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STAND DER

Città DIE SPRACHEN


PROJEKTE 2004
del Vaticano DER BIBEL
Nr. VI
JÄNNER 2005

News Letter
ORDO EQUESTRIS SANCTI SEPULCRI HIEROSOLYMITANI

Worte des Heiligen Vaters


zum Frieden
Am 18. September 2004
überreichte die neue Botschafterin Ägyptens beim Heiligen Stuhl,
I. E. Nevine Simaika Halim Abdalla,
Papst Johannes Paul II ihr Beglaubigungsschreiben.
Dies nahm der Heilige Vater erneut zum Anlass,
auf Verhandlungen als den einzigen Weg aus den Konflikten
dieser Region zu dringen.
Hier einige Sätze aus seiner Ansprache:

„... Wie der Heilige Stuhl in diesen schwierigen Zeiten nicht müde wird zu erinnern, kann
es keine dauerhafte Beruhigung in den internationalen Beziehungen geben, wenn nicht der
Bereitschaft zum Dialog der Vorzug vor der Logik der Gewalt gegeben wird.
... Ich appelliere an die internationale Gemeinschaft nochmals, für eine Einkehr der Vernunft und
der Rückkehr zu Verhandlungen einzutreten, der einzigen Möglichkeit zur Konfliktbewältigung,
denn alle Völker haben das Recht, in Ruhe und Frieden zu leben.
... Um diese wichtige Aufgabe für die Zukunft der Menschen gut zu bewältigen, haben die
Religionen bei der Gewinnung des Friedens eine wichtige Rolle zu spielen.
... Das Bestehen der berühmten Universität Al-Azhar in Ägypten, die ich schon besuchen konnte
und die eine große Bedeutung in der muslimischen Welt hat, stellt eine Chance dar, dass der
interreligiöse Dialog sowohl fortgesetzt als auch intensiviert wird, vor allem zwischen Christen
und Muslimen.
... Jetzt könnten Christen und Moslems in gegenseitiger Wertschätzung noch besser zusammen
arbeiten, um der Sache des Friedens und einer besseren Zukunft für die Menschheit zu dienen.“
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Interview von Kardinal Furno in „La Stampa“ vom 19. Juli 2004

„Eine Schwäche,
die christlichen Wurzeln
auszulöschen“
Kardinal Furno:
„Der Laizismus der Staaten steht nicht zur Diskussion“

