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© Siemens AG 2011

Highlights

2/2 Safety Integrated


2/2 Übersicht
2/3 Funktion

2/11 Efficient Infeed Technology


2/11 Übersicht
2/11 Nutzen
2/12 Anwendungsbereich
2/12 Weitere Info

2/13 Kommunikation
2/13 Übersicht

Siemens D 31 · 2012
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Highlights

Safety Integrated

■ Übersicht
Sicherheitsrelevante Normen

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Funktionale Sicherheit ist in diversen Normen geregelt. So be-
handeln die EN ISO 12100 und die EN 1050 die Konstruktion
und Risikobewertung von Maschinen. Funktionale und sicher-
heitsrelevante Anforderungen an sicherheitsbezogene Steue-
rungen definieren die EN 62061 (nur gültig für elektrische und
elektronische Steuerungen) und die EN ISO 13849-1, die ab
2012 die bisher gebräuchliche EN 954-1 ablöst.
Abhängig vom Gefährdungspotenzial, der Häufigkeit einer
Gefahrensituation, der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Mög-
lichkeit, eine drohende Gefahr zu erkennen, definieren die o. g.
Normen verschiedene Sicherheitsanforderungen, die die Ma-
schine erfüllen muss:
• EN 954-1: Kategorien B, 1 … 4
• EN ISO 13849-1: Performance Level PL a … e
• EN 62061: Safety Integrity Level SIL 1 … 3
Trend zu integrierter Sicherheitstechnik
Im Zuge des Trends zu immer komplexeren und modularen
Maschinen verlagern sich die Sicherheitsfunktionen von den
klassischen zentralen Sicherheitsfunktionen (z. B. Abschalten
aller Antriebe durch ein Netzschütz) zunehmend in die Maschi-
nensteuerung und die Antriebe. Verbunden damit ist ein Wegfall
von teilweise aufwändigen hardwaremäßigen sicherheitstechni-
Gesetzliche Rahmenbedingungen schen Verschaltungen.
Hersteller von Maschinen und Errichter von Anlagen müssen Integrierte Sicherheitsfunktionen wirken wesentlich schneller als
sicherstellen, dass von ihren Maschinen bzw. Anlagen neben bei herkömmlicher Aufbauweise. Somit wird die Sicherheit einer
Gefahren durch elektrischen Schlag, Hitze oder Strahlung auch Maschine durch Safety Integrated weiter erhöht. Darüber hinaus
keine Gefahren durch Funktionsfehler ausgehen. werden mit integrierter Sicherheitstechnik gesteuerte Sicher-
So ist z. B. in Europa laut EG-Richtlinie für Arbeitsschutz die Ein- heitsmaßnahmen für den Bediener der Maschine aufgrund der
haltung der Maschinenrichtlinie verbindlich vorgeschrieben. Da- schnelleren Wirkungsweise als weniger störend empfunden. So-
mit die Konformität mit dieser Richtlinie sichergestellt ist, emp- mit wird die Motivation, Sicherheitsfunktionen bewusst zu umge-
fiehlt es sich, die entsprechenden harmonisierten europäischen hen, deutlich reduziert.
Normen anzuwenden. Dies löst die so genannte „Vermutungs-
wirkung“ aus und gibt Herstellern und Betreibern Rechtssicher-
heit bezüglich der Erfüllung nationaler Vorschriften wie auch der
EG-Richtlinie. Mit der CE-Kennzeichnung dokumentiert der Her-
steller einer Maschine die Einhaltung aller zutreffender Richtli-
nien und Vorschriften im freien Warenverkehr.

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Safety Integrated

■ Funktion
Antriebsintegrierte Sicherheitsfunktionen bei Antriebsintegrierte Sicherheitsfunktionen lassen sich grob in
SINAMICS G120, SINAMICS G120D, zwei Klassen einteilen:
SINAMICS S110 und SINAMICS S120 • Funktionen zum sicheren Stillsetzen eines Antriebs:
- Sicher abgeschaltetes Moment/Safe Torque Off (STO)
2
SINAMICS G120, SINAMICS G120D, SINAMICS S110 und
SINAMICS S120 zeichnen sich durch eine Vielzahl integrierter Diese Funktion sorgt dafür, dass an der Motorwelle kein
Safety-Funktionen aus. Drehmoment mehr abgegeben werden kann.
- Sicherer Stopp 1/Safe Stop 1 (SS1)
Die Umrichter erfüllen folgende Geräteanforderungen: Die Funktion bremst einen Antrieb aktiv ab, bevor die Funk-
• Kategorie 3 gemäß EN 954-1 tion STO aktiviert wird. Antriebe mit hoher Bewegungsener-
• Safety Integrity Level (SIL) 2 gemäß EN 61508 gie können mit dieser Funktion im Gefahrenfall schnellst-
möglich zum Stillstand gebracht werden.
• PL d gemäß EN ISO 13849-1 - Sicherer Stopp 2/Safe Stop 2 (SS2)
Die Safety-Integrated-Funktionen von SINAMICS G120, Wie die Funktion SS1 bremst SS2 einen Antrieb aktiv ab. Im
SINAMICS G120D, SINAMICS S110 und SINAMICS S120 wur- Stillstand wird anstelle von STO allerdings die Funktion SOS
den von unabhängigen Instituten zertifiziert. Die entsprechen- aktiviert. Wie bei SS1 werden Antriebe mit hoher Bewe-
den externen Prüfbescheinigungen und Herstellererklärungen gungsenergie im Gefahrenfall schnellstmöglich zum Still-
sind bei den Siemens Ansprechpartnern erhältlich, sowie im stand gebracht.
Internet unter - Sicherer Betriebshalt/Safe Operating Stop (SOS)
www.siemens.com/WW/view/de/27103700/130000 Alternativ zu STO kann die Funktion SOS verwendet werden.
Im Gegensatz zu STO wird der Motor nicht drehmomentfrei
Nachfolgend werden die wichtigsten bei Siemens Antrieben ver- geschaltet, sondern der Antrieb bleibt in Lageregelung, hält
fügbaren integrierten Sicherheitsfunktionen beschrieben. Sämt- seine Position und wird auf Stillstand überwacht.
liche Funktionen erfüllen in ihrer funktionalen Sicherheit die in - Sichere Bremsenansteuerung/Safe Brake Control (SBC)
der internationalen Norm IEC 61800-5-2 für drehzahlveränder- Mit dieser Funktion wird nach Aktivieren von STO eine Halte-
bare Antriebssysteme definierten Anforderungen. bremse sicher angesteuert, so dass sich der Antrieb – etwa
schwerkraftbedingt – nicht mehr bewegen kann.
• Funktionen zum sicheren Überwachen der Drehzahl eines
Antriebs:
- Sicher begrenzte Geschwindigkeit/Safely-Limited Speed
(SLS)
Die Funktion SLS überwacht, dass der Antrieb einen vorein-
gestellten Drehzahl-/Geschwindigkeitsgrenzwert nicht über-
schreitet.
- Sichere Geschwindigkeitsüberwachung/Safe Speed
Monitor (SSM)
Diese Funktion meldet das Unterschreiten einer spezifizier-
ten Drehzahl. Eine antriebsautarke Reaktion erfolgt nicht.
- Sichere Drehrichtungsüberwachung/Safe Direction (SDI)
Diese Funktion überwacht die Einhaltung der angewählten
Drehrichtung.

