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Andreas G. Pay ireou, Vorsitzender der Panhellenischen Setsclungsbevecunés im aweiten Jahrestag der Militar diktatur, 21. April 1969, Bs sind awei Jahre vergangen seit dem Tag des militurischen Putsches gegen das griechische Volk, seit dem Tag an dem eine Gruppe von Offizieren, die als Agenten wirkten, unter Ver- wendung des NATO-Plans "Prometheus", dem Land éin brutales, totalitares Militirregime aufgezwungen haben. Indiesen awei Jahren hat das griechiache Volk, politisch reif, mit schmerz- lichen “rfahrungen angereichert} unnachgiebig in seinem Ver- angen nach,den Idealen der Freiheit, der Demokratie und der nationalen Souverdnitat, die Junte zu einem Frendktrper im griechischen Raum isoliert, Die diktatur bleibt cin Kegine, das dem griechisohen Volk fremd ist und sich nur durch die nackte Gewalt der Waffen und die Unterstitzung der westlichen Verbiindeten stiitat. Bs wird miglich durch die moralische und materielle Unterstitzung yon Paktoren innerhalb der NATO, dic falschlicherweise ihre Interessen im Sstlichen Mittelmeer mit der Brhaltung der Junta an die Macht identifizieren Dieses VerhaSte, aufgesetate Regime ist geschichtlich unsicher und hat keine Zukunft. Seine allgemeine und entschiedene Ver- urteilung durch das Volk, verursacht unter den patriotischen Offizieren ein inner wachsendes Verantwortungsbewustsein ge- geniiber der Bevélkerung, aus der sie selbst kKoumen und die cu den Befehlen der paranoischen Diktatoren folgend unter- jochen. Aber auch die europiiischen linder, die Mitglieder der NATO sind haben mittlerweilen die weitgehende Bedeutung ihrer Mitarbeit mit einem unverhiillt totalituren Regime verstanden. Wenn die falsoh verstandenen Interessen der Allianz heute gu der brutalen Unterjochung des griechischen Volkes gefiihrt haben, warum kann morgen nicht dasselbe in diesen Iandern passieren? Mit welchem Recht und mit welchem moralischem Hintergrund wird sich die westliche Welt frei nennen, wenn sie mitschuldig an dem Tot der Demokratie in Griechenland gevorden, ie}? Sovoh) norelische wie auch praktisone Griinde machen die “ufrechterhaltung des Regimes in “riechenland unmdglich. Die skandinavischen Iunder und Italien haben die Initiative ergriffen, um Griechonlané aus allen internationalen Gremien gu entfernen, in denen sie einen Schandefleok derstellt. Wir haben gute Griinde mu glauben, daS andere wichtige Linder sich gur Seite des griechischen Volkes stellen werden. Vor einem Jahr wandte sich Georg Papandreou an die freie Welt, Br sagte: “Wiz hatten gehofft, da der Faschismus mach dem z2weiten Weltkrieg entgliltig zerschlagen wurde und da3 er néaht mebr méglioh ware, sumindest auf curopiischem Boden. Denoch ist or wieder erschienen. Und es ist beschimend fiz uns, da8 er ausgerechnet in Griechenland, der Wicge der Demokratie miglich war. Das Schicksal jedoch der Junta hat mehr als einenlokale Bedeutung. Bs wird zu einem Modellfall der andere mutmaSliche Diktatoren ermuntern oder abschrecken wird. Darum wenden wir uns an die freie Welt, an alle V8lker und ihre Regierungen und bitten um ihren Beistand und ihre Hilfe, . Wir bitten nicht um Binnjechung in unseren Angelogenheiten, aber sie haben das Reoht ihre eigene Politik frei zu éntscheiden und eine politische und wirtschaftliche Isolierung der Junta 6/38 bedeutet ihr Ende. Diese verlangen wirlim Namen des griechi- sehen Volkes, das wir representieren. Mit einer solchen Ini- tiative wird die freie welt sich selbst ehren ung schiitzen." Heute, ein Jahr nach seinem Appel, gilt jedes seiner Worte nach wie vor, Diese Botschaft betahlte Georg Papandreou mit seinem Leben, Sein Tot war sein letzter Yienst an das griechische Volk, das er sein Leben lang geliebt und gediont hat. Mit dem dritten Jahr der Militardiktatur kommen schwere Pflichten auf uns gu. Die Entwicklung des demokratisghon "iderstandes muB #ich rasch im ganzen Land ausbreiten. Die ¥riechen im Ausland haben die Pflicht sich unermidlich fir diesen Kampf einausetzen, unbeachtet zm welcher politischon 2axtoixatexgekitxe Hichtung sic gehéren, Nur so wird der Wiaerstand in seiner entscheidenden Phase ‘tretten. Die Fihrung aller politischen Parteien ist verpflichtet duroh eine unmittelbare interparteiliche Zusammenarbeit die Prinzipien festzulegen, nach denen die morgigw Demokratie in Griechenland funktionieren wigd. In einem demokratisohen, fort- sohrittliohen und souvertnen “riechenland. Diese Feststellung ist heute von bewonderer “ichtigkeit, da laut Gerlichten, die mit Nachdruck verbreitet werden, soli dié Junta unter dem "ruck gewis— ser Auslandemdchten in die “nwendung der totalitéren Verfassung fortschreiten, wobei Konstantin turiickberufen wird, um den Anschein der legajitut zu wecken, Diese Manipulation wird nie Yom griechischen Yolk angenommen. Der Kampf gogen dieses neue Gesicht der Junta wird noch intensiver und seine Mittel unerbit- tlicher, Der geistigen Fihrung des Landes kommen besonders Schwere Pflichten au. Wir warnon den korrupten Teil der Fihrung, die sich mit der Vergewaltigung des Volkswillens geeinigt hat, da8 die das Schicksal der Obristen teilen werden. Wir rufen die neue, unverdorbene geistige Pihrung an, dem Belapiel von Theo- dorakis und Seferis folgend, die passive Haltung aufzugebeh und in den offenen Kampfgegen die reaktiondre Krafte, die mit Waffengewalt das Land beherrschen aufzunehnen. Es darf keinen dritten Jahrestag der beschiimenden Diktatur geben. Und es wird keinen geben,wenn die freie Welt es nicht will. Ausgehend von der ungebrochenen Gesinnung des griechischen Volkes, nit der Unterstitaung der fortschrittlichen, demokratischbn Auglandskrifte und dem Beitrag unverdorbenen politisghen und geistigen griechischen Pihrung, wergen wir bald der Yefreiung entgegenschreiten, Dann kénnen die undamente eines neuen Griechenland gelegt werden. . (Der Text ist nicht fehlerfrei. Da es sich um cine Ubersetaung handelt, kénnen stilistische Korrekturen vorgenommen werden. ) Verantwortlich fiir die tbersetzung: Ilias Iiacopoulos, 8 Mu 23, Kunigundenstr. 21, Tel 34 96 55,