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Arbeitsmaterialien für den Unterricht

AutorInnen

Dipl. Päd. Astrid WAGNER


Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG
Dipl. Päd. Hans HÄUSER
Dipl. Päd. Hans PUCHER-PACHER
Dipl. Päd. Astrid PINK

Grafische Gestaltung: Mag. Erich Angermann


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008
LYRIK-PROJEKT
INHALTSVERZEICHNIS

03 Vorwort

04 Gedicht

05 Nachgefragt
05 Text von Georg Bydlinski

06 Schreiben mit Kindern

08 Schreibimpulse
08 Sprachspielereien
08 Alphabetgeschichten
11 Reimereien
15 Konkrete Poesie

19 Gedichte nach Plan


19 Schreiben mit Methode
25 Auf den Spuren Eugen Gomringers
29 Automatisches Schreiben
31 Schreiben vor Ort
36 Gedichte in Mund - Art
37 Mund - Art in der Sekundarstufe

40 Schreibwerkstatt
40 Zum Thema Liebe
45 Gedichte mit Gefühl

51 Präsentieren
51 Vorlesen und Vortragen
55 Darstellen
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

57 Literatur
57 Gefühle
58 Lyrik im Unterricht | Grundstufe
61 Lyrik im Unterricht | Sekundarstufe
63 Lyrik für Kinder und Jugendliche

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Dipl. Päd. Hans HÄUSER, Dipl. Päd. Johann PUCHER-PACHER
LYRIK-PROJEKT
VORWORT

In einem GEDICHT steckt das ICH, mit all seinen Gefühlen, dem
Denken und dem Wollen. Jedes ICH ist eine eigene, kleine Welt, ein
Mikrokosmos, der sich fühlend und denkend einem Makrokosmos
stellen muss. Das Individuum, das Unteilbare, kann seine Gedanken
und Gefühle mit allen anderen Individuen nur teilen, indem es sich
mitteilt.

Die Sprache der Lyrik ist eine Form, den Rahmen der Alltagssprache zu
sprengen, das Innerste unseres Menschseins zu berühren, Saiten in
uns zum Klingen zu bringen, die schon vor unserer Geburt durch Töne,
Klänge und Rhythmus gestimmt wurden. Sie ist eine besondere, eine
verdichtete Sprache. Wenige Worte genügen, um eine ganze Welt
auferstehen zu lassen durch die Kraft der Imagination.

Durch ein breit gefächertes Repertoire an Herangehensweisen möchte


LESEKULTUR MACHT SCHULE dazu animieren, sich lustbetont und
experimentierfreudig Gedichten zuzuwenden, sie zu verändern, mit
der Sprache zu spielen sowie eigene Texte zu entwerfen.

Bedanken möchten wir uns bei den AutorInnen Eugen Gomringer und
Gerda Anger-Schmidt, die bereit waren, Texte zur Verfügung zu stellen
sowie bei Georg Bydlinski, dessen Gedicht „Ermunterung zum
Schreiben“ alles beinhaltet, was es zu diesem Thema eingangs zu sagen
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

gibt.

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LYRIK-PROJEKT
Ermunterung zum Schreiben

Willst du schreiben, gib nicht auf,


wenn dir etwas nicht gelingt.

Jeder Mensch braucht Training, Übung –


ob er nun dichtet oder singt.

Schreibe, was du siehst und fühlst –


glaub mir, das ist immer richtig!

Geht was daneben, sei nicht verzagt.


Merk dir: Auch der Papierkorb ist wichtig.

© Georg Bydlinski, Mödling


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

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LYRIK-PROJEKT
NACHGEFRAGT

LESEKULTUR MACHT SCHULE bat Georg Bydlinski um die Beantwortung der Frage:
Was unterscheidet „Lyrik für Kinder" von „Erwachsenenlyrik"?

Zwischen Gedichten für Kinder und der Bei Gedichten für Erwachsene könnte man es
Erwachsenenlyrik kann man keine strikte vielleicht so sagen: Lyrik ist eine Sprech-und-
Trennlinie ziehen, es gibt hier fließende Schweige-Sprache. Das Ausgesparte ist für mich
Übergänge, eine tiefe Verwandtschaft. Eines nur: dabei oft genauso wichtig wie das
Wenn ich Gedichte für Kinder schreibe, sind mir Ausgesprochene, Angedeutete; Phantasie und
der Rhythmus, der Reim und die mit den Genauigkeit spielen zusammen. Diese Spannung
metrischen Elementen verbundene Emotion sehr verleiht dem Gedicht seine Vielschichtigkeit – und
wichtig. Allgemein machen Gedichte es möglich, sie verlangt einfühlsame, kreative Leserinnen und
Erfahrungen zu benennen, zu vertiefen und zu Leser, die zu hören verstehen, zu deuten. Die ihre
überdenken – sie aufzuheben, zu bewahren, für eigenen Erfahrungen, Gefühle, Vorlieben,
sich selbst, aber auch für andere. Die Formen Wünsche, Träume, Utopien einbringen in die
können dabei so unterschiedlich sein wie die Leerstellen des Gedichts. So entsteht eine
Vielfalt der Erfahrungen selbst. Auch das Partnerschaft zwischen Autor/in und Leser/in, die
„sinnfreie" Spiel mit der Sprache, mit Worten, meist wohl tiefer geht als bei der Lektüre einer
Silben und Klängen, gehört dazu, es ist ein Erzählung oder eines Romans, obwohl es
wesentliches Element in der Lyrik für Kinder. natürlich auch dort nötig ist, die eigene
„Gedichte", so der amerikanische Lyriker Robert Vorstellungskraft beim Lesen mit einzubringen.
Creeley, „sind sehr spezifische Arten des Tanzens." Aber beim Gedichtelesen wird das Gedicht auf
Schon kleine Kinder gehen auf die „tänzerischen eigentümliche Weise immer wieder neu
Bewegungen" des Gedichts (Rhythmus, Reim, hervorgebracht – von jeder Leserin, jedem Leser,
Wiederholung) ein, auch wenn sie noch gar nicht und bei jeder Lektüre etwas anders!
alle einzelnen Worte verstehen. Das Gedicht
eröffnet einen Freiraum, eine Dimension, die über
das reine Inhalte-Vermitteln hinausgeht und an
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den kreativen Kern jedes Menschen rührt. Georg Bydlinski

E-Mail: g.bydlinski@kabsi.at
Homepage: www.georg-bydlinski.at

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBEN MIT KINDERN

Wer kennt ihn nicht, den Druck, den ein unbeschriebenes Blatt, verbunden mit der Aufforderung zum
Schreiben, ausüben kann?

Die anfängliche Freude der Kinder, selbst etwas schreiben zu können, weicht im Schulalltag nicht selten
der Angst vor dem Versagen und mündet in der immer wiederkehrenden Frage: „Wie viel muss ich denn
schreiben?“

Ernst Jandl hält dieser Angst in Kurzform den geglückten Prozess des Schreibens wie folgt entgegen:

… „Mit etwas darauf ziehe ich das Blatt aus der Maschine und lese als Text etwas aus meinem Kopf.“

Dieses „Etwas aus dem Kopf“ gilt es ausfindig zu machen.

Gabriele L. Rico unterstützt diesen Vorgang des Suchens nach der eigenen Stimme durch die von ihr
entwickelte Methode des „Clustering“ (Cluster = Haufen, Büschel, Anhäufung).
(Vgl. Rico, L. Gabriele: Garantiert schreiben lernen, Hamburg, 1987, Rowohlt)

Dabei werden zu einem zentral eingerahmten Begriff spontan alle Assoziationen, Erinnerungen und
inneren Bilder gesammelt. Das scheinbar ziellose Durcheinander fasst die Fülle der Ideen und
Gedankenverbindungen, die im nächsten Schritt untereinander in Beziehung gesetzt und durch Linien
verbunden werden können. So geht nichts verloren, die Notizen stammen aus dem eigenen
Erfahrungsschatz, und der Impuls für einen Text ergibt sich häufig wie von selbst.

kreischen
Schulbus
allein rot
Blitz
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verspottet
wütend Rauch

zischen
Baby! brüllen
schrill

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBEN MIT KINDERN

Die Stärke dieser Methode liegt in der bewussten Herstellung einer Verbindung zwischen
linker und rechter Gehirnhälfte, da begriffliches und bildliches Denken gleichermaßen
stattfinden.

Anmerkung: Die unter Punkt 5 gesammelten Gefühls-Wörter bieten zur Cluster-Bildung eine reiche Auswahl.

Abgesehen von verschiedenen Methoden, die den Zugang zur inneren Bilderwelt fördern,
spielen für die schulische Schreibsituation jedoch viele andere Faktoren eine maßgebliche
Rolle:

Eine offene, gleichberechtigte und angstfreie Atmosphäre bildet


die Grundlage für jegliche Kommunikation.
Schreibstunden können sich durch gemeinsam vereinbarte Regelungen von anderen Stunden
deutlich unterscheiden (z.B. freie Platzwahl, Schreiben im Freien, bewusste Wahl des Materials,
Schreibkonferenz, Partnerarbeit, Arbeit in Kleingruppen …)
Schreiben bedeutet ausdauerndes Suchen und Überarbeiten.
Erste Ergebnisse sind als Entwürfe zu betrachten.
Ungewöhnliche, von bekannten Lösungen abweichende Ideen brauchen Unterstützung.
Detailliertes Feedback zu geben ist schwierig und erfordert Hilfestellung z.B. durch Herausheben
besonderer Textstellen (Anfänge, Schlüsse, Spannungsmomente, Wortarten
oder Wortwiederholungen, Besonderheiten …) durch die Textlupe*(Kopiervorlage Seite 30) .
Konstruktive Kritik ist eine wertvolle gegenseitige Hilfestellung und schult die
genaue Wahrnehmung („Der Text gefällt mir/gefällt mir nicht“ hilft nicht weiter!).
Lösungs- und Änderungsvorschläge sind als Angebot zu verstehen,
in welcher Weise sie verwendet werden, entscheiden die AutorInnen.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Schließlich kann mit Fingerspitzengefühl und Neugier aus anfänglicher Unsicherheit und
Vorsicht unbekümmerte Freude am Experimentieren entstehen.

* Vgl. Menzel, Wolfgang: Die Textlupe, S. 14 in: Praxis Deutsch Nr.164, Seelze, 2000, Friedrich Verlag
Fotos: Schreibwerkstatt mit Gerda Anger-Schmidt an der HS 5 Villach

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN

ALPHABETGESCHICHTEN

Ein/e Schüler/in sagt lautlos das Alphabet auf, ein/e zweite/r ruft irgendwann “Stopp”!

Der zuletzt vorgekommene Buchstabe wird laut genannt. Anschließend werden drei Minuten
lang beliebige Wörter aufgeschrieben, die mit diesem Buchstaben beginnen.

Nach mehreren Durchgängen liegt eine reiche Auswahl vor, aus der die Schüler/innen
auswählen und ihre Geschichten schreiben können.

Das können einzelne Sätze, aber auch längere Geschichten sein, deren Wirkung durch
bewusste Anordnung der Wörter noch unterstrichen werden kann.

Helgas Hund heult heute herzzerreißend!

Elf echt ehrwürdige Elefanten erfinden eine eigene Elefantensprache.

H – wie Hochzeit

Heiratswillige hüpfen hocherfreut


von Hochzeit zu Hochzeit.
Hochzeitszeremonie,
Hochzeitsbild,
Hochzeitsgäste,
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Hochzeitsmahl,
Hochzeitsnacht,
Himmelbett - himmlisch!

Ein Himmelfahrtskommando?

Astrid Wagner

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | ALPHABETGESCHICHTEN

Ziegen zeugen Ziegen

zügig zuckende
zwölf
zwetschken zikaden
zierliche
zertrampeln zerren
ziegen
zierblumen zappelnde
zögern
zockeln zottelbären
zaudern
zum zum
züchten
zollamt zoowärter
zuerst
ziehen zerspringen
zucchini
zweifelsohne zu
zudem
zickig zehnt
zichorie
zuckerrübenzüge zu
zusätzlich
zu zwutschkerln
zinnien
zerreiben zirka
zinnkraut zweihundert
zappeligen zwei
zernagen
zwergen ziegen
zarte
zählen zeugen
zwiebeln
zahlen Zuwachs
zerbeißen
zuckern zehn
zibeben
zimtstangen zicklein
zermahlen
zimmern zuzeln
zornig
Zirbenzillen zufrieden
zwei
zeigen ziegenmilch
zecken
zwischen zufällig
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zum zwangswiederholung:
zweiundzwanzig
zähnen zitternden
zaunkönig zwölf
zerpflücken
zwitschern zierliche
zizerlweise
zögerlich ziegen …
zarten
zwölftonmusik …
zwölffingerdarm
zerquetschen zitieren Sieglinde Jug

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | ALPHABETGESCHICHTEN

Unglaubliche Ungereimtheiten

Ada Joschi Stefan


angelt jagt streicht
Adamsäpfel Jumbojets Strickstoffmuster
Berta Karin Thomas
bastelt kaut trifft
Butterblumen Katzenkrallen Tiefseetaucher
Clara Ludwig Ulrich
checkt lutscht umgarnt
Chatroomchats Lederlappen Urstrumpfunken
Dora Mimi Vroni
dreht malt verblüffen
Daunendecken Milchmausmütter Vogelverse
Emil Nortrud Werner
ekelt niest weissagt
Essigeis Nordpolnüsse Wachtelwetter
Felix Otto Xandi
flickt ordert xellt sich zu
Fliegenflügel Ochsenohren XL-Xylophon
Gregor Peter Yvonne
glättet presst yearned for
Gartengitter Pumapranken Ysopyoghurt
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Herbert Quendi Zarah


häkelt quirlt zählt
Hasenhüte Quittenquark Zankäpfel
Ilse Richard
isst rupft Sieglinde Jug

Igelimbiss Rosenranken

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN

REIMEREIEN

Kinder reimen immer gerne!

