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Südliches Quechua

Südliches Quechua oder südliches Ketschua


Südliches Quechua (Qhichwa simi)
(Quechua Urin Qichwa, Urin Qhichwa, Qhichwa
simi, spanisch Quechua sureño, auch Chanka- Argentinien, Bolivien, Chile,
Gesprochen in
Qullaw bzw. Chanca-Collao)[1] bezeichnet die eng Peru
miteinander verwandten Quechua-Varietäten
Sprecher 5.000.000
Südperus, Boliviens und Argentiniens sowie die
auf Grundlage der Varietäten Südperus und Linguistische
Klassifikation Quechua-Sprachfamilie
Boliviens entstandene gemeinsameSchriftsprache.
Wampuy (Quechua II)

Südliches
Inhaltsverzeichnis Quechua
(Quechua
Klassifikation und Verbreitung II c)
Sprachstandardisierung
Literatur Offizieller Status
Weblinks
Amtssprache von Bolivien, Peru (regional)
Einzelnachweise
Sprachcodes
ISO 639-1
Klassifikation und qu

Verbreitung ISO 639-2 (B) que (T) que


Das südliche Quechua, das nach Alfredo Torero
auch als Quechua II c bezeichnet wird, bildet eine der Untergruppen des Quechua II
oder Wampuy. Es umfasst die Quechua-Varietäten Südperus (ab Huancavelica
südwärts), Boliviens und Argentiniens.

Strukturell lassen sich unterscheiden das Chanka-Quechua in den peruanischen


Departamentos Ayacucho, Huancavelica und Teilen von Apurímac, das Qusqu-
Qullaw-Quechua im Gebiet der peruanischen Departamentos Cusco, Puno, Arequipa Verbreitungsgebiet des südlichen
und einem Teil von Apurímac sowie in Bolivien und das Quichua Santiagueño der Quechua
argentinischen Provinz Santiago del Estero. Eine ältere Sprachstufe des Südlichen
Quechua stellt das schriftlich überlieferteKlassische Quechua dar.

Die Zahl der Sprecher, die zu diesem Zweig des Quechua gehörende Varietäten sprechen, beträgt ungefähr 5 Millionen, also etwa die
Hälfte aller Quechua-Sprecher.

Sprachstandardisierung
Der entscheidende Schritt zu einem gemeinsamen Rechtschreibstandard geht auf den peruanischen Linguisten Rodolfo Cerrón
Palomino zurück, der selbst allerdings das zu einer anderen Dialektgruppe (Quechua I) gehörende Wanka-Quechua als Muttersprache
spricht. Unterstützt wurde Cerrón hierbei auch von seinem bekannten Kollegen Alfredo Torero. Dieser Standard wird inzwischen von
vielen Einrichtungen Perus akzeptiert und dient auch als Grundlage für die Software-Übersetzungen von Microsoft ins Quechua. Er
beinhaltet ursprüngliche Strukturen der heute gesprochenen südlichen mündlichen Quechua-V
arietäten. Beispiele:

Ayacucho Cuzco Standard des südlichen Quechua Übersetzung


upyay uhyay upyay „trinken“
utqa usqha utqha „schnell“
llamkay llank'ay llamk'ay „arbeiten“
ñuqanchik nuqanchis ñuqanchik „wir (inklusiv)“
-chka- -sha- -chka- (Suffix: unvollendete Handlung)
punchaw p'unchay p'unchaw „Tag“

Die unterschiedlichen regionalen Aussprachen und der Vergleich mit einer standardisierten Schreibung sind stellenweise auch Thema
im Quechua-Unterricht in derInterkulturellen zweisprachigen Erziehungin Peru.[2]

Für das Quechua in Bolivien wird inzwischen der gleiche Standard verwendet, so auch in der Interkulturellen zweisprachigen
Erziehung, mit nur einer Ausnahme: statt "h" wird das auch im Spanischen für den [h]-Laut verwendete "j" geschrieben. Im Gebiet
des Chanka-Quechua (Ayacucho und Huancavelica in Peru) wird wiederum bisher – zumindest bei der Alphabetisierung – auf die
Wiedergabe der Hauch- und Explosivlaute verzichtet, wie sie nur im QuechuaQusqu-Qullaw vorkommen, und -pa statt der Kurzform
-p für die Genitiv-Endung geschrieben. Cerróns Vorschlag sieht jedoch eine einheitliche Orthographie für das gesamte südliche
Quechua-Sprachgebiet vor, ohne dabei bereits eine einheitliche Aussprache festlegen zu wollen.

