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Relion® Schutz und Steuerung

630 Serie
Technisches Handbuch
Dokument-ID: 1MRS757550
Herausgegeben: 2012-01-20
Revision: A
Produktversion: 1.0

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ausschließlich der Beschreibung des Konzepts oder Produkts und dürfen nicht als
Erklärung garantierter Eigenschaften angesehen werden. Alle für die Anwendung
der in diesem Handbuch bezeichneten Geräte verantwortlichen Personen müssen
sich vergewissern, das jede beabsichtigte Anwendung geeignet und zulässig ist. Sie
müssen auch sicherstellen, dass alle geltenden Sicherheits- oder anderen
Betriebsanforderungen eingehalten werden. Insbesondere tragen Personen oder
Stellen, die diese Geräte betreiben, die alleinige Verantwortung für jegliche
Gefahr, die von Anwendungen ausgeht, bei denen ein System- und/oder ein
Produktfehler zu Sach- oder Personenschäden (u. a. mit Verletzungs- oder
Todesfolge) führen kann. Die in diesem Sinne verantwortlichen Personen werden
hiermit dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass Vorkehrungen getroffen werden,
um solche Risiken auszuschließen oder einzugrenzen.

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Konformität
Dieses Produkt entspricht der Richtlinie des Rates der Europäischen
Gemeinschaften zur Angleichung der Gesetze der Mitgliedstaaten in Bezug auf die
elektromagnetische Verträglichkeit (EMV Richtlinie 2004/108/EG) und elektrische
Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen
(Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG). Diese Konformität ist das Resultat von
Tests, die von ABB gemäß den Produktnormen EN 50263 und EN 60255-26 für
die EMV-Richtlinie und den Produktnormen EN 60255-6 und EN 60255-27 für die
Niederspannungsrichtlinie durchgeführt wurden. Das IED ist in Übereinstimmung
mit den internationalen Standards der Baureihe IEC 60255 gestaltet.
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 1 Einleitung......................................................................29
Dieses Handbuch...........................................................................29
Zielgruppe.......................................................................................29
Produktdokumentation....................................................................30
Produktunterlagen.......................................................................30
Frühere Versionen des Dokuments.............................................31
Zugehörige Dokumentation.........................................................32
Verwendete Symbole und Dokumentkonventionen........................32
Sicherheitssymbole.....................................................................32
In den Handbüchern verwendete Konventionen.........................33
Funktionen, Codes und Symbole................................................33

Abschnitt 2 630 Serie - Überblick....................................................37


Überblick.........................................................................................37
Historie der Produktserienversion...............................................37
PCM600 und IED Connectivity Package.....................................37
Lokale HMI.....................................................................................38
LCD.............................................................................................38
LEDs............................................................................................41
Tastenfeld....................................................................................41
Web-HMI........................................................................................42
Berechtigungszuweisung................................................................43
Kommunikation...............................................................................43

Abschnitt 3 Basisfunktionen............................................................45
Autorisierungsprüfung (ATHCHCK)................................................45
Kennung......................................................................................45
Funktionalität...............................................................................45
Einstellungen...............................................................................45
Funktionsweise............................................................................45
Autorisierungsverarbeitung im IED.........................................46
Autorisierungsstatus (ATHSTAT)...................................................47
Kennung......................................................................................47
Funktionalität...............................................................................47
Funktionsblock.............................................................................47
Signale.........................................................................................47
Einstellungen...............................................................................47
Funktionsweise............................................................................48
Lokale Mensch/Maschine-Schnittstelle (LHMI)..............................48
Bildschirmverhalten der lokalen HMI (SCREEN).........................48

630 Serie 1
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Kennung.................................................................................48
Einstellungen..........................................................................48
LHMI-Signale...............................................................................49
Kennung.................................................................................49
Funktionsblock.......................................................................49
Signale...................................................................................49
Funktionsblöcke der einzelnen Anzeige-LEDs............................50
Kennung.................................................................................50
Funktionsblock.......................................................................50
Signale...................................................................................50
Einstellungen..........................................................................51
LCD-Teil für HMI-Funktionstastensteuermodul...........................51
Kennung.................................................................................51
Funktionsblock.......................................................................52
Signale...................................................................................52
Einstellungen..........................................................................52
Funktionsweise............................................................................53
LED........................................................................................53
Funktionstasten......................................................................61
IED-Identifikation (TERMINALID)...................................................63
Kennung......................................................................................63
Funktionalität...............................................................................63
Einstellungen...............................................................................63
Anwendung..................................................................................64
Kundenspezifische Einstellungen...........................................64
Produktinformation ........................................................................64
Funktionalität...............................................................................64
Einstellungen...............................................................................65
Anwendung..................................................................................65
Werkseinstellungen................................................................65
Primäre Systemwerte (PRIMVAL)..................................................65
Kennung......................................................................................65
Funktionalität...............................................................................66
Einstellungen...............................................................................66
Funktionalität...............................................................................66
Globale Leiter-Bezugswerte BASEPH............................................66
Kennung......................................................................................66
Funktion.......................................................................................66
Das Grundprinzip für Spannungseinstellungen in pu..................67
Globale Nullsystem-Bezugswerte BASERES.................................68
Kennung......................................................................................68
Funktion.......................................................................................68
Handhabung der Parametereinstellungsgruppen...........................69

2 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionalität...............................................................................69
Auswahl von Einstellungsgruppen (SETGRPS)..........................69
Kennung.................................................................................69
Einstellungen..........................................................................69
Parametereinstellungsgruppen (ACTVGRP)...............................69
Kennung.................................................................................69
Funktionsblock.......................................................................70
Signale...................................................................................70
Einstellungen..........................................................................70
Anwendung .................................................................................70
Funktionsweise............................................................................71
Signalmatrix für Analogeingänge (SMAI).......................................72
Funktionalität...............................................................................72
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_1/SMAI_80_1..........72
Kennung.................................................................................72
Funktionsblock.......................................................................73
Signale...................................................................................73
Einstellungen..........................................................................74
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_2/SMAI_80_2..........77
Kennung.................................................................................77
Funktionsblock.......................................................................77
Signale...................................................................................77
Einstellungen..........................................................................79
Funktionalität...............................................................................80
Funktionsweise............................................................................80
Messwerterweiterungsblock (MVEXP)...........................................81
Kennung......................................................................................81
Funktionalität...............................................................................81
Funktionsblock.............................................................................82
Signale.........................................................................................82
Einstellungen...............................................................................82
Anwendung .................................................................................82
Funktionsweise............................................................................83
Festsignale (FXDSIGN)..................................................................83
Kennung......................................................................................83
Funktionalität...............................................................................83
Funktionsblock.............................................................................84
Signale.........................................................................................84
Einstellungen...............................................................................84
Funktionalität...............................................................................84
Funktionsweise............................................................................84
Impulszähler (PCGGIO).................................................................85
Kennung......................................................................................85

630 Serie 3
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionalität...............................................................................85
Funktionsblock.............................................................................85
Signale.........................................................................................86
Einstellungen...............................................................................86
Überwachte Daten.......................................................................87
Anwendung .................................................................................87
Funktionsweise............................................................................87
Technische Daten........................................................................89
Mini-Wahlschalter (VSGGIO).........................................................89
Kennung......................................................................................89
Funktionalität...............................................................................89
Funktionsblock.............................................................................89
Signale.........................................................................................90
Einstellungen...............................................................................90
Anwendung .................................................................................90
Funktionsweise............................................................................91
Testmodusfunktionalität (TESTMODE)..........................................92
Kennung......................................................................................92
Funktionalität...............................................................................92
Funktionsblock.............................................................................93
Signale.........................................................................................93
Einstellungen...............................................................................93
Anwendung..................................................................................94
Funktionsweise............................................................................94
Stördatenbericht.............................................................................95
Funktionalität...............................................................................95
Stördatenbericht DRRDRE..........................................................96
Kennung.................................................................................96
Funktionsblock.......................................................................96
Signale...................................................................................96
Einstellungen..........................................................................97
Überwachte Daten..................................................................97
Analoge Eingangssignale (AxRADR)........................................102
Kennung...............................................................................102
Funktionsblock.....................................................................102
Signale.................................................................................103
Einstellungen........................................................................103
Analoge Eingangssignale (A4RADR)........................................107
Kennung...............................................................................107
Funktionsblock.....................................................................107
Signale.................................................................................107
Einstellungen........................................................................108
Binäreingangssignale (BxRBDR)..............................................111

4 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Kennung...............................................................................111
Signale.................................................................................111
Einstellungen........................................................................112
Anwendung ...............................................................................116
Funktionsweise..........................................................................117
Störinformationen.................................................................118
Anzeigen..............................................................................118
Ereignisaufzeichnung ..........................................................119
Ereignisliste .........................................................................119
Auslösewert-Aufzeichnung ..................................................119
Störschreiber .......................................................................119
Absolutzeiterfassung............................................................119
Aufzeichnungslängen...........................................................119
Analogsignale.......................................................................120
Binärsignale..........................................................................122
Auslösesignale.....................................................................122
Nachfehler-Retrigger............................................................123
Technische Daten......................................................................124
Selbstüberwachung mit interner Ereignisliste ..............................125
Funktionalität.............................................................................125
Interne Fehlersignale (INTERRSIG)..........................................125
Kennung...............................................................................125
Funktionsblock.....................................................................125
Signale.................................................................................125
Einstellungen........................................................................125
Interne Ereignisliste (SELFSUPEVLST)....................................126
Kennung...............................................................................126
Einstellungen........................................................................126
Anwendung ...............................................................................126
Funktionsweise..........................................................................127
Interne Signale.....................................................................129
Laufzeitmodell......................................................................131
Technische Daten......................................................................132
Zeitsynchronisierung....................................................................133
Funktionalität.............................................................................133
Zeitsynchronisierung (TIMESYNCHGEN).................................133
Kennung...............................................................................133
Einstellungen........................................................................133
Zeitsynchronisierung über SNTP...............................................133
Kennung...............................................................................133
Einstellungen........................................................................134
Zeitsystem, Beginn der Sommerzeit (DTSBEGIN)....................134
Kennung...............................................................................134

630 Serie 5
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Einstellungen........................................................................134
Zeitsystem, Ende der Sommerzeit (DTSEND)..........................135
Kennung...............................................................................135
Einstellungen........................................................................135
Zeitzone aus UTC (TIMEZONE)................................................135
Kennung...............................................................................135
Einstellungen........................................................................136
Zeitsynchronisierung über IRIG-B.............................................136
Kennung...............................................................................136
Einstellungen........................................................................136
Anwendung ...............................................................................136
Funktionsweise..........................................................................137
Allgemeine Begriffe..............................................................137
Betrieb mit Echtzeituhr (RTC)..............................................138
Alternativen der Synchronisierung.......................................139
Technische Daten......................................................................141
Denial of Service (DOS)...............................................................141
Funktionalität.............................................................................141
Denial of Service, Steuerung der Frame-Rate für
frontseitigen Port (DOSFRNT)...................................................141
Kennung...............................................................................141
Funktionsblock.....................................................................141
Signale.................................................................................142
Einstellungen........................................................................142
Überwachte Daten................................................................142
Denial of Service, Steuerung der Frame-Rate für LAN1-
Port (DOSLAN1)........................................................................143
Kennung...............................................................................143
Funktionsblock.....................................................................143
Signale.................................................................................143
Einstellungen........................................................................143
Überwachte Daten................................................................144
Funktionsweise..........................................................................144
Kommunikationsprotokoll IEC 61850-8-1 ....................................145
Kennung....................................................................................145
Funktionalität.............................................................................145
Einstellungen.............................................................................145
Anwendung................................................................................145
Horizontale Kommunikation über GOOSE...........................147
Technische Daten......................................................................149
GOOSE-Binärempfang (GOOSEBINRCV)...................................149
Kennung....................................................................................149
Funktionsblock...........................................................................150
Signale.......................................................................................150

6 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Einstellungen.............................................................................151
Allgemeine E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850
(SPGGIO).....................................................................................152
Kennung....................................................................................152
Funktionalität.............................................................................152
Funktionsblock...........................................................................152
Signale.......................................................................................152
Einstellungen.............................................................................152
Anwendung ...............................................................................152
Funktionsweise..........................................................................153
Allgemeine E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850
(MVGGIO)....................................................................................153
Kennung....................................................................................153
Funktionalität.............................................................................153
Funktionsblock...........................................................................153
Signale.......................................................................................154
Einstellungen.............................................................................154
Überwachte Daten.....................................................................155
Funktionalität.............................................................................155
Funktionsweise..........................................................................155
Automatisierungsbits (AUTOBITS)...............................................155
Kennung....................................................................................155
Funktionalität.............................................................................155
Funktionsblock...........................................................................156
Signale.......................................................................................156
Einstellungen.............................................................................157
Anwendung ...............................................................................157
Funktionsweise..........................................................................157
Konfigurierbare Logikblocks.........................................................158
Konfigurierbare Standard-Logikblocks......................................158
Funktionalität........................................................................158
Funktionsblock OR...............................................................159
Funktionsblock Inverter (INVERTER)...................................160
Funktionsblock PULSETIMER ............................................161
Funktionsblock Steuerbares Gate (GATE)...........................162
Funktionsblock Exklusives OR (XOR)..................................162
Schleifenverzögerungs-Funktionsblock LOOPDELAY.........163
Funktionsblock Zeitglied (TIMERSET).................................164
Funktionsblock UND (AND) .................................................165
Speicherbaustein SR-Flip-Flop (SRMEMORY)....................166
Speicherbaustein RS-Flip-Flop (RSMEMORY)....................167
Konfigurierbare Logik Q/T.........................................................169
Funktionalität........................................................................169
Funktionsblock ORQT .........................................................169

630 Serie 7
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionsblock INVERTERQT ............................................170


Funktionsblock Impulszeitgeber (PULSTIMERQT)..............170
Funktionsblock XORQT........................................................171
Funktionsblock Einstellbares Zeitglied (TIMERSETQT).......172
Funktionsblock ANDQT .......................................................174
Speicherbaustein SR-Flip-Flop (SRMEMORYQT)...............175
Speicherbaustein RS-Flip-Flop (RSMEMORYQT) ..............176
Funktionsblock INVALIDQT.................................................177
Anwendung ...............................................................................179
Technische Daten......................................................................179

Abschnitt 4 Schutzfunktionen........................................................181
Dreiphasiger Stromschutz............................................................181
Dreiphasiger ungerichteter Überstromschutz (PHxPTOC)........181
Kennung...............................................................................181
Funktionsblöcke...................................................................181
Funktion................................................................................181
Funktionsweise.....................................................................182
Bezugswerte.........................................................................184
Messmodi.............................................................................185
Timer-Kennlinien..................................................................185
Anwendung .........................................................................187
Signale.................................................................................192
Einstellungen........................................................................194
Messwerte............................................................................197
Überwachte Daten................................................................198
Technische Daten................................................................200
Dreiphasiger gerichteter Überstromschutz (DPHxPDOC).........200
Kennung...............................................................................200
Funktionsblöcke...................................................................201
Funktion................................................................................201
Funktionsweise ....................................................................201
Bezugswerte.........................................................................207
Messmodi.............................................................................207
Gerichtete Überstromeigenschaften ....................................207
Anwendung .........................................................................215
Signale.................................................................................217
Einstellungen........................................................................219
Messwerte............................................................................222
Überwachte Daten................................................................225
Technische Daten................................................................227
Dreiphasiger thermischer Überlastschutz für
Freileitungsnetze und Kabel (T1PTTR).....................................228
Kennung...............................................................................228

8 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionsblock.....................................................................228
Funktion................................................................................228
Funktionsweise.....................................................................229
Bezugswerte.........................................................................232
Anwendung .........................................................................232
Signale.................................................................................233
Einstellungen........................................................................234
Messwerte............................................................................235
Überwachte Daten................................................................235
Technische Daten................................................................236
Dreiphasiger thermischer Überlastschutz, zwei
Zeitkonstanten (T2PTTR)..........................................................236
Kennung...............................................................................236
Funktionsblock.....................................................................236
Funktion................................................................................236
Funktionsweise.....................................................................237
Bezugswerte.........................................................................240
Anwendung .........................................................................240
Signale.................................................................................243
Einstellungen........................................................................243
Messwerte............................................................................244
Überwachte Daten................................................................245
Technische Daten................................................................245
Motorblockierschutz (JAMPTOC)..............................................246
Kennung...............................................................................246
Funktionsblock.....................................................................246
Funktion................................................................................246
Funktionsweise.....................................................................246
Bezugswerte.........................................................................247
Anwendung .........................................................................248
Signale.................................................................................249
Einstellungen........................................................................249
Messwerte............................................................................249
Überwachte Daten................................................................250
Technische Daten................................................................250
Lastverlustschutz (LOFLPTUC).................................................250
Kennung...............................................................................250
Funktionsblock.....................................................................250
Funktion................................................................................251
Funktionsweise.....................................................................251
Bezugswerte.........................................................................252
Anwendung .........................................................................252
Signale.................................................................................253

630 Serie 9
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Einstellungen........................................................................253
Messwerte............................................................................254
Überwachte Daten................................................................254
Technische Daten................................................................254
Thermischer Überlastschutz für Motoren (MPTTR)...................255
Kennung...............................................................................255
Funktionsblock.....................................................................255
Funktion................................................................................255
Funktionsweise.....................................................................255
Bezugswerte.........................................................................264
Anwendung .........................................................................264
Signale.................................................................................270
Einstellungen........................................................................271
Messwerte............................................................................272
Überwachte Daten................................................................273
Technische Daten................................................................273
Erdfehlerschutz.............................................................................274
Ungerichteter Erdfehlerschutz (EFxPTOC)...............................274
Kennung...............................................................................274
Funktionsblöcke...................................................................274
Funktion................................................................................274
Funktionsweise.....................................................................274
Bezugswerte.........................................................................277
Messmodi.............................................................................277
Timer-Kennlinien..................................................................277
Anwendung .........................................................................279
Signale.................................................................................281
Einstellungen........................................................................283
Messwerte............................................................................286
Überwachte Daten................................................................287
Technische Daten................................................................288
Gerichteter Erdfehlerschutz (DEFxPDEF).................................288
Kennung...............................................................................288
Funktionsblöcke...................................................................288
Funktion................................................................................289
Funktionsweise.....................................................................289
Prinzipien bei gerichteten Erdfehlern...................................294
Bezugswerte.........................................................................300
Timer-Kennlinien..................................................................300
Messmodi.............................................................................302
Eigenschaften gerichteter Erdfehler.....................................302
Anwendung .........................................................................311
Signale.................................................................................313

10 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Einstellungen........................................................................315
Messwerte............................................................................318
Überwachte Daten................................................................320
Technische Daten................................................................321
Transienter/intermittierender Erdfehlerschutz (INTRPTEF)......322
Kennung...............................................................................322
Funktionsblock.....................................................................322
Funktion................................................................................322
Funktionsweise.....................................................................322
Bezugswerte.........................................................................325
Anwendung .........................................................................325
Signale.................................................................................327
Einstellungen........................................................................327
Messwerte............................................................................328
Überwachte Daten................................................................328
Technische Daten................................................................329
Differentialschutz..........................................................................329
Trafo-Differentialschutz für Zweiwicklerstransformatoren
(TR2PTDF)................................................................................329
Kennung...............................................................................329
Funktionsblock.....................................................................329
Funktion................................................................................329
Funktionsweise.....................................................................330
Anwendung .........................................................................345
Stromwandler-Anschlüsse und Nachregelung der
Transformator-Übersetzung.................................................360
Bezugswerte.........................................................................361
Signale.................................................................................362
Einstellungen........................................................................363
Messwerte............................................................................365
Überwachte Daten................................................................365
Technische Daten................................................................367
Niederohmiger Nullstromdifferentialschutz (LREFPNDF).........367
Kennung...............................................................................367
Funktionsblock.....................................................................368
Funktion................................................................................368
Funktionsweise.....................................................................368
Bezugswerte.........................................................................372
Anwendung .........................................................................372
Signale.................................................................................376
Einstellungen........................................................................376
Messwerte............................................................................377
Überwachte Daten................................................................378
Technische Daten................................................................378

630 Serie 11
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Hochohmiger Nullstromdifferentialschutz (HREFPDIF).............378


Kennung...............................................................................378
Funktionsblock.....................................................................379
Funktion................................................................................379
Funktionsweise.....................................................................379
Bezugswerte.........................................................................380
Anwendung .........................................................................380
Die Messkonfiguration..........................................................381
Empfehlungen für Stromwandler .........................................382
Signale.................................................................................385
Einstellungen........................................................................385
Messwerte............................................................................386
Überwachte Daten................................................................386
Technische Daten................................................................386
Unsymmetrieschutz......................................................................387
Schieflastschutz (NSPTOC)......................................................387
Kennung...............................................................................387
Funktionsblock.....................................................................387
Funktion................................................................................387
Funktionsweise.....................................................................387
Bezugswerte.........................................................................390
Anwendung .........................................................................390
Signale.................................................................................391
Einstellungen........................................................................391
Messwerte............................................................................392
Überwachte Daten................................................................393
Technische Daten................................................................393
Phasenausfallschutz (PDNSPTOC)..........................................393
Kennung...............................................................................393
Funktionsblock.....................................................................394
Funktion................................................................................394
Funktionsweise.....................................................................394
Bezugswerte.........................................................................395
Anwendung .........................................................................396
Signale.................................................................................398
Einstellungen........................................................................398
Messwerte............................................................................399
Überwachte Daten................................................................399
Technische Daten................................................................399
Drehfeldüberwachung (PREVTOC)...........................................400
Kennung...............................................................................400
Funktionsblock.....................................................................400
Funktion................................................................................400

12 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise.....................................................................400
Bezugswerte.........................................................................401
Anwendung .........................................................................402
Signale.................................................................................402
Einstellungen........................................................................403
Messwerte............................................................................403
Überwachte Daten................................................................403
Technische Daten................................................................404
Dreiphasiger Überspannungsschutz (MNSPTOC)....................404
Kennung...............................................................................404
Funktionsblock.....................................................................404
Funktion................................................................................404
Funktionsweise.....................................................................405
Bezugswerte.........................................................................406
Timer-Kennlinien..................................................................406
Anwendung .........................................................................409
Signale.................................................................................409
Einstellungen........................................................................410
Messwerte............................................................................411
Überwachte Daten................................................................411
Technische Daten................................................................411
Distanzschutzfunktion (DSTPDIS)................................................412
Kennung....................................................................................412
Funktionsblock...........................................................................412
Funktion.....................................................................................412
Funktionsweise..........................................................................415
Erdfehlererkennungsfunktion...............................................415
Richtungsfunktion für Erdfehler............................................417
Identifizierung der Fehlerschleifenphase..............................419
Funktion zur Erkennung von Doppelerdschlüssen in
hochohmig geerdeten Netzen..............................................429
Phasenpräferenzlogik für hochohmig geerdete Netze.........431
Auswahl der Fehlerschleifenphase bei niederohmig
geerdeten Netzen.................................................................435
Impedanzschutz-Zonen........................................................437
Bezugswerte..............................................................................458
Aufgezeichnete Daten...............................................................458
Anwendung ...............................................................................461
Signale.......................................................................................463
Einstellungen.............................................................................465
Messwerte.................................................................................476
Überwachte Daten.....................................................................478
Technische Daten......................................................................495
Spannungsschutz.........................................................................495

630 Serie 13
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Spannungsschutz:Dreiphasiger Überspannungsschutz
(PHPTOV).................................................................................495
Kennung...............................................................................495
Funktionsblock.....................................................................496
Funktion................................................................................496
Funktionsweise.....................................................................496
Bezugswerte.........................................................................501
Anwendung .........................................................................501
Signale.................................................................................502
Einstellungen........................................................................503
Messwerte............................................................................504
Überwachte Daten................................................................504
Technische Daten................................................................505
Dreiphasiger Phasenunterspannungsschutz (PHPTUV)...........505
Kennung...............................................................................505
Funktionsblock.....................................................................506
Funktion................................................................................506
Funktionsweise.....................................................................506
Bezugswerte.........................................................................511
Anwendung .........................................................................511
Signale.................................................................................512
Einstellungen........................................................................513
Messwerte............................................................................514
Überwachte Daten................................................................515
Technische Daten................................................................515
Nullspannungsschutz (ROVPTOV)...........................................516
Kennung...............................................................................516
Funktionsblock.....................................................................516
Funktion................................................................................516
Funktionsweise.....................................................................516
Bezugswerte.........................................................................517
Anwendung .........................................................................518
Signale.................................................................................519
Einstellungen........................................................................519
Messwerte............................................................................520
Überwachte Daten................................................................520
Phasenüberspannungsschutz (Mitsystem) (PSPTOV)..............521
Kennung...............................................................................521
Funktionsblock.....................................................................521
Funktion................................................................................521
Funktionsweise.....................................................................521
Bezugswerte.........................................................................522
Anwendung .........................................................................523

14 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Signale.................................................................................524
Einstellungen........................................................................524
Messwerte............................................................................525
Überwachte Daten................................................................525
Spannungs-Unsymmetrieschutz (NSPTOV).............................526
Kennung...............................................................................526
Funktionsblock.....................................................................526
Funktion................................................................................526
Funktionsweise.....................................................................526
Bezugswerte.........................................................................527
Anwendung .........................................................................528
Signale.................................................................................529
Einstellungen........................................................................529
Messwerte............................................................................530
Überwachte Daten................................................................530
Technische Daten................................................................530
Phasenunterspannungsschutz (Mitsystem) (PSPTUV).............531
Kennung...............................................................................531
Funktionsblock.....................................................................531
Funktion................................................................................531
Funktionsweise.....................................................................532
Bezugswerte.........................................................................533
Anwendung .........................................................................533
Signale.................................................................................534
Einstellungen........................................................................535
Messwerte............................................................................536
Überwachte Daten................................................................536
Technische Daten................................................................536
Frequenzschutz............................................................................537
Überfrequenzschutz (DAPTOF)................................................537
Kennung...............................................................................537
Funktionsblock.....................................................................537
Funktion................................................................................537
Funktionsweise.....................................................................537
Anwendung .........................................................................539
Signale.................................................................................539
Einstellungen........................................................................540
Messwerte............................................................................540
Überwachte Daten................................................................540
Technische Daten................................................................541
Unterfrequenzschutz (DAPTUF)................................................541
Kennung...............................................................................541
Funktionsblock.....................................................................541

630 Serie 15
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktion................................................................................541
Funktionsweise.....................................................................542
Anwendung .........................................................................544
Signale.................................................................................545
Einstellungen........................................................................545
Messwerte............................................................................546
Überwachte Daten................................................................546
Technische Daten................................................................547
Frequenzgradientenschutz (DAPFRC)......................................547
Kennung...............................................................................547
Funktionsblock.....................................................................547
Funktion................................................................................547
Funktionsweise.....................................................................548
Anwendung .........................................................................549
Signale.................................................................................550
Einstellungen........................................................................550
Messwerte............................................................................550
Überwachte Daten................................................................551
Technische Daten................................................................551
Lastabwurf (LSHDPFRQ)..........................................................551
Kennung...............................................................................551
Funktionsblock.....................................................................552
Funktion................................................................................552
Funktionsweise.....................................................................553
Anwendung .........................................................................558
Signale.................................................................................562
Einstellungen........................................................................563
Messwerte............................................................................564
Überwachte Daten................................................................564
Technische Daten................................................................565
Motoranlaufüberwachung (STTPMSU)........................................565
Kennung....................................................................................565
Funktionsblock...........................................................................565
Funktion.....................................................................................565
Funktionsweise..........................................................................566
Bezugswerte..............................................................................573
Anwendung ...............................................................................573
Signale.......................................................................................576
Einstellungen.............................................................................577
Messwerte.................................................................................578
Überwachte Daten.....................................................................578
Technische Daten......................................................................579

Abschnitt 5 Schutzbezogene Funktionen......................................581


16 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Dreiphasige Einschaltstromerkennung (INRPHAR).....................581


Kennung....................................................................................581
Funktionsblock...........................................................................581
Funktion.....................................................................................581
Funktionsweise..........................................................................581
Bezugswerte..............................................................................583
Anwendung ...............................................................................583
Signale.......................................................................................584
Einstellungen.............................................................................585
Messwerte.................................................................................585
Überwachte Daten.....................................................................586
Technische Daten......................................................................586
Leistungsschalterversagerschutz (CCBRBRF)............................586
Kennung....................................................................................586
Funktionsblock...........................................................................587
Funktion.....................................................................................587
Funktionsweise .........................................................................587
Bezugswerte..............................................................................592
Anwendung ...............................................................................593
Signale.......................................................................................594
Einstellungen.............................................................................595
Messwerte.................................................................................596
Überwachte Daten.....................................................................596
Technische Daten......................................................................597
Schutzauslösestatus (CCBRBRF)................................................597
Kennung....................................................................................597
Funktionsblock...........................................................................597
Funktion.....................................................................................597
Funktionsprinzip........................................................................597
Anwendung ...............................................................................599
Signale.......................................................................................600
Einstellungen.............................................................................601
Messwerte.................................................................................601
Überwachte Daten.....................................................................601
Fehlerorter (SCEFRFLO).............................................................601
Kennung....................................................................................601
Funktionsblock...........................................................................602
Funktion.....................................................................................602
Funktionsweise..........................................................................602
Fehlerartauswahl..................................................................602
Berechnung der Fehlerentfernung.......................................603
Stationäre Asymmetrie und Lastausgleich...........................610
Triggern des SCEFRFLO ....................................................610

630 Serie 17
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Indikator der Ergebnisgültigkeit bei Erdschlüssen ...............613


Der Ausgang ALARM...........................................................614
Impedanzeinstellungen........................................................614
Bezugswerte..............................................................................622
Aufgezeichnete Daten...............................................................623
Anwendung ...............................................................................624
Konfiguration.............................................................................625
Signale.......................................................................................626
Einstellungen.............................................................................626
Überwachte Daten.....................................................................628
Technische Daten......................................................................631
Schalten auf Fehler (CVRSOF)....................................................632
Kennung....................................................................................632
Funktionsblock...........................................................................632
Funktion.....................................................................................632
Funktionsweise..........................................................................632
Bezugswerte..............................................................................636
Anwendung ...............................................................................636
Signale.......................................................................................638
Einstellungen.............................................................................638
Messwerte.................................................................................639
Überwachte Daten.....................................................................639
Technische Daten......................................................................640
Stromumkehrlogik (CRWPSCH)...................................................640
Kennung....................................................................................640
Funktionsblock...........................................................................640
Funktion.....................................................................................640
Funktionsweise..........................................................................641
Bezugswerte..............................................................................644
Anwendung ...............................................................................644
Signale.......................................................................................647
Einstellungen.............................................................................647
Messwerte.................................................................................648
Überwachte Daten.....................................................................649
Technische Daten......................................................................649
Kommunikationsschemalogik (DSOCPSCH)...............................649
Kennung....................................................................................649
Funktionsblock...........................................................................650
Funktion.....................................................................................650
Funktionsweise..........................................................................650
Anwendung ...............................................................................657
Signale.......................................................................................663
Einstellungen.............................................................................664

18 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Messwerte.................................................................................664
Überwachte Daten.....................................................................665
Technische Daten......................................................................665
Mitnahmeschaltung durch Übergreifstufe (DSTPLAL).................665
Kennung....................................................................................665
Funktionsblock...........................................................................666
Funktion.....................................................................................666
Funktionsweise..........................................................................666
Bezugswerte..............................................................................670
Anwendung ...............................................................................670
Signale.......................................................................................672
Einstellungen.............................................................................673
Messwerte.................................................................................674
Überwachte Daten.....................................................................674
Technische Daten......................................................................674
Logik für Stromumkehr und schwache Einspeisungen auf der
gegenüberliegenden Seite für Nullstrom-Überstromschutz
(RCRWPSCH)..............................................................................675
Kennung....................................................................................675
Funktionsblock...........................................................................675
Funktion.....................................................................................675
Funktionsweise..........................................................................676
Bezugswerte..............................................................................678
Anwendung ...............................................................................679
Signale.......................................................................................681
Einstellungen.............................................................................682
Messwerte.................................................................................682
Überwachte Daten.....................................................................683
Technische Daten......................................................................683
Kommunikationslogik für Nullstrom-Überstromschutz
(RESCPSCH)...............................................................................683
Kennung....................................................................................683
Funktionsblock...........................................................................683
Funktion.....................................................................................684
Funktionsweise..........................................................................684
Anwendung ...............................................................................691
Signale.......................................................................................698
Einstellungen.............................................................................698
Messwerte.................................................................................699
Überwachte Daten.....................................................................699
Technische Daten......................................................................700
Notstartfunktion (ESMGAPC).......................................................700
Kennung....................................................................................700
Funktionsblock...........................................................................700

630 Serie 19
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktion.....................................................................................700
Funktionsweise..........................................................................700
Anwendung ...............................................................................701
Signale.......................................................................................702
Einstellungen.............................................................................702
Messwerte.................................................................................703
Überwachte Daten.....................................................................703
Technische Daten......................................................................703

Abschnitt 6 Überwachungsfunktionen...........................................705
Auslösekreisüberwachung TCS (TCSSCBR)...............................705
Kennung....................................................................................705
Funktionsblock...........................................................................705
Funktionalität.............................................................................705
Funktionsweise..........................................................................705
Anwendung................................................................................706
Signale.......................................................................................710
Einstellungen.............................................................................711
Messwerte.................................................................................711
Überwachte Daten.....................................................................711
Technische Daten......................................................................711
Stromkreisüberwachung (CCRDIF)..............................................712
Kennung....................................................................................712
Funktionsblock...........................................................................712
Funktion.....................................................................................712
Funktionsweise..........................................................................712
Bezugswerte..............................................................................714
Anwendung ...............................................................................715
Signale.......................................................................................719
Einstellungen.............................................................................719
Messwerte.................................................................................720
Überwachte Daten.....................................................................720
Technische Daten......................................................................720
Sicherungsausfall-Überwachung (SEQRFUF).............................720
Kennung....................................................................................720
Funktionsblock...........................................................................721
Funktion.....................................................................................721
Funktionsweise..........................................................................721
Bezugswerte..............................................................................726
Anwendung ...............................................................................726
Signale.......................................................................................727
Einstellungen.............................................................................728
Überwachte Daten.....................................................................729
Technische Daten......................................................................729

20 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Stationsbatterieüberwachung (SPVNZBAT).................................729
Kennung....................................................................................729
Funktionsblock...........................................................................730
Funktionalität.............................................................................730
Funktionsweise .........................................................................730
Anwendung ...............................................................................732
Signale.......................................................................................733
Einstellungen.............................................................................733
Messwerte.................................................................................734
Überwachte Daten.....................................................................734
Stufenstellung (TPOSSLTC)........................................................734
Kennung....................................................................................734
Funktionsblock...........................................................................735
Funktion.....................................................................................735
Funktionsweise..........................................................................735
Anwendung ...............................................................................738
Signale.......................................................................................739
Einstellungen.............................................................................739
Messwerte.................................................................................740
Überwachte Daten.....................................................................740
Technische Daten......................................................................740

Abschnitt 7 Zustandsüberwachungsfunktionen.............................741
ZustandsüberwachungsfunktionenLeistungsschalter-
Zustandsüberwachung (SSCBR).................................................741
Kennung....................................................................................741
Funktionsblock...........................................................................741
Funktionalität.............................................................................741
Funktionsweise..........................................................................742
Leistungsschalterzustand.....................................................742
Leistungsschalterfunktionsüberwachung.............................743
Schalterkontaktlaufzeit.........................................................744
Betriebszähler......................................................................746
Summe aus Iyt......................................................................746
Verbleibende Betriebslebensdauer des
Leistungsschalters................................................................748
Leistungsschalter-Federaufzugsanzeige..............................749
Überwachung des Gasdrucks..............................................750
Anwendung ...............................................................................751
Signale.......................................................................................753
Einstellungen.............................................................................755
Messwerte.................................................................................756
Überwachte Daten.....................................................................757
Technische Daten......................................................................758

630 Serie 21
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 8 Messfunktionalität.......................................................759
Grundlegende Messungen...........................................................759
Funktionen.................................................................................759
Messfunktionalität......................................................................760
Anwendungsbereiche der Messfunktionen................................767
Dreiphasige Stromanzeige (CMMXU).......................................769
Kennung...............................................................................769
Funktionsblock.....................................................................769
Signale.................................................................................769
Einstellungen........................................................................770
Überwachte Daten................................................................771
Technische Daten................................................................772
Funktion für die Messung von dreiphasigen Spannungen
(VPHMMXU und VPPMMXU)....................................................772
Kennung...............................................................................772
Kennung...............................................................................773
Funktionsblock.....................................................................773
Funktionsblock.....................................................................773
Signale.................................................................................773
Einstellungen........................................................................775
Überwachte Daten................................................................777
Technische Daten................................................................779
Technische Daten................................................................779
Erdfehlerstrom (RESCMMXU)...................................................780
Kennung...............................................................................780
Funktionsblock.....................................................................780
Signale.................................................................................780
Einstellungen........................................................................780
Überwachte Daten................................................................781
Technische Daten................................................................781
Nullspannung (RESVMMXU)....................................................782
Kennung...............................................................................782
Funktionsblock.....................................................................782
Signale.................................................................................782
Einstellungen........................................................................783
Überwachte Daten................................................................784
Technische Daten................................................................784
Symmetrische Komponenten Strom (CSMSQI)........................784
Kennung...............................................................................784
Funktionsblock.....................................................................785
Signale.................................................................................785
Einstellungen........................................................................785
Überwachte Daten................................................................786

22 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Technische Daten................................................................787
Symmetrische Komponenten Spannung (VSMSQI)..................787
Kennung...............................................................................787
Funktionsblock.....................................................................787
Signale.................................................................................787
Einstellungen........................................................................788
Überwachte Daten................................................................789
Technische Daten................................................................790
Dreiphasige Leistung (PWRMMXU)..........................................790
Kennung...............................................................................790
Funktionsblock.....................................................................790
Bezugswerte.........................................................................790
Signale.................................................................................791
Einstellungen........................................................................792
Überwachte Daten................................................................794
Technische Daten................................................................795
Energieüberwachung (EPDMMTR)..............................................796
Kennung....................................................................................796
Funktionsblock...........................................................................796
Funktion.....................................................................................796
Funktionsweise..........................................................................796
Anwendung ...............................................................................800
Signale.......................................................................................800
Einstellungen.............................................................................801
Messwerte.................................................................................802
Überwachte Daten.....................................................................803
Technische Daten......................................................................804