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Safety Integrated

■ Funktion
Safe Torque Off (STO) = Sicher abgeschaltetes Moment Safe Stop 1 (SS1) = Sicherer Stopp 1

2 Die Funktion STO ist die gängigste und grundlegendste an-


triebsintegrierte Sicherheitsfunktion. Sie sorgt dafür, dass an
Die Funktion SS1 bewirkt ein schnelles sicheres Stillsetzen eines
Motors und schaltet den Motor nach Erreichen des Stillstands
einem Motor keine drehmomentbildende Energie mehr wirken drehmomentfrei, d. h. STO wird aktiviert.
kann und ein ungewollter Anlauf verhindert wird.
Wirkung Wirkung
Diese Funktion ist eine Einrichtung zur Vermeidung von unerwar- Mit der Funktion Safe Stop 1 kann ein sicheres Stillsetzen gemäß
tetem Anlauf nach EN 60204-1 Abschnitt 5.4. Mit der Funktion der Stopp-Kategorie 1 nach EN 60204-1 realisiert werden. Der
Safe Torque Off werden die Impulse des Antriebs gelöscht (ent- Antrieb bremst nach Anwahl der Funktion SS1 an einer Schnell-
spricht der Stopp-Kategorie 0 nach EN 60204-1). Der Antrieb ist halt-Rampe autark ab. Die Funktionen Safe Torque Off und Safe
sicher drehmomentfrei. Antriebsintern wird dieser Zustand über- Brake Control (falls aktiviert) werden dann abhängig von der
wacht. Einstellung automatisch – entweder nach Ablauf einer Verzöge-
rungszeit oder nach Unterschreiten einer Minimalfrequenz –
aktiviert (überwachte Bremsrampe).

Anwendungen Anwendungen
STO bewirkt unmittelbar, dass der Antrieb keine drehmoment- Die Funktion SS1 kommt dann zum Einsatz, wenn nach Eintritt
bildende Energie mehr liefern kann. STO kann überall dort ein- eines sicherheitsrelevanten Ereignisses ein möglichst schneller
gesetzt werden, wo der Antrieb durch das Lastmoment oder Stopp des Antriebs mit anschließendem Übergang in den Zu-
durch Reibung in genügend kurzer Zeit selbst zum Stillstand stand STO gefordert ist. So wird sie verwendet, um große
kommt oder wo das Austrudeln des Antriebs keine sicherheits- Schwungmassen zur Sicherheit von Bedienpersonal möglichst
technische Relevanz hat. schnell zum Stehen zu bringen oder Motoren bei hohen Dreh-
zahlen möglichst schnell abzubremsen. Typische Einsatzbei-
spiele sind Sägen, Schleifmaschinenspindeln, Zentrifugen,
Regalbediengeräte.

Kundenvorteile Kundenvorteile
Vorteil der Integrierten Sicherheitsfunktion STO gegenüber her- Das gezielte Stillsetzen eines Antriebs über SS1 reduziert das
kömmlicher Sicherheitstechnik mit elektromechanischen Schalt- Gefahrenrisiko, steigert die Produktivität einer Maschine und
geräten ist die Einsparung separater Komponenten sowie der erlaubt, Sicherheitsabstände in einer Maschine zu reduzieren.
Aufwand für deren Verdrahtung und Wartung. Wegen der Grund ist das aktive Stillsetzen des Antriebs im Vergleich zur
schnellen elektronischen Schaltzeiten hat die Funktion eine alleinigen Verwendung der Funktion STO. Aufwändige, ver-
kürzere Schaltzeit als die elektromechanischen Komponenten in schleißbehaftete mechanische Bremsen, um den Motor mög-
einer herkömmlichen Lösung. lichst schnell abzubremsen, können entfallen.

v STO v STO
G_D211_XX_00210

G_D011_XX_00169

t t

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Safety Integrated

■ Funktion
Safe Operating Stop (SOS) = Sicherer Betriebshalt Safe Stop 2 (SS2) = Sicherer Stopp 2
Bei der Funktion SOS wird der Motor im Stillstand per Antriebs-
regelung auf seiner Position gehalten und überwacht.
Die Funktion SS2 bewirkt ein schnelles sicheres Stillsetzen eines
Motors und überwacht nach Erreichen des Stillstands die Still- 2
standsposition.