Folgende Buchstaben werden für den ererbten Quechua-W


ortschatz sowie für Entlehnungen aus demAymara verwendet:
a, ch, chh, ch', h, i, k, kh, k', l, ll, m, n, ñ, p, ph, p', q, qh, q',, rs, t, th, t', u, w, y.

An Stelle des sh der übrigen (nördlichen und zentralen) V


arianten steht s.
An Stelle des ĉ von Junín, Cajamarca und Lambayeque steht ch.

Die Buchstaben e und o werden, wie generell in der offiziellen Quechua-Schreibung für alle Varianten, nicht für ererbte Quechua-
Wörter verwendet, da es sich bei den entsprechenden Lauten um Allophone von i und u handelt, die in Nachbarschaft zu q, qh, q'
auftreten.

Folgende Buchstaben werden nur in Lehnwörtern aus demSpanischen und anderen Sprachen (nicht aus dem Aymara) verwendet:
b, d, e, f, g, o.

Nur in Eigennamen oder direkt übernommenen spanischen Ausdrücken treten auf:


c, v, x, z; j (in Peru; in Bolivien steht es an Stelle von h).

Die Rechtschreibung des Südlichen Quechua kommt der von den Inkas (zumindest in der Endphase des Inka-Reichs) sowie in der
frühen Kolonialzeit als Lingua franca (Lengua general) verwendeten Quechua-Varietät sehr nahe. Es wird jedoch nicht mehr
zwischen "s" und "sh" unterschieden ("c"/"z" und "s" in der alten Schreibung; der Unterschied ist in den anderen heutigen Quechua-
Varietäten noch vorhanden), ebenso wird nur noch "-ta" und nicht mehr "-kta" im Akkusativ verwendet, da es diese alten Merkmale
des Quechua in keiner der heutigen südlichen Quechua-V
arietäten mehr gibt.

Literatur
Rodolfo Cerrón-Palomino: Quechua sureño, diccionario unificado quechua-castellano, castellano-quechua
[Südliches Quechua, vereinheitlichtes Wörterbuch Quechua-Spanisch, Spanisch-Quechua]. Biblioteca Nacional del
Perú, Lima 1994.
Óscar Chávez Gonzales:Urin Qichwa. Siminchik allin qillqanapaq: chankakunapaq qullawkunapaqwan . Editorial
Textos, Lima 2017. 72 Seiten,ISBN 9786124686832
César Itier: Diccionario Quechua Sureño - Castellano. Editorial Commentarios, Lima 2017. Número de páginas: 303
Seiten, 3900 Stichwörter, ISBN 9789972947094
Alfredo Torero: Los dialectos quechuas. Anales Científicos de la Universidad Agraria, 2, S. 446–478. Lima, 1964.
Alfredo Torero: Los dialectos quechuas. Anales Científicos de la Universidad Agraria, 2, S. 446–478. Lima, 1964.
Alfredo Torero: La familia lingüística quechua. En: Pottier, Bernard (ed.) América Latina en sus lenguas indígenas.
Caracas; Monte Avila Editores, C.A. pp. 61–92., 1983.

Weblinks
Offizielles Quechua-Alphabet für Cusco
Quechua-Rechtschreibhinweise
Five Suffixes With Unified Spellings for Southern Quechua (englisch)
Teofilo Laime Ajacopa: Diccionario bilingüe / Iskay simipi yuyayk’ancha Quechua – Castellano, Castellano –
Quechua. La Paz / Bolivia 2007. (PDF; 5,2 MB)
Qhichwa Suyup Simi Pirwan (Diccionario de la Nación Quechua), Ñancharisqa Simikuna. Consejo Educativo de la
Nación Quechua “CENAQ”, Chuqichaka (Sucre) 2015.
Qhichwa simip ñanchariynin.Yachay Kamachiq (Ministro de Educación), Chuqi Yapu (La Paz) 2011. Rechtschreib-
und Zeichensetzungsregeln für das Quechua in Bolivien
Wikipedia auf Quechua
Wikibooks: Quechua – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise
1. Yaku Unumanta Kamachikuy (Nº 29338, Leyde Recursos Hídricos)(http://www.ana.gob.pe/media/785158/02-quech
ua-chanka-collao.pdf), traducido al quechua chanka collao porPablo Landeo Muñoz. Autoridad Nacional del Agua,
2013.
2. Justo Oxa Díaz, Oscar Chávez Gonzales:6º Rimana. Kuskanchik yachasunchik(https://web.archive.org/web/20140
913172845/http://www.digeibir.gob.pe/sites/default/files/Comunicacion_6_quechua_cusco
_collao.pdf) (Memento
vom 13. September 2014 imInternet Archive), S. 12. Perú Suyupi Yachay Kamayuq, Lima2013.

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Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2018 um 18:28 Uhr bearbeitet.

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