlider, die feucht
schimmerten, die »adlige« Nase, die
weiche, glänzende Stelle hinter dem Ohr
und dann ihr Geruch, ihr eine Ahnung
vom Paradies vermittelnder Geruch …
Und ich dachte in diesem Moment:
Ich habe noch nie etwas so Schönes im
Leben gesehen! Da sagt man so dahin,
obwohl man schon tausendmal etwas
vergleichbar Schönes gesehen hat. Doch
diesmal entsprach es der Wahrheit. Ich
hätte vor Glück in Tränen der
Dankbarkeit ausbrechen und einen Altar
für die mir zuteil gewordene Gnade
errichten können.
Was aus ihr geworden ist? Ach, das
Übliche. Sie schenkte mir meinen über
alles geliebten Sohn, und wir blieben
noch siebzehn Jahre zusammen. Ich habe
sie in dieser Zeit kein einziges Mal
betrogen und mich mit Leibeskräften
bemüht, ein verantwortungsvoller
Familienvater und ihr ein guter
Liebhaber zu sein. Bevor sie mich
verließ, sagte ich zu ihr in meiner
unnachahmlich romantischen Art: »Geh
nicht weg. Laß uns zusammen alt
werden. Ich schwöre, ich werde dich
ficken, bis ich in den Sarg steige!« Sie
ging trotzdem.
Jetzt liegt sie, eine nicht mehr so zarte
Achtundvierzigjährige, in den Armen
eines anderen. Ich hörte, daß sie die
meiste Zeit fernsehen. Vermutlich
schauen sie sich irgendwelche Markus-
Lanz-artigen Sendungen an, in denen
immer wieder genau die gleichen
sterbenslangweiligen Paare sitzen wie
sie. Irgendwas haben diese Paare richtig
gemacht, sie haben etwas abgeschüttelt,
was sie bis jetzt am Glücklichsein
gehindert hat, haben ihr Leben total
umgekrempelt, für meinen Geschmack
etwas zu spät, wo sie doch schon dem
Fifty-Grufti-Something
entgegenschreiten. Aber gleichgültig,
welche alten Zöpfe sie auch
abgeschnitten haben mögen und aus
welch engem Korsett sie rausgesprungen
sind, sie haben es anscheinend nur
geschafft, indem sie den einen
Hampelmann oder die eine Hampelfrau
durch den anderen oder die andere
ersetzt haben und nun tatsächlich dem
osterwundergleichen Glauben erlegen
sind, mit dem oder der Neuen würde es
endlich zu einem Hollywood-Romantic-
Comedy-Happy-End in ihrer
diesseitigen Existenz kommen. Morgen
sitzen wieder andere bei Markus,
welche aktuell die Kuß-und-Bums-Phase
absolvieren, und diejenigen, die gestern
noch da saßen, sind schon wieder
getrennt. Nun ja, immerhin kann ich mich
mit dem Gedanken trösten, daß ich
damals das Fleisch der Jugend gekriegt
habe und der neue Stecher nur noch die
Knochen bekommt.
Warum tun (ältere) Frauen so etwas?
Ich stellte ihr die Frage, bevor sie mich
verließ. Sie antwortete: »Ich möchte
noch etwas haben von meinem Leben.«
Was, das konnte sie nicht genau
benennen. Ich gehe davon aus, daß sie so
etwas wie einen emotionalen Event
meinte, ein Dauer-Highlight in ihrem
Alltag, eine Veränderung zum
Aufregenden hin, Stichwort
»Schmetterlinge im Bauch«, und eine
Selbstaufwertung in der Reflexion des
anderen. All das sollte ihr wohl der neue
Mann verschaffen – günstig erstanden im
Internet.
Und dann fragte ich sie noch, was mit
den Fotos passieren soll. In den vielen
Jahren, in denen wir zusammengewesen
waren, hatten sich ja so einige davon
angesammelt, und bevor es mir selbst
widerfuhr, hatte ich immer wieder
darüber gerätselt, was Menschen nach
der Trennung mit ihren Fotos aus der
gemeinsamen Zeit anstellen. Schmeißen
sie sie in den Müll, zerreißen sie jedes
einzeln, weil sie jetzt zu Zeugnissen
ihres langjährigen großen Fehlers
geworden waren? Oder kramten sie sie
ab und an hervor und betrachteten sie,
allerdings mit einem Gefühl kalter
Entfremdung, so wie man einen
aufgebahrten Leichnam betrachtet,
dessen einstige Lebendigkeit man sich
kaum mehr vorstellen kann? Jedenfalls
gab sie mir auf meine Frage keine
Antwort, was ich so interpretierte, daß
die Bilder in meinem Besitz bleiben
sollten. Es war ein verschämtes,
unausgesprochenes Arrangement,
sozusagen die Übergabe ihres
persönlichen Archivs zu meinen Händen.
Zum schlechten Schluß hatte sie mich
zum Nachtwächter unseres
spinnwebenverhangenen Museums
degradiert.
Eins vorweg: Daß Liebende und
Ehepartner einander verlassen, kommt
vor, seit es Männlein und Weiblein gibt.
Und der häufigste Grund, weshalb
Männer Frauen verlassen, liegt auf der
Hand: ’ne Jüngere! Aber über solcherlei
weibliche Tragödien soll besser eine
Frau reflektieren. Auch geht es mir nicht
darum, die Irrungen und Wirrungen in
Liebesdingen bei jungen Menschen zu
untersuchen, die einander noch erproben
und herauszufinden versuchen, an wen
sie ihr Herz »ewiglich« binden sollen. In
diesem Altersabschnitt dauert die
Ewigkeit bisweilen eine Woche.
Nein, ich möchte über verlassene
Männer reden, hier in Deutschland,
Männer in etwas reiferem Alter, so Ende
Dreißig, Mitte Vierzig oder in den
Fünfzigern, meist mit Familie und
Kindern, einigermaßen oder richtig gut
verdienend, weder gewalttätig noch
exzentrisch noch sprühend vor Esprit,
der Durchschnitt halt, aber patent. Ich
behaupte mal, daß sie zum
überwiegenden Teil von ihren Frauen
oder Freundinnen verlassen worden sind
und nicht umgekehrt, und viele werden
mit mir darin übereinstimmen. Es
existiert ein prall gefüllter Sack an
Trennungsursachen, welche jeder zu
kennen glaubt, weil sie sowohl in den
küchenpsychologischen Beiträgen der
Medien (vornehmlich in
Frauenzeitschriften) weit verbreitet als
auch allenthalben aus dem privaten
Umfeld zu hören sind. Obwohl ich
keinen Bock dazu habe, will ich
trotzdem ein paar davon aufzählen: Sie
haben sich auseinandergelebt (was auch
immer das bedeuten mag). Er/sie hat
sie/ihn betrogen, seitdem ist das
Vertrauen futsch. Das anfängliche
sexuelle Feuer ist nicht wieder
entflammbar, es herrscht Ödnis im Bett.
Er/sie hat sich ein paar Fehler zu viel in
der Beziehung geleistet. Er/sie wirkt
nicht mehr (sexuell) attraktiv. Die Hektik
der Arbeitswelt, die immer schneller
werdende Rotation des Hamsterrades,
zerstört jede Liebe. Wenn Kinder
kommen, ist es über kurz oder lang eh
mit der Liebe aus usw.
Das alles erklärt jedoch nicht,
weshalb mehrheitlich die Frauen
»kündigen«. Werfen wir mal einen Blick
zurück, sagen wir mal, so um die fünfzig,
sechzig Jahre. Da war es genau
umgekehrt. Wenn überhaupt verlassen
wurde, was nicht oft vorkam, dann ließ
in der Regel der Mann Frau und Kinder
im Stich. Vielleicht tickte die damalige
Frau genauso wie die heutige, aber sie
besaß noch nicht die Absicherungen wie
den eigenen Verdienst, Alimente oder
das staatliche Sozialsystem.
Insbesondere jedoch hatte sie wohl auch
nicht das emanzipatorische
Selbstbewußtsein der Frauen von heute,
die, dem Manne gleichberechtigt, tun und
lassen können, wonach ihnen der Sinn
steht, ohne gesellschaftliche oder
zwischenmenschliche Ächtung zu
erfahren.
Bis hierhin habe ich wohl nichts
Neues gesagt. Und natürlich ist das
Ganze nicht auf Deutschland beschränkt,
sondern betrifft die gesamte westliche
oder besser gesagt die freiheitliche Welt.
Im Folgenden werde ich pauschalisieren
und nicht auf Einzelfälle wie etwa den
vom armen Hascherl eingehen, das sich
nach fünfundzwanzig Jahren Ehehölle
von dem Tyrannen mit Mundgeruch
trennt. Ich werde mich dem
»Hauptstrom« widmen, dem häufigsten
Fall, in dem sich eine Frau von ihrem
Mann trennt, was sie nämlich zumeist
dann tut, wenn sie selbst in den
Vierzigern oder Fünfzigern ist. Denn ich
glaube nicht einen Augenblick daran,
daß die obengenannten Gründe, weshalb
sie im reifen Alter ihre Partner
verlassen, für ihre Entscheidung
wirklich ausschlaggebend sind.
Vielmehr ist es ein weibliches
Programm, das sie dazu animiert und das
früher aus wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Beschränkungen
heraus nicht zum Tragen kommen konnte.
Davor aber ein Blick auf die moderne
westliche junge Frau, damit man die
Ursache erkennt, woher das alles kommt.
Zunächst ein biologischer Fakt. Der
größte unterschied zwischen Mann und
Frau ist weder das Genital noch die
Tatsache, daß nur eins der beiden
Geschlechter Kinder gebären kann
(biotechnisch ist alles möglich), noch
irgendwelche anderen physischen oder
psychischen Merkmale, sondern die
Anzahl und Beschaffenheit ihrer
Geschlechtszellen. Die Größe,
Beweglichkeit und Strategie dieser
Zellen sind es, die dem jeweiligen
Geschlecht ihren stereotypen,
immerwährenden und
unverwechselbaren Stempel aufdrücken.
In einer materiellen Welt mit
intelligenten Lebewesen wie den
Menschen kommt es jedoch aus
spieltheoretischen und evolutionären
Gründen unweigerlich zu einer Vielzahl
von Verschwörungen, die wir Kultur
nennen, und so zu einer brisanten
Wechselwirkung zwischen diesen beiden
Polen. Eine Verschwörung ist eine
Strategie, bei der eine Gruppe von
Individuen sich zuungunsten der
Individualität einer anderen Gruppe auf
eine »Manier« einigt. Wir werden im
Laufe dieser Betrachtung erkennen, daß
die weibliche Manier derart gestaltet ist,
daß sie manipulierbarer als die
männliche ist. Die Frau gibt sich leichter
Illusionen hin als der Mann.
Da wir Wesen der Evolution sind,
üben drei Dinge den drastischsten Effekt
auf unser Leben aus: (Eigen-
)Wahrnehmung, Manipulation und
Konkurrenz. Ein kleines Beispiel: Wenn
wir Paaren begegnen, checken wir als
erstes ihr Aussehen. Dabei stellen wir in
der Regel im Bruchteil einer Sekunde
fest, daß einer der beiden besser bzw.
schlechter als der andere aussieht. In
Prozenten berechnet könnte dieser
unterschied vielleicht lächerliche fünf
Prozent betragen (in der Regel sind es so
um die zwanzig Prozent), dennoch sticht
uns das sofort ins Auge. In der Tat
begegnen wir kaum Paaren, bei denen
Mann und Frau den gleichen
Attraktivitätsgrad besitzen. Nun könnte
ein Schlaumeier sagen: na und? Was der
eine äußerlich nicht hergibt, gleicht er
womöglich durch etwas anderes aus.
Aber das ist eine
Milchmädchenrechnung. Denn wenn der
Häßlichere der beiden, sagen wir mal,
umso fleißiger oder geschäftstüchtiger
ist, müßten wir diese Eigenschaften
wiederum mit anderen vergleichen. Das
heißt, der eine ist konträr zu seinem
Aussehen vielleicht fleißiger oder
geschäftstüchtiger, aber vielleicht auch
gleichzeitig fremdgeherischer, dem
Alkohol zugeneigter, zänkischer, fatalen
Stimmungsschwankungen zugeneigter
oder was auch immer. Wenn wir also ein
Attribut durch andere Attribute
»versöhnen« wollen, kommt es zu einer
nimmer enden wollenden Kettenreaktion,
bei der wir leicht den Überblick
verlieren. Wir müssen uns also bei der
Paarbegegnung auf ein einziges Attribut
festlegen, nämlich in unserem Falle auf
das Aussehen.
Das Attribut »Aussehen« ist bei den
meisten Paaren also ungleich, mal mehr,
mal weniger, im Durchschnitt jedoch
eklatant. Wie kommt’s, daß sie sich
trotzdem finden? Ganz einfach: Der eine
hat den anderen manipuliert!
Die durchschnittlich junge Frau der
heutigen West-Welt plant ihr Leben bis
auf die schulischen,
ausbildungstechnischen oder
universitären Dinge kaum. »Eine gute
Partie« machen und sich mit dem
Kindermachen beeilen usw. war gestern.
Sie lebt in der besten aller
Frauenwelten. Niemand nötigt sie, eine
sexuelle Beziehung zu einem ungeliebten
Mann einzugehen, niemand zwingt sie,
um die nackte Existenz zu kämpfen, so
daß sie sich vielleicht doch noch in eine
(sexuelle) Abhängigkeit begeben müßte,
und niemand kritisiert sie wegen ihres
Lebensstils, schon gar nicht ihre Eltern.
Im Gegenteil, alle sind stolz auf sie,
weil sie vielleicht schon diese oder jene
Stelle angetreten oder diese oder jene
universitäre Etappe bewältigt hat, auf
den höchsten Berg geklettert ist oder
einfach nur beim Sport einen Pokal
gewonnen hat. Im Umkehrschluß
bedeutet all dies, daß man sie mit den
gleichen Hoffnungen und guten
Wünschen begleitet, wie man es bei
jungen Männern seit Ewigkeiten getan
hat. Und sie glaubt diesen Scheiß! Mehr
noch, sie glaubt, daß ihr künftiges Leben
sich wie das eines Mannes gestalten
wird, nur halt in der weiblichen
Variante.
Werfen wir einen Blick auf das
ausgehende 19. Jahrhundert. Es war
damals bereits üblich, daß Ärzte
Journale verfaßten, und am
interessantesten sind die Journale der
Frauenärzte. In ihnen wurde nämlich das
Sexualverhalten und die
Gebärschlagzahl der Frau festgehalten.
Wie wir uns denken können, wäre unsere
junge Frau zur damaligen Zeit bereits
verheiratet gewesen und hätte
mindestens ein Kind gehabt.
Überraschender ist jedoch das damalige
Mann-Frau-Ding. Die
Geschlechtsverkehrsfrequenz dieser
(auch älteren) Frauen ist fünf- bis
achtmal höher als heutiger Frauen, was
auf Deutsch gesagt bedeutet, daß jeden
Tag gefickt wurde. Die
Geschlechtsverkehrsfrequenz beträgt
heutzutage im Durchschnitt angeblich
zweimal pro Woche, was aber gelogen
sein dürfte, weil dieses Ergebnis auf
Befragungen basiert und niemand (nicht
einmal anonym) zugeben möchte, daß er
es seltener treibt. Die realistischen
Schätzungen dürften bei durchschnittlich
viermal im Monat liegen, wobei in
diesen Durchschnitt der Anteil der
sexuell aktiveren Jugend mit
eingeflossen ist. Über die Hälfte der
über fünfzigjährigen deutschen Männer
hat fast gar keinen Sex mehr. Die
zunehmende Kinderlosigkeit der
westlichen Welt erklärt sich also
vornehmlich durch eine »sexkulturelle
Impotenz«. Sarkastisch ausgedrückt
könnte man behaupten, daß nach der
sogenannten sexuellen Revolution in den
Sechzigern der Sex drastisch reduziert
wurde.
Was ist der Grund dafür? Liebe! Je
mehr die Liebe zum Dreh- und
Angelpunkt in der Beziehung zwischen
Mann und Frau wird, desto weniger Sex
gibt es – und desto mehr Trennungen!
Der Mann der damaligen jungen Frau
hatte mit Liebe wenig am Hut. Sie war
»seine« Frau, und er durfte in ihr jede
Nacht seine »Notdurft« verrichten, ohne
auf ihre Befindlichkeiten,
Unpäßlichkeiten oder gar auf ihre
Abneigung gegen ihn Rücksicht nehmen
zu müssen. Sex war zu jener Zeit in der
Tat etwas Selbstverständliches, und
beide Geschlechter haben zugesehen,
daß sie es wie den Gang zur Toilette
»hinter sich brachten«. Diese
Beschreibung, die auch als eine
Beschreibung des geschlechtlichen
Elends interpretiert werden kann, könnte
in den Verdacht geraten, daß ihr
Verfasser die Emanzipation der Frau
kritisieren möchte. Dem ist mitnichten
so, weil die Ursache der Veränderung
ganz woanders liegt, nämlich im
heutigen Wohlstand. Die Menschen zu
jener Zeit, vor allem aber die Frauen,
hatten ganz andere Probleme, als sich
mit ihren Geschlechterrollen zu
beschäftigen, dafür war ihre Lebenszeit
auch zu kurz. Vornehmlich ging es ums
Essen, um ein Dach überm Kopf und
darum, daß man einigermaßen gesund
durchs Leben kam. Eine Magd um die
Wende zum 20. Jahrhundert – damals
existierte ein riesiges Heer von Mägden
und Hausmädchen – besaß als
persönliches Eigentum eine Matratze,
eine Decke, zwei Kleider, ein Paar
Schuhe, eine kleine Schatulle mit
persönlichen Sachen, eine Kiste mit
wenigen Haushaltswaren und sonst nix.
Die romantische Liebe bzw. der Zustand,
in dem die heutige Frau geil zu werden
geruht und dem Mann sozusagen erlaubt,
den Sex als das höchste der Gefühle
gemeinsam zu feiern, gab es damals nur
in Groschenromanen. Deshalb waren sie
auch so beliebt! Allerdings nicht bei
allen, weil viele Frauen weder lesen
noch schreiben konnten.
Die heutige junge Frau hat viele
Freunde, und im Gegensatz zu vor etwa
fünfzig Jahren ist das
Geschlechterverhältnis in ihrem
Freundeskreis fifty-fifty. Ihre Beziehung
zu Männern ist kameradschaftlich, wenn
nicht sogar brüderlich, und Männlein
wie Weiblein werden mit
Wangenküßchen begrüßt. Man könnte
sagen, in ihrem Milieu ist die
Gleichberechtigung zwischen Mann und
Frau kein Thema mehr. Das liegt daran,
daß es in dieser Generation als verpönt
gilt, sich eindeutig zu einem Geschlecht
zu bekennen und sich mit dessen
natürlichen Attributen hervorzutun.
Natürlich verschwinden diese damit
nicht von der Erdoberfläche, sondern
brodeln im Untergrund munter weiter.
Allein als Persiflage dürfen sie das
Tageslicht erblicken. Auffällig viele
dieser jungen Männer tragen z.B. einen
Vollbart oder Dreitagebart, was früher
noch als ein Zeichen von Schrulligkeit
oder Ungepflegtheit galt, und die jungen
Frauen sind selbst für die Uni-Vorlesung
derart aufgedonnert und geschminkt, als
gingen sie zu einem festlichen Empfang.
Aber es existiert ein unausgesprochenes
Übereinkommen darüber, daß solcherlei
geschlechtlicher Putz als Style zu gelten
habe und nicht als Balzverhalten. Fast
alle glauben sogar daran.
Am meisten mag die junge Frau von
heute Jungs, die
Geschwätzwissenschaften wie
Politologie, Soziologie, Kunst, Jura oder
irgendwas mit Medien studieren. Es sind
Berufe, in denen kein Mehrwert entsteht
und die folglich nichts zum Wohlstand
beitragen bzw. deren Ergebnisse man
»nicht essen« kann. Diese jungen
Männer treten cool und mit Witz auf,
erklären und kritisieren »die
Verhältnisse«, und sogar jene ihrer
Altersgenossen, die Naturwissenschaften
studieren, nehmen vor ihnen eine devote
Haltung ein und glauben, sich vor ihnen
rechtfertigen zu müssen. Wieso liebt die
heutige junge Frau diese Art von
Männern, und wieso sehen selbst
Chemie-, Biologie-, Elektronik-,
Maschinenbau-, Informatik- oder was
auch immer für Studenten, die in
Wahrheit den künftigen Wohlstand
erwirtschaften werden, zu Männern auf,
die sie mit ihren Steuergeldern ein
Leben lang alimentieren müssen?
Ganz simpel, weil die
Geschwätzmänner dominant sind und das
sogenannte Königsgen besitzen. Es ist
das Gen für Manipulation in der Gruppe,
das frei erfundenen Quatsch als
atemberaubend wichtig zu verkaufen
vermag. Ein König in früheren Zeiten hat
wie jeder Mensch nicht mehr und nicht
weniger falsche Entscheidungen für
seine Untertanen getroffen, und dennoch
ist ein König nichts ohne die Leistung
seiner Untertanen, und zwar im
wortwörtlichen Sinne, denn er selbst hat
ja nichts Anständiges gelernt. Freilich
drückt sich die Dominanz dieser jungen
Geschwätzmänner anders aus als in
früheren Zeiten. Sie brauchen nicht mehr
auf dem Schlachtfeld den Feind
geschlagen oder ihre Familie vor dem
Verhungern bewahrt oder eine blühende
Firma gegründet zu haben, dazu sind sie
auch viel zu feminisiert, insbesondere
was das Schmerzempfinden betrifft.
Nein, sie brauchen einfach nur die
Verhältnisse zu »durchschauen«,
»aufzudecken«, »anzuprangern«, zu
»analysieren«, zu »ironisieren« und zu
»verurteilen«. Das reicht, um für die
Weiber ein Held zu sein und ein
bevorzugtes Objekt für die Paarung, was
allerdings heutzutage Sex heißt und zu
allem anderen als zu Fortpflanzung führt.
Ein kleines Beispiel: Die radikalste
Kulturrevolution der letzten Jahre in der
westlichen Welt ging von einem kleinen
Gerät aus, nämlich vom iPhone, dem
ersten Smartphone überhaupt. Ich wette
meinen Kopf, daß an dessen Entstehung
keine einzige Frau beteiligt war, wie
übrigens fast an allem, was Erfindungen
betrifft (Patentanmeldungen von Frauen
weltweit: vier Prozent). Die Technik des
Smartphones ist nicht irgendwas, sie hat
tatsächlich unser aller Leben im
kommunikativ-kulturellen Bereich
verändert. Weiter wette ich, daß die
Männer, die diese Technik ermöglicht
haben, ausschließlich häßliche Nerds
sind (selbstredend »weißer«,
asiatischer, vor allem aber jüdischer
Herkunft), die ihrerseits mit absoluter
Sicherheit irgendeinen hochtrabenden
und moralischen Blödsinn daherredende
Geschwätzmänner bewundern. Wie auch
immer, Tatsache ist, daß keiner dieser
Nerds als Held gefeiert wird, einen
Nobelpreis bekommen hat oder ihm gar
Avancen von geilen Frauen gemacht
werden. Warum das so ist? Wegen des
Manipulationsgehabes der dominanten
Männer! Sie besitzen das Talent, der
Welt, vor allem aber jungen Frauen
einzureden, daß ihr Geschwätz mehr
wert wäre als ein iPhone, obwohl
ironischerweise ihr Prestige gerade
dadurch steigt, daß sie ein iPhone oder
etwas Vergleichbares besitzen. Und so
denkt auch unsere junge Frau der
Gegenwart.
Kommen wir aber endlich zu dem,
was an den jungen Frauen von heute
vielleicht am meisten interessieren
dürfte: ihr Sexleben. Das läuft völlig
entspannt ab. Eigentlich nichts, wofür
sie ein Feuerwerk abbrennen müßte,
geschweige denn, daß es ihr
Lebensinhalt wäre. »Sex gehört zum
Leben« ist ihre Devise, ein Spruch, der
an Banalität kaum zu übertreffen ist.
Später wird sie feststellen, daß mehr
dahintersteckt, aber vorläufig spielen
vor allem die Liebe und das Verliebtsein
eine größere Rolle in ihrem Alltag, und
das aus zwei Gründen.
Zum ersten gehört sie leider zu den
drei Vierteln der Frauen weltweit, bei
denen der Abstand zwischen der Vagina
und der Klitoris nicht unter zweieinhalb
Zentimeter beträgt, so daß letztere
während des Geschlechtsverkehrs nicht
zur Gänze stimuliert wird. Zudem ist bei
zwanzig Prozent der Frauen der Kitzler
so tief in der Mulde verborgen, daß es
gar nicht zu einer orgastischen
Massierung kommen kann. Der Kanal
drinnen ist wegen des schmerzhaften
Kinderkriegens völlig empfindungslos,
da hat die Natur schon vorgesorgt.
Selbstverständlich wird unsere junge
Frau im Laufe ihres Lebens noch Männer
kennenlernen, die erfahrener im Umgang
mit dem weiblichen Körper sind und die
Lust aus ihr im wahrsten Sinne des
Wortes herauskitzeln werden. Aber das
dauert noch.
Aber es existiert noch ein weiterer
und viel gewichtigerer Grund, weshalb
sie den Sex wie nebenbei laufen läßt, ja,
warum er ihr nicht so einen großen Spaß
macht, wie man es in der intensivsten
Phase ihres Lebens erwarten würde. Es
ist ihr evolutionäres Programm, das sie
daran hindert. Und dieses bedeutet: Je
mehr sich eine Frau im gebärfähigen
Alter mit Sex beschäftigt, desto
schneller stirbt sie bzw. desto weniger
kann sie ihre Gene erfolgreich
reproduzieren. Das klingt paradox, aber
nur im ersten Moment. Schwangerschaft
ist in Wahrheit eine verdammt
gefährliche Angelegenheit, so gefährlich,
daß heutzutage Schwangere von Ärzten
betreut und begleitet werden. In früheren
Zeiten ist mehr als jede zehnte Frau
daran gestorben. Die jungen Frauen also,
die zurückhaltender in Sex-Dingen
waren, haben sich evolutionär
durchgesetzt. Mit anderen Worten:
unsere Urmütter waren in der Regel und
im Durchschnitt keine Schlampen.
Später, wenn der Frau irgendwann die
Menopause droht, wird sich dieses
Programm umkehren und auf Retten-
was-zu-retten-ist-Modus umschalten.
Als Faustregel gilt, je fruchtbarer eine
Frau ist, desto zurückhaltender ist sie
mit ihren sexuellen Aktivitäten.
Unsere junge Frau geht allmählich auf
die Dreißig zu. Obgleich sie immer noch
die Lebenslustige ist, die am
Wochenende mit ihrer Clique um die
Häuser zieht, mit ihren Freunden und
Freundinnen Urlaub macht und bereits
einige dramatische Liebschaften
überstanden hat, ihre Jugend also in
vollen Zügen genießt, merkt sie doch so
ganz leise, daß sich im Vergleich zu
früheren Jahren etwas verändert hat. Die
Männer haben sich verändert! Sie kann
sich irren, aber sie hat das Gefühl, daß
die Kerle nicht mehr die unbeschwerten
Jungs von damals sind. Zu jener Zeit
haben sie eigentlich nur wegen der
granatenmäßigen Studentenfeten wie
nebenbei studiert und bis zur
Erschöpfung gearbeitet, um die ganze
Kohle am Wochenende in irgendwelchen
angesagten Clubs und Discos auf den
Kopf zu hauen, sind in den Ferien
einfach mit einer schmutzigen Rostlaube
irgendwohin gefahren, und ihre
Behausungen – mehr waren diese
stinkenden, aus einem einzigen Chaos
bestehenden Buden nicht – konnte man
als Frau nur mit zugehaltener Nase und
auf Zehenspitzen betreten, insbesondere
das Badezimmer.
Doch plötzlich fachsimpeln sie über
Designer-Möbel, Trips nach Las Vegas
und Traumwagen. Immer öfter fällt das
Wort Karriere, und bevor es mit der
Arbeit erst so richtig losgegangen ist,
wird sehr intensiv der Urlaub geplant.
Die Männer konkurrieren immer heftiger
miteinander. Und es gibt noch eine
Veränderung. Wenn die Kellnerin nach
dem Essen im Restaurant fragt:
»Zusammen oder getrennt?« sagen sie
zwar nicht wie aus der Pistole
geschossen »Getrennt!«, aber
seltsamerweise neuerdings, »Wie sollen
wir es halten?«, woraufhin sie natürlich
beteuern muß: »Nein, um Gotteswillen,
ich komme für meine Rechnung selber
auf.« Sie weiß gar nicht mehr, wie das
früher war. Einige der Jungs erzählen ihr
auch, daß sie von Frauen unheimlich
»verarscht« worden seien. Aber worin
diese Verarschung bestand, kommt aus
der Klage nicht so genau heraus.
Dann jedoch passiert wirklich etwas
Ekstatisches. Sie lernt Ihn kennen, und er
haut sie regelrecht um. Er ist Thors
Hammer, ein ganzer Kerl, in allem, was
er ist und tut. Er hat einen gutbezahlten
Job, sieht blendend aus, ist sportlich und
verantwortungsbewußt. In seiner Freizeit
unternimmt er Kajaktouren auf allen
Flüssen rund um den Globus. Sehr bald
darf sie ihn dabei begleiten. Es ist für
sie die Liebe ihres Lebens. Sie dachte
immer, solche Männer wären
ausgestorben. Wenn sie umzieht,
organisiert er im Handumdrehen
mindestens zehn Kumpels, die den
Hausrat innerhalb von Stunden in die
neue Wohnung stemmen. Zum 1. Mai
steht plötzlich ein kleines Orchester
unter ihrem Balkon und bringt ihr ein
Ständchen, angeleitet von ihrem
Herzallerliebsten, denn zu allem
Überfluß spielt er auch noch
hervorragend Gitarre. Am Wochenende
sind sie auf den schillerndsten Partys, zu
denen er sie durch seine vielfältigen
Beziehungen lotst. Schon nach einem
Jahr ziehen sie zusammen.
So hat sie sich ihr Leben immer
vorgestellt, es sich herbeigewünscht: ein
liebevoller, attraktiver Mann, der sie auf
Händen trägt, ihr jeden Wunsch von den
Augen abliest, sie zum ersten Mal
sexuell zur Gänze befriedigt, ihr das
Gefühl vermittelt: Du bist meine Frau
und ich bin dein Mann, wir gehören
zusammen! Ein echter Traumtyp eben.
Bis etwas, nun ja, wie soll man es
nennen, »Katastrophe« wäre sicherlich
das falsche Wort, bis etwas
Außergewöhnliches passiert. Ihre Regel
bleibt aus. Obwohl sie es sofort weiß,
schiebt sie es zunächst auf die üblichen
Unregelmäßigkeiten. Doch dann packt
sie die Panik, und sie macht einen
Schwangerschaftstest. Es ist das
einschneidendste Erlebnis in ihrer
Biographie, mehr noch, es ergreift sie
ganz und gar. Irgendwelche geheimen
Schalter in ihrem Innern, von denen sie
nicht einmal ahnte, daß es sie überhaupt
gab, werden umgelegt, ein Gefühl
zwischen überbordender Wärme und
tiefster Besorgnis macht sich in ihr breit.
Doch, ach, gleichzeitig ahnt sie, wie die
Reise enden wird …
Sie hat es sich schon ungefähr
vorgestellt, wie er die Nachricht
aufnehmen wird. So ganz leicht wird das
nicht werden, denkt sie sich. Als sie es
ihm dann aber berichtet, sprengt seine
Reaktion ihre Vorstellungskraft. Zunächst
lächelt er hintergründig, was sie
fälschlicherweise als Freude
interpretiert. Ja, er freue sich, sagt er.
Um gleich darauf zu ergänzen, er freue
sich jedoch überhaupt nicht darüber, daß
sie sein Vertrauen mißbraucht habe. Wie
bitte? Wieso Vertrauen mißbraucht? Sie
ist doch nicht fremdgegangen. Worin
habe dieses Vertrauen denn bestanden?
Worauf habe er denn vertraut?
Na darauf, daß sie ihn nicht
»verarschen« würde, antwortet er. Sie
solle jetzt bloß nicht so tun, als habe sie
nicht gewußt, daß ein Kind in ihre
jetzige Lebenssituation in keiner Weise
hineinpasse. Sie überlegt. Ihre
Lebenssituation ist doch gar nicht so arg.
Sicherlich würde man sich etwas
einschränken müssen, vor allem, was
Freizeitaktivitäten anbelangt. Wegen des
Kindes würde es insbesondere für sie
im Studium ziemlich hart werden und, ja,
man könnte dann keine großen Sprünge
mehr machen. Aber bisher haben sie ja
auch nicht gerade wie Millionäre gelebt.
Außerdem würden ihre Eltern mithelfen,
der Staat mit seinen vielfältigen
Zuwendungen sowieso. Sie versteht
nicht, daß so etwas Selbstverständliches
wie eine Frau mit einem »Braten in der
Röhre« ein solches Drama darstellen
soll. In früheren Zeiten hätte man sie
dafür beglückwünscht.
Sie verstehe das nicht, erwidert er,
ein Kind würde das Leben komplett
umkrempeln, man könne sich so etwas
nicht ohne genaue Abstimmung ans Bein
binden. Er fühle sich dafür einfach nicht
reif genug, ihm sei die Verantwortung
viel zu groß. Er habe explizite Pläne für
seine Zukunft, vor allem beruflich; schon
die Vorstellung, mit einem Kinderwagen
durch die Stadt zu dackeln, widere ihn
an. Er sei ein freiheitsliebender Mann.
Außerdem seien die Kajaktouren für die
nächsten zwei Jahre schon fest gebucht.
Sie ist sich dessen nur diffus bewußt,
doch er ist in Wahrheit weder ein
freiheitsliebender noch eine andere
Sorte von Mann. Er ist nicht einmal ein
Junge, sondern ein Mädchen. Ihn
ängstigen in der Tat die Sorgen einer
ungewollt schwanger gewordenen
jungen Frau, die nicht weiß, was die
Zukunft bringen wird. Allerdings einer
jungen Frau von vor fünfzig Jahren. Es
scheint, daß die Rollen inzwischen
vertauscht worden sind.
So langsam kommt er zum
Grundsätzlichen. Also falls sie drauf
bestünde, das Kind zu behalten, sehe er
für ihrer beider Zukunft schwarz. Er
wolle einfach nicht Vater werden,
Schluß, Punkt, aus. Vielleicht später,
viel, viel später, das ja, aber nicht jetzt,
nicht »in der Blüte seines Lebens«. Falls
sie sich aber dazu entschließe, das Kind
wegmachen zu lassen, würde er ihr
natürlich mit seiner ganzen Kraft und
Liebe beistehen.
Sie verinnerlicht seine Argumente.
Eigentlich geht es ihnen prima, nicht nur
wirtschaftlich, sondern vor allem
»partnerschaftlich«. Will sie das alles
für ein schreiendes und
dauerscheißendes Bündel Mensch aufs
Spiel setzen? Der ganze Spaß, der gute
Sex und all die schönen Reisen würden
dann vielleicht für lange Zeit
flötengehen. Ja, sie wären dann
vielleicht tatsächlich »alt«.
Andererseits … Da ist etwas in ihr,
etwas, was sich schon bewegt und
seinerseits in die Welt, in ihre Welt
hineinwill. »Ich komme, ich komme«,
flüstert es ihr zu. »Und wenn ich einmal
da bin, dann wird alles wunderbar …,
Mama.«
Er wartet auf dem Gang der
Abtreibungsklinik auf sie, während sie
sich von dem Eingriff erholt. Dann bringt
er sie nach Hause und zaubert für sie das
beste Essen, das er je bereitet hat. Er
kann nämlich nicht nur mit dem Kajak
super umgehen, sondern auch exzellent
kochen. Ein echter Traumtyp eben.
Ein paar Monate später trennen sie
sich. Nach dieser blöden Sache war
nichts mehr wie vorher. Ja, schade.

So oder so ähnlich die Phantasie über


die junge Frau. Oder vielleicht auch die
Realität. Einer manipuliert den anderen
immer. Selbstverständlich gibt es auch
andere Versionen und Muster, denn jedes
Leben verläuft bekanntlich anders.
Vermutlich ist der Gaul mit mir
durchgegangen. Was jedoch die reifere
Frau anbelangt, vermag ich meinen
Röntgenblick zielgenauer einzusetzen.
Insbesondere glaube ich den Grund zu
kennen, weshalb in aller Regel Männer
in ihrer späteren Lebensphase von ihren
Frauen verlassen werden und kaum
umgekehrt.
Irgendwann nach einer relativ langen
Beziehung merkt das Weibchen, daß es
in die Jahre kommt bzw. gekommen ist.
Im Gegensatz zu einem Mann, der das
Alter als etwas Lästiges,
schlimmstenfalls als eine langsam
wachsende Behinderung betrachtet, mit
der man sich arrangieren muß, ist die
Alterung für die Frau eine persönliche
Beleidigung, Kränkung, der Supergau
schlechthin. Ihr einziges Kapital ist
natürlicherweise ihre Jugend. Es ist auch
deshalb so essentiell und kostbar, weil
ihr die Gabe der Fortpflanzungsfähigkeit
schon in relativ jungen Jahren abhanden
kommt. Anstatt jedoch dem Feind mutig
ins Angesicht zu schauen, wird er vom
Großteil der Damenwelt einfach
verleugnet. Die Vergangenheit erscheint
nun als eine verhängnisvolle Kette von
falschen Entscheidungen und
Versäumnissen. Alle guten Erinnerungen
werden gelöscht, die schlechten dagegen
vergrößert und demonstrativ als
mahnende Bilder in der Hirnkammer
aufgehängt. Vor allem aber wird um die
Wette illusioniert. Die eigene
Wahrnehmung ist immer noch die von
der unproblematischen, unbeschwerten,
sich von den Zufällen des Lebens treiben
lassenden, spontanen, abenteuerlustigen
und, sehr wichtig, schönen, ja
begehrenswerten jungen Frau. Da gibt es
überhaupt keine charakterlich häßlichen
Ablagerungen, die das Alter so mit sich
bringt, keine Verhärtungen des Herzens
und keinen Grauschleier vor den Augen,
der sich im Lauf der Jahre gebildet hat,
um das (Liebes-)Leben realistischer
einzuschätzen.
Wenn sie den Langweiler,
Hobbyalkoholiker, Minderemotionalen,
Pantoffelhelden, Angeber, Versager,
Maulfaulen und überhaupt den alten
Stinker an ihrer Seite erst mal
losgeworden ist, dann wird die Zukunft
ganz anders aussehen. Die Hoffnungen,
die sie sich auf diese Zukunft macht, sind
allerdings trügerisch, da sie auf den
Erfahrungen der Vergangenheit,
namentlich auf denen ihrer Jugend,
basieren. Sie fokussiert immer noch auf
ein einziges Ziel: Irgendwann wird Er
auf der Bildfläche erscheinen, dieser
gutaussehende, großzügige, hilfsbereite
Mann mit den feinen Manieren, dem
unwiderstehlichen Humor und der
stählernen Tatkraft. Und dann wird alles
anders sein. Es ist immer noch die
Perspektive einer Fünfzehnjährigen,
obwohl sie schon an die Fünfundvierzig
kratzt. Um diesen Heiland
herniederkommen zu lassen, wird in
einem Radikalschnitt alles in Kauf
genommen und so ziemlich alles
plattgehauen. Nicht einmal auf das Wohl
der Kinder, auf finanzielle Verwerfungen
oder auf »unser Zuhause« wird
Rücksicht genommen. Tabula rasa.
Was aber sind das für Partner, die
diese Frauen nach der Trennung in ihrer
ach so glorreichen Zukunft
kennenlernen? Ganz große
Überraschung: verlassene Männer! Wenn
man sich auch nur ein bißchen mit der
Wahrscheinlichkeitsrechnung
auseinandergesetzt hätte, hätte man sich
das eigentlich denken können. Es ist
nämlich keineswegs so, daß vor dreißig
Jahren eine geheimnisumwobene
Untergruppe von jungen Männern mit
dem namen »Die Traumprinzen« sich
von den üblichen Kerlen abgetrennt und
zum Nordpol zurückgezogen hätte, um
dort ein paar Jahrzehnte lang frauen- und
familienlos und in alter Frische
auszuharren, nur um plötzlich die
begeisternde nachricht zu erhalten, daß
sie endlich zum Einsatz kommen dürfe.
Nein, die neuen sind genau die gleichen
Männer, von denen die Frau sich
getrennt hat. Nur in einem anderen
Körper. Es handelt sich eigentlich um
einen Partnertausch, allerdings um einen
tragischen.
Etwas hat sich in der Zwischenzeit
fundamental geändert. Die Männer, auf
welche die frisch getrennten und nicht
mehr ganz so frischen Frauen mittels
Internet-Kontaktbörsen und bei
irgendwelchen Dating-Events treffen,
sind von schmerzlichen Erfahrungen
geprägt, und das letzte, was sie anpeilen,
ist die große Liebe. Wenn bei der neuen
Begegnung etwas Zärtlichkeit
herausspringt, okay, doch hauptsächlich
geht es ihnen ums Ficken, um die
regelmäßige Unterleibsversorgung. Die
und-soll-ich-dir-was-sagen?-Ich-
komme-immer-noch-bombig-bei-den-
Kerlen-an-Einbildung dieser Frauen ist
nichts weiter als eine Illusion, die unter
ganz bestimmten Umständen bei einem
ganz bestimmten Personal von Männern
und in einer ganz bestimmten
Atmosphäre kurzzeitig aufflackert. Vor
allem in einem ganz bestimmten Licht.
Diese Illusion trägt lediglich für ein paar
One-Night-Stands, wobei auf dem
Bettlaken oft noch der Vaginasaft der
Vorgängerin von vor zwei Tagen klebt.
Auch wenn Frauen die Männer, die
sie in so beeindruckend großer Zahl
kennenlernen, vor ihren Freundinnen in
den höchsten Tönen loben, handelt sich
immer wieder um den einen Typ Mann in
diversen Abwandlungen: bankrotte
Scheidungskrüppel, notorische
Seitenspringer und Ehebrecher,
Notgeile, Hochstapler und Aufschneider,
die sich als weltgewandte große Chefs
ausgeben, Lügner, die sich als
Frauenversteher und
Partnerschaftsspezialisten tarnen und
denen in Wahrheit der Sack schon
während der Vorspeise schwillt,
schließlich geistesgestörte Zombies. Sie
alle sind Abwandlungen desselben Typs
verlassener Mann, also Männer, denen
ihre finanzielle Situation und ihre
äußerliche und charakterliche
Ausstattung nur erlaubt, abgenudelte,
ältere Damen zu pimpern. Denn, hat man
sich schon einmal gefragt, weshalb ein
attraktiver, finanziell erfolgreicher,
liebenswürdiger und umgänglicher Mann
unbedingt eine Fünfundvierzig- oder gar
Fünfzigjährige besteigen sollte anstelle
einer strahlenden
Fünfundzwanzigjährigen? Eben!
Hier eine hübsche Kollektion von
einschlägigen Herrenmodellen, welche
die frisch getrennte Frau übers Internet
kennenlernt:
Der Perversling

Notgeile Visage mit dem Hang zur


eindeutig perversen Aufforderung. Erste
Kontaktaufnahme: »Bumst du für
Kohle?«, »Willst du ficken?«, »Gehst du
mit mir in den Swingerclub?«. Männer
dieser Art haben fast nie ein Bild im
Profil. Drehen gewaltig am Rad, wenn
man nicht antwortet, und überhäufen
Frauen mit Schimpfkanonaden, wenn
man »kein Interesse« bekundet. Die
klassische, trotzige Antwort dieser
gehirnamputierten Typen ist in der
Regel: »Du bist gar nicht so toll.« Den
notgeilen Surfer gibt es in allen
Altersklassen. Von den älteren Säcken
werden auch junge Mädchen
angeschrieben und deren Fotos auf
anzügliche Art und Weise kommentiert,
natürlich versehen mit vielen albernen
Smileys.