Abschnitt 9 Steuerfunktionen........................................................805
Gerätesteuerung...........................................................................805
Einleitung...................................................................................805
Anwendung ...............................................................................805
Interaktionen zwischen den Modulen........................................807
Funktionsweise..........................................................................808
Schalter Ort/Fern (LOCREM)....................................................809
Kennung...............................................................................809
Funktionsblock.....................................................................809
Funktion................................................................................809
Funktionsweise.....................................................................810
Anwendung .........................................................................810
Feldsteuerung (QCCBAY).........................................................810
Kennung...............................................................................810
Funktionsblock.....................................................................810
Funktion................................................................................811

630 Serie 23
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise.....................................................................811
Anwendung .........................................................................812
Steuerung des Leistungsschalters / Trennschalters
(GNRLCSWI).............................................................................812
Kennung...............................................................................812
Funktionsblock.....................................................................812
Funktion................................................................................813
Funktionsweise.....................................................................813
Anwendung .........................................................................817
Signale.................................................................................818
Einstellungen........................................................................819
Messwerte............................................................................820
Überwachte Daten................................................................820
Leistungsschalter (DAXCBR)....................................................821
Kennung...............................................................................821
Funktionsblock.....................................................................821
Funktion................................................................................821
Funktionsweise.....................................................................821
Anwendung .........................................................................826
Signale.................................................................................827
Einstellungen........................................................................828
Messwerte............................................................................828
Überwachte Daten................................................................829
Trennschalter(DAXSWI)............................................................829
Kennung...............................................................................829
Funktionsblock.....................................................................829
Funktion................................................................................830
Funktionsweise.....................................................................830
Anwendung .........................................................................834
Signale.................................................................................835
Einstellungen........................................................................836
Messwerte............................................................................837
Überwachte Daten................................................................837
Reservierung................................................................................838
Allgemeine Prinzipien der Reservierung...................................838
Veriegelung..................................................................................839
Allgemeine Prinzipien der Verriegelung....................................839
Anwendung ...............................................................................841
Logical Node für Verriegelung (SCILO).....................................842
Kennung...............................................................................842
Funktionsblock.....................................................................843
Funktion................................................................................843
Funktionsweise.....................................................................843

24 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Anwendung .........................................................................843
Synchrocheck (SYNCRSYN)........................................................844
Kennung....................................................................................844
Funktionsblock...........................................................................844
Funktion.....................................................................................844
Funktionsweise..........................................................................845
Bezugswerte..............................................................................857
Anwendung ...............................................................................857
Anwendungsbeispiele................................................................864
Signale.......................................................................................866
Einstellungen.............................................................................869
Messwerte.................................................................................871
Überwachte Daten.....................................................................872
Technische Daten......................................................................873
Automatische Wiedereinschaltung (DARREC).............................874
Kennung....................................................................................874
Funktionsblock...........................................................................874
Funktion.....................................................................................874
Schutzsignal-Definition.........................................................875
Zonenkoordinierung.............................................................875
Master- und Slave-Schema..................................................876
Thermische Überlastblockierung..........................................878
Funktionsweise..........................................................................878
Signalsammlung und Verzögerungslogik.............................879
Zyklusinitiierung....................................................................884
Zykluszeiger-Steuerung.......................................................888
Wiedereinschaltungssteuerung............................................889
Sequenzsteuerung...............................................................890
Schutzkoordinations-Steuerung...........................................891
Leistungsschalter-Steuerung................................................894
Anwendung ...............................................................................895
Zyklusinitiierung....................................................................897
Sequenz...............................................................................899
Konfigurationsbeispiele........................................................900
Verzögerte Initiierungsleitungen...........................................904
Zyklusinitiierung vom Schutz-Anrege Signal........................905
Schnelle Auslösung bei Zuschalten auf Kurzschluss...........906
Zähler........................................................................................907
Signale.......................................................................................907
Einstellungen.............................................................................908
Messwerte.................................................................................912
Überwachte Daten.....................................................................912
Technische Daten......................................................................914

630 Serie 25
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 10 Allgemeine Funktionsblockeigenschaften..................915


Unabhängige Charakteristik.........................................................915
UMZ-Betrieb..............................................................................915
Stromabhängige Maximalzeit-Kennlinien (AMZ/IDMT)................918
AMZ-Kurven für Überstromschutz.............................................918
Standard-AMZ-Kennlinien....................................................920
Benutzerprogrammierbare AMZ-Kennlinien.........................935
AMZ-Kennlinien RI und RD Typ...........................................935
Zurücksetzen in AMZ-Modi........................................................939
Einfrieren des Inverstimers........................................................948
Spannungsabhängige Maximalzeit-Kennlinien (AMZ/IDMT)........949
AMZ-Kurven für Überspannungsschutz....................................949
Standardisierte AMZ-Kennlinien für
Überspannungsschutz..........................................................951
Benutzerprogrammierbare AMZ-Kennlinien für
Überspannungsschutz..........................................................955
Sättigung der AMZ-Kurven für Überspannungsschutz.........956
AMZ-Kurven für Unterspannungsschutz...................................956
Standardisierte AMZ-Kennlinien für
Unterspannungsschutz.........................................................957
Benutzerprogrammierbare AMZ-Kennlinien für
Unterspannungsschutz.........................................................959
Sättigung der AMZ-Kurven für Unterspannungsschutz........960
Messmodi.....................................................................................961

Abschnitt 11 Anforderungen an Messwandler.................................963


Stromwandler...............................................................................963
Anforderungen an Stromwandler für ungerichteten
Überstromschutz.......................................................................963
Genauigkeitsklasse des Stromwandlers und
Überstromfaktor....................................................................963
Ungerichteter Überstromschutz............................................964
Ein Beispiel für ungerichteten Überstromschutz..................965

Abschnitt 12 Anschlüsse des IED...................................................967


Schutzleiterverbindungen.............................................................967
Eingänge......................................................................................969
Messeingänge...........................................................................969
Eingang für die Versorgungsspannung.....................................970
Binäre Eingänge........................................................................971
Ausgänge.....................................................................................975
Ausgänge für Auslösung und Steuerun.....................................975
Ausgänge für Signalgebung......................................................978
IRF (Selbstüberwachung)..........................................................981

26 630 Serie
Technisches Handbuch
Inhaltsverzeichnis

Kommunikationsverbindungen.....................................................982
Frontseitige Ethernet-RJ-45-Verbindung...................................982
Ethernet-Verbindungen zur Kommunikation über
Stationsbus................................................................................983
Kommunikationsschnittstellen und -protokolle..........................983
Empfohlene Ethernet-Switches, Industriestandard...................983
Anschlussdiagramm.....................................................................984

Abschnitt 13 Technische Daten.......................................................989

Abschnitt 14 IED- und Funktionsprüfungen.....................................995

Abschnitt 15 Geltende Normen und Vorschriften............................999

Abschnitt 16 Glossar.....................................................................1001

630 Serie 27
Technisches Handbuch
28
1MRS757550 A Abschnitt 1
Einleitung

Abschnitt 1 Einleitung

1.1 Dieses Handbuch

Im technischen Handbuch sind Applikations- und Funktionalitätsbeschreibungen


enthalten sowie nach Funktion sortierte Funktionsblöcke, Logikdiagramme, Ein-
und Ausgangssignale, Einstellparameter und technische Daten aufgelistet. Das
Handbuch lässt sich während der Engineering-, Installations- und
Inbetriebnahmephasen sowie im Normalbetrieb als technische Referenz nutzen.

1.2 Zielgruppe

Dieses Handbuch richtet sich an Systemtechniker und das Installations- und


Inbetriebnahmepersonal, die während des Engineerings, der Installation und der
Inbetriebnahme sowie im Normalbetrieb technische Daten nutzen.

Der Systemtechniker muss genaue Kenntnisse über Schutzsysteme,


Schutzausrüstung, Schutzfunktionen und die konfigurierte Funktionslogik in den
IEDs besitzen. Das Installations- und Inbetriebnahmepersonal muss über
grundlegende Kenntnisse in der Handhabung der elektronischen Ausrüstung
verfügen.

630 Serie 29
Technisches Handbuch
Abschnitt 1 1MRS757550 A
Einleitung

1.3 Produktdokumentation

1.3.1 Produktunterlagen

IEC07000220 V1 DE

Abb. 1: Die vorgesehene Nutzung von Handbüchern in verschiedenen


Lebenszyklen

Im Engineering-Handbuch sind Anweisungen zum Engineering der IEDs unter


Verwendung der verschiedenen Tools im PCM600 enthalten. Das Handbuch zeigt
auf, wie ein PCM600-Projekt eingerichtet wird und wie IEDs in die Projektstruktur
eingefügt werden. Im Handbuch wird außerdem eine Sequenz für das Engineering
von Schutz- und Steuerungsfunktionen, LHMI-Funktionen sowie das
Kommunikations-Engineering für IEC 61850 und DNP3 empfohlen.

Das Installations-Handbuch enthält Anweisungen zur Installation des IEDs. Es


enthält Vorgehensweisen für die mechanische und elektrische Installation. Die
Kapitel sind chronologisch in der Reihenfolge gegliedert, wie das IED zu
installieren ist.

Das Inbetriebnahme-Handbuch enthält Anweisungen zur Inbetriebnahme des IEDs.


Es kann auch von Systemtechnikern und Wartungspersonal als Hilfsmittel in der
Erprobungsphase genutzt werden. Das Handbuch enthält Vorgehensweisen für die

30 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 1
Einleitung

Überprüfung von externen Schaltungen und die Stromversorgung des IEDs, die
Parametereinstellung und -konfiguration sowie das Verifizieren von Einstellungen
mittels sekundärer Einspeisung. Im Handbuch ist der Prüfprozess für ein IED in
einer nicht angeschlossenen Schaltstation beschrieben. Die Kapitel sind
chronologisch in der Reihenfolge gegliedert, wie das IED in betrieb zu nehmen ist.

Das Bedienungs-Handbuch enthält Anweisungen zur Bedienung des IEDs nach der
Inbetriebnahme. Im Handbuch befinden sich Anweisungen zur Überwachung,
Steuerung und Einstellung des IEDs. Des Weiteren ist darin beschrieben, wie
Störungen identifiziert und wie berechnete und gemessene Netzdaten zur
Ermittlung von Fehlerursachen betrachtet werden.

Das Service-Handbuch enthält Anweisungen zu Wartung und Instandhaltung des


IEDs. Außerdem finden sich dort Vorgehensweisen zum Abstellen der
Stromversorgung, zur Außerbetriebnahme und zur Entsorgung des IEDs.

Das Anwendungs-Handbuch enthält Beschreibungen zu Vorkonfigurationen. Das


Handbuch lässt sich bei der Konfiguration von Steuerung, Schutz, Messfunktionen,
Datenaufzeichnung und LED-Funktionen als Referenz nutzen. Das Handbuch lässt
sich außerdem bei der Erstellung von Konfigurationen mit Bezug auf bestimmte
Applikationsanforderungen verwenden.

Im technischen Handbuch sind Applikations- und Funktionalitätsbeschreibungen


enthalten sowie nach Funktion sortierte Funktionsblöcke, Logikdiagramme, Ein-
und Ausgangssignale, Einstellparameter und technische Daten aufgelistet. Das
Handbuch lässt sich während der Engineering-, Installations- und
Inbetriebnahmephasen sowie im Normalbetrieb als technische Referenz nutzen.

Im Handbuch "Kommunikationsprotokoll" ist ein vom IED unterstütztes


Kommunikationsprotokoll beschrieben. Es ist schwerpunktmäßig auf
lieferantenspezifische Implementierungen ausgerichtet.

Im Handbuch "Punktliste" sind der Ausblick und die Eigenschaften der IED-
spezifischen Datenpunkte beschrieben. Es muss in Verbindung mit dem
entsprechenden Handbuch "Kommunikationsprotokoll" verwendet werden.

Das Service-Handbuch ist noch nicht erhältlich.

1.3.2 Frühere Versionen des Dokuments


Dokumentversion/Datum Produktversion Verlauf
A/2012-01-20 1.0 Erste Freigabe. Übersetzt aus dem Engli‐
schen Original Revision A.

630 Serie 31
Technisches Handbuch
Abschnitt 1 1MRS757550 A
Einleitung

Laden Sie die aktuellsten Dokumente von der ABB-Website


herunter: http://www.abb.de/mittelspannung.

1.3.3 Zugehörige Dokumentation


Baureihen- und produktspezifische Handbücher lassen sich von der ABB-Website
http://www.abb.com/substationautomation herunterladen.

1.4 Verwendete Symbole und Dokumentkonventionen

1.4.1 Sicherheitssymbole

Das Elektrowarnsymbol weist auf eine Gefahr hin, die zu


elektrischen Schlägen führen könnte.

Das Warnsymbol weist auf eine Gefahr hin, die zu


Personenschäden führen könnte.

Das Vorsichtssymbol weist auf wichtige Informationen oder


Warnhinweise in Bezug auf das im Text erwähnte Konzept hin.
Dies kann ein Hinweis auf die Gegenwart einer Gefahr sein, die zu
Beschädigungen von Software, Gerätschaft oder Eigentum führen
könnte.

Das Informationssymbol weist den Leser auf wichtige Fakten und


Zustände hin.

Das Tippsymbol weist auf Ratschläge hin, z. B. bezüglich


Anweisungen zur Erstellung von Projekten oder Benutzung
bestimmter Funktionen.

Obwohl Gefahrenwarnungen auf Personenschäden hinweisen, sollte man sich stets


vor Augen halten, dass das Bedienen beschädigter Geräte unter bestimmten
Umständen zu Fehlern im Prozess und infolgedessen zu Personenschäden oder
tödlichen Unfällen kommen kann. Demzufolge sollte allen Warn- und
Vorsichtshinweisen strengstens Folge geleistet werden.

32 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 1
Einleitung

1.4.2 In den Handbüchern verwendete Konventionen


In den IED-Handbüchern verwendete Konventionen. Einzelne Konventionen
könnten für dieses Handbuch nicht zutreffen.

• Die in diesem Handbuch enthaltenen Abkürzungen und Akronyme sind im


Glossar erläutert. Das Glossar enthält außerdem wichtige Begriffsdefinitionen.
• Die Drucktasten-Navigation in der LHMI-Menüstruktur wird mit Hilfe der
Drucktastensymbole dargestellt, z. B.:
Um durch die Optionen zu navigieren, verwenden Sie und .
• Die HMI-Menüpfade werden fettgedruckt dargestellt, z. B.:
Wählen Sie Hauptmenü/Einstellungen.
• LHMI-Meldungen werden in Courier-Schrift dargestellt, z. B.:
Zum Speichern der Änderungen im nichtflüchtigen Speicher wählen Sie Ja
und drücken Sie .
• Parameternamen werden kursiv gedruckt dargestellt, z. B.:
Die Funktion kann mit der Einstellung Operation an- und abgeschaltet werden.
• Das Zeichen ^ vor der Bezeichnung eines Eingangs- oder Ausgangssignals im
Funktionsblocksymbol einer Funktion zeigt an, dass der Benutzer eine eigene
Signalbezeichnung im PCM600 festlegen kann.
• Das Zeichen * nach der Bezeichnung eines Eingangs- oder Ausgangssignals
im Funktionsblocksymbol einer Funktion zeigt an, dass das Signal mit einem
anderen Funktionsblock in der Applikationskonfiguration verbunden sein
muss, um eine gültige Applikationskonfiguration zu erreichen.

1.4.3 Funktionen, Codes und Symbole


Tabelle 1: In IEDs der Baureihe 630 enthaltene Funktionen
Funktionalität IEC 61850 IEC 60617 ANSI
Schutz
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHLPTOC 3I> 51P-1
schutz, (I>)
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHHPTOC 3I>> 51P-2
schutz, (I>>)
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHIPTOC 3I>>> 50P/51P
schutz, (I>>>)
Dreiphasiger gerichteter Überstrom‐ DPHLPDOC 3I> → 67-1
schutz, (I> →)
Dreiphasiger gerichteter Überstrom‐ DPHHPDOC 3I>> → 67-2
schutz, (I>> →)
Ungerichteter Erdfehlerschutz, (I0>) EFLPTOC I0> 51N-1

Ungerichteter Erdfehlerschutz, (I0>>) EFHPTOC I0>> 51N-2

Ungerichteter Erdfehlerschutz, (I0>>>) EFIPTOC I0>>> 50N/51N

Gerichteter Erdfehlerschutz, (I0> →) DEFLPDEF I0> → 67N-1

Gerichteter Erdfehlerschutz, (I0>> →) DEFHPDEF I0>> → 67N-2

Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 33
Technisches Handbuch
Abschnitt 1 1MRS757550 A
Einleitung

Funktionalität IEC 61850 IEC 60617 ANSI


Transienter/intermittierender Erdfehler‐ INTRPTEF I0> → IEF 67NIEF
schutz, Erdschluss-Wischer
Nullstromdifferenzialschutz LREFPNDF dI0Lo> 87NL

Hochimpedanz-Nullstromdifferenzial‐ HREFPDIF dI0Hi> 87NH


schutz
Schieflastschutz NSPTOC I2> 46

Drehfeldüberwachung PREVPTOC I2>> 46R

Dreiphasiger thermischer Überlastschutz T1PTTR 3Ith>F 49F


für Speisung
Dreiphasiger thermischer Überlastschutz T2PTTR 3Ith>T 49T
für Transformatoren
Dreiphasiger thermischer Überlastschutz MPTTR 3Ith>M 49M
für Motoren
Unterlastschutz LOFLPTUC 3I< 37
Rotorblockierungsschutz JAMPTOC Ist> 51LR
Notstartoption ESMGAPC ESTART ESTART
Motorstart-Überwachung STTPMSU Is2t n< 49,66,48,51LR
Schieflastschutz Zeit MNSPTOC I2>M 46M

Dreiphasiger Überspannungsschutz PHPTOV 3U> 59


Dreiphasiger Unterspannungsschutz PHPTUV 3U< 27
Phasenüberspannungsschutz (Mitsystem) PSPTOV U 1> 47O+

Phasenunterspannungsschutz (Mitsys‐ PSPTUV U 1< 47U+


tem)
Spannungs-Unsymmetrieschutz NSPTOV U 2> 47O-

Nullspannungsschutz, (U0>) ROVPTOV U 0> 59G

Frequenzgradient DAPFRC df/dt> 81R


Überfrequenz DAPTOF f> 81O
Unterfrequenz DAPTUF f< 81U
Lastabwurf LSHDPFRQ UFLS/R 81LSH
Transformator-Differentialschutz für Zwei‐ TR2PTDF 3dI>T 87T
wicklungstransformatoren
Fehlerorter SCEFRFLO FLOC 21FL
Distanzschutz DSTPDIS Z< 21, 21P, 21N
Logik für Schalten auf Fehler CVRSOF SOTF SOTF
Phasenausfallschutz PDNSPTOC I2/I1> 46PD

Dreiphasige Einschaltstromerkennung INRPHAR 3I2f> 68


Schalterversagerschutz CCBRBRF 3I>/I0>BF 51BF/51NBF

Automatische Wiedereinschaltung DARREC O→I 79


Auslöselogik TRPPTRC I→O 94/86
Schutzbezogene Funktionen
Lokale Beschleunigungslogik DSTPLAL LAL LAL
Fortsetzung auf nächster Seite

34 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 1
Einleitung

Funktionalität IEC 61850 IEC 60617 ANSI


Signalvergleich für Erdfehlerschutz RESCPSCH CLN 85N
Logik zum Signalvergleichschutz DSOCPSCH CL 85
Logik für Richtungsumkehr und Schwach‐ CRWPSCH CLCRW 85CRW
lastbetrieb
Logik für Richtungsumkehr und Schwach‐ RCRWPSCH CLCRWN 85NCRW
lastbetrieb bei Erdschlüssen
Steuerung
Schalthoheit QCCBAY CBAY CBAY
Verriegelungsfunktionalität SCILO 3 3
Steuerung des Leistungsschalters / Trenn‐ GNRLCSWI I ↔ O CB/DC I ↔ O CB/DC
schalters
Leistungsschalter DAXCBR I ↔ O CB I ↔ O CB
Trennschalter DAXSWI I ↔ O DC I ↔ O DC
Lokal und Fern Umschaltung LOCREM R/L R/L
Gleichlaufüberprüfung SYNCRSYN SYNC 25
Zustandsüberwachung
Leistungsschalterzustandsüberwachung SSCBR CBCM CBCM
Versorgungsfehler-Überwachung SEQRFUF FUSEF 60
Stromkreisüberwachung CCRDIF MCS 3I MCS 3I
Auslösekreisüberwachung TCSSCBR TCS TCM
Gemessene Werte MVGGIO
Maximalwertüberwachung der gemesse‐ MVEXP
nen Werte
Überwachung der Stationsbatterie SPVNZBAT U<> U<>
Anzeige Stufenstellerposition TPOSSLTC TPOSM 84M
Energieüberwachung EPDMMTR E E
Messungsfunktion
Dreiphasige Stromanzeige CMMXU 3I 3I
Dreiphasige Spannungsanzeige, Leiter - VPHMMXU 3Upe 3Upe
Erde (RMS)
Dreiphasige Spannungsanzeige, Leiter - VPPMMXU 3Upp 3Upp
Leiter (RMS)
Erdfehlerstrom RESCMMXU I0 I0

Nullspannung RESVMMXU U0 Vn

Symmetrische Komponenten (Strom) CSMSQI I1,I2 I1,I2

Symmetrische Komponenten (Spannung) VSMSQI U1,U2 V1,V2

Leistungsüberwachung mit Wirk-, Blind- PWRMMXU PQf PQf


und Scheinleistung, Leistungsfaktor, Fre‐
quenz
Betriebszählung
Impulszähler für die Energiezählung PCGGIO
Störschreiberfunktionen
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 35
Technisches Handbuch
Abschnitt 1 1MRS757550 A
Einleitung

Funktionalität IEC 61850 IEC 60617 ANSI


Störschreiber DRRDRE DREC DREC
Analog Kanäle (1-10) A1RADR ACH1 ACH1
Analog Kanäle (11-20) A2RADR ACH2 ACH2
Analog Kanäle (21-30) A3RADR ACH3 ACH3
Analog Kanäle (31-40) A4RADR ACH4 ACH4
Binär Kanäle 1-16 B1RBDR BCH1 BCH1
Binär Kanäle 17-32 B2RBDR BCH2 BCH2
Binär Kanäle 33-48 B3RBDR BCH3 BCH3
Binär Kanäle 49-64 B4RBDR BCH4 BCH4

36 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 2
630 Serie - Überblick

Abschnitt 2 630 Serie - Überblick

2.1 Überblick

Die 630 Serie besteht aus Geräten für den Schutz, die Steuerung, Messung und
Überwachung von EVU- und Industrie-Verteilstationen, mittleren und großen
Asynchronmotoren in industriellen Energiesystemen sowie Transformatoren in
öffentlichen und industriellen Energieverteilungsnetzen.

Die 630 Serie ist Bestandteil der ABB-Relion® Produktfamilie. Die Schutz- und
Steuerungsgeräte der 630 Serie zeichnen sich durch skalierbare Funktionen und
flexible Konfigurationen aus. Zusätzlich bieten sie alle notwendigen Funktionen
für die Feldsteuerung in unterschiedlichsten Anwendungen.

Die unterstützten Kommunikationsprotokolle, einschließlich IEC 61850, bieten


eine nahtlose Konnektivität zu den verschiedensten Stationsautomatisierungs- und
SCADA-Systemen.

2.1.1 Historie der Produktserienversion


Produktversion Historie der Produktserie
1.0 Erste Freigabe

2.1.2 PCM600 und IED Connectivity Package


• Schutz- und Steuerungs-IED-Manager, PCM600 Version 2.1 oder höher
• ABB, IED-Connectivity Package RE_630/RE_650, Version 1.0 oder höher
• ABB-Modul REF630, Version 1.0 oder höher
• ABB-Modul REM630, Version 1.0 oder höher
• ABB-Modul RET630, Version 1.0 oder höher

Die Connectivity Packages können von der ABB-Website http://


www.abb.com/substationautomation heruntergeladen werden.

630 Serie 37
Technisches Handbuch
Abschnitt 2 1MRS757550 A
630 Serie - Überblick

2.2 Lokale HMI

A071260 V3 DE

Abb. 2: 19" LHMI

Auf dem LHMI des Geräts sind folgende Elemente enthalten:


• Display
• Drucktasten
• LED-Anzeigen
• Kommunikationsschnittstelle

Das LHMI wird für das Einstellen, Überwachen und Steuern des Geräts genutzt.

2.2.1 LCD
Zum LHMI gehört ein grafischer Monochrom-LCD-Monitor mit einer Auflösung
von 320x240 Pixeln. Die Schriftgröße kann variieren. Die Anzahl der angezeigten
Zeichen und Zeilen hängt von der Schriftgröße und der ausgewählten Ansicht ab.

Das Display ist in vier Hauptbereiche eingeteilt.

38 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 2
630 Serie - Überblick

A071258 V2 DE

Abb. 3: Display-Layout

1 Pfad
2 Inhalt
3 Status
4 Bildlaufleiste (wird bei Bedarf eingeblendet)

Im Funktionstastenfenster werden die aktuellen Zuordnungen der Funktionstasten


angezeigt. Jede Funktionstaste hat eine LED-Anzeige, die als Feedback-Signal für
die Schaltflächenbetätigung genutzt werden kann. Die LED ist über das PCM600
mit dem entsprechenden Signal verbunden.

630 Serie 39
Technisches Handbuch
Abschnitt 2 1MRS757550 A
630 Serie - Überblick

GUID-6828CE38-2B88-4BB5-8F29-27D2AC27CC18 V1 DE

Abb. 4: Funktionstastenfenster

Im Alarm-LED-Fenster werden auf Wunsch die den Alarm-LEDs zugeordneten


Texte angezeigt.

GUID-3CBCBC36-EFCE-43A0-9D62-8D88AD6B6287 V1 DE

Abb. 5: Alarm-LED-Fenster

Die Funktionstasten- und Alarm-LED-Fenster sind nicht gleichzeitig sichtbar. Das


entsprechende Fenster wird nach dem Betätigen einer der LCD-Funktionstasten
bzw. der Taste "Multipage" (mehrere Seiten) angezeigt. Wird die ESC-Taste

40 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 2
630 Serie - Überblick

gedrückt, werden die Fenster aus der Anzeige entfernt. Beide Fenster haben eine
dynamische Breite, die von der Länge der enthaltenen Zeichenketten abhängt.

2.2.2 LEDs
Das LHMI enthält über dem Display drei Schutzanzeigen: Ready (Bereit), Start
(Anregung) und Trip (Auslösung).

Auf der Frontseite der LHMI befinden sich außerdem 15 matrix-programmierbare


Alarm-LEDs. Anhand der Farben Grün, Gelb und Rot können von jeder LED drei
Zustände angezeigt werden. Die jeder dreifarbigen LED zugeordneten Alarmtexte
sind in drei Seiten unterteilt. Mit den vorhandenen 15 dreifarbigen LEDs können
insgesamt 45 verschiedene Alarmzustände angezeigt werden. Die LEDs können
mit PCM600 konfiguriert werden, während die Betriebsart über die LHMI, WHMI
oder PCM600 ausgewählt werden kann.

2.2.3 Tastenfeld
Das Tastenfeld der LHMI enthält Drucktasten zur Navigation durch verschiedene
Ansichten bzw. Menüs. Mit diesen Tasten können an ein Primärobjekt - wie
beispielsweise einen Leistungsschalter, Trennschalter oder Erdungsschalter
Befehle zum Öffnen bzw. Schließen gegeben werden. Die Tasten werden auch für
das Quittieren von Alarmen, das Rücksetzen von Anzeigen, zur Bereitstellung von
Hilfe-Informationen sowie zum Umschalten zwischen Vor-Ort- und Fernsteuerung
genutzt.

Das Tastenfeld enthält auch programmierbare Tasten, die entweder als Menü-
Shortcuts oder Steuerungstasten konfiguriert werden können.

GUID-FE571EAC-D3AF-4E26-8C01-197F21AA96CA V1 DE

Abb. 6: LHMI-Tastenfeld mit Objektsteuerungs-, Navigations- und


Befehlstasten sowie RJ-45 Kommunikationsschnittstelle

630 Serie 41
Technisches Handbuch
Abschnitt 2 1MRS757550 A
630 Serie - Überblick

2.3 Web-HMI

Die WHMI ermöglicht dem Benutzer den Zugriff auf das Gerät mittels eines Internet-
Browsers. Als Internet-Browser wird der Internet Explorer 7.0 oder höher unterstützt.

Die WHMI bietet mehrere Funktionen.

• Alarmanzeigen und Ereignislisten


• Systemüberwachung
• Parametereinstellungen
• Anzeige von Messwerten
• Störschriebe

Die Menübaumstruktur der WHMI ist mit der der LHMI nahezu identisch.

A071242 V3 DE

Abb. 7: Beispielansicht des WHMI

Auf die WHMI kann vor Ort und von Ferne zugegriffen werden.

• Lokal durch Anschließen Ihres Laptops an das Gerät über die frontseitige
Kommunikationsschnittstelle.
• Von Ferne über LAN/WAN.

42 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 2
630 Serie - Überblick

2.4 Berechtigungszuweisung

Die Benutzerkategorien für die LHMI und WHMI, für die es jeweils
unterschiedliche Rechte gibt, sind vordefiniert.

Die IED-Benutzer können nur mit dem Bedien- und Parametriertool PCM600
angelegt, gelöscht und bearbeitet werden. Ein Benutzer kann einzelnen oder
mehreren Benutzerkategorien angehören.

Der Auslieferungszustand ist, dass der Benutzer so lange


vollständigen Zugriff hat, bis mit dem PCM600 Benutzer angelegt
worden sind. Für die LHMI ist keine Anmeldung erforderlich.

Tabelle 2: Voreingestellte Benutzerkategorien


Benutzername Benutzerrechte
SystemOperator Steuerung über die LHMI, kein Bypass
ProtectionEngineer Alle Einstellungen
DesignEngineer Anwendungskonfiguration
UserAdministrator Benutzer- und Passwortverwaltung

Nähere Angaben finden Sie in der Dokumentation des Bedien- und


Parametriertools PCM600.

2.5 Kommunikation

Das IED unterstützt die Kommunikationsprotokolle IEC 61850-8-1 und DNP3


über TCP/IP.

Über diese Protokolle kann auf alle Betriebsinformationen und -steuerungen


zugegriffen werden. Manche Kommunikationsfunktionen, wie etwa horizontale
Kommunikation (GOOSE) zwischen den Geräten, sind jedoch nur mit dem
Kommunikationsprotokoll IEC 61850-8-1 möglich.

Der Zugriff auf Störschriebe erfolgt über das IEC 61850 Protokoll. Störschriebe
sind für jede Ethernet -basierte Anwendung im Standard-COMTRADE -Format
verfügbar. Des Weiteren kann das Gerät Binärsignale an andere Geräte senden und
von anderen Geräten empfangen. Dies geschieht mithilfe des IEC61850-8-1-
GOOSE-Profils. Das Gerät erfüllt die GOOSE-Leistungsanforderungen für
Auslöseanwendungen in Verteilstationen, wie in der Norm IEC 61850 festgelegt.
Es interagiert mit anderen Geräten, Tools und Systemen, die IEC 61850-konform
sind, und meldet Ereignisse gleichzeitig an fünf verschiedene Clients am IEC 61850-

630 Serie 43
Technisches Handbuch
Abschnitt 2 1MRS757550 A
630 Serie - Überblick

Stationsbus. In einem System, das DNP3 über TCP/IP nutzt, können Ereignisse an
vier verschiedene Master gesendet werden.

Alle Kommunikationsanschlüsse, abgesehen von der frontseitigen Schnittstelle,


befinden sich auf integrierten Kommunikationsmodulen. Der Anschluss des Geräts
an Ethernet-basierte Kommunikationssysteme erfolgt über einenRJ-45 Anschluss
(10/100BASE-TX) oder einen optischenLC Anschluss (100BASE-FX).

Das Gerät unterstützt folgende Zeitsynchromethoden mit einer


Zeitstempelungsauflösung von 1 ms: SNTP, DNP3 und IRIG-B .

Ethernet-basiert:
• SNTP (Simple Network Time Protocol)
• DNP3

Mit spezieller Zeitsynchro-Verdrahtung:


• IRIG-B

44 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Abschnitt 3 Basisfunktionen

3.1 Autorisierungsprüfung (ATHCHCK)

3.1.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Autorisierungsprüfung ATHCHCK - -

3.1.2 Funktionalität
Im Kundeninteresse sind sowohl die Geräte als auch die darauf zugreifenden Tools
geschützt und unterliegen der Erteilung von Berechtigungen. Das im Gerät und
PCM600 implementierte Konzept der Autorisierung basiert auf folgendem
Sachverhalt:

Es gibt zwei Möglichkeiten des Zugangs zum Gerät:


• den lokalen Zugang über die lokale HMI und
• den Fernzugang über die Kommunikationsanschlüsse.

3.1.3 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM 600) keine Parameter verfügbar.

3.1.4 Funktionsweise
Es existieren verschiedene Benutzerebenen (bzw. Benutzertypen) mit
verschiedenen Berechtigungen hinsichtlich des Zugriffs auf oder der Nutzung von
IED- und Toolfunktionen. Die folgenden Benutzertypen sind vordefiniert:
Benutzertyp Zugriffsrechte
Anzeige Steuerung über lokale HMI, kein Bypass
Bediener Alle Einstellungen
Experte Konfiguration der Anwendung (einschließlich
SMT, GDE und CMT)
Administrator Verwaltung von Benutzern und Passwörtern für
das IED

630 Serie 45
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Gerätebenutzer können nur mit dem User Management Tool (UMT) in PCM600
erstellt, gelöscht und bearbeitet werden. Der Benutzer kann sich über die lokale
HMI am IED nur an- oder abmelden. Es lassen sich keine Benutzer, Gruppen oder
Funktionen über die lokale HMI definieren.

Für Benutzernamen und Passwörter dürfen nur die Zeichen A - Z, a


- z und 0 - 9 verwendet werden.

3.1.4.1 Autorisierungsverarbeitung im IED

Ab Werk ist "SuperUser" als Standardbenutzer eingestellt. Ein Einloggen am IED,


um das Gerät zu bedienen, ist erst erforderlich, wenn ein Benutzer mit dem User
Management Tool (UMT) angelegt worden ist.

Nachdem ein Benutzer angelegt und in das IED geladen wurde, kann dieser sich
mit dem im Tool zugewiesenen Passwort anmelden. Der Standardbenutzer ist dann
"Guest" (Gaststatus).

Wenn kein Benutzer angelegt worden ist, führt ein Anmeldeversuch zur Ausgabe
der folgenden Meldung auf dem Display: “Kein Benutzer definiert!”

Wenn ein Benutzer das IED verlässt, ohne sich abzumelden, schaltet das Gerät
nach einer Abschaltzeit (eingestellt in Konfiguration/HMI/LHMI/
Zeiteinstellung Bildschirmschoner) in den Gastmodus mit ausschließlicher
Anzeigeberechtigung zurück. Die Werkseinstellung für die Zeiteinstellung
Bildschirmschoner ist 60 Minuten.

Wenn ein oder mehrere Benutzer mit dem UMT angelegt und in das IED geladen
wurden, wird das Anmeldefenster angezeigt, sobald der Benutzer durch Drücken
von einen Anmeldeversuch unternimmt oder eine Schalthandlung versucht, die
passwortgeschützt ist.

Der Cursor springt in das Feld für den Benutzernamen, sodass durch Betätigen der
Taste der Name geändert werden kann. Dabei kann der gewünschte
Benutzername mit den Auf- und Ab-Tasten aus einer Namensliste ausgewählt
werden. Nach Wahl des gewünschten Benutzernamens muss der Benutzer die
Taste erneut drücken. Wenn nach Betätigung der Taste die
Passworteingabe erforderlich ist, werden die folgende Zeichen
angezeigt: “✳✳✳✳✳✳✳✳”. Der Benutzer muss zu jedem Zeichen wechseln, aus
dem sich das Passwort zusammensetzt. Nachdem alle Zeichen eingegeben wurden
(es wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden), wählen Sie "OK"
und drücken erneut die Taste .

Bei einer erfolgreichen Anmeldung wird an der lokalen HMI der neue
Benutzername in der Statusleiste im unteren Bildschirmbereich angezeigt. Wenn
die Anmeldeinformationen korrekt sind und z.B. für eine passwortgeschützte

46 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Einstellung erforderlich waren, wechselt die lokale HMI zum entsprechenden


Einstellungsordner. Wenn die Anmeldung nicht korrekt erfolgt ist, wird die
Fehlermeldung "Fehler Zugang verweigert" angezeigt. Nach einer dreimalig
falschen Passworteingabe wird der entsprechende Benutzer für 10 Minuten
gesperrt, bevor er einen neuen Anmeldeversuch beginnen kann. Eine Anmeldung
ist in dieser Zeit weder an der lokalen HMI noch am PCM600-Tool oder der
WebHMI möglich. Von dieser Anmeldesperre sind andere Benutzer jedoch nicht
betroffen.

3.2 Autorisierungsstatus (ATHSTAT)

3.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Autorisierungsstatus ATHSTAT - -

3.2.2 Funktionalität
Bei der Funktion "Autorisierungsstatus" (ATHSTAT) handelt es sich um einen
Anzeige-Funktionsblock für die Nutzeranmeldung.

3.2.3 Funktionsblock
ATHSTAT
USRBLKED
LOGGEDON

IEC09000235_en_1.vsd
IEC09000235 V1 DE

Abb. 8: ATHSTAT-Funktionsblock

3.2.4 Signale
Tabelle 3: ATHSTAT Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
BEDBLOCK BOOLEAN Mindestens ein Benutzer ist wegen eines ungülti‐
gen Passwortes gesperrt
EINLOGGEN BOOLEAN Mindestens ein Benutzer ist angemeldet

3.2.5 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

630 Serie 47
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.2.6 Funktionsweise
Der Autorisierungsstatus (ATHSTAT) informiert über zwei das IED und die
Benutzerautorisierung betreffende Ereignisse:
• die Tatsache, dass mindestens ein Benutzer versucht hat, sich mit falschen
Anmeldeinformationen am IED anzumelden und dass er deshalb gesperrt
wurde (Ausgang BEDBLOCK).
• die Tatsache, dass mindestens ein Benutzer sich ordnungsgemäß angemeldet
hat (Ausgang EINLOGGEN).

