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Westsächsische Hochschule Zwickau

CATIA V5 – Aufbaukurs Flächen WZM/UZAW


irgendeiner Form ohne den exakten Quellennachweis „Klepzig, W.: CATIA-Aufbaukurs Flächen. Zwickau, Westsächsische Hochschule, Fak. Automobil- u. Maschinenbau, Lehrmaterial, 2016“ verwendet werden.

Fakultät Automobil- u. Maschinenbau


© 2002/2016 Prof. Dr. Klepzig, Zwickau – Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung u. Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Skripts und der verknüpften Dateien darf in

Werkzeugmaschinen Prof. Dr.-Ing. habil. W. Klepzig

Skript

zum CAD-Praktikum

CATIA-Aufbaukurs Flächen
mit Verknüpfungen zu erforderlichen Dateien
Lehrmaterial 2007- nur für den hochschulinternen Gebrauch!
Textergänzung für das Internet und Modifikation 2015/16

Prof. Dr.-Ing. habil. Wolf Klepzig


Fachgebiet: Werkzeugmaschinen
(seit 2006 im Ruhestand)
Lehrgebiete: Umformende, zerteilende und abtragende Werkzeugmaschinen und Werkzeuge sowie
CAD/CATIA
 0162-859 2668, 0375-785 262
E-Mail: wk@fh-zwickau.de
Webseite: www.wolf-klepzig.de

Die gepackten kompletten Unterlagen mit allen verknüpften Dateien und Beispielen
können heruntergeladen werden von http://whz-cms-10.zw.fh-zwickau.de/wk/catia.htm
CATIA_AF_Komp2016Web.7z (ca. 190 MB).
Weil die ZIP-Datei ca. 290 MB groß ist, wird sie nicht mit auf den Server geladen.

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Inhaltsverzeichnis
Seite

Inhaltsverzeichnis 2

1 Vorbemerkungen 10

2 Anmelden, CATSettings und Hilfen 12


2.1 Anmelden, CATIA-Start 12
2.2 CATSettings für Aufbaukurs Flächen 12
2.3 CATIA-Hilfe 12
2.4 Companion 12

3 Allgemeine Modellierungsgrundsätze 13
3.1 Modellstruktur 13
3.2 Ausgewählte Verknüpfungsarten 15
3.2.1 Verknüpfungen innerhalb der Kontextbaugruppe 15
3.2.2 CCP-Verknüpfungen 18
3.2.3 Veröffentlichungen 19
3.3 Methoden der Flächenmodellierung 20
3.3.1 Körper und Flächen mittels Verschieben eines Profils 20
3.3.2 Körper und Flächen durch Verbinden von zwei oder mehr Profilen 22
3.3.3 Körper und Abstandsflächen aus vorhandenen Flächen 23
3.4 Grundregeln für Skizzen 24
3.5 Skelettmodelle und Startmodelle 26
3.5.1 Skelettmodell 26
3.5.2 Vorlagen-/Startmodell (für Bauteile und Baugruppen) 27

4 Vorinformation – von der Skizze zur Fläche 28


4.1 Zielstellung 28
4.2 Schrittfolge 28

5 Sketch Tracer zur Konstruktion von Kurven nach Skizzen (Pixel-Grafiken) 29


5.1 Baugruppe Dachfläche und Teil für Orientierungsgeometrie 29
5.2 Erste Skizze (Pixelgrafik) in eine Baugruppe einfügen 29
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5.3 Pixelgrafik skalieren und positionieren 31


5.4 Orientierungshilfe für Pixelgrafiken der nachträglich einzufügenden anderen
Ansichten 32
5.5 Weitere Pixel-Grafiken einfügen 32

6 Theorie zu Kurven und Flächen 34


6.1 Vorbemerkung 34
6.2 Allgemeine Typen von Freiformkurven 36
6.2.1 Bedingungen 36
6.2.2 Kurvendefinition 37
6.2.2.1 Spline 38
6.2.2.2 Bézierkurve 39
6.2.2.3 B-Spline 42
6.2.2.4 NURBS-Kurve 42
6.3 Flächendefinition 45

7 Assoziative FreeStyle-Freiformkurven in CATIA V5 48


7.1 Kurven verschiedenen Typs durch Punkte definieren 48
7.2 Kurvenanalyse 50
7.3 Tangenten- und Krümmungsstetigkeit zu Anschlusskurven 52
7.3.1 Vorgehensweise gem. CATIA-Hilfe – kaum praktikabel 52
7.3.2 Zweckmäßigere Tangenten- und Krümmungsstetigkeitsvorgabe zu Nachbarkurven 53
7.4 Kurven modifizieren 56
7.5 Spezielle CATIA V5-Definitionen 56
7.6 Spezifika der FreeStyle-3D-Kurven von CATIA V5 57
7.7 Begriffswirrwarr 59

8 Kurvenpunkte, Kurven und einfache Flächen am Beispiel BMW-Dach 61


8.1 Allgemeines 61
8.2 Baumstruktur vorbereiten 62
8.3 Draufsicht-Punkte und 2D-Kurven der Dachkonturen 62
8.3.1 3D-Näherungskurve, links 63
8.3.2 Spline links durch alle Punkte als Vergleichskurve für Kurvenanalyse 65
8.3.3 Analyse der linken Dachrand- und Dachholmkurven 66

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8.3.4 GSD-Splines bei fehlender FreeStyle-Lizenz 67


8.3.5 Restliche 2D-Draufsichtskurven 68
8.4 2D-Kurven aus Seiten-, Vorder- und Rückansicht 68
8.5 Kurven modifizieren / glätten 69
8.5.1 Splines 69
8.5.2 FreeStyle-Kurven 70
8.5.2.1 Umwandlung von Kurven in NUPBS-Kurven (Non Uniform Polynomial B-Spline) 70
8.5.2.2 Kurven glätten durch Kontrollpunktverschiebung 71
8.6 Planare Kurven zu räumlichen 3D-Kurven kombinieren (im GSD) 73
8.7 Modifizieren der Roh-Kurven (Feinpositionierung) 74
8.8 Baugruppenmodell reduzieren 75
8.9 Dachfläche erzeugen 75

9 Vorkenntnisse aus dem Grundkurs und allgemeine Informationen 77


9.1 Produkte, Parametrik und Assoziativität 77
9.2 V4-Integration 77

10 CATIA V5-Kurven im Arbeitsbereich GSD 80


10.1 Spline [Spline] 80
10.2 Verbindungskurve [Connect Curve] 83
10.3 Verrundungen Ecke [Corner] 86
10.3.1 Ecke auf Stützelement 86
10.3.2 3D-Ecke 87
10.4 Schraubenkurve und Spirale [Helix and Spiral] 89
10.5 Parallelkurve [Parallel Curve] 91
10.6 Projektion [Projection] 91
10.7 Raumkurven aus planaren Kurven erzeugen (Kombinierte Kurven) [Combine] 93
10.8 Reflexionslinien [Reflect Line] 93
10.9 Verschneidungen [Intersection] 94
10.10 Leitkurven zur Flächenerzeugung [Spine] 95
10.10.1 Erklärung Leitkurve [Spine] 95
10.10.2 Erzeugen von Leitkurven 98

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11 CATIA V5-Flächen im Arbeitsbereich GSD 101


11.1 Vorbemerkung 101
11.2 Flächenqualität – Analyse von Kurven und Flächen 102
11.2.1 Verbindungen zwischen Flächen prüfen [Connect Checker] 102
11.2.2 Auszugsschrägen-Analyse [Draft Analysis] 103
11.2.3 Flächenkrümmungsanalyse [Surfacic Curvatore Analysis] 105
11.2.4 Theoretische Grundlagen zu Krümmungsanalysen 108
11.2.5 Überprüfung der CATIA-Flächenkrümmungsanalysen 109
11.2.6 Qualitätskriterien und Analysen 114
11.2.7 Krümmungs-Normalenvektor-Analyse 115
11.2.8 FreeStyle-Abstandsanalyse [Distance Analysis] 117
11.2.9 FreeStyle-Reflexionslinienanalyse [Reflection Lines] 119
11.2.10 FreeStyle-Hervorhebungslinienanalyse [Highlight Lines] 120
11.2.11 FreeStyle-Inflexionslinienanalyse [Inflection Lines] 121
11.2.12 FreeStyle-Analyse Umgebungsreflexion [Environment Mapping] 122
11.2.13 FreeStyle-Isophotenanalyse [Isphotes Mapping] 122
11.2.14 Vergleich ausgewählter Analysen 123
11.3 Extrusions- und Rotationsflächen [Extrude and Revolve] 124
11.4 Abstandsflächen (Offsetflächen) [Offset] 125
11.4.1 Offset 125
11.4.2 Variables Offset 127
11.4.3 Ungenaues Offset 127
11.5 Translations- und Verbundflächen [Sweep and Loft] 128
11.5.1 Translationsflächen mit einer generierenden Kontur 128
11.5.2 Verbundflächen mit mehreren generierenden Konturen (Loft) 130
11.5.3 Adaptive Translationsflächen [Adaptive Sweep] 132
11.5.3.1 Adaptive Translationsfläche mit nur zwei Skizzenparametern 133
11.5.3.2 Adaptive Translationsfläche mit einer größeren Zahl von Skizzenparametern 135
11.5.3.3 Rechteckwellrohr als adaptive Translationsfläche 137
11.6 Füllflächen [Fill] 138
11.7 Übergangsflächen 140
11.7.1 Übergangsfläche zwischen zwei Kurven [Blend] 140
11.7.2 Verbindungsflächen („Zusammenführung“) [Junction] 143

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11.8 Sitzflächen „Diabolo” [Diabolo] 146


11.9 Gegenflansch [Mating Flange] 146
11.10 Versteifungsecke („Leiste“) [Bead] 148

12 Flächenvergleich 150
12.1 Vorbemerkungen 150
12.2 Vergleichsflächen 150
12.3 Schlussfolgerungen 153

13 Operationen zur Modifikation von Kurven und Flächen im Arbeitsbereich GSD 155
13.1 Glätten von Kurvenstück-Übergängen [Curve Smooth] 155
13.2 Extrapolieren von Kurven und Flächen [Extrapolate] 158
13.3 Zusammenfügen, Reparieren, Zerlegen, Trennen, Trimmen von Geometrie 159
13.3.1 Zusammenfügen (zu „Verbindung“) [Join] 159
13.3.2 Reparieren [Healing] 162
13.3.3 Zerlegen [Disassemble] 163
13.3.4 Trennen [Split] 163
13.3.5 Trimmen [Trim] 164
13.3.6 Trennung aufheben [Untrim] 164
13.4 Geometrie ableiten 166
13.4.1 Flächen-Begrenzungskurven [Boundary] 166
13.4.2 Begrenzungskurven, Zellgrenzen und Flächenzellen [Extract] 166
13.4.3 Mehrere Elemente ableiten und verbinden [Multiple Extract] 166
13.5 Verrundungen 167
13.5.1 Konstanter und regelgesteuerter Verrundungsradius 167
13.5.1.1 Formverrundung zwischen nicht zusammengefügten Flächen [Shape Fillet] 167
13.5.1.2 Kantenverrundung an einer Fläche / zusammengefügten Flächen [Edge Fillet] 170
13.5.1.3 Dreieckige Kofferecke vermeiden durch Zurücksetzen 171
13.5.1.4 Verrundung mit Zurücksetzung bei mehr als 4 Ecken 172
13.5.1.5 Verrundungen mit gegenseitiger Überlappung 174
13.5.2 Variabler Verrundungsradius [Variable Fillet] 175
13.5.3 Verrunden von sich nicht schneidenden Teilflächen [Face-Face Fillet] 177
13.5.4 Verrundung aus drei Tangenten [Tritangent Fillet] 178
13.5.5 Krümmungsstetige Verrundungen 178

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13.5.5.1 Styling-Verrundungen 178


13.5.5.2 Alternativen mit G2-Übergangsflächen und G2-Füllflächen 180
13.5.5.3 Vergleich der G2- und G3-Verrundungen 180
13.6 Flächen- und Kurvenorientierung invertieren [Invert Orientation] 181
13.7 Globales Verformen 181
13.7.1 Bombieren von Flächen [Bump] 181
13.7.2 Hüllflächenverformung 184
13.7.2.1 Mit Kurven definierte Verformung [WrapCurve] 184
13.7.2.2 Mit Flächen definierte Verformung [WrapSurface] 184
13.7.2.3 Mit Kurven, Punkten und Bedingungen definierte Verformung [ShapeMorphing] 185

14 Wiederverwenden von Geometrie 186


14.1 Geometrisches o. Geordnetes geometrisches Set duplizieren 186
14.2 PowerCopy 187
14.2.1 Erstellen der PowerCopy 187
14.2.1.1 PowerCopy als Katalogteil sichern 189
14.2.1.2 PowerCopy als Exemplar verwenden 190
14.2.1.3 PowerCopy aus einem Katalog einfügen 191
14.3 Benutzerkomponente [UserFeature] 193

15 Spezifika Karosserierohbau 194


15.1 Konzeptgeometrie 194
15.2 Skizzen für Konzeptkurven 195
15.3 Bauteilstruktur 196
15.4 Flächenqualität und Performance 197
15.5 Kontrolle der Robustheit 199
15.6 Gestaltungsregeln 200
15.6.1 Verrundungen 200
15.6.2 Flächenaufteilung, Flächenform, vereinfachte Anschlussflächen 200
15.6.3 Flansche 201
15.6.4 Abstellungen 203
15.6.5 Flanschverprägung 205
15.6.6 Löcher, Aussparungen, Beschnitte 207
15.6.7 Versteifen der Blechformteile durch Formfelder, Sicken und Verstei-fungsrippen 209
15.6.7.1 Formfelder 209
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15.6.7.2 Versteifungsrippen und -ecken 210


15.6.8 Aggregate – Befestigungsflächen und Freiraum 211
15.6.9 Falze 215

16 Beispiele zu GSD 216


16.1 Konische Schraubendruckfeder 216
16.2 B-Säulenanschluss 216
16.3 Abdeckklappe mit durch Regel definierter Randbreite 216
16.4 Getriebetunnel 216
16.5 Flaschenöffner (Kapselheber) 216
16.6 BMW-Dach ohne und mit Dachausschnitt 217
16.7 Rechteckwellrohr 217
16.8 Spiegelgehäuse 217

17 Ausgewählte CATIA V5-Kurven im FreeStyle-Arbeitsbereich 218


17.1 Assoziative 3D-Kurven [3D curve] 218
17.2 Kurven verbinden durch „Verketten“ [Concatenate] 218
17.3 Umwandlung von Kurven in nicht assoziative NUPBS-Kurven [Converter Wizard] 218

18 Quellennachweis 219

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Verzeichnis der Formelzeichen und Abkürzungen

Formelzeichen Einheit Bedeutung


G0 Punktübereinstimmung (Punktstetigkeit)
G1 Tangentenübereinstimmung (Tangentenstetigkeit)
G2 Krümmungsübereinstimmung (Krümmungsstetigkeit)
G3 Übereinstimmung der Krümmungsgradienten
g Gewichtungsfaktor
K Faktor für Zahl der selektierten Kurvenpunkte
P

k Knotenzahl
N Anzahl der Kontrollpunkte der Kurve
KP

N Anzeigewert an der 3D-Kurve für Ordnung


N kleinstmögliche Ordnung der 3D-Näherungskurve
min

Polynomgrad einsegmentiger Kurven (Mono-ARC) bzw. der Kurvenstücke


n
einzelliger, mehrsegmentiger Kurven (Multi-ARC)
Ordnung einsegmentiger Kurven (Mono-ARC) bzw. der Kurvenstücke ein-
o
zelliger, mehrsegmentiger Kurven (Multi-ARC)
P, P Punkt, Punkt mit den Koordinaten i, j
ij

R mm Krümmungsradius
RMT rechte Maustaste
Anzahl der Kurvenstücke (ARC, Segment) einzelliger, mehrsegmentiger
s
Kurven (Multi-ARC)
t normierte Länge
z Anzahl der Bedingungen
B

z Anzahl der Unstetigkeiten


u
-1
ρ mm Krümmung
-1
ρ mm absolute Krümmung
abs
-2
ρ mm Gaußsche Flächenkrümmung
G
-1
ρ mm mittlere Krümmung
m
-1
ρ mm Normalkrümmung
N
-1
ρ mm maximale Krümmung
1
-1
ρ mm minimale Krümmung
2

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1 Vorbemerkungen
Voraussetzung für Kursteilnahme
Testat CATIA V5 Grundkurs (Part Design, Assembly Design, Wireframe and Surface Design,
V4/V5-Interoperabilität) gemäß Übungen 1 bis 9 auf der CD-ROM zum Buch [5].
Zielstellung
 Flächen erzeugen aus Drahtgeometrie, anderen Flächen und (Designer-)Skizzen,
 Modifizieren von Kurven und Flächen,
 Analysieren von Kurven und Flächen,
 Modellierungsmethoden, vorzugsweise an Beispielen.
Literatur
 CATIA-Vorkenntnisse zur assoziativen Teile- und Baugruppenkonstruktion [5].
 Erläuterung der CATIA-Kurven- und -Flächenbefehle als Ergänzung zur CATIA-Hilfe prägnant
und kostengünstig [7] oder ausführlicher, allerdings mit problematischen Formulierungen und
Definitionen, [4].
Kritische Anmerkungen zur älteren, 3. Auflage des Buches von Braß (vereinzelte Fehler, un-
zweckmäßige Begriffsbildung, Übernahme von Mängeln aus der CATIA-Hilfe, usw.) in An-
mBrassAufl3.pdf.
 Theoretische Grundlagen zur Kurven- und Flächenmodellierung [2], [3] und [6].
 Weiterführende Literatur zu Modellstrukturierung und Methoden im Karosserierohbau [8] sehr zu
empfehlen. Vorausgesetzt werden fundierte GSD-Kenntnisse.
Empfehlung:
Wer zum Kennenlernen der CATIA-GSD-Funktionen für Kurven und Flächen nicht mit der CATIA-
Hilfe arbeiten möchte, was auf HTML-Basis und Java ab R17 wegen der nicht mehr bereitgestellten
Hilfe als PDF-Datei sehr erschwert ist, dem sei das Buch von Hertha [7] Hertha, Maik: CATIA V5
Flächenmodellierung. 1. Aufl. München: Hanser, 2005 – ISBN 3-446-40326-4 empfohlen.
Brill [8] ist das derzeit beste Buch zur Methodik, speziell für den Rohbau. Das Buch ist als Anregung
zu verstehen, nicht als für alle Fälle gültiges Regelwerk.
Viele Hinweise, u. a. zur Flächenkonstruktion, sind im inoffiziellen CAD-Forum/CATIA enthalten.
Spezielle Fragen können dort auch gestellt werden.
http://ww3.cad.de/cgi-bin/ubb/Ultimate.cgi?action=intro&showall=1&category=30
Achtung!
 Seit R14 und teilweise wieder bei R16 ist in CATIA V5 eine andere mathematische Geomet-
riedarstellung implementiert. worden, zumindest für die Umgebung Free Style Shaper und ein-
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zelne Elemente von Generative Shape Design (Vorsicht mit „Aktualisierung [Upgrade]“ im Kon-
textmenü!!!) (3D-Kurven_vor_u_nach_R14.CATPart)

Bild 1: Teilweise erhebliche Geometrieveränderung nach Aktualisierung [Upgrade]


 Die allgemeinen Definitionen hinsichtlich Anzahl der Bedingungen, Ordnung und Polynomgrad
der Kurven und Flächen sowie Anzahl der Kontrollpunkte treffen bei CATIA V5-FreeStyle-
Kurven manchmal nicht zu. Leider wird der aus der V4-Hilfe bekannte theoretische Hintergrund
bei V5 nicht beschrieben. Die Ausführungen von Braß [4] treffen offensichtlich nur für einen Teil
der geometrischen Elemente zu.
 Die sowohl in den theoretischen Grundlagen beschriebenen als auch aus V4 bekannten Mög-
lichkeiten zur Gewichtung und zur Definition gezielter Unstetigkeiten in NURBS sind bei V5 nicht
gegeben. Stattdessen stehen dem Nutzer andere Funktionen zur Verfügung, mit denen ohne
Kenntnis des theoretischen Hintergrundes Freiformkurven und -flächen in hoher Qualität er-
zeugt sowie geglättet werden können.
Designflächen, auch Class A-Flächen oder Strakflächen genannt, sind die ständig sichtbaren Flä-
chen am Fahrzeug (Interieur Design, Exterieur Design). Sie werden in der Regel mit ICEM Surf ge-
staltet, leider z. Z. (2008) nur nicht assoziativ.
Sichtflächen, auch als Class B-Flächen bezeichnet, sind die nur zeitweise sichtbaren Flächen am
Fahrzeug, z. B. im Türeinstiegsbereich. An diese Flächen werden nicht so hohe Anforderungen ge-
stellt. Sie lassen sich mit CATIA V5 erzeugen.
Die übrigen Rohbauflächen werden auch als Class C-Flächen eingestuft.

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2 Anmelden, CATSettings und Hilfen


2.1 Anmelden, CATIA-Start
Seit dem Wintersemester 2007 steht eine neue Startoberfläche cDESK zur Verfügung.

2.2 CATSettings für Aufbaukurs Flächen


Damit alle Kursteilnehmer in den hauptsächlich genutzten Umgebungen „Flächenerzeugung“ bzw.
„GSD“, FreeStyle und Sketch Tracer die gleiche (Anfangs-)Bildschirmoberfläche haben, CATIA mit
den CATSettings des Flächenkurses starten. Auch das erfolgt jetzt mit cDESK.
Wer eine andere Installation nutzt findet z. B. für R17 in
C:\Programme\DassaultSystemes\CATEnv\CATIA.V5R17.B17.txt den Pfad, von dem die CATSet-
tings geladen werden.
CATUsersSettingPath=\\...................\...................\CATSettings
Die eigenen CATSettings sind zweckmäßig als Kopie zu speichern.

2.3 CATIA-Hilfe
 Menüleiste: Hilfe → Inhalt, Index, Suche z. B. Volltextsuche in allen Dokumenten, einer o. meh-
reren Produktgruppen (Solutions), einem o. mehreren Produkten.
 PDF-Dateien (nicht mehr ab R17) Vorteil: Systematik u. manchmal auch Inhaltsverzeichnis (Le-
sezeichen ein-/ausschalten F5 o. „Lesezeichen“).
Hilfe „Benutzerdokumentation“ wegen des Copyrights nur im Intranet der WHZ (http://www.fh-
zwickau.de/index.php?id=11432).