Der gelangweilte Ehemann und


beziehungsmüde Langweiler

Hier handelt sich um ein reklamiertes


Modell, welches von der eigenen
Partnerin ins Regal zurückgestellt
worden ist. Er sucht neben seiner
bestehenden Partnerschaft den
unverbindlichen, schnellen Kick. Zu
Hause ist seit langem tote Hose in jeder
Hinsicht. Seine Kontaktaufnahme lautet
häufig: »Hi, klasse Profil, was machst
du gerade?«, »Wie geht’s?«, »Wie ist
das Wetter bei dir?«. Während man noch
höflich antwortet, betont er mehrfach,
nur zum Spaß auf dieser Plattform
angemeldet zu sein, um neue Leute
kennenzulernen und Freunde zu finden.
Könnte ja sein, daß man seine
Angetraute kennt. Auf die erste
Bemerkung, und sei es nur, daß man
einkaufen war und gerade ein neues
Kleid erstanden hat, springt er an wie
eine läufige Hündin. Betont nochmals
deutlich, keinen Sex zu suchen, fragt im
gleichen Atemzug jedoch, ob man dazu
Strapse trägt und ob man sich von hinten
nehmen läßt. Macht die Frau ihm
deutlich, daß sie keinen Sex sucht, wird
er ausfallend und bricht den Kontakt
sofort ab.

Der ewige Single

Die erste Kontaktmail enthält einen


ellenlangen, reinkopierten Text, der
einer juristischen Abhandlung
gleichkommt. Da er ein Schlauberger ist,
kopiert er lediglich Namen der
aufgerufenen Profile in die
Begrüßungszeile. Er hat jede Menger
Bilder, diese wurden aber länger
bearbeitet als der schiefe Turm von Pisa.
Schreibt man nur einen kleinen Gruß
zurück, versorgt er einen mit seiner
langweiligen Lebensgeschichte, die auch
real noch nie jemanden interessiert hat.
Alle Frauen in seinem PLZ-Bereich
wurden bereits von ihm angeschrieben,
egal, welches Alter oder wie lange sie
es schon lange hinter sich haben. Unter
seinen Fotos findet man Sexangebote
von 2003, die er alle stehen läßt, um
seinen Erfolg zu dokumentieren.

Der verzweifelte Blender

Die erste Mail ist immer ein


Kompliment: »Wow, hübsch biste!«,
»Ich brauche die Telefonnummer deiner
Eltern, möchte ihnen danken, so eine
tolle Frau fabriziert zu haben!«. Macht
gewaltig einen auf Latin Lover, garniert
mit einem Haufen Klasse!-Wahnsinn!-
Echt-geil!-Kommentaren nach jeder
Antwort. Hat in jedem Fall ein Bild im
Profil, welches er von Bodyvoten
geklaut hat, damit überhaupt jemand
antwortet. In Wirklichkeit hat er nur noch
Sex mit seiner Tastatur. Kommt sogar
zum Date, obwohl sein Profil ein
einziger Fake ist, da kennt er nichts, und
fragt allen Ernstes, ob man ihn denn
nicht doch wolle, so schlimm sei das
doch alles gar nicht, man könne doch
befreundet bleiben.
Der Schleimer

Rutscht in der ersten Mail bereits auf


seiner eigenen Schleimspur aus. Hat
mehrere Bilder im Profil, von sich, vom
Haus, von der Gartenlaube, vom Kamin
und auch mit seiner aktuellen Partnerin.
Jetzt erklärt sich einem schnell, warum
er auf einer Singleplattform angemeldet
ist. Grüßt immer wieder lieb, gibt sich
als Freund aus, mit dem man Pferde
stehlen kann. In Wirklichkeit würde er
auch nur für eine angedeutete Nummer
seine Olle von der Gartenleiter stoßen.
Man kann ihn beschimpfen, ihm kein
Interesse schenken, ihn antreten und
bespucken, er kommt wieder und immer
wieder zurück wie das häufig genutzte
australische Spielgerät.

Der Schwanzfotoversender

Gleich die erste Mail beinhaltet mehrere


Fotos seines besten Stücks, welches er
unter Aufwartung aller technischen
Raffinessen mit dem Handy
aufgenommen hat. Ganz großes Kino, in
allen Varianten wird einem der kleine
Freund präsentiert. Er schickt diese
Bilder an alles, was nach Frau aussieht,
versehen mit coolen Texten wie: »So
einen hattest du bestimmt noch nicht«,
»Auf meinem können sieben Adler
draufsitzen«, »Ich spritze wie die
Wasserfontäne auf der Binnenalster«.
Selbst an Lesben schickt er diese Bilder,
da er dem Wahn verfallen ist, auch diese
mit seinem Mördergemächt zu bekehren.

Der Angeber

Hat von sich selbst nur ein unscharfes


Handyfoto im Profil. Als Eyecatcher
kommt die unbezahlte Karre auf
mehreren Fotos hochgeladen ins Profil.
Schließlich gehen Frauen steil auf 3er
Cabrios mit fettem Spoiler ab. Aber
nicht nur das, er zeigt auch Fotos seiner
urkunden vom Staffellauf 1978, von
seinem Führerschein und Motorrad und
das von seiner Karre mit Anhänger und
Feuerholz und natürlich das von seinem
Personalausweis. Charakterliche
Attribute wie Bescheidenheit sind ihm
gänzlich fremd. Betont immer wieder
ungefragt, was für ein geiler Typ er ist
und was für eine Granate im Bett.