Sobald eines dieser beiden Ereignisse stattgefunden hat, wird der entsprechende
Ausgang (BEDBLOCK oder EINLOGGEN) aktiviert.

3.3 Lokale Mensch/Maschine-Schnittstelle (LHMI)

3.3.1 Bildschirmverhalten der lokalen HMI (SCREEN)

3.3.1.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Bildschirmverhalten der lokalen HMI SCREEN - -
(SCREEN)

3.3.1.2 Einstellungen
Tabelle 4: SCREEN "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Zeiteinstellung Bild‐ 10 - 120 Min 10 60 Zeiteinstellung Bildschirmschoner
schirmschoner
Kontrastwert -100 - 100 % 10 0 Kontrast des Displays
Standardanzeige 0-0 - 1 0 Standardanzeige
Sortierreihenfolge Ereig‐ Neustes oben - - Neustes oben Sortierreihenfolge Ereignisliste
nisliste Ältestes oben
Autom.Anz.Störschr. Aus - - Aus Automatische Ströschriebanzeige
Ein
Anz. Ersatzw. Disp. Nein - - Nein Ersatzsanzeige auf Übersichtsschaltbild
Ja
VerriegelAnzDisp Nein - - Nein Verriegelungsanzeige auf Übersichts‐
Ja schaltbild
BypassBefehle Nein - - Nein Unverriegeltes Schalten
Ja

48 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.3.2 LHMI-Signale

3.3.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
LHMI-Signale LHMICTRL - -

3.3.2.2 Funktionsblock
LHMICTRL
CLRLEDS HMI-ON
RED-S
YELLOW-S
YELLOW-F
CLRPULSE
LEDSCLRD

LHMICTRLFunctionblock=IEC
09000320=1=de=Original.vsd
IEC09000320 V1 DE

Abb. 9: Funktionsblock LHMICTRL

3.3.2.3 Signale
Tabelle 5: LHMICTRL-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
LÖSLEDS BOOLEAN 0 Eingang zum Löschen der Status-LEDs

Tabelle 6: LHMICTRL-Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
HMI-EIN BOOLEAN LCD-Hintergrundbeleuchtung ist aktiv
Rot andauernd BOOLEAN Rote Status-LED am LCD-HMI leuchtet dauerhaft
Gelb andauernd BOOLEAN Gelbe Status LED am LCD-HMI leuchtet dauerhaft
Gelb blinkend BOOLEAN Gelbe Status-LED am LCD-HMI blinkt
LÖSPULSE BOOLEAN Es erfolgt ein Impuls, wenn die Status-LEDs an
der LCD-HMI gelöscht werden
LEDSCLRD BOOLEAN Aktiv, wenn die Status-LEDs an der LCD-HMI
nicht aktiv sind

630 Serie 49
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.3.3 Funktionsblöcke der einzelnen Anzeige-LEDs

3.3.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Basis-Funktionsblock für LED-Anzeige LEDGEN - -
Funktionsblöcke der einzelnen Anzeige- GRP1_LED1 - - -
LEDs GRP1_LED15
GRP2_LED1 -
GRP2_LED15
GRP3_LED1 -
GRP3_LED15

3.3.3.2 Funktionsblock
LEDGEN
BLOCK NEWIND
RESET ACK
LEDGENFunctionblock
=IEC09000321=1=de=
Original.vsd
IEC09000321 V1 DE

Abb. 10: Funktionsblock LEDGEN

GRP1_LED1
^HM1L01R
^HM1L01Y
^HM1L01G

IEC09000322 V1 DE

Abb. 11: Funktionsblock GRP1_LED1

Der Funktionsblock GRP1_LED1 ist ein Beispiel; alle 15 LEDs der Gruppen 1 - 3
haben einen solchen Funktionsblock.

3.3.3.3 Signale
Tabelle 7: LEDGEN-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Eingang zum Blockieren des LED-Anzeige
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Eingang zum Quittieren/Rücksetzen der Anzeige-
LEDs

Tabelle 8: GRP1_LED1-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
HM1L01RO BOOLEAN 0 Rote Anzeige von LED1, lokale HMI Alarmgruppe
1
HM1L01GE BOOLEAN 0 Gelbe Anzeige von LED1, lokale HMI Alarmgrup‐
pe 1
HM1L01GR BOOLEAN 0 Grüne Anzeige von LED1, lokale HMI Alarmgrup‐
pe 1

50 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tabelle 9: LEDGEN-Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
NEWIND BOOLEAN Signal "Neue Anzeige", wenn ein LED-Anzeigeein‐
gang gesetzt ist
ACK BOOLEAN Es erfolgt ein Impuls, wenn die LEDs quittiert wer‐
den

3.3.3.4 Einstellungen
Tabelle 10: LEDGEN Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Funktion Aus / Ein
Ein
tRestart 0,0 - 100,0 s 0,1 0,0 Definiert die Störungsdauer nach einem
LED-Neustart
tMax 0,0 - 100,0 s 0,1 0,0 Maximale Zeit für die Definition einer Stö‐
rung

Tabelle 11: GRP1_LED1 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
SequenceType Folgt andauernd - - Folgt andauernd Anzeigeart für LED 1, lokale HMI Alarm‐
Folgt blinkend gruppe 1
Gesp.Best-B-A
Gesp.Best-A-B
Gesp. Kum.-D
Gesp. Best.-D
TextAUS 0 - 18 - 1 G1L01_OFF Angezeigter Text, wenn LED 1, Alarm‐
gruppe 1 aus ist
TextRot 0 - 18 - 1 G1L01_RED Angezeigter Text, wenn LED 1, Alarm‐
gruppe 1 rot ist
TextGelb 0 - 18 - 1 G1L01_YELLOW Angezeigter Text, wenn LED 1, Alarm‐
gruppe 1 gelb ist
TextGrün 0 - 18 - 1 G1L01_GREEN Angezeigter Text, wenn LED 1, Alarm‐
gruppe 1 grün ist

3.3.4 LCD-Teil für HMI-Funktionstastensteuermodul

3.3.4.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
LCD-Teil für HMI-Funktionstastensteu‐ FNKEYMD1 - - -
ermodul FNKEYMD5

630 Serie 51
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
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3.3.4.2 Funktionsblock
FNKEYMD1
^LEDCTL1 ^FKEYOUT1

IEC09000327 V1 DE

Abb. 12: Funktionsblock FNKEYMD1

Oben wird nur der Funktionsblock für die erste Taste gezeigt. Alle Funktionstasten
haben einen solchen Funktionsblock.

3.3.4.3 Signale
Tabelle 12: FNKEYMD1-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
LEDCTL1 BOOLEAN 0 LED-Steuereingang für die Funktionstaste

Tabelle 13: FNKEYMD1-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
FNKEYAUSG1 BOOLEAN Ausgang angesteuert durch Funktionstaste

3.3.4.4 Einstellungen
Tabelle 14: FNKEYMD1 Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Modus Aus - - Aus Betriebsmodus Ausgang
Dauersignal
Gepulst
PulseTime 0,001 - 60,000 s 0,001 0,200 Impulsdauer für Ausgang angesteuert
durch LCDFn1 (Funktionstaste 1)
TextEIN 0 - 18 - 1 LCD_FN1_ON Text für LED ein
TextAUS 0 - 18 - 1 LCD_FN1_OFF Text für LED aus

Tabelle 15: FNKEYTY1 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Typ Aus - - Aus Funktionstastentyp
Menüverknüpfung
Steuerung
Menüverknüpfung Hauptmenü Steue‐
rung Ereignisliste
Messwertüberwa‐
chung Messungen
Störschriebe

52 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.3.5 Funktionsweise

3.3.5.1 LED

Funktionalität
Die Funktionsblöcke LEDGEN und GRP1_LEDx, GRP2_LEDx und GRP3_LEDx
(x=1-15) steuern und die Anzeige-LEDs liefern Informationen über diese. Die
Eingangs- und Ausgangssignale der Funktionsblöcke werden in PCM600
konfiguriert. Das Eingangssignal für jede LED wird individuell mittels SMT oder
ACT gewählt. Jede LED wird über einen GRP1_LEDx-Funktionsblock gesteuert,
der Farbe und Betriebsmodus festlegt.

Jede Anzeige-LED an der lokalen HMI kann individuell für sechs verschiedene
Anzeigearten konfiguriert werden – 2 x direkt folgend ("Follow") und 4 x
gespeichert ("Latched"). Zwei der Speichertypen dienen im Sammel- oder
Neustartmodus als Schutzanzeigesystem mit Rücksetzfunktion. Die anderen beiden
Typen werden im Sammelmodus als Signalisierungssystem mit Quittierfunktion
genutzt.

Status-LEDs
Auf der Gerätevorderseite befinden sich oberhalb der LCD drei Status-LEDs: grün,
gelb und rot.

Die Funktion der grünen LED ist nicht änderbar, während die Funktion der gelben
und roten LED vom Benutzer konfiguriert werden kann. Die gelbe LED zeigt an,
dass ein Stördatenbericht erzeugt wurde (leuchtet dauerhaft) oder dass das IED im
Testmodus läuft (blinkt). Die rote LED zeigt einen Auslösebefehl an.

Anzeige-LEDs

Betriebsmodi
Sammelmodus

• Im Sammelmodus werden LED-Anzeigen kontinuierlich gesammelt, bis sie


manuell quittiert werden. Dieser Modus eignet sich, um die LEDs als ein
einfaches Alarmsystem zu verwenden.

Neustartmodus

• Im Neustartmodus werden bei jeder neuen Anregung alle zuvor aktiven LEDs
zurückgesetzt und nur die aktiviert, die zu einer Störung gehören. Nur die für
den Neustartmodus mit Speichersequenztyp 6 (Gesp. Best.-D) konfigurierten
LEDs werden zurückgesetzt und bei einer neuen Störung neu aktiviert. Eine
Störung endet, nachdem entweder die voreingestellte Zeit nach einem neuen
Signal ( = LED-Neustart) oder die maximale Zeitdauer abgelaufen ist (siehe
Parameter Funktionsblock "LEDGEN").

Quittieren/Rücksetzen

630 Serie 53
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Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

• Über lokale HMI


• Die aktiven Anzeigen können manuell quittiert/zurückgesetzt werden.
Zum manuellen Quittieren und manuellen Rücksetzen dient ein
gemeinsames Signal für alle Anzeigearten und LEDs. Die Funktion wird
durch die positive Signalflanke und nicht durch einen bestimmten
Signalpegel ausgelöst. Das Quittieren/Rücksetzen erfolgt über die Taste
und die Menüs der LHMI.

• Über Funktionseingang
• Die aktiven LEDs können auch über den Funktionseingang ACK_RST
quittiert/zurückgesetzt werden. Dieser Eingang kann z.B. für ein über
einen externen Taster ausgelöstes Binäreingangssignal konfiguriert
werden. Die Funktion wird durch die positive Signalflanke und nicht
durch einen bestimmten Signalpegel ausgelöst. Damit werden nur die
LEDs quittiert/zurückgesetzt, die zum Zeitpunkt der Tastenbetätigung
aktiv waren, auch wenn die Taste ununterbrochen gedrückt bleibt.

• Automatisches Rücksetzen
• Ein automatisches Rücksetzen ist nur für LEDs möglich, die für den
gespeicherten Neustartmodus Typ 6 ((Gesp. Best.-D) konfiguriert
wurden. Nach einem automatischen Rücksetzen leuchten die immer noch
anstehenden LEDs dauerhaft weiter.

Anzeigeart
Es sind die Anzeigearten "gespeichert" und "dauernd folgend" anwählbar. Beim
Typ "dauernd folgen" folgt die LED dem Eingangssignal vollständig. Beim Typ
"gespeichert" hält jede LED das entsprechende Eingangssignal bis zum Rücksetzen.

In den nachfolgenden Abbildungen wird die Funktion der verfügbaren, für jede
LED einzeln wählbaren Anzeigearten veranschaulicht. Für Anzeigeart 1 und 2
(Typ "dauernd folgend") ist die Quittieren/Rücksetzen-Funktion nicht verfügbar.
Die Anzeigearten 3 und 4 (Typ "gespeichert" mit Quittierung) funktionieren nur im
Sammelmodus. Die Anzeigeart 5 funktioniert als Typ "gespeichert" im
Sammelmodus, wohingegen Sequenz 6 als Typ "gespeichert" im Neustartmodus
arbeitet. Die Buchstaben in den Sequenznamen geben an, ob die Anzeige dauerhaft
oder blinkend leuchtet: S = "Steady" bzw. A = "andauernd leuchtend" und F =
"Flash" bzw. B = "blinkend".

Wenn das Eingangssignal aktiviert wird, leuchtet die Anzeige mit der dem
aktivierten Eingang entsprechenden Farbe auf. Dabei hat Rot Vorrang vor Gelb
und Gelb Vorrang vor Grün. Das jeweilige Betriebsverhalten geht aus den
nachfolgenden Sequenzdarstellungen hervor.

In den Ablaufdiagrammen haben die LED-Symbole die folgende Bedeutung:

54 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

=Keine Anzeige = Konstantes Licht = Blinkend

G = Grün Y = Gelb R = Rot

VisioDocument
IEC09000311 V1 DE

Abb. 13: In den Ablaufdiagrammen verwendete Symbole

Sequenz 1 (Folgt andauernd)


Diese Anzeigeart folgt ständig mit einer dauerhaft leuchtenden LED den jeweiligen
Eingangssignalen. Die Anzeigeart reagiert nicht auf Quittieren oder Rücksetzen.
Alle LEDs arbeiten unabhängig voneinander.

Aktivierungs-
signal

LED

IEC01000228_2_en.vsd
IEC01000228 V2 DE

Abb. 14: Anzeigeart 1 (Folgt andauernd)

Wenn Eingänge für zwei oder mehr Farben gleichzeitig an einer LED aktiv sind,
erfolgt eine Priorisierung wie oben beschrieben. Ein Beispiel für die
Funktionsweise bei zwei gleichzeitig aktivierten Farben wird in Abbildung 15
gezeigt.

Aktivierungs-
signal GRÜN

Aktivierungs-
signal ROT

LED G G R G

IEC09000312_1_en.vsd
IEC09000312 V1 DE

Abb. 15: Anzeigeart 1, zwei Farben

Modus 2 (Folgt blinkend)


Dieser Betriebsmodus entspricht Modus 1, die LEDs blinken jedoch, statt
kontinuierlich zu leuchten.

Modus 3 (Gesp. Best.-B-D)


Dieser Betriebsmodus ist selbsthaltend und funktioniert im Sammelmodus. Jede
LED ist in ihrem Betrieb unabhäng von den übrigen LEDs. Bei der Aktivierung des
Eingangssignals beginnt die Anzeige zu blinken. Nach einer Quittierung verlöscht
die Anzeige, wenn das Signal nicht mehr vorhanden ist. Wenn das Signal nach
Quittierung noch vorhanden ist, leuchtet eine Daueranzeige.

630 Serie 55
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Aktivierung
Signal

LED

Bestätigung

en01000231.vsd
IEC01000231 V1 DE

Abb. 16: Betriebsmodus 3 (Gesp. Best.-B-D)

Beim Quittieren werden alle Anzeigen quittiert, die aktiv sind, bevor die Anzeige
mit hoher Priorität erlischt. Dabei ist es egal, ob die Anzeige mit geringerer
Priorität vor oder nach dem Quittieren aktiviert wurde. In Abbildung 17 wird der
Ablauf dargestellt, wenn ein Signal mit niedrigerer Priorität nach dem Quittieren
eines Signals mit höherer Priorität aktiviert wird. Das Signal mit niedrigerer
Priorität wird als quittiert dargestellt, wenn das Signal mit höherer Priorität
zurückgesetzt wird.

Aktivierungs-
signal GRÜN

Aktivierungs-
signal ROT

R R G
LED

Quittierung
IEC09000313_1_en.vsd
IEC09000313 V1 DE

Abb. 17: Anzeigeart 3, zwei Farben

Auch bei drei aktivierten Signalen bleibt die Priorisierungsreihenfolge erhalten. Ein
Quittieren von Anzeigen mit höherer Priorität führt auch zu einem Quittieren von
nicht sichtbaren Anzeigen mit niedrigerer Priorität, siehe Abbildung 18.

56 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
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Aktivierungs-
signal GRÜN

Aktivierungs-
signal GELB
Aktivierungs-
signal ROT

LED G Y R R Y

Quittierung
VisioDocument
IEC09000314 V1 DE

Abb. 18: Anzeigeart 3, drei Farben, Alternative 1

Wenn eine Anzeige mit höherer Priorität nach dem Quittieren einer Anzeige mit
niedrigerer Priorität aufleuchtet, wird die Anzeige mit höherer Priorität als nicht
quittiert angezeigt, siehe Abbildung 19.

Aktivierungs-
signal GRÜN

Aktivierungs-
signal GELB
Aktivierungs-
signal ROT

LED G G R R Y

Quittierung
VisioDocument
IEC09000315 V1 DE

Abb. 19: Anzeigeart 3, drei Farben, Alternative 2

Modus 4 (Gesp. Best.-D-B)


Dieser Betriebsmodus entspricht funktionell gesehen Zyklus 3, Dauerlicht und
Blinklicht wurden jedoch vertauscht.

Sequenz 5 (Gesp. Kum.-D)


Diese Sequenz besitzt eine Speicherfunktion und arbeitet im Sammelmodus. Bei
Aktivierung des Eingangssignals leuchtet die Anzeige dauerhaft auf. Im Gegensatz
zu den Sequenzen 3 und 4 hat ein Rücksetzen keine Auswirkungen auf noch
aktivierte Anzeigen, da unmittelbar nach der positiven Flanke die aktiven Signale
ausgelesen und gespeichert werden. Alle LEDs arbeiten unabhängig voneinander.

630 Serie 57
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Aktivierungs-
signal

LED

Rücksetzen

IEC01000235_2_en.vsd
IEC01000235 V2 DE

Abb. 20: Anzeigeart 5 (Gesp. Kum.-D)

Bei dieser Sequenz ändert die LED ihre Farbe, wenn eine Anzeige mit höherer
Priorität zurückgesetzt wird, während eine Anzeige mit niedrigerer Priorität noch
aktiv ist. Die Änderung erfolgt wie in Abbildung 21.

Aktivierungs-
signal GRÜN

Aktivierungs-
signal ROT

R G
LED

Rücksetzung
IEC09000316_1_en.vsd
IEC09000316 V1 DE

Abb. 21: Anzeigeart 5, zwei Farben

Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D)


Hier werden alle aktiven LEDs, die auf Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D) eingestellt
sind, automatisch bei einer neuen Störung zurückgesetzt, wenn ein neues
Eingangssignal für andere auf Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D) gesetzte LEDs
aktiviert wird. In diesem Fall hat ein manuelles Rücksetzen auch keine
Auswirkungen auf noch aktivierte Anzeigen, da unmittelbar nach der positiven
Flanke die aktiven Signale ausgelesen und gespeichert werden. Für Anzeigeart 6
einstellte LEDs arbeiten komplett unabhängig von LEDs, die für andere
Anzeigearten eingestellt sind.

Zeitdiagramm für Anzeigeart 6


Abbildung 22 zeigt das Zeitdiagramm für zwei Anzeigen innerhalb eines
Störungszeitraums.

58 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

IEC01000239 V2 DE

Abb. 22: Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D), zwei Anzeigen innerhalb einer Störung

Abbildung 23 zeigt das Zeitdiagramm für eine neue Anzeige nach Ablauf der
tRestart-Zeit.

Störung Störung

tRestart tRestart

Aktivierungs-
signal 1

Aktivierungs-
signal 2

LED 1

LED 2

Automatische
Rücksetzung

Manuelle
Rücksetzung
IEC01000240_2_en.vsd
IEC01000240 V2 DE

Abb. 23: Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D), zwei verschiedene Störungen

630 Serie 59
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Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Abbildung 24 zeigt das Zeitdiagramm, wenn eine neue Anzeige aufleuchtet,


nachdem die erste Anzeige zurückgesetzt wurde, aber bevor die tRestart-Zeit
abgelaufen ist.

Störung

tRestart

Aktivierungs-
signal 1

Aktivierungs-
signal 2

LED 1

LED 2

Automatische
Rücksetzung

Manuelle
Rücksetzung
IEC01000241_2_en.vsd
IEC01000241 V2 DE

Abb. 24: Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D), zwei Anzeigen innerhalb einer


Störung, aber mit Rücksetzen des Aktivierungssignals

Abbildung 25 zeigt das Zeitdiagramm für manuelles Rücksetzen.

60 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Störung

tRestart

Aktivierungs-
signal 1

Aktivierungs-
signal 2

LED 1

LED 2

Automatische
Rücksetzung

Manuelle
Rücksetzung
IEC01000242_2_en.vsd
IEC01000242 V2 DE

Abb. 25: Anzeigeart 6 (Gesp. Best.-D), manuelles Rücksetzen

3.3.5.2 Funktionstasten

Funktionalität
Die lokale Mensch-Maschine-Schnittstelle (LHMI) besitzt links neben dem LCD
fünf Funktionstasten, die als Menüverknüpfungen oder Steuertasten konfiguriert
werden können. Jede Taste besitzt eine Anzeige-LED, die in der
Anwendungskonfiguration konfiguriert werden kann.

Als Menüverknüpfung konfiguriert, kann mit einer Funktionstaste schnell


zwischen den Standardknoten in der Menüstruktur navigiert werden. Als
Steuerelement konfiguriert, kann mithilfe der Taste ein Binärsignal in der
Anwendungskonfiguration gesteuert werden.

Funktionsweise
Über die LHMI-Funktionstasten kann jeweils der Ausgang an den
Funktionsblöcken FNKEYMD1 - FNKEYMD5 gesteuert werden. Durch Betätigen
einer Funktionstaste an der LHMI ändert sich der Ausgangsstatus des aktuellen
Funktionsblockes. Über diese Binärausgänge können wiederum andere
Funktionsblöcke gesteuert werden, z.B. Schaltfunktionsblöcke, Binäreingänge/-
ausgänge usw.

Die Funktionsblöcke FNKEYMD1 - FNKEYMD5 verfügen über eine Reihe von


Einstellungen und Parametern zur Steuerung des Funktionsblockverhaltens. Diese
Einstellungen und Parameter werden normalerweise mittels PST gesetzt.

630 Serie 61
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Anzeigeart
Der Betriebsmodus wird einzeln für jeden Ausgang eingestellt, entweder auf AUS,
Dauersignal oder GEPULST.

Modus 0 (AUS)

Dieser Modus gibt dem Ausgang stets den Wert 0 (FALSCH). Änderungen der EA-
Attribute werden ignoriert.

Eingangswert

Ausgangswert

IEC09000330-1-en.vsd
IEC09000330 V1 DE

Abb. 26: Sequenzdarstellung für Modus 0

Modus 1 (Dauersignal)

In diesem Modus schaltet der Ausgang immer um, wenn der Funktionsblock
erkennt, dass der Eingang geschrieben wurde. Beachten Sie, dass das
Eingangsattribut bei jeder Funktionsblockausführung zurückgesetzt wird. Die
Ausführung des Funktionsblockes wird nachfolgend durch eine Punktlinie
gekennzeichnet

Eingangswert

Ausgangswert

IEC09000331_1_en.vsd
IEC09000331 V1 DE

Abb. 27: Sequenzdarstellung für Modus 1

Modus 2 (GEPULST)

In diesem Modus hat der Ausgang für die eingestellte Impulsdauer einen H-Pegel.
Nach dieser Zeit kehrt der Ausgang in den L-Zustand (0) zurück. Das
Eingangsattribut wird zurückgesetzt, wenn der Funktionsblock erkennt, dass er
einen H-Pegel hat und kein Ausgangsimpuls existiert.

Beachten Sie, dass im Beispiel unten die dritte positive Flanke des
Eingangsattributs keinen Impuls auslöst, da die Flanke während eines Impulses am
Ausgangs aufgetreten ist. Ein neuer Impuls erfolgt nur, wenn der Ausgang auf 0 ist,
ansonsten hat die Auslöseflanke keinerlei Auswirkungen.

62 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Eingangswert

Ausgangswert
tImpuls tImpuls
IEC09000332_1_en.vsd
IEC09000332 V1 DE

Abb. 28: Sequenzdarstellung für Modus 2

Eingangsfunktion
Alle Eingänge funktionieren nach demselben Prinzip: Wenn die LHMI so
konfiguriert wird, dass ein Funktionsblock vom Typ STEUERUNG vorhanden ist,
wird der entsprechende Eingang des Funktionsblocks aktiviert. Zudem leuchtet bei
H-Pegel die gelbe Funktionstasten-LED auf. Diese Funktion ist auch dann aktiv,
wenn die Betriebseinstellung des Funktionsblocks auf "Aus" gestellt ist.

3.4 IED-Identifikation (TERMINALID)

3.4.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
IED-Identifikation TERMINALID - -

3.4.2 Funktionalität
Mithilfe der Funktion IED-Identifikation (TERMINALID) kann der Benutzer
einzelne Geräte im System identifizieren, und dies nicht nur in der Unterstation,
sondern auch regional oder landesweit.

Für Stations-, Objekt- und Gerätenamen sind nur die Zeichen A-Z, a-
z und 0-9 zulässig.

3.4.3 Einstellungen
Tabelle 16: TERMINALID "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Stationsname 0 - 18 - 1 Station name Stationsname
Stationsnr. 0 - 99999 - 1 0 Stationsnummer
Objektname 0 - 18 - 1 Object name Objektname
Objektnr. 0 - 99999 - 1 0 Objektnummer
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630 Serie 63
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung


Gerätename 0 - 18 - 1 Unit name Gerätename
Gerätenr. 0 - 99999 - 1 0 Gerätenummer
TechnicalKey 0 - 18 - 1 AA0J0Q0A0 Technical Key

3.4.4 Anwendung

3.4.4.1 Kundenspezifische Einstellungen

Mithilfe kundenspezifischer Einstellungen kann dem IED ein eindeutiger Name


und eine eindeutige Adresse zugewiesen werden. Diese Einstellungen werden von
einem zentralen Leitsystem verwendet, um mit dem IED zu kommunizieren. Die
kundenspezifischen Identifizierungsmerkmale findet man in der lokalen HMI oder
WebHMI unter:

Konfiguration/ System
Die Einstellungen können auch im PCM600-Tool vorgenommen werden.

Für Stations-, Objekt- und Gerätenamen sind nur die Zeichen A-Z, a-
z und 0-9 zulässig.

3.5 Produktinformation

3.5.1 Funktionalität
Mit der Produktidentifikationsfunktion lassen sich IEDs identifizieren. Diese
Funktion verfügt über sieben voreingestellte sehr wichtige Einstellungen, die sich
nicht ändern lassen:

• IEDProdTyp
• ProduktDef
• FirmwareVer
• SerienNr
• BestellNr
• HerstellungsDat

Diese Werte findet man in der lokalen HMI oder WebHMI unter:

Information/Produktidentifikation
Sie sind sehr hilfreich bei Serviceabläufen (wie z.B. Reparaturen oder Wartung).

64 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.5.2 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI, WebHMI oder im Protection and
Control IED Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.5.3 Anwendung

3.5.3.1 Werkseinstellungen

Die Werkseinstellungen sind sehr hilfreich bei der Identifizierung einer bestimmten
Version und bei Wartungen, Reparaturen oder einem Austausch von IEDs
zwischen verschiedenen Systemen zur Schaltanlagenautomatisierung und bei
Upgrades. Die Werkseinstellungen können nicht vom Kunden geändert werden.
Sie lassen sich nur anzeigen. Die Einstellungen befinden sich in der lokalen HMI
oder WebHMI unter:

Information/Produktidentifikation
Folgende Identifikationen sind verfügbar:

• IEDProdTyp
• Beschreibt den Typ des IED (wie REF, REM oder RET). Beispiel: REF630
• ProduktDef
• Beschreibt die Release-Nummer der Produktion. Beispiel: 1.0.0.0
• FirmwareVer
• Beschreibt die Version der Firmware. Beispiel: 1.4.51
• Die Firmware-Versionsnummern laufen unabhängig von den Release-
Nummern der Produktion fort. Für jede Release-Nummer (wie
1.0.0.0können ein oder mehrere Firmware-Versionen existieren, in
Abhängigkeit von kleineren Korrekturen zwischen den Releases.
• SerienNr
• BestellNr
• HerstellungsDat

3.6 Primäre Systemwerte (PRIMVAL)

3.6.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Primäre Systemwerte PRIMVAL - -

630 Serie 65
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Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.6.2 Funktionalität
Die Nennfrequenz des Systems und die Vektordrehung werden unter Hauptmenü/
Konfiguration/ System PCM600 eingestellt.

3.6.3 Einstellungen
Tabelle 17: PRIMVAL "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Frequenz 50.0 - 60.0 Hz 10.0 50.0 Nennfrequenz
Drehfeld Rechts=L1L2L3 - - Rechts=L1L2L3 System Drehfeld
Links=L3L2L1

3.6.4 Funktionalität
Die Nennfrequenz des Systems und die Vektordrehung werden unter Hauptmenü/
Konfiguration/ System PCM600 eingestellt.

3.7 Globale Leiter-Bezugswerte BASEPH

3.7.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Globale Bezugswerte BASEPH - -

3.7.2 Funktion
Fast alle Strom-, Spannung- und Leistungswerte werden als Werte pro Einheit (per
unit = pu) angegeben Die pu-Werte sind Bezugswerte für bestimmte Bezugswerte
mit der Einheit A, kV, kVA. Die Bezugswerte sind eigenständige
Einstellungsparameter für ein IED. Diese Werte werden unabhängig von den
Primärwerten der verwendeten Wandler festgelegt. Dadurch können Einstellungen
in Bezug auf den echten Nennstrom und die Nennspannung des geschützten
Objekts definiert werden, z.B. wenn Wandler überdimensioniert und ihre
Primärwerte höher als die Nennwerte des geschützten Objekts sind.

Die Leiter-Erde- oder Leiter-Leiter-Bezugswerte sind in BASEPH definiert. Die


globalen BASEPH-Einstellungen befinden sich in der LHMI unter "Konfiguration/
Analoge Eingänge/Bezugswerte/Leiter Grp. 1…3" und im
Parametereinstellungstool unter "Konfiguration/Analoge Eingänge/Bezugswerte/
BASEPH :1…3".

66 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

BASEPH (Leiter Grp.) wird als Leiter-Erde- oder Leiter-Leiter-Bezugswertgruppe


bezeichnet.

Es existieren drei Gruppen (Instanzen) von BASEPH (Leiter Grp.). Standardmäßig


sind alle verfügbaren IED-Funktionen für die Verwendung derselben
Bezugswertgruppe konfiguriert. Jedoch bietet jede verfügbare Funktion eine
Auswahlmöglichkeit (Ausw. Bezugsw. Leitergr. – erweiterte Einstellungen), wobei
eine der drei möglichen Gruppen individuell für die Funktion gewählt werden kann.

Beispielsweise verwenden alle PHxPTOC-Funktionen standardmäßig die erste


Gruppe: Ausw. Bezugsw. Leitergr. = "Leiter Grp. 1". Jedoch können auch die
beiden anderen Gruppen "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3"gewählt werden.

Tabelle 18: BASEPH Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Spa-bas. Wert PP 0,01 - 440,00 kV 0,01 20,00 Bezugswert Spannung, Leiter-Leiter
Strombas. Wert Ph 1 - 6000 A 1 400 Bezugswert Strom, Leiter
S bas. Wert 3Ph 0,05 - 1800000,00 kVA 0,05 13856,00 Bezugswert für dreiphasige Leistung

3.7.3 Das Grundprinzip für Spannungseinstellungen in pu.


Der Spannungsbezugswert in BASEPH ist die verkettete Spannung (Leiter-Leiter).
D.h., bei Spannungseinstellungen in Bezug auf die verkettete Spannung steht
1,0 pu z.B. für 20,00 kV (unter Annahme des Standardwertes für die Einstellung "Spa-
bas. Wert PP"). Ein Beispiel für diese Art von Einstellung ist DSTPDIS
Ansprechw. Überstromanreg. (der Standardwert 0,8 pu entspricht 0,8 x 20 kV =
16 kV).

Für Spannungseinstellungen in Bezug auf die Leiter-Erde-Spannung enthält die


Funktion einen internen Skalierungsfaktor (0,5774). Daher führt bei der
Spannungseinstellung für Leiter-Erde-Spannung der Wert 1,0 zu einer Leiter-Erde-
Nennspannung von 11,55 (unter Annahme des Standardwertes 20,00 kV für die
Einstellung "Spa-bas. Wert PP"). Ein Beispiel für diese Art von Einstellung ist
PSPTOV Anregewert (der Standardwert 1,1 pu entspricht 1,1 x 0,5774 x 20 kV =
12,7 kV).

Es gibt nur wenige Funktionen, für die diese interne Skalierung


nicht gilt. Diese Funktionen gestatten die Wahl zwischen
verketteten Spannungen und Leiter-Erde-Spannungen, z.B. die
Spannungsauswahleinstellung in PHPTOV. D.h., dass die
Spannungseinstellungen in diesen Funktionen entweder in Bezug
auf die verkettete Spannung oder die Leiter-Erde-Spannung
erfolgen kann, je nach getroffener Auswahl. Beispielsweise
bedeutet in den Funktionen PHPTOV, PHPTUV und SYNCRSYN
der Wert 1,0 pu eine Spannung von 20,00 kV (unter Annahme des
Standardwertes für die Einstellung "Spa-bas. Wert PP" unabhängig

630 Serie 67
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

von den in den Funktionen tatsächlich verwendeten Spannungen.


Wenn die Spannungsauswahleinstellung in PHPTOV auf Leiter-
Erde ("1") gestellt ist, ergibt der Wert 0,64 pu einen Anregewert
von 1.1 (≈1,1 x 11,55 kV)

3.8 Globale Nullsystem-Bezugswerte BASERES

3.8.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Globale Bezugswerte BASERES - -

3.8.2 Funktion
Fast alle Strom-, Spannung- und Leistungswerte werden als Werte pro Einheit (per
unit = pu) angegeben Die pu-Werte sind Bezugswerte für bestimmte Bezugswerte
mit der Einheit A, kV, kVA. Die Bezugswerte sind eigenständige
Einstellungsparameter für ein IED. Diese Werte werden unabhängig von den
Primärwerten der verwendeten Wandler festgelegt. Dadurch können Einstellungen
in Bezug auf den echten Nennstrom und die Nennspannung des geschützten
Objekts definiert werden, z.B. wenn Wandler überdimensioniert und ihre
Primärwerte höher als die Nennwerte des geschützten Objekts sind.

Die Nullsystem-Bezugswerte sind in BASERES definiert. Die globalen BASERES-


Einstellungen befinden sich in der LHMI unter "Konfiguration/Analoge Eingänge/
Bezugswerte/Nullsys. Grp. 1…3" und im Parametereinstellungstool unter
"Konfiguration/Analoge Eingänge/Bezugswerte/BASERES :1…3".

BASERES (Nullsys. Grp.) wird Nullsystem-Bezugswertgruppe genannt.

Es existieren drei Gruppen (Instanzen) von BASERES (Nullsys. Grp.).


Standardmäßig sind alle verfügbaren IED-Funktionen für die Verwendung
derselben Bezugswertgruppe konfiguriert. Jedoch bietet jede verfügbare Funktion
eine Auswahlmöglichkeit (Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. – erweiterte Einstellungen),
wobei eine der drei möglichen Gruppen individuell für die Funktion gewählt
werden kann.

Beispielsweise verwenden alle EFxPTOC-Funktionen standardmäßig die erste


Gruppe: Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. = "Nullsys. Grp. 1". Jedoch können auch die
beiden anderen Gruppen "Nullsys. Grp. 2" und "Nullsys. Grp. 3"gewählt werden.

68 630 Serie
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Tabelle 19: BASERES Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Spa-bas. Wert, Res 0,001 - 440,000 kV 0,001 11,547 Bezugswert Spannung Wert, Nullspan‐
nung
Strombas. Wert, Res 1 - 6000 A 1 70 Bezugswert Strom, Erdfehlerstrom
S bas. Wert Res 0,05 - 18000,00 kVA 0,01 808,29 Nullsystemleistungs-Bezugswert

3.9 Handhabung der Parametereinstellungsgruppen

3.9.1 Funktionalität
Es stehen Parametersätze zur Verfügung, um die Arbeitsweise des Gerätes bei
verschiedenen Systemzuständen zu optimieren. Durch Anlegen von verschiedenen
angepassten Parametersätzten und Aktivieren dieser Sätze über die lokale HMI
oder Binäreingänge, kann das Gerät optimal an verschiedene Systemszenarien
angepasst werden.

3.9.2 Auswahl von Einstellungsgruppen (SETGRPS)

3.9.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Auswahl von Einstellungsgruppen SETGRPS - -

3.9.2.2 Einstellungen
Tabelle 20: SETGRPS "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
AktiverParSatz Parametersatz 1 - - Parametersatz 1 Aktiver Parametersatz
Parametersatz 2
Parametersatz 3
Parametersatz 4
MaxAnzParSat 1-4 - 1 1 Max. Anzahl Parametersätze

3.9.3 Parametereinstellungsgruppen (ACTVGRP)

3.9.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Parametereinstellungsgruppen ACTVGRP - -

630 Serie 69
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3.9.3.2 Funktionsblock
ACTVGRP
ACTGRP1 GRP1
ACTGRP2 GRP2
ACTGRP3 GRP3
ACTGRP4 GRP4
SETCHGD

IEC09000064_en_1.vsd
IEC09000064 V1 DE

3.9.3.3 Signale
Tabelle 21: ACTVGRP Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
ACTGRP1 BOOLEAN 0 Aktiviert Parametersatz 1
ACTGRP2 BOOLEAN 0 Aktiviert Parametersatz 2
ACTGRP3 BOOLEAN 0 Aktiviert Parametersatz 3
ACTGRP4 BOOLEAN 0 Aktiviert Parametersatz 4

Tabelle 22: ACTVGRP Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
GRP1 BOOLEAN Parametersatz 1 ist aktiv
GRP2 BOOLEAN Parametersatz 2 ist aktiv
GRP3 BOOLEAN Parametersatz 3 ist aktiv
GRP4 BOOLEAN Parametersatz 4 ist aktiv
SETCHGD BOOLEAN Puls bei Parametersatzänderung

3.9.3.4 Einstellungen

Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Einstellungen verfügbar.

