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Fulvio Tomizza

Geburtstag:26. Januar 1935


Todestag: 21. Mai 1999
Nation: Italien
von Johann Strutz

Fulvio Tomizza - Biogramm


Stand: 07.11.2014
Fulvio Tomizza, geboren am 26.1.1935
    im zweisprachigen Dorf Juricani/Giurizzani bei
Materada/Matterada (kroatisch/italienisch) in Istrien. Kommt aus einer bäuerlich-kaufmännischen
Familie: Der Vater, Ferdinando, war istro-venezianischer Herkunft, die Mutter, Margherita Franck
Trento, stammte aus dem slowenisch-kroatischen Grenzgebiet. Seine Schulbildung erhielt Tomizza
in geistlichen Internaten in Koper/Capodistria (slowenisch/italienisch), in Gorizia/Gorica
(italienisch/slowenisch) sowie im Lyceum Carlo Combi im sozialistischen Koper. Durch das
Londoner Memorandum (1954), das Italien und Jugoslawien 1975 mit dem Vertrag von Osimo
bestätigten, wurde Nordwestistrien mit seinem Hauptort Koper – als Zone B des zum Bedauern
nicht nur der italienischen Bevölkerung nicht realisierten „Freien Territoriums“, dessen Zentrum
Triest/Trst sein sollte – nach der italienischen (1918–1943) und deutschen Okkupation (1943–1945)
1954 unter jugoslawische Administration gestellt, in der es sich de facto seit den Pariser
Friedensverträgen (1947) befand. Tomizzas Vater entschloss sich zur Emigration, sondierte die
Existenzmöglichkeiten in Triest, starb aber 1953 im Alter von 47 Jahren, auch geschwächt und
gedemütigt durch Verfolgungen seitens der neuen Machthaber, in Materada. 1954 zogen Tomizzas
Mutter und Bruder mit dem Strom von über 200000 Emigranten (seit 1947, nach italienischen
Angaben), mehr als der Hälfte der italienischsprachigen istrischen Bevölkerung, in die bis dahin
von der anglo-amerikanischen Besatzung verwaltete Zone A nach Triest. Tomizza konnte sich nicht
zum Verlassen des Landes entschließen, arbeitete nach dem Gymnasialabschluss in Koper zunächst
bei Radio Capodistria, begann dann in Belgrad ein Studium der Romanistik und der
Theaterwissenschaften, zog nach Ljubljana und assistierte bei der Regie des Films „Entscheidende
Augenblicke“ (1955) von Františ Čap. Kurz vor Ablauf des Optionsjahres übersiedelte er im
Oktober 1955 nach Triest. Hier arbeitete er als Redakteur beim Rundfunkt (RAI) und lieferte
Beiträge über Literatur sowie zur Vermittlung zwischen den triestinischen und den istrischen
Kulturen. Tomizza war verheiratet mit Laura Levi, der Tochter des Musikwissenschaftlers Vito
Levi, und lebte als freier Schriftsteller in Triest sowie in Istrien; er starb am 21.5.1999 in Triest.

Fulvio Tomizza - Preise


Stand: 01.06.1999
Auszeichnungen (Auswahl): Premio Selezione Campiello für „Die fünfte Jahreszeit“ (1965);
Premio Viareggio für „Lʼalbero dei sogni“ (1969); Premio Fiera Letteraria für „La città di Miriam“
(1972); Premio Selezione Campiello für „Dove tornare“ (1974); Premio Strega für „Eine bessere
Welt“ (1977); Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur für „Eine bessere Welt“ (1979);
Ehrendoktor der Universität Triest für „Das Böse kommt vom Norden“ (1984); Premio Selezione
Campiello (1986); Internationaler Literaturpreis Vilencia (1986) und Premio Letterario Ascona
(1987) für „Das Liebespaar aus der Via Rossetti“.