Lustig, oder? Leider muß ich aber jetzt


wieder traurig werden. Die verlassenen
Männer sind in Sachen Liebesglück
durch die Bank desillusioniert und
leiden diesbezüglich unter Traumata.
Das höchste der Gefühle sind für sie ein
paar nette Abende und Urlaube mit einer
einigermaßen ansehnlichen und
geistreichen Alten. Dabei wird natürlich
viel von »Zukunftsplanung« halluziniert,
man wird dem Freundeskreis der Dame
als »mein neuer Freund« vorgestellt,
während alle sich fragen, wie hieß noch
mal die Schnarchnase von vor einem
Monat? Man läßt sich die
Grauensgeschichte ihrer Vergangenheit
erzählen und ertappt sich dabei, wie man
immer mehr Mitleid mit dem
Verlassenen empfindet als mit der
Geschichtenerzählerin, und hatte es
früher zehn Jahre gedauert, bis die
Verflossene einem richtig auf den Sack
gegangen ist, so kriegt die Neue das
schon innerhalb von zwei Monaten hin.
Es ist nichts mehr wie in der Jugend, die
charakterlichen Entwicklungen sind
abgeschlossen, und da es auch keinen
jungen Körper mehr gibt, nach dem man
sich verzehrt und dem man selbst das
Bitterste verzeiht, ist jetzt die
Abschieds-SMS nach kurzem
Geselligsein schnell geschrieben.
Und wie geht es weiter? Sie wird
wieder losziehen, und zack! wird Er
wieder wie aus dem Nichts vor ihr
stehen. Vielleicht besitzt er eine eigene
Firma, vielleicht ist er ein Künstler oder
ein hoher Beamter, vielleicht ist er auch
nur 1,90 Meter groß, jedenfalls nennt er
ausschließlich tolle Attribute sein eigen,
die ihn für sie sexuell anziehend machen.
Keine Makel, nirgends. Diesmal ist sie
etwas vorsichtiger, ihre Kitschroman-
SMS-Poesie hält sich jetzt in Grenzen.
Schon nach dem ersten Fick wird er
ganz, ganz vorsichtig mit Umständen
herausrücken, welche die
Liebesseifenblase zwar nicht zum
Platzen bringen, aber doch ein klein
wenig zum Erzittern: Streß, stehe gerade
in Scheidung oder habe Ärger mit der
Ex, das ganz große Geschäft wird
gegenwärtig abgewickelt, muß beruflich
für zwei Wochen ins Ausland, jedenfalls
lauter Dinge, die ihn daran hindern, sich
voll auf sie einzulassen. Aber dann
meldet er sich doch nochmal, und alles
wird wieder gut. Allerdings sieht man
sich in seinem Alter schnell an einer
Muschi satt und weiß, daß die große
Liebe nur Ärger bringt – falls man denn
überhaupt eine angestrebt hat. Nach drei
Monaten, höchstens einem halben Jahr
sagt er zu ihr, daß er sich durch sie
eingeengt fühle, daß er in einem
Lebensabschnitt stehe, wo er erst mal in
sich gehen müsse, um den künftigen Kurs
zu justieren. Lauter Standardsprüche und
Lügen der Fuck-and-go-Künstler, alles
Blabla. Zwei Wochen später wird sie
ihn wiedersehen. Mit einer anderen Frau
im Arm …
Aber sie wird nicht aufgeben, das
unerbittliche Evolutionsprogramm wird
sie dazu zwingen. Sie lernt den nächsten
kennen. Nun jedoch kennt sie das Spiel
ziemlich gut, und deshalb sind die SMS
diesmal knapp und nüchtern formuliert.
Es geht jetzt nicht mehr um Liebe,
sondern um den reinen Spaß: Saufen,
Sex, ein ausgefülltes Wochenende. Nur
zwischendurch, in lichten Momenten,
spürt sie die Kälte, das Unwirkliche,
sieht den Mann vor sich in seiner ganzen
Gier, Verlogenheit und Fremdheit.
Eigentlich war das alles anders gedacht:
Verläßlichkeit, Vertrauen, sich fallen
lassen, das Liebesblitzen in seinen
Augen, schlußendlich Liebe, das, was
Frauen von einem Mann wollen. Diese
ganze Wegstrecke ist häßlich und
beschwerlich, voller Dornen und Steine.
Auch wenn sie mittlerweile sehr viel
Übung im Wandern hat und bei jedem
»Lebensabschnittspartner« eigentlich
weiß, daß es immer derselbe Kerl ist,
der sich nur einer Gesichtsoperation
unterzogen hat.
Schlußendlich wird die Angelegenheit
für alle Beteiligten in einem
Hurenmodell enden, nur daß sowohl
Mann als auch Frau sich nicht für Geld
prostituieren, sondern für die Sehnsucht
nach Liebe und Glück,
unwiederbringlichen Kleinoden, die sie
schon bei ihrer ersten Trennung verloren
haben. Laß uns zusammen alt werden –
das könnte ein lustiger Anachronismus
sein. Es lacht bloß keiner mehr. Und so
werden sie für den Rest ihres Lebens
einsam durch ihre dunkle Welt
schleichen, emotionale Untote, denen
manchmal flashbackartig ihr einstiges
Paradies vor Augen erscheint, das
niemand anderer als sie selbst verwüstet
hat. Monotone Stunden der Einsamkeit
erwarten sie, so arg, daß es körperlich
weh tut. Ja, es gibt verschiede Arten der
Hölle, und alle beginnen sie schon vor
dem Tod. Ein schales Lachen und das
Klirren von Gläsern unterbricht ab und
an diese Ödnis, und ehe du dich
versiehst, liegt jemand neben dir im Bett
und zeigt dir seine alten
Geschlechtsorgane, erschlaffte
Schamlippen und hängende Säcke, nicht
schön, so was bei einem »Fremden« zu
sehen … Aber halt, da leuchtet plötzlich
doch noch ein Hoffnungsschimmer auf:
Das Altersheim winkt, wo alle mit
einem Mal gleich werden und alles
Liebesleid ein Ende hat. Auch die Liebe.
Ich denke immer noch an diesen
Morgen vor neunzehn Jahren. Wie sie
einfach schlafend dalag. Die Lippen
einen Spalt geöffnet. Und ich schaue mir
immer noch gerne die unzähligen alten
Fotos an, auf denen unser damaliges
Glück dokumentiert ist. Die meisten und
die besten Bilder aber habe ich in
meinem Kopf. Manchmal lache ich,
manchmal weine ich, und manchmal
denke ich dabei an das alte Blade-
Runner- Zitat: »All diese Momente
werden verloren sein in der Zeit, so wie
Tränen im Regen … Zeit zu sterben.«
V.
MIT DEM ARSCHLOCH
SIEHT MAN BESSER
Mein Vater, der einem berühmten
Alkoholiker- und Beklopptenadel
entstammt, erzählte mir immer wieder
diesen einen schmutzigen Witz. Trotzdem
habe ich vergessen, wie er geht,
geschweige denn, daß mir seine Pointe
haften geblieben wäre. Nur die
Ausgangslage kriege ich zusammen:
Zwei Typen, von denen einer ein
Glasauge hat, besaufen sich. Als sie dem
Delirium nahe sind, fällt das gute Stück
in das Glas des anderen Typen, der es,
ohne es zu merken, verschluckt. Am
nächsten Morgen hat er starke
Unterleibsschmerzen, weil das Glasauge
nicht raus will, und der Typ geht zum
Arzt. Der Arzt untersucht ihn, bis er
plötzlich einen Schreckensschrei
ausstößt, guckt ihn doch aus dem Arsch
seines Patienten ein aufgerissenes Auge
an …
Weiter weiß ich nicht mehr. Das Bild
ist mir aber in lebhafter Erinnerung
geblieben. Tja, so verdirbt man sein
Kind. Immer, wenn ich den sattsam
bekannten Selbstlobhudler-Clip des ZDF
sehe, in dem irgendein
Prominentseinsollender aus der
Zwangsgebühren-DDR ziemlich
kryptisch in die Kamera stiert,
verschwörerisch Mittel- und Zeigefinger
vor das rechte Auge hält und mit dem
unterton einer Drohung etwas von »Mit
dem Zweiten sieht man besser« raunt,
kommt mir das unauslöschliche Bild des
aus dem Arschloch guckenden Auges in
den Sinn. Nicht schwer zu erraten,
warum. Der öffentlichrechtliche
Rundfunk ist scheiße, die Leute, die ihn
betreiben, sind scheiße, das, was sie so
teuer fabrizieren, ist scheiße, und
deshalb kriegen die Leute von so einer
Scheißanstalt auch nur Scheiße zu hören
und zu sehen. Es sei denn, sie sind
achtzig oder tot, also das
durchschnittliche Publikum der ÖR, und
merken es nicht.
Ich hätte da einen viel passenderen
Clip für die. Man sieht zu Beginn einen
häßlichen, fetten, nackten Arsch, auf den
die Kamera langsam zufährt, bis sie
schließlich ins Loch reinkriecht. Und da
erscheint plötzlich dieses große Auge,
das den Zuschauer total dämonisch
anglotzt. Aus dem Off ertönt:»Mit dem
Arschloch sehen Sie besser. Denn wenn
Sie nicht bezahlen, sitzen Sie bei uns
nicht in der ersten Reihe, sondern im
Knast!«
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist
weniger eine Medien-Anstalt als
vielmehr ein psychologischer Versuch.
So etwas wie das Milgram-Experiment,
das durchgeführt wurde, um die
Bereitschaft durchschnittlicher Personen
zu testen, autoritären Anweisungen auch
dann Folge zu leisten, wenn sie in
direktem Widerspruch zu ihrem
Gewissen stehen. Beim ÖR-Experiment
jedoch geht es um einige Zacken härter
zur Sache. Der Versuchsleiter tritt
monatlich den Beweis an, daß sich ein
81-Millionen-Volk bei entsprechender
Konditionierung zwar mit Murren, doch
ohne nennenswerte Proteste wie ein
Hypnotisierter in Dauerschleife
verscheißern läßt. Sogar wenn man
selber auf dem letzten Loch pfeift und
nicht mal seinem Kind etwas
Anständiges zu essen vorsetzen kann, ist
man willens, einem Haufen von
superhäßlichen Arschkriechern und
Garnichttalentierten, meist
kryptokommunistischen demenzkranken
Greisen, Zwangsabgaben zu leisten,
damit diese sich jauch- und
gottschalkhaft Villen an der Côte d’Azur,
in Malibu oder Potsdam errichten, ja
sogar in den Besitz kompletter
Weinberge gelangen können.
Aber nicht nur das. Der Versuchsleiter
beweist durch das Experiment auch, daß
das deutsche Volk geradezu süchtig ist
nach den Falschinformationen und
Manipulationen dieser Berufslügner.
Verspült nämlich ein Tsunami Japans
Küsten, dann spricht die Tagesschau von
16000 Toten beim Reaktorunfall von
Fukushima, dabei gab es bis heute
erwiesenermaßen keinen einzigen
Strahlentoten. In keiner einzigen ÖR-
Talkshow über die sogenannten
Erneuerbaren Energien, wohlgemerkt in
keiner einzigen, wurde jemals ein
Elektro-Ingenieur (und deutsche
Ingenieure haben von Elektrotechnik
wirklich eine Ahnung, weil sie sie
beinahe im Alleingang erfunden haben)
danach befragt, ob dieser von grünen
Debilen gesponnene Kack überhaupt
funktionieren kann. Stattdessen saß mal
ein sockenloser »Pirat« da, der stolz
darauf war, von Hartz IV zu leben, also
eine echte Kapazität. In ihrem
geheiligten »Tatort« schlagen nicht
muslimische Jugendliche, also
unantastbare Heilige, einen zum Krüppel
oder tot, sondern Neonazis, die man im
Alltag sonderbarerweise nie antrifft.
Und alle naselang, bisweilen im Zehn-
Minuten-Rhythmus, erscheint eine
gutgenährte Politikergestalt vom Schlage
einer Andrea Nahles im Staatsfernsehen,
die dann erklärt, daß sie a) das
Weltwunder vollbracht hat, ein Kind
geboren zu haben, während sie b) in
irgendwelchen SPD-Sitzungen rumhockt
und das Geld anderer Leute schon auf
zehn Jahre im voraus verplempert.
Die Politik- und Staatsverherrlichung
kann man allerdings auch auf die subtile
tour betreiben. Indem man nämlich einen
der unbeliebtesten »Volksvertreter«, der
nicht nur in seiner Amtszeit als
Umweltminister entscheidend zur
Vernichtung von Volksvermögen
beigetragen hat, ganz vorweihnachtlich
zum televisionären Kamingespräch bei
Markus Lanz einlädt und ihn dort als
gütigen Onkel präsentiert. So geschehen
am 28. November letzten Jahres.
Obgleich die Grünen bei der
Bundestagswahl eine vernichtende
Schlappe haben hinnehmen müssen und
ziemlich »out« sind, kündigt der
geschniegelte Markus mit inbrünstiger
Heldenverehrung Jürgen Trittin an, eine
Erscheinung übrigens, die einem
Hannibal-Lecter-Film alle Ehre machen
würde: »Er legte sich mit der Atom- und
Autolobby an, sehr mutig, er ermordete
die Blechdose, trat auf Parteitagen sogar
als DJ Dosenpfand auf und war der
Buhmann der Nation«. Jaja, der mutige
Jürgen, warum verachten ihn alle bloß
so? Dabei hat er sich doch unter
Todesgefahr mit der Atom- und
Autolobby angelegt. Das heißt, die
erstere war ja eher so eine
Versagerlobby, weil sie die Deutschen
dank trittinöser Hetzerei einfach nicht
davon überzeugen konnte, daß Kernkraft
die billigste, sauberste und
ungefährlichste Art der
Energiegewinnung ist, und man ihr zum
guten Schluß einfach ein paar ihrer
Atomkraftwerke ausgeknipst hat. Lobby
sieht anders aus.
Nannte man früher die
Automobilindustrie
»Automobilindustrie«, heißt sie heute
nach ÖR-Sprech »Autolobby« (mit über
750000 Beschäftigten und über
250 Milliarden Euro Umsatz im Jahr,
also rund einem Fünftel des
Gesamtumsatzes der deutschen
Industrie), wie überhaupt alles eine
finstere Lobby ist, was Waren herstellt
und verkauft, also Wohlstand schafft und
sich nicht wie Markus Lanz und Jürgen
Trittin von Gebühren und Steuern
aushalten läßt. Aber der Jürgen ist in
seinem unermüdlichen Kampf für das
Gute »sehr mutig« noch einen Schritt
weiter gegangen und hat das Dosenpfand
eingeführt, damals das vordringlichste
Problem im Lande, weil die Dosen uns
den Krieg erklärt hatten.
Herausgekommen ist, wie immer, wenn
grüne Ideologie mit der Realität
zusammenprallt, purer Schwachsinn.
Mal abgesehen davon, daß wir – wir
haben ja auch sonst nix zu tun – jetzt mit
Taschen voller leerer Flaschen
rumrennen, hat der Dosenpfand-
Kokolores genau das Gegenteil von dem
erreicht, was beabsichtigt war.
Deutschland hat mehr Einwegmüll als je
zuvor, und die Plastikpfandflaschen
werden einfach zerschreddert wie vor
Jürgens Heldentat auch.
Doch Markus hat keinen Bock, so ins
Detail zu gehen, und krault dem Jürgen
am Ende des Interviews ganz zärtlich die
Eier. »Wenn man (wie Sie) sehr viele
Dinge auf der Habenseite hat (!), also
Sie waren derjenige, der das
Erneuerbare-Energie-Gesetz maßgeblich
voran gebracht hat, wird gerne immer
vergessen …« Nö, Markus, wir haben
nicht vergessen, wer uns die Scheiße mit
dieser Showenergie eingebrockt hat, die
uns immer ärmer macht und bald die
Industrie aus dem Land vertreiben wird.
Zum Schluß dankt der Markus dem
Jürgen noch einmal, weil »… der diese
unsäglichen Blechdosen weggeschafft
hat …«.
Atemberaubend, wie hier ein
ehemaliger Kommunist und
Hausbesetzer, der bis jetzt wirklich
nichts als Schaden angerichtet hat, uns in
platt manipulativer Absicht als ein
honoriger Staatsmann und Retter des
Planeten verkauft wird! Es ist par
excellence diese mit
Unterhaltungselementen durchwirkte
Hirnwäsche, mit welcher der öffentlich-
rechtliche Rundfunk die Deutschen jeden
Tag aufs neue penetriert, und diese
Hirnwäsche trägt immer noch die Farbe
Grün. Was für eine Schmierenkomödie!
Aber fangen wir bei Adam und Eva
an. Es begab sich zu jener Zeit, da
Deutschland noch so was wie Apple,
Google, Microsoft, Amazon, Facebook
und Twitter in einem war und das
Internet noch obendrein. Wie fast alles,
was das menschliche Leben auf diesem
Planeten Ende des 19. und Anfang des
20. Jahrhunderts radikal und zum
Angenehmen hin verändert hat, wurde
auch das Fernsehen von einem
Deutschen erfunden, nämlich von
Manfred von Ardenne. »Deutschland,
Deutschland über alles in der Welt« war
mitnichten das Gegröle eines besoffenen
Nazis, sondern beruhte auf gesundem
Selbstbewußtsein. Ardenne war
übrigens ein gottbegnadetes Genie und
hatte unter seinen restlichen 600
Erfindungen und Patenten noch viele
andere dolle Dinger auf Lager, das
Rasterelektronenmikroskop, das
Massenspektrometer, die
Chemotherapie, also alles, was man halt
so zum Leben braucht. Nach dem Krieg
catchten ihn die Russen und überredeten
ihn ganz lieb, ihnen eine schöne
Atombombe zu bauen. Jaja, war schon
ein pfiffiges Kerlchen, der Manfred.
Bei der ersten Fernsehübertragung der
Geschichte handelte es sich allerdings
nicht um einen Alpenjodler, sondern um
die Eröffnungsrede anläßlich der
Olympischen Sommerspiele 1936 in
Berlin. Die hielt ein gewisser
österreichischer (!) Herr mit so einem
ulkigen Oberlippenbart: A Star was
born! Aber jetzt kommt’s: Im Gegensatz
zu den gewöhnlichen Funkübertragungen
strahlten diese TV-Signale durch unsere
Ionosphäre und in den Weltraum. So
gesehen waren also nicht die Russen und
Amerikaner als Erste im All, sondern
wir Deutschen! Diese Signale sind
immer noch unterwegs und werden
vielleicht gerade in diesem Augenblick
von irgendwelchen Aliens empfangen.
Und was erblicken die Tentakelwesen
da? Unsern Adolf! Also ist aus ihrer
Sicht Hitler das erste Zeichen
intelligenten Lebens auf der Erde. Gut,
könnte auch einen Scheißeindruck
hinterlassen. Vielleicht sagen die sich ja
ob dieses Anblicks: »Meine Fresse, wie
sehen die denn aus?!«
Solch blitzartige Einführung neuer
Technologie wäre heutzutage natürlich
unmöglich. Die Grünen, die
vergrünisierten Technikfeinde aus
anderen Blockparteien und deren
Speichellecker von den Systemmedien
mit der Kritische-Journalisten-Masche
hätten wie jede technische Neuerung
auch diese zu verhindern gewußt. Man
erinnere sich nur an die Spiegel-Artikel
über den ersten Walkman von Sony
Anfang der 80er, in denen deliriert
wurde, daß damit das Ende der Welt
gekommen sei und nun alle Menschen an
Vereinsamung und Depressionen sterben
würden, weil sie Musik fortan über
Kopfhörer konsumierten. Was für
Schießbudenfiguren! Oder an das
Wahlprogramm der Grünen von 1987, in
dem alle technischen Möglichkeiten,
dank derer wir uns heute frei und
unabhängig über das Weltgeschehen
informieren können, abgelehnt wurden:
»Keine Digitalisierung des
Fernsprechnetzes. Keine Dienste- und
Netzintegration im Fernsprechnetz
(ISDN). Keine Glasfaserverkabelung
(Breitband-ISDN). Stopp des Kabel-
und Satellitenfernsehens …« Nur
Kinderficken, Latzhosen- und
Palästinenserschaltragen war bei ihnen
noch erlaubt. Es ist unfaßbar, daß unsere
Regierung von solchen Vollpfosten und
Totalversagern das Energiekonzept für
ein Industrieland vom Gewicht
Deutschlands übernommen hat, das auf
Windmühlen und Furzgasen basiert.
Zugleich war aber dieser Olympia-
Gig damals auch das einzige TV-
Highlight von internationalem Format
aus deutschem Lande, denn danach kam
nix mehr, von Derrick mal abgesehen,
aber das lag nur daran, daß der sich in
der taiwanischen Synchro besonders geil
anhörte. Eigentlich ist es der gleiche
Mist wie mit der Rakete und MP3.
Obgleich beide made in Germany, haben
wir nichts daraus gemacht. Die Amis
sind mit der Rakete schlußendlich zum
Mond geflogen und könnten heute damit
jedes Land der Welt in einen
gigantischen Krater verwandeln. Und
anstatt Bertelsmann hat nur Apple mit
MP3 Abermilliarden verdient.
Nein, was das Fernsehen anging,
wurde es in diesem Lande, der
Geburtsstätte des TV, danach erstmal
ziemlich still. Die Deutschen
verwendeten ihre Kreativität und
Energie stattdessen darauf, das, was sie
später im Flimmerkasten an Action zu
sehen bekommen sollten, lieber selbst zu
veranstalten. Es endete in einer
Katastrophe, weil sie bei der
Gelegenheit auch ihre Juden vergasten.
Glauben Sie mir, mit denen hätten sie
den Krieg mit absoluter Sicherheit
gewonnen. So ein Jammer, uns hätte
heute tatsächlich die ganze Welt gehören
können! Abgesehen davon, daß wir
seitdem keine jüdischen
Drehbuchautoren, Songwriter, Komiker
und Regisseure mehr im Lande haben,
ohne die in einer hoch entwickelten
Entertainment-Industrie per se nichts
läuft. Ein einziger Billy Wilder hätte
Deutschland unterhaltungstechnisch ganz
allein stemmen können. Dafür hasse ich
euch Bio-Deutschen aus vollem Herzen!
Aber es kam noch schlimmer. Durch
die West-Alliierten wurde in
Deutschland nach dem Zweiten
Weltkrieg der öffentlich-rechtliche
Rundfunk nach britischem Vorbild als
Demokratisierungsmaßnahme eingeführt.
Das war wieder mal so ein Gut-gemeint-
am-Ende-Scheiße-dabei-rausgekommen-
Ding. Also, ich habe es auch so nicht
recht kapiert, wie das funktionieren
sollte. Eigentlich sollte das Projekt der
»Staatsferne« des Rundfunks dienen,
weil die Nazidiktatur die Medien samt
und sonders unter ihre Knute gezwungen
hatte. Ein so interessengeleitetes und
einflußreiches Medium wie der
Rundfunk, später das Fernsehen, sollte
nie wieder in die Fänge der Politik
geraten, schon gar nicht einer
autoritären, die mal so eben die Freiheit
und die Unabhängigkeit der Presse
verbietet und die Zensur einführt. Aber
die Staatsferne eines Mediums stellt man
ja nicht dadurch her, daß man einen
Apparat aufstellt, dessen Finanzierung
und Finanzierungsform letzten Endes
doch über den Umweg der
Zwangsgebührenfestsetzung und
»Arrangements« mit Ministerpräsidenten
und anderen Manipulateuren
gewährleistet wird. Und wieso sollte ein
aufdämmernder autoritärer Staat einen
öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht
zersetzen und schließlich wieder
einkassieren können? Der damalige
Bundeskanzler Konrad Adenauer sagte
denn auch: »Das ist eine
Hinterlassenschaft der englischen
Besatzung. Damals glaubte sie, sie
würde demokratisch handeln und der
Demokratie helfen, wenn sie die
öffentliche Meinung möglichst in die
Hände der SPD gäbe. Und an dieser
harten Nuß knabbern wir jetzt noch.«
Heute sind es grün-linke, jeden EU-
Schwachsinn nachbetende, den Islam
anhimmelnde, das eigene Volk
beargwöhnende, alles, was »fremd« ist,
vergötternde, schlußendlich politisch
korrekte Hände. Daß es bei den
Öffentlich-Rechtlichen inzwischen
jedoch in Wahrheit gar nicht mehr um die
genannten Ideologien geht, sondern eine
tolle Show abgezogen wird, um
milliardenfach an Kohle in Staatsbudget-
Dimension ranzukommen, werde ich
weiter unten erläutern.
Und selbst wenn die Politik kein
Wörtchen mitzureden hätte, ist es so
sicher wie das Amen in der Kirche, daß
solch ein seltsames Konstrukt (bis
Anfang der 80er sogar ein Monopol)
sich mittels seiner grundgesetzlich
verbrieften Rechte und von
Verfassungsrichtern garantierten
Zwangsgebühren immer stärker selbst
bereichert und zur Mediendiktatur wird
wie zu Adolfs Zeiten. Wenn ein
Informations- und Unterhaltungskonzern
wegen staatlich zugesicherter Einnahmen
sich nicht dem Wettbewerb stellen muß,
der stets automatisch bei Uneffektivität,
grober Parteilichkeit und qualitativem
Versagen »Köpfe rollen« läßt, wird er
unausweichlich zu einem
planwirtschaftlichen Bürokratiemonster
von Politikers Gnaden à la Wes-Brot-
ich-eß-des-Lied-ich-sing.
Wenn überhaupt Staatsferne, können
diese allein kommerzielle Medien
gewährleisten, weil denen scheißegal
ist, welcher Politiker wann und wo
gerade einen fahren gelassen hat. Sie
müssen allein die Aufmerksamkeit ihres
Publikums bedienen, und nicht das
Polittheater, dessen Ensemble seine
Visage pausenlos in die Kamera halten
muß, um so den Eindruck zu erwecken,
daß von ihm das Schicksal der Nation
abhinge. Noch einmal: Der
Kanalarbeiter, der den ganzen Tag in der
Scheiße rumwatet und da und dort etwas
ausbessert, ist wichtiger für unser aller
Leben als eine Angela Merkel oder sonst
wer von diesen Schranzen.
Jetzt sagen Sie bestimmt, daß aber die
Privaten ja wirklich den letzten
infantilen Mist senden, wogegen die
Öffentlich-Rechtlichen die Kultur, den
gesellschaftlichen Diskurs, die
»Vielfalt«, den seriösen Journalismus
und die Premium-Unterhaltung
hochhalten. Das tun sie zwar mitnichten,
aber noch aufschlußreicher ist die
Tatsache, daß, weil die Öffentlich-
Rechtlichen diese Sparten für sich
beanspruchen, die privaten Kanäle in
ihnen nicht brillieren können. Ich werde
darauf noch weiter unten eingehen.
Bis Anfang der 80er war privater
Rundfunk in Deutschland verboten,
wohlgemerkt in West-Deutschland,
einem angeblich so kapitalistischen
Land, daß blutrünstige Irre von der RAF
in Serie Menschen ermordeten, damit
endlich der noch millionenfach
mörderischere Maoismus eingeführt
werden würde – mit kaum verhohlener
Schadenfreude einer degenerierten
Intelligenzlerschicht übrigens. Noch
1971 urteilte das
Bundesverfassungsgericht, daß der
Rundfunk wegen seiner Sonderfunktion
und großen Meinungsmacht nicht dem
freien Spiel der Kräfte, ergo weder dem
Staat noch einzelnen gesellschaftlichen
Gruppierungen überlassen werden dürfe.
Man fragt sich unwillkürlich, welche
gottähnlichen Wesen diese offenkundig
unantastbare Bundeslade dann hüten
sollten. Bis sich schnell herausstellte,
daß dafür allein irgendwelche Heinis
mit Parteibüchern in Frage kämen. Ein
Witz!
Zudem wurde dieses Verbot mit einer
saftigen Lüge gerechtfertigt und später,
als diese Lüge immer durchsichtiger
wurde, mit einem lachhaften Argument,
auf das nur eine Spezies Mensch
kommen kann, nämlich deutsche
Politiker. Wenn wir jungen Menschen in
den 70ern wissen wollten, weshalb bei
uns nicht wie den USA private Kanäle
existierten, logen alle Politiker durch die
Bank, es gebe dafür nicht genug
»Frequenzen«. Das bestätigte sogar die
damalige Bundespost, die diese wenigen
Frequenzen offenkundig wie einen
Schatz hütete. Auch so ein Verein voller
vorzüglich bezahlter Märchenonkel. Man
rechnete dabei mit der technischen
Ahnungslosigkeit der Bevölkerung und
das mit Erfolg. Wir Jungen waren nicht
schlagfertig genug, um zu sagen: »Dann
schaltet doch ein paar öffentlich-
rechtliche Sender ab und gebt die
freigewordenen Frequenzen an die
Privaten.«
Selbstverständlich war das mit der
Frequenzknappheit nichts weiter als ein
Schwindel, denn wie hätte sich sonst
erklären lassen, daß überall auf der Welt
Fernsehsender wie Pilze aus dem Boden
schossen, zu dieser Zeit vor allem
inflationär in Italien, wo offenkundig
eine andere Physik herrschte. Wie
gesagt, so Anfang der 80er ließ sich die
kollektive Politiker-Lüge nicht mehr
aufrechterhalten. Es gab in Wahrheit
schon immer Hunderte von Frequenzen,
auf denen Fernsehsignale gesendet
werden konnten. Interessant ist, daß
keiner der Politiker und
Verantwortlichen, die damals so
dahergelogen haben, später in den Knast
gewandert ist. Im Gegenteil, diejenigen,
die noch leben, beziehen heute weiterhin
Pensionen in Kingsize. Das Verbrechen,
in diesem Lande eine echte
Informations- und Unterhaltungsindustrie
mittels Vortäuschung falscher Tatsachen
jahrzehntelang verhindert zu haben,
wurde von keinem deutschen Gericht je
geahndet.
Als die Lüge über die ominöse
Frequenzenknappheit plötzlich wie
durch Zauberhand in der Versenkung
verschwand, holten Politik und Medien
die Angstkeule heraus, also das, womit
die Deutschen am effektivsten wieder
auf die Spur zu bringen sind. Man
behauptete, wenn das Privatfernsehen
einmal da wäre, würde darin den ganzen
Tag Franz Josef Strauß Volksreden halten
und so über kurz oder lang den
Faschismus herbeiführen. Für die
Jüngeren unter Ihnen: Franz Josef Strauß
war zu jener Zeit ein durch einen
Militärputsch an die Macht gekommener,
blut- und weizenbiersaufender und allein
das damalige Kabarettprogramm
füllender Diktator eines durch und durch
braunen Kleinstaates namens Bayern,
der aus unerklärlichen Gründen an
Deutschland angeschlossen war –
irgendwie.
Da sieht man mal wieder, wie unfähig
Politiker und linksdrehende Publizisten
des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
sind, wirtschaftliche Zusammenhänge zu
durchschauen. Da sie ihre Schäfchen
bereits im Trockenen haben und ihr
Salär pünktlich am Ersten auf ihrem
Konto landet, können sie in einem
Medium nichts anderes als eine
Propagandatröte erkennen, welche ihre
beknackten und nutzlosen Ideen,
insbesondere jedoch ihr Giga-Ego
zwecks Karriereförderung ganz laut in
die weite Welt hinauszublasen hat. Es ist
ihnen unmöglich, sich vorzustellen, daß
Medien zuvörderst etwas verkaufen,
nämlich Nachrichten, Kunst,
Unterhaltung, ein bißchen Bildung, im
weitesten Sinne das, was wir als Kultur
zu bezeichnen pflegen, und daß sie ihren
Sinn und Zweck keineswegs darin sehen,
als Steigbügelhalter und Höflinge der
Politik zu fungieren. Neben dem
ehrbaren Ziel, das Publikum dabei auch
ein bißchen aufzuklären, steht die
Wirtschaftlichkeit dieser Dienstleistung
im Vordergrund. Das allerletzte, was
beim Publikum ankommt, sind das
Geschwafel von Politikern und ihre
pausenlosen
Verschlimmbesserungsvorschläge
gegenüber einer erfolgreichen Schicht
von Bürgern, die ihren Wohlstand am
wenigsten den Polit-Chargen verdankt.
Doch ein solch unerhörter
Gedankengang war der damaligen
Staatskaste und ihren Günstlingen in der
Linkspresse gar nicht geläufig. Okay, das
mit den Printmedien hatten sie nicht so
im Griff, aber zumindest waren Radio
und Fernsehen besenrein, denn an die
neuralgischen Stellen gelangte man dort
nur über das richtige Parteibuch. Am
süßen Gift namens Filmförderung tüftelte
man gerade, doch auch da wurde immer
deutlicher, daß man nur Staatskohle
erhielt, wenn man vom linken Ufer kam,
faßbinderartige Filme drehte oder
zumindest schwul war.
Da witterten die Konservativen
Morgenluft. Aber nicht deshalb, weil ein
wirklich unabhängiger Rundfunk, den die
Politik nicht am Gängelband führt, ihre
Herzensangelegenheit gewesen wäre (in
diesem Punkt gab es zwischen ihnen und
der linken Konkurrenz keine große
Meinungsverschiedenheit), sondern weil
sie allen Ernstes an den und-dann-wird-
Franz-Josef-Strauß-jeden-Tag-
Volksreden-halten-Schwachsinn
glaubten. Schließlich hatte sich in
diesem televisionären Milieu,
insbesondere hinter der Stalinorgel
WDR, längst das Credo etabliert: Wer
schlau, intellektuell, ja, irgendwie gut
ist, steht links. Und andere lassen wir
erst gar nicht ins Haus.
Nach Helmut Kohls Amtsantritt 1982
gab es dann kein Halten mehr. Die
Privaten machten sich breit. Heute kann
man sich gar nicht mehr vorstellen,
welch zäher Kampf das zu jener Zeit
gewesen war. Politiker, die bis dato
nach Gutsherrenart mit Rundfunk und
Fernsehen umzuspringen pflegten,
mußten an den Gedanken an vom
Parteibuch unabhängige Medien gewöhnt
werden, die sich nicht zwanghaft
immerzu mit der hohen Politik
beschäftigten. Besonders tat sich da der
Musterdemokrat Johannes Rau hervor,
der alle naselang drohte, RTL und
Konsorten abzuschalten, wenn sie nicht
spurten, wie er wollte.
Schließlich schafften es diese
Politikganoven 1987 sogar, einem
einzigen Mann per Mediengesetz ein
Monopol zuzuschustern, nämlich
Alexander Kluge, einem der
untalentiertesten Junger-Deutscher-Film-
Dinos, der dadurch zum Millionär
wurde. In Wikipedia hört sich diese
verbrecherische Fußnote deutscher
Mediengeschichte völlig harmlos an:
»Mit 10 vor 11, News &Stories, Prime-
Time/Spätausgabe und dem
Mitternachtsmagazin hat das
Medienunternehmen dctp [gehört
mehrheitlich dem Opi Kluge] vier
Kulturmagazine für die privaten
Fernsehsender RTL Television, Sat.1
und VOX produziert. Diese Formate von
dctp werden dadurch ermöglicht, dass
Sat.1, RTL und andere private Sender
vertraglich verpflichtet sind, einen
gewissen Anteil ihrer Sendezeit
kulturellen Themen zu widmen. Diese
Zeiten werden von Gremien an Dritte
wie zum Beispiel dctp weitergegeben.«
Das ist natürlich völliger Blödsinn.
Diese »kulturellen« Zeitfenster im
privaten Programm, in dem unser Opi
irgendsoeinen Schizoscheiß mit einem
anderen Schizo labert und dieses
Geseire Kultur nennt, hat in Wahrheit mit
»vertraglich verpflichtet« nix zu tun,
denn die Formulierung suggeriert
Freiwilligkeit. In Wahrheit aber wurden
sie den Privaten gesetzlich
vorgeschrieben. Und sie müssen diesen
Mist auch noch aus der eigenen Tasche
bezahlen, scheißegal, ob sich dafür fünf
oder drei Zuschauer interessieren. Es
kommt aber noch besser. Nur der
gottschlaue Alexander Kluge und seine
Mitgesellschafter dürfen diese
»kulturellen Inseln« im Privat-TV
produzieren – und dafür abkassieren. Es
ist ein Gesetz für einen einzigen alten
Mann, ein Ein-Mann-Gesetz sozusagen.
Was für eine Farce!
Sehr schnell stellten die
Konservativen fest, daß ihre Rechnung
nicht aufging. Die Privaten interessierten
sich einen Dreck für die Politik, und
schon gar nicht waren sie darauf erpicht,
jedes güldene Wort aus des Politikus
Munde sofort ihrem Publikum kundzutun.
Das Gegenteil war der Fall. Schöne,
geile Frauen machten sich bei Tutti
Frutti nackig. So war das aber nicht
gedacht. Die Politik war untröstlich. Sie
wollte unbedingt das alte
Staatsfernsehen mit all seiner Machtfülle
wieder zurück, bei dem man mehr als
die Hälfte der Sendezeit für die
Ausstrahlung der Politiknasen mit den
Oberwichtig-Botschaften verballerte.
Denn inzwischen fragte sich das
Publikum, wofür es das Staatsfernsehen
bezahlte, wo es doch bei den Privaten
alles umsonst gab.
Da kam ihnen Gott in roten Roben
persönlich zu Hilfe, und zwar in Gestalt
des Bundesverfassungsgerichts.
Hintergrund war, daß 1984, als das von
der CDU forcierte Privatfernsehen
startete, Niedersachsens
Ministerpräsident Ernst Albrecht sich
gleich ein eigenes Mediengesetz gegönnt
hatte. Nach diesem Gesetz sollte das
Ministerium als oberste Landesbehörde
für Lizenzvergaben von
Privatprogrammen zuständig sein, was
der Landesregierung in Hannover die
Möglichkeit verschafft hätte,
unliebsamen Akteuren Lizenzen zu
verweigern. Man muß sich das mal
vorstellen, irgendein Heiopei von
Ministerpräsident erteilt wie ein
Mafiapate bei entsprechender Loyalität
zur Familie »Territoriumsrechte«.
Dagegen klagte die SPD, und am
4. November 1986 wurde dann das
urteil gesprochen, von niemandem
geringeren als Roman Herzog, Sie
wissen schon, dem Ruck-Herzog, der
damals Vizepräsident des
Bundesverfassungsgerichts war. Das
Rundfunkgesetz von 1984 wurde
gekippt. Wegen Artikel 5 des
Grundgesetzes: »Jeder hat das Recht,
seine Meinung in Wort, Schrift und Bild
frei zu äußern und zu verbreiten. Die
Pressefreiheit und die Freiheit der
Berichterstattung durch Rundfunk und
Film werden gewährleistet.« So weit, so
gut.
Da jedoch dieses urteil gleichzeitig
implizierte, daß hierdurch den angeblich
der Staatsferne des Journalismus
verpflichteten Öffentlich-Rechtlichen in
Zukunft massive Konkurrenz erwachsen
würde und sie in einen
Rechtfertigungsdruck geraten könnten,
ging das Gericht weit über das
ursprüngliche Anliegen hinaus und
betonierte ein für allemal den
Primäranspruch des Staatsrundfunks. In
seiner Entscheidung ordnete das BVerfG
dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk die
Aufgabe der sogenannten
»Grundversorgung« zu und sicherte
gleichzeitig seine Existenz, seine
Finanzierung sowie seine technische,
organisatorische und personelle
Ausstattung. Solange die
Grundversorgung durch die öffentlich-
rechtlichen Sender gewährleistet sei,
unterlägen die Privatsender im Hinblick
auf das Programm und die
Meinungsvielfalt lediglich bestimmten
Mindestanforderungen.
Grundversorgung? Hört sich ein
bißchen so an, als wären die armen
Deutschen zu jener Zeit an
Informationsmangel verhungert, wenn es
den Staatsfunk nicht gegeben hätte. Hier
stinkt etwas gewaltig zum Himmel, und
das urteil erscheint wie von der Politik
bestellt. Es vermittelt zunächst den
Eindruck, daß sowohl technisch als auch
inhaltlich keine Alternativen bestanden
hätten. Das war eine glatte Lüge. Über
sämtliche Techniken, personelle
Ressourcen und (presse-)freiheitliche
Standards verfügten zu der Zeit auch
private Anbieter, und wenn nicht, hätte
es nicht einmal ein Jahr gedauert, bis
diese gewährleistet worden wären.
Wenn man das urteil liest, vermag man
auch nirgendwo ein nachvollziehbares
Argument zu entdecken, warum ein durch
und durch politisierter, zwar von
Unabhängigkeit faselnder, aber selbst
ihre für Unterhaltung zuständigen
Mitarbeiter nach deren politischer
Gesinnung selektierender Verein eine
uneinnehmbare Burg der
Meinungsfreiheit darstellen soll. Nach
dieser Logik hätte das
Bundesverfassungsgericht ebenso mir
und meinen Saufkumpanen eine
Grundversorgungserlaubnis aussprechen
können.
1987 wurde die Entscheidung sogar
noch konkretisiert bzw. verschärft. Da
hieß es, die ominöse Grundversorgung
beschränke sich »nicht auf
Minimalversorgung«. Wieso eigentlich
nicht? Gab es zu dieser Zeit in
Deutschland über die ÖR hinaus nur
noch Schülerzeitungen und Opas
Dampfradio, so daß medialer
Handlungsbedarf en gros bestand? Wird
ebenfalls nicht weiter erklärt. Der
Rundfunkbegriff und damit der Begriff
der Grundversorgung sei »dynamisch zu
verstehen und umfaßt auch zukünftige
(technische) Entwicklungen«. Da hatte
wohl jemand den ollen Richtern was
vom Geist des aufdämmernden Internets
und anderen modernen Verbreitungs- und
Kommunikationstechniken gesteckt. Der
»Rundfunkbegriff« vereinnahmte mit
einem Mal auch sämtliche Technologien
der Zukunft, sicherheitshalber sozusagen.
Also selbst wenn Radio und Fernsehen,
wie man damals scheinbar ahnte,
irgendwann obsolet sein würden,
müßten die Bürger diesem öffentlich-
rechtlichen Idiotenverein trotzdem einen
teil ihrer Kohle abliefern. Und so kam es
denn auch. Das
Bundesverfassungsgericht sprach
schließlich den ÖR eine
»Bestandsgarantie« zu, auf Deutsch: Sie
können nicht mehr abgeschafft werden
und sind für die Bevölkerung immerdar
alimentationspflichtig.
Das urteil ist atemberaubend, und als
sei es ein Sakrileg, getraut sich bis heute
keine Sau Einspruch dagegen einzulegen,
geschweige denn, dessen Mangel an
argumentativer Stringenz anzugreifen.
Zunächst einmal geht es ganz frech und
ohne es zu begründen davon aus, daß
jeder, der »seine Meinung in Wort,
Schrift und Bild frei äußert und
verbreitet«, dies in verbrecherischer
Absicht tut. Er will den Empfänger
seiner Botschaft abzocken, in die Irre
führen, manipulieren, aufhetzen usw. Die
Inanspruchnahme der Meinungs- und
Pressefreiheit ist nach Ansicht der
Verfassungsrichter nur Finte und
Staffage. Einzig und allein
beamtengleiche und fürstlich entlohnte
Angestellte einer um sich selbst und ihre
eigenen Intrigen kreisenden Anstalt
sollen eine von keinem Staubkorn
belastete, saubere und
dreihundertprozentig unparteiliche,
öffentliche Meinungsbildung garantieren
können; Angestellte einer bei näherem
Hinsehen ziemlich abgeschotteten
Anstalt, die die Kriterien für die
Einstellung ihres Personals und die
Höhe seiner Gehälter geheimbündlerisch
verbirgt und mit der Politik enger als auf
Tuchfühlung geht; einer »Anstalt«, in der
ein Steffen Seibert vom heute- und heute
journal-Moderator über Nacht und hast-
du-nicht-gesehen zum »Chef des Presse-
und Informationsamtes der
Bundesregierung und
Regierungssprecher im Rang eines
beamteten Staatssekretärs« transformiert
werden kann. Deshalb müssen sie von
jedem einzelnen Bürger bezahlt werden,
bis eines fernen Tages die Sonne mit der
Erde kollidiert. Und dabei ist es egal, ob
man ein Rundfunkgerät besitzt oder
nicht, denn heute wird man schon
abkassiert, wenn man ein Dach über dem
Kopf hat. Ohne Scheiß, die Drogen, die
damals Roman Herzog und seine
Freunde vom Bundesverfassungsgericht
zu sich genommen haben, hätte ich auch
gerne.
Aber es geht noch weiter. Dieses
urteil zementiert nicht nur die
Zwangsfinanzierung eines verbrämt als
Gralshüter der Demokratie und
Bollwerk der Unbestechlichkeit
auftretenden Meinungsmonopols –
obwohl genau das Gegenteil der Fall ist,
denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk
wird wie allseits bekannt von der
jeweiligen aktuellen Politik so intensiv
durchgefickt wie eine Hure, die seit
dreißig Jahren im Geschäft ist (siehe die
getreulich links selektierte Auswahl der
Gäste in den Talk-Shows) – sondern
greift über das Portemonnaie eines jeden
Bürgers brutal in dessen grundgesetzlich
verbrieftes Recht der
Informationsfreiheit ein bzw. eliminiert
dieses. Indem nämlich das monatliche
Medienbudget eines Normalverdieners
fast zur Gänze durch diese überbezahlten
und stets auf Zurufe der Politik
wartenden Wichser abgesaugt wird, ist
es unmöglich, eine echte
Bürgergesellschaft mit freier
Medienauswahl zu etablieren. Wir sind
meinungstechnisch auf Gedeih und
Verderb auf die Öffentlich-Rechtlichen
angewiesen, sie haben uns durch dieses
beschissene Gesetz in der Hand.
Deshalb konnte in Deutschland auch
niemals so richtig das Bezahlfernsehen
funktionieren, denn das hatten wir ja
schon immer.
Doch damit nicht genug. Der
öffentlich-rechtliche Vielfraß ist jetzt
auch noch internetmäßig unterwegs von
wegen »zukünftige (technische)
Entwicklungen« und so, auf die ihm per
Blankoscheck Zugriff verschafft wurde.
Dieser Passus der »Bestandsgarantie«
ist ein weiteres brisantes Kuckucksei,
zumindest aus heutiger Sicht. Im
Medienrecht und in der Medienbranche
gelten derartige pauschale
Formulierungen wie »technische
Entwicklungen der Zukunft« inzwischen
als sittenwidrig, weil deren
Kommerzialität, gesellschaftliche Wucht
und Anwendung nicht einschätzbar sind.
Plastisch ausgedrückt, man kann nicht
heute schon in einem Vertrag mit einem
Autor oder Künstler ein Recht auf eine
in 50 Jahren entstehende Alien-
Medientechnologie erheben, weil deren
existenzielle, insbesondere geldwerte
Konsequenzen unvorhersehbar sind.
Jede Technikart muß namentlich in einem
Vertrag oder Gesetz erwähnt werden.
Das gilt anscheinend nicht für die
»Bestandsgarantie« des öffentlich-
rechtlichen Rundfunks. Mittels dieser
darf der Staat sich jede Art von medialer
Neuerung zwecks Eigenpropaganda
aneignen, sie in den Anno-Tobak-Begriff
»Rundfunk« umtaufen und wegen eines
bereits arg nach Verwesung stinkenden
Urteils von vor 28 Jahren, das schon
damals auf recht wackeligen juristischen
Füßen stand und nur auf politischen
Druck hin zusammengeschustert wurde,
die private Meinungskonkurrenz
drangsalieren, wenn nicht vernichten.
Und was macht die? Sie spendet noch
Beifall für den Trickbetrüger! Oder
besser gesagt, die Vergewaltigten loben
die Schwanzgröße ihrer Vergewaltiger.
Man wird unter deutschen
Medienschaffenden, welche für ein
Presseerzeugnis von Rang oder einen
privaten Sender arbeiten, kaum einen
finden, der das System der Öffentlich-
Rechtlichen ablehnt. Im Gegenteil, es
begegnen einem in dieser Sache nur
Jauchzende und Lobpreisende. Weißt du,
warum das so ist? Weil man a) dein Hirn
vollgeschissen hat (okay, das ist kein
Argument), weil man b) dir von
Kindesbeinen an eine
Staatsgläubigkeitsdenke antrainiert hat,
welche alles Mediale kommerzieller
Natur (Kapitalismus!) als erlogen und
nur des Effekts wegen inszeniert
erscheinen läßt, wenn nicht sogar als
böse böse rechts, wogegen die
quasiverbeamtete, staatstragend tuende
Lackfresse in der Tagesschau die
Wahrheit und nichts als die Wahrheit
verkündet, und weil c) (sehr wichtig)
sämtliche Medienvertreter dieser
Republik gerne selber in solch einem
abgesicherten, warmen Nest ihrer teuren
Pension entgegenschlafen würden.
Obgleich keine mediale Institution in
Deutschland im gesellschaftsrelevanten
und politischen Themenbereich derart
manipulativ und staatshörig und im
unterhaltenden Sektor so phantasielos
agiert, bleibt für den deutschen
Journalisten der öffentlich-rechtliche
Rundfunk eine (ziemlich gigantische)
Oase der Seriosität und steht bei der
Herstellung von Unterhaltung auf solch
hohem Weltniveau, daß jede
gottverdammte Woche jeder
gottverdammte Tatort vorab und in aller
Ausführlichkeit rezensiert wird, als hätte
darin Martin Scorsese die Regie
übernommen und Leonardo Dicaprio die
Rolle des Kommissars.
Zu diesem Irrsinn, der nur in diesem
Lande eine derartige Ausprägung erfährt,
gesellt sich weiterer Irrsinn dazu. Wie
überall auf der Welt sind die meisten
Journalisten und Medienleute auch
hierzulande gegenwärtig akut von
Arbeitslosigkeit bedroht bzw. bereits
arbeitslos geworden. Das Internet und
die daraus resultierende umsonst-
Mentalität des Medienkonsumenten,
überhaupt die Umstellung der
Informations- und Kulturpräsentation
von mächtigen Medienhäusern weg und
hin zur digitalen Vernetzung, gräbt allen
das Wasser ab. Redaktionen werden auf
ein Drittel ihres Bestandes rasiert, wenn
nicht komplett aufgelöst, Schauspieler
verdingen sich für einen Hungerlohn,
und Musiker verdienen sich ihre
Brötchen fast zur Gänze mit Live-
Auftritten, weil gute Musik in
reproduzierter Form inzwischen gratis
zu bekommen ist. Aber in all der Misere
gibt es keinen Einzigen, der aufsteht und
den Wutschrei ausstößt: »Wieso ist
eigentlich unsere Existenz dem
wirtschaftlichen Wettbewerb und den
revolutionären Umbrüchen in der
medialen Welt ausgesetzt, so daß wir auf
eigene Kappe jeden Tag aufs neue hart
um unser Brot kämpfen müssen, während
ihr, vom Staatsfunk pattexfest angestellt,
schön lauwarm mit Managergehältern
zugeschissen werdet, nur weil ihr euch
landgrafmäßig auf eine vergilbte
Urkunde aus Hans-Albers-Zeiten
beruft?! Seid ihr etwas Besseres als
wir? Seid ihr vielleicht talentierter oder
journalistisch wortgewaltiger und
unbestechlicher oder ideenreicher oder
in irgendeiner Weise herausragender, ja,
genialer als wir, he? Verhält es sich
nicht eher so, daß die im letzten Satz
genannten Attribute auf den einen oder
anderen in unserer Branche tatsächlich
zutreffen mögen, aber bestimmt nicht auf
euch Pfeifen und Opa-und-Oma-
Berieseler? Tut uns einen Gefallen, spart
euch die Show vom geschäftigen
Fernseh- oder Radio-Mann(-Frau),
schiebt einfach ein Video wie Ich denke
oft an Piroschka mit Liselotte Pulver
oder von Willy Brandts Kniefall in
Warschau in den Rekorder und geht nach
Hause eure Eier baumeln lassen! Euer
verkalktes Publikum merkt den
unterschied zu dem, was ihr aktuell
fabriziert, eh nicht!«
Nein, niemand steht auf und ruft. Es
traut sich keiner. Alle haben Angst, daß
man sie dann auf die Schwarze Liste
setzt, auf die des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks, von dem vielleicht mal ein
paar Brosamen für einen selber abfallen
könnten. Ich liebe dich, sagt der Sklave
stets zum Herrn …
Stattdessen betteln inzwischen selbst
Zeitungsverleger um eine staatliche
Zwangsabgabe, um eine
»Bestandsgarantie«, weil sie sich durch
die genannten neuen Umwälzungen an
die Wand gedrängt fühlen. Was für ein
Armutszeugnis für unsere unabhängige
Presse! Alsbald folgen ihnen bestimmt
die privaten Sender, weil sie auch nicht
mehr bereit sind, im freien Spiel der
Kräfte ihre eigene Kohle zu riskieren.
Wieso nicht auch Buchverlage, wegen
Amazon Kindle Direct Publishing und
so? Und dann, eines nicht allzu fernen
Tages, ist alles, was wir zu hören, sehen
und lesen bekommen, von Angela
Merkel abgenickt und von Steffen
Seibert mit seinem Milchbubi-Gesicht
verkündet worden. Orwells 1984 war
ein lauer Furz dagegen.
Sie halten das für einen Witz? Okay,
dann machen Sie sich mal eine
Vorstellung von der ungeheuerlichen
Dimension, wie weit sich die Öffentlich-
Rechtlichen in dieser Republik schon
ausgebreitet bzw. in sie hineingefressen
haben. Der Staatsfunk nahm im Jahre
2012 per Rundfunkgebühr insgesamt
7492520505,97 Euro ein. Aber das ist
noch nicht alles. Rätselhafterweise
dürfen sie nämlich auch noch Werbung
machen und so den Privaten die Hälfte
des Advertising-Kuchens wegfressen.
Diese Werbeeinnahmen betrugen
ebenfalls 2012 nochmals 503,8
Millionen Euro. Mit rund 8 Milliarden
Einnahmen ohne Risiko, ohne
Konkurrenz (der man sich ja wegen der
»Bestandsgarantie« nicht zu stellen
braucht und die in diesem
Zusammenhang ein künstlicher Begriff
bleibt), ohne Rechenschaftsverpflichtung
vor Aktionären, ohne frei einsehbarem
Geschäftsbericht und ohne wirkliche
Legitimation der eigenen Existenz ist der
öffentlich-rechtliche Rundfunk der
größte (Pseudo-)Medienkonzern der
Welt. Nicht einmal Hollywood, also die
gesamte amerikanische Film- und TV-
Industrie inklusive aller dortigen
Radiosender haben weder eine solche
Summe an Gewinn noch an Umsatz. »Die
Traumfabrik« freut sich über zirka
sieben Milliarden ehrlich verdiente
Dollar jährlich. Allerdings ist
Hollywood eine derart beliebte Marke,
daß sie sogar der Buschmensch im
brasilianischen Urwald kennt. Selbst
ihre 60 Jahre alten Produkte spuken
heute noch in den Köpfen junger
Menschen herum, und ihre kulturellen
Impulse und Trends prägen den gesamten
Planeten. Das öffentlich-rechtliche
Fernsehen dagegen wird schon nicht
einmal mehr in Holland geguckt.
Erkennen Sie die Diskrepanz? Und wird
Ihnen allmählich bewußt, was mit einer
so astronomisch hohen Summe wirklich
talentierte Menschen anzustellen
vermögen?
Und was machen die Öffentlich-
Rechtlichen mit der Megakohle? Sie
verfahren damit zunächst nach der
gleichen Methode, nach der auch eine
meiner Verwandten verfährt. Sie müssen
wissen, daß sie, wie bei unserer Sippe
»systemimmanent«, nicht alle Tassen im
Schrank hat. Sie zieht oft und gern und
ohne Sinn und Verstand um. Oder läßt
sich auf Kredit permanent die Zähne
richten. Dabei unterschreibt sie fleißig
irgendwelche Miet- und Kreditverträge,
ohne an das Nachher zu denken. Dann
steht sie vor meiner Tür und heult sich
die Augen aus, daß sie wegen der
Zahlungsforderungen jetzt endgültig
verloren und dem Selbstmord nahe sei.
Sie stellt mich stets vor vollendete
Tatsachen, so daß ich ihr unter die Arme
greifen muß.
Haargenau dieselbe Methode wenden
auch die Öffentlich-Rechtlichen an. Sie
stellen uns vor vollendete Tatsachen.
Indem sie nämlich wie irre und feierlich
Programme und Spartenkanäle vom
Stapel lassen, auch wenn deren
Publikum nur aus dem jeweiligen
Programmdirektor selbst, seiner wirren
Frau und seinem schwerhörigen Onkel
besteht. Sie zellteilen sich, ohne zu
begründen wieso und weshalb. Und wie
meine Verwandte stehen sie am Ende da
und lamentieren, daß man bei genauerer
Betrachtung für diese »Vielfalt«
eigentlich nicht einmal mit den acht
Milliarden hinkommen könne – im
Gegensatz zu Hollywood, das die
gesamte Welt zum Träumen bringt.
Da ich grad nix Besseres zu tun habe,
zähle ich mal schnell die öffentlich-
rechtlichen Hörfunkprogramme auf:
Bayern 1 / Bayern 2 / Bayern 3 / BR-
Klassik / B5 aktuell / Bayern plus /
PULS / hr1 / hr2-kultur / hr3 / hr4 / hr-
iNFO / YOU FM / MDR INFO / MDR
FIGARO / MDR 1 RADIO SACHSEN /
MDR SACHSEN-ANHALT / MDR
THÜRINGEN / MDR JUMP / MDR
SPUTNIK / MDR KLASSIK / NDR 1
Niedersachsen / NDR 1 Radio MV /
NDR 2 / N-JOY … Moment, geht noch
weiter … NDR Blue / NDR 90,3 /
NDR 1 Welle Nord / NDR Kultur / NDR
Info / NDR Info Spezial / Bremen Eins /
Bremen Vier / Nordwestradio /
Funkhaus Europa / Antenne
Brandenburg / radioBERLIN 88,8 /
radioeins / Inforadio / kulturradio /
Fritz / SR 1 Europawelle / SR 2
KulturRadio / SR 3 Saarlandwelle /
UnserDing… Bin gleich fertig … SWR1
Baden-Württemberg / SWR1 Rheinland-
Pfalz / SWR2 / SWR3 / SWR4 Baden-
Württemberg / SWR4 Rheinland-Pfalz /
DASDING / 1LIVE / WDR 2 / WDR 3 /
WDR 4 / WDR 5 / Deutschlandradio
Kultur / Deutschlandfunk / Neues
Thema / DRadio Wissen …
Können Sie mir mal verraten, wer
sich diesen ganzen Scheiß anhören soll?
Vielleicht, nein, bestimmt sogar habe ich
einige übersehen und ausgelassen. Sie
müssen bedenken, daß sich im Äther,
Kabel oder Web diesen Sendern noch
einmal das Doppelte an privaten
Radiosendern hinzugesellt und dann
noch einmal etwa das Zehnfache an
Internetradios. Man könnte leicht den
Eindruck bekommen, daß alle
Arbeitnehmer in diesem Land beim
Hörfunk beschäftigt sind.
Nein, nicht alle, denn einige werkeln
auch beim öffentlichrechtlichen
Fernsehen, und zwar hier: Das Erste
(ARD) / ZDF (Das Zweite) / arte / 3sat /
Phoenix / KiKA / tagesschau24 / ZDF
neo / ZDF info / ZDF kultur /
Einsfestival / EinsPlus / BR / Das
Bayerische FS Nord / Das Bayerische
FS Süd / BR-alpha / hr-fernsehen /
MDR Fernsehen / MDR Sachsen / MDR
S-Anhalt / MDR Thüringen / NDR
Fernsehen / NDR Fernsehen Hamburg /
NDR Fernsehen Mecklenburg-
Vorpommern / NDR Fernsehen
Niedersachsen / NDR Fernsehen
Schleswig-Holstein / SR Fernsehen /
SWR Fernsehen / SWR BW / SWR RP /
WDR Fernsehen / rbb Fernsehen /
Radio Bremen TV …
Man sieht, der Apparat ist bis zum
Platzen aufgebläht. Ob dafür überhaupt
eine Nachfrage besteht, und wenn dem
so ist, ob diese nicht von privaten
Sendern um vieles kostengünstiger
gedeckt werden könnte, werden wir nie
erfahren. Es ist eine der größten
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der
Republik. Sie haben den Trick also
verstanden, ja? Es wird ein Kanal nach
dem anderen frech drauflos
freigeschaltet, um später sagen zu können
(vor allem in Richtung der
Ministerpräsidenten der Länder, die
über die Finanzierung der ganzen Chose
entscheiden): Wie sollen wir mit den
lächerlichen acht Milliarden für all das
aufkommen? Vollendete Tatsachen
schaffen, das ist die bewährte Strategie.
Und all diese Sender haben ihre
Rundfunkräte. Die sind nämlich sehr,
sehr wichtig, zum Beispiel um
Rundfunkstaatsverträge zu
unterschreiben. Gerade vor ein paar
Monaten ist der neue
Rundfunkstaatsvertrag des SWR von den
Landesregierungen von Baden-
Württemberg und Rheinland-Pfalz
unterschrieben worden, der unter
anderem auch die Zusammensetzung des
Rundfunkrates regelt. Wie, Sie finden
die Nachricht gar nicht so sensationell?
Doch, ist sie. Denn zum ersten Mal sind
darin auch Muslime und Sinti und Roma
vertreten. Na, ist das nichts?
Natürlich ist etwas Vorwissen
vonnöten. Mal dumm gefragt, was ist
überhaupt ein Rundfunkrat? So etwas
wie die Illuminati? Oder die
Freimaurer? Ich würde es Ihnen gerne
mitteilen, aber dafür müßte ich in dieser
Sache erstmal aufwendig recherchieren,
wozu ich keinen Bock habe, da meine
Mühe und mein Geschreibsel nichts,
aber auch gar nichts an den zubetonierten
Strukturen des
Zwangsgebührenfernsehens ändern
werden. Allerdings ahne ich auch ohne
große Recherche, daß es sich bei den
Mitgliedern dieser Rundfunkräte um
prima Vollversager handelt, die den
Sendern den aktuellen
Gesinnungsmarsch blasen. Obgleich
diese Witzfiguren lediglich willenlose
Boten ihrer Politherren sind und noch
nie in ihrem armseligen Leben etwas
Gescheites geleistet haben, sondern ihre
Nasen stets in der Ritze von
irgendwelchen Staatsärschen stecken
haben, dürfen sie sich als ehrbare
Honoratioren und den gesellschaftlichen
Diskurs moralisch und kritisch
begleitende Hüter vorkommen. Bevor
sie vermutlich abends im Puff mit Nutten
um fünf Euro feilschen oder, wenn sie
Frauen sind, ihren Gatten über
Querverbindungen hübsche Aufträge für
deren Produktionsfirmen zuschanzen.
Wie sich inzwischen herausstellte, ist
das wirklich der Fall, denn die
Mitglieder des Rundfunkrats sind in
Wahrheit knallharte Lobbyisten für ihre
eigenen Institute und Geschäfte und
dienen keineswegs dem Zweck, »… im
Sinne des vom Gesetzgeber erdachten
Vielfaltssicherungskonzepts die
Offenheit des Zugangs zum Programm
der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten
für verschiedene gesellschaftlich
relevante Gruppen zu garantieren«, Zitat
Wikipedia.
Doch ist es nicht erfreulich, daß nun
auch Sinti und Roma im Rundfunkrat
sitzen? Ein kollektiver Aufschrei des
Entzückens ging deswegen durch das
Volk. Haben wir nun einen Dreiteiler in
HD-Qualität von Der Zigeunerbaron auf
dem Bildschirm zu erwarten? Oder eine
eigene Show für Marianne Rosenberg?
Fünfzig Prozent des Rundfunkrats sind
jetzt auch weiblich. Ich nehme an, daß
diese Weiber nicht aus dem »Deutschen
Familienverband« rekrutiert worden
sind, sondern aus der »Deutschen
Gesellschaft für Transidentität und
Intersexualität« oder der
Abtreibungsabteilung von »Pro
Familia«. Naja, vielleicht ist auch eine
dabei, die nicht alleinerziehend ist.
Und mehr Vertreter von
Umweltverbänden sind diesmal dabei.
Schließlich muß ja jemand das doofe
Volk via Staats-TV mit der Lüge
versorgen, daß es eine tolle Sache ist,
wenn es durch den Umwelt- und
Energiewende-Schwachsinn immer mehr
verarmt. Diese Lüge wird clever
bearbeitet, und das Volk wähnt sich
mittels Klimawandel-Horrorszenarien
sogar im eiskalten Mai in den Tropen.
Vertreter von Umweltverbänden (also
gewissenlose Naturhasser und
Umweltschänder a priori, die keine
Sekunde mit der Wimper zucken, wenn
es gilt, atemberaubend schöne deutsche
Kulturlandschaften mit Solarfeldern,
Windmühlen und Raps zuzukacken, um
an Staatskohle ranzukommen) kann man
natürlich bei den Rundfunkräten nicht
genug unterbringen.
Den größten Coup haben die
Blödmänner beider Landesregierungen
aber mit den Muslimen als
Rundfunkräten gelandet. Dafür haben die
Freikirchen dort ihre Sitze räumen
müssen. Nicht schlimm, die Kirchen sind
schon genügend in diesem
Versagerunternehmen vertreten.
Allerdings darf man nicht vergessen,
daß, obwohl dies schon immer so war,
die Haltung des Staatsfernsehens sich
gegenüber dem Christentum und den
Kirchen von einst kritisch inzwischen
bis zum blanken Haß gesteigert hat. Man
denke nur an Spielfilme und Berichte
über die Kreuzzüge, ihre Zöglinge
verprügelnde Nonnen, pädophile
Priester und die bigotte Sexualmoral der
ganzen Jesus-Sekte. Aufgrund dessen
können wir wohl jetzt mit ähnlich
aufklärerischen TV-Highlights über die
Mohammed-Sekte rechnen. Wie wäre es
mit einer herzerweichenden
Frauenschicksalsschmonzette, einer
SWR-Premiumproduktion sozusagen:
»Ayşe – mit neun gefickt von
Mohammed«. Oder einen
superkritischen Bericht in Report über
Koranschulen: »Wenn der Mufti sich
vom kleinen Ali einen lutschen läßt«.
Auch Die Hobbythek würde dadurch
inspiriert werden: »Kopfabhacken, aber
richtig!« Oder eine total coole
Mädchenstory: »Die Schleierbitch«.
Man fragt sich überhaupt, ob es bei
diesen Rundfunkräten auch wirklich
richtig paritätisch zugeht oder ob man
nur demjenigen einen Zuschlag erteilt,
der am lautesten schreit. Mich deucht, es
sind nicht alle Minderheiten und
gesellschaftlich relevanten Gruppen dort
vertreten. Denn was ist mit Gnomen oder
Männern, unter deren Vorhaut sich
abnorm viel Eichelkäse ansammelt, oder
Mördern oder bekennenden Antisemiten
oder Kannibalen oder Schizophrenen
oder Frauen, die dafür kämpfen, daß
ihnen nach einer Scheidung 100 Prozent
des Gehalts des Ex zustehen möge? Sind
das vielleicht keine Menschen? Dürfen
sie ihre Stimme nicht erheben und ihre
Sicht der Dinge tv-medial »einbringen«?
Da ist noch viel Nachholbedarf,
Rundfunkrat.
Es ist unglaublich, was sich dieses
Volk alles gefallen läßt. Oder anders
ausgedrückt, man kann in diesem Land
nur noch kotzen. Am besten in die
Gesichter der Rundfunkräte.
Gut, ich habe eben ein bißchen
gelogen und den Eindruck erweckt, daß
der ganze Arsch voll
Gebührenmilliarden, wenn schon nicht
in einen vom Markt nachgefragten
Rundfunk fließt, so doch wenigstens in
(künstliche) Arbeitsplätze, damit
wenigstens so getan wird, als arbeitete
man sich dort krumm und buckelig. Das
ist falsch. Der größte Teil der Kohle geht
für üppige Pensionen drauf, also für
diese Deluxe-Class-Rentner vom
Schlage Friedrich Nowottnys, die
journalistenlegendenhaft und zugleich
mit dem Charme eines
Sparkassendirektors daherkommen,
dabei jedoch ihren Ruhm und ihr
Prestige hauptsächlich darauf begründen,
daß sie früher zufällig Chefredakteur in
irgendeiner Abteilung, später sogar der
Intendant des Ladens waren und darüber
zu bestimmen hatten, wessen Visage
jeden Tag in der Glotze erscheinen
durfte. Wirklich Gute unter ihnen hätten
es auch in einer freien und
kommerziellen Medienlandschaft weit
gebracht.
Allerdings muß man schon dankbar
sein, daß diese ehemaligen
Programmleiter, Unterhaltungschefs,
Dramaturgen, Korrespondenten,
Reporter und die namenlosen niederen
Ränge sich in den Ruhestand
verabschiedet haben und nun auf
Gebührenzahlers Kosten in der Provence
Bauernhöfe zu Landhäusern umbauen,
sich wegen ihrer aus Brasilien
importierten, 35 Jahre jüngeren
Freundinnen zum alten narren machen, an
Oldtimer-Rennen teilnehmen, mit ihren
Segelbooten um die Welt schippern,
übers Wochenende mal so eben zu einer
Opernpremiere nach New York düsen
und sich überhaupt mit Problemen und
Annehmlichkeiten einer Obere-
Mittelschicht-Best-Ager-Existenz
herumschlagen. Da sind wir nämlich
noch gut weggekommen.
Die meisten von ihnen können jedoch
trotz hingebungsvollen Mobbens der
ganzen Redaktion nicht davon lassen,
ihre derangierte Faltenfassade im
Widerspruch zu jedem Ästhetik-Knigge
allabendlich in die Kamera zu halten.
Vornehmlich zu den Tagesthemen steigen
diese Halbtoten und Gruftis des
Öffentlich-Rechtlichen aus ihren Särgen
und berichten mit zitternder Stimme aus
EU-Brüssel, Washington oder, wenn es
sich um ganz mutige Adventure-Greise
handelt, aus dem Nahen Osten. Es sind
alte Bekannte aus der ÖR-Mattscheibe,
mit denen man alt geworden ist und die
im Staatsfernsehen extrem tiefe und
starke Wurzeln geschlagen haben. Man
kann ihnen leider nicht das Mikrofon aus
der Hand schlagen und sie von der
Markierung vor der Kamera wegzerren,
wegen Altersdiskriminierung und so.
Zudem sind es alte Hasen, die sich mit
jedem arbeitsrechtlichen Detail im
Anstaltsvertrag auskennen. Sie können
sich einfach nicht damit abfinden, daß
ihre schlohweißen Köpfe, welche bei
einigen von ihnen, wenn man
aufmerksam hinsieht, schon
wackeldackelhaft wackeln, nicht mehr
allabendlich im Fernsehen zu sehen sein
sollen. Vor allem wollen sie nicht
glauben, daß das Fernsehen nun einmal
ein optisches Medium in Reinkultur ist
und der Zuschauer den Anblick von Oma
und Opa, egal wie kompetent, selten
goutiert. Und sie wollen in ihrem
Altersstarrsinn der Jugend nicht
weichen. Wenn man konziliant wäre,
könnte man in dieser Bockigkeit ein
Spiegelbild unserer überalterten
Gesellschaft sehen. Schön sieht sowas
trotzdem nicht aus.
Wenn der »Mann auf der Straße« nach
dem öffentlichrechtlichen Rundfunk
gefragt wird, so mault er zunächst über
die monatliche »Demokratieabgabe«
(Jörg Schönenborn, Chefredakteur des
Westdeutschen Rundfunks), die sich
kontinuierlich steigert (bis sie bald die
Höhe einer »zweiten Miete« erreichen
wird, darauf mein Indianerehrenwort!),
korrigiert sich jedoch im nächsten
Moment und beschönigt die Sache, weil
die Privaten sich inzwischen
anscheinend dazu entschlossen haben,
ausschließlich Schweinegrütze für
Hartz-IV-Empfänger, Teenager-Vampir-
Serien made in USA, Scripted-Elend-
Reality, »Die 30 peinlichsten Momente
im Fernsehen« und Casting-Trallala zu
senden. Nur hat unser Mann auf der
Straße nicht den blassesten Schimmer
davon, wie Wirtschaft, schon gar nicht,
wie Medienwirtschaft funktioniert. Es
bleibt den Privaten nämlich gar nichts
anderes übrig, als die Kacke
abzuspielen. Nicht einmal die Macher
selbst, die sie produzieren,
durchschauen die spieltheoretischen
Regeln ihres eigenen Marktes, denn
einen Markt gibt es immer, ob im
Manchester-Kapitalismus oder im Pol-
Pot-Kommunismus. Das ist ein
Naturgesetz!
Um dieses Paradox aufzuklären,
zunächst ein Blick in die USA, dem
Land, in dem die Doofen wohnen. Jeder
weiß, daß US-Amerikaner
verachtenswerte Menschen sind, dumm
wie Brot, bis an die Zähne bewaffnet,
fundamentalistisch christlich,
oberflächlich bis geht nicht mehr,
kriegslüstern, ihre Verbrecher grillend
oder vergasend, dem Kapitalismus
frönend, einfach ekelhaft halt. Eigentlich
wollen wir mit denen nix zu tun haben
(bis auf Obama, weil der eine besondere
Hautfarbe hat) – wenn es da nicht diese
zwei Dinge gäbe, nach denen wir süchtig
sind: ihre Filme und ihre Fernsehserien
(ihre Bücher auch, aber das ist eine
andere Abteilung). Ja, Scheiße aber
auch! Selbst Dokumentationen können
sie besser als wir, diese Drecksäcke!
Die neueste Doku-Sensation steht schon
am Start, nämlich jene über den
Schriftsteller J. D. Salinger (Der Fänger
im Roggen), deren Produktionsetat sage
und schreibe zwölf Millionen Dollar
betragen haben soll, eine Summe, mit
der man hierzulande vierzig Dokus
drehen könnte. Man denke auch an die
Erfolge von Bowling for Columbin,
Fahrenheit 9/11 und Sicko von Michael
Moore mit einem weltweiten
Einspielergebnis im Milliardenbereich,
wodurch ein Boom an Dokumentationen
fürs Kino ausgelöst wurde.
Ich kann mich noch an eine Zeit
erinnern, da galten Hollywood und die
von dort zu uns und in den Rest der Welt
schwappenden Fernsehserien als der
letzte Müll, noch schlimmer als »heile
Welt«, wie man in den Siebzigern so
sagte, wenn man etwas besonders
Verlogenes und künstlich Harmonisches
meinte. Der Gag war nur, daß man zwar
sowas sagte und meinte, doch insgeheim
das Gegenteil dachte und spürte. In
Wahrheit waren wir schon immer
besessen von amerikanischen Filmen
und Serien, in denen es so wenig oder so
viel heile-Welt-mäßig zuging wie in
allen anderen Filmen und Serien, egal
aus welchem Land. Was das Kino
angeht, hat das sowieso nie gestimmt.
Die Mär vom Kaugummi-Movie der
Amis beruhte stets auf einer
fortwährenden Verleumdungskampagne
hiesiger Intellektueller, die über das
Argument von der Überlegenheit des
europäischen (deutschen)
Künstlergeistes an Staatskohle
(Filmförderung) rankommen wollten. Ist
Ihnen schon einmal aufgefallen, daß
weder im privaten noch öffentlich-
rechtlichen Fernsehen, nicht einmal auf
Arte oder 3Sat ein deutscher Kinofilm
aus den Siebzigern, Achtzigern,
Neunzigern, ja selbst vom Anfang der
Nullerjahre gezeigt wird, obwohl diese
für ’n Appel und ’n Ei zu bekommen
wären, wogegen recht gewagte Streifen
aus derselben Zeit wie Wie ein wilder
Stier, Kuß der Spinnenfrau und Pulp
Fiction sowieso und selbst seichte
Komödien vom Anfang der Achtziger
(Tootsie) aus den USA ständig
wiederholt werden? Sogar der zu jener
Zeit im Stil der Ejaculatio praecox zum
Genie erklärte Rainer Werner
Fassbinder wird versteckt. Und ist Ihnen
weiterhin aufgefallen, daß sämtliche
deutsche Fernsehserien der vergangenen
Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind,
selbst die seinerzeit erfolgreichen, aber
Bezaubernde Jeannie, Magnum, Miami
Vice, Eine schrecklich nette Familie, ja
sogar der längst vergilbte Flipper
weiterhin einen Kultstatus genießen? Ja,
in Wahrheit verhält es sich so, daß wir
das Zeug der doofen Amis stets
bevorzugt haben, das aber nicht so
richtig zugeben wollten, weil man uns
dann vielleicht ebenfalls für doof
gehalten hätte. Mit anderen Worten es
gibt nur ein Kino und ein Fernsehen auf
dem Planeten, und beides kommt von
jenseits des Atlantik.
Diese Doofe-Amis-Schimpferei ist
heutzutage vollständig verstummt. Sie
hat sich geradezu in ihr Gegenteil
verkehrt. Das Feuilleton ist regelrecht
angeekelt vom deutschen Fernsehen, ob
nun staatlicher oder privater Natur, und
lobt die innovativen
Fernsehproduktionen der US-
Kabelsender, allen voran HBO, gesteht
sich das eigene Versagen ein, mehr noch,
gibt zu, daß die Deutschen sonder Zahl
zur Videothek rennen, um diese Serien
für Bares auf ihren Bildschirm zu holen,
weil kaum etwas davon im deutschen
Dödel-TV zu sehen ist. Die Journalisten
phantasieren recht ausgiebig, jedoch
wirr über die Ursachen, weshalb dies so
ist, und kommen zu dem Schluß, daß das
Problem am Mangel an kreativer
Risikobereitschaft und an irgendwelchen
bösen Entscheidern aus den oberen
Etagen mit zugekniffenem Arsch läge.
Auch das Argument, in Deutschland sei
für Film und Fernsehen nun einmal nicht
soviel Geld vorhanden wie in den USA,
klingt, wie den bereits von mir
aufgezeigten Investitionsvolumina zu
entnehmen ist, mehr als lächerlich. Die
ÖR und die Filmförderung bringen es
zusammen auf etwa 14 Milliarden Euro.
Ein Avatar, dessen Produktionskosten
mehr als 250 Millionen Euro betragen
haben sollen, könnte bei der Menge an
Holz zehnmal im Jahr gedreht werden,
und trotzdem bliebe noch genug für alles
andere übrig.
Nein, das televisionäre und
cineastische Versagen rührt in Wahrheit
ausschließlich daher, daß es den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die
Filmförderung überhaupt gibt, und folgt
außerdem aus Verhältnissen, in denen
Menschen ein Produkt nur mit Spielgeld,
also Steuergeld bzw. Gebühren
herstellen, für dessen Verschwendung
niemand zur Rechenschaft gezogen
werden kann. Und wie die Gegenseite,
also diejenigen, die darüber nicht
verfügen, die Privaten, auf diesen
Mißstand reagiert, nämlich recht hilflos
bzw. mit deprimierendem Scripted-
Reality-TV.
Viele glauben, daß Wirtschaft, auch
die Medien-bzw. Kulturindustrie gehört
dazu, eine böse Erfindung von
irgendwelchen Zigarre rauchenden
Bossen ist – trotz smarter Milchbubis
wie Mark Zuckerberg. Das Ganze sei so
eine Art Verschwörung einiger weniger,
ein künstliches Regelsystem, ausgedacht
von ein paar Cleveren, um den Rest zu
verarschen. Dem ist aber nicht so, denn
die ökonomischen Gesetze entstammen
geradewegs der Natur, will sagen, sie
gehorchen ebenfalls der Evolution.
Mißerfolge werden aussortiert,
vergessen, ihr Muster und Konzept
pflanzen sich im gedanklichen Sinne
nicht mehr fort. Erfolgsmodelle dagegen
werden weitergeführt und noch
perfektioniert. In diesem evolutionären
Prozeß findet ein beinharter Wettbewerb
statt. Aber nicht die Wettbewerber
kämpfen gegeneinander an, sondern
jeder Einzelne startet für sich einen
Versuch. Am Ende selektiert der
Konsument, wer oder was der oder das
Beste ist, fällt das Urteil über Leben
oder Tod eines Produkts. Da hilft alle
Werbung und Schönfärberei nichts.
Auf den Film- und Fernsehmarkt
übertragen bedeutet dieser
unbarmherzige Mechanismus: Wenn
Leute, genannt Produzenten, viel Geld in
die Hand nehmen, um damit noch mehr
Geld zu generieren, dann ist es ihnen in
erster Linie scheißegal, ob der
Drehbuchautor, der Schauspieler oder
der Regisseur ein Schwuler, Kommunist,
Faschist, Alkoholiker, Unsympath oder
Dummschwätzer ist. Der Zweck der
ganzen Veranstaltung ist es, ein
erfolgreiches Werk zu schaffen, und da
gilt es die Besten ihrer Profession
zusammenzustellen. Das ist mit absoluter
Sicherheit nicht der Fall, wenn schon im
Vorfeld der Projektentwicklung eines
WDR-Tatorts eine unkündbare,
überhaupt nur wegen ihrer politischen
Gesinnung und vermutlich auch wegen
ihres Geschlechts angestellte
Redakteurin, die vermutlich Germanistik
studiert hat, darüber entscheidet, daß der
Drehbuchautor gleich der eigene
Ehemann, der Bösewicht in der Story
stets ein Fabrikant und der Regisseur ein
unauffälliger »Routinier« zu sein hat.
Nicht falsch verstehen. Es kann durchaus
ein guter Film herauskommen, wenn der
Drehbuchautor der Ehemann der
Redakteurin, der Bösewicht ein
Fabrikant und der Regisseur ein
Routinier ist. Nichts Ungewöhnliches in
Eine-Hand-wäscht-die-andere-
Hollywood. Damit diese Konstellation
gelingt, muß jedoch im Falle des
Scheiterns irgendwer mit seiner
wirtschaftlichen Existenz geradestehen,
wie auch sonst üblich im
Unternehmertum. Davon kann im
öffentlich-rechtlichen Rundfunk und im
deutschen Kino nicht die Rede sein.
Niemand riskiert monetär irgendwas.
All die Kohle wird per Zwangsabgabe
eingetrieben oder kommt direkt vom
Finanzamt, und es genügt schon eine
einzige gute Kritik in einer Lokalzeitung,
das Werk als gut gemeint bzw.
ambitioniert dastehen zu lassen. Das
Publikum interessiert nicht, und für die
Macher eines schlechten Tatorts ändert
sich dadurch auch nichts. Da kann ja
nichts Gescheites herauskommen!
Was ich damit sagen will, ist, daß
hierzulande durch den öffentlich-
rechtlichen Rundfunk und die
Filmförderung keine natürliche Auslese
stattfindet und naturgemäß nicht
stattfinden kann. Es ist ein künstliches
System, das eine TV- und Filmindustrie
bloß simuliert. Denn niemand muß bei
einem Flop wirklich um etwas bangen-
bis auf seine inzwischen durch Intrigen
gefährdete Stellung in der Nomenklatura,
wie es in sozialistischen Systemen so
üblich ist.
Die Befürwortung des
erbarmungslosen Wettbewerbs in einem
derart von Aktualität, Emotionen und
Weltanschauungen besetzten Geschäft
wie TV und Kino klingt hart, ist aber das
Erfolgsgeheimnis amerikanischer
Medienerzeugnisse – und sonst gar
nichts! Nun könnte man einwenden, daß
bei solch einem darwinistischen
Vorgehen nur öde Comicverfilmungen
und seichtes Zeug entstünden und keine
wirkliche Kunst und hohe Kultur. Das ist
ein Irrtum. Die meisten Independent-
Produktionen entstehen weiterhin in den
USA. Das, was hierzulande als
Independent gilt, sind in Wahrheit
Verfilmungen des Parteiprogramms der
Grünen bar jeglicher Kreativität,
ausgekotzt von irgendwelchen
Wohlstandsverwahrlosten, die
»irgendwas mit Medien« studiert haben
und die besoffenes Rumbrüllen, das
Treten gegen einen S-Klasse-Mercedes,
alternativ das Abfackeln desselben und
einen nackten Protagonisten mit einer
Schamhaarexplosion vor der Linse mit
anarchischer Kunst verwechseln. Was
übrigens deutsche Film- und
Fernsehkunst angeht, so haßt diese
keiner mehr als der Deutsche selbst. Til
Schweiger und sein Klon Matthias
Schweighöfer sind von diesem Haß
natürlich ausgenommen, deren Streifen
selbstredend ebenfalls vom Steuerzahler
»produziert« werden.
Bei den Privaten, also bei denen, die
wirklich ihr eigenes Geld riskieren,
sieht es noch übler aus. RTL hat einen
Gesamtumsatz von ungefähr einer
Milliarde Euro. Umsatz! Gewinn: zirka
100 Millionen. Also etwa so viel wie
der Gewinn von
2000 Metzgereibetrieben, von denen
annähernd 30000 in diesem Lande
existieren. Lächerlich! Was bleibt ihnen
also anderes übrig, als die dumpfe
Masse und die unterste Schublade zu
bedienen? Jegliche Infotainment-,
Kultur-, hochwertige Unterhaltungs- und
sogar Sportsparten werden ihnen von
den öffentlich-rechtlichen Sendern mit
ihren Multimilliarden weggenommen.
Kultursendungen wie z.B. Aspekte oder
ttt, für die sich begreiflicherweise kein
großes Publikum interessiert, könnten
von den Privaten mit einem Bruchteil
der Summe, welche die ÖR dafür
aufwenden, produziert werden, und man
käme immer noch auf einen Gewinn.
Alles Alternative, Künstlerische,
auserlesen Kulturelle, vor allem ein
unparteiischer Journalismus, der den
Namen auch verdient, könnte nach
diesem Strickmuster selbst für
Schrottkanäle rentabel werden und
televisionäre Vielfalt wie in den USA
garantieren, weil kommerzielle Sender
generell billiger produzieren und
dadurch auch in der Lage sind, ein
Nischenpublikum zu bedienen – wenn
ihnen allerdings nicht ein gieriger
Monopolkoloß als Konkurrent vor die
Nase gesetzt wird. Mit anderen Worten,
die Privaten senden Müll, weil ihnen nur
der Müll übrig bleibt.
An dieser Stelle wollte ich das
Kapitel eigentlich beenden, da trudelt
mir ein Brief ins Haus. Absender: ARD
und ZDF und Deutschlandradio,
konkreter der »Beitragsservice«. Woraus
dieser Service für mich besteht, ist dem
Schreiben nicht zu entnehmen. Es drehe
sich um den »neuen Rundfunkbeitrag«
heißt es nur darin. Nun, den alten habe
ich ja in der Tat niemals bezahlt, weil
ich schon immer wußte, daß die
Hörfunkkontrolleure das Haus zwecks
Geräteaufspürung nicht betreten durften
und die Polizei dafür einen
Durchsuchungsbefehl benötigte, der
jedoch wegen eines solchen
Bagatelldelikts von keinem Richter
jemals ausgestellt worden wäre. Aber
jetzt bleibt mir wohl nix anderes übrig.
Denn: »Seit 1. Januar 2013 gibt es den
geräteunabhängigen Rundfunkbeitrag …
Pro Wohnung ist ein Rundfunkbeitrag zu
zahlen.« Nun haben sie mich, die
Wichser! Ich muß sie bezahlen, ob ich
ihren Mist konsumiere oder nicht. Und
ich weiß, daß sie diese Zwangsabgabe,
im Grunde eine Sondersteuer, jährlich
hemmungs- und schamlos steigern
werden, bis der Betrag sehr bald die
Höhe des Strom- und Wasserpreises
erreichen wird. Davor trauten sie sich
nicht so richtig, weil mit jeder
Beitragsanhebung die Anzahl der
Schwarzseher zunahm. Jaja, Deutschland
ist schon ein lustiges Land!
Irgendwelche dahergelaufene
Rundfunkbeamte und Politiker, die sich
daheim ausschließlich amerikanische
Medienprodukte reinziehen, weil sie
sich bei dem Zeug aus ihrem eigenen
Land bekotzen müssen, klüngeln
untereinander ein Gesetz zum
bedingungslosen Grundeinkommen für
einen bestimmten Teil der unteren und
oberen Mittelschicht aus, und das blöde
Schafsvolk blökt es einfach so durch. Da
tröstet mich der Gedanke, daß auch
Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks Darmkrebs bekommen
können.
Aber Moment mal, da steht auch
etwas anderes in dem Brief: »Auf Basis
gesetzlicher Bestimmungen haben wir
die Adressdaten der
Einwohnermeldeämter mit den bei uns
angemeldeten Beitragszahlern
abgeglichen. Unter Ihrem Namen konnten
wir für diese Wohnung kein
Beitragskonto finden.« Ob sie das auch
an die Mitglieder des Miri- und Abou-
Chaker-Clans geschickt haben? Was
mich wirklich wundert, ist Folgendes:
Ich dachte bis jetzt, die Abermilliarden-
Show findet nur wegen der
Gewährleistung der Staatsferne statt.
Wieso liefert der Staat dann demjenigen,
der ihm fern zu bleiben hat, bereitwillig
die Adressendaten seiner Bürger aus?
Hat er denn gar keine Sorge, daß der
öffentlich-rechtliche Rundfunk ihm dann
wohlgesonnen wäre und für diesen
Dienst den Parteien und Politikern eine
Gegenleistung lieferte à la »Die Hand,
die einen füttert, beißt man nicht«?
Sicherlich nicht, denn bei den ÖR
hocken ausschließlich Heilige und von
Lichtnahrung lebende. Wie gesagt,
zuweilen kann man sich auch über die
Existenz von Darmkrebs freuen!
Zum Abschluß: Was kann man gegen
diesen seit Jahrzehnten währenden
Rechtsbruch unternehmen? Sie kennen
mich ja, ich schwadroniere nicht nur
über gesellschaftliche Mängel und sage
dann, wenn es konkret wird: »Tja, weiß
ich auch nicht so genau.« Nein, ich biete
meist verblüffend einfache Lösungen an.
Wenn man will, bin ich der Vereinfacher
par excellence. Im vorliegenden Fall
müssen die freie (kommerzielle) Presse
und die privaten Sender im
Schulterschluß eine Kampagne gegen
den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
starten, in der die Machenschaften
dieses unrecht-Monopols aufgedeckt,
seine unappetitlich klebrige Verquickung
mit Staat und Politik bloßgestellt und
seine verheerende wirtschaftliche
Auswirkung auf die gesamte deutsche
Medienlandschaft und die Kultur
aufgezeigt werden. Allerdings darf diese
Kampagne nicht ein paar Wochen
dauern, sondern muß sich mindestens
über ein Jahr erstrecken. Sonst wird nur
ausgesessen, bis nach einer Weile alles
wieder in Vergessenheit gerät. Die
Kampagne muß erbarmungslos, in
dichter Folge, nicht nachlassend,
tabulos, ja, in hetzerischer Manier
geführt werden. Die Bevölkerung muß
jeden Tag mehr Details über die
Verarschung durch die Öffentlich-
Rechtlichen erfahren, mit der sie
finanziell ausgenommen und ihre
Weltanschauung manipuliert wird.
Zwischen linken, libertären und
konservativen Medien darf es bei dieser
Sache keinen Dissens geben. Alle
müssen an einem Strang ziehen. Es geht
hierbei nämlich nicht um politisches
Lagerdenken, sondern um die künftige
Existenz der noch freien Medien. Sonst
wird alles, wirklich alles in die
unendlichen und auch recht chaotischen
Weiten des Internets wandern. Über kurz
oder lang. Glaubt mir, liebe
Medienleute, gleichgültig, in welche
Richtung ihr gepolt seid, aufgrund des
»neuen Rundfunkbeitrags« wird dem
Medienkonsumenten in absehbarer Zeit
kein Heller mehr in der Tasche bleiben,
um auch noch eure Produkte kaufen zu
können. Da könnt ihr euch auf den Kopf
stellen und auf dem Tisch nackt Samba
tanzen. Es geht um Leben und Tod. Um
euer Leben und um euren Tod.
Erst wenn dieser mediale Druck so
unerträglich groß geworden ist und der
öffentlich-rechtliche Rundfunk von allen
Seiten die Kanonen auf sich gerichtet
sieht, erst dann werden Politik und
Justitia einlenken und ihm den Garaus
machen. Vorher nicht! Die ÖR sind
nämlich weder ein Naturgesetz noch das
Matterhorn, das es schon seit dem
Paläozoikum gibt, sondern ein paar
Akten Papier. In den Schredder damit!