Die Erwachsenen tun es ja auch bei allen möglichen Anlässen! Die Kinder lernen im Laufe der
Zeit - zu Hause und im Unterricht - verschiedene Arten gereimter Texte kennen und werden
animiert selbst zu reimen. Sie sollten ihre Reimversuche zu Papier bringen und präsentieren
können! Manche Kinder orientieren sich gerne an Mustern, die ihnen auch angeboten werden
sollen.

Eine „Reimwerkstatt“ könnte es in jeder Schule geben!... Es findet sich irgendwo ein
vorbereitetes Plätzchen:
Papier in verschiedenen Formaten (A4, A5, versch. große Kärtchen,...), Schreibzeug.

Hier einige Möglichkeiten:

Namenreime Zweizeiler
Carolina – Ballerina Ich bin baden gegangen,
hab´ keinen Fisch gefangen
Unsre liebe Lisa
war noch nie in Pisa Vierzeiler
Frau Baum steht im Garten,
muss lange warten.
Auf die rosa Masche,
und die neue Tasche.
Reimgeschenke
Hans Pucher-Pacher
Die gibt es zu Anlässen: Geburtstag, Muttertag, Weihnachten,...
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Scheib´nreime
Nach einem alten Oberkärntner Brauch:
Die Scheib´n, die Scheib´n schlag i auße übern See,
der Simon, der Simon träumt von ana Fee.

Lieblingsreime (die man gehört oder gelesen hat)


kann man schön gestalten, verändern, verfremden.

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LYRIK-PROJEKT
Wie aus dem Känguruhund wieder ein Känguru wird

Der Känguruhund
streift wild umher,
SCHREIBIMPULSE da trifft er
den Panter.

„Das H ist futsch“,


SPRACHSPIELEREIEN | REIMEREIEN seufzt das Tier,
„es ist weg und
ich bin hier.“
Wie aus dem Känguru der Känguruhund wird
„Schau, da kommt
ein stolzer Hahn,
Das Känguru
nimm das H und
gibt keine Ruh.
friss den Ahn`.
Es sucht nach seinem H.
„Ach, ich glaub`,
Aa!!
das will ich nicht,
auf den Ahn`
Es springt nach links.
ich gern verzicht.
Es springt nach rechts.
Danke schön!“
Ächz!!
„Bitte sehr!
Wo ist mein H?
Gebt es her!
Hör mal her:
Plärr!
Ohne H springst
du noch weiter,
Wo ist es hin?
sei zufrieden, froh
Wo ist es nur?
und heiter!
Knurr!!
Kinder haben
kein Problem
Es hüpft nach vor!
Panter ohne H
Es hüpft zurück!
zu seh`n.“
Glück!!
„Ein wirklich guter Rat!
In der Tat!
Da steht ein H mit einem UND.
Ein wirklich toller Fund.
Aufgemotztes
Känguru,
Und?
das trifft auch
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

auf dich zu!


So entstand der
KÄNGURUHUND!
Lass den Hund!
Sei einfach du!
Ein wunderschönes
Känguru.“

Sieglinde Jug Sieglinde Jug

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | REIMEREIEN

Quallenqual So bin ich eben

Eine Qualle war zu dick An manchen Tagen,


und hungerte – oh Qual! das kann ich euch sagen,
ist das Leben schwer,
Zuerst verlor sie das –e. hört nur mal her!
Es fiel ihr in die See. Da könnte ich hupfen,
mir die Haare ausrupfen,
Dann schmolz ihr das –l. da bin ich ein Gnom.
Das ging furchtbar schnell. Na, ratet schon!
Wer bin ich – wer?
Übrig blieb die bloße Qual, Rumpelstilzchen!
nachdem sich das –le empfahl. Kennt ihr die Mär?

Wenn sie dich mal umschlingt, An manchen Tagen


sie deine Haut zum Brennen bringt. gibt es kein Versagen,
ist das Leben ein Fest,
Sie gönnt dir keine Wahl. ein Klacks jeder Test.
Fasst sie dich an – oh Qual! Da könnte ich hüpfen,
die Mütze frisch lüpfen,
Sieglinde Jug da fühl` ich mich fein.
Na, wer könnt ich sein?
Wer bin ich – wer?
Ein glückliches Kind!
Das ist keine Mär!
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

So bin ich eben.


So ist das Leben.
Ist das nicht fein?
Alles kann ich sein!

Sieglinde Jug

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | REIMEREIEN

Gefühle sind wie der Wind Überlegung

Bin ich fröhlich,


kann ich singen und springen, Mit Freunden zu tollen ist toll.
bringe sogar Gläser zum Klingen. Warum ich schon nach Hause soll?
Hunde beginnen zu bellen. Ich will noch spielen, kicken, tanzen,
Wasser erhebt sich zu Wellen. was kümmert mich der dumme Ranzen,
Ich wirble durch die Welt - in dem die ganzen Hefte stecken?
Alles ist zum Guten bestellt. Die schießen kein Tor, die kann ich nicht necken,
sie sprechen nicht, sind immer still,
Doch: ob ich sie wirklich öffnen will?
Eigentlich nein!
Bin ich wütend, Ich möchte so gerne Fußballer sein!
kann ich schreien und beben, Ich weiß, ich muss für die Schule was tun.
bis sich selbst faule Katzen erheben. Was nun?
Mein Hamster fällt vom Rad. Ich schau in die Runde und sag` ganz cool:
Die Ratte verspeist Spinat. „Ciao, Kumpels, bis moagn in da Schul!“
Ich schimpfe auf die Welt -
Nichts ist zum Guten bestellt. Sieglinde Jug

Doch kein Gefühl dauert ewig,


auch ich bin nur kurzzeitig schäbig
und ungerecht zu allen,
die mir sonst immer gefallen.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

So bin ich einmal lieb und nett,


ein andermal schmoll` ich im Bett,
Gefühle wechseln geschwind.
Gefühle sind wie der Wind.

Sieglinde Jug

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN

KONKRETE POESIE

In diesem Abschnitt wollen wir uns dem Spiel mit der Sprache zuwenden – ohne Einschränkung, ohne
festgesetzte Regeln. Alles ist erlaubt, was Spaß macht, die Fantasie darf wilde Blüten treiben und
ausufern. Die SchülerInnen sollen ihre gewohnten Denkmuster, ihre Sprachregeln durchbrechen. Sie
dürfen, nein, sie sollen ihre Grenzen ausloten und am besten überschreiten. Wir Lehrer sind in diesem
Fall nicht Zollbeamte, sondern Reiseleiter in ein neues Land, ins Land der Sprachspiele.

Es wird vielen SchülerInnen leicht fallen und große Freude bereiten, wenn sie ihre Kreativität ausleben
können, manche allerdings werden anfangs mit der ungewohnten Anforderung schlecht zurecht
kommen. „Mir fällt nichts ein“, ist vielfach der verzweifelte Ausruf, wenn sie plötzlich dazu angehalten
werden, Ideen zu entwickeln, die nichts mit den alltäglichen Anforderungen zu tun haben, die die
Schule normalerweise an sie stellt. Doch wenn man diesen SchülerInnen etwas Zeit gibt und sie nicht
drängt, wenn man ihnen nicht den Mut nimmt und ihre anfänglich zaghaften Versuche unterstützt und
ihr Selbstvertrauen stärkt, dann kann es sein, dass sie plötzlich Spaß am unkonventionellen
Experimentieren mit der sonst so streng reglementierten Sprache entwickeln.

Als Einstieg eignen sich u.a. Gedichte von Christian Morgenstern (Fisches Nachtgesang, Das große Lalula,
Der Trichter, Das Mondschaf, …), von Eugen Gomringer (Das Schweigen…), von Ernst Jandl (Ottos Mops …)
oder Hugo Balls „Karawane“.

Die Werke dieser Autoren beweisen, dass das Experimentieren mit Buchstaben, Wörtern und Zeichen,
das Erkunden von Möglichkeiten, die die phonetische, akustische und visuelle Dimension der Sprache
bietet, ungewöhnliche und interessante Ergebnisse zeitigt.

Nach meiner Erfahrung eignet sich die visuelle Poesie sehr


gut, um SchülerInnen für das Spiel mit der Sprache zu
begeistern. Ich lasse sie bestimmte Wörter, die sich
optisch besonders gut in konkreter Form zu Papier
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

bringen lassen, darstellen (z.B.: Turm, Tisch, Stuhl,


Lokomotive, Regen, Sonne, zittern…).

Ist der Bann einmal gebrochen, fallen den Kindern immer


eigene Wörter ein, die sie visuell festhalten. Wie gesagt,
Grenzen sind nicht nur da, um einzugrenzen, sie laden
auch zur Überschreitung ein.

Schülerarbeit zu Hugo Balls “Karawane”

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | KONKRETE POESIE

Aha –Erlebnis

º
eieieieieiei
º
º ei e
weißweißweißweißweißweißweiß
weißweißweißweißweißweißweiß

ei

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iei

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h weißweißweißweißweißweißweiß
º weißweißweißweißweißweißweiß
º gelbgelbgelbgelb
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º gelbgelbgelbgelb
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gelbgelbgelbgelb
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º weißweißweißweißweißweißweiß
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ºº gelbgelbgelbgelb
weißweißweißweißweißweißweiß
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ººº weißweißweißweißweißweißweiß ieieieie
i eie
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Sieglinde Jug Sieglinde Jug

Die Fliegenjagd

tsssssssssss___tsssssssssss___tsssssssssss
kla l tsch
___________tsss___________tsss___________
tsssssssssss___tsssssssssss___tsssssssssss
kla l tsch l kla l tsch
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

tsssssssssssssssss_________________tsssssssssssssssss
________________tssssssssssssssssss________________
kla l tsch l kla l tsch l kla |
tsch


tsssssssssss
tsssssssssss

tsssssssssss

Sieglinde Jug

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16
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN | KONKRETE POESIE

Zahlenliebe Schülerarbeiten

Herr ZweiEr und Frau ZweiSie


verzagen zusammen nie.

22
Doch geht ZweiSie mal aus,
ist Herr ZweiEr allein zu Haus`.

2
Er wird zur halben Portion,
man sieht dies am Umfang schon.
Daniela Schellander
II
I I

Er findet das gar nicht nett,


legt sich frustriert ins Bett.
I I
II

Nur die schlanke EinSie


kümmert das Alleinsein nie.

1
Da steht sie stolz und frei:
Sie stammt aus der Einsiedelei. Daniela Schellander & Julia Stauder
I I

I
Kommt eine andere Eins vorbei,
sind es plötzlich wieder zwei.
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I I

II
ZweiSie kehrt zum ZweiEr zurück:
Welch` Glück!

Tin Puklavec
Sieglinde Jug

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17
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN

Wortspiele, Nonsens und Reime von Gerda Anger-Schmidt

Bauernregeln ABC der Namen

Wenn's zum Schulschluss Fünfer prasselt, J – das ist Johannes.


sind die Ferien vermasselt. Was immer es ist, er kann es.

Träumst du nachts vom weißen Hai, N – das ist Nathaniel,


sind die Ferien vorbei. hat Ähnlichkeit mit einem Spaniel.

Kommt der Lehrer durch das Fenster, V – das ist Valentino.


glaubst du wieder an Gespenster. Er geht täglich dreimal ins Kino.

Sag, warum du sauer bist! Alte Lieder – neue Texte

He, Süße! Komm doch wieder raus Ein Hund kam in die Küche
Aus deinem Schnirkelschneckenhaus! und stahl gekochtes Ei.
Und sag, warum du sauer bist! Da nahm der Koch den Fresser,
Ist's wegen Maja, diesem Biest? trug ihn zur Polizei.
Ist's wegen Max, dem Teufelsbraten? Dort saßen viele Hunde,
Hat Mona dein Versteck verraten? die fanden ihn charmant.
War Tom, der Frechdachs, wieder hier? Sie flohen mit ihm nach Denver,
War ich zu wenig lieb zu dir? wo groß geschrieben stand:
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Ein Hund kam in die Küche …


Sag schon! Komm! Spuck's endlich aus!
Komm raus aus deinem Schneckenhaus!

Mit freundlicher Genehmigung von Gerda Anger-Schmidt aus „Alles in Butter, liebe Mutter“, Dachs Verlag, 1998, Wien.

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18
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN

SCHREIBEN MIT METHODE

Akrostichon
(griechisch: akros = Spitze, stichos = Vers)

Bedeutung: Gedicht als Wortspiel, bei dem die Anfangsbuchstaben der Verse
hintereinander gereiht einen Namen oder einen sinnvollen Satz bilden. (www.wikipedia.de)

NAMENS-AKROSTICHON

Die Anfangsbuchstaben des eigenen Vornamens werden auf einem Kärtchen untereinander
geschrieben und mit Wörtern ergänzt, die im Moment gerade zur eigenen Stimmung passen oder
etwas über die eigene Person aussagen.

