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GENETIK (kurze Version)

Mit der Nährung aufgenommene Proteine werden bei der Verdauung in ihre Bausteine, die
Aminosäuren, zerlegt und ins Blut aufgenommen. Acht unserer 20 Aminosäuren müssen unbedingt
aufgenommen werden, da sie vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, d.h. sie sind
essentiell. Mit dem Blutstrom gelangen die Aminosäuren in die Zellen. Dort werden körpereigene
Proteine durch Neukombination der 20 verschiedenen Aminosäuren aufgebaut.

Proteine liegen in faserartigen oder globulären Strukturen vor.

Faserartigen Proteine sind Kollagen, Keratin, Fibrinogen und Muskelprotein Aktin und Miozin.

Globuläre Proteine besitzen annahernd kugelförmige Gestalt. Zu ihnen gehören Enzyme, Antikörper und
Hormonproteine.

Bau der DNA

Zwei Stoffgruppen im Zellkern vorkommen: Proteine und Kernsäuren (Nucleinsäuren).

Crick und Watson (1953): DNA-Moleküle einen langen, unverzweigten Doppelstrang bilden. Man kann
ihn mit einer Strickleiter vergleichen, die ganz regelmäßig um sich gedreht ist. Der prinzipielle Bau dieser
Wendeltreppe (Doppelhelix) ist bei allen Lebewesen gleich. Die beiden "Seile" der Strickleiter zeigen
einen Wechsel zwischen einem Molekul Phosphorsäure und einem Zuckermolekul, der Desoxyribose.
Die "Sprossen" der Leiter werden von Basen gebildet. Am Aufbau der DNA sind vier verschiedene Basen
beteiligt: Adenin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanin (G). Dabei ist Adenin immer mit Thymin bzw.
Cytosin mit Guanin gepaart. Man bezeichnet sie als komplementäre Basenpaare. Die Basen der beiden
Stränge sind durch Bindungskräfte zwischen den Molekülen locker miteinander verbunden. Jeweils eine
Desoxyribose, Phosphorsäure und Base bilden ein Nucleotid, den Grundbaustein der DNA. Eine Kette
aus vielen Nucleotiden wird als Nucleinsäure bezeichnet.

Kompakte Form der DNA, die Chromosomen, ist im Gegensatz zur fädigen DNA im Lichtmikroskop
sichtbar. Bevor sich Zellen teilen, liegt jedes Chromosom in dieser „perfekten Verpackung" vor. Es
besteht aus zwei Hälften, den Chromatiden. Man spricht von einem Zwei-Chromatid-Chromosom. Die
Verbindungsstelle der beiden Chromatiden, ist das Zentromer. Die beiden Hälften eines Zwei-
Chromatid-Chromosoms identisch sind. Sie sind identische Kopien voneinander!

Zu Beginn steht ein Gen, ein DNA-Abschnitt auf einem Chromosom mit einer bestimmten Anzahl von
Basen. Mit dem Gen als Vorlage wird ein Botenmolekül hergestellt, welches wiederum als Vorlage zur
Bildung eines speziellen Proteins dient. Dieses Protein wirkt als Enzym. So besitzen die Gene die
Information, Enzyme herzustellen. Proteine werden in der Zelle nur von Ribosomen gebildet; diese
könnte man somit als Proteinfabriken bezeichnen.

TRANSKRIPTION: Zuerst spaltet sich der Doppelstrang am abzulesenden Gen der DNA teilweise auf.
Einer der beiden Stränge trägt die Information und wird mit Nucleotiden wie in einem Puzzle ergänzt. So
entsteht ein einsträngiges Spiegelbild des abgelesenen DNA-Stranges. Dieseneue Kernsaure enthalt als
Zucker nicht die Desoxyribose, sondern die Ribose und heißt deswegen Ribonucleinsäure (RNA). Dieses
Umschreiben eines Teils der DNA in RNA und somit das Erstellen einer Kopie wird als Transkription
bezeichnet. Dieses Molekül löst sich von der DNA und wandert als "Bote" (messenger-RNA, kurz: m-
RNA) durch die Poren der Kernmembran ins Cytoplasma.

TRANSLATION: In wielen Versuchen wurde die "Schrift der DNA", der genetische Code, geknackt: Die
Abfolge von drei Basen der m-RNA, ein Basentriplett, ist das codewort (Codon) fur eine der zwanzig
Aminosäuren. Gelangt zum Beispiel das Codon GCG (Guanin-Cytosin- Guanin) an ein Ribosom, so
bedeutet dies, dass die Aminosäure Alanin als nächstes an das enstehende Eiweißmolekül angefügt
wird. Für jede Aminosäure kennt man heute das zugehörige Basetriplett.

Damit dies funktioniert, sind verschiedene Übertragermoleküle verantwortlich. Es handelt sich dabei um
eine weitere Sorte von Ribonucleinsäuren die man als Transport oder Transfer-RNA, kurz t-RNA
bezeichnet. Jedes t-RNA-Molekül ist in der Lage, eine bestimmte Aminosäure an sich zu binden. Dafür ist
ein Triplett verantwortlich, welches sich auf der t-RNA befindet und als Anticodon bezeichnet wird. Hat
z. B. eine t-RNA das Anticodon CGC, so kann sie am anderen Ende ihrer kleeblattartigen Struktur nur mit
Alanin eine Verbindung eingehen.

Am Botenmolekul m-RNA gleitet das Ribosom entlang. Dort ist immer ein Codon ablesebereit, in
unserem Beispiel GCG fur Alanin. An dieses Triplett passt nur eine Sorte von t-RNA-Molekülen, nämlich
die mit dem Anticodon CGC, welche automatisch am anderen Ende nur die Aminosäure Alanin tragen
kann. Alanin heftet sich an die bereits vorhandene Kette von Aminosäuren an. Nun wird die nächste
Dreierkombination abgelesen und so weiter. Die jeweils mitgebrachten Aminosäuren werden genau in
der Reihenfolge miteinander verbunden, wie es der Abfolge der Basentripletts auf dem Botenmolekül
entspricht. Die Übersetzung von der m-RNA zum langen verschlungenen Protein ist geschafft.

Ähnlich wie verschlüsselte Morsezeichen oder Texte in Bits und Bytes einen Code brauchen, damit ihre
Information sinnvoll übersetzt werden kann, ist ein Code auch bei der Entschlüsslung unserer
Erbinformation notwendig.

Reine DNA enthält als Sender lediglich eine Basensequenz als Information. Werden anschließend alle
notwendigen Molekule fur die Proteinbiosynthese dazugegeben, so sind die Ribosomen Empfänger,
welche die Information der m-RNA und somit der DNA entschlüsseln, indem sie das entsprechende
Protein herstellen. So wird mit dem genetischen Code z. B. die Information aus der "Sprache der
Nucleinsäuren' in die "Sprache der Aminosäuren" übersetzt.

Das Protein selbst ist wiederum Sender und hat in der Zelle, welche Empfänger ist, eine bestimmte
Funktion. Die Weitergabe von genetischer Information findet aber auch auf anderen Ebenen start, Wird
genetische Information von einer Generation zur nächsten weitergeben, so besteht auch hier Kom-
munikation.

Chromosomensätze in Körper – und Keimzellen

In den Zellen des Menschen, mit Ausnahme der roten Blutzellen, befindet sich ein Zellkern mit
Chromosomen. Wird die Anzahl der Chromosomen menschlicher Körperzellen untersucht, so stellt man
fest, dass jede 46 Chromosomen pro Zellkern besitzt, also den gleichen Chromosomensatz hat.

Werden die Chromosomen aus dieser bildlichen Darstellung ausgeschnitten, nach Ähnlichkeiten und in
Gruppen zusammengefasst (Kennbuchstaben A-G) und geordnet, so erhalt man ein Karyogramm.
Auffalend ist, dass in der Körperzellen jeweils zwei Chromosomen in Form und Größe gleich sind, die
homologen Chromosomen. Körperzellen enthalten immer den doppelten Chromosomensatz (2n). Sie
werden als diploid bezeichnet (Taufliege: 2n=8; Erbse 2n=14; Mensch 2n=46). Bei der Untersuchung von
Keimzellen z.B. von Eizelle und Spermium, wurde dagegen festgestellt, dass diese nur einen
Chromosomensatz besitzen. Von jedem der beiden homologen Chromosomen einer Körperzelle ist nur
eines vorhanden. Solche Zellen nennt man haploid (Mensch: n = 23; Taufliege: n = 4; Erbse: n = 7).

KARYOGRAM:Autosomen (2x22, im 7 Gruppen geteilt) und Gonosomen (ein Paar, XX -weiblich oder XY-
männlich). Das Geschlecht des Kindes wird also bei der Befruchtung allein durch die Spermienzelle und
somit durch den Mann bestimmt.

MITOSE - Indirekte Kernteilung (Karyokinese). Besteht auf 5 Phasen.


1. Prophase: Zu Beginn der Kernteilung kondenzieren sich die fädigen Chromosomen.
2. Prometaphase: Die Kernmembran löst sich nun auf, und an den Zellpolen bilden sich die
Spindelfasern.
3. Metaphase: Die Spindelfasern verbinden sich mit den Zentromeren der Chromosomen. Diese
setzen sich in Bewegung und werden in einer Ebene zwischen den beiden Zellpolen, der
Aquatorialebene, angeordnet.
4. Anaphase: Die Zentromerregion wird getrennt, indem sich die Spindelfasern verkürzen. Von
jedem Chromosom wird ein Ein-Chromatid-Tochterchromosom zu den Zellpolen befördert. An
jedem Zellpol befindet sich die identische und die gleiche Zahl von Tochterchromosomen (beim
Menschen 46), die aber jeweils nur aus einem Chromatid besteht.
5. Telophase: Nun entspiralisieren sich die Chromosomen und die Zellkerne bilden sich wieder.
Zwischen den neu entstandenen Zellkernen bildet sich eine Plasmamembran.

Interphase: Der Zeitraum zwischen zwei Mitosen.

Nach dem Mitosen folgt cytokinesis – Zellteilung. Das Plasma und andere Bestandteile der Mutterzelle
werden auf die Tochterzellen aufgeteilt, indem zwischen ihnen Zellmembranen eingezogen oder
ausgebildet werden.

MEIOSE - besondere Art der Kernteilung eukaryotischer Zelle, bei der in zwei Schritten, Meiose I und
Meiose II – die Anzahl der Chromosomen halbiert wird und genetisch voneinander verschiedene
Zellkerne entstehen.

Die Meiose lauft in zwei Schritten ab:

In der 1. Teilung werden die homologen Chromosomen zu Paaren geordnet, die dann voneinander
getrennt werden. Die entstandenen haploiden Zellen mit je 1 x 23 Zwei-Chromatid-Chromosomen
werden in der 2. Teilung, die wie eine Mitose verlauft, erneut geteilt. Das Ergebnis sind vier Zellen mit
einfachem Chromosomensatz. Aus einer haploiden ZelIe mit 1 x 23 Zwei-Chromatid-Chromosomen
entstehen so zwei haploide Zellen mit 1 x 23 Ein-Chromatid-Chromosomen. Die Kerne haploider
Keimzellen verschmelzen bei der Befruchtung miteinander. Das so entstehende Lebewesen ist somit
wieder diploid (zygote).