3.9.4 Anwendung
Vier Parametersätze sind zur Optimierung des IED-Betriebes für unterschiedliche
Bedingungen verfügbar. Durch das Umschalten zwischen abgestimmten
Einstelloptionen über die lokale HMI oder konfigurierbare Binäreingänge lässt sich
das IED optimal für eine Vielzahl von Systemszenarios anpassen.

Unterschiedliche Bedingungen bei unterschiedlichen Leitungsspannungen mit


verschiedenen Spannungen setzen äußerst flexible Schutz- und Steuergeräte
voraus, die ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Sicherheit und
Selektivitätsgenauigkeit bieten. Schutzgeräte arbeiten insbesondere dann sehr
zuverlässig, wenn die Einstellwerte der Parameter ständig weiter optimiert und an
die Bedingungen des Stromnetzes angepasst werden.

70 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
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Die für den Betrieb zuständigen Abteilungen können unterschiedliche


Einsatzbedingungen bei ihren Schaltgeräteplanungen berücksichtigen. Der
Schutzingenieur kann die erforderlichen optimierten und bereits getesteten
Einstellungen im Voraus für verschiedene Schutzfunktionen vorbereiten. Vier
verschiedene Parametersätze gestattet das IED. Jeder Satz lässt sich über
verschiedene programmierbare Binäreingänge mithilfe externer oder interner
Steuersignale aktivieren.

3.9.5 Funktionsweise
Die Parametersätze-Funktion(ACTVGRP) verfügt über vier Funktionseingänge.
Jeder Eingang bezieht sich auf einen der im IED gespeicherten Parametersätze.
Durch die Aktivierung eines Einganges ändert sich der aktive Parametersatz
entsprechend. Fünf Funktionsausgangssignale sind für Konfigurationszwecke
verfügbar.

Ein Parametersatz kann über die lokale HMI, einen direkt angeschlossenen PC, ein
Stationsleitsystem oder durch Aktivierung des entsprechenden Einganges am
ACTVGRP-Funktionsblock gewählt werden.

Jeder Eingang des Funktionsblockes kann für eine Verbindung mit einem der
Binäreingänge des IED konfiguriert werden. Dazu muss das PCM600-
Konfigurationstool verwendet werden.

Die externen Steuersignale dienen der Aktivierung eines geeigneten


Parametersatzes, wenn eine angepasste Funktionalität erforderlich ist.
Eingangssignale, die Parametersätze aktivieren sollen, müssen entweder als
dauerhaftes Signal oder als Impuls mit einer Dauer von mehr als 400 ms
aufgeschaltet werden.

Es können mehrere Eingänge gleichzeitig aktiviert werden. Priorität hat dann der
Parametersatz niedrigerer Ordnung. Wenn z.B. sowohl für Satz vier als auch Satz
zwei eine Aktivierung veranlasst wird, erfolgt die Aktivierung von Satz zwei.

Jedes mal wenn der aktive Satz geändert wird, sendet der Ausgang SETCHGD
einem Impuls.

Der Parameter MaxAnzParSat legt die maximale Anzahl der wählbaren


Parametersätze fest.

630 Serie 71
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AKTIVIERE SATZ 4
AKTIVIERE SATZ 3
AKTIVIERE SATZ 2
AKTIVIERE SATZ 1

IOx-Bly1 ACTVGRP
Æ ACTGRP1 GRP1
IOx-Bly2
Æ ACTGRP2 GRP2
IOx-Bly3
Æ ACTGRP3 GRP3
IOx-Bly4
Æ ACTGRP4 GRP4

SETCHGD

IEC09000063 V1 DE

Abb. 29: Anschluss der Funktion an externe Stromkreise

Die obige Abbildung zeigt auch die fünf Ausgangssignale zur Bestätigung des
aktiven Satzes.

3.10 Signalmatrix für Analogeingänge (SMAI)

3.10.1 Funktionalität
Die SMAI-Funktion (Signalmatrix für analoge Eingänge; oder die
Vorverarbeitungsfunktion) wird in PCM600 in direktem Zusammenhang mit SMT
oder ACT verwendet (siehe die Übersicht zum Engineering-Prozess im
Engineering manual). SMT bestimmt die Art und Weise, wie Analogeingänge für
eine Gerätekonfiguration geführt werden.

3.10.2 Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_1/SMAI_80_1

3.10.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_1 - -
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_80_1 - -

72 630 Serie
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3.10.2.2 Funktionsblock
SMAI_20_1
BLOCK SPFCOUT
DFTSPFC AI3P
REVROT AI1
^GRP1L1 AI2
^GRP1L2 AI3
^GRP1L3 AI4
^GRP1N AIN

FunctionblockSMAI201
=IEC09000137=1=de=
Original.vsd
IEC09000137 V1 DE
SMAI_80_1
BLOCK SPFCOUT
DFTSPFC AI3P
REVROT
^GRP1L1
^GRP1L2
^GRP1L3
^GRP1N

FunctionblockSMAI801=IEC0900
0139=1=de=Original.vsd
IEC09000139 V1 DE

Abb. 30: Funktionsblock SMAI_20_1 und SMAI_80_1

3.10.2.3 Signale
Tabelle 23: SMAI_20_1-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung Gruppe 1
DFTSPFC REAL 20,0 Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode für DFT-Berechnung
REVROT BOOLEAN 0 Umgekehrte Phasenfolge Gruppe 1
GRP1L1 ZEICHEN‐ - Erster Analogeingang für Phase L1 oder L1-L2-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1L2 ZEICHEN‐ - Zweiter Analogeingang für Phase L2 oder L2-L3-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1L3 ZEICHEN‐ - Dritter Analogeingang für Phase L3 oder L3-L1-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1N ZEICHEN‐ - Vierter Analogeingang für Nullsystemwert
FOLGE

Tabelle 24: SMAI_20_1-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
SPFCOUT REAL Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode von interner DFT-Referenzfunktion
AI3P GRUPPENSIGNAL Dreiphasen-Gruppensignal mit Daten von Eingän‐
gen 1-4
AI1 GRUPPENSIGNAL Wert am ersten Analogeingang
AI2 GRUPPENSIGNAL Wert am zweiten Analogeingang
AI3 GRUPPENSIGNAL Wert am dritten Analogeingang
AI4 GRUPPENSIGNAL Wert am vierten Analogeingang
AIN GRUPPENSIGNAL Berechneter Nullsystemwert oder AI4, wenn
GRP1N angeschlossen ist

630 Serie 73
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Tabelle 25: SMAI_80_1-Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung Gruppe 1
DFTSPFC REAL 80,0 Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode für DFT-Berechnung
REVROT BOOLEAN 0 Umgekehrte Phasenfolge Gruppe 1
GRP1L1 ZEICHEN‐ - Erster Analogeingang für Phase L1 oder L1-L2-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1L2 ZEICHEN‐ - Zweiter Analogeingang für Phase L2 oder L2-L3-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1L3 ZEICHEN‐ - Dritter Analogeingang für Phase L3 oder L3-L1-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP1N ZEICHEN‐ - Vierter Analogeingang für Nullsystemwert
FOLGE

Tabelle 26: SMAI_80_1-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
SPFCOUT REAL Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode von interner DFT-Referenzfunktion
AI3P GRUPPENSIGNAL Dreiphasen-Gruppensignal mit Daten von Eingän‐
gen 1-4

3.10.2.4 Einstellungen

Ein Hinweis für Einstellwerte des Parameters GlobBasSel. Nur die


Werte 1-3 sollten üblicherweise verwendet werden. Die Werte 1-3
beziehen sich entsprechend auf die globalen Bezugswertgruppen
"Leiter Grp. 1", "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3" (BASEPH1,
BASEPH2 und BASEPH3 in PCM). Die Auswahl wirkt sich auf
den durch MinWertFreqMes festgelegten Grenzwert für die
Frequenzberechnung aus, der standardmäßig 10 % von "Spa-bas.
Wert PP" in der gewählten Gruppe beträgt. Die Werte 4-6 beziehen
sich entsprechend auf "Nullsys. Grp. 1", "Nullsys. Grp. 2" und
"Nullsys. Grp. 3" (BASERES1, BASERES2 und BASERES3 in
PCM) und werden hier in der Regel nicht verwendet.

74 630 Serie
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Tabelle 27: SMAI_20_1 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
GlobalBaseSel1) 1-6 - 1 1 Auswahl einer der globalen Bezugswert‐
gruppen
DFTRefExtOut InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz für externen Ausgang
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
DFTReferenz InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
VerbindungsTyp L-N - - L-N Eingangsschaltungstyp
L-L
AnalogEingangsTyp Spannung - - Spannung Analogeingangssignaltyp
Strom

1) Nur die Werte 1–3 sollten üblicherweise verwendet werden. Die Werte 1–3 beziehen sich entsprechend auf die globalen Bezugswert‐
gruppen "Leiter Grp. 1", "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3" (BASEPH1, BASEPH2 und BASEPH3 in PCM). Die Auswahl wirkt sich auf
den durch MinWertFreqMes festgelegten Grenzwert für die Frequenzberechnung aus, der standardmäßig 10 % von "Spa-bas. Wert PP"
in der gewählten Gruppe beträgt. Die Werte 4–6 beziehen sich entsprechend auf "Nullsys. Grp. 1", "Nullsys. Grp. 2" und "Nullsys. Grp.
3" (BASERES1, BASERES2 und BASERES3 in PCM) und werden hier in der Regel nicht verwendet.

Tabelle 28: SMAI_20_1 Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Negierung Aus - - Aus Negierung
N-Invertierung
3Ph-Invertierung
3Ph+N-Invertie‐
rung
MinWertFreqMes 5 - 200 % 1 10 Grenzwert für Frequenzberechnung in %
von UBase

630 Serie 75
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Tabelle 29: SMAI_80_1 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
GlobalBaseSel1) 1-6 - 1 1 Auswahl einer der globalen Bezugswert‐
gruppen
DFTRefExtOut InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz für externen Ausgang
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
DFTReferenz InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
VerbindungsTyp L-N - - L-N Eingangsschaltungstyp
L-L
AnalogEingangsTyp Spannung - - Spannung Analogeingangssignaltyp
Strom

1) Nur die Werte 1–3 sollten üblicherweise verwendet werden. Die Werte 1–3 beziehen sich entsprechend auf die globalen Bezugswert‐
gruppen "Leiter Grp. 1", "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3" (BASEPH1, BASEPH2 und BASEPH3 in PCM). Die Auswahl wirkt sich auf
den durch MinWertFreqMes festgelegten Grenzwert für die Frequenzberechnung aus, der standardmäßig 10 % von "Spa-bas. Wert PP"
in der gewählten Gruppe beträgt. Die Werte 4–6 beziehen sich entsprechend auf "Nullsys. Grp. 1", "Nullsys. Grp. 2" und "Nullsys. Grp.
3" (BASERES1, BASERES2 und BASERES3 in PCM) und werden hier in der Regel nicht verwendet.

Tabelle 30: SMAI_80_1 Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Negierung Aus - - Aus Negierung
N-Invertierung
3Ph-Invertierung
3Ph+N-Invertie‐
rung
MinWertFreqMes 5 - 200 % 1 10 Grenzwert für Frequenzberechnung in %
von UBase

76 630 Serie
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3.10.3 Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_2/SMAI_80_2

3.10.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_20_2 - -
Signalmatrix für Analogeingänge SMAI_80_2 - -

3.10.3.2 Funktionsblock
SMAI_20_2
BLOCK AI3P
REVROT AI1
^GRP2L1 SPFCOUT
^GRP2L2 AI2
^GRP2L3 AI3
^GRP2N AI4
AIN

FunctionblockSMAI202=IEC09
000138=1=de=Original.vsd
IEC09000138 V1 DE
SMAI_80_2
BLOCK AI3P
REVROT SPFCOUT
^GRP2L1
^GRP2L2
^GRP2L3
^GRP2N

FunctionblockSMAI802=IEC090
00140=1=de=Original.vsd
IEC09000140 V1 DE

Abb. 31: Funktionsblock SMAI_20_2 bis SMAI_20_12 und SMAI_80_2 bis


SMAI_80_12

Beachten Sie, dass die Eingangssignale und Ausgangssignale an


SMAI_20_2 bis SMAI_20_12 und SMAI_80_2 bis SMAI_80_12,
in den jeweiligen Blöcken identisch benamt sind. Eine Ausnahme
bilden die Eingangssignale GRPxL1 bis GRPxN, wobei x für die
Instanznummer (2 bis 12) steht.

3.10.3.3 Signale
Tabelle 31: SMAI_20_2-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung Gruppe 2
REVROT BOOLEAN 0 Umgekehrte Phasenfolge 2
GRP2L1 ZEICHEN‐ - Erster Analogeingang für Phase L1 oder L1-L2-
FOLGE Wert Gruppe 2
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Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
GRP2L2 ZEICHEN‐ - Zweiter Analogeingang für Phase L2 oder L2-L3-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP2L3 ZEICHEN‐ - Dritter Analogeingang für Phase L3 oder L3-L1-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP2N ZEICHEN‐ - Vierter Analogeingang für Nullsystemwert
FOLGE

Tabelle 32: SMAI_20_2-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AI3P GRUPPENSIGNAL Dreiphasen-Gruppensignal mit Daten von Eingän‐
gen 1-4
SPFCOUT REAL Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode von interner DFT-Referenzfunktion
AI1 GRUPPENSIGNAL Gruppe 2 Analogeingang 1
AI2 GRUPPENSIGNAL Gruppe 2 Analogeingang 2
AI3 GRUPPENSIGNAL Gruppe 2 Analogeingang 3
AI4 GRUPPENSIGNAL Gruppe 2 Analogeingang 4
AIN GRUPPENSIGNAL Berechneter Nullsystemwert oder AI4, wenn
GRP1N angeschlossen ist

Tabelle 33: SMAI_80_2-Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung Gruppe 2
REVROT BOOLEAN 0 Umgekehrte Phasenfolge 2
GRP2L1 ZEICHEN‐ - Erster Analogeingang für Phase L1 oder L1-L2-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP2L2 ZEICHEN‐ - Zweiter Analogeingang für Phase L2 oder L2-L3-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP2L3 ZEICHEN‐ - Dritter Analogeingang für Phase L3 oder L3-L1-
FOLGE Wert Gruppe 2
GRP2N ZEICHEN‐ - Vierter Analogeingang für Nullsystemwert
FOLGE

Tabelle 34: SMAI_80_2-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AI3P GRUPPENSIGNAL Dreiphasen-Gruppensignal mit Daten von Eingän‐
gen 1-4
SPFCOUT REAL Anzahl der Abtastungen pro Grundschwingungs‐
periode von interner DFT-Referenzfunktion

78 630 Serie
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3.10.3.4 Einstellungen

Ein Hinweis für Einstellwerte des Parameters GlobBasSel. Nur die


Werte 1-3 sollten üblicherweise verwendet werden. Die Werte 1-3
beziehen sich entsprechend auf die globalen Bezugswertgruppen
"Leiter Grp. 1", "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3" (BASEPH1,
BASEPH2 und BASEPH3 in PCM). Die Auswahl wirkt sich auf
den durch MinWertFreqMes festgelegten Grenzwert für die
Frequenzberechnung aus, der standardmäßig 10 % von "Spa-bas.
Wert PP" in der gewählten Gruppe beträgt. Die Werte 4-6 beziehen
sich entsprechend auf "Nullsys. Grp. 1", "Nullsys. Grp. 2" und
"Nullsys. Grp. 3" (BASERES1, BASERES2 und BASERES3 in
PCM) und werden hier in der Regel nicht verwendet.

Tabelle 35: SMAI_20_2 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
GlobalBaseSel 1-6 - 1 1 Auswahl einer der globalen Bezugswert‐
gruppen
DFTReferenz InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
VerbindungsTyp L-N - - L-N Eingangsschaltungstyp
L-L
AnalogEingangsTyp Spannung - - Spannung Analogeingangssignaltyp
Strom

Tabelle 36: SMAI_20_2 Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Negierung Aus - - Aus Negierung
N-Invertierung
3Ph-Invertierung
3Ph+N-Invertie‐
rung
MinWertFreqMes 5 - 200 % 1 10 Grenzwert für Frequenzberechnung in %
von UBase

630 Serie 79
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Basisfunktionen

Tabelle 37: SMAI_80_2 Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
GlobalBaseSel1) 1-6 - 1 1 Auswahl einer der globalen Bezugswert‐
gruppen
DFTReferenz InternalDFTRef - - InternalDFTRef DFT-Referenz
DFTRefGrp1
DFTRefGrp2
DFTRefGrp3
DFTRefGrp4
DFTRefGrp5
DFTRefGrp6
DFTRefGrp7
DFTRefGrp8
DFTRefGrp9
DFTRefGrp10
DFTRefGrp11
DFTRefGrp12
Externe DFT Ref.
VerbindungsTyp L-N - - L-N Eingangsschaltungstyp
L-L
AnalogEingangsTyp Spannung - - Spannung Analogeingangssignaltyp
Strom

1) Nur die Werte 1–3 sollten üblicherweise verwendet werden. Die Werte 1–3 beziehen sich entsprechend auf die globalen Bezugswert‐
gruppen "Leiter Grp. 1", "Leiter Grp. 2" und "Leiter Grp. 3" (BASEPH1, BASEPH2 und BASEPH3 in PCM). Die Auswahl wirkt sich auf
den durch MinWertFreqMes festgelegten Grenzwert für die Frequenzberechnung aus, der standardmäßig 10 % von "Spa-bas. Wert PP"
in der gewählten Gruppe beträgt. Die Werte 4–6 beziehen sich entsprechend auf "Nullsys. Grp. 1", "Nullsys. Grp. 2" und "Nullsys. Grp.
3" (BASERES1, BASERES2 und BASERES3 in PCM) und werden hier in der Regel nicht verwendet.

Tabelle 38: SMAI_80_2 Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Negierung Aus - - Aus Negierung
N-Invertierung
3Ph-Invertierung
3Ph+N-Invertie‐
rung
MinWertFreqMes 5 - 200 % 1 10 Grenzwert für Frequenzberechnung in %
von UBase

3.10.4 Funktionalität
Die SMAI-Funktion (Signalmatrix für analoge Eingänge; oder die
Vorverarbeitungsfunktion) wird in PCM600 in direktem Zusammenhang mit SMT
oder ACT verwendet (siehe die Übersicht zum Engineering-Prozess im
Engineering manual). SMT bestimmt die Art und Weise, wie Analogeingänge für
eine Gerätekonfiguration geführt werden.

3.10.5 Funktionsweise
Jede SMAI-Funktion (Signalmatrix für Analogeingänge) kann vier Analogsignale
(drei Leiter und einen Neutralleiterwert) als Spannungs- oder Stromwert
empfangen, siehe Abbildungen 30 und 31. SMAI-Ausgänge geben Auskunft über

80 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

alle Aspekte der ermittelten Dreiphasen-Analogsignale (Phasenwinkel, RMS-Wert,


Frequenz und Frequenzabweichungen usw. – 244 Werte insgesamt). Der BLOCK-
Eingang setzt alle Ausgänge auf 0 zurück.

Die Ausgangssignale AI1 bis AI4 im SMAI_20_x-Funktionsblock sind


Direktausgänge der – in SMT oder ACT – verbundenen Eingangsgruppensignale
zu GRPxL1, GRPxL2, GRPxL3 und GRPxN, x=1-12. GRPxN ist stets der
Neutralleiterstrom. Wenn GRPxN nicht verbunden ist, hat der AI4-Ausgang den
Wert 0. Der AIN-Ausgang ist die berechnete Restsumme der Eingänge GRPxL1,
GRPxL2 und GRPxL3 und gleich dem Ausgang AI4, wenn alle Eingänge
einschließlich GRPxN verbunden sind. Dem entsprechend ist das Ausgangssignal
AI3P im Funktionsblock SMAI_80_x ein Gruppensignal, das die Daten der
Eingänge GRPxL1, GRPxL2, GRPxL3 und GRPxN zusammenfasst. Beachten Sie,
dass der Funktionsblock immer die Restsumme des Stroms/der Spannung
berechnet, wenn der zugehörige Eingang nicht in SMT oder ACT verbunden ist.
Mit wenigen Ausnahmen sind Anwendungen stets mit AI3P zu verbinden.

Das Eingangssignal REVROT dient dazu, die Phasenfolge umzukehren.

Die Wertegruppen 1 bis 3 zum Einstellen von GlobalBaseSel


beziehen sich auf globale Bezugswertfunktionsinstanzen für Leiter
und Leiter-Leiter. Die Wertegruppen 4 bis 6 beziehen sich auf
globale Bezugswertfunktionsinstanzen für Nullsystemwerte und
sind nur für wenige Anwendungen gedacht.

3.11 Messwerterweiterungsblock (MVEXP)

3.11.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Messwerterweiterungsblock MVEXP - -

3.11.2 Funktionalität
Die Strom- und Spannungsmessfunktionen (CMMXU, RESCMMXU,
RESVMMXU, VPHMMXU, VPPMMXU und PWRMMXU), die Strom- und
Spannungssystemmessfunktionen (CSMSQI und VSMSQI) und die
Kommunikations-E/A-Funktionen nach IEC 61850 (MVGGIO) sind einschließlich
Messüberwachungsfunktionalität verfügbar. Alle Messwerte können mit vier
einstellbaren Grenzwerten überwacht werden: unterste Grenze, untere Grenze,
obere Grenze und oberste Grenze. Der Messwerterweiterungsblock übersetzt das
Integerwert-Ausgangssignal der Messfunktionen in fünf Binärsignale (unterhalb
der untersten Grenze, unterhalb der unteren Grenze, normal, oberhalb der oberen

630 Serie 81
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Grenze und oberhalb der obersten Grenze). Die Ausgangssignale können als
Bedingungen in der Konfigurationslogik verwendet werden.

3.11.3 Funktionsblock
MVEXP
RANGE* HIGHHIGH
HIGH
NORMAL
LOW
LOWLOW

MVExpanderfunctionblock=I
EC09000215=1=de=Original
.vsd
IEC09000215 V1 DE

Abb. 32: Funktionsblock MVEXP

3.11.4 Signale

Tabelle 39: MVEXP Eingangssignale


Name Typ Standard Beschreibung
RANGE INTEGER 0 Bereich der Messwerte

Tabelle 40: MVEXP Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
HIGHHIGH BOOLEAN Messwert ist über dem zweiten oberen Grenzwert
HIGH BOOLEAN Messwert ist zwischen dem ersten und zweiten
oberen Grenzwert
NORMAL BOOLEAN Messwert ist zwischen dem ersten unteren und
oberen Grenzwert
LOW BOOLEAN Messwert ist zwischen dem ersten und zweiten un‐
teren Grenzwert
LOWLOW BOOLEAN Messwert ist unter dem zweiten unteren Grenzwert

3.11.5 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.11.6 Anwendung
Die Strom- und Spannungsmessfunktionen (CMMXU, RESCMMXU,
RESVMMXU, VPHMMXU, VPPMMXU), die Leistungsmessfunktion
(PWRMMXU), Strom- und Spannungssystemmessfunktionen (CSMSQI und
VSMSQI) und die Kommunikations-E/A-Funktionen nach IEC 61850 (MVGGIO)
sind einschließlich Messüberwachungsfunktionalität verfügbar. Alle Messwerte
können mit vier einstellbaren Grenzwerten überwacht werden: unterste Grenze,

82 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

untere Grenze, obere Grenze und oberste Grenze. Der Messwerterweiterungsblock


(MVEXP) übersetzt das Integerwert-Ausgangssignal der Messfunktionen in fünf
Binärsignale (unterhalb der untersten Grenze, unterhalb der unteren Grenze,
normal, oberhalb der oberen Grenze und oberhalb der obersten Grenze). Die
Ausgangssignale können als Bedingungen in der Konfigurationslogik verwendet
werden.

3.11.7 Funktionsweise
Das Eingangssignal muss mit einem Bereichsausgang an einem
Messfunktionsblock (CMMXU, RESCMMXU, RESVMMXU, VPHMMXU,
VPPMMXU, PWRMMXU, CSMSQI, VSMSQI oder MVGGIO) verbunden sein.
Der Funktionsblock wandelt das Integerwert-Eingangssignal in fünf Binärwert-
Ausgangssignale entsprechend Tabelle 41.

Tabelle 41: Integerwert-Eingangssignal umgewandelt in Binärwert-Ausgangssignale


Der gemessene Kon‐ unterhalb der zwischen un‐ zwischen unte‐ zwischen ober‐ oberhalb
trollwert ist: untersten terste und un‐ re und oberer ster und obe‐ der ober‐
Ausgang: Grenze tere Grenze Grenze rer Grenze sten Grenze
UNTERSTE hoch
UNTERE hoch
NORMAL hoch
OBERE hoch
OBERSTE hoch

3.12 Festsignale (FXDSIGN)

3.12.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Festsignale FXDSIGN - -

3.12.2 Funktionalität
Die Festsignalfunktion (FXDSIGN) erzeugt verschiedene vordefinierte (feste)
Signale, die zur Gerätekonfiguration genutzt werden können, um an ungenutzten
Eingängen anderer Funktionsblöcke einen bestimmten Wert/Pegel zu erzwingen
oder um eine bestimmte Logik zu erzeugen.

630 Serie 83
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3.12.3 Funktionsblock
FXDSIGN
OFF
ON
INTZERO
INTONE
INTALONE
REALZERO
STRNULL
ZEROSMPL
GRP_OFF
FXDSIGNfunctionblock
=IEC09000037=1=de=
Original.vsd
IEC09000037 V1 DE

Abb. 33: Funktionsblock FXDSIGN

3.12.4 Signale
Tabelle 42: FXDSIGN Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
AUS BOOLEAN Signal logisch "0"
EIN BOOLEAN Signal logisch "1"
INTZERO INTEGER Integer Signal "0"
INTONE INTEGER Integer Signal "1"
INTALONE INTEGER Integer Signal sämtliche "1"
REALZERO REAL Real Signal "0"
STRNULL STRING String-Signal ohne Zeichen (leere Zeichenkette)
ZEROSMPL GROUP SIGNAL Kanal-ID für Nullwert
GRP_OFF GROUP SIGNAL Gruppensignal logisch "0"

3.12.5 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Einstellungen verfügbar.

3.12.6 Funktionalität
Die Festsignalfunktion (FXDSIGN) erzeugt verschiedene vordefinierte (feste)
Signale, die zur Gerätekonfiguration genutzt werden können, um an ungenutzten
Eingängen anderer Funktionsblöcke einen bestimmten Wert/Pegel zu erzwingen
oder um eine bestimmte Logik zu erzeugen.

3.12.7 Funktionsweise
Es gibt neun Ausgänge am FXDSIGN-Funktionsblock:

84 630 Serie
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• "OFF" ist ein boolesches Signal, fest verbunden mit dem AUS-Wert (boolesch
0)
• "ON" ist ein boolesches Signal, fest verbunden mit dem EIN-Wert (boolesch 1)
• "INTZERO" ist eine Ganzzahl, fest verbunden mit dem Integerwert 0
• "INTONE" ist eine Ganzzahl, fest verbunden mit Integerwert 1
• "INTALONE" ist der Integerwert FFFF
• "REALZERO" ist eine reelle Gleitkommazahl, fest verbunden mit dem Wert 0,0
• "STRNULL" ist eine Zeichenfolge, fest verbunden mit einer leeren
Zeichenfolge (Null)
• "ZEROSMPL" ist ein Kanalindex, fest verbunden mit dem Wert 0
• "GRP_OFF" ist ein Gruppensignal, fest verbunden mit dem Wert 0

3.13 Impulszähler (PCGGIO)

3.13.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Impulszähler PCGGIO -

S00947 V1 DE

3.13.2 Funktionalität
Die Funktion "Impulszähler-Logik" (PCGGIO) zählt extern erzeugte Binärimpulse,
z. B. Impulse von einem externen Energiezähler, um die Energieverbrauchswerte
zu berechnen. Die Impulse werden vom BIO (Binäreingangs-/-ausgangs-)Modul
erfasst und dann vom PCGGIO ausgelesen. Über den Stations-Bus ist ein skalierter
Messwert verfügbar.

3.13.3 Funktionsblock
PCGGIO
BLOCK INVALID
READ_VAL RESTART
BI_PULSE* BLOCKED
RS_CNT NEW_VAL
^SCAL_VAL
PCGGIOPulsecounterfun
ctionblock=IEC09000335
=1=de=Original.vsd
IEC09000335 V1 DE

Abb. 34: Funktionsblock PCGGIO

630 Serie 85
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3.13.4 Signale
Tabelle 43: PCGGIO Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung der Funktion
READ_VAL BOOLEAN 0 Startet eine zusätzliche Pulszählung
BE_Pulse BOOLEAN 0 Verbinde Binäreingänge für Messung
RS_CNT BOOLEAN 0 Setzt Pulszähler zurück

Tabelle 44: PCGGIO Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
INVALID BOOLEAN Der Pulszählerwert ist ungültig
NEUSTART BOOLEAN Der übertragene Wert enthält keinen kompletten
Integrationszyklus
BLOCKIERT BOOLEAN Die Pulszählerfunktion ist blockiert
NEW_VAL BOOLEAN Ein neuer Pulszählerstand ist erzeugt
SCAL_VAL REAL Skalierter Wert mit Zeit- und Statusinformation

3.13.5 Einstellungen
Tabelle 45: PCGGIO "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Funktion EIN/AUS
Ein
EventMask Keine Ereignisse - - Keine Ereignisse Ereignismaske für analoge Ereignisse
Übertrage Ereignis‐ vom Pulszähler
se
Zählerkrit Aus - - Steigende Flanke Pulszählerkriterien
Steigende Flanke
Fallende Flanke
Bei Änderung
Skala 1.000 - 90000.000 - 0.001 1.000 Skalierter Wert für SCAL_VAL Ausgang
als Einheit pro gezählter Wert
Anzahl Zähler - - Zähler Messwert für SCAL_VAL Ausgang
Wirkleistung
Scheinleistung
Blindleistung
Wirkarbeit
Scheinarbeit
Blindarbeit
tReporting 1 - 3600 s 1 60 Wiederholrate für die Übertragung des
Zählerstandes

86 630 Serie
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3.13.6 Überwachte Daten


Tabelle 46: PCGGIO – Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
CNT_WERT AUS - - Aktueller Impulszähler‐
wert
SCAL_VAL REAL - Unbekannte Skalierter Wert mit Zeit
Menge und Statusinformationen

Tabelle 47: PCGGIO – Messwerte


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
Zähler löschen BOOLEAN 0 Setzt Impulszählerwert zurück vom LHMI

3.13.7 Anwendung
Die Impulszähler-Funktion (PCGGIO) zählt extern erzeugte Binärimpulse, z.B.
von externen Energiezählern, um die Energieverbrauchswerte zu berechnen. Die
Impulse werden vom binären Eingangsmodul (BIO) erfasst und vom PCGGIO
ausgelesen. Die Anzahl der im Zähler eingegangenen Impulse wird über den
Stationsbus an das System zur Schaltanlagenautomatisierung gemeldet oder über
das Stationsüberwachungssystem als Betriebswert erfasst. Bei IEC 61850 ist ein
skalierter Betriebswert über den Stationsbus verfügbar.

Diese Funktion dient allgemein der Erfassung von Energieimpulsen, die von
externen Energiezählern stammen. Eine optionale Anzahl von Eingängen des
binären Eingangsmoduls im IED kann für diesen Zweck mit einer Frequenz von
bis zu Hz verwendet werden. PCGGIO kann auch als Zähler für allgemeine
Zwecke verwendet werden.

3.13.8 Funktionsweise
Die Impulserfassung erfolgt entsprechend den Einstellungen des Parameters
Zählerkrit an einem der 9 binären Eingangskanäle am BIO-Modul. Die
Impulszählerwerte werden an die Stationsleittechnik in einem voreingestellten
Intervall ohne Rücksetzen gesendet.

Die Meldezeitspanne reicht je nach Einstellung von 1 Sekunde bis zu 60 Minuten


und wird mit der Systemzeit synchronisiert. Die Abfrage weiterer
Impulszählerwerte ist möglich mit einem Befehl (zur Zwischenerfassung) für einen
einzelnen Zähler. Eine Erfassung aller aktiven Zähler ist auch möglich über IEC
61850.

Die Impulszählerfunktion (PCGGIO) des IED unterstützt unidirektionale


Inkrementalzähler. Damit sind nur positive Werte möglich. Der Zähler arbeitet mit
einem 32-Bit-Format, d.h., der gemeldete Wert ist eine vorzeichenbehaftete, 32-Bit-

630 Serie 87
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Ganzzahl (Integer) im Bereich von 0 bis +2147483647. Der Zählerwert wird in


einem halbflüchtigen Speicher gespeichert.

Der über den Stationsbus an die HMI gemeldete Wert umfasst Identität, skalierten
Wert (Impulswert x Skalierung), Zeitstempel und Impulszählerqualität. Der
Impulszähler kann die folgenden Qualitäten aufweisen:

• Ungültig (Platinen-/Hardwarefehler oder Konfigurationsfehler)


• Umlauf (erneut ab Anfang)
• Blockiert
• Eingerichtet

Die Übertragung des Zählerwerts kann als ein Betriebswert erfolgen, d.h., der beim
letzten Integrationszyklus eingefrorene Wert wird von der Stationsleittechnik aus
der Datenbank ausgelesen. PCGGIO aktualisiert den Wert in der Datenbank nach
einem Integrationszyklus und aktiviert das NEW_VAL-Signal im Funktionsblock.
Dieses Signal kann mit einem Zeitstempel versehen und an die Stationsleittechnik
übermittelt werden. Der Zeitstempel entspricht dem Zeitpunkt, an dem der Wert
von der Funktion eingefroren wurde.

Die BLOCK- und READ_VAL-Eingänge lassen sich mit Blöcken verbinden, die
über die Station bzw. die Stationsleittechnik gesteuert werden sollen. Solange das
BLOCK-Signal gesetzt ist, bleibt der Impulszähler blockiert. Das mit READ_VAL
verbundene Signal startet eine Messwerterfassung entsprechend den Einstellungen
des Parameters Zählerkrit. Das Signal muss ein Impuls mit einer Länge
>1 Sekunde sein.

Der BE_Pulse-Eingang dient zum Anlegen der Messimpulse von einem


Binäreingang/-ausgang (BIO).

Der RS_CNT-Eingang dient zum Rücksetzen des Zählers.

Jeder PCGGIO-Funktionsblock besitzt vier Ausgangssignale zur zur


Ereignisaufzeichnung: INVALID, NEUSTART, BLOCKIERT und NEW_VAL.
Diese Signale und das SCAL_VAL-Signal sind über IEC 61850 verfügbar.

Das INVALID-Signal wird permanent gesetzt, wenn das binäre Eingangsmodul, an


dem sich der Impulszählereingang befindet, ausfällt oder eine ungültige
Konfiguration aufweist.

Das NEUSTART-Signal wird permanent gesetzt, wenn der gemeldete Wert keinen
vollständigen Integrationszyklus umfasst, und zwar in der ersten Meldung nach
dem Hochfahren des IED oder Aufheben einer Blockierung und nach dem
Umlaufen des Zählers während des letzten Integrationszyklus.

Das BLOCKIERT-Signal wird permanent gesetzt, wenn der Zähler blockiert ist.
Zwei Gründe können zu einer Zählerblockierung führen:

• der BLOCK-Eingang ist gesetzt oder


• das binäre Eingangsmodul, an dem sich der Impulszählereingang befindet, ist
funktionsunfähig.

88 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
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Das NEW_VAL-Signal ist ein impulsförmiges Signal. Das Signal wird gesetzt,
wenn der Zählerwert seit dem letzten Bericht geändert wurde.

Das SCAL_VAL-Signal setzt sich aus einem skalierten Wert (entsprechend dem
Parameter Skale), einem Zeitstempel und Statusinformationen zusammen.

3.13.9 Technische Daten


Tabelle 48: PCGGIO Technische Daten
Funktion Einstellbereich Genauigkeit
Zykluszeit für Meldung des (1–3600) s -
Zählerwertes

3.14 Mini-Wahlschalter (VSGGIO)

3.14.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Mini-Wahlschalter VSGGIO - -

3.14.2 Funktionalität
Beim Funktionsblock Mini-Wahlschalter (VSGGIO) handelt es sich um eine
Mehrzweckfunktion, die im Konfigurations-Tool des PCM600 für eine Vielzahl
von Anwendungen als Mehrzweckschalter genutzt wird.

Der VSGGIO kann vom Menü oder von einem Symbol auf dem
Übersichtsschaltbild (SLD) der lokalen HMI aus gesteuert werden.

3.14.3 Funktionsblock
VSGGIO
BLOCK BLOCKED
IPOS1 POSITION
IPOS2 POS1
POS2
CMDPOS12
CMDPOS21

IEC09000340-1-en.vsd
IEC09000340 V1 EN

630 Serie 89
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3.14.4 Signale
Tabelle 49: VSGGIO-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung
IPOS1 BOOLEAN 0 Eingang für Anzeige von Stellung 1
IPOS2 BOOLEAN 0 Eingang für Anzeige von Stellung 2

Tabelle 50: VSGGIO-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
BLOCKIERT BOOLEAN Funktion ist aktiv, aber die Funktionalität ist blo‐
ckiert
POSITION INTEGER Anzeige der Stellung, Integerwert
POS1 BOOLEAN Anzeige von Stellung 1, binäres Signal
POS2 BOOLEAN Anzeige von Stellung 2, binäres Signal
BEFPOS12 BOOLEAN Befehl für Wechsel von Stellung 1 zu Stellung 2
BEFPOS21 BOOLEAN Befehl für Wechsel von Stellung 2 zu Stellung 1

3.14.5 Einstellungen
Tabelle 51: VSGGIO Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Funktion Aus / Ein
Ein
CtlModel Dir Norm - - Dir Norm Spezifiziert den Steuerungsmodelltyp
SBO Enh nach IEC 61850
Modus Permanent - - Gepulst Betriebsmodus
Gepulst
tSelect 0,000 - 60,000 s 0,001 30,000 Max. Zeit zwischen Auswahlsignal und
Ausführungssignal
tPulse 0,000 - 60,000 s 0,001 0,200 Befehlsimpulslänge

3.14.6 Anwendung
Bei der Funktion Mini-Wahlschalter (VSGGIO) handelt es sich um eine
Mehrzweckfunktion, die im Konfigurationstool des PCM600 für eine Vielzahl von
Anwendungen als Mehrzweckschalter genutzt wird. VSGGIO kann verwendet
werden, um eine externe Schaltstellung über die Eingänge IPOS1 und IPOS2 zu
ermitteln und diese als Blindschaltbildsymbole (SLD-Symbole) darzustellen.
Darüber hinaus können diese Informationen in der Konfiguration über die
Ausgänge POS1 und POS2 verwendet werden. Die Funktion kann aber auch
Schaltbefehle über die Ausgänge BEFPOS12 und BEFPOS21 erteilen.