Fulvio Tomizza - Essay


Stand: 01.06.1999
„Meine Erfahrungen der Jahre von 1945 bis 1955“, so Fulvio Tomizza in seiner Einleitung zu
„Lʼalbero dei sogni“ (Der Baum der Träume, 1969), „von meiner Abreise aus dem bäuerlichen
Dorf, um ins erste Internat zu gehen, bis zur endgültigen Übersiedlung nach Triest im Zuge des
Exodus aus Istrien, haben (…) sich immer mächtiger in eine eigenartige, in ihren scharfen
Kontrasten innerlich harmonische Wirklichkeit umgesetzt. (…) Ich kann sagen, daß ich fast
ausschließlich bei der Überprüfung dieser seltsamen und dichten Parabel zum Schriftsteller
geworden bin und darauf neue menschliche Begegnungen und sogar meine laufende Lektüre
übertragen habe. (…) Es war indes nicht die Einmaligkeit eines persönlichen Schicksals, die mich
diese Art eindringlicher Autobiographie wählen ließ, als vielmehr das Bewußtsein, daß dieser
einsame Weg immer von der Zeitgeschichte einer Stadt an der Grenze bestimmt war, einer Stadt, die
von zwei Ländern unterschiedlicher Formation und Ideologie bestimmt war, ihrerseits Vorposten
zweier antithetisch gelagerter Hemisphären, der westlichen Welt und des europäischen Ostens …“
An anderer Stelle versuchte Tomizza sein Schreiben zu rechtfertigen: „(…) vielleicht schreibe ich,
weil ich keine andere Tätigkeit gefunden habe, die mir mehr entspricht und die ich besser
beherrsche; und es gibt auch keine andere Art, mich selbst und meine Idee von der Welt
darzustellen, die gleicherweise frei, desinteressiert und auch in meinen eigenen Belangen objektiv
wäre. (…) Wenn ich schreibe, glaube ich, daß sich meinem eigenen Naturell ein Parameter und eine
Weise des Seins aufprägen, die ein unparteiisches Destillat meiner persönlichen Lebenserfahrung
darstellen und von dem es mir scheint, als hätte es mit der Zivilisation zu tun, die bisher von der
menschlichen Spezies getragen wurde.“ („Alle spalle di Trieste“, Auf dem Hintergrund von Triest,
1995)
Diese Selbstbetrachtungen umreißen die Grundpositionen des Schriftstellers Fulvio Tomizza. Seine
idealistische und humanistische Haltung formte sich im Nachvollzug der erlebten und sich
wandelnden Welt.
Zum Zeitpunkt seines literarischen Durchbruchs war Tomizza noch dem italienischen neorealismo
verpflichtet. Die Autoren dieser Richtung reflektierten das Alltagsleben unterer
Gesellschaftsschichten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Sie orientierten
sich an linksgerichteter Ideologie und ließen ihre Figuren in der Umgangssprache sprechen. Auch
Tomizzas frühe Werke sind von Zugeständnissen an diese Weltsicht geprägt. Durchschlagenden
Erfolg hatte er bereits mit seinem ersten Buch „Materada“ (1960), einer Geschichte der Bauern und
seiner engeren Heimat Istrien. Der Roman gehört zum Zyklus der „Trilogia istriana“ (Istrische
Trilogie), der mit „La ragazza di Petrovia“ (Das Mädchen aus Petrovia, 1963) und „Der
Akazienwald“ (1966) zum Abschluß gelangte.
„Materada“ bezeichnet den Ort, in dem Tomizzas Familie seit Jahrhunderten ansässig war. Die
Handlungszeit des Romans ist das Jahr 1955, als die große Umsiedlung der italienischen
Bevölkerung Istriens nach Julisch Venetien und vor allem nach Triest begann.
Der Ich-Erzähler Francesco Coslovich erzählt, wie sein Onkel mit der Fälschung eines Testaments
ihn und seinen Bruder um ihr rechtmäßiges Erbe gebracht hat. Von Versprechung des Onkels
besänftigt, arbeiten die Brüder, im dauernden Streit mit ihm und von ihm überlistet, in der
Landwirtschaft, auch dann noch, als das in Istrien von der jugoslawischen Regierung neu
eingeführte Bewirtschaftungssystem die traditionellen Besitzverhältnisse abschafft. Um sowohl
dem familiären Konflikt um das Eigentum als auch den Bedrohungen durch das neue Staatssystem
zu entgehen, beschließen die Brüder schließlich, nach Italien auszuwandern.
Tomizza vermittelt in „Materada“ das Leben der Bauern in einem für Veränderungen besonders
anfälligen Grenzland, in dem der in verschiedene Ethnien gespaltenen Bevölkerung die Anpassung
an die jeweiligen Machthaber abverlangt wird. Nach Tomizzas Erzählkonzept repräsentiert das
Schicksal des Einzelnen das historische Geschehen, von dem die ganze istrische Bevölkerung
betroffen ist. Der Erzählstil entspricht der Ausdrucks- und Redeweise dieser Bevölkerung. Der
Erzähler verwendet sowohl im discours indirect libre als auch im Dialog eine von Dialekt
gereinigte und grammatikalisch normalisierte Umgangssprache, die gekennzeichnet ist von
familiären Redewendungen und von einem im Bauernmilieu üblichen Vokabular, die jedoch durch
den Gebrauch der Erzählform der Mitvergangenheit, des passato remoto, literarisiert ist.
Drei Jahre nach „Materada“ erschien „La ragazza di Petrovia“, wiederum ein Roman in Ich-Form,
nun allerdings mit Perspektivenwechsel.
In die vom Erzähler mitgeteilte und an „Materada“ anschließende Geschichte der italienischen
Auswanderer und ihrer ersten bitteren Erfahrungen im neuen Gastland fügt sich die
Lebensdarstellung der aus Petrovia stammenden Giustina ein. Im Zentrum der Handlung stehen ihre
erste Liebeserfahrung und ihre Wanderungen zwischen den Lagern der in der Heimat Verbliebenen
und der Emigranten. Bei einer dieser Grenzüberschreitungen wird das Mädchen, das sich nicht für
die eine oder die andere Seite zu entscheiden vermag, erschossen.
Auch hier ist Tomizzas Erzähler ein Zeitzeuge des Exodus, der die Ereignisse der späten fünfziger
Jahre schildert und sie mit der Geschichte einer einzelnen Protagonistin verknüpft.
Mit „Der Akazienwald“ schließt die dreiteilige ländliche Saga:
Die Auswanderer aus Istrien haben nun eine neue Heimat gefunden, schlagen Wurzeln auf
italienischem Boden; die junge Generation sieht einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen. Der Autor
