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2012 08:10 Seite 1

Schwiizertüütsch
Tausendfach in den Medien imitiert, ist wirkliches
Schweizerdeutsch weitgehend
Kauderwelsch
unbekannt. Mit Witz und schweizeri-
scher Gründlichkeit macht eine

Schwiizertüütsch
Züricherin das auf den Straßen
der bevölkerungsreichsten Region
d Psalmepumpi der Schweiz gesprochene Deutsch
d Märzetüpfli verständlich.
de Gaggalaari das Deutsch der Eidgenossen
s Chlöpfschiit
Schwiizertüütsch
Bäppel Ihre respektlose Sammlung von
Habakuk Slang- und umgangssprachlichen
muff Ausdrücken ermöglicht, auch in
de Glöggliböögg heiklen Situationen sprachlich zu
Puggel überleben. Über 1500 Wörter und
s Güggeli Redewendungen aus dem Alltag,
de Dööschwoo anschaulich erläutert, lassen fast
Kauderwelsch
ISBN 978-3-89416-261-0 alle Verständigungsprobleme
⁄ 7,90 [D] schwinden und bieten einen
amüsanten Einblick.
Begleitendes Tonmaterial
separat erhältlich
Reise Know-How Verlag, Bielefeld 71
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Schwiizertüütsch
Tausendfach in den Medien imitiert, ist wirkliches
Schweizerdeutsch weitgehend
Kauderwelsch
unbekannt. Mit Witz und schweizeri-
scher Gründlichkeit macht eine

Schwiizertüütsch
Züricherin das auf den Straßen
der bevölkerungsreichsten Region
d Psalmepumpi der Schweiz gesprochene Deutsch
d Märzetüpfli verständlich.
de Gaggalaari das Deutsch der Eidgenossen
s Chlöpfschiit
Schwiizertüütsch
Bäppel Ihre respektlose Sammlung von
Habakuk Slang- und umgangssprachlichen
muff Ausdrücken ermöglicht, auch in
de Glöggliböögg heiklen Situationen sprachlich zu
Puggel überleben. Über 1500 Wörter und
s Güggeli Redewendungen aus dem Alltag,
de Dööschwoo anschaulich erläutert, lassen fast
Kauderwelsch
ISBN 978-3-89416-261-0 alle Verständigungsprobleme
⁄ 7,90 [D] schwinden und bieten einen
amüsanten Einblick.
Begleitendes Tonmaterial
separat erhältlich
Reise Know-How Verlag, Bielefeld 71
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:09 Seite 1

Kauderwelsch
Band 71
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:09 Seite 2

Impressum
Isabelle Imhof
Schwiizertüütsch - das Deutsch der Eidgenossen
erschienen im
REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH
Osnabrücker Str. 79, D-33649 Bielefeld
info@reise-know-how.de

© REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH


13. Auflage 2012
Konzeption, Gliederung, Layout und Umschlagklappen
wurden speziell für die Reihe „Kauderwelsch“ entwickelt
und sind urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte vorbehalten.

BearbeitungClaudia Schmidt, Josef Overberg


Layout
Maja Kolakowska
Layout-KonzeptGünter Pawlak, FaktorZwo! Bielefeld
UmschlagPeter Rump (Titelfotos: Christian Müller und Isabelle Imhof)
KartographieIain Macneish
Illustration
aus s'Knüslis, © édition moderne, Zürich, www.strapazin.ch
Foto S. 144: Palma Fiacco
Druck und Bindung Werbedruck GmbH Horst Schreckhase, Spangenberg

ISBN 978-3-89416-261-0
Printed in Germany

Dieses Buch ist erhältlich in jeder Buchhandlung Deutschlands,


Österreichs, der Schweiz und der Beneluxländer. Bitte infor-
mieren Sie Ihren Buchhändler über folgende Bezugsadressen:
Deutschland Prolit GmbH, Postfach 9, 35461 Fernwald (Annerod)
sowie alle Barsortimente
Schweiz AVA-buch 2000, Postfach 27, CH-8910 Affoltern
Österreich Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH,
Sulzengasse 2, A-1230 Wien
Belgien & Niederlande Willems Adventure, www.willemsadventure.nl
direkt Wer im Buchhandel kein Glück hat, bekommt unsere Bücher
zuzüglich Porto- und Verpackungskosten auch direkt
über unseren Internet-Shop: www.reise-know-how.de.

Zu diesem Buch ist begleitendes Tonmaterial erhältlich. Auf


Audio-CD in jeder Buchhandlung Deutschlands, Österreichs,
der Schweiz und der Benelux-Staaten oder als MP3-Download
unter www.reise-know-how.de
Der Verlag möchte die Reihe Kauderwelsch weiter ausbauen
und sucht Autoren! Mehr Informationen finden Sie unter
www.reise-know-how.de/rkh_mitarbeit.php
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Kauderwelsch

Isabelle Imhof
Schwiizertüütsch
das Deutsch der Eidgenossen
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REISE KNOW -H OW
im Internet
www.reise-know-how.de
info@reise-know-how.de
Aktuelle Reisetipps
und Neuigkeiten,
Ergänzungen nach
Redaktionsschluss,
Büchershop und
Sonderangebote
rund ums Reisen
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Kauderwelsch-Dialektführer sind anders!


W arum? Weil sie die Zugerei-
sten – egal ob touristisch oder be-
Die Autorinnen und Autoren
werden Sie immer wieder zum
ruflich – in die Lage versetzen, Schmunzeln bringen und auf un-
das Kauderwelsch der alteinge- terhaltsame Weise die Mentalität
sessenen Bewohner vor Ort mit und und das Lebensgefühl des
all seinen fremdartig und zuwei- jeweiligen Sprachraums vermit-
len lustig klingenden Lauten und teln. Es erwarten Sie sprachliche
Ausdrücken wirklich zu verste- Leckerbissen, gespickt mit um-
hen, und sich in die Lebensart, gangssprachlichen Floskeln, Re-
das Lebensgefühl, die Lebens- dewendungen und lockeren
philosophie der Menschen vor Sprüchen, die den Mutterwitz der
Ort einzufühlen. Denn ein Dia- Bewohner charakterisieren.
lekt ist nie nur eine andere Art zu Glücklicherweise gibt es noch
sprechen, sondern Ausdruck ei- Menschen, ob alt oder jung, zuge-
ner anderen Art zu denken, reist oder einheimisch, die das
fühlen, genießen, leben und zu Hochdeutsche mit Liebe links lie-
lieben. gen lassen und Ihnen mit einer
Wir verzichten daher auf lange gehörigen Portion Dialekt einige
sprachwissenschaftliche Abhand- Rätsel aufgeben. Das gilt natür-
lungen über die Herkunft des lich auch für Wienerisch oder
Dialektes und kommen nach den Schwiizertüütsch.
grundlegenden lautlichen und Und weil’s so schön ist, erfreut
grammatikalischen Unterschie- sich manch ein Dialekt auch weit
den gleich zu dem, was Alteinge- über die eigentlichen Sprachgren-
sessene auf der Straße und zu zen hinaus großer Beliebtheit wie
Hause sprechen. Die Lautschrift z. B. Kölsch, die Sprache der Dom-
lässt die Aussprache ins Ohr ge- stadt am Rhein, oder Berlinerisch
hen, und man wird unweigerlich (man denke da nur an Kennedys
dem Charme, dem trockenen Ausspruch „Ick bin ein Berliner“)
Humor und der bildreichen Spra- oder Sächsisch, das nach der
che der deutschen Dialekte und Wende besonders oft scherzhaft
Mundarten erliegen. nachgeahmt wurde.
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Inhalt
Inhalt

Einleitung

9 Vorwort
11 Hinweise zum Gebrauch
13 Aussprache
15 Das Schweizerdeutsche
21 Regionale Besonderheiten
25 Wörter, die etwas anderes bedeuten
26 Allgemeines Schweizerdeutsch

Konversation

30 Cheib und Chog


31 Spiide, Bloche, Frääse
39 Chlütter, Chiis und Pulver
43 Post
44 Lädele und Poschte
46 Schniposa und Schpagetti Bolo
53 E Wäle riisse
59 Eitsch und Schuger
61 Ufs Hüsli gaa
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Inhalt

63 Choder und Herzpoppere


66 Schnurz und Wurscht
106 Henne-, Hüüne-, Hüperguet
107 Schitter, Hool und Faad
109 Globi, Knorrli, Täät Garee
116 Zweierchischte und Fangise

Anhang

124 Literaturhinweise
129 Register
144 Die Autorin
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8
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Vorwort
Vorwort

L iebe Leserinnen und Leser!


Dieses Buch enthält Ausdrücke, die jetzt in
der Schweiz aktuell und gebräuchlich sind.
Da es große regionale Unterschiede in der
Verbreitung der Wörter gibt, kann mir bei
meiner Suche auch mal ein Wort entgangen
sein. Dazu entstehen oft sehr schnell neue
Ausdrücke, andere sind plötzlich veraltet
und außer Gebrauch. Damit dieses Buch so
aktuell wie möglich bleibt, bin ich auf Eure
Hilfe angewiesen. Teilt mir bitte weitere
Wörter mit, die Ihr unterwegs hört. Schreibt
mir auch, wann und vor allem wo Ihr sie
gehört habt. Für verwertete Ergänzungen
zeigt sich der Verlag mit einem Freiexemplar
der nächsten Auf lage erkenntlich. Ihr er-
reicht mich über die Verlagsadresse.
Schweizerdeutsch ist keine Sprache, son-
dern ein Begriff! Gemeint ist damit die Ge-
samtheit aller deutschsprachigen Dialekte,
die in der Schweiz gesprochen werden. Die
einzige überregionale Sprache ist das
(schweizer) Hochdeutsch, das von vielen
aber bereits als Fremdsprache empfunden
wird. Es kommt immer wieder vor, dass
Deutsche kopfschüttelnd feststellen: „Ihr
Schweizer sprecht zwar Deutsch, aber ich
verstehe kein Wort.“

9
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Vorwort
Tatsächlich erzeugen wir Schweizer häufig ein
Schmunzeln, selbst wenn wir uns bemühen,
Hochdeutsch zu sprechen, denn wir behalten
unsere typisch alemannische Satzmelodie bei.
Oft ist auch unsere Aussprache mehr oder we-
niger stark von unseren Dialekten geprägt.
Diese Eigentümlichkeiten sind aber nicht der
einzige Unterschied. In den „Alpenländern“
haben viele Dialekte die letzten Lautverschie-
bungen nicht mitgemacht. Deshalb werden
viele Wörter anders ausgesprochen, aber die
Vokabeln unterscheiden sich auch sehr häu-
fig vom deutschen Sprachgebrauch. Hier
merkt man die Nähe zu Frankreich und Itali-
en, denn einige dieser Wörter wurden von
dort importiert.
Natürlich können Deutsche damit rech-
nen, überall verstanden zu werden. Es kann
aber sein, dass sie eine Antwort auf Schwei-
zerdeutsch erhalten und dass auch in der
geschriebenen Sprache Ausdrücke aus der
schweizer Umgangssprache verwendet
werden. Um Land und Leute wirklich kennen
zu lernen, ist die Kenntnis der wichtigsten
Begriffe notwendig.
Der Kauderwelsch „Schwiizertüütsch“
stellt sowohl die normale schweizerdeutsche
Umgangssprache vor als auch die „lockere
Sprache des Alltags“ und ermöglicht so den
Zugang zum aktuellen Schweizerdeutsch.
Viel Spaß!
Isabelle Imhof

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Hinweise zum Gebrauch

Hinweise zum Gebrauch


Z unächst werden allgemein die Aussprache
und die Besonderheiten des Schweizer-
deutschen erklärt. Außerdem stelle ich die
ganz „normalen“ schweizerdeutschen Aus-
drücke vor, die im Deutschen anders heißen
und nicht ohne weiteres verstanden werden,
wenn man sie hört. Einige dieser Wörter
klingen zwar wie im Deutschen, heißen im
Schwiizertüütschen aber etwas ganz anderes.
Der zweite Teil des Slang-Bandes
„Schwiizertüütsch“ beschäftigt sich mit der
„lockeren Sprache des Alltags“; das sind Aus-
drücke, die man zwar oft zu hören bekommt,
die man aber nicht unbedingt in einem Wör-
terbuch finden kann.
Das von mir vorgestellte Schweizerdeutsch
stützt sich hauptsächlich auf die Umgangs-
sprache der Region Zürich, der bevölkerungs-
reichsten Gegend der Schweiz. Viele der
Slangwörter und lockeren Redewendungen
werden natürlich meistens von Jugendlichen
verwendet, von jungen Leuten, z. B. in Knei-
pen, Schulen oder Discos. Man kann also
nicht erwarten, dass irgendeine ältere Bauers-
frau oder ein Alphirt diese „Sprache“ spricht.
Die meisten der von mir gesammelten Begrif-
fe sind zwar auch in allen anderen Regionen
verbreitet, werden dann manchmal jedoch
etwas anders ausgesprochen.

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Hinweise zum Gebrauch


Da echter Slang immer Sprache einer ab-
grenzbaren Minderheit (z. B. Schüler, Cliquen
etc.) darstellt, kann es sein, dass bestimmte
Ausdrücke nur in einigen Gegenden vorkom-
men oder dass sie sich nur langsam verbrei-
Es ist klar, dass eine ten. Es ist daher unmöglich zu sagen, ob ein
Sammlung von Wort, das in Zürich total „in“ ist, auch in Bern
Slangwörtern und oder Basel gebraucht wird und umgekehrt.
umgangssprachlichen Slang unterwirft sich keinen starren Regeln
Ausdrücken auch und lässt sich schon gar nicht durch irgend-
Wörter enthält, die welche Grenzen aufhalten. Das bedeutet, dass
nicht gerade piekfein Slang auch nicht gegen Umgangssprachen ab-
sind. Ausdrücke, die gegrenzt werden kann. Denn wenn plötzlich
man nach Möglichkeit viele Leute ein Slangwort benutzen, ist es
nicht verwenden sollte, streng genommen keins mehr.
habe ich mit einem * Da das grammatische Geschlecht eines
gekennzeichnet. schweizerdeutschen Wortes nicht immer mit
dem des entsprechenden hochdeutschen
Wort übereinstimmt, ist bei Hauptwörtern
stets der bestimmte Artikel (de, d oder s)
— manchmal auch der unbestimmte Artikel —
ergänzt:

de Maa der Mann en Maa ein Mann


d Frau die Frau e Frau(*) eine Frau
s Chind(**) das Kind es Chind ein Kind

(*) in der Region Luzern sagt man en Frau


(**) in der Region Bern sagt man ds Chind

Im Anhang dieses Bandes sind alle Ausdrücke


noch einmal stichwortartig und alphabetisch
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Aussprache
geordnet aufgelistet. Die Seitenzahl(en)
dahinter gibt (geben) an, wo ein Wort, ein
Ausdruck oder ein Stichwort und die entspre-
chende Übersetzung im Buch steht. Sucht
man z. B. den Ausdruck is Chämi schriibe,
findet man hinter Chämi die entsprechen-
de(n) Seitenzahl(en).

Aussprache

V on den etwa 6,5 Millionen Einwohnern der


Schweiz sprechen ungefähr zwei Drittel
irgendeinen schweizerdeutschen Dialekt.
Eine überregionale Sprache gibt es nicht.
Ein St. Galler spricht auch zu einer Baslerin
seine eigene Sprache, eine Bündnerin wird
auch in Bern verstanden. Die typischen
Unterschiede sind oft Anlass zu Witzeleien,
andererseits lässt sich durch die Sprache
sogleich erkennen, aus welcher Gegend
jemand kommt.
Grundlage für die vorliegende Sammlung
ist die zürichdeutsche Aussprache. Eine ein-
heitliche Schreibregelung gibt es nicht. Ich
folge mehr oder weniger einer Konvention,
die heute in vielen Sprachbüchern angewen-
det wird (sogenannte Dieth-Schrift), aller-
dings in einer vereinfachten Variante:

Längen werden durch Verdopplung des Buch-


stabens wiedergegeben, z. B. suufe (saufen).
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Aussprache
h wird immer deutlich gesprochen und ist
kein Dehnungszeichen wie im Deutschen.
s vor t und p wird wie ein stimmloses sch
ausgesprochen, z. B. stier „schtier“ (pleite),
oft auch im Wortinnern: „Biischpiil“ (Bei-
spiel).
Die Mitlaute k, p, t werden nicht behaucht!
Bei Ausnahmen (z. B. bei Eigennamen und ei-
nigen Fremdwörtern) wird das h auch ge-
schrieben, um zu kennzeichnen, dass an die-
ser Stelle der Mitlaut doch behaucht wird, z. B.
Thee (Tee).
Das auslautende -e am Wortende wird un-
betont gesprochen (wie deutsch „Liebe“). Ein
doppeltes -e am Wortende wird wie ein langes
e gesprochen, z. B. säckee „säckee“ (müde).
s und z werden in der Regel stimmlos aus-
gesprochen, ch wird immer rau ausgespro-
chen, z. B. wie in „Buch“ oder „Achtung“, nie-
mals aber wie in „Beichte“!
Wenn einem in der Schweiz der Buchstabe
y begegnet (z. B. in der Bezeichnung des Ber-
ner Wahrzeichens Zytgloggeturm (Zeit-
glockenturm, Zeit = Uhr!), wird dieses wie ein
langes i ausgesprochen. In diesem Buch wird
y als ii wiedergegeben - y ist die ältere Schreib-
weise. Der Buchstabe selbst heißt bei vielen
Leuten noch „Ipsilon“ statt „Üpsilon“.
Die Buchstabenfolge üe ist häufig. Dabei
müssen die beiden Laute unbedingt getrennt
gesprochen werden, ein ü gefolgt von einem
unbetonten e, z. B. Müesli (Brei, „Mus“) und
nicht Müüsli (Maus)!
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Das Schweizerdeutsche
Ebenso verhält sich die Buchstabenfolge ie.
Das e muss schwach hörbar sein und ist hier
kein Dehnungszeichen, z. B. lieb (lieb) und
nicht Liib (Leib)!

Das Schweizerdeutsche
D ie sprachliche Situation der Schweiz ist
außergewöhnlich. Da wird, je nach Gebiet,
Deutsch, Französisch, Italienisch oder
Rätoromanisch gesprochen. Die meisten Leu-
te sprechen oder verstehen noch mindestens
eine weitere Landessprache.
DE U T SC H L AN D
FRANKREICH Konstanz
Wettingen Wintherthur
Basel
Zürich St. Gallen
Solothurn
Zug
A
Neuchâtel Luzern Näfels
Bern Schwyz
Altdorf Chur Davos
Thun Brienz
Fribourg

Lausanne Andermatt
St. Moritz
Adelboden Splügen
Montreux
Brig

Genf Sion
Zermatt Lugano
50 km
ITALIEN
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Das Schweizerdeutsche
Es gibt einige Orte, wie z. B. die Städte
Biel/Bienne und Freiburg/Fribourg, die zwei-
sprachig sind.
Hier werden nicht nur die Straßen doppelt
ausgeschildert, auch bei Regierungsversamm-
lungen werden beide Sprachen gebraucht,
und zwar kreuz und quer.
Auch innerhalb der sogenannten Deutsch-
schweiz gibt es keine einheitliche Sprache.
Hochdeutsch wird höchstens für öffentliche
Reden oder im Umgang mit Fremdsprachigen
verwendet.

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Das Schweizerdeutsche
Sonst sprechen alle Schweizer ihren Dialekt,
egal welcher sozialen Schicht sie angehören. Viele Begriffe,
Die Sprache der Gosse unterscheidet sich vor die in den letzten
allem in der Stilebene, also der Wortwahl, Jahren allgemeine
vom Geplauder eines feinen Damenkränz- Umgangssprache
chens. geworden sind, waren
Oft ist es jedoch nicht möglich zu entschei- eigentlich ursprünglich
den, ob ein Wort nun „Slang“ ist oder zur nor- Slangausdrücke.
malen, alltäglichen Umgangssprache gehört.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele
Leute, die ein Wort als Slang
bezeichnen, obwohl es bereits seit dem letzten
Jahrhundert belegt ist. Die Umgangssprache
enthält viele fremdsprachige Ausdrücke, was
den Schweizern manchmal nicht mehr
bewusst ist. So kommt z. B. das Wort Tschoo-
li von ital. ciola und bedeutet in beiden Spra-
chen „Dummkopf“. Ich bezeichne im Folgen-
den die Herkunftssprache nur, wo sie noch er-
kennbar ist.

zur Entstehung

Der Begriff „Schweizerdeutsch“ umfasst alle


alemannischen Dialekte, die in der Schweiz
gesprochen werden. Dass dabei kein Dialekt
dominiert und sich keine Einheitssprache eta-
blieren konnte, lässt sich historisch erklären:
Die Schweiz besteht aus einem Bund ver-
schiedener Staaten (ähnlich wie die USA), die
sich im Laufe einiger Jahrhunderte zusam-
mengeschlossen haben. Dabei gelang es den
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Das Schweizerdeutsche
alten Eidgenossen immer wieder, Machtan-
sprüche einzelner Staaten einzudämmen
und ein politisches Gleichgewicht herzustel-
len. Bis ins letzte Jahrhundert hatte jeder
Staat eine eigene Währung und konnte
Grenzzölle erheben! Den Staaten entspre-
chen heute die Kantone.
Einige Begriffe der alten „Staaten“ haben
sich aber erhalten. So ist z. B. der „Staatsan-
walt“ für seinen Kanton zuständig, die „Bun-
desanwältin“ jedoch für die ganze Schweiz.
Anfang dieses Jahrhunderts wurde den
Dialekten der sichere Untergang vorausge-
sagt. Immer mehr Leute der Oberschicht be-
gannen, Hochdeutsch zu sprechen. In den
dreißiger Jahren entstand eine Gegenbewe-
Wer Hochdeutsch gung, die aus patriotischen Gründen die
sprach, machte sich schweizer Dialekte erhalten wollte. Während
verdächtig. des Krieges war die Sprache ein Mittel, sich
von Deutschland abzugrenzen. Seither
nimmt der Trend zur Mundart weiterhin zu.
Heute werden viele Funk- und Fernseh-
sendungen schweizerdeutsch moderiert.
Nun wird von konservativer Seite der Unter-
gang des (schweizer) Hochdeutschen be-
klagt! Ein wichtiges Argument ist, dass Tes-
siner und Welsche (also italienisch bzw. fran-
zösisch sprechende Landsleute) in der Schu-
le keinen Dialekt, sondern Hochdeutsch ler-
nen und somit in einem Gespräch benach-
teiligt sind.

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Das Schweizerdeutsche
wichtige Unterschiede zum Deutschen

Den deutschen Umlauten „au, eu, ei“ ent-


sprechen die langen Vokale uu, üü, ii, z. B.
Luus (Laus), Lüüt (Leute), Ziit (Zeit).
Das n am Wortende fällt weg, z. B. faare
(fahren).
Die Vorsilben ge- und be- werden gekürzt
zu g- und b-, z. B. bhalte (behalten)
Die einfache Vergangenheitsform (Präteri-
tum) gibt es im Schweizerdeutschen nicht, so
bedeutet „ich bi choo“ sowohl „ich bin ge-
kommen“ als auch „ich kam“.
Mit wenigen Ausnahmen ist auch der Wes-
Fall (Genitiv) verschwunden. Besitz usw. wird
mit vo (von) umschrieben. Deshalb werden
Wörter wie „trotz“ und „während“ mit dem
gebildet, z. B. „trotz dem Regen“ für „trotz des
Regens“.
Viele Fremdwörter werden auf der ersten
Silbe betont, z. B.: Zigarette, Kafi (Kaffee),
Balkon usw.
„kommen“ und „gehen“ werden verdop-
pelt, wenn sie zusammen mit einem anderen
Tätigkeitswort gebraucht werden: „ich
chumm cho hole“ (ich komme kommen ho-
len), „ich gang go(ge) ässe“ (ich gehe gehen
essen). Ähnlich funktioniert der Ausdruck für
„hindurch“, das mit dur ... dure gebildet,
also auch verdoppelt wird, z. B. „dur s Tunell
dure“ (durch den Tunnel durch).

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Das Schweizerdeutsche
Verkleinerung

Man sollte auf jeden Fall vermeiden, einfach


hinter jedes Wort ein „-li“ anzuhängen, selbst
wenn man es häufig zu hören bekommt. Es
kann – falsch angewendet – sehr schnell an-
biedernd oder lächerlich wirken. So ist zum
Beispiel das „Geld“ viel zu wichtig, um „ver-
kleinert“ zu werden. (Es gibt natürlich Aus-
nahmen, z. B. im Wort Stützlisex, der Be-
zeichnung für „Peep-Shows“.)
Wer für die schweizer Währung „Fränkli“
sagt, macht sich gleich als Fremder erkenn-
bar! Manchmal verändert ein Wort durch die
Verkleinerungsform -li seine Bedeutung:
Chind (Kind), Chindli (Baby).

Besonderheiten bei geschriebenen Texten

Zeitungen oder Briefe sind normalerweise in


schweizer Hochdeutsch abgefasst. Man wird
darin bestimmt einige Ausdrücke antreffen,
die man noch nicht kennt. Meistens handelt
es sich dabei um Wörter, die aus Dialekten
eingeflossen sind und einfach „deutsch“ ge-
schrieben wurden. Diese Ausdrücke werden
Helvetismen genannt und sind auch in der
schweizer Literatur sehr verbreitet.
Das Zeichen ß wurde vor ca. 60 Jahren ab-
geschafft und durch ss ersetzt.
CH ist das offizielle Landeskennzeichen. Es
ist die Abkürzung von Confoederatio Helvetica
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Regionale Besonderheiten
(Schweizerische Eidgenossenschaft) und
dient häufig als Kürzel für „Schweiz“: CH-Bür-
gerin (schweizer Bürgerin).
Das von der linken Presse eingeführte
große „I“ in der Wortmitte wurde anfänglich
belächelt. Es soll die Frauen jeweils ausdrück-
lich mit einschließen, ohne dass ein Wort
zweimal geschrieben werden muss, z. B. Leser-
Innen (Leserinnen und Leser). Mittlerweile
hat das große „I“ aber auch in etablierten Blät-
tern Einzug gehalten und setzt sich immer
mehr durch.

Regionale Besonderheiten
Berndeutsch

D ie zweitgrößte Sprachregion wird von


berndeutschen Dialekten gebildet. Auch hier
Selbst innerhalb der
Stadt Bern gab und
gibt es völlig
gibt es keine Einheitssprache. verschiedene
Eine Bernerin oder einen Berner erkennt Varianten. Die
man ziemlich schnell an ihrer Eigenart, die berühmteste von
Laute ungewöhnlich zu dehnen. diesen hieß
Weitere Unterscheidungsmerkmale sind: Matte Änglisch (Matte
Die Höflichkeitsform wird noch mit Diir (Ihr) ist das traditionelle
und Euch gebildet. Arbeiterviertel der
Das l wird am Wortende, manchmal auch Stadt Bern), das aber
im Wortinnern, fast wie ein „u“ ausgespro- inzwischen leider
chen (genauer: wie das englische w): ausgestorben ist.
21
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Regionale Besonderheiten
Berndeutsch: Zürichdeutsch:

viel viu vill


alle aui (a und u getrennt) alli
erzählen verzeue (e und u getrennt) verzele
Kirche d Chiuche (i und u getrennt) d Chile

-nd wird manchmal zu ng: de Hung (Hund), d


Stung (Stunde)
aa wird zu ei: geit (geht), zürichdeutsch: gaat
au wird zu ou: s Outo (Auto)
Berndeutsch enthält unzählige Wörter, die es
sonst nirgends gibt. Einige sind lautmale-
risch, andere „Importe“ aus anderen Spra-
chen, z. B. aus dem Französischen. Vielleicht
hat sich gerade aus diesem Grund die Berner
Dialektliteratur so verbreitet. In allen Regio-
nen gibt es Mundartautoren und -autorin-
nen. Aber nur die berndeutsche Literatur
kommt auch bei einem breiten Publikum an.
Der Begriff Das gleiche gilt übrigens für die Rockmusik.
„Berner Rock“ wird Gruppen und Interpreten, die in einem ande-
heute mit ren Dialekt singen, haben es schwer; deshalb
Mundartrock weichen die meisten auf Englisch aus.
gleichgesetzt.
Hier eine Auswahl typischer Berner Aus-
drücke:

geng jeweils
liire, prichte plaudern
näär nachher
sider seither
22
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:10 Seite 23

Regionale Besonderheiten
wiene Moore sehr, wahnsinnig (wie eine Sau)
u dä! na und? (und dann)
de Giel Junge, junger Mann (gerspr.: „giu“)
s Müntschi Kuss
de Louerihung Langweiler (trödelnder Hund)
de Schigg Kaugummi
säg ejnisch! sag mal! sag einmal

Baseldeutsch

In der Region Basel wird ein dem Elsässischen


verwandter niederalemannischer Dialekt ge-
sprochen. Folgende Merkmale sind auffällig:
ch (k), p und t werden manchmal (leider
nicht regelmäßig!) weich wie g, b, und d aus-
gesprochen: Daig (Teig), glai (klein).
23
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:10 Seite 24

Regionale Besonderheiten
langes ü wird zu ie: Gmiet (Gemüt)
kurzes ü wird zu ii: Fliigel (Flügel)
ö wird zu e: Eel (Öl)
aa wird zu oo: Doope (zürichdeutsch: Taape =
Hand, Pfote)

weitere Dialekte

Bündnerdeutsch unter- Bündnerdeutsch: Während in der restlichen


scheidet sich ziemlich Schweiz die Mitlaute selten bis nie behaucht
stark von den anderen werden, ist hier gleich das Gegenteil der Fall:
schweizer Dialekten. Es das h wird deutlich hörbar ausgesprochen.
„singt“ noch stärker, Die Stadt Chur heißt also korrekt bündne-
man merkt die Nähe risch Khuur. Erhalten haben sich auch For-
zu den romanischen men wie „si sägend“ für „sie sagen“.
Sprachen - in Schweizer aus der Innerschweiz (um
Graubünden wird Luzern) erkennt man am häufigen Gebrauch
neben Deutsch auch des Wortes rüüdig, was „viel, sehr“ bedeutet.
Rätoromanisch und Für St. Gallen und die Ostschweiz sind die
Italienisch gesprochen. Ausdrücke en Aart und welewääg (= vermut-
lich) typisch. Der Ausdruck en Aart hat viele
Funktionen, er kann „ungefähr“ bedeuten,
aber auch einfach nur ein Füllwort sein.
Außerdem erkennt man Ostschweizer an dem
sehr hell ausgesprochenen a.
In den Berggebieten haben sich noch wei-
tere, uralte Dialektformen erhalten. Es würde
aber zu weit führen, diese alle hier aufzulisten.

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Wörter, die etwas anderes bedeuten


Wörter, die etwas anderes bedeuten
F olgende Wörter führen oft zu Missver-
ständnissen, weil sie im Deutschen nur
scheinbar dasselbe bedeuten wie im Schwei-
zerdeutschen.

schnore viel reden, bluffen


chlööne jammern
laufe gehen
schmöcke riechen
realisiere sich bewusst werden
müesam unangenehm
Peperoni Paprika
Paprika Paprikagewürz
fäge wischen
wüsche fegen
extra absichtlich
de Rock Kleid
d Pfane Topf
de Sack Tasche
de Schnurre Schnauze
schmeisse werfen
s Rüebli Möhre

Aber selbst wenn manche eigentlich gleich


lauten und auch dasselbe bedeuten, schaffen
es die Schweizer dennoch, sich vom
Deutschen zu unterscheiden:

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Allgemeines Schweizerdeutsch
zensuriere zensieren
campiere campen
parkiere parken
probe probieren, proben
d Reservation Reservierung
d Renovation Renovierung
d Redaktorin Redakteurin
de Unterbruch Unterbrechung

Allgemeines Schweizerdeutsch
I n diesem Kapitel sind die eher „normalen“,
allgemeinen schweizerdeutschen Ausdrücke
gesammelt und alphabetisch geordnet. Die
folgende Liste stellt nur eine Auswahl dar.
Nicht aufgenommen wurden Ausdrücke und
Bezeichnungen, die sich nicht besonders vom
Hochdeutschen unterscheiden und die man
ohne weiteres versteht.

Aalass, de Veranstaltung
aaschiinend offenbar
abhandechoo verlieren
abwägig seltsam, ungewöhnlich
amigs jeweils
Badi, d (Abk.) Schwimmbad
bäffzge kläffen (Hund)
Billet, s Eintrittskarte
blüttle nackt/oben ohne
sonnenbaden
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Allgemeines Schweizerdeutsch
Büs(s)i, s Katze
Chilbi, d Rummelplatz (urspr. Kirchweihe)
Chlapf, de Knall
Chlepper, de altes Pferd, Klepper
chlöpfe knallen
chlüttere herumwerkeln
Chlütteri, de Heimwerker
Chöpfler, de Kopfsprung
chräsme klettern
Chrottepösche, d Löwenzahn
diffissiil heikel, schwierig, (frz. difficile)
empfindlich
eige eigenartig, eigenwillig
exgüsi Verzeihung
faktisch tatsächlich, in Wahrheit
figge schaben
frequentiere besuchen, teilnehmen
gang und gäb üblich
Geiss, d Ziege
göötsche planschen
gsamthaft insgesamt
Gstürm, s Aufregung
Gupf, de Hügel
halbbatzig halbherzig
handcherum andrerseits
Heftli, s Zeitschrift, Heft
huure kauern
iidrücklich beeindruckend
larsch freizügig (frz. large)
Laufmeter, am ständig
lääre gießen
lisme stricken
lödele wackeln
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Allgemeines Schweizerdeutsch
lose hören
lottere wackeln
luege gucken
lugg lose
lüüte klingeln
Manggo, s Mangel, Nachteil
Matte, d Wiese
meini scheint mir
miniim geringfügig
mitenand zusammen
mööne summen
motte schwelen
Mungge, d Murmeltier
Muni, de Stier
Mutz, de Bär
Mux, de Regung
nodere stochern
nöisle stöbern, wühlen
oomächtig vertrackt
öppe ungefähr
öpperem jem. gleichen
naaschlaa
opportun angebracht
Platz nää sich setzten
pöpperle anklopfen
Quantum, es viel
rächts ...
(Post) refüsiere Annahme verweigern
Reuel, de Kater
Riitschuel, d Karussell
Ross, s Pferd
Rössliriiti, d Karussell
schier beinahe
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Allgemeines Schweizerdeutsch
schiints es scheint
Schroppe, de großer Stein
schwadere planschen
Schwämm, d Wildpilze
Stutz, de steiles Wegstück
Summervogel, de Schmetterling
Tätsch, uf ein plötzlich
Tobel, s Waldschlucht
tööne klingen
tschägget gefleckt
tupfegliich genau gleich
umepröble ausprobieren
undertags tagsüber
urchig urig
uuflupfe aufheben
verrumpfle zerknittern
versuume verpassen
voorig übrig
voorwegg/-zue von Fall zu Fall
vorig soeben
Wejer, de Teich
x-öpper irgend jemand
zäme zusammen
zueschletze (Tür) zuschlagen

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Cheib und Chog


Cheib und Chog

U m Cheib und Chog dreht sich so manches.


Die ursprüngliche Bedeutung dieser beiden
Wörter („Kadaver“) ist nicht mehr gebräuch-
lich. Deshalb müssen sie für alles mögliche
herhalten. Alleine stehend haben sie etwa die
Bedeutung „Kerl“ oder auch abwertend
„Dummkopf“. In zusammengesetzten Aus-
drücken bedeuten sie:

(Bezeichnung für ale Cheib, ale Chogs alles mögliche


größere Gegenstände) dää Cheib diese(s) Ding/Sache
Dää cheibe Chog! Dieser Mistkerl!
Tumme Cheib! Dummkopf!
choge-/cheibemäässig viel, sehr
choge tumm sehr dumm
cheibe schöön sehr schön
schööns cheibe Meitli durchtriebenes
Mädchen
s Chögli durchtriebene
Person
s choge Züüg dumme Sache
d Cheiberej dummer Spaß
vercheibe etw. verderben
Was cheibs machsch? Was zum Teufel
machst du?
en Chog vonere Rächnig hohe Rechnung
choge vill Gäld viel Geld

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Spiide, Bloche, Frääse


Das choscht cheibe vill!
Das isch cheibe tüür!
Das ist ganz schön teuer!

en Cheib haa einen Rausch/Suff


haben
de Spinncheib Wirrkopf
cheibe laufen, rennen; auch: fluchen,
abcheibe abhauen, schimpfen (lauthals)
wegrennen
umecheibe hin- und her-
rennen, laut toben aufgeregt umherdüsen

Spiide, Bloche, Frääse


Unterwegs...
D ie Schweiz verfügt über das dichteste
Eisenbahnnetz Europas. In Berg- und Rand-
gebieten wird der öffentliche Verkehr von der
Reisepost betrieben. Die zwei größten Bahn- Bahnreisen sind nicht
betriebe sind die Schweizerischen Bundes- gerade billig.
bahnen (SBB) und die staatliche Rhätische Wer jedoch häufig
Bahn (RhB). unterwegs ist, kann ein
Daneben gibt es unzählige kleinere Privat- Halbtaxabo
bahnen, die meistens auf Nebenlinien fahren. (Halbpreisabonne-
Die Fahrpläne der verschiedenen Betriebe ment) lösen.
sind jeweils aufeinander abgestimmt, und die Damit fährt man ein
Fahrscheine können überall für die gesamte Jahr lang zum halben
Strecke gelöst werden. Preis.
Auf den meisten Linien verkehren die Züge
stündlich.

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Spiide, Bloche, Frääse


Einige Städte haben ein Verbundsystem ein-
geführt. Innerhalb der gewählten Zonen kann
man mit einem Fahrschein alle öffentlichen
Verkehrsmittel benutzen, meist innerhalb ei-
ner bestimmten Zeit.

... mit dem Zug und der S-Bahn

de Schlitte Straßenbahn
de Lumpesammler letzte Straßen- oder
S-Bahn
de Kondi (Abk.) de Kondüktör Schaffner
s Perron Bahnsteig
s Billet Fahrkarte
s Rötuurbillet Rückfahrtskarte
(Abonnement) s Abo (Abk.) Mehrfahrtenkarte
d Holzklass Bahn: 2. Klasse; Flug-
zeug: Touristenklasse
de Rank Kurve
pressant eilig
pressiere eilen
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Spiide, Bloche, Frääse


... zu Fuß

Mit der Bahn kommt man fast überall hin. Es


lohnt sich aber auch, mal zu Fuß zu gehen
und die Landschaft zu genießen. Es gibt ein
ganzes Netz von Wanderwegen, dazu speziel-
le Wanderkarten und Wanderführer, die man
am besten vor Ort ersteht.

s Trottuar Gehsteig (frz. trottoir)


de Fuessgängerstreife Zebrastreifen
d Tole Gully
tschumple, stifle, gehen
stoffle, laufe, tschalpe
cheibe, seckle, eilen,
sieche, hase, rennen
weible, en Spurt riisse
laufe wiene schwangeri watscheln wie eine schwangere
Bergänte Bergente watscheln
gumpe springen
uufjucke aufspringen
zackig, tifig, zügig schnell
Dampf uufsetze sich beeilen (Dampf aufsetzen)
düüse, spiide, bloche, düsen,
pfure, schnüüze, fäge speeden
i eim Garacho sehr schnell (Karacho)
fahren oder laufen
en Zacke druff haa einen Zahn
drauf haben
uusschlipfe ausgleiten
uf d Schnure gheje, stürzen, auf die
schnätzle, büchse Schnauze fallen
Es hätt mi glitzt. Ich bin gestürzt.
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Spiide, Bloche, Frääse

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Spiide, Bloche, Frääse


... mit dem Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Im Autoverkehr gelten


Autobahnen 120 km/h, auf den übrigen etwa dieselben Regeln
Straßen 80 km/h und in Ortschaften 50 wie im übrigen
km/h. Die Benutzung der Autobahnen muss Mitteleuropa.
man jedes Jahr bezahlen. Man ersteht eine
Vignette (Aufkleber) an der Grenze, an Tank-
stellen oder an Poststellen und klebt diese an
die Windschutzscheibe. Nicht aufgeklebte
Vignetten sind ungültig!

de Chare, Karre, (Karre)


d Bläächguutsche Rostbeule (Blechkutsche)
d Bäne, de Göppel, Auto, Kiste
de Chlapf, d (Chlöpf)Gelte, (Bottich)
d Chischte
de Schlitte Schlitten
de Kaan, s Amifass, großes Auto,
s Amischiff Amischlitten
de Dööschwoo Ente (frz. deux chevaux)
zwei Pferde
de Tschingge-Rucksack Fiat 500 (ital. cinquecento
„Italiener“-Rucksack = 500)
d Oggasion Gebrauchtwagen (frz. occasion)
Gelegenheit
de Camion LKW
de Car Reisebus
de Schofför, d Schoffös Fahrer(in)
d Liechtsignalaalaag, Ampel
s Liechtsignal, s Rotliecht
de Garaschischt Autohändler
de Mech (Abk.) Mechaniker
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Spiide, Bloche, Frääse


de Moscht Benzin
de Finke Autoreifen
s Billet, de Faaruuswiss Führerschein
en Platte haa Reifenpanne
haben
S Auto/de Motor Motorschaden
(... hat sich hingelegt) isch abgläge.
(Das Auto hat sich S Auto isch abghuuret.
niedergekauert.) fuuge, frääse fahren
umefuurze nervös
umherfahren/
gehen
vorfaare überholen
en Flade mache einen Unfall
bauen
verchare jem. überfahren
Er isch vercharet worde. Er ist über-
fahren worden.
es chesslet, es chlöpft, es kracht
es chüblet, es tätscht
zämechare zu Schrott
fahren
abbruchriif schrottreif
(Höllenzahn) en Hölezaa große Ge-
schwindigkeit
(auf den Klötzen uf d Chlötz staa Vollbremsung,
stehen) in die Bremsen
steigen
brüsk unvermittelt
lüftle Luft aus Reifen
entweichen
lassen
stöpple autostoppen
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Spiide, Bloche, Frääse

... mit dem Zweirad

s Welo Fahrrad
pedale, trampe, radeln
welofaare
s Wäschpi Vespa (Wespe)
de Töff, s Töffli, Töff-Töff,
s nervöse Welo Rostlaube (nervöses Fahrrad)
de Pfupf, Mofa (nur Mofa)
de Schnäpper,
de Sackgäldvergaaser (Taschengeldvergaser)

Polizei

Die Polizei hat sich in den letzten Jahren an


allerhand Bezeichnungen gewöhnt. Trotzdem
sollte man die folgenden Begriffe einem Poli-
zisten gegenüber besser nicht gebrauchen.
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Spiide, Bloche, Frääse


de Polüpp, de Tschugger, Polizist
de Schmierlappe
d Schmier, d Tschuggerej, Polizei
d Schrooterej
(Blechpolizist) de Bläächpolizischt Starenkasten,
Radarfalle

Ordnungssündern droht „en Blaue“ (Straf-


zettel) oder sogar:

de Brief abgää, Führerscheinentzug


s Billet verlüüre
s Chefi, d Chischte Gefängnis
(hinten) dihine im Gefängnis
hinderechoo ins Gefängnis müssen
abhocke Strafe absitzen
d Winde Jugendheim,
Erziehungsheim
filze filzen (Polizei)

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Chlütter, Chiis und Pulver


Chlütter, Chiis und Pulver
Kohle, Zaster, Knete

D ie Schweiz ist für viele Sinnbild für Reich- In den Städten, vor
tum. Trotzdem gibt es auch hier viele Leute, allem in Genf und
die sehr bescheiden leben müssen. Zürich, sind
Mietwohnungen
geradezu
de Stutz, d Stütz, Kohle, Zaster, unerschwinglich
de Chlotz, de Chiis, Knete, Mäuse, geworden.
de Chlütter, d Möps, Möpse, Kies,
de Pulver, d Iseli, d Chöle, etc.
de Stei, de Traat,
d Hämmer
Flüssigs Bargeld, Flüssiges
s Rötuurgäld, s Usegäld Wechselgeld
s Münz Kleingeld
de Karsumpel, de Bättel Habe
s Sackgäld Taschengeld,
lumpige Summe

Bedauernswert, wer blääche oder sogar (blechen)


s hool Händli mache muss.

blääche, berappe, zahlen


d Iseli füre mache (die Eisenstücke
s segg haa den genauen hervornehmen)
Betrag haben (es trocken haben)
en Hunderter ligge laa 100 Franken
ausgeben
bröösmele, chnüüble Geld hervorklauben
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Chlütter, Chiis und Pulver

verpulvere, (viel) ausgeben,


verchlöpfe verpulvern, auf
den Kopf hauen
verloche zum Fenster
herauswerfen
(in den Kamin is Chämi schriibe abschreiben,
schreiben) aufgeben
usem eigne Sack zale auf eigene Kosten
bezahlen
in eigne Sack zale in die eigene
Tasche abzweigen
s hool Händli mache betteln, eine hohle
Hand machen
abluchse erschnorren
känn rote Rappe haa völlig blank sein

Es hätt en glitzt.
Er ist bankrott.
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Chlütter, Chiis und Pulver


(chnoche) stier (total) pleite
überrisse überhöht (Preise)
verquante, verschachere verramschen

Da sind schon diejenigen besser dran, die


us em Schniider sind:

en Schnitt mache Profit machen


useluege Gewinn bringen
garniere verdienen
en Vierer (Föifer) lupfe vier-(fünf-)
tausend verdienen (brutto)

Ich bin saniert.


Ich habe genug Kohle gemacht.

us em Schniider sii die Durststrecke (aus dem


hinter sich haben Schneider sein)
gstopft reich, versnobt
uf em Gäld hocke geizig sein (wie eine Kröte auf
wiene Chrott dem Geld hocken)
de Chnoorzi, Geizhals
de Rappespalter

Scheine und Münzen

e Megatone 1 Million Franken


Kilo, Riis, 1000-Franken-Schein (Riese)
Tone
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Chlütter, Chiis und Pulver


Der 500-Franken- zwee Rise 2000 Franken
Schein wurde in der halbi Tone 500-Franken-Schein
8. Serie (1995) Lappe, Blatt 100-Franken-Schein
durch den 200- Füffzgerlappe 50-Franken-Schein
Franken-Schein Pfund 20-Franken-Schein
ersetzt. Wer noch einen Dietschi (ital. dieci = zehn)10-Franken-Schein
hat, kann ihn aber Schnägg, Tole, Föifliiber 5-Franken-Münze
noch immer Zweifränkler 2-Franken-Münze
umtauschen. Einfränkler 1-Franken-Münze

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Post

Post
Telefonieren

T elefonieren ist genauso einfach wie in


Deutschland. Die meisten Telefonzellen kann Man kann aus allen
man jedoch nur noch mit einer Telefonkarte Telefonzellen ins
(Taxkarten) benutzten, die man an Tankstel- Ausland telefonieren
len oder Postämtern bekommt. Die Auskunft und sich auch
erreicht man unter der Nummer 111, Tele- anrufen lassen.
fonnummern aus dem Ausland können un-
ter Nr. 1152 (für Deutschland), Nr. 1151 (für
Österreich) und 1153 (für Frankreich) erfragt
werden. In den Telefonbüchern sind außer-
dem eine Reihe weiterer Dienstleistungsnum-
mern aufgeführt.

am Traat hange, funke


telefonieren

Ich han XY am Traat!


Ich habe XY an der Strippe!

d Telefonitis haa oft und aus geringem


Anlass telefonieren
en Funk gee, aaschäle, anrufen
aalüüte

Biim mer e Messitsch übere!


Gimmer es foun! Gimmer es Telefoon! (Beam mir eine
Ruf mich an! Message ‘rüber!)
(engl. phone = Telefon)

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Lädele und Poschte


A- und B-Post

Die Zwei-Klassen-Post wurde 1991 unter hef-


tigen Protesten der Bevölkerung eingeführt.
Theoretisch sollten A-Post-Briefe am folgen-
den Tag ihr Ziel im Inland erreichen, die
B-Post dagegen sollte länger auf die Beförde-
rung warten.
Wichtig zu wissen ist, dass man Briefe aus
dem Ausland in die Schweiz mit einem A ver-
sieht, da sie sonst einige Tage liegen bleiben.

Lädele und Poschte


Einkaufen

D ie Geschäfte haben je nach Kanton bis


18.30 / 19.00, teilweise bis 20 Uhr auf, sams-
tags bis 16 oder 17 Uhr. Abendverkauf ist mei-
stens donnerstags (bis 21 Uhr). Sonntags sind
bis auf ein paar Blumengeschäfte und Kondi-
Ein Ziitsörfer toreien nur die Flughafen- und Bahnhofsge-
(Zeitsurfer) ist immer schäfte geöffnet. Für Touristenorte gelten oft
nach dem letzten Ausnahmeregelungen
Schrei gekleidet und
gibt Unmengen von lädele, poschte einkaufen
Geld aus, um modisch de Ladehüeter schlecht
auf dem letzten Stand verkäufliches Stück
zu sein. de Floomi Flohmarkt
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Lädele und Poschte


Flohmärkte finden meist samstags statt. Die
genauen Daten werden in der Tagespresse ver-
öffentlicht.
Kleidung (d Aaleggi, s Tönü) und Schuhe
sind vergleichsweise billig. Wer sich von Kopf
bis Fuß neu einkleiden möchte, findet im Fol-
genden ein paar nützliche Ausdrücke:

de Göx, de Tschäpper Hut


d Chappe Mütze
d Dächlichappe Schirmmütze
s Bere, de Globihuet Baskenmütze
s Liibli, s Tii-Schi T-Shirt
s Underliibli Hemdchen
d (Under)Höös (Unter)Hose
s Jäggli Cardiganjacke
de Tschoope Anzugjacke
de Püll (Abk.), de Puli Pullover
d Schaale, s Gwändli Anzug
s Übergwand Overall
d Chegelfänger (Mz.) Knickerbocker,
Wanderhose
id Hose stiige eine Hose
anziehen
de Schüpp Rock
de Rock Kleid
s Fäändli, de Lumpe billiges Kleid
d Quadraatlaatsche (Mz.) große Schuhe
d Finke (Mz.) Pantoffeln
d Schlaarpe (Mz.) ausgetretene
Schuhe (frz. Jupe)
d Heilandsandale (Mz.) offene Herren-
sandale
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Schniposa und Schpagetti Bolo


Hier das „Zubehör“:

(Nasenfahrrad) s Nasewelo Brille


de Naselumpe, Taschentuch
s Nastuech,
s Böögenalbum
de Flooräche Kamm
(Zierleiste) d Zierliischte Armband
de Bändel Band (jeder Art)
de Schuebändel Schnürsenkel
de Sack Tasche

Schniposa und Schpagetti Bolo


Rund ums Essen

Die meisten Kneipen


D ie traditionellen Essenszeiten heißen de
Zmorge („zu Morgen“: Frühstück), de Znüüni
bieten mittags ein („zu neun Uhr“), de Zmittag („zu Mittag“:
preiswertes Mittagessen), de Zvieri („zu vier Uhr“), de
Sondermenü an. Znacht („zu Abend“: Abendessen).
Nach 22 Uhr werden Die folgenden Ausdrücke bezeichnen, auf
häufig keine warmen welche Arten und Weisen ein Schläckmuul
Speisen mehr serviert. (Leckermaul) so alles schnabuliere (schlem-
men) oder ein Frässcheib bzw. Frässack
(Vielfraß) etwas in sich hineinschaufeln und
verdrücken kann:

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Schniposa und Schpagetti Bolo


fuude inebiige
ineschuufle spachtle
habere frässe
chafle (nagen) schläcke (lecken)
mampfe fuetere
inerüere iiwerfe
vertrucke abetrucke
öppis in Grind ietrucke

Es folgen einige humoristische Varianten und


Wortspielereien. Zumindest die ersten beiden
Ausdrücke sollten von jeder Kneipenbedie-
nung verstanden werden:

Schniposa(bi)
Wiener Schnitzel mit
Pommes frites und
Salat (und Bier)

Schpagetti Bolo
Spaghetti Bolognese
(Hackfleisch und Tomaten)

de Gumiadler, Hähnchen,
s Güggeli Gummiadler
s Pulee Hühnchen (frz. poulet)
de Mischtchratzer junges
Hähnchen
s Hacktätschli Boulette
s Blätzli Schnitzel

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Schniposa und Schpagetti Bolo


s Voorässe Ragout
s Gnagi, s Schüfeli, Eisbein
s Rippli
de Hamme Schinken
d Schuesole zähes Schnitzel
(Schuhsohle) de Fraass Essen, Fraß
de Schlangefraass, Schweinefraß,
en truurige Fraass Schlangenfraß
Teiggaffe (Mz.) Nudeln
(allgemein) Chineese-Schotter (Mz.) Reis
d Vierkantrööschti Pommes frites
natüür ohne Zusatz, pur

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Schniposa und Schpagetti Bolo


Gemüse

Nach so viel Fleisch und Kalorien hier die


gesündere Kost:

de Nüsslisalat, Feldsalat
de Nüssler
de Lauch Porree
d Rüebli (Mz.) Möhren
d Rande rote Bete
d Peperoni Paprika
d Chefe Zuckererbsen
d Zuggetti Zucchini
rüschte Gemüse putzen
de Chabis Kohl

Desserts und Süßspeisen

de Sandsturm trockenes Gebäck


d Patisserii süßes Gebäck (Gebäck)
de Gnussnipfel Nussgipfel
d Sturzwälderschwaarte Schwarzwälder
Kirschtorte
de Biber(flade) gefüllter
Lebkuchen
de Tirggel, s Läckerli Honiggebäck
d Wäje, d Dünne Obstkuchen
de Eiterrieme Cremeschnitte (Gebäck)
d Schnudertüüte Cremetüte (Gebäck)
de Raam, de Nidel Sahne

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Schniposa und Schpagetti Bolo


s Nidelzältli, s Raamtäfeli Sahne-Karamel
(frz. coupe = Becher) de Cup Eisbecher
(Mohrenkopf) de Moorechopf Negerkuss
de Chöitsch, Kaugummi
de Chätschgummi
s Zältli, s Täfeli Zuckerbonbon
(Bärendreck) de Bääredräck Lakritze
d Spanischi Nüssli (Mz.) Erdnüsse
s Schläckzüüg Süßigkeiten
räss salzig
aamächelig, gluschtig verlockend
fuere schnell sättigen
chüschtig, wäärschaft deftig
(z. B. Fleisch) de Mocke dickes Stück

Frühstück

Das Schönste zum Schluss: das Original-


Müesli! Dieses Müesli hat nichts mit Trocken-
früchten und kiloweise Getreidef locken zu
tun, sondern sollte als Diätspeise Magen-
beschwerden heilen und als Rohkostspeise zu
einer gesünderen Lebensweise führen.
Der Erfinder, Dr. Bircher, wurde anfangs
von der Ärztegesellschaft nicht ernst genom-
men, erzielte dann aber mit seiner
Ernährungslehre enorme Heilerfolge. Das
Müesli enthält alle wichtigen, aber keine über-
f lüssigen Nährstoffe. Hier das originale
Rezept:

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Schniposa und Schpagetti Bolo


Original Bircher-Müesli für 1 Person
1 El Haferflocken (nicht mehr!) mit etwa
50 ml Wasser und dem
Saft einer 1/2 Zitrone vermischen. Dann lässt
man das Ganze kurze
Zeit quellen. Als nächstes
kommt
1 El gezuckerte
Kondensmilch dazu (ersatzweise kann
man auch Yoghurt und
Honig nehmen). In diesen
Brei wird mit der Bircher-
raffel (speziell entwickelte
Apfelreibe, die in jedem
schweizer Supermarkt
erhältlich ist)
1 großer,
säuerlicher Apfel gerieben. Schließlich
kommt noch
1 El geriebene
Haselnüsse dazu. Gut unterrühren!

Wer es doch lieber etwas „ungesünder“ mag,


der sei aufs liebe Brot verwiesen:

s Pariiser Brot Baguette


s Gipfeli Hörnchen
d Züpfe, Brot in Zopfform, (das typische
de Zopf aus Milchhefeteig Sonntagsbrot)
s Büürli, s Weggli, Brötchen
s Schlumbergerli
en Schole Hampf ein Stück Brot

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Schniposa und Schpagetti Bolo


Der Schabziger ist ein scharfer Frischkäse, der
mit viel Kräutern angereichert nach einem
Geheimrezept in Glarus hergestellt wird. Die
fertige Käsemasse wird in eine Kegelform ge-
presst und getrocknet. Dadurch schmeckt der
Ziger sehr salzig und wird deshalb am besten
gerieben oder zerkrümelt und mit Butter
gemischt verzehrt.
Auf den Alpen wird ein Frischkäse (ähnlich
dem italienischen Ricotta) hergestellt, der
ebenfalls Ziger genannt wird.
Dieser ist aber weiß, weich und
mild im Geschmack. Daraus wird
z. B. der Zigerchrapfe hergestellt,
ein in Öl gebackener Teig mit Zi-
gerfüllung, der süß und gut
schmeckt!

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E Wäle riisse
E Wäle riisse
Durch Bars, Kneipen und Discos

E in strenges Gesetz verbietet den meisten


Kneipen den Alkoholausschank nach halb ein
Uhr nachts. Spätestens um 0.30 Uhr werden Discos laufen
die Gäste ziemlich deutlich zum Gehen auf- manchmal als
gefordert. In größeren Städten gibt es ein paar Privatclubs,
Ausnahmen, dort bezahlt man dafür nach d. h. es darf
23.30 Uhr den doppelten Preis. Dann gibt es offiziell gar kein
noch die legalen und illegalen Parties und Alkohol verkauft
Nachtbars, die oft bis zum Morgengrauen werden.
dauern. Hierüber kann man sich am Besten
in Szene-Blättern oder einschlägigen Kneipen
informieren. Oft liegen auch Info-Kärtchen in
Plattenläden und Boutiquen aus.

d Beiz, d Chnele, Kneipe,


d Tankstell, de Spunte, Spelunke
d Trinkgäldhööli
d Schwachstrombeiz alkoholfreies
Restaurant
d Trinkgäldsüüle, Bedienung
de Saaltöff,
d Serwierdüüse,
de Serwierschlitte
iizie kassieren (einziehen)
de Beizer Wirt
frei haa Freizeit haben
zum Loch use zur Tür hinaus (löitsche = herum-
uf d Löitsch gaa bummeln gehen streichen, streunen)
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E Wäle riisse
uf d Gass gaa, Gassi gaa, ausgehen
in Uusgang gaa,
uf d Szene gaa,
under d Lüüt gaa
s Gaudi haa, vergnügt sein,
(engl. scene) e gueti Ssiin haa, Gaudi haben
s luschtig haa
uf de Szene da sein, wo was
los ist
schwanze schlendern
(von engl. to dance, däänze, muuve tanzen
to move) (di ganz Nacht) (die Nacht)
duremache durchmachen
überborde, sich ausleben
(eine Welle reißen) e Wäle riisse
s Fäscht, de Feez Fete, Party
es Fäscht boue eine Party
steigen lassen

Was isch hüt loos?


Wo läuft was ab?

Im XY isch öppis guets loos.


Im XY ist heute was los.

Zum Genuss gehören dazu:

d Vergnüegigskurve Augenringe
s Schmöckiwasser Parfüm
gschläckt sii geschniegelt sein

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E Wäle riisse
Trinken

d Spritkomode Hausbar
d Sumpftuur, d Bier- Sauftour
safari, d Pintecheer
eis go zie, eis go hebe, etwas trinken/
eis go blaase, heben gehen
eis go kippe
eis go schnappe/ losziehen, auf die
schlucke Schnelle ein
Glas trinken gehen
umesumpfe in einer Kneipe (herumsumpfen)
viel saufen
suufe, spüele, inhaliere, übermäßig (saufen), (inhalieren)
güle, güügele, tanke, saufen, (jauchen)
lööte, inegüddere, abesteletanken (runterstellen)
en Bode legge sich eine Grund- (einen Boden legen
lage schaffen = vor dem Trinken
e Fläsche hööle eine Flasche leeren etwas essen)
e Rundi zale eineRundeausgeben

Getränke

Haaneburger Leitungswasser
s Blööterliwasser, Mineralwasser oder Natursekt
s Görpsliwasser Limonade mit
Kohlensäurezusatz
de Suuser leicht alkoholhaltiger (Sauser)
roter Traubensaft junger Wein
de Chlöpfmoscht, Champagner, (Knallmost)
de Nuttedisel Sekt

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E Wäle riisse
(Abk.) Alk Alhoholisches jeder Art
s Cüppli Champagner im Glas
de Zapfezier Korkenzieher
(frz. dépôt = s Deppo Flaschenpfand
Aufbewahrung) de Koffeiin-Schuub Kaffee
de/s Kafi Creem Kaffee mit Sahne
d Schaale Gold Milchkaffee
de Kafi Luz, Kaffee mit
de Kafi fertig Schnaps gemischt
(Kaffee mit de Kafi mit Kaffee mit Schnaps
Seitenwagen) Siitewage extra
de Güx, s Kurvenööl Schnaps
(steil) auch: kess,gääch stark alkoholhaltig
„steil“,verwegen
„Es war ganz schön Es isch gääch gsii.
was los“ Es wurde viel getrunken und gepafft.

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E Wäle riisse
Und das sind die üblichen Mengen:

d Guttere Flasche
de Knirps, kleinesBier inderFlasche,
s Spezi meistens Spezialbier
d Stange, d Tulpe kleines Bier vom Fass (je nach Form
es Grosses, großes Bier des Glases)
en Halbe vom Fass (0,5 l)
de Römer, de Einer 0,1 l Wein im Glas
s Tschumpeli, 0,2 l Wein im
de Zweier Glas
en Halbe 0,5 l Wein (Offenausschank)
de Gutsch Schluck

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E Wäle riisse
... und die Folgen

echli füecht haa, beschwipst sein


beduslet sii, hööch haa,
käppelet sii
de Spitz, de Dusel Schwips
Öl am Huet haa angetrunken sein
im Chrüzlistich laufe, einen getankt
es Fueder glade haa, haben, einen hinter
mit runde Absätz die Binde gekippt
heichoo haben
e Faane haa nach Alkohol riechen,
eine Fahne haben
e Chelle haa, d Chappe vollgetankt/
voll haa, e Schiibe haa etw. geladen haben
abfüle jem. abfüllen,
betrunken machen
bsoffe, sackvole, besoffen,
sternehagelvoll sternhagelvoll
versumpfe in einer Kneipe
hängen bleiben
de Cheib, de Siech, Rausch,
de Chlapf, d Chischte, Suff
de Flade, de Suff,
(Gebäck) de Dampf, de Tirggel,
(Klecks) de Tiger, de Tolgge,
de Balaari
abgstürzt sii, einen Kater
(einen Tilt in en Hammer/Ascht haa, haben, versackt
der Birne haben) en Tilt ide Bire haa sein

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Eitsch und Schuger


Die diese Folgen zu tragen haben,
nennt man auch:

de Mämmeler, de Suufludi, Säufer,


de Süffel, d Schnapsfaane Schnapsnasen
de Quartalssüüfer Gelegenheitssäufer

Eitsch und Schuger


Drogen

N achdem in einigen Städten offene Dro-


genszenen über Jahre mehr oder weniger to-
leriert wurden, werden diese jetzt heftig
bekämpft. Es gibt immer wieder Polizei-
razzien auf offener Straße; ausländische Jun-
kies werden ausgewiesen, auswärtige in ihre
Herkunftsorte zurückgeschickt. Auf der an-
deren Seite verfolgt die Schweiz im Umgang
mit Cannabisprodukten (Konsum & Besitz
kleiner Mengen) eine liberale Drogenpolitik.

de Frosch, d Zigi, de Fade, Zigarette, (Faden)


de Schloot, de Sargnagel, Glühstängel
s Lungebröötli, (Lungenbrötchen)
de Glüestängel
de Stinkprügel, de Stumpe Zigarre
s Zündi, s Züsi (Abk.) Streichholz
de Flamewerfer Feuerzeug (Flammenwerfer)

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Eitsch und Schuger


schloote, röike, qualme,rauchen,
(einen Faden ziehen) en Fade zie, paffen
(Krebschen füttern) s Chräbsli füetere,
(die Lunge asphaltieren) d Lunge theere
abpfüpfe Asche abstreifen
de Stoff, s Pulver, Droge allgemein
(engl. dope = Rauschgift) s Puder, Doup
de Habli Haschisch
(engl. piece = Stück) s Piiss kleine Menge
Hasch
Bachpulver, Cocci Kokain
Eitsch, Heroin
(engl. sugar = Zucker) Schuger
d Schugerette Heroinzigarette
de Dröögeler Drogenabhängiger,
Drogi
(Besteck) s Bschteck Fixerutensilien
(Eisen), (Pumpe) s Ise, d Pumpi Spritze
(auflösen) uuflöse Spritze vorbereiten
(drücken) drucke, knalle, fixen
de Knall mache
(filtern) filterle Rückstände
aufbereiten
paffe, päffele, kiffe, Joint rauchen
(einen Joint 'reinnehmen) en Tschoint inenää,
(ein piece 'reinziehen) es Piissli inezie
(einen Faden nach en Fade hinderezie koksen
hinten ziehen),(einwerfen) giftle, iiwerfe, Drogen aller Art
(laden), (pumpen) lade, pumpe schlucken, paffen,
fixen etc.

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Ufs Hüsli gaa


d Schiibe, Drogenrausch (Scheibe)
s Flääsch (engl. flash = Blitz)
zue, tilt, verlade, auf dem Trip
stockzue, säckee, sein, zu sein
zue wiene Chiletüür, (zu wie ein Kirchentor)
zue wienen Chileturm (zu wie ein Kirchturm)
abstürze, en Absturz haa ausflippen

Ufs Hüsli gaa


Klo & Co

W enn man das Klo sucht, darf man sich


nicht nach dem „Bad“ oder einer Möglichkeit
zum „Händewaschen“ erkundigen — das wird
nämlich wörtlich genommen. Das Wort „Toi-
lette“ wirkt viel zu geziert. Lieber sagt man
„WC“ oder, vor allem unter Freunden, eines
der folgenden Wörter.

s Aabee, d Schiissi,* Klo


d Tschibuuti*, d Pisseria*, (Dschibouti)
s Hüüslis, Öörtli,
de Abtritt, s Schiishuus
d Chnebelschiissi Plumpsklo
d Schiffi, d Schiffländi Pissoir (Schiffsanlegestelle)
seiche*, bisle, brünzle, pissen
schiffe*, en Brune mache,
e Stange stele*, brünele

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Ufs Hüsli gaa


s Pipi, s Bisi, de Brune, Pisse
de Brunz*
(kacken) schiisse*, gagge, scheißen
abseile, pfunde, pflocke*,
(kegeln) es Pfund setze, chegle
(Kegel) de Gagg, Gegel Stink Kacke
de Dünnpfiff, de Lätter, Durchfall,
de Schiisser*, Dünnpfiff,
de Tutswit Durchmarsch

Die folgenden Ausdrücke bedeuten alle „aufs


Klo gehen“:

ufs Hüüsli gaa


eine go setze*
verschwinde
(einmal aussetzen) eimal uussetze
(austreten) uusträtte
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Choder und Herzpoppere


uf de Hafe gaa (auf den Nachttopf setzen)
s Seichebergers aalüüte (Seichenbergers anrufen)
s Eidächsli go mälche (Eidechsen melken gehen)
e Sitzig haa (eine Sitzung haben)
zum Herr Frei gaa (zu Herrn Frei gehen)
Kaktüss go pflanze* (Kakteen pflanzen
gehen)
Begleiterscheinungen:

föike, fööne furzen, einen


ziehen lassen
Liecht im Chäller haa, Hosenschlitz offen
d Apoteek offe haa haben (Licht im Keller haben)
d Brämsspur, Rückstände in der (die Apotheke
de Picasso Kloschüssel geöffnet haben)

Choder und Herzpoppere


Krank sein und andere Zipperlein

puschper gesund, munter


e Chrott im Hals haa einen Frosch im
Hals haben
d Nase ruesse sich schneuzen
de Pfnüsel Schnupfen
trümmlig, stigelisinnig, schwindlig
sturm (im Chopf)
mudere kränkeln
aagschlage mitgenommen,
benommen
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Choder und Herzpoppere


Es lupft mi.
Mir wird übel.

(wie angeworfen) wie aagrüert plötzlicher Krank-


heitsausbruch
chotze, chiise, kotzen,
bogehueschte, chörble Fische füttern
(Krähen herrufen) de Chreje rüefe heftig erbrechen
de Choder Auswurf
(wie eine gekotzte Milch- uusgsee wiene gchotzti blass/wie ausge-
suppe aussehen) Milchsuppe kotzt aussehen
(ein Stück weg haben) en Blätz ab haa Schürfwunde haben
en Stei haa Kopfschmerzen ha-
ben (vor allem nach
Alkoholgenuss)
s Ranzepfiife Bauchschmerzen
s Herzpoppere Herzklopfen
(Herzbaracke) d Herzbaragge, Herzinfarkt,
(Herzkirsche) s Herzchriesi Herzschlag

„Krankheiten“ mit extremem Ausgang –


sterben oder „gestorben werden“:

(verenden) verräble
(die Schraube machen) d Schruube mache
(den Schirm schließen) de Schirm zuetue
(die Kippe machen) d Kippi mache
(die Jalousien runterlassen) de Lade abelaa
(Rüben von unten ansehen) d Rüebli vo une aaluege
(einen hölzernen es hölzigs Pischi aahaa
Schlafanzug tragen) de Löffel abgää

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Choder und Herzpoppere

abmurxe mausee
jemanden umbringen tot, mausetot

Es hät en putzt.
Er ist gestorben/abgekratzt.
(ist nicht identisch mit:)

Es hät em eis putzt.


Er hat einen elektrischen Schlag bekommen.

Und das sind die Helfershelfer:

d Medi (Abk.) Tabletten,


Medikamente
de Chnochesammler Ambulanz
uf de Schrage auf den
Operationstisch
de Chnocheschlosser Chirurg,
Knochenflicker
d Spinnwinde Klapsmühle
d Chischte Sarg (Kiste)

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Schnurz und Wurscht

Schnurz und Wurscht


die lockere Sprache des Alltags

E s folgt eine Sammlung weiterer allgemei-


ner Ausdrücke. Ich habe sie nach Themen
sortiert.

begrüßen/verabschieden

In der Region Bern halloo!, hoi!, hallo!


sagt man salüü beim sale!, sali!, salüü!
Abschied und tschou tschäse!, tschau!, tschüss!
etc. zur Begrüßung. tschou!, tschüss!

Wichtig: tschüss usw. sollte man nur Leuten


gegenüber gebrauchen, die man duzt! Sonst
wird es als unhöfliche Anmache empfunden

(Bist du gesund?) Wie häsch es? Bisch zwääg?


Wie geht's?

(engl. see you) Machs guet! Sii juu!


Bis bald!

Grüezi! Grüessech!
Guten Tag!

Adiöö! Adee! Uf Widergüx! En Schööne!


Auf Wiedersehen!
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Schnurz und Wurscht


Haarz ade Chappe haa nicht gerne grüßen (Harz an der Mütze
Duzis mache sich gegenseitig das haben)
„du“ anbieten

Halt die Klappe!


Rutsch mir den Buckel runter!

Verzapf kän Chabis! (Erzähl keinen Kohl!)


Verzell kän Habasch/Habakuk!
Erzähl keinen Unsinn!
Verzapf keinen Blödsinn!

Verzell no! Verzell doch käs Määrli! (Erzähl keine


Verkohl mich nicht! Märchen!)

en schöne Seich, Unsinn,


en fertige Mischt, Käse,
Kafi, Sämpf, Quatsch (Senf)
Hafechääs, Chabis, (Töpfchenkäse)
Chabis-Chääs (Kohlkäse)

Heb din Latz! Heb d Schnure! Bhalts für dich!


Heb s Muul zue! Chlämm ab!
Halt die Klappe! Schnauze!

uf de Schnure hocke (auf der Schnauze


schweigen hocken)

Folgende Sprüche stellen eine reine Abfuer


(Absage) dar:

Blaas mer id Schue! Chasch mer blööterle!


Blas mir in die Schuhe! Du kannst mir trödeln!
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Schnurz und Wurscht


(Steck einen Stab dazu!) Stecksch en Stäcke dezue!
(Du kannst mir am Chasch mer an Ranze hange!
Bauch hängen!)
(Du kannst mir Chasch mer pfiiffe!
pfeifen!)
(Rutsch mir den Rutsch mer de Puggel ab!
Buckel runter!)

Hau ab!

Faar ab! Hau ab! Haus!


Hau ab! Zieh ab! Zieh Leine!

Verpiss di!* Zienen! Schieb ab! Verreis!


Zisch ab! Haus in Chübel! Zupf si! Zie Fäde!
Verpiss dich!

Lupf emal s Füdli! Mach echli!


Los! Beeil dich! Komm in die Gänge!
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Schnurz und Wurscht


(use) buxiere (hinaus) befördern,
rausbuxieren
abblitze laa auflaufen lassen
abwimmle abwimmeln
springe laa gehen lassen, ziehen
lassen
abschliiche, abzottle, abziehen,
abspringe abdampfen
abdampfe (ab)tuube, abhauen,
verreise, abzische abzischen

Er isch ab.
Er ist abgehauen.

uf d Kurve gaa
aus einem Gefängnis entweichen

Ärger machen/haben

en suure Stei mache schlecht gelaunt sein, (einen sauren Stein


eine saure Miene ziehen machen)
hässig, muff schlecht gelaunt
de Chopf mache verärgert sein
uf de Wecker gaa belästigen
verschnupft sii beleidigt sein
de Fruscht haa frustriert sein,
Frust haben
uf de Zaa gaa auf die Nerven gehen (auf den Zahn gehen)

Es hät mer abglöscht/abgstellt/uusghänkt.


Mir isch de Rollade abe.
Ich bin frustriert. Es hat mich umgehauen.
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Schnurz und Wurscht


Mich schiists aa. Mich schnägglets aa.
Mich gurkts aa. Mich quarkts aa.
Mich chotzts aa.
Es stinkt mir. Es kotzt mich an.

Leck-mich-am- d Läck-mer-am-Arsch-Stimig
Arsch-Laune) miese Laune

Das mag mi.


Das trifft mich hart.

ausrasten uusraschte, sich grün


uusflippe und blau ärgern
en Lätsch, Null-acht-
e Zwänzgabachtischnure, fünfzehn-
e Schnuute zie Gesicht

begreifen, verstehen, kapieren

Um Schweizerdeutsch zu verstehen, braucht


es etwas Übung. Vor allem muss man sich an
den Tonfall und an die besondere Aussprache
gewöhnen. Man braucht sich aber nicht zu
scheuen nachzufragen, wenn man etwas nicht
verstanden hat.

(begreifen)
erlicke, schalte begreifen, schalten
druus-choo, durchblicken
wüsse wie s lauft
(nachkommen) naachoo verstehen, folgen
gfitzt sii schlau,gewitzt,
pfiffig sein
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Schnurz und Wurscht


a schuur „up to date“, (frz. à jour = auf dem
informiert sein laufenden)
öppis uf de Chischte haa, hell(e) sein, (etwas auf der Kiste
hell uf de Platte sii Grips haben haben)
s Gschpüüri Spürsinn
spane ahnen (spannen)
d Flöö hueschte ghööre das Gras wachsen (die Flöhe husten
hören hören)
zää Meter gäg de sonnenklar sein (zehn Meter in
Wind gsee, Windrichtung sehen)
vom Schiff uus gsee (vom Schiff aus sehen)

Tscheggsch es? (engl. to check


Stiigsch? Schnallsch es? = übereinstimmen)
Verstehst du? Schnallst du das?

Tscheggsch de Pögg? (engl. puck = Spiel-


Steigst du da durch? scheibe beim Hockey)

Dä Zwänzger isch abeghejt. (Die 20-Rappen-Münze


Der Groschen ist gefallen. ist runtergefallen.)

de Chnopf uuftue endlich begreifen (den Knoten aufmachen)


en Chnopf ide Leitig haa, sehr langsam (einen Knoten in der
sibenevierzg Meter begreifen, schwer Leitung haben),
Kabel bruuche von Begriff sein (47 m Kabel benötigen)
schwüme, nichts verstehen, (schwimmen)
Baanhoof verstaa Bahnhof verstehen
am Hang sii, völlig ratlos sein
wienen Esel am Berg sii
hine und vorne überhaupt nichts
nöd druus-choo, verstehen, vom
hinderem Mond sii Mond sein
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Schnurz und Wurscht


kei Blässi/ keine Ahnung
kän Blasse haa, haben,
(Hochschein) kän Hochschii/ keinen blassen
Schimmer haa Schimmer haben
underbeliechtet, sehr dumm,
(kreuzdumm) chrüztumm, stupid, blöde
geischtig underernäärt/
obdachlos
(nicht bis fünf zählen nöd uf föif chöne zele nicht bis drei
können) zählen können
verschwitze vergessen

Klar wie Güle!


Klar wie Kloßbrühe! (= unklar)

(Handgelenk mal Phi) Handglänk mal phii


über den Daumen gepeilt

zustimmen/ablehnen

(Ist gebucht!) Abgmacht? Isch buechet!


O. K.? O. K.! Abgemacht! Gebongt!

abmache vereinbaren
scharf sii erpicht sein

Merssi!
Danke!

echli ein wenig


gar nöd überhaupt nicht

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Schnurz und Wurscht

gäll? En füechte (Dräck)!


nicht? Nichts!

Chasch mi filme!
Ohne mich!

Es langt jetzt! (es ist genug


Es isch gnueg Heu dune! Heu unten)
Es reicht!

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Schnurz und Wurscht


Es liit dine.
Es geht gerade noch.

Das chunnt mer gschliffe!


Das kommt mir gerade Recht!
Das hat gerade noch gefehlt!

Das chunnt uf ... aa.


Das ist abhängig von ...

Das bringts nöd.


Das hät kän Spitz.
Es hat keinen Zweck.

zleid zum Trotz


bocke trotzen, bocken
zwängle trotzen, erzwingen
verboret stur, verbohrt
uufmuxe, e Tummi haa, aufbegehren,
en tumme Latz haa, stänkern,
stänkere, nörgeln
(eine dumme Schnauze e tummi Schnure haa
haben) eim am Züüg umeflicke nörgeln, herum-
mäkeln
uusrüefe, sich beschweren,
motze, meise, motzen
bäffzge, rüssle, pfuttere
aaseiche beschimpfen
tue wienen Sidiaan, toben
sirache
d Motztante, Person, die sich
de Obermotzi oft beschwert
de Plaaggeischt lästige Person
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Schnurz und Wurscht


d Manii fixe Idee
d Marotte, d Masche, Masche,
de Spliin Tour
süffisant herablassend,
von oben herab
s Tupee Unverfrorenheit
schnodrig blasiert, von
oben herab

erstaunt sein

Da gasch abe! (Da gehst du runter!)


Da staunst du aber!

Wirsch hindere gsträälet! (Da kämmt's dich


Das haut dich um! nach hinten!)

Da ghejt der de Chiefer abe! (Da fällt dir der Kiefer


Da fällt dir nichts mehr zu ein! runter!)

Da stuunsch Bouchlötz!
Da staunst du aber Bauklötze!

Da bisch baff!
Da bist du sprachlos!

Säg nüüt! Weisch wie! (Sag nichts!)


Da schellts di! (Weißt du wie!)
Das haut dich um!(Ausrufe des Erstaunens) (Da wirst du geschält!)

druusbringe vergelschteret
stören, verwirren verwirrt
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Schnurz und Wurscht


(Das schlägt dir den Das haut eim de Nuggi use!
Schnuller raus!) Das schlägt dem Fass den Boden aus!

egal!/keinProblem!

wurscht egal, wurscht


schnurz piepegal
schiisegliich scheißegal
(frz. se foutre) futiere auf etwas pfeifen,
sich nicht kümmern

O Blasius!
Pfiiffeteckel!
Ich pfeif' drauf!

Spaß haben

Seich mache, Streiche spielen


(am Seil runterlassen) am Seil abelaa
Sprüch riisse, Sprüche klopfen
fuul sprütze
zum Plausch, zum Spaß
us Plausch
d Furzidee, Schnapsidee
d Schnapsidee
(engl. gag) d Chalberej, de Gääg, Kalberei, Streich,
de Jux Witz, Gag
s Alpechalb, Spaßvogel
s Kompaniichalb
grööle, gigele lachen
zum hoorne, (sau) glatt lustig, zum schießen
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Schnurz und Wurscht


Da lachsch di chrumm!
Da lachst du dich kaputt!

de Ranze voll lache, sich kaputt


en Schranz lache, lachen,
schale sich totlachen (schallen)
verchiise, verchlöpfe, bersten
verjage, verjätte, vor Lachen
vertätsche (vor Lache)
fuxe, aazünde, hööch, necken, foppen,
nää, föpple, uufzie hochnehmen
s Chalb mache, Unsinn anstellen,
s Chalb ablaa, den Kaspar spielen
Seich mache
en Seich aagää belügen, schwindeln, (Pisse andrehen)
Quatsch erzählen

Glück/Pech gehabt

es Affeschwein haa Riesenglück haben,


noch mal Schwein
gehabt haben
Schwein haa Schwein haben
de Fride haa zufrieden sein
uufgstellt sii, gut drauf sein,
guet druff sii gut gelaunt sein
de Föifer und s alle Vorteile (den Fünfer und das
Weggli haa, ausnützen Brötchen haben)
Figgi und Müli haa („eine Doppelmühle
uf d Äscht uselaa es wagen haben“)
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Schnurz und Wurscht


Anscheinend ist auch in der Schweiz die Mei-
nung verbreitet, dass man eigentlich mehr
Pech als Glück hat; jedenfalls gibt es für die
alltäglichen Missgeschicke weit mehr Aus-
drücke. Folgende Redewendungen stehen alle
für „Pech haben“:

(alt aussehen) alt uusgsee


(im Schilf stehen) im Schilf staa
(neben den Schuhen stehen) näb de Schue staa
(in die Scheiße greifen) id Schiissi lange*
(Zweiter sein) zweite mache
(flach herauskommen) flach usechoo
(einschauen) iiluege

Darüber hinaus gibt es noch:

(beim Wettbewerb) usefuule ausscheiden


am Hang sii in der Patsche sitzen
(einen Schuh voll en Schue voll usezie versagen
‘rausziehen) abverheje misslingen
verchauft sii ausgeliefert sein
verschupft ausgestoßen,
verstoßen, beiseite
geschoben
id Hose gaa schief gehen, in die
Hose gehen
(auf die Welt kommen) uf d Wält choo, eine unangenehme
(mit abgesägter Hose mit abgsaagete Überraschung
dastehen) Hose daastaa erleben
in Hammer laufe ins Messer laufen
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Schnurz und Wurscht


Seeleschmätter, de Moraalisch, d Morelli haa
Depression haben, den Moralischen haben

Das plagt mi.


Das lässt mir keine Ruhe.

chnorze, am gniete sii,etwas im Kopf (eine Mühe haben)


es Gniet haa herumwälzen
es Puff ide nicht klarkommen (ein Gewirr in der
Bire haa Birne haben)
sich hindersinne sich schwere Vor-
würfe machen
määgge, brüele, gränne heulen

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott


nicht zu sorgen – auch im Schweizerdeut-
schen geht man mit Pechvögeln nicht allzu
behutsam um:

es Zwei am Rugge haa Pechvogel sein


e Pumpi, e Fläsche Versager, Flasche (Pumpe)
en Brüelätsch Heulsuse
s Biibääbeli Mimöschen
de Schilipingg schielende Person
s Humpelbei hinkende Person,
Humpelbein

quasseln, brabbeln etc.

schnure, schwafle, palavere, lafere


schwatzen, schwafeln, quasseln
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Schnurz und Wurscht


de Schnureploderi haa reden wie ein
Wasserfall
uusbringe, uusplaudere tratschen
s Glafer, s Gschwafel Geschwätz
d Schnädergäx Schwätzer
d Puupi loses Mundwerk
(über die Hecke über de Haag frässe sich einmischen
fressen) driifunke dreinreden, stören
(seinen Rüssel sin Rüssel driihänke sich in ein Gespräch
dreinhängen) einmischen
gaxe stammeln
(z. B. vor Lachen) giixe quietschen
(Seilziehen) es Seilzie Diskussion
is Gwüsse rede gut zureden
überschnurre überreden
mit sich rede laa zu Kompromis-
sen bereit sein
z Bode rede ausdiskutieren
schnööde spotten
en Aaspilig Andeutung
aatöne, aaspile andeuten
es Gabaree mache eine Show abziehen
puupe, hööch aagää, prahlen,
uufschnide, blagiere, aufschneiden
renommiere,
gschwulle rede
(engl. player = Spieler) de Blöffsack, de Plejer Prahler
giftle, giftige Bemerkungen
giftsprütze machen
göifere, spöize keifen
d Giftsprützi keifende Person
e groossi Rööre großes/freches Maul
d Gele gellende Stimme
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Schnurz und Wurscht


klauen, bescheißen

de Pschiss Betrug, Beschiss


de Abriss Nepp
en abgcharteti Sach ein abgekartetes Spiel
legge, verseckle, hereinlegen,
ineliime, lingge, filze, überlisten, (linken)
nüssle, schlitze leimen
uusriise schnorren, nehmen
chluppe, filze, mugge, stehlen,
schnappe, schnele, klauen,
chlaue, abstaube, abstauben
abserviere
de Hinderüggsler, hinterlistiger Mensch,
en faltsche Siech falscher Fünfziger
de Bschiisscheib Betrüger
de Uusriisser Wucherer

schuften, arbeiten

Bis vor kurzem hatte die Schweiz eine extrem In der Schweiz wird
niedrige Arbeitslosenrate. Nun stellte sich viel gearbeitet.
aber heraus, dass Langzeitarbeitlose und Nur fortschrittliche
Hausfrauen gar nicht von der Statistik erfasst Betriebe kennen die
worden waren, die Zahlen mussten nach oben 40-Stunden-Woche!
korrigiert werden (2011: 3,1 %). Dazu kommt, Meistens gibt es dazu
dass viele Betriebe ihre Produktionswerke nur vier Wochen
schließen, und ins Ausland verlegen, wo die Urlaub im Jahr.
Löhne tiefer sind. Wenn wundert's, dass da
das Arbeiten mit wenig schmeichelhaften
Ausdrücken umschrieben wird.
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Schnurz und Wurscht


Das ist der Ort des Geschehens:

(engl. job) d Büez, de Tschob Arbeit


d Buude, de Stole, Betrieb,
s Gschäft Arbeitsort
d Chrüppelbuude, sehr schlechte Firma,
de Saftlade miese Bude
(frz. ressort = Bereich) s Rössor Geschäftsbereich
d Schröpfbuude Ausbeuterfirma

Die „Herren“ und die „Sklaven“:

de Patron Chef, Meister


de Sklaavehalter Personalvermittlung
de Abriisser Ausbeuter
(Näher) de Büezer Arbeiter
de Gango Laufbursche

Die Arbeit:

d Schnupperleer Probelehre
d Schnällbleichi kurze Anlehre
de Tramp festgefahrene Arbeitsweise
d Seichaarbet, mühselige Arbeit
de Löölitschob
en Türgg harte Arbeit,
mühsame Sache,
unsaubere Geschäfte
es Chrämpfli unsaubere
mache/riisse Geschäfte treiben
e fuuli Tuur eine unseriöse Sache,
faule Tour
(engl. deal = Handel) en Diil mache eine Abmachung treffen
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Schnurz und Wurscht

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Schnurz und Wurscht


Die Arbeitsweisen:

(in den Stollen gehen) in Stole gaa zur Arbeit gehen


bügle, chnüttle, arbeiten
(engl. to work) chrampfe, wörke (allgemein)
(aus dem Ärmel usem Ärmel schüttle alles mit links
schütteln) machen
(arbeiten) schäffele leicht arbeiten
(etwas drauf haben) eine druff haa schnell und exakt
arbeiten
aagfrässe sii von einer Idee
gepackt sein
(Mechaniker etc.) chlüttere, näggele, arbeiten
meche
chnoorze sich abmühen
schaffe wie vergiftet, schuften,
morxe malochen
schaffe wienes Ross schuften wie ein Ochse
sich eine abchrampfe sich abrackern
schluuche viel Arbeit aufbürden
(sich in den Arsch sich in Arsch chlüübe sich aufraffen
kneifen) is rotiere choo, mit der Arbeit nicht
(stressen) stresse mehr nachkommen
(ins Schleudern is Schlüüdere choo ins Rotieren kommen
kommen) haudere, jufle, heue hastig arbeiten,
pfuschen
(Doktor machen) de Tokter mache Mühe haben, viel zu
tun haben
mischle über Beziehungen
organisieren
aateigge in die Wege leiten,
ankurbeln
chüngele austüfteln, ausklügeln
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Schnurz und Wurscht


de ganz Bättel hereschmeisse
eine Sache aufgeben/hinschmeißen

Und damit muss man sich auch noch rum-


plagen:

im Doppel in doppelter Ausführung


in Kompi mit dem PC schreiben
inehacke, töggele
go stämpfle Arbeitslosengeld beziehen (stempeln gehen)
de Sudel Entwurf
de Chribel Unterschrift (Gekritzel)
d Kippi mache Konkurs gehen
umedirigiere herumkommandieren
schasse, speiche entlassen
gange werde einer Entlassung durch (gegangen werden)
Kündigung
zuvorkommen
gschaffig fleißig
pendent unerledigt („hängend“)

Und hier noch einige „Berufsbezeichnungen“:

de Bänkler Bankangestellte(r)
de Staatschrüppel Beamter (Staatskrüppel)
d Büroamsle, Büroangestellte
d Bürogumsle
de Bürogumi, Büroangestellter,
de Büroschangli, Bürohengst
de Tinteschläcker
de Höörlifrässer, Friseur (Haarfresser)
de Höörlidieb, (Haardieb)
de Guafför
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Schnurz und Wurscht


d Guafföös Friseuse
de Schuurni (Abk.) Journalist
de Gütterlischwänker Laborant
de Zügelmaa Möbelschlepper
de Chrüütlitokter Naturheilarzt
de Strassebütschgi, Straßenkehrer
de Strassewüscher

Freizeit, Spiel

d Chlüüre Murmel
s Trotti(nett) Tretroller
Litzle, Black Jack
Einezwänzgerle
(ital. Boccia), Botscha, Boccia
(frz. Boule) Buul
s Kondi (Abk.) Konditionstraining
tschuute Fußball spielen
de Gooli Torhüter
de Schiissitrichter Schiedsrichter
de Jöggelichaschte Tischfußballspiel
jöggele Tischfußball spielen
schiine skilaufen
(bogenfahren) bögle in Bögen skilaufen
(Pfeife) Pfiife Skiabfahrt
(Gleiteisen-fahren) schliif-isele eislaufen

Jass

Was den Deutschen der Skat, ist den Schwei-


zern der Jass. Er ist sozusagen das nationale
Kartenspiel. Es gibt unzählige Spielarten; am
populärsten ist jedoch der Schieber, der von
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Schnurz und Wurscht


vier Personen gespielt wird. Dabei sitzen sich In vielen Kneipen
die Partner gegenüber. Die Gegenpartei kann hängt die lokale
somit den Spielverlauf ändern und neue Aus- Spielregel aus, z. B.
gangslagen schaffen. „Stöck Stich Wiis“.
Es hat sich ein eigentlicher Jass-Slang her- Daran kann man
ausgebildet, dem man in Kneipen häufig be- erkennen, dass
gegnet. Jasskarten und
Das Spiel umfasst vier Farben und Karten Spielunterlagen
von der Sechs bis zum As. In der Westschweiz erhältlich sind
spielt man mit „französischen“ Jasskarten (natürlich nur
(mit den üblichen Farben Karo, Herz, Pik und leihweise).
Kreuz). In der Ost- und Innerschweiz benutzt
man „deutsche“ Karten, die statt einer Zehn
ein Banner haben. Es kann durchaus
Die Königin wurde durch einen Ober er- vorkommen, dass eine
setzt (der nichts mit einem Oberkellner zu Spielrunde scheitert,
tun hat!), entsprechend heißt der Bube Under. weil eine Kneipe die
Beide Kartensorten haben ihre einge- falsche Kartensorte
fleischten Fans und ebensolche Gegner. führt.

en Jass chlopfe jassen


d Stöck König und Ober der
Trumpffarbe
de Puur Under, vor allem (Bauer)
von der Trumpffarbe
de Schälegaggi Schellenunder
s Näll Trumpfneun
de Bock Bockkarte (Karte, die nicht mehr
de Gwafför, verschiedene „gestochen“ werden
de Büüter, Jassarten kann)
de Sidi Baraani,
de Differänzler
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Schnurz und Wurscht


de Wiis vier gleiche oder minde-
stens drei aufeinander-
folgende Karten
(engl. match = Partie) de Matsch die Siegerpartei
erzielt alle Punkte
(frz. revanche = Rache, d Rövansch Rückspiel
Vergeltung) abtische, viele Punkte
(abräumen) abruume machen
Dadurch können sich verwerfe Unwichtige Karte spielen,
die Partner indirekt wenn die Gegenpartei die
zeigen, in welcher Runde gewinnt (sticht).
Farbe sie stark sind. vergää Karten falsch austeilen
Tschau Sepp! Kartenspiel, das mit
Jasskarten gespielt wird

Musik

Hochalpe-Dixiläänd, schweizer Volks-


de Ländler, musik
de Hudigäggeler
d Guggemusig, Musikgruppe des
Gugge Karnevals
(Geröllhalden- s Gröllhalde-Saxofoon Alphorn
Saxophon) d Guuge Blasinstrument
(Speichelknüppel) de Spöizchnebel Blockflöte
(Knallscheit) s Chlöpfschiit Gitarre
(Quetschbalken) de Quätschbalke Handharmonika,
Handorgel
(Psalmenpumpe) d Psalmepumpi Harmonium
d Frömmlerkomode
(Schnauzentrommel) d Schnuretrummle Mundharfe
(Schnauzengeige) d Schnuregiige Mundharmonika
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Schnurz und Wurscht


d Chuchi Schlagzeug (Küche)
de Platteleger Discjockey
lüpfig beschwingt (Musik)

lernen, studieren

Schüler haben oft einen eigenen Slang, der


von Schule zu Schule oder sogar von Klasse
zu Klasse variiert. Um sich gegen rivalisierende
Gruppen abzugrenzen, werden zudem immer
neue Ausdrücke erfunden. Manchmal ver-
breiten sie sich allerdings in erstaunlicher
Weise. Hier ein paar allgemeine Ausdrücke:
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Schnurz und Wurscht


d Chegelischuel, Kindergarten
de Chindsgi (Abk.),
d Gfätterlischuel,
(Nachttopfschule) d Häfelischuel
(allgemein) de Intelligänzkiosk, Schule
d Schüelerfabrik
s Gimi, de Gimer (Abk.) Gymnasium
(Oberstufe) d Sek/d Real (Abk.) Sekundarschule/
Realschule
d Schnuurpfi, d Handsgi Handarbeitsschule
(RS bezeichnet d Rüebli RS Haushaltsschule
eigentlich die s Ex, (Abk. für: Examination)
Rekrutenschule, d Proob Prüfung
d. h. die Ausbildung büffle auf eine Prüfung
beim Militär) lernen, büffeln
stresse viel zu tun haben,
im Stress sein
hirne scharf nachdenken
spicke abschreiben
sudle unleserlich schrei-
ben, schmieren
(einblasen) iiblase vorsagen, vorflüstern
abschiffe, es schlechte Prüfung
Schwümmfäscht haa schreiben
chläme Schule schwänzen,
blau machen
gspickt werde, von der Schule
gspeicht werde fliegen

Die Notenskala, die die Nooteschiisser


(Lehrer) zur Verfügung haben, reicht von
Sechs (beste Note) bis Eins (schlechteste
Note).
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Schnurz und Wurscht


en Nagel Eins (schlechteste Note)
en Nagel mit Ländeschürzli Eineinhalb (zweitschlechteste
en Abschiffer, Schiffbruch schlechte Note Note)
dureghejt nicht
bestanden (Prüfung)
en Eere-Rundi treje nicht versetzt (eine Ehrenrunde
werden drehen)

A d Seck! (An die Säcke!)


Packen wir's an! Ran an die Bouletten!

bubiliecht sehr leicht (Aufgabe),


bubileicht
de Theek Schulranzen
de Chugi (Abk.) Kugelschreiber, Kuli
de Tolgge Tintenklecks
d Proobeziit Probe- /Bewährungszeit
d Legi Studentenausweis (Abk. für: Legitima-
de Fackel Zettel, Blatt Papier tionskarte)
de Frässzädel Notizpapier,
Schmierzettel

Schläge bekommen

d Standpauke Schelte
Chretz, Chritz Streit
de Chlapf, Ohrfeige,
d Muulschälle Maulschelle
Fuditätsch Schläge auf den
Hintern
Lämpe Zoff
en Schlötterlig üble Nachrede
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Schnurz und Wurscht


Tamtam mache, en Wirbel mache
Aufhebens, Lärm machen

Jemandem Schläge oder eine Ohrfeige an-


drohen:

Es chlöpft jetz dänn!


Es knallt gleich!

Ich hau der eis an Baanhoof,


das der alli Gsichtszüüg entgleiset!
Ich schlage dich an deinen Bahnhof,
so dass alle Gesichtszüge entgleisen!

Schmöcksch de Töff!
Riechst du das Mofa?

Schmöcksch wie s töötelet?


Riechst du den Totengeruch?
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Schnurz und Wurscht


Wotsch de Gong?
Willst du den Gong?

Hat die Drohung nicht die beabsichtigte


Wirkung, folgen handfestere Methoden:

in Sänkel stele, zurechtweisen,


d Chappe/ (jem.), den Kopf
de Chopf wäsche waschen
en Rüffel iifange einen Rüffel
bekommen
e Wule haa zornig sein
eis wüsche, eis bache, ohrfeigen
eis flicke, eini wichse,
eis hinder d Chieme gää
chifle streiten, keifen
tätsche, uf de Ranze gää schlagen
uf de Ranze überchoo, Prügel
uf d Schnure überchoo bekommen
schlegle sich raufen
zämetöffle verprügeln,
zusammenschlagen
jäte umhauen
schliisse zerstören
öpper in Sack nää jemand kalt stellen

Finger ab de Rööschti!
(Finger weg von der Rösti!)
Pfoten weg! Hände weg!

Mach käs Puff!


Mach keinen Stress!
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Schnurz und Wurscht


spinnen, nicht durchblicken

Die folgenden Ausdrücke meinen alle


„Spinnst du?“:

(Leidest du?) Häsch es Liide?


(Arbeitest du Schaffsch am Sunntig? Spinnsch?
sonntags?) Häsch en Vogel?
(Hast du eine Vogel- Häsch e Vogelzucht uuftaa?
zucht eröffnet?) Hätts di? Gaats no?
Häsch en Flade? Häsch en Floo?
(Hast du einen Riss in Häsch en Sprung ide Schüssle?
der Schüssel?) Häsch en Tagg? Bisch tiggtagg?
(warmen Yoghurt in Häsch es waarms Jogurt im Hosesack?
der Tasche) Hätts der is Hirni gschisse?*
Hätts der is Hirni gschneit?
(Bist du bei roter Bisch dure bi root?
Ampel über die Straße Bisch weich? Bisch bireweich?
gegangen?) Häsch en Knall (ide Bire)?
Bisch Hugo? Bisch psücho? Bisch schizo?
(Bist du nicht Bisch nöd ganz bache?
durchgebacken?) Bisch nöd ganz piip?
Bisch vollmorsch?
Bisch nöd ganz hundert?
Bisch nünenünzg?
Bisch homo? Bisch gstöpslet?
(Spürst du den Föhn? Gspürsch de Föön?
= Südwind) Spucksch/täggets bi dir?
Häsch en Dachschade?
Häsch e Pause?
(Hast du einen Tilt am Bisch dure im Programm?
Flipperkasten?) Häsch en Tilt im Chaschte?
Häsch es Redli ab (en Zacke ab)?
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Schnurz und Wurscht


Verzell vo dim Unfall!
Erzähl mir von deinem Unfall!

Da chunsch Vögel über!


Da kriegst du Vögel!

Chasch mi gernhaa!
Mach mi nöd müed!
Mach mich nicht an!

gstöörts chepps
verrückt verrückt, merkwürdig, schief

Schiss, Angst haben

Schiss Angst, Schiss


de Biberi haa, Angst haben, (Kacke in der
de Gagg ide Hose haa Schiss haben Hose haben)
de Hoseseicher, Angsthase (Hosenpisser)
de Schisshaas,
de Hoseschiisser

kaputt, erschöpft sein

uf de Schnure, uf em kaputt/
Hund, uf de Stümpe sii, erschöpft sein
schläbee, säckee
tilt/amene Rumpf sii, auf dem
uf de Felge sii, Zahnfleisch
übere sii, gehen
en Tilt ide Bire haa
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Schnurz und Wurscht


de Pfau mache schlapp machen
Stalldrang haa nach Hause gehen
(wollen)
verschnuufe Pause machen
(engl. to relax) riläxe entspannen
undere gaa ins Bett gehen

Ich haus is Näscht.


Ich gehe ins Bett/schlafen.

pfuuse, bache, chnure, schlafen,


(am Kissen horchen) am Chüssi lose, an der Matratze
(Liege machen) es Liggi mache horchen
(Nest) d Pfane, s Näscht, Bett
(Federn), (Spielwiese) d Fädere, d Spiilwise
(sägen) saage schnarchen
umeblööterle, Zeit vertun,
umeplämperle rumtrödeln
plegere, herumliegen,
umeplegere herumsitzen
uf em Ranze ligge sich rumfläzen,
auf der faulen
Haut liegen
floone faulenzen
de Flooner Drückeberger,
Faulenzer
(faule Kröte) e fuuli Chrott Faulpelz
es fuuls Pflaschter
en fuule Sack

Reaktion auf Gähnen Muul zue, es ziet!


Maul zu, es zieht!
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Schnurz und Wurscht


Blaue mache, schwänze
krank feiern, blau machen

Körperteile

de Stei, d Nuss, Kopf,


de Näggel, de Chürbis, Schädel,
de Pöli, Birne
d Büchs, d Bire,
de Grind, de Gring,
d Flüügeschliifi Glatze (Fliegengleitbahn)
s Schmöckschiit, Nase (Riechscheit)
de Gsichtserker, (Gesichtserker)
de Zingge (Zinken)
de Latz, d Chlappe, Mund, Klappe,
d Schnure, Schnauze
de Suppeschlitz (Suppenschlitz)
de Gartehaag Zähne (Gartenzaun)
d Pfoote, d Taape, Hand, Pfote,
d Chlaue Klaue
d Chabisbletter Segelohren (Kohlblätter)
d Friise Frisur
d Butzfäde, de Zopf, Haar
s Moos
d Fransle (Mz.) Pony (-fransen)
d Pauke, de Ranze, Wanst
d Trummle, (Trommel)
d Woolstandsbüüle (Wohlstandsbeule)
de Bierbuuch, Bierbauch,
de Güggelifridhoof Schmerbauch (Hähnchenfriedhof)
d Chlüppli (Mz.) Finger
de Puggel Rücken (Puckel)
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Schnurz und Wurscht


d Schejche Bein, Schienbein
d Haxe, d Flosse Flosse, Fuß
de Rüssel Mund; Nase
brandmager spindeldürr
d Hüenerhuut Gänsehaut
d Märzetüpfli Sommersprossen
(engl. face) s Fejss Gesicht
s Füdli, s Fudi Hintern, Po

Zuhause

d Hütte Haus, Hütte


(Loge) d Buude, d Loosche Wohnung, Bude
de Gade, de Schopf kleine Holzhütte
de Schlaag Wohnung, Zimmer
d Winde, de Estrich Dachboden
d Zinne Dachterrasse
d Stäge Treppe
d Türfalle Klinke
s Brüneli, s Lavabo Waschbecken
de Schüttstei Ausguss
de Chaschte, de Schaft Schrank
d Bire Glühlampe
d Gschirrwäschmaschine,Geschirrspüler
d Abwäschmaschine
s Glettise; Bügeleisen;
glette bügeln
d Ständerlampe Stehlampe
zügle umziehen
d Züglete Umzug

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Schnurz und Wurscht


s Chuchichäschtli (Küchenkästchen) ist das
Paradewort, um das schweizerdeutsche „ch“
zu üben. Generationen von Touristen aus
Japan und den USA haben sich bereits damit
abgemüht.

(Un)Ordnung

s Chrüsimüsi, Mischmasch,
s Mischmasch Durcheinander
s Puff Unordnung,
Stress, viel Arbeit
d Uuslegioornig, de Verlag Unordnung
de Grümpel Krempel
de Güsel Müll
de Mischtchübel Mülleimer
d Gugge, de Papiirsack Tüte
d Trucke Schachtel

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Schnurz und Wurscht


de Lumpe Lappen
verlotteret, verwahrlost, lose,
lotterig klapperig
(verhühnern) verhüenere verlegen
uufbiige stapeln
d Biig, d Biigi Stapel
de Fläre Fleck
lättere klecksen
versorge, verruume aufräumen, ordnen
(uuf)puffe aufräumen
büschele ordnen
schruppe, butze reinigen

Wetter

(eindunkeln) iitunkle dämmern


tüppig schwül
seichwaarm lauwarm
strääze Bindfäden regnen
fiserle nieseln
de Schiff Regenguss
(Regen) s Seichwätter Sauwetter
de Blaascht Sturm
de Pflotsch Matsch
seichnass, bachnass, klitschnass
plotschnass
heidechalt saukalt
bibere frieren, bibbern
aaper schneefrei
de Schärme Schutzdach,
Unterstand
d Wächte Schneeverwehung

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Schnurz und Wurscht


Es hudlet.
Es schneit (Schauer).

Es schiffet/pisst*.
Es schifft. Es pisst.

Es rünnt. (Es rinnt.)


Es schiffet us allne Chübel.
Es gießt aus allen Kübeln.

Es schiffet was s abemag.


Es seichet wiene Moore. (Es pisst wie eine Sau.)
Es schifft, was das Zeug hält.

Es chuutet.
Es stürmt.

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Schnurz und Wurscht


Redewendungen

(Die sollen dies Die sölled das mitenand uusjasse.


zusammen ausjassen.) Sie sollen sich selber einigen.

(nicht Hand noch kä Händ und nicht fundiert


Fuß haben) Füess haa sein
(in die Zange nehmen) id d Zange nää gründlich prüfen
(eine lange Nase drehen) e langi Nase mache auslachen
(den Heuwagen s Fueder überlade des Guten zuviel
überladen) tun

Es muess öppis gaa.


Es muss was geschehen.

(Es geht weg wie frische Es gaat weg wie frischi Weggli.
Brötchen.) Es findet reißenden Absatz.
Es geht weg wie warme Semmeln.

(etwas zur Hand öppis ad Hand nää


nehmen) sich einer Sache annehmen

(Der/die hat alle Dä/die hät alli abtröchnet!


abgetrocknet.) Er/sie hat alle in den Schatten gestellt.

(Da kannst du Gift Da chasch Gift druff nää!


drauf nehmen!) Das ist bombensicher!

Du bisch min Sargnagel/min Untergang!


Du ruinierst mich!

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Schnurz und Wurscht


ade Nase umefüere an der Nase rumführen (auf derNase rumtanzen)
uf de Nase umetanze zum Besten halten
vor dinere Nase genau vor dir (vor deiner Nase)

Nimm di ade eigne Nase!


Fass dich an deine eigene Nase!

Wüsch vor de eigne Türe! (Feg vor deiner eigenen


Du bist auch nicht besser, du hast nichts zu Tür!)
sagen!

Es isch öppis im tue. (Es tut sich was.)


Es geht los!

Es lauft öppis. Es gaat öppis. (Es läuft was.)


Es wird etwas getan.

de Rank finde (die Kurve kriegen)


zurechtkommen

Da gönd der grad d Schuebändel uuf! (Da öffnen sich deine


Da staunst du Bauklötze! Schuhriemen!)

en Tolgge im Reinheft haa (einen Tintenklecks im


Schande machen Schulheft haben)

De/die isch imstand und macht das!


Ihm/ihr ist das völlig zuzutrauen!

103
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Schnurz und Wurscht


(Da bleibt dir der Da gaat der de Schnuuf uus!
Atem weg!) Da bleibt dir die Spucke weg!

(über das Seil schlagen) über d Schnuer haue ausgelassen feiern,


übertreiben, über die
Stränge schlagen
(einen Stein im Brett en Stei im Brätt haa bei jemandem gut an
haben) kommen
(einen Stein in den en Stei in Gaarte rüere einen Gefallen tun
Garten werfen)
Das isch em in Chopf gstige.
Dem isch s Gäld in Chopf gstige.
Der ist größenwahnsinnig geworden.

(ein Büro eröffnen) es Büro uuftue, viel Aufhebens


(Gescheiße ablassen) es Gschiss ablaa machen
(aus dem Ärmel schütteln) usem Ärmel schüttle leicht fallen
(durchs Band) dur s Band weg ohne Ausnahme,
durch die Reihe

Das hät jetzt öppis bruucht!


Das dauerte aber!

(engl. people = Leute) Es hätt jeenes Piipel.


Es sind viele Leute anwesend.
Es herrscht ein Gedränge.

(auf jem. allergisch sein) uf öpper allergisch sii,

(das Heu nicht auf dem s Heu nöd uf de gliiche Büüne haa
selben Heuboden haben) jemanden nicht ausstehen können
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Schnurz und Wurscht


Das bringts nöd.
Das hät kän Spitz.
Das hat keinen Zweck.

Da gits nüüt z hueschte. (Es gibt nichts zu


Da gibt's nichts auszusetzen. husten.)

Häsch Schüblig ide Oore? (Hast du Würste in


Hörst du schlecht? den Ohren?)

öpper in Sänkel stelle jemanden schelten


es Hüenli rupfe zur Rede stellen (ein Hühnchen rupfen)
öpper fertig mache, jemand fertig/
zur Sou mache, zur Sau/zur
zur Schnecke mache Schnecke machen

Mach mi nöd fertig! (Mach mich nicht


Lass mich in Ruhe! Bleib mir vom Leib! fertig!)

De/die kännt jetzt nüüt. (Der/die kennt jetzt


Der/die geht aber ran! nichts.)

Da bisch verchauft! (Da bist du verkauft!)


Da hast du keine Chance!

Es isch mer verleidet.


Da chunnsch de Verleider über.
Ich habe keine Lust mehr.

Häts der uf d Chappe gschnejt? (Hat es dir auf die


Bist du enttäuscht? Mütze geschneit?)
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Henne-, Hüüne-, Hüperguet

Henne-, Hüüne-, Hüperguet


super, spitze, affengeil

H ier eine Sammlung von Ausdrücken, die


eher Positives ausdrücken:

verruckt, saagehaft, super,


waansinnig, gääch, verrückt,
(ober)affegeil, geil, sagenhaft,
hüüneguet, henneguet, affengeil,
hüperguet, soliid, bombig,
feudaal, arschgeil, gepflegt,
d Bombe, cool,
de Waan, süttig, flippig, spitze,
gedige, cuul, perfekt,
gepflegt, genial, sauber
filmriif, etc.
spitzig, gschärft,
sackstarch, salonfähig,
tierisch, grausam,
en/de Riisser, (irr)läss,
e suuberi Sach
uu-..., uuhuere-..., sehr/wahnsinnig/
mords-..., höle-..., mordsmäßig ...
huere-..., wie Anton
(schändlich) schammpaar
(z. B.: jeens Piipel, jeens (Ez.) viel, massenhaft,
jeens Volk, jeeni Lüüt jeeni (Mz.) jede Menge
= eine ganze Menge jeenschti (Mz.) gesteigerte Form
Leute) von jeeni
aagfrässe sii wild sein(auf etwas)
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Schitter, Hool und Faad


Das haut/fägt!
Das ist super! Das bringt's!

Das isch die Schou / de Hit!


Das ist die Show/der Hit!

Schitter, Hool und Faad


blöde, beschissen

faad langweilig, öde


stier, hool doof
soublöd saudoof
leid übel, hässlich
sackschwach, schitter mies
en Seich Scheiße, Mist
zum chotze ekelhaft
priiv (Abk.) primitiv
gschisse, verschisse* lausig
am Arsch futsch, kaputt
s hinderletscht, das Letzte
en müede Furz
denäbe, daneben,
näbed de Schue deplaziert
stock-... sehr (im Zusam-
menhang mit
„negativen“ Eigen-
schaftswörtern)
stocksuur sii total sauer sein
himmeltruurig, schlimm
verheerend, Schmalspur
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Schitter, Hool und Faad


penibel müesam
peinlich unangenehm

Das isch jensiits.


Das ist absurd.

en Heisse
heikle Angelegenheit

Das stinkt zum Himmel.


Das isch ober-/stinkfuul.
(Da klemmt was.) Da chlämmt öppis.
Da ist was faul.

Flüche und Ausrufe

(gopf ist eine gopf, gopfertoori, Verdammt!


verstümmelte Form gopferteli, gopferteckel,
von „Gott vedammt!“) gopfridstutz, gopfridli,
vertami, verchlemmi
(engl. shit = Scheiße) Schitt!, Schiissdräck! Scheiße!
Hueresiech*!, Mist
Schiissebach!
Läck! Läck mir!, Läck Beck!, Leck mich!
Heilige Bimbam/Stroosack!, Leck mich
heiligs Verdiene!, heilige Faane!, am Arsch!
sternesiech!, sterneföifi!, Verdammte
sternecheib!, sternehagel!, Scheiße!
zum Dunner!, Dunnerhagel!, etc.
verbrännti Zeine!, verbrännte
Cheib!, verreckt!*, Heilandsack! *
heilige/verreckte Siech!*
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Globi, Knorrli, Täät Garee


Globi, Knorrli, Täät Garee
Schimpfwörter und Beleidigungen

D ie Schimpfwörter eröffnen ein weiteres


großes Gebiet des Slangs, der keine Schran-
ken kennt. Die Skala reicht von Bezeichnun-
gen für große und kleine Leute, für Alt und
Jung, für „ihn“ und für „sie“ bis hin zu
Bezeichnungen für „Naivchen“ und „sturer
Bock“.

für Fremde

In besonders hinterwäldlerischen Gebieten Zunächst einmal


kommt es sogar drauf an, wie lange die Fami- grenzen sich die
lie schon im Ort ansässig ist. Außerdem lässt SchweizerInnen gegen
sich ja bereits anhand des Dialektes sofort die anderen
feststellen, aus welcher Gegend der/die SchweizerInnen ab:
Betreffende stammt. Fremdi Fötzel sind erst
Mehr Schwierigkeiten haben aber Lands- mal alle, die nicht aus
leute, die nicht Deutsch sprechen. Die dem eigenen Dorf
Sprachgrenze zwischen den Welschen oder stammen.
Romans (das sind die französisch Sprechen-
den) und der Deutschschweiz wird deshalb
scherzhaft Röschtigrabe genannt. Rösti ist eine typisch
Als Deutscher (aus der Bundesrepublik) deutschschweizerische
sollte man sich auch nicht wundern, wenn Kartoffelspeise.
man von Schweizern Schwaab genannt wird.
Schwaab bezeichnete ursprünglich „die
jenseits des Rheins“; heute bedeutet es
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Globi, Knorrli, Täät Garee


einfach „Deutscher“, egal ob aus Ulm oder
aus Hamburg. Die Bezeichnung an sich ist
nicht direkt abwertend gemeint; der Aus-
druck Souschwaab* (Sauschwabe) ist jedoch
bereits weniger freundlich.
Auch die folgenden Bezeichnungen sollten
möglichst nicht gebraucht werden:

(ital. cinque = fünf) de Tschingg* Italiener(in)


de Tschäpser*, s Schlitzaug Japaner
s Amifass dicker Ami

für Männer

Globi und Knorrli sind Globi ist von „Globus“, dem Namen einer
zwei Eigenbrötler. Ihre Kaufhauskette, abgeleitet, Knorrli von dem
Geburtsstunde bekannten Suppenhersteller. Globi ist inzwi-
war, als sie als schen eine beliebte Kinder-Comicfigur. Da er
Firmenmaskottchen aus der Familie der Papageien stammt, ist
Furore machten. auch der Ausdruck Globivogel (Witzbold) im
Umlauf.

Hier eine reichliche Auswahl von abfälligen


Ausdrücken, deren Wirkungen man aber
besser nicht ausprobieren sollte:

(Typ) de Mano, de Tüpp Mann, Typ


(Pinkel) de Pinggel kleiner Kerl
(engl. guy) de Gei, de junge Trüübel, junger
de junge Schnuufer, Spund
de Schnuderi
de Schutzli Schussel
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Globi, Knorrli, Täät Garee

de Lappi, s Chüechli, Dummerchen,


de Chümi Lappen
de Glöggliböögg, Narr (Schellennarr)
de Moschtchopf,
s Mondchalb
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Globi, Knorrli, Täät Garee


en Halbschlaue Trottel
(Halbschuh) de Tubel, de Halbschue, Flasche, hohle
de Doofmään, d Fluusche Nuss,Dummkopf
de Suppelööli, de Löffel, Dummkopf
de Lööli, de Glünggi,
de Doocht
(quadratische Banane) e viereggigi Banaane, Dusseltier,
de hool Püggel Banane
de Fötzel, de Hundscheib, Lump,
de Glunnggepuur das Allerletzte
de Fätze, d Boonestange, Hüne, langes
(Dachrinnensäufer) de Dachchänelsuufer, Elend,
(Porreestange) de Lauchstängel, Bohnenstange,
de Stüürchel langer Lulatsch
de Spränzel, Spargeltarzan,
de Mägerlimuck schmales Hemd
de Dicksack Fettsack
de Ruech, grober Mensch,
de Holzbock Rüpel, Flegel
(Jauchebauer) de Gülepuur unordentlicher
Mensch
de Wixer* Macker
(frz. tête carrée) de Täät Garee, Quadrat-
(Stierkopf) de Munigrind, schädel,
de stuur Bock, sturer Bock
(Stierkopf) de Stieregrind,
de Setzchopf, de Steckchopf
(Pünktchenscheißer) de Tüpflischiisser Pedant,
Haarspalter
de Bünzli, Spießer,
de Füdlibürger Kleinkarierter
de Giftzwerg, Giftspritze,
de Ekelzwerg zänkischer Typ
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Globi, Knorrli, Täät Gareev


de glismet Heiland Sektierer, (gestrickter Heiland)
Frömmler
de Chupfer-Wulle-Bascht Alternativler, (Kupfer-Wolle-Bast-Typ)
Tüpp, de Friik Körnerfresser
de Liimsüüder, Langweiler, (Leimsieder)
s Laama, Laschi,
de Lamaaschi Lahmarsch

Weitere Bezeichnungen für „Dummkopf,


Trottel, Hanswurst, Quatschkopf, Tauge-
nichts, dummer Hund“:

de Quadraatschanggli de Fudimanggööggi
s Kamuff de Chalbschopf (Kalbskopf)
de Totsch de Gwaagichopf
de Tschumpel de Teiggaff
d Pinggel de Gaggalaari
de Tschooli de tumm Hagel/Hund

Stärkere Bezeichnungen für „Arschloch,


Arschgesicht, Schweinehund, Saukerl,
Scheißkerl, Affenarsch, Idiot“ etc:

de Galööri de Dräckniggel
s Arschguutsi s Füdligsicht (Arschgesicht)
de Ghirn-Amputiert de Dräcksiech*
de Armlüüchter de (Schaaf)Seckel*
de Dräckcheib de Souhund*
de Dräcksack de Siech
de Schiisshund* de Huerenaff* (Hurenaffe)
de Schiisskerl* s Aas
de Lumpehund s Arschloch im Quadraat*
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Globi, Knorrli, Täät Garee


für Frauen

(Murmel) s Beeri, d Chlüüre, einfältige


(Keks) d Gumsle, s Guetzli Frau
d Zwätschge, s Tüpfi,
s Bütschgi, d Scheese,
d Schachtle
(Bauernfünf) s Puureföifi, Landpomeranze,
s Landei Naivchen
(Henne) d Gluggere Glucke
e dicki Pfunzle dicke Frau
(engl. chicken = Huhn) s Tschigg junge Frau
(Kratzkatze) d Chräblichatz Kratzbürste, Zicke
(Schleiereule) d Schleierüüle, hässliche Frau,
d Schreckschruube Schreckschraube
e tummi Geiss, blöde Ziege,
d Chlefe, dumme Gans,
d Chleechue Zimtzicke
d Tschättere dummes Weib
(Reibeisen) s Riibise, s Räss Keifliesel

für Kinder

Auch mit der Geduld der Eltern hat es mal ein


Ende, die „lieben Kleinen“ werden manchmal
nicht ganz so liebevoll bedacht.

d Chnöpf, d Goofe, Knöpfe,


(engl. kids = Kinder) d Kids Kinder
(Sandkastenrocker) de Sandchaschterocker, Teenie
(Pickelgesicht) s Püggelgsicht Pickeljüngling
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Globi, Knorrli, Täät Garee


de Schrejhals, brüllendes
de Brüelicheib Kleinkind
s Mamititti Nesthäkchen
en chliine Pfüderi Dreikäsehoch,
Stöpsel
s Fägnäscht, de Gischpel Zappelphilipp
de Luusbueb, s Luusmeitli, Rotznase,
de Schnuderbueb Lausbube
de Schmierfink Schmutzfink

Aber es dauert nicht lange, und der Nach-


wuchs bedenkt seine Mitmenschen mit eben-
so wenig schmeichelhaften Ausdrücken:

de Aahang Familie
di Regierig, Eltern (Regierung)
d Elschtere, (Elstern)
di Alte (die Alten)
miini Alt meine Mutter/Freundin/Ehefrau (meine Alte)
min Alte mein Vater/Freund/Ehemann (mein Alter)

für Alte

Den älteren Mitmenschen wird nicht nur


Respekt entgegengebracht:

de Ätti, de Bäppel, Alter, (frz. vieux gaga


de wiöö gaga Opa, Oldie = alter „gaga“)
de betagt Karton alte Schachtel (humorist.)
gaga, verchnöcheret senil, alt, träge,verkalkt
s letschte Uufgebot Senioren-Reisegruppe (das letzte Aufgebot)
di senili Bettflucht Altersschlaflosigkeit (senile Bettflucht)
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Zweierchischte und Fangise

Zweierchischte und Fangise


Zwischengeschlechtliches

D ie große Anmache läuft wie überall in


Discos, Kneipen, öffentlichen Bädern etc. ab.
Ein typisch schweizerisches Understatement
ist das Sätzchen „Ich ha di gern.“ (Ich habe
dich lieb), das „Ich mag dich“, aber auch „Ich
liebe dich“ bedeuten kann. Hier kommt es auf
die Körpersprache an.
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Zweierchischte und Fangise


verliebt, verlobt, verheiratet

mischle, schare, anbaggern, (scharren)


eini scharf mache, aufreißen, eine
uufriisse scharf machen (aufreißen)
d Mischlerej Anmache
s Gschleik Affäre
äugle mit den Augen flirten
schääkere flirten, herumalbern
taape, tööple, zudringlich
nööchperle werden
füdele, höbele schmeicheln
abschleppe abschleppen
abgspängschtig macheausspannen
abblitze laa auffahren lassen,
abweisen
abspringe nach einem Flirt
abblitzen lassen
am Gängelband füere kurz halten
uf öpper staa jmd. lieben, mögen (auf jemand stehen)

Es hätt mer de Ärmel iegnoo. (Mir hat's den Ärmel


Ich bin verliebt. 'reingezogen.)

verknallt, verliebt, verknallt,


verschosse verschossen
über beidi Oore bis über beide (über beide Ohren
verliebt Ohren verknallt verliebt)
gschliichig „schlüpfrig“ (vor allem für
Männer, die sich auf unan-
genehm-klebrige Art an
Frauen ranmachen)
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Zweierchischte und Fangise


Es geht zur Sache:

blutt nackt
füdliblutt splitternackt
gääch sii, s Riisse haa, heiß/geil sein
spitz / giggerig sii
(abschlecken) abschläcke knutschen,
(verächtlich) schmusen
de Suuger Knutschfleck
hops mache schwängern
(etwas im Ofen haben) öppis im Ofe haa schwanger sein
(Besuch von Tante d Mens haa, Bsuech Periode haben
Rosa) vode Tante Rosa haa

Kondome gibt es Da es vielen Leuten noch immer peinlich ist,


mittlerweile in jedem das Wort „Kondom“ auszusprechen, werden
Supermarkt zu die Gummis unter dem Slogan „stop AIDS“ in
kaufen. den Regalen angeboten.
Spezialgeschäfte bieten
aber auch witzige
und ausgefallene de Pariiser, de Gummi, de Verhüeter
Modelle an. Kondom

Dann wird es etwas ernster:

s Päärli Liebespaar,
(Zweierkiste) d Zweierchischte Pärchen
(zusammensein) zäme sii ein Paar sein,
(mit jem. gehen) mit öpperem gaa zusammen gehen
(zusammen abschieben) zäme schiebe

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Zweierchischte und Fangise

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Zweierchischte und Fangise


(„Fangeisen“ = Ehering) So mancher, der es bis zum Fangise gebracht
hat, sucht bald wieder die Freiheit:

(abhängen) abhänke, sich von jemandem


(den Schuh geben = treten) de Schue gää, trennen
Schluss mache,
(im Regen stehen lassen) im Räge staa laa
(auseinandergehen) usenandgaa sich trennen

„er“ und „sie“

min Lover, mein Freund,


(engl. guy = Kerl)
min Gei Lover, Typ, Kerl
de Stürmi Draufgänger
de Glüschtler, geiler Bock,
de Umehueri, Lüstling,
de Luschtmolch Lustmolch
de Stänz Zuhälter
(Halbseidener) de Halbsidig Geck
de Taapi Zudringling
de warm Brüeder, Homo,
de Homo, eine vom warmer Bruder,
andere Uufer, en Schwuchtel
Jeensiitige, d Schwuchtle
(Mäuschen) Muus, Müüsli Liebling, Schatz,
Mäuschen
de Schnüggel, Schnucki,
de Schnuggi Schatz
de Aahang Anhang
d Chatz, de heiss Ofe, Katze, steiler Zahn
d Schabe, d Superschabe,Mieze
de Sexproviant
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Zweierchischte und Fangise

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Zweierchischte und Fangise


(Knastfleisch) s Chefifleisch Jugendliche unter
16 Jahren, die sich
noch im Schutz-
alter befinden
d Schixe, Nutte,
d Asfaltschwalbe, Asphaltschwalbe
d Randsteiamsle, d Flööte
d Zupfstube Bordell,
Massagesalon

die Geschlechtsteile

Er hat:

(Murmeltasche) de Chlüüresack Sack


(Schellen) de Seckel, d Schäle Eier, Glocken
(Ständer) de Ständer, Latte, Ständer
(Steifer) en Stiife
de Günggel, Pimmel,
(Riemen) de Rieme*, Schwanz,
de Schwanz, Prügel
(Schnäbelchen), (Pfeife) s Schnäbi, d Pfiife
de Riemespanner* sexy Anblick,
Scharfmacher

Sie hat:

d Lungeflügel, Vorbau,
de Schoppe Glocken
s Fallobscht Hängebusen
(Schnecke) de Schnägg Möse
de Büschel
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Zweierchischte und Fangise


s Vrenelis Gäärtli Venushügel (eigentl.
ein Schneefeld in den
Glarner Alpen)
de Sosseschlitz Scheide (Saucenschlitz)
de Zigerschlitz Der Ziger ist eigentlich
eine Käsesorte (vgl.
Kapitel „Rund ums
Ausdrücke zum Geschlechtsverkehr Essen“). Zigerschlitz ist
auch die scherzhafte
„Mitenand is Näscht gaa“ (zusammen ins Bezeichnung für den
Nest gehen) ist ein vergleichsweise harmloser Kanton Glarus!
Ausdruck für „miteinander schlafen“, in sich
haben es die folgenden:

rüttle, bumsen (durchschütteln)


beschtiige, (besteigen)
vögle, stoosse, (vögeln), (stoßen)
bürschte, (bürsten)
ruesse*, (Kamin fegen)
tünkle* (eintunken)
umehuere häufig den Partner (herumhuren)
wechseln
wixe*, onanieren
sich öppis z'guet tue (sich etwas zugute tun)
schüttle wichsen (Männer) (schütteln)
stinkfingerle masturbieren (Frauen) (Stinkfinger kriegen)
d Wixvorlaag Pornobild oder Heft

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Literaturhinweise

Literaturhinweise
E s gibt für alle wichtigen Dialekte Wörter-
bücher, die laufend überarbeitet werden. Am
umfassendsten informiert das folgende Stan-
dardwerk, das sämtliche Varianten, Herkunft
und Anwendungsbeispiele enthält (man
findet es in jeder größeren Bibliothek):

Inzwischen ist man Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch


beim Buchstaben „W“ der schweizerdeutschen Sprache.
angelangt. 2020 soll Frauenfeld: Huber 1881ff.
das Werk vollendet
sein. Eine preiswerte Wer sich allgemein einen Überblick verschaf-
Volksausgabe ist in fen will, bekommt hier eine knappe Ein-
Planung. führung:

Andreas Lötscher:
Schweizerdeutsch. Geschichte,
Dialekte, Gebrauch.
Frauenfeld: Huber 1983 (vergriffen)

Eine gute Übersicht über das schweizer Hoch-


deutsch bietet:

Kurt Meyer:
Wie sagt man in der Schweiz? Wörterbuch
der schweizerischen Besonderheiten.
Mannheim: Duden (Duden Taschenbuch
Bd. 22) 1989 (vergriffen)

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Literaturhinweise
Bücher zur auf der Straße gesprochenen Spra-
che veralten leider in kurzer Zeit. Aktuell sind
aber immer noch:

Christian Scholz:
Neue Schweizer Wörter, Mundart und Alltag.
Frauenfeld: Huber 2001
ISBN 978-3-7193-1212-1

Thomas C. Breuer:
Schweizerkreuz und quer.
Augsburg: Maro, 2001
ISBN 978-3-87512-256-5

Victor Schobiger:
säit me soo oder andersch?
dialäkt zum naaschlaa wien in wörterbuech.
Zürich: Schobinger 2008
ISBN 978-3-90810-567-1

Ganz besonders empfehlenswert ist die


Comic-Reihe s'Knüslis von Brigitte Fries und
Liz Sutter, die in der edition moderne, Zürich,
erschienen ist. Einen kleinen Eindruck des
durchgängig züritüütschen schwarzen Hu-
mors vermitteln die Zeichnungen im vorlie-
genden Kauderwelsch-Band, die mit freundli-
cher Genehmigung der edition moderne
abgedruckt wurden. Leider inzwischen ver-
griffen.

125
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:52 Seite 126

Musik im
in cooperation with R EISE K NOW -H OW Verlag

East Africa Northern Africa South Africa The Andes Argentina

Australia The Balkans Baltic States Barbados Oriental Belly Dance

Northeast Brazil Canada Chile China Colombia

Cuba Finland Iceland India Ireland

Israel Japan Mexico New Zealand Norway

Russia, Scotland Switzerland Turkey Uruguay


St. Petersburg
Die Compilations der CD-Reihe sound))) trip stellen aktuelle, typische Musik eines Landes oder einer Region vor.
Im Buchhandel erhältlich Unverbindl. Preisempf.: EURO 15,90 [D] Kostenlose Hörprobe im Internet

www.reise-know-how.de

126
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 127

Kauderwelsch „Dialekt”
Die Sprache des Alltags – ohne Wenn und Aber!

Richard H. Kölbl Beyerl, Hirtner, Jatzek K. Werner, E. M. Bendixen


Bairisch Wienerisch Sächsisch
ISBN 978-3-89416-306-8 ISBN 978-3-89416-269-6 ISBN 978-3-89416-264-1

R. N. Weiss M. Thiergart Sibylle Kohls


Elsässisch Kölsch Berlinerisch
ISBN 978-3-89416-514-7 ISBN 978-3-89416-305-1 ISBN 978-3-89416-508-6

www.reise-know-how.de
127
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128
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 129

Register

Register
aateigge 84 abwimmle 69
aatöne 80 abzische 69
aazünde 77 abzottle 69
abblitze 69, 117 Adee 66
abbruchriif 36 Adiöö 66
abcheibe 31 ale 30
abchrampfe 84 alli 22, 92, 102
abdampfe 69 Alpechalb 76
abe 75 amene 95
abelaa 64, 76 Amifass 35, 110
abestele 55 amigs 26
abetrucke 47 Amischiff 35
Abfuer 67 Apoteek 63
abfüle 58 Arschguutsi 113
abgää 38, 64 Ascht 58
A abghuuret 36 Äscht 77
abgspängschtig 117 ässe 19
Aabee 61 abhandechoo 26 Ätti 115
aagää 77, 80 abhänke 120 äugle 117
aagfrässe 84, 106 abhocke 38 aui 22
aagrüert 64 ablaa 77, 104
aagschlage 63 abmache 72
aahaa 64 abmurxe 65 B
Aahang 115, 120 abpfüpfe 60
Aalass 26 Abriisser 82 Bääredräck 50
Aaleggi 45 abruume 88 bache 93, 94, 96
aaluege 64 abschiffe 90 Bachpulver 60
aalüüte 43, 63 Abschiffer 91 Badi 26
aamächelig 50 abschläcke 118 baff 75
aaper 100 abschleppe 117 bäffzge 26, 74
Aart 24 abschliiche 69 Balaari 58
aaschäle 43 abseile 62 Bändel 46
aaschiinend 26 abspringe 69, 117 Bäne 35
aaseiche 74 abtische 88 Bänkler 85
aaspile 80 abverheje 78 Banner 87
Aaspilig 80 abwägig 26 Bäppel 115

129
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Register
Baraani 87 blööterle 67 Bürogumsle 85
Bättel 39, 85 Blööterliwasser 55 Büroschangli 85
Beck 108 blutt 118 bürschte 123
beduslet 58 blüttle 26 büschele 100
Beeri 114 Bock 87 Büssi 27
Beiz 53 bocke 74 Bütschgi 114
Beizer 53 Bode 55 Butzfäde 97
Bere 45 bogehueschte 64 Buul 86
beschtiige 123 bögle 86 Büüne 104
bhalte 19 Böögenalbum 46 Büürli 51
Biber 49 Botscha 86 Büüter 87
bibere 100 Bouchlötz 75 buxiere 69
Biberflade 49 boue 54
Biberi 95 Brämsspur 63
Bierbuuch 97 bröösmele 39
Biibääbeli 79 Brüeder 120 C
Biigi 100 Brüelätsch 79
Biischpiil 14 brüele 79 Camion 35
Billet 26, 32, 36, 38 Brüelicheib 115 campiere 26
Bire 58, 79, 94, 95, 97, 98 Brune 61, 62 Car 35
bireweich 94 brünele 61 Chabis 49, 67
Bisi 62 Brüneli 98 Chabisbletter 97
bisle 61 Brunz 62 Chabis-Chääs 67
blääche 39 brünzle 61 chafle 47
Bläächguutsche 35 bruuche 71 Chalb 77
Bläächpolizischt 38 Bschiisscheib 81 Chalberej 76
Blaascht 100 Bschteck 60 Chalbschopf 113
blaase 55 Bsuech 118 Chäller 63
blagiere 80 bubiliecht 91 Chämi 40
Blasius 76 Büchs 97 Chappe 45, 67, 93, 105
Blässi 72 büchse 33 Chare 35
Blatt 42 Büez 82 Chaschte 94, 98
Blätz 64 Büezer 82 Chätschgummi 50
Blätzli 47 büffle 90 Chatz 120
Blaue 38 Bünzli 112 Chefe 49
bloche 33 Büroamsle 85 Chefi 38
Blöffsack 80 Bürogumi 85 Chefifleisch 122

130
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Register
Chegelfänger 45 chlöpft 36 chräsme 27
Chegelischuel 90 Chlotz 39 Chreje 64
chegle 62 Chlötz 36 Chretz 91
Cheib 30, 58, 108 chluppe 81 Chribel 85
cheibe 33 Chlüppli 97 Chritz 91
Cheiberej 30 Chlütter 39 Chrott 41, 63, 96
Chelle 58 chlüttere 27, 84 Chrottepösche 27
chepps 95 Chlütteri 27 chrumm 77
chesslet 36 chlüübe 84 Chrüsimüsi 99
Chiefer 75 Chlüüre 86, 114 Chrüütlitokter 86
Chieme 93 Chlüüresack 122 Chrüzlistich 58
chifle 93 Chnebelschiissi 61 chrüztumm 72
Chiis 39 Chnele 53 Chübel 68, 101
chiise 64 Chnochesammler 65 chüblet 36
Chilbi 27 Chnocheschlosser 65 Chuchichäschtli 99
Chile 22 chnoorze 84 Chüechli 111
Chileturm 61 Chnoorzi 41 Chümi 111
Chiletüür 61 Chnopf 71 chüngele 84
Chind 12, 20 Chnöpf 114 Chupfer-Wulle-
Chindli 20 chnorze 79 Bascht-Tüpp 113
Chindsgi 90 chnure 96 Chürbis 97
Chineese-Schotter 48 chnüttle 84 chüschtig 50
Chischte 35, 38, chnüüble 39 Chüssi 96
58, 65, 71 Choder 64 Cocci 60
Chiuche 22 Chog 30 Cup 50
chläme 90 Chögli 30 Cüppli 56
Chlämm 67 Chöitsch 50
Chlapf 27, 35, 58, 91 Chöle 39
Chlappe 97 choo 78, 84
chlaue 81, 97 Chopf 63, 69, 93, 104 D
Chleechue 114 Chöpfler 27
Chlefe 114 chörble 64 dä 23
chlööne 25 chotze 64, 107 dää 30
chlopfe 87 Chräblichatz 114 däänze 54
chlöpfe 27 Chräbsli 60 daastaa 78
Chlöpfmoscht 55 chrampfe 84 Dachchänelsuufer 112
Chlöpfschiit 88 Chrämpfli 82 Dächlichappe 45

131
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Register
Daig 23 E Figgi 77
dänn 92 filme 73
denäbe 107 echli 58, 72 filmriif 106
Deppo 56 Eel 24 filterle 60
dezue 68 Eidächsli 63 filze 38, 81
Dicksack 112 eige 27 Finke 36, 45
Dietschi 42 Einer 57 fiserle 100
Differänzler 87 Einfränkler 42 Flääsch 61
diffissiil 27 eini 93, 117 Flade 36, 58, 94
dihine 38 eis 55, 92, 93 Flamewerfer 59
Diil 82 Eiterrieme 49 Fläre 100
Diir 21 Eitsch 60 Fläsche 55, 79
dine 74 ejnisch 23 Fliigel 24
Dixiläänd 88 Elschtere 115 Floo 94
Doocht 112 erlicke 70 Flöö 71
Doofmään 112 exgüsi 27 Floomi 44
Doope 24 floone 96
Dööschwoo 35 Flooner 96
Doup 60 F Flooräche 46
Dräckcheib 113 Flööte 122
Dräckniggel 113 faad 107 Flosse 98
Dräcksiech 113 Fäändli 45 Flüssigs 39
driifunke 80 Faane 58 Flüügeschliifi 97
driihänke 80 faare 19 Fluusche 112
Dröögeler 60 Faaruuswiss 36 föif 72
druff 33, 102 Fackel 91 Föifer 41, 77
druusbringe 75 Fade 59 Föifliiber 42
druus-choo 70, 71 Fädere 96 föike 63
dune 73 fäge 25, 33 Föön 94
Dünne 49 Fägnäscht 115 fööne 63
dur 19 Fallobscht 122 föpple 77
dure 19, 94 Fangise 120 Fötzel 112
dureghejt 91 Fäscht 54 foun 43
duremache 54 Fätze 112 frääse 36
Dusel 58 Feez 54 Fransle 97
düüse 33 Fejss 98 Frässcheib 46
Duzis 67 figge 27 Frässzädel 91

132
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 133

Register
Friise 97 Gääg 76 Gimer 90
frischi 102 Gäärtli 123 Gimi 90
Frömmlerkomode 88 gaat 22 Gipfeli 51
Fruscht 69 Gabaree 80 Gischpel 115
füdele 117 Gade 98 glade 58
Fudi 98 gäg 71 Glafer 80
Fudimanggööggi 113 Gagg 62, 95 glai 23
Fuditätsch 91 Gaggalaari 113 glette 98
Füdli 68, 98 gagge 62 Glettise 98
füdliblutt 118 Gäld 30 glismet 113
Füdlibürger 112 gäll 73 glitzt 33, 40
Füdligsicht 113 Galööri 113 Globi 110
füecht 58 gange 85 Globihuet 45
füechte 73 Gango 82 Glöggliböögg 111
Fueder 58, 102 Garacho 33 Glüestängel 59
fuere 50 Garaschischt 35 Gluggere 114
füere 117 Gartehaag 97 Glünggi 112
Fuessgängerstreife 33 gaxe 80 Glunnggepuur 112
fuetere 47 gchotzti 64 gluschtig 50
füetere 60 gee 43 Glüschtler 120
Füffzgerlappe 42 Gegel 62 Gmiet 24
Funk 43 Gei 110, 120 Gnagi 48
funke 43 Geiss 27, 114 Gniet 79
futiere 76 geit 22 gniete 79
fuude 47 Gele 80 gnueg 73
fuuge 36 Gelte 35 Gnussnipfel 49
fuul 76 geng 22 go 55, 62
fuuli 82, 96 gernhaa 95 Goofe 114
fuxe, 77 Gfätterlischuel 90 Gooli 86
gfitzt 70 göötsche 27
gheje 33 gopf 108
G ghööre 71 gopferteckel 108
Giel 23 gopferteli 108
gaa 53, 54, 61, 62, 63, 69, giftle 60, 80 gopfertoori 108
78, 84, 96, 102, 118, 123 gigele 76 gopfridli 108
gää 93, 120 giggerig 118 gopfridstutz 108
gääch 56, 106, 118 giixe 80 Göppel 35

133
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Register
Görpsliwasser 55 güle 55, 72 Halbschue 112
Göx 45 Gülepuur 112 Halbsidig 120
gränne 79 gumpe 33 Hamme 48
Grind 47, 97 Gumsle 114 Hämmer 39
Gring 97 Günggel 122 Hampf 51
Gröllhalde 88 Gupf 27 handcherum 27
grööle 76 Güsel 99 Händli 39, 40
Grüessech 66 Gutsch 57 Handsgi 90
Grüezi 66 Guttere 57 hange 43, 68
gsamthaft 27 Gütterlischwänker 86 hase 33
gschaffig 85 Guuge 88 hässig 69
gschärft 106 güügele 55 hätt 33
gschisse 94 Güx 56 haudere 84
gschläckt 54 Gwaagichopf 113 haue 104
Gschleik 117 Gwafför 87 Haxe 98
gschliichig 117 Gwändli 45 hebe 55
gschneit 94 Gwüsse 80 Heftli 27
Gschpüüri 71 heichoo 58
gschwulle 80 heidechalt 100
gsee 71 H Heisse 108
Gsichtserker 97 henneguet 106
Gsichtszüüg 92 haa 31, 33, 36, 39, hereschmeisse 85
gsii 56 40, 43, 53, 58, 61, 63, Herzbaragge 64
gspeicht 90 64, 67, 69, 71, 74, 77, Herzchriesi 64
gspickt 90 79, 80, 84, 90, 93, Herzpoppere 64
gstöörts 95 95, 96, 102, 104, 118 heue 84
gstopft 41 Haag 80 himmeltruurig 107
gstöpslet 94 Haaneburger 55 hinderechoo 38
gsträälet 75 Habasch 67 hinderezie 60
Gstürm 27 habere 47 hinderletscht 107
Guafföös 86 Habli 60 hindersinne 79
Guafför 85 Hacktätschli 47 Hinderüggsler 81
guet 66, 77, 106, 123 Hafe 63 Hirni 94
Guetzli 114 Hafechääs 67 höbele 117
Gugge 88, 99 Häfelischuel 90 Hochalpe 88
Güggeli 47 halbbatzig 27 Hochschii 72
Güggelifridhoof 97 halbi 42 hocke 67
Guggemusig 88 Halbschlaue 112 hole 19

134
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 135

Register
Hölezaa 36 iizie 53 kän 67
hölzig 64 imstand 103 känn 40
hööch 58, 77, 80 inebiige 47 käppelet 58
hool 39, 40, 107, 112 inegüddere 55 Karsumpel 39
hööle 55 inehacke 85 käs 93
Höörlidieb 85 ineliime 81 kippe 55
Höörlifrässer 85 inenää 60 Kippi 64, 85
hoorne 76 inerüere 47 Knirps 57
Höös 45 ineschuufle 47 Knorrli 110
hops 118 inezie 60 Kompaniichalb 76
Hoseschiisser 95 Intelligänzkiosk 90 Kompi 85
Hoseseicher 95 Ise 60 Kondi 86
Hudigäggeler 88 Iseli 39 Kondüktör 32
Hüenerhuut 98 Kurvenööl 56
Hüenli 105
Hueresiech 108 J
hueschte 71, 105 L
Huet 58 Jäggli 45
Humpelbei 79 Jass 86, 87 laa 39, 69, 80, 117, 120
Hundscheib 112 jäte 93 Laama 113
Hung 22 jeenes 104 lääre 27
hüperguet 106 jeeni 106 Läck 108
Hüsli 61 jeens 106 lade 60, 64
hüt 54 jeenschti 106 Ladehüeter 44
hüüneguet 106 Jeensiitige 120 lädele 44
huure 27 jensiits 108 lafere 79
Hüüsli 62 jöggele 86 Lämpe 91
Jöggelichaschte 86 Ländeschürzli 91
jufle 84 Ländler 88
I lange 78
langi 102
ietrucke 47 K Lappe 42
iiblase 90 Lappi 111
iidrücklich 27 kä 102 larsch 27
iifange 93 Kaan 35 läss 106
iiluege 78 Kafi 19, 56, 67 Lätsch 70
iitunkle 100 Kaktüss 63 Lätter 62
iiwerfe 47, 60 Kamuff 113 lättere 100

135
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 136

Register
Latz 67, 97 Luusbueb 115 mischle 84, 117
laufe 25 Luusmeitli 115 Mischlerej 117
Laufmeter 27 Lüüt 19, 54 Mischtchratzer 47
legge 55, 81 lüüte 28 Mischtchübel 99
Legi 91 Luz 56 mitenand 28, 102, 123
leid 107 Mocke 50
Leitig 71 Mondchalb 111
Liecht 63 mööne 28
Liechtsignalaalaag 35 M Moore 23
ligge 39, 96 Moorechopf 50
Liggi 96 Maa 12 Moos 97
Liib 15 määgge 79 Möps 39
Liibli 45 Määrli 67 Morelli 79
Liide 94 mache 39, 41, 64, morxe 84
Liimsüüder 113 67, 69, 92, 96, 97, Moscht 36
liire 22 102, 117, 118 Moschtchopf 111
lingge 81 Mägerlimuck 112 motte 28
lisme 27 mälche 63 mudere 63
lödele 27 Mamititti 115 müed 95
Löitsch 53 Mämmeler 59 müede 107
Lööli 112 Manggo 28 müesam 25, 108
Löölitschob 82 Manii 75 Müesli 14, 50
loos 54 Mano 110 muff 69
Loosche 98 Märzetüpfli 98 mugge 81
lööte 55 Matsch 88 Müli 77
lose 28 Matte 28 Mungge 28
lottere 28 mausee 65 Muni 28
Louerihung 23 Mech 35 Munigrind 112
luege 28 meche 84 Müntschi 23
lüftle 36 Medi 65 Münz 39
lugg 28 meini 28 Mutz 28
Lumpe 45 meise 74 Muul 67
Lumpesammler 32 Meitli 30 Muulschälle 91
Lungebröötli 59 Merssi 72 Muus 120
Lungeflügel 122 Messitsch 43 Müüsli 14, 120
lupfe 41 mi 33 muuve 54
Luus 19 miniim 28 Mux 28

136
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Register
N offe 63 Pfnüsel 63
Oggasion 35 Pfoote 97
nää 28, 77, 93, 102 oomächtig 28 Pfüderi 115
naachoo 70 Oore 105, 117 Pfund 42, 62
näär 22 Öörtli 61 pfunde 62
naaschlaa 28 öppe 28 Pfunzle 114
näb 78 öpper 93, 104, Pfupf 37
näbed 107 105, 117 pfure 33
Näggel 97 öpperem 28, 118 pfuttere 74
näggele 84 öppis 47, 54, 71, pfuuse 96
Näll 87 102, 103, 104, Picasso 63
Näscht 96, 123 108, 118, 123 piip 94
Nase 63 Outo 22 Piipel 104
Naselumpe 46 Piiss 60
Nasewelo 46 Pinggel 110, 113
Nastuech 46 Pintecheer 55
natüür 48 P Pischi 64
Nidel 49 Pisseria 61
Nidelzältli 50 Päärli 118 Plaaggeischt 74
nöd 71, 72, 74, 95, 104, 105 palavere 79 Platte 36
nodere 28 Paprika 25 plegere 96
nöisle 28 parkiere 26 Plejer 80
nööchperle 117 Patisserii 49 Pögg 71
Nuggi 76 Patron 82 Pöli 97
nünenünzg 94 Pauke 97 Polüpp 38
nüssle 81 pedale 37 pöpperle 28
Nüssler 49 pendent 85 poschte 44
Nüssli 50 Peperoni 25, 49 pressant 32
Nüsslisalat 49 Perron 32 pressiere 32
Nuttedisel 55 Pfane 25, 96 prichte 22
nüüt 75, 105 Pfiife 86, 122 priiv 107
pfiiffe 68 probe 26
Pfiiffeteckel 76 Proob 90
O pflanze 63 Psalmepumpi 88
Pflaschter 96 Pschiss 81
Obermotzi 74 pflocke 62 Puff 79, 93
Ofe 120 Pflotsch 100 Puggel 68, 97

137
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Register
Püggel 112 realisiere 25 rüschte 49
Püggelgsicht 114 Redaktorin 26 rüssle 74
Pulee 47 Redli 94 rüttle 123
Püll 45 refüsiere 28 rüüdig 24
Pulver 39 Regierig 115
Pumpi 60, 79 Renovation 26
puschper 63 Reservation 26
puupe 80 Reuel 28 S
Puupi 80 Rieme 122
Puur 87 Riemespanner 122 saage 96
Puureföifi 114 Riibise 114 Saaltöff 53
Riis 41 Sack 25, 40, 46, 93, 96
riisse 33, 54, 76, 82, 118 säckee 14, 61, 95
Riisser 106 Sackgäld 39
Q Riitschuel 28 Sackgäldvergaaser 37
Rippli 48 sackvole 58
Quadraat 113 Rise 42 säg 23
Quadraatlaatsche 45 Rock 25, 45 sali 66
Quadraatschanggli 113 röike 60 salüü 66
Quätschbalke 88 Romans 109 Sämpf 67
Rööre 80 Sandchaschterocker 114
Rööschti 93 Sandsturm 49
root 94 Sänkel 93
R Röschtigrabe 109 schääkere 117
Rössliriiti 28 Schaale 45
Raam 49 rotiere 84 Schabe 120
Raamtäfeli 50 Rotliecht 35 Schabziger 52
Rächnig 30 Rötuurbillet 32 Schachtle 114
rächts 28 Rötuurgäld 39 schaffe 84
Räge 120 Rövansch 88 schäffele 84
Rande 49 Rüebli 25, 49, 64, 90 schale 77
Randsteiamsle 122 Ruech 112 Schäle 122
Rank 32, 103 rüefe 64 Schälegaggi 87
Ranze 77, 93, 96, 97 rüere 104 schalte 70
Ranzepfiife 64 ruesse 63, 123 schammpaar 106
Rappe 40 Rugge 79 schare 117
Rappespalter 41 Rundi 55 Schärme 100
räss 50, 114 rupfe 105 schasse 85

138
071-Buch-13A-2012.qxd 18.01.2012 12:53 Seite 139

Register
Scheese 114 Schlitzaug 110 Schnurre 25
Schejche 98 schlitze 81 Schnuuf 104
schiebe 118 Schlötterlig 91 Schnuufer 110
Schieber 86 schlucke 55 Schnuurpfi 90
schier 28 Schlumbergerli 51 Schnuute 70
Schiff 100 schluuche 84 schnüüze 33
schiffe 101 Schlüüdere 84 Schofför 35
Schiffi 61 Schmier 38 Schoffös 35
Schiffländi 61 Schmierlappe 38 Schole 51
Schigg 23 schmöcke 25 Schööne 66
Schiibe 58, 61 Schmöckiwasser 54 Schopf 98
schiine 86 Schmöckschiit 97 Schoppe 122
schiints 29 Schnäbi 122 Schou 107
schiisegliich 76 schnabuliere 46 Schrage 65
Schiishuus 61 Schnädergäx 80 Schranz 77
Schiissdräck 108 Schnägg 42, 122 Schreckschruube 114
schiisse 62 Schnällbleichi 82 schriibe 40
Schiissebach 108 schnappe 55, 81 Schrooterej 38
Schiisser 62 Schnäpper 37 Schröpfbuude 82
Schiissi 61, 78 schnätzle 33 Schroppe 29
Schiissitrichter 86 schnele 81 Schruube 64
Schilipingg 79 Schniider 41 Schüblig 105
Schirm 64 Schniposa 6, 46, 47, 48, Schue 67, 78, 107, 120
Schiss 95 49, 50, 51, 52, 172 Schuebändel 46, 103
Schisshaas 95 schnööde 80 Schüelerfabrik 90
Schitt 108 schnore 25 Schuesole 48
schitter 107 Schnuderbueb 115 Schüfeli 48
Schixe 122 Schnuderi 110 Schuger 60
Schlaarpe 45 Schnudertüüte 49 Schugerette 60
schläbee 95 Schnuer 104 Schüpp 45
schläcke 47 Schnüggel 120 schüttle 123
Schläckmuul 46 Schnuggi 120 Schüttstei 98, 173
Schläckzüüg 50 Schnupperleer 82 Schutzli 110
schlegle 93 Schnure 33, 67, 74, 79, schuur 71
Schleierüüle 114 93, 95, 97, 172 Schuurni 86
schliif-isele 86 Schnuregiige 88 Schwaab 109
schliisse 93 Schnureploderi 80 Schwachstrombeiz 53
Schlitte 32, 35 Schnuretrummle 88 schwadere 29

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Register
schwafle 79 spane 71 Stiife 122
Schwämm 29 speiche 85 stiige 45
schwanze 54 Spezi 57 Stimig 70
schwänze 97 spiide 33 Stink 62
Schwuchtle 120 Spinncheib 31 stinkfingerle 123
schwüme 71 Spinnwinde 65 stinkfuul 108
Schwümmfäscht 90 Spitz 58, 105 Stinkprügel 59
Seck 91 Spliin 75 Stöck 87
Seckel 113, 122 Spöizchnebel 88 stocksuur 107
seckle 33 spöize 80 stoffle 33
Seeleschmätter 79 Spränzel 112 Stole 82, 84
segg 39 springe 69, 173 stoosse 123
Seich 67, 76, 77, 107 Spritkomode 55 stöpple 36
seiche 61 sprütze 76 strääze 100
seichwaarm 100 spüele 55 Strassebütschgi 86
Seilzie 80 Spunte 53 Strassewüscher 86
Sepp 88 Spurt 33 stresse 84
Serwierdüüse 53 Ssiin 54 Stung 22
Serwierschlitte 53 staa 36, 78, 117, 120 Stürmi 120
Setzchopf 112 Staatschrüppel 85 Sturzwälderschwaarte 49
setze 62 Stäcke 68 Stutz 29, 39
sibenevierzg 71 Stäge 98 Stütz 39
sider 22 Stalldrang 96 Stützlisex 20
Sidi 87 stämpfle 85 Stüürchel 112
Sidiaan 74 Stange 57 Sudel 85
Siech 58, 81, 113 stänkere 74 sudle 90
sieche 33 Stänz 120 Süffel 59
sii 41, 54, 58, 69, Steckchopf 112 Summervogel 29
70, 71, 72, 77, 78, Stei 39, 64, 69, 97, Sumpftuur 55
79, 95, 104, 106, 104 Sunntig 94
107, 118 stele 93 Superschabe 120
Siitewage 56 stelle 105 Suppelööli 112
sirache 74 sternecheib 108 Suppeschlitz 97
Sitzig 63 sterneföifi 108 süttig 106
Sosseschlitz 123 stier 41, 107 suufe 13, 55
soublöd 107 Stieregrind 112 Suufludi 59
Souschwaab 110 stifle 33 Suuger 118
spachtle 47 stigelisinnig 63 Suuser 55

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Register
T Trinkgäldsüüle 53 tüppig 100
Trotti 86 Türfalle 98
Taape 24, 97, 117 Trottuar 33 Türgg 82
Taapi 120 Trucke 99 Tutswit 62
Täät Garee 112 Trummle 97 tuube 69
Täfeli 50 trümmlig 63 tüür 31
Tagg 94 Trüübel 110
Tankstell 53 tschägget 29
Tätsch 29 tschalpe 33 U
tätsche 93 Tschäpper 45
tätscht 36 Tschäpser 110 überborde 54
Teiggaff 113 tschäse 66 überchoo 93
Teiggaffe 48 Tschättere 114 übere 95
Thee 14 tschau 66 Übergwand 45
Theek 91 Tschibuuti 61 überlade 102
theere 60 Tschigg 114 überrisse 41
tifig 33 Tschingg 35, 110 überschnurre 80
tiggtagg 94 Tschingge-Rucksack 35 umeblööterle 96
Tii-Schi 45 Tschooli 17, 113 umecheibe 31
Tilt 58, 61 Tschoope 45 umedirigiere 85
Tinteschläcker 85 tschou 66 umeflicke 74
Tirggel 49, 58 Tschugger 38 umefüere 103
Tobel 29 Tschuggerej 38 umefuurze 36
Töff 92 Tschumpel 113 umehuere 123
Töffli 37 Tschumpeli 57 Umehueri 120
töggele 85 tschumple 33 umeplämperle 96
Tole 33, 42 tschuute 86 umeplegere 96
Tolgge 58, 91, 103 Tubel 112 umepröble 29
Tone 41, 42 tue 123 umesumpfe 55
Tönü 45 tumm 30, 113 umetanze 103
tööne 29 Tummi 74 undere 96
tööple 117 Tunell 19 Underliibli 45
Totsch 113 tünkle 123 undertags 29
Traat 39, 43 Tupee 75 une 64
Tramp 82 tupfegliich 29 Unterbruch 26
trampe 37 Tüpfi 114 urchig 29
treje 91 Tüpflischiisser 112 use 76
Trinkgäldhööli 53 Tüpp 110 usechoo 78

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Register
usefuule 78 V vill 22, 30, 31
Usegäld 39 viu 22
uselaa 77 verboret 74 vögle 123
useluege 41 verbrännti 108 vollmorsch 94
usenandgaa 120 verchare 36 Voorässe 48
usezie 78 vercharet 36 voorig 29
uuf 103 verchauft 78, 105 voorwegg 29
uufbiige 100 vercheibe 30 vorfaare 36
Uufgebot 115 verchiise 77 vorig 29
uufgstellt 77 verchlemmi 108
uufjucke 33 verchlöpfe 40, 77
uuflupfe 29 verchnöcheret 115 W
uufmuxe 74 vergää 88
uufriisse 117 vergelschteret 75 Waan 106
uufschnide 80 Vergnüegigskurve 54 wäärschaft 50
uufsetze 33 verhüenere 100 Wächte 100
uuftue 71, 104 verjage 77 Wäje 49
uufzie 77 verjätte 77 Wäle 54
uusbringe 80 verlade 61 wäsche 93
uusflippe 70 Verleider 105 Wäschpi 37
Uusgang 54 verloche 40 Weggli 51, 77, 102
uusghänkt 69 verlüüre 38 weible 33
uusgsee 64, 78 verquante 41 Wejer 29
uusjasse 102 verräble 64 welewääg 24
Uuslegioornig 99 verreise 69 Welo 37
uusplaudere 80 verrumpfle 29 welofaare 37
uusraschte 70 verruume 100 Welsche 109
uusriise 81 verschnuufe 96 werde 85
Uusriisser 81 verschupft 78 Widergüx 66
uusrüefe 74 verseckle 81 Wiis 88
uusschlipfe 33 verstaa 71 Winde 38, 98
uussetze 62 versuume 29 wiöö 115
uusträtte 62 vertami 108 Woolstandsbüüle 97
vertrucke 47 Wule 93
verzele 22 wüsche 25, 93
verzeue 22 wüsse 70
Vierkantrööschti 48

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Register
XYZ Ziger 52 Züglete 98
Zigerschlitz 123 Zündi 59
x-öpper 29 Ziit 19 Züpfe 51
zää 71 Zingge 97 Zupfstube 122
Zacke 33 Zinne 98 Züsi 59
zackig 33 zleid 74 Züüg 30, 74
zale 40, 55 Zmittag 46 Zvieri 46
Zältli 50 Zmorge 46 zwääg 66
zäme 29, 118 Znacht 46 zwängle 74
zämechare 36 Znüüni 46 Zwänzgabachtischnure 70
zämetöffle 93 zue 61, 96 Zwänzger 71
Zapfezier 56 zueschletze 29 Zwätschge 114
Zeine 108 zuetue 64 Zweier 57
zensuriere 26 Zügelmaa 86 Zweierchischte 118
zie 60, 70 Zuggetti 49 Zweifränkler 42
Zierliischte 46 zügle 98 Zytgloggeturm 14

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Die Autorin
Die Autorin
I sabelle Imhof wuchs in der Nähe von
Zürich auf. Im Elternhaus wurde neben
Schweizerdeutsch auch Französisch gespro-
chen. Nach ihrer Ausbildung zur Pädagogin
und mehrjähriger Arbeit mit Jugendlichen
studierte sie in Zürich Anglistik und Germa-
nistik.
Die Beschäftigung mit fremden Sprachen
führte irgendwann zur Entdeckung der eige-
nen und zum spielerischen Vergleich von ge-
sprochener und geschriebener Sprache. Dazu
kam die Erkenntnis, dass nördlich des Rheins
viele Dinge anders bezeichnet werden oder
im Schweizdeutschen andere grammatische
Regeln gelten. Die Anregung zu dem Band
„Schwiizertüütsch“ kam denn auch von
Freunden aus der Bundesrepublik.

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