90 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
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Der Ausgang POSITION ist ein Ausgang mit Integerwert, der die aktuelle Stellung
als Ganzzahl (0 - 3) anzeigt.

Ein Anwendungsbeispiel mit der Konfiguration von VSGGIO zum Ein-/


Ausschalten der automatischen Wiedereinschaltung über ein Tastensymbol auf der
lokalen HMI wird in Abbildung "" gezeigt. Die Ein- ("I") und Austasten ("O") an
der lokalen HMI dienen zum Ein-/Ausschalten.

INVERTER
VSGGIO
INPUT OUT
IPOS1
IPOS2
DARREC
POS2 RECL_ON AR_ON

Pos1 = OFF Control_of_Autorecloser_from_local_


HMI_through_Selector_mini_switch=
Pos2 = ON
IEC09000618=1=de=Original.vsd
IEC09000618 V1 DE

Abb. 35: Steuerung der automatischen Wiedereinschaltung über die lokale


HMI mithilfe des Mini-Wahlschalters

3.14.7 Funktionsweise
Die Funktion Mini-Wahlschalter (VSGGIO) kann für zwei Zwecke genutzt werden
– auf dieselbe Weise, wie Schaltsteuerfunktionen (GNRLCSWI) verwendet werden:

• zur Anzeige auf dem Blindschaltbild (SLD). Die Stellung wird über die
Eingänge IPOS1 und IPOS2 ermittelt und über die Ausgänge POS1 und POS2
an die Konfiguration weitergeleitet oder an IEC 61850 mittels Bericht oder
GOOSE übertragen.
• für Befehle, die über die lokale HMI empfangen und über die Ausgänge
BEFPOS12 und BEFPOS21 weitergeleitet wurden.
Der Ausgang BEFPOS12 wird gesetzt, wenn die Funktion einen EIN-Befehl
von der lokalen HMI empfängt. Dies setzt voraus, dass das SLD angezeigt
wird und das Objekt gewählt ist.
Der Ausgang BEFPOS21 wird gesetzt, wenn die Funktion einen AUS-Befehl
von der lokalen HMI empfängt. Dies setzt voraus, dass das SLD angezeigt
wird und das Objekt gewählt ist.

Für eine Anzeige im SLD ist es wichtig, dass das Symbol einem
steuerbaren Objekt zugeordnet ist. Andernfalls wird das Symbol
nicht angezeigt. Ein Symbol kann im GDE-Tool (Grafischer
Display Editor) in PCM600 erzeugt und konfiguriert werden.

630 Serie 91
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Abschnitt 3 1MRS757550 A
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Wie ersichtlich ist, können Anzeigen und Befehle in Doppelbit-Darstellung


erfolgen, wobei eine Signalkombination an den Ein-/Ausgängen für das
gewünschte Resultat sorgt.

In der folgenden Tabelle wird die Beziehung zwischen den Eingängen IPOS1/
IPOS2 und den Namen der im SLD dargestellten Zeichenfolgen gezeigt. Der Wert
der Zeichenfolgen wird im Parametereinstellungstool festgelegt.
IPOS1 IPOS2 Name der angezeigten Standardwert für Zei‐
Zeichenfolge chenfolge
0 0 PosUndefined P00
1 0 Position1 P01
0 1 Position2 P10
1 1 PosBadState P11

3.15 Testmodusfunktionalität (TESTMODE)

3.15.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Testmodusfunktionalität TESTMODE - -

3.15.2 Funktionalität
Bei Aktivierung der TESTMODE-Funktion werden die Schutzfunktionen im IED
automatisch blockiert. Die Blockierung lässt sich dann einzeln für jede
Schutzfunktion über die lokale HMI oder das PST für erforderliche Tests aufheben.

Wenn ein Binäreingang verwendet wird, um das IED in den


Testmodus zu schalten und ein Parameter geändert wird, der einen
Neustart erforderlich macht, kehrt das IED in den Testmodus
zurück, wobei alle Funktionen blockiert werden. Diese Blockierung
gilt auch für Funktionen, die vor der Änderung wieder freigegeben
waren. Während der erneuten Umschaltung in den Testmodus wird
die Blockierung der Funktionen für einen kurzen Moment
aufgehoben, wodurch es zu einem ungewollten kurzzeitigen Betrieb
kommen kann. Dies gilt nur, wenn das IED durch einen
Binäreingang und nicht durch das lokale HMI in den Testmodus
geschaltet wird.

Beim Verlassen des TESTMODE werden alle Blockierungen aufgehoben. Das IED
kehrt in den normalen Betrieb zurück. Wenn im TESTMODE die Stromversorgung
unterbrochen wird, bleiben sowohl der TESTMODE als auch die Einstellungen
hinsichtlich der blockierten und freigegebenen Funktionen im IED erhalten. Alle

92 630 Serie
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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tests erfolgen mit den im IED eingestellten Werten. Es werden keinen


Einstellungen geändert, somit sind keine Fehler möglich.

Ein Forcieren von binären Ausgangssignalen ist nur möglich, wenn sich das IED
im Testmodus befindet.

3.15.3 Funktionsblock
TESTMODE
INPUT ACTIVE
OUTPUT
SETTING
NOEVENT
TESTfunctionblock
=IEC09000219=1=
de=Original.vsd
IEC09000219 V1 DE

Abb. 36: Funktionsblock TESTMODE

3.15.4 Signale

Tabelle 52: TESTMODE Eingangssignale


Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Setzt Gerät in Testmodus wenn aktiv

Tabelle 53: TESTMODE Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
ACTIVE BOOLEAN Gerät in Testmodus wenn aktiv
Ausgang BOOLEAN Testeingang ist aktiv
Einstellung BOOLEAN Parameter Testmode ist Ein oder Aus
Keine Ereignisse BOOLEAN Ereignis blockiert während Testmodus

3.15.5 Einstellungen

Tabelle 54: TESTMODE "Non Group" Einstellungen (basis)


Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
TESTMODUS Aus - - Aus Testmodus ist betriebsbereit (EIN) oder
Ein nicht (OFF)
EventDeakt. Aus - - Aus Ereignis blockiert während Testmodus
Ein
BefTestBit Aus - - Aus Befehlbit verlangt im Testmodus Ja/Nein
Ein

630 Serie 93
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.15.6 Anwendung
Die Schutz- und Steuergeräte verfügen über viele integrierte Funktionen. Um die
Prüfprozedur zu vereinfachen, haben die Geräte die Möglichkeit, individuell
einzelne, mehrere oder alle Funktionen zu blockieren.

Man kann also erkennen, wann eine Funktion aktiviert ist oder auslöst. Der
Benutzer hat dadurch auch die Möglichkeit, die Auslösung von mehreren
zugehörigen Funktionen zu verfolgen, um die korrekte Funktionalität und Teile der
Konfiguration usw. zu überprüfen.

3.15.7 Funktionsweise
Für eine Funktionsprüfung sollte das IED in den Testmodus geschaltet werden. Es
gibt zwei Möglichkeiten, das IED in den Testmodus zu schalten:

• Eine entsprechende Konfiguration sorgt dafür, dass das binäre Eingangssignal


des Funktionsblockes TESTMODUS aktiviert wird.
• Der Funktionsblock Testmodus lässt sich aktivieren durch Wahl der Option
Ein im lokalen HMI unter: Tests/IED TESTMODUS/1:TESTMODUS.

Solange sich das IED im Testmodus befindet, ist der Aktiv-Ausgang des
Funktionsblockes TESTMODUS aktiviert. Die beiden nächsten Ausgänge des
Funktionsblockes TESTMODUS zeigen den Urheber des Status "Testmodus: Ein"
über den Blockeingang per Konfiguration (Ausgang-Ausgang ist aktiviert) oder per
Einstellung über lokale HMI (Einstellung-Ausgang ist aktiviert).

Solange sich das IED im Testmodus befindet, blinkt die gelbe Anrege-LED und
sind alle Funktionen blockiert. Jede Funktion kann dann einzeln bezüglich
Funktionalität und Ereignissignalisierung freigegeben werden.

Ein Forcieren von binären Ausgangssignalen ist nur möglich, wenn sich das IED
im Testmodus befindet.

Die meisten Gerätefunktionen können über die lokale HMI einzeln blockiert
werden. Für eine derartige Blockierung muss das IED in den Testmodus geschaltet
werden (Aktiv-Ausgang ist aktiviert). Beim Verlassen des Testmodus und
Wechseln in den normalen Betriebsmodus werden diese Blockierungen
aufgehoben, sodass ein normaler Betrieb möglich ist. Alle Tests erfolgen mit den
im IED eingestellten Werten. Es werden keinen Einstellungen geändert, somit sind
keine Fehler möglich.

Die blockierten Funktionen sind bei einer Rückkehr in den Testmodus weiterhin
blockiert, wenn die Blockierung nicht explizit aufgehoben (zurückgesetzt) wurde.

Die Blockierung einer Funktion wirkt sich auf alle Ausgangssignale aus, d.h., dass
keine Ausgänge aktiviert werden.

94 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Wenn ein Binäreingang verwendet wird, um das IED in den


Testmodus zu schalten und ein Parameter geändert wird, der einen
Neustart erforderlich macht, kehrt das IED in den Testmodus
zurück, wobei alle Funktionen blockiert werden. Diese Blockierung
gilt auch für Funktionen, die vor der Änderung wieder freigegeben
waren. Während der erneuten Umschaltung in den Testmodus wird
die Blockierung der Funktionen für einen kurzen Moment
aufgehoben, wodurch es zu einem ungewollten kurzzeitigen Betrieb
kommen kann. Dies gilt nur, wenn das IED durch einen
Binäreingang und nicht durch das lokale HMI in den Testmodus
geschaltet wird.

Der Funktionsblock TESTMODUS kann verwendet werden, um Funktionen


automatisch zu blockieren, wenn ein Prüfstecker in eine Prüfbuchse eingesetzt
wird. Ein Kontakt in der Prüfbuchse (z.B. Kontakte 29-30 bei ABB RTXP24) kann
einen Binäreingang beschalten, der wiederum den Funktionsblock TESTMODUS
aktiviert.

Jede Schutzfunktion erhält die Blockierung vom TESTMODUS-Funktionsblock.

Die Funktionen können auch daran gehindert werden, Ereignisse über den
IEC-61850-Stationsbus zu senden. Dadurch wird vermieden, dass Stations- und
SCADA-Datenbanken mit Testereignissen, z.B. während eines Wartungstests,
überfüllt werden.

3.16 Stördatenbericht

3.16.1 Funktionalität
Vollständige und zuverlässige Informationen über Störungen im Primär- und/oder
Sekundärsystem sowie eine durchgängige Ereignisprotokollierung sind durch die
Funktion "Stördatenbericht" gewährleistet.

Im Stördatenbericht, der immer Bestandteil des Gerätes ist, werden die


abgetasteten Daten von allen ausgewählten Analogeingangs- und Binärsignalen,
die mit dem Funktionsblock verbunden sind, d. h. maximal 40 Analog- und 64
Binärsignale, erfasst.

Die Funktionalität "Stördatenbericht" ist eine allgemeine Bezeichnung für mehrere


Funktionen:

• Ereignisliste
• Anzeigen
• Ereignisaufzeichnung
• Auslösewert-Aufzeichnung
• Störschreiber

630 Serie 95
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Die Funktion "Stördatenbericht" ist hinsichtlich der Konfiguration, der Start-


bedingungen, der Aufzeichnungszeiten und großen Speicherkapazität durch eine
hohe Flexibilität gekennzeichnet.

Eine Störung ist definiert als eine Aktivierung eines Eingangs in den
Funktionsblöcken AxRADR oder BxRBDR , die auf die Auslösung des
Störschreibers eingestellt sind. In die Aufzeichnung werden alle Signale vom
Beginn der Vorfehlerzeit bis zum Ende der Nachfehlerzeit einbezogen.

Alle Stördatenbericht-Aufzeichnungen werden im Gerät im Comtrade-


Standardformat abgespeichert. Das Gleiche gilt für alle Ereignisse, die
kontinuierlich in einem Ringpuffer gespeichert werden. Die lokale HMI wird
verwendet, um Informationen zu den Aufzeichnungen abzurufen. Die Dateien mit
den Stördatenberichten können in das PCM600 (Bedien- und Parametriertool)
hochgeladen und mit dem Tool für die Störungsanalyse weiter analysiert werden.

3.16.2 Stördatenbericht DRRDRE

3.16.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Stördatenbericht DRRDRE - -

3.16.2.2 Funktionsblock
DRRDRE
DRPOFF
RECSTART
RECMADE
CLEARED
MEMUSED

IEC09000347-1-en.vsd
IEC09000347 V1 EN

Abb. 37: Funktionsblock DRRDRE

3.16.2.3 Signale
Tabelle 55: DRRDRE-Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
DRPOFF BOOLEAN Stördatenbericht-Funktion ausgeschaltet
RECSTART BOOLEAN Stördatenberichtserstellung gestartet
RECMADE BOOLEAN Stördatenberichtserstellung abgeschlossen
GELÖSCHT BOOLEAN Alle Störungen im Stördatenbericht gelöscht
MEMUSED BOOLEAN Mehr als 80 % des Speichers verwendet

96 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.16.2.4 Einstellungen
Tabelle 56: DRRDRE Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Funktion Aus / Ein
Ein
Vor-Triggerzeit 0,05 - 3,00 s 0,01 0,10 Vor-Fehleraufzeichnungslänge
Nach-Triggerzeit 0,1 - 10,0 s 0,1 0,5 Nach-Fehleraufzeichnungslänge
Aufzeichnungszeitlimit 0,5 - 8,0 s 0,1 1,0 Fehleraufzeichnungszeitlimit
Nach-Retrig Aus - - Aus Nach-Fehler-Retrigger aktiviert
Ein
Max Anz.Aufzeichnun‐ 10 - 100 - 1 100 Maximale Anzahl der gespeicherten Stö‐
gen rungen
Referenzkanal 1 - 30 Ka 1 1 Auslösewertschreiber, Vektor-Referenz‐
kanal
Test Betriebsmodus Aus - - Aus Betriebsmodus während Testmodus
Ein

3.16.2.5 Überwachte Daten


Tabelle 57: DRRDRE – Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
DRPOFF BOOLEAN 0=FALSCH - Stördatenbericht-Funkti‐
1=WAHR on ausgeschaltet
RECSTART BOOLEAN 0=FALSCH - Stördatenberichtserstel‐
1=WAHR lung gestartet
RECMADE BOOLEAN 0=FALSCH - Stördatenberichtserstel‐
1=WAHR lung abgeschlossen
GELÖSCHT BOOLEAN 0=FALSCH - Alle Störungen im Stör‐
1=WAHR datenbericht gelöscht
MEMUSED BOOLEAN 0=FALSCH - Mehr als 80 % des Spei‐
1=WAHR chers verwendet
Verw. Speicher INTEGER - Prozent Verwendeter Speicher
(0-100 %)
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 1 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 1 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 1 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 1 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 2 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 2 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 2 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 2 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 3 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 3 aktiviert
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 97
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 3 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 3 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 4 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 4 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 4 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 4 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 5 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 5 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 5 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 5 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 6 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 6 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 6 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 6 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 7 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 7 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 7 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 7 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 8 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 8 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 8 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 8 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 9 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 9 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 9 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 9 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 10 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 10 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 10 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 10 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 11 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 11 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 11 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 11 aktiviert
Fortsetzung auf nächster Seite

98 630 Serie
Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 12 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 12 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 12 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 12 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 13 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 13 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 13 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 13 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 14 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 14 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 14 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 14 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 15 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 15 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 15 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 15 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 16 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 16 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 16 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 16 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 17 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 17 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 17 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 17 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 18 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 18 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 18 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 18 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 19 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 19 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 19 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 19 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 20 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 20 aktiviert
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630 Serie 99
Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 20 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 20 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 21 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 21 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 21 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 21 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 22 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 22 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 22 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 22 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 23 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 23 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 23 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 23 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 24 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 24 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 24 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 24 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 25 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 25 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 25 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 25 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 26 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 26 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 26 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 26 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 27 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 27 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 27 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 27 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 28 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 28 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 28 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 28 aktiviert
Fortsetzung auf nächster Seite

100 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 29 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 29 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 29 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 29 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 30 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 30 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 30 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 30 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 31 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 31 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 31 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 31 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 32 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 32 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 32 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 32 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 33 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 33 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 33 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 33 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 34 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 34 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 34 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 34 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 35 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 35 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 35 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 35 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 36 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 36 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 36 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 36 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 37 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 37 aktiviert
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630 Serie 101


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 37 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 37 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 38 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 38 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 38 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 38 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 39 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 39 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 39 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 39 aktiviert
Triggerpegel bei Un‐ BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Unter‐
terschreit. Ka 40 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 40 aktiviert
Trg-pegel bei Übers. BOOLEAN 0=FALSCH - Triggerpegel bei Über‐
KA 40 1=WAHR schreitung für den analo‐
gen Kanal 40 aktiviert
Fehlernummer AUS - - Störungs-/Fehlernummer

3.16.3 Analoge Eingangssignale (AxRADR)

3.16.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Analoge Eingangssignale A1RADR - -
Analoge Eingangssignale A2RADR - -
Analoge Eingangssignale A3RADR - -

3.16.3.2 Funktionsblock
A1RADR
^GRPINPUT1
^GRPINPUT2
^GRPINPUT3
^GRPINPUT4
^GRPINPUT5
^GRPINPUT6
^GRPINPUT7
^GRPINPUT8
^GRPINPUT9
^GRPINPUT10

IEC09000349-1-en.vsd
IEC09000349 V1 EN

Abb. 38: A1RADR Funktionsblock, analoge Eingänge, Beispiel für A1RADR,


A2RADR und A3RADR

102 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.16.3.3 Signale

A1RADR - A3RADR Eingangssignale


Tabellen mit Eingangssignalen für A1RADR, A2RADR und A3RADR sind
identisch (außer GRPEINGANG-Nummer).

• A1RADR, GRPEINGANG1 - GRPEINGANG10


• A2RADR, GRPEINGANG11 - GRPEINGANG20
• A3RADR, GRPEINGANG21 - GRPEINGANG30

Tabelle 58: A1RADR-Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
GRPEINGANG1 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 1
SIGNAL
GRPEINGANG2 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 2
SIGNAL
GRPEINGANG3 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 3
SIGNAL
GRPEINGANG4 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 4
SIGNAL
GRPEINGANG5 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 5
SIGNAL
GRPEINGANG6 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 6
SIGNAL
GRPEINGANG7 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 7
SIGNAL
GRPEINGANG8 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 8
SIGNAL
GRPEINGANG9 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 9
SIGNAL
GRPEINGANG10 GRUPPEN‐ - Gruppensignal für Eingang 10
SIGNAL

3.16.3.4 Einstellungen

A1RADR - A3RADR - Einstellungen


Tabellen mit Einstellungen für A1RADR, A2RADR und A3RADR sind identisch
(außer Kanalnummer).

• A1RADR, Kanal 01 - Kanal 10


• A2RADR, Kanal 11 - Kanal 20
• A3RADR, Kanal 21 - Kanal 30

630 Serie 103


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Tabelle 59: A1RADR Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Ka 1 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 2 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 3 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 4 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 5 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 6 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 7 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 8 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 9 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 10 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein

Tabelle 60: A1RADR Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Nennwert Ka 1 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 1
Unterer Triggerka. 1 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 1 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 1 tung für den analogen Kanal 1 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 1 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 1 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 1 für den analogen Kanal 1 in % des Signals
Nennwert Ka 2 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 2
Unterer Triggerka. 2 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 2 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 2 tung für den analogen Kanal 2 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 2 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 2 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 2 für den analogen Kanal 2 in % des Signals
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104 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Nennwert Ka 3 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 3
Unterer Triggerka. 3 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 3 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 3 tung für den analogen Kanal 3 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 3 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 3 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 3 für den analogen Kanal 3 in % des Signals
Nennwert Ka 4 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 4
Unterer Triggerka. 4 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 4 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 4 tung für den analogen Kanal 4 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 4 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 4 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 4 für den analogen Kanal 4 in % des Signals
Nennwert Ka 5 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 5
Unterer Triggerka. 5 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 5 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 5 tung für den analogen Kanal 5 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 5 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 5 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 5 für den analogen Kanal 5 in % des Signals
Nennwert Ka 6 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 6
Unterer Triggerka. 6 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 6 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 6 tung für den analogen Kanal 6 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 6 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 6 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 6 für den analogen Kanal 6 in % des Signals
Nennwert Ka 7 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 7
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630 Serie 105


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Unterer Triggerka. 7 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 7 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 7 tung für den analogen Kanal 7 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 7 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 7 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 7 für den analogen Kanal 7 in % des Signals
Nennwert Ka 8 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 8
Unterer Triggerka. 8 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 8 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 8 tung für den analogen Kanal 8 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 8 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 8 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 8 für den analogen Kanal 8 in % des Signals
Nennwert Ka 9 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 9
Unterer Triggerka. 9 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 9 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 9 tung für den analogen Kanal 9 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 9 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 9 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 9 für den analogen Kanal 9 in % des Signals
Nennwert Ka 10 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 10
Unterer Triggerka. 10 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 10 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 10 tung für den analogen Kanal 10 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 10 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 10 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 10 für den analogen Kanal 10 in % des Sig‐
nals

106 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.16.4 Analoge Eingangssignale (A4RADR)

3.16.4.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Analoge Eingangssignale A41RADR - -

3.16.4.2 Funktionsblock
A4RADR
^INPUT31
^INPUT32
^INPUT33
^INPUT34
^INPUT35
^INPUT36
^INPUT37
^INPUT38
^INPUT39
^INPUT40

IEC09000351-1-en.vsd
IEC09000351 V1 EN

Abb. 39: Funktionsblock A4RADR, abgeleitete Analogeingänge

3.16.4.3 Signale
Tabelle 61: A4RADR-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
Eingang31 REAL 0 Analogkanal 31
Eingang32 REAL 0 Analogkanal 32
Eingang33 REAL 0 Analogkanal 33
Eingang34 REAL 0 Analogkanal 34
Eingang35 REAL 0 Analogkanal 35
Eingang36 REAL 0 Analogkanal 36
Eingang37 REAL 0 Analogkanal 37
Eingang38 REAL 0 Analogkanal 38
Eingang39 REAL 0 Analogkanal 39
Eingang40 REAL 0 Analogkanal 40

630 Serie 107


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.16.4.4 Einstellungen
Tabelle 62: A4RADR Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Ka 31 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 32 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 33 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 34 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 35 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 36 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 37 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 38 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 39 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein
Funktion Ka 40 Aus - - Aus Funktion Ein / Aus
Ein

Tabelle 63: A4RADR Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Nennwert Ka 31 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 31
Unterer Triggerka. 31 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 31 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 31 tung für den analogen Kanal 31 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 31 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 31 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 31 für den analogen Kanal 31 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 32 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 32
Unterer Triggerka. 32 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 32 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 32 tung für den analogen Kanal 32 in % des
Signals
Fortsetzung auf nächster Seite

108 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Oberer Trigger KA 32 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 32 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 32 für den analogen Kanal 32 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 33 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 33
Unterer Triggerka. 33 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 33 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 33 tung für den analogen Kanal 33 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 33 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 33 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 33 für den analogen Kanal 33 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 34 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 34
Unterer Triggerka. 34 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 34 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 34 tung für den analogen Kanal 34 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 34 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 34 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 34 für den analogen Kanal 34 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 35 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 35
Unterer Triggerka. 35 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 35 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 35 tung für den analogen Kanal 35 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 35 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 35 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 35 für den analogen Kanal 35 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 36 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 36
Unterer Triggerka. 36 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 36 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 36 tung für den analogen Kanal 36 in % des
Signals
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 109


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Oberer Trigger KA 36 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 36 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 36 für den analogen Kanal 36 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 37 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 37
Unterer Triggerka. 37 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 37 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 37 tung für den analogen Kanal 37 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 37 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 37 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 37 für den analogen Kanal 37 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 38 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 38
Unterer Triggerka. 38 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 38 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 38 tung für den analogen Kanal 38 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 38 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 38 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 38 für den analogen Kanal 38 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 39 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 39
Unterer Triggerka. 39 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 39 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 39 tung für den analogen Kanal 39 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 39 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 39 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 39 für den analogen Kanal 39 in % des Sig‐
nals
Nennwert Ka 40 0,0 - 999999,9 - 0,1 0,0 Nennwert für analogen Kanal 40
Unterer Triggerka. 40 Aus - - Aus Triggerpegel bei Unterschreitung für den
Ein analogen Kanal 40 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
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110 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Triggerschwellw. bei Un‐ 0 - 200 % 1 50 Triggerschwellenwert bei Unterschrei‐
terschreit. Ka 40 tung für den analogen Kanal 40 in % des
Signals
Oberer Trigger KA 40 Aus - - Aus Triggerpegel bei Überschreitung für den
Ein analogen Kanal 40 verwenden (Ein) oder
nicht verwenden (Aus)
Trg-schwellw. bei Übers. 0 - 5000 % 1 200 Triggerschwellenwert bei Überschreitung
KA 40 für den analogen Kanal 40 in % des Sig‐
nals

3.16.5 Binäreingangssignale (BxRBDR)

3.16.5.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Binäreingangssignale B1RBDR - -
Binäreingangssignale B2RBDR - -
Binäreingangssignale B3RBDR - -
Binäreingangssignale B4RBDR - -

3.16.5.2 Signale

B1RBDR - B4RBDR Eingangssignale


Die Tabellen für die Eingangssignale für B1RBDR - B4RBDR sind alle identisch
außer der Eingangsnummer.

• B1RBDR, Eingang1 - Eingang16


• B2RBDR, Eingang17 - Eingang32
• B3RBDR, Eingang33 - Eingang48
• B4RBDR, Eingang49 - Eingang64

Tabelle 64: B1RBDR EINGANGssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
EINGANG1 BOOLEAN 0 Binärkanal 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Binärkanal 2
EINGANG3 BOOLEAN 0 Binärkanal 3
EINGANG4 BOOLEAN 0 Binärkanal 4
EINGANG5 BOOLEAN 0 Binärkanal 5
EINGANG6 BOOLEAN 0 Binärkanal 6
EINGANG7 BOOLEAN 0 Binärkanal 7
EINGANG8 BOOLEAN 0 Binärkanal 8
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630 Serie 111


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
EINGANG9 BOOLEAN 0 Binärkanal 9
EINGANG10 BOOLEAN 0 Binärkanal 10
EINGANG11 BOOLEAN 0 Binärkanal 11
EINGANG12 BOOLEAN 0 Binärkanal 12
EINGANG13 BOOLEAN 0 Binärkanal 13
EINGANG14 BOOLEAN 0 Binärkanal 14
EINGANG15 BOOLEAN 0 Binärkanal 15
EINGANG16 BOOLEAN 0 Binärkanal 16

3.16.5.3 Einstellungen

B1RBDR - B4RBDR - Einstellungen


Die Tabellen zu den Einstellungen für B1RBDR - B4RBDR sind alle identisch
außer für die Binärkanalnummern.

• B1RBDR, Kanal 1 - Kanal 16


• B2RBDR, Kanal 17 - Kanal 32
• B3RBDR, Kanal 33 - Kanal 48
• B4RBDR, Kanal 49 - Kanal 64

Tabelle 65: B1RBDR Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Triggeranreg. 1 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 1 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 1 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 2 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 2 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 2 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 3 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 3 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 3 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 4 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
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112 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Setze LED 4 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 4 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 5 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 5 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 5 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 6 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 6 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 6 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 7 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 7 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 7 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 8 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 8 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 8 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 9 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 9 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 9 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 10 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 10 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 10 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 11 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 11 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 11 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 113


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Triggeranreg. 12 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 12 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 12 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 13 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 13 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 13 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 14 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 14 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 14 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 15 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 15 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 15 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung
Triggeranreg. 16 Aus - - Aus Triggeranregung Ein/Aus
Ein
Setze LED 16 Aus - - Aus Status-LED an HMI für Binärkanal 16 set‐
Anregung zen
Auslösung
Anregung und Aus‐
lösung

Tabelle 66: B1RBDR Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Triggerpegel 1 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 1
K1 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 1 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 2 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 2
K2 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 2 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 3 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 3
K3 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 3 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
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114 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Triggerpegel 4 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 4
K4 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 4 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 5 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 5
K5 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 5 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 6 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 6
K6 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 6 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 7 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 7
K7 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 7 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 8 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 8
K8 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 8 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 9 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 9
K9 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 9 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 10 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 10
K10 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 10 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 11 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 11
K11 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 11 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 12 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 12
K12 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 12 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 13 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 13
K13 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 13 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 14 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 14
K14 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 14 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 15 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 15
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630 Serie 115


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


K15 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 15 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen
Triggerpegel 16 Trigger bei 0 - - Trigger bei 1 Trigger bei positiver (1) bzw. negativer
Trigger bei 1 (0) Flanke für den Binäreingang 16
K16 Anz. Ereignisliste Verbergen - - Verbergen Ereignismaske für den Binärkanal 16 in
Zeigen Ereignisliste aufnehmen

3.16.6 Anwendung
Um schnelle, vollständige und zuverlässige Informationen über Störfälle im
Primär- bzw. Sekundärsystem zu bekommen, ist es wichtig, Angaben zu
Fehlerströmen, Spannungen und Ereignissen zusammenzutragen. Weiterhin ist es
wichtig, eine kontinuierliche Ereignisprotokollierung zu etablieren, um für die
Überwachung einen Gesamtüberblick zu haben. Dies wird über die Funktion
"Stördatenbericht" erreicht, die für ein besseres Verständnis des Verhaltens des
Energiesystems und der entsprechenden Primär- und Sekundärausrüstungen
während und nach einem Störfall sorgt. Eine Analyse der aufgezeichneten Daten
liefert wertvolle Informationen, die zur Beurteilung eines Störfalls herangezogen
werden können und aufgrund derer z.B. der IED-Einstellungsplan verbessert
werden kann. Diese Informationen können auch langfristig verwendet werden, z.B.
für die Planung und Konzeptionierung neuer Anlagen. Somit kann eine
Stördatenaufzeichnung auch als Teil der Funktionsanalyse (FA) dienen.

Im Stördatenbericht , der immer Bestandteil des IED ist, werden die abgetasteten
Daten von allen ausgewählten Analogeingangs- und Binärsignalen, die mit dem
Funktionsblock verbunden sind erfasst (Maximal 30 externe Analogsignale, 10
interne abgeleitete Analogsignale und 64 Binärsignale).

Die Funktion "Stördatenbericht" ist eine allgemeine Bezeichnung für mehrere


Funktionen wie Anzeigen, Ereignisaufzeichnung, Ereignisliste, Auslösewert-
Aufzeichnung, Störschreiber.

Die Funktion "Stördatenbericht" ist hinsichtlich der Konfiguration, der


Startbedingungen, der Aufzeichnungslängen und großen Speicherkapazität durch
eine hohe Flexibilität gekennzeichnet. So ist der Stördatenbericht nicht von der
Ausführung von Schutzfunktionen abhängig und kann auch Störfälle aufzeichnen,
die durch nicht durch Schutzfunktionen getriggert wurden. Der Stördatenbericht
kann als erweiterter unabhängiger Störschreiber verwendetet werden.

Alle Stördatenbericht-Aufzeichnungen werden im IED abgespeichert. Das Gleiche


gilt für alle Ereignisse, die kontinuierlich in einem Ringpuffer gespeichert werden.
Die lokale HMI wird verwendet, um Informationen zu den Aufzeichnungen
abzurufen. Die Dateien der Stördatenberichte können aber in den PCM600
hochgeladen und mit dem Tool für die Bearbeitung von Störungen weiter
analysiert werden.

116 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Wenn das IED mit einem Stationsbus (IEC 61850-8-1) gemäß IEC 61850
verbunden ist, sind auf dem Bus Informationen aus Störschreiber und Fehlerorter
verfügbar.

3.16.7 Funktionsweise
Der Störbericht ist eine allgemeine Bezeichnung für mehrere Funktionen, die
Bediener, Analysetechniker usw. mit ausreichenden Informationen über die
Ereignisse im System versorgen.

Die im Störbericht enthaltenen Funktionen sind:

• Allgemeine Störinformationen
• Anzeigen
• Ereignisaufzeichnung
• Ereignisliste
• Auslösewert-Aufzeichnung
• Störschreiber

Abbildung 40 zeigt die Beziehungen zwischen dem Störbericht, den enthaltenen


Funktionen und den Funktionsblöcken. Ereignisliste, Ereignisaufzeichnung und
Anzeigen verwenden Informationen aus den Binäreingangs-Funktionsblöcken
(BxRBDR). Die Auslösewert-Aufzeichnung verwendet analoge Informationen aus
den Analogeingangs-Funktionsblöcken (AxRADR). Der Störschreiber erfasst
Informationen aus sowohl AxRADR und BxRBDR.

A1-4RADR Stördatenaufzeichnung

A4RADR RDRE
Analogsignale
Auslösewert-
Aufzeichnung

Störschreiber
B1-4RBDR

Binärsignale B4RBDR
Ereignisliste

Ereignisaufzeichnungen

Meldungen

IEC09000136_en_1.vsd
IEC09000136 V1 DE

Abb. 40: Störbericht und zugehörige Funktionsblöcke

630 Serie 117


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Der gesamte Störbericht kann Informationen für eine bestimmte Anzahl von
Aufzeichnungen enthalten, wobei die Daten jeder Aufzeichnung aus den oben
genannten Teilen stammen. Die Ereignisliste arbeitet kontinuierlich und
unabhängig von der Störauslösung, der Aufzeichnungslänge usw. Sämtliche
Informationen des Störberichts werden in nicht flüchtigen Flash-Speichern
gespeichert. Dies bedeutet, dass keine Information verloren gehen kann, sollte es
zu einem Ausfall der Hilfsenergieversorgung kommen. Jeder Bericht erhält eine
Identifikationsnummer im Bereich von 0 bis 999.

Disturbance report

Record no. N Record no. N+1 Record no. N+100

General dist. Trip Event Disturbance


Indications Event list
information values recordings recording

en05000161.vsd
IEC05000161 V1 DE

Abb. 41: Struktur des Störberichts

Es können bis zu 100 Störberichte gespeichert werden. Soll ein neuer Störbericht
bei bereits vollem Speicher gespeichert werden, wird der älteste Störbericht mit
dem neuen überschrieben. Die Gesamtkapazität für die Aufzeichnungen des
Störschreibers hängt von der Abtastfrequenz, der Anzahl der Analog- und
Binärkanäle sowie von der Aufzeichnungslänge ab. In einem System mit 50 Hz ist
es möglich, 100 Aufzeichnungen zu speichern, wobei die maximale
Aufzeichnungslänge 3,4 Sekunden beträgt. Die begrenzte Speicherkapazität
beeinträchtigt dabei jedoch nicht die anderen Bestandteile des Störberichts
(Ereignisliste, Ereignisaufzeichnung, Anzeigen und Auslösewert-Aufzeichnung).

3.16.7.1 Störinformationen

Datum und Uhrzeit der Störung, Anzeigen, Ereignisse, Fehlerposition und


Auslösewerte sind in der lokalen LHMI verfügbar. Für einen vollständigen
Stördatenbericht ist die Verwendung eines PC und PCM600 erforderlich. Der PC
kann mit der vorderen oder der hinteren IED-Schnittstelle oder fern über den
Stationsbus (Ethernet-Ports) angeschlossen werden.

3.16.7.2 Anzeigen

Anzeigen sind eine Auflistung von Signalen, die während der


Gesamtaufzeichnungslänge des Störfalls aktiviert wurden (ohne Zeitstempel).
Siehe Abschnitt zu den Anzeigen für weitere Informationen.

118 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.16.7.3 Ereignisaufzeichnung

Die Ereignisaufzeichnung kann eine Liste mit bis zu 150 Ereignissen mit
Zeitstempel enthalten, die während des Störfalls auftraten. Die Informationen sind
über die lokale HMI oder den PCM600 abrufbar. Siehe Abschnitt zur
Ereignisaufzeichnung für weitere Informationen.

3.16.7.4 Ereignisliste

Die Ereignisliste kann eine Liste mit insgesamt 1000 Ereignissen mit Zeitstempel
enthalten. Die Informationen der Liste werden kontinuierlich aktualisiert, wenn
sich für ausgewählte Binärsignale der Status ändert. Die ältesten Daten werden
überschrieben. Die erfassten Signale werden entweder in der lokalen HMI,
WebHMI oder im PCM600 abgebildet. Siehe Abschnitt zur Ereignisliste für
weitere Informationen.

3.16.7.5 Auslösewert-Aufzeichnung

Die aufgezeichneten Auslösewerte enthalten Vektoren ausgewählter Analogsignale


aus Zeiträumen vor und während des Störfalls. Siehe Abschnitt zur Auslösewert-
Aufzeichnung für weitere Informationen.

3.16.7.6 Störschreiber

Der Störschreiber erfasst Daten aus Analog- und Binärsignalen aus Zeiträumen
während und nach dem Störfall. Siehe Abschnitt zum Störschreiber für weitere
Informationen.

3.16.7.7 Absolutzeiterfassung

Das IED verfügt über einen eingebauten Echtzeit-Kalender mit Uhr. Diese
Funktion wird für die gesamte Absolutzeiterfassung innerhalb des
Stördatenberichtes verwendet.

3.16.7.8 Aufzeichnungslängen

Der Stördatenbericht zeichnet Informationen zu einem Störfall während eines


einstellbaren Zeitraums auf. Die Aufzeichnungslängen gelten für den gesamten
Stördatenbericht. Der Störschreiber, die Ereignisaufzeichnung und die Anzeigen
erfassen Stördaten und -ereignisse während der Gesamtaufzeichnungslänge
(tRecording).

Die Gesamtaufzeichnungslänge, tRecording, eines aufgezeichneten Störfalls


errechnet sich folgendermaßen:

tRecording = Vor-Triggerzeit + tFault (Länge des Fehlers) + Nach-Triggerzeit oder Vor-Triggerzeit +


Aufzeichnungszeitlimit; dies ist abhängig davon, welches Kriterium die aktuelle Störda‐
tenaufzeichnung stoppt.