D
ie christlichen Wurzeln auf die religiösen Wurzeln des Kon- Chirac, als er die Diskussion
aus der neuen Verfassung tinents zu vergessen. Welche Be- über die Religion als „überwun-
zu streichen, bedeutet deutung hat seine Botschaft? dene Querele“ in der Charta der
eine eklatante Unterlassung und EU abfertigte. Es genügt jedoch
einen Beweis der Schwäche Eu- „Der Pontifex hat mehrmals der gesunde Menschenverstand,
ropas. Es ist, als ob man sein Ge- seine Stimme erhoben, dass das um die mangelnde Sensibilität
sicht verbirgt und ein augenfälli- Europa der 25 nicht seine eige- dieser Position zu bemerken. Es
ges Faktum vor der ganzen Welt nen spirituellen Wurzeln verliert, ist ein falscher Blickwinkel. Ein
verleugnet. Die Missbilligung des sondern wieder findet, um den historisches Faktum anzuerken-
Heiligen Stuhls zu einer europä- großen Herausforderungen des nen, das nicht zu verleugnen
ischen Charta ohne Bezugnah- dritten Jahrtausends gewachsen ist, bedeutet nicht, die moderne
me auf das Christentum betont zu sein: Frieden, Dialog zwischen Notwendigkeit eines gerechten
Kardinal Carlo Furno aus Turin, Kulturen und Religionen, Wah- Laizismus der Staaten und somit
der im Kardinalskollegium eine rung der Schöpfung. Die Einheit Europas nicht anzuerkennen.“
maßgebende Stimme hat, seit der Völker des alten Kontinents
langer Zeit. Er war Diplomat, kann nicht nur ökonomisch und Auch nicht, wenn das ein Hin-
apostolischer Nuntius im Mittle- politisch sein. Der Lebenssaft dernis für die zukünftigen Partner
ren Osten, Südamerika und Itali- des Evangeliums ist notwendig, wäre?
en und gegenwärtig Großmeister um Europa eine Entwicklung
des Ritterordens vom Hl. Grab zu zu sichern, die im Einklang mit „Kirchen und Klöster sind
Jerusalem. seiner Identität und ebenso in kein Merkmal des Ausschlusses,
seiner Freiheit und in der Soli- und man kann nicht aus Grün-
Kurz vor dem Treffen am Montag darität, in der Gerechtigkeit und den geopolitischer Opportunität
mit Premier Luis Zapatero hat der im Frieden ist. Jedoch hat lei- über den christlichen Ursprung
Papst anlässlich einer Zusammen- der eine falsche Interpretation Europas schweigen. Es ist ein-
kunft mit dem neuen spanischen des Laizismus um sich gegriffen. deutig, dass das Christentum
Botschafter am Vatikan neuerlich Das zeigen die Worte des fran- die Religion war, die zur Entste-
an die Europäer appelliert, nicht zösischen Präsidenten Jacques hung der europäischen Werte
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beigetragen hat. Es gibt Fakten oder es ist nicht. Wie Johannes entscheidender Faktor der In-
wie die Gründungen der Schu- Paul II. an die Werte erinnert tegration und der Universalität.
len und Universitäten, die von hat, auf die sich die europäischen Es handelt sich nicht um ein
Mönchen verwirklicht wurden Staaten gründen, die ihren Geist zweitrangiges Problem, ein Sym-
und das kann niemand ändern. bilden, die Kreativität geben und bol oder das einer Flagge, son-
Und es ist zutiefst ungerecht und die Einigkeit in problematischen dern um die entscheidende Fra-
enttäuschend, die eigene Erin- Phasen und bei Widrigkeiten ge, der EU eine Seele zu geben.
nerung unter dem Vorwand zu bilden. Es ist falsch, wenn diese Der Bezug auf die christlichen
beseitigen, die Türen für potenti- genau in dem Moment vernach- Wurzeln bedeutet nicht den Ver-
elle neue Mitgliederländer offen lässigt werden, in dem in dem al- zicht auf den Laizismus der Staa-
halten zu wollen. Umso mehr ist ten Europa ein neues politisches ten. Auf dem Spiel stehen die
zu erwähnen, dass das Christen- System entsteht. Geschichte, die Wurzeln und die
tum in der Präambel der Char- Die Führer der Europäischen Traditionen der großen Mehrheit
ta keine Sperre für den Eintritt Union haben eine große Verant- der Völker Europas. Wenn es ein
anderer Nationen wie der Tür- wortung. Sie müssen mit dem Europa der Staaten und der Völ-
kei, Israel oder den palästinensi- kulturellen und religiösen Hu- ker werden soll, wäre es schlimm,
schen Staat bildet. Man kann die mus zurechtkommen, aus dem wenn in der Charta kein Platz für
Vergangenheit nicht neu inter- der Kontinent entstanden ist. Zu die Prinzipien, die Ideale und die
pretieren. Bezug zu nehmen auf der Zeit, in der Europa mit neuen Werte wäre.
diese Wurzeln bedeutet die Wer- politischen Werkzeugen erwei- Deshalb hört der Pontifex
te klar zu legen, die an der Basis tert wird, kann man nicht diese nicht auf, mit einem Ruf der Lie-
der Konstruktion Europas stehen Fundamente abstreiten, die im be Europa zu ermahnen, indem
und das kulturelle und religiöse Laufe der Jahrhunderte den Hu- er an die reichen und fruchtbaren
Profil zu beschreiben. Der Papst manismus gefördert haben, auf christlichen Wurzeln aufmerk-
hat immer auf das in seinen Wur- den wir alle stolz sind und der sam macht: Europa sei du selbst,
zeln gläubige Europa hingewie- ein neues Konzept des menschli- finde dich selbst wieder, besinne
sen, das nicht verschlossen in ches Wesens bedeutet. Das ist ein dich auf deine Ursprünge.
sich selbst ist, sondern offen für
den Dialog und die Zusammen-
arbeit mit den anderen Völkern
der Erde. Ein Europa, das sich Neue Internet-Seite des Ordens
bewusst ist, dazu aufgerufen zu Vor kurzem hat der Vatikan unseren Orden in seine Website
sein, Vorbild für die Zivilisation aufgenommen. Unter http://www.vatican.va/roman_curia/
und Ansporn für den Fortschritt institutions_connected/oessh/subindex.html
der Welt zu sein.“ scheinen nun alle Daten auf aktuellem Stand auf, die bisher in der
Ordens-Website enthalten waren (Geschichte, Großmagisterium,
Welche Risiken sehen Sie? Statthaltereien, Ordensstruktur, Statut, Sitz des Ordens,
Aktivitäten im Heiligen Land, Publikationen und Termine).
„Das eines Europas, das in die Diese Website ist in italienischer Sprache.
Zukunft blickt, und dabei seine Neben der professionellen Betreuung der Internet-Darstellung
christliche Identität einschränkt, kommt darin auch die Wertschätzung unseres Ordens
beziehungsweise das binden- im Vatikan zum Ausdruck.
de Element, das notwendig ist, Wir laden alle Ordensmitglieder ein, diese neue Website
um wirklich gemeinsam zu sein. zu besuchen.
Europa ist entweder christlich
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Au s d e m H e i l i ge n L a n d :