Naja, ich träume so vor mich hin …


Vielleicht wagt sich ja doch noch ein
Richter, warum nicht ein
Verfassungsrichter, diesem Volksbetrug
unfaßbaren Ausmaßes irgendwann und
endlich ein Ende zu setzen. Das ist
allerdings so wahrscheinlich, wie daß
ich eines Tages mit dem Arschloch
besser sehe.
VI.
DER DEUTSCHE
INTELLEKTUELLE
UND WIE ER DIE WELT
SAH –
BEVOR ER EINE
EISENSTANGE
AUF DEN KOPF BEKAM
Die deutsche Kultur ist ein
Exportschlager. Sogar Oktoberfest und
Weihnachtsmarkt gehen im Ausland weg
wie geschnitten Brot oder Currywurst.
Ob in Florida oder in Tokio, überall
werden Hofbräuhäuser,
Neuschwansteins und Märchenwälder
mit Motiven aus dem Grimmschen
Universum errichtet, auf daß die ganze
Welt der deutschen Wesensart teilhaftig
werde. Sogar in Südafrika schlüpft man
bisweilen in die Krachlederne und
stemmt einen Maßkrug bayrischen
Bieres. Hat sich schon jemand den
Begriff »Deutsche Weihnacht« schützen
lassen? Jetzt aber schnell, wenn die
Kasse klingeln soll!
Das alles ist jedoch nur
Volksbelustigung, globalisierte
Klischee-Verkaufe von Kennzeichen D
für die niederen Stände. Die wahre
kreative German-Potenz und die
deutsche Eigenart erreichen
erdumspannend ein hohes kulturelles
Niveau (und liefern leider ein völlig
falsches Bild von der Gegenwart dieses
Landes). Was täten Klassikfans dieser
Welt, und das sind wahrlich nicht
wenige, ohne einen Bach, Beethoven,
Wagner, Brahms? Und da ich nach zwei
Flaschen Rotwein mit dem Heiligen
Römischen Reich Deutscher Nation
sympathisiere, bürgere ich hiermit auch
den lieben Amadeus nachträglich bei uns
ein …; ja, was täten sie ohne diese
Giganten? Ohne sie gäbe den Großteil
der klassischen Musik überhaupt nicht.
Und wie sähe die heutige Kulturwelt
ohne deutsche Erfinder von Urmustern
der Literatur und später des Kinos aus?
Ohne einen Faust, der seine Seele
eigentlich an seine eigenen Dämonen
verkauft? Ohne Die Elixiere des Teufels,
den allerersten Thriller und
Mönchskrimi, eines E. T. A. Hoffmann,
der so ganz nebenbei mit Olimpia in Der
Sandmann auch noch den kranken,
nichtsdestoweniger verlockenden
Männertraum von der künstlichen
(Roboter-)Frau heraufbeschwor? Ohne
einen Friedrich Wilhelm Murnau, der
mit Nosferatu – Eine Symphonie des
Grauens dem Vampir den definitiven
Grauenslook verpaßte und eine derart
eindringliche Blaupause für solcherlei
Stoffe lieferte, daß sein Genie bis in die
Ewigkeit nachwirken wird? Ohne einen
Fritz Lang, der nicht allein
epochemachende Filme in Serie
ablieferte, sondern auch in Frau im
Mond ganz nebenbei den
rückwärtszählenden Countdown für den
Raketenstart erfand? Ohne einen Kurt
Weill, vor dessen Werk sich nicht nur
Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Frank
Sinatra, Nick Cave, Elvis Costello, The
Doors oder Sting verbeugt haben?
Ich weiß, Ihnen ist inzwischen
aufgefallen, daß es sich bei meiner
Aufzählung, die ich mühelos seitenlang
fortsetzen könnte, gänzlich um die »alte«
deutsche Kultur handelt. Stimmt. Und
nun erwarten Sie, daß ich sage, danach
sei nix Richtiges mehr gekommen. So
hart will ich es nicht ausdrücken. Es hat
danach nur nicht mehr geknallt mit dem
globalen Kulturexport. Es gab rühmliche
Ausnahmen nach dem Krieg. Einen
Günter Grass mit seinen frühen Werken,
egal, wie sehr er sich in den letzten
Jahrzehnten (leider auch literarisch) zum
Affen gemacht hat, aber Werk ist Werk!
»Kraftwerk«, die das Tor zur
elektronischen Musik für die ganze Welt
aufgestoßen haben, die als Pioniere in
diesem musikalischen Genre
international zu Recht anerkannt und
vergöttert werden. Ja, auch der von mir
selbst vielgescholtene Rainer Werner
Fassbinder hat cineastisch –
insbesondere im dramaturgischen
Bereich – einige neue Impulse gesetzt,
die dann zeitversetzt sogar in Disney-
Animationsfilme übernommen wurden.
Und dann gibt es da noch einen Christian
Kracht, der mit dem Roman Faserland
eines der verstörendsten Tableaus über
Deutschland »gekotzt« hat, um beim
Markenzeichen dieses Werkes zu
bleiben.
Mir ist bewußt, daß ich ungerecht bin,
weil ich weitere zeitgenössische
Künstler, Produkte, Trends, Strömungen
und Ideen deutschen Ursprungs hätte
benennen können, die den Lauf der
Kulturwelt beeinflußt haben und es auch
gegenwärtig noch tun. Doch Tatsache ist,
daß man aktuell, wo auch immer auf
diesem Planeten von Kultur die Rede ist,
als letztes das »Land der Dichter und
Denker« im Blick hat. Man könnte
gnädig sein und dem Gedanken
zustimmen, wonach Länder, Regionen, ja
Ethnien sich in einem geheimnisvollen
Staffellauf in Epochen abwechseln
(ausgenommen die Menschen mit
jüdischen Wurzeln natürlich, denn die
sind stets in vorderster Linie dabei,
wenn es um kulturelle Neuerungen geht)
und daß nichts Schlimmes dabei sei,
wenn mal ein ehemaliger kultureller
Taktgeber aussetzt und das Feld anderen
überläßt. Aber trotzdem …
Am wenigsten mit Ruhm bekleckert
haben sich in neuerer Zeit jedoch die
deutschen Intellektuellen, also jene
Leute, die in der Öffentlichkeit
gewöhnlich für das
gesellschaftspolitische Air sorgen,
Denkanstöße und Inspirationen in den
Kulturozean pumpen, die eine oder
andere publizistische Schlacht eröffnen
und die man früher zu Recht als
»Querdenker« zu bezeichnen pflegte, die
heutzutage aber leider nur noch
Würgreiz auslösen. Es sind Journalisten,
Essayisten, Leitartikler, Künstler »mit
einer Meinung«, Theatermacher,
Kunstfilmer, Geisteswissenschaftler,
komplette Kunstakademien, Leitmedien
und andere dem professionellen Denken
Verpflichtete, die den öffentlichen
Diskurs in diesem Lande bestimmen und
so bisweilen brauchbare Impulse an die
reale Welt auszusenden in der Lage sein
sollten. Sie alle haben sich jedoch
inzwischen freiwillig und sehr gerne in
eine Grube voller Unflat von Leuten und
Institutionen hineinreißen lassen, die mit
Kultur im engsten wie im weitesten
Sinne gar nichts zu tun haben. Erst
wurden sie von ihnen verführt und
schließlich als Geisel genommen. Die
Verführer und Geiselnehmer sind jene
Leute, die der links-grünen Denkart, der
Political Correctness, dem deutschen
Selbsthaß, insbesondere jedoch schlicht
schizoiden Ideen und Konzepten
huldigen, die irgendein unnützes Fach
studiert haben und irgendwann
dahintergekommen sind, daß dieser vor
Steuereinnahmen berstende Staat sogar
ihren eigenen geistigen Dünnschiß üppig
zu alimentieren bereit ist. Nicht
Künstler, große Denker und Visionäre
geben heutzutage im Kulturleben und im
Feuilleton in Wahrheit den Ton an,
sondern irgendwelche Lesben auf
Gender-Mainstreaming-Lehrstühlen,
Gleichstellungs- und
Antidiskriminierungsbeauftragte,
Organisationen wie Pro Asyl oder
Flüchtlingsräte, Solar- und
Windenergiebarone, Greenpeace & Co.,
Professoren für Soziologie und bestellte
Gutachter für die Migranten- und
Wohlfahrtsindustrie (Armenbericht,
Kriminalität von Ausländern etc.),
Umweltverbände, stramme Kommunisten
von den Linken, eine
staatsfetischistische Justitia, faschistoide
Zusammenrottungen wie die Antifa,
schlußendlich ein vor allem von den
Grünen im Laufe von dreißig Jahren
installiertes Gutmenschentum, dessen
Fundament aus nichts als Lügen besteht.
Doch sie verkünden ihre Botschaften
nicht selber. Das überlassen sie den
deutschen Intellektuellen. Ihre
Propagandaabteilung haben sie
kostengünstig ausgelagert.
Der deutsche Intellektuelle der
Gegenwart ist von Natur aus dumm, weil
er in einer abgeschotteten Welt mit
seinesgleichen lebt, in einem
wohlbehüteten Milieu mit
Holzdielenböden und Stuck an der
Decke, jedes Jahr zur Frankfurter
Buchmesse fährt und meist keine Kinder
hat. Deshalb haben die obengenannten
Vaterlandsverräter – ich weiß, ein
altmodisches Wort, das heute nur noch
Rechtsradikale benutzen, das ist mir
aber kackegal – ein leichtes Spiel mit
ihm. Er gleicht dem Wirt, dessen
Verhalten von Parasiten gesteuert wird.
Grillen, die in Swimmingpools hüpfen,
oder Ratten, die den Duft von Katzen
attraktiv finden, verhalten sich
ungewöhnlich, wenn nicht suizidal.
Was klingt wie der Stoff für einen
Science-Fiction-Film wie The Puppet
Masters, in dem Außerirdische die
Kontrolle über das zentrale
Nervensystem von Menschen
übernehmen, beschäftigt nicht nur
Regisseure, sondern auch
Wissenschaftler. Verschiedene Parasiten
gelten als Puppet Masters,
Marionettenspieler, die gezielt
Verhaltensweisen ihrer Wirte
manipulieren – etwa, um die
Wahrscheinlichkeit ihrer Weitergabe an
den Endwirt zu erhöhen oder ihre
Freisetzung im passenden Lebensraum zu
erreichen. Der kleine Leberegel etwa
bringt Ameisen dazu, sich über Nacht an
den Spitzen von Grashalmen
festzuklammern. So werden sie morgens
leichter von weidenden Schafen oder
Rindern gefressen, in deren Körpern der
Parasit sich vermehren kann. Genauso
läßt sich der deutsche Intellektuelle von
den Meinungsparasiten mißbrauchen und
etwas zeitversetzt auch die hohe Politik.
Es gibt heutzutage keinen sei es
schlecht oder gut geschriebenen
deutschen Krimi, in dem nicht
facebookkommentarmäßig platt von
»Bankstern« die Rede ist, kaum einen
politischen Artikel, der die
Verantwortung für das schrecklich
schöne Leben des Einzelnen nicht dem
Staat oder der Gesellschaft zuschieben
möchte, und selbst im scheinbar
konservativen Blätterwald gibt es
mittlerweile keine einzige kritische
Stimme mehr, welche die Ermordung
von gezeugten Menschen im Mutterleib
thematisiert, zynisch
Schwangerschaftsabbruch genannt.
Ich möchte anhand eines Beispiels
darlegen, wie weit der Parasit schon die
Kontrolle über den Wirt übernommen
hat, wie er dessen Hirn derart perfekt
aus der Ferne steuert, daß das Opfer
gleich einem Hypnotisierten die Befehle
des Meisters mit Akkuratesse ausführt,
obgleich das Dargestellte weder seine
eigene Lebenswirklichkeit noch die
Realität anderswo in Deutschland
widerspiegelt. Es handelt sich dabei um
eine Kolumne der Autorin Sibylle Berg
von 30. November 2013 auf Spiegel
online in der Reihe »Fragen Sie Frau
Sibylle«. Ich habe diesen Text nicht
deshalb ausgesucht, weil Frau Berg eine
große intellektuelle Leuchte wäre oder
ein Himalaya von einer Literatin, deren
Wort in der Öffentlichkeit etwas gilt,
noch halte ich die Kolumne für amüsant,
unterhaltend oder gar für besonders
provokativ. Nein, soweit ich weiß,
bedient Frau Berg das Nischenpublikum
des in die Jahre gekommenen,
hoffnungslos versingleten Großstädters,
so daß sie sich beim Spiegel und dem
deutschen Subventionstheater etwas
hinzuverdienen muß, und der Text läßt
erahnen, wie verschwurbelt es um ihren
Geist steht.
Was jedoch diesen Text so einzigartig
macht, ist die verblüffend vollständige
Anhäufung von Lügen, Verdrehungen,
Haßeruptionen gegen die bürgerliche
Gesellschaft, sind die zahlreichen
atemberaubenden Zeugnisse der
Realitätsverkennung, welche die Autorin
sich von den obengenannten
Strippenziehern des öffentlichen
Diskurses ins Hirn hat implantieren
lassen. Alles kommt hier zusammen, und
sämtliche Möglichkeiten der
Denunziation, Diffamierung und Drohung
werden sorgfältig ausgenutzt. Dieser
kurze Text ist sozusagen ein lückenloses
Kompendium für den deutschen
Intellektuellen, der den einen oder
anderen Benimm-Standpunkt im
Gutmenschen-Land vorübergehend
vergessen haben sollte und seine
Gesinnung wieder vervollständigen
möchte. Dabei ist Sibylle selbst gar
nicht intellektuell, vielmehr hat sie nur
brav alle Phrasen auswendig gelernt,
von denen sie glaubt, daß ihr Chef, der
Spiegel-Redakteur, sie hören will.
Schon der titel ist eine Kombination
aus Hohn und Anschiß: »Eure Welt gibt
es nicht mehr«. Nach Beendigung der
Lektüre weiß man, wessen Welt nicht
mehr existiert. Nämlich die von uns
dummen deutschen Spießern mit
Jägerzaun und Autowaschtag (bei
anderen Nationalitäten und Ethnien
kommt Spießertum nicht vor,
insbesondere nicht bei islamisch
geprägten). Des weiteren die von
Konservativen, Rechten, Reaktionären,
Rassisten, Homophoben, Gestrigen,
Zurückgebliebenen, ja, sagen wir es
ganz offen, von uns doofen alten
Arschlöchern. Allerdings liegt bereits in
dieser Aussage ein Logikfehler vor.
Denn obwohl es diese unsere
verachtenswerte Welt angeblich nicht
mehr gibt, scheint es sie gleichzeitig
irgendwie doch noch zu geben, weshalb
die Kolumne sich denn auch en détail
darüber ausläßt und uns zum umdenken
auffordert. Und obgleich von der Autorin
nicht beabsichtigt, erfahren wir schon im
ersten Absatz, weshalb es uns Spießer
noch ein Weilchen geben muß, sagen wir
mal, bis zum natürlichen Ableben von
Frau Berg im Seniorenstift, nämlich,
damit wir mit unseren spießigen
Steuergeldern die Aufführung ihres
eigenen Theaterstücks finanzieren, die
sie wie folgt in den Himmel lobt:

»Am Gorki-Theater zeigen Shermine


Langhoff und Jens Hillje dem
Erfinderland der Leitkultur, wie
Internationalität funktioniert. Die Eltern
vieler der hier arbeitenden Künstler
kommen aus Wuppertal, der Türkei, aus
dem Sudan oder – es ist vollkommen
egal, woher.«

Es ist schon einigermaßen bizarr, daß


eine Ermunterung zum Multikulti-
Paradies ausgerechnet in einer vom Staat
mit bis zu 200 Euro pro Eintrittskarte
subventionierten, abgehobenen und
exzentrischen Kunstwelt stattfindet, in
der Schmierenkomödianten den Ton
angeben, die das Bürgertum nonstop als
reaktionäres Lügengebäude zu
demaskieren versuchen, und wo es
niemanden stören würde, wenn der
Intendant ein schwuler Zwergpinguin mit
Tourette-Syndrom im Rollstuhl wäre.
Genauso gut hätte der Text von Frau
Berg mit dem Circus Roncalli beginnen
können, wo Clowns aus aller Herren
Länder sich ganz lieb an den Händen
halten und Fratzen schneiden. Wie
tolerant würde es wohl im Gorki-
Theater zugehen, wenn das Rohr zur
Staatsknete plötzlich gekappt wäre? Mal
schauen, ob du den Türken oder den
Sudanesen dann immer noch so herzlich
umarmen würdest, wenn man dir sagte:
»Sibyllchen, du bekommst heute vom
Staatskünstlerkuchen nix ab, sondern der
Ali, weil ›es ist vollkommen egal,
woher‹ der Staatskünstler kommt.«
Die zweite Lüge folgt auf dem Fuße.
Die Leitkultur wurde angeblich in
Deutschland erfunden, denn andere
Länder haben keine Leitkulturen, bei
denen herrscht das ganze Jahr über
Karneval, wo jeder sein eigenes Ding
macht. Der Begriff Leitkultur wurde
vielleicht hier erfunden, aber nicht die
Sache selbst, da seien Claudia Roth und
Gott vor – in dieser Reihenfolge. Es war
das Geschwätz eines Politologen und in
seiner Nachfolge eines Politikers, auf
das sich dann sämtliche
»Qualitätsmedien« wie ausgehungerte
Hyänen stürzten, nur um zu dem Schluß
zu kommen, Kultur schön und gut, aber
bitte nicht die unsrige. Jede andere gern,
meinetwegen solche Kulturen, in denen
man kleine Mädchen in Kopftücher
verpackt und die etwas älteren in
Schleier, Jungs zu Paschas und
Totschlägern aufpimpt oder in denen man
Zigeunern das Klauen und Rauben als
Folklore und Beruf durchgehen läßt,
aber bitte, bitte nicht die deutsche
Kultur. Denn die ist belastet, sie trägt die
berühmt-berüchtigte deutsche Schuld in
sich.
Aber ist es tatsächlich so? Oder wird
diese Schuld nicht vielmehr als Waffe
gegen unliebsame Gegner benutzt, um
ihre Münder zuzunähen? Es gibt in
Deutschland kaum eine politische,
insbesondere außenpolitische
Entscheidung, die nicht mit dem Verweis
auf die deutsche Schuld am Zweiten
Weltkrieg mit seinen Greueltaten und zig
Millionen Toten, vor allem aber am
Massenmord an den Juden gerechtfertigt
wird. Die Deutschen fühlten sich
schuldig wegen dieser inzwischen
siebzig Jahre zurückliegenden
Geschehnisse, sagen die Journaille, die
Politiker und die intellektuellen Deuter,
sie trügen diese Schuld immerwährend
auf ihren Schultern und knabberten noch
in tausend Jahren an ihr. Selbst die
Eurorettungsmaßnahmen in
Billionenhöhe, die das Volksvermögen
und bald auch das private Sparguthaben
vernichten, werden mit dem Hinweis auf
die untilgbare deutsche Schuld
gerechtfertigt, das Aufgeben der
nationalen und kulturellen Identität
sowieso.
Hört sich logisch und pathetisch an,
ist aber kompletter Schwachsinn. Keiner
fühlt sich in diesem Land für irgendwas
schuldig, schon gar nicht dafür, was sein
längst unter der Erde liegender Opa oder
Uropa anno dunnemals verbockt hat. Die
deutsche Schuld geht allen am Arsch
vorbei und wird lediglich von
verlogenen Politikern, die moralischen
Druck als die Lizenz zum Abkassieren
einsetzen, und von besonders
zurückgebliebenen Publizisten in
lügnerischer Absicht als inhaltsleere,
nichtsdestoweniger schlagkräftige
Formel verwendet, um den natürlichen
Protest der Leute schon im Keim zu
ersticken. Jetzt könnte man denken, ja,
wir sind das zwar nicht, aber im
Ausland sieht man uns immer noch als
den bösen Deutschen, den inzwischen
gebändigten, aber lediglich
schlummernden Nazi von ehedem, aus
dem das Inferno jeder Zeit wieder
herausbrechen könnte. Auch Quatsch!
Weil genau das Gegenteil der Fall ist.
Von Karatschi über Kansas bis Burkina
Faso wird der Deutsche als ein
feminisierter, steuerstaatshöriger,
Windmühlen und sozialen Scheiß
anbetender Depp wahrgenommen, den
man in jederlei Hinsicht super
ausnehmen kann. Die deutsche Frau ist
sogar ein Exportschlager, weil sie
vorurteilsfrei und geradezu manisch in
der Welt herumreist und sich in sexuelle
Exkurse egal welcher Hautfarbe stürzt,
Pygmäen und Eskimos inbegriffen. Ich
gehe sogar so weit zu behaupten, daß es
kaum eine deutsche Frau unter Vierzig
mehr gibt, die nicht irgendwann mit
einem »Ausländer« geschlafen hätte.
»Rassenschande« ist ihr Hobby.
Wieso spüren die Deutschen aber
keine Schuld wegen ihrer unseligen
Geschichte, obwohl landauf, landab
genau das Gegenteil behauptet wird?
Ganz einfach, weil so etwas über
längere Zeiträume hinweg psychisch
schlechterdings unmöglich ist. Selbst
Massen- und Kindermörder empfinden
in Wahrheit nach einer Weile keine
Schuld mehr für ihre Taten. Und falls sie
es doch mal tun, ist es von flüchtiger
Natur. Sich schuldig fühlen ist nämlich
eine außergewöhnlich intensive Emotion
wie etwa Verliebtsein. Irgendwann
hört’s aber auf. Schon gar nicht
empfindet der Massen- und
Kindermörder noch nach siebzig Jahren
Schuld. Und wenn er es denn täte, dann
hätte er wirklich einen Dachschaden.
Sich schuldig zu fühlen ist gleichzeitig
auch eine extrem destruktive Emotion,
welche die Lebensaktivität lähmt. Man
kann weder für immer im Zustand
permanenter Schuld noch permanenter
Verliebtheit verharren. Sonst wird man
krank.
Was schon bei dem einzelnen
Individuum nicht klappen kann,
funktioniert erst recht nicht bei einem
ganzen Volk. Wenn es nämlich um die
Schuldfrage geht, zeigt jeder auf den
anderen und niemand auf sich selbst. Ich
erinnere mich sehr gut an die Episode,
als mir meine später weggelaufene
Freundin einmal ein Foto ihres
verstorbenen Vaters in
Wehrmachtsuniform zeigte. Ich fragte
sie, wo er im Krieg stationiert gewesen
sei, worauf sie »Frankreich« antwortete.
In einem in der Tat sowohl dämlichen
als auch sadistischen Anflug wollte ich
daraufhin von ihr erfahren, was er denn
dort getrieben hätte. Und sie antwortete
ganz selbstverständlich: »Die Heimat
verteidigt!«
Eine amorphe Masse wie ein Volk
kann über solch große Zeiträume hinweg
nicht einmal Spurenelemente von Schuld
empfinden. Täte es das, wäre es
geisteskrank. Ich lebe inzwischen
45 Jahre in diesem Land, und ich
schwöre, daß ich in dieser Zeit weder
bei einfachen Leuten noch bei mental
hochstehenden Menschen in diesem
Zusammenhang auch nur ein einziges
Mal je etwas von »ererbter« oder gar
persönlicher Schuld vernommen hätte.
Sicherlich gab es hin und wieder
Gespräche über diese gruselige
Vergangenheit, doch hat niemand die
Verantwortung dafür jemals auf sich
selbst bezogen. Selbst die Alten nicht,
die damals eifrig mitgemacht hatten. Es
war stets so, als redete man von einem
Paralleluniversum, wohliger
Gruselfaktor inbegriffen.
Also, liebe Deutsche, laßt euch von
irgendwelchen dahergelaufenen
Moralaposteln nicht einreden, daß ihr
wegen des Dritten Reiches eine Schuld
zu tragen hättet. Tut nicht einmal so, weil
es eine Lüge wäre. Es mag zynisch und
hart klingen, aber je schneller man
dieses Kapitel abschließt, desto besser
für euch und die ganze Welt.