Wirkung Wirkung
Die Funktion Safe Operating Stop stellt eine sichere Stillstands- Mit der Funktion Safe Stop 2 kann ein sicheres Stillsetzen gemäß
überwachung dar. Die Antriebsregelung bleibt in Betrieb. Somit der Stopp-Kategorie 2 nach EN 60204-1 realisiert werden. Der
kann der Motor das volle Drehmoment liefern, um die aktuelle Antrieb bremst nach Anwahl der Funktion SS2 an einer Schnell-
Position zu halten. Die Ist-Position wird sicher überwacht. Im halt-Rampe autark ab. Im Gegensatz zu SS1 bleibt die Antriebs-
Unterschied zu den Sicherheitsfunktionen SS1 und SS2 erfolgt regelung aber im Anschluss in Betrieb, d. h. der Motor kann zur
hier keine autarke Beeinflussung des Drehzahlsollwerts. Nach Aufrechterhaltung des Stillstands das volle Drehmoment liefern.
Aktivierung von SOS muss die überlagerte Steuerung innerhalb Der Stillstand wird sicher überwacht (Funktion Safe Operating
einer parametrierbaren Zeit den Antrieb in den Stillstand bringen Stop).
und danach den Lagesollwert halten.
Anwendungen Anwendungen
SOS bietet sich für alle Anwendungen an, bei denen für be- Wie die Funktion SS1 sorgt auch SS2 für ein möglichst schnelles
stimmte Arbeitsschritte die Maschine oder Teile der Maschine Abbremsen des Motors. Allerdings wird der Motor nicht energie-
sicher im Stillstand sein müssen, der Antrieb aber trotzdem ein los geschaltet, sondern per Regelung auch bei Einwirkung ex-
Haltemoment liefern muss. Es wird sichergestellt, dass der An- terner Kräfte am Verlassen der Stillstandsposition gehindert.
trieb trotz Gegenmoments in seiner aktuellen Position bleibt. Im
Gegensatz zu SS1 und SS2 bremst der Antrieb hier nicht autark
ab, sondern erwartet, dass die überlagerte Steuerung die betei-
ligten Achsen innerhalb einer einstellbaren Wartezeit im Ver-
bund koordiniert herunterfährt. Damit kann eine evtl. Beschädi-
gung der Maschine oder des Produkts vermieden werden.
Kundenvorteile Kundenvorteile
Es sind keine mechanischen Komponenten erforderlich, um die Die Funktion SS2 sorgt für ein schnelles Stillsetzen der Achse.
Achse trotz Auftretens einer eventuellen Gegenkraft auf Position Da die Regelung aktiv bleibt, kann nach Abwahl der Sicherheits-
zu halten. Aufgrund der kurzen Schaltzeiten und da die Lage- funktion sofort der produktive Betrieb ohne Referenzieren fortge-
regelung immer aktiv bleibt, reduzieren sich Rüst- und Still- setzt werden. Damit sind kurze Stillstands- und Rüstzeiten und
standszeiten. Ein Neu-Referenzieren der Achse nach Verlassen eine hohe Produktivität gewährleistet.
der Funktion SOS ist nicht erforderlich. Die Achse kann nach De-
aktivierung der Funktion SOS sofort wieder verfahren werden.

s SOS v SOS

G_D211_XX_00206
G_D211_XX_00207

∆t t ∆t t

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Safety Integrated

■ Funktion
Safe Brake Control (SBC) = Sichere Bremsenansteuerung Safely-Limited Speed (SLS) = Sicher begrenzte
Geschwindigkeit
2 Die Funktion SBC dient der sicheren Ansteuerung einer Halte- Die Funktion SLS überwacht, dass der Antrieb einen voreinge-
bremse. SBC wird bei Freigabe immer parallel mit STO aktiviert. stellten Drehzahl-/Geschwindigkeitsgrenzwert nicht überschrei-
tet.

Wirkung Wirkung
Eine im stromlosen Zustand aktive Haltebremse wird in sicherer Ein Überschreiten des Drehzahl-/Geschwindigkeitslimits wird
zweikanaliger Technik angesteuert und überwacht. Durch die damit sicher erkannt. Wird das Limit überschritten, erfolgt eine
zweikanalige Ansteuerung kann auch bei einem Isolationsfehler projektierbare antriebsautarke Fehlerreaktion.
im Ansteuerkabel die Bremse noch aktiviert werden. Durch
Testimpulse werden solche Fehler frühzeitig aufgedeckt.
Anwendung Anwendung
Die Funktion SBC wird in Verbindung mit den Funktionen STO Die Funktion SLS kommt zur Anwendung, wenn sich Personen
oder SS1 eingesetzt, um die Bewegung einer Achse im dreh- im Gefahrenbereich einer Maschine befinden und ihre Sicher-
momentfreien Zustand, z. B. aufgrund der Schwerkraft, zu ver- heit nur bei reduzierter Geschwindigkeit gewährleistet ist. Zuerst
hindern. wird deshalb die Geschwindigkeit reduziert, dann mit Hilfe der
Funktion SLS die sichere Überwachung aktiviert und so ein un-
gewolltes Überschreiten der eingestellten Geschwindigkeits-
grenze verhindert. Typische Einsatzbeispiele sind Fälle, in de-
nen ein Bediener sich zu Wartungs- oder Einrichtzwecken in den
Gefahrenbereich der Maschine begeben muss. Ein typischer
Einsatz von SLS ist ein Wickler, bei dem das Material durch den
Bediener manuell eingefädelt wird. Um hierbei eine Verletzung
des Bedieners zu verhindern, darf sich die Walze nur mit einer
sicher reduzierten Geschwindigkeit drehen. Häufig wird SLS
auch benutzt, um ein zweistufiges Sicherheitskonzept zu verfol-
gen. Während sich eine Person in einem weniger kritischen Be-
reich aufhält, wird die Funktion SLS aktiviert, und erst in einem
engeren Bereich mit höherem Gefahrenpotenzial werden die An-
triebe sicher gestoppt. SLS kann nicht nur zum Personenschutz
benutzt werden, sondern auch zum Werkzeugschutz, beispiels-
weise wenn eine Maximal-Drehzahl nicht überschritten werden
darf.
Kundenvorteile Kundenvorteile
Auch hier erspart die Funktion den Einsatz externer Hardware Die Funktion SLS kann zu einer wesentlichen Verringerung von
und den damit verbundenen Verdrahtungsaufwand. Stillstandszeiten beitragen oder Einrichtabläufe wesentlich ver-
einfachen bzw. sogar beschleunigen. Der insgesamt erzielte
Effekt ist eine höhere Verfügbarkeit der Anlage. Darüber hinaus
können externe Komponenten wie z. B. Drehzahlwächter einge-
spart werden.