Stand der Projekte 2004


Mit Umsicht hat das Großmagisterium für Projekte des Jahres 2004
die runde Summe von US$ 480.000,- vorgesehen.
Dabei hat sich zum Teil die humanitäre Situation und jene der Schulen
ausgewirkt. Zum anderen spielte die Schule von Jaffa in Nazareth hinein,
deren vollständige Finanzierung nicht zur Gänze gesichert war.
Das Großmagisterium hat zugesichert, das Lateinische Patriarchat mit der
Mittelaufbringung für Jaffa nicht hängen zu lassen.

1. Jaffa (Nazareth): 3. Hoson: anderen Anlage die Anzahl der


Dabei geht es um zwei neue Kin- Renovierung des Pfarrhauses. Stufen vermindern.
dergarteneinheiten und etwa Das Haus des Pfarrers wurde seit
sechs Elementarschul-Klassen, 40 Jahren nicht mehr renoviert. 7. Nazareth:
die überwiegend dazu dienen, Das Resultat kann sich sehen las- Pastoralzentrum.
jene Klassen zu ersetzen, die den sen. Das Projekt ist abgeschlos- Als Folge dieses Vorhabens konn-
Ansprüchen des israelischen Er- sen. ten neune Büros für die Jugend,
ziehungsministeriums nicht ent- das kirchliche Gericht und die
sprechen. 4. Kerak: Schulen geschaffen werden und
Der Teil der Elementarschulen Renovierung des Schwestern- neue Gästezimmer für das Vikari-
ist bereits abgeschlossen, die an- hauses. at und darüber hinaus einen gro-
deren Arbeiten werden noch vor Das Projekt ist abgeschlossen. ßen Gemeindesaal.
dem Jahresende fertiggestellt
sein. Die Ergebnisse sind sehr 5. Salt: 8. Ajloun:
zufriedenstellend; die Schüler- Lift. Die Arbeiten sind zur Hälfte Diese Arbeiten stehen noch am
zahl steigt spürbar. ausgeführt. Derzeit läuft die Fer- Anfang. Man musste neu planen,
tigstellung der Außenstruktur. um im Budget von US$ 210.000,-
2. Deir Rafat: Die Ausstattung wurde schon in zu bleiben.
Renovierung der Fundamente. Auftrag gegeben. Der Lift dient
Dieses Vorhaben hat die Funda- dem Pfarrer und den Schwestern,
mente des Jugendzentrums wie- die in der vierten Etage wohnen. An dieser Stelle sei für ihre stete
der hergestellt, die nicht abzubre- Zusammenarbeit dem Großmagis-
chen, sondern nur zu restaurieren 6. Gifna: terium, den Statthaltereien und
waren. Mit diesem Projekt konn- Renovierung des Ordenshauses. der Heilig-Land-Kommission ge-
te ein Bestand im Wert von US$ Die Schwestern sind sehr zufrie- dankt, die diese Vorhaben möglich
900.000,- gerettet werden. den. Man konnte auch dank einer gemacht haben.
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J e r u s a l e m
Im Gespräch mit dem Nuntius in Israel,
Msgr. Sambi:

Christen im Heiligen Land


Sie bauen am Frieden
„Jerusalem ist eine Stadt, die Gott erwählt hat,
um den Menschen den Frieden zu bringen,
doch die Menschen verraten dieses Geschenk“.
Aber es gibt ermutigende Zeichen
Insgesamt handelte es ich 2004 um acht Projekte.

