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Dr.

Heino Bothe
Fachbereich 3.3 "Physikalische Sicherheitstechnik"
Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Europäische Normen für nichtelektrische explosionsgeschützte Geräte


(Stand: Januar 2003)

Die Richtlinie 94/9/EG erfasst neben den elektrischen auch die nichtelektrischen explosionsgeschützten
Geräte und hat eine Reihe von Normungsaktivitäten ausgelöst. Die WG 2 ”Geräte zur Verwendung in
explosionsgefährdeten Bereichen” des CEN/TC 305 erarbeitet Normen für nichtelektrische
explosionsgeschützte Geräte. Die meisten dieser Normen behandeln Zündschutzarten (ähnlich wie die
Normenreihe EN 50014 ff. des elektrischen Explosionsschutzes), einige enthalten auch Anforderungen für
spezifische Geräte. Anders als im elektrischen Bereich sind oft Anforderungen für alle (Richtlinien-)
Kategorien innerhalb einer Norm erfasst, zum Teil auch für alle explosionsfähigen Atmosphären
(Gase/Dämpfe und Stäube).

1. Einleitung

Die Richtlinie 94/9/EG [1] (sog. ATEX 100a) enthält grundlegende Sicherheits- und Gesundheits -
anforde rungen für Geräte, Komponenten und Schutzsysteme, die in explosionsgefährdeten
Bereichen eingesetzt werden sollen. Solche allgemein formulierten Richtlinienanforderungen
werden üblicherweise durch europäische harmonisierte Normen konkretisiert, bei deren
Anwendung angenommen werden kann, dass die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie
erfüllt sind. Beachtenswert ist hierbei jedoch, dass die grundlegenden Anforderungen auch ohne
Anwendung einer harmonisierten Norm erfüllt werden können.

Anders als bei Schutzsystemen oder elektrischen Geräten sieht die Richtlinie 94/9/EG für
nichtelektrische Geräte nur in einer Minderzahl der Fälle vor, dass benannte Stellen bei der
Prüfung der Produkte beteiligt werden müssen. Daher ist der Adressat der Normen für
nichtelektrische explosionsgeschützte Geräte in erster Linie der Hersteller und nur in geringerem
Maße die benannte Stelle oder Prüfstelle.

2. Normung im CEN/TC 305 "Explosionsfähige Atmosphären - Explosionsschutz"

CEN/TC 305 "Explosionsfähige Atmosphären - Explosionsschutz" ist mit der Aufgabe betraut wor-
den, eine Reihe von Normen zur Unterstützung der Richtlinie 94/9/EG bereitzustellen. Tabelle 1
gibt einen Überblick über die Arbeitsgruppen des CEN/TC 305. Auszüge aus dem Arbeitspro-
gramm von CEN/TC 305 mit Normen von besonderer Bedeutung für Gerätehersteller sind im
Anhang wiedergegeben (Schwerpunkt Normen der WG 2).

WG 1 Methoden zur Bestimmung der Eigenschaften brennbarer Stoffe


WG 2 Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen
WG 3 Einrichtungen und Systeme für den Explosionsschutz
WG 4 Terminologie und Methodik
WG 5 Geräte und Schutzsysteme für Bergwerke

Tabelle 1: Arbeitsgruppen des CEN/TC 305


-2-

2.1 CEN/TC 305/WG 1 "Methoden zur Bestimmung der Eigenschaften brennbarer Stoffe"

Im Gegensatz zu den anderen Arbeitsgruppen des CEN/TC 305 werden in der WG 1 Normen für
Bestimmungsmethoden von Kenngrößen brennbarer Stoffe erarbeitet. Hierzu gehören
Kenngrößen zur Vermeidung explosionsfähiger Atmosphäre (Explosionsgrenzen, Sauer-
stoffgrenzkonzentrationen usw.), Kenngrößen zur Beschreibung von Zündquellen (Mindest-
zündenergien, Zündtemperaturen usw.) und Kenngrößen, die die Auswirkung von Explosionen
beschreiben ( z.B. maximaler Explosionsdruck, maximale Explosionsdruckanstiegsgeschwin-
digkeit).