v
STO v SLS
G_D211_XX_00208
G_D211_XX_00276

SBC
∆t t
t

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Safety Integrated

■ Funktion
Safe Speed Monitor (SSM) = Sichere Geschwindigkeits- Safe Direction (SDI) = Sichere Bewegungsrichtung
überwachung
Die Funktion SSM meldet, wenn ein Antrieb unterhalb einer spe- Die Funktion SDI stellt sicher, dass der Antrieb nur in die ange- 2
zifizierten Drehzahl/Vorschubgeschwindigkeit arbeitet. Solange wählte Richtung drehen kann.
der Schwellenwert unterschritten bleibt, setzt die Funktion ein
sicherheitsgerichtetes Signal.
Wirkung Wirkung
Bei Unterschreiten eines parametrierten Drehzahl-/Geschwin- Ein Abweichen von der aktuell überwachten Drehrichtung wird
digkeitswertes wird ein sicherheitsgerichtetes Signal generiert. sicher erkannt und die projektierte antriebsautarke Fehlerreak-
Dieses kann etwa in einer Sicherheitssteuerung erfasst werden, tion eingeleitet. Es ist möglich, wahlweise die eine oder die an-
um per Programmierung auf das Ereignis situationsbedingt zu dere Bewegungsrichtung zu überwachen.
reagieren.
Anwendung Anwendung
Mit der Funktion SSM kann im einfachsten Fall bei Unterschrei- Die Funktion SDI kommt zur Anwendung, wenn sich der Antrieb
ten einer unkritischen Drehzahlgrenze eine Schutztür entriegelt nur in eine Richtung bewegen darf. Eine typische Anwendung
werden. ist, einen Gefahrenbereich für den Bediener zugänglich zu ma-
chen, solange sich die Maschine in die sichere Richtung, näm-
lich vom Bediener weg, bewegt. In diesem Zustand kann der
Bediener gefahrlos Material in den Arbeitsbereich zuführen oder
aus dem Arbeitsbereich entnehmen.

Kundenvorteile Kundenvorteile
Im Gegensatz zu SLS erfolgt bei Überschreiten der Geschwin- Die Funktion erspart den Einsatz externer Komponenten wie
digkeitsgrenze keine antriebsautarke Fehlerreaktion. Die sichere z. B. Drehzahlwächter und den damit verbundenen Verdrah-
Rückmeldung kann in einer Sicherheitssteuerung ausgewertet tungsaufwand. Die Freigabe eines Gefahrenbereichs während
werden und erlaubt somit dem Anwender, situationsbedingt un- sich die Maschine vom Bediener wegbewegt erhöht die Produk-
terschiedlich zu reagieren. tivität. Ohne die Funktion SDI müsste die Maschine während der
Materialbeschickung und -entnahme sicher gestoppt werden.

v
G_D211_XX_00209

t
G_PM21_XX_00116

1
SDI
0
t

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Safety Integrated

■ Funktion
SINAMICS G120, SINAMICS G120C, SINAMICS G110D und SINAMICS G120D

Die Safety-Integrated-Functions sind lizenzfrei.


Die Verfügbarkeit der Safety-Integrated-Funktionen ist vom Typ der Control Unit abhängig. Es stehen Standard Control Units und
Failsafe Control Units zur Verfügung.
Eine Übersicht der Safety-Integrated-Funktionen von SINAMICS G120, SINAMICS G120D und deren Randbedingungen enthält die
folgende Tabelle:
Funktion Aktivierung Unterlagerte Reaktion bei Grenz- Externe Sollwert- Geber Lizenz Verfügbar in
Funktion wertüberschreitung vorgabe wirksam erforderlich erforderlich
STO • F-DI 1) – – Nein Nein Nein G120
• PROFIsafe - CU240E-2
- CU240E-2 DP
- CU240E-2 F
- CU240E-2 DP-F
G120C
G110D 2)
G120D
- CU240D DP-F
- CU240D PN-F
SS1 • F-DI 1) STO, nach Ablauf der para- Aktivierung von Nein Nein Nein G120
• PROFIsafe metrierten Verzögerungs- STO - CU240E-2 F
zeit oder Unterschreiten der - CU240E-2 DP-F
min. Drehzahlgrenze G120D
- CU240D DP-F
- CU240D PN-F
SLS • F-DI 1) – Aktivierung von Ja Nein Nein G120
• PROFIsafe STO oder SS1 - CU240E-2 F
- CU240E-2 DP-F
G120D
- CU240D DP-F
- CU240D PN-F
SDI • F-DI 1) – Aktivierung von Ja Nein Nein G120
• PROFIsafe STO oder SS1 - CU240E-2 F
- CU240E-2 DP-F
SSM Immer aktiv – Meldet Unterschrei- – Nein Nein G120
tung der Geschwin- - CU240E-2 DP-F
digkeit

1)
Nicht bei SINAMICS G110D und SINAMICS G120D.
2)
Durch sicherheitsgerichtetes Abschalten der schwarzen AS-Interface-Leitung.

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Safety Integrated

■ Funktion
SINAMICS S110
Die Safety-Integrated-Basic-Functions sind lizenzfrei.
Die Safety-Integrated-Extended-Functions erfordern hingegen
2
eine Lizenz. Hierbei ist es unerheblich, welche und wie viele
Safety-Funktionen genutzt werden.
Die Lizenz kann mit der Speicherkarte optional mitbestellt wer-
den (Bestell-Nr. der Speicherkarte plus Kurzangabe F01).
Bestell-Nrn. der Speicherkarten siehe Auswahl- und Bestell-
daten.