Anschließend wird vorgelesen:

B wie Baum, R wie Reise, I wie Indien, G wie Gast, I wie Innenseite, T wie Terrasse, T wie Traum und E wie
Engel, das ist BRIGITTE.

B aum T räumen
R eise H asen
I ndien O pel
G ast
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M utig
I nnenseite A ufmerksam
T errasse S chwimmen
T raum
E ngel
Thomas 1c

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19
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN | SCHREIBEN MIT METHODE

AKROSTICHON

Eine Namensgeschichte schenken (erprobt im Rahmen einer Schreibwerkstatt mit Renate Welsh)

Namenskärtchen mit einem/r Partner/in austauschen, mit dem Wortmaterial eine Geschichte erfinden
und sich gegenseitig vorlesen.

Auf der Reise


nach Indien
wirst du
in dein Innenreich
gelangen,
dich auf einer Terrasse der Träume
unter einem Baum Du träumst
zur Ruhe begeben von einem Hasen,
und mit den Engeln der einen Opel fährt.
Freundschaft schließen. Er ist mutig,
Du wirst dort gern gesehener Gast sein! aufmerksam und kann gut schwimmen.

Astrid Wagner Thomas 1c


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Die Form des Akrostichons eignet sich hervorragend, um rund um einen beliebigen Begriff oder Titel
die dazu gehörenden Erlebnisse, Assoziationen, Informationen, Stimmungen und Gefühle in
verdichteter Form einzufangen.

(Siehe dazu auch: Materialien der Sekundarstufe zum Thema Astrid Lindgren, Akrostichon am Beispiel von Pippi
Langstrumpf | http://www.lesekultur.ksn.at/files/2-leku_lindgren_um_sek03.pdf )

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20
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN | SCHREIBEN MIT METHODE

ELFCHEN

Kurzes Gedicht aus nur elf Wörtern, verteilt auf fünf Zeilen.

1. Zeile = 1 Wort (Name, Farbe, Gefühl, Gegenstand, …)


2. Zeile = 2 Wörter (beschreiben das 1. Wort näher)
3. Zeile = 3 Wörter (was er/sie/es tut)
4. Zeile = 4 Wörter (ganzer Satz. Ich...)
5. Zeile = 1 Wort (Name, Farbe, Gefühl, Ausruf, Gegensatz, …)

Anstelle einer Farbe können natürlich auch andere Themen wie z.B. Orte, Menschen, Gefühle,
Gegenstände, … verwendet werden. Entscheidend ist die Reduktion und bewusste Verwendung der
Wörter nach dem Schema, um verkürzt und pointiert eine Stimmung oder Wahrnehmung
auszudrücken.

Die Sammlung von geeignetem, möglichst präzisem Wortmaterial kann durch

eine geführte Fantasiereise,


Beobachtungen im Freien,
„blindes“ Ertasten von Gegenständen,
automatisches Schreiben,
Anlegen eines Ideennetzes etc. unterstützt werden.

Eine Auswahl der treffendsten Wörter wird markiert und bildet anschließend einzeln auf Kärtchen
geschrieben das Baumaterial für das Elfchen. Dabei sollen die „Bausteine“ so oft verschoben bzw.
ausgetauscht werden, bis das Ergebnis zufrieden stellend ist. Nach lautem Vorlesen in Partnerarbeit
werden eventuell noch Veränderungen vorgenommen. Abschließend werden die Ergebnisse reihum
vorgelesen und bestaunt.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Regina

Vertrauen, zusammenhalten,
rodeln Geheimnisse austauschen, lachen. Schneeflocken
Kinder einreiben Ich bin immer willkommen. weiße Landschaft
Reifenspuren im Schnee große Schneeburgen bauen
schwer herab hängende Eiszapfen Freundschaft der See ist vereist

Evita Kreuzer, 1d Winterlandschaft


Winter

Martin Eder, 3a Alexander Subic, 2c

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN | SCHREIBEN MIT METHODE

HAIKU

Im 14. Jahrhundert in Japan unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus entstanden. Drückt
innere Bilder, Stimmungen aus. Bezieht sich auf Gegenständliches in der Natur, ist in ein
konkretes Geschehen eingebettet, das mit einer überraschenden Wende enden kann.

Besteht aus 17 Silben, verteilt auf drei Zeilen.

Silbenfolge ist meist 5–7–5

manchmal auch 5–5–7

oder 7–5–5

Schau, die Nachtigall! Der Frühling ist da,

alle Knospen springen auf.


An der Pflaumenblüte wischt
Genieße die Zeit!

Bianca Hausott, Julia Gasser


sie die Füßchen ab!
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

*Vgl. dazu auch Informationen zum Haiku in der Buchklub Gorilla Cybertour zu „Sadakos Plan“
http://www.buchklub.at/magazine/gorilla/index.htm

www.lesekultur.ksn.at AUTOR | Dipl. Päd. Astrid WAGNER


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN | SCHREIBEN MIT METHODE

PARALLELGEDICHT

Ein Parallelgedicht hält sich an die Form (und manchmal auch an den Inhalt) des
Originalgedichtes.

Die Ameisen Die Elefanten

In Hamburg lebten zwei Ameisen, Wir gehen, sagten in Schönbrunn zwei Elefanten,
die wollten nach Australien reisen. nach Afrika zu unsren lieben Tanten.
Bei Altona auf der Chaussee, Aber am Hügel vorm Belvedere
da taten ihnen die Beine weh, meinte der eine: Ich kann nicht mehr.
und da verzichteten sie weise Schnell kauften sie zwei U-Bahnkarten
dann auf den letzten Teil der Reise. und kehrten zurück in ihren Garten.

So will man oft und kann doch nicht Im Leben hat man oft so große Ziele,
und leistet dann recht gern Verzicht. nur leider fehlt dann meist der Wille.

Joachim Ringelnatz Hans Häuser

LÜCKENGEDICHT

Ein Lückengedicht wird wie ein Lückentext angeboten.

In die Lücken tragen die Kinder ihre eigenen Wörter ein, ein neues Gedicht wird geschaffen.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Eignet sich eher für „reimlose“ Gedichte, da die Reimungebundenheit der Phantasie mehr Raum lässt.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE NACH PLAN | SCHREIBEN MIT METHODE

SAMMELGEDICHT (nach einer Idee von Sonja Vucsina)

Einstimmung auf ein Thema (Stimmung im Herbst, Angst, Wald, …).


Jedes Kind „sammelt“ zum Thema 3- 5 kurze Sätze (das Sammeln kann bei bestimmten Themen
auch im Freien stattfinden).
Jedes Kind wählt von seinen Sätzen jenen aus, der ihm am besten gefällt.
Jedes Kind schreibt seinen Satz auf einen Papierstreifen.
Auf dem Boden, auf dem Tisch, …. werden die Satzstreifen untereinander gelegt.
Die Kinder bauen nun gemeinsam ein Gedicht (Welcher Satz passt wo am besten?).
Die Lehrerin/der Lehrer liest das Gedicht vor.
Passt alles? Es kann noch korrigiert werden.
Gemeinsame Suche nach einer Überschrift.
Das Gedicht schreiben, zeichnen, malen, mit Bildern verknüpfen.

GEGENGEDICHT

Ein Gegengedicht ist dem ursprünglichen Gedicht der Form nach ähnlich, nur werden
Gegensätze eingebaut, sodass inhaltlich eine neue Fassung entsteht.

Die Vogelscheuche Die Vogelscheuche

Die Raben rufen: „Krah, krah, krah! Die Raben flüstern: „Krah, krah, krah!
Wer steht denn da, wer steht denn da? Wer geht denn da, wer geht denn da?
Wir fürchten uns nicht, wir fürchten uns nicht Wir fürchten uns, fürchten uns ganz fest,
vor dir mit deinem Brillengesicht. weil du uns nicht in Ruhe lässt.

Wir wissen ja ganz genau, Wir wissen auch nicht ganz genau:
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

du bist nicht Mann, du bist nicht Frau. Bist du ein Mann, bist du eine Frau?
Du kannst ja nicht zwei Schritte gehn Du läufst ja mit Schritten wie ein Riese,
und bleibst bei Wind und Wetter stehn. auch wenn's stürmt und schneit, über unsre Wiese.

Du bist ja nur ein bloßer Stock, Du versetzt uns täglich in Angst und Schrecken,
mit Stiefeln, Hosen, Hut und Rock. wenn du umher rennst mit deinem Stecken.
Krah, krah, krah!“ Krah, krah, krah!“

Christian Morgenstern Hans Häuser

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SPRACHSPIELEREIEN

Auf den Spuren Eugen Gomringers

Ausgehend von einem Text Eugen Gomringers werden SchülerInnen dazu angehalten, eigene Gedichte
zu verfassen.

baum
baum kind

kind
kind hund

hund
hund haus

haus
haus baum

baum kind hund haus

(aus: gomringer, eugen: konstellationen.ideogramme.stundenbuch, stuttgart 1977, reclam)

Als Vorübung für diese Unterrichtseinheit eignet sich hervorragend das Bilden von Assoziationsketten.
Dazu sitzen die SchülerInnen am besten in einem Sesselkreis. Der Spielleiter nennt nun ein Nomen, z. B.
Strand. Das links neben dem Spielleiter sitzende Kind wiederholt den Begriff und fügt ein eigenes
Nomen, das es mit dem gehörten assoziiert, hinzu. Der nächste Mitspieler wiederholt beide Nomen
und bringt nun sein eigenes ein. Er soll sich aber nur auf das zuletzt genannte Hauptwort beziehen,
wenn er seine eigene Vorstellungsverknüpfung nennt, so ist Abwechslung mit Sicherheit gegeben. So
könnte die Assoziationskette aussehen: Strand – Handtuch – Badezimmer – Zahnbürste – Zahnarzt – usw.
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Auf diese Weise entstehen mitunter erstaunlich lange Wortketten.

Wenn es ein Kind in der zweiten Runde nicht mehr schafft, sich an alle genannten Begriffe in ihrer
korrekten Reihenfolge zu erinnern, kann ihm von den Mitschülern geholfen werden oder es scheidet
aus. Die Spielregeln werden zu Beginn nach Bedarf festgelegt. (Sollte es der Wunsch der Gruppe sein,
das Spiel auf die Spitze zu treiben, können so lange Assoziationsketten gebildet werden, bis der
Memokönig oder die Memokönigin fest steht.) Nun geht es an die Arbeit mit dem Text. Verschiedene
Herangehensweisen und auch Differenzierungen sind möglich.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

Auf den Spuren Eugen Gomringers

Man kann die Farbkärtchen (siehe Kopiervorlage!) auch ausschneiden und legen lassen, damit den
SchülerInnen der Aufbau des Textes explizit vor Augen geführt wird und leistungsschwächere
SchülerInnen dazu auffordern, den Text von Eugen Gomringer auf die Kärtchen zu übertragen.
Leistungsstarke Kinder hingegen werden vielleicht sofort damit beginnen wollen, ihr eigenes Gedicht
zu entwerfen. Als Hilfe kann man ihnen das Arbeitsblatt mit dem Farbraster anbieten. Auch ein farbig
gestaltetes Tafelbild kann den SchülerInnen sehr dienlich sein.

Wichtig ist, dass allen Beteiligten klar ist, dass es sich bei den Begriffen immer um Nomen handelt, die
aber in diesem Fall klein geschrieben werden. Die ungewohnte Kleinschreibung fällt einigen jungen
AutorInnen nicht leicht!

Sollten SchülerInnen Schwierigkeiten mit dem Einstieg ins Schreiben haben, kann die Lehrperson
einige Themenvorschläge anbieten, zu denen die SchülerInnen zunächst unreflektiert Nomen
assoziieren. Aus den gesammelten Nomen werden anschließend vier passende gewählt und so
aneinandergereiht, dass sich ein bewusst gesetzter Inhalt erschließen lässt.

Selbstverständlich könnten Kinder sich für eine passende Überschrift entscheiden, auch wenn der
Originaltext von Eugen Gomringer keine aufweist.

Dem Spiel mit der Sprache sind keine Grenzen gesetzt! Der Fantasie auch nicht!

Das Farbschema als Vorlage für den eigenen Text oder zum Übertragen des Originaltextes von Eugen
Gomringer findet sich auf der nächsten Seite.
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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE Name:

Überschrift
Auf den Spuren Eugen Gomringers
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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

Auf den Spuren Eugen Gomringers | Schülerbeispiele

autounfall mit airbagschutz afghanistan italienisches essen

auto afghanistan pizza


auto unfall afghanistan panzer pizza spagetti

unfall panzer spagetti


unfall airbag panzer leiche spagetti lasagne

airbag leiche lasagne


airbag schutz leiche tod lasagne mortadella

schutz tod mortadella


schutz auto tod afghanistan mortadella pizza

auto unfall airbag schutz afghanistan panzer leiche tod pizza spagetti lasagne mortadella

Tin Puklavec Kevin Pacher Coni Glanznig

gleicher tag Traumsommer

himmel sommer fantasy


himmel wolke sommer wasser fantasy irrlicht

wolke wasser irrlicht


wolke regen wasser liegestuhl irrlicht troll

regen liegestuhl troll


regen sonne liegestuhl eis troll riese
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sonne eis riese


sonne himmel eis sommer riese fantasy

himmel wolke regen sonne sommer wasser liegestuhl eis fantasy irrlicht troll riese

Dennis Katholnig Jenny Schuhmandl Nico Gollner

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

AUTOMATISCHES SCHREIBEN

Schreibverfahren, das ursprünglich vom französischen Psychotherapeuten Pierre Janet um 1889 erstmals
angewandt wurde, um Unbewusstes ins Bewusstsein zu holen.