2.4 Companion
Als Basis für zusätzliches Selbststudium. Start CATIA User Companion aus:
 CATIA - Hilfe
 Desktop CATIA-Fenster
 CATIA-Portal
Öffnen der Übungsbeispiele aus Companion über „Zahnrad“ in Kopfzeile. Hinweise: http://www.fh-
zwickau.de/index.php?id=11433

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3 Allgemeine Modellierungsgrundsätze
3.1 Modellstruktur
Auszug aus [5], Abschnitt 2.1 Produkthierarchie aus Baugruppen und Bauteilen:
Erzeugnisse werden gewöhnlich aus Baugruppen gebildet. Baugruppen sind getrennt montierte
Erzeugniskomponenten. Sie bestehen aus den Bau- bzw. Einzelteilen – im Folgenden abgekürzt als
Teil benannt – sowie Verbindungs- und Anbauelementen, Standard- und Kaufteilen. Baugruppen
können auch (Unter-)Baugruppen enthalten.
Bild 2 zeigt die schematische Erzeugnisstruktur aus Baugruppen unterschiedlicher Hierarchiestufen
(Hauptbau-, Bau- Unterbaugruppen).

Bild 2: Erzeugnis- und Baugruppenstruktur


Analog der realen Erzeugnisstruktur sollte auch das CAD-Modell aufgebaut sein. Jede Baugruppe
beliebiger Hierarchiestufe sollte ein Steuerteil (auch Referenz- oder Adapterteil genannt) enthalten,
über das der Import von Daten aus der übergeordneten Hierarchiestufe in die Baugruppe vorge-
nommen wird. Der Export von Daten (nur veröffentlichte Parameter und Geometrie!) aus dem Bau-
gruppen-Steuerteil sollte nur in die Baugruppenkomponenten (Bauteile oder untergeordnete Bau-
gruppen) erfolgen, weil anderenfalls die Gefahr von kaum beherrschbaren Datenschleifen besteht.
Auszug aus [5] Abschnitt 3.2.2 Assoziativität – Abhängigkeit geometrischer Elemente von Be-
zugsgeometrie (Referenzgeometrie):
Beim Erstellen von nutzerdefinierten Verknüpfungen zwischen geometrischen Elementen ist die Pla-
nung/Strukturierung des Konstruktionsablaufes und der gegenseitigen Abhängigkeiten äußerst wichtig.
Zweckmäßig sollte gemeinsam genutzte Referenzgeometrie in übergeordneten, speziellen Steuermodellen
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(häufig Adaptermodelle genannt, wobei Adaption = Anpassung den Sachverhalt ungenügend trifft) abgelegt
sein. Jeder Baugruppe kann ein solches Steuerteil zugeordnet werden (Bild 3).

Bild 3: Verknüpfungen mit Referenzgeometrie über Steuerteile


Wird die Referenzgeometrie modifiziert, können alle verknüpften geometrischen Elemente automatisch ak-
tualisiert werden, solange die mathematischen Bedingungen eingehalten sind und das Referenzieren auf
BREP-Elemente (Scheitelpunkte, Flächenkanten) vermieden wird.
Jedes Bauteil sollte ein Geometrisches Set ent-
halten, in das alle Referenzgeometrie aus ande-
ren Teilen einzufügen ist, in der Regel als Er-
gebnis mit Verknüpfung. Anderenfalls geht der
Überblick verloren.
Zu exportierende und deshalb zu veröffentlichte
Geometrie sollte sich ebenfalls in einem eigenen
Geometrischen Set befinden, ggf. auch nur als
Ergebnis mit Verknüpfung.

Bild 4: Modellstruktur mit Steuerteil


In der Entwurfsphase kann manchmal das Erstel-
len der Grundgeometrie ohne Assoziativität sinn-
voll sein. Es wird dann mit isolierten Elementen
gearbeitet (unsinnige CATIA-Benennung
„Bezugs- bzw. Datumelement“).

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3.2 Ausgewählte Verknüpfungsarten


Verknüpfungen zwischen mehreren Bauteilen werden als Multi-Model-Links MML bezeichnet. Wer-
den die Verknüpfungen innerhalb von (geöffneten) Baugruppen erzeugt, entstehen Import-Links und
zusätzlich die Baugruppeninformationen enthaltenden Kontext-Links (Konstruieren im Kontext, Kon-
textbaugruppe). Unmittelbare Verknüpfungen zwischen Bauteilen ohne geöffnete Baugruppe sind
vom Typ CCP-Link (Cut Copy Paste – „Cut“ ??? Es wird doch nur ausgewählt [select] >SCP bzw.
markiert [mark] > MCP, also wieder einmal unzutreffend gewählte Dassault-Begriffe.).
3.2.1 Verknüpfungen innerhalb der Kontextbaugruppe

Bild 5: Verknüpfungen durch bloßes Referenzieren auf im


Steuerteil veröffentlichte Elemente

Bild 6:
Verknüpfungen durch Einfü-
gen als Ergebnis mit Verknüp-
fung

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Bild 7: Identische Verknüpfungstypen

Einfügen durch bloßes Referenzieren


 Automatisch wird das Verzeichnis „Externe Verweise“ erzeugt, in das alle Kopien der Geo-
metrieelemente eingeordnet werden.
 Unter Optionen muss die Anzeige der Externen Verweise im Baum gesetzt sein.

Bild 8:
Optionen für Externe
Verweise

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 Für referenzierte Parameter wird das Verzeichnis „Externe Parameter“ automatisch angelegt.
 Auf die Achsen des im Steuerteil veröffentlichten Achsensystems 1 kann nicht referenziert wer-
den. Dazu ist die entsprechende Achse (hier y) im Steuerteil zu veröffentlichen, alternativ ge-
samtes Achsensystem als Ergebnis mit Verknüpfung einfügen.
Einfügen als Ergebnis mit Verknüpfung
 Geometriekopie kann in unterschiedliche Sets eingefügt werden. Das sollte aber vermieden
werden. Die gesamte importierte Geometrie sollte sich in einem Geometrisches Set befinden.
 Parameter wie beim bloßen Referenzieren
Identisch für beide Varianten
 Benennungen der Verweise im Baum sind identisch.
 Verknüpfungstypen sind identisch.
 Context – Verknüpfung zu der Baugruppe, in der konstruiert wurde. Wenn Rootkontext ge-
setzt ist, wird der Kontext zur höchsten geöffneten Hierarchiestufe erzeugt, sonst zur jeweils
übergeordneten Baugruppe (Bild 9), was sinnvoller ist.
 Import – für Geometrie im Kontext der Erzeugungsbaugruppe
 KWE CONTEXTUAL – für Parameter und Formeln im Kontext der Erzeugungsbaugruppe

Bild 9:
Rootkontext
nicht setzen

Zahnradsymbol vor dem Bauteilexemplar (Instanz)

 gelb – keine externen Verknüpfungen

 grün – externe Verknüpfungen, Bauteil ist im Kontext seiner Baugruppe geöffnet.

 braun – externe Verknüpfungen, Bauteil ist nicht im Kontext seiner Baugruppe geöffnet.

 weiß – Einfügen einer Baugruppe mit Bauteil(en) im Kontext zu dieser Baugruppe


(„Kontextbauteil“) in eine übergeordnete (Haupt-)Baugruppe (Rootkontext). Das
Kontextbauteil befindet sich zwar in seinem Baugruppenkontext, aber der ge-
öffnete Rootkontext ist nicht der Entstehungskontext des Bauteils.

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Bild 10: Zahnradsymbole vor den


Baugruppenexemplaren

3.2.2 CCP-Verknüpfungen
CutCopyPast-Link, wenn Elemente nicht in einer Kontext-Baugruppe von einem Referenz-Bauteil in
ein referenzierendes Bauteil mittels Einfügen als Ergebnis mit Verknüpfung kopiert werden. Der
Verweis KWE_REFERENCE bezieht sich auf den eingefügten Parameter.

Bild 11: Verknüpfungstypen

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Bild 12: Baum mit synchronisierten verknüpften Elementen vom Typ KWE_CONTEXTUAL und
KWE_REFERENCE für Parameter sowie Import und CCP für Geometrie
3.2.3 Veröffentlichungen
 Verweise beziehen sich auf Typ und Name der Elemente, nicht auf UUID. Bei einem Austausch
von Komponenten (Steuerteil oder Teil in anderer Baugruppe) können Verweise automatisch
neu zugeordnet werden, ggf. mit Bearbeiten → Komponenten → Kontextverbindungen definie-
ren.
 Als Nebeneffekt kann die Zahl der Referenzelemente sinnvoll begrenzt werden, wenn die Opti-
on „Nur die veröffentlichten Elemente ...“ (Bild 9) gesetzt ist.

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3.3 Methoden der Flächenmodellierung


Auszug aus [5] Abschnitt 2.2 Methoden der Bauteilmodellierung
Vereinfacht kann das Erzeugen von Körpern und Flächen auf drei Grundprinzipen zurückgeführt werden.
Die Geometrie ergibt sich aus
 Verschieben einer (planaren) Erzeugungsgeometrie (unterschiedlich bezeichnet als z. B. „Profil“,
„Schnittkurve“, „Schnitt“) entlang einer Kurve im Raum
 Verbinden mehrerer (planarer) Profile
 Abstand zu einer Fläche bzw. Schichtdicke auf eine Fläche.
3.3.1 Körper und Flächen mittels Verschieben eines Profils
Die dabei erzeugte Geometrie wird in der Literatur sehr unterschiedlich benannt, z. B. Schiebe-, Translati-
ons-, Beweg-, Austragungs-, Sweepfläche/-körper. Das Prinzip zeigt Bild 13.

1 Profil als generierende Kurve

2 Symbol für virtuelle, entlang der Leitkurve be-


wegte
Generierungsebene

3 Leitkurve

4 Zwischenposition des generierenden Profils

5 Erzeugter Körper

Bild 13: Prinzip der Geometrieerzeugung mittels generierendem Profil und Leitkurve
Unabhängig von den real eingesetzten Algorithmen soll das Erklärungsmodell dem CAD-
Anwender die Fehlerinterpretation und -behebung erleichtern. Die Geometrieberechnung kann in
stark vereinfachter Form wie folgt anschaulich gemacht werden.
Auf einer „unendlich großen“ Ebene im Raum – auch als erzeugende Ebene oder Generierungs-
ebene bezeichnet – befindet sich ein planares Profil als Erzeugungsgeometrie. Es wird entlang ei-
ner Kurve, Leitkurve [spine] genannt, im Raum so bewegt, dass die entlang der Leitkurve verscho-
bene Generierungsebene stets senkrecht zu dieser ist. Das Profil kann für die Flächenerzeugung
offen, muss aber für die Körpererzeugung in der Regel geschlossen sein.
Zusätzlich können weitere (Zwangs-)Bedingungen für die Berechnung der Geometrie vorgegeben werden.
 Mit einer sog. Führungskurve [guide curve] wird die Position des Profils auf der virtuell entlang
der Leitkurve bewegten Generierungsebene bestimmt (Bild 14).

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6 Zusätzliche Zwangsbedingung durch Führungskurve

Bild 14: Prinzip der Geometrieerzeugung mittels generierendem Profil, Leitkurve und Führungskurve
 Die Profilgröße kann entlang der Leitkurve skaliert, d. h. maßstäblich vergrößert und verkleinert
werden. Beispielsweise ist das durch Vorgabe einer zweiten Führungskurve möglich (Nr. 7 auf
Bild 15). Das Profil wird zwischen beiden Führungskurven „aufgespannt“.
 Die Berechnung der Körper- bzw. Flächengeometrie kann nur so weit erfolgen, wie Leitkurve
und Führungskurven einen Schnittpunkt mit der verschobenen Generierungsebene haben. Auf
Bild 15 schneidet die senkrecht zur Leitkurve stehende Ebene die zweite Führungskurve 7 nur
bis zur eingezeichneten Grenzkurve 8.
7 Zweite Führungskurve

8 Grenzkurve für die Geometrieberechnung

Bild 15: Skalierung des generierenden Profils zwischen beiden Führungskurven


 Die Geometrie kann nicht berechnet werden, wenn keine eindeutige mathematische Lösung
existiert, z. B. bei Überschneidungen der verschobenen Profilkurven. Das kann bei zu starker
Krümmung der Leitkurve auftreten (Bild 16).

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Bild 16: Fehler bei der Geometriedefinition – Körper bzw. Fläche kann nicht berechnet werden.
3.3.2 Körper und Flächen durch Verbinden von zwei oder mehr Profilen
Das zweite Prinzip ähnelt weitgehend dem ersten, nur dass auf ausgewählten Generierungsebenen
unterschiedliche Profile vorgegeben werden können. Das Ergebnis wird Verbindungs- oder Ver-
bundfläche, meist aber Loftfläche/-körper genannt, in CATIA ab Release12 „Volumenkör-
per/Fläche mit Mehrfachschnitten [Multi-Sections Surface]“. Die Geometrie wird durch Verbinden
von mindestens zwei Profilen erzeugt (Bild 17). Die Profile müssen planar sein bzw. es werden aus
3-dimensionalen Kurven automatisch 2D-Profilkurven berechnet. Auf Basis einer Leitkurve erfolgt
die Berechnung der Geometriequerschnitte zwischen den Profilen. Die Leitkurve muss natürlich
senkrecht zur jeweiligen Ebene der vorgegebenen Profile verlaufen. Das automatische Erzeugen
einer solchen Leitkurve ist bei CATIA möglich. Wie bei Sweepgeometrie können zusätzliche Füh-
rungskurven als Zwangsbedingungen vorgegeben werden sowie darüber hinaus die Art der Verbin-
dung der Profilkurvenabschnitte.

Bild 17: Körper aus dem Verbinden von Profilen, links ohne Führungskurven, rechts mit zwei Füh-
rungskurven, die einen Körperabschnitt entsprechend vergrößern.

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3.3.3 Körper und Abstandsflächen aus vorhandenen Flächen


Das dritte Grundprinzip umfasst das Erzeugen von Abstandsflächen, Schalen und Schichtdicken.
 Abstandsflächen (Offsetflächen) zu vorhandenen Flächen (Bild 18) Wird der Abstand größer als
der kleinste vorhandene Flächenradius, muss an dieser Stelle eine scharfkantige Kontur erzeugt
werden.

Bild 18: Abstandsfläche mit a > R Bild 19: Körper aus einem beidseitig offenen
1
Flächenverbund durch automatisches Ergän-
zen der ebenen Begrenzungsflächen

 Körper aus nicht vollständig geschlossenen Flächen (Bild 19)


 Schalenförmige Körper
 Schale mit konstanter oder unterschiedlicher Wanddicke durch Entfernen von Teil-
Umgrenzungsflächen eines Körpers (Bild 20)
 Schichtdicke auf eine Fläche (Bild 21)
 Bearbeitungs-Aufmaßflächen als Schichtdicke auf Körperteilflächen zur Konstruktion von Roh-
teilen aus der Geometrie des (fertig bearbeiteten) Einzelteils

Bild 20:
Schalenförmiger Körper aus massivem Körper
durch teilweises Entfernen von Begrenzungsflä-
chen (z. B. Gusswandstärken erzeugen)

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Bild 21: Schalenförmiger Körper durch Auftragen


einer Schicht auf eine Fläche

3.4 Grundregeln für Skizzen


Vorzugsweise sind positionierte Skizzen zu verwenden. Als Skizzierebene sollte im Normalfall der
Ebenentyp „Parallel durch Punkt“, als Punktyp „Koordinaten“ gewählt werden. Dazu kann auch zu-
nächst ein Punkt auf einem Element erzeugt werden, entweder gleich als isolierter Punkt oder nach-
träglich mit RMT auf Punkt → Objekt Punkt → Isolieren. Nach Doppelklick auf den isolierten Punkt
den Punkttyp von „Explizit“ in „Koordinaten“ ändern.
Skizzen zunächst als nicht verrundeten Polygonzug mit Befehl Profil erzeugen. Bemaßt werden die
Eckpunkte des Polygonzuges, damit die Maße auch nach dem Verrunden erhalten bleiben.
Alle Maße sollten auf eine senkrechte und eine horizontale Konstruktionslinie bezogen werden. Nur
diese Maßbezugslinien sind zum H-V-Koordinatensystem zu bemaßen. Sie sind so zu positionieren,
dass bei keiner Modifikation Maße von einer auf die andere Seite der Maßbezugslinien verschoben
werden können. Die Bemaßung der Maßbezugslinien sollte grafisch hervorgehoben werden, z. B.
hellblau und Linienstärke 2. Bei vielen gleichen Maßen, z. B. Verrundungen durch Selektion mehre-
rer Eckpunkte bzw. eines Polygonzuges, sollte sich das steuernde Maß ebenfalls grafisch abheben,
z. B. violett und Linienstärke 2.
Den Vorteilen von Skizzen
 kurzer, übersichtlicher Baum,
 einfache Bemaßung und Modifikation durch Maßänderung,
 Referenzieren auf Scheitelpunkte von Skizzen ist weitgehend änderungsrobust. Beim Referen-
zieren auf Flächenscheitelpunkte und Flächenzellgrenzen werden diese nach Modellmodifikati-
on (meist) nicht mehr erkannt.
stehen folgende Nachteile gegenüber
 Freiformkurven (Splines) lassen sich in Skizzen nicht sinnvoll erzeugen.
 Im Skizzierer steht keine Krümmungsanalyse zur Verfügung, zur Bewertung des Splineverlaufs
muss die Skizze erst verlassen werden.
 Das Zuweisen der Tangentenstetigkeit/-richtungen ist umständlich.
 Krümmungsstetigkeit kann nicht vorgegeben werden. Dazu müssten erst die Krümmungsradi-
en der Anschlusskurven außerhalb des Skizzierers mittels Analyse bestimmt werden. Danach
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können diese Krümmungsradien den Splinepunkten im Skizzierer zugewiesen werden. Damit


sind die Krümmungen des Skizzen-Spline aber nicht assoziativ.
Deshalb sind Skizzen im Wesentlichen nur für kanonische Geometrie (Strecken, Kreisbogen, Ke-
gelschnittkurven) geeignet, aber nicht für Freiformkurven.
Aus [5], 6.5 Probleme mit Skizzenbedingungen:
 Maßbedingungen in Skizzen mit Bezug auf variable Körpergeometrie sind für Variantenkon-
struktionen weitgehend ungeeignet. Die Maße werden nur als Betrag protokolliert, nicht aber mit
Richtungsorientierung. Nach Modellvariation trägt CATIA Maße und Verrundungsradien häufig
zur falschen Seite an. Das Modell kann nur nach größeren manuellen Eingriffen aktualisiert
werden.
 Skizzen für robuste Variantenkonstruktionen sollten statt Maßbezügen zu 3D-Elementen nur
Lagebedingungen enthalten, wie Kongruenz, Konzentrizität und Tangentialität. Im 3D erzeugte
Elemente sind eindeutig bestimmt. Als Referenzgeometrie eignen sich insbesondere Ebenen,
3D-Linien und 3D-Punkte, die ggf. durch Transformationen mittels Benutzerparametern ent-
sprechend positioniert werden können.
 Das Referenzieren auf 3D-Geometrie aus Skizzen ohne vorheriges Erzeugen von 3D-
Projektionen bzw. 3D-Verschneidungen verkürzt Bearbeitungszeit und Baum, erschwert aller-
dings auch erheblich die Fehlersuche, weil die Information zu den Referenzelementen nur um-
ständlich zu bekommen ist (RMT → Objekt ... → Definition → Mehr >> → Scrollbalken, weil sich
Textfenster nicht aufziehen lassen oder alternativ RMT → übergeordnete/untergeordnete Ele-
mente bzw. Eltern/Kinder ab R14).
 Werden Skizzierebenen nicht vorher erzeugt und dann selektiert, sondern nur bei der Skizzen-
erzeugung definiert, kann das die Fehlersuche ebenso erschweren.
Aus [5], 6.6 Skizzen in der Modellstruktur:
 Werden mehrere Bauteile aus einer Skizze abgeleitet, beispielsweise die Einzelteile einer
Schweißbaugruppe, sollten diese Skizzen mit anderer Referenzgeometrie im Baugruppen-
Steuerteil (im Automobilbau häufig „Adapter“ genannt) abgelegt und veröffentlicht sein.
 Profilskizzen werden beim Generieren von Körpergeometrie (Block, Tasche, ...) in der Regel
automatisch unter dem Kind angeordnet und verdeckt geschaltet. Das automatische Umgrup-
pieren und Verdecken stört, wenn mehrfach auf die Skizze referenziert werden soll. Wird nach
dem Aufruf des Befehls, z. B. Block, statt der Skizze mittels Profildefinition als Unterelement
die Profilskizze selektiert, bleibt die Skizze sichtbar, solange der Baumzweig mit der eigentli-
chen Skizze im Ansichtsmodus Anzeigen ist.
Soll eine Skizze mehrfach an verschiedenen Positionen genutzt werden, lässt sich nach Kopieren
und Einfügen des Skizzenduplikats mittels „Stützelement für Skizze ändern“ die Skizze an die neue
Position versetzten. Vorher sollte aber innerhalb der Skizze im Baumzweig „Kanten verwenden“
geprüft werden, ob Bedingungen zu 3D-Elementen oder anderen Skizzen bestehen. Wenn diese
Bedingungen an der neuen Skizzenposition nicht einzuhalten sind, dann zunächst im Skizzen-
Baumzweig „Bedingungen“ die entsprechenden Lagebedingungen inaktivieren oder auch löschen
und an der neuen Skizzenposition erneut zuweisen. Prinzipiell sollte deshalb eine Skizze möglichst
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auf keine oder nur wenige Elemente außerhalb der Skizze referenzieren.

3.5 Skelettmodelle und Startmodelle


Zur Beschleunigung und Vereinheitlichung der Konstruktion können Modelle als Quasistandard vor-
gegeben werden. Es existieren keine einheitlichen Definitionen.
3.5.1 Skelettmodell
Ein sauberes Skelett enthält eigentlich kein Fleisch, analog ein Skelettmodell keine Geometrie.
 Zweck
 Alle Nutzer einer abgegrenzten Gruppe sollen sich schnell in Modellen (Baugruppenmodelle
unterschiedlicher Hierarchiestufen und Bauteilmodelle) zurechtfinden, die von einem anderen
Bearbeiter erstellt wurden.
 Einheitliche Modellstruktur für jeweilige Benutzergruppe, in V5 bezogen auf Strukturbaum
 Einheitliche Benennung der Unterverzeichnisse / Strukturbaumzweige
 Aufbau und Inhalt
 Zumindest Strukturbaum mit Baugruppen und Einzelteilen sowie Grobstruktur der Einzelteil-
bäume vorgeben (in CATIA V5 Körper, Geometrische Sets, Geordnete geometrische Sets)
und einheitlich benennen.
Zusätzlich können weitere Vereinheitlichungen festgelegt werden, z. B.
 Geometrische Eigenschaften (Attribute) der Baumzweige, wie Farben für bestimmte Körper,
Geometrische Sets und Geordnete geometrische Sets
 Untergliederung der Parameter- und Beziehungszweige in Parameter- und Beziehungssets
 Hauptkörper, Abzugskörper, Rohteilkörper, Geometrie für verschiedene Bearbeitungsstufen –
u. U. einschließlich Benennung
 Veröffentlichungen, z. B. Ursprungsebenen oder/und -koordinatensysteme
 Sets für importierte Referenzgeometrie und für Fremdformate, wie V4-Dateien

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3.5.2 Vorlagen-/Startmodell (für Bauteile und Baugruppen)


Werden zur Positionierung der zu erzeugenden Geometrie bereits Ebenen, Linien, Punkte u. a.
Drahtgeometrie sowie ggf. benutzerdefinierte Koordinatensysteme in die „Skelettmodelle“ aufge-
nommen, dann ist damit eigentlich schon der Übergang zum Start- bzw. Vorlagenmodell vollzogen.
Solche Startmodelle gelten immer nur für einen eng abgegrenzten Konstruktionsbereich, z. B. Mo-
tor, Zylinderkopf, Mehrspindelbohrkopf, Umformwerkzeug. Oft handelt es sich dabei um Varianten-
konstruktionen.
 Bauteilvorlagen-/Bauteilstartmodell
 basiert in der Regel auf einem Skelettmodell, das durch vordefinierte Geometrieelemente so-
wie Parameter und Beziehungen ergänzt ist.
 kann, insbesondere zur Positionierung der zu erzeugenden Geometrie, bereits Drahtgeomet-
rie, wie Ebenen, Linien und Punkte, sowie benutzerdefinierte Koordinatensysteme enthalten,
die sich auch über Parameter an das aktuelle Modell anpassen lassen.
 kann bereits Flächen und Körper enthalten, die sich in der Regel über Parameter an das aktu-
elle Modell anpassen lassen.
 Baugruppenvorlagen-/Baugruppenstartmodell kann auch bereits Baugruppen und Einzelteile als
„Platzhalter“ samt assoziativer Verknüpfungen enthalten. Diese „Platzhalter“ werden für die je-
weils aktuelle Konstruktion ausgetauscht, z. B. (Baugruppen-)Steuerteile samt Strak- und Refe-
renzflächen.