setzt symbolisch die Beschreibung eines Begräbnisses als Schlußpunkt hinter die istrische
Vergangenheit seiner Figuren.
Im Verlauf der Trilogie entfernte sich Tomizza zunehmend vom neorealismo. Während „Materada“
dessen Stilmerkmalen noch stark verpflichtet war, dringt Tomizza in „Der Akadzienwald“ durch die
geraffte und aktionsarme Darstellung eines einzigen Tages in das Alltagserleben seiner Gestalten
und ihre Gedankenwelt ein und verharrt beim Detail.
Noch vor „Der Akazienwald“ erschien 1965 „Die fünfte Jahreszeit“, ein Werk über die Kindheit
und frühe Jugend des Autors.
Giurizzani, der nahe bei Materada gelegene Geburtsort Tomizzas, ist Schauplatz dieser Erzählung
und der Konfrontation des kaum der Kindheit entwachsenen Stefano Markovich mit dem Krieg. Im
Umkreis der Familie und gemeinsam mit seinen Schulfreunden erlebt er das Jahr 1945. Er
registriert die Ereignisse so, wie sie auf die kindliche Wahrnehmungsfähigkeit und Phantasie
wirken, erkennt also weder die Gefahren, die in den Kampfhandlungen liegen, noch die Folgen, die
das Ende des Krieges bringt. Nach der „fünften Jahreszeit“, die anders verlaufen ist als alle übrigen
Jahreszeiten der Kindheit, bricht für Stefano mit dem Eintritt ins Internat eine neue Lebensphase an.
Der Roman reflektiert in der Gestalt Stefanos die frühe Entwicklungszeit des Autors. Tomizza
bemüht sich dabei, die Ausdrucksweise des Kindes nachzuahmen. Mit diesem Werk eröffnete er
eine Reihe von Selbstberichten, die seitdem in unterschiedlicher Form fester Bestandteil seines
Schaffens sind.
Die nächste Phase des Lebensberichtes findet sich im Entwicklungsroman „Lʼalbero dei sogni“
(Der Baum der Träume, 1969). Der Titel folgt einem Zitat aus Vergils „Aeneis“, das an den Glauben
erinnert, in den Ästen der Ulme befinde sich der Sitz der Träume. Im losen Handlungsablauf der
Ich-Erzählung des Stefano Markovich, des aus „Die fünfte Jahreszeit“ bekannten Protagonisten,
vermischen sich Erinnerungswelt und Traumvorstellung.
Der Erzähler hat seinen Heimatort verlassen und setzt seine Schulausbildung zuerst in Capodistria,
dem heutigen Koper dann in Görz (Gorizia) fort. Die politischen Veränderungen nach
Friedensschluß stürzen den Heranwachsenden in eine ideologische Krise, in die seine ganze Familie
verwickelt ist. Der Bruder neigt der italienischen Seite zu, er selbst sympathisiert mit den „Slawen“,
zuerst als Journalist im jugoslawischen Koper, dann an der Universität von Belgrad, bevor auch er
nach Italien auswandert. Das Schicksal des Vaters, der von den jugoslawischen Behörden vor
Gericht gestellt und verurteilt wird, löst in Stefano starke Schuldgefühle aus; er glaubt, das
Schicksal des Vaters und dessen Tod mitverantwortet zu haben. Seine Gewissensbisse artikulieren
sich in Träumen, die in loser Form niedergeschrieben werden.
Die Aufrichtigkeit des Autors in der Schilderung seines Werdegangs so wie die Form, die er dafür
wählt, zeichnen diesen Bericht aus. Die Chronologie der Erzählung ist durchbrochen von
assoziativen Verknüpfungen, durch die psychologische Vertiefung der Erlebnisse und durch den
Einbezug obsessiver Träume. Wie auch in späteren Werken schließt Tomizza an den Erzähltext
Tagebuchfragmente an, die einerseits – auf Stefanos Geschichte bezogen – die Fiktion ergänzen,
andererseits über die Weltlage reflektieren und der Erzählung dokumentarische Züge verleihen.
Auf ähnliche Weise verwandelt Tomizza in „Der umgestürzte Turm“ (1971) abermals die Eindrücke
seiner Kindheits- und Jugendwelt in Traumbilder. Hier findet sich kein zusammenhängender Text,
sondern impressionistisch gestaltete Kurzprosa, die den Fundus des äußeren und inneren Erlebens
des Autors ausschöpft.
Das reifste Werk der ersten Schaffensperiode Tomizzas ist der mit dem „Premio Strega“
ausgezeichnete Roman „Eine bessere Welt“ (1977), mit dem der Autor die selbstquälerische
Introspektion der vorangegangenen Bücher überwindet.
Der in Ich-Form gestaltete Lebensbericht Martin Krusichs umfaßt die lange Periode vom Ersten
über den Zweiten Weltkrieg bis zur Aussiedlung der italienischen Bevölkerung aus Istrien. Krusich
wohnt in einer Kirchengemeinde nahe dem heutigen Umag. Die Kirchenbücher der Pfarre dienen
dem Erzähler, der von seinem Vater das Amt des Küsters übernommen hat, als Quelle für seine
Ortschronik, in die er seine Biographie einbindet. Diese Chronik berichtet vom Ende des
österreichischen Kaisertums, von der Herrschaft des Faschismus, vom Zweiten Weltkrieg, als die
Gemeinde Schauplatz von Partisanenkämpfen war, und schließlich von der Besetzung durch Titos
Jugoslawien. Nach der von 1945 bis 1955 währenden Trennung der Triestiner und der istrischen
Zone führen politische Entscheidungen zur Umsiedlung der italienischen Bevölkerung. Martin
Krusich, der in Diensten von sieben Priestern gestanden hatte, die er ehrte oder verachtete, erzählt
von der Gründung seiner Familie, vom Verlust seines einzigen Sohnes während des Krieges und
von der großen Herausforderung der Umsiedlung. Er selbst bleibt in der verwaisten Pfarre zurück
und führt das Totenregister weiter, in das er die Namen der wenigen daheimgebliebenen Bewohner
einträgt, die „in ein besseres Leben“ eingegangen sind.
Der Roman „Eine bessere Welt“ ist strikt nach den narrativen Parametern von Zeit und Raum
strukturiert: Er erfaßt die Lebensgeschichte des Protagonisten von seiner Kindheit bis zu seinem
Tod vor dem Hintergrund lokaler Geschichte. Die historischen Ereignisse markieren die
Entwicklung der Handlung, während der Erzähler in statischer Betrachtung verharrt. Die Chronik
vermittelt die Botschaft einer Versöhnung zwischen Italienern und Kroaten, sie ist Zeitdokument
und Bericht über die Kultur Istriens und zugleich das Bekenntnis eines einfachen, schriftkundigen