630 Serie 119


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

IEC09000708 V1 DE

Abb. 42: Definition der Aufzeichnungslänge

Vor-Trig‐ Aufzeichnungslänge vor der Auslösung. Der Zeitraum vor dem Fehler einschließlich der
gerzeit, 1 Auslösezeit des Triggers. Verwenden Sie die Einstellung Vor-Triggerzeit, um diesen Zeit‐
raum einzustellen.
tFault, 2 Fehlerlänge der Aufzeichnung. Die Fehlerlänge kann nicht eingestellt werden. Dieser
Zeitraum gilt so lange wie eine gültige Trigger-Kondition, sei sie analog oder binär, be‐
steht (es sei denn, er wird durch die Aufzeichnungslängengrenze Aufzeichnungszeitlimit
beschränkt).
Nach-Trig‐ Aufzeichnungslänge nach Fehler. Die Stördatenaufzeichnung wird auch dann fortge‐
gerzeit, 3 setzt, nachdem alle aktivierten Trigger rückgesetzt wurden. Verwenden Sie die Einstel‐
lung Nach-Triggerzeit, um diesen Zeitraum einzustellen.
Aufzeich‐ Begrenzt die Aufzeichnungslänge. Die maximal erlaubte Aufzeichnungslänge nach der
nungszeitli‐ Auslösung der Stördatenaufzeichnung. Die Aufzeichnungslängen-Begrenzung wird da‐
mit zu verwendet, die Folgen eines Triggers auszuschließen, der nicht innerhalb eines ange‐
messenen Zeitintervalls rückgesetzt wird. Sie begrenzt die maximale Aufzeichnungslän‐
ge einer Aufzeichnung und verhindert in der Folge ein Überschreiben von bereits gespei‐
cherten Stördaten. Verwenden Sie die Einstellung Aufzeichnungszeitlimit, um diesen Zeit‐
raum einzustellen.

3.16.7.9 Analogsignale

Es können bis zu 40 Analogsignale für die Aufzeichnung durch den Störschreiber


und die Auslösung der Funktion "Stördatenbericht" ausgewählt werden. Von
diesen 40 Signalen sind 30 reserviert für externe Analogsignale aus
Analogeingangsmodulen über Funktionsblöcke mit Vorverarbeitung (SMAI). Die
restlichen 10 Kanäle können an intern errechnete Analogsignale angeschlossen
werden, die als Funktionsblock-Ausgangssignale vorliegen
(Phasendifferenzialströme, Stabilisierungsströme usw.).

120 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

SMAI A1RADR
GRPNAME AI3P A2RADR
AI1NAME AI1 GRPINPUT1 A3RADR
Externe
AI2NAME AI2 GRPINPUT2
Analogsignale
AI3NAME AI3 GRPINPUT3
AI4NAME AI4 GRPINPUT4
AIN GRPINPUT5
GRPINPUT6
...

A4RADR

INPUT31
INPUT32

Interne INPUT33
Analogsignale INPUT34
INPUT35
INPUT36

...

INPUT40
Analog_input_function_bl
ocks=IEC05000653=2=de
=Original.vsd
IEC05000653 V2 DE

Abb. 43: Analogeingangs-Funktionsblöcke

Die externen Eingangssignale werden erfasst und gefiltert und sind dann (nach
Konfiguration) als Eingangssignal am Funktionsblock AxRADR über den
Funktionsblock SMAI verfügbar. Die Informationen werden mit der
Grundabtastfrequenz des Stördatenberichts gespeichert (1000 oder 1200 Hz).
Intern errechnete Signale werden gemäß der Zykluszeit der jeweiligen Funktion
aktualisiert. Wenn eine Funktion bei geringerer Frequenz als die
Grundabtastfrequenz abläuft, verwendet der Störschreiber die zuletzt aktualisierte
Abtastung, bis eine neue aktualisierte Abtastung vorliegt.

Das Anwendungskonfigurationsprogramm (ACT) wird für die analoge


Konfiguration des Stördatenberichts verwendet.

Der Funktionsblock für die Vorverarbeitung (SMAI) errechnet die


Nullsystemwerte bei Fällen, in denen nur die drei Phasen angeschlossen sind (AI4-
Eingang nicht verwendet).SMAI macht die Informationen als
Gruppensignalausgang, Phasenausgänge und errechnete Nullsystemausgänge
verfügbar (AIN-Ausgang). Wenn AI4-Eingänge als Eingangssignale verwendet
werden, sind die entsprechenden Informationen am berechnungsfreien Ausgang
(AI4) des Blocks SMAI verfügbar. Die Signale AxRADR müssen entsprechend
verbunden werden.

Für jedes der Analogsignale gilt: Steht die jeweilige Funktion Ka x, so wird dieser
durch den Störschreiber aufgezeichnet. Der Trigger ist von der Einstellung für die
Funktion Ka x unabhängig und löst auch aus bei einer Einstellung der Funktion auf

630 Serie 121


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Aus. Sowohl Unterspannung als auch Überspannung können als Trigger-


Bedingungen verwendet werden. Das Gleiche gilt für die Stromsignale.

Bei einer Einstellung der Funktion Ka x wird kein Schwingungsverlauf (Abtastung)


aufgezeichnet und grafisch dargestellt. Es werden jedoch Auslösewert, Vorfehler-
und Fehlerwert aufgezeichnet und berichtet. Der Eingangskanal kann nach wie vor
dazu verwendet werden, den Störschreiber auszulösen.

Bei einer Einstellung der Funktion Ka x wird auch ein Schwingungsverlauf


(Abtastung) aufgezeichnet und grafisch dargestellt.

Die Analogsignale werden nur in der Stördatenaufzeichnung abgebildet,


beeinflussen jedoch den gesamten Stördatenbericht, wenn sie als Trigger
verwendet werden.

3.16.7.10 Binärsignale

Bis zu 64 Binärsignale können für den Stördatenbericht ausgewählt werden. Die


Signale können als interne logische oder als Binäreingangssignale ausgewählt
werden. Ein Binärsignal wird für die Aufzeichnung ausgewählt, wenn:

• der zugehörige I/O-Funktionsblock in die Konfiguration eingeschlossen wurde


• das Signal an den Eingang eines Binärrecorder-Funktionsblocks angeschlossen
wurde

Jedes der 64 Signale kann als Trigger des Stördatenberichts ausgewählt werden
(Funktion KA x=Ein/Aus). Ein Binärsignal kann ausgewählt werden zur
Aktivierung der gelben (ANR (Anregung)) und roten (Auslösung) LED an der
lokalen HMI (Setze Start/Trip LED Ka x=Aus/Anregung/Auslösung/Anregung und
Auslösung).

Die ausgewählten Signale werden in der Ereignisaufzeichnung, Ereignisliste und


Stördatenaufzeichnung abgebildet. Sie haben jedoch Einfluss auf den gesamten
Stördatenbericht, wenn sie als Trigger verwendet werden. Die Ereignisse zur
Anzeige in der Ereignisliste werden ebenfalls aus den 64 Signalen ausgewählt Ka X
Anz. Ereignisliste=Anzeigen/Verbergen.

3.16.7.11 Auslösesignale

Die Bedingungen für die Auslösung betreffen den gesamten Stördatenbericht außer
der Ereignisliste, die ununterbrochen weiterläuft. Sobald die letzte Bedingung für
die Auslösung erfüllt ist, wird ein vollständiger Stördatenbericht generiert. Ist
dagegen keine der Bedingungen für die Auslösung erfüllt, so erfolgt kein
Stördatenbericht, keine Anzeige usw. Daher ist es wichtig, die richtigen Signale als
Bedingungen für die Auslösung auszuwählen.

Es gibt folgende Typen der Störschreiber-Auslösung:

122 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

• manuelle Auslösung
• durch binäres Signal
• durch analoges Signal

Manueller Trigger
Ein Stördatenbericht kann über die lokale HMI, WebHMI, PCM600 oder über den
Stationsbus (IEC 61850) manuell ausgelöst werden. Wird der Trigger aktiviert,
wird das Signal für manuellen Start erzeugt. Diese Funktion ist insbesondere für
Testzwecke sinnvoll.

Binärsignal-Trigger
Jeder Binärsignalstatus (logisch 1 oder logisch 0) kann für die Erzeugung eines
Triggers ausgewählt werden (Triggerpegel x = Trigger bei 0/Trigger bei 1). Wenn
ein Binärsignal zur Erzeugung eines Triggers bei logisch 0 ausgewählt wird, wird
das ausgewählte Signal nicht in der Anzeigeliste des Stördatenberichts aufgelistet.

Analogsignal-Trigger
Alle Analogsignale sind für Trigger-Zwecke verfügbar, egal, ob sie im
Stördatenbericht aufgezeichnet werden oder nicht. Die Einstellungen sind Oberer
Trigger KA, Unterer Triggerka., Trg-schwellw. bei Übers. KA und
Triggerschwellw. bei Unterschreit. Ka.

Die Überprüfung der Trigger-Bedingung erfolgt auf der Grundlage von Peak-to-
Peak-Werten. Es wird der absolute Durchschnitt von zwei Spitzenwerten errechnet.
Wenn der Durchschnittswert über dem Schwellenwertpegel für einen
Überspannungs- oder Überstromanregungs-Trigger liegt, wird dieser Trigger mit
einem Größer-Als-Symbol (>) und dem benutzerdefinierten Namen angezeigt.

Wenn der Durchschnittswert unter dem eingestellten Schwellenwertpegel für einen


Unterspannungs- oder Unterstromanregungs-Trigger liegt, wird dieser Trigger mit
einem Kleiner-Als-Symbol (<) und dem Namen angezeigt. Das Verfahren wird für
jeden Kanal einzeln durchgeführt.

Diese Art der Überprüfung der analogen Bedingungen für Anregung ergibt eine
Funktion, die gegenüber einem Gleichspannungsversatz im Signal unempfindlich
ist. Die Auslösezeit für Anregung liegt normalerweise im Bereich eines Zyklus,
20 ms für ein Netzwerk mit 50 Hz.

Alle Informationen zum Unter-/Über-Trigger für die Störaufzeichnung sind auf der
lokalen HMI und über PCM600 verfügbar.

3.16.7.12 Nachfehler-Retrigger

Die Funktion des Stördatenberichts reagiert während einer Aufzeichnung auf keine
erneut auftretende Trigger-Bedingung. Unter bestimmten Umständen kann der
Fehlerzustand während der Nachfehler-Aufzeichnung erneut auftreten, z.B. durch
ein automatisches Wiedereinschalten einer nach wie vor fehlerhaften Stromleitung.

630 Serie 123


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Um den neuen Störfall aufzuzeichnen, ist es möglich, eine erneute Auslösung (Nach-
Retrig = Ein) während der Nachfehlerzeit zuzulassen. Hierdurch startet eine neue
vollständige Aufzeichnung, die über einen bestimmten Zeitraum parallel zur
anfänglichen Aufzeichnung läuft.

Wird der Retrig-Parameter deaktiviert (Nach-Retrig = Aus), startet solange keine


neue Aufzeichnung, bis der Nachfehler-Zeitraum (Nach-Triggerzeit oder
Aufzeichnungszeitlimit) beendet ist. Wenn während des Nachfehler-Zeitraums eine
neue Auslösung erfolgt und diese länger als die vorangegangene Aufzeichnung
dauert, wird eine neue vollständige Aufzeichnung zusammengestellt.

Die Funktion des Stördatenberichts kann bis zu drei Stördatenaufzeichnungen


gleichzeitig vornehmen.

3.16.8 Technische Daten


Tabelle 67: DRPRDRETechnische Daten
Funktion Bereich bzw. Wert Genauigkeit
Vorfehlerzeit (0,05–) s -
Nachfehlerzeit (0,1–10,0) s -
Grenzzeit (0,5–8,0) s -
Maximale Anzahl der Aufzeichnungen 100 -
Auflösung Zeitmarkierung 1 ms Siehe technische Daten
der Zeitsynchronisierung
Maximale Anzahl der Analogeingänge 30 + 10 (extern und intern abge‐ -
leitet)
Maximale Anzahl der Binäreingänge 64 -
Maximale Anzahl der Phasoren in 30 -
der Auslösewert-Aufzeichnung pro
Aufzeichnung
Maximale Anzahl der Anzeigen in ei‐ 64 -
nem Stördatenbericht
Maximale Anzahl der Ereignisse in 150 -
der Ereignis-Aufzeichnung pro Auf‐
zeichnung
Maximale Anzahl der Ereignisse in 1000, Fifo-Verfahren -
der Ereignisliste
Maximale Gesamtaufzeichnungszeit 340 Sekunden (100 Aufzeichnun‐ -
(3,4 s Aufzeichnungszeit und maxi‐ gen) bei 50 Hz, 280 Sekunden
male Anzahl der Kanäle, typischer (80 Aufzeichnungen) bei 60 Hz
Wert)
Abtastgeschwindigkeit 1 kHz bei 50 Hz -
1,2 kHz bei 60 Hz
Aufzeichnungsbandbreite (5–300) Hz -

124 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.17 Selbstüberwachung mit interner Ereignisliste

3.17.1 Funktionalität
Die Funktion "Selbstüberwachung mit interner Ereignisliste" (INTERRSIG und
SELFSUPEVLST) überwacht und reagiert auf interne Systemereignisse, die von
den verschiedenen Elementen der Selbstüberwachung generiert werden. Die
internen Ereignisse werden in einer internen Ereignisliste gespeichert.

3.17.2 Interne Fehlersignale (INTERRSIG)

3.17.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Internes Fehlersignal INTERRSIG - -

3.17.2.2 Funktionsblock
INTERRSIG
FAIL
WARNING
TSYNCERR
RTCERR
INTERSIGFunctionblock=IEC0
9000334=1=de=Original.vsd
IEC09000334 V1 DE

Abb. 44: Funktionsblock INTERRSIG

3.17.2.3 Signale
Tabelle 68: INTERRSIG Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
Fehler BOOLEAN Interner Fehler
WARNUNG BOOLEAN Gerätewarnung
TSYNCERR BOOLEAN Fehler der Zeitsynchronisation
RTCERR BOOLEAN Fehler Echtzeituhr

3.17.2.4 Einstellungen

Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Einstellungen verfügbar.

630 Serie 125


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.17.3 Interne Ereignisliste (SELFSUPEVLST)

3.17.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Kennung IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung Kennung
Interne Ereignisliste SELFSUPEVLST - -

3.17.3.2 Einstellungen

Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Einstellungen verfügbar.

3.17.4 Anwendung
Die Steuer- und Schutzgeräte verfügen über viele Funktionen. Die
Selbstüberwachung mit interner Ereignisliste (SELFSUPEVLST) und internen
Fehlersignalen (INTERRSIG) wird zur Überwachung des IED verwendet. Die
Fehlersignale erleichtern die Analyse und die Ortung eines Fehlers.

Sowohl Hardware- als auch Softwareüberwachung sind enthalten. Weiterhin


können mögliche Fehler über einen Hardwarekontakt am Netzteil-Modul bzw. über
die Softwarekommunikation angezeigt werden.

Interne Ereignisse werden durch die integrierten Überwachungsfunktionen erzeugt.


Die Überwachungsfunktionen überwachen den Status verschiedener Module des
IED und erzeugen im Fehlerfall ein zugehöriges Ereignis. Es wird ebenfalls ein
zugehöriges Ereignis erzeugt, wenn ein Fehler korrigiert wird.

Neben der integrierten Modulüberwachung und der zugehörigen


Ereigniserzeugung werden auch dann Ereignisse erzeugt, wenn sich der Status
folgender Funktionen ändert:

• integrierte Echtzeituhr (in/außer Betrieb).


• externe Zeitsynchronisierung (in/außer Betrieb).

Ereignisse werden auch erzeugt:

• wenn irgendeine Einstellung des IED geändert wird.

Die internen Ereignisse werden mit einem Zeitstempel mit einer Auflösung von
1 ms versehen und in einer Liste gespeichert. Die Liste enthält bis zu 40 Ereignisse.
Die Liste basiert auf dem FIFO-Prinzip und überschreibt die ältesten Ereignisse,
wenn sie voll ist. Die Liste kann gelöscht werden über die lokale HMI .

Die Liste der internen Ereignisse bietet wertvolle Informationen, die während der
Inbetriebnahme und bei der Fehlerverfolgung verwendet werden können.

126 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Die Liste der internen Ereignisse kann in der lokalen HMI, WebHMI oder im
PCM600 gefunden werden.

Die Liste kann über die lokale HMI oder über die WebHMI gelöscht werden.
Menüpfad:Löschen/Lösche interne Ereignisliste

3.17.5 Funktionsweise
Die Selbstüberwachung arbeitet fortlaufend und beinhaltet:

• Den Watchdog für normale Mikroprozessorfunktion.


• Eine Überprüfung digitalisierter Messsignale.
• Andere Alarme, z.B. Hardware und Zeitsynchronisierung.

Der Funktionsstatus SELFSUPEVLST kann über die lokale HMI, das


Ereignisbetrachtungstool des PCM oder über ein Stationsleitsystem überwacht
werden.

Im Diagnosemenü der lokalen HMI können die aktuellen Informationen aus der
Selbstüberwachung eingesehen werden. Die Informationen können gefunden
werden unter Überwachung/Interne Ereignisse oder Überwachung/IED Status.
Die Informationen der Selbstüberwachung sind auch im Ereignisbetrachtungstool
des PCM600 verfügbar.

Eine Zusammenfassung der Selbstüberwachung ist über den potenzialfreien


Alarmkontakt (INTERNAL FAIL) am Netzteilmodul verfügbar. Dieses
Ausgangsrelais wird durch das interne Fehlersignal aktiviert (kein Fehler) bzw.
deaktiviert (Fehler), siehe Abbildung 45 (Ruhestromprinzip). Das Relais wird
außerdem durch ein Timeout des Software-Watchdog und der
Unterspannungserkennung des Netzteilmoduls deaktiviert.

630 Serie 127


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

IEC09000390 V1 DE

Abb. 45: Hardware-Selbstüberwachung, potenzialfreier Kontakt

128 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

IEC09000381 V1 DE

Abb. 46: Selbstüberwachung, interne Signale Funktionsblock

Einige Signale sind verfügbar über den Funktionsblock INTERRSIG. Die Signale
aus dem INTERRSIG Funktionsblock werden als Ereignisse zur Stationsebene des
Leitsystems gesendet. Die Signale aus dem INTERRSIG Funktionsblock können
ebenfalls mit Binärausgängen zur Signalisierung über Ausgangsrelais verbunden
werden oder sie können je nach Bedarf als Bedingungen für andere Funktion
verwendet werden.

Individuelle Fehlersignale aus E/A-Modulen können vom entsprechenden Modul


im Signal Matrix Tool erhalten werden. Fehlersignale aus der Zeitsynchronisierung
sind über INTERSIG verfügbar.

3.17.5.1 Interne Signale

Die Funktion SELFSUPEVLST liefert mehrere Statussignale, die Auskunft über


den Zustand des IED geben. Da sie ebenfalls Informationen über den internen

630 Serie 129


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Status des IED liefern, werden sie auch als interne Signale bezeichnet. Die internen
Signale werden in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe umfasst Signale, die
stets im IED vorhanden sind, also die Standardsignale. Die andere Gruppe umfasst
Signale, die je nach Hardwarekonfiguration erfasst werden. Die Standardsignale
sind in Tabelle 69 aufgeführt. Die hardwareabhängigen internen Signale sind in
Tabelle 70 aufgeführt. Erklärungen zu den internen Signalen sind in Tabelle 71
aufgeführt.

Tabelle 69: Interne Standardsignale SELFSUPEVLST


Signalname Beschreibung
Interner Fehler Interner Fehlerstatus
Interne Warnung Interner Warnstatus
Echtzeituhr-Fehler Echtzeituhr-Status
Zeitsynch Fehler Status der Zeitsynchronisierung
Laufzeitapplikat. Fehler Fehlerstatus der Laufzeitapplikation
Laufzeitausführng.Fehler Fehlerstatus der Laufzeitausführung
Fehler IEC 61850 IEC 61850 Fehlerstatus
SW Watchdog Fehler Fehlerstatus des Software-Watchdog
Einstellung geändert Einstellung geändert
Parametersatz geändert Parametersatz geändert
Verändere Sperre Verändere Sperre-Status
Datenablage Fehler Status der fehlertoleranten Datenablage
DNP3 Fehler Fehlerstatus DNP3

Tabelle 70: Hardwareabhängige interne Signale der Selbstüberwachung


Karte Signalname Beschreibung
PSM PSM-Fehler Fehlerstatus des Netzteilmoduls
TRM TRM-Fehler Fehlerstatus des Wandlermoduls
COM COM-Fehler Fehlerstatus des Kommunikationsmoduls
BIO BIO-Fehler Fehlerstatus des Binäreingangs-/ausgangsmo‐
duls
AIM AIM-Fehler Fehlerstatus des Analogeingangsmoduls

130 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tabelle 71: Erklärung der internen Signale


Signalname Grund für Aktivierung
Interner Fehler Dieses Signal wird ausgegeben, wenn eines oder mehrere
der folgenden internen Signale aktiviert werden: Echtzeituhr-
Fehler, Laufzeitapplikat. Fehler, Laufzeitausführng.Fehler,
SW Watchdog Fehler, Datenablage Fehler.
Interne Warnung Dieses Signal wird ausgegeben, wenn eines oder mehrere
der folgenden Signale aktiviert werden: Fehler IEC 61850,
DNP3 Fehler.
Echtzeituhr-Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn ein Hardwarefehler be‐
züglich der Echtzeituhr vorliegt.
Zeitsynch Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn die Quelle der Zeitsyn‐
chronisierung ausfällt oder wenn das Zeitsystem rückge‐
setzt werden muss.
Laufzeitausführng.Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn die Laufzeitumgebung ei‐
nige Aktionen bezüglich der Anwendungs-Threads nicht
durchführen konnte. Die Aktionen können sich auf das La‐
den von Einstellungen oder Komponentenparametern, auf
das Ändern von Parametersätzen sowie auf das Laden
oder Löschen von Anwendungs-Threads beziehen.
Fehler IEC 61850 Dieses Signal wird aktiviert, wenn der IEC61850-Stack eini‐
ge Aktionen wie das Lesen der IEC61850-Konfiguration,
Start usw. nicht durchführen konnte.
SW Watchdog Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn das IED fünf Minuten
lang einer Überlastung ausgesetzt war. Die Hintergrundver‐
arbeitung des Betriebssystem wird für die Messungen ver‐
wendet.
Laufzeitapplikat. Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn einer oder mehrere An‐
wendungs-Threads sich nicht in einem von der Laufzeitum‐
gebung erwarteten Status befinden. Die Statuszustände
können sein: CREATED (erzeugt), INITIALIZED (gestar‐
tet), RUNNING (läuft) usw.
Einstellung geändert Dieses Signal erzeugt ein internes Ereignis in der internen
Ereignisliste, wenn Einstellungen geändert werden.
Parametersatz geändert Dieses Signal erzeugt ein internes Ereignis in der internen
Ereignisliste, wenn Parametersätze geändert werden.
Verändere Sperre Dieses Signal erzeugt ein internes Ereignis in der internen
Ereignisliste, wenn der Verändere Sperre-Status geändert
wird.
Datenablage Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn Arbeitsdatei und Siche‐
rungsdatei beschädigt sind und nicht wiederhergestellt wer‐
den können.
DNP3 Fehler Dieses Signal wird aktiviert, wenn DNP3 einen Konfigurati‐
onsfehler während des Starts entdeckt.

3.17.5.2 Laufzeitmodell

Die Analogsignale zum A/D-Umsetzer werden intern unter zwei verschiedenen


Umsetzern aufgeteilt, wobei einer eine geringe und einer eine hohe Verstärkung
aufweist, siehe Abbildung 47.

630 Serie 131


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

ADx
Adx_Low
x1

u1

x2

Adx-
Adx_High Steuerung
x1

u1

x2

SimplifieddrawingofAD
converterforthe600plat
form=IEC05000296=2
=de=Original.vsd
IEC05000296 V2 DE

Abb. 47: Schematische Darstellung des A/D-Umsetzers des IED.

Durch die Aufteilung von Analogeingangssignalen auf zwei A/D-Umsetzer mit


unterschiedlicher Verstärkung können die unter normalen Bedingungen
eingehenden Signale gut überwacht werden, da die Signale aus zwei Umsetzern
identisch sein müssen. Ein Alarm erfolgt, wenn sich die Signale außerhalb der
zulässigen Grenzen befinden. Ein anderer Vorteil ist, dass die dynamische
Leistungsfähigkeit der A/D-Umsetzung verbessert wird.

Die Selbstüberwachung der A/D-Umsetzung wird durch die ADx_Controller-


Funktion gesteuert. Eine der Aufgaben dieser Steuerung ist die Validierung der
Eingangssignale. Diese erfolgt in einem Validierungsfilter, der nach zwei
Prinzipien funktioniert: Zum einen erfolgt die Validierung selbst, die überprüfen
soll, ob die A/D-Umsetzung wie erwartet funktioniert. Zum anderen wählt der
Filter eines der beiden Signale aus, das zur CPU gesendet werden soll, und zwar
das Signal mit dem passenden Pegel, also ADx_LO oder das 16 Mal
größereADx_HI.

Wenn sich das Signal an beiden Kanälen in messbaren Grenzen bewegt, kann ein
direkter Vergleich der beiden Kanäle durchgeführt werden. Schlägt die Validierung
fehl, wird die CPU benachrichtigt und es wird ein Alarm ausgegeben.

Der ADx_Controller überwacht auch andere Teile des A/D-Umsetzers.

3.17.6 Technische Daten


Tabelle 72: Selbstüberwachung mit interner Ereignisliste
Daten Wert
Aufnahmeart Kontinuierlich, ereigniskontrolliert
Listengröße

132 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.18 Zeitsynchronisierung

3.18.1 Funktionalität
Für die Zeitsynchronisierung des Gerätes kann die Quelle ausgewählt werden,
wenn das Gerät in ein Stationsleitsystem eingebunden ist. Dadurch können
Ereignisse und Stördaten zwischen allen Geräten in der Stationsleittechnik
verglichen werden.

Der Micro-SCADA-OPC-Server sollte nicht als Quelle für die


Zeitsynchronisierung genutzt werden.

3.18.2 Zeitsynchronisierung (TIMESYNCHGEN)

3.18.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Kennung IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung Kennung
Zeitsynchronisierung TIMESYNCHGEN - -

3.18.2.2 Einstellungen
Tabelle 73: TIMESYNCHGEN "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
GrobeZeitsyncQuelle Aus - - Aus Quelle der groben Zeitsynchronisierung
SNTP
DNP
GenaueZeitsyncQuelle Aus - - Aus Quelle der feinen Zeitsynchronisierung
SNTP
IRIG-B
SyncMaster Aus - - Aus IED als Zeit-Master
SNTP-Server

3.18.3 Zeitsynchronisierung über SNTP

3.18.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Zeitsynchronisierung über SNTP SNTP - -

630 Serie 133


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Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.18.3.2 Einstellungen
Tabelle 74: SNTP "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
ServerIP-Add 0 - 255 IP-Ad‐ 1 0.0.0.0 Server IP-Adresse
resse
RedServIP-Add 0 - 255 IP-Ad‐ 1 0.0.0.0 Redundante Server IP-Adresse
resse

3.18.4 Zeitsystem, Beginn der Sommerzeit (DTSBEGIN)

3.18.4.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Kennung IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung Kennung
Zeitsystem, Beginn der Sommerzeit DTSBEGIN - -

3.18.4.2 Einstellungen
Tabelle 75: DTSBEGIN "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
MonatImJahr Januar - - März Monat, in dem die Sommerzeit beginnt
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
TagImMonat Sonntag - - Sonntag Wochentag, an dem die Sommerzeit be‐
Montag ginnt
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
WocheImMonat Letzte - - Letzte Woche, in der die Sommerzeit beginnt
Erste
Zweite
Dritte
Vierte
UTCZeitVomTag 0 - 86400 s 1 3600 UTC Uhrzeit in Sekunden, zu der die
Sommerzeit beginnt

134 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.18.5 Zeitsystem, Ende der Sommerzeit (DTSEND)

3.18.5.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Zeitsystem, Ende der Sommerzeit DTSEND - -

3.18.5.2 Einstellungen
Tabelle 76: DTSEND "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
MonatImJahr Januar - - Oktober Monat, in dem die Sommerzeit endet
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
TagImMonat Sonntag - - Sonntag Wochentag, an dem die Sommerzeit en‐
Montag det
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
WocheImMonat Letzte - - Letzte Woche, in der die Sommerzeit endet
Erste
Zweite
Dritte
Vierte
UTCZeitVomTag 0 - 86400 s 1 3600 UTC Uhrzeit in Sekunden, zu der die
Sommerzeit endet

3.18.6 Zeitzone aus UTC (TIMEZONE)

3.18.6.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Zeitzone aus UTC ZEITZONE - -

630 Serie 135


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3.18.6.2 Einstellungen
Tabelle 77: TIMEZONE "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
AnzHalbStundenUTC -24 - 24 - 1 0 Anzahl der halben Stunden zur Standard‐
zeit (UTC)

3.18.7 Zeitsynchronisierung über IRIG-B

3.18.7.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Zeitsynchronisierung über IRIG-B IRIG-B - -

3.18.7.2 Einstellungen
Tabelle 78: IRIG-B "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
ZeitZone Ortszeit - - Ortszeit Zeitzone
UTC
Encoding IRIG-B - - IRIG-B Typ der Kodierung
1344
1344TZ
ZeitZoneAs1344 MinusTZ - - PlusTZ Zeitzone wie im 1344 standard
PlusTZ

3.18.8 Anwendung
Die Zeitsynchronisierung wird dazu verwendet, eine allgemeine Zeitgrundlage für
die IEDs innerhalb eines Schutz- und Leitsystems zu etablieren. Dadurch werden
Vergleiche von Ereignissen und Stördaten zwischen allen IEDs des Systems
ermöglicht.

Zeitstempel für interne Ereignisse und Störfälle sind bei der Beurteilung von
Fehlern sehr hilfreich. Ohne die Zeitsynchronisierung könnten nur die Ereignisse
des IED selbst miteinander verglichen werden. Durch die Zeitsynchronisierung
wird es jedoch möglich, Ereignisse und Störfälle innerhalb der gesamten Station
und sogar zwischen den Leitungsenden für eine Beurteilung miteinander zu
vergleichen.

Im IED kann die interne Zeit über mehrere Quellen synchronisiert werden:

• SNTP
• IRIG-B
• DNP

136 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
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Der Micro SCADA OPC-Server darf als


Zeitsynchronisierungsquelle nicht verwendet werden.

3.18.9 Funktionsweise

3.18.9.1 Allgemeine Begriffe

Zeitdefinitionen
Ein Uhrzeitfehler kommt zustande, wenn die tatsächliche Zeit der Uhr und die Zeit,
die die Uhr eigentlich aufzeigen sollte, unterschiedlich sind. Die Taktgenauigkeit
einer Uhr wird normalerweise Genauigkeit der Uhr bezeichnet und drückt aus, wie
stark der Fehler ansteigt, also in welchem Maße die Uhr vor oder nach gehen wird.
Eine angepasste Uhr kennt ihre eigenen Fehler und versucht, diese zu kompensieren.

Aufbau des Zeitsystems (Uhr-Synchronisierung)

External Time tagging and general synchronization


synchronization
sources Commu Protection
Events
- nication and control
Off functions
SNTP
Time-
IRIG-B regulator
SW- time
DNP

IEC09000210-1-en.vsd

IEC09000210 V1 EN

Abb. 48: Aufbau des Zeitsystems (Uhr-Synchronisierung)

Synchronisierungsprinzip
Allgemein betrachtet verfügt die Synchronisierung über eine hierarchische
Struktur. Eine Funktion wird von einer höheren Ebene aus synchronisiert und
liefert Synchronisierungen an untergeordnete Ebenen.

630 Serie 137


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IEC09000342 V1 DE

Abb. 49: Synchronisierungsprinzip

Eine Funktion wird synchronisiert, wenn sie in periodischen Abständen


Synchronisierungsmeldungen von höherer Ebene erhält. Mit abnehmender Ebene
nimmt auch die Genauigkeit der Synchronisierung ab. Eine Funktion verfügt
potenziell über mehrere Synchronisierungsquellen und unterschiedliche maximale
Fehler. Dadurch kann die Funktion die Quelle mit der besten Qualität auswählen
und ihre interne Uhrzeit nach dieser Quelle ausrichten. Der maximale Fehler einer
Uhr kann definiert werden als:

• Der maximale Fehler der zuletzt verwendeten Synchronisierungsmeldung.


• Die Zeit seit der zuletzt verwendeten Synchronisierungsmeldung.
• Die Taktgenauigkeit der internen Uhr der Funktion.

3.18.9.2 Betrieb mit Echtzeituhr (RTC)

Das IED verfügt über eine integrierte Echtzeituhr (RTC) mit einer Auflösung von
einer Sekunde. Die Uhr verfügt über einen integrierten Kalender für die Erkennung
von Schaltjahren bis zum Jahr 2038.

Echtzeituhr bei Stromverlust


Wenn das System nicht mit Strom versorgt wird, wird die Systemzeit durch eine
kondensatorgestützte Echtzeituhr mit einer Genauigkeit von 35 ppm fünf Tage
aufrecht erhalten. Fällt die Stromversorgung also aus, wird die Uhrzeit des IED
fünf Tage lang mit einer Abweichung von drei Sekunden pro Tag aufrecht erhalten.
Danach geht die Uhrzeit im IED vollständig verloren.

Echtzeituhr bei Start

Zeitsynchronisierung bei Start


Die erste Meldung mit vollständiger Zeit (z.B. SNTP und IRIG-B) enthält die
genaue Zeitangabe für das IED. Das IED wird in einen sicheren Zustand versetzt
und die Uhrzeit wird auf den richtigen Wert eingestellt. Nach dem anfänglichen
Einstellen der Uhr und beim Erhalt jeder der drei eingehenden

138 630 Serie


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Synchronisierungsmeldungen, die mit "fein" konfiguriert sind, sind drei


Reaktionen möglich:

• Wenn die Synchronisierungsmeldung den anderen Meldungen ähnelt und im


Vergleich zur internen Gerätezeit einen Versatz aufweist, wird die Meldung
direkt für eine Synchronisierung verwendet. Es wird also die interne Uhr
angepasst, sodass bei der nächsten eingehenden Meldung kein Versatz mehr
besteht.
• Wenn die Synchronisierungsmeldung einen zu den anderen Meldungen
vergleichsweise großen Versatz aufweist, wird diese Zeitmeldung durch einen
Störungsfilter im IED gelöscht.
• Wenn die Synchronisierungsmeldung und die nachfolgende Meldung jeweils
einen großen Versatz aufweisen, kommt der Störungsfilter nicht zum Einsatz
und der Versatz der Synchronisierungsmeldung wird mit einem Schwellenwert
vergleichen, der standardmäßig bei 500 Millisekunden liegt. Ist der Versatz
größer als der Schwellenwert, wird das IED in einen sicheren Zustand versetzt
und die Uhr auf die korrekte Zeit eingestellt. Ist der Versatz kleiner als der
Schwellenwert, wird die Uhr mit 10 000 ppm soweit eingestellt, bis der
Versatz nicht mehr existiert. Bei einer Uhrzeitanpassung mit 10000 ppm
werden 50 Sekunden für das Ausgleichen eines Versatzes mit
500 Millisekunden benötigt.

Synchronisierungsmeldungen mit grober Einstellungskonfiguration werden


lediglich für das anfängliche Einstellen der Uhrzeit verwendet. Danach werden die
Meldungen mit der internen Zeit abgeglichen. Nur bei einem Versatz von mehr als
10 Sekunden wird die Uhrzeit rückgesetzt.

Taktgenauigkeit
Die Taktgenauigkeit im IED beträgt bei Kaltstart 100 ppm. Wenn das IED eine
gewisse Zeit lang synchronisiert wurde, liegt die Taktgenauigkeit bei ca. 1 ppm bei
konstanter Umgebungstemperatur. Zum Erreichen der endgültigen Genauigkeit
sind 20 Minuten erforderlich.

Zeitüberschreitung von Synchronisierungsquellen


Alle Synchronisierungsschnittstellen verfügen über eine
Zeitüberschreitungsgrenze. Konfigurierte Schnittstellen müssen Zeitmeldungen
regelmäßig empfangen, damit kein Fehlersignal (TSYNCERR) erzeugt wird.
Normalerweise wird die Zeitüberschreitungsgrenze so eingestellt, dass eine
Zeitmeldung verloren gehen kann, ohne dass ein TSYNCERR-Fehlersignal erzeugt
wird. Geht mehr als eine Zeitmeldung verloren, wird dieses Fehlersignal jedoch
erzeugt.

3.18.9.3 Alternativen der Synchronisierung

Es stehen zwei Hauptalternativen für eine externe Zeitsynchronisierung zur


Verfügung. Entweder erfolgt die Eingabe der Synchronisierungsmeldung über
einen der Kommunikations-Ports des Geräts als Telegramm-Meldung mit Datum
und Uhrzeit oder über IRIG-B.

630 Serie 139


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Zeitsynchronisierung über SNTP


SNTP verwendet für die Synchronisierung eine Pingpong-Methode. Eine Meldung
wird von einem IED zur einem SNTP-Server gesendet und der SNTP-Server
sendet die Meldung zurück, nachdem er ihr die Empfangszeit und die
Übertragungsdauer hinzugefügt hat. SNTP läuft über das normale Ethernet-
Netzwerk, das IEDs in einem IEC 61850-Netzwerk miteinander verbindet. Für
einen ordnungsgemäßen SNTP-Betrieb muss ein SNTP-Server verfügbar sein,
vorzugsweise in derselben Station. Die SNTP-Synchronisierung liefert eine
Genauigkeit von 1 ms für Binäreingänge. Das IED selbst kann auch als ein SNTP-
Zeitserver fungieren.

Der zu verwendende SNTP-Server muss an ein lokales Netzwerk angeschlossen


werden, das nicht weiter als vier bis fünf Switches oder Router vom Gerät entfernt
ist. Der SNTP-Server muss für diese Aufgabe vorgesehen oder zumindest mit
einem Echtzeit-Betriebssystem ausgestattet und kein PC mit einer SNTP-
Serversoftware sein. Der SNTP-Server muss stabil sein, d.h. er muss über eine
stabile Quelle wie GPS synchronisiert werden oder lokal ohne Synchronisierung.
Die Verwendung eines SNTP-Servers ohne Synchronisierung als Primär- oder
Sekundärserver in einer redundanten Konfiguration wird nicht empfohlen.