Die Surrealisten griffen diese Methode in den 20er und 30er Jahren auf und propagierten sie als neue
Form der Poesie. Andrè Breton bezeichnete das automatische Schreiben als „Denkdiktat ohne jede
Kontrolle der Vernunft”. (http://de.wikipedia.org/wiki/Automatisches_Schreiben)

Ziel des automatischen Schreibens ist es, Bewusstseinsschranken durch schnelles, unaufhörliches
Schreiben zu überwinden und dadurch Zugang zu verborgenem „Wissen“ zu erlangen.

Vor der ersten Erprobung dieser Schreibform sollte den SchülerInnen klar gemacht werden, worin der
Sinn dieser Methode besteht. Die natürliche Neugier der Kinder und die Aussicht, eigene verborgene
Schätze aus dem Inneren hervor zu holen, wirken dabei erfahrungsgemäß sehr motivierend. Ein
Vergleich mit Tagträumen kann deutlich machen, wie sich Gedanken aus dem Unbewussten immer
wieder ganz unerwartet parallel zu alltäglichen Handlungen Raum verschaffen.

An einem ungestörten Platz werden möglichst mit Bleistift auf A4 Blättern im Querformat in einem
Zeitraum von 5 - 10 Minuten Gedanken, Ideen, Assoziationen oder Erinnerungen ohne Pause
aufgeschrieben.

Sämtliche Regeln der Rechtschreibung, Grammatik oder Interpunktion sind außer Kraft gesetzt.
Geschrieben werden Sätze, Wortgruppen oder einzelne Wörter. Es kommt lediglich darauf an, die
Schreibbewegung nie abreißen zu lassen.

Zur Überbrückung von Phasen, in denen keine neuen Gedanken auftauchen, sollen einfach vorhandene
Wörter wiederholt oder Schlangenlinien geschrieben werden. Das Ergebnis ist als Rohmaterial zu
verstehen, das weder gezeigt noch vorgelesen wird.

Erst das Herausgreifen von 5 – 10 Schlüsselwörtern, Wortgruppen oder Sätzen führt zur weiteren
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Bearbeitung des Textmaterials.

Die Länge bzw. Form des endgültigen Textes kann je nach individuellem Bedürfnis und Schreibanlass
sehr unterschiedlich sein. (Elfchen, Haiku, Wortcollage, Satzcollage oder innerer Monolog eignen sich
besonders gut.)

In jedem Fall ist jedoch der Vorgang des „Verdichtens“ anzustreben. Dabei kann die Verwendung der
Textlupe in Zusammenarbeit mit zwei bis drei PartnerInnen hilfreich sein.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

AUTOMATISCHES SCHREIBEN

Zusätzliche Impulse zum Schreiben wie zum Beispiel

unvollendete Sätze,
einzelne Reizwörter,
ein Bild,
ein Gegenstand,
Musik,
eine Fantasiereise
können angeboten werden.

Durch die seltene Möglichkeit, unkontrolliert und unzensuriert alles aufschreiben zu dürfen, eignet sich
das automatische Schreiben besonders gut zum Finden einer ganz persönlichen, authentischen
Sprache. Gefühle und Stimmungen, oft nur sehr diffus wahrgenommen, werden durch den Vorgang des
Schreibens in ihrer Vielschichtigkeit plötzlich präzise benannt und im anschließenden Austausch
vergleichbar und nachvollziehbar.

TEXTLUPE

Diese Stelle gefällt mir besonders gut.

Da kenne ich mich nicht aus.


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Diese Wörter sind mir aufgefallen.

Tipps von mir.

Vgl. Menzel, Wolfgang: Die Textlupe, S. 14 in: Praxis Deutsch Nr.164, Seelze, 2000, Friedrich Verlag

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SCHREIBEN VOR ORT

Verdichtung von Sinneseindrücken in Wort und Bild

Rahmenbedingungen

Wahl des Ortes im Freien (am Biotop, im Wald, im Park, am Sportplatz, am Pausenhof, am Markt, …)

Festlegung des Zeitrahmens (1 Übungseinheit, ideal ist eine Doppelstunde)

Vorbesprechung der Arbeitsaufträge im Freien

Vereinbarungen zum Ablauf der Stunde: Bewegungsradius, Einzelarbeit,


Arbeitsblatt auf Klemmbrett oder Mappe, Schreibzeug

Klärung von fotografischen Fachbegriffen wie Bildausschnitt, Format,


Zoom, Nahaufnahme, Perspektive, Lichteinfall

Digitale oder analoge Kamera(s)

Mit allen Sinnen wahrnehmen

Die SchülerInnen bewegen sich allein und ohne gegenseitige Beeinflussung im Gelände und
notieren auf einem vorbereiteten Arbeitsblatt (Kopiervorlage Seite 35 ) ihre Sinneswahrnehmungen
stichwortartig (Gerüche, Geräusche, optische Details, Spürbares, emotionale Eindrücke,
Gedanken - auf der Kopiervorlage jeweils durch ein Symbol dargestellt).

Der Blick soll bewusst auf Details gelenkt werden, mit dem Ziel, einen bestimmten Ausschnitt
fotografisch festzuhalten bzw. aus dem Gesamtbild herauszulösen.
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Entscheidungen über Hoch- oder Querformat, Nahaufnahme oder Totale sowie über den
Lichteinfall sollen ebenfalls gezielt getroffen werden.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SCHREIBEN VOR ORT

Erst wenn diese Vorentscheidungen zu einem bewusst gewählten Motiv geführt haben,
wird dieses fotografisch festgehalten. Die Kamera(s) wird/werden reihum weiter gegeben,
bis alle Ausschnitte festgehalten sind.

Die Ausarbeitung/der Ausdruck der Bilder erfolgt durch den/die Lehrer/in bis zur Fortsetzung
in der darauf folgenden Woche.

Ausgestattet mit jeder Menge „Rohmaterial“ gilt es nun, in der Klasse die notierten Beispiele
zu vergleichen, zu besprechen, zu sammeln und auszugsweise auf einem Plakat zu notieren.

Ein Blick darauf zeigt bereits, wie differenziert und lebendig die Sinneseindrücke
in Worte gefasst werden.

bemoost, schaurig, weißer Flaum, wirres Gras, stachelig, gelbliches Gras,


Trostlosigkeit, kahle Äste, krächzende Vogelschwärme, leere Vogelnester,
Qualm, modriger Geruch, Kaktusstern, knorriger Baum, Inseln im Teich

Vom Bild zum Text

Um in der nächsten Stunde den Einstieg zu erleichtern und an die gemachten Erfahrungen
anzuknüpfen, kann ein von der/dem Lehrer/in gemachtes Bild als Folie projiziert werden und als Impuls
zu assoziativem Schreiben dienen.

Das Vorlesen eines zum Schauplatz passenden Gedichtes wäre ebenso möglich.
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Anschließend betrachten die SchülerInnen bei einem Streifzug durch die „Galerie“ ihre im A4-Format
ausgedruckten/ausgearbeiteten Farbfotos, von denen jeweils auch eine Schwarzweiß-Kopie aufliegt.

Den Bildern sollte großzügig Raum gewährt werden, damit sich die Betrachter auf jede Abbildung
einzeln einlassen können.

Spontane Einfälle zu den Bildern werden auf bereit gelegte Streifen geschrieben und verdeckt
hinterlassen, um gegenseitige Beeinflussungen zu vermeiden.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SCHREIBEN VOR ORT

Ausgestattet mit diesen Anregungen, die nach Beendigung des Rundganges gelesen, erweitert,
angenommen oder verworfen werden, beginnt nun mit den eigenen Notizen auf dem AB und der
gemeinsamen Sammlung auf den Plakaten die eigentliche Bastelarbeit am Text zum Bild.

Die Entscheidung darüber, ob der Text eine Geschichte erzählt, die sichtbare Stimmung in Gedichtform
wiedergibt oder einfach eine Sammlung von Gedanken darstellt, treffen die Kinder ganz intuitiv von
selbst.

Seitens der/des Lehrer/in sollten sie dazu ermuntert werden, möglichst unbeschwert drauflos zu
schreiben, da die Feinarbeit am Text ohnehin erst in einem nächsten Durchgang erfolgen soll.

Mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass es sich um Rohmaterial handelt, werden die Texte
zunächst in Partnerarbeit vorgelesen („Textlupe“ als Hilfsmittel, siehe Kopiervorlage Seite 30) und mit
dem Ziel besprochen, eventuelle Unklarheiten bewusst zu machen.

Erst in einem nächsten Schritt werden die Entwürfe der gesamten Gruppe vorgelesen und
Änderungsvorschläge eingeholt.

Verdichten

Im Gegensatz zum ersten Durchgang werden die SchülerInnen nun dazu ermuntert, probeweise alles
unnötige Wortmaterial aus dem ersten Entwurf herauszustreichen und den abgespeckten Text noch
einmal aufzuschreiben.

Zum Vergleich werden nun diese gekürzten Versionen wieder vorgelesen. Die Wirkung der auf diese
Weise verdichteten Texte macht die Entscheidung darüber, welche Version vorzuziehen ist, meist sehr
einfach.

Den Text ins Bild „setzen“


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Im nächsten Arbeitsschritt gilt es nun, die Endfassung des Textes am PC in die gewünschte Form zu
bringen und die Entscheidung über Größe und Art der Schrift zu treffen.

Wo und wie soll der Text aber im Bild untergebracht werden?

Da Experimente mit Ausdrucken/Fotos dieser Größe kostspielig wären, dienen die Schwarzweiß-Kopien
als ideale Grundlage, um Ideen zur Gestaltung auszuprobieren, zu vergleichen, weiterzuentwickeln und
schließlich eine eigene Lösung zu finden.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SCHREIBEN VOR ORT

Gestaltungsmöglichkeiten zur Kombination von Bild und Text:

Zerschneiden, zerreißen des Fotos/Text einfügen

Teil(e) des Fotos ausschneiden/Text unterlegen

Teil (e) des Fotos aufklappen/Text unterlegen

Text auf Klarsichtfolie oder Transparentpapier/ Foto ganz oder teilweise überlappen

Text aufkleben oder „einweben“

Text mit der Hand in das Bild hinein schreiben

Tanja Kuhn Markus Frumlacher Beate Wirtitsch


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

SCHREIBEN VOR ORT

Notiere in Stichworten, was du siehst, hörst, riechst, spürst und fühlst!


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

GEDICHTE IN MUND-ART

Die Mundart der Landschaft und der Gesellschaftsschicht, das Sprachmilieu, in dem Kinder
aufwachsen, sind wesentlich an der Sprachentwicklung beteiligt. Die Mundart sollte vor allem in
Kindergedichten ihren Platz haben, denn sie ist die gesprochene, lebendige Sprache, sie hat ihren
besonderen Wortschatz, ihren Rhythmus, ihre Sprachmelodie.

Trotzdem fällt es den Kindern nicht immer leicht, Texte in Mundart zu lesen oder gar aufzuschreiben,
wohl auch deshalb, weil es ungewohnt ist – haben sie doch gerade erst angefangen, die Umgangs-
sprache lesen und schreiben zu lernen! Da scheint es eine gewisse Hemmschwelle zu geben. Doch
Kinder, die ihre Mundart gut „beherrschen“, weil sie in ihrer Umgebung fast ausschließlich diese - noch
unverfälscht – hören, können Reime und Gedichte in Mundart bald fließend lesen und auch schreiben.
Deshalb erscheint es auch wichtig, dass den Kindern immer wieder Mundartgedichte/-texte - gereimt
oder nicht gereimt - vorgelesen werden.

Texte in Mundart zu lesen und selbst zu schreiben, sollte man eher erst in der 3./4. Schulstufe der
Volksschule beginnen. Und da versucht man es zuerst am besten mit einfachen Zweizeilern:

„Der Stoffl, der Stoffl, „Und unsere Sanela


der isst so gern Kartoffl.“ werd vom Fastn imma schmäla!“
Stefan Tamegger, 4. Kl. Daniel Lackner, 4. Kl.

„In da Schul muass i jedn Tag sitzn,


ban Rechnen und Schreibm tua i fest schwitzn.“
Benjamin Mitterer, 4. Kl.

Beispiele aus der Literatur


„Der Frechdachs“
(Aus: Wilhelm Rudnigger: „Am bestn redt ma, das ist gwiß, wia an da Schnabl gwachsn is“, Carinthia, Klagenfurt 1968)
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

„A Lesestund“
(Aus: Günther Steyrer: „Alls hat sei Gwicht“, Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1980)

Christine Nöstlinger
Iba de gaunz oaman kinda
Jugend und Volk, Wien 1974

www.lesekultur.ksn.at AUTOR | Dipl. Päd. Johann PUCHER-PACHER


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

MUND-ART IN DER SEKUNDARSTUFE

Die Begriffe „Mundart“ und „Dialekt“ werden landläufig synonym gebraucht. Wenn man so will, kann
man den Dialekt als eine generellere Variante mit einem größeren Verbreitungsradius ansehen als die
Mundart, die eher den „Ortsdialekt“ umfasst. Die Hochsprache hat hingegen eine optimale Reichweite
und ist dem überörtlichen Bereich zuzuordnen.