Eine Übersicht der Safety-Integrated-Funktionen von SINAMICS S110 und deren Randbedingungen enthält die
folgende Tabelle:
Funktion Aktivierung Unterlagerte Reaktion bei Grenz- Externe Sollwert- Geber erforderlich Lizenz erforderlich
Funktion wertüberschreitung vorgabe wirksam
Basic Functions
STO • F-DI0 auf CU305 SBC (falls aktiviert) – Nein Nein Nein
• PROFIsafe
SBC • Mit STO (direkt – – – Nein Nein
oder nach Ablauf
der Verzöge-
rungszeit bei SS1)
SS1 • F-DI0 auf CU305 STO nach Ablauf der para- – Nein Nein Nein
metrierten Verzögerungs-
zeit, anschließend SBC (falls
aktiviert)
Extended Functions
SS1 • F-DI0-2 auf Sichere Überwachung auf STO Nein Nein Ja
mit SBR CU305 Beschleunigung (SBR)
• PROFIsafe während der Bremsphase.
Nach Ablauf der parame-
trierten Verzögerungszeit
oder Unterschreiten der
min. Drehzahlgrenze STO
und SBC (falls aktiviert)
SS2 • F-DI0-2 auf Sichere Überwachung auf STO Nein Ja Ja
mit SBR CU305 Beschleunigung während
• PROFIsafe der Bremsphase. Nach
Ablauf der parametrierten
Verzögerungszeit SOS
SOS • F-DI0-2 auf – SS1 Ja Ja Ja
CU305
• PROFIsafe
SLS • F-DI0-2 auf – SS1, STO, oder Ja Nein Ja
CU305 SOS (parametrier-
• PROFIsafe bar)

SSM Immer aktiv – Nur Meldung Ja Nein Ja


SDI • F-DI0-2 auf – SS1, STO, oder Ja Nein Ja
CU305 SOS (parametrier-
• PROFIsafe bar)

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Safety Integrated

■ Funktion
SINAMICS S120

2 Die Safety-Integrated-Basic-Functions sind lizenzfrei.


Die Safety-Integrated-Extended-Functions erfordern hingegen
für jede benötigte Achse mit Safety-Funktionen eine Lizenz.
Hierbei ist es unerheblich, welche und wie viele Safety-Funktio-
nen genutzt werden.
Die benötigten Lizenzen können mit der MMC-Karte oder mit der
CompactFlash Card optional mitbestellt werden (Bestell-Nr. der
Speicherkarte plus Kurzangabe F01).
Bestell-Nrn. der CompactFlash Cards siehe Kapitel Antriebs-
system SINAMICS S120.
Die Control Units CU310-2 sind für die Steuerung nur einer
Achse vorgesehen. Daher ist für die erweiterten Safety-Funktio-
nen lediglich eine Lizenz erforderlich.

Eine Übersicht der Safety-Integrated-Funktionen von SINAMICS S120 und deren Randbedingungen enthält die folgende Tabelle:
Funktion Aktivierung Unterlagerte Reaktion bei Grenz- Externe Sollwert- Geber erforderlich Lizenz erforderlich
Funktion wertüberschreitung vorgabe wirksam
Basic Functions
STO • EP-Klemmen am SBC – Nein Nein 1) Nein 2)
Gerät und an der (falls aktiviert)
CU3xx
• Klemmen auf
TM54F
• PROFIsafe
SBC • Mit STO (direkt – – – Nein Nein 2)
oder nach Ablauf
der Verzöge-
rungszeit bei SS1)
SS1 • EP-Klemmen am STO nach Ablauf der para- – Nein Nein Nein 2)
Gerät und an der metrierten Verzögerungs-
CU3xx zeit, SBC (falls aktiviert)
• PROFIsafe
Extended Functions
SS1 • Klemmen auf Sichere Überwachung auf STO Nein Nein 3) Ja
mit SBR TM54F Beschleunigung (SBR)
• PROFIsafe während der Bremsphase.
Nach Ablauf der parame-
trierten Verzögerungszeit
oder Unterschreiten der
min. Drehzahlgrenze STO
und SBC (falls aktiviert)
SS2 • Klemmen auf Sichere Überwachung auf STO Nein Ja Ja
TM54F Beschleunigung (SBR) wäh-
• PROFIsafe rend der Bremsphase. Nach
Ablauf der parametrierten
Verzögerungszeit SOS
SLS • Klemmen auf – SS1, STO oder SOS Ja Nein 3) Ja
TM54F (parametrierbar)
• PROFIsafe
SOS • Klemmen auf – SS1/STO Ja Ja Ja
TM54F
• PROFIsafe
SSM Immer aktiv – Nur Anzeige Ja Ja Ja
SDI • Klemmen auf – SS1, STO oder SOS Ja Nein 3) Ja
TM54F (parametrierbar)
• PROFIsafe

1) Bei Aktivierung über Klemmen auf TM54F ist derzeit ein Geber erforderlich.
2) Bei Aktivierung über Klemmen auf TM54F ist derzeit eine Lizenz erforderlich.
3) Nicht verfügbar für CU310 (SINAMICS Firmware V2.x).