S
chwinden die Christen in der (bisher ungehört). Auf der Friede beginnt, wenn man wahr-
jenem Land dahin, in dem Terrasse der apostolischen Nun- haftig wird, das heißt, wenn man
das Christentum begann? tiatur am Ölberg seufzt Nunti- erkennt, das es etwas Größeres
Diese Frage drängt sich auf, wenn us Msgr. Pietro Sambi: „Dies ist gibt als den eigenen Standpunkt,
man die demografischen Strö- eine Stadt, die Gott erwählt hat, und wenn jeder aufgrund seiner
mungen und die politische Lage um den Menschen den Frieden eigene Verantwortung handelt.“
des Gebietes bedenkt. Laut einer zu bringen, doch die Menschen
Studie der Universität Bethle- verraten dieses Geschenk. Hier
hem hat seit dem Krieg 1967 ein ist der Schlüssel für das Zusam- Blockierter Tourismus
Drittel der christlichen Bevölke- menleben der Gläubigen dreier
rung das Heilige Land verlassen; Religionen. Das könnte ein Zei- Bei der Instabilität der poli-
ihr Anteil ist inzwischen auf 2% chen zur Versöhnung für die gan- tischwen Situation und den terro-
gefallen, auf insgesamt 150.000 ze Welt sein: Deswegen bittet der ristischen Attentaten hat der Bau
Menschen. Der Konflikt zwischen Papst, unaufhörlich zu beten und der Mauer gegen die Attacken der
Israelis und Palästinensern hat fordert die internationale Ge- Selbstmordattentäter geholfen.
Opfer auf beiden Seiten gefor- meinschaft auf zu intervenieren, Aber zugleich wurde das tägliche
dert und macht die Situation der um die Probleme aufzuarbeiten, Leben von Hunderten und Tau-
kleinen Gemeinschaft, die seit die die beiden betroffenen Par- senden Menschen erschwert und
zweitausend Jahren den Spuren teien nicht selbst zu lösen ver- letztlich die wirtschaftliche Si-
Jesu folgt, immer schwieriger. Es mögen. Es wird keinen Frieden tuation in den palästinensischen
wird keinen Frieden im Nahen geben, solange jede der betroffe- Gebieten verschlechtert. Und für
Osten geben, bis nicht der Kno- nen Parteien jedes Recht für sich das kleine christliche Volk wird
ten im Heiligen Land gelöst ist, beansprucht und jedes Unrecht die Situation noch schlechter:
wiederholt der Papst immer wie- auf den anderen abwälzt. Der Die zweite Intifada, die im
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September 2000 mit ihrer Spirale die gleiche Haltung gegenüber 32 junge Muslima von Samar Sah-
von Attentaten und militärischer den Moslems, die hier leben, ein- har, einer der wenigen Christin-
Vergeltung begonnen hat, führte nimmt. Es geht nicht darum, die nen der Stadt, aufgenommen wur-
zu einem starken Rückgang der speziellen Interessen einer der den. Die Mädchen (die entweder
Pilgerfahrten ins Heilige Land, drei Konfliktparteien zu vertre- keine Eltern haben oder die von
die jedoch die Haupteinnahme- ten, sondern das Vorhandensein ihren Eltern misshandelt wurden)
quelle darstellten: Geschlossene einer wichtigen Voraussetzung betrachten sie als ihre wirkliche
Hotels, halb verlassene Restau- für das Zusammenleben zu för- Mutter und Samar, als Mitglied
rants, Handwerker von Bethle- dern: Die Christen haben rege der Memores Domini, behandelt
hem, die auf die Produktion von Beziehungen zu den beiden an- sie als ihre Töchter: „Die Jungfräu-
religiösen Gegenständen spezi- deren religiösen Gemeinschaf- lichkeit ist die Fruchtbarkeit Got-
alisiert sind, ohne Arbeit, Hun- ten, sie bezeugen eine Lebensan- tes“ zitiert sie lächelnd einen Satz
derte von Souvenirgeschäften in schauung, die die Menschenwür- ihres großen Vaters Don Giussani.
Jerusalem und Nazareth vor dem de in den Mittelpunkt stellt. Sie Es ist das ansteckende Zeugnis
Nichts. „Die Angst hat den religi- können helfen Brücken zu schla- Samars, das ihren ‚Töchtern’ hilft,
ösen Tourismus blockiert, obwohl gen (anstatt Mauern zu bauen), dem Leben positiv zu begegnen,
ich in den sieben Jahren, die ich die Gedanken der Versöhnung selbst wenn sie durch unsagbares
hier bin, nie gehört habe, dass ein verbreiten, um den gegenseitigen Leid gezeichnet sind. Sie erzählt,
Pilger Opfer eines Gewaltaktes Vergeltungsakten ein Ende zu be- wie es bei Fatima war, die durch
wurde“ – erläutert Nuntius Sam- reiten. Dass sie nur schwach sind, Jahre von der Mutter misshandelt
bi. „Seit einigen Monaten gibt es ist ein großer Nachteil für alle.“ und dann auf der Straße allein ge-
Anzeichen eines Aufschwunges, lassen wurde. „Seit einigen Mona-
aber diese sind noch zu schwach. ten lebt sie nun hier. Vor einiger
Die Anwesenheit der Pilger ist Zeit ist sie mit uns in die Geburts-
Verzeihung
eine Stütze für die Wirtschaft in kirche von Bethlehem gekommen.
den Gebieten, in denen sich die
als Geschenk Sie hat gesagt, sie möchte Jesus
christliche Präsenz konzentriert. ein Geschenk machen. Und als wir
Die Pilger bauen einen Damm ge- Die Präsenz der Christen zu un- hinausgingen, hat sie mir erzählt:
gen die Emigration und sie helfen, terstützen, bedeutet zugleich «Ich habe ihn gebeten, meiner
dass sich die Christen als Teil der zum Frieden beizutragen. Daher Mutter zu verzeihen»“. Im Haus
großen Familie ‚Kirche’ zu fühlen, hat Msgr. Sambi die Errichtung Lazarus wächst ein Keim für ein
die keine geografischen Grenzen eines Sitzes der Compagnia del- neues Zusammenleben zwischen
kennt. Und sie helfen auch, die le Opere in Jerusalem begrüßt, Arabern und Israelis. In Bethani-
Wurzeln im dem Land zu erhal- wodurch die Basis zu einer vor en, zweitausend Jahre nach der
ten, in dem Jesus geboren wurde. allem wirtschaftlichen Zusam- Erweckung des Lazarus, gesche-
Leider war es nach dem Beginn menarbeit von israelischen und hen noch immer Wunder.
der zweiten Intifada so, dass palästinensischen Unternehmen
sich die vielen Christen, die ge- gelegt wurde, die zugleich aber
kommen waren, um die Heiligen auch als Stütze von Erziehungs-
Stätten zu besuchen, verflüchtig- einrichtungen dient. Wie etwa
ten, während die internationale das Haus Lazarus in Bethanien,
jüdische Welt große Solidarität das einzige Waisenhaus für Mäd-
mit den Juden in Israel zeigt und chen in den von den Palästinen-
die moslemische Gemeinschaft sern verwalteten Territorien, wo
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Vizegeneralgouverneur
George T. Ryan
reichte seinen Rücktritt ein
Bei der Sitzung des Großmagisteriums unseres Ordens
am 19. Oktober 2004 reichte S.E. George T. Ryan
im Hinblick auf das Auslaufen seines Mandates
als Vizegeneralgouverneur und Mitglied des Großmagisteriums
seinen Rücktritt ein.

E
r drückte Se. Eminenz Car- Se. Em. Kardinal Furno danke alljährlichen finanziellen Rech-
lo Kardinal Furno seinen S.E. George T. Ryan für seinen nungsprüfung sowohl für Rom als
Dank für seine seinerzei- Dienst am Orden und erklärte, auch für die nordamerikanischen
tige Bestellung aus und auch da- dass er ihn zum Ehren-Vizegene- Statthaltereien. Überdies war er
für, dass er gemeinsam mit den ralgouverneur ernennen werde. auch ein besonderer Förderer zur
Mitgliedern des Großmagisteri- S.E. George Ryan, der als Gewinnung neuer Einnahmen-
ums daran mitwirken konnte, die Statthalter der Statthalterei US quellen zur Unterstützung der
Möglichkeiten für die Erfüllung Northeastern gewirkt hatte, war Schulen und der Ordenswerke im
der Aufgaben des Ordens auszu- ein Befürworter, im Jahr 1998 Heiligen land.
bauen. Er gab auch seiner Freude die „Justice and Peace“-Anstren-
Ausdruck, dass er mit Kollarritter gungen der US-amerikanischen
Ludovico Carducci Artenisio und Statthaltereien aufzubauen; er IMPRESSUM
S.E. Pier Luigi Parola als General- war auch verantwortlich für die
gouverneure zusammen arbeiten Einrichtung der jährlichen Mee- GRAND MAGISTERIUM
konnte, ebenso wie mit Se. Sel. tings der nordamerikanischen OF THE
dem Lateinischen Patriarchen, Statthaltereien. EQUESTRIAN ORDER
mit Msgr. Shomali und allen Mit- Nun besteht eine rege Kommu- OF THE
gliedern des Großmagisteriums. nikation zwischen diesen Statt- HOLY SEPULCHRE
haltereien über die Programme OF JERUSALEM
und deren Fortschritte. Die Statt- 00120 Vatican City
haltereien verfügen jetzt alle
Editor:
über eine eigene Website und
AGOSTINO BORROMEO
sind über einen zentralen Inter-
Co-Editor:
netauftritt mit einander verbun-
OTTO KASPAR
den. S.E. Ryan unterstützte das
jetzt eingerichtete System einer
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Treffen der nordamerikanischen


Statthalter in Chicago
Die nordamerikanischen Statthalter hielten ihr
jetzt schon fünftes Jahrestreffen vom 12. bis 14. Mai 2004
in Chicago, Illinois, ab.
Den Vorsitz führte der Vizegeneralgouverneur S.E. George T. Ryan.
Außerdem nahm James T. Miscoll
als Mitglied des Großmagisteriums aus San Francisco,
Kalifornien, an diesem Treffen teil.

A
cht der neun Statthalter das Abschlussdokument des Kar- untereinander und mit Vertretern
waren bei der Sitzung zu- dialgroßmeisters gab die wichti- des Großmagisteriums auszutau-
gegen: S.E. John C. Piun- gen Leitlinien für die Gespräche schen, ebenso wie Beobachtungen
no (Mid- Atlantic), S.E. Dennis J. vor. Das Meeting bot auch Gele- und Anliegen. Zwei Statthalter,
Looney, Jr., (Northeastern), S.E. genheit, den jüngsten Bericht der Jean-Marc Allard (Montréal) und
Vincent E. Shaw (Northern), S.E. Schulkommission , die dem Groß- John McGuckin, Jr. (Northwes-
Thomas J. McCabe (North Cen- magisterium im April vorgelegt tern) konnten über kürzlich statt-
tral), S.E. John H. McGuckin, Jr. wurde, durchzugehen, ebenso wie gefundene Pilgerreisen ins Heili-
(Northwestern), S.E. Robert B. die Liste der aktuellen genehmig- ge Land berichten, bei denen die
Acomb, Jr. (Southeastern), S.E. ten Projekte. Nach den Worten Teilnehmer verschiedene Projekte
Michael R. Earthman (Southwes- von Vizegeneralgouverneur Ryan besuchten, die durch Spenden von
tern) und H.E. Patrick D. Powers „weiß der Orden, wo unsere Auf- Ordensmitgliedern unterstützt
(Western). Kanada war durch den gabe liegt – in den Schulen des werden.
Magistraldelegierten J. Stewart Heiligen Landes. Und wir werden
LeForte (Atlantic), S.E. Jean-Marc alles tun, sie zu unterstützen.“ Einer der Hauptpunkte auf der
Allard (Montréal) und S.E. Declan Tagesordnung der Statthalter war,
P. Lawlor (Vancouver) vertreten. Die Sitzungsteilnehmer be- die Informationsanstrengungen
Monsignore Robert L. Stern, Ge- sprachen viele Themen wie Mit- über die gegenwärtige Lage der
neralsekretär der Catholic Near gliedschaft, Spiritualität, Jahres- christlichen Gemeinden im Heili-
East Welfare Association, ver- planung, Mittelaufbringung, An- gen Land in den Vereinigten Staa-
mittelte bei den Gesprächen der strengungen zur Unterstützung ten zu koordinieren. Die Gruppe
Statthalter unschätzbare Einbli- von „Justice and Peace“, Planun- kam überein, ein kleines Komitee
cke und zelebrierte freitags die gen und Berichte und die Kom- unter der Führung von Statthalter
Heilige Messe für die Teilnehmer. munikation. Diese Jahrestreffen Powers (Western) um die Ausar-
wurden bereits zu wichtigen Mög- beitung eines Vorschlags zu einem
Die Tagesordnung lehnte sich an lichkeiten für die nordamerikani- künftigen gemeinsamen Vorgehen
jene der Consulta 2003 in Rom an; schen Statthaltereien, Gedanken zu ersuchen.
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Übernahme der dafür zu interessieren, ob es nicht


noch weitere Bedürfnisse in dieser
Schulgebühren für christliche Schule gibt. Und welche Schule hat
diese nicht? Aber genau zu diesem
Schüler Punkt müssen wir alle Ordensmit-
glieder um ihr Verständnis bitten:

A
bedeutet, dass aus den bisherigen Dabei ist sicher nicht festzustel-
m 29. Juli d.J. setzte der
Zuwendungen, die über das Groß- len, ob diese zusätzlichen Wünsche
Generalgouverneur eine
magisterium ins Heilige Land auch in einem Gesamtkonzept als
neue Initiative zur Intensi-
geleitet werden, die errechneten so wichtig eingestuft werden, wie
vierung der Verbindung zwischen
Schulunterstützungen vorweg ge- es am Ort aussehen mag.
den einzelnen Statthaltereien und
widmet werden. Dazu wird auch Dieser Überblick und die Beurtei-
dem Heiligen Land: Die Widmung
jede Schule eine Plakette bekom- lung muss wohl dem Patriarchat
(eines Teiles) der Zuwendungen
men, auf der jene Statthalterei überlassen sein. Dieses stimmt
der einzelnen Statthalterein für
oder jene Statthalterei-Gruppe dann mit der Heilig-Land-Kom-
genau bezeichnete Schulen. Ziel
genannt ist, die diese Schule ent- mission des Großmagisteriums ab,
ist es, damit allen christlichen
sprechend mit ihren Beiträgen un- wie die Liste der Dringlichkeiten
Schülern den Besuch einer Patriar-
terstützt. und deren Finanzierung aussehen
chatsschule zu ermöglichen, auch
muss. So wird auch die Bitte ver-
wenn die Familien nicht für die
ständlich, keine separaten und di-
Bezahlung der Schulgebühren auf- Mein Beitrag rekten Statthalterei-Aktionen zu
kommen können. Unter den jetzi-
gen Umständen bedeutet dieser
hat ein „Gesicht“ starten. Beobachtungen und Anre-
gungen sind aber von der erwähn-
Schritt eine Abkehr von Projekten, Wer weiß, wohin sein Geld fließt
ten Heilig-Land-Kommission sehr
die im wesentlichen aus Bauvor- und wofür es verwendet wird, wird
erwünscht und dort auch willkom-
haben bestanden (und meist hohe nicht nur ein gutes Gefühl haben,
men.
Nachfolgekosten für den Betrieb sondern sich auch sicher mit mehr
verursachten) hin zur vorrangigen persönlicher Anteilnahme um die
Übernehme eines Teils der lau- Entwicklung „seines“ Förderungs- Zusätzliche persönliche
fenden Kosten der Schulen. Diese projektes interessieren. Und wenn Kontakte
Lösung betrifft nur die Schulen dann noch dazu die Pilgergruppe
in Palästina und in Jordanien, da einer Statthalterei gerade diese Noch eine weitere Anregung sei hier
in Israel der Staat auch die christ- Schule besucht, dann bekommt gemacht: Ein schriftlicher Kontakt
lichen Privatschulen unterstützt die Unterstützung auch ein „sehr zwischen den Statthaltereien und
und dadurch dort keine Defizite persönliches Gesicht“. Vielleicht den Schulen hätte eine weitere po-
der Schulen entstehen. wächst damit auch das Bewusst- sitive Wirkung. Die Christen in die-
sein, dass der Bedarf im Heiligen ser Gemeinde des Heiligen Landes
Nur neue und Land ungemein groß ist und von erfahren dadurch, dass es auf dem
uns noch viel mehr zur Unterstüt- Globus noch andere Christen gibt,
gezielte Widmung die an sie denken und auch für sie
zung getan werden müsste.
Gleich vorweg sei betont: Das be- beten. Geben wir ihnen zu einem
deutet nicht, dass die für die ein- ausreichenden finanziellen auch
Keine Separatprojekte
zelnen Schulen auf Basis der Schü- noch diesen tiefen, persönlichen
lerzahlen ausgerechneten Beträge Allerdings ist bei solchen Besu- Rückhalt in der Gemeinschaft der
zusätzlich aufzubringen sind. Das chen die Neigung groß, sich auch großen katholischen Kirche.
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Man kann von drei Originalsprachen der Bibel ausgehen.