Zeitsynchronisierung über IRIG-B


Die DNP 3.0-Kommunikation kann als Quelle für die grobe Zeitsynchronisierung
fungieren. Für feine Zeitsynchronisierungen ist jedoch eine Quelle mit höherer
Genauigkeit erforderlich. Siehe Handbuch "Communication manual" für weitere
Informationen zum DNP 3.0-Protokoll.

IRIG-B ist ein Protokoll, das nur für die Zeitsynchronisierung verwendet wird.
Eine Uhr liefert die lokale Uhrzeit und das Jahr in diesem Format. Das "B" in IRIG-
B steht für eine Übertragung mit 100 Bits pro Sekunde und die Meldung wird jede
Sekunde übermittelt. Nach IRIG-B folgen Ziffern, die angeben, ob und wie das
Signal moduliert und die Information übertragen wird.

Für den Empfang von IRIG-B steht ein dafür vorgesehener Anschluss, ein IRIG-B-
Port, zur Verfügung. IRIG-B 00x-Meldungen können über die galvanische
Schnittstelle übertragen werden, wobei x (in 00x) für eine Ziffer im Bereich von 1
bis 7 steht.

Wenn das x in 00x für eine 4, 5, 6 oder 7 steht, enthält die Zeitmeldung aus IRIG-B
eine Jahresangabe. Wenn das x für eine 0, 1, 2 oder 3 steht, enthält die
Informationen nur die Zeit innerhalb des Jahres. Die Information mit der
Jahresangabe muss dann vom Tool oder von der lokalen HMI übertragen werden.

Das IRIG-B Eingangsmodul übernimmt ebenfalls IEEE 1344-Meldungen, die


durch IRIG-B-Uhren gesendet werden, da IRIG-B zuvor keinerlei Jahresangaben
enthielt. IEEE 1344 ist mit IRIG-B kompatibel und enthält Jahresangaben und
Informationen zur Zeitzone.

Es wird empfohlen, für die Übertragung von Zeitinformationen an das IRIG-Modul


IEEE 1344 zu verwenden. In diesem Fall muss ebenfalls die lokale Zeit in den
Meldungen gesendet werden.

140 630 Serie


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3.18.10 Technische Daten


Tabelle 79: Zeitsynchronisierung, Zeitstempel
Funktion Wert
Auflösung des Zeitstempels, der Ereignisse und der abgetasteten 1 ms
Messwerte
Zeitstempel-Fehler bei Synchronisierung 1x/Min. (Minutenimpuls-Syn‐ ± 1,0 ms, typisch
chronisierung), Ereignissen und abgetasteten Messwerten
Zeitstempel-Fehler bei SNTP-Synchronisierung, abgetasteten Mess‐ ± 1,0 ms, typisch
werten

3.19 Denial of Service (DOS)

3.19.1 Funktionalität
Der Denial of Service (DOSLAN1 und DOSFRNT, Ablehnen von Anfragen) soll
eine Überlastung im Gerät durch starken Verkehr im Ethernet-Netzwerk
eindämmen. Die Kommunikationsvorrichtungen dürfen die Primärfunktionen des
Geräts nicht einschränken. Der gesamte eingehende Netzwerkverkehr ist
kontingentgesteuert, sodass zu hohe, aus dem Netzwerkverkehr resultierende
Belastungen gesteuert werden können. Netzwerküberlastungen können z.B. von
einem fehlerhaften, an das Netzwerk angeschlossenen Ausrüstungsteil herrühren.

3.19.2 Denial of Service, Steuerung der Frame-Rate für


frontseitigen Port (DOSFRNT)

3.19.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Denial of service, Frameraten-Steue‐ DOSFRNT - -
rung für Front-Port

3.19.2.2 Funktionsblock
DOSFRNT
LINKUP
WARNING
ALARM

DOSFRNTFunctionblock=IE
C09000133=1=de=Original.
vsd

IEC09000133 V1 DE

Abb. 50: Funktionsblock DOSFRNT

630 Serie 141


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3.19.2.3 Signale
Tabelle 80: DOSFRNT Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
LINKUP BOOLEAN Status Ethernetlink
WARNUNG BOOLEAN Framerate ist größer als im Normalfall
ALARM BOOLEAN Framerate ist größer als im Throttlestatus

3.19.2.4 Einstellungen

Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.19.2.5 Überwachte Daten


Tabelle 81: DOSFRNT Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
Status INTEGER 0=Aus - Steuerstatus der Frame-
1=Normal Rate
2=Drossel
3=Verwerfen‐
Nied.
4=Alle verwerfen
5=StopPoll
Quota INTEGER - Prozent Quota-Stufe in Prozent
(0-100)
IPPackRecNorm AUS - - Anzahl der empfang‐
enen IP-Pakete im Nor‐
malmodus
IPPackRecPoll AUS - - Anzahl der empfang‐
enen IP-Pakete im Abfra‐
gemodus
IPPackDisc AUS - - Anzahl der verworfenen
IP-Pakete
NonIPPackRecNorm AUS - - Anzahl empfangener
Nicht-IP-Pakete im Nor‐
malmodus
NonIPPackRecPoll AUS - - Anzahl empfangene
Nicht-IP-Pakete im Ab‐
fragemodus
NonIPPackDisc AUS - - Anzahl verworfene Nicht-
IP-Pakete

142 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
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3.19.3 Denial of Service, Steuerung der Frame-Rate für LAN1-


Port (DOSLAN1)

3.19.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Denial of service, Frameraten-Steue‐ DOSLAN1 - -
rung für LAN1-Port

3.19.3.2 Funktionsblock
DOSLAN1
LINKUP
WARNING
ALARM

DOSLAN1Functionblock=IEC090001
34=1=de=Original.vsd

IEC09000134 V1 DE

Abb. 51: Funktionsblock DOSLAN1

3.19.3.3 Signale
Tabelle 82: DOSLAN1 Ausgangssignale
Name Typ Beschreibung
LINKUP BOOLEAN Status Ethernetlink
WARNUNG BOOLEAN Framerate ist größer als im Normalfall
ALARM BOOLEAN Framerate ist größer als im Throttlestatus

3.19.3.4 Einstellungen

Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

630 Serie 143


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3.19.3.5 Überwachte Daten


Tabelle 83: DOSLAN1 Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
Status INTEGER 0=Aus - Steuerstatus der Frame-
1=Normal Rate
2=Drossel
3=Verwerfen‐
Nied.
4=Alle verwerfen
5=StopPoll
Quota INTEGER - Prozent Quota-Stufe in Prozent
(0-100)
IPPackRecNorm AUS - - Anzahl der empfang‐
enen IP-Pakete im Nor‐
malmodus
IPPackRecPoll AUS - - Anzahl der empfang‐
enen IP-Pakete im Abfra‐
gemodus
IPPackDisc AUS - - Anzahl der verworfenen
IP-Pakete
NonIPPackRecNorm AUS - - Anzahl empfangener
Nicht-IP-Pakete im Nor‐
malmodus
NonIPPackRecPoll AUS - - Anzahl empfangene
Nicht-IP-Pakete im Ab‐
fragemodus
NonIPPackDisc AUS - - Anzahl verworfene Nicht-
IP-Pakete

3.19.4 Funktionsweise
Der Denial of Service (DOSLAN1 und DOSFRNT, Ablehnen von Anfragen)
erfolgt auf der Grundlage der Auslastungsmessung des IED bezüglich der
Kommunikation. Dieser wird bei drohender CPU-Überlastung beschränkt, sodass
die wichtigen Leit- und Schutzfunktionen des IED nicht beeinträchtigt werden. Die
Funktion hat folgende Ausgänge:
• LINKUP zeigt den Ethernet-Verbindungsstatus an
• WARNUNG zeigt an, dass das Kommunikationsaufkommen (Frame-Rate)
höher als normal ist
• ALARM zeigt an, dass das Gerät die Kommunikation begrenzt

144 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
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3.20 Kommunikationsprotokoll IEC 61850-8-1

3.20.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Kommunikationsprotokoll IEC IEC 61850-8-1 - -
61850-8-1

3.20.2 Funktionalität
Das Protokoll IEC 61850-8-1 ermöglicht den Austausch von Informationen
zwischen Schutz- und Steuergeräten von unterschiedlichen Herstellern und die
Vereinfachung des System-Engineerings. Die direkte Kommunikation über
GOOSE ist Bestandteil des Standards. Das Hochladen von Stördatendateien ist im
Standard enthalten.

3.20.3 Einstellungen
Tabelle 84: IEC61850-8-1 Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein

3.20.4 Anwendung
Das IEC 61850-8-1-Kommunikationsprotokoll ermöglicht eine vertikale
Kommunikation zu HSI-Clients sowie eine horizontale Kommunikation zwischen
zwei oder mehr intelligenten elektronischen Geräten (IEDs) eines oder mehrerer
Anbieter, sodass Informationen ausgetauscht werden können und diese für die
Durchführung von Funktionen sowie für fehlerfreies Zusammenwirken eingesetzt
werden können.

GOOSE (Generic Object Oriented Substation Event) ist Teil des IEC 61850-8-1-
Standards und ermöglicht es den IEDs, ihren Status sowie Steuerfunktionen
untereinander auszutauschen. Für diese Kommunikation wird ein Publish/Subscribe-
Mechanismus verwendet. Das heißt, dass nach der Erkennung eines Ereignisses das
IED eine Multicast-Übertragung verwendet, um andere Geräte zu benachrichtigen,
die sich für den Empfang von Daten registriert haben. Ein IED kann also durch die
Veröffentlichung einer GOOSE-Meldung seinen Status mitteilen. Es kann
weiterhin die Übertragung eines Steuerbefehls an jedes andere Gerät im Netzwerk
veranlassen.

630 Serie 145


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Abschnitt 3 1MRS757550 A
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Abbildung 52 veranschaulicht die Struktur einer IEC 61850-8-1-Konfiguration.


IEC 61850-8-1 spezifiziert lediglich die Schnittstellen zum LAN der Schaltanlage.
Das LAN selbst bleibt dem Systemintegrator überlassen.

Technischer
Basissystem
Arbeitsplatz Gateway
Stations-HIS
SMS
CC

Drucker

IED IED IED IED IED IED IED IED IED


1 2 3 1 2 3 1 2 3

KIOSK 1 KIOSK 2 KIOSK 3

IEC09000135_en.v
sd
IEC09000135 V1 DE

Abb. 52: Beispiel eines Kommunikationssystemsmit IEC 61850

Abbildung 53 zeigt die GOOSE Peer-to-Peer-Kommunikation.

IEC05000734 V1 DE

Abb. 53: Beispiel einer übertragenen GOOSE-Meldung

146 630 Serie


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3.20.4.1 Horizontale Kommunikation über GOOSE

GOOSE-Meldungen werden in horizontaler Kommunikation zwischen den IEDs


gesendet. Die ausgetauschten Informationen werden für eine stationsweite
Verriegelung, für Leistungsschalterversagerschutz, für Sammelschienen-
Spannungsauswahl usw. verwendet.

Das Prinzip ist vereinfacht in Abbildung 54 dargestellt und kann wie folgt
beschrieben werden. Wenn IED1 einen Datensatz übermitteln will, erzwingt es
eine Übertragung über den Stationsbus. Alle anderen IEDs empfangen den
Datensatz, jedoch nur diejenigen, die diesen Datensatz in ihrer Adressenliste
haben, akzeptieren den Datensatz und behalten ihn im Eingang. Danach nimmt das
empfangende IED den Inhalt des erhaltenen Datensatzes an und macht ihn der
Anwendungskonfiguration zugänglich.

IEC08000145 V1 DE

Abb. 54: SMT: GOOSE-Prinzip und Signalweiterleitung mit SMT

Spezielle Funktionsblöcke akzeptieren den Datensatz und stellen ihn über den
Funktionsblock als Ausgangssignal für Anwendungsfunktionen in der
Anwendungskonfiguration bereit. Es stehen verschiedene GOOSE-
Empfangsfunktionsblöcke für die spezifischen Aufgaben zur Verfügung.

SMT führt die unterschiedlichen Datenobjektattribute (z.B. stVal oder magnitude)


dem Ausgangssignal zu und macht es für Funktionen in der
Anwendungskonfiguration verfügbar. Wenn eine Matrixzellen-Anordnung rot
markiert ist, passen die IEC 61850-Datenattribute nicht zusammen, selbst wenn ein
GOOSE-Empfangsfunktionsblock der Partner ist. SMT überprüft dies gemäß dem
Inhalt des empfangenen Datensatzes. Siehe Abbildung 55.

630 Serie 147


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Abschnitt 3 1MRS757550 A
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IEC08000174.vsd
IEC08000174 V1 EN

Abb. 55: SMT: GOOSE im Austausch mit SMT

Die GOOSE-Empfangsfunktionsblöcke extrahieren die mit dem Datensatz


empfangenen Prozessinformationen in einzelne Attributinformationen, die in der
Anwendungskonfiguration verwendet werden können. Die Kreuze in der SMT-
Matrix verknüpfen empfangene Werte mit dem jeweiligen Funktionsblocksignal im
SMT, siehe Abbildung 56.

Das jeweils zugehörende Qualitätsattribut wird automatisch durch


das SMT verknüpft. Dieses Qualitätsattribut ist im ACT über die
OUTxVal-Ausgänge der Funktionsblöcke GOOSEBINRCV und
die APPxVal-Ausgänge der Funktionsblöcke GOOSEINTLKRCV
verfügbar.

148 630 Serie


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IEC08000171_1_en.vsd

IEC08000171 V1 EN

Abb. 56: SMT: GOOSE-Empfangsfunktionsblock für Doppelmeldungen


(Double Point) mit umgewandelten Signalen

3.20.5 Technische Daten


Tabelle 85: IEC 61850-8-1 Kommunikationsprotokoll
Funktion Wert
Protokoll IEC 61850-8-1
Kommunikationsgeschwindigkeit für die IEDs 100BASE-FX

3.21 GOOSE-Binärempfang (GOOSEBINRCV)

3.21.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Binärempfang GOOSE GOOSEBINRCV - -

630 Serie 149


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3.21.2 Funktionsblock
GOOSEBINRCV
BLOCK ^OUT1
OUT1VAL
^OUT2
OUT2VAL
^OUT3
OUT3VAL
^OUT4
OUT4VAL
^OUT5
OUT5VAL
^OUT6
OUT6VAL
^OUT7
OUT7VAL
^OUT8
OUT8VAL
^OUT9
OUT9VAL
^OUT10
OUT10VAL
^OUT11
OUT11VAL
^OUT12
OUT12VAL
^OUT13
OUT13VAL
^OUT14
OUT14VAL
^OUT15
OUT15VAL
^OUT16
OUT16VAL

IEC09000236_en.vsd
IEC09000236 V1 EN

Abb. 57: Funktionsblock GOOSEBINRCV

3.21.3 Signale
Tabelle 86: GOOSEBINRCV Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung der Ausgänge

Tabelle 87: GOOSEBINRCV Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
Ausg1 BOOLEAN Binärausgang 1
Ausg1 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 1
Ausg2 BOOLEAN Binärausgang 2
Ausg2 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 2
Ausg3 BOOLEAN Binärausgang 3
Ausg3 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 3
Ausg4 BOOLEAN Binärausgang 4
Ausg4 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 4
Fortsetzung auf nächster Seite

150 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Typ Beschreibung


Ausg5 BOOLEAN Binärausgang 5
Ausg5 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 5
Ausg6 BOOLEAN Binärausgang 6
Ausg6 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 6
Ausg7 BOOLEAN Binärausgang 7
Ausg7 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 7
Ausg8 BOOLEAN Binärausgang 8
Ausg8 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 8
Ausg9 BOOLEAN Binärausgang 9
Ausg9 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 9
Ausg10 Wert BOOLEAN Binärausgang 10
Ausg10 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 10
Ausg11 BOOLEAN Binärausgang 11
Ausg11 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 11
Ausg12 BOOLEAN Binärausgang 12
Ausg12 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 12
Ausg13 BOOLEAN Binärausgang 13
Ausg13 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 13
Ausg14 BOOLEAN Binärausgang 14
Ausg14 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 14
Ausg15 BOOLEAN Binärausgang 15
Ausg15 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 15
Ausg16 BOOLEAN Binärausgang 16
Ausg16 Wert BOOLEAN Gültiger Wert am Binärausgang 16

3.21.4 Einstellungen
Tabelle 88: GOOSEBINRCV "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Betrieb Ein/Aus
Ein

630 Serie 151


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.22 Allgemeine E/A-Kommunikationsfunktionen nach


IEC 61850 (SPGGIO)

3.22.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Allgemeine E/A-Kommunikationsfunkti‐ SPGGIO - -
onen nach IEC 61850

3.22.2 Funktionalität
Die allgemeinen E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850 (SPGGIO)
werden dazu verwendet, ein einzelnes logisches Signal an andere Systeme oder
Ausrüstungsteile innerhalb der Schaltanlage zu senden.

3.22.3 Funktionsblock
SPGGIO
BLOCK
^IN

IEC09000237_en_1.vsd
IEC09000237 V1 EN

Abb. 58: Funktionsblock SPGGIO

3.22.4 Signale
Tabelle 89: SPGGIO Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung der Funktion
EINGANG BOOLEAN 0 Status des Eingangs

3.22.5 Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.22.6 Anwendung
Die allgemeinen E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850 (SPGGIO)
werden dazu verwendet, einen einzelnen logischen Ausgang an andere Systeme

152 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

oder Ausrüstungsteile innerhalb der Schaltanlage zu senden. Die Funktion hat


einen sichtbaren Eingang, der mit dem Tool ACT verbunden sein muss.

3.22.7 Funktionsweise
Nach dem Empfang eines Signals an ihrem Eingang sendet die allgemeine IEC
61850-E/A-Kommunikationsfunktion (SPGGIO) das Signal über IEC 61850-8-1
an das Ausrüstungsteil oder das System, das dieses Signal anfordert. Um das Signal
empfangen zu können, müssen andere Tools verwendet werden, wie sie im
Handbuch Engineering manual beschrieben sind, und es muss festgelegt werden,
welcher Funktionsblock in welchem Ausrüstungsteil oder System diese
Information erhalten soll.

3.23 Allgemeine E/A-Kommunikationsfunktionen nach


IEC 61850 (MVGGIO)

3.23.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Allgemeine E/A-Kommunikationsfunkti‐ MVGGIO - -
onen nach IEC 61850

3.23.2 Funktionalität
Die allgemeinen E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850 (MVGGIO)
werden dazu verwendet, den Momentanwert eines Analogsausgangs an andere
Systeme oder Ausrüstungsteile innerhalb der Schaltanlage zu senden. Sie können
ebenfalls innerhalb desselben IED dazu verwendet werden, einen BEREICH-
Aspekt an einen Analogwert anzuhängen und eine Messüberwachung dieses Werts
zu ermöglichen.

3.23.3 Funktionsblock
MVGGIO
BLOCK VALUE
IN RANGE

IEC09000239_en.vsd

630 Serie 153


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.23.4 Signale
Tabelle 90: MVGGIO Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
BLOCK BOOLEAN 0 Blockierung der Funktion
Eingang REAL 0 Analogeingangswert

Tabelle 91: MVGGIO Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
Wert REAL Betrag des Totbandwertes
Bereich INTEGER Bereich

3.23.5 Einstellungen
Tabelle 92: MVGGIO "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Bezugswert 0.001 - 99.000 - 0.001 1.000 Multiplikator für Bezugswert als Basis für
alle Einstellebenen
Prefix micro - - unit Präfix (Multiplikator) für Bezugswert
milli
unit
kilo
Mega
Giga
Tera
MV db 1 - 300 Typ 1 10 Zykl.: Interval (s), Tb: In % des Messbe‐
reiches, Tb-Int: In%s
MV zeroDb 0 - 100000 m% 1 500 Nullpunktunterdrückung in 0.001% des
Messbereiches
MV hhLim -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 500.00 Zweiter oberer Grenzwert
MV hLim -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 200.00 Erster oberer Grenzwert
MV lLim -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 -200.00 Erster unterer Grenzwert
MV llLim -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 -500.00 Zweiter unterer Grenzwert
MV min -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 -1000.00 Kleinster Wert
MV max -5000.00 - 5000.00 %Base 0.01 1000.00 Größter Wert
MV dbType Zyklisch - - Totband Übertragungsverfahren
Totband
Int. Totband
MV limHys 0.000 - 100.000 % 0.001 5.000 Hysterese in % de Messbereiches (gültig
für alle Grenzwerte)

154 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.23.6 Überwachte Daten


Tabelle 93: MVGGIO – Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
WERT REAL - Wert ohne Größe des Totbandwer‐
Einheit tes
BEREICH INTEGER 0=Normal - Bereich
1=Hoch
2=Niedrig
3=oberster
Grenzw.
4=unterster
Grenzw.

3.23.7 Funktionalität
Die allgemeinen E/A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850 (MVGGIO)
werden dazu verwendet, den Momentanwert eines Analogsausgangs an andere
Systeme oder Ausrüstungsteile innerhalb der Schaltanlage zu senden. Sie können
ebenfalls innerhalb desselben IED dazu verwendet werden, einen BEREICH-
Aspekt an einen Analogwert anzuhängen und eine Messüberwachung dieses Werts
zu ermöglichen.

3.23.8 Funktionsweise
Nach dem Empfang eines Analogsignals an ihrem Eingang geben die allgemeinen E/
A-Kommunikationsfunktionen nach IEC 61850 (MVGGIO) den Momentanwert
des Signals und den Bereich als Ausgangswert aus. Gleichzeitig senden sie den
Wert über IEC 61850-8-1 an andere IEC 61850-Clients innerhalb der Schaltanlage.

3.24 Automatisierungsbits (AUTOBITS)

3.24.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Automatisierungsbits AUTOBITS - -

3.24.2 Funktionalität
Die Funktion "Automation Bits" (AUTOBITS) wird im PCM600 genutzt, um in
die Konfiguration der über das DNP3-Protokoll ankommenden Befehle zu gelangen.

630 Serie 155


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.24.3 Funktionsblock
AUTOBITS
BLOCK CMDBIT1
CMDBIT2
CMDBIT3
CMDBIT4
CMDBIT5
CMDBIT6
CMDBIT7
CMDBIT8
CMDBIT9
CMDBIT10
CMDBIT11
CMDBIT12
CMDBIT13
CMDBIT14
CMDBIT15
CMDBIT16
CMDBIT17
CMDBIT18
CMDBIT19
CMDBIT20
CMDBIT21
CMDBIT22
CMDBIT23
CMDBIT24
CMDBIT25
CMDBIT26
CMDBIT27
CMDBIT28
CMDBIT29
CMDBIT30
CMDBIT31
CMDBIT32
AUTOBITSFunctionblock=I
EC09000345=1=de=Origin
al.vsd
IEC09000345 V1 DE

Abb. 59: Funktionsblock AUTOBITS

3.24.4 Signale
Tabelle 94: AUTOBITS-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung

Tabelle 95: AUTOBITS-Ausgabesignale


Name Typ Beschreibung
BEFBIT1 BOOLEAN Befehlsbit 1
BEFBIT2 BOOLEAN Befehlsbit 2
BEFBIT3 BOOLEAN Befehlsbit 3
BEFBIT4 BOOLEAN Befehlsbit 4
BEFBIT5 BOOLEAN Befehlsbit 5
BEFBIT6 BOOLEAN Befehlsbit 6
BEFBIT7 BOOLEAN Befehlsbit 7
BEFBIT8 BOOLEAN Befehlsbit 8
BEFBIT9 BOOLEAN Befehlsbit 9
BEFBIT10 BOOLEAN Befehlsbit 10
BEFBIT11 BOOLEAN Befehlsbit 11
BEFBIT12 BOOLEAN Befehlsbit 12
BEFBIT13 BOOLEAN Befehlsbit 13
Fortsetzung auf nächster Seite

156 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Name Typ Beschreibung


BEFBIT14 BOOLEAN Befehlsbit 14
BEFBIT15 BOOLEAN Befehlsbit 15
BEFBIT16 BOOLEAN Befehlsbit 16
BEFBIT17 BOOLEAN Befehlsbit 17
BEFBIT18 BOOLEAN Befehlsbit 18
BEFBIT19 BOOLEAN Befehlsbit 19
BEFBIT20 BOOLEAN Befehlsbit 20
BEFBIT21 BOOLEAN Befehlsbit 21
BEFBIT22 BOOLEAN Befehlsbit 22
BEFBIT23 BOOLEAN Befehlsbit 23
BEFBIT24 BOOLEAN Befehlsbit 24
BEFBIT25 BOOLEAN Befehlsbit 25
BEFBIT26 BOOLEAN Befehlsbit 26
BEFBIT27 BOOLEAN Befehlsbit 27
BEFBIT28 BOOLEAN Befehlsbit 28
BEFBIT29 BOOLEAN Befehlsbit 29
BEFBIT30 BOOLEAN Befehlsbit 30
BEFBIT31 BOOLEAN Befehlsbit 31
BEFBIT32 BOOLEAN Befehlsbit 32

3.24.5 Einstellungen
Tabelle 96: AUTOBITS Allgemeine Einstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Funktion Aus / Ein
Ein

3.24.6 Anwendung
Der Funktionsblock AUTOBITS (oder der Automatisierungsbit-Funktionsblock)
wird innerhalb des PCM600 dazu verwendet, die aus dem DNP3.0-Protokoll
stammenden Befehle in die Konfiguration zu übertragen.

Siehe Handbuch "Communication manual" für weitere Informationen zum DNP 3.0-
Protokoll.

3.24.7 Funktionsweise
Die Automatisierungsbitfunktion AUTOBITS verfügt über 32 einzelne Ausgänge,
die jeweils als ein Binärausgangspunkt im DNP abgebildet werden können. Der
Ausgang wird im DNP3 durch ein "Objekt 12" verwendet. Dieses Objekt enthält

630 Serie 157


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Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Parameter für Steuercode, Zähler, Ein-Zeit und Aus-Zeit. Um einen AUTOBITS-


Ausgangspunkt zu verwenden, wird ein Steuercode zu Sperre-Ein, Sperre-Aus,
Impuls-Ein, Impuls-Aus, Auslösen oder Schließen gesendet. Die übrigen Parameter
werden an geeigneter Stelle verwendet, z.B.: Impuls-Ein, Ein-Zeit=100, Aus-
Zeit=300, Zähler=5 gibt 5 positive 100-ms-Impulse, im Abstand von 300 ms.

Es gibt ein BLOCK-Eingangssignal, das die Funktion deaktiviert, analog zur


Einstellung Funktion: Ein/Aus . Das heißt, dass nach der Aktivierung des BLOCK-
Eingangs alle 32 CMDBITxx-Ausgänge auf 0 gesetzt werden. Das BLOCK-Signal
funktioniert wie eine Übersteuerung, wobei die Funktion nach wie vor Daten vom
DNP3-Master empfängt. Nach der Deaktivierung von BLOCK werden alle
32 CMDBITxx-Ausgänge übergangsweise wieder durch den DNP3-Master gesetzt.

Siehe DNP3-Kommunikationsprotokoll für Beschreibungen zur Implementierung


des DNP3-Protokolls.

3.25 Konfigurierbare Logikblocks

3.25.1 Konfigurierbare Standard-Logikblocks

3.25.1.1 Funktionalität

Dem Benutzer steht eine Vielzahl von Logikblöcken und Zeitgliedern zur
Verfügung, um die Konfiguration an die konkreten Erfordernisse der Anwendung
anzupassen.

• Funktionsblock OR

• Funktionsblock INVERTER Invertiert das Eingangssignal.

• Funktionsblock PULSETIMER für beispielsweise Impulsverlängerungen


oder die Begrenzung der Anzahl von Relaisausgaben.

• Funktionsblock GATE wird für die Steuerung genutzt, wenn ein Signal vom
Eingang zum Ausgang weitergeleitet oder von einer Einstellung unabhängig
gemacht werden soll.

• Funktionsblock XOR

• Funktionsblock LOOPDELAY wird für die Verzögerung des


Ausgangssignals im Ausführungszyklus genutzt.

158 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

• Die Funktion TIMERSET verfügt über einschalt- und abfallverzögerte


Ausgänge in Bezug auf das Eingangssignal. Das Zeitglied hat eine einstellbare
Zeitverzögerung.

• Funktionsblock AND

• Beim Funktionsblock SRMEMORY handelt es sich um einen Flip-Flop, mit


dem ein Ausgang von zwei Eingängen gesetzt bzw. zurückgesetzt werden
kann. Jeder Block hat zwei Ausgänge, von denen einer invertiert ist. Mit der
Speichereinstellung wird kontrolliert, ob der Block nach einer
Stromunterbrechung in den vorherigen Zustand zurückkehren oder ob er
zurückgesetzt werden soll. Funktion mit Vererbung von Zeit und Qualität der
Eingangssignale. Der Setzen-Eingang hat Vorrang.

• Funktionsblock RSMEMORY, ein Flip-Flop, mit dem ein Ausgang von zwei
Eingängen zurückgesetzt bzw. gesetzt werden kann. Jeder Block hat zwei
Ausgänge, von denen einer invertiert ist. Mit der Speichereinstellung wird
kontrolliert, ob der Block nach einer Stromunterbrechung in den vorherigen
Zustand zurückkehren oder ob er zurückgesetzt werden soll. Funktion mit
Vererbung von Zeit und Qualität der Eingangssignale. Der Rücksetz-Eingang
hat Vorrang.

3.25.1.2 Funktionsblock OR

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock OR OR - -

Funktionen
Die ODER-Funktion wird für das Erstellen von allgemeinen kombinatorischen
Ausdrücken mit booleschen Variablen verwendet. Der ODER-Funktionsblock hat
sechs Eingänge und zwei Ausgänge. Einer der Ausgänge ist invertiert.

Funktionsblock
OR
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT
INPUT3
INPUT4
INPUT5
INPUT6

IEC09000288-1-en.vsd

630 Serie 159


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Signale
Tabelle 97: OR Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 0 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Eingangssignal 2
EINGANG3 BOOLEAN 0 Eingangssignal 3
EINGANG4 BOOLEAN 0 Eingangssignal 4
EINGANG5 BOOLEAN 0 Eingangssignal 5
EINGANG6 BOOLEAN 0 Eingangssignal 6

Tabelle 98: OR Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.1.3 Funktionsblock Inverter (INVERTER)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Inverter INVERTER - -

Funktionsblock
INVERTER
INPUT OUT

IEC09000287-1-en.vsd

Signale
Tabelle 99: INVERTER Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

160 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tabelle 100: INVERTER Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.1.4 Funktionsblock PULSETIMER

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock PULSETIMER PULSETIMER - -

Funktionen
Die Impulsfunktion kann beispielsweise für die Impulsverlängerung oder die
Begrenzung von Ausgangsfunktionen verwendet werden. Der PULSETIMER hat
eine einstellbare Pulslänge.

Funktionsblock
PULSETIMER
INPUT OUT

IEC09000291-1-en.vsd

Signale
Tabelle 101: PULSETIMER Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 102: PULSETIMER Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 103: PULSETIMER "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
t 0.000 - 90000.000 s 0.001 0.010 Pulszeitlänge

630 Serie 161


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

3.25.1.5 Funktionsblock Steuerbares Gate (GATE)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Steuerbares Gate GATE - -

Funktionen
Der Funktionsblock GATE wird für die Steuerung genutzt, wenn ein Signal vom
Eingang in Abhängigkeit eines Parameters zum Ausgang weitergeleitet werden soll.

Funktionsblock
GATE
INPUT OUT

IEC09000295-1-en.vsd

Signale
Tabelle 104: GATE Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 105: GATE Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
Ausgang BOOLEAN Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 106: GATE Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Betrieb Ein/Aus
Ein

3.25.1.6 Funktionsblock Exklusives OR (XOR)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Exklusives ODER XOR - -

162 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Funktionen
Die exklusive ODER-Funktion XOR wird für das Erstellen von kombinatorischen
Ausdrücken mit booleschen Variablen verwendet. Der Funktionsblock XOR hat
zwei Eingänge und zwei Ausgänge. Einer der Ausgänge ist invertiert. Das
Ausgangssignal beträgt 1, wenn die Eingangssignale unterschiedlich sind und 0,
wenn sie gleich sind.

Funktionsblock
XOR
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT

IEC09000292-1-en.vsd

Signale
Tabelle 107: XOR Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 0 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Eingangssignal 2

Tabelle 108: XOR Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.1.7 Schleifenverzögerungs-Funktionsblock LOOPDELAY


Funktionsbeschreibung IEC 61850-Kennung IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung Kennung
Funktionsblock für die logische Schlei‐ LOOPDELAY - -
fenverzögerung

Die LOOPDELAY-Funktion wird für die Verzögerung des Ausgangssignals um


einen Ausführungszyklus verwendet.

Funktionsblock
LOOPDELAY
INPUT OUT

IEC09000296-1-en.vsd

630 Serie 163


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Signale
Tabelle 109: LOOPDELAY-Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 110: LOOPDELAY-Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal wird einen Ausführungszyklus
lang verzögert

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.1.8 Funktionsblock Zeitglied (TIMERSET)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Zeitglied TIMERSET - -

Funktionen
Der Funktionsblock TIMERSET verfügt über einschalt- und abfallverzögerte
Ausgänge in Bezug auf das Eingangssignal. Das Zeitglied hat eine einstellbare
Zeitverzögerung (t).

Input
tdelay
On

Off
tdelay

en08000289-2-en.vsd
IEC08000289 V1 DE

Abb. 60: TIMERSET Statusdiagramm

164 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Funktionsblock
TIMERSET
INPUT ON
OFF

IEC09000290-1-en.vsd

Signale
Tabelle 111: TIMERSET Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 112: TIMERSET Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
EIN BOOLEAN Ausganssignal, ansprechverzögert
AUS BOOLEAN Ausganssignal, abfallverzögert

Einstellungen
Tabelle 113: TIMERSET Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Betrieb Ein/Aus
Ein
t 0.000 - 90000.000 s 0.001 0.000 Verzögerung des einstellbaren Zeitglie‐
des

3.25.1.9 Funktionsblock UND (AND)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock UND (AND) UND - -

Funktionen
Die UND-Funktion wird dazu verwendet, allgemein kombinatorische Ausdrücke
mit booleschen Variablen zu erstellen. Der UND Funktionsblock verfügt über vier
Eingänge und zwei Ausgänge.

Der Standardwert an allen vier Eingängen ist eine logische 1, wodurch der
Bediener nur die benötigte Anzahl an Eingängen verwenden und die übrigen
unverbunden lassen kann. Der Ausgang "Aus" hat anfänglich den Standardwert 0,

630 Serie 165


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

wodurch ein Zyklusimpuls unterdrückt wird, wenn die Funktion in eine falsche
Ausführungsreihenfolge gesetzt wurde.

Funktionsblock
AND
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT
INPUT3
INPUT4

IEC09000289-1-en.vsd

Signale
Tabelle 114: AND Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 1 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 1 Eingangssignal 2
EINGANG3 BOOLEAN 1 Eingangssignal 3
EINGANG4 BOOLEAN 1 Eingangssignal 4

Tabelle 115: AND Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.1.10 Speicherbaustein SR-Flip-Flop (SRMEMORY)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
SR-Flip-Flop SRMEMORY - -

Funktionen
Die Funktion SRMEMORY ist ein Flip-Flop mit Speicher, das einen Ausgang von
zwei Eingängen jeweils setzen oder rücksetzen kann. Jeder SRMEMORY-
Funktionsblock hat zwei Ausgänge, wobei einer invertiert ist. Die
Speichereinstellung steuert, ob das Flip-Flop nach einer Unterbrechung der
Stromversorgung den vorherigen Zustand wiederherstellt oder rückgesetzt wird.

166 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Bei einem SR-Flip-Flop hat der Eingang SETZEN (SET) eine höhere Priorität als
der Eingang RÜCKSETZEN (RESET).

Tabelle 116: Wahrheitstabelle zum SR-Flip-Flop (SRMEMORY)


SET RÜCKSET‐ AUSGANG INVAUS‐
ZEN GANG
1 0 1 0
0 1 0 1
1 1 1 0
0 0 0 1

Funktionsblock
SRMEMORY
SET OUT
RESET NOUT

IEC09000293-1-en.vsd

Signale
Tabelle 117: SRMEMORY Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
SETZEN BOOLEAN 0 Eingang Setzen
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Eingang Rücksetzen

Tabelle 118: SRMEMORY Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 119: SRMEMORY Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Speicher Aus - - Ein Betriebsmodus der Speicherfunktion
Ein

3.25.1.11 Speicherbaustein RS-Flip-Flop (RSMEMORY)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
RS-Flip-Flop RSMEMORY - -

630 Serie 167


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Funktionen
Die Funktion RSMEMORY ist ein Flip-Flop mit Speicher, das einen Ausgang von
zwei Eingängen jeweils rücksetzen oder setzen kann. Jeder RSMEMORY-
Funktionsblock hat zwei Ausgänge, wobei einer invertiert ist. Die
Speichereinstellung steuert, ob das Flip-Flop nach einer Unterbrechung der
Stromversorgung den vorherigen Zustand wiederherstellt oder rückgesetzt wird.
Bei einem RS-Flip-Flop hat der Eingang RÜCKSETZEN (RESET) eine höhere
Priorität als der Eingang SETZEN (SET).

Tabelle 120: Wahrheitstabelle zum RS-Flip-Flop (RSMEMORY)


SET RÜCKSET‐ AUSGANG INVAUS‐
ZEN GANG
1 0 1 0
0 1 0 1
1 1 0 1
0 0 0 1

Funktionsblock
RSMEMORY
SET OUT
RESET NOUT

IEC09000294-1-en.vsd

Signale
Tabelle 121: RSMEMORY Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
SETZEN BOOLEAN 0 Eingang Setzen
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Eingang Rücksetzen

Tabelle 122: RSMEMORY Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 123: RSMEMORY Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Speicher Aus - - Ein Betriebsmodus der Speicherfunktion
Ein

168 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

3.25.2 Konfigurierbare Logik Q/T

3.25.2.1 Funktionalität

Es steht eine Anzahl von Logik-Blöcken und Timern mit der Fähigkeit,
Zeitstempel und Qualität der Eingangssignale weiterzugeben, zur Verfügung. Die
Funktionsblöcke unterstützen den Bediener bei der Anpassung der
Gerätekonfiguration an die spezifischen Anforderungen von Anwendungen.