»Denn im Moment lebt man eben hier,


vielleicht für immer,
vermutlich, es ist unbedeutend …«

… geht es im Sibylle-Berg-Text
weiter. Klar, »Heute hier, morgen dort«,
wie es in einem Hannes-Wader-Song
heißt, auch ein in Würden gealterter
Kommunist und ein ehemaliger
Sympathisant der Anarcho-Denkweise
»Deutschland verrecke!«, der jedoch
heute nichts mehr damit am Hut haben
möchte und immer noch als Zupfhansel
durch die Lande reist, wegen der
Bezahlung des Luxus-Seniorenstifts, wo
er hoffentlich nicht allzu bald die Augen
für immer vor diesem Luxusland
verschließen wird. Nach Sibylles
Auffassung ist dieses Land sozusagen
eine Art Wärmestube, bis morgen
wieder die Sonne scheint. Es gibt da nur
ein Problem: Nicht alle Heute-hier-
morgen-dort-Zuwanderer können am
Gorki-Theater beschäftigt werden.
Deshalb wandert keine geringe Anzahl
von ihnen zum nächsten staatlichen
Theater weiter, wo anstatt Es sagt mir
nichts, das sogenannte Draußen von
Sibylle Berg das Stück »Hartz IV«
aufgeführt wird – der wahre Grund,
weshalb unzählige Kommunen am Rande
des Offenbarungseides stehen, so daß sie
nicht einmal mehr die Schlaglöcher auf
ihren Straßen reparieren und am Abend
die Straßenlaternen anknipsen können.
Die meisten derjenigen, von denen im
Text die Rede ist und von denen so
generös und mit der edlen Geste des
Weltbürgers gesprochen wird, leben
eben nicht »im Moment« hier, sondern
immer und ständig. Und sie tun es
bestimmt nicht unseres tollen Wetters
wegen. Okay, zwischendurch fliegen sie
in die Heimat und kontrollieren den
Baufortschritt ihrer in Entstehung
befindlichen Häuser, die mit eben dieser
Art von Kohle finanziert werden.
Man kann nur noch nach Luft
schnappen bei so viel
Tatsachenverdrehung und Sich-
Dummstellen und So-Tun, als lebten wir
hier im Raumschiff-Enterprise-
Universum, wo alle intergalaktischen
Rassen einvernehmlich ihrem exotischen
Tagesgeschäft nachgehen, weil sie ja in
ihrer fernen, ach so fernen Zukunft allen
materiellen Sorgen enthoben sind. Und
das meine ich mit der
Instrumentalisierung des deutschen
Intellektuellen zum Verkünder und
Wiederkäuer völlig irrer Botschaften
von linken und gutmenschlichen
Arschlöchern staatskneteschmarotzender
Natur, deren dummes Geschwätz und
Realitätsblindheit ihrem eigenen
Wohlstand in keiner Weise abträglich
sind. Obgleich sie einen Beruf ausübt, in
dem Weitsicht und Durchblick verlangt
werden, macht sich Sibylle Berg als
»Kreative« keinerlei eigene Gedanken
zum Thema und betet eins zu eins
treudoof die Bibel der Grünen Jugend
nach: jeden Analphabeten, Islamheini,
Überhaupt-nicht-Qualifizierten,
Frauenverachter, Schamlippen- und
Klitorisabschneider, Drogendealer in
spe, ekelhaften Charakter, Doofen und
Blöden, der zum hiesigen Wohlstand
nullkommanix beiträgt (im Gegenteil nur
Ärger und Kosten verursachen wird),
humanismusbesoffen ins Land lassen.
Bezahlen werden die ganze Chose dann
»die Reichen«. In den vorangegangenen
Kapiteln habe ich schon aufgeführt, wer
diesen Reichen alles zugerechnet wird,
nämlich auch Sie, liebe Leser! Sibylle
spuckt solcherlei Phrasenkaskaden nicht
deshalb aus, weil sie von deren Inhalt
überzeugt wäre, dafür lebt sie zu lange
und zu intensiv in einer watteverpackten
Kunst- und Parallelwelt, sondern weil
sie glaubt, es gehöre sich so. Sie hat sich
längst zum Wirt der Parasiten machen
lassen. Weiter im Text:

»In diesem Herbst marschieren Deutsche


gegen ein Asylantenheim …«

Was für Nazi-Schweine! Bestimmt ist


es das Asylantenheim gleich gegenüber
dem Domizil von Sibylle Berg. Aber
nein, sie residiert ja im feinen Zürich,
sicherlich in einer stylish
aufgehübschten Wohnung in gehobener
Gegend im Rotweingürtel, wo man jede
Menge »Asylsuchende« gleich um die
Ecke antrifft, nämlich als Foto in der
Zeitung am Kiosk. Das mit dem Asyl ist
ein alter Trick des deutschen
Intellektuellen, um sich in der
Öffentlichkeit als moralisch überlegen
und bis über beide Ohren barmherzig
darstellen zu können. In Wahrheit würde
er einem Asylanten schon am nächsten
Tag einen Genickschuß verpassen, wenn
man ihn zwänge, solch ein Exemplar bei
sich zuhause aufzunehmen. Natürlich
weiß er auch, daß das Asylrecht für
politisch Verfolgte nach dem Krieg als
Grundrecht ins Grundgesetz nur deshalb
aufgenommen wurde, weil zu jener Zeit
sich niemand dessen millionenfachen
Mißbrauch vorzustellen vermochte. Es
gab ja den Sozialknetestaat damals noch
nicht. Man dachte wohl an den ein oder
anderen unter politischer Repression
leidenden Russen oder Spanier, falls
man sich überhaupt etwas dabei gedacht
hat, denn als das Grundgesetz verfaßt
wurde, lag Deutschland noch in Schutt
und Asche, und nur Verrückte wären
wohl damals auf die Idee gekommen,
daß in dieses kaputte Land jemals
irgendjemand würde fliehen wollen.
Zudem weiß der deutsche
Intellektuelle auch sehr wohl, daß es
sich bei den Asylanten mehrheitlich um
Wirtschaftsflüchtlinge, noch schlimmer
um Cleverle handelt, die unter die
kuschelige Decke unseres Sozialsystems
kriechen wollen. Das Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge hat im Jahre
2013 nur 1,2 Prozent aller Asylanträge
positiv beschieden. Weitere 29 Prozent
genießen Abschiebeschutz oder ein
Abschiebeverbot. Rund 70 Prozent der
Anträge werden abgelehnt oder
erledigen sich von allein. Obwohl die
große Mehrheit unter keinem
Gesichtspunkt ein Aufenthaltsrecht hat,
ist es sehr schwierig, abgelehnte
Bewerber abzuschieben. Das ist eine
Kapitulation des Rechtsstaats vor der
Wirklichkeit.
Das größte Problem der Flüchtlinge
ist aber ihre mangelhafte Qualifikation.
Eine interne Auswertung des
Bundesamtes für Migration und
Flüchtlinge ergab, daß knapp jeder dritte
Asylbewerber nach eigenen Angaben nur
die Grundschule besucht hat, weitere
15 Prozent gingen nie zur Schule. »Viele
kennen nicht mal eine Zahnbürste«,
berichtet eine Sozialpädagogin, die in
einer Erstaufnahmeeinrichtung arbeitet.
Alles topqualifizierte
Rentenbeitragszahler von morgen also.
Das alles kennt der deutsche
Intellektuelle, aber das Asyl-Ding ist
ihm inzwischen zum Fetisch geworden.
Er plärrt seinen »Öffnet-weit-das-Tor!«-
Ruf bei jeder sich bietenden Gelegenheit
hinaus, weil er weiß, daß er zwar dafür
von der Bevölkerung keinen Beifall
bekommen wird, aber dafür hundert- und
tausendfach von, ähm … also das ist
etwas kompliziert. Zwar zollen ihm
dafür die abermilliardenschwere Asyl-
und Migrantenindustrie Applaus, die
Moralheuchler in den Medien, in
vorderster Linie die scheinheiligsten
Blätter der Republik wie Die Zeit und
SZ, und NGO-artige Institutionen, die
sich ebenfalls mit unseren Steuergeldern
zuscheißen lassen oder sich das
wünschen, aber nur in dem sicheren
Wissen, daß die Ablehnung, ja schon das
Aussprechen des Asyl- und
Flüchtlingsbetrugs tabu ist. Sobald
jemand auf den Schwindel aufmerksam
macht, kann es seine Existenz kosten,
was bei der Kontokündigung der eigenen
Bank seinen Anfang nimmt. Es ist also
ein billiger Beifall, und es ist Gratis-
Mut, wenn man sich für eine rigorose
Aufnahme der »Asylsuchenden« und
»Flüchtlinge« ausspricht. Und es ist ein
eingespieltes Ritual, in dem jeder seine
Rolle und sein Stichwort kennt. In
Wahrheit möchte keine Sau diese Leute
in seiner Straße wohnen haben,
geschweige denn in unmittelbarer
Nachbarschaft.
Das hat seine Gründe. Neulich gab es
eine Doku, in der zwei Reporter des
rbb-Politikmagazins Kontraste für vier
Wochen in ein Asylbewerberheim in
Hessen eingezogen waren. Dort lebten
die Journalisten unter den gleichen
Bedingungen wie die Asylbewerber. Sie
übernachteten mit ihnen in denselben
Räumen und hatten ebensowenig Geld
wie sie. Sie kamen direkt mit den
Menschen und ihren Problemen in
Kontakt. Aber sie schwindelten sich
dabei auch um den Verstand. Denn
natürlich gingen sie nicht in irgendein
Asylantenheim, sondern in eines, in dem
mehrheitlich Familien lebten, was die
Verhältnisse auf den Kopf stellt. Denn
über 80 Prozent, die es zu uns schaffen,
sind junge Männer im besten fickfähigen
und unbedingt ficken wollenden Alter.
Den Zuschauern aber werden in der
Doku schwarze Teenager präsentiert, die
innerhalb eines Jahres perfekt Deutsch
sprechen und Bilder von Picasso (!)
nachmalen können. Eine ältere Frau
allerdings, die erst seit gestern hier ist,
darf Deutschland frech dafür anklagen,
daß es ihr keine Operation für
30000 Euro gewährt. Als ich mit meiner
Familie in dieses Land kam, wohnten
wir in viel erbärmlicheren Verhältnissen
und waren doch dankbar dafür, weil wir
uns immer wieder das Drecksloch
vergegenwärtigten, in dem wir in der
Heimat gehaust hatten.
Verdächtig auch: Die Reporterin, die
angeblich schon nach einem Tag im
Asylantenheim die Krätze kriegte und
über die Qualität der Matratzen
lamentiert, obgleich alles sauber und
normal aussieht, berichtet kein einziges
Mal von sexueller Belästigung, gar von
Vergewaltigungsversuchen, die in
Asylantenheimen nicht ungewöhnlich
sind. Was für Lügenbolde!
Allerdings kann selbst solch eine
Lügenreportage nicht verhindern, daß
Risse im geschönten bzw. absichtlich im
trüben Farbton gehaltenen Bild entstehen
und die Wahrheit hin und wieder
durchschimmert. In der Nacht kann die
Selbstversuch-Reporterin kaum schlafen,
weil die Asylfamilien, welche tagsüber
offenkundig noch der DIN-Norm
entsprochen haben, in einer Tour
rumschreien und -pöbeln und es in den
Gängen permanent zu Alkoholexzessen
kommt. Der Höhepunkt der Verlogenheit
ist ein »Event«, das dem Zuschauer die
tränen in die Augen treiben soll,
nichtsdestotrotz aber entlarvend ist und
mit folgenden Worten eingeführt wird:
»Wir haben nur noch 20 Euro für die
letzte Woche. Wir legen alle zusammen
für eine Hühnchenparty … Solche
gemeinsamen Abende haben wir selten
erlebt.« Haha, gemeinsame Abende! Die
rbb-Tante ist schon dermaßen
asylantenberauscht, daß sie selbst mit
vorgehaltener Kamera nicht merkt, daß
bei dem »gemeinsamen Abend« außer
ihr selbst keine einzige Frau anwesend
ist, sondern ausschließlich
abspritzwütige junge Männer, die nach
dem Hühnchenschmaus gern auch sie
umgehend kaschen und reihum Dinge mit
ihr anstellen würden, die man halt mit
»Chicks« anstellt, wenn nur die besagte
rbb-Kamera nicht dabei wäre. Da
möchte man nur noch rufen: Verarschen
kann ich mich selber!
Warum kann man nicht einfach das
sagen, was jeder Zuschauer sich denkt?
Die meisten der in dieses Land
strömenden Asylanten, Flüchtlinge oder
Einfach-so-Kommenden sind ungebildet,
arbeitsunfähig oder -unwillig und legen
sich schnell ein unverschämtes
Anspruchsdenken gegenüber ihren
Gastgebern zu. Ihre archaische Kultur ist
mit unserer inkompatibel und wird es
auch immer bleiben, und sie werden uns
ewiglich auf der Tasche liegen. Und
wenn einer von ihnen nach teilweise
mehr als zehn Jahre dauernden
gerichtlichen Verfahren doch noch
abgeschoben wird, so hat der Fall einen
derartigen Seltenheitswert, ja, ist so
spektakulär, daß er wochenlang die
Zeitungen füllt. Sogar bereits
Abgeschobene erzwingen mit Hilfe von
Anwälten, die die Asyllobby bezahlt,
ihre Rückkehr nach Deutschland.
Das Ganze hat auch noch einen
verborgenen demographischen Aspekt,
der nicht zu unterschätzen ist. Ich meine
damit gar nicht mal die jedem bekannte
Tatsache, daß diese Menschen mehr
Kinder als die Einheimischen in die
Welt setzen und sie nach ihren
rückständigen Vorstellungen bildungsfern
erziehen bzw. überhaupt nicht erziehen
und so für künftige Sozialhilfe-Karrieren
in beachtlicher Zahl sorgen. Nein, der
überlastige Männeranteil bei Asylanten,
Flüchtlingen und anderen Ausländern ist
darüber hinaus der wahre Grund,
weshalb es in Deutschland im
Liebespool immer dramatischer zu einer
Knappheit bei Frauen im gebärfähigem
Alter kommt und einheimische Männer
zunehmend entweder unbeweibt bleiben
oder sich mit älteren Frauen einlassen
oder aber demütigende Konzessionen an
die verbleibende weibliche Welt machen
müssen. Sie treten dem deutschen Weibe
immer offensichtlicher als ein
feminisiertes Männlein gegenüber, denn
den harten bzw. ganzen Kerl holt sich
frau zusehends beim »Südländer«. »Die
Ausländer nehmen uns die Frauen weg«
ist in diesem Falle keineswegs eine aus
rechtsradikalem oder rassistischem
Gedankengut geborene Hetze, sondern
Fakt.
Mit der Aussage mache ich mich
lächerlich, sagen Sie? Dann will ich mal
Ihre Erinnerung etwas auffrischen:
Allein 1993 wurden 513561 Asylanträge
eingereicht, und obwohl davon nur 3,2
Prozent anerkannt wurden, blieben fast
alle hier. Das war natürlich ein Rekord,
und danach wurden die Gesetze
geändert, Stichwort Drittland-Regelung,
bis man sie vollends verwässert hat und
die Horrorzahlen von damals so
allmählich wieder erreicht werden.
Nach aktuellen Daten von deStatis leben
derzeit in Deutschland zirka
16 Millionen Personen mit
Migrationshintergrund, was etwa 19,5
Prozent der Gesamtbevölkerung
entspricht. Es ist eine überwiegend
männliche Bevölkerungsgruppe. Der
Demograph spricht bereits von einem
Kippen des Geschlechterverhältnisses,
wenn auf 100 Männer 95 Frauen
kommen.
Solche Details interessieren Sibylle
Berg aber nicht. Davon hat sie auch
keine Ahnung. Sie faselt lieber etwas
von »In diesem Herbst marschieren
Deutsche gegen ein Asylantenheim …«
Was für Nazi-Schweine! Die Leute, die
gegen das Asylantenheim »marschieren«
(Deutsche können nun einmal nicht
richtig gehen), tun es bestimmt aus Jux
und Dollerei, weil sie halt scheiße sind,
und nicht weil die Asylanten ihre Frauen
sexuell belästigen, mit Drogen handeln
und ihren Gastgebern gegenüber völlig
aggressiv und fordernd auftreten. Was
für eine Brut, diese Deutschen!
Aber lassen wir das. Noch
faszinierender ist nämlich, wie die gute
Frau über ihre Landsmänner und -
männinnen denkt:

»Hier versammeln sich Herr Sarrazin


und andere, die aus den dunklen
Erdspalten unserer schlechten Träume
gekrochen sind, um ihr Weltbild zu
beschwören. Ich will es hier kurz
zusammenfassen: Die Länder Europas
müssen denen gehören, die am besten
über tausend Generationen da geboren
wurden. Für das Land der Leitkultur
heißt das: ein Deutschland der deutschen
Frau, dem deutschen Herd, dem
deutschen Mann, dem Herrscher und
Ernährer, der deutschen im Haus
erzogenen Kinderschar. Weg mit all den
italienischen Restaurants …«

Der Name Sarrazin wurde inzwischen


völlig von seinem millionenfach
verkauften Buch Deutschland schafft
sich ab getrennt und steht im öffentlichen
Diskurs nicht nur als ein Synonym für
»Menschenfeind«, für die schlimmste
Form der Rechtsradikalität da, sondern
er ist heutzutage auch eine der
wirksamsten Nazikeulen, mit der man
auf unliebsame Kritiker der Multikulti-
Kirche eindrischt. Sobald jemand unter
Sarrazin-Verdacht gerät, ist er praktisch
schon tot. Ich hoffe trotzdem inbrünstig,
daß ich Sarrazin in dieser Beziehung mit
dem vorliegenden Buch den Rang
ablaufen werde, weil meine Gegner es
diesmal, wenn man Deniz Yücel von der
taz glauben darf, nicht mit einem Mann
zu tun haben werden, »den man, und das
nur in Klammern, auch dann eine
lispelnde, stotternde, zuckende
Menschenkarikatur nennen darf, wenn
man weiß, daß dieser infolge eines
Schlaganfalls derart verunstaltet wurde,
und dem man nur wünschen kann, der
nächste Schlaganfall möge sein Werk
gründlicher verrichten«. Denn abgesehen
davon, daß die Leserlichkeit meiner
Formulierungen um Meilen besser ist als
die des die deutsche Grammatik
verkrüppelnden, von Menschen-,
speziell Deutschenverachtung
zerfressenen türkischen Verfassers
solcher Haßzeilen, hat man es bei mir
auch mit einem Mann mit dem viel
größeren Schwanz als bei Yücel zu tun.
Und die Damen von der taz dürfen ihn
auch gern mal anfassen, allerdings nur,
wenn sie ganz, ganz lieb, vor allem jung
sind. Die Alten können die ollen tazler
für sich behalten.
Dabei hat Thilo Sarrazin eigentlich
ein ziemlich dröges Buch mit vielen
einschläfernden Zahlen, Statistiken und
Kurvendiagrammen geschrieben, das
Juden, okay, unerhörterweise als schlau
bezeichnet und am Ende für die
»Ausländerproblematik« im Grunde
recht sozialdemokratische
Lösungsvorschläge unterbreitet, welche
allesamt nicht funktionieren können,
solange es den Wohlfahrtsstaat gibt, der
einem bei jedem selbstverschuldeten
Absturz die Reißleine reicht. Nicht
einmal er, der angeblich rechtsradikale
Dämon, hat sich getraut, das zu sagen,
was in Wahrheit jeder normal denkende
Mensch einschließlich des Großteils der
Migranten hierzulande denkt: Man sollte
ein paar Millionen der hier befindlichen
Migrationshintergründler ein Ticket
spendieren und sie schnellstens wieder
nach Hause schicken, bevor sie uns die
Haare vom Kopf fressen. Ganz einfach!
Damit man mich nicht falsch versteht:
Wir brauchen jeden hier, egal welcher
Hautfarbe, der uns nützt, aber keinen
einzigen, der unnütz ist.
Da Sibylle Berg ahnt, daß
Vernunftbegabte ebenfalls so denken
könnten, greift sie zum letzten, aber auch
zum allerletzten Rettungsanker, nämlich
zu einem Sprachbild, das den Nazi-
Jargon förmlich im Schlepptau hat. Wenn
Sarrazin und seinesgleichen »aus den
dunklen Erdspalten unserer schlechten
Träume gekrochen sind …«, dann
können sie eigentlich keine richtigen
Menschen sein, sondern nur
widerwärtige Reptilienwesen,
Insektenartige, Geschmeiß, letztlich
»unwertes Leben«, für das kein Platz auf
der Welt sein sollte. Was sie den
Sarrazinartigen vorwirft, tut sie selbst,
ohne es allerdings in ihrer barbarischen
Naivität zu merken.
Dann jedoch schlägt die Naivität
allmählich in Wahnsinn um. Als Gespött
und Nachäffung einer offenkundig von
ihr selbst für absurd befundenen
Aussage bähbäht sie: »Die Länder
Europas müssen denen gehören, die am
besten über tausend Generationen da
geboren wurden«, und man sieht jetzt
eine in die Jahre gekommene Frau mit
wirrem Blick und dunklen Ringen unter
den Augen vor sich, deren Haare zu
Berge stehen. Denn man fragt sich
unwillkürlich, wem die Länder Europas
sonst gehören sollten, wenn nicht ihren
Bürgern. Den Ecuadorianern etwa? Oder
den Nigerianern? Vielleicht Aliens aus
irgendeiner Star-Wars-Galaxie? Ja, was
für ein Quatsch, daß man den Platz, wo
man geboren wurde und aufgewachsen
ist, seine Heimat nennt. Und dann noch
die total rassistische Unsitte, daß man
das Land, in dem schon seit
Generationen die Ahnen beheimatet
waren, als »mein Land« zu bezeichnen
pflegt. Dabei gehört es doch allen, auch
demjenigen »Menschen in Deutschland«,
der letzten Donnerstag hier aus dem Bus
gestiegen ist und den Weg zum Sozialamt
gefunden hat. Was hier allerdings als
gewöhnlicher Wahnsinn daherkommt, ist
in Wahrheit Wahnsinn mit Methode. Was
Frau Berg wirklich meint, ist, daß unsere
schöne Heimat sämtlichen »edlen
Wilden« dieser Welt mit drei Ehefrauen
gehört, nur nicht uns. Die Ausnahme
bildet allerdings die Schweiz, speziell
Zürich, aber ganz speziell das Viertel,
wo sie wohnt, in dem nicht alle naselang
Allahu-akbar!-Rufe von den Moscheen
erschallen und sie vom Verfassen
solcherlei hochgeistiger Elaborate
ablenken. Kleiner Tipp, Sibylle: Geh
doch mal bitte in die Türkei und erzähle
den türken dort, daß ihr Land gar nicht
ihnen gehört, sondern »allen«. Zieh dir
aber vorher drei schußsichere Westen
übereinander an. Sicher ist sicher.
Irgendwann fängt sie an zu delirieren.
Nein, sie lügt, indem sie die Lüge als so
etwas wie eine Verarsche-Nummer aus
der heute-Show des ZDF rüberkommen
läßt, was jedoch mißlingt, weil der Witz
nicht funktioniert: »… ein Deutschland
der deutschen Frau, dem deutschen
Herd, dem deutschen Mann, dem
Herrscher und Ernährer, der deutschen
im Haus erzogenen Kinderschar.«
Abscheulich! Wie kann man nur eine
deutsche Frau sein?! Nur was will uns
die Künstlerin damit sagen? Wo ist da
die Pointe? Weshalb sollte Deutschland
nicht der von aller Welt begehrten
deutschen Frau gehören? Was ist so
verwerflich daran, daß sie das Land, in
dem sie das Licht der Welt erblickt hat,
ihre Heimat und ihr eigen nennt? Wem ist
damit ein Schaden zugefügt?
Deutschland könnte auch den hier
geborenen Türkinnen oder Tunesierinnen
gehören, meinetwegen allen Frauen, die
hier ihre Heimat sehen (hab halt ein
Faible für diese Spezies), solange man
sie allerdings als Frauen noch
identifizieren kann und sie nicht von
ihren Männern in depressionsfördernde
Verhüllungen der Freiheit-und-sexuelle-
Selbstbestimmung-beraubenden Art wie
Kopftuch oder Schleier verpackt
wurden. Nochmal: Weshalb, verdammt,
sollte Deutschland nicht der deutschen
Frau gehören, ob sie nun Nicole oder
Nülcan heißt?! Ein Argument dagegen,
nur eins!
Was Frau Berg jedoch mit dem so
hingeworfenen Blödsinnsspruch wie
»deutscher Herd« bezweckt, weiß ich
als einer vom Fach genau. Es soll
Assoziationen an Bombennächte in Nazi-
Deutschland wecken, in denen die
»deutsche Frau« heulend den
Stehrahmen mit Trauerbinde betrachtet,
der die Fotografie ihres in Stalingrad
gefallenen Sohnes birgt. Sag mal,
Sibylle, hast du heute deine Pillen nicht
genommen? Der deutsche Herd ist
inzwischen das Schlachtfeld brutalst und
ohne Rücksicht auf Kinder
ausgefochtener Scheidungen, der Ort
peinlicher Darbietungen in »Das
perfekte Promi-Dinner«, oder er steht in
dem sehr ungern frequentierten Raum
einer Wohnung von Hartz-IV-Müttern,
die nicht mal wissen, wie man so ein
Ding überhaupt einschaltet, und ihre
Kleinen deshalb lieber zu McDonalds
schicken. Der deutsche Herd steht aber
bestimmt nicht in einer Nazihöhle, in der
eine Hakenkreuzfahne unter dem Adolf-
Hitler-Porträt hängt. Wo lebst du denn?
Vor allen Dingen, in welchem
Jahrhundert?
Dem deutschen Mann hat sie schnell
mal den Zusatz »Herrscher« angedichtet,
damit das nächste Wort »Ernährer«,
wogegen niemand etwas haben kann,
negativ aufgeladen ist. Nur, welcher
deutsche Mann wähnt sich heutzutage
und in dieser Gesellschaft noch als
Herrscher? Der Psychiatrie-Insasse mit
Napoleon-Komplex vielleicht? Und die
Kinder werden auch noch im Haus
erzogen, diese beschissenen kleinen
Rassisten! Pfui!
Am besten ist aber: »Weg mit all den
italienischen Restaurants.« Genau,
hieran entzündet sich der deutsche
Rassismus, an den italienischen
Restaurants, wir wollen sie weghaben.
Der Satz soll suggerieren, daß der
Deutsche derart ausländerfeindlich ist,
daß er sogar sein Lieblingsessen,
nämlich die italienische Küche, ins KZ
deportieren möchte. Es ist der gleiche
Trick, mit dem man auch anderswo
jegliche Kritik an der schleichenden
Islamisierung Deutschlands, an
Frauenverachtung und -unterdrückung
muslimischerseits, an der Sozialhilfe-
Mentalität vieler Migranten, an
Ausländerkriminalität usw. unterdrücken
will. Soll heißen, wer den türkischen U-
Bahn-Schläger nicht akzeptiert,
akzeptiert auch nicht den fleißigen,
völlig unauffälligen Vietnamesen, ergo
will er auch alle italienischen
Restaurants weghaben. Die
Folgerichtigkeit einer Verwirrten.
Es ist ein derartig wirres Weltbild,
daß es einem die Sprache verschlägt.
Das ist aus dem deutschen Intellektuellen
inzwischen geworden: ein ziemlich
ungebildeter Geselle, der sich mit längst
vergammelten Phrasen in einen
völkischen Quark hineinhalluziniert,
ohne zu merken, daß der dagegen
gerichtete Kampf in Wahrheit auf
Einflüsterungen von Interessensgruppen
zum Zwecke der Verbreitung ihres
eigenen Einflusses basiert. Das perfekte
Instrument für den linken Zeitgeist,
dessen wahrer Geist darin besteht, das
Geld des Steuerzahlers unter dem
Vorwand des Humanitären und
Gutmenschlichen sowie des Kampfes
gegen vermeintlich rechte Gesinnungen
auf das Konto von einigen Auserwählten
zu transferieren. Alles, was Sibylle Berg
dort oben sagt, ist irreal und bizarr und
hat mit der Wirklichkeit in diesem Land
nicht das geringste zu tun. Es geht aber
noch irrer weiter.

»Aus welchen persönlichen


Angststörungen Rassisten, Homophobe
und Rechtspopulisten auch agieren, sie
werden von der Geschichte überrollt
werden. Verstorben, vergessen
irgendwann, mit ihren kleinen
Hasspredigten, mit ihrem engen
Verstand, aus dem nur dummes Zeug
entspringt.«

Das ist eine kaum verhüllte Drohung,


und diese Drohung richtet sich an
Menschen, die noch eine menschliche
Regung zeigen. Sobald diese Regung
sich einstellt, sollen sie sofort entweder
psychiatrisiert oder inhaftiert werden,
denn sie haben eine »Angststörung«. Das
heißt, wenn ich sage »Ich persönlich
mag keine Schwulen, aber es ist mir
völlig egal, was die untereinander
treiben«, dann ist dies keine
Meinungsäußerung mehr, sondern eine
gefährliche Krankheit, wenn nicht ein
Straftatbestand. So denkt inzwischen
auch die Politikerbande von der EU und
will nun hinter dem Rücken der
Bevölkerungen ihrer Mitgliederstaaten
bei Nacht und Nebel
Existenzvernichtungsgesetze erlassen,
auf daß die freie Meinungsäußerung und
die Kunst- und Pressefreiheit nicht nur
eingeschränkt, sondern komplett
unterbunden werden. Was z.B. die
Islamkritiker anbelangt (die Angehörigen
einer Glaubensgemeinschaft werden in
dem Gesetzesentwurf seltsamerweise als
eine Rasse bezeichnet), so wird auch
ganz konsequent nicht von ihrer
Verfolgung gesprochen, sondern von
ihrer »Eliminierung«. Des weiteren
betrifft dieses sich im
Diskussionsstadium befindliche
Maulkorb-Dekret auch die Kritik an dem
von übergeschnappten Lesben auf dem
Klo erfundenen Gender-Mainstreaming-
Kokolores, wonach Männer in Wahrheit
auch und vor allem biologisch Frauen
wären, Frauen jedoch Herkulesse und
Einsteins in Personalunion. Ich frage
mich, wann dieses Volk endlich aufsteht
und diese EU-Politiker, die auf Kosten
des Steuerzahlers in Fünf-Sterne-Hotels
ganz ungegendert die ukrainische
Frauenwelt kennenlernen, davonjagt.
Um aber auf Sibylle zurückzukommen,
nein, die angeblich überall lauernden
»Rassisten, Homophoben und
Rechtspopulisten« werden nicht von der
Geschichte überrollt werden, sondern in
Bälde von Panzern, in denen
Antidiskriminierungssoldaten sitzen,
welche alle platt fahren, die sie einer
»Angststörung« verdächtigen. Ach
übrigens, die Nazi-Deutschen sind längst
nicht mehr homophob, sondern
diejenigen mit dieser bestimmten
Religion, Sie wissen schon. Aber das ist
ja eine gutartige Angststörung.

»Es gibt die Welt, wie ihr sie wollt,


nicht mehr. Mit Rechts-Links, Gut-Böse,
Eingeborenen und Fremden, mit der Frau
als Gebärmaschine, dem Patriarchen.«

So Sibylle Berg weiter im Text.


Interessant. Der böse Deutsche will also
die Frau als Gebärmaschine. Aha! Kann
es sein, daß Sibylle die letzten Jahre
ganz allein im Wald verbracht hat? Oder
auf dem Mond? Liest sie keine Zeitung?
Kann sie uns mal verraten, welcher
deutsche Mann eine Gebärmaschine
haben möchte? Oder vor fünfzig Jahren
haben wollte? Vielleicht wollte er vor
500 Jahren eine Gebärmaschine,
obgleich ich auch daran nicht richtig
glauben mag, weil ich diese
Gebärmaschinenphrase eher als eine
Erfindung von schockierend
wunderschönen Emanzen vom Schlage
einer Alice Schwarzer von Anfang der
Siebziger halte, die sich für ihren
Männerhaß einfach ganz schnell
irgendein ulkiges Argument haben
einfallen lassen. Ich dachte, das Problem
wäre heutzutage das genaue Gegenteil,
nämlich daß die Deutschen mittlerweile
überhaupt keine Kinder mehr wollen.
Und das mit dem »Patriarchen« ist
noch drolliger. In welcher deutschen
Familie gibt es noch einen Patriarchen?
Die Fernsehwerbung vermittelt
jedenfalls keinen Eindruck davon. Dort
sind nur glattgebügelte Softies zu sehen,
die in Edelküchen um die Wette wie
bekloppt für die Familie kochen und die
Frau mit einer Traube von bunten
Luftballons überraschen, damit sie ihm
die Gnade eines Ficks erweist, wogegen
Mahmud nur »Bitch, laß mich ran!« zu
brüllen braucht. Nein, was den
Patriarchen und die Gebärmaschine
angeht, Sibylle, da hältst du dich besser
an den Sudanesen aus deinem Gorki-
Theater, der kennt sich damit besser aus.
Der domestizierte, um nicht zu sagen
verschwulte deutsche Mann runzelt bei
derart bekloppter Polemik nur die
verweichlichte Stirn.

»Eure Kinder, Enkel, in korrekten


heterosexuellen Beziehungen erzeugt,
werden irgendwann sitzen, friedlich
nebeneinander. Unter künstlichen
Himmeln, in künstlichem Klima, das
perfekt ist, immer warm, das Meer
künstlich, die Seen, die Berge, aber
nicht minder schön, die Sonne geht unter.
Sie sitzen auf einem künstlichen Rasen,
Vögel-Avatare, und sehen sich im
Lesegerät Dinge von früher an. Aus der
Zeit der Großeltern.«

Nun hebt Sibylle endgültig ab und


beginnt zu phantasieren. Man versteht
zwar nicht, was genau gemeint ist, aber
es ist aus dem Ausschnitt herauszulesen,
daß sie einen ziemlichen Ekel gegen
Menschen empfindet, die in
»heterosexuellen Beziehungen« und dann
auch noch »korrekt« (damit ist wohl
spießig gemeint) gezeugt worden sind.
Gut, kann man so sehen. Aber was ist ihr
Gegenvorschlag, ich meine rein
technisch? Vielleicht das Sperma mit der
Spritze rein oder Befruchtung im
Reagenzglas? Ganz nebenbei bemerkt
würde mich interessieren, wie Frau
Berg gezeugt worden ist. Doch nicht
etwa …? Oh, ich glaube, ich muß
kotzen!
Dieser absonderliche Nebensatz soll
sicherlich ein plumper
Anbiederungsversuch an Schwule und
Lesben sein, deren Sexualität im
Irrenhaus Deutschland mittlerweile als
die einzig wahre und moralisch
überlegene, wenn nicht sogar als
sakrosant zu betrachten ist, während die
primitiven Heteros schmutzig rumficken
und ungefragt Kinder zeugen. Der Gag
ist nur, daß nicht einmal die
hartgesottensten Gleichgeschlechtlichen
jemals auf die Idee kommen würden, die
Zeugung von Kindern, also die
natürlichste Sache der Welt, als
lächerlich, inkorrekt, ja, sagen wir es
doch ganz offen, voll nazi zu zeihen.
Nein, darauf kommt nur ein deutscher
Intellektueller, in der Hoffnung, Beifall
von irgendwelchen Instituten und
Organisationen zu bekommen, die mit
ihrem Transgender-Schwachsinn lecker
Steuergeld abkassieren.
Allerdings rächt sich in den nächsten
Zeilen die »heterosexuelle Zeugung«
brutal, denn die derweise fahrlässig
Gezeugten sind in der Bergschen Zukunft
offenkundig allesamt verblödet. Tja, das
ist der Preis! Sie hocken jetzt in einer
künstlichen Welt als »Vögel-Avatare«,
was immer das bedeuten mag, und
gucken debil ins Lesegerät, auch so ein
Teufelszeug. Die Autorin möchte sich
mit diesem Bild als Visionärin geben,
bloß hat sie keine Vision, sondern
schreibt irgendeinen Blödsinn von
kommunistisch angehauchten
Kulturpessimisten und Technikfeinden
ab, deren Prophezeiungen kein einziges
Mal gestimmt haben. Dennoch scheint es
ein klein wenig Hoffnung zu geben:

»Sie werden sich wundern in einer Welt,


in der alle gleich sind, es keinen
Rassismus mehr gibt, keinen Sexismus,
in der Frauen und Männer und Menschen
des dritten Geschlechts lieben, wen sie
wollen, sich nicht bekämpfen.«

Jaja, das mit dem dritten Geschlecht


ist sehr wichtig, weil es ja so verbreitet
ist. Und schon wieder eine tiefe
Verbeugung in Richtung der Ecke, wo
richtig viel Kohle sitzt, nämlich die mit
Milliarden von Steuer-Euros
zugeschütteten Migrations- und
Wohlfahrtsorganisationen und grotesken
Gender-Lehrstühle, welche durch bloße
Dummbeutel-Behauptungen ihre
ungeheuer wichtige Existenz
rechtfertigen, wo andere Leute durch
richtige Arbeit ihre Brötchen verdienen
müssen. Vielleicht springt ja auch etwas
für einen selbst heraus wie beim Gorki-
Theater, nicht wahr, Frau Berg? Aber
mach dir mal keine Sorgen, Frau (ähm,
war das richtig so?) Künstlerin, hier
»bekämpft« niemand niemanden. Alle
sind im Tran und oder noch am Schlafen.
Am besten legst du dich auch wieder
hin.
Der deutsche Intellektuelle von heute ist
alles mögliche, aber bestimmt nicht
intellektuell. Intellekt bedeutet, daß man
die Fähigkeit besitzt, hinter die
Verhältnisse zu schauen, die auf den
ersten Blick glasklar und plausibel
erscheinen, aber es doch nicht sind, und
eben nicht blind die Sichtweise von
Verfassern von Parteiprogrammen,
Ideologien und zeitgeistigem Blabla zu
übernehmen. Im besten Falle kommt bei
einem intellektuellen Denkvorgang die
Wahrheit ans Licht. Davon ist der jetzige
deutsche Intellektuelle allerdings
Lichtjahre entfernt. Er macht sich gemein
mit der Politik, dem schmutzigsten
Geschäft noch vor der Hurerei; er hofiert
im Namen des bis zur Unkenntlichkeit
ausgehöhlten Begriffs »Toleranz« den
Islam, eine Pseudoreligion, die, wo sie
hinkommt, immer öfter Leichenberge
hinterläßt; er ignoriert die
Naturwissenschaft, weil er in diesem
Fach schon in der Schule schlecht war;
er glaubt jeden schizoiden Scheiß, den
sich Bekloppte über Geschlecht und Sex
zusammengesponnen haben, obwohl sich
in seinem Alltag zu 99,9 Prozent
stinklangweilige Hetero-Dramen
abspielen; er übernimmt kritiklos die
Verlautbarungen der Mainstream-
Medien, obgleich diese nur noch für ein
beamtetes oder quasibeamtetes Publikum
publizieren, das wegen des
kontinuierlichen Zuflusses von
Staatskohle nix mehr juckt; und so
gestrig, wie er ist, ist er besessen von
der grünen Ideologie, obwohl deren
Urheber sie in Wahrheit männlicherseits
nur erfunden haben, um an junge Muschis
und Staatsknete ranzukommen, und
weiblicherseits wegen der Verzweiflung
über die eigene Potthäßlichkeit, gut, der
Hang zum Kindersex hat dabei auch eine
nicht zu unterschätzende Rolle gespielt.
Steht es wirklich so schlimm um den
deutschen Intellektuellen? Vielleicht gar
nicht mal, denn vielleicht denkt er sich
bei all dem von mir Beanstandeten gar
nichts und lacht sich einen Ast. Zum
Glück gibt es »Google Translate«, das
neben den vielen Fremdsprachen auch
die wahren Gedanken des deutschen
Intellektuellen dolmetschen kann. Ich
habe mir die Mühe gemacht, ein paar
seiner Kernaussagen ins Deutsche zu
transferieren:

Der deutsche Intellektuelle (im


folgenden DI genannt): »Ich finde, daß
die Schere zwischen arm und reich
immer weiter auseinanderklafft, was
eine Katastrophe ist. Deshalb bin ich
dafür, daß man den Reichen alles
wegnimmt, diesen Verbrechern, und
alles unter den Armen verteilt.«

Google-Übersetzung: »Ist mir doch


scheißegal, wie es um diese stinkenden
Armen steht, so primitiv und blöd wie
die sind, daß sie Casting-Shows gucken
und Ballermann auf Malle buchen. Im
Gegenteil, ich vergöttere die Reichen,
möchte eingeladen werden zu ihren
Partys mit den geilen Chicks und mit
Koks und Champagner, die mir Lakaien
mit weißen Handschuhen darreichen
mögen. Ich will selbst unermeßlich reich
sein. Oft frage ich mich, wie die es zu
diesem wahnsinnigen Reichtum gebracht
haben, obwohl sie nicht wie ich
Germanistik studiert und bereits einen
Roman veröffentlicht haben. Na ja, kein
Wunder, den hat ja auch keine Sau
gelesen. Ich reg mich ja über die auch
nur auf, weil meine unter intensivem
Rotweineinfluß destillierten genialen
Gedanken viel wichtiger für die Welt
sind als deren doofe Verkaufe. Was ist
denn schon die Entwicklung einer
neuartigen Kunstfaser gegen meine
Lesung in Pforzheim mit vier Zuhörern?
Nix! Ja, ich ärgere mich darüber, daß ich
es mit meinem Kram immer noch nicht
auf einen grünen Zweig geschafft habe,
wogegen die sich von so etwas Ödem
wie Containerschiffsverkehr eine Insel
kaufen können. Deshalb wünsche ich den
Reichen alles Schlechte. Vielleicht
werde ich mit dieser Aussage ja
irgendwann Stadtschreiber in
Pforzheim.«

DI: »Ich finde, daß der Sexismus in


unserer Gesellschaft unterschwellig
immer noch in seinem ganzen
widerlichen Umfang wie früher existiert.
Der Staat sollte härtere Gesetze dagegen
erlassen, und die Medien müssen diesem
Thema einen viel größeren Platz
einräumen, damit die Frau in unserer
Gesellschaft nicht auf Schritt und Tritt
zum Sexobjekt degradiert wird.«

Google-Übersetzung: »Hahaha!, das


ist natürlich totaler Blödsinn, weil ich in
Wahrheit so dauergeil wie Nachbars
Lumpi bin und wie alle Männer im
Kulturbetrieb nichts lieber tue, als den
Weibern auf den Arsch zu starren und zu
versuchen, sie ins Bett zu kriegen, vor
allem die blutjungen Praktikantinnen bei
uns im Verlag. Naja, nicht auf jeden
Arsch, bin ja Ästhet. Ich lüge deshalb so
unverschämt daher, weil mein Name in
diesem Echauffierungsorkan unbedingt
mitgenannt werden und meinen Ruhm
mehren soll. Das leidige Sexismus-Ding
betrifft, wenn überhaupt, sowieso die
jungen und schönen Frauen, weshalb
sich die häßlichen und älteren Semester
ja auch mehr als diese aufregen, weil sie
leider nicht in Verlegenheit kommen,
aber gern so tun als ob. Ich gucke ja
manchmal ins Internet und staune,
wieviele ältere Frauen sich würdelos
den Männern andienen, mit gestochen
scharfen Fotos ihrer verwelkten Brüste
und Genitalien. Aber das
Empörungstheater mache ich trotzdem
mit, weil ich dadurch den Anschein
erwecken möchte, daß ich ein von dem
medialen Emanzenkomplex
durchgegenderter Hampelmann bin. Und
dann hoffe ich, daß sich das bis zu den
politisch korrekten Feuilleton-Brüdern
durchspricht, damit sie endlich mal
meinen Scheiß besprechen. Ansonsten
unterscheide ich mich, was die Sache
mit Schwanz und Muschi angeht, kein
bißchen von irgendsoeinem Proleten in
der Gosse.«

DI: »Zuwanderer und Menschen mit


Migrationshintergrund werden in diesem
Land diskriminiert und von Neonazis
gejagt. Dabei brauchen wir Zuwanderer,
weil sie uns bereichern. ›Ausländer, laßt
uns nicht mit den Deutschen allein!‹ –
Diesen Spruch kann ich guten Gewissens
unterschreiben, denn gerade das Fremde
hat dieses Land vielfältiger und bunter
gemacht und sein Gesicht zum Guten
verändert.«

Google-Übersetzung: »In der Tat


kenne ich viele Menschen ausländischer
Abstammung, gleichwohl weiß ich, daß,
wer ›Ausländer‹ sagt, in Wahrheit
›Muslim‹ meint. Ich persönlich will mit
echten Muslimen nix zu tun haben, weil
ich nämlich nicht mit 23 Messerstichen
am Bordstein verbluten möchte, nur weil
ich mal so einer Muslim-Alten die Hand
gereicht habe. Dennoch schere ich alle
Ausländer lügnerischerweise über einen
Kamm und tue dreist so, als ob ein
Rußlanddeutscher oder ein Portugiese
das gleiche wären wie ein Libanese. Ich
will damit demonstrieren, wie tolerant
bis zur Hirnerweichung ich bin, denn das
Wort Toleranz ist in meiner Branche
heutzutage die stärkste Währung, mit der
man es in die Leitmedien schafft. Nun,
da muß man den Islam halt in Kauf
nehmen. Bei uns in der Redaktion
werden jetzt auch Türken beschäftigt,
Araber sind offenkundig noch nicht
soweit. Aber die Türken schreiben halt
nur diesen einfallslosen Migrationsmist.
Sie kommen mir vor wie
Migrationsroboter, die kein anderes
Thema beherrschen. Bald schließt der
Laden sowieso wegen der Konkurrenz
aus dem Internet, und dann sitzen sie wie
ich auf der Straße, diese Türken-
Arschlöcher! Mist, daß ich gleich
Feierabend habe und mit der U-Bahn
nach Hause fahren muß. Hab ein bißchen
Sorge vor der kulturellen Bereicherung
in den Öffis. Nie ist ein Neonazi da, wo
man ihn braucht …«

Vielleicht mache ich mir also auch mit


meiner Theorie, daß der Parasit den
Wirt übernommen hätte, nur etwas vor.
Vielleicht ist es auch ganz anders,
vielleicht gibt es weder einen Parasiten
noch einen Wirt, sondern agieren sowohl
die Einflüsterer als auch ihre
Sprachrohre im Kulturbetrieb völlig
freiwillig und rational. Der deutsche
Intellektuelle ist vermutlich gar nicht so
doof, wie ich ihn hier dargestellt habe,
sondern besitzt in Wahrheit die
Bauernschläue und die Sensitivität,
schon anhand von kleinen Fingerzeigen
der vorherrschenden Politik, des
Zeitgeistes und den Stimmungen im
öffentlichen Diskurs aus dem Stand exakt
das passende Gesinnungsprodukt
abzuliefern. Es ist ein Geschäft auf
Gegenseitigkeit, die Aufführung eines
Stückes im Gorki-Theater hier, ein
Literaturpreis oder -stipendium dort,
wenn man »intellektuell« zu parieren
bereit ist. Und so sind wir in einem
reibungslos funktionierenden
Kulturbetrieb längst untergegangen
geglaubter DDR-Façon angelangt, in
dem nicht einmal Druck nötig ist oder
mit Zensur gedroht werden muß, weil
alle Beteiligten wissen, was man darf
und was man nicht darf, und vor allem,
was erwartet wird. Sonst gibt es keine
Kohle.
Problem: Man braucht solcherlei
Produkte des deutschen Intellektuellen
wie z.B. diese Sibylle-Berg-Kolumne
gar nicht zu konsumieren, um
irgendetwas Neues zu erfahren, man
weiß eh, was drinsteht. Es fehlt die
Überraschung, das Um-die-Ecke-
Denken, die augenöffnende Erkenntnis.
Ich frage mich, ob der deutsche
Intellektuelle aus seinem politisch
korrekten Schlaf aufwachen würde,
wenn er eins übergebraten bekäme.
Einem ist das schon geschehen, nämlich
Harald Martenstein, dem Kolumnisten
von der Zeit.

»Vor einigen Jahren ist es mir passiert,


dass ich auf dem Nachhauseweg von
zwei jungen Männern, etwa achtzehn,
angehalten wurde … Sie haben nach
Zigaretten gefragt, ich hatte nur noch
eine. Dann haben sie mir abwechselnd
links und rechts Ohrfeigen gegeben und
dabei gelacht, ich glaube, es waren
ungefähr acht Ohrfeigen. Die Brille ist
dabei kaputtgegangen. Als ich um Hilfe
geschrien habe, sind sie weggegangen.
Nicht schnell, sondern schön langsam,
im Triumph … Ich geniere mich ja sogar,
es zu erzählen. Die Männer hatten einen
türkischen Akzent … Klar, ein bißchen
demütigend war das schon.«

Klar, ein bißchen demütigend war das


schon. Aber nur ein bißchen. Der Mann
ist nicht zur Polizei gegangen und hat die
Episode auch jahrelang für sich
behalten, obwohl er es gerade durch
seinen privilegierten Zugang zu den
angesehensten Medien hätte publik
machen können. Erst als einige
Publikationen in den letzten Jahren die
Ausländergewalt thematisierten und das
mediale Klima es zu erlauben schien, ist
er ganz mutig damit herausgerückt.
Inzwischen hat sich dieses Zeitfenster
wieder geschlossen, und niemand redet
mehr über die importierte Gewalt, die
sogar bei Mord mit lachhaften
Bewährungsstrafen abgenickt wird.
Acht Ohrfeigen reichen offenkundig
nicht, um einem deutschen Intellektuellen
die deutsche Wirklichkeit vor Augen zu
führen. Aber vielleicht eine Eisenstange
auf den Kopf mit Schmackes?
VII.
DAS SCHLACHTEN HAT
BEGONNEN
Ende März 2013 erschien auf dem
Politblog Die Achse des Guten ein
Artikel mit dem obengenannten Titel von
mir, der in den folgenden Wochen mein
Leben ziemlich durcheinanderbrachte
und schließlich im Dezember über
Bande dazu führte, daß ich eine
Geldstrafe von 4000 Euro bezahlen
mußte und zum ersten Mal in meinem
Leben als Krimineller aktenkundig
wurde und nun vorbestraft bin. Es
handelte sich um ein »Gedankendelikt«,
um mit George Orwell zu sprechen, und
es war ein politisches Urteil, weil
sämtliche grundgesetzlich verbrieften
Rechte der Meinungs-, Rede-, Kunst-
und der Pressefreiheit von Richter und
Staatsanwaltschaft mit einem Federstrich
außer Kraft gesetzt wurden. Einige unter
ihnen kennen vielleicht diesen Artikel.
Für die anderen hier noch einmal der
ganze Text:
»Zum Verständnis des Themas, das
ich hier ansprechen möchte, ist es
vonnöten, daß ich zunächst Ihr
Gedächtnis bezüglich eines
evolutionären Vorgangs auffrischen muß.
Viele Leute, die mir begegnen, scheinen
in der Schule bei diesem Thema nicht
aufgepaßt zu haben, soweit sie es
überhaupt je verstanden oder
durchgenommen haben. Die Evolution ist
weder ein denkendes Wesen noch ein
geheimer Mechanismus, der Flora und
Fauna zu Veredlung streben läßt. Sie ist
lediglich ein spieltheoretisches Modell
zur Erklärung von Entwicklungen und
Manifestationen in der Natur, wozu auch
das Verhalten des Menschen gehört.
Charles Darwins These des ›Survival of
the Fittest‹ in seinem epochalen Werk
Die Entstehung der Arten bedeutet eben
nicht ›Das Überleben der Stärkerem‹,
wie oft kolportiert wird, sondern ›Das
Überleben der Angepaßten‹. Aber selbst
diese Beschreibung trifft nicht den Nagel
auf den Kopf, denn nichts paßt sich in
der Evolution an irgendetwas an,
sondern durch die Umstände wird ›man‹
angepaßt. Es gibt weder einen
individuellen Willen in dem Spiel noch
eine alles lenkende (Natur-)Macht.
Warum erzähle ich das? Weil es sich
bei der letztmaligen Tötung eines jungen
Deutschen namens Daniel S. von Türken
in Kirchweyhe im Grunde um einen
beispielhaft evolutionären Vorgang
handelt, nämlich um den schleichenden
Genozid an einer bestimmten Gruppe
von jungen Männern. Dabei ist nicht
einmal die Tötung selbst von Interesse,
so grausam sich das auch anhören mag,
sondern das ›Biotop‹, in dem der
Genozid stattfindet. Und noch mehr
dessen Folgen. Die Tat reiht sich ein in
eine Serie von immer mehr und in immer
kürzeren Abständen erfolgenden
Bestialitäten, die zumeist von jungen
Männern muslimischen Glaubens an
deutschen Männern begangen werden.
(Es befinden sich unter den Opfern nie
Frauen. Die werden in der Regel
vergewaltigt, was auch banal
evolutionär zu erklären ist, aber dazu
später.) Natürlich haben die Täter nur
rudimentäre bis überhaupt keine Ahnung
vom Islam – zum Glück! Aber das
Wenige, was sie beigebracht bekommen
haben, vom Hörensagen zu kennen oder
zu erahnen, reicht aus, um sich als ›The
Masters of the Universe‹ zu fühlen. Die
Theorie von einfühlsamen (deutschen)
Soziologen, wonach diese bestialischen
Jugendlichen sich in Wahrheit als
Versager und Opfer der Gesellschaft
vorkämen und ihr Blutrausch ein
verzweifelter Aufschrei sei, ist natürlich
eine von der Migrantenindustrie,
schwachsinnigen Politikern und
geisteskranken linken Medienleuten
bestellte Lüge, die, obwohl niemand
daran glaubt, nicht einmal sie selbst,
dazu dienen soll, sozusagen das
öffentliche ›Branding‹ des armen, lieben
Ausländers in das Hirn der
Allgemeinheit zu penetrieren. Im
Gegenteil, nicht einmal ein Milliardär
mit dem Aussehen eines Ryan Gosling
hat so viel Selbstbewußtsein wie ein
Türke oder Araber, der einem Deutschen
am Bordstein das Hirn aus dem Schädel
tritt.
Das Muster ist immer gleich. Eine
Gruppe oder die herbeitelefonierte
Kumpelschar umstellt das Opfer nach
der Jagdstrategie von Wölfen, wobei die
Delta- und Betatiere stets außen herum
laufen und für das einschüchternde
Jagdgeheul sorgen und das Alphatier
nach und nach von der Beute Stücke
abzubeißen beginnt, bis am Ende alle
über sie herfallen und sie hinrichten. Die
Zahl der solcherlei Weise ermordeten
Deutschen wird von offiziellen Stellen
bewußt geheim gehalten, es ist aber
wohl nicht übertrieben, wenn man
taxiert, daß es sich um die Opferanzahl
eines veritablen Bürgerkrieges handelt.
Jetzt kommen wir aber zu der
evolutionären Komponente bzw. dazu, in
welch einer auch für die Täter
unvorhersehbar günstigen Gemengelage
das alles stattfindet. Eine große Rolle
spielen hierbei die Medien. Es geht
einem deutschen Journalisten am Arsch
vorbei, ob ein junger Landsmann von
ihm auf offener Straße totgeprügelt wird,
im Gegenteil, da ihm vom Kindergarten
an der Haß auf die eigene
Volkszugehörigkeit antrainiert wurde, er
sogar seine berufliche Existenz riskierte,
falls er für so etwas Mitgefühl zeigte,
freut er sich in einer Art
Übersprungshandlung sogar darüber.
Upps, jetzt habe ich ein Wort gesagt, das
die jüngeren Leser gar nicht mehr
kennen, weil dessen Benutzung zur
öffentlichen Ächtung führen könnte, und
das voll nazi ist: Landsmann. In dem
Wort, das an Nazität nur noch von
›Landsmannschaft‹ übertroffen wird,
stecken gleich zwei total faschistoide
Wörter drin. Zunächst ›Land‹, was es ja
eigentlich so nicht geben darf, wenn man
die Sache mit den ›offenen Grenzen‹ und
›Jeder ist ein Ausländer‹ ernst nimmt.
›Staat‹ vielleicht, ja, Staat ist immer gut,
oder meinetwegen Staatsgebiet, aber
Land? So richtig faschistoid wird es
aber erst mit dem Zusatzwort ›Mann‹,
wo wir doch inzwischen durch die
Genderforschung gelernt haben, daß der
Mann nur ein gesellschaftliches
Konstrukt ist und, als es ihn noch
gegeben hat, er nur gewalttätig,
frauendiskriminierend, sexistisch, halt so
ein Nazi war. Vielleicht haben Türken
und Araber Landsmänner, aber wir hier
in Deutschla … ähm, auf deutschem
Staatsgebiet kennen wir so etwas nicht.
Und infolgedessen haben wir auch kein
Mitgefühl für unsern Landsmann.
Niemand hätte von der viehischen
Ermordung von Daniel S. medial
erfahren, wenn nicht durch eine
Unachtsamkeit in einer lokalen Ausgabe
der BILD-Zeitung darüber berichtet
worden wäre und die Nachricht sich wie
ein Lauffeuer durch das Internet
verbreitet hätte. Überrollt von der
Empörungswelle, saßen die
linksgestrickten Medien nun in einer
Zwickmühle. Wie bringt man das
Kunststück fertig, den Leuten zu
erklären, daß schon wieder ein
unschuldiger Deutscher von
deutschhassenden ›Menschen mit
Migrationshintergrund‹ totgeschlagen
wurde, und suggeriert gleichzeitig genau
das Gegenteil? Ein klassischer Fall von
Doppeldenk. Vielleicht macht man es so
wie der Bundespräsident Gauck in
seiner Weihnachtsrede: ›Sorge bereitet
uns auch die Gewalt in U-Bahnhöfen
oder auf Straßen, wo Menschen auch
deshalb angegriffen werden, weil sie
schwarze Haare und eine dunkle Haut
haben‹? Also einfach frech lügen? Es
mußte doch, verdammt nochmal, möglich
sein, das Ganze mit irgendwelchen
Nazis in Verbindung zu bringen, so daß
später an den Köpfen der Leser und
Zuschauer in diesem Zusammenhang nur
noch Bilder von glatzköpfigen
Gewaltrobotern hängenbleiben!
Da kam ihnen der SPD-Bürgermeister
des Ortes zu Hilfe, in dem der Mord
geschah. Dieses Prachtexemplar von
einem moralisch verkommenen Subjekt
und ein selten gefühlsloser Apparatschik
hatte nichts Eiligeres zu tun, als auf der
Stelle eine Sondersitzung des
›Präventivrates und des Runden Tisches
gegen Rechts und für Integration‹
anzusetzen und spontane öffentliche
Trauerbekundungen zu verbieten,
nachdem die Mainstreammedien in die
Geschichte eingestiegen waren. Das
vordringlichste Ziel war es nun, daß bei
den Trauerbekundungen und beim
Begräbnis bloß keine ›Rechten‹
anwesend sein sollten, insbesondere
jedoch bestand das Ziel darin, daß die
öffentliche Wahrnehmung zu diesen
halluzinierten Rechten gelenkt und der
deutschfeindliche, also wirklich
rassistische Hintergrund des Mordes aus
dem Blickfeld verbannt wurde.
Wieso ist das so? Wenn in der Türkei
vier oder fünf Deutsche aus
türkenfeindlichen Motiven einen Türken
erschlagen hätten, wären sie innerhalb
von zehn Minuten von herbeigeeilten
Passanten an ihren Eiern an der nächsten
Straßenlaterne aufgehängt worden. Wenn
sie das überlebt hätten, wären sie in der
anschließenden Nacht im Knast von
›Landsmännern‹ des Getöteten in die
ewigen Jagdgründe befördert worden,
und wenn auch das nicht gelungen wäre,
hätten sie eine derart hohe Haftstrafe
bekommen wie es hierzulande nur noch
bei Steuerbetrug der Fall ist. Man
braucht keine Glaskugel, um zu
prophezeien, wie die deutsche Justiz mit
diesen monströsen Totschlägern
verfahren wird. Nach ermüdendem Sie-
wurden-als-Kind-zu-wenig-gestreichelt-
Blabla wird man einen ›Haupttäter‹
erwählen, um die Empörung der
Öffentlichkeit auf einen einzigen zu
fokussieren, und scheißegal, wie viel
Jahre dieser auch aufgebrummt
bekommt, spätestens nach zwei Jahren
wird er aus dem Knast mit
Internetanschluß und Flachbildschirm
rausspazieren. Denn dann haben alle die
Sache längst vergessen. Die restlichen
bekommen ganz, ganz drakonische
Bewährungsstrafen, weil sie nicht
fünfzigmal, sondern nur fünfzehnmal auf
den Kopf des Opfers getreten haben.
Außerdem ist so ein Knastaufenthalt für
die Integration ja wohl kaum förderlich.
Nochmal, wieso ist das so? Zunächst
einmal ist der sogenannte Migrant in den
letzten dreißig Jahren durch eine
beispiellose und pathologische
Umkehrung der Werte im öffentlichen
Diskurs das Objekt der Vergottung
geworden, er ist ganz im
gegenständlichen Sinne mehr wert als
der Einheimische. Selbst seine
archaischen und menschenverachtenden
Sitten und seine bescheidene Religion
sind sakrosant und blind zu akzeptieren.
Vor allem aber ist er der Fetisch einer
kleinen, aber in den Medien, in der
Bildung und in der gesellschaftlich
anerkannten Geisteshaltung
einflußreichsten Partei, nämlich der der
Grünen. Der Migrant, namentlich der
muslimische Migrant ist per se
unentbehrlich, unschuldig, unberührbar
und überhaupt eine ›Bereicherung‹,
einfach so. Selbst wenn ein türkischer
oder arabischer Migrant es selber nicht
so sieht, findet er entweder kein
öffentliches Gehör oder wird mit der
Nazikeule zum Schweigen gebracht. Es
ist eine hippiehafte Alle-Menschen-
werden-Brüder-Ideologie, die
inzwischen zu einem Wahn ausgeartet ist.
Der zweite Grund dafür, weshalb
allmählich die Einheimischen mehr oder
weniger ungestraft umgebracht werden
dürfen, liegt an den Deutschen selbst.
Sie sind mittlerweile zu einem Haufen
von Duckmäusern pervertiert, die unter
der linksgrünen Gesinnungsdiktatur in
völliger Furcht um ihr gesellschaftliches
Ansehen, inzwischen auch um ihre
Existenz nichts mehr politisch
Unkorrektes zu sagen wagen, schon gar
nicht würden sie dafür demonstrieren.
Denn wie wir derzeit den Medien
entnehmen, wird eher ein Salafist zum
Polizisten, als ein Deutscher, der sich
zum Patriotismus bekennt. Zudem haben
die Deutschen ihr Leben und die
Verantwortung dafür zur Gänze dem
Staat anvertraut. Der Nachbarsjunge ist
von Ausländern erschlagen worden? Ja
schade um ihn, da soll sich aber der
Staat drum kümmern. Was hab ich denn
damit zu tun? Nachher denkt man, ich bin
ausländerfeindlich.
So weit geht der Selbsthaß und die
moralische Degeneration bezüglich der
›Landsmänner‹, daß gestandene CDU-
Politiker die Ärsche von irgendwelchen
dahergelaufenen Imamen lecken und sie
flehentlich darum bitten, mitten im Ort
eine Moschee zu errichten, in denen
Frauen einen getrennten Eingang
benutzen müssen. So weit geht die
Selbstverleugnung der eigenen Heimat
und der Zugehörigkeit dazu, daß sogar
tirolische Bands, die ihre Heimat super
finden und ihr musikalisch huldigen,
unter öffentlichem Druck von
Preisverleihungen ausgeschlossen
werden. So weit reicht diese
Geisteskrankheit, daß Antifa-Banden in
Manier von SS-Horden jede Art von
Gegenmeinung mit Zustimmung von
Volksparteien niederschlagen und
Existenzen vernichten dürfen.
Was hat das alles mit Evolution zu
tun? werden Sie sich jetzt fragen. Ganz
einfach: Dabei geht es um Verbesserung
der Fortpflanzungschancen. Diese
werden am einfachsten erreicht, indem
man Gruppen bildet und andere
Gruppen, die dem Ziel entgegenstehen,
der Vernichtung anheim gibt. Wie gesagt,
dies geschieht nicht willentlich, man tut
es einfach und wartet ab.
Normalerweise leistet die Gegengruppe
erbitterten Widerstand oder bietet einen
Kompromiß an, womit alle leben
können. Aber es kommt selbst in der
Evolution wirklich sehr selten vor, daß
sie sich einfach so ficken läßt und dafür
auch noch den Schwanz des
Vergewaltigers küßt. Und schon gar nicht
leckt man den Schwanz von demjenigen,
der den eigenen Sohn gemordet hat.
Dafür muß man wohl eine ganz spezielle
Art der Meise besitzen und gehört in die
Anstalt. Apropos ficken: Die
(deutschen) Frauen werden wie eingangs
erwähnt nicht umgebracht, sondern
zumeist vergewaltigt. Die meisten
Vergewaltiger sind in Europa
inzwischen Muslims. Das evolutionäre
Modell verlangt es, daß die Frauen eben
am Leben bleiben müssen, egal ob
dadurch Nachwuchs gezeugt wird oder
nicht. Die Evolution ist nun einmal ein
blindes, blödes Programm, aber extrem
effektiv.
Wie wird die Zukunft aussehen? Diese
sich steigernde Deutsche-Totschlägerei
wird medial sukzessive an ihrer Brisanz
verlieren, so sehr, daß nur noch die
allerschlimmsten Fälle in der
Gewichtung von schweren Autounfällen
Erwähnung finden werden. Es wird zum
Alltag dazu gehören, man wird sich
daran gewöhnen. Zum Teil ist es ja heute
schon so. Und man wird sich damit
abfinden müssen, daß man allmählich
›übernommen‹ wird. Vor allem wird es
ratsam sein, keine Söhne mehr zu haben.
Wie gesagt, die Töchter werden es
wenigstens überleben.«
Zunächst passierte nichts bzw. ich
bekam auf den Text zustimmende
Leserbriefe und Mails mit zum teil sehr
gruseligen Inhalten. Mütter und Väter
berichteten, wie ihre im Teenageralter
befindlichen Kinder (fast nur Jungen)
schon mehrfach von »Jugendlichen« mit
Migrationshintergrund, die stets in
Gruppen und Überzahl auftreten,
drangsaliert, verprügelt, mit Messern
verletzt, mit Gaspistolen unmittelbar ins
Gesicht geschossen, vergewaltigt oder
einfach nur vor ihren Freunden
gedemütigt worden waren. Einige waren
sogar knapp dem Tode entronnen oder
äußerlich entstellt fürs Leben. Und in
allen Fällen waren die Delinquenten von
gutmenschlichen deutschen Richtern
entweder unter fadenscheinigen
Begründungen freigesprochen oder zu
lächerlichen Bewährungsstrafen
verurteilt oder, noch lachhafter, zu
Sozialstunden verdonnert worden,
welche die »Verurteilten«
selbstverständlich nie angetreten haben.
Doch damit nicht genug, einige dieser
Richter hatten sogar noch die Stirn, das
Verfahren mit Spitzfindigkeiten
solcherweise zu manipulieren, daß am
Ende die Opfer als Täter dastanden und
sich gegen Vorwürfe wehren mußten.
Auch die deutsche Richterschaft hat sich
inzwischen den von der Politik und den
Medien anbefohlenen deutschen
Selbsthaß ins Hirn implantieren lassen
und arbeitet nach der Devise »Nur ein
toter Deutsche ist ein guter Deutscher«.
Das Wort Strafe ist für Deutsche
reserviert.
Der text verbreitete sich im netz wie
ein Lauffeuer, tausende kopierten ihn und
posteten ihn auf ihren Homepages. Zu
Hochzeiten führten im Internet über
250000 Links zum Schlachten-Artikel.
Ich hörte sogar davon, daß einige Leute
ihn mehrfach ausgedruckt und in die
Postkästen in ihrer Nachbarschaft
eingeworfen hätten. Es dauerte exakt
zwei Tage, bis die linken
Gedankenpolizisten auf den Plan traten,
die wegen ihres Irreseins alles Deutsche
ablehnen, ihre Informationen über
Eingewanderte offenkundig
ausschließlich aus den
Hochglanzprospekten der »Beauftragten
der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration« beziehen
und insbesondere nach stalinistischer
Manier keine andere Meinung neben der
eigenen dulden (schließlich will man ja
keine Präzedenzfälle schaffen). Zunächst
erigierte die Nazi-Keule gegen mich in
ein paar linken Blogs, bis unter anderem
der CDU-Abgeordnete Ruprecht Polenz
die Sache auf seiner Facebook-Seite
groß aufzog. Die Mainstream-Medien,
samt und sonders und ohne Sinn und
Verstand glühende Ausländertätschler,
hatten inzwischen auch von der
ungewöhnlichen Migranten-
Majestätsbeleidigung Wind bekommen
und hätten mich gern als die
Wiedergeburt Hitlers in ihren Blättern
und Online-Auftritten bloßgestellt, doch
steckten sie leider in einem unlösbaren
Dilemma. Sie wußten sehr genau, daß
selbst ihre hirngewaschene Leserschaft
mir in diesem Fall recht geben würde,
wenn sie die Kontroverse einem
breiteren Publikum zugänglich machten.
Dadurch würde der gegenteilige Effekt
erreicht und mein Text nur noch
bekannter werden. Deswegen schwiegen
sie. Außerdem war ja da noch die eine
Kleinigkeit mit meinem eigenen
»Migrationshintergrund« – gefährliches
Terrain!
Einer allerdings scherte doch aus und
wagte sich vor, einer, der früher für die
Grünen dienstbar gewesen war, wofür
sie ihm rein zufällig einen hochdotierten
Posten im öffentlichrechtlichen Rundfunk
fürs Nichtstun verschafft hatten, der
»Staatsferne« wegen. Im Radio Bremen
bezeichnete er mich … ach lesen Sie am
besten selbst, was ich ihm auf seine
Unverschämtheiten geantwortet habe:

»Ein aus dem Trog des linksgrün


versifften Staatsfunks Radio Bremen
saufender Journalistendarsteller namens
Jochen Grabler hat sich über meinen
Text ›Das Schlachten hat begonnen‹
ausgelassen und ist dabei zu dem
folgenden Schluß gekommen: ›Es gibt
einen neuen rassistischen Hassprediger
unter den deutschen Intellektuellen.
Einen Volksverhetzer, beseelt von
Goebbelsscher Perfidie. Der nicht davor
scheut, die Ausrottung der Deutschen zu
beschwören, ganze
Bevölkerungsgruppen zu potenziellen
Völkermördern zu erklären, ihnen ihr
Menschsein abzusprechen, die
Demokratie nur noch der Verachtung
preiszugeben und als letzte Lösung die
Lynchjustiz vorzuschlagen. Diese
Mischung kennen wir schon. Ihre
Wirkung auch.‹
Abgesehen davon, daß er sich als
Schreibender nicht zu doof vorkommt,
die zum dreimillionsten Mal
verwendete, abgedroschene Goebbels-
Gleichung zu stellen und das eigentlich
für Muslims erfundene Wort
›Hassprediger‹ in pseudointelligenter
Manier auf mich umzukehren und
abgesehen von der Frage, ob er solch
einen Text auch über seinen Arbeitgeber,
nämlich die über seine
›Demokratieabgabe‹ bestimmende
Regierung mit ihren einstmalig den
millionenfachen Massenmördern Mao
und Pol Pot huldigenden Mitgliedern bei
den Grünen, geschrieben hätte –
abgesehen von solchen Fragen also soll
sein wie aus dem Sozialkundeunterricht
für Fünftklässler vorgestanzter Text sehr
tricky daherkommen. Tut er aber nicht.
Er reitet darauf herum, daß ich für
meine These ›Belege‹ bringen soll, wo
doch heutzutage sogar ein sechsjähriges
Kind ganz ohne Belege um die Zustände,
die ich in meiner Streitschrift darlege,
Bescheid weiß. Selbstverständlich gibt
es diese Belege, leider nicht genug
davon, weil die multikultibesoffene
Politik an ihrer Erfassung nicht
interessiert ist. Der stramme Linke
Grabler aber möchte, daß sich ein
emotional aufgeladener Kommentar
gefälligst mit der bürokratischen
Akkuratesse eines Leitz-Ordners in
einem KZ ausnehmen möge.
Seine Belege hat er schon in der
Tasche, und die stammen aus der
politisch korrekten Mottenkiste des
dauerverständnisvollen Gutmenschen
(allerdings nur bei Migranten, besser
Muslims); die Floskel von der
zurückgehenden Gewaltkriminalität bei
Jugendlichen, wobei bewußt
ausgeklammert wird, daß die Brutalität,
der Vernichtungswille und der
Rassismus gegen Einheimische
überproportional gestiegen sind. Man
kann die Statistiken hinbiegen, wie man
lustig ist, aber ich kann mich nicht
erinnern, daß in meiner Jugend fast jeden
Monat ein Altersgenosse von mir auf
bestialische Weise totgetreten wurde.
Schon gar nicht von uns, den
Türkischstämmigen, die wir in Wahrheit
und mehrheitlich diesem Land wegen der
zweiten Chance, die es unseren Müttern
und Vätern gegeben hat, dankbar sind.
Der zweite Trick, dessen sich dieser
bessermenschliche Hampelmann im
öffentlich-rechtlichen Dienst bedient, ist
schwächerer Natur. Er sagt, daß mein
Text in rechtsradikalen Kreisen
kursieren würde, womit er mit einiger
Sicherheit recht hat. Dabei erweckt er
den Eindruck, als hätte ich ihn direkt an
die Parteizentrale der NPD gemailt. Nur,
würde er darüber auch in gekünstelte
Panik geraten, wenn die Schrift in
linksradikalen Kreisen kursieren würde?
Ach, ich vergaß, das sind ja die Guten,
die sich ungestraft und als
Feuilletonbelustigung als solche in der
Grünen Jugend austoben dürfen. Dabei
sieht Grabler selbst wie ein Nazi aus.
Jedenfalls hat er die Glatze und nicht
ich. Das ist Beweis genug!
Der dritte Trick, den er anwendet, ist
der der dreisten Lüge. ›Doch bei
Pirinçci marodieren täglich muslimische
Killerkommandos durch die Republik‹,
schreibt er. Das tun sie eben nicht,
sondern ich rede von einem unbewußten
evolutionären Vorgang, der stets
sukzessive und unbemerkt abläuft. Und
obwohl es die Regel ist, fabuliert unser
Multikulti-Liebhaber: ›Solche Taten
gibt’s tatsächlich, aber sie sind die
absolute Ausnahme.‹ Lachhaft.
Er sollte mal nachts in den
einschlägigen Migrantenvierteln
spazierengehen, am besten mit seiner
15jährigen Tochter, so er eine hat. ›Und
es gibt nicht mal Lynchjustiz
(hierzulande). So also sieht ein
erfolgreicher Schriftsteller
Deutschland.‹ Meine Einlassung, daß in
der Türkei nationaler Selbsthass
unbekannt sei und man dort mit
deutschen Tätern, die Türken
umbrächten, eben ganz anders umgehen
würde, dreht er zur Aufforderung zur
Lynchjustiz um, obwohl diese Stelle für
jeden, außer Grabler, offensichtlich
einen satirischen Unterton enthält.
Die Intention ist klar: Er will mit mir
die Eva-Herman-Nummer abziehen, also
erst intellektuell anklopfen, dann sich
mit Nazi!-Geschrei aufplustern und
echauffieren und zum Schluß die
Existenz des Gegners ruinieren. Drauf
geschissen! Eher mache ich deine
Existenz zunichte, du Vollpfosten, denn
in mir hast du deinen Meister gefunden.
Dann wollen wir mal sehen, was du
über den Mord in Kirchweyhe so alles
ausgebrütet hast, damit du dein Gehalt
bei deinem Arbeitgeber rechtfertigen
kannst. Der Grabler war nämlich in
letzter Zeit hauptberuflich damit
beschäftigt, jede Art von
Trauerbezeugungen für Daniel S. als voll
nazi zu denunzieren. Erstaunlich für
einen Journalisten, der aus einem
verkommenen Bundesland berichtet,
dessen Regierung und weite Teile der
Bevölkerung Geisel eines orientalischen
Verbrecherclans geworden sind, dessen
Angehörige sogar auf Gerichtsfluren
solche Journalisten wie ihn angreifen
und sie mit dem Tode bedrohen.
Bezahlt wird unser mutiger
Rechercheur aber für folgende von ihm
im Internet aufgedeckte Sensationen:
›Wir halten also fest: Der erste, der des
Opfers einer brutalen Schlägerei
gedenken will, hört gerne die Musik der
bekanntesten Hooligan-Band der
Republik. Die wiederum besingt
Gewalt.‹ Boah, Hammer! Was für eine
messerscharfe Feststellung.
Der Typ geht also tatsächlich
Facebook-Kommentaren nach und nennt
das Arbeitszeit. Sag mal, Radio Bremen,
hast du das Geld geschissen oder was,
daß du solche Faulenzer an deiner Brust
nährst? Geht aber weiter: Ein ›Heinz
Wilfried Eck‹ mache ›Werbung für die
neue Euro-Hasserpartei ›Alternative für
Deutschland‹.‹ Nee, echt jetzt? Und der
hat sich für eine spontane
Trauerkundgebung eingesetzt, der Euro-
Haßprediger? Da muß sofort der
Verfassungsschutz eingreifen.
So geht es in einer Tour weiter. Das
Entlarvende aber dabei ist, daß unser
Grabler bei all seinem Gegen-Rechts-
Maulheldentum kein einziges Mal sein
Radio-Bremen-Büro verlassen hat und
in die von mir genannten Brennpunkte
gegangen ist. Er hat lediglich ein
bißchen an seinem Laptop rumgespielt,
um mit Textbausteinen aus dem
grünparadiesischen Schreibprogramm
über solche armen, armen Mitbürger mit
Migrationshintergrund wie mich
herzufallen, die man auch noch auf die
rechte, o Pardon, die einzig richtige
Gesinnung zu schleifen gedenkt.
Gearbeitet hat er dabei gleich Null. Bei
mir wäre der Mann sofort gefeuert.
Nochmal, Grabler, Radio Bremen und
andere Möchtegern-
Gesinnungsdiktatoren, die ihr immer
noch davon halluziniert, daß die
Empfänger eurer Botschaften in der
Bevölkerung alles schlucken, was ihr da
an Lügen verbreitet, ihr habt euch den
falschen Gegner ausgesucht. Ich bin
weder Eva Herman noch ein
verweichlichter Deutscher, der nun den
geordneten Rückzug mit allerlei
Entschuldigungen antreten wird. Fickt
ihr mich, ficke ich euch! Die Zeiten
haben sich längst gedreht, nur ihr schlaft
noch weiter. Und nicht vergessen, im
Grunde meines Herzens bin ich immer
noch türke. Also aufgepaßt!«

Nach dieser robusten Erwiderung


beruhigte sich die Lage allmählich, und
die Pros und Kontras in der Sache
bewegten sich in einem sachlichen
Rahmen, wenn auch die taz mich mit
einem Fake-Interview reinlegen wollte
und mich als einen Durchgeknallten mit
rechtsradikaler Gesinnung darstellte.
Aber Schwamm drüber. Auch wurde ich
in dieser Zeit wegen meiner
kontroversen Postings von
selbsternannten Blockwarten bei der
Beschwerdeinstanz von Facebook
immer wieder denunziert, woraufhin
mein Account für mehrere Wochen,
schließlich sogar für Monate gesperrt
wurde. Auch darüber der feuchte
Schwamm. Am Ende der ganzen
Aufregung hatte ich zwar viele
Popularitätsstufen im Sprung genommen,
war jedoch gleichzeitig zu einem roten
Tuch für vergrünisierte Zeitgenossen
geworden, zu einer Person also, der man
ab nun genau auf die Finger schaute und
die man unbedingt bestrafen wollte,
sobald sich die passende Gelegenheit
bot. Ich war angezählt. Man wartete nur
den richtigen Zeitpunkt ab.
Der kam bald. Ich wurde wegen »Das
Schlachten hat begonnen« kein einziges
Mal angezeigt oder anderswie juristisch
belangt. Denn wie man den Artikel auch
drehte und wendete, er blieb doch eine
Meinungsäußerung im Rahmen
publizistischer Freiheit, der
strafrechtlich kaum beizukommen war.
Nein, der juristische Knüppel wurde ein
paar Monate später herausgeholt. Es
drehte sich dabei um einen auf Facebook
veröffentlichten Artikel von mir, der
eigentlich unter die Rubrik »Satirische
Schmähschrift« gehört. Der Gegenstand
meiner Kritik war eine Veröffentlichung
einer gewissen Prof. Dr. Monika
Sieverding von der Universität
Heidelberg, welche an Ahnungslosigkeit
kaum zu übertreffen war. Die Dame lehrt
dort im Fach Gender Studies und
Gesundheitspsychologie und berät ganz
nebenbei auch das Familienministerium.
Da kommen also ein hohes
Beamtengehalt und super
Pensionsansprüche zusammen, für die
der Steuerzahler immerwährend wird
latzen müssen. Der eigentliche Grund
aber, weshalb ich schließlich in einer
tribunalartigen, höchst bizarren
Verhandlung, die sich an der Grenze zur
Rechtsbeugung bewegte, zur Zahlung der
obengenannten Summe verurteilt und mit
einer Vorstrafe belegt wurde, ist nicht
dem umstand geschuldet gewesen, daß
ich mich in meinem Artikel unter
anderem über das Aussehen von Frau
Sieverding lustig gemacht habe, denn im
publizistischen Genre der Schmähschrift
ist dies durchaus erlaubt, sondern weil
ich an der unbemerkt von der
Öffentlichkeit betriebenen, zum Zwecke
der Zerstörung des traditionellen und
normalen Familienmodells und der
Erniedrigung und Ausbeutung des
Mannes (selbstverständlich des
deutschen Mannes) eingerichteten
unverfrorensten Steuergeldabzocke aller
Zeiten gerührt habe. Und diese
Geistesverwirrung, für deren Steigerung
unsere Regierung inzwischen Milliarden
aufwendet, heißt Gender Mainstreaming.
Wenn man normale Leute auf der
Straße fragen würde, was das bedeutet,
könnten sie es nicht beantworten, und
wenn man es ihnen erklärte, könnten sie
es nicht glauben, daß solch ein
Schwachsinn an unseren Universitäten
überhaupt gelehrt wird, inzwischen
sogar mehr als Slawistik, und sich
kontinuierlich in andere
Bildungsbereiche, ja, bis in die
Kindergärten und auch in die Justiz
hineinfrißt. Dabei ist die Sache so
einfach. Gender Mainstreaming ist eine
von nicht richtig arbeiten wollenden,
nichtsdestotrotz sehr aggressiven Lesben
in die Welt gefurzte Quatschtheorie,
wonach das Geschlecht eines Menschen
ein anerzogenes »soziales Konstrukt«
sei, das man je nach Lust und Laune wie
Tampons wechseln könne. Wobei
allerdings Frauen, insbesondere staatlich
alimentierte Kampflesben da eine
Ausnahme machen, weil deren
Geschlecht auf Anhieb das richtige, also
bessere bzw. kein soziales Konstrukt
darstelle, während in Wahrheit so etwas
wie das männliche Geschlecht gar nicht
existiere, und wenn vielleicht doch, dann
nur während der Arbeitszeit, um die
Kampflesben mit männlichen
Steuergeldern zu finanzieren – kurz, das
Kampflesbenartige sei das einzig wahre
Geschlecht und alles andere die totale
Scheiße.
Wenn also vom Staat alimentierte
Lesben sich gegenseitig unten reiben,
lecken und irgendwelche Stöckchen in
ihre Löcher reinstecken, demonstrieren
sie damit nicht nur automatisch die aus
ihrer Sicht einzig wahre Art der
geschlechtlichen Identität, sagen, »So,
wie es sein soll – und muß!«. Sie
glauben damit auch zu »beweisen«, daß
so etwas wie das männliche Geschlecht
eine Erfindung von Ernest Hemingway
sei. Und schließlich verlangen sie
unverfroren, daß die hohe Politik,
insbesondere das Familienministerium,
solch einen Dreck mit Milliarden zu
fördern habe, weil man sonst die
dortigen Steuergeldverteiler mit Hilfe
der ebenfalls moralisch verkommenen
Gesinnungsgenossinnen in den Medien
als hoffnungslos gestrig, wenn nicht
sogar rechtsradikal zu denunzieren
gedenkt.
Auf den ersten Blick ist Gender
Mainstreaming ein alter Hut, und als ein
solcher wird er der Politik auch
verkauft. Es baut auf den ebenfalls
bekloppten Theorien des guten alten
Feminismus aus den Siebzigern auf,
denen zufolge die Frau früher unter dem
Mann ein Sklavendasein gefristet habe,
bis die »Emanzen« auf der Bildfläche
erschienen. Ein winziger Teil dieser
Behauptung mag vielleicht sogar richtig
gewesen sein, aber das galt für die
Frauen in der westlichen Welt stets nur
für eine überschaubare Minderheit.
Eigentlich war es zu jener Zeit ein
Unterschichtenproblem, also das eines
Milieus, für das sich Alice Schwarzer &
Co. seltsamerweise nie interessiert
haben. Dennoch nimmt sich die old
fashioned Frauenemanzipation mit ihren
BH-losen Demos und lila Latzhosen in
der Retrospektive eher rührend aus.
Auch wenn frau den Mann bereits
damals in Grund und Boden verteufelte,
so ging es in der Hauptsache
vordringlich darum, der »anderen Hälfte
des Himmels« mit dem anderen
Geschlecht Augenhöhe zu verschaffen
und ihr in jeglicher Hinsicht zur
Selbstbestimmung zu verhelfen.
Es wäre mühsam und sinnlos, den
humorlosen (das vor allem!) Feminismus
der letzten dreißig, vierzig Jahre
auseinanderklamüsern zu wollen. Was
geschehen ist, ist geschehen. Dennoch ist
es von Belang, auf die schlimmsten
Gallengifte aufmerksam zu machen, die
dieser Bewegung von ihren Anfängen an
innewohnten. Ob es der Leserin dieses
Textes paßt oder nicht, Frausein ist in
erster Linie Leben schaffen, Leben
gebären; alles andere hat sich diesem
Ziel und Zweck unterzuordnen. Keine
Frau ist schöner als eine mit einem
Babybauch und bis zum Aufplatzen
angeschwollenen Milchbrüsten. Ich
weiß nicht, wie es auf anderen Planeten
läuft, aber hier bei uns auf der Erde
funktioniert es nur so und nicht anders:
Entweder schenken die Frauen uns
Kinder, oder wir verschwinden von der
Oberfläche dieses Planeten. Wer sich
mittels irgendwelcher neunmalschlauer
Selbstverwirklichungstheorien etwas
anderes zusammenspinnt, mag damit
glücklich sein, wird aber im Falle einer
Kinderverweigerung trotzdem
verschwinden. Gerade an dem
Fraulichsten an einer Frau jedoch haben
sich die Feministinnen mittels
Herausposaunen glatter Lügen
versündigt. Nämlich mit der Lüge der
»ungewollten Schwangerschaft«,
obwohl sie genau wußten, daß fast jede
Schwangerschaft eigentlich mehr oder
weniger ungewollt ist, weil ein Kind
niemals zu einem Zeitpunkt kommt, an
dem man in Sachen Wohlstand,
Partnerschaft und Lebenserfahrung
perfekt darauf eingestellt ist, es sei denn,
man ist schon sechzig, aber dann sehnt
man sich so langsam, aber sicher mehr
nach einem Pfleger als nach einem Kind.
Nein, Kinder sind wie das Leben selbst,
sie passieren einem – und das ist auch
gut so!
Doch anstatt diese platte Erkenntnis zu
beherzigen, tischten die Emanzen von
damals irgendwelche Fälle von Familien
mit sieben Kindern auf, denen das achte
Kind noch gefehlt hatte, oder von
verlassenen armen Hascherln, um die
Tötung ungeborenen Lebens zu
rechtfertigen. Und hatten Erfolg damit!
Sie machten so lange und so unerbittlich
mit diesem Mein-Bauch-gehört-mir-
Getöse weiter, bis auch die höhere
Tochter, deren Urlaubsplänen die
Schwangerschaft im Wege stand, die
naive Studentin, deren wesentlich älterer
und verheirateter Freund es von ihr
verlangte, und die zweifache Mutter, die
sich vom Vater schon innerlich gelöst
hatte, sich angesprochen fühlten. Nicht
mehr bitterste Not und Drangsal
rechtfertigten irgendwann eine
Abtreibung, sondern reine
Luxusprobleme. Schließlich wurde das
Gesetz solcherweise umgeändert, daß
dem Mord an demjenigen, der sich
dagegen nicht wehren konnte, die gleiche
gesellschaftliche Akzeptanz zukam wie
dem Kacken. Allein die offizielle Zahl
von Tötungen im Mutterleib liegt für die
letzten vierzig Jahre bei sechs
Millionen. Scheiß der Hund drauf, ein
Land wie Deutschland, das bei jedem
ertrunkenen Lampedusa-Flüchtling in
einen kollektiven Heulkoller ausbricht
und in dem die Jugend den Begriff »in
guter Hoffnung« schon gar nicht mehr
kennt, weil eben diese gute Hoffnung
höchst selten vorkommt, hat echt andere
Probleme. Feministinnen, Politiker,
Juristen von damals, die ihr euren
blutigen Plan übererfüllt habt, ihr wißt
schon, daß ihr einen Massenmord an
eurem eigenen Volk zu verantworten
habt, oder? Nur wird man euch nicht zur
Verantwortung ziehen, das wißt ihr auch.
Hoffentlich könnt ihr gut schlafen. Das
tut ihr bestimmt, denn Menschen ohne
Gewissen ein Gewissen einflößen zu
wollen, ist wie Steine zu begießen und
darauf zu hoffen, daß diese dadurch
wachsen. Die Mörder sind unter uns!
Die zweite Todsünde der
Frauenbewegung war der Umstand, daß
sie sich von Lesben infiltrieren und
dominieren ließ, bei näherem Hinsehen
hauptsächlich einer Lesbenveranstaltung
auf den Leim ging, welche man nach
außen hin als »die Sache der Frau«
verkaufte. Da sieht man mal wieder, wie
manipulierbar Frauen sind, um nicht das
Wort »doof« in den Mund zu nehmen.
Umgekehrt wäre es eine Groteske. Man
stelle sich nämlich vor, es existierte eine
vergleichbare Männerbewegung von
solch hoher Popularität und medial
begleitetem Goodwill, die in der
Historie ihresgleichen sucht, und diese
ließe sich fast zu hundert Prozent von
Schwulen okkupieren und beherrschen –
absurd! Keinem einzigen Schwulen
weltweit würde es je einfallen, sich
propagandistisch und eifernd in die
Belange von heterosexuellen Männern
einzumischen, insbesondere in
Familiendinge. Man würde ihn
auslachen. Nee, da lobe ich mir die
Schwulen! Nicht so die zahlenmäßig im
Vergleich zu der heterosexuellen
weiblichen Bevölkerung noch unter dem
Promillebereich vorkommenden Lesben
in der Frauenbewegung, die in ihrem
Wahn glauben, ihre Anmaßungen hätten
Wesentliches mit der geschlechtlichen
Realität dieses Landes zu tun, obwohl
sie in Wirklichkeit nicht das geringste
damit zu schaffen haben, schon gar nicht,
wenn es um Familie und Kinder geht.
Was also haben Lesben in den
Schlüsselpositionen des
Familienministeriums zu suchen, du
Hirni-Regierung! Schmeiß die Leute
endlich raus! Aber sofort!
Was jedoch in der guten alten
Frauenbewegung bzw. im Feminismus
der letzten Jahrzehnte noch so vor sich
hinköchelte und nur von Eingeweihten
wahrgenommen wurde – was
interessierte die durchschnittliche
heterosexuelle Frau schon, was
irgendwelche verwirrten Lesben
halluzinierten? –, ist heutzutage durch
die Gender-Ideologie endgültig zu einer
Deformation verkommen, zu einem
bösartigen Tumor im
Zentralnervensystem der Gesellschaft.
Gender Mainstreaming ist die sieche
Anomalie des Feminismus, sein
Abdriften in den Irrsinn.
Es gibt da den wunderbaren Zombie-
Film mit dem Titel Warm Bodies. Die
Story wird aus der Perspektive eines
jugendlichen Zombies erzählt, der sich
in ein lebendiges Mädchen verknallt und
durch die Kraft der Liebe Stück für
Stück seine einstige Lebendigkeit
wieder erlangt. Eine faszinierende
Nebenidee des Films basiert auf der
Unterschiedlichkeit der Zombies. Neben
den herkömmlichen Untoten wie dem
Helden gibt es nämlich eine noch
schrecklichere Abart von ihnen,
»Bonies« genannt. Es sind skelettartige
Wesen, die alles Menschliche verloren
haben. Sie folgen lediglich dem Drang,
alles zu töten und zu fressen, was einen
Herzschlag hat, bisweilen sogar die
»normalen« Zombies, ja, Stücke von
sich selbst. Bonies sind die
Pervertiertesten in einer pervertierten
Welt. War der Feminismus der früheren
Jahre schon etwas Gekünsteltes, von
dem die gewöhnliche Frau instinktiv
Abstand hielt, weil er sie mit seiner
verquasten Begrifflichkeit und
Freudlosigkeit ungefragt in die
Opferrolle zwingen wollte und ein
völlig irreales Bild vom Objekt ihrer
Begierde namens Mann projizierte, so
ist dessen Steigerung, der Genderismus,
nur noch wie von »Bonies« ersonnene
Zombie-Kacke. Er ist eine kopfgeborene
(nicht im satirischen, sondern im
pathologischen Sinne), insbesondere
jedoch den Mann und die Männlichkeit
hassende und abschaffen wollende,
totalitäre Zombie-Ideologie, welche
durchgedrehte Lesben sukzessive in die
Hirne von Politikern penetrieren wollen
und können, weil diese bei Gegenwehr
sich des Konservativismus verdächtig
machen würden, also des Schlimmsten
in Deutschland noch vor
Kindesmißbrauch.
Die Inspiratorin und Ikone des ganzen
Gender-Mainstreaming-Schwindels ist
eine zum Überschnappen attraktive
Lesbe namens Judith Butler, welche
nicht einmal Lesben, die es nötig haben,
mit der Kneifzange anfassen würden und
deren sämtliche Theorien, Lehren und
Bücher in Wahrheit selbst ihre Fans
nicht verstehen, weil die »Professorin«
ihre vollkommen schlichte Weisheit (=
werdet alle lesbisch) bewußt mit solch
einem Bombast an Fremdwörtern
befrachtet, daß sie auch glatt das
Gegenteil bedeuten könnte. Hier eine
Kostprobe ihres »Könnens«, leider nur
in Englisch, weil sie nicht übersetzbar
ist – und diejenigen, die behaupten, sie
könnten es doch, lügen:

»The move from a structuralist account


in which capital is understood to
structure social relations in relatively
homologous ways to a view of
hegemony in which power relations are
subject to repetition, convergence, and
rearticulation brought the question of
temporality into the thinking of structure,
and marked a shift from a form of
Althusserian theory that takes structural
totalities as theoretical objects to one in
which the insights into the contingent
possibility of structure inaugurate a
renewed conception of hegemony as
bound up with the contingent sites and
strategies of the rearticulation of
power.«

Diese Frau, deren verworrene Werke


fleißig in unseren Unis behandelt
werden, ohne daß jemand versteht, was
das alles eigentlich bedeuten soll, und
die anderen lesbischen Gender-
Professorinnen fette Gehälter und noch
fettere Pensionsansprüche verschafft, hat
mit solch einem Schwachsinn Preise in
Millionenhöhe kassiert, die ihr
»Engagement« für die Sache der Frauen
und Lesben würdigen. Auch die
deutschen Steuerzahler, o Pardon,
deutsche Institutionen waren bei dieser
Schmierenkomödie dabei. Die Gender-
Judith bekam 2012 den Theodor-W.-
Adorno-Preis der Stadt Frankfurt. Die
Auszeichnung für Zivilcourage 2010 in
Berlin lehnte sie allerdings mit einer
völlig bekloppten Begründung ab,
obgleich natürlich Flug und
Übernachtung im Luxushotel vom
deutschen Steuerzahler übernommen
wurden.
Manchmal macht die Oberlesbe
Butler jedoch einen Fehler, der sie und
ihre Spatzenhirn-Elaborate exakt als
solche entlarvt. In Interviews so wie
hier 2012 mit der Zeit redet sie in
einfachen Worten und demaskiert so für
jeden verständlich ihren Wahnsinn:
»Eine Hand fängt das Neugeborene auf,
es erhält sein erstes Bad und wird in
eine Decke gewickelt. Das heißt, daß
wir nicht als freie Subjekte in die Welt
kommen, die einen Vertrag mit denen
abschließen könnten, die uns die Brust
geben. Das sind vorvertragliche Räume!
Die soziale (geschlechtliche)
Konstruktion fängt genau da an.«
Ja, ist schon eine Riesensauerei, daß
die armen Säuglinge keinen Vertrag mit
denen abschließen können, die ihnen die
Brust geben. Warum verlangt die Zeit-
Interviewerin von ihr nicht nach einem
Gegenvorschlag? Um die »soziale
Konstruktion« zu vermeiden, könnte
doch zum Beispiel der Frauenarzt vor
der Geburt in den Mutterbauch kriechen
und mit dem Säugling einen Vertrag
aushandeln. Oder damit das Baby nicht
von vornherein auf ein bestimmtes
Geschlecht festgelegt ist, könnte es doch
anstatt am Busen der Mutter am Schwanz
des Vaters saugen. Es ist unfaßbar, daß
man so einer Tante diese Absurditäten
durchgehen läßt.
Geht aber noch weiter: »Es ist noch
kein Essenzialismus, wenn man
zugesteht, daß dieses kleine Wesen sich
zu ersten Eindrücken, zu Berührungen,
Nahrung, Hitze verhalten muss. Und es
reagiert! Man könnte sagen, daß das
Ganze dieser Reaktionen später die
Persönlichkeit wird. Und aus den ersten
Erregungserfahrungen wird einmal die
persönliche Sexualität.«
Sensationell, das kleine Wesen
reagiert auf »Berührungen, Nahrung,
Hitze«! Also praktisch wie … ähm …
jeder Mensch. Aber jetzt kommt’s:
Daraus wird persönliche Sexualität! Die
Zeit-Interviewerin ist so baff ob dieser
Erkenntnis, daß sie auch hier das
Nachhaken vergißt, nämlich wie
neurologisch und hormonell aus den
»ersten Erregungserfahrungen« später en
détail Sexualität wird, denn anscheinend
haben Geschlechtsorgane in dieser
Sache nix zu vermelden. Oder hat der
Säugling schon einen Orgasmus, wenn er
Nahrung zu sich nimmt oder Hitze spürt?
Gut, dann kann man ihn ja auch schon
ficken, wie Judith in einer anderen
Schrift empfiehlt. Darin suggeriert sie
nämlich, Inzest als eine
nachvollziehbare, moralisch gar
vertretbare Form der Sexualität zu
akzeptieren. Eine Inzesthandlung
destabilisiere notwendigerweise in der
modernen Gesellschaft die Familie, sei
diese doch bloß eine vom Vatikan der
Menschheit auferlegte Struktur. Die
Norm sei längst die schwule Familie (!).
Ihre Liebe gelte den »todgeweihten
aidskranken Homosexuellen«. Für Butler
ist Aids nichts weiter als eine »sozial
verhängte Strafe«.
»›Ursprünglich gäbe es dann bei
jedem eine Disposition zur
Bisexualität?‹« will die Zeit-Reporterin
weiter wissen. »›Vermutlich‹, antwortet
Butler, ›aber das Wort klingt komisch.
Denn im infantilen Stadium bezieht sich
die Sexualität auch auf Dinge, das Kind
muß erst einmal zwischen ihnen zu
unterscheiden lernen.‹«
Woraus leitet sie das ab? Wenn ein
Kleinkind also mit Klötzchen spielt oder
»Hoppe hoppe Reiter« macht, ist es ein
sexueller Akt, so wie alles und
überhaupt sexuell ist, ob
Nahrungsaufnahme, sich die Haare
kämmen oder in der Nase popeln. Oder
besser gesagt bisexuell, wie diese
Schreiberin es gern hätte. Nur eine
Sache ist nicht so sexuell prickelnd,
nämlich wenn wir unser sauer verdientes
Geld zum Finanzamt tragen, damit das
Familienministerium und die
Universitäten es an diese schon
äußerlich eher repulsiven Lesben
weiterreichen können.
Das wirklich Absurde an diesem
Geschlechtszirkus ist, daß er mit
wirklicher Wissenschaft so viel gemein
hat wie der scheißende Arsch eines
Esels mit Goldtalerherstellung. Die
Determinierung des Geschlechts durch
Chromosomen, Gene und Hormone ist
durch die seriöse Geschlechter- und
Sexualforschung unwiderlegbar
bewiesen worden, ebenso das daraus
hervorgehende Verhalten des
Individuums. Daß es dabei zu
biologischen »Unfällen« wie bei unserer
wirren Judith kommen kann, bestätigt nur
die Ausnahme von der Regel, gilt jedoch
für die große Mehrheit mitnichten.
Weder kann man das Geschlecht eines
Menschen anerziehen noch kann der
Einzelne über die Auswahl und Manier
seiner geschlechtlichen Präferenzen
bestimmen. Das ist biologisch
unmöglich. Wer etwas anderes
behauptet, gehört in die Klapsmühle. Die
Anzahl der Jungen, die sich zu
Weihnachten eine Barbie-Puppe
wünschen, dürfte sich in einem
überschaubaren Rahmen halten, und
Mädchen, die zu ihrem Geburtstag
unbedingt einen Leopard-2-Panzer als
Modell zum Basteln haben wollen,
wurden meinen Informationen nach
zuletzt in der Kinderpsychiatrie
gesichtet. Selbstverständlich sind viele
Verhaltensweisen der Erziehung
geschuldet, zum Beispiel Manieren, die
Herangehensweise an ein Problem,
Pflichtbewußtsein, Pünktlichkeit usw.
Doch keine Erziehung der Welt, und sei
sie auch mit der Bullenpeitsche
eingetrichtert, kann die biologischen
Basics aushebeln, schon gar nicht in
sexuellen Dingen. Da sind wir nämlich
nicht Mensch, sondern Tier. Und verlang
mal von einem Silberrücken, daß er auf
den anderen Silberrücken geil werden
soll, während er die Genitalgerüche der
Weibchen inhaliert.
Das alles wissen auch die Politiker,
denn einige von ihnen haben selbst
Kinder und sehen, daß ihr Kleiner in
Star-Wars-Abenteuern aufgeht, während
ihre Kleine gern vor der Spielzeug-
Kosmetikkommode sitzt. Doch
Opportunisten und von Berufs wegen
elende Feiglinge, die sie sind, machen
sie das Spiel »Des Kaisers neue
Kleider« der Genderisten unter Jauchzen
und Hallelujas mit. Ist ja nicht ihr Geld,
das sie für diesen frei erfundenen
Quatsch verbrennen. Ihr Arsch bleibt
trotzdem schön im Warmen.
Welche kranken Blüten Gender
Mainstreaming inzwischen treibt,
beweisen die Epigoninnen von Judith
Butler, selbstredend ebenfalls Lesben.
Es sind die sogenannten »Sechs
Wahrheiten«, so etwas wie die Bibel des
Gender-Schwachsinns, die die in jeder
Hinsicht postnormalen Gender-
Forscherinnen Ingelore und Isabell
Welpe vermutlich bei einem
Irrenhausbesuch zum besten gegeben
haben:
Wahrheit Nr. 1: »Zuerst entsteht die
Frau, aus ihr entsteht der Mann … Nach
der Zeugung ist jeder Mensch zuerst
weiblich. Ein Mann ist eine Sonderform
(!) und muß daher zuerst als Ableger aus
einem weiblichen Organismus
entwickelt werden … Wenn man so will,
sind Frauen das primäre, Männer das
sekundäre Geschlecht.«

Ja bestimmt, ihr Tussis, wenn ihr bei


Bio aufgepaßt hättet, wüßtet ihr, daß das
Geschlechtsschicksal eines Fötus
mitnichten von einem
weibergottgeleiteten mythischen Zauber
abhängt, sondern, Überraschung!, von
den Chromosomen, auch wenn man
anfangs weit und breit kein Gemächt
sieht wie so vieles in der beginnenden
embryonalen Phase, z.B. Arme und
Beine. Erst durch einen genetischen
Mechanismus wird dem »kleinen Mann«
ein Testosteronbad zugeführt, woraufhin
ihm ein Pimmel und die Eier wachsen.
Das Ganze hat gar nichts mit einer
»Sonderform« zu tun, sondern das
Geschlecht ist bereits bei der
Befruchtung des Eis festgelegt. Tipp:
Nochmal das Biologiebuch aus der
fünften Klasse lesen.

Wahrheit Nr. 2: Der Penis ist nur eine


»Klitoris am Stiel … Um den Irrtum
vollständig zurückzuweisen (bezüglich
des Penisneides), muß noch gesagt
werden, daß nur dem Mann etwas fehlt,
nämlich Gebärmutter und Brüste.«

Und Hörner! Was bedeutet diese


Aussage, die auch von einem geistig
Schwerstbehinderten stammen könnte?
Wie soll man sie verstehen? Heißt das,
nur durch eine Gebärmutter und Brüste
wird man zu einem vollwertigen, ja,
besseren Menschen? Oder ist sie der
Beweis für die Gültigkeit des Spruchs
»Wenn meine Tante einen Schwanz hätte,
wäre sie mein Onkel«? Frauen können
kein Sperma herstellen und es schön
weit und kräftig abspritzen, ätsch, da
»fehlt« ihnen aber etwas! Was ist
eigentlich mit Frauen, die zwar eine
Gebärmutter besitzen, aber keine Kinder
gebären wollen (so wie die
Autorinnen)? Sind sie dann Männer? Die
Klitoris ist übrigens mitnichten ein Penis
en miniature, dafür sind bei beiden
Organen sowohl Nervenstruktur und -
verteilung als auch Zweck und
Funktionsweise viel zu verschieden.
Wenn überhaupt, könnte man einen
Vergleich in puncto Sensitivität ziehen,
aber auch da nur partiell. Dieser
Vergleich hinkt allerdings so sehr, daß er
schon einen Rollstuhl braucht. Wie soll
ich mir das überhaupt vorstellen, wenn
diese beiden Genies recht hätten: daß
ich mein Leben lang in Wahrheit
»Supermänner« gefickt habe?

Wahrheit Nr. 3: »Männer sind das


größere Geschlecht. Frauen sind das
vitalere und schnellere Geschlecht.«

Hä, das schnellere Geschlecht?


Wobei, bei den olympischen Spielen
oder in Mathe oder was? Frauen sind
höchstens beim Abgreifen von
Alimenten bei einer Scheidung schneller,
das weiß doch jeder Depp. »Der erste
Blick … verführt zur Meinung, daß
Männer stärker als Frauen seien. Das
gilt im Detail, jedoch nicht für das
Ganze. Mehr Blut, größere Lungen und
ein größeres Herz der Männer machen
diese keineswegs während der gesamten
Lebensspanne stärker und verschaffen
ihnen auch keineswegs eine bessere
Vitalität. Die meisten Männer haben eine
kürzere Lebenserwartung als die meisten
Frauen.« Alles der Reihe nach.
Natürlich lebten Frauen in Wahrheit und
»in freier Wildbahn« kürzer als Männer.
Fast jede zehnte Frau ist in früheren
Zeiten während der Schwangerschaft, im
Kindsbett oder an diversen
Frauenkrankheiten gestorben. Daß dies
heutzutage kaum mehr der Fall ist, ist
dem medizinischen Fortschritt zu
verdanken, welcher wiederum
hundertprozentig dem männlichen
Schöpfergeist zu verdanken ist. Die
Sache mit dem Lange-Leben ist
überhaupt eine Entwicklung der letzten
150 Jahre. Die meisten Menschen in der
westlichen Welt, ob Mann oder Frau,
sterben heutzutage im hohen Alter. Und
in der Regel physisch und psychisch
schwer krank! Der Überlebensvorteil
betrifft also logischerweise nur alte
Frauen. Die Aufzählung der Ursachen
hierfür würde den Rahmen dieses Textes
sprengen. Tatsache ist jedoch, daß
Frauen früher durchschnittlich kürzer
gelebt haben und sie durch das längere
Leben heutzutage nicht viel gewinnen,
weil sie die hinzugewonnenen Jahre in
Krankheit verbringen.

Wahrheit Nr. 4: »Frauen haben größere


Gehirne, und es besteht kein Unterschied
in der Intelligenzleistung.«

Frei erfundene Scheiße, das Gegenteil


ist der Fall! Und würde man an Gender
Mainstreaming dieselben Maßstäbe wie
an seriöse wissenschaftliche Fächer
legen, würde es in Zukunft wohl nur
noch in Hogwarts betrieben werden.
»Frauen haben zum Teil um 70 Prozent
mehr und dickere Nervenverbindungen
als Männer, so wie dies etwa für
Musiker im Unterschied zu
Nichtmusikern gilt. Zudem sind bei
Frauen Gehirnaktivität, Durchblutung
und Zuckerstoffwechsel insgesamt
besser. Im Verlauf des Lebensalters
verlieren Frauen auch weniger
Nervenzellen als Männer.«
Donnerwetter, da bleibt einem die
Spucke weg! Die beiden Tanten haben
offenkundig neben ihrem Gender-Kram
auch Neurologie und Humanbiologie
studiert. In etwa so wie ich. Okay, gehen
wir die Punkte einzeln durch. Mehr und
dickere Nervenverbindungen (allerdings
lediglich im sogenannten Balken
zwischen den zwei Hirnhälften): Stimmt,
man weiß aber nach heutigem Stand der
Wissenschaft nicht genau, wofür das gut
sein soll. Gehirnaktivität: Könnte
stimmen, Genaueres weiß man nicht,
indes haben auch Schizophrene mehr
Gehirnaktivität. Durchblutung und
Zuckerstoffwechsel besser: Falsch, sonst
würden Frauen weniger zuckerkrank als
Männer. Verlieren weniger
Nervenzellen: Totaler Blödsinn! »Und
welches Unternehmen kann eigentlich
auf spezifische biologische
Leistungspotenziale verzichten?« Also
wenn man mich so fragt … Ich denke
mal, bei dieser Klitsche namens Apple
kann man auf Frauen außer fürs
Kaffeekochen komplett verzichten. Wenn
in einem iPhone auch nur ein einziges
Patent von einer Frau drinstecken
würde, käme es einer Weltsensation
gleich. Und das betrifft auch alle
anderen Erfindungen. Fast alles (sagen
wir mal zu 99 Prozent) haben Männer
erfunden, das gilt sowohl für die Technik
als auch für Verfahren im
Dienstleistungsbereich. Und nicht allein
das, je mehr man Frauen Bildung und
Wohlstand zukommen läßt, desto stärker
ziehen sie sich in typisch weibliche
Berufe oder in die
Geschwätzwissenschaften zurück.
Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wahrheit Nr. 5: »Frauen sind das


Zukunftsmodell der Evolution, Männer
das frühe Modell unserer
Stammesgeschichte.«

Und wieso? »Für


Entwicklungsbiologen sind die jungen
Formen zukunftsweisend, da Kinder die
Merkmale der Zukunft tragen (…) Sie
enthalten das Veränderungspotenzial.
Die weicheren Gesichtszüge der Frauen
(…) sind den Proportionen junger
Menschen ähnlicher. Dagegen sind
gestandene Männer alte Männer. Sie
sehen im Vergleich mit den Frauen auch
alt aus.« Ach du Scheiße, deshalb also
haben Frauen die Datenübertragung in
die Cloud bewerkstelligt und bei
Daimler die neue S-Klasse konstruiert –
weil sie jünger aussehen! Es ist
unfaßbar, daß man mit solch einem
Dreck, den nicht einmal ein
Schwachsinniger von sich zu geben
wagte, tatsächlich Millionen von
Steuergeldern abkassieren darf. »Auch
im übertragenen Sinn gilt das, denn
stammesgeschichtlich betrachtet sind
typische männliche Formen älter und
›tierischer‹. Die männliche Form ist
nicht die Krone der Schöpfung, sondern
eine frühe Form und, leidenschaftslos
betrachtet, eher ein Auslaufmodell.« Mal
abgesehen von diesem offensichtlichen
geistigen Dünnschiß verwenden unsere
beiden Damen der anderen Art hier
einen rhetorischen Trick. Sie halten es
im Ungefähren, was sie mit typisch
männliche Form genau meinen. Es kann
die Ästhetik betreffen oder die »Denke«.
Jedenfalls sind Männer älter und
tierischer, was implizieren soll, daß
damals, als wir noch in Höhlen gewohnt
haben, keine Frauen anwesend waren,
sondern erst letzte Woche zum Planeten
Erde dazugestoßen sind. Seitdem ist
nichts mehr, wie es einmal war. Ja, shit
happens, Mark Zuckerberg, zieh dich
warm an! Denn nun entsteht durch
Frauenhand alles neu und wird viel, viel
besser – insbesondere beim Straßen-
und Schwermaschinenbau. Einfach nur
lachhaft!

Wahrheit Nr. 6: »Frauen leisteten den


erheblicheren Beitrag zum Überleben
der Menschheit durch Sammeln,
Kommunikation und Kooperation«

… wird einfach mal so im


Vorbeigehen behauptet, ohne stichhaltige
Beweise dafür zu liefern oder gar
Quellenangaben zu entsprechenden
Untersuchungen anzugeben. »Da uns bis
vor kurzem die Geschichte der
Menschheit ausschließlich von
männlichen Wissenschaftlern und
Historikern erklärt wurde, ist es
nachvollziehbar, daß der Mann an sich
der bevorzugte Gegenstand der
Lehrbücher ist und seine Leistungen als
die Bausteine unserer Kultur bewertet
wurden.«

Nee, is klar, die Dampfmaschine


wurde in Wahrheit von Gisela erfunden,
die Antibiotika entwickelte die liebe
Gudrun und Die Faust schrieb Gundula,
die sich immer so eine tolle Tönung auf
die Haare hat machen lassen. Und unsere
Regierung löhnt auch noch diese
abstruse Geschichtsfälschung mit
üppiger Staatsknete. Frauengeschichte
oder -forschung nennt sich der Scheiß,
der irgendwelche talent- und
leistungsfreien Tanten mit grandiosem
Gehalt plus Pensionsansprüchen
versorgt, die nichts Anständiges gelernt
haben und nun mittels
Dummdreistschnatterns dem
Familienministerium den politisch
korrekten Marsch blasen. Dabei wird
leicht übersehen, daß diese Weiber in
Wirklichkeit eine Schande für ihr
Geschlecht sind, weil sie die Stereotype
von der parasitär am Manne (hier durch
den Steuerzahler repräsentiert)
hängenden, unlogischen Bockmist
daherquasselnden, mit der
Naturwissenschaft auf Kriegsfuß
stehenden, hysterisch keifenden und sich
selbst als verwelkte Blume
überschätzenden Frau liefern. In diesem
Geiste haben sie neulich in der Leipziger
Uni durchgesetzt, daß sogar der
männliche Professor als Herr
Professorin angeredet werden muß.
Daraufhin hat die Nation aufgeatmet, und
während sie das tat, klingelte es schon
wieder hörbar in irgendeiner Gender-
Mainstreaming-Tasche. Anderseits hat es
ja der mittlerweile fabelhaft dressierte,
eierlose westliche Mann nicht anders
verdient.
Und so ist es denn auch nur
folgerichtig, daß die Kompaßnadel
derjenigen, die eigentlich Hilfestellung
für die Folgen der Vereinigung von
Mann und Frau leisten sollten, wirr und
besinnungslos in alle Richtungen
ausschlägt, nur nicht mehr zum Pol der
Familie. Im Zuge der hirnerweichenden
Propaganda von staatlich alimentierten
Familienzerstörern und Haß zwischen
Mann und Frau Säenden sehen sich
inzwischen sogar Einrichtungen, welche
man eigentlich für das Gegenteil bezahlt,
in der Pflicht, möglichst ihre Aufgabe zu
verleugnen. Zum Beispiel das
Sozialreferat der Landeshauptstadt
München, das den sogenannten
»Münchner Familienpaß 2014« mit
zahlreichen Gutscheinen, exklusiven
Angeboten und vielen attraktiven
Ermäßigungen für Familien anbietet.
Offenbar sind Mama-Papa-Kind-
Familien, sprich heterosexuell
begründete, davon ausgeschlossen.
Jedenfalls könnte man leicht diesen
Eindruck bekommen, wenn man sich die
Broschüre für dieses Angebot betrachtet.
Das cover wirkt wie die
steuerfinanzierte Superverarsche von
Familien in diesem moralisch
verkommenen Land. Darauf sind sieben
fröhlich lachende Menschen zu sehen,
vier Erwachsene und drei Kinder. Doch
warum lachen sie? Ganz simpel, sie
lachen normale, also heterosexuelle
Familien aus, also Familien, in denen
über 80 Prozent der Kinder leben. Mit
gutem Grund! In dem Foto steckt viel
Humor höhnischer, schier obszöner
Manier, welcher Familie einzig und
allein auf das Wer-fickt-wen-und-fickt-
doch-einfach-Durcheinander! reduziert,
den Sex als den eigentlichen Zweck des
Familiären vorgibt und verherrlicht. Es
ist ein apokalyptisches Bild, denn die
Durchschnittsfamilie ist in dieser
halluzinierten Schimärenrealität gar
nicht mehr vorhanden. Im linken Teil
sehen wir ein sich umarmendes
Schwulenpaar mit einem Mädchen.
Einer von den Typen wirkt sogar etwas
Aids-krank. Es soll der Eindruck
vermittelt werden, daß das heutzutage
der Normalfall sei, nämlich die Anzahl
solcherlei Familien sich stetig der der
heterosexuellen Familien angliche. In
der Tat, sehr stetig. Bei einer
Bevölkerung von 81 Millionen und etwa
16 Millionen Kindern unter 16 Jahren
leben jedoch rund lächerliche 1000
Kinder in schwulen Familien (0,00625
Prozent), weil die promiskuitive
Lebensweise von Schwulen familiäre
Beziehungen und Bindungen kaum zuläßt.
Diese Anzahl dürfte der von Kindern in
Deutschland entsprechen, die in Wäldern
von Wölfen aufgezogen werden. Auf die
Stadt München übertragen, müßten
demnach so etwa neun Kinder in
schwulen Familien leben. Was will uns
also die Stadt München mit diesen
feixenden Schwulen-Papis
verdeutlichen? Daß es sie so gut wie gar
nicht gibt, doch die Gesellschaft
dennoch eben diese faustdicke Lüge
verinnerlichen und wie ein Mantra vor
sich hinbrabbeln muß? Warum? Damit
die Affinität der Schwulen zu Knaben
und Strichjungen, also Kindern,
vergessen wird?
Auf dem rechten Teil des Bildes ist
die Aussage weniger eindeutig. Hier
sehen wir zwei Damen mit je einem
Kind. Es könnte sich bei ihnen um
Lesben handeln. In dieser Gruppe leben
in Deutschland etwa 8000 Kinder,
wohlgemerkt von 16 Millionen Kindern
unter sechzehn Jahren (0,05 Prozent).
Auch hier ist die Frage zu stellen,
weshalb die Macher dieses Prospekts
beim Begriff Familie sofort an Lesben
gedacht haben. Weil sie in ihrer Agentur
vielleicht zu viel koksen? Oder weil sie
hedonistische Singles sind, die keine
Kinder haben und auch niemals welche
haben werden und sich deshalb beim
Thema Familiengedöns vom
Parteiprogramm der sich noch unlängst
für Kindersex engagierenden Grünen
oder von irgendwelchem Feuilleton-
Geschwätz der Zeit haben inspirieren
lassen?
Allerdings könnten die beiden Damen
auch Alleinerziehende sein, das heißt ein
Fall von auseinandergebrochener oder
gar nicht erst angestrebter Familie.
Wieso aber werben dann gerade diese
tragischen Figuren für einen
Familienpaß? Heißt die Botschaft für
den Betrachter: »Fang erst gar nicht an
mit dem Familienscheiß?« Vermutlich.
Eine »richtige« Familie ist auf dem
Cover der Broschüre abwesend.
Schlimmer noch, die Initialzündung für
eine Familie, nämlich die Liebe
zwischen Mann und Frau, wird optisch
tunlichst vermieden, denn die
unterschiedlichen Geschlechter schauen
sich nicht einmal mehr an, zwischen
ihnen klafft eine Riesenlücke. Doch wer
weiß, vielleicht wird es ja bei dem
»Münchner Familienpaß 2024« wieder
anders. Darauf sieht man dann bestimmt
einen Mann mit seinen vier Ehefrauen
und zwölf Kindern und dahinter die an
Baukränen aufgeknüpften Schwulen und
Lesben – samt ihren Kindern.
Alles klar mit Gender Mainstreaming?
Als ich damals den Artikel über die
wissenschaftlich in keiner Weise
stichhaltige Veröffentlichung von Prof.
Dr. Monika Sieverding von der
Universität Heidelberg schrieb, hatte ich
all das oben Genannte im Hinterkopf.
Um ihre Existenzberechtigung im
universitären Betrieb unter Beweis zu
stellen, handelte die Gute in ihrem Text
etwas für Laien ungeheuer methodisch
Aussehendes ab, nämlich die
Feststellung, daß Frauen heutzutage mehr
an Lungenkrebs sterben, weil es unter
ihnen mehr Raucherinnen als zu früheren
Zeiten gäbe. Und da sie ihre Kohle vom
prall gefüllten Topf der Gender Studies
erhält, fügte sie noch schnell etwas von
»Veränderungen in der weiblichen
Geschlechtsrolle« hinzu, vermutlich von
der bösen Männerwelt erzwungen. Diese
messerscharfe Analyse hätte auch von
einem Achtjährigen stammen können.
Der Gag ist nur: Die Diagnose ist falsch!
Es kommt nämlich nicht darauf an,
woran man stirbt, sondern wann. Denn
sterben müssen wir alle, egal woran.
Der springende Punkt ist, in welchem
Alter der Tod eintritt. Deshalb läßt die
Professorin das durchschnittliche Alter
dieser Lungenkrebs-Frauen auch
geflissentlich weg und suggeriert sogar
im Gegenteil, daß es sich bei ihnen um
lauter Dreißigjährige handle. Dies ist
jedoch ein Trugschluß. Daß Frauen
(übrigens auch Männer) heutzutage
vermehrt an dieser Krankheit sterben,
liegt paradoxerweise an der gestiegenen
Lebenserwartung. Da Krebs etwas mit
Zellteilung zu tun hat und diese im hohen
Alter immer mehr Fehler aufweist, ist es
nur folgerichtig, daß Frauen im hohen
Alter an Krebs, unter anderem auch an
Lungenkrebs das Zeitliche segnen, zumal
sie länger leben als Männer. Früher
wären sie halt an etwas anderem
gestorben, allerdings viel jünger. Frau
Sieverding macht in Wahrheit aus einer
guten Nachricht eine schlechte, um ihre
analytische Kompetenz herauszukehren.
Von den Fakten hat sie aber keine
Ahnung.
Auch von anderen Fakten nicht. In den
fünfziger und sechziger Jahren rauchten
fast alle erwachsenen Frauen. Zudem ist
der Prozentsatz der Raucherinnen in den
letzen 25 Jahren stark gesunken, in den
USA wie in Deutschland. Frau
Sieverding stellt eine absichtlich falsche
Behauptung auf und verknüpft diese ohne
jegliche Korrelation dann mit der
»Genderrolle«. Damit gefährdet sie
indirekt die Gesundheit Dritter, weil
dadurch weniger Gelder für echte
Forschung zur Verfügung stehen. Es
kommt aber noch besser bzw.
schlimmer: Dank bildgebender
Verfahren wie z.B. der
Computertomographie ab Mitte der 80er
und der laborchemischen Tumormarker-
Bestimmung ist das Aufspüren des
Primärtumors deutlich erfolgreicher
geworden, wodurch auch bei einer
fortgeschrittenen metastasierten
Krebserkrankung der Krankheitsherd
leichter festgestellt werden kann. Um es
einfach auszudrücken: Wer früher gelb
durch »Krebs« wurde und dann starb,
starb halt an Krebs, egal ob es nun
metastasierender Brust-, Lungen- oder
Dickdarmkrebs war. Das nennt man
Wissenschaft und nicht das, was in der
Bild-Zeitung steht.
All das kritisierte ich in meinem
Artikel auf meine spitzzüngige Art und
Weise, und wie es sich für eine
Schmähschrift gehört, sparte ich dabei
auch nicht mit Witzeleien über das
Aussehen und die Intelligenz der
Professorin. Bei der
Gerichtsverhandlung über ihre
Beleidigungsklage erlebte ich dann mein
blaues Wunder und wurde gewahr, wie
die deutsche Justiz heutzutage vermittels
drakonischer Geldstrafen und Androhung
von Gefängnisaufenthalt sich wie in
»guten alten« DDR-Zeiten zum Zensor
von Meinung, Stil und und schließlich
der Wahrheit aufschwingt, sobald eine
staatliche Institution und deren
verordnete Ideologie in die
(künstlerische) Schußlinie gerät.
Die Verhandlung fing schon mit einer
bizarren Befragung an. Der Richter
wollte von mir über die Bestätigung
meiner Personalien hinaus sofort wissen,
ob ich Geschwister hätte, und wenn ja,
wo diese lebten, ob ich noch Kontakt zu
ihnen hätte und wie intensiv dieser
Kontakt beschaffen sei. Auf meine Frage
hin, was das mit einer Beleidigungsklage
zu tun hätte, erwiderte er: »Das gehört
sich so.« Dann wollte er erfahren, ob ich
Kinder hätte, und wenn ja, wie meine
Beziehung zu diesen sei, vor allem
jedoch, wo sie lebten. Ich fragte ihn
erneut, ob diese Angaben bei einer
Beleidigungsklage so eine entscheidende
Rolle spielten, was er wieder bejahte.
Das Seltsame war, daß er das mit den
Geschwistern noch vor den Kindern
hatte wissen wollen.
Später ging mir des Rätsels Lösung
der mehr als befremdlichen richterlichen
Eröffnung auf. Eigentlich wollte der
Mann von mir erfahren, ob ich wegen
meines türkischen Hintergrunds so etwas
wie ein schriftstellernder Bushido sei,
der über einen Verbrecherclan als Schutz
verfügt und bei einem »falschen« urteil
subtil verlauten ließe: »Richter, wir
wissen, wo dein Haus steht!« Soweit
sind wir in Deutschland schon
gekommen.
Nachdem Richter und Staatsanwältin
sich überzeugt hatten, daß von mir
außerhalb des Gerichtssaales keine
Gefahr für sie ausgehen würde, ließen
sie nicht nur durchblicken, sondern
verkündeten unverzüglich, daß sie mich
wegen Beleidigung zu verurteilen
gedächten, gleichgültig, welche
Gegenargumente ich auch vorbrächte. Es
war unglaublich, denn es ging nur um
zwei Stellen bzw. zwei kurze Sätze. Ich
hatte der Frau weder mit dem Tod
gedroht noch mich über ihre sexuelle
Orientierung lustig gemacht. Und
schließlich war die Intention des
Artikels keineswegs eine persönliche
Beleidigung. Anfangs machte ich mir
noch etwas vor, weil ich das Recht der
Kunst- und Pressefreiheit auf meiner
Seite zu haben glaubte. Doch
insbesondere fühlte ich mich durch diese
juristische Auslassung geschützt:

»… Wegen seines die Meinungsfreiheit


verdrängenden Effekts hat das
Bundesverfassungsgericht den in der
Fachgerichtsbarkeit entwickelten Begriff
der Schmähkritik eng definiert. Danach
macht auch eine überzogene oder
ausfällige Kritik eine Äußerung für sich
genommen noch nicht zur Schmähung.
Erst wenn nicht mehr die
Auseinandersetzung in der Sache,
sondern jenseits auch polemischer und
überspitzter Kritik die Diffamierung der
Person im Vordergrund steht, hat eine
solche Äußerung als Schmähung
regelmäßig hinter dem
Persönlichkeitsrecht des Betroffenen
zurückzustehen … (vgl. BVerfGE 82,
272 <283 f.>; 85, 1 <I6>; 93, 266 <294>
; BVerfG, Beschluß der 1. Kammer des
Ersten Senats vom 23. August 2005 – 1
BvR 1917/04 –, NJW 2005, S. 3274).«

Das Blöde war nur, daß weder die


Staatsanwältin noch der Richter sich bei
meiner Sache mit dem Recht der freien
Rede in publizistischen Dingen
beschäftigt hatten. Sie kannten nicht
einmal die entsprechenden Paragraphen,
als ich sie ihnen vorhielt, und beharrten
darauf, daß selbst satirische und
polemische Zuspitzungen in einer
Veröffentlichung einer persönlich
hingeschrienen Beleidigung
gleichkämen. Eigentlich kamen sie mir
allesamt wie lauter Dorfrichter Adams
aus dem Zerbrochenen Krug vor. Nun
gut, es war das Bonner Amtsgericht, das
landesweit für seine Provinzialität und
sein provinzielles Personal berühmt ist.
Doch ganz allmählich kristallisierte
sich heraus, weshalb sie so erpicht
darauf waren, mir mit einem harten urteil
künftig den Mund in Sachen Gender
Mainstreaming zu verbieten. Es war das
Prinzip »Eine Krähe hackt der anderen
kein Auge aus« bzw. vom Staat
Alimentierte versus eben
Nichtalimentierte. Immer wieder rückte
der Richter nämlich mit einem Brief von
der Universität Heidelberg heraus, aus
dem hervorging, daß sie hinter der
Professorin stünde. Mein Einwand, daß
ich ja in meinem Artikel nicht diese
Universität auf die Schippe genommen
hätte, sondern eine Lehrkraft, die
offenkundig von ihrem Fach keine
Ahnung hat, wurde wiederholt
weggewischt. Obgleich der Gerichtssaal
in dieser Stunde ziemlich leer und still
war, brüllten alle Wände die Botschaft:
»Niemals mehr die von irren Lesben
erfundene Quatschtheorie Gender
Mainstreaming in Frage stellen, sonst
kommst du in den Knast, Freundchen!«
Der Staat, einschließlich seiner
Helfershelfer bei der Justiz, weiß schon,
was das Volk zu hören bekommen darf
und was nicht.
Es ist mehr als erstaunlich, daß in
einem westlichen und bis dato für
freiheitlich gehaltenen Land nunmehr
Richter und Staatsanwälte darüber zu
befinden haben, was ein Künstler und
Publizist über staatlich angeordnete und
mit Milliarden von Steuergeldern
geflutete Lügenmärchen von
Scharlataninnen schreiben darf und was
nicht. Am Ende fragte ich den Richter,
ob die 4000 Euro Strafe für zwei
Zuspitzungen in satirischer Manier nicht
doch ein bißchen zuviel wären. Er
lächelte nur sardonisch und meinte:
»Noch ein Wort und ich verdreifache die
Summe!« Wußte gar nicht, daß Roland
Freisler im Jurastudium noch eine Rolle
spielt.
ANSTATT EINES
SCHLUSSWORTS
Irgendwo gibt es noch Völker und
Herden …

Friedrich Nietzsche,
»Also sprach Zarathustra«

Deutsche,
dies ist euer Land! Es gehört keinem
anderen als euch! Nur euch gehört es! Es
ist das schönste Land der Welt! O ja, es
gibt viele andere schöne Länder, aber
dieses Land übertrifft sie alle an
Schönheit, weil es eure Heimat ist, ihr
nackt und blutig darein geboren wurdet,
darin groß geworden seid und in ihm der
Geist eurer Ahnen wohnt. Und in dieser
Erde wird man die meisten von euch
eines Tages auch begraben. Das ist ein
Naturrecht! In jedem Land! Bei jedem
Menschen! Laßt euch nichts anderes
einreden und habt keine Scheu, schämt
euch nicht und spuckt jedem ins Gesicht,
der das Gegenteil behauptet. Dieses
deutsche Land gehört weder den Feinden
von der EU, die es nur knechten,
ausbeuten und es euch früher oder später
wegnehmen wollen, noch irgendwelchen
sogenannten Zuwanderern, mit denen es
von politischen Irren und notorischen
Vaterlandsverrätern tagtäglich penetriert
wird, um später die scheinheilige Frage
stellen zu können: »Was ist hier
eigentlich noch deutsch?« Jeder ist in
diesem Land willkommen, der was auf
dem Kasten hat und fleißig mittut.
Andere nicht! Und jeder »Neue« muß
früher oder später eure deutsche
Lebensweise übernehmen. Schreit diese
Botschaft hinaus. Fürchtet euch nicht,
wenn man euch wegen dieser Botschaft
niedermacht und bestraft. Ihr seid
Deutsche, keine feigen Ratten. Es lebe
das heilige Deutschland!

Deutscher Mann,
du bist das starke Geschlecht! In deinen
Sehnen ruht die Kraft und die
Herrlichkeit des deutschen Landes. Du
bist Sohn, Bruder, Liebhaber, Vater,
Freund, doch immer bist du ein Mann,
zärtlich wie der warme Wind und stark
wie der stärkste Hammer! Vergiß die
Lügen hirnerweichter Medienaffen, irrer
Lesben, studierter Memmen, geifernder
Staatsschranzen und Perverser, die dir
nur den im Schweiße deines Angesichts
verdienten Lohn rauben wollen. Du bist
es, du allein, deutscher Mann, der all
den sagenhaften Reichtum dieses Landes
schafft und damit die Eintracht zwischen
den Menschen. Und nur darauf kommt es
an! Alle anderen laufen am Rande so
mit. Doch niedergezwungen hat man
dich, deutscher Mann, erniedrigt,
betrogen und der Lächerlichkeit
preisgegeben. Du aber schweigst still.
Nicht, weil du kapituliert hast, nein, das
würdest du niemals tun, das liegt dir
nicht im Blut, das entspricht nicht
deinem überragenden Geist, der einst
diesen Planeten veränderte. Du erträgst
es nur, in der Einsamkeit deines
Herzens. Steh auf, deutscher Mann,
erhebe dich! Zerschmettere die Backen
all jener, die dir diese Schmach angetan
haben. Dafür, daß du eine Familie
gründen wolltest und als Dank nur
Hurenwerk bekamst. Dafür, daß du
galant zum Weibe warst, aber es dich
tänzeln läßt wie eine parfümierte Puppe.
Dafür, daß du großzügig warst, mit
ausgestreckter Hand, und man dir
daraufhin gleich den ganzen Arm abriß.
Komm auf die Beine, deutscher Mann,
verbünde dich mit deinen Brüdern und
feg deine Feinde hinfort! Dort ist der
erste Lichtstrahl in der Finsternis. Ich
sehe ihn …

Deutsche Frau,
du bist die Schönste unter der Sonne!
Dem Manne wird der Atem geraubt,
wenn er dich erblickt, du Blume. Bloß
darfst du nicht so viel Brigitte und Die
Zeit (was eigentlich das gleiche ist)
lesen, das trübt dir die Sinne. Nein,
Mann und Frau sind nicht gleich,
sondern gleichwertig. Nein, du kannst
nicht das gleiche wie ein Mann
vollbringen, bei weitem nicht. Und nein,
all die Gesetze, Quoten und
schmeichelhaften Einflüsterungen, die
dir irgendwelche Opportunisten aus der
Politik und freudlose Lesben andienen,
führen nicht zu mehr Harmonie zwischen
dir und dem Manne und zu deinem
Wohlbehagen, sondern im Gegenteil zu
mehr Mißgunst, Vereinsamung und zu
deiner Vermännlichung. Willst du das?
Deine vornehmste Aufgabe ist es, mit
einem liebenden Mann eine Familie zu
gründen und Kinder zu gebären. Hört
sich zwar wie ein Ruf aus dem
Mittelalter an, doch das ist nun einmal
der weibliche Weltenlauf. Das gilt für
die Bäckereiverkäuferin wie für die
Frau Doktor – am Ende des Tages steht
die Glücksbilanz. Selbstverwirklichung
funktioniert beim Weibe nun einmal
nicht, denn dafür ist sein Programm zu
zielgerichtet. Schlimmstenfalls endet es
sonst in Esoterik-Wochenenden in der
Eifel, faustdicken Lügen auf Parship.de
und in noch lachhafteren Desastern. Also
tue einen Schritt zurück, bekomme deine
Kinder schon in deinen Zwanzigern,
gleich mehrere hintereinander, laß dich
versorgen von deinem Mann, das ist gut
so, Ernährer ist ein edles Wort. Keif
nicht andauernd, dann ist er auch gut zu
dir, vor allem steh treu zu ihm, denn der
nächste, der kommen wird, ist um keinen
Deut besser als der vorige, eher
schlechter. Niemand sagt, daß das alles
leicht und die Patentlösung sei. Sehr
wahrscheinlich wird es die Hölle. Aber
immer noch besser als mit 48 einsam
und allein nach ekelhaften Geilhubern im
Internet zu fischen. Ich liebe dich!

Deutscher mit ausländischen Wurzeln,


vergiß dein Ursprungsland! Vermutlich
kennst du es eh nur aus urlauben und aus
dem Fernsehen. Nicht der Mensch
übernimmt das Land, in dem er lebt,
sondern er wird von dem Land
übernommen, in dem er unbedingt leben
möchte. Wer das in Frage stellt und sich
dagegen wehrt, ist krank oder, schlimmer
noch, im wahrsten Sinne des Wortes
heimatlos. Erinnere dich, weshalb du
hier bist: Weil es hier besser ist als dort,
woher du stammst. Sonst würdest du ja
dorthin wieder zurückkehren, stimmt’s?
Nein, du darfst deine heimatliche Kultur
bzw. die Kultur deiner Eltern nicht
beibehalten, das gibt nur einen
destruktiven Kuddelmuddel, bei dem
jeder am Ende auf seinem eigenen Ding
beharrt, sich vom anderen isoliert,
Abneigungen gegen ihn entwickelt und
sogar dafür zu töten bereit ist. Und wenn
du nur hier bist, um es dir auf unsere
Kosten gemütlich zu machen, kannst du
gleich wieder abhauen. Es ist okay,
wenn du religiös bist, aber übertreibe es
nicht. Du lebst zwar in einem Land, das
die Religion längst überwunden hat,
doch wir drücken in deinem Fall für
eine Weile mal ein Auge zu, weil wir
nett sind. Geh aber Deutschland damit
nicht auf den Sack und assimiliere dich
gefälligst! Spätestens deine Kinder
sollten es tun. Ansonsten schmecken die
Gerichte aus deiner Heimat total lecker.
Aber das war’s auch schon. Deine Enkel
müssen leider auch die doofe
Currywurst essen.

Schwuler Deutscher,
tu nicht so, als wärst du so zartbesaitet,
denn schlußendlich bist du ein deutscher
Mann und hart im Nehmen! Jammere
nicht rum, daß man dich diskriminiert.
Das tut in Wahrheit niemand. Und die
wenigen Ausnahmen, die es doch tun –
ganz ehrlich, juckt dich das wirklich?
Nimm dir mal ein Beispiel an Roland
Emmerich. Der Mann ist stockschwul,
hat das aber nie thematisiert und immer
nur astreines Popcorn-Kino abgeliefert.
Er hat es eben nicht nötig, Theater um
sein Privatleben zu machen. Eine
Wahrheit mußt du dir allerdings gefallen
lassen: Heterosexuelle Männer haben
eine instinktive Abneigung gegen
Schwule, egal, was sie dir wegen der
politkorrekten Meinungsdiktatur
vorheucheln müssen. Ist so ein
evolutionäres Ding. Kannst gerne
irgendeinen Quatsch hineininterpretieren
von wegen Verunsicherung bezüglich der
Geschlechteridentität und so –
interessiert aber keine Sau. Das wird
immer so bleiben. Nur weil du in
medialen und schöngeistigen Berufen,
neuerdings auch in der Politik
überpräsent bist, hast du noch lange kein
Recht, deine Existenz und deine
Anliegen, die eine ganz kleine
Minderheit betreffen, als ungeheuer
dringlich, schicksalsentscheidend für die
Nation und quasi als einen Toleranztest
für die Gesellschaft auszugeben. Was
fällt dir ein?! Du bist aufdringlich! Ach,
noch etwas, schwuler deutscher Mann:
Auch wenn es dir irgendwelche
Bekloppte in der Politik über kurz oder
lang zugestehen werden, deine Homo-
Ehe ist trotzdem ein einziger Witz. Und
peinlich! Die Ehe ist für Mann und Frau
zum Zwecke des Kindermachens in
geordneten Verhältnissen erfunden
worden und nicht für solch
promiskuitive Typen wie dich. Also tritt
wieder in den Schatten zurück, mach
dein eigenes Ding, aber belästige uns
nicht mit deiner Schwulheit. Danke!

Lesbische Deutsche,
ich muß gestehen, daß ich mir sehr gerne
Pornos angucke, wo es zwei Weiber
miteinander treiben. Doch mit absoluter
Sicherheit sind das gar keine Lesben,
sondern heterosexuelle
Pornodarstellerinnen. Dann hört der
Spaß allerdings auch schon wieder auf.
Die Mehrheit von euch haßt Männer. Ich
weiß nicht, warum, ist auch nicht
wichtiger, als wenn in China ein
Fahrradreifen platzt. Schwule hassen
Frauen nicht, im Gegenteil, sie
vergöttern sie auf ihre eigene Art. Du
denkst, du hast jetzt Oberwasser, weil
die irre gewordene Ganovenbande aus
unserer Politkaste deinen lesbischen
Männerhaß mit Steuermilliarden in
Paragraphen gießt und unsere
Bildungseinrichtungen damit vergiftet,
und weil die Hirnamputierten von den
Mainstream-Medien so tun, als wäre das
ein zivilisatorischer Fortschritt. Ja, sie
haben es sogar geschafft, eine Oberlesbe
namens Susanne Baer, die einst als
Direktorin dem vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend geförderten
GenderKompetenzZentrum an der
Humboldt-Universität Berlin vorstand,
beim Bundesverfassungsgericht als
Richterin zu installieren. Auf die urteile,
die Männer betreffen, kann man
demnächst gespannt sein. Dennoch,
meine lesbische Deutsche, wird dir das
alles nix nützen. Du wirst weiterhin vom
Steuergeld des Mannes abhängig sein,
weil dir geisteswissenschaftliche Berufe
mehr zusagen und diese meist
potemkinschen Arbeiten erst durch
genügend männliche Steuerkohle
ermöglicht werden. Du sägst an dem Ast,
auf dem du sitzt. Zudem entspricht das
von dir in den Medien herumgeisternde
David-Hamilton-Bild von den sich
gegenseitig befummelnden zarten
Nymphen nicht der Realität. In der Regel
siehst du aus wie ein komischer Mann
oder wie eine vermännlichte komische
Frau. Klar, dafür kannst du nichts. Aber
an deiner Stelle würde ich mich echt
fragen, ob ich mich mit so einem
absonderlichen Look in der
Öffentlichkeit derart penetrant
produzieren und im namen aller Frauen
sprechen muß. Schlichtere Gemüter als
ich lachen dich nämlich hinter deinem
Rücken aus. Die schlimmste Sünde
jedoch, die du begehst, ist dein gar nicht
mal so unauffälliges Infiltrieren der
Schlüsselpositionen in der
Familienpolitik. Was verstehst du schon
von Familie, lesbische Deutsche? Was
verstehst du schon davon, was zwischen
einem Mann und einer Frau vor sich
geht? Was verstehst du schon von diesem
»heiligen Band«? Ich verrate es dir: Gar
nichts! Deshalb pack deine
Siebensachen und verschwinde wieder
in dein lesbisches Reich. Niemand wird
dich in unserem vermissen.

Grüne Deutsche,
wenn es soweit ist, werden wir euch
nicht bestrafen. Geht einfach, verlaßt
unser schönes deutsches Land, denn ihr
habt hier genug Unheil angerichtet.
Alles, was ihr unserem Volke eingeredet
habt, waren dreckige Lügen. Mit diesen
habt ihr sowohl die moralischen als auch
die geistigen und technisch-
infrastruktuellen Fundamente
Deutschlands zerstört. Gut, die
Legalisierung von Sex mit Kindern
konntet ihr nicht durchsetzen, aber das
ist auch alles, was euch an Bösem nicht
gelungen ist. Nein, die Wälder standen
nie in Gefahr zu sterben, nein,
Atomkraftwerke sind nicht gefährlicher
als andere Kraftwerke, eher das
Gegenteil ist der Fall, nein, man kann
mit Wind und Sonne nicht genug Strom
für einen Industriestaat mit 81 Millionen
Einwohnern erzeugen, nicht mal für ein
Dorf, nein, die Informationstechnologie
hat die Menschen nicht vereinsamen
lassen, nein, gläubige Muslime sind
keine Bereicherung für unser Land,
sondern reinster Sprengstoff, nein, durch
die kackfreche öffentliche Präsenz von
Schwulen und Lesben ist unser Leben in
keiner Weise reichhaltiger geworden
(deren Leben übrigens auch nicht), nein,
durch die Vergottung des Ausländers und
die Öffnung der Schleusen für jeden
dahergelaufenen Handaufhalter beim
Sozialamt haben wir nichts, aber auch
gar nichts gewonnen, nein, durch die
Senkung des Bildungsniveaus wurde der
Nachwuchs nicht schlauer, sondern, wer
hätte das gedacht, bildungsärmer und
dümmer, nein, der Rechtsradikalismus
hat in der Bundesrepublik zu keiner Zeit
Fuß zu fassen gedroht und nimmt sich im
Vergleich zu unseren Nachbarländern
wie »Die Konferenz der Dorfdeppen«
aus dem Woody-Allen-Film Die letzte
Nacht des Boris Gruschenko aus …
und, ja, das Gegenteil dessen, was ihr
immer behauptet habt, ist eingetreten,
daß nämlich euer heißgeliebter
Linksradikalismus inzwischen
bürgerkriegsähnliche Zustände in
unseren Städten schafft und sogar
ungeniert Polizeistationen angreift … Ich
könnte mit dieser Liste noch endlos
fortfahren, doch wozu die Mühe? Tut mir
den Gefallen und fahrt zur Hölle!
Tschüß!

Habe ich etwas vergessen? Ach ja,


stimmt. Dieses Buch hat kaum
Quellenangaben und schon gar keine
Fußnoten. Es kann sein, daß ich bei
einigen Zahlen und Daten danebenliege,
aber im Ganzen wird es schon stimmen.
So, ich komme langsam zum Ende, denn
meine Wärter haben gleich Feierabend,
und ich muß wieder in die Gummizelle
zurück, bevor sie alles abschließen. Aus
dem Radio erklingt die großartige Tina
Turner. »Paradise Is Here«, singt sie. Ja,
das Paradies ist hier, in deinem Schoße,
Mutter Deutschland. Und wenn es da
nicht ist, dann ist es nirgendwo! In den
ersten Zeilen schrieb ich, daß man dich
geschändet hätte. Ich gebe zu, das war
ein bißchen wegen der Dramatik. Wie
soll das gehen, wenn wir, deine starken
deutschen Söhne und Töchter, vor und
hinter dir stehen? Wir beschützen dich
immerdar. Sollen sie nur kommen, die
Arschlöcher! Nichts ist vergessen und
nichts verlernt. Wir wissen, wer die
Schuldigen in diesem Land sind, o ja,
das wissen wir. Und wir wissen, daß
das Jüngste Gericht kommen wird. Denn
das Jüngste Gericht schaut
zwischendurch immer mal vorbei. So
oder so. Derweil beobachte ich den
Horizont, der bereits zu glimmen
beginnt. Ein neuer Tag bricht an. Ich bin
zuversichtlich. Auf Wiedersehen!
AUS DER EDITION SONDERWEGE

Jörg Schönbohm
POLITISCHE KORREKTHEIT
Das Schlachtfeld der Tugendwächter

Politische Korrektheit: Denken in den


streng vorgezeichneten Bahnen derer, die
in einzelnen gesellschaftlichen
Bereichen und zu mehr oder weniger
grundlegenden Fragen die
Deutungshoheit für sich beanspruchen –
und jede Verlautbarung in eine oft
abstruse, von schauderhaften Worthülsen
strotzende Sprache gießen. Man könnte
das mit Erheiterung registrieren, wenn
sich dahinter nicht etwas sehr Ernstes
verbergen würde.

Jörg Schönbohm zeigt in beklemmender


Weise, daß das, was einst sinnvoll als
Kampf gegen
Minderheitendiskriminierung begonnen
hatte, heute immer mehr in eine
Dämonisierung und Stigmatisierung von
Andersdenkenden mündet. Was die
Folgen angeht, kann er sich zu Recht auf
Montesquieu berufen:

»Dort, wo es keine sichtbaren Konflikte


gibt, gibt es auch keine Freiheit.«
64 Seiten, 10,3 x 15,3 cm, Leinen
ISBN 978-3-937801-56-8

www.manuscriptum.de
AUS DER EDITION SONDERWEGE

Gerhard Amendt
FRAUENQUOTEN –
QUOTENFRAUEN
Oder: Einem geschenkten Gaul…

Spätestens seit dem Parteitag der SPD in


Münster 1988, aber bis in Debatten der
siebziger Jahre zurückreichend, geistert
das Phänomen der Frauenquote durch
die Politik. Von Anfang an galt es als
politisch fragwürdig und rechtlich
umstritten, nicht zuletzt unter Frauen
selbst, die darin eine subtile
Diskriminierung sowie Zweifel an ihrer
Leistungsfähigkeit sahen und lieber auf
ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten
vertrauten. Heute sind es vor allem
arbeitsmarktpolitische Gründe, mit
denen die Politik die »Quote«
rechtfertigen zu müssen glaubt – gegen
den Widerstand der Wirtschaft selbst,
die darin eher neue Probleme sieht als
Lösungen für die mindere Begeisterung
vieler Frauen für herausfordernde
Leitungsfunktionen.

»Da die Legitimierung von Quoten sich


mittlerweile von gleichheitsrechtlichen
Argumenten weit entfernt hat, ist der
Quotendiskurs zu einem messianisch
anmutenden Sammelbecken von
Verheißungen für eine bessere Zukunft
durch Weiblichkeit geworden.«
Gerhard Amendt

75 Seiten, 10,3 x 15,3 cm, Leinen


ISBN 978-3-937801-73-5

www.manuscriptum.de
AUS DER EDITION SONDERWEGE

Richard Heinberg
JENSEITS DES SCHEITELPUNKTS
Aufbruch in das Jahrhundert
der Ressourcenerschöpfung

Aus dem Englischen von Helmut


Dierlamm

Richard Heinberg ist einer der weltweit


renommiertesten Autoren zum Thema
»Peak Oil«. In diesem Buch wendet er
sich einem der grundlegendsten
Probleme der Menschheit zu – der fast
völligen Abhängigkeit von fossilen
Brennstoffen und der Erschöpfung der
wichtigsten lebensnotwendigen
Ressourcen. Heinberg läßt keinen
Zweifel daran, daß es bei der Lösung
dieser Probleme um Sein oder Nichtsein
der Menschheit geht. Seine Diagnosen
und seine Vorschläge erschüttern unsere
gewohnte Lebensform, die darauf beruht,
daß alles jederzeit für jedermann in
beliebiger Menge möglichst billig
verfügbar ist.
Ohne grundlegende Wende im Denken
und Handeln, die auch schmerzhafte
Einschnitte und Verzicht einschließt,
kann es keine Zukunft geben.
»Der Gipfel ist überschritten. Finden
wir uns damit ab und gehen wir an die
Arbeit.«
Richard Heinberg

228 Seiten, 23 x 15 cm,


Klappenbroschur
ISBN 978-3-937801-88-9

www.manuscriptum.de
AUS DER EDITION SONDERWEGE

Kenneth Minogue
DIE DEMOKRATISCHE
SKLAVENMENTALITÄT
Wie der Überstaat die Alltagsmoral
zerstört

Mit einem Vorwort von Barry Maley


Aus dem Englischen von Siegfried
Kohlhammer

Die Politik dringt immer tiefer in das


Privatleben ein. Der Wohlfahrtsstaat
entmündigt den Bürger. Dieser soll sein
Leben nicht mehr in die eigene Hand
nehmen, aber bei der Lösung von
Menschheitsproblemen mithelfen. Die
Folge: Hedonismus tritt neben
Größenwahn. Abhängige treten als
Eiferer auf. Die Demokratie zerstört sich
selbst.

»Das demokratische Telos führt direkt


zur Untergrabung jeder wahren
Demokratie. Die Menschen werden von
der Verfassung für weise und von der
Regierung für käuflich und dumm
erklärt. Eine bemerkenswerte
Situation.«
Kenneth Minogue
458 Seiten, 12 x 19 cm, geb., Leinen
mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN 978-3-937801-74-2

www.manuscriptum.de
NEU IN DER EDITION
SONDERWEGE

Bernhard Lassahn
FRAU OHNE WELT

Band 1:
»Der Krieg gegen den Mann«

Wir erleben die Frauenquote und die


Sexismus-Vorwürfe, den ewigen Streit
um Abtreibung, Scheidung, Sorgerecht
und Unterhalt: Eine tiefe
Unversöhnlichkeit ist zwischen die
Geschlechter gekommen. Die Frau hat
freie Bahn auf dem Arbeitsmarkt, und für
ihre Trennung vom Mann wird sie noch
belohnt. Sie genießt Straffreiheit bei
Abtreibung und Schuldfreiheit bei
Scheidung. Als Alleinerziehende darf
sie sich vom Mann oder vom Staat
aushalten lassen. Zwar finanzieren auch
den Staat vor allem die Männer, aber
das braucht die ferne Frau nicht mehr zur
Kenntnis zu nehmen.
Sie wird »Frau ohne Welt« …

»Es gibt ein Leben nach dem


Feminismus.
Und dieses Leben beginnt mit der
Liebe.
Denn mit der Liebe beginnt die
Zukunft.«
Bernhard Lassahn

176 Seiten, 12 x 18,5 cm,


Klappenbroschur
ISBN 978-3-937801-80-3

www.manuscriptum.de
NEU IN DER EDITION
SONDERWEGE

Frank Böckelmann
JARGON DER WELTOFFENHEIT
Was sind unsere Werte
noch wert?

Eine politische Linke gibt es nicht mehr.


Als historisch eigenständige Kraft ist sie
längst verschwunden. Unsere
wohlklingenden Forderungen wie
»Selbstverwirklichung«, »Authentizität«,
»Emanzipation«, »Gleichberechtigung«
und »Vielfalt« sind alles andere als
links. Sie verhindern eben das, was sie
versprechen: Begegnung,
Entschiedenheit, Verwirklichung,
Individualität, Welthaltigkeit,
Anwesenheit, Gemeinsamkeit. Sie leiten
uns in ein Dasein ohne Herkunft, Heimat,
Nachkommenschaft und Transzendenz.

»Wer sich als ›links‹ tauft, kündigt an,


noch hartnäckiger fordern zu wollen,
was alle anderen ebenfalls fordern.«
Frank Böckelmann

136 Seiten, 12 x 18,5 cm,


Klappenbroschur
ISBN 978-3-937801-96-4

www.manuscriptum.de
NEU IN DER EDITION
SONDERWEGE

Michael Klonovsky
LEBENSWERTE
Über Wein, Kunst, High-heels
und andere Freuden

Dieses Buch geht der Frage nach, wofür


es sich zu leben lohnt. Es geht fast immer
um Genuß, häufig auch um Form und
Haltung, aber nie um Luxus. Es geht um
Handfestes und Konkretes, aber nie um
die wertlose Münze abstrakten
Zeitgeistgeklingels. Die Frage nach den
Lebenswerten beantwortet der Autor mit
einer ins Aphoristische gesteigerten
Lebensklugheit, mal amüsant, mal
polemisch. Sein Kompendium umfaßt
Lebenswerte von »Gastronomie« bis
»Ungleichheit«, von »Bücher« bis
»Selbstironie«, von »Klaviermusik« bis
»Radfahren« und von »Anzüge« bis
»Schweigen«. Neu in dieser Ausgabe
sind die Einträge »Fußball«,
»Hörbücher«, »Kirchen« und
»Speisewagen«. – Peter Sloterdijk pries
die vibrierende Sprache von Klonovskys
Feuilletons, und Martin Mosebach
zufolge beschreibt dieses Buch »eine
ganz eigene Art zu sein«.
»Solange Menschen Wein und Oliven
anbauen, Sprachen lernen, Gedichte
lesen, beim ersten Sonnenstrahl Tische
auf die Straße stellen, solange Glocken
läuten, zwischen all den Rentnern hin
und wieder ein Kind auftaucht,
irgendwo auf einem Klavier Bach
gespielt wird und Frauen sich
zurechtmachen, bevor sie das Haus
verlassen, ist nichts verloren.«
Michael Klonovsky

160 Seiten, 12 x 18,5 cm,


Klappenbroschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-944872-01-8
www.manuscriptum.de
Lichtschlag in der Edition Sonderwege
© Manuscriptum Verlagsbuchhandlung
Thomas Hoof KG · Waltrop und Leipzig 2014

Gesetzt aus Linotype Sabon


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