Die Sprachen der Bibel


Das Alte Testament wurde überwiegend in Hebräisch geschrieben.
Bis zur Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar (587 v.Chr.)
war Hebräisch die Umgangs- und Schriftsprache
der jüdischen Bevölkerung Palästinas.
Insgesamt handelte es ich 2004 um acht Projekte.

W
ie Aramäisch und Ara- Veränderungen und vor allem Notiz des Papias (gest. 160 n.Chr.)
bisch ist auch Hebrä- Erweiterungen erfahren, ist aber kann man annehmen, dass das
isch ein Hauptzweig dennoch im Kern die Sprache der Matthäus-Evangelium ursprüng-
der semitischen Sprachfamilie. Könige und Propheten des Al- lich in aramäischer Sprache ge-
Aramäisch, das im Nordosten ten Testaments. Die Jerusalemer schrieben und später ins Griechi-
Kanaans gesprochen wurde, ver- Sprachakademie versucht, auf sche übersetzt wurde; allerdings
drängte während des Exils mehr der Basis der alttestamentlichen fehlt uns bis heute ein direkter
und mehr Hebräisch als Umgangs- Sprache immer wieder neue, logi- Nachweis des aramäischen Origi-
sprache. Schließlich wurde Heb- sche und einpassungsfähige Wör- naltextes.
räisch nur noch im Gottesdienst ter und Wendungen zu schaffen.
Heute ist die Bibel in etwa 2300
gebraucht. So findet sich neben
Sprachen übersetzt und damit das
Hebräisch auch Aramäisch im Das Neue Testament wurde in
am häufigsten übersetzte Buch
Alten Testament. (Dan 2,4b - 7,28 griechischer Sprache geschrie-
aller Zeiten.
und Esr 4,8 - 6,18; 7,12-26 ben. Hier haben wir es jedoch
nicht mehr mit dem klassischen Immer mehr Menschen auf der
Die Muttersprache unseres Griechisch der Philosophen zu Welt können die Bibel in ihrer
Herrn Jesus Christus war Ara- tun, sondern mit einem späteren eigenen Sprache lesen. Im vergan-
mäisch. Schon zu seiner Zeit gab Dialekt, der sogenannten Koine. genen Jahr sind mehr als 50 neue
es nur noch vereinzelt Menschen Seit den Eroberungszügen Ale- Übersetzungen hinzugekommen.
mit hebräischer Muttersprache. xander des Großen entwickelte Die Bibel bleibt mit rund 2300
Sie war nur noch die Sprache in sich Koine zur Umgangs- und Sprachen das am häufigsten über-
religiösen Büchern und Gebeten. Verkehrssprache aller Nationen, setzte Buch aller Zeiten.
Selbst in den Synagogen wurden die gleichberechtigt neben den Die gesamte Bibel liegt in über
die hebräischen Texte nach der jeweiligen regionalen Volksspra- 410 Sprachen vor, das Neue Testa-
„Textlese“ vor der Predigt in das chen stand. ment in über 1000 Sprachen und
Aramäische übersetzt. Eine der Sprachen des Alten einzelne biblische Bücher in mehr
Testaments wurde vielleicht auch als 870 Sprachen. Die meisten der
Das moderne Hebräisch (so- für die Abfassung eines Evangeli- neuen Übersetzungen wurden zu-
genanntes Ivrit) hat zwar einige ums verwendet: Auf Grund einer letzt in Afrika veröffentlicht.