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Efficient Infeed Technology


Dabei sind besonders drei technische Kriterien ausschlag-
■ Übersicht gebend:
Energierückspeisung bei SINAMICS G120, SINAMICS G120D • Rückspeisung
und SIMATIC ET200 Umrichtern - 100 % der Bemessungsleistung wird rückgespeist, wodurch
Die Siemens AG setzt einen weltweit einmaligen neuen Standard
kontinuierliches Bremsen möglich ist. Das ist mit Brems-
widerständen nicht praktikabel möglich. 2
für Umrichter in der Kompaktklasse: Die Technik ist weltweit ein- - Keine Projektierung eines Bremswiderstands notwendig.
zigartig und erlaubt Rückspeisefähigkeit in kleineren, leichteren - Montage, Entwärmungsüberwachung usw. externer Kompo-
und wesentlich günstigeren Geräten. nenten entfällt.
Verfügbare Umrichter mit Efficient Infeed Technology • Geringe Verzerrungsblindleistung
- Stromaufnahme nicht nadelförmig, sondern nahezu block-
Die folgenden Umrichter sind mit der Efficient Infeed Technology
förmig, daher geringe Trafodurchgangsleistung nötig und
ausgestattet:
geringere Verzerrungsblindleistung.
• SINAMICS G120 (integriert in Power Modules PM250 und - Um bei einem Umrichter mit üblichem Zwischenkreis einen
PM260) so geringen Oberwellenanteil (Netzharmonische) zu errei-
• SINAMICS G120D chen, ist eine Netzdrossel mit einem uK = 6 % erforderlich.
- führt zu ca. 22 % geringerer Stromaufnahme, das entspricht
• SIMATIC ET 200S FC
ca. 40 % geringeren Verlusten im Versorgersystem.
• SIMATIC ET 200pro FC - entlastet damit das Energieversorgungssystem.
Informationen zu SIMATIC ET 200 enthält der Katalog IK PI. • Blindleistungskompensation, Verbesserung cos 
- Verhalten am Eingang leicht kapazitiv  0,94.
Einsparpotenzial durch Efficient Infeed Technology - Kompensiert die Blindleistung von Motoren und anderen
Die folgende Tabelle zeigt die Vorteile der Technologie, ver- induktiven Verbrauchern am selben Netz.
glichen mit herkömmlichen 2-Quadranten-Umrichtern. - Der benötigte Strom des Gesamtsystems wird verringert.
In einem System aus einem Umrichter mit Motor und einem
Standard Efficient Infeed weiteren Motor am Netz wird der Gesamtstrom um bis zu
Technologie Technology 12 % reduziert.

Netzdrossel Erforderlich Nicht Netzbedingungen


notwendig Umrichter mit Efficient Infeed Technology haben einen wesent-
lich geringeren Oberwellenanteil (und somit geringeren Blind-
stromanteil) als Standardumrichter. Einschließlich bis zur
Bremswiderstand Erforderlich Nicht 11. Oberwelle sind die Harmonischen wesentlich geringer als
notwendig vom Standard gefordert. Dabei sind diese relevanten Harmoni-
schen weniger als halb so groß, wie es die Norm fordert
(EN 61000-3-12).

Projektierungs- Standard Niedrig Erfahrungen haben gezeigt, dass die Technik weltweit einsetz-
aufwand bar ist. Einzige Ausnahme: bei „Inselnetzen“ mit eigenem Gene-
rator (ohne Netzversorgeranschluss) muss zur Reduktion der
Resonanzen ein externer Kondensator verwendet werden. Die-
ser ist je nach Anlage auszulegen.
Erzeugte Standard Gering
Harmonische Zulässiges Verhältnis Netzkurzschlussleistung SK_Netz zu
Umrichterscheinleistung SUmrichter:
SK_Netz  100  SUmrichter entsprechend uK  1 %
Wärmeerzeugung Ja Nein
beim Bremsen
■ Nutzen
7 Kontinuierliches Bremsen mit 100 % der Bemessungsleistung
7 Energieeinsparungen durch Rückspeisung im generatori-
Energiezuleitung Standard Ca. 22%
schen Betrieb des Motors
kleiner
7 Wegfall von Bremswiderstand, Netzdrossel und Brems-
Chopper
Stromverbrauch Standard Ca. 22% 7 Keine aufwändige Projektierung der Bremswiderstände und
geringer keine aufwändige Verkabelung
7 Wesentlich geringerer Platzbedarf als herkömmliche
Kompaktumrichter
Energieeffizienz Standard Gut 7 Bis zu 22 % kleinere Energiezuleitung
7 Keine zusätzliche Wärmeerzeugung beim Bremsen
7 Kostenersparnis
7 Platzersparnis
Blindleistungs- Nein Ja
kompensation

Montageaufwand Standard Niedrig

G_D011_DE_00182

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Efficient Infeed Technology


Mit Basic Infeed sind die folgenden Umrichter ausgestattet:
■ Anwendungsbereich • SINAMICS G110
Rückspeisefähige Umrichter sind eine für Betreiber wie Maschi- • SINAMICS G120 (integriert in Power Modules PM240)
nenbauer gleichermaßen attraktive Antriebslösung, sobald in
2 einer Anwendung Bewegungen mit vielen Geschwindigkeits-
wechseln oder häufiger Richtungsumkehr auftreten oder wenn
• SINAMICS G110D
• SINAMICS S110 und SINAMICS S120
Massen elektrisch abgebremst werden müssen. (integriert in Power Module PM340)
Das tritt u. a. bei Applikationen mit vertikalen Bewegungen im Informationen zu SINAMICS-Produkten mit Smart Infeed und
Allgemeinen oder bei Arbeitsmaschinen mit hohem Trägheits- Active Infeed enthalten die Kataloge D 11, PM 21 und NC 61.
moment auf:
• Antriebe für Förderfahrzeuge ■ Weitere Info
• Bühnentechnik
Kapazitive Blindströme
• Kräne
Bei den netzrückspeisenden Power Modules PM250 mit inte-
• Schwerlasttransporte/Fahrsteige griertem EMV-Filter Klasse A und PM250D ist aufgrund der
• Regalbediengeräte Topologie die wirksame Kapazität am Umrichtereingang größer
• Zentrifugen als bei konventionellen Power Modules PM240. Dies führt zu
größeren kapazitiven Blindströmen, sobald das Power Module
• Erneuerbare Energien (Wasserkraft, Windkraft) an Spannung liegt.
• Bremstestanlagen
Der kapazitive Blindstrom muss nur bei Gruppenantrieben mit
• Trommelmühle/Trommelsieb kleinem Gleichzeitigkeitsfaktor für die Bestimmung des Leiter-
• Vertikale Kübelaufzüge querschnittes und Einspeisepunktes beachtet werden.
• Industrielle Waschmaschinen Bemessungs- Filter 50-Hz- Strom 60-Hz- Strom
• Shuttles/Aufzugsysteme/Paternoster leistung des Kapazität Impe- bei 400 V Impe- bei 480 V
Power danz danz
• Walzwerke/Förderbänder Modules
• Wickelmaschinen PM250
bei geringer
Generell ist bei Applikationen mit hoher Bremsleistung über Überlast LO
lange Zeiträume der Einsatz der Efficient Infeed Technology in Werte gelten für Power Modules PM250 mit integrier-
vielen Fällen sinnvoll und kosten- und platzsparend. tem Netzfilter Klasse A
kW F  A  A
■ Integration 7,5 42,4 75,1 3,08 62,6 4,43
SINAMICS Infeed Konzepte 11 42,4 75,1 3,08 62,6 4,43
SINAMICS bietet vier Konzepte für die Aufbauformen des Ein- 15 42,4 75,1 3,08 62,6 4,43
speisekreises des Umrichters.
Konzept Charakteristische Eigenschaften
Bemessungs- Filter 50-Hz- Strom 60-Hz- Strom
Basic Infeed • Keine Rückspeisefunktionalität leistung des Kapazität Impe- bei 400 V Impe- bei 480 V
• Für Bremsbetrieb Bremswiderstand notwendig Power danz danz
• Hoher Oberwellenanteil (optional Drossel verfügbar) Modules
PM250D
• Wirkungsgrad ca. 99 % bei hoher
Smart Infeed • Rückspeisefähig Überlast HO
• Netzdrossel zwingend notwendig kW F  A  A
• Wirkungsgrad ca. 98 % bis 99 % 0,75 8,9 357,7 0,65 298,0 0,93
Efficient • Rückspeisefähig 1,5 8,9 357,7 0,65 298,0 0,93
Infeed • Netzdrossel nicht nötig/nicht erlaubt 3,0 32,4 98,2 2,35 81,9 3,38
• Geringer Oberwellenanteil 4,0 32,4 98,2 2,35 81,9 3,38
• Wirkungsgrad ca. 98 %
5,5 42,4 75,1 3,08 62,6 4,43
• Hohe Energieeffizienz und hoher Wirkstromanteil
7,5 42,4 75,1 3,08 62,6 4,43
• Energieaustausch automatisch über den gemein-
samen Zwischenkreis Weitere Informationen sind erhältlich unter:
Active Infeed • Rückspeisefähig www.siemens.com/automation/service&support
• Keine Oberwellen durch sinusförmigen Strom
im motorischen und generatorischen Betrieb
• Wirkungsgrad ca. 97 % bis 98 %
• Betrieb an Inselnetzen möglich
• Betrieb an schwachen Netzen möglich
(uK  5 %)
• Hohe Zwischenkreisspannung ermöglicht
kleinere Leistungsteile
• Entkopplung von Netzspannungsschwankungen
durch konstant geregelte Zwischenkreisspan-
nung

2/12 Siemens D 31 · 2012


© Siemens AG 2011

Highlights

Kommunikation

■ Übersicht
In der industriellen Automatisierung sind heutzutage größtenteils BacNet MS/TP
digitale Bussysteme eingeführt. Diese übernehmen die Kommu-
2
nikation zwischen der Leitebene, der Maschinensteuerung und BacNet MS/TP (Building Automation and Control Networks Mas-
den Sensoren und Aktoren. Die Produktfamilie SINAMICS bietet ter-Salve/Token Passing) ist ein weiteres, auf RS485-Physik ba-
in allen Produktgruppen integrierte Kommunikationsanschaltun- sierendes Feldbussystem, welches hauptsächlich im Umfeld
gen, mit denen auf einfachste Art und Weise der Anschluss an der Gebäudeautomatisierung eingesetzt wird. BacNet MS/TP
die wichtigsten Feldbussysteme realisiert werden kann. definiert unterschiedliche Services wie Datennutzung, Alarm-
und Ereignisverarbeitung, Verarbeitung von Wertänderungen,
Im Folgenden werden die Eigenschaften und die speziellen Ein- Geräte- und Netzwerk-Management sowie unterschiedliche
satzbereiche der unterschiedlichen Bussysteme kurz beschrie- Arten von Objekten. Interoperabilität wird durch einheitliche Ser-
ben. vices und Prozeduren sichergestellt, welche in sogenannten Ap-
plikationsprofilen festgeschrieben sind. Diese Profile gibt es für
Einführung unterschiedlichste Applikationen. Die speziell für Strömungsma-
Einige Protokolle sind für spezielle Applikationen entwickelt wor- schinen (wie Pumpen-, Lüfter- und Kompressorantriebe) entwi-
den und zeigen dort auch ihre Stärken. Für andere Anwendun- ckelten Frequenzumrichter SINAMICS G120P / SINAMICS G120
gen sind sie hingegen kaum geeignet, da entsprechende An- nutzen das Applikationsprofil „BacNet Application specific con-
wenderforderungen nicht oder nur teilweise mit dem Protokoll troller“ für den Einsatz in der Gebäudeautomatisierung.
realisiert werden können. Beispiele für applikationsspezifische CANopen
Protokolle sind BacNet (spezialisierter Bus für die Gebäude-
automatisierung) oder AS-Interface (für einfachste Anbindung CANopen ist ein auf CAN-Physik basierendes Kommunikations-
von Aktorik und Sensorik). Andere Protokolle sind wahre Alles- protokoll, welches hauptsächlich in der Automatisierungstech-
könner und werden weltweit erfolgreich in unterschiedlichsten nik und zur Vernetzung innerhalb komplexer Geräte verwendet
Anwendungen eingesetzt, sowohl in der Fertigungs- als auch in wird. Ursprünglich als Feldbus zur Vernetzung von Geräten in
der Prozessautomatisierung. Beispiele für diese Protokolle sind Motion-Control-Anwendungen wie Handlingsystemen gedacht,
PROFIBUS und PROFINET. Besonders PROFINET ist mit seiner wird es mittlerweile immer mehr im Umfeld medizinischer Ge-
Offenheit und Flexibilität geeignet, einfachste wie auch hoch- räte, Fahrzeugautomatisierung, Vernetzung in Eisenbahnen und
komplexe Automatisierungsstrukturen mit Standard- wie auch Schiffen oder auch in der Gebäudeautomatisierung eingesetzt.
mit Motion-Control-Antriebstechnik zu realisieren. Auch bei CANopen wird die Interoperabilität durch Applikations-
Bei Neuanlagen oder Erweiterung sollte deshalb nur noch und Geräteprofile sichergestellt, in denen aus der Vielfalt an
PROFINET zum Einsatz kommen. PROFINET stellt die Zukunfts- Möglichkeiten, welche die Busspezifikation bietet, ein für die
sicherheit der Anlage sicher und bietet Vorteile bei Inbetrieb- jeweilige Applikation oder das Gerät sinnvolle Auswahl und
nahme, Betrieb und Wartung. Präzisierung getroffen wird. Umrichter mit der Control Unit
CU230P-2 CAN unterstützen das Geräteprofil „CiA 402 Elektri-
USS und Modbus RTU sche Antriebe“.
USS (Universelles serielles Schnittstellen-Protokoll der Siemens PROFIBUS
AG, 1992) und Modbus RTU bieten als einfache Feldbusproto-
kolle sowohl zyklische als auch azyklische Dienste an. Basie-
rend auf einer RS485-Busphysik können bis zu 32 Teilnehmer an
einem Bussegment vernetzt und an eine überlagerte Steuerung
angeschlossen werden. Diese Protokolle werden meistens dann
eingesetzt, wenn keine allzu hohen Anforderungen an den Da-
tendurchsatz gestellt werden.
AS-Interface
AS-Interface ist ein wirtschaftliches System für die untere Feld-
ebene der Automatisierung. AS-Interface wurde entwickelt, um
binäre Sensoren und Aktoren zu vernetzen und an die höhere
Steuerungsebene anzubinden. Wichtige Entwicklungsvorgaben G_PM10_XX_00144