3.25.2.2 Funktionsblock ORQT

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock ORQT ORQT - -

Funktionen
Die ORQT-Funktion wird dazu verwendet, allgemein kombinatorische Ausdrücke
mit booleschen Variablen zu erstellen. Der ORQT-Funktionsblock verfügt über
sechs Eingänge und zwei Ausgänge. Einer der Ausgänge ist invertiert.

Funktionsblock
ORQT
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT
INPUT3
INPUT4
INPUT5
INPUT6

IEC09000298-1-en.vsd

Signale
Tabelle 124: ORQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 0 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Eingangssignal 2
EINGANG3 BOOLEAN 0 Eingangssignal 3
EINGANG4 BOOLEAN 0 Eingangssignal 4
EINGANG5 BOOLEAN 0 Eingangssignal 5
EINGANG6 BOOLEAN 0 Eingangssignal 6

630 Serie 169


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Tabelle 125: ORQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.2.3 Funktionsblock INVERTERQT

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock INVERTERQT INVERTERQT - -

Funktionsblock
INVERTERQT
INPUT OUT

IEC09000299-1-en.vsd

Signale
Tabelle 126: INVERTERQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 127: INVERTERQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.2.4 Funktionsblock Impulszeitgeber (PULSTIMERQT)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Impulszeitgeber PULSTIMERQT - -

170 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Funktionen
Die PULSETIMERQT-Funktion kann beispielsweise für die Impulsverlängerung
oder die Begrenzung von Ausgangsfunktionen verwendet werden. Der
Impulszeitgeber hat eine einstellbare Länge und leitet ebenfalls Qualität und
Zeitstempel weiter.

Wenn der Eingang zu 1 wechselt, wechselt der Ausgang zu 1 für die Zeit, die durch
den Parameter für die Zeitverzögerung gesetzt wird. Danach geht er wieder auf 0
zurück.

Wenn der Ausgang des Werts wechselt, wird der Zeitstempel des Ausgangssignals
aktualisiert.

Die unterstützten Qualitätszustands-Bits werden bei jeder Ausführung vom


Eingang zum Ausgang propagiert. Eine Änderung dieser Bits führt nicht zu einer
Aktualisierung des Zeitstempels am Ausgang.

Funktionsblock
PULSETIMERQT
INPUT OUT

IEC09000304-1-en.vsd

Signale
Tabelle 128: PULSETIMERQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 129: PULSETIMERQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 130: PULSETIMERQT "Non Group" Einstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
t 0.000 - 90000.000 s 0.001 0.010 Pulszeitlänge

3.25.2.5 Funktionsblock XORQT

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC-61850-Identi‐ IEC-60617-Identi‐ ANSI/IEEE-C37.2-
fikation fikation Nummer
XORQT-Funtkionsblock XORQT - -

630 Serie 171


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Funktionen
Die Exklusive-ODER-Funktion XORQT wird für das Erstellen von
kombinatorischen Ausdrücken mit booleschen Variablen verwendet. Der ORQT-
Funktionsblock verfügt über zwei Eingänge und zwei Ausgänge. Einer der
Ausgänge ist invertiert. Das Ausgangssignal beträgt 1, wenn die Eingangssignale
unterschiedlich sind, und 0, wenn sie gleich sind.

Funktionsblock
XORQT
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT

IEC09000300-1-en.vsd

Signale
Tabelle 131: XORQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 0 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Eingangssignal 2

Tabelle 132: XORQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.2.6 Funktionsblock Einstellbares Zeitglied (TIMERSETQT)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock Einstellbares Zeitglied TIMERSETQT - -

Funktionen
Der Funktionsblock TIMERSET verfügt über einschalt- und abfallverzögerte
Ausgänge in Bezug auf das Eingangssignal. Das Zeitglied hat eine einstellbare
Zeitverzögerung (t).

172 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Wenn der Ausgang den Wert wechselt, wird der Zeitstempel des Ausgangssignals
aktualisiert. Die unterstützten Qualitätszustands-Bits werden bei jeder Ausführung
vom Eingang zum Ausgang propagiert. Eine Änderung dieser Bits führt nicht zu
einer Aktualisierung des Zeitstempels am Ausgang.

Input
tdelay
On

Off
tdelay

en08000289-2-en.vsd
IEC08000289 V1 DE

Abb. 61: TIMERSETQT-Funktion

Funktionsblock
TIMERSETQT
INPUT ON
OFF

IEC09000303-1-en.vsd

Signale
Tabelle 133: TIMERSETQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG BOOLEAN 0 Eingangssignal

Tabelle 134: TIMERSETQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
EIN BOOLEAN Ausganssignal, ansprechverzögert
AUS BOOLEAN Ausganssignal, abfallverzögert

630 Serie 173


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Einstellungen
Tabelle 135: TIMERSETQT Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Funktion Aus - - Aus Betrieb Ein/Aus
Ein
t 0.000 - 90000.000 s 0.001 0.000 Verzögerung des einstellbaren Zeitglie‐
des

3.25.2.7 Funktionsblock ANDQT

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock ANDQT ANDQT - -

Funktionen
Die ANDQT-Funktion wird dazu verwendet, allgemein kombinatorische
Ausdrücke mit booleschen Variablen zu erstellen. Der ANDQT-Funktionsblock
verfügt über vier Eingänge und zwei Ausgänge.

Der Standardwert an allen vier Eingängen ist eine logische 1, wodurch der
Bediener nur die benötigte Anzahl an Eingängen verwenden und die übrigen
unverbunden lassen kann. Der Ausgang "Aus" hat anfänglich den Standardwert 0,
wodurch ein Zyklusimpuls unterdrückt wird, wenn die Funktion in eine falsche
Ausführungsreihenfolge gesetzt wurde.

ANDQT
INPUT1 OUT
INPUT2 NOUT
INPUT3
INPUT4

IEC09000297-1-en.vsd
IEC09000297 V1 EN

Signale
Tabelle 136: ANDQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 1 Eingangssignal 1
EINGANG2 BOOLEAN 1 Eingangssignal 2
EINGANG3 BOOLEAN 1 Eingangssignal 3
EINGANG4 BOOLEAN 1 Eingangssignal 4

174 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tabelle 137: ANDQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.2.8 Speicherbaustein SR-Flip-Flop (SRMEMORYQT)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
SR-Flip-Flop SRMEMORYQT - -

Funktionen
Die Funktion SRMEMORYQT ist ein Flip-Flop mit Speicher, das einen Ausgang
von zwei Eingängen jeweils setzen oder rücksetzen kann. Jeder SRMEMORYQT-
Funktionsblock hat zwei Ausgänge, wobei einer invertiert ist. Die
Speichereinstellung steuert, ob das Flip-Flop nach einer Unterbrechung der
Stromversorgung den vorherigen Zustand wiederherstellt oder rückgesetzt wird.

Die SRMEMORYQT Funktion leitet Qualität und Zeit ebenfalls weiter.

Tabelle 138: SRMEMORYQT Funktionalität


SET RÜCKSET‐ AUSGANG INVAUS‐
ZEN GANG
1 0 1 0
0 1 0 1
1 1 1 0
0 0 0 1

Wenn Parameter Speicher = Ein, werden die Ausgangsergebnisse im


halbflüchtigen Speicher gespeichert.

Funktionsblock
SRMEMORYQT
SET OUT
RESET NOUT

IEC09000301-1-en.vsd

630 Serie 175


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Signale
Tabelle 139: SRMEMORYQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
SETZEN BOOLEAN 0 Eingang Setzen
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Eingang Rücksetzen

Tabelle 140: SRMEMORYQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 141: SRMEMORYQT Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Speicher Aus - - Ein Betriebsmodus der Speicherfunktion
Ein

3.25.2.9 Speicherbaustein RS-Flip-Flop (RSMEMORYQT)

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
RS-Flip-Flop RSMEMORYQT - -

Funktionen
Die Funktion zum RSMEMORYQT ist ein Flip-Flop mit Speicher, das einen
Ausgang von zwei Eingängen jeweils rücksetzen oder setzen kann. Jeder
RSMEMORYQT-Funktionsblock hat zwei Ausgänge, wobei einer invertiert ist.
Die Speichereinstellung steuert, ob das Flip-Flop nach einer Unterbrechung der
Stromversorgung den vorherigen Zustand wiederherstellt oder rückgesetzt wird.

Tabelle 142: RSMEMORYQT-Funktionalität


SETZEN RÜCKSET‐ AUSGANG INVAUS‐
ZEN GANG
1 0 1 0
0 1 0 1
1 1 0 1
0 0 0 1

176 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Funktionsblock
RSMEMORYQT
SET OUT
RESET NOUT

IEC09000302-1-en.vsd

Signale
Tabelle 143: RSMEMORYQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
SETZEN BOOLEAN 0 Eingang Setzen
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Eingang Rücksetzen

Tabelle 144: RSMEMORYQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG BOOLEAN Ausgangssignal
INVAUSGANG BOOLEAN Invertiertes Ausgangssignal

Einstellungen
Tabelle 145: RSMEMORYQT Gruppeneinstellungen (basis)
Name Anzeigenbereich Einheit Stufe Standard Beschreibung
Speicher Aus - - Ein Betriebsmodus der Speicherfunktion
Ein

3.25.2.10 Funktionsblock INVALIDQT

Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Funktionsblock INVALIDQT INVALIDQT - -

630 Serie 177


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Funktionsblock
INVALIDQT
INPUT1 OUTPUT1
INPUT2 OUTPUT2
INPUT3 OUTPUT3
INPUT4 OUTPUT4
INPUT5 OUTPUT5
INPUT6 OUTPUT6
INPUT7 OUTPUT7
INPUT8 OUTPUT8
INPUT9 OUTPUT9
INPUT10 OUTPUT10
INPUT11 OUTPUT11
INPUT12 OUTPUT12
INPUT13 OUTPUT13
INPUT14 OUTPUT14
INPUT15 OUTPUT15
INPUT16 OUTPUT16
VALID

IEC09000305-1-en.vsd

Eine Funktion, die die Qualität von Ausgängen je nach "gültigem" Eingang als
ungültig setzt.

Eingänge werden zu den Ausgängen kopiert. Wenn Eingang VALID = 0 oder


wenn sein Qualitätsungültigkeitsbit gesetzt wurde, werden alle
Ausgangsungültigkeitsbits gesetzt. Der Zeitstempel eines Ausgangs wird auf den
letzten Zeitstempel von EINGANG und Eingang VALID gesetzt.

Signale
Tabelle 146: INVALIDQT Eingangssignale
Name Typ Standard Beschreibung
EINGANG1 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 1
EINGANG2 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 2
EINGANG3 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 3
EINGANG4 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 4
EINGANG5 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 5
EINGANG6 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 6
EINGANG7 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 7
EINGANG8 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 8
EINGANG9 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 9
EINGANG10 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 10
EINGANG11 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 11
EINGANG12 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 12
EINGANG13 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 13
EINGANG14 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 14
EINGANG15 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 15
EINGANG16 BOOLEAN 0 Melde-Eingang 16
VALID BOOLEAN 1 Eingänge Gültig/Ungültig

178 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 3
Basisfunktionen

Tabelle 147: INVALIDQT Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUSGANG1 BOOLEAN Melde-Ausgang 1
AUSGANG2 BOOLEAN Melde-Ausgang 2
AUSGANG3 BOOLEAN Melde-Ausgang 3
AUSGANG4 BOOLEAN Melde-Ausgang 4
AUSGANG5 BOOLEAN Melde-Ausgang 5
AUSGANG6 BOOLEAN Melde-Ausgang 6
AUSGANG7 BOOLEAN Melde-Ausgang 7
AUSGANG8 BOOLEAN Melde-Ausgang 8
AUSGANG9 BOOLEAN Melde-Ausgang 9
AUSGANG10 BOOLEAN Melde-Ausgang 10
AUSGANG11 BOOLEAN Melde-Ausgang 11
AUSGANG12 BOOLEAN Melde-Ausgang 12
AUSGANG13 BOOLEAN Melde-Ausgang 13
AUSGANG14 BOOLEAN Melde-Ausgang 14
AUSGANG15 BOOLEAN Melde-Ausgang 15
AUSGANG16 BOOLEAN Melde-Ausgang 16

Einstellungen
Für diese Funktion sind in der lokalen HMI oder im Protection and Control IED
Manager (PCM600) keine Parameter verfügbar.

3.25.3 Anwendung
Zwei Sätze an Logik-Blöcken und Zeitgliedern für das Konfigurieren des IED auf
die spezifischen Anwendungsanforderungen sind verfügbar. Ein Satz besteht dabei
aus den Standard-Logikblöcken wie AND, OR usw. und ein anderer Blocksatz
(neben der normalen Logikfunktion) kann darüber hinaus Zeitstempel und Qualität
weiterleiten. Diese Blöcke haben eine Bezeichnung, an die die Buchstaben QT
angehängt werden, z.B. ANDQT, ORQT usw.

3.25.4 Technische Daten


Tabelle 148: Konfigurierbare logische Funktionsblöcke
Logikblock Menge mit Zykluszeit Bereich bzw. Wert Genauigkeit
schnell mittel normal
LogicAND 60 60 160 - -
LogicOR 60 60 160 - -
LogicXOR 10 10 20 - -
LogicInverter 30 30 80 - -
LogicSRMemory 10 10 20 - -
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 179


Technisches Handbuch
Abschnitt 3 1MRS757550 A
Basisfunktionen

Logikblock Menge mit Zykluszeit Bereich bzw. Wert Genauigkeit


schnell mittel normal
LogicGate 10 10 20 - -

LogicPulseTimer 10 10 20 (0,000–90000,000) s ±0,5 % ±10 ms


LogicTimerSet 10 10 20 (0,000–90000,000) s ±0,5 % ±10 ms
LogicLoopDelay 10 10 20

Tabelle 149: Konfigurierbare Q/T-Logik


Logikblock Menge mit Zykluszeit Bereich bzw. Wert Genauigkeit
mittel normal
LogicAND 20 100 - -
LogicOR 20 100 - -
LogicXOR 10 30 - -
LogicInverter 20 100 - -
LogicRSMemoryQT 10 30 - -
LogicSRMemory 15 10 - -
LogicPulseTimer 10 30 (0,000– ±0,5 % ±10 ms
90000,000) s
LogicTimerSet 10 30 (0,000– ±0,5 % ±10 ms
90000,000) s
INVALIDQT 6 6 - -
INDCOMBSPQT 10 10 - -
INDCOMBSPQT 10 10 - -

180 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Abschnitt 4 Schutzfunktionen

4.1 Dreiphasiger Stromschutz

4.1.1 Dreiphasiger ungerichteter Überstromschutz (PHxPTOC)

4.1.1.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHLPTOC 3I> 51P-1
schutz - (I>)
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHHPTOC 3I>> 51P-2
schutz - (I>>)
Dreiphasiger ungerichteter Überstrom‐ PHIPTOC 3I>>> 50P/51P
schutz - (I>>>)

4.1.1.2 Funktionsblöcke
PHLPTOC PHHPTOC PHIPTOC
I3P OPERATE I3P OPERATE I3P OPERATE
BLOCK OPR_A BLOCK OPR_A BLOCK OPR_A
BLK_OPR OPR_B BLK_OPR OPR_B BLK_OPR OPR_B
BLK_ST OPR_C BLK_ST OPR_C BLK_ST OPR_C
FR_TIMER START FR_TIMER START FR_TIMER START
ENA_MULT ST_A ENA_MULT ST_A ENA_MULT ST_A
ST_B ST_B ST_B
ST_C ST_C ST_C

A070990 V1 DE

Abb. 62: Funktionsblöcke

4.1.1.3 Funktion

Der dreiphasige Überstromschutz PHxPTOC wird als ein-, zwei- oder dreiphasiger
ungerichteter Überstrom- und Kurzschlussschutz in Abgängen eingesetzt.

Die Funktion startet, wenn der Strom den hinterlegten Schwellenwert überschreitet.
Folgende Funktionen stehen zur Anpassung der Auslösezeiteigenschaften zur
Verfügung: für PHLPTOC (I>) und PHHPTOC (I>>) entweder UMZ oder AMZ.
PHIPTOC (I>>>) arbeitet immer mit den UMZ-Eigenschaften.

Im UMZ-Modus läuft die Funktion nach einer vordefinierten Auslösedauer ab. Sie
wird zurückgesetzt, sobald der Fehlerstrom nicht mehr anliegt. Im AMZ-Modus
stehen stromabhängige Zeit-Kennlinien zur Verfügung.

630 Serie 181


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Die Funktion besitzt eine Blockierfunktion. Funktionsausgänge, Timer bzw. die


Funktion selbst können bei Bedarf blockiert werden.

4.1.1.4 Funktionsweise

Die Funktion kann mit dem Parameter Funktion aktiviert und deaktiviert werden.
Die jeweiligen Parameterwerte sind "EIN" und "AUS".

Die Funktion eines dreiphasigen ungerichteten Überstromschutzes kann in einem


Moduldiagramm erläutert werden. Die einzelnen Module im Diagramm werden in
den folgenden Abschnitten beschrieben.

A070996 V1 DE

Abb. 63: Logikdiagramm. Das Gruppensignal I3P dient dazu, die


erforderlichen Analogsignale an die Funktion zu leiten.

Pegelerkennung
Die gemessenen Phasenströme werden phasenweise mit dem eingestellten
Anregewert verglichen. Überschreitet der Messwert den eingestellten Anregewert,
meldet die Schwellenwerterkennung das Überschreiten des Werts der
Phasenauswahllogik. Ist der Eingang ENA_MULT aktiv, wird der eingestellte
Anregewert mit der Einstellung ANREGE WERT Mult multipliziert.

Stellen Sie die Multiplikatoreinstellung ANREGE WERT Mult nicht


höher als erforderlich ein. Wenn der Wert zu hoch ist, wird die
Funktion durch einen Fehler nicht angeregt, unabhängig von der
Schwere des Fehlers.

Die Multiplikation des Anregewerts erfolgt, wenn die


Belastungserkennungsfunktion (INRPHAR) mit dem Eingang ENA_MULT
verbunden und aktiviert ist.

182 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

A070554 V1 DE

Abb. 64: Verhalten des Anregewerts mit aktiviertem Eingang ENA_MULT

Phasenauswahllogik
Sind die Fehlerkriterien in der Pegelerkennung erfüllt, dann erkennt die
Phasenauswahllogik die Phase/n in der/denen der gemessene Strom den
Einstellwert überschreitet. Entspricht die Phaseninformation der Einstellung Anzahl
der Leiteranreg., dann aktiviert die Phasenauswahllogik das Timermodul.

Timer
Sobald der Timer aktiviert wird, aktiviert er den Ausgang ANR (Anregung).
Anhand der Ausgänge ANR_L1, ANR_L2 und ANR_L3 wird angegeben, welche
Phasen aktiv sind. Abhängig vom Wert der Einstellung Typ Auslösekennlinie
entspricht die Zeitkennlinie UMZ oder AMZ. Wenn der Auslösetimer den Wert
Auslösezeit im UMZ-Modus oder den in der inversen Zeitkurve definierten
Maximalwert erreicht, wird der Ausgang AUS (Auslösung) aktiviert. Anhand
der Ausgänge AUS_L1, AUS_L2 und AUS_L3 wird angegeben, welche Phasen
ausgelöst haben.

Wenn die vom Benutzer programmierbare AMZ-Kurve gewählt wird, werden die
Auslösezeit-Kennlinien durch die Parameter Kurvenparameter A,
Kurvenparameter B, Kurvenparameter C, Kurvenparameter D und
Kurvenparameter E definiert.

Wenn eine Rückfallsituation auftritt, d.h. ein Fehler plötzlich verschwindet, bevor
die Auslöseverzögerung überschritten ist, wird der Rücksetzzustand des Timers
aktiviert. Das Verhalten des Timers im Rücksetzzustand ist abhängig von der
Kombination der Einstellungen Typ Auslösekennlinie, Typ Rücksetzkurve und

630 Serie 183


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Rückfallzeitverzögerung. Wenn die UMZ-Kennlinie ausgewählt wurde, läuft der


Rücksetztimer, bis der festgelegte Wert der Einstellung Rückfallzeitverzögerung
überschritten wird. Wenn die AMZ-Kennlinien ausgewählt wurden, kann die
Einstellung Typ Rücksetzkurve auf einen der Werte "Unverzögert", "Unabh.
Rücksetzzeit" oder "Inv. Rücksetzzeit" eingestellt werden. Der Rücksetzkurventyp
"Unverzögert" veranlasst ein sofortiges Rücksetzen. Wenn der Rücksetzkurventyp
"Unabh. Rücksetzzeit" ausgewählt wird, hängt die Rücksetzzeit von der
Einstellung Rückfallzeitverzögerung ab. Wenn der Rücksetzkurventyp "Inv.
Rücksetzzeit" ausgewählt wird, hängt die Rücksetzzeit vom Strom während der
Rückfallsituation ab. Wenn die Rückfallsituation andauert, wird der Rücksetztimer
zurückgesetzt, und der Ausgang ANR (Anregung) wird deaktiviert.

Die Auswahl "Inverse Rücksetzzeit" wird nur von ANSI oder


benutzerprogrammierbaren Typen der AMZ-Auslösekurven
unterstützt. Wenn ein anderer Auslösekurventyp ausgewählt wird,
findet während der Rückfallsituation ein sofortiges Rücksetzen statt.

Die Einstellung Zeitmultiplikator wird zur Skalierung der AMZ-Auslöse- und -


Rücksetzzeiten verwendet.

Der Einstellungsparameter Minimale Auslösezeit legt die gewünschte minimale


Auslösezeit für AMZ fest. Diese Einstellung ist nur relevant, wenn die AMZ-
Kurven verwendet werden.

Setzen Sie die Einstellung für Minimale Auslösezeit umsichtig ein:


die Auslösezeit richtet sich nach der AMZ-Kurve aber sie muss
mindestens den Wert der Einstellung Minimale Auslösezeit
betragen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Allgemeine
Funktionsblockeigenschaften in diesem Handbuch.

Der Timer berechnet den Anregedauerwert ANREGE_DAU. Dieser gibt das


prozentuale Verhältnis zwischen Anregesituation und eingestellter Auslösezeit an.
Der Wert ist über den Menüpunkt "Überwachte Daten" verfügbar.

Der binäre Eingang BLOCK kann zum Blockieren der Funktion verwendet werden.
Durch das Aktivieren des Eingangs BLOCK werden alle Ausgänge deaktiviert und
die internen Timer zurückgesetzt. Der Binäreingang BLK_ANR kann zum
Blockieren der Anregesignale verwendet werden. Der Binäreingang BLK_AUS
kann zum Blockieren der Auslösesignale verwendet werden. Der Auslösetimer
kann durch Aktivierung des Eingangs FR_TIMER auf dem aktuellen Wert
angehalten werden.

4.1.1.5 Bezugswerte

In diesem Funktionsblock werden einige Einstellungen als Per-Unit-Größe (p. u.)


festgelegt. Diese p. u.-Werte beziehen sich auf bestimmte Bezugswerte, z.B.
Werte, die in A, kV und kVA angegeben werden. Das IED unterstützt alternative

184 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Bezugswertgruppen für Einstellungen in Verbindung mit Phasenstrom bzw.


Phasenspannung, z.B. "Leiter Grp. 1" (Leitergrößen Gruppe 1), "Leiter Grp. 2"
(Leitergrößen Gruppe 2) und "Leiter Grp. 3" (Leitergrößen Gruppe 3). Auf
ähnliche Weise werden "Nullsys. Grp. 1" (Nullsystem Gruppe 1), "Nullsys. Grp. 2"
(Nullsystem Gruppe 2) und "Nullsys. Grp. 3" (Nullsystem Gruppe 3) für
Einstellungen in Verbindung mit Erdfehlerstrom und Verlagerungsspannung
unterstützt. Der Benutzer muss eine der Gruppen als benutzte auswählen, und zwar
mit der Einstellung Ausw. Bezugsw. Leitergr. (Auswahl Bezugswert für
Leitergrößen) bzw. Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. (Auswahl Bezugswert für
Nullsystemgrößen).

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Basisfunktionen in


diesem Handbuch.

4.1.1.6 Messmodi

Die Funktion arbeitet mit vier alternativen Messmodi: "RMS", "DFT", "Peak-to-
Peak" und "P-to-P + backup". Der Messmodus wird über die Einstellung
Messmodus ausgewählt.

Tabelle 150: Von PHxPTOC unterstützte Messmodi


Messmodus Unterstützte Messmodi
PHLPTOC (I>) PHHPTOC (I>>) PHIPTOC (I>>>)
RMS x x
Grundwert (DFT) x x
Spitzenwert x x
(Peak-to-Peak)
P-to-P + backup x

Eine genaue Beschreibung der Messmodi finden Sie im Kapitel


Allgemeine Funktionsblockeigenschaften dieses Handbuchs.

4.1.1.7 Timer-Kennlinien

PHxPTOC unterstützt sowohl die Eigenschaften DT als auch IDMT. Der Benutzer
kann die Eigenschaften über die Einstellungen Typ Auslösekennlinie und Typ
Rücksetzkurve auswählen. Wird die Eigenschaft DT ausgewählt, dann wird sie
ausschließlich durch die Einstellungen Auslöseverzögerung und
Rückfallzeitverzögerung beeinflusst.

Das IED stellt 16 AMZ-charakteristische Kurven zur Verfügung, von denen sieben
dem Standard IEEE C37.112 und sechs dem Standard IEC 60255-3 entsprechen.
Zwei Kurven entsprechen den besonderen Eigenschaften von ABB-Anwendungen
und werden als RI und RD bezeichnet. Ist keine der Standardkurven anwendbar,

630 Serie 185


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

kann der Benutzer darüber hinaus auch eine individuelle Kurve programmieren.
Der Benutzer kann die Eigenschaft UMZ auswählen, indem er die Werte Typ
Auslösekennlinie "UMZ (ANSI)" oder "UMZ (IEC)" auswählt. Die Funktion ist in
beiden Fällen identisch.

Die folgenden Eigenschaften, die der Liste der Spezifikationen aus IEC 61850-7-4
entsprechen, geben die Eigenschaften an, die von den einzelnen Stufen unterstützt
werden:

Tabelle 151: Unterstützte Timer-Kennlinien der unterschiedlichen Stufen


Typ Auslösekennlinie Unterstützt von
PHLPTOC (I>) PHHPTOC (I>>)
(1) ANSI extrem invers x x
(2) ANSI stark invers x
(3) ANSI normal invers x x
(4) ANSI mäßig invers x
(5) ANSI Bestimmte Zeit x x
(6) Langzeit extrem invers x
(7) Langzeit sehr invers x
(8) Langzeit invers x
(9) IEC standard-invers x x
(10) IEC sehr invers x x
(11) IEC invers x
(12) IEC extrem invers x x
(13) IEC kurzzeitig invers x
(14) IEC langzeitig invers x
(15) IEC Bestimmte Zeit x x
(17) Benutzerprogrammier‐ x x
bar
(18) RI Typ x
(19) RD Typ x

PHIPTOC unterstützt ausschließlich die UMZ-Eigenschaft.

Eine genaue Beschreibung der Timer finden Sie im Kapitel


Allgemeine Funktionsblockeigenschaften dieses Handbuchs.

186 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Tabelle 152: Unterstützte Rücksetzeigenschaften der unterschiedlichen Stufen


Typ Rücksetzkurve Unterstützt von
PHLPTOC (I>) PHHPTOC (I>>) Hinweis
(1) Unverzögert x x Für alle Auslösezeit‐
kurven verfügbar
(2) Unabh. Rück‐ x x Für alle Auslösezeit‐
setzzeit kurven verfügbar
(3) Inverse Rück‐ x x Ausschließlich für AN‐
setzzeit SI und benutzerpro‐
grammierbaren Kurven
verfügbar

Die Einstellung Typ Rücksetzkurve ist bei PHIPTOC oder bei


ausgewählter UMZ-Funktion nicht anwendbar. Die Rücksetzung
wird ausschließlich durch die Einstellung Auslöseverzögerung
definiert.

4.1.1.8 Anwendung

PHxPTOC wird in zahlreichen Anwendungen in elektrischen Anlagen eingesetzt.


Hierzu gehören unter anderem:
• Selektiver Überstrom- und Kurzschlussschutz in Abgängen in Verteiler- und
Übertragungssystemen
• Schutz von Transformatoren und Generatoren bei Überstrom und Kurzschluss
• Überstrom- und Kurzschlussschutz von unterschiedlichen Geräten, die mit der
Stromversorgung verbunden sind, z.B. Kondensatorbänken,
Kompensationsdrosseln und Motoren
• Allgemeiner Reserveschutz

PHxPTOC wird als ein-, zwei- und dreiphasiger ungerichteter Überstrom- und
Kurzschlussschutz verwendet. Typischerweise wird ein Überstromschutz bei
Kurzschlüssen in zwei oder drei Phasen eingesetzt. Der Benutzer hat hierbei die
Möglichkeit zu bestimmen, an mindestens wie vielen Phasen Strom oberhalb des
Anregewerts anliegen muss, um die Funktion auszulösen. Wird die Anzahl der
Phaseneinstellungen auf "1 aus 3" gesetzt, wird die Funktion von PHxPTOC bei
Überstrom an einer Phase aktiviert.

Wird die Einstellung auf "2 aus 3" oder "3 aus 3" gesetzt, werden
keine einpoligen Fehler erkannt. Bei der Einstellung "3 aus 3" muss
der Fehler an allen drei Phasen vorliegen.

Zahlreiche Anwendungen erfordern eine Reihe von Schritten mit unterschiedlichen


Stromanregepegeln und Zeitverzögerungen. PHxPTOC umfasst drei Schutzstufen:

630 Serie 187


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Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

• PHLPTOC (I>)
• PHHPTOC (I>>)
• PHIPTOC (I>>>).

PHLPTOC (I>) wird als Überstromschutz eingesetzt. Die Funktion beinhaltet


zahlreiche Arten von Zeitverzögerungseigenschaften. PHHPTOC (I>>) und
PHIPTOC (I>>>) zum schnellen Abschalten von Fehlern mit großen Überströmen
verwendet.

Überstromschutz für Transformatoren und Sammelschienen mit


rückwärts gerichtetem Blockierprinzip
Wird ein vollständiger Satz von Überspannungsstufen und Blockierkanälen
zwischen den Schutzstufen der Einspeisungen, Sammelschienentrenner und den
Abgängen eingesetzt, können die Überstromfunktionen in der Sammelschiene und
der Unterspannungsseite des Transformators bei Fehlern beschleunigt werden,
ohne die Selektivität zu beeinträchtigen. Der Schutzgrad des
Sammelschienenschutzes wird ebenfalls gesteigert, da nun eine dedizierte,
selektive und schnelle Sammelschienenfunktion zur Verfügung steht, die auf dem
Prinzip eines blockierbaren Überstromschutzes beruht. Die zusätzlichen
zeitbasierten Schutzstufen an der Ober- und Unterspannungsseite des
Transformators steigern den Schutzgrad des Reserveschutzsystems am
Transformator, der Sammelschiene und auch an den Abgängen.

Die Selektivität des in Abbildung 65 dargestellten Systems basiert, abhängig von


der betreffenden Überstromstufe, auf dem Auslösestrom, der Auslösezeit oder den
Blockierungen zwischen den nachfolgenden Überstromstufen. Im Vergleich zu
einem einfachen zeitbasierten Schutz kann die Auslösezeit über Blockierkanäle
extrem verkürzt werden. Zusätzlich zum Sammelschienenschutz kann dieses
Blockierverfahren für den Schutz der unterspannungsseitigen Anschlüsse von
Transformatoren und kurzen Leitungen eingesetzt werden. Die Funktion und
Leistung der vorgeschlagenen Überstromschutzsysteme kann entsprechend der
Tabelle unten zusammen gefasst werden.

Tabelle 153: Vorgeschlagene Funktion des numerischen Überstromschutzes an Transformatoren


und Sammelschienen. UMZ = bestimmte Zeit, AMZ = inverse bestimmte Mindestzeit
O/C-Stufe Auslöseeigensch. Selektivitätsmodus Auslösegeschwin‐ Empfindlichkeit
digkeit
HV/3I> UMZ/AMZ zeitbasiert niedrig sehr hoch
HV/3I>> UMZ blockierbar/zeitba‐ hoch/niedrig hoch
siert
HV/3I>>> UMZ strombasiert sehr hoch niedrig
LV/3I> UMZ/AMZ zeitbasiert niedrig sehr hoch
LV/3I>> UMZ zeitbasiert niedrig hoch
LV/3I>>> UMZ blockierbar hoch hoch

Falls der Sammelschienentrenner geöffnet ist, liegt die Auslösezeit des


blockierbaren Überstromschutzes bei etwa 100 ms (Schaltzeit). Falls der

188 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Sammelschinentrenner geschlossen ist, fließt der Fehlerstrom aus zwei Richtungen


in den fehlerhaften Abschnitt der Sammelschiene. Dies wirkt sich folgendermaßen
auf die Auslösezeit aus: zuerst löst das Sammelschienenrelais den
Sammelschienentrenner innerhalb der bereits oben genannten 100 ms aus. Dadurch
wird der Fehlerstrom halbiert. Anschließend löst das Relais des eingehenden
Abgangs am fehlerhaften Sammelschienenabschnitt innerhalb von 250 ms den
Leistungsschalter aus (Schaltzeit). Dies entspricht der vollständigen Zeit zur
Fehlerbeseitigung.

PHLPTOC PHLPTOC

MF BLOCK Ein
PHHPTOC PHHPTOC MF

BLOCK Ein
PHIPTOC PHIPTOC

CCBRBRF CCBRBRF
Hochspannungs- Hochspannungs-
seite INRPHAR INRPHAR seite

Blockierausgang Blockierausgang
(PHHPTOC START) (PHHPTOC START)
PHLPTOC PHLPTOC
Niederspannungs- PHHPTOC PHHPTOC
seite Niederspannungs-
seite
PHIPTOC PHIPTOC
BLOCK Ein

BLOCK Ein
CCBRBRF CCBRBRF

MF MF

SAMMEL SAMMEL-
MESSUNG ABGANG ABGANG ABGANG ABGANG MESSUNG
SCHIENE SCHIENE
EINSPEISUNG EINSPEISUNG
BLOCK Ein

PHLPTOC

PHHPTOC
MF MF MF MF MF
PHIPTOC

CCBRBRF

Blockierausgang Blockierausgang
(Abgangsfeld PHHPTOC START) (Abgangsfeld PHHPTOC START)

A070980 V2 DE

Abb. 65: Numerische Überstromschutz-Funktion für eine typische


untergeordnete Übertragungs-/Verteilstation (Schutz der Abgänge
nicht dargestellt). Blockierausgang = digitales Ausgangssignal ab
Beginn einer Schutzstufe, Blockiereingang = digitales
Eingangssignal zum Blockieren der Auslösung einer Schutzstufe.

Die Auslösezeiten der zeitbasierten Stufen sind sehr kurz, da die Grenzen zwischen
den aufeinander folgenden Stufen extrem kurz gehalten werden können. Dies ist
vor allem wegen des fortschrittlichen Messprinzips möglich, das eine gewisse
Stromwandler-Sättigung, eine zuverlässige Auslösegenauigkeit und kurze
Verzögerungszeiten der numerischen Einheiten zulässt. Gesetzt den Fall die
Unterbrechungszeit des Leistungsschalters ist kürzer als 60 ms, kann z.B. im UMZ-
Modus eine Staffelzeit von 150 ms eingestellt werden.

Da die transiente Überlast praktisch Null ist, sind die Empfindlichkeit und die
Geschwindigkeit der strombasierten Stufen so gut wie irgend möglich. Die
Auswirkungen der beim Schalten entstehenden Lastströme auf die Einstellwerte
können ebenfalls minimiert werden. Hierzu wird eine IED-Logik eingesetzt, die
den Laststrom beim Zuschalten des Transformators erkennt und eine Auslösung
blockiert oder den aktuell eingestellten Anregewert der ausgewählten
Überstromschutzstufe mit einem vordefinierten Multiplikator neu berechnet.

630 Serie 189


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Schutzfunktionen

Eine zuverlässige Auslösung des Überstromschutzes wird zum einen durch die
sorgfältige Auswahl der Einstellungen und zum anderen durch die Fähigkeit der
Zwischenwandler zur Abbildung des Fehlerstroms gewährleistet. Dies ist
besonders wichtig, um die Selektivität zu garantieren und um zu gewährleisten,
dass der Schutz ohne weitere Zeitverzögerung greift. Weiter gehende
Informationen zu den verfügbaren Messmodi und Anforderungen an Stromwandler
finden Sie im Kapitel Allgemeine Funktionsblockeigenschaften dieses Handbuchs.

Überstromschutz für ausgehende radiale Abgänge


Die grundlegenden Anforderungen an den Überstromschutz von Abgängen besteht
in einer adäquaten Empfindlichkeit und Auslösezeit. Hierbei müssen die Mindest-
und Höchstpegel des Fehlerstroms an der geschützten Leitung, die
Selektivitätsanforderungen und die thermische und mechanische Last der
Leitungen berücksichtigt werden.

Beim Einsatz mehrstufiger Überstromschutz-Einheiten werden die oben


aufgeführten Anforderungen am ehesten erfüllt. Abbildung 66 verdeutlicht dies mit
einem Beispiel. Für die ein- und ausgehenden Abgänge wurde eine kurze
Anordnungsstudie durchgeführt.

Das Schutzsystem wurde als dreistufiger numerischer Überstromschutz ausgelegt.


PHLPTOC (I>) funktioniert im AMZ-Modus und die beiden höheren Stufen
PHHPTOC (I>>) und PHIPTOC (I>>>) im UMZ-Modus. Die thermische Last der
Leitungstypen an den Abgängen und die erwarteten maximalen Lastströme der
Abgänge sind angegeben. Um die Auswirkungen schwerer Kurzschlussfehler zu
minimieren, werden Fehler, die in der Nähe einer Station mit den höchsten
Fehlerstrompegeln, umgehend über die unverzögerte Stufe gelöscht. Die
Einwirkung des Laststroms wird berücksichtigt, indem die Laststromerkennung mit
dem Multiplikator-Eingang der unverzögerten Stufe für den Anregewert verbunden
wird. Hierdurch wird der Anregewert während der Lastsituation mit einer
vordefinierten Einstellung multipliziert, und ein unbeabsichtigtes Auslösen kann
verhindert werden.

190 630 Serie


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Schutzfunktionen

A070982 V1 DE

Abb. 66: Funktion eines mehrