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Schmalkalden

Schmalkalden ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz


Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel. Sie liegt in einer Exklave am
Südwestabhang des Thüringer Waldes, 296 Meter über dem Meer, an der
Schmalkalde (zur Werra), ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Zella St.
Blasii-Wernshausen und Schmalkalden-Kleinschmalkalden.

Die Sole als Ursache des Erdfalls?

Lokale Politiker schliessen menschlichen Einfluß aus.


Gut...
geologisch gesehen, kann der Mensch nichts für das Dasein der Solquelle,
aber für dessen Ausbeutung und der daraus folgenden Auswaschungen
schon. Hans Lohse, ein Schmalkalder Chronist, lokalisierte genau die Lage
unterhalb des Kanonenweges und dem Judenrain (heute Röthbergrain),
hinter den Am Bad Nr.2.
1455 erwähnte man das erste mal die Sole im Zusammenhang mit deren
Ausbeutung. Eigentlich verdankt Schmalkalden diesen Umstand den
Beinamen "Kurort". An Folgen dachte Keiner. So wurden 1701 Stollen
getrieben um Salz abzubauen (Lage ist leider unbekannt) und später
wurden die Quellen gefasst (insgesamt 3, 1984 kam eine 4. hinzu).
1720 Stand in der sogenannten Judendelle schon ein Salzwerk. Welches
sich später ca. 300m über die ganze Salzwiese erstreckte. Nebenstehendes
oberes Bild, eine Karte von Wimmer 1887, zeigt die Lage einer
Unterbrechung der Solquelle (grau hinterlegt) ca. 20 Meter unterhalb des
Erdfalls. Diese Unterbrechung zeigen auch andere Karten zB. Wimmer
1863. War das der Austritt der Quelle oder eine unterirdische
Wasserführung? Sicher scheint nur, dass dies wahrscheinlich der Auslöser
des Erdfalls ist. Nachfolgendes Bild zeigt den selben Kartenausschnitt im
Jahre 1930. Hier ist im Zuge der Verlegung der Bahnschienen und der
Errichtung der Fabrik dieser Flußlauf komplett zugeschüttet worden.
Leider habe ich keine Informationen, über den Umgang mit der Quelle in
diesem Bereich.
Wurde sie in Rohre verlegt?

Eine weitere Theorie, welche auch sehr nahe liegt, ist die Tatsache, dass
sich genau in diesem Bereich ein Bunker erheblichen Ausmaßes befunden
haben soll. Alt eingesessene Schmalkalder bestätigen dies. Er soll sogar bis
in den frühen 60ern noch zugänglich gewesen sein. Und oben auf der Wiese,
unterhalb der Karlstrasse befand sich noch eine überdachte Entlüftung.
Dieser Umstand wurde hiesigen Zeitungen unterbreitet, aber keiner will
davon etwas wissen.
Warum?
Man müßte ja zugeben, dass der Erdfall menschliche Versäumnissen zu
zuschreiben ist. Was mir Kopfschmerzen bereitet ist die Tatsache, dass der
Grasberg und Gespring durch alte Bunker und Keller aussieht wie ein
Schweizer Käse.
...Ein nicht ganz unerhebliches Potential für Erdfälle dieser Art.

Neuste Erkenntnisse:
Ich habe oberhalb des Fischhandels am Lohweg Löcher im Boden endeckt,
die auf Einbruche des Erdbodens hinweisen. Der Bereich ist nicht gesperrt
und ist total untergraben. Also VORSICHT, wer sich oberhalb der Garagen
bewegt !!!

Freilegung einer Mauer in der Auergasse

Also was ich hier schildere, sind nicht bestätigte, eigene Vermutungen. Im
Zuge der Baumaßnahmen zur Neugestaltung der Strassen und Gassen
Schmalkaldens wurden bereits 2007 bei Grabungen auf dem Altmarkt und
2012 in der Auergasse ein ca. 30 Meter langes Mauerstück gefunden. Meine
erste Vermutung, dass es sich um eine ältere Häuserflucht handelt, ergibt
keinen Sinn, da die Mauer durchgängig ist. Bleibt nur noch die ehemalige
Stadtmauer vor 1203 oder eine Grundstücksmauer. Also vor der völligen
Zerstörung der Stadt durch den staufischen König Phillip von Schwaben.
Problem?
Bisher vermutete man den Mauerverlauf, in dem Bereich, entsprechend
dem der wiedererbauten Mauer hinter der Stadt. Der jetzige Verlauf spricht
wiederum für den alten Handelsweg durch Schmalkalden, welcher in
diesem Fall direkt vor der Mauer an Schmalkalden vorbei lief. Nicht geklärt,
scheint dann aber die Anbindung an Hofstatt, welches ja der Ursprung von
Schmalkalden sein soll und das Stadttor hinter der Auergasse 3, welches ja
nachweislich vor 1200 erbaut wurde. Die bisherigen Pläne über den Verlauf
der ersten Stadtmauer entsprechen dann wahrscheinlich denen, nach der
Wiedererrichtung von Schmalkalden nach 1203. Diese Feststellung hat
möglicherweise Einfluß auf die Datierung des zugeschütteten Kellers von
der Auergasse 5 und 7, welche auf Grund der Tatsache der Stadtmauer auf
vor 1200 datiert wurde. Okay der romanische Ursprung ist bewiesen. Aber
man nahm an, daß eine Bebauung so nahe der Stadtmauer nicht den
damaligen Forderungen entsprach und somit später die Stadtmauer
darüber gebaut wurde. Also kann es sein, dass die Bebauung auch erst im
14.Jh. stattfand. Vielleicht handelt es sich auch bei den gefundenen
Mauerstück nur um ein Teil einer Ringmauer, um einen Hof, an der
Handelsroute oder sogar eine alte Klostermauer. Es gibt leider keinerlei
Schilderungen oder Zeichnungen, aus jener Zeit, zum Verlauf der Mauern
der Stadt. Ich warte nun gespannt auf die Auswertung seitens der
Archäologen und die neuen Bände Schmalkalder Geschichtsblätter.