2.2 CEN/TC 305/WG 2 "Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen"

2.2.1 Übersicht
Die Aufgabe der WG 2 des CEN/TC 305 ist es, Normen für nichtelektrische explosionsgeschützte
Geräte zu erarbeiten. Bei der Festlegung des Arbeitsprogramms der WG 2 wurde bewusst eine
Parallele zur CENELEC Normenreihe EN 50 014 ff. angestrebt. So können viele Anforderungen
und Erfahrungen des elektrischen Explosionsschutzes genutzt werden und für Geräte, die aus
elektrischen und nichtelektrischen Komponenten bestehen, vergleichbare Anforderungen
formuliert werden. Andererseits führt eine unkritische Übertragung der elektrischen Normen nicht
zu sinnvollen, die technische Entwicklung nicht behindernden Anforderungen für nichtelektrische
Geräte.

Die meisten Normen behandeln Zündschutzarten, ähnlich wie im elektrischen Bereich, es gibt
aber auch Normen zu spezifischen Geräten (z.B. für Ventilatoren). Anders als im elektrischen
Bereich sind oft Anforderungen für alle Kategorien innerhalb einer Norm erfasst, manchmal auch
für alle explosionsfähigen Atmosphären (Gase/Dämpfe und Stäube). Das untenstehende Schema
(in Anlehnung an prEN 13463-1:1999) gibt einen Überblick über Schutzkonzepte und realisierte
oder geplante Zündschutzarten.

Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahme, Schutzmaßnahme, Schutzmaßnahme, die Schutzmaßnahme, die


die sicherstellt, die sicherstellt, verhindert, dass die die Explosion einschließt
dass die Zündquelle dass die Zündquelle Ex-Atmosphäre die und den Zünddurch-
nicht auftritt nicht wirksam wird Zündquelle erreicht schlag verhindert

konstruktive Eigensicherheit Zündquellen- Schwaden- Überdruck- Flüssigkeits- druckfeste


Sicherheit überwachung sicherheit kapselung kapselung Kapselung
“c” “g” “b” “fr”-Kat. 3 “p” "k" "d"

Abb. 1: Schutzkonzepte und Zündschutzarten nach prEN 13463-1:1999 (nicht mehr in


EN 13463-1 enthalten)

2.2.2 Grundlegende Methodik und Anforderungen (EN 13 463-1)


- Stand: Veröffentlichung und Corrigendum in 2002-

Die erste Norm der geplanten Normenreihe heißt "Nichtelektrische Geräte für den Einsatz in
explosionsgefährdeten Bereichen: Grundlegende Methodik und Anforderungen" [2]. Sie bildet
-3-

zusammen mit der EN 1127-1 "Explosionsfähige Atmosphären – Explosionsschutz - Grundlagen


und Methodik" [3] die Grundlage für den Explosionsschutz nichtelektrischer Geräte. Die
EN 13 463-1 ähnelt in vielen Bereichen der EN 50 014 [4] des elektrischen Explosionsschutzes,
aus der sie zunächst auch entwickelt wurde. Eine unkritische Übertragung der EN 50 014 war
allerdings nicht sinnvoll, u.a. auch wegen der Tatsache, dass in der EN 13463-1 alle Kategorien
und auch die Stäube erfasst werden.

Ein wesentlicher Unterschied zur EN 50 014 besteht darin, dass die EN 13 463-1 eine formali-
sierte Zündgefahrenbewertung enthält. Diese Zündgefahrenbewertung führt zur Ermittlung der
Kategorie (im Sinne der Richtlinie 94/9/EG) der betroffenen Geräte. Daraus ergibt sich, dass
grundsätzlich jede Kategorie bei entsprechender Konstruktion des Gerätes auch ohne zusätzliche
Zündschutzmaßnahmen erreicht werden kann, wenn die Wahrscheinlichkeit des
Wirksamwerdens einer Zündquelle ausreichend klein ist. Das untenstehende Schema (in
Anlehnung an prEN 13463-1:1999, in EN 13463-1 nicht mehr enthalten) gibt einen Überblick über
die Vorgehensweise.

Equipment
with potential ignition source

Ignition Hazard
Assessment

Effective
ignition source during Yes Protective measures
normal operation (see diagram B 3)
?

No

Effective
ignition source during Yes
expected malfunctions
?
Yes

No
Effective
ignition source during
rare malfunctions
?

No
Apply requirements of this standard
and any appropriate ignition protection standard

Cat. Cat. Cat.


3 2 1

Abb. 2: Zündgefahrenbewertung und Kategorien nach prEN 13463-1:1999

Im Gegensatz zur EN 50 014 enthält die EN 13 463-1 grundsätzliche Anforderungen für alle
Kategorien. Daher sind im Vergleich zur EN 50014 die Anforderungen differenzierter, so z.B. an
die elektrostatischen Eigenschaften der Geräte. Ein neuer Prüfanhang erlaubt eine
experimentelle Beurteilung dieser Zündquelle. Die Norm enthält auch hinreichende Anfor-
derungen für Geräte der Kategorie 3; dies bedeutet, dass alle Anforderungen für dieses Gerät in
der Norm erfasst werden, wenn ein Gerät so gebaut ist, dass es aufgrund seiner guten
Konstruktion im Normalbetrieb keine Zündquelle darstellt (was für viele rein mechanische Geräte
zutrifft).
-4-

2.2.3 Konstruktive Sicherheit (prEN 13463-5)


- Stand: Veröffentlichung zur Umfrage als Entwurf DIN EN 13463-5:2001 [5], Umfrage hat
stattgefunden, Schlußentwurf ist erstellt, formelle Abstimmung in 2002 -

Diese Zündschutzart ist besonders auf die Belange der mechanischen Geräte abgestimmt. Das
Ziel dieses Normenentwurfes ist es, langjährige Erfahrungen und die Kenntnisse über die
konstruktiven Anforderungen an diese Geräte, die bei Herstellern und Betreibern vorliegen,
zusammenzufassen und so zu beschreiben, dass nachgewiesen werden kann, dass ein gut
konstruiertes mechanisches Gerät im ausreichenden Maße explosionsgeschützt ist, ohne dass
zusätzliche Schutzmaßnahme wie Kapselungsarten nötig wären. Ein wesentlicher Aspekt hierbei
ist, dass durch gute Konstruktion der Geräte die Wahr scheinlichkeit für Störungen, die zu
Zündquellen führen können, so klein gehalten wird, dass sie den Anforderungen der
entsprechenden Kategorien genügen. Aus dieser Zielrichtung ergibt sich, dass diese
Zündschutzart für die Kategorien 1 und 2 angewandt werden kann (für die Kategorie 3 ist sie im
Grunde genommen schon in der Grundnorm EN 13463-1 enthalten). Falls jedoch die
Maßnahmen der Zündschutzart “ konstruktive Sicherheit ” allein nicht ausreichen sollten, die
Anforderungen für Kategorie 1 zu erfüllen, kann diese Zündschutzart natürlich auch mit einer
anderen Zündschutzart kombiniert werden, damit das Gerät insgesamt Kategorie-1-Anforde-
rungen entspricht.

Dieser Normentwurf enthält Maßnahmen, die mechanische Zündquellen im erforderlichen Maß


vermeiden. Hierbei werden Konstruktionselemente und Bauteile mechanischer Geräten beschrie-
ben. Eine wesentliche Grundlage für die sichere Gestaltung ist die Zündgefahrenbewertung nach
EN 13463-1. Die Grundidee, eine gute ingenieurmäßige Konstruktion zusammen einer
angemessenen Zündquellenbetrachtung als Basis für ein Kategorie-2-Gerät zu nutzen, ähnelt der
„erhöhten Sicherheit“ des elektrischen Explosionsschutzes.

2.2.4 Eigensicherheit
- Stand: erste Arbeitspapiere-

Ein weiterer Normentwurf (Arbeitspapier), der sich mit der Vermeidung von Zündquellen befasst,
ist die Zündschutzart "Eigensicherheit" (Inherent safety). Die vorliegenden ersten Vorschläge
enthalten Werkstoffaspekte und Bewegungsparameter (Energien, Geschwindigkeiten...)
möglicher Schlagpartner mechanischer Funken (Reib- und Schlagfunken).

Die Entwicklung dieses Entwurfs ist zur Zeit noch nicht abzusehen. Eventuell kann er auch dazu
dienen, zu entscheiden, ob überhaupt eine potentielle Zündquelle vorliegt und ob das Gerät
damit der Richtlinie 94/9/EG unterliegt.

2.2.5 Überwachung von Zündquellen


- Stand: prEN 13463-6:2002-[16]

Der Grundgedanke der geplanten Zündschutzart ”Überwachung von Zündquellen” ist, potentielle
Zündquellen mit Hilfe von Mess- und Regeleinrichtungen so zu überwachen , dass sie
"abgeschaltet" werden, bevor sie wirksam werden können, z.B. durch Temperatur-, Niveau-,
Drehzahl-, Schwingungswächter usw. Entscheidend für die Wirksamkeit dieser Zündschutzart
und damit für die Kategorie der so geschützten Geräte ist das Zuverlässigkeitsniveau der
Überwachungseinrichtung.
-5-

2.2.6 Schwadenhemmende Kapselung (prEN 13463-2)


- Stand: Veröffentlichung als Entwurf DIN EN 13463-2:2003 [6], bei der Umfrage in 2001
grundlegende Einwendungen, deshalb neue Umfrage-

Eine Zündschutzart, die im Gasexplosionsschutz lediglich für Kategorie-3-Geräte einsetzbar ist,


ist die ”schwadenhemmende Kapselung”, die in ihrer Zielsetzung der "schwadensicheren
Kapselung" im elektrischen Bereich ähnelt. Hier soll mit Hilfe eines ausreichend dichten
Gehäuses, das die Zündquelle umgibt, verhindert werden, dass im Gehäuse eine
explosionsfähige Atmosphäre entsteht.

2.2.7 Flüssigkeitskapselung
- Stand: prEN 13463-8 [14], Umfrage 2002 abgeschlossen-

Beim Entwurf zur "Flüssigkeitskapselung", der aus der elektrischen „Ölkapselung“ entstanden ist,
ist zu beachten, dass neben Ölen (wie im elektrischen Bereich) auch andere Flüssigkeiten be-
nutzt werden können, weshalb der Name dieser Zündschutzart auch gegenüber der elektrischen
Bezeichnung geändert wurde. Die Grundidee der „Ölkapselung“ (Untertauchen der Zündquelle
und damit Trennen von Zündquelle und explosionsfähiger Atmosphäre) wurde hier erweitert um
den Aspekt der Kühlung/Schmierung durch einen Flüssigkeitsfilm bei partieller Bedeckung, also
eigentlich um ein Element der konstruktiven Sicherheit.

Bekannte Beispiele sind


 Tauchpumpen
 hydraulische Pumpen und Motoren, Flüssigkeitskupplungen,
 ölgefüllte Getriebe.

2.2.8 Überdruckkapselung
- Stand: fortgeschrittener Entwurf -

Die Wirkungsweise dieser Zündschutzart (Verdrängen der explosionsfähigen Atmosphäre durch


ein Schutzgas) lässt sich leicht vom elektrischen auf den nicht-elektrischen Bereich übertragen.
Der vorgeschlagene Entwurf zur "Überdruckkapselung" lehnt sich daher stark an die elektrische
Norm an.

2.2.9 Druckfeste Kapselung


- Stand: - prEN 13463-3-[17]

Die Zündschutzart "druckfeste Kapselung" lehnt sich stark an die elektrische „druckfeste
Kapselung“ an. Aus deutscher Sicht wurde dieser Normentwurf den praktischen Anforderungen
für viele mechanische Geräte (Kompressoren, Vakuumpumpen ...) nicht gerecht, denn eine
solche Norm sollte die Konstruktion der Geräte nicht unnötig einschränken.

Inzwischen hat die WG 2 jedoch entschieden, dass es bei einer weitgehenden Beschränkung auf
die Anforderungen der elektrischen Zündschutzart (EN 50018) bleiben soll.

2.2.10 Ventilatoren
- Stand: Version für Umfrage wird erstellt-

Die gerätespezifische Normung für explosionsgeschützte Ventilatoren ist im Jahre 1999 in das
Arbeitsprogramm der WG 2 durch Bildung einer Untergruppe CEN/TC 305/WG 2/SG 1 für
"Safety requirements for ignition protected fans" aufgenommen worden. Die in dieser
Untergruppe vorgelegten Arbeitspapiere basieren auf Entwürfen, die von europäischen
Ventilatorenherstellern in den letzten Jahren erarbeitet wurden. Basis für diese Entwürfe war u.a.
das VDMA-Blatt 24 169, das lediglich Kategorie-2- und Kategorie-3-Anforderungen enthält. Die
zukünftige Norm auch wird auch Kategorie-1-Anforderungen enthalten.
-6-

2.3 CEN/TC 305/WG 3 "Einrichtungen und Systeme für den Explosionsschutz"

Diese Arbeitsgruppe des CEN/TC 305 befasst sich mit Einrichtungen für den konstruktiven Explo-
sionsschutz. U.a. werden folgende Normungsthemen bearbeitet: Systeme zur
Explosionsunterdrückung, explosionsdruckfeste Geräte [15], Flammendurchschlagsicherungen,
Einrichtungen zur Explosionsdruckentlastung, Explosionssperren. Von den o. g.
Normungsthemen ist die Norm über Flammendurchschlagsicherungen [7] veröffentlicht
worden. Die von der Norm erfassten möglichen Schutzfunktionen einer
Flammendurchschlagsicherung sind:

- Flammendurchschlagsicherungen für Deflagrationen


- Flammendurchschlagsicherungen für Detonationen
- Sichere Funktion bei stabilisiertem Brennen
- Schutz für den Fall des Umschlages Deflagration/Detonation (instabile Detonation)

Der Normentwurf umfasst die heute üblichen Typen von Flammendurchschlagsicherungen, wie
statische Flammendurchschlagsicherungen, Flüssigkeitsverschlüsse, Hochgeschwindigkeitsven-
tile, rückzündsichere Brenner und Tauchsicherungen.

2.4 CEN/TC 305/WG 4 „Terminologie und Methodik“

Diese Arbeitsgruppe hat den Normentwurf prEN 13 237-1 „Benennungen und Definitionen für
Geräte, Schutzsysteme und Komponenten zur Verwendung in explosionsfähigen Atmosphären“
[8] erarbeitet. Dieser Normentwurf soll alle benutzten Definitionen im Arbeitsbereich von
CEN/TC 305 und CENELEC/TC 31 erfassen und für eine einheitliche Nomenklatur sorgen.
Gegenüber der als prEN 13237-1 veröffentlichten Fassung gibt es eine Reihe von Änderungen im
Schlussentwurf.

Das Normungsthema „Methodik zur Risikobewertung von Geräten und Schutzsystemen zur
Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen" wird zunächst neu aufgearbeitet, um
sicherzustellen, dass sich das Papier an den Bedürfnissen der Hersteller (und nicht der Betreiber)
ausrichtet.

Eine ad-hoc-Gruppe der WG 4 hat eine Norm über Anforderungen an


Qualitätssicherungssysteme erarbeitet (EN 13980 ”Explosionsgefährdete Bereiche - Anwendung
von Qualitätsmanagementsystemen” [9]). Diese Norm soll die Beurteilung von
Qualitätssicherungssystemen der Hersteller explosionsgeschützter elektrischer und
nichtelektrischer Geräte und Schutzsysteme erleichtern. Die formelle Abstimmung ist positiv
ausgegangen.

2.5 CEN/TC 305/WG 5 „ Geräte und Schutzsysteme für Bergwerke „

In dieser neugeschaffenen Arbeitsgruppe sollen zukünftig Normen (u.a. für Geräte und Schutz -
systeme) für Bergwerke erarbeitet werden.
-7-

3. Weitere Normen für nichtelektrische Geräte

3.1 Grundlegende Normen

Basisinformationen für die bisher besprochenen Normungsbereiche enthält zum einen die DIN
EN 1127-1 „Explosionsfähige Atmosphären - Explosionsschutz - Grundlagen und Methodik“ [3],
die wesentliche Inhalte der deutschen EX-RL enthält. Der CENELEC-Report Nr. R044-001:1999
“Guidance and recommendations for the avoidance of hazards due to static electricity” stellt eine
breite Grundlage zur Bewertung der Zündgefahr durch elektrostatische Aufladung dar. Er enthält
neben Beschaffenheitsanforderungen auch viele Informationen zum (technisch) sicheren Betrieb
und ist deshalb nicht als Norm erschienen. Die deutsche Fassung dieses Reports wird die
bisherige Version der Elektrostatik-Richtlinien der Gewerblichen Berufsgenossenschaften
ersetzen (zukünftig BGR 132).

3.2 Explosionsgeschützte Verbrennungsmotoren und Flurförderzeuge

Die inzwischen veröffentlichten Normen über explosionsgeschützte Verbrennungsmotoren


[10,11,12] enthalten Anforderungen für den Gas- Staub- und untertägigen Bereich. Normen über
Flurförderzeuge (Gabelstapler) umfassen den Gas- und Staubexplosionsschutz [13].

4. Literatur
[1] Richtlinie 94/9/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. März 1994 zur
Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Geräte und Schutzsysteme zur
bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen

[2] (Norm-Entwurf) DIN EN 13463-1, Ausgabe:1999-05, Nichtelektrische Geräte für den


Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 1: Grundlegende Methodik und
Anforderungen; Deutsche Fassung prEN 13463-1:1999

[3] DIN EN 1127-1, Ausgabe:1997-10, Explosionsfähige Atmosphären - Explosionsschutz -


Teil 1: Grundlagen und Methodik; Deutsche Fassung EN 1127-1:1997

[4] DIN EN 50014, Ausgabe:2000-02


Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche - Allgemeine
Bestimmungen; Deutsche Fassung EN 50014:1997 + Corrigendum:1998 +
A1:1999 + A2:1999

[5] (Norm-Entwurf) DIN EN 13463-5, Ausgabe:2001-01, Nichtelektrische Geräte für den


Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 5: Schutz durch sichere Bauweise;
Deutsche Fassung prEN 13463-5:2000

[6] (Norm-Entwurf) DIN EN 13463-2, Ausgabe:2003-01


Nichtelektrische Geräte zum Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen -
Teil 2: Schutz durch schwadenhemmende Kapselung "fr"; Deutsche
Fassung prEN 13463-2:2002

[7] DIN EN 12874, Ausgabe:2001-04, Flammendurchschlagsicherungen -


Leistungsanforderungen, Prüfverfahren und Einsatzgrenzen; Deutsche Fassung EN
12874:2001
-8-

[8] (Norm-Entwurf) DIN EN 13237-1, Ausgabe:1998-07


Explosionsfähige Atmosphären - Explosionsschutz - Teil 1: Benennungen und
Definitionen für Geräte, Schutzsysteme und Komponenten zur Verwendung in
explosionsfähigen Atmosphären; Dreisprachige Fassung prEN 13237-1:1998

[9] DIN EN 13980, Ausgabe:2003-02


Explosionsgefährdete Bereiche - Anwendung von
Qualitätsmanagementsystemen; Deutsche Fassung EN 13980:2002

[10] DIN EN 1834-1, Ausgabe:2000-03


Hubkolben-Verbrennungsmotoren - Sicherheitsanforderungen für die
Konstruktion und den Bau von Motoren zur Verwendung in
explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 1: Motoren der Gruppe II für Bereiche
mit explosionsfähigen Gasen und Dämpfen; Deutsche Fassung
EN 1834-1:2000

[11] DIN EN 1834-2, Ausgabe:2000-03


Hubkolben-Verbrennungsmotoren - Sicherheitsanforderungen für die
Konstruktion und den Bau von Motoren zur Verwendung in
explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 2: Motoren der Gruppe I zur
Verwendung in untertägigen Bergwerken, die durch Grubengas und/oder
brennbare Stäube gefährdet werden können; Deutsche Fassung
EN 1834-2:2000

[12] DIN EN 1834-3, Ausgabe:2000-03


Hubkolben-Verbrennungsmotoren - Sicherheitsanforderungen für die
Konstruktion und den Bau von Motoren zur Verwendung in
explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 3: Motoren der Gruppe II für Bereiche
mit explosionsfähigen Stäuben; Deutsche Fassung EN 1834-3:2000

[13] DIN EN 1755, Ausgabe:2000-06


Sicherheit von Flurförderzeugen - Einsatz in explosionsgefährdeten
Bereichen - Verwendung in Bereichen mit brennbaren Gasen, Dämpfen,
Nebeln oder Stäuben; Deutsche Fassung EN 1755:2000

[14] (Norm-Entwurf) DIN EN 13463-8, Ausgabe:2002-02


Nichtelektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen –
Teil 8: Schutz durch Flüssigkeitskapselung "k";
Deutsche Fassung prEN 13463-8:2001

[15] (Norm-Entwurf) DIN EN 14460, Ausgabe:2002-07


Explosionsfeste Geräte; Deutsche Fassung prEN 14460:2002

[16] (Norm-Entwurf) DIN EN 13463-6, Ausgabe:2002-11, Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz
in explosionsgefährdeten Bereichen - Teil 6: Schutz durch Zündquellenüberwachung 'b';
Deutsche Fassung prEN13463-6:2002

[17] (Normentwurf) DIN EN 13463-3, Ausgabe:2002-10


Teil 3: Schutz durch druckfeste Kapselung „d“, Deutsche Fassung prEN13463-3:2002