waren die einfache und günstige Montage bei niedrigen An-


schlusskosten. AS-Interface kommt häufig dann zum Einsatz, PROFIBUS, das mit mehr als 35 Millionen Knoten weltweit am
wenn viele weitverzweigt installierte Aktoren und Sensoren kos- meisten verbreitete Feldbussystem, legt die technischen und
tengünstig vernetzt werden sollen. Beispiele dafür sind förder- funktionellen Merkmale eines seriellen Feldbussystems fest, mit
technische Anlagen wie in Flughäfen, in der Postautomatisie- dem verteilt installierte Feldautomatisierungsgeräte im unteren
rung oder in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. (Sensor-/Aktor-Ebene) bis mittleren Leistungsbereich (Zelle-
bene) vernetzt werden können. In der Fertigungstechnik wird
üblicherweise die Variante PROFIBUS DP (Dezentrale Periphe-
rie) eingesetzt. Diese auf Geschwindigkeit optimierte Variante ist
speziell für die Kommunikation von Automatisierungssystemen
mit dezentralen Peripheriestationen und Antrieben zugeschnit-
ten. PROFIBUS DP zeichnet sich durch kurze Reaktionszeiten
und hohe Störsicherheit aus.

Siemens D 31 · 2012 2/13


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Highlights

Kommunikation

■ Übersicht
PROFINET PROFINET nutzt Standard-TCP/IP für zeitunkritische Kommuni-
kation, z. B. für Parametrierung, Konfigurierung, Inbetriebnahme
2 und Diagnose. PROFINET bietet für die Echtzeitkommunikation
bei der Übertragung von Prozessdaten folgende Leistungs-
stufen:
• Real-Time (RT)
RT nutzt die Möglichkeit der Priorisierung des Kommunika-
tions-Stacks der Busteilnehmer. Damit ist eine performante
Datenübertragung mit Standardnetzkomponenten möglich.
• Isochronous Real-Time (IRT)
IRT ermöglicht eine streng deterministische, zyklische Daten-
übertragung mit kürzesten Zykluszeiten und minimalem Jitter
G_D211_XX_00050 für hochperformante Motion-Control-Anwendungen.
Die bei Ethernet-Physik üblicherweise notwendigen Switch-
PROFINET ist der innovative und offene Industrial-Ethernet- Komponenten sind in die Umrichter integriert und erlauben so
Standard für die industrielle Automatisierung. IT-Kommunika- eine für den jeweiligen Anwendungsfall optimale Aufbauform
tion, Datenkommunikation und zyklische Prozesskommunikation und Verkabelung. Im Produktspektrum von SINAMICS sind in
werden mit PROFINET auf einem Kommunikationsmedium ver- allen Produktfamilien entsprechende Baugruppen zu finden,
eint. PROFINET ermöglicht somit eine durchgängige Kommuni- die mit PROFINET in Automatisierungslösungen mit SIMOTION
kation von der Leitebene bis in die Feldebene, bietet ein anla- oder SIMATIC S7 CPU eingebunden werden können.
genweites Engineering und nutzt bewährte Standards aus der
IT-Welt für die Kommunikation bis in die Feldebene, wie TCP/IP
oder UDP. PROFINET erfüllt die hauptsächlichen Anforderungen
der industriellen Automatisierung wie:
• Industrietaugliche Installationstechnik
• Echtzeitfähigkeit
• Deterministik
• Einbindung dezentraler Feldgeräte
• Einfache Netzwerkadministration und -diagnose
• Schutz vor unberechtigtem Zugriff
• Effizientes, herstellerübergreifendes Engineering
• Taktsynchrone Motion-Control-Anwendungen

Übersicht über die Kommunikationsarten


Protokolle SINAMICS G SINAMICS S
G110 G120C G120P/G120 G120 G110D G120D S110 S120
Control Unit Control Unit Control Unit Control Unit Control Unit Control Unit
CU230P-2 CU240B-2 CU240E-2 CU240D CU305 CU310-2

USS ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ – – ✓ ✓
Modbus RTU – ✓ ✓ ✓ ✓ – – – –
BacNet MS/TP – – ✓ – – – – – –
CANopen – ✓ ✓ – – – – ✓ –
AS-Interface – – – – – ✓ – – –
PROFIBUS DP – ✓ ✓ ✓ ✓ – ✓ ✓ ✓
PROFINET – – – – – – ✓ ✓ ✓

2/14 Siemens D 31 · 2012