Zeitzeugen, der als moralische Instanz wirkt, indem er seine Leute zum Bleiben auffordert.
Solidarisch mit ihnen, trauert er, der Chronist, wenn sie auswandern oder sterben.
„Eine bessere Welt“ ist kein religiöses Buch, auch wenn sein Protagonist eine Rolle im religiösen
Leben einnimmt. Wie hier, so bleibt auch später für Tomizza die Frage offen: „Kommt auf die Erde
die Leere des Himmels herab, oder eröffnet sich für uns das bessere Leben?“ Aus der engen
Perspektive eines Zeitgenossen erzählt Tomizza in „Eine bessere WElt“ ein Stück Geschichte, in der
das Schicksal des Einzelnen exemplarisch für das gemeinsam Erlebte steht. „Das Volk“, nicht die
für die große Politik Verantwortlichen, ist Träger dieser Geschichte. Ihren Realitätbezug erhält sie
durch die Erwähnung zahlreicher Menschen, die in der Pfarrgemeinde leben oder auf dem Friedhof
begraben liegen, und durch die Aufzählung der Ereignisse, die sie schicksalhaft treffen, sowie durch
die Vergegenwärtigung des historischen Ablaufes, der die politische und soziale Lage Istriens
innerhalb eines halben Jahrhunderts verwandelt hat.
Vor „Eine bessere Welt“ hatte Tomizza zwei Bücher geschrieben, die sein Leben in der neuen
Heimatstadt Triest spiegeln: „La città di Miriam“ (Die Stadt Miriams, 1972) und „Dove tornare“
(Wohin zurückkehren, 1974).
In Triest kommt der Erzähler von „La città di Miriam“, noch immer in der Gestalt des Stefano
Markovich, mit der bürgerlichen Welt und mit jüdischen Kreisen in Berührung. Mit Miriam, der
Tochter des Doktor Cohen, verheiratet, erlebt er den Alltag der Stadt, pflegt Bekanntschaften
gewöhnt sich an das urbane Milieu. Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte des jungvermählten
Paares, das den Prozeß gegenseitiger Anpassung durchmacht.
Der ereignisarme Roman besitzt keine konstante Zeitabfolge, er ist vielmehr geprägt von
Stimmungsbildern. In ihnen werden Erfahrungen von Eifersucht, Untreue, Versöhnung und
Selbstbehauptung reflektiert, die der Beziehung des jungen Paares tiefere Substanz verleihen.
Auch in den Briefroman „Dove tornare“ bleibt Miriam, wenngleich nur am Rande, eingebunden:
Tomizza vermittelt in der Gestalt des Erzählers seine eigene innere Unruhe. Mit der Einladung einer
Freundin nach Prag holt diesen die Vergangenheit wieder ein. Der erste Teil des Romans ist ein
langer Brief an die Freundin, der die Stimmung der Zeit nach dem „Prager Frühling“ beschwört.
Dieses Ereignis spiegelt sich in den weiteren Abschnitten des Buches, das vom plötzlichen Tod
eines römischen Freundes des Protagonisten handelt, dann vom Selbstmord eines jungen
Landsmannes aus Istrien, der nach dem Vorbild von Jan Palach seinem Leben aus Protest gegen die
politischen Verhältnisse ein Ende setzt. Betroffen von diesem Geschehen, durchlebt der Erzähler
noch einmal seine Entwicklungsjahre und entflieht der schmerzhaften Erinnerung, indem er sich mit
seiner Frau Miriam aufs Land zurückzieht.
Der Roman „Triestiner Freundschaft“ (1980) präsentiert sich als einseitige Zwiesprache, die das
Verhältnis zweier unterschiedlicher Charaktere auslotet.
Protagonisten sind Marco, der vom Karst stammt, und der Städter Alessandro. Aus der
Retrospektive wird die Geschichte der beiden Freunde in ihren Gegensätzen und Parallelen erzählt.
Als sich ihre Wege kreuzen, ist der Ich-Erzähler Marco ein Entwurzelter, der sich der atavistischen
Kraft seiner Herkunft jedoch bewußt ist, während der weltgewandtere Alessandro von den als
verderblich beschriebenen Einflüssen der Stadt geprägt ist. Beide versuchen, sich die Lebensart des
anderen anzueignen. Zuletzt scheitert Alessandro in der Liebe, Marco hingegen findet in der
Beziehung zu einer Frau zu sich selbst.
In Marco spiegelt sich der Autor selbst. Er wendet sich an den Freund und vollzieht in Form eines
stummen Dialogs eine intensive introspektivische psychologische Auseinandersetzung nach. Erst
später, nachdem er andere Erzählformen erprobt hatte, reflektierte und verfremdete Tomizza noch
einmal, in „Dal luogo del sequestro“ (Vom Ort der Entführung, 1996), eigene Lebensumstände.
Der Weg, den Tomizza nach der Publikation seiner Freundschafts- und Liebesromane einschlug,
war überraschend. „Der Prozeß der Maria Janis“ (1981) ist ein historischer Roman. Er basiert auf
einem Prozeßbericht, den der Autor in einem venezianischen Archiv gefunden hatte.
Im Bergamaskischen wächst zur Zeit der Gegenreformation ein einfaches Mädchen so heiligmäßig
heran, daß allein die Hostie sie ernährt. Ein junger Geistlicher macht sich zu ihrem Mentor, um ihre
begnadete Berufung an höherer Stelle bestätigen zu lassen: Auf ihrer abenteuerlichen Wallfahrt
begegnen sie allerdings dem Vorwurf der Gotteslästerung, und dieser wird von der Inquisition
verfolgt. In einem langwierigen Gerichtsprozeß werden zahlreiche Zeugen aufgerufen, die
widersprüchliche Aussagen machen. Die Zweifel an der Wahrheit der Behauptung des seltsamen
Paares werden nicht ausgeräumt.
Die Eigenart dieses Romans besteht in der Darstellung der Protagonisten, deren Geschichte durch
die Quellennachweise hohe Glaubwürdigkeit erlangt. Der Autor verfährt in der Art von Alessandro
Manzoni, der vorgab, ein altes Manuskript gefunden zu haben, das er zu seinem großen Roman
„Die Verlobten“ (1825/26) umschrieb. Tomizza führt im Nachwort seines Buches an, daß etliche
Seiten des aufgefundenen Dokuments, das ihm als Grundlage für seine Darstellung diente,
unleserlich gewesen seien. Von der thematischen Verwicklung gefesselt, die sich zwischen „dem
Paradoxen und dem Grotesken“, dann wieder im „geheimnisvoll Familiären“ bewegt, verfolgt er
das Privatleben des seltsamen Paares sowie Zeit- und Lokalgeschichte, beleuchtet soziale und
religiöse Verhältnisse und durchdringt die seelische Befindlichkeit der gläubigen, von den Zweifeln
der kirchlichen Richter gedemütigten Figuren.
In „Das Böse kommt vom Norden“ (1984), einer umfangreichen Biographie über eine historische
Persönlichkeit, greift Tomizza nochmals auf die Chronik Istriens zurück.
Protagonist ist der einer istrischen Familie entstammende Pier Paolo Vergerio der Jüngere, der die
Bischofswürde erlangte und in die Reformationsbestrebungen der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
involviert war. In diplomatischen Missionen quer durch Europa unterwegs, knüpft er Beziehungen
zum kaiserlichen Hof, verkehrt in klerikalen Kreisen und in Fürstenhäusern. Durch seine
Zuwendung zum Protestantismus kompromittiert, wird er zum Verbannten, der Deutschland,
Frankreich und die Schweiz bereist und bald willkommener Gast, bald von den geistlichen
Gerichten verfolgter Bittsteller ist.
Tomizza entwirft ein vielschichtiges Lebensbild, das nicht nur die religiösen Konflikte der Zeit
spiegelt, sondern ein buntes Panorama Europas im 16. Jahrhundert gibt. In der Darstellung des
Einzelschicksals bekundet sich paradigmatisch das von Tomizza immer wieder aufgegriffene
Probleem der Existenz an der Grenze gegnerischer politischer und ideologischer Mächte. Die
Patrizierfamilie Vergerio verkörpert einen sozialen Stand, der, humanistisch durchdrungen, Istrien
kulturell und politisch geprägt hat. Als Historiker ist Tomizza den Tatsachen verpflichtet. Er
objektiviert den Bericht, indem er einen nüchternen, faktenbezogenen Stil verwendet und zuweilen
Dokumente paraphrasiert. Das Urteil über die schillernde Gestalt des Vergerio überläßt er dem
Leser.
In „Das Liebespaar aus der via Rossetti“ (1986) wendet sich Tomizza wieder der Zeitgeschichte zu.
1944 wurde im von deutschen Truppen besetzten Triest ein politischer Mord an Stanko Vuk und
seiner Frau Dani sowie an einer dritten Person begangen, der nie aufgeklärt wurde.
Tomizza versucht die Rekonstruktion der „wahren“ Begebenheit mit Hilfe eines Briefwechsels
zwischen den Eheleuten Vuk, die unterschiedlichen ethnischen und ideologischen Gruppierungen
angehören. Die in die Hände des Autors gelangten authentischen Briefe waren während der
faschistischen Zeit geschrieben worden, als Stanko als politisch Verfolgter im Gefängnis war. Aus
der sehr privaten Korrespondenz wird behutsam die Liebesbeziehung des Paares während der
erzwungenen Trennung herausgeschält. In der bedrohten Stadt findet es sich wieder vereinigt. Das
Geheimnis, das um die beiden Personen bis zu ihrem gewaltsamen Tod immer dichter wird, bleibt
auch in der Erzählung gewahrt.
Einen weiteren Lebensbericht siedelt Tomizza in der Zeit der Aufklärung an. Die Titelgestalt von
„Die venezianische Erbin“ (1989) ist Paolina Rubbi, die frühverstorbene Frau des istrianischen
Edelmannes Gianrinaldo Carli, der lange Zeit in Diensten Maria Theresias stand und in Mailand mit
einem hohen Verwaltungsamt betraut war. Als Grundlage für sein Werk nennt Tomizza ein
Manuskript, das Carli im Gedenken an Paolina verfaßt, aber nicht seinem umfangreichen
Gesamtwerk einverleibt habe. Die Erbschafts- und Vermögensgeschichte stellt
Familienstreitigkeiten in den Mittelpunkt und verleiht der Protagonistin eine menschlich und sozial
herausragende Rolle im Venedig des 18. Jahrhunderts. Die wesentliche Konstante des Werkes ist,
wie in den anderen dokumentarischen Romanen Tomizzas, die Auseinandersetzung mit den
Quellen. Der Reiz liegt für Tomizza im Auffinden von Manuskripten, die ihn jeweils in persönliche
Erlebnisse verwickeln und die er einer „erneuerten Schrift“, einer riscrittura, unterwirft. Der Autor
verwandelt die entdeckten Schriften durch eigene Deutungen und verleiht den historischen Figuren
romanhafte Züge.
Die Publikationen aus den Jahren 1985 bis 1995 – einer Zeit der Krise Tomizzas auch angesichts
des jugoslawischen Konflikts – bilden gleichsam eine Nachlese seines bis dahin entstandenen
Werks. Mit „Ieri, un secolo fa“ (Gestern, vor einem Jahrhundert, 1985) legte der Autor eine
Sammlung von frühen Erzählungen vor. Die Geschichte des Bischofs Vergerio findet eine
Ergänzung in der „Quando Dio uscí di Chiesa“ (Als Gott aus der Kirche austrat, 1987) genannten
Chronik des Ortes Dignano in Istrien. Sie illustriert an Einzelschicksalen die Verfolgung der
Anhänger des protestantischen Glaubens, der sich unter der gemischten Bevölkerung von
Einwanderern und orthodoxen Griechen verbreitet hatte. Den Atomunfall von Tschernobyl
reflektiert Tomizza in dem Text „Quel maggio di Cernobyl“ (Jener Mai in Tschernobyl), der
gemeinsam mit einer Neuauflage von „Der Akazienwald“ in „Poi venne Cernobyl“ (Dann kam
Tschernobyl, 1989) erschien.
Die religiöse Auseinandersetzung wird in der Doppelgeschichte „Fughe incrociate“ (Gekreuzte
Fluchtwege, 1990) fortgesetzt, die Tomizza als wahre Begebenheit beschreibt und am Übergang
vom 16. zum 17. Jahrhundert ansiedelt. Sie handelt von der Bekehrung des Juden Mandolino da
Sacile zum Christentum und der des Christen Leandro zum Judentum. So sehr Tomizza in die
psychologischen und religiösen Motivationen seiner Protagonisten eindringt, so sehr ist ihm auch
daran gelegen, die dargestellten Ereignisse aus der Vergangenheit für das heutige Verständnis
aufzuschließen.
Mit „I rapporti colpevoli“ (Die schuldhaften Beziehungen, 1992) legte er noch einmal
autobiographische Texte vor, teils in geschlossener Form, teils als Tagebuchaufzeichnungen. Der
Tenor dieser Arbeiten ist der Leserschaft Tomizzas vertraut, seine Berichte und Reflexionen,
ichbezogen oder verfremdet, geben Bilder seiner Erinnerung wieder.
Noch vor der Veröffentlichung des Sammelbandes „Alle spalle di Trieste“ (Auf dem Hintergrund
von Triest, 1995) mit Essays, die zwischen 1969 und 1994 entstanden sind und daran erinnern, daß
Tomizza die Probleme an der Grenze keinen Augenblick lang aus den Augen verloren hat, schrieb
der Autor einen weiteren Lebensbericht aus vergangener Zeit. „Lʼabate Roys e il fatto
innominabile“ (Der unsägliche Fall des Geistlichen Roys, 1995) ist eine Skandalgeschichte über das
Verhältnis Roysʼ zum Mädchen Cecilia, die, untreu geworden, von ihrem Liebhaber wegen Unzucht
beim Bischof angeklagt wird. Auch hier geht es um menschliche Schwächen, um Lüge und
Verleumdung, schließlich um den Machtkampf, dem die Wehrlosen unterliegen. Tomizza mischt in
seiner Darstellung Objektivität und Ironie, indem er die Lächerlichkeit des Protagonisten und
zugleich die tragischen Konsequenzen seiner Rache an der Geliebten unterstreicht.
Zweideutig ist auch der Briefroman „Dal luogo del sequestro“ (Vom Ort der Verführung, 1996),
dessen Thema in der literarischen Öffentlichkeit für Aufsehen sorgte.
Der aus dem Norden Italiens stammende Autor des Brieftextes, ein Filmemacher, begibt sich nach
Rom, wo er von einer Politikerin Förderung für seine Arbeit erwartet. Er läßt sich auf ein
Liebesverhältnis mit der Schwester seiner Gönnerin ein; als die hysterische Geliebte stirbt, will sich
die Politikerin an ihm rächen. Sie läßt ihn auf eine Insel entführen, von der jede Flucht unmöglich
ist. Dort schreibt er zwei lange Briefe an seine Frau, um sich zu rechtfertigen, um ihr seine Liebe zu
versichern und um seine Verzweiflung zum Ausdruck zu bringen.
Das Werk behandelt einen Kriminalfall, ohne jedoch den üblichen Strukturen eines Kriminalromans
zu entsprechen. „Dal luogo del sequestro“ hat der Kritik Rätsel aufgegeben. Elvio Guagnini, der das
Buch als ironischen Roman versteht, kommt dem Wesen von Handlung und Darstellung wohl am
nächsten. Tomizza nimmt die Vermarktung geistiger Produkte durch die Medien ins Visier,
verurteilt die Abhängigkeit der Kulturträger von der Politik, von Korruption und Protektionismus.
Dies geschieht auf skurrile Weise, mit der Zeichnung wahnwitziger Situationen und Verwicklungen,
ohne bei der Gestaltung der Figuren Erotisches, Neurotisches oder Hysterisches auszusparen.
Mit dem Roman „Franzsika“ (Franziska, 1997) kehrte Tomizza zur Thematik seines engeren
Lebensraums zurück, wieder dienten ihm authentische Briefdokumente als Quelle.
Die Titelheldin wird am 1. Januar 1900 in einem kleinen Ort im Karst geboren. Für sie wie für alle
Untertanen, die an diesem besonderen Tag zur Welt gekommen sind, übernimmt Kaiser Franz
Joseph die Patenschaft in Form eines großzügigen Geldgeschenks. Eine gute Erziehung ebnet dem
Mädchen den Weg zu einer Anstellung bei der Eisenbahn. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus,
Italien erhält als Siegernation das Gebiet an der Grenze, das kleine Vermögen Franziskas schrumpft
durch die Inflation. In Triest begegnet sie dem italienischen Ingenieur Nino Ferrari; vor der
Hochzeit verläßt Nino wegen einer Krankheit die Geliebte. Die Beziehung lebt eine Weile in einem
Briefwechsel der beiden fort, ehe sie ganz versiegt.
Die knappe, ereignisarme Handlung dient Tomizza wiederum zur Darstellung eines Grenz-
Schicksals. Die hier wirkenden Gegensätze bestehen einmal mehr in der ländlichen Herkunft der
Titelheldin und der städtischen Bürgerlichkeit ihres Partners, in ihrer unterschiedlichen Nationalität,
in der Verankerung des einen Partners in der slowenischen Sprache und Kultur gegenüber der
‚klassischen‘ Bildung des anderen. Ninos Versuch, Franziska auf sein Niveau zu heben, zielt auf die
Verfeinerung ihres Italienisch – die Sprache der Korrespondenz. Der Autor macht gleichnishaft
bewußt, wie schmerzhaft trennende Elemente menschliche Beziehungen beeinflussen können.
Fulvio Tomizzas Weg als Mitteleuropäer hat ihn gelehrt, daß die Geschichte seine Vision von der
Aussöhnung der Völker widerlegt. Ob er Lebensbilder aus dem sozialen Umfeld von Istrien und
Venetien im Aufeinanderprallen der Nationalitäten, Religionen, Kulturen und Sprachen gestaltet
oder eine Brücke zwischen Historie und Gegenwart baut, immer versteht sich Tomizza als
Angehöriger einer problematischen Region. In diesem Raum findet die aufrichtige, bisweilen
selbstquälerische Ergründung des eigenen Ich statt und zugleich die Spurensuche nach dem
Schicksal der Landsleute. Die formale Bewältigung des Materials erfolgt dabei immer stärker durch
den Rückgriff auf die Chronik, auf das Dokument, das Geschriebene, das in Archiven auf eine
Neubewertung wartet: Es reizt den Autor zu Deutungen, die immer aufs neue überraschen und doch
konstante Linien erkennen lassen, in der Autobiographie, im historischen Roman zeitgenössischer
Prägung, im choralen Erzählen. Tomizza hält einen intensiven Schaffensrhythmus ein, der sein
Werk für neue Impulse offen läßt. Elvio Guagnini (1988) vermittelt eine zutreffende Charakteristik
des Autors, wenn er schreibt, Tomizza sei, „auf seine Art, ein experimentierender Schriftsteller; bei
dem die Ausweitung und die Verlagerung des Objekts mit der Notwendigkeit zusammenfällt, mit
den verschiedenen Formen von Kultur und Kenntnissen abzurechnen, mit denen er in Berührung
gekommen ist: von den ‚Realisten‘ der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu Proust, bis zur
Psychoanalyse, zur Erforschung von Symbolen und Archetypen, zum Roman mitteleuropäischer
Tradition, zur anthropologischen Suche, zur historischen Tradition der ‚Annales‘, zum Kriminal-
und Gerichtsroman, der auf der Durchforstung von archivarischem Untersuchungsmaterial
gründet.“ So stark Tomizza der Tradition seines Herkunftslandes verhaftet bleibt, so sehr zeigt er
sich offen für aktualisierende Fortschreibungen dieser Tradition.

Fulvio Tomizza - Primärliteratur


Stand: 01.06.1999
„Materada“. („Materada“). Roman. Milano (Mondadori) 1960.
„La ragazza di Petrovia“. (Das Mädchen aus Petrovia). Roman. Milano (Mondadori) 1963.
„La quinta stagione“. („Die fünfte Jahreszeit“). Roman. Milano (Mondadori) 1965.
„Il bosco di acacie“. („Der Akazienwald“). Roman. Milano (Mondadori) 1966.
„Trilogia istriana“. (Istrische Trilogie). [Enthält: „Materada“, „La ragazza di Petrovia“, „Il bosco di
acacie“]. MIlano (Mondadori) 1967.
„Letture del Friuli-Venezia Giulia“. (Texte aus Friaul – Julisch Venetien). Hg. von Fulvio Tomizza.
Padova (R.A.D.A.R.) 1968.
„I vicini (racconto)“. (Die Nachbarn). Erzählung. In: La Battana. 5. 1968. H.14. S.68–74.
„Lʼalbero dei sogni“. (Der Baum der Träume). Roman. Milano (Mondadori) 1969.
„La torre capovolta“. („Der umgestürzte Turm“). Prosaskizzen. Milano (Mondadori) 1971.
„La città di Miriam“. (Die Stadt Miriams). Roman. Milano (Mondadori) 1972.
„Dove tornare“. (Wohin zurückkehren). Briefroman. Milano (Mondadori) 1974.
„Trick, storia di un cane“. (Trick, Geschichte eines Hundes). Kinderbuch. Milano (Mondadori)
1975.
„La miglior vita“. („Eine bessere Welt“). Roman. MIlano (Rizzoli) 1977.
„Lʼamicizia“. („Triestiner Freundschaft“). Roman. Milano (Rizzoli) 1980.
„La finzione di Maria“. („Der Prozeß der Maria Janis“). Roman. Milano (Rizzoli) 1981.
„Il male viene dal Nord. Il romanzo del vescovo Vergerio“. („Das Böse kommt vom Norden. Die
Geschichte des Pier Paolo Vergerio, Bischof, Ketzer, Reformator“). Roman. Milano (Mondadori)
1984.
„Ieri, un secolo fa“. (Gestern, vor einem Jahrhundert). Erzählungen. Milano (Rizzoli) 1985.
„Gli sposi di via Rossetti“. („Das Liebespaar aus der Via Rossetti“). Roman. Milano (Mondadori)
1986.
„Quando Dio uscí di chiesa“. (Als Gott aus der Kirche austrat). Erzählungen. Milano (Mondadori)
1987.
„Poi venne Cernobyl“. (Dann kam Tschernobyl). [Enthält: „Il bosco di acacie“ („Der
Akazienwald“) und die Erzählung „Quel maggio di Cernobyl“ (Jener Mai in Tschernobyl)]. Venezia
(Marsilio) 1989.
„Lʼereditiera veneziana“. („Die venezianische Erbin“). Roman. Milano (Bompiani) 1989.
„Fughe incrociate“. (Gekreuzte Fluchtwege). Erzählungen. Milano (Bompiani) 1990.
„I rapporti colpevoli“. (Die schuldhaften Beziehungen). Erzählungen. Milano (Bompiani) 1992.
„Fulvio Tomizza. Destino di frontiera. Dialogo con Riccardo Ferrante“. (Fulvio Tomizza. Schicksal
an der Grenze. Gespräch mit Riccardo Ferrante). Genova (Marietti) 1992.
„Lʼabate Roys e il fatto innominabile“. (Der unsägliche Fall des Geistlichen Roys). Roman. Milano
(Bompiani) 1995.
„Alle spalle di Trieste – Scritti 1969–1994“. (Auf dem Hintergrund von Triest, Schriften 1969–
1994). Milano (Bompiani) 1995.
„Dal luogo del sequestro“. (Vom Ort der Entführung). Briefroman. Milano (Mondadori) 1996.
„Franziska“. (Franziska). Roman. Milano (Mondadori) 1997.

Fulvio Tomizza - Übersetzungen


Stand: 01.06.1999
„Eine bessere Welt“. („La miglior vita“). Übersetzung: Ragni Maria Gschwend. Köln
(Kiepenheuer & Witsch) 1979. Berlin, DDR (Aufbau) 1984. Taschenbuchausgabe: München
(Deutscher Taschenbuch Verlag) 1983. (dtv 10055).
„Triestiner Freundschaft“. („Lʼamicizia“). Übersetzung: Ragni Maria Gschwend. Köln
(Kiepenheuer & Witsch) 1981. Taschenbuchausgabe: München (Deutscher Taschenbuch Verlag)
1984. (dtv 10238).
„Der Prozeß der Maria Janis“. („La finzione di Maria“). Übersetzung: Ragni Maria Gschwend.
Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1985. Taschenbuchausgabe: München (Deutscher Taschenbuch
Verlag) 1988. (dtv 10967).
„Das Böse kommt vom Norden. Die Geschichte des Pier Paolo Vergerio, Bischof, Ketzer,
Reformator“. („Il male viene dal Nord. Il romanzo del vescovo Vergerio“). Übersetzung: Ragni
Maria Gschwend. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1988.
„Der Akazienwald“. („Il bosco di acacie“). Übersetzung: Maria Fehringer. Salzburg, Klagenfurt
(Wieser) 1989.
„Das Liebespaar aus der via Rossetti“. („Gli sposi di via Rossetti“). Übersetzung: Ragni Maria
Gschwend. München (Hanser) 1989. Taschenbuchausgabe: München (Piper) 1991. (Serie Piper
1234).
„Der umgestürzte Turm“. („La torre capovolta“). Übersetzung: Maria Fehringer. Klagenfurt,
Salzburg (Wieser) 1990.
„Die venezianische Erbin“. („Lʼereditiera veneziana“). Übersetzung: Ragni Maria Gschwend.
München, Wien (Hanser) 1991.
„Materada“. („Materada“). Übersetzung: Ragni Maria Gschwend. München, Wien (Hanser) 1993.
„Die fünfte Jahreszeit“. („La quinta stagione“). Übersetzung: Maria Fehringer. Wien (Zsolnay)
1997.