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4 Vorinformation – von der Skizze zur Fläche


4.1 Zielstellung
Vor der Behandlung grundlegender Flächenfunktionen soll das prinzipielle Vorgehen am Beispiel
der Dachkonstruktion für einen PKW (nur grob für prinzipielles Vorgehen) gezeigt werden. Mit dem
Sketch-Tracer wird begonnen, um trotz sehr unterschiedlicher Vorkenntnisse möglichst allen Kurs-
teilnehmern erst einmal etwas Neues zu zeigen und durch das Anwenden ausgewählter Befehle die
CATIA-Kenntnisse der Kursteilnehmer etwas aneinander anzugleichen.
Vor der Konstruktion der ersten Kurven müssen allerdings allgemeine theoretische Grundlagen und
Spezifika der CATIA V5-Freiformkurven angesprochen werden.

4.2 Schrittfolge
 Einlesen von Pixelgrafiken mit 2D-Skizzen auf die entsprechenden Ansichtsebenen in CATIA.
 Maßstab der Pixelgrafiken ändern (Skalieren) auf 1 : 1.
 Positionieren der maßstäblichen Pixelgrafiken zum Fahrzeugkoordinatensystem.
Nach Behandlung der theoretischen Grundlagen zu Kurven wird später fortgesetzt mit
 Erzeugen von Roh-Raumkurven aus 2D-Kurven
 Splines,
 FreeStyle Näherungs-Kurven.
 Roh-Kurven zueinander ggf. genauer positionieren.
 Geglättete Raumkurven erzeugen (und analysieren).
 Dachfläche mit einfachen CATIA-V5-Funktionen erzeugen.
Im späteren Verlauf des Kurses wird das Modell vervollständigt.
 Dachrand-Flächen konstruieren.
 Flächen zu Flächenverbund (Skin) zusammenfassen und Kanten verrunden.
 Schiebedachausschnitt als Variante (nur, wenn noch Zeit verfügbar ist).
 Festkörper aus Flächenverbund erzeugen.

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5 Sketch Tracer zur Konstruktion von Kurven nach Skiz-


zen (Pixel-Grafiken)
Der Sketch Tracer kann zum Erzeugen von 3D-Geometrie aus 2D-Grafiken genutzt werden, bei-
spielsweise von Oldtimermodellen auf der Grundlage von technischen Zeichnungen. Die groben
Maßskizzen aus dem Prospekt des BMW 523 sind dafür eigentlich zu ungenau und können nur zur
Erklärung des prinzipiellen Vorgehens genutzt werden. Stichpunktartige Beschreibung mit Hyper-
links zu R12-Modellen der Zwischenschritte in BMW-Dach.pdf.

5.1 Baugruppe Dachfläche und Teil für Orientierungsgeometrie


 Maßskizze im Acrobat Reader öffnen
BMW-Dach\BMW_5er_Maszskizze.pdf
Problem: Kein Maßbezug zwischen Vorderachse und Fahrzeuglänge in x-Richtung → nach Ein-
fügen und Skalieren der Draufsicht messen.

 Datei → neu → Produkt


 → „Produkt1“ umbenennen in „Dachflaechen“ RMT → Eigenschaften → Teilenummer
_ Dachflaechen_
 Neues Teil „Orientierungsgeometrie“ in der Baugruppe erzeugen.
 Geordnetes geometrisches Set (GgS) oder Geometrisches Set (GS) einfügen.
 3D-Mittellinien im Fahrzeug-Koordinatensystem, also Ursprung Mitte Vorderachse.
 Mittellinien in x- und y-Richtung auf einer Ebene 1 mm oberhalb der x-y-Ebenen erzeugen,
damit Linien oberhalb der einzufügenden Pixelgrafik-Draufsicht liegen und nicht verdeckt wer-
den.
 Seitliche Linien in x-Richtung entsprechend der Fahrzeugbreite (900 mm, ca. 5000 mm lang,
aus „Verschieben“ x-Proj., dann Spiegeln).

5.2 Erste Skizze (Pixelgrafik) in eine Baugruppe einfügen


 Auf Ansichtsebene für Pixelgrafik wechseln, z. B. x-y-Ebene für Draufsicht, in älteren Releases
„Obersicht“ (Pixelgrafik wird stets auf aktueller Bildschirmebene eingefügt).
Seit R12 x-Achse leider senkrecht → Vor Einfügen der Pixelgrafik Koordinaten um 90° dre-
hen mit RMT auf rotes Kompassquadrat → Bearbeiten → Entlang W Drehinkrement 90° (Bild
23)
Eventuell Ansicht → Benannte Ansichten → Hinzufügen „Draufsicht“ (Bild 24)

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Bild 22: Ansichten

Bild 23: Draufsicht anpassen durch Kompassmanipulation

Bild 24:
Ansicht hinzufügen und
Camera 1 umbenennen in
Draufsicht

 Sketch Tracer starten

Bild 25:
Umgebung Sketch Tracer

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 Icon “Skizze in virtueller Realität erzeugen“ [„Create an Immersive Sketch“],


→ Verknüpfung (Link) zur externen Pixelgrafik,
→ Pixelgrafik-Datei selektieren.
 Falls eingefügte Pixelgrafik nur als graue Fläche dargestellt → Darstellungsmodus Schattierung
mit Material erforderlich oder .

5.3 Pixelgrafik skalieren und positionieren


 Eingeblendete Pixelgrafik gem. Bild 26 (R19 modifiziertes Fenster) bei Bedarf drehen am Bogen
(5), d. h. eingeblendetes Koordinatensystem drehen. An Fahrzeugmittellinie orientieren. Nach
Zoomen Feinausrichtung. Beispiel einer nicht ausgerichteten Grafik
BMW_5er_Vorderansicht_schraeg.JPG.
 Eingeblendete Pixelgrafik skalieren (dazu mit Maustasten Bild entsprechend zoomen und Pi-
xelgrafik-Nullpunkt (1) auf eine Bezugskante, Bezugspunkt (4) des Größen-Pfeils auf zweite Be-
zugskante).

Bild 26: Pixelgrafik orientieren, skalieren und positionieren


 Nullpunkt des temporären Achsensystems (1) auf Maßbezugskante/-punkt.
 RMT auf rechten Rahmenpunkt (4) → Größen-Pfeil (2) → Bearbeiten [Edit] → Fenster „Opti-
mierung [Tuner]“ geöffnet. Alternativ nur Klick auf Maßzahl des Rahmens (4775 auf Bild 26).

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 Sollmaß eingeben, z. B. Fahrzeuglänge 4775 mm (Fahrzeugbreite 1800 mm weniger genau).


 Mit Zoom-Pfeil (3) Mittelpunkt des Größen-Pfeils (4) auf Maßkante/-punkt des Sollmaßes, dabei
Schrittgröße anpassen zum Feinpositionieren.
Achtung! Beim Selektieren des Bogens (5) wird Achse geschwenkt, beim Selektieren des Bo-
genmittelpunktes (6) gezoomt und geschwenkt.
 Pixelgrafik zum Fahrzeug-Koordinatensystem ausrichten Nullpunkt des temporären Achsen-
systems auf gewünschten Pixelgrafik-Nullpunkt verschieben, z. B. Mitte Vorderachse, und auf
Pixelgrafik-Achse ausrichten. Fahrzeugmitte verläuft nicht genau durch BMW-Emblem → nach
seitlichen Begrenzungslinien ausrichten.
 Tuner-Fenster Schließen.
 Bei Erfordernis Pixelgrafik-Einblendung über die Eckpunkte (7) und (8) beschneiden.
 Fenster Sketch Parameters _OK_

5.4 Orientierungshilfe für Pixelgrafiken der nachträglich einzufü-


genden anderen Ansichten
 Draufsicht-Hilfsgeometrie auf der Ebene bei z = 1 mm ergänzen.
 Vorn Linie Punkt-Richtung, gespiegelte Ausdehnung in y-Richtung, Abstand 900 mm. Punkt im
Liniendialog erzeugen, auf Kurve x-Proj., Punkt möglichst genau auf Grenzlinie des vorderen
Stoßfängers.
 Diese Linie um Fahrzeuglänge 4775 mm „Verschieben“.
 3D-Bedingung zwischen y-Achse und Vorderkante (862,5 mm).
 Zusätzlich in den Eckpunkten senkrechte Linien zur Grob-Kontrolle der Lage und Größe der
zusätzlich einzufügenden Pixelgrafiken, die nicht immer hinreichend kompatibel sind.

5.5 Weitere Pixel-Grafiken einfügen


 Ansicht wechseln zum Einfügen der nächsten Pixelgra-
fik, Vorgehen wie oben.
 Bei aktivierter Pixelgrafik (Anwendungen/Zeichnungs-
galerie/Painting) Selektion der Grafik bei FOCUS OFF
⇒ weißer Rahmen. Zeiger auf Rahmen ⇒ Pfeile  am
Rahmen ggf. senkrecht zur Bildebene in andere Position
schieben (Bild 27).
Bild 27: Verschieben der Pixelgrafik Seitenansicht
aus der x-z-Ebene

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 Seitenansichts-Pixelgrafik,
 Vorderansichts-Pixelgrafik,
 Rückansichts-Pixelgrafik, vorher ggf. Vorderansicht verdeckt schalten.
Die Mittellinien auf den Pixelgrafiken fehlen auf den Maßskizzen BMW-Dach\-
BMW_5er_Maszskizze.pdf. Sie wurden nachträglich als Positionierungshilfe eingezeichnet. Die Po-
sition der Achsen-Mittellinien ist natürlich recht ungenau. Die Draufsicht enthält zwei „Mittellinien“.
Eine geht durch die Mitte des BMW-Zeichens, die zweite resultiert aus der gemessenen Fahrzeug-
breite.
Auch die zu erzeugenden Dachkurven aus den verschiedenen Ansichten werden große Abwei-
chungen haben, weil die Maßskizzen offensichtlich die Kurven der breiten Scheibengummis enthal-
ten (Bild 28).

Bild 28: Fahrzeug vorn rechts und Ausschnitt der Maßskizze Vorderansicht

Vor dem Zeichnen der Dachkurven, die natürlich „glatt“ sein sollen, muss Klarheit über die zweck-
mäßigen Kurventypen bestehen.

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6 Theorie zu Kurven und Flächen


6.1 Vorbemerkung
Ein Konstrukteur wird sich wenig für die mathematischen Grundlagen interessieren. Er will wissen,
wie er Kurven und Flächen mit der erforderlichen Qualität [tangentenstetig (G1 – mit Krümmungs-
sprung), krümmungsstetig (G2 – mit Krümmungsknick) oder auch mit stetigem Krümmungsgradien-
tenverlauf (G3)] erzeugen und modifizieren kann. Kenntnisse muss der Konstrukteur aber beim Be-
arbeiten von durch Kontrollpunkte o. -polygone definierten Freiformkurven darüber haben, wie sich
die Kontrollpunktverschiebung auswirkt, um z. B. G3-stetige Kurven zu modellieren.

Bild 29: Tangentenstetige Verrundung Bild 30: Tangentenstetige Verrundung


(G1) mit R50-„Ecke“ (G1) mit Spline, R 50
min

Bild 31: Krümmungsstetige Verrundung Bild 32: Krümmungsgradientenstetige Verrundung


(G2) mit Spline, R 50 (G3) mit FreeStyle-NUBS-Kurve (CATIA
min
NUPBS), für Verrundungsanlauf etwas
verlängert, R 50
min
G1_G2_G3-Test.CATPart

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Ob sich die mit viel Aufwand erstellten G2- oder gar G3-stetigen Flächen am fertigen Blechformteil
wiederfinden, ist äußerst fraglich (Interpolation der NC-Steuerung, Schleppfehler, elastische Ver-
formung von Maschine und Fräswerkzeug, manuelle Nacharbeit der Werkzeugmacher, Blechrück-
federung usw.). Die Abstandsunterschiede im An- und Auslaufbereich der Verrundungen mit Spli-
nes und NUBS sind nicht sehr groß.

R 50,000 mm beide Splines


min

Bild 33: Maximaler Abstand etwa 1 mm zwischen G2-Spline


und G1-Spline

R 50,055 mm bei G3-NUBS mit Verrundungsanlauf


min
R 49,408 mm bei (kürzerem) G2-Spline ohne Verrundungsanlauf
min

Bild 34: Maximaler Abstand etwa 0,02 mm zwischen G2-Spline


ohne und G3-NUBS mit Verrundungsanlauf bei annä-
hernd gleicher Kurvenkontur im Scheitel

R 50,055 mm bei G3-NUBS mit Verrundungsanlauf


min
R 50 mm bei G2-Spline mit gleichem Verrundungsanlauf
min

Bild 31: Maximaler Abstand etwa 0,51 mm zwischen G2-Spline


und G3-NUBS, beide mit Verrundungsanlauf, etwa bis
0,1 mm im „Anlaufbereich“

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6.2 Allgemeine Typen von Freiformkurven


Für Flächenkonstruktion und -qualität haben Art und Form der Kurven entscheidende Bedeutung.
Nur glatte Kurven ergeben glatte Flächen! Statt mit einfachen, durch kanonische Gleichungen
beschriebenen Kurven, wie Kreisbogen und Kegelschnitten, werden kompliziertere Flächen mittels
Freiformkurven konstruiert. In der Regel werden Freiformflächen und damit die zugrundeliegen-
den Freiformkurven im Raum durch Konstruktions- oder Abtastpunkte an einem Modell definiert.
Eine exakt durch alle Punkte laufende Kurve kann sehr wellig sein, eine glatte Kurve große Abwei-
chungen zu den Punkten haben.

Bild 35: Freiformkurven verschiedener Glättung mit


mehr oder weniger exakter Annäherung an
die Punkte

Als Kompromiss werden in der Regel


 nur ausgewählte (Anschluss-)Punkte festgelegt, durch welche die Kurve laufen muss,
 an ausgewählten Punkten Tangenten- oder/Tangenten- und Krümmungsbedingungen fixiert,
 größtzulässige Abstände der Kurve von den Punkten vorgegeben (Toleranzkreis-/-kugel-∅),
 Kurven und Flächen interaktiv oder mit speziellen Algorithmen rechnerintern nachträglich ge-
glättet.
Gegenüber V4 gibt es bei V5 weniger individuelle Möglichkeiten, aber ab V5 R14 zumindest wieder
verschiedene Glättungsvarianten. Leider sind V5-Glättungsmodi nicht hinreichend dokumentiert.

6.2.1 Bedingungen
 Punktbedingung – Kurve muss genau durch diesen Punkt laufen,
 Tangentenbedingung – Tangentenrichtung an der Stelle des Punktes, wobei die Punktbedin-
gung nicht eingehalten werden muss,
 Krümmungsbedingung – vorgegebener Krümmungsradius am Punkt ist einzuhalten, dabei ist
Tangentenbedingung vorausgesetzt, in V5 auch Tangentenspannung.
(Rand-)Bedingungen zwischen aneinander stoßende Kurven
 Lagestetigkeit (G0) – Endpunkt P1q der Kurve q identisch mit Anfangspunkt P0 q+1 der Kurve
q+1
 Tangentenstetigkeit (G1) – Tangentenrichtungen der Kurven in P1q und P0 q+1 identisch
 Krümmungsstetigkeit (G2) – Krümmungsradien der Kurven in P1q und P0 q+1 identisch
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 Krümmungsgradient (G3) – Gradient der Krümmungsänderung der Kurven in P 1q und P0 q+1


identisch und nicht zu groß. Wichtig für symmetrische Class-A-Flächenhälften, die an Fahrzeug-
Mittelebene gespiegelt werden.
6.2.2 Kurvendefinition
Kurzfassung; ausführlicher in [2], [3] und [6].
Kurven können durch Polynome beschrieben werden, so z. B. eine planare Kurve n-ten Grades
zwischen den Punkten P0 und P1 in der x-y-Ebene durch das Polynom (vom Grad n, der im Poly-
nom vorkommenden höchsten Potenz)
y = C0 + C1  x + C2  x2 + C3  x3 … + Cn  xn. (1)
Aus der Polynomkurve 3. Grades zwischen P0 und P1 im Bild 36 mit den konstanten Koeffizienten Ci
y = – 1,9 + 0,6  x – 0,015  x2 – 0,0002  x3 (2)
wird durch Normierung der Koordinatenwerte auf die größten Abstände zwischen P0 mit den Koor-
dinaten x0 und y0 sowie P1 mit x1 und y1 und Einführen der relativen Koordinaten
x y Länge Abschnitt Kurve von P(t) bis P0
tx  , ty  , t (3)
x1  x 0 y1  y 0 Länge Kurve von P1 bis P0

ein parametrisiertes Polynom, auch als normierte Kurve bezeichnet (ARC in V4) im Bild 36 rechts
eine planare normierte Kurve 3. Grades.

Bild 36: Polynomkurve (links) wird durch Parametrisierung zur normierten Polynomkurve (rechts)

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Für jeden Punkt P(t) einer räumlichen Kurve lassen sich mit der relativen Koordinate t die zugehöri-
gen Koordinatenwerte x, y, und z aus den Randbedingungen errechnen über
x
tx   a 0  a1  t  a 2  t 2  a 3  t 3    a n  t n ,
x1  x 0
y
ty   b0  b1  t  b 2  t 2  b3  t 3    bn  t n , (4)
y1  y 0
z
tz   c 0  c1  t  c 2  t 2  c 3  t 3    c n  t n .
z1  z 0

Der Polynomgrad n errechnet sich aus der Anzahl der einzuhaltenden Bedingungen zB.
Polynomgrad = Anzahl der Bedingungen -1
Ordnung der Kurve o = Anzahl der Bedingungen
n = zB – 1 = o - 1 (5)
 Eine zwei Punkte verbindende Kurve, die in ihren beiden Endpunkten an zwei benachbarte
Kurven
 punktgenau und tangentenstetig anschließen soll
(2 Punkt-, 2 Tangentenbedingungen → zB = 4) muss den Polynomgrad n = 3 haben,
 punkt-, tangenten- und krümmungsstetig anschließen soll
(2 Punkt-, 2 Tangenten- und 2 Krümmungsbedingungen → zB = 6) muss den Polynomgrad
n = 5 haben (Kurvenstücke Spline 5. Grades bzw. 6. Ordnung).
 Eine Kurve durch 4 Punkte (4 Punktbedingungen), die an zwei benachbarte Kurven tangenten-
und krümmungsstetig anschließen soll (2 Tangenten-, 2 Krümmungsbedingungen) und im Punkt
2 eine Tangentenrichtung einhalten soll (1 Tangentenbedingung) → zB = 9 Bedingungen, muss
den Polynomgrad n = 8 haben, wenn sie nur aus einem Kurvenstück bestehen soll.
6.2.2.1 Spline
Sehr komplexe Kurven über viele Punkte im Raum würden ein Polynom sehr hohen Polynom-
grades ergeben. Deshalb werden solche Kurvenzüge zweckmäßig aus Kurvenstücken zusam-
mengesetzt, die stückweise zwischen je zwei Punkten den Polynomgrad n = 5 aufweisen. Der Spli-
ne verläuft durch alle Punkte tangenten- und krümmungsstetig . Er kann also sehr wellig sein.
Durch Freigabe von Bedingungen kann der Spline u. U. nachträglich geglättet werden (in V4 um-
fassende Möglichkeiten, in V5 sehr begrenzt).

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6.2.2.2 Bézierkurve
Freiformkurve, die durch ein die Bézierpunkte (auch „Kontrollpunkte“) verbindendes Bézier-Polygon
(auch „Kontrollpolygon“) definiert ist (Bild 37).

Bild 37: Elemente der Bézierdarstellung


Die Basisfunktionen der Bézierkurven (auch „integrale Bézierkurven“ [2, S. 115]) sind die Bern-
stein-Polynome, die sich aus der binomischen Formel
n(n  1) n  2 2 n(n  1)(n  2) (n  m  1) n  m m
(a  b)n  an nan 1 b  a b  a b 
2! m! (6)
  n abn 1  bn

bzw. in der Kurzform


n n
 
(a  b)n     an  i bi (7)
i0  i 

nach den Substitutionen a = 1 – t und b=t


n n
 
1  [(1  t)  t ]n     (1  t)n  i t i (8)
i0  i 

als Summanden der Gleichung (7) ergeben zu


n  n
B (t)    (1  t)n  i t i . (9)
i i
Nach Einführen der Vektoren der Bézierpunkte bi (vgl. [2, S. 117 ff.]) bzw. der Koordinaten
(xi, yi, zi) der Bézierpunkte Pi ergibt sich das Bézierpolynom, aus dem sich die Koordinatenwerte
der Punkte P(t) auf der Kurve x, y und z berechnen lassen. Exemplarisch ergeben sich für ein Bé-
zier-Polygon mit 6 Bézierpunkten P0 bis P5, d. h. 5. Grades, die Koordinatenwerte der Kurvenpunk-
te aus (10)

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x  x 0 (1 - t)5  5x1(1  t)4 t  10x 2 (1  t)3 t 2  10x 3 (1  t)2 t 3  5x 4 (1  t)t 4  x 5 t 5 ,


y  y0 (1 - t)5  5y1(1  t)4 t  10y 2 (1  t)3 t 2  10y3 (1  t)2 t 3  5y 4 (1  t)t 4  y5 t 5 , (10)
z  z0 (1 - t)5  5z1(1  t)4 t  10z 2 (1  t)3 t 2  10z3 (1  t)2 t 3  5z 4 (1  t)t 4  z5 t 5 .