Wir wollen uns in diesem Abschnitt der Mundart als „Mund-Art“ zuwenden. Wenn Sie im Deutsch-
unterricht Ihre SchülerInnen dazu animieren möchten, Gedanken in Mund-Art zu formulieren, scheuen
Sie nicht davor zurück, sie dazu anzustacheln, einen ganz unverblümten Blick auf ihre ganz persön-
lichen Vorlieben und Abneigungen zu lenken, die sie normalerweise nicht öffentlich artikulieren und
besprechen. Die Mundart wird meist im familiären Umfeld und im Freundeskreis lustvoll gebraucht und
eröffnet einen Blick in den Intimbereich, da sie näher an der spontanen, unmittelbaren
Gefühlsäußerung angesiedelt ist als die Hochsprache.

Wenn SchülerInnen dazu aufgefordert werden, ihre Gedanken in Mundart schriftlich festzuhalten,
sollten sie dies mit dem Bewusstsein umsetzen, ein ehrliches Selbstgespräch zu führen oder eine
Tagebuchaufzeichnung vorzunehmen. Man sollte sie darauf hinweisen, dass die wahre Fundgrube für
Schreibideen das Leben selbst mit all seinen Ecken und Kanten ist, an denen sich das Individuum reibt.
Die Lehrperson sollte die Kinder darin unterstützen, den Blick auf die Wirklichkeit zu schärfen und ihnen
helfen, nach widersprüchlichen Erfahrungen zu forschen, denn Widersprüchliches oder Komisches
muss einem nicht einfallen, sondern in erster Linie auffallen.

Gerade Paradoxien sind ein sehr ergiebiges Feld für interessante Beiträge und Pointen. Man denke nur
an Christine Nöstlingers Buam, der a rods radl griagt und nirgends Rad fahren darf. Das Gedicht aus
dem Band: „Iba de gaunz oaman Kinda“ endet mit der bitteren Pointe: „Do jedn dog, / noch da aufgob, /
wauma fad is, sogd mama: / Nau ge sche radlfoan Bua! / das i ned loch!“
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

MUND-ART IN DER SEKUNDARSTUFE

Folgender Fragenkatalog, den man den Schülern vorlegt, kann als Vorbereitung für die Schreibphase
sehr hilfreich sein.

Fragenkatalog - Anregungen zur Ideenfindung

Was mag ich gerne? (Lieblingsbeschäftigung, Lieblingstageszeit, Lieblingstag,


Essen, Getränk, Buch, Spiel, Musik…) Was ist meine Welt?

Was nervt mich? (Pflichten, Tageszeit, Wochentag oder Sonntag, Essen, Getränk, Buch, Musik,…)
Was ist nicht meine Welt? Was hasse ich?

Worüber lache ich? Was finde ich komisch?

Womit bringe ich andere zum Lachen?

Was ist an mir lächerlich oder unfreiwillig komisch?

Was finde ich an anderen lächerlich oder komisch?

Was bringt mich auf Gedanken, die nach Rache dürsten?


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Wen verehre ich und warum?

Welche Widersprüche fallen mir im alltäglichen Leben auf?

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBIMPULSE

MUND-ART IN DER SEKUNDARSTUFE | Schülerbeispiele

Mei Schwesta Mei Schwesta

I hob a Schwesta, di mi jedn Tog nervt. Mei Schwesta is a eingebüldete Funzn.


Muass imma auf sie aufpassn. Mir streitn fost Tog und Nocht.
Sie is lästig wie 10 Kinda zgleich. Nur wenn ma schlofn, is a Rua.
Am liabstn mocht sie an Saustoll
in mein Zimma drinnen. Kaum klinglt in da Frua da Wecka,
I konn noch so mit ihr schrein, geht des Teata von vurne wieda los.
sie heart anfoch nit auf mi. Gemma donn in die Schul, schau ma uns oft
Nur in da Schul hob i a Rua vor ihr. niama on.
Kumm i ham,
ärgat sie mi holt schon wieda. In da Schul oba sama bade liab zu unsare Freind.
Trotzdem bin i froh, dass i a Schwesta hob, Kana mecht glabn, dass ma ondare
denn ohne mei Schwesta Seitn a hom.
wa ma a longwalig! Kumm ma bade von da Schul,
dauerts nit long, bis ma wieda an Grund zan
Streitn hom.
Jennifer Cidej

Kurz bevur ma schlofn gehn,


sei ma wieda
liab zu anond, bis da Wecka wieda
klinglt.
Mei Chevy

Jaqueline Pirker
I hob a neichs auto kaft
An gonz an blaun chevy
Bist du tepat der wor teia herst

Oba vuagestan herst - do is ma so a wompata vollewesch


Hintn aufegfoarn
Den het i am liabstn ane gepompt herst
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Oba dos schlimme is jo


De teppn in da werkstott sogn
Dass da krempl erst in 14 Tog fertig is
Na servas

Patrick Lauritsch

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

ZUM THEMA LIEBE

Seit vielen Jahren leite ich die Schulspielgruppe


an der Hauptschule Brückl. In einem Theaterstück,
das wir aufführten, wurde geheiratet. Damit war
die „Liebe“ zum Dauerthema geworden. Für mich
der Anlass, eine Schreibwerkstätte anzubieten,
um interessierten SchülerInnen außerhalb des
Schulalltags Raum und Zeit zu geben, sich dem
Thema „Liebe” schreibend anzunähern.

Ausgehend von der Gedanken- und


Ideensammlung über die bildhafte Darstellung
von Redewendungen spannte sich der Bogen bis
zum Verfassen eigener Gedichte.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Astrid PINK


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

ZUM THEMA LIEBE

Sammeln von Gedanken und Ideen

Wörterblume Wörtersonne

Cluster

“Das Cluster-Verfahren (auch Clustering) ist eine von Gabriele L. Rico entwickelte Methode des
Kreativen Schreibens. Dabei werden Assoziationsketten notiert, die von einem Zentralwort ausgehen.
Das Clustering ist streng genommen ein spezialisiertes Brainstorming-Verfahren.”
(Aus: Wikipedia, der freien Enzyklopädie, vom 20.02.2008)
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Cluster zum Begriff LIEBE

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Astrid PINK


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

ZUM THEMA LIEBE

Mit Sprache spielen

Redewendungen in Bildern

Auf Wolke 7 schweben Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Liebe auf den ersten Blick Die Welt durch die rosarote Brille sehen
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Anregungen zum Selbermachen

„Ein Herz und eine Seele sein“ „Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt“
„Bis über beide Ohren verliebt sein“ „Sonne im Herzen haben“
„Blind vor Liebe sein“ „Hin – und Her gerissen sein“
„Schmetterlinge im Bauch haben“ „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“
„Jemanden zum Fressen gern haben“ „Rot wie eine Tomate werden“
„Gelb vor Eifersucht sein“ „Krank vor Liebeskummer sein“

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Astrid PINK


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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

ZUM THEMA LIEBE

Bildhafte Darstellungen im Gedicht

Sie war ein Blümlein

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,


Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm


Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling


So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,


Das Allerschlimmste kam zuletzt.
Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

Wilhelm Busch (1832-1908) Sie war ein Blümlein…

Beispiele von SchülerInnen

Akrostichon

L ässt dich in den siebenten Himmel fliegen T räume


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

I st ein Jungbrunnen R espekt


E rfüllt dich mit wunderbaren Gefühlen E hrlichkeit
B ringt dich zum Lachen U marmung
E rhellt auch den düstersten Tag E inigkeit

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

ZUM THEMA LIEBE

Beispiele von SchülerInnen

Elfchen

Valentinstag Liebe
Verpackte Geschenke Völlige Hingabe
Menschen sind glücklich Zeit zusammen verbringen
Erinnerungen an Frühlingsgefühle erwachen Endlose Spaziergänge am Strand
Liebe Vertrauen

Pucher Jasmin Pucher Jasmin

Haiku

Liebe macht glücklich Es ist romantisch


Sie verursacht Herzklopfen Wenn die Sonne untergeht
Bum, bum, bum, bum, bum Und du bei mir bist

Nuart Stefanie Nuart Stefanie


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL

Gefühle bestimmen unser Dasein von Anfang an, sie drücken sich direkt oder versteckt über den Körper
aus, beflügeln oder hemmen, lassen wachsen oder schrumpfen, öffnen oder verschließen, sind
erwünscht oder auch nicht.

All das gilt für den Schulalltag mit seinen zahllosen Herausforderungen in besonderer Weise.

Wer seine Gefühle kennt, sie ausdrücken und mitteilen kann, verfügt nach Daniel Golemann über eine
grundlegende emotionale Kompetenz, auf deren Grundlage andere Kompetenzen wie die der
emotionalen Selbstkontrolle aufbauen. (Golemann, Daniel: Emotionale Intelligenz, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, S.68)

Was liegt also näher, als eben diese Gefühle, die sich unaufhörlich in ihrer ganzen Bandbreite zeigen
und unser Tun permanent beeinflussen, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und über die
Sprache oder andere Ausdrucksformen begreifbar zu machen?

Rahmenbedingungen

Die folgenden Vorschläge lassen sich sowohl in einzelnen, aufeinander folgenden


Unterrichtsstunden als auch zusammenhängend in Form einer Schreibwerkstatt umsetzen.

Ca. 4 Unterrichtsstunden sollten bis zur Fertigstellung der Texte


(oder Bilder, Collagen, Szenen) eingeplant werden.

Der Raum sollte entsprechend vorbereitet werden (verdecktes Tafelbild); Flipchart-Papierbögen,


unterschiedliche A4 Papiere in verschiedenen Farben, diverse Stifte zum Schreiben und Malen
sollten bereit liegen.

Einstieg

Aktuelle Ereignisse mit heftigen Gefühlsäußerungen können einen Anknüpfungspunkt bieten.


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

An der Tafel zeigen vier Gesichter in stilisierter Weise unterschiedliche Gefühlszustände.

Gemeinsam werden passende Begriffe für die gezeigten/vermuteten Gefühle


gesammelt und an der Tafel notiert.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL

Diese Sammlung bleibt unvollständig und wird erst durch die nächsten Schritte erweitert.

Der Lehrer / die Lehrerin liest aus dem Buch „Ich und meine Gefühle“ von Holde Kreul vor.

Die SchülerInnen können während des Zuhörens auf einem färbigen Blatt ihrer Wahl Stichwörter,
Ausrufe oder Zeichnungen notieren.

Umsetzung

Jeder Schüler / jede Schülerin entscheidet sich für ein bestimmtes Gefühl, das er/sie in den folgenden
Arbeitsschritten genauer erkunden und beschreiben möchte.

Auf färbigem Papier setzen die SchülerInnen in Einzelarbeit möglichst spontan


die folgenden Satzanfänge fort:

Wenn ich bin,

Wenn ich bin, würde ich am liebsten

Wenn ich bin, spüre ich

Wenn ich bin, sage ich

Wenn ich bin, denke ich


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Nach dem Schreiben findet ein Austausch in Kleingruppen (3 – 4 SS) zu gleichen oder sehr
ähnlichen Gefühlen statt. Das von allen beschriebene Gefühl wird in dazu passender Schrift
auf dem Plakat festgehalten. Die schriftlichen Aufzeichnungen werden verglichen und ebenfalls
auf dem Plakat festgehalten.

Bei der anschließenden Präsentation der Ergebnisse entsteht ein reger Austausch zwischen
den einzelnen Gruppen, es wird nachgefragt, präzisiert und eventuell ergänzt.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL | Gedicht nach Plan


Vgl. Grabmüller, Karin, in: Interkulturelles Lernen Deutsch, 6. Schulstufe, Bd. 3, Gefühle; hrsg. v. BMUK, Abt. V/5, Wien 1994, S.33

Die SchülerInnen erhalten vorbereitete Kärtchen mit gezielten Fragen


zu ihrem beschriebenen Gefühl.

Welche Farbe hat es?


Wie schmeckt es?
Was macht es aus mir?
Wie riecht es?
Wie sieht es aus?
Wie hört es sich an?

Als Beispiel dient folgender Text zur Wut:

Meine Wut ist rot und schmeckt bitter.


Sie klingt wie das Aufheulen eines Motors.
Sie flackert und riecht nach Rauch.
Meine Wut macht mich blind.

Mit Hilfe des gesammelten Wortmaterials auf den eigenen Blättern und den Plakaten versuchen
die SchülerInnen nun möglichst bildhafte Vergleiche zur Beschreibung ihres Gefühls zu finden.
Abschließend kann darauf hingewiesen werden, dass vor allem negative Gefühle sehr dominant
sein können, weil sie unerwünscht sind und daher oft verdrängt oder auch verboten werden.

Das angebotene Schreibschema ist dabei als Unterstützung zu verstehen und sollte keinesfalls
als einzige Möglichkeit verstanden werden.

Fertig sind die Texte erst, wenn sie nach erfolgter Begutachtung in Partner- oder Kleingruppenarbeit
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

besprochen und eventuell überarbeitet wurden. Ob Änderungsvorschläge angenommen werden,


entscheiden in jedem Fall die AutorInnen.

Ergänzend zu den Texten bieten sich bildnerische, akustische oder szenische Darstellungsformen zu
den jeweiligen Gefühlen an.

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL | Gedicht nach Plan

Die folgende Auswahl an Texten entstand im Rahmen einer Schreibwerkstatt mit SchülerInnen der HS 5 in Villach.

Angst eifersucht

Sie ist dunkel - sie schmeckt bitter, die eifersucht


von Blitzen durchzuckt. sie macht mich unglücklich, die eifersucht
Sie schmeckt scheußlich, sie verleiht mir eine gewisse ängstlichkeit
so unbeschreiblich grauenhaft. die eifersucht
Sie macht mich zu einem kleinen, sie macht mich viel kleiner als ich bin
unbedeutenden Punkt. ich fühle mich wie am boden zerstört -
Sie riecht modrig und nass.
Sie ist eine große, ohne meine freundin
Furcht einflößende,
hässliche Gestalt. Martina Kavalirek 4c

Sie ist ein schriller, abgewürgter


Schrei!

Corinna Reinisch 2c

freude meine freude

sie ist bunt und schmeckt honigsüß sie ist türkis und schmeckt zuckersüß
sie macht mich glücklich sie klingt wie lustige kinder,
sie riecht wie das meer wenn sie spielen
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

und ferien zusammen sie ist so schön wie ein sonnenaufgang


sie sieht aus wie ein sie macht mich glücklich
rot-weiss-gelb-grün-blau-orange gesprenkelter ball
sie hört sich wie tausend Tanja Kuhn 2b

lachende kinder an

Christiane Lampel 1d

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LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL | WORTSCHATZKISTE

WORT – SCHATZ - KISTE

Gemischte Gefühle von A bis Z

Abscheu Gier Schuld


Abneigung Gram Selbstmitleid
Aggression Hoffnung Selbstvertrauen
Angst Hass Sorge
Ärger Kummer Spaß
Anspannung Leichtigkeit Stolz
Begeisterung Langeweile Trauer
Besorgnis Liebe Trotz
Dankbarkeit Leiden Überraschung
Depression Lust Unruhe
Ehrfurcht Minderwertigkeit Unzufriedenheit
Ekel Mitgefühl Verachtung
Eifersucht Misstrauen Verbitterung
Einsamkeit Mut Verlangen
Entrüstung Mutlosigkeit Verliebtheit
Enttäuschung Neid Verlegenheit
Erwartung Neugier Vertrauen
Freude Panik Verwirrung
Frustration Rache Verzweiflung
Furcht Reue Wonne
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Geborgenheit Ruhe Wut


Glück Schadenfreude Zorn
Gleichgültigkeit Scham Zufriedenheit
Groll Scheu Zuneigung
Grauen Schmach Zweifel
Geiz Schrecken

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49
LYRIK-PROJEKT
SCHREIBWERKSTATT

GEDICHTE MIT GEFÜHL | WORTSCHATZKISTE

WORT – SCHATZ - KISTE

Und wie fühlst du dich?

angenehm kribbelig traurig


aufgewühlt kühn träge
angespannt leicht tapfer
ängstlich lustlos unglücklich
ärgerlich müde unruhig
bedrückt mutig unsicher
betrübt matt unzufrieden
beschämt minderwertig verzweifelt
belastet niedergeschlagen verlegen
befangen neidisch verunsichert
deprimiert nervös wütend
dumpf neugierig wohlig
erleichtert offen zornig
eifersüchtig optimistisch zerrissen
einsam peinlich
froh panisch
frei quengelig
frustriert ruhig
glücklich rastlos
gelangweilt rasend
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

geborgen schüchtern
hilflos streitlustig
himmelhoch jauchzend scheu
irritiert schuldig
isoliert sehnsüchtig

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LYRIK-PROJEKT
PRÄSENTIEREN

VORLESEN UND VORTRAGEN

Gleich vorweg: Gedichte sind nicht nur zum Auswendiglernen da. Im Gegenteil! Durch das
Auswendiglernen werden SchülerInnen durch den vorgegebenen Rhythmus und meist bedingt durch
den Reim dazu verführt, den Inhalt eines Gedichtes schnell und lieblos „herunter zu leiern“. Diese Leier
hat allerdings nichts mehr mit der Lyra, dem antiken Saiteninstrument zu tun, das den Vortrag eines
Gedichtes begleitete, im Hellenismus als Symbol der Dichter und Denker galt und von dem sich unser
Wort „Lyrik“ ableitet.

Ein wiederholt still oder auch laut gelesenes Gedicht, dessen Inhalt sich dem Leser mitunter nur
allmählich erschließt, dringt tief ins Gedächtnis ein und wird plötzlich „gekonnt“, obwohl man es nicht
bewusst auswendig gelernt hat.

Gedichte berühren

Viele Gedichte schaffen es, ihre Leser oder Hörer im tiefsten Inneren zu berühren, ohne dass es möglich
ist, den Grund dafür anzuführen. Deshalb sollte man sich und seinen SchülerInnen die Freiheit
gestatten, Gedichte erst einmal auf sich wirken zu lassen, ohne sofort auf die kognitive Ebene des
Interpretierens und Analysierens zu wechseln.

So wird jeder Tag zum Gedicht

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass SchülerInnen einen guten Zugang zur Lyrik finden,
wenn man ihnen häufig Gedichte vorliest, ohne einen Arbeitsauftrag damit zu verbinden. So betrat ich
wochenlang jeden Tag meine Deutschklassen mit einem Gedichtband unterm Arm. Ich begann
prinzipiell jede Stunde mit dem Vortrag eines Gedichtes. Dazu drückte ich mein Buch einem Kind in die
Hand und bat es, irgendeine Seite aufzuschlagen. Das nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Gedicht las
ich der Klasse vor. Wenn ein Schüler/ eine Schülerin sich zu dem Gehörten äußern wollte, so konnte er/
sie dies tun. Niemand wurde zu Äußerungen genötigt. Mitunter löste ein einfach hingesagter
Kommentar eine kurze, interessante Diskussion aus, manchmal war einfach nur ein belustigtes Kichern
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

zu vernehmen, doch unabhängig von der jeweiligen Reaktion durfte ich feststellen, dass mein junges
Publikum ausgesprochen gut zuhören konnte und sich auch mitzuteilen verstand. Nur zwischendurch
entschieden wir uns gemeinsam für ein Gedicht, welches wir genauer unter die Lupe nahmen.

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LYRIK-PROJEKT
PRÄSENTIEREN

VORLESEN UND VORTRAGEN

Empfehlenswert finde ich folgende Gedichtesammlung, die von meinen SchülerInnen besonders gut
angenommen wurde:

Großer Ozean, Gedichte für alle

Hrsg. von Hans-Joachim Gelberg, Weinheim und Basel 2000, Beltz Verlag
ISBN: 3 407 79818 0

Um Kinder für Gedichte einzunehmen, ist es wichtig, sie mit ihnen zu konfrontieren, ohne sie zu
Stellungnahmen zu drängen.

„Das Redenmüssen über Gedichte kann eine Zumutung sein: Denn wenn ein Dichter etwas gesagt hat, was
uns als Wahrheit tief berührt, macht es uns stumm. Wenn wir trotzdem darüber reden, mögen wir uns bald
lächerlich vorkommen, weil alles, was wir sagen, unbeholfen und ungenau ist gegenüber dem, was im
Gedicht schon gesagt ist. Wenn wir sie so vorlesen, dass wir denken und fühlen, was wir sprechen, ohne
dabei auf Betonung zu achten, teilen wir wahrscheinlich mehr von uns und unserer Wahrnehmung eines
Gedichtes mit, als wenn wir versuchen mit eigenen Worten zu sagen, was wir meinen. Was da zu sagen ist,
hat ja der Dichter für uns schon viel besser, gültiger, beziehungsreicher gesagt, als wir das jemals könnten.“
(Andresen, Ute: Versteh mich nicht so schnell, Gedichte Lesen mit Kindern, Weinheim und Berlin 1992, Beltz Verlag, S. 15)

Wenn es allerdings um das Vortragen eines Gedichtes vor Publikum geht, sollten gewisse
Voraussetzungen erfüllt sein. Nur wenn der Vortragende den Inhalt des Gedichtes emotional für sich
erschlossen hat, wenn er das ihm Mitgeteilte tatsächlich be-griffen und er-fasst hat, ist es ihm möglich,
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

seine persönliche Sichtweise zu vermitteln und sein Publikum zu erreichen, das dann andächtig dem
Vortrag lauschen und im besten Fall selbst er-griffen sein wird.

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG


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LYRIK-PROJEKT
PRÄSENTIEREN

VORLESEN UND VORTRAGEN

Kleines Handwerkszeug für große und kleine Vorleser

Vorbereitung

Jedes Gedicht, das vorgelesen oder vorgetragen werden soll, muss genauer untersucht werden. Was
löst es für ein Gefühl aus? Was spüre ich beim Lesen des Gedichtes? Welche Stimmung möchte ich
vermitteln? Was kann ich zwischen den Zeilen lesen und was möchte ich beim Vorlesen transportieren?

Lautes Lesen

Nun kann ich mit meiner Stimme experimentieren. Die Stimme ist ein Instrument. Ich muss mich auf
den Text einstimmen. Um die richtige Tonlage zu treffen, muss ich mich selbst hören, verschiedene
Varianten ausprobieren, verwerfen oder doch wieder in Betracht ziehen. Wichtig ist, dass man sich
selbst als „stimmig“ wahr nimmt. Wir haben viele Register zu ziehen: das Spiel mit dem Instrument
„Stimme“ ist wichtig, damit ich Dramatisches, Besinnliches, Lustiges, Spannendes, Geheimnisvolles,
Nachdenkliches … zum Ausdruck bringen kann. Dazu gehört der Wechsel der Lautstärke und Tonhöhe,
auch die Lesegeschwindigkeit kann ich nach Bedarf steigern und wieder zurücknehmen.

Notationen setzen

Jetzt kann ich meinen Text mit Vorlesezeichen versehen. Ich kennzeichne Pausen, unterstreiche
Betonungen, markiere Hebungen und Senkungen der Stimme mit Pfeilen. Im Grunde ist es nicht
wichtig, wie ich meinen Text aufbereite, es kommt nur darauf an, dass ich mich auskenne. Vielleicht will
ich dieses Hilfsmittel gar nicht einsetzen, das ist in Ordnung, falls aber doch, dann ein guter Ratschlag:
Sparsam mit Kennzeichnungen umgehen, damit keine Verwirrung ausbricht!
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Blickkontakt

Vorlesen und Vortragen bedeutet, mit dem Publikum zu kommunizieren. Daher: Immer wieder
Blickkontakt herstellen!

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LYRIK-PROJEKT
PRÄSENTIEREN

VORLESEN UND VORTRAGEN

Kleines Handwerkszeug für große und kleine Vorleser

Mimik und Gestik

Der/die Vorlesende ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, keine Maschine, deshalb darf er/sie auch
Emotionen zulassen, wenn auch wohl dosiert. Übertrieben zur Schau gestellte Gefühle wirken
lächerlich, doch ein lebendiges Gesicht und sparsam eingesetzte Gestik kann einem Text zusätzlich
Leben einhauchen. Ich kann mich darauf verlassen, dass ich, wenn ich den Text „spüre“, unbewusst die
richtige Körpersprache verwende.

Experiment

Natürlich kann ich mich auch auf ein Experiment einlassen. Ich kann Texte zu Collagen zusammenfügen,
sie verfremden, dramatisieren oder mit passender Musik unterlegen. Dem Erfindungsgeist sind keine
Grenzen gesetzt. Ob mein Versuch, innovativ zu sein, aufgeht, werde ich an der Reaktion des Publikums
ablesen können, falls ich mich zu einer ungewöhnlichen Interpretation entschließen sollte. Aber wie
heißt es so schön: Dem Mutigen gehört die Welt!
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

www.lesekultur.ksn.at AUTORIN | Dipl. Päd. Mag. Sieglinde JUG


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LYRIK-PROJEKT
PRÄSENTIEREN

LYRIK UND DARSTELLENDES SPIEL

Es gibt viele Gedichte, die geradezu zum Dramatisieren, zu Spielszenen, zum Rollenspiel... auffordern.
Lyrik trägt immer spielerische Elemente in sich – in Rhythmus, Klang, Reim. Sie kommt dem Spiel-
bedürfnis des Kindes entgegen. In der Lyrik wird die Sprache zum Spiel. Mit Hilfe der Möglich-
keiten/Techniken, die uns das Darstellende Spiel bietet, können wir ein Gedicht für die Kinder zu
einem schönen Erlebnis werden lassen.

Der Lehrplan fordert auch die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten
verschiedenster Art, das Üben des sinnentsprechenden und sinngestaltenden Vortrages in
verschiedenen Formen, den kreativen Umgang mit der Sprache.

Einige Vorschläge: „Gedichte auf die Bühne zu stellen“

Sprechklangversuche:
Auch so kann man ein Gedicht vortragen! Resignativ, sarkastisch, euphorisch, belehrend, verzweifelt, ...

Artikulationsweisen:
langsam, schnell, geflüstert, schreiend, gedehnt, gestoßen, ...

Deklamatorisch wie ein:


Politiker, Pfarrer, Schauspieler, General, Schüler, ...

Unterstützung des Vortrages durch Mimik und Bewegung:


Armbewegungen, Schritte, Gänge, bestimmte Posen, ...

Untermalen des Vortrages:


Körpergeräusche, Töne, Laute, Wörter, Melodien, ...

Vortrag im Chor (mit oder auch ohne Dirigent):


im Chor sprechen, Solisten oder Gruppen einbauen, das Tempo und die Lautstärke wechseln usw.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Einen Rhythmus für die Textpräsentation (für den Textvortrag) finden -


unterstützt durch Geräusche oder Instrumente.

Andere Möglichkeiten:
Schattenspiel, Pantomime, Tanzimprovisation, Figurenspiel, ...

www.lesekultur.ksn.at AUTOR | Dipl. Päd. Johann PUCHER-PACHER


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LYRIK-PROJEKT
LITERATUR | BUCHEMPFEHLUNGEN

GEFÜHLE

LYRIK IM UNTERRICHT | GRUNDSTUFE

LYRIK IM UNTERRICHT | SEKUNDARSTUFE

LYRIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

www.lesekultur.ksn.at
Grafische Gestaltung: Mag. Erich Angermann

AUTOR | Dipl. Päd. Hans HÄUSER


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BÜCHERLISTE GEFÜHLE

LYRIK-PROJEKT
Zittern, Bibbern, Schüchtern sein Dieses interaktive Bilderbuch bietet neben den ersten
Brownjohn, Emma Sachinformationen über unterschiedlichste Ängste
Gabriel Verlag, 2007 auch Hilfestellungen schon für kleine Kinder.
ISBN 978-3522301084

Lustig, Traurig, Trotzig, Froh. In diesem Buch können Kinder ihre eigenen Gefühle
Ich fühl mich mal so, mal so! spielerisch kennen lernen und mehr darüber erfahren,
Ein Buch mit phantasievollen Spielelementen wie sich andere Menschen fühlen.
Brownjohn, Emma
Gabriel Verlag, 2004
ISBN 978-3522300483

Meine Welt der Gefühle. Entdecken & Begreifen Jeder ist mal traurig, mal wütend, jeder hat mal Angst.
Hille, Astrid; Schäfer Dina; Garbert Jutta Doch Gefühle ändern sich. Man ist dann wieder lustig,
Verlag Velber, 2004 fröhlich, mutig. Dieses Buch hilft Kindern Gefühle zu
ISBN 978-3898582711 entdecken, zu begreifen und sich wohl zu fühlen.

Ein Praxisbuch mit umfangreichen Arbeitsmaterialien,


das folgende Bereiche behandelt: Wie, mit welchen
Ge(h)fühle! Arbeitsmaterialien für Schule, Mitteln kann man Kindern zeigen, wie sie Gefühle „zum
Hort und Jugendgruppen Ausdruck bringen“ können? Wie kann man
Lichtenegger, Barbara Gefühlsäußerungen von Kindern in fruchtbare
Veritas Verlag, 1998 Interaktionen „einfädeln“, damit ein reiferer Umgang
ISBN 978-3705851108 mit eigenen Gefühlen und Gefühlen anderer möglich
wird?

Kinder wissen oft nicht, wie sie mit Gefühlen


verantwortungsvoll umgehen sollen. Dies ist ebenso
Ich und meine Gefühle.
wie das Wahrnehmen eigener Gefühle ein Lernprozess,
Emotionale Entwicklung für Kinder ab 5
der wichtig für das Zusammenleben ist. Mit seinem
Kreul, Holde; Geisler, Dagmar
einfachen Text und ausdrucksstarken Bildern lädt dieses
Loewe Verlag, 2004
Buch Kinder und Erwachsene dazu ein, über ihre
ISBN 978-3785550182
Gefühle zu sprechen.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Gefühle sind wie Farben Wie ist es, wenn man sich freut oder ärgert, wenn man
Aliki; Brandenberg, Aliki einsam ist oder neu in eine Klasse kommt? Lauter
Verlag Beltz, 2000 Alltagsszenen in einem Bilderbuch, die eigene Gefühle
ISBN 978-3407803467 zeigen und erklären, was andere fühlen.

www.lesekultur.ksn.at AUTOR | Dipl. Päd. Hans HÄUSER


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BÜCHERLISTE LYRIK IM UNTERRICHT | GRUNDSTUFE

LYRIK-PROJEKT
20 Gedichte, verfasst von der Kinderbuchautorin Birgit Richter,
gehen genau auf die Lebenswirklichkeit unserer Kinder ein.
Die Gedichte-Werkstatt für die Grundschule Dabei werden verschiedene Themen wie Schule, Elternhaus
Richter, Birgit; Wertenbroch, Wolfgang und Freundeskreis angesprochen. Nicht nur besonders schöne
Kohl Verlag, voraussichtlich April 2008 Situationen, sondern auch Brennpunktsituationen im Leben
kennen viele unserer Schülerinnen und Schüler. So fällt es
ISBN 978-3866328341
ihnen leichter, sich mit den Gedichttexten zu identifizieren. Sie
finden schnell einen Transfer von der Lyrikwelt zu ihrer eigenen
Lebenswirklichkeit.

Gedichte von Goethe bis Gernhardt für Kinder Materialien und Kopiervorlagen bringen Kindern der
Hoffart, Astrid 3./4. Klassen biografische und historische Details
Verlag Auer, 2008 bekannter Dichter näher. So wird der erste Kontakt der
ISBN 978-3403046691 Kleinen mit den Großen der deutschen Dichtung zum
Erlebnis.

Die Materialien bieten Lehrpersonen Ideen, um ihre


Frühlings- und Sommergedichte. Kinder handelnd an die Erschließung von Lyrik
Kinder verstehen Gedichte (Lernmaterialien) heranzuführen. Szenische oder musikalische
Brandenburg, Birgit Umsetzungen werden ebenso angeboten wie Rätsel
Verlag an der Ruhr, 2007 oder Bearbeitungsaufgaben. Da man Sprachkunst
ISBN 978-3834602657 durch Selberschreiben am besten begreift, erhalten die
Kinder dafür viele Anregungen.

Lustige Lernwerkstatt Gedichte. Reime und Gedichte eigenen sich besonders dazu,
Materialien zum Lernen: Deutsch Kindern sprachliche Fertigkeiten zu vermitteln.
Cremer, Christine Abwechslungsreiche Aufgaben animieren die Kinder
Verlag Stolz, 2007 zum Reimen, Schnipseln und Dichten.
ISBN 978-3897782778

Hesse & Co Stundenbilder mit Kopiervorlagen verführen zum


Edelmann, Maria kreativen Schreiben von Gedichten, zu Klangaktionen,
Verlag Auer, 2006 zum Malen zu Gedichten usw.
ISBN 978-3403043195

In Gedichten, Geschichten und Liedern, die einen


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Gefühle in allen Farben spielerischen Zugang zur Poesie und Schriftkultur


Brandt, Susanne ermöglichen, kommen Gefühle in allen Farben zur
Don Bosco Verlag, 2005 Sprache. Das Buch enthält zahlreiche kreative Impulse
ISBN 978-3769815177 zum Sprechen und Zuhören, Basteln und Malen,
Erforschen und Erfinden, Bewegen und Nachspüren mit
allen Sinnen.

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BÜCHERLISTE LYRIK IM UNTERRICHT | GRUNDSTUFE

LYRIK-PROJEKT
Geheimnisvoll und zauberhaft Auf vielfältige kreative Weise können sich Kinder mit
Brandt, Susanne Sprache beschäftigen und mit Sprache, Schrift und
Don Bosco Verlag, 2005 Texten vertraut werden. Wenn sie Gedichte zum
ISBN 978-3769815184 Klingen bringen oder Lieder in Bewegung setzen, wird
der Zauber zwischen den Zeilen lebendig.

Das Reimlexikon für Kinder Was reimt sich nur auf ……..? Das Reimen gerät immer
Kaltefleiter, Paul; Mingers, Oliver mehr in Vergessenheit. Mit dem Reimlexikon wächst
Verlag an der Ruhr, 2005 wieder die Lust am Reimen und Dichten. Wörter sind
ISBN 978-3860729441 übersichtlich nach ihren Reimbausteinen sortiert,
Kinder finden passende Reimwörter und üben
gleichzeitig das Nachschlagen.

66-mal selber dichten. Frei nach Busch, Brecht & Co. inspirieren 66
Bergedorfer Unterrichtsideen Kopiervorlagen die Kinder zu eigenen witzigen,
Wild, Edmund nachdenklichen oder verrückten Gedichten.
Verlag Persen, 2005
ISBN 978-3834436399

Gedichte im Anfangsunterricht. Dieser Band bietet erprobte Unterrichtsbeispiele zur


Kopiervorlagen (Lernmaterialien) fächerübergreifenden und kindgemäßen Umsetzung
Reddig-Korn, Birgitta; Sänger, Johanna von Gedichten im Anfangsunterricht.
Oldenbourg Schulbuchverlag, 2005
ISBN 978-3486960891

10 x 10 Gedichte für Kinder. 100 Ideen, wie sich Kinder sprechend, klatschend,
10 x 10 Ideen für den Unterricht singend, darstellend und gestaltend mit Gedichten
Rennhard, Josef befassen können.
Erle Verlag, 2005
ISBN 978-3952392522

19 lustige und besinnliche Gedichte sind Grundlage für


LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Den Quallen wachsen scharfe Krallen eine umfassende praxiserprobte Methodensammlung


Kasmann, Guido zum Umgang mit Gedichten in der 3., 4. Volksschul-
Bvk Buch Verlag Kempen, 2004 klasse. Handlungsorientiert angelegte Arbeitsaufträge,
ISBN 978-3936577808 die sich auch mit dem Kunst- und Musikunterricht
verknüpfen lassen, und Arbeitsblätter für die Kinder
werden ergänzt durch Informationen für die Lehrkräfte.

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BÜCHERLISTE LYRIK IM UNTERRICHT | GRUNDSTUFE

LYRIK-PROJEKT
Lehrer-Bücherei: Grundschule: Drei Begegnungsformen stellt dieser Band in den
Kindergedichte erleben und verstehen. Mittelpunkt: Gedichte von Kindern erlebnisreich
Gestalten - Schreiben - Mit Sprache Spielen gestalten, Gedichte schreiben und mit Sprache spielen.
Forytta, Claus Viele Beispiele sind in einen handlungs- und
Cornelsen Verlag Scriptor, 2003 produktionsorientierten Lyrikunterricht eingebunden.
ISBN 978-3589050796

Versteh mich nicht so schnell. Gedichte sind für alle da! Ihnen sollten wir uns leise
Gedichte lesen mit Kindern nähern, ihnen sollten sich Kinder und Erwachsene
Andresen, Ute miteinander zuwenden.
Beltz Verlag, 1999
ISBN 978-3407220363
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

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BÜCHERLISTE LYRIK IM UNTERRICHT | SEKUNDARSTUFE

LYRIK-PROJEKT
Produktiver Umgang mit Lyrik Der Inhalt spannt sich von Lyrik und Prosa über lyrische
Waldmann, Günter Versformen, Klangformen, Wortformen, Bildformen,
Schneider Verlag Hohengehren, 2006 Satzformen und Strophenformen bis zu methodischen
ISBN 978-3834001627 Hinweisen und Vorschlägen.

Anhand 28 unterschiedlicher methodischer Zugangs-


Gedichte-Werkstatt weisen (z.B. Gedichte entflechten, Fragen an ein
Weber, Nicole Gedicht stellen, Gedichte mit Musik begleiten,
Verlag Persen, 2006 Pantomimische Darstellung) nähern sich die Kinder
ISBN 978-3834438478 handelnd lyrischen Texten und lernen sie durch
vielfältige, interessante Aufgabenstellungen besser
verstehen.

Einen Streifzug durch verschiedene Epochen deutscher


Gedichte einmal anders. Kopiervorlagen
Dichtkunst bietet dieser Band für die 5. bis 10. Schul-
Gra, Melanie
stufe, der sowohl Interpretationsansätze zu einzelnen
Bvk Buch Verlag Kempen, 2006
Gedichten als auch Übungen zur kreativen Umgestal-
ISBN 978-3938458174
tung und zum Schreiben eigener Gedichte enthält.

10 x 10 Gedichte untersuchen 100 Vorschläge, wie zu Gedichten verschiedener


Rennhard, Josef Stilrichtungen und unterschiedlicher Epochen durch
Erle Verlag, 2005 Versuchen, Entdecken und Gestalten eigene Zugänge
ISBN 978-3952192597 gefunden werden können.

Werke bekannter SchriftstellerInnen regen zum


77-mal selber dichten.
kreativen Umgang mit der Poesie an. Schülergerechte
Bergedorfer Unterrichtsideen
handlungsorientierte Strategien lassen mit Hilfe vieler
Wild, Edmund
toller Schülerbeispiele konkrete Poesie,
Verlag Persen, 2004
Computergedichte, Rap, klassische und moderne Zeilen
ISBN 978-3834436764
entstehen.
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Gedichte Kartei. 5. – 7. Klasse. Die 120 Angebote der Kartei sind eine methodische
(Lernmaterialien) Fundgrube für den Lyrik-Unterricht: Malen zu
Hering, Jochen Gedichten, Bilder bedichten, Geschichten zu Gedichten,
Verlag Persen, 2004 mit Worten Bilder malen, Basteln zu Gedichten, selber
ISBN 978-3893583126 dichten – Ideen klauen u.v.m.

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BÜCHERLISTE LYRIK IM UNTERRICHT | SEKUNDARSTUFE

LYRIK-PROJEKT
Dieser Band enthält vielseitige Text- und Arbeitsblätter
Gedichte für die 7. und 8. Klasse.
(analytischer Umgang mit der Sprache, bildnerisches
Anregungen für die Praxis
Gestalten, szenisches Umsetzen usw.) als Kopier-
Watzke, Oswald; Haase, Klaus; Watzke, Harald
vorlagen: traditionelle, zeitgeschichtliche, gesellschafts-
Verlag Auer; 2003
kritische, politische Gedichte; Natur- und Gedanken-
ISBN 978-3403038979
lyrik; Unsinn- und Scherzgedichte; Schlager-, Song- und
Raptexte.

Mit erfrischend schülerorientierten Aufgabenstellun-


Lyrik zum Anfassen
gen werden hier verschiedenste Gedichte unter die
Hofmann, Sonja
Lupe genommen. Gedichte verstehen, Gedichte
Verlag Persen, 2000
verfremden oder völlig neu produzieren – das gefällt
ISBN 978-3893588152
den Kindern. Mit Kopiervorlagen und Freiarbeitskartei
zum Selbermachen.

Wörter mit Flügeln. Kreatives Schreiben Verschiedenste Einstiegsmöglichkeiten – von der Idee
Zopfi, Christa; Zopfi, Emil übers Entwerfen und Bearbeiten bis zum
Zytglogge-Verlag, 1995 Veröffentlichen der Texte.
ISBN 978-3729605053
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

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BÜCHERLISTE LYRIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

LYRIK-PROJEKT
Neun nackte Nilpferddamen. Auf 128 Seiten ein umfangreiches ABC der flotten
Aller Unsinn macht Spaß Sprachspielereien, angereichert mit einer Fülle von
Anger-Schmidt, Gerda; Habinger, Renate Fantasiehäppchen, für alle Tage und jedes Alter.
Arena, 2008
ISBN 978-3401029801

Das Sprachbastelbuch Ein vor Geist und Witz sprühendes Endlos-Vergnügen


Domenego, Hans; Ekker, Ernst A.; Ferra-Mikura, Vera für Kinder und Erwachsene, eine Fundgrube für den
G & G Verlagsgesellschaft, 2008 ergötzlichen Umgang mit Sprache.
ISBN 978-3707403978

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim… Ein buntes Sammelsurium rund um Freundschaft oder
Gedichte von Wilhelm Busch. Poesie für Kinder Liebe, Vertrauen oder Schadenfreude, Geister, Tiere,
Busch, Wilhelm sogar ein Kochrezept in Gedichtform ist dabei – witzig,
Kindermann Verlag, 2007 bissig, liebevoll, aber immer voll heiterer
ISBN 978-3934029293 Lebensweisheit.

Wörterwundertüte. Gedichte für Kinder Dieses Buch beinhaltet zahlreiche spritzige und witzige
Deutsch, Eva Gedichte von AutorInnen aus dem deutschen
Books on Demand GmbH, 2007 Sprachraum, die kleine und große Leute beim Vorlesen
ISBN 978-3833483745 oder Lesen zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken
anregen werden.

Jaguar und Neinguar Gereimt, gerüttelt und geschüttelt: ein Lyrikschatz von
Maar, Paul Paul Maar mit mehr als 200 Gedichten und Reimen, mit
Verlag Oetinger, 2007 farbigen Bildern von Ute Krause.
ISBN 978-3789142604
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Es hüpft in meinem Kopf herum. Mit Gedichten ist es schon komisch: Jeder kennt welche,
Gedichte für Kinder aber viele sagen, sie könnten damit nichts anfangen,
Mai, Manfred mit den Kinderreimen oder Abzählversen oder
Dtv, 2007 Werbesprüchen ...
ISBN 978-3423623131

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BÜCHERLISTE LYRIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

LYRIK-PROJEKT
Das Kind und der Wind Die Autorin möchte mit ihren Gedichten, die im
Schaffner, Karin täglichen gemeinsamen Leben für Kinder und mit
Pohl-Verlag, 2007 Kindern entstanden sind, Herz und Seele öffnen für den
ISBN 978-3791102665 achtsamen Umgang mit Kindern, mit der Natur und mit
uns selbst.

Wenn die Möpse Schnäpse trinken Vorhang auf für eine lustige Bühnenshow: Mit viel Witz
Krüss, James und Phantasie hat der Autor in seinem Kindergedicht
Aufbau-Verlag, 2007 über die schwankenden Möpse die Welt auf den Kopf
ISBN 978-3351040758 gestellt. Das Bilderbuch (gestaltet von der Künstlerin
Alexandra Junge) weckt mit seinen lustigen Details die
Lust am Sprachjonglieren.

Lebe glücklich, lebe froh wie der Mops … Rund 200 alte und neue Gedichte (Morgenstern,
Davidovic, Gerlinde (Hrsg.) Goethe, Storm, Ringelnatz, Jandl, Guggenmos,
Ars Editio, 2007 Andresen, Krüss usw.) geben Jung und Alt Anlass zum
ISBN 978-3760714820 Lachen, Staunen und Nachdenken.

Nach „Mit Drachen lachen, mit Ottern stottern“ wird der


„Zahlen her!“, sagt der Bär
Spaß am Fertig- und Weiterreimen in diesem Band
Schreiber-Wicke, Edith; Holland, Carola
fortgesetzt, aber es wird diesmal nicht nur gereimt,
Thienemann Verlag, 2007
sondern auch noch mit den Zahlen von 0 bis 12
ISBN 978-3522435741
gerechnet.

Scherzgedichte und Rätselreime, Lügengeschichten,


Buchstabenrätsel, ABC-Sätze, Bauernregeln, Liedertexte,
Muss man Miezen siezen?
Limericks, "Druckfehlerteufel", Denkspiele, verdrehte
Anger-Schmidt, Gerda
Märchen ... Sie alle regen zum Mitmachen, Lachen und
Residenz Verlag, 2006
Weiterspinnen an. Und das ist gut so, denn, wie wir alle
ISBN 978-3701720095
wissen: Kein Kleister bellt vom Schimmel - und wer
fragt, gerinnt!
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Großer Ozean. Gedichte für alle An zahlreichen Beispielen können Kinder und
Gelberg, Hans-Joachim Erwachsene entdecken, wie die besten Gedichte
Verlag Beltz, 2006 gemacht worden sind. Und vielleicht inspiriert die
ISBN 978-3407740182 Lektüre zu eigenen Gedichten?

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BÜCHERLISTE LYRIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

LYRIK-PROJEKT
Ich liebe dich wie Apfelmus. Eine Sammlung von über 120 fantasievoll und prächtig
Die schönsten Gedichte für Kleine und Große illustrierten Gedichten (Gernhardt, Jandl, Maar, Kirsch,
Fried, Amelie (Hrsg.) Ringelnatz, Guggenmos, Morgenstern, u.a.), die Kinder
Verlag Cbj, 2006 und Erwachsene gleichermaßen begeistern werden.
ISBN 978-3570131428

Groß ist die Welt. Die schönsten Gedichte Eine Sammlung der schönsten Gedichte des Autors, die
Guggenmos, Josef die Welt der kleinen Dinge zum Inhalt haben.
Verlag Beltz, 2006
ISBN 978-3407799135

Mit Ottern stottern, mit Drachen lachen. 59 witzig bebilderte Reime, die nur darauf warten,
Verse zum Weiterreimen von A bis Z fertig gereimt und von Kindern und Erwachsenen
Schreiber-Wicke, Edith beliebig ergänzt zu werden.
Thienemann Verlag, 2006
ISBN 978-3522435291

Im Mondlicht wächst das Gras. Ute Andresen hat in dieser Anthologie zahlreiche
Gedichte für Kinder und alle im Haus Gedichte bekannter und weniger bekannter
Andresen, Ute AutorInnen versammelt, die gemeinsam mit den
Ravensburger Buchverlag, 2006 Illustrationen sanft auf das Gedichtelesen einstimmen
ISBN 978-3473352593 sollen.

Ein Papagei aus dem Tierpark in Bingen Unter der Anleitung ihrer Lehrerin haben Kinder
Endler, Martin u.v.a. gemeinsam 60 Gedichte geschrieben. Eine Künstlerin
Leinpfad Verlag, 2006 war von den Texten so begeistert, dass sie zur Hälfte der
ISBN 978-3937782409 Gedichte Bilder gemalt hat: Sprachwitz und Reimfreude
finden ihr Gegenüber in farbintensiven Bildwelten.
LESEKULTUR MACHT SCHULE | 2008

Love Lyrics. rororo Rotfuchs Songtexte und Gedichte über die eine große, die
Schweikart, Ralf ersehnte, die vergangene, die tiefe, die oberflächliche,
Rowohlt Taschenbuch, 2005 die traurige, die komische, die erste und bestimmt nicht
ISBN 978-3499213328 letzte Liebe.

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BÜCHERLISTE LYRIK FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

LYRIK-PROJEKT
Die Wundertüte. Die witzigsten, muntersten, nachdenklichsten,
Alte und neue Gedichte für Kinder phantastischsten, niedlichsten und respektlosesten
Kliewer, Heinz-Jürgen; Kliewer, Ursula Gedichte für Kinder der letzten drei Jahrhunderte.
Reclam Verlag, 2005
ISBN 978-3150105818

Heute will ich langsam sein Eine Zusammenstellung leiser, nachdenklicher


Janisch, Heinz Gedichte mit Bildern von Linda Wolfgruber, die ihre
Jungbrunnen-Verlag, 2005 eigenen wunderbaren Geschichten erzählen.
ISBN 978-3702657697

Morgennatz und Ringelstern. Der Autor hat für dieses Buch seine liebsten Gedichte
Gedichte von Christian Morgenstern von Morgenstern und Ringelnatz ausgewählt und sie
und Joachim Ringelnatz bunt (herrliche Illustrationen von Christine Sormann)
Janisch, Heinz durcheinander gewirbelt.
Annette Betz Verlag, 2005
ISBN 978-3219112290

Die Kuh hat einen Sonnenstich 77 lustige, verrückte Gedichte, mit viel Witz illustriert,
Ringelnatz, Joachim die Kindern und Erwachsenen Spaß auf
Dressler Verlag, 2005 Sprachspielereien machen.
ISBN 978-3791536064

Ein Gürteltier mit Hosenträgern. Ein schönes Beispiel, wie man Kindern (aber nicht nur
Gedichte und Lieder für Kinder Kindern) mit Reimen, Musik und phantasievollen
und ihre Erwachsenen Wortschöpfungen Lust an der Sprache und am
Bydlinski, Georg Sprechen machen kann.
Dachs-Verlag, 2005
ISBN 978-3851913712
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Gedichte für Kinder. Ringelnatz, Gernhardt, Erhardt, Krüss, Busch, Kästner,


Zum Lesen und Vorlesen Brecht, Hesse, Goethe, Schiller und viele andere machen
Weikert, Claudia Lust auf Gedichte und Lust zum Lesen.
Insel Verlag, 2004
ISBN 978-3458347675

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LYRIK-PROJEKT
Wenn der Biber Fieber kriegt. „Tiere sind auch nur Menschen“ – dies beweisen aufs
Komische Tiergedichte Eindrücklichste u.a. Gedichte von Erhardt, Jandl,
Hildebrandt, Dieter Morgenstern oder Ringelnatz.
Marixverlag, 2004
ISBN 978-3937715643

Zauberwort. Die schönsten Gedichte Bekannte Dichter aus vier Jahrhunderten entführen
für Kinder aus vier Jahrhunderten Kinder und Erwachsene in die phantastische Welt der
Harenski, Rita; Brand, Christine Phantasie.
Arena Verlag, 2004
ISBN 978-3401055442

Wenn die weißen Riesenhasen Etwa 100 Gedichte für die ganze Familie, die zum Lesen
abends übern Rasen rasen. und Vorlesen verführen.
Kindergedichte aus vier Jahrhunderten
Zakis, Ursula
Marixverlag, 2004
ISBN 978-3937715261

Die schönsten Kindergedichte Eine Zusammenstellung von Gedichten vieler


Kruse, Max renommierter Autoren (Claudius, Goethe, Fontane,
Aufbau-Verlag, 2003 Busch, Morgenstern, Ringelnatz, Brecht, Kästner, Jandl,
ISBN 978-3351040505 Härtling u.v.m.) zum Vorlesen und Nachblättern.

Wasserhahn und Wasserhenne. Gedichte übers Lachen, Weinen, Streiten oder


Gedichte und Sprachspielereien Liebhaben und Sprachspielereien, die in ihrer Kraft,
Bydlinski, Georg ihrem Witz und ihrer Zärtlichkeit immer aktuell sind.
Dachs-Verlag, 2002
ISBN 978-3851912531
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Was denkt die Maus am Donnerstag? Über 120 gereimte Geschichten in Gedichtform für
121 Gedichte für Kinder Kinder und Erwachsene.
Guggenmos, Josef
Dtv, 2001
ISBN 978-3423706384

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LYRIK-PROJEKT
So viele Tage wie das Jahr hat. Ein bewährtes „Hausbuch der Poesie für Kinder“ mit
365 Gedichte für Kinder und Kenner einer beachtlichen Sammlung klassischer und neuerer
Krüss, James Gedichte, die dem Jahreslauf folgen.
Verlag Cbj, 2001
ISBN 978-3570057872

Dunkel war's, der Mond schien helle. Eine Sammlung von Kinderreimen, Lautgedichten,
Verse, Reime und Gedichte Rätseln und Abzählversen – üppig illustriert von
Jacoby, Edmund Rotraut Susanne Berner.
Verlag Gerstenberg, 1999
ISBN 978-3806742855
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