Fulvio Tomizza - Sekundärliteratur


Stand: 01.06.1999
Maier, Bruno: „Il ‚piccolo mondo‘ istriano di Fulvio Tomizza“. In: Ders.: Scrittori triestini del
Novecento. Trieste (Lint) 1968. S.339–354.
Sequi, Eros: „La realtà sognata di Fulvio Tomizza“. In: La Battana. 5. 1968. H.14. S.55–67.
Agnoli, Elisa: „Lʼopera di Fulvio Tomizza“. In: Tesi di laurea. Trieste 1968/69. S.\sg
Paolinelli, Alessandro: „Lʼopera di Fulvio Tomizza nel Novecento letterario triestino“. In: Tesi di
laurea. Firenze 1970. S.\sg
Damiani, Roberto: „Fulvio Tomizza“. In: Letteratura italiana. I Contemporanei. Band 4. Milano
(Marzorati) 1974. S.\sg
Leoncini, Paolo: „La narrativa di Fulvio Tomizza tra ‚Neoverismo‘ e ‚Saggio psicologico‘“. In:
Annali della Facoltà di Lingue e Letterature Straniere di Caʼ Foscari. 13. 1974. S.313–332.
Petrucciani, Mario: „Fulvio Tomizza. La ragione e i sogni“. In: Ders.: Segnali e archetipi di
poesia. Studi di letteratura contemporanea. Milano (\sg) 1974. S.121–126.
Kanduth, Erika: „Fulvio Tomizzas Beitrag zur ‚mitteleuropäischen‘ Literatur“. In: Italienische
Studien. 1. 1978. S.55–65.
Guagnini, Elvio: „Itinerario narrativo di Tomizza. Da ‚Materada‘ a ‚La miglior vita‘“. In: Ders.:
Note novecentesche. Pordenone (Studio Tesi) 1979. S.211–219.
Neirotti, Marco: „Invito alla lettura di Fulvio Tomizza“. Milano (Mursia) 1979. 21996. [Enthält
eine Bibliographie].
Campailla, Sergio: „La frontiera di Tomizza“. In: Ders.: Scrittori Giuliani. Bologna (Pàtron
Editore) 1980. S.279–288.
Baroni, Giorgio: „Tomizza e ‚La miglior vita‘“. In: Testo. 1984. H.6/7. S.70–83.
Heintze, Horst: „Messdiener und Metallarbeiter“. In: Sonntag, 15.07.1984.
    (Zu: „Eine bessere
Welt“).
Fühner, Ruth: „Die seltsame Heilige“. In: Frankfurter Rundschau, 21.06.1986.
    (Zu: „Der Prozeß
der Maria Janis“).
Zovatto, Pietro: „Fulvio Tomizza tra religiosità naturale e cattolicesimo“. In: Ders. (Hg.): Trieste
tra umanesimo e religiosità. Trieste (Centro Studi Storico-Religiosi Friuli – Venezia Giulia) 1986.
S.173–198.
Ara, Angelo/Magris, Claudio: „Triest. Eine literarische Hauptstadt in Mitteleuropa“. München
(Hanser) 1987.
Maier, Bruno: „‚La città di Miriam‘ di Fulvio Tomizza“ und „Fulvio Tomizza tra narrativa e
storia“. In: Ders.: Dimensione Trieste. Nuovi saggi sulla letteratura triestina. Milano (Istituto
Propaganda Libraria) 1987. S.286–289. 290–295.
Guagnini, Elvio: „La cultura. Una fisionomia difficile“. In: Elio Apih (Hg.): Trieste. Bari (Laterza)
1988. S.271–393.
Guagnini, Elvio: „Nuovi itinerari di Tomizza. Con ‚Lʼereditiera veneziana‘ nellʼofficina delle
origini del romanzo moderno“. In: Il Territorio. 1989. H.26. S.76–83.
Kessler, Heidy/Ritschl, Wolfgang: „‚Man kann in Triest keine Märchen erzählen‘“. (Interview). In:
Falter (Wien), 19.05.1989.
   
Leppmann, Wolfgang: „Das Dilemma des Stanko Vuk“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01. 
06.1989.
  (Zu: „Das Liebespaar aus der Via Rossetti“).
Strutz, Johann: „Materada und Rinkenberg. Für einen interregionalen Begriff von Literatur“. In:
Ders./Peter V. Zima (Hg.): Komparatistik als Dialog. Literatur und interkulturelle Beziehungen in
der Alpen-Adria-Region und in der Schweiz. Frankfurt/M. (Lang) 1989. S.185–198.
Klüver, Henning: „In einem idyllischen Land“. (Interview). In: Deutsches Allgemeines
Sonntagsblatt, 22.11.1991.
   
Strutz, Johann: „Komparatistik regional. Venetien, Istrien, Kärnten“. In: Peter Zima (Hg.):
Komparatistik. Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft. Tübingen (Francke) 1992.
S.294–331.
Klüver, Henning: „Den Adler stürzen sehen“. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 20.08.    
1993. (Zu: „Materada“).
Stefani, Arnold: „Fulvio Tomizza, ‚Homo historicus‘ der italienischen Literatur“. In: Zibaldone.
15. 1993. S.80–92.
Jessa, Mirjam: „‚Die Grenze ist in mir‘“. In: Falter (Wien). 1997. H.27. S.57. (Interview zu: „Die
fünfte Jahreszeit“).

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