Zur Berechnung der Koeffizienten der Polynome auf Bernstein-Basis dient der de Casteljau-
Algorithmus [2, S. 121 ff.]. Die zugrundeliegende lineare Interpolation kann grafisch anhand von
Bild 38 erläutert werden.

Bild 38: Bézierkurve mit Bézier-Polygon und grafischer Darstellung des Verfahrens der fortlaufen-
den linearen Interpolation
Die Seiten des Bézier-Polygons haben die normierte Länge 1 (Koordinate t läuft von 0 bis 1). Wer-
den die Polygonseiten im Verhältnis (1 - t) : t geteilt und die entstehenden Teilungspunkte durch
Strecken verbunden, die wiederum im gleichen Verhältnis geteilt werden, ergibt sich als letzter Tei-
lungspunkt der gesuchte Kurvenpunkt P(t), im Bild 35 für
P01 P0 P12 P1 P23 P2 P012 P01 P123 P12 P(t) P012
t       0,4.
P1 P0 P2 P1 P3 P2 P12 P01 P23 P12 P123 P012
Die Bézierkurve hat folgende wesentliche Eigenschaften:
1. Die Kurve beginnt exakt im ersten und endet exakt im letzten Punkt des Bézier-Polygons.
2. Der erste und der letzte Polygonzug entsprechen der Tangente am Kurvenanfang bzw. -ende.
3. Die ersten drei Punkte bestimmen die Kurvenkrümmung am Anfang, die letzten drei am Ende.
4. Die Kurve befindet sich in der konvexen Hülle des Bézier-Polygons (Bild 39).

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Polygon und Kurve können konvex (Bild 39), Polygon nicht konvex und Kurve konvex (Bild 40) oder
beide nicht konvex (Bild 41) sein.

Bild 39: Konvexe Hülle Bild 40: Polygon und Kurve Bild 41: Polygon nicht konvex,
konvex Kurve konvex
Hat die Bézierkurve einen Wen-
depunkt, dann hat auch das Polygon mindestens einen Wendepunkt [2, S. 129] (Bild 42).

Bild 42: Kurve mit Wendepunkt Bild 43: Auswirkung der Verschiebung eines Bé-
zierpunktes

Wird ein Bézierpunkt von P2 nach P *2 verschoben, verschieben sich alle Kurvenpunkte parallel zum
Richtungspfeil von P2 nach P *2 (Bild 43).

Einer gleichen Kurve kann ein höherer Polynomgrad zugewiesen werden (Graderhöhung). Damit
erhöht sich die Zahl der Freiheitsgrade, wodurch sich die Kurve beim interaktiven Arbeiten u. U.
besser verändern lässt. Der Polynomgrad sollte aber nicht höher als erforderlich gewählt werden.
Mit zunehmendem Polynomgrad kann sich die Welligkeit der Kurve erhöhen. Bei fortlaufender
Graderhöhung nähert sich das Bézier-Polygon der Kurve immer weiter an.

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6.2.2.3 B-Spline
Die Kurvendarstellung durch B-Splines kann als Bézierkurvendarstellung aufgefasst werden, bei der
die Bernsteinpolynome durch die Basis-(B)-Spline-Kurven ersetzt sind [6, S. 26 ff.].
1. B-Spline-Kurven sind lokal definiert
Der Nachteil von Polynom-, Bézierkurven und Splines liegt darin, dass sich bei Veränderung eines
Stützpunktes die gesamte Kurve ändert. Bei B-Splines ist die Kopplung des Polynomgrades an die
Anzahl der Stützstellen aufgehoben. B-Splines sind lokal änderbar. Der Einfluss eines Kontrollpunk-
tes ist auf wenige Basispolynome beschränkt. Die Verschiebung eines Kontrollpunktes verän-
dert s = n + 1 Bereiche der Kurve (s … B-Spline-Kurvenstücke bzw. „Segmente“), wobei n der
gewählte Polynomgrad ist. Allerdings kommt dieser Vorteil nur bei stark segmentierten Kurven zum
Tragen.
Analog (5) gilt für die B-Spline-Kurvenstücke:
Anzahl der Bedingungen für B-Spline-Kurvenstück zB = Ordnung o der Basissplinekurve.
Bei Verschiebung eines Punktes werden verändert bei einem Polynomgrad der Basis-Splines von
n = 5 (Kurve 6. Ordnung, o = 6) und Unterteilung der Kurve in:
 s ≤ 6 B-Spline-Kurvenstücke (Segmente) → gesamte Kurve geändert,
 s = 9 B-Spline-Kurvenstücke → 6 B-Spline-Kurvenstücke geändert.
2. Einfügen neuer Kontrollpunkte ist möglich, ohne den Polynomgrad der B-Spline-
Kurve(nstücke) zu erhöhen.
3. Die B-Spline-Darstellung benötigt weniger Kontrollpunkte als die Beziér-Spline-Kurve, wodurch
die rechnerinterne Verarbeitung vereinfacht wird ([2] und CATIA-spezifisch in 7.6 Spezifika der
FreeStyle-3D-Kurven von CATIA V5).
6.2.2.4 NURBS-Kurve
Prinzipiell können mathematische Kurvendefinitionen auch in rationaler Form, also mit einem Zäh-
ler- und einem Nennerpolynom definiert werden, z. B. Bézierpolynom : Bernsteinpolynom. Die ratio-
nale Darstellung bietet den Vorteil einer größeren Flexibilität der Kurven bei gleichem Polynomrad,
[6, S. 32].
(Mathematisch kann jede Zahl und jedes Polynom als rationaler Ausdruck mit dem Nenner 1 inter-
pretiert werden. Das wird aber in der Computergrafik in der Regel nicht als rationale Form verstan-
den.)
NURBS Non Uniform Rational B-Spline Curve (Nicht-gleichmäßige rationale Basis-Spline-Kurve),
Abstand der Knotenvektoren muss nicht gleich sein (nicht äquidistant). Gezieltes Ein-
bringen von Unstetigkeiten in V4 durch „Knotennummerwiederholung“.
URBS Uniform: Gleichmäßig („gewöhnlich“), Uniform Rational B-Spline Curve (gewöhnliche
rationale Basis-Spline-Kurve), Knotenvektoren sind äquidistant (mit Ausnahme der Mehr-
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fachknoten am Rand), d. h. krümmungs- u. tangentenstetige Kurve, Spezialfall der


NURBS.
Analog Gleichung (10) für die Berechnung der Koordinatenwerte von Bézierkurven ergeben sich
die Koordinaten einer gewöhnlichen rationalen B-Spline-Kurve 5. Grades (6. Ordnung) zu
x 0 (1 - t)5  5x1(1  t)4 t  10x 2 (1  t)3 t 2  10x 3 (1  t)2 t 3  5x 4 (1  t)t 4  x 5 t 5
x ,
(1 - t)5  5(1  t)4 t  10(1  t)3 t 2  10(1  t)2 t 3  5(1  t)t 4  t 5
y 0 (1 - t)5  5y1(1  t)4 t  10y 2 (1  t)3 t 2  10y 3 (1  t)2 t 3  5y 4 (1  t)t 4  y 5 t 5
y , (11)
(1 - t)5  5(1  t)4 t  10(1  t)3 t 2  10(1  t)2 t 3  5(1  t)t 4  t 5
z0 (1 - t)5  5z1(1  t)4 t  10z 2 (1  t)3 t 2  10z3 (1  t)2 t 3  5z 4 (1  t)t 4  z5 t 5
z .
(1 - t)5  5(1  t)4 t  10(1  t)3 t 2  10(1  t)2 t 3  5(1  t)t 4  t 5

Aus einer gewöhnlichen rationalen B-Spline-Kurve wird eine NURBS-Kurve, wenn die Kontrollpunk-
te mit einem Gewichtungsfaktor gi belegt werden und mindestens einer (der stets positiven, gi > 0)
Gewichtungsfaktoren gi ≠ 1 gewählt wird.
Das Verändern der Gewichtungsfaktoren erlaubt eine feinfühligere Verformung der Kurve als eine
Verschiebung der Kontrollpunkte.
Für die Kurvenpunkte der NURBS-Kurve errechnen sich damit die Koordinatenwerte, beispielsweise
x, aus
g0 x 0 (1 - t)5  5g1x1(1  t)4 t  10g2 x 2 (1  t)3 t 2  10g3 x 3 (1  t)2 t 3  5g4 x 4 (1  t)t 4  g5 x 5 t 5
x (12)
g0 (1 - t)5  5g1(1  t)4 t  10g2 (1  t)3 t 2  10g3 (1  t)2 t 3  5g4 (1  t)t 4  g5 t 5

Eine NURBS-Kurve wird durch die Kontrollpunkte bzw. das Kontrollpolygon definiert. Sie besteht
aus mehreren normierten Kurvenstücken (ARC in V4 mit gleichem Polynomgrad und gleicher
Knotenfolge, Segment in V5) zwischen den Stützpunkten oder Knoten.
Anzahl der Kurvenstücke s = Anzahl der Kontrollpunkte N
KP
- Polynomgrad n der Kurvenstücke (meist 3 oder 5)
- Anzahl der Unstetigkeiten z
u

s = NKP – n – zu. (13)


Anzahl der Stützpunkte bzw. Knoten k der Kurve = Anzahl der Kurvenstücke s+ 1
k = s + 1 = NKP – n – zu +1. (14)

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Kontrollpunktzahl für gesamte


Kurve NKP = 7
Polynomgrad n = 3
Unstetigkeiten zu = 0, d. h. intern
krümmungsstetig zwischen den
Kurvenstücken
s=7-3-0=4
k = 7 - 3 - 0 +1 = 5
⇒ 4 Kurvenstücke, 5 Knoten

Bild 44: NURBS-Kurve vor und nach Kontrollpunktverschiebung von 3 zu 3*

Im Gegensatz zur parallelen Verschiebung


der Kurvenpunkte gem. Bild 43 bei Kon-
trollpunktverschiebung wandern bei Erhö-
hung des Gewichts eines Kontrollpunktes
alle Kurvenpunkte auf den Kontrollpunkt
zu, bei Verminderung des Gewichts entfer-
nen sich die Kurvenpunkte vom Kontroll-
punkt (Bild 45 nach [2, S. 146]).

Bild 45: Wirkung der Gewichtsveränderung

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6.3 Flächendefinition
Analog zu den Kurven lassen sich auch Flächen(-stücke) mathematisch beschreiben. Die Koordina-
tenrichtungen entlang der Isoparametrischen werden in der Regel mit u und v bezeichnet. In nor-
mierter Form laufen die Koordinatenwerte von 0 bis 1.

Bild 43: Flächenstück als parametrisiertes Polynom ent-


lang der zwei normierten Parameter u und v
Werden die Polynome, welche die Fläche beschreiben, ersetzt durch
 Bernsteinpolynome, wird das Flächenstück zum Bézier-Patch mit dem Bézier-Polygonnetz,
 B-Splines, wird das Flächenstück zur B-Spline-Fläche,
 NURBS-Kurven, wird das Flächenstück zur NURBS-Fläche.
Grundsätzliche Aspekte
 Komplexe Flächen zweckmäßig aus Teilflächen aufbauen.
 Teilflächen möglichst mit 4 Begrenzungskurven, da Flächen mit 3 Eckpunkten schlechte Quali-
tät (entartete Flächen mit 4 Eckpunkten durch Zusammenfallen zweier Punkte).
 Bei Projektion einer Kurve auf eine Fläche kann ein Stetigkeitsverlust auftreten (krümmungs-
stetig G2 → tangentenstetig G1, tangentenstetig G1 → nur Punktübereinstimmung G0). Bevor-
zugt Projektion entlang einer Richtung anwenden, weil dabei weniger Unstetigkeiten entstehen.
Bei der Projektion in CATIA V5 als Glättung G1 o. G2 wählbar. Gegenüber R14 bei R16/17 ein-
geschränkte Möglichkeiten.
 Kurven und Flächen haben eine Orientierung (Kurvenrichtung, Flächen u- sowie v-Richtung und
damit auch Richtung der Flächennormale). Wurde das nicht beachtet, konnte es in früheren Re-
leases manchmal (mathematische) Probleme am Flächenanschluss geben. Wahrscheinlich
schon ab R14, spätestens jedoch seit R16 tritt das wohl nicht mehr auf.
Informationen zu Kurven und Flächen können mit Analysefunktionen abgefragt werden.

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Bild 46: Geometrieinformationen und Darstellung der Segmente/Kontrollpunkte

Bild 47: Geometrieinformationen,


braun Rotationsfläche aus gelb gestricheltem
Kreisbogen (kanonische Fläche Typ Kugel),
dunkelgrün Loft mit hellblauem Kreisbogen und
zwei violetten 5-Punkt-Splines (Nurbs-Fläche).

Bild 48: Loft-Segmente als


Aufbereitungsoption
Hellblaue Volllinien sind die Segmentgrenzen,
manuell gekennzeichnet die Segmente mit u1
bis u13 und v1 bis v6.

Bild 49:
Rotationsfläche über 180° aus
kreisbogenförmigem 4-Punkt-
Spline  Rotationsfläche mit 3
Segmenten in u-Richtung statt
einsegmentiger kanonische Ku-
gelfläche.
Beispielmodell Rotationsfläche
über 180° und Loft Rot-
Loft_OrientZellen_R19.CATPart.
Die Geometrieinformation werden bei mehrzelligen Flächen immer nur für eine Zelle angezeigt. Die

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Flächen auf Bild 47 bis Bild 49 basieren auf den einzelligen Kurven Kreisbogen und Splines, d. h.
diese Kurven haben nur am Beginn und Ende einen Scheitelpunkt. Flächen aus diesen Kurven, wie
auf Bild 47 bis Bild 49, sind meist auch einzellig. Erfolgt die Definition des Lofts mit den gleichen
Kurven, aber im Register Verbindung mit Eingabe zusätzlicher Verbindungen – Punkte als „Schei-
telpunkte“ wie Bild 50 links oder Verbindungskurven, dann entsteht eine mehrzellige Fläche. Im An-
sichtsmodus Schattierung mit Kanten werden die Zellengrenzen dargestellt (Bild 50 rechts).

Bild 50: Dreizelliges Loft aus einzelligen Schnittkurven, aber mit zusätzlich zwei Verbindungen.

Bild 51: Geometrische Analysen der drei Flächenzellen mit unterschiedlicher v-Komponentenzahl
Geschlossene (Voll-)Kreiskurven, (Voll-)Kugelflächen und (Voll-)Zylinderflächen bestehen jeweils
aus zwei Zellen, was bei bestimmten Flächenverformungen zu beachten ist.

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7 Assoziative FreeStyle-Freiformkurven in CATIA V5


7.1 Kurven verschiedenen Typs durch Punkte definieren

 Wechsel von der Umgebung GSD in die Umgebung FreeStyle.


 Beispielmodell 3D-Kurventypen_Start.CATPart öffnen.

 FreeStyle 3D-Kurve zunächst ohne Randbedingungen.


„N“ an der Kurve ist Zahl der Kontrollpunkte für die gesamte Kurve – mit überprüfen.
„Max. Grade“ im Eingabefenster wirkt je nach Kurventyp unterschiedlich (siehe 7.6!).
[„Grad“ ist laut Geometrieinformationen im FSS Ordnung des Kurvenstückes/Segments nicht
Polynomgrad!].
 Erzeugungstyp „Durch Punkte [Through points]“, also Spline.
Nur bei rotem Fangkreis im Kreis den Punkt selektieren! Wenn nach der Punktselektion ein grünes
Koordinatenkreuz erscheint, dann wurde der Punkt nicht richtig selektiert (Bild 52). Mit OK oder
Doppelklick die Punktselektion für die Kurve abschließen.
Wenn sich die Kurvenpunkte in einem eigenen Geometrischen Set befinden und in der richtigen
Reihenfolge sortiert sind, kann statt der Einzelpunktselektion auch das Punkteset selektiert werden
(3D-Kurventypen_Start_R19.CATPart).

Bild 52: Punktselektion bei 3D-Kurve, Erzeugungstyp: Durch Punkte

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 Erzeugungstyp „Näherungspunkte [Near points]“ (Bild 53)


Die Abweichung der Kurve von den selektierten Punkten kann beeinflusst werden mittels
- Segmentierung: Anzahl der Kurvensegmente,
- Max. Grade: Anzahl der Kontrollpunkte (rechte Maustaste auf N an der Kurve öffnet das
Auswahlfenster. Wenn „Automatische Reihenfolge“ gewählt wird, kann die Anzahl der Kon-
trollpunkte im Definitionsfenster 3D-Kurve gewählt werden.),
- Glättungsparameter.

Bild 53: 3D-Kurven, Erzeugungstyp: Näherungspunkte


 Erzeugungstyp „Kontrollpunkte [Control points]“
Mit dieser Kurvenvariante soll noch einmal verdeutlicht werden, dass, wie auf Bild 44 darge-
stellt, die selektierten Punkte keine Kurvenpunkte sind, sondern Kontrollpunkte.
Beim Selektieren der Punkte werden das Kontrollpolygon und die Kurve angezeigt.

Bild 54: 3D-Kurven, Erzeugungstyp: Kontrollpunkte – Kontrollpolygon durch die Punkte.


Beispiel-Zwischenstand 3D-Kurventypen_nurPkte_R19.CATPart

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7.2 Kurvenanalyse
Für die nachfolgenden Analysen der Abstände sollten die Messungen automatisch aktualisiert wer-
den (Tools > Optionen …).

Bild 55: Optionen zum automatischen Aktualisieren von Messungen


Näherungskurven hinsichtlich des Abstandes zwischen Punkten und Kurve in Abhängigkeit der Kur-
venparameter analysieren. Dazu
 Abstand zwischen Punkten und Kurve messen,  Messung beibehalten.
Wenn alle Messungen erfolgt sind, können die Kurvenparameter (Segmentierung, Max. Grade,
Glättungsparameter) schrittweise angepasst werden. Nach Aktualisierung werden die ver-
änderten Maße angezeigt. Modell: 3D-Kurventypen_nurPkteAnalyse_R19.CATPart

Bild 56: Abstandsmessungen zwischen Punkten und Näherungskurve


 FreeStyle-Abstandsanalyse – schneller, aber weniger aussagekräftig.
 Als erstes Set die Kurve durch Punkte (Spline) selektieren, als zweites Set die Näherungs-
kurve. Alternativ 1. Set Punkte(-Set) und 2. Set Näherungskurve > nur an Punkten „Stacheln“.
 Normalabstand
 Farbskala der Krümmungslinien ermöglicht Eingabe von maximalen und minimalen Werten.
 Wahlweise auch Diagramm anzeigen.

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Modell 3D-Kurventypen_nurPkteAbstandsanalyse_R19.CATPart

Bild 57:
Abstandsanalyse zwischen
Spline und Näherungskurve

 Kurven hinsichtlich Krümmung analysieren .

Bild 58:
Krümmungsanalyse mit Sta-
cheln – Näherungskurve

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7.3 Tangenten- und Krümmungsstetigkeit zu Anschlusskurven


Das Vorgehen wird am Beispiel einer Näherungskurve erläutert.
7.3.1 Vorgehensweise gem. CATIA-Hilfe – kaum praktikabel
1. Kurve aktiviert, RMT auf Kurvenpunkt   Tangentenstetigkeit vorgeben.
2. Tangentenpfeil aktivieren, RMT auf Pfeil   An Elementen einrasten
3. Entsprechenden Schwenkbogen aktivieren und von diesem mit gedrückter LMT auf das Ele-
ment drehen, zu dem Tangentenstetigkeit festgelegt werden soll. Mauszeiger muss sich außer-
halb des Schwenkbogens befinden, dann wird beim Überfahren einer Linie/Kurve der Text ein-
geblendet „An dieser Richtung einrasten“ → Loslassen der LMT → Tangentenrichtung über-
nommen. OK oder anderen Kurvenpunkt aktivieren, sonst wird zusätzlicher Kurvenpunkt einge-
fügt. Achtung!!! Von Kurven wird die Tangentenrichtung am Kurvenpunkt übernommen, an dem
LMT losgelassen wurde, d. h. keine Tangentenstetigkeit zum Kurvenanfangspunkt. Also ggf.
zuerst im Anschlusspunkt der Kurve tangentiale Linie erzeugen.
Mit Doppelklick auf Tangentenpfeil wird Tangentenrichtung invertiert.

Bild 59: Tangenten- und Krümmungsbedingungen gem. CATIA-Hilfe

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7.3.2 Zweckmäßigere Tangenten- und Krümmungsstetigkeitsvorgabe zu


Nachbarkurven
Modell 3D-Kurventypen_Start_R19.CATPart mit richtig sortierten Kurvenpunkten im separaten
Geometrischen Set verwenden.
1. Statt ersten Punkt nur Anschlusskurve selektieren  Punkt auf der Anschlusskurve ist zunächst
in der Regel nicht identisch mit dem ersten Kurvenpunkt.
Wenn die Näherungskurve nach Selektion des ersten Kurvenpunktes durch die Selektion des
Kurvenpunktesets erzeugt wurde (Bild 60), dann RMT auf ersten und letzten Punkt  Diesen
Punkt entfernen (Bild 61).

Bild 60: Punkt auf Anschlusskurve und nach Selektion von Punkt 2 RMT > Alle Abtastpunkte …
2. Nach Selektion weiterer Kurvenpunkte bis zum vorletzten Kurvenpunkt den letzten Punkt auf
Anschlusskurve der anderen Seite erzeugen.  RMT  Tangentenstetigkeit vorgeben, d. h.
Tangente an Kurve im jeweiligen Punkt, danach Krümmung vorgeben (Bild 61).

Bild 61 Ersten und letzten Punkt des Punktesets entfernen, Tangente u. danach Krümmung
vorgeben.
3. Gegebenenfalls und zum Üben RMT auf Tangentenpfeil > Bearbeiten  Vektoroptimierer (Bild
59.) bzw. einen der beiden Krümmungspfeile > Bearbeiten  Vektoroptimierer.
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Die Vektorlänge entspricht der Spannung, d. h. einer Gewichtung der Tangentenrichtung auf
den Kurvenverlauf.
4. Danach Endpunkt an dem eingeblendeten Doppelpfeil auf den Anfang der Anschlusskurve ver-
schieben bzw. nach RMT auf den Verschiebe-Doppelpfeil  Optimierung, nach Bild 62 vom
Kurvenparameter 0,295216 auf 0,00 (29,5216 % der Kurvenlänge).
5. Nach Definition des letzten Kurvenpunktes auch für ersten Punkt auf der Anschlusskurve (gem.
Nr. 1.) Tangenten-/Krümmungsbedingungen sowie Verschieben vornehmen.
6. Kontrolle auf richtig definierte Anschlussbedingungen zu Nachbarkurven mittels Verbindungs-
überprüfungsanalyse , Mehrfachauswahl der Quelle(n) (Bild 63).

Bild 62:
Verschieben zum Beginn der An-
schlusskurve = entferntem letzten
Punkt des Geom. Sets Kurvenpunk-
te

Bild 63:
Verbindungsüberprüfung zwischen
Anschlusskurven und tangenten-
sowie krümmungsstetig anschlie-
ßender Näherungskurve

Näherungskurve und Spline sind im


Modell 3D-Kurventypen_Tang
KruemmgAnalyse_R19.CATPart
tangenten- und krümmungsstetig zu
den beiden Anschlusskurven (Bild
63). Dadurch werden meist die Ab-
stände zwischen der Näherungskurve und den Punkten größer. Mit Anschlussspannungen und den
Kurvenparametern der 3D-Kurve (Bild 60) ist das modifizierbar.

Bild 64 stellt die Krümmungsanalysen der Nährungskurve und ihrer Anschlusskurven ohne und mit
tangenten- sowie krümmungsstetigen Anschlüssen gegenüber, Bild 65 die gleiche Situation beim
Spline. Der Spline geht zwar durch alle Punkte, ist aber deshalb sehr wellig und hat fünf Nulldurch-
gänge, was durch logarithmische Skalierung deutlicher wird. Eine Fläche aus diesem Spline hätte
eine sehr schlechte Qualität.

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Bild 64:
Krümmungsanalyse links ohne und
rechts mit tangenten- sowie krüm-
mungsstetigen Anschlüssen der Nä-
herungskurve

Bild 65:
Krümmungsanalyse mit tangenten-
sowie krümmungsstetigen Anschlüs-
sen des 3D-Splines

Eine weitere Möglichkeit zum Modifizieren von 3D-Näherungskurven besteht darin, Punkte als Bo-
genbegrenzungen festzulegen  Zahl der Segmente und N werden automatisch erhöht. Im Bei-
spielmodell bringt das aber nichts.
Statt der FreeStyle-3D-Splines lässt sich einfacher mit GSD-Splines arbeiten. Auch hier wird in der
Regel nur eine hinreichende Qualität erreicht, wenn der Spline durch nur wenige Punkte geht (max.
ca. 3 Punkte). Die Annäherung an die nicht zum Spline gehörenden Punkte kann mittels Tangenten-
richtung u. Spannungen beeinflusst werden, zu Anschlusskurven zweckmäßig Bedingungstyp: „Von
Kurve“ wählen und dann nur Spannungen modifizieren.
Bei FreeStyle-3D-Kurven vom Typ „Kontrollpunkte“ lassen sich Tangentenrichtungen nur durch zu-
sätzlichen zweiten und vorletzten Kontrollpunkt auf den Kurventangenten bestimmen, Krümmungen
durch jeweils drei Kontrollpunkte. Erklärung analog Bézierkurve auf S. 40, wenn auch FSS wahr-
scheinlich (?) mit NUBS arbeitet.

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7.4 Kurven modifizieren


Je nach Kurvenerzeugungstyp sind nach Doppelklick auf die Kurven und Positionieren des Maus-
zeigers über einem Punkt mit RMT ⇒ Kontextmenü die folgenden Optionen verfügbar:
Tabelle 1: Kontextmenü Kurven modifizieren

7.5 Spezielle CATIA V5-Definitionen


CATIA V5 arbeitet mit dem Begriff Zelle.
Eine einzellige Kurve ist eine krümmungsstetige Kurve, die nur einen Anfangs- und einen
Endpunkt (vertex Endpunkt, Scheitelpunkt) hat. Die einzellige Kurve kann aus einem oder mehre-
ren Kurvensegmenten (Bogen bzw. ARC) bestehen. Die Kurvensegmente müssen in den die Kurve
definierenden Punkten krümmungsstetig aneinander anschließen. An jedem kurveninternen Be-
grenzungspunkt des Bogens müssen also je drei Randbedingungen erfüllt sein, Punkt-, Tangenten-
und Krümmungsübereinstimmung. Daraus folgt für den Bogen mit zwei den Bogen begrenzenden
Punkten die mathematische Beschreibung des Bogens durch ein Polynom 6. Ordnung mit dem
höchsten Polynomgrad 5.
Ein Kurvenzug aus mehreren krümmungsstetig aneinander anschließenden, in sich krümmungs-
stetigen Kurven, die mit dem Befehl Zusammenfügen topologisch vereint wurden, ist mehrzellig.
Mit dem GSD-Befehl Kurvenglättung wird der Kurvenzug nur mit der Option Vereinfachung
der Topologie zur einzelligen Kurve. Der FreeStyle-Befehl Verketten erzeugt eine einzellige Kur-
ve aus mehreren krümmungsstetig aneinander anschließenden NUPBS-Kurven.
Eine einzellige Fläche entsteht aus einzelligen Elternkurven. Je nach Elternkurven kann die einzel-
lige Fläche ein- oder mehrsegmentig sein (Mono- o. Multi-Patch). Sie ist also gekennzeichnet durch
 Krümmungsstetigkeit,
 4 Eckpunkte (vertices), bzw. 3, wenn zwei Eckpunkte zusammenfallen (wobei sich ungünstige
Dreieckflächen ergeben).
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Eine mehrzellige Fläche besteht aus mehreren einzelligen Flächenbereichen (Patches), die an ei-
ner gemeinsamen Grenzkante (Boundary) punkt-, tangenten- oder krümmungsstetig aneinander
anschließen.

7.6 Spezifika der FreeStyle-3D-Kurven von CATIA V5


In der CATIA-Hilfe wird die mathematische Beschreibung der Elemente nicht offengelegt, Begriffe
werden chaotisch verwendet. Braß [4] macht zwar Aussagen zu den mathematischen Grundlagen,
aber die sind sehr unpräzise, teilweise fehlerhaft und von der Verwendung der Begriffe her inakzep-
tabel.
Zum Verständnis der CATIA-Systemmeldungen beim Bearbeiten von 3D-Kurven der Typen Kon-
trollpunkte und Näherungspunkte sollen nachfolgende Ausführungen dienen (Stand R14).
NUBS_Segm_Ordng_Ktrlpktzahl.CATPart
„N“ an der Kurve ist Zahl der Kontrollpunkte für die gesamte Kurve, nicht Zahl der Kontrollpunkte
bzw. Ordnung des einzelnen Bogenstücks.
„Max. Grade“ in der Eingabemaske ist beim
 Kurventyp Kontrollpunkte die maximale Zahl der Punkte, bis zu der eine Kurve aus nur einem
Kurvenstück erzeugt wird (einsegmentige Kurve, Mono-ARC).
Max. Grade ≥ 5…Grad gem. Optionen → Flächen → FreeStyle→ Allgemein (max. Grad 16).
Bei größerer Kontrollpunktzahl als unter max. Grade angegeben, wird die Kurve automatisch in
Kurvenstücke mit jeweils o = 6 (Polynomgrad n = 5) für jedes Kurvenstück umgewandelt. Die
Ordnung o kann nicht größer als die Zahl der Kontrollpunkte N sein.
KP

o=N für N ≤ max. Grade


KP KP

o = 6 für N > max. Grade


KP

Die Anzahl der Segmente und Knoten errechnet sich unter Berücksichtigung nur krümmungss-
tetiger Segmentübergänge bei CATIA V5 FSS, d. h. zu = 0, für 3D-Kurven des Typs Kontroll-
punkte aus
s = NKP – n = NKP – o + 1, (15)
k = s + 1 = NKP – n + 1 = NKP – o + 2. (16)
Rechenbeispiel:
12 Punkte, Einstellung max. Grade auf ≥ 12 ⇒ o = 12 ⇒ s = 12 - 12 + 1 = 1
12 Punkte, Einstellung max. Grade auf < 12 ⇒ o = 6 ⇒ s = 12 - 6 + 1 = 7

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 Kurventyp Näherungspunkte die Ordnung des Kurvenstücks bzw. der einsegmentigen Kurve.
Der kleinstmögliche Wert entspricht dem an der Kurve angezeigten N, solange die Kurve
einsegmentig ist. Er hängt bei CATIA V5 ab von der Zahl der Bedingungen z BA am Kurvenan-
fangs- und zBE am Kurvenendpunkt sowie einem von der Zahl selektierter Punkte abhängigen
Faktor KP. Es gilt
Nmin = zBA + zBE + KP, (17)
KP = 0 für nur 2 selektierte Punkte,
KP = 1 für mehr als 2 selektierte Punkte.

Stetigkeit G0 G1 G2
zB (zBA, zBE) 1 2 3

N = Max (Nmin, Max. Grade) (18)


Ordnung für Varianten von 3D-Näherungskurven gem. nachfolgender Tabelle, wobei ggf. über RMT
„Automatische Reihenfolge“ eingestellt ist.
Tabelle 2: Ordnung von 3D-Näherungskurven

Für eine einzellige, in CATIA V5 zwischen ihren Kurvensegmenten stets krümmungsstetige


FreeStyle-Kurve errechnet sich die Anzahl der Kontrollpunkte NKP nach [4, S. 310] aus
NKP = s  o – 3  (s – 1) (19)
Offensichtlich gilt das aber – zumindest ab R14 – nur für 3D-Kurven des Typs Näherung.

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Nachrechnung letzte Tabellenspalte mit Werten der letzten Zeile,


2. Wert Max. Grade 7:
Die Geometrieinformation ergibt in u-Richtung s11 o14.
NKP = 11  4 - 3  (11 - 1) = 14
3. Wert Max. Grade 8:
NKP = 1  8 - 3  (1 - 1) = 8
Diese Reduzierung der Kontrollpunktzahl um je 3 an jedem kurveninternen Übergang von Seg-
ment zu Segment resultiert aus folgender Überlegung. Die jeweils 3 Bedingungen zwischen
zwei Nachbarelementen, G0, G1 und G2, werden normalerweise durch je 3 Kontrollpunkte be-
stimmt. Wegen der G0-Bedingung fallen Anfangs- und Endkontrollpunkt zusammen, also kann
einer davon eingespart werden. Die Tangentenrichtungen werden durch je 2 Kontrollpunkte der
Nachbarsegmente bestimmt. Da bei einem G1-Übergang die Tangentenrichtungen gleich sind,
liegen einschließlich der zusammenfallenden Endpunkte 4 Punkte auf einer Linie. Es genügen
aber 2 Punkte für den Richtungsvektor, also könnten in diesem Fall 2 Kontrollpunkte je Seg-
mentgrenze entfallen. Die Übereinstimmung der Krümmungsradien am Übergang benachbarter
Segmente bedeutet, dass der Krümmungskreis an jedem Segment mittels dreier Kontrollpunkte
definiert ist, also einschließlich der zusammenfallenden Endpunkte 6 Punkte auf dem Kreisbo-
gen liegen. Davon können 3 entfallen, wenn per Definition Krümmungsstetigkeit gesetzt ist.

7.7 Begriffswirrwarr
Die Typen der CATIA V5-Kurven sind nicht bzw. sehr unsauber dokumentiert. Von Release zu Re-
lease können sich sogar die für einzelne Funktionen benutzten Kurventypen ändern.
Die Angaben in den Befehlsmenüs und Informationsfenstern sowie in der CATIA-Hilfe widerspre-
chen sich und stimmen mit den allgemein eingeführten Begriffen oft nicht überein (NUPBS,
NURBS, Grad, Ordnung). NURBS gibt es lt. [4] nur in der P3-Plattform, Modul ACA.
Sprachlich unsinnig und ungenau sind die Benennungen aus der FreeStyle-Hilfe (Tabelle 3), analog
sind die Benennungen in [4] übernommen.

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Tabelle 3: Ungenaue Benennungen in der CATIA-Hilfe


Angezeigter Typ Erläuterung
Nupbs-Kurve Nicht rationale NURBS-Kurve (nicht-gleichmäßige polynominale Basis-Spline-Kurve
NUBS, nur bei CATIA NUPBS)
Nupbs-Fläche Nicht rationale NURBS-Fläche (nicht-gleichmäßige polynominale Basis-Spline-Fläche)

Nurbs-Kurve Rationale NURBS-Kurve (nicht gleichmäßige rationale Basis-Spline-Kurve NURBS)

Nurbs-Fläche Rationale NURBS-Fläche


PNupbs Parametrische, nicht rationale Kurve auf einer Fläche
PNurbs Rationale parametrische Kurve …
PSpline Parametrische Kurve auf einer Fläche (Spline auf einer Fläche)

NURBS Non Uniform Rational B-Spline Curve


“Nicht rationale NURBS-Kurve“ hieße ja „nicht rationale ... rationale ... Kurve“ statt richtig
NUBS Non Uniform B-Spline Curve

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8 Kurvenpunkte, Kurven und einfache Flächen am Beispiel


BMW-Dach
Die R12-Modelle, auf die in BMW-Dach.pdf Bezug genommen wird, bleiben unverändert. Deshalb
werden für nachfolgende Erklärungen teilweise neue R19-Modelle angelegt.

8.1 Allgemeines
In eigenem „Geordneten geometrischen Set“, „Geometrischen Set“ oder eventuell auch in einem
getrennten Part Gruppen von Geometrieelementen strukturiert speichern.
Beim Erzeugen und Modifizieren von Punkten sollen mehrere Varianten bewertet werden:
 Punkte in Skizzen mit Bemaßung, Raster 0,5 mm,
 Punkte im Raum auf einer Ebene, Editieren der Punktkoordinaten,
 Punkte im Raum auf Stützelementen (Rastern) auf den Ebenen für die 2D-Punkte, Editieren
der Punktkoordinaten,
 isolierte Punkte im Raum mit 3D-Bedingungen, Maße in unterschiedlichen Geometrischen Sets
3D-Bedingungen.pdf.
1. Kurven als Splines (Umgebung GSD)
 Im Sketcher nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Anpassen der Splines.
Punktkoordinaten zwar einfach mittels Maßbedingungen modifizierbar, aber Tangentenrichtung
umständlich, keine Spannungseinstellung und vor allem keine Krümmungsanalyse möglich.
 Splines auf Stützelementen/Ebenen im Raum sind in der Regel die zweckmäßigere Alternative
zu Skizzen. Dabei sind natürlich auch Skizzenpunkte verwendbar.
 Dach-Gesamtkontur oder Halbdachkontur? Ist Approximation der 2D-Profilkurven an die relativ
breiten Kurven der Pixel-Grafiken bei voller Dachbreite besser möglich.
 Bei vielen Stützpunkten werden Splines sehr wellig → unzweckmäßig.
Hinweis: Nicht zu viele Punkte pro Kurve erzeugen, für Splines eventuell nur 2 oder 3. Bei stark
gekrümmten Kurven u. U. Splinestücke, die durch krümmungsstetig angeschlossene Kurven
verbunden werden. Splines auf Ebene im Raum sind durch Tangentenlinien mit Steuerpunkt
und durch Spannungen gut modifizierbar sowie mittels Krümmungsanalyse gut zu bewerten.
 Wegen der zu breiten Pixelgrafik-Kurven sind die Punkte recht ungenau. Abtastpunkte eines
realen Modells sind natürlich viel genauer.
2. FreeStyle-3D-Kurven
Einfügen → Kurvenerzeugung → 3D-Kurve, Typ Näherungspunkte

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8.2 Baumstruktur vorbereiten


Ausgangsmodell ist die alte R12-Baugruppe mit allen eingefügten Pixelgrafiken
BMW-Dach\Zwst3_alle_Pixelgrafiken\Dachflaeche.CATProduct. Die stichwortartige Beschreibung
des Übungsbeispiels BMW-Dach.pdf basiert auf R12-Modellen ohne Berücksichtigung der Ausfüh-
rungen in 8.2, weil Hybridkonstruktion und geordnete geometrische Sets erst ab Release 14 möglich
sind.
 Neues Teil „Roh-Dachkurven
Zum Kennenlernen mit Geordneten geometrischen Sets (GgS) arbeiten, obwohl hier sicher GS an-
gebracht sind. Um Kurvenmodifikationen anhand des Krümmungsverlaufs beim Verschieben von
Tangentensteuerpunkten verfolgen zu können, müssen später die GgS anders strukturiert oder in
GS umgewandelt werden.
 GgS „2D-Rohkurven_Draufsicht“, in dieses GgS vier untergeordnete GgS einfügen.
 GgS „Dachprofil_vorn“
 GgS „Dachprofil_hinten“
 GgS „Dachprofil_rechts“
 GgS „Dachprofil_links“
In das GgS Dachprofil_links werden zunächst die
untergeordneten GgS
 Dachrandkurve,
 Dachholmkurve und Bild 66: Geordnete geometrische Sets

 Hilfsgeo_f_Tangenten
eingefügt (Bild 67). Die nötigen „Abtast-Punkte“ als Basis der Kurven werden zunächst im jeweiligen
GgS erzeugt.
Für Baugruppen generell nicht „Speichern“, sondern „Sicherungsverwaltung“: Alles speichern unter
Dachflaeche*.CATProduct.

8.3 Draufsicht-Punkte und 2D-Kurven der Dachkonturen


Eigentlich soll die Dachfläche erzeugt werden, an der dann die Sicken-Randflächen ansetzen (Foto
Dachrand_vorn_rts.jpg). Die Dachrandkurven sind aber nur in der Draufsicht, nicht in Vorder- und
Rückansicht dargestellt, die Darstellung in der Seitenansicht ist unklar. Deshalb eventuell erst den
auf den Maßskizzen eingezeichneten äußeren Sickenrand (Dachholmkurve) als 3D-Raumkurve
konstruieren, daraus die Dachfläche erzeugen und auf dieser die Dachrandkurve als parallele Kur-
ve. Zusätzlich kann aus der Seitenansicht die Kurve der Dachmitte abgeleitet werden.
Als Anschlussbedingungen werden GSD-2D-Splines auf der x-y-Ebene zu den Fensterrandkurven
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der Front- und Heckscheibe erzeugt sowie die entsprechenden Tangentenlinien.


8.3.1 3D-Näherungskurve, links
Nur zum Aufzeigen verschiedener Möglichkeiten für Tangentenbedingungen werden neben den
Dachholmkurven in der Draufsicht auch die Dachrandkurven erzeugt. Zweckmäßig Anwendun-
gen/Zeichnungsgalerie verdecken.
 Dachholmkurve als Näherungskurve ohne Tangentenstetigkeit der Endpunkte
 Dachholmkurve als Näherungskurve mit Tangentenstetigkeit der Endpunkte klappt nicht mit
GgS und Modell gem. Bild 67.
Grund: Die Anschlusssplines bzw. Tangentenlinien im anderen GgS lassen sich nicht selektie-
ren (Bild 67).
Abhilfe: Entweder GgS in geometrische Sets umwandeln (Bild 68) oder GgS so umsortieren,
dass sich
 Kurve und Anschlusssplines bzw. Tangentenlinien im gleichen GgS befinden und
 im GgS die Anschlusssplines bzw. Tangentenlinien vor der Kurve eingeordnet sind (Bild
69).

Bild 67:
Grenzen von GgS

 Mit RMT auf Geordnetes geometrisches Set der obersten Hierarchiestufe  umwandeln in
Geometrisches Set oder
 GgS entsprechend Bild 69 umsortieren: RMT auf Objekt > .
 Der 3D-Dachholmkurve.2_Naeh_mit_Tang die Tangentenrichtungen der Anschlusssplines zu-
weisen. Dazu zweckmäßig gem. 7.3.2 ersten und letzten Punkt der Kurve ersetzten durch Punk-
te auf den Anschlusssplines.
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Bild 68: Umwandlung in geometrische


Sets

Bild 69: Reihenfolge der Objekte in ge- geht so nicht!


ordneten geometrischen Sets
 3D-Dachrandkurve.1_Naeh_mitTang nur zum Üben
 vorn die Tangentenrichtung und -spannung als Werte von der
Tangente der Dachholmkurve in die Eingabefenster des Vek-
toroptimierers eintragen (Bild 70),
 hinten eine Parallele zur Tangentenlinie konstruieren oder
Tangentenlinie verschieben von Punkt zu Punkt (Bild 71).

Bild 70: Eintragen der Tangentenwerte

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Bild 71:
Verschieben der Tangen-
tenlinie von Punkt zu Punkt

8.3.2 Spline links durch alle Punkte als Vergleichskurve für Kurvenanalyse
GSD-2D-Spline durch die Punkte der Dachrandkurve auf der x-y-Ebene erzeugen (Bild 72).
Parameter anzeigen >> ,
Bedingungstyp Explizit mit Komponentenbedingungen wie die Näherungskurve, alternativ Von
Kurve hinten und dazu Tangentenlinie als Element selektieren.
Tangentialspannungen wie bei der Näherungskurve vorn 0,9 und hinten 0,6.

Bild 72: Spline

BMW-Dach\Zwst4_Kurvenanalyse\Dachflaeche_R19_GgS2.CATProduct mit umgeordneten GgS


und zusätzlich einem GSD-Spline zum Vergleich für die Kurvenanalysen.

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8.3.3 Analyse der linken Dachrand- und Dachholmkurven


 Kurvenverbindungsüberprüfung zur Kontrolle der Tangentenstetigkeit zwischen 3D-
Dachrandkurve.1_Naeh_mitTang und Splines von Front- und Heckscheibe (Bild 73).
Entweder Quelle: Anschlusssplines und Dachholmkurve, Ziel: kein
oder Quelle: beide Anschlusssplines Ziel: Dachholmkurve

Bild 73: Kurvenverbindungsüberprüfung


G1: 0 Grad  Tangentenstetigkeit gegeben,
G2: 95,61 %  nicht krümmungsstetig, weil das auch nicht so definiert wurde.
 Kurvenkrümmungsanalysen Dachholm-, Dachrand-Nährungskurve und Dachrand-Spline

Dachrand-Näherungskurve

Dachholm-Näherungskurve
Bild 74: Krümmungsanalysen

Spline durch alle Punkte natürlich


sehr wellig und damit kaum nutz-
bar.
Dachrand-Spline
BMW-
Dach\Zwst4_Kurvenanalyse\Dach
Dachholm-Näherungskurve flaeche_R19_GgS2.CATProduct

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8.3.4 GSD-Splines bei fehlender FreeStyle-Lizenz


Wer nicht über eine FreeStyle-Lizenz verfügt, muss mit Splines modellieren. An den Draufsichtskur-
ven soll untersucht werden, inwieweit das möglich ist. Varianten enthält das Modell
BMW-Dach\Zwst4_Kurvenanalyse\Dachflaeche_R19_GS2.CATProduct.
Den gemessenen Abständen sind unterschiedliche Farben zugewiesen:
Hellblau – Abstände zwischen Punkten und Näherungskurve,
Gelb – Abstände zwischen Punkten und 2-Punkt-Spline,
Violett – Abstände zwischen Punkten und 3-Punkt-Spline.
Nach Modifikationen der Splines je nach Einstellung der Optionen ggf. das Modell aktualisieren und
zusätzlich die Messungen über RMT > Kontextmenü >
Lokale Aktualisierung (Bild 75).

Bild 75: Lokale Aktualisierung der Messungen

 Dachholm-2-Punkt-Spline – über Tangentialspannungen (vorn 0,475, hinten 0,4) ganz gut an


Punkte anzupassen, aber starke Krümmungsänderung an Front- und insbesondere Heckspline.
 Dachholm-3-Punkt-Spline mit einem zusätzlichen Punkt – über Tangentialspannungen (vorn
0,52, hinten 0,55) nicht ganz so gut an Punkte anzupassen, aber auch etwas weniger starke
Krümmungsänderung an Front- und insbesondere Heckspline.
Eigentlich müssten die verschiedenen Dachholmkurven krümmungsstetig zu den Anschlusskurven
sein. Da Front- und Heckscheibenspline aber sehr ungenau sind – die Prospektskizze stellt wahr-
scheinlich die breiten Scheibengummis dar – wird darauf verzichtet.
Wenn keine Anschlusskurven existieren, wie bei der Dachrandkurve, kann als weitere Variante mit
„Tangenten-Steuerpunkten“ gearbeitet werden.
Als Splinetangenten wurden Linien durch zwei Punkte auf der x-y-Ebene gewählt. Ein Punkt ist je-
weils der äußerste Splinepunkt, der zweite Punkt ein „Steuerpunkt“. Im Modell
BMW-Dach/Zwst4_Kurvenanalysen/Roh-Dachkurven_R19_GS3.CATPart ist als Beispiel ein 3-
Punkt-Spline auf der x-y-Ebene als Stützelement enthalten. Wenn es auch wesentlich umständlicher
als eine FreeStyle-Näherungskurve ist, kann der Spline mittels iterativer Anpassung von
 V-Koordinaten der Tangenten-Steuerpunkte → sehr feinfühlige Kurvenbeeinflussung möglich
und
 Tangentialspannungen an den Splinepunkten
so modifiziert werden, dass die gemessenen Abstände zwischen Spline und nicht zum Spline gehö-
renden Punkten in vertretbarem Rahmen bleiben. Auf Bild 76 sind oben die violetten Messwerte
zwischen 3-Punkt-Spline und den Punkten, unten die hellblauen Messwerte zwischen Näherungs-
kurve ohne Tangentenbedingungen und Punkten ersichtlich.

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Bild 76: Tangenten-Steuerpunkte für den 3-Punkt-Spline der Dachrandkurve


8.3.5 Restliche 2D-Draufsichtskurven
In den alten R12-Modellen wurden – auch wegen der unsicheren Positionierung der Skizze auf
Fahrzeugmitte – für Front- und Heckscheibenkurve Punkte gem. Pixelgrafik nur für die linke Halb-
dachhälfte erzeugt und diese mit den Randpunkten der linken Dachholmkurve an der z-x-Ebene
gespiegelt.
Front- und Heckscheibenkurve sind einsegmentige FreeStyle-Näherungskurven 5. Grades.
An der rechten Dachrandkurve als Spline wird das Arbeiten mit Tangenten-„Steuerpunkten“ analog
Bild 76 geübt. Diese Splines werden aber für die weitere Modellierung nicht verwendet. Im Modell
BMW-Dach/Zwst6_2D-Kurven_Draufsicht/Dachflaeche.CATProduct sind die rechten Dachrandkur-
ven verdeckt.

8.4 2D-Kurven aus Seiten-, Vorder- und Rückansicht


Geometrische Sets hinzufügen:
 GS „2D-Rohkurven_Seitenansicht“,
 GS „2D-Rohkurven_vorn“,
 GS „2D-Rohkurven_hinten“
 GS „3D-Rohkurven“.
Kurvenpunkte erzeugen. (Es gibt auch kürzere Wege zum Ziel als beschrieben!)
 Linien in z-Richtung durch die Endpunkte der Frontscheibenkurve und der Heckscheibenkurve
der Draufsicht.
 Pixel-Grafik Draufsicht verdecken und Seitenansicht anzeigen, dazu manchmal erst Doppelklick
auf Grafik, um Grafik darzustellen.

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 2 Ebenen parallel zu y-z-Ebene durch vorderen sowie hinteren Punkt der Draufsichts-
Dachholmkurve und entsprechend umbenennen.
 Kurve Seitenansicht auf x-z-Ebene.
 Koordinatensystem mit vertauschten x- und y-Achsen als nicht aktuell bestimmen
 Beim Erzeugen der Kurvenpunkte exakt senkrecht auf Seitenansicht blicken → Seitenansicht
oder besser Focus ON für jeweilige Pixelgrafik bzw. mit Stützelement arbeiten.
 Anfangs- und Endpunkt sollen exakt auf den Ebenen für Vorder- und Rückansicht liegen. Ent-
weder Punkte auf den Linien in z-Richtung erzeugen oder Abstand messen und Punktkoordi-
naten modifizieren oder eine etwas längere Entwurfskurve (eventuell Extrapolieren) mit den
Ebenen verschneiden und die Verschneidungspunkte als Kurvenpunkte nehmen oder
Punkte in einer Skizze erzeugen und entspr. Bedingungen festlegen.
 Kurve Vorderansicht auf Ebene parallel zu y-z-Ebene durch vorderen Punkt der Draufsichts-
Dachholmkurve.
 Etwas längere Entwurfs-Halbkurve, Tangente horizontal an x-z-Ebene.
 Ebene parallel zu x-z-Ebene durch Draufsichtskurvenpunkt vorn links.
 Verschneidungspunkt als Anfangspunkt der Frontscheibenkurve.
 Kurve Rückansicht auf Ebene parallel zu y-z-Ebene durch hinteren Punkt der Draufsichts-
Dachholmkurve.
 Entwurfs-Halbkurve, Tangente horizontal an x-z-Ebene.
 Entwurfs-Halbkurve extrapolieren, krümmungs- oder tangentenstetig.
 Ebene parallel zu x-z-Ebene durch Draufsichtskurvenpunkt hinten links.
 Verschneidungspunkt als Anfangspunkt der Heckscheibenkurve.
BMW-Dach/Zwst7_2D-Kurven_Seiten-_Vorder-_Rueckansicht/Dachflaeche.CATProduct

8.5 Kurven modifizieren / glätten


Nur zur Information, Kurven scheinen ausreichend glatt zu sein. Zur Modifikation nicht genutzte
Kurven der Draufsicht nutzen.
8.5.1 Splines
Wie bereits unter 8.3.4 behandelt, nochmals mittels Tangentenrichtungsvektor, Tangentenspan-
nung, Krümmungsradius die Splineanpassung üben. Stachelschwein-Krümmungsanalyse zum Glät-
ten nutzen. Modus Auf Ebene projizieren bezieht sich stets auf x-y-Kompassebene.

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8.5.2 FreeStyle-Kurven
8.5.2.1 Umwandlung von Kurven in NUPBS-Kurven (Non Uniform Polynomial B-Spline)
CATIA-Hilfe FreeStyle, „Prozeduralkurven annähern/segmentieren“.
Als Beispiel vom Modell BMW-Dach\Zwst7_2D-Kurven_Seiten-_Vorder-_Rueckansicht\Roh-Dach-
kurven.CATPart den welligen Spline aus Draufsicht/Dachprofil_lks/Dachholmkurve/-
Spline.3_ohne_Tang nutzen zum Glätten mittels
 Umwandlungsassistent (R19 „Umwandlung“ [Converter Wizard]) mit der Möglichkeit zur Be-
einflussung der Segmentzahl und der Ordnung (Bild 77, R19-Fenster hat mehr Funktionen)

Bild 77: Welligen Spline mit Umwandlungsassistent in NUPBS-Kurve mit nur einem Bogen und
Ordnung 5 umwandeln
 oder gleich Kontrollpunkte [Control Points] erzeugen (Bild 78), wobei allerdings die automa-
tisch erzeugte NUPBS-Kurve aus vielen Bogenstücken bestehen kann (21 Kontrollpunkte, 6
Kurvenabschnitte mit Ordnung 6).

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Bild 78: Approximation der Kurve durch unmittelbare Kontrollpunkterzeugung


Mit dem Befehl Geometrieinformationen werden die Unterschiede deutlich (Bild 79).

Bild 79: FreeStyle-Geometrieinformationen abrufen


8.5.2.2 Kurven glätten durch Kontrollpunktverschiebung
 Bei eingeschalteter Krümmungsanalyse und
 „Dämpfung“ [Kontrollpunktverschiebung : Mausverschiebung] in der FreeStyle-Toolleiste (Bild
80).
 Randpunkte fixieren oder auch deren Tangentenrichtungen (je 2 Randpunkte fixiert!)
 Auswahl aller Kontrollpunkte aufheben
 Verschiebungsrichtung wählen

Der große Nachteil besteht darin, dass die FSS-Kurven mit Ausnahme der 3D-Kurven nicht
assoziativ sind. Deshalb wird im Aufbaukurs Flächen nicht mit ihnen gearbeitet.

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CATIA V5 – Aufbaukurs Flächen

Bild 80: NUPBS-Kurvenmodifikation durch Kontrollpunktverschiebung


WZM/UZAW

S. 72 von 220
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8.6 Planare Kurven zu räumlichen 3D-Kurven kombinieren (im GSD)


Der Befehl Kombinieren [Combine] entspricht der Verschneidung zweier Extrusionsflächen aus den
2D-Elternkurven, hier als Näherungskurven vom FSS-Typ „3D-Kurve“.

Extrusionsflächen
ungleicher Länge

Bild 81: Kombinieren von 2D-Kurven zu 3D-Raumkurve und


Vergleich mit Verschneidung analoger Extrusionsflächen
Der Befehl Kombinieren ist nur in den Fällen vertretbar, wenn die Abstände der Endpunkte der zu
kombinierenden Elternkurven gleich sind. Anderenfalls bestimmt der kürzere Abstand die Länge der
3D-Kurve. Im Übungsbeispiel BMW-Dach wird das durch Extrapolation der Kurven und Verschnei-
den mit entsprechenden Ebenen erreicht.
Wird statt des Befehls Kombinieren mit der Verschneidung von Extrusionsflächen gearbeitet,
dauert das zwar etwas länger, aber es werden dabei eventuelle Längenunterschiede wie auf Bild 81
deutlich.
Wegen ungenauer Pixelgrafiken, deren Positionierung zueinander und Ungenauigkeit beim Setzen
der Kurvenpunkte auf die (dicken) Pixelgrafik-Linien weichen die kombinierten 3D-Kurven in den
Anschlusspunkten voneinander ab. Im Beispiel liegen Front- und Heckscheibenkurven tiefer als die
Seitenkurve.

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8.7 Modifizieren der Roh-Kurven (Feinpositionierung)


 Messen und korrigieren der Kurven-Endpunkte aus Kurvenvergleich mit Pixelgrafiken
Abstand zweier Elemente zueinander messen, nur Punkte.

Bild 82:
Abstand der 3D-Raumkurven
messen

Korrekturmöglichkeiten
 Korrigieren der Kurven-Endpunkte ist nicht erforderlich, wenn in x- und y-Richtung bereits Über-
einstimmung hergestellt wurde, z. B. durch
 Übernahme der Endpunkte der 2D-Seitenkurven in Front- und Heckscheibenkurve,
 Punkt-Koordinatenkorrektur entsprechend Messwerten (Abstand Null hergestellt),
 Kurvenendpunkte aus Verschneidung längerer Entwurfskurven, z. T. Kurvenextrapolation,
mit den Begrenzungsebenen.
 Höhenverschiebung von Front-, Heckscheiben- und/oder Seitenkurve.
 Neues Teil
 Verschiebung der Kurven in einem neuen Teil „Modifizierte_Dachkurven“
 Dachholm-Seitenkurve an x-z-Ebene spiegeln.
 Extrusionsfläche in z-Richtung aus Draufsicht-Dachrandkurve, z. B. links mit Tangenten, Höhe
1200 mm

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8.8 Baugruppenmodell reduzieren


Modell nur mit der notwendigsten Geometrie speichern. Modellvarianten sind in BMW-Dach.pdf be-
schrieben.
 Bauteil Roh-Dachkurven: Tools – Unnötige Elemente löschen ...
Beibehalten alle drei kombinierten Raumkurven und Draufsicht-Dachrandkurve der Extrusions-
fläche.
Im Baum anklicken = deselektieren o. mit RMT in der Löschliste umschalten auf Beibehalten.
 Analysen und Messungen löschen.
 Baugruppe mittels Sicherungsverwaltung speichern.
 Komponenten Orientierungsgeometrie und Roh-Dachkurven löschen (Referenzen müssen bei
Bedarf neu zugewiesen werden!) oder entladen (bei jedem Öffnen der Baugruppe erneut!).
Manchmal vor Entladen von Komponenten Modell erst → schließen → erneut öffnen.

8.9 Dachfläche erzeugen


Modell .BMW-Dach/Zwst11g_geloescht/Dachflaeche.CATProduct öffnen.
 Flächenvarianten Vx in der Umgebung Generative Shape Design (GSD) erzeugen.
 Zunächst größere Flächen bis zu den seitlichen Dachholmkurven erstellen.
V1 Füllfläche – nur zum Üben, als Dachfläche ungeeignet.
V2 Loft – Schiebeflächen („Fläche mit Mehrfachschnitten [Multi-Sections Surface]“ mit mehre-
ren generierenden Kurven („Schnitt“)
V2.1 Loft mit vorderer u. hinterer Dachlinie als Schnitte, Seitenkurven als Führungselemente,
Leitkurve keine Auswahl (automatisch 1. Führungskurve) – Leitkurve für Dachfläche unge-
eignet.
V2.2 Loft mit Seitenkurven als Schnitte, vordere u. hintere Dachlinie als Führungselemente, Leit-
kurve keine Auswahl (automatisch 1. Führungskurve) – Leitkurve für Dachfläche ungeeig-
net.
V2.3 Loft mit vorderer u. hinterer Dachlinie als Schnitte, Seitenkurven als Führungselemente,
Leitkurve x-Achse.
Loft mit speziell erzeugter Leitkurve später, nachdem die Leitkurvendefinition behandelt worden ist.
Zwischenstand in BMW-Dach\ZwSt12_Dachflaechenvarianten\Dachflaeche.CATProduct
 Flächen vergleichen
Zunächst nur FreeStyle Abstandsanalyse , weil die Grundlagen für weitere Analysen erst später
behandelt werden.

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 Flächenauswahl für weitere Konstruktion, zweckmäßig V2.3.


Im realen Fall muss Stetigkeit zu Nachbarflächen hergestellt werden, die im Übungsbeispiel fehlen.
 Verschneidung zwischen der gewählten Dachfläche und der Dachrand-Extrusionsfläche.
 FreeStyle Abstandsanalyse zwischen Randkurve und Verschneidungskurve ⇒ Kurven sind
nicht parallel!
 Parallelkurven links u. rechts auf Dachfläche mit 20 mm Abstand als neue Dachrand-Kurven.
 Dachfläche an diesen Dachrand-Kurven trennen.
 Dachfläche selektieren,
 beide Dachrandkurven selektieren,
 Automatisch extrapolieren.
Ergebnis im Modell Zwst12_Dachflaeche_bis_Dachrand\Dachflaeche.CATProduct.
Damit zunächst einmal Abschluss der Einführung zu CATIA-Funktionen am Beispiel Dachfläche.

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9 Vorkenntnisse aus dem Grundkurs und allgemeine In-


formationen
9.1 Produkte, Parametrik und Assoziativität
Noch einmal selbstständig wiederholen
 CATIA V5-Plattformen, Konfigurationen und Produkte zur Drahtgeometrie- und Flächenkon-
struktion [5, 3.1] und
 Parametrik und Assoziativität [5, 3.2].

9.2 V4-Integration
V4-Integration als kurze Wiederholung aus dem Grundkurs.
 Variante 1 zum Migrieren einzelner V4_Modelle
 Kopieren  Einfügen
 Kopieren  Einfügen Spezial ...
Mit _Optionen_ Als SPEC oder Als RESULT.
 Variante 2 Stapelbetrieb (Batch-Mode) zum Migrieren von V4-Modellen in V5, wenn entspre-
chende Lizenz vorhanden ist.
 Tools → Dienstprogramme ⇒ Stapelverarbeitungsüberwachung (R19 „PLMV4ToV5Migration“)
 Doppelklick auf MigrateV4ToV5 → Datei durchsuchen_
 Zu migrierende V4-Dokumente auswählen.
 Zielverzeichnis angeben
 Mit _Optionen_ ggf. Auswahl der zu migrierenden Teile spezifizieren.
Unterschiede betreffen fast nur Solids, die bei „Spezial“ editierbar mit Solid-CSG-Baum eingefügt
werden, sonst nur Volumen als Boundary-Repräsentation der Solids. Skins, Faces, Surfaces und
Drahtgeometrie sind isolierte Elemente, d. h. Familienbeziehungen aus V4 werden nicht abgebildet.
Beispiel V4-Messerhalter zum Einfügen in V5:
 Datei → Öffnen: MESSERHALTER_FUER_V4-V5.model
 Der CSG-Baum MASTER zeigt die V4-Struktur, Geometrie teilweise ausgeblendet. Im Register
DRAFT enthalten die Zeichnungen keine Texte, Bemaßungen und Schraffuren, weil die
V4-PRJ-Datei fehlt (Bild 83).

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irgendeiner Form ohne den exakten Quellennachweis „Klepzig, W.: CATIA-Aufbaukurs Flächen. Zwickau, Westsächsische Hochschule, Fak. Automobil- u. Maschinenbau, Lehrmaterial, 2016“ verwendet werden.

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Bild 83: V4-Modell Messerhalter in V5 geöffnet
CATIA V5 – Aufbaukurs Flächen

Bild 84: V4-MASTER in V5-Part eingefügt mit CATIA_SPEC


Verdeckte Elemente
werden nicht übertragen
WZM/UZAW

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 Neue V5-Datei vom Typ Part erzeugen.


 Im CSG-Baum der geöffneten V4-Datei MASTER markieren  Kopieren
 In die neue V5-Datei Einfügen Spezial …  CATIA_SPEC (Bild 84)
Im Baumzweig Geometrisches Set.1 befinden sich die isolierten (ohne Eltern) Linien, Kurven und
Ebenen, aber nicht die im V4-Modell verdeckten Elemente wie Kurven CRV1 und CRV2 sowie
Punkte PT7 bis PT9. Wenn diese mit übertragen werden sollen, müssten die Elemente im geöffne-
ten V5-Modell vor dem Kopieren sichtbar gestellt sein.
Neben Körpern werden auch die (sichtbaren) Achsensysteme übertragen.
Beispiel Getriebeabdeckung „Tunnel“:
 TUNNEL_ENDSTAND_16_NUR_SOLID-GRUNDGEOMETRIE_OHNE_ZEICHNG.model ent-
hält nur das Solid ohne History wegen des Know-how-Schutzes, keine Drahtgeometrie und Flä-
chen. Das Solid kann deshalb auch nur als isoliertes Volumen nach V5 übertragen werden.

Bild 85: MASTER mit isoliertem V4-Solid nach V5 übertragen


 In TUNNEL_ENDSTAND_16_FERTIGE_SOLID-
GRUNDGEOMETRIE_LAYERFILTER_ALLE_sichtbar.model ist mittels V4 Layerfilter die ge-
samte Geometrie dargestellt und kann deshalb komplett in ein V5-Part eingefügt werden.

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10 CATIA V5-Kurven im Arbeitsbereich GSD


Die nachfolgend aufgeführten Typen von Kurven sind insbesondere zum Nachschlagen und selbst-
ständigen Üben gedacht. Es werden im CAD-Praktikum nur ausgewählte Varianten behandelt, wie
es bereits am Beispiel BMW-Dach erfolgte.
Übersicht: Leider nur bis R16 als PDF CATIA-Hilfe \sdgug.pdf  (nur im Intranet funktionierender
Hyperlink, weil die Hilfedateien wegen des Copyrights nicht mit gepackt werden können)  „Draht-
modellgeometrie erzeugen“.
Die HTML-Hilfedateien bereiten beim Autor immer wieder Probleme mit Java.

10.1 Spline [Spline]


Anwendung und Bewertung von Splines bereits unter 6.2.2.1, 7.1, 7.2 und 8.3 behandelt.
CATIA-Hilfe \sdgug.pdf  „Splines erzeugen“ bzw. analoge Ausführungen zu Splines in
\B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0104.htm
Beispiel 1 Spline auf Ebene
Startmodell Spline1_Start.CATPart öffnen.
 Spline auf Ebene.1 durch die Punkte 1 bis 6 erstellen.
 Punkt 7 in den Spline nach Punkt 3 einfügen.
 Dem als Kopie von Spline.2 erzeugten Spline.3 im Endpunkt (Splinepunkt Nr. 7 = Punkt 6) die
Tangentenrichtung von Linie.1 mit dem Bedingungstyp „Explizit“ zuweisen.
 Parameter anzeigen >>
 In Eingabefeld „Tangentialrichtung“ klicken  blau gekennzeichnet. Damit nicht nach Selektion
der Linie.1 versehentlich der Bedingungstyp „Von Kurve“ zugewiesen wird, nochmals prüfen,
dass im Eingabefeld Bedingungstyp „Explizit“ steht!
 Tangentialspannung 0,5

Bild 86: Spline 1 mit Tangenten-


richtung im Endpunkt

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 Dem als Kopie von Spline.3 erzeugten Spline.4 zusätzlich im Punkt 1 Bedingungen zuweisen,
Tangente Bedingungstyp: Von Kurve, Element: Spline.1, Tangentialspannung 0,2,
Stetigkeit: Krümmung
Ergebnis: Spline1_Ergebnis.CATPart
Beispiel 2 Spline auf Fläche
Startmodell Spline2_aufFlaeche_Start.CATPart
 Startgeometrie 6 Splinepunkte und Anschlusskurven auf gekrümmter Fläche.
 Spline soll krümmungsstetig an gelbe und an violette Kurve anschließen, Tangentenspan-
nung 0,5.
Ergebnis: Spline2_aufFlaeche_Ergebnis.CATPart
 Abstand Spline zu Fläche prüfen.
 Zunächst Doppelklick auf Spline.1  Spline-Definitionsfenster  Geometrie für Stützelement
vorübergehend entfernen.
 Messen zwischen  Anpassen … Maximaler Abstand von 1 nach 2  ca. 0,8 mm

Bild 87: Spline liegt ohne zugewiesenes Stützelement nicht auf der Fläche

 Messen mittels Abstandsanalyse

Bild 88: FreeStyle-Abstandsanalyse


Die Abstandsanalyse macht deutlich,
dass der Spline nur in den Splinepunk-
ten die Fläche berührt.

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Spline.1 ohne Stützelement mit Abstandsmessung/-analysen im Modell Spli-


ne2_Abstand.CATPart.
 Dem Spline.1 wieder die Fläche als Stützelement zuweisen. Damit werden die Abstände zwi-
schen Spline und Fläche wieder zu Null.
Schlussfolgerung: Selbst wenn alle Splinepunkte und die Anschlusskurven auf einer Fläche lie-
gen, liegt der zu erzeugende Spline nur dann ebenfalls auf der Fläche, wenn ihm diese als Stütze-
lement zugewiesen wurde.
Beispiel 3 Flächenlücke schließen
Startmodell Spline3_Start.CATPart
Es soll ein Ersatzloft konstruiert werden, das
 lückenlos tangentenstetig an Extrudieren.1 anschließt,
 weitgehend identisch mit Loft.1 im Bereich der Führungskurve 1 ist,
 am zu ersetzenden Profil 2 eine Tangentenrichtung parallel zur x-Achse hat.
Ergebnisvariante im Modell Spline3_Ergebnis.CATPart.
Um möglichst änderungsrobuste Modelle zu erhalten, wurden die Elternkurve der Anschlussfläche
Extrudieren.1 um den Betrag der Extrusionslänge verschoben und statt der Scheitelpunkte speziell
erzeugte Punkte als Referenzpunkte benutzt.
Die neuen Profilkurven 1 und 2 sind Splines, die bis zur Extrusionsfläche reichen. (Eigentlich hätte
auch eine Linie als Profilkurve 1 genügt.) Als Tangentialspannungen des Spline.2 als neues Profil 2
wurden 0,8 an der Führungskurve 1 und 0,3 an der Führungskurve 2 gewählt. Mit einer Spannung
von 1,0 an der Führungskurve 1 wird die Abweichung vom Ursprungsloft dort kleiner, dafür aber an
der Führungskurve 2 etwas größer. Beides wäre aber vertretbar.
Damit die Tangentenrichtung des neu zu erstellenden Lofts am neuen Profil 2 parallel zur x-Achse
ist, wurde aus diesem Profil eine Referenz-Tangentialfläche in x-Richtung extrudiert.
Das Ersatzloft ist tangential
 zum Ursprungsloft an der Führungskurve 1,
 zur Fläche Extrudieren.1 an der neuen Führungskurve 2,
 zur Referenzfläche in x-Richtung Extrudieren.2 am neuen Profil 2.
Ergebnisvariante mit Analysen: Spline3_ErgebnisAnalyse.CATPart.
Da zwischen Extrudieren.1 und Loft.1 eine Winkeldifferenz bis über 17° auftritt, ist mit Reparatur
[Healing] zwar die Lücke zu schließen, aber kein tangentenstetiger Anschluss möglich, weil bis ma-
ximal 10° Tangentenabweichung tangentenstetig repariert werden kann.

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10.2 Verbindungskurve [Connect Curve]


Punkt-, tangenten- oder krümmungsstetiges Verbinden von Kurven im Raum,
wahlweise mit Trimmen der verbundenen Kurven. Von Release 14 bis mindes-
tens Release19 sind Verbindungskurven des Verbindungstyps
 Normale Splines
 Basiskurve „Nurbs-Kurven“.
CATIA-Hilfe „Verbindungskurven erzeugen“ B19doc\German\online\German\cfyug_C2\-
cfyugconnectcurves.htm. Allerdings sind die Erklärung und das Beispiel aus der CATIA-Hilfe
Connect_1.CATPart völlig praxisfremd. Wesentlich bessere Erklärungen werden in [7] und [8] gege-
ben.
 Verbindungskurve vom Verbindungstyp Normale
Die Verbindungskurve vom Verbindungstyp „Normale“ ist eigentlich nur als Referenzkurve/ Basis-
kurve sinnvoll zu verwenden, wie nachfolgendes Beispiel zeigt. Sie kann aber auch durch einen
Spline ersetzt werden.
 Verbindungskurve vom Verbindungstyp Basiskurve
Startmodell Verbindungskurven_Start.CATPart
Zwischen den violetten Punkten Verbindungskurve vom Verbindungstyp Normale krümmungss-
tetig zu den Anschlusskurven, Tangentialspannungen 1.
Zwischen den restlichen Punkten Verbindungskurven vom Verbindungstyp Basiskurve zu erzeugen
versuchen  Fehlermeldung gem. Bild 89.
Die vorher erzeugte, auszuwählende Basiskurve definiert die Verbindungsparameter. Sie muss so
lang sein, dass sich alle Verbindungspunkte auf die Basiskurve projizieren lassen. Im Beispiel
ist die Kurve Verbinden.1 Basis zu kurz. Mit der Variante  Elemente trimmen wird die Kombination
der Verbindungskurve mit den Anschlusskurven so lang, dass sich alle Punkte der übrigen Verbin-
dungen auf die getrimmte, verlängerte Basiskurve projizieren lassen. Die Form aller darauf referen-
zierenden Verbindungskurven vom Verbindungstyp Basiskurve wird durch die Randbedingungen
der Basiskurve (Tangentenrichtungen, Tangentenspannungen, Krümmungen) bestimmt.
Vorteil: Nur über die Anpassung der Randbedingungen von Verbinden.1 werden alle anderen
Verbindungskurven und damit die Loftform gesteuert. Allerdings ergibt sich gegenüber ei-
ner Verbindungskurve Norm bzw. einem Spline eine etwas andere Kurvenform (Verbin-
den.9 Norm z. Vgl.). Deshalb bevorzugt der Autor meist Splines als Verbindungskurven.
Nachteil: Die Scheitelpunkte der getrimmten Referenzkurve werden auf die Verbindungskurven
übertragen (Bild 90). Damit bestehen diese Kurven aus zwei Zellen (Multi-ARC), was zu
mehr Flächenzellen mit vielen Segmenten führt (Bild 91), Modell Verbindungskur-
ven_BasisNorm.CATPart.
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Bild 89:
Fehlermeldung beim Erzeu-
gen von Verbindungskurven
des Typs Basiskurve bei zu  Refenzkurve verlängern, z. B. durch
kurzer Referenzkurve Trimmen der Norm-Verbindungskurve

Bild 90:
Verbindungskurven mit den
projizierten (Trimm-)Scheitel
punkten der Basiskurve als
Grenzen der Kurvenstücke

Dieses Problem kann durch Kurvenglättung der getrimmten Basiskurve behoben werden (Bild
91). Mit dem Glätten der getrimmten Basis-Norm-Verbindungskurve wird die Anzahl der Zellen des
Lofts von 18 auf 7 reduziert, die Zahl der Segmente um ein Vielfaches.
Modell Verbindungskurven_BasisNormKurvenglLoft.CATPart

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Bild 91:
Kurvenglättung und
Loftvergleich, Zellen
des linken Lofts vor
dem Glätten unter-
schiedlich gefärbt.

Loft nach dem Glätten der Basiskurve

Alternative: Splines als Verbin-


dungskurven
 Parameter vom Typ Reelle
Zahl „Tangentialspan-
nung_1“ und „Tangen-
tialspannung_2“ definieren,
 Splines als Verbindungs-
kurven, Tangentialspan-
nungen mit Formel zuwei-
sen (Bild 92).
Modell: Verbindungskur-
ven_SplinesLoft.CATPart

Bild 92: Splines als Verbin-


dungskurven

Über die Parameteränderung werden alle Verbindungssplines angepasst.


Modell Verbindungskurven_SplinesLoft.CATPart
Mittels Formel könnten den einzelnen Splines sogar gestufte Tangentialspannungen zugewiesen
werden, z. B. von der größten zur kleinsten Krümmung
f(x) = 1,2 * Tangentialspannung_1 … f(x) = 0,8 * Tangentialspannung_1.

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10.3 Verrundungen Ecke [Corner]


CATIA-Hilfe Ecken erzeugen
B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0105.htm.
Voreingestellt ist (leider)  Ecke auf Scheitelpunkt.
10.3.1 Ecke auf Stützelement
Eckentyp „Ecke auf Stützelement“ mit  Ecke auf Scheitelpunkt ist nur geeignet zum Verrunden
von
 Skizzen oder Polylinien,
 getrimmter Geometrie sowie Verbindungen mittels Zusammenfügen [Join] aus Linien und
Kurven auf einer Ebene bzw. Fläche.
Auszuwählen ist je Ecke ein Scheitelpunkt, was nicht zu ände-
rungsrobuster Geometrie führt. Nur bei nicht planaren Stützele-
menten muss zusätzlich die Fläche selektiert werden.
Bei mehreren Lösungsmöglichkeiten, die eingeblendet werden, ist
der gewünschte Verrundungsradius zu selektieren. Wahlweise
können die zu verrundenden Elemente mit dem Verrundungs-
radius getrimmt werden.

Bild 93: Verrundung mittels Ecke auf Stützelement durch Auswahl


eines Scheitelpunktes

Verrundungen mit „Ecke auf Stützelement“ und ohne  Ecke auf Scheitelpunkt sind für nicht
verbundene Linien und Kurven auf Ebenen oder Flächen geeignet. Je Verrundung sind Ele-
ment 1, Element 2 und das Stützelement zu selektieren.
Beispiel Ecke_Corner_1.CATPart (Bild 94).

Bild 94: Ecke

Die hellblaue Geometrie Skizze und Polylinie ist an je einem Scheitelpunkt mit R10 so zu verrunden,
wie im geometrischen Set „Zielgeo Ecken auf Scheitelpunkten“ an den violetten Elementen gezeigt,

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die hellblaue Verbindung.1 an drei Scheitelpunkten.


10.3.2 3D-Ecke
Das Verrunden mit dem Eckentyp „3D-Ecke“ erfolgt ohne  Ecke auf Scheitelpunkt (Bild 95).
Beispiel 1 Ecke_Corner_1.CATPart (Bild 94).
Die hellblaue planare Verbindung.1 kann alternativ an drei Stellen mit 3D-Ecke R10 verrundet und
getrimmt werden, wie im geometrischen Set „Zielgeo 3D-Ecken“ am gelben „3 Ecken planare Geo-
metrie“ gezeigt.
Die grünen Elemente sind an vier Stellen mit 3D-Ecke R10 zu verrunden und zu trimmen, wie am
gelben Kurvenzug „4 Ecken nichtplanare Geometrie“ gezeigt.

Bild 95: 3D-Ecke ohne Richtungsvorgabe

Bei 3D-Ecke mit Richtungsvorgabe wird die Verrundung auf ei-


ner Ebene senkrecht zur „Richtung“ als Kreisbogen dargestellt, al-
lerdings nur vom Typ „Parametrisierter Kreis“, wenn die zu ver-
rundende Geometrie auf einer Ebene liegt und die Richtung senk-
recht zu dieser Ebene ist. Sonst entsteht ein „Parametrisierter
Spline“.
Beispiel 2 Startmodell Ecke_Corner_Rohr_Start.CATPart
Aufgabe: Ausgerundeter Ausschnitt im Volumen.1 derart, dass ein parallel zur Richtung Linie.1
kommendes Rohr mit 50 mm Durchmesser durch den Ausschnitt von Volumen.1 mit einer Fuge von
1 mm verläuft (Bild 96).

Bild 96: Ausschnitt für Rohr

 Ausrundung der grünen Kurve.1 und Kurve.2 mit 3D-Ecke, Richtung Linie.1, R26 ( Ecke auf
Scheitelpunkt deaktivieren!)
 Projektion der Ecke.1 entlang der Richtung Linie.1 auf die Flaeche fuer Ecken.  Es wird

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deutlich, dass Ecke.1 nicht auf dem Stützelement Fläche liegt.


 Extrudieren von Ecke.1 entlang der Richtung Linie.1 so, dass Volumen.1 beidseitig von der
Extrusionsfläche überragt wird.
 Volumen.1 an der Extrusionsfläche trennen.
 Projizieren von Ecke.1 auf Ebene.1 entlang Richtung Linie.1.  Gemäß Richtungsdefinition für
Ecken wird die Ausrundung als Kreisbogen abgebildet.
 Kontrolle Element messen proj. Ausrundungsradius.  R26
 Kreismittelpunkt der auf Ebene.1 proj. Verrundung als Punkttyp Kreis-/Kugel-/Ellipsenmittel-
punkt erzeugen und dann Kreis als Rohraußendurchmesser R25 um Mittelpunkt auf Ebene.1.
 Rohr-Sweepfläche mittels Translation des Kreises entlang der Führungskurve Linie.1.
 Ableiten (Typ: Keine Fortführung) der Ausrundungsfläche von Trennen.1 des Volumens als
Messbasis.
 Free Style Abstandsanalyse zwischen Ableiten. 2 und Rohrfläche.
Zusätzlich zwischen hellblauen Kurven .3 und .4 Ausrundung Ecke.2 mit R32 auf Stützelement
Flaeche fuer Ecke.2 erzeugen.
Ergebnis im Modell Ecke_Corner_Rohr_Ergebnis.CATPart (Bild 97).

Bild 97:
Ergebnis mit Messungen
und Abstandsanalyse

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10.4 Schraubenkurve und Spirale [Helix and Spiral]


Die Funktion Spirale ist selbsterklärend und wird deshalb nicht behandelt. Erzeugen lassen sich nur
archimedische Spiralen (Bild 98).

Bild 98: Spiralkurve erzeugen


Helix
CATIA-Hilfe Helix erzeugen B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0113.htm.
Zum Üben sind drei verschiedene Helices gem. Bild 99 zu erzeugen.
Modell mit Startgeometrie und Ergebnisgeometrie Helix_Varianten.CATPart öffnen.
 Konstruktion gem. blauer Helix.1:
 Der Startpunkt muss zwar selektiert werden, aber die Kurve kann nach dem Startpunkt (Start-
winkel > 0°, im Beispiel 45°) oder vor dem Startpunkt (Startwinkel < 0°) beginnen.
 Steigung konstant 10 mm, Höhe 90 mm, Konuswinkel 10° „Einwärts“.
 Konstruktion gem. grüner Helix:
 Vorgegeben ist der obere Durchmesser. Entweder aus unterem und oberem Durchmesser
wird der Konuswinkel berechnet oder es wird eine Profillinie konstruiert. Die Helix muss immer
an der Profillinie/-kurve beginnen!
 Die maximale Höhe wird durch das Ende der Profillinie bzw. -kurve begrenzt.
 Steigung konstant 10 mm.
 Konstruktion gem. gelber Helix:
 Die Steigung soll variabel sein  Regel …   S-Typ, Startwert 15 mm, Endwert 5 mm.
 Anzahl der (federnden) Windungen 8.
 Der Federdurchmesser soll auch variabel sein
 Formfeder durch „Radiale Abweichung“  Profilkurve (violette Kurve).
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Konische_SchraubenfederR19Modelle.pdf.
Bild 99: Helixvarianten
CATIA V5 – Aufbaukurs Flächen
WZM/UZAW

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Beispiel zum selbstständigen Üben: Konische Schraubendruckfeder mit angelegten Federenden


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10.5 Parallelkurve [Parallel Curve]


CATIA-Hilfe Parallelkurven erzeugen B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0107.htm.
Am Modell PARALLELKURVEN_EUKLID_GEOD_START.CATPart verschiedene Varianten üben.
Parallelkurven auf gekrümmter Fläche mit Parallelmodi Euklidisch und Geodätisch  Kurvenab-
stand messen.
Parallelkurven durch Punkt sind nur möglich, wenn sich der Punkt auf die (Basis-)Kurve senkrecht
projizieren lässt.
Modell mit Ergebnissen PARALLELKURVEN_EUKLID_GEOD_BEMASSUNG.CATPart. Die Paral-
lelen im Abstand von 300 mm unterscheiden sich deutlich zwischen Parallelmodus Euklidisch (Ab-
stand im Raum) und Geodätisch (Abstand auf der Fläche gemessen).

10.6 Projektion [Projection]


CATIA-Hilfe Projektionen erzeugen B19doc\German\online\German\cfyug_C2\cfyugprojections.htm.
Die Projektionsdefinition bietet als Glättungsvarianten an: Keine, Tangentenstetigkeit, Krümmung
(Bild 100).

Bild 100: Projektionsdefinition

Allerdings kann nicht jede Kurve als Projektion tangenten- bzw. krümmungsstetig geglättet sein.
Prinzipiell wird jede Zellengrenze der Fläche auf die sie schneidende Projektionskurve übertragen,
also eine Tangentenunstetigkeit der Fläche auf die Projektion. Gem. CATIA-Hilfe werden nur „ge-
ringfügige Unstetigkeiten geglättet“, Grenzwerte sind nicht angegeben.
Informationen über die Stetigkeiten von Kurven gibt die Verbindungsüberprüfungsanalyse von
der Symbolleiste Analyse (Bild 101).

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Bild 101: Analyse Verbindungsüberprüfung, hier Kurvenanalyse der „Internen Kanten“


Für diese Analyse sind einzustellen:
1. Typ: Verbindung zwischen Kurven [Curve-Curve Connection], gilt für die Endpunkte mehrerer
Kurven oder die Begrenzungspunkte der Kurvenstücke (Zellen) einer mehrzelligen Kurve
2.  Begrenzung [Boundary], gemeint sind Endpunkte von Kurven bzw. internen Zellgrenzen ei-
ner Kurve,
3. zu überprüfende Stetigkeit (G0 – Punktabweichungen in mm, G1 – Tangentenabweichungen in
Grad, G2 – Krümmungsabweichungen in %, G3 – Krümmungsgradientenabweichungen in
Grad),
4. Interne Kante [Internal Edge], Endpunkte der Kurvenzellen (2 Punkte bei einzelliger Kurve,
mehr als die beiden Kurvenendpunkte bei mehrzelligen Kurven).
Für das Beispiel (Bild 101) wurden als Quelle mittels Multiselektion die Kurve.2 und deren Pro-
jektion.2 vom Glättungstyp „Krümmung“ auf die tangentenunstetige Fläche gewählt. Im oberen Bild-
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teil zeigt die G1-Analyse eine Tangentenunstetigkeit der projizierten Kurve von 5,312°. Im unteren
Bildteil macht die G2-Analyse deutlich, dass die Krümmungsunstetigkeiten der Kurve.2 bei der Pro-
jektion geglättet wurden, an der Zellgrenze der Fläche aber neben der Tangenten- auch eine
Krümmungsunstetigkeit von 5,08% besteht.
Im Modell Projektion_Stetigkeit_Start.CATPart mit Kurven und Flächen unterschiedlicher Stetigkeit
können Stetigkeitsverlust und Glättung beim Projizieren auf tangenten- bzw. krümmungsunstetige
Flächen getestet werden  zusätzliche Unstetigkeiten der projizierten Kurven an den Zellgrenzen
der Flächen.
Ergebnisse: Projektion_Stetigkeit.CATPart.
Im Glättungsmodus „Krümmung“ wurden nur tangentenstetige Kurven geglättet, tangentenunstetige
Kurven im Beispiel nur bis zu Tangentenabweichungen von 2,3° bis 2,5°.

10.7 Raumkurven aus planaren Kurven erzeugen (Kombinierte Kurven)


[Combine]
CATIA-Hilfe Kombinierte Kurven erzeugen
B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0115.htm
Bereits im Abschnitt 8.6 mit Vor- und Nachteilen am BMW-Dach behandelt.

10.8 Reflexionslinien [Reflect Line]


Anwenden zur Konstruktion von entformungsgerechten Werkzeug-Teilungsebenen.
CATIA-Hilfe Reflexionslinien erzeugen
B19doc\German\online\German\sdgug_C2\sdgugbt0118.htm.
Beispiel 1 Startmodell öffnen Reflexionslinie_Formtrennung_Start.CATPart.
Es ist zu prüfen, ob das Teil durch Trennung in zwei Modellteile entformt werden kann oder eine
Mehrfachteilung erforderlich ist. Zur Modifikation der Entformungsrichtung ist ein Steuerpunkt vor-
gesehen.
Ergebnis: Reflexionslinie_Formtrennung_Ergebnis.CATPart
Beispiel 2 aus einer Anfrage im CAD-Forum/CATIA
http://ww3.cad.de/foren/ubb/Forum139/HTML/004337.shtml#000008:
Im Startmodell CAD-Forum_Problem_Verschneiden_Start.CATPart soll Block.1 senkrecht zur z-x-
Ebene des Achsensystems.2 so getrennt werden, dass die Fläche Ableiten.1 den getrennten
Block.1 linienförmig berührt (Bild 102).

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Bild 102: Aufgabenstellung Forum

Lösung:
Reflexionslinie 90° zur z-x-Ebene auf Ableiten.1  Extrusionsfläche aus
der Reflexionslinie in y-Richtung von Achsensystem.2, daran Block.1
trennen.
Bild 103: Definition Reflexionslinie

Ergebnis: CAD-Forum_Problem_Verschneiden.CATPart
Die durchscheinenden Kanten (Bild 102 rechts) resultieren nur aus der grafischen Darstellung. Das
kann mit Messungen oder auch der FreeStyle-Abstandsanalyse überprüft werden(Bild 104).

Bild 104:
Überprüfung der durch-
scheinenden Kanten

10.9 Verschneidungen [Intersection]


CATIA-Hilfe Verschneidungen erzeugen
/B19doc/German/online/German/cfyug_C2/cfyugintersections.htm
Wird an Beispielen geübt und nicht explizit behandelt.

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10.10 Leitkurven zur Flächenerzeugung [Spine]


Ganz entscheidende Funktion zur Flächenkonstruktion, die aber in der Hilfe
nicht hinreichend erklärt ist.
CATIA-Hilfe Leitkurve erzeugen
/B19doc/German/online/German/sdgug_C2/sdgugbt0117.htm
10.10.1 Erklärung Leitkurve [Spine]
Auf einer „unendlich großen“ Ebene im Raum – auch als erzeugende Ebene oder Generierungs-
ebene bezeichnet – befindet sich als planares Profil die generierende Kurve als Erzeugungsgeomet-
rie. Sie wird entlang einer Kurve, Leitkurve genannt, im Raum so bewegt, dass die entlang der
Leitkurve verschobene Generierungsebene stets senkrecht zu dieser ist. Das planare Profil kann
einer vorgegebenen planaren Profilkurve entsprechen (Sweepfläche/-körper) oder der jeweiligen
rechnerinternen Approximation des Übergangs zwischen mehreren vorgegebenen Profilkurven
(Loft, adaptive Translationsfläche mit mehreren Schnitten). Es kann auch CATIA-intern aus 3D-
Profilkurven berechnet werden.

Bild 105: Leitkurvenerklärung 1

Modell Leitkurvenerklaerung_korrMehrfachskizzen.CATPart öffnen.


1. Gerade Leitkurve_1
 Group-Flaeche_mit_Leitkurve_1_x-Achse sichtbar schalten.
 Verschiebeebene … Leitkurve_1 markieren und Kompass mit dem roten Punkt auf diese Ver-
schiebeebene setzen.
 Kompass senkrecht zur Ebene etwas verschieben, dann Modell neu berechnen („Alles Aktu-
alisieren“), wenn nicht unter Optionen das automatische Aktualisieren eingestellt ist. Damit wird
die virtuelle Zeichenebene senkrecht zur Leitkurve verschoben und die violett gestrichelte Ver-

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schneidungskurve für die neue Position angezeigt. Diese Verschneidungskurve repräsentiert für
diesen sehr einfachen Fall die (im Modell verdeckte) Translationsfläche.
 Im Modell nach den Kompass-Verschiebungen selbst eine Translationsfläche erzeugen.
 Profiltyp: Explizit,
 SubTyp: Mit zwei Führungskurven,
 Profil: „generierende Kurve“ selektieren,
 Führungskurve 1 und 2 selektieren,
 Leitkurve: RMT x-Achse oder violette Leitkurve. Besonderheit:
Leitkurve soll länger sein als die Führungskurven.

Bild 106: Definition der Translationsfläche


Die Skalierung der Fläche erfolgt entsprechend dem veränderlichen Abstand beider Führungskur-
ven, an denen die Profilkurve „aufgehängt“ ist.
Gruppen nacheinander sichtbar schalten. Im Anmerkungsset unter Notizen bei Bedarf den entspre-
chenden Text anzeigen bzw. verdecken. Kompass auf jeweilige Verschiebeebene und generie-
rende Kurve auf virtueller Zeichenebene entlang Leitkurve verschieben. Dann Flächen erzeugen.
2. Leitkurve_2 als gekrümmte Kurve
 Group-Flaeche_mit_Leitkurve_1_x-Achse verdecken.
 Group-Flaeche_mit_Leitkurve_2 sichtbar schalten.
 Text_Leitkurve 2 anzeigen, Text_Leitkurve_1 verdecken.
 Translationsfläche erzeugen  wegen der Leitkurvenform wird die Fläche nicht bis zu beiden
Endpunkten der Führungskurven erzeugt. Zum Vergleich Leitkurve aus der Profilfklächendefini-
tion entfernen.
3. Leitkurve_3 mit sehr großer Krümmung im Anfangsbereich
Damit das Problem übereinander klappender Flächenbereiche verdeutlicht wird, werden mittels
Kompass drei dicht nebeneinander liegende virtuelle „Zeichenebenen“ verschoben.
 Group-Flaeche_mit_Leitkurve_3 sichtbar schalten, Group-Flaeche_mit_Leitkurve_2 verdecken.
 Text_Leitkurve 3 anzeigen, Text_Leitkurve_2 verdecken.
 Verschiebe-Ebene_Kompass_Leitkurve_3 mittels Kompass verschieben (Bild 107).
 Bis ca. 6,3 mm von vorn und ab 42 mm Schnittkurve = skalierte Generierungskurve/Profilkurve.
 Ab 6,4 mm bis 41 mm Flächenfalte infolge des Zurückkippens der virtuellen Zeichenebene ⊥
Leitkurve (Spine).

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 Translationsfläche erzeugen.

Bild 107: Übereinanderklappen der berechneten Profile und Fläche mit Leitkurve 3
Die Körper- bzw. Flächengeometrie lässt sich nicht lückenlos erzeugen, wenn keine eindeutige ma-
thematische Lösung existiert, z. B. bei Überschneidungen der verschobenen Profilkurven, was zu
Falten in der Hüllfläche führt. Das kann bei zu starker Krümmung der Leitkurve auftreten. Bild 107
zeigt die Faltenbildung an der Grenze der gerade noch zu berechnenden Sweepfläche. Die erzeug-
te Fläche ergibt im Faltenbereich Mehrfach-Verschneidungskurven mit den die virtuelle Zeichen-
ebene repräsentierenden Ebenen.
4. Fläche aus zu stark gekrümmter Leitkurve_4 nicht mehr generierbar. Mit Manipulationspfeilen
Lücken in kritischen Bereichen aufziehen  Translationsflächenteile möglich (Bild 108).

Bild 108:
Zweiteilige Fläche mit Leitkurve 4
und grünen Manipulationspfeilen,
Schneidevorrichtung hinzufügen
aktiviert.

=> Geometrie der Leitkurve ganz entscheidend für Flächenform!


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10.10.2 Erzeugen von Leitkurven


Zum Erzeugen von Sweep- und Loftflächen sowie -körpern können folgende Leitkurven-Varianten
genutzt werden:
 Vom Nutzer erzeugte Leitkurven mit Start-Ebene und Selektion weiterer Ebenen o. planarer
Generierungskurven bzw. Generierungsskizzen, mit oder ohne Startpunktselektion.
Beispiel 1 Modell: Leitkurven_1_StartR19.CATPart

Bild 109: Leitkurve (Spine) einer Translationsfläche (Loft) aus


3 generierenden Profilen
Flächen als approximierter Flächenverlauf über mehrere generierende Kurven/Profilkurven, in V5
Loft (ab R12 „Fläche mit Mehrfachschnitten“) genannt. Die in der Regel planaren generierenden
Kurven (bei V5 auch nichtplanare, wobei Generierungsprinzip nicht ganz genau bekannt ist) erfor-
dern eine Leitkurve, die ⊥ zu allen generierenden Kurven verlaufen muss (Bild 109).
 Von CATIA automatisch erzeugte Leitkurven
 Leitkurve = 1. Führungskurve, wenn keine spezielle Leitkurve selektiert wird.
 Funktion Leitkurvenerzeugung , statt Schnitt/Ebene in Liste „Führungs-
element“ klicken und dann zwei Führungskurven selektieren (Bild 110).
Bild 110: Leitkurvendefinition Führungskurven
Varianten Beipiel 1:
Elterngeometrie der Translationsflächen unterschiedlich wählen.
Die Orientierung der drei Schnitte beachten (Klick auf Pfeile, wenn diese nicht in die gleiche Rich-
tung zeigen)!
 3 Schnitte ohne Führungskurven, wenn Fehlermeldung, sind die drei Schnitte nicht richtig orien-
tiert.
 3 Schnitte mit beiden Führungskurven.

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 3 Schnitte mit beiden Führungskurven und Leitkurve.


 Leitkurve.1 und Leitkurve.2 mit Startpunkt.
 Leitkurve.3 nur aus den Führungskurven berechnet  die Schnitte liegen damit nicht auf Ebe-
nen zur Leitkurve. Wie die CATIA-interne Berechnung bzw. Projektion auf virtuelle Ebenen
zur Leitkurve erfolgt, ist nicht bekannt. Selbst bei dieser trivialen Geometrie ist nicht nach-
vollziehbar, warum das Loft mit Leitkurve. 3 nur mit Führungskurve.1, nicht aber mit Führungs-
kurve.2 berechnet werden kann.

Bild 111: Fehlermeldung bei der Loftberechnung


 Leitkurve.4 aus 3 Schnitten und 2 Führungskurven.
Vergleich der Flächen zweckmäßig mit FreeStyle-Abstandsanalyse, auf Bild 112 zwischen den Lofts
mit Leitkurve.1 und Leitkurve.4.

Bild 112:
Abstandsanalyse

Beispiel 2 mit nicht planarer sowie zur Leitkurve nicht senkrecht orientierter Generierungskurve:
Leitk-nicht planare Schnitte StartR19.CATPart
Das Loft kann mit Standardeinstellungen nicht bei Selektion der drei Profile, der Führungskurven
und der Leitkurve erzeugt werden!
Es werden im Modell Leitk-nicht planare Schnitte Loesg Affin Fuehrkkorr ohneNeubegrR19.CATPart
drei Lösungen vorgestellt, die natürlich nicht in jedem Fall möglich sind.
Zunächst wird geprüft, ob die Endpunkte der Raumkurven-Projektion auf die ⊥ Ebenen am Anfang
und Ende der Leitkurve noch auf den Führungskurven liegen. Bei Führungskurve.1 trifft das nicht
zu, bei Führungskurve.2 erst nach Extrapolation.
 Lösungsvariante mittels Affinität:
Raumkurven-Projektionen „verzerren“ mittels Affinität .
Loft mit 5 Schnitten („verzerrte“ Projektionen und Profil1 bis Profil3), Führungskurve.1, extrapo-

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lierter Führungskurve.2 und Leitkurve.


 Lösungsvariante mittels Führungskurvenkorrektur: Führungskurve.1 durch einen modifizierten
Spline ersetzen, Führungskurve.2 extrapolieren.
 Lösungsvariante ohne Neubegrenzung: Loft ohne Neubegrenzungen berechnen (Bild 113) als
einfachste Lösung, die aber oft nicht funktioniert.

Bild 113: Loft ohne


Neubegrenzungen

Die Lofts könnten dann an den Kurven Profil1 und Profil3 getrennt werden. Die FreeStyle-
Abstandsanalyse zeigt, dass sich die Flächen doch erheblich unterscheiden.

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11 CATIA V5-Flächen im Arbeitsbereich GSD


11.1 Vorbemerkung
Die Flächenqualität von CATIA V5 erreicht oftmals nicht die Class A-Qualität, z. B. für die PKW-
Außenhaut. Deshalb wurden Class A-Flächen vorrangig mit ICEM Surf erzeugt, allerdings leider
ohne Assoziativität. Seit der Integration in CATIA als CATIA - ICEM Shape Design (ISD) können die
ICEM-Modellierungstools mit der assoziativen CATIA-Modellierung kombiniert werden.
Krümmungsstetige Verrundungen können in CATIA V5 mehr oder weniger aufwändig mit den Be-
fehlen „Verbindungskurve“ [Connect Curve] und „Kurvenglättung“ [Curve Smooth] realisiert werden.
Die Übergangsformen lassen sich mittels Spannungen beeinflussen. Kegelschnittkurven [Conic]
sind nur tangentenstetig und damit ungeeignet. Das krümmungsstetige Verrunden von Flächen
kann mit „Übergang“ [Blend] erfolgen, seit Release 18 wesentlich einfacher mit Stylingverrundun-
gen. Am Beispiel Spiegel mit abgerundeter Sichtkante.pdf werden allerdings die Grenzen der Sty-
lingverrundung deutlich.

Radius („Ecke“) Kegelschnitt, Parameter 0,6 Verbindungskurve, krümmungs-


stetig, Spannungen 1,2
Bild 114: Vergleich von Verrundungen
Der Radius („Ecke“) Bild 114, links ist nur tangentenstetig (C1) und zeigt deshalb einen Krüm-
mungssprung zu den Anschlusskurven. Zur Reduzierung dieses Krümmungssprungs verrundeten
einige Anwender mit Kegelschnittkurven (Bild 114, Mitte). Trotzdem wird nur ein nur tangenten-
stetiger Übergang (C1) erreicht. Allein die Größe des Krümmungssprungs ist über den Kegel-
schnittparameter steuerbar.
Mit einer krümmungsstetigen Verbindungskurve (C2), Bild 114, rechts mit Spannungen 1,2, wird
statt eines Krümmungsknicks ein krümmungsstetiger Übergang erreicht. Die Größe des Krüm-
mungsgradienten (C3), also die 1. Ableitung der Krümmung, ist mit der Spannung beeinflussbar.
Wie aus Modell Radius_Conic_ConnectR19.CATPart ersichtlich, unterscheiden sich die minimalen
Krümmungsradien wesentlich (RminEcke75, RminKegelschnitt44,8, RminConnect40,1) Sollen gleiche maximale
Krümmungen wie beim Verrundungsradius „Ecke“ erreicht werden, sind Anfangs- und Endpunkte
der Verrundungen auf den Anschlusskurven zu verschieben, wie beispielsweise im Modell Radi-
us_Conic_Connect_ca_gleicheRminR19.CATPart.
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Das Erzeugen krümmungsstetiger Verrundungen einschließlich der G3-Stylingverrundungen wird


später am Beispiel BMW-Halbdach behandelt.

11.2 Flächenqualität – Analyse von Kurven und Flächen


Manche Analysen sind sowohl im GSD als auch im FreeStyle verfügbar. In diesen Fällen werden
GSD-Analysen genutzt. Einen Vermerk gibt es nur, wenn der Befehl nur im FreeStyle ausführbar ist.
11.2.1 Verbindungen zwischen Flächen prüfen [Connect Checker]
(Die Verbindungsanalyse zwischen Kurven wurde bereits auf Seite 92 am Beispiel Bild 101 erklärt.)
CATIA-R19-HTML-Hilfe: B19doc/German/online/German/cfyugfss_C2/cfyugfssut0302.htm#Surface-
Surface-Boundary
Beispiel: Flaechenluecken_R19.CATPart öffnen. Verschiedene Einstellungen testen, z. B. wie auf
Bild 115.

Bild 115: Verbindungsüberprüfung Fläche – Fläche, Begrenzung, Schnell, G0, ohne interne Kanten
In der Einstellung
 Verbindung zwischen Flächen , Variante  Begrenzung wird die Verbindung zwischen
gegenüberliegenden Flächenbegrenzung geprüft,
 Verbindung zwischen Flächen , Variante  Projektion wird die Verbindung zwischen einer
Flächenbegrenzung und deren Projektion auf eine Fläche geprüft,
 Verbindung zwischen Flächen und Kurven wird der Abstand zwischen einem Endpunkt von
Kurven und deren Projektionen auf eine Fläche geprüft. Im Modell Verbanalyse_Flaeche-
Kurve_R19.CATPart konnte nicht geklärt werden, warum bei der vollständigen Begrenzung.1
weder maximaler noch minimaler Abstand der internen Kurvenpunkte zur Fläche analysiert

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wurden, sondern der Zwischenwert 26,041 mm. Aus den anderen Analyseversuchen muss an-
genommen werden, dass der Kurven-Analysepunkt offenbar nicht von Anfangs- bzw. Endpunkt
der Kurven bestimmt wird.
11.2.2 Auszugsschrägen-Analyse [Draft Analysis]
Geeignet zum Ermitteln der Entformungsrichtung bei gegebenem Mindestentformungswinkel.
CATIA-Hilfe B19doc/German/online/German/cfyugfss_C2/cfyugfssut0306.htm
Startmodell Auszugsschranalyse_Gehaeuse_Start.CATPart öffnen.

 Ansicht Schattierung mit Material

 Zunächst Auszugsschrägenanalyse , um eine


Grobinformation über die Winkel an der Fläche
zu erhalten. Zum Entfernen der Formhälfte in
Richtung des roten Pfeils D müssen die Winkel
negativ sein, für das Beispiel mit einem Mindes-
tentfomungswinkel von 3° also -3°.
Bild 116: Erste Auszugsschrägenanalyse
am Beispiel Gehäuse
Nach Bild 116 muss die Linie für die Entformungsrichtung auf der z-x-Ebene ca. (12,68° + 3°)
15,7° zur z-Achse geneigt sein. Der Winkel soll iterativ so bestimmt werden, dass gerade der
Entformungswinkel von 3° eingehalten wird.
 Linie, z. B. vom Ursprung des Achsensystems, auf der z-x-Ebene im Winkel von zunächst 15°
zur z-Achse.
 Reflexionslinie mit einem Winkel von 90° - Entformungswinkel, im Beispiel
mit 0,1° Sicherheitsabschlag (Bild 117), damit die Reflexionslinie auch bei
Einhaltung des Mindestentformungswinkels von 3° noch abgebildet wird (sonst
Fehlermeldung).
Bild 117: Definition Reflexionslinie Gehäuse
Bei einem schrittweise auf 15,55° vergrößerten Winkel der Ent-
formungsrichtung wird diese Reflexionslinie gerade noch darge-
stellt (Bild 118).

Bild 118: Reflexionslinie Gehäuse


Statt mit mehreren Reflexionslinien unterschiedlicher Winkel soll die Auszugsschrägenanalyse für
diese Entformungsrichtung durchgeführt werden.
 Auszugsschrägenanalyse – Festlegen der Entformungsrichtung.

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 LMT auf roten Kompasspunkt  Kompass auf Linie der Entformungsrichtung ziehen.
 Nur bei Bedarf Kompassrichtung umkehren:
RMT auf roten Kompasspunkt  Bearbeiten
 Drehinkrement 180° um u- oder v-Achse.
 RMT auf roten Kompasspunkt   Aktuelle
Ausrichtung sperren  z-Achse des Kompas-
ses bleibt als Richtung fixiert.
Bild 119: Kompass auf Linie Entformungsrichtung
 Auszugsschrägenanalyse, Fläche selektieren,
 Richtung: von Kompass übernehmen ,
 Richtung: Richtung sperren .
Der D-Pfeil kennzeichnet die Entformungsrichtung entsprechend der Kompass-w-Achse. Das
Umschalten der Analyse von Matrizen- auf Patrizenentfernung in Entformungsrichtung kann
mittels Umkehren der Entformungsrichtung realisiert werden.
 RMT auf roten Kompasspunkt   Aktuelle Ausrichtung sperren inaktivieren. Dann kann der
Kompass auf das Achsensystem rechts unten gezogen und damit wieder von der Linie gelöst
werden.

Bild 120: Auszugsschrägenanalyse für die gewählte Entformungsrichtung


Gegenüber Bild 118 wurde der Entformungswinkel auf 15,65° vergrößert, gerade so, dass der
Grenzbereich unter -2,95° auf Bild 120 noch dargestellt wird. Um den Mindestentformungswinkel
von 3° einzuhalten, sind die weiter oben berechneten 15,68° erforderlich. Die Reflexionslinie musste
bereits bei 15,65° inaktiviert werden.
Die Farben und die Grenzwinkel im Fenster Auszugsschrägenanalyse, Modus vollständige Analyse,
lassen sich bearbeiten. Doppelklick auf Zahl  Winkelwert bearbeitbar, Doppelklick auf Farbfeld 
Farbe auswählen.
Die Analyseergebnisse sind abhängig von
 der Flächenorientierung, auf Bild 121 Innen- oder Außenfläche,

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 der Kompassrichtung, auf Bild 121 Bearbeiten  180 deg um u-Achse gedreht, und
 der Aktivierung/Deaktivierung des Schalters Umkehren der Entformungsrichtung .

Bild 121: Farbdarstellung in Abhängigkeit der Flächenorientierung und der Kompassrichtung


11.2.3 Flächenkrümmungsanalyse [Surfacic Curvatore Analysis]
Ausführlich erläutert in der CATIA-Hilfe
B19doc/German/online/German/cfyugfss_C2/cfyugfssut0301.htm
Testen am Beispiel aus Flaechenkruemmungsanalysen.CATPart (Bild 122), z. B. auch die auf dem
Bild gezeigten Einstellungen wählen.
 „ Keine Hervorhebung/ No Highlight“ muss aktiviert sein, sonst werden keine farbigen
Analyseergebnisse angezeigt.
Tabelle 4: Krümmungsanalysen der Flächen nach Bild 122 (Krümmung, Radius)
Inflexions-
Fläche Eigenschaften Gaußsche Minimum Maximum Begrenzt
bereich
1 Extrusionsfläche, Profil tangentenstetig 0 x - (K0, R) x -
Extrusionsfläche, Profil krümmungsste-
2 0 x - (K0, R) x -
tig
Doppelt gekrümmte Translationsfläche,
3 x x x x x
Profil tangentenstetig
Doppelt gekrümmte Translationsfläche
4 x x x x x
mit zwei „Beulen“, Profil tangentenstetig
Die Begründung der Ergebnisse gem. Tabelle 4 wird im Abschnitt 0 gegeben.
Die Anzeige hängt von den Tessellierungswerten ab. (Tools/Optionen/Allgemein/Anzeige/Leistung/
3D-Genauigkeit: laut CATIA-Hilfe Feste Größe 0,01 einstellen, ggf. noch den Kurvengenauigkeits-
faktor < 1x3D-Genauigkeit.) Unabhängig von diesen Einstellungen und damit genauer ist die Anzei-
ge „während der Verarbeitung“ [„On The Fly“].

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Bild 122: Flächenkrümmungsanalysen


 Analysetypen: Kurzcharakteristik (aus nachfolgendem Abschnitt 0)
 Gaußsche, zur umfassenderen Beurteilung von Flächen als die für spezielle Untersuchungen
erforderlichen Typen Minimum, Maximum oder Inflexionsbereich. Regelflächen und Flachstel-
len haben die Gaußsche Krümmung Null und werden damit nicht unterscheidbar. Produkt der
Hauptkrümmungen nach Formel (21) in mm-2, CATIA V5R19-Werte für Gaußsche Krüm-
mung sind wieder falsch!
 Minimum, minimale Hauptkrümmungen in den Hauptkrümmungsebenen in mm-1.
 Maximum, maximale Hauptkrümmungen in den Hauptkrümmungsebenen in mm -1. Nullwerte
der maximalen Hauptkrümmung werden für ebene Flächenbereiche, also Flachstellen ange-
zeigt.
 Begrenzt, z. B. für Offsetgrenze Mindest-/Höchstwerte verwenden  Mindestradius entspricht
dem maximal möglichen Offset oder zur Vorgabe von Radien-Grenzwerten (wie Bild 123) für
Umformoperationen oder für durch Werkzeuge bestimmte Grenzen beim Zerspanen.

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Größtwert mittels Eingabefeld, hier 170 mm,


Zwischenwert und unterer Grenzwert mittels
RMT  Bearbeiten
grün: R > 170 mm,
gelb: 125 mm < R < 170 mm,
blau: 85 mm < R < 125 mm,
rot: R < 85 mm.
Bild 123: Flächenkrümmung, Typ Begrenzt
 Inflexionsbereich, Wechsel von positiver zu negativer Gaußscher Krümmung. Breitere gelb ge-
kennzeichnete Übergangsbereiche weisen nur eine sehr geringe Krümmung auf und tendieren
mehr oder weniger zu Regelflächen. Diese Bereiche sind mittels „während der Verarbeitung“
genauer zu untersuchen. Flachstellen oder Regelflächen können mit diesem Analysetyp nicht
festgestellt werden.
 Durch Doppelklick bzw. RMT auf den Zahlenwert neben der Farbskala können eine definierte
Grenzgrößen eingegeben werden.
 Auch die Farben lassen sich modifizieren, z. B. wie die Farbskala für die Flächenkrümmung,
Typ: Gaußsche auf Bild 122 für die Flächen 3 oder 4.
  Farbskala
 Schalter Mindest-/Höchstwerte verwenden für Analyse ohne definierte Grenzgrößen.
 Doppelklick o. RMT auf das Farbfeld → Bearbeiten → Farbe auswählen
bzw. → Bearbeiten → Festschreibung aufheben, dann wird die Farbe als „Mischfarbe“ aus den
benachbarten Farbfeldern gebildet.
Tabelle 5: Individuelle Farbpalette für die Gaußsche Analyse

Farbe Farbton Sättigung Helligkeit Rot Grün Blau


braun 13 240 75 160 50 0
rot 239 240 120 255 0 0
orange 15 240 120 255 100 0
gelb 40 240 120 255 255 0
grün 80 240 120 0 255 0
dunkelgrün 80 240 56 0 120 0
blau 160 240 120 0 0 255
indigo/hellblau 120 240 120 0 255 255
violett 200 240 120 255 0 255
dunkelviolett 200 240 70 149 0 149
Variante 1: Nur zwei Farben für Grenzen (oberes und unteres Farbfeld), übrige Farben ohne
Festschreibung ⇒ Zwischenfarben als lineare Interpolation.
Variante 2: Zwei Farben für Grenzen und eine Farbe in der Mitte, z. B. rot – grün – violett.

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Variante 3: Mehr oder weniger vollständige Farbpalette, z. B. wie die Farbskala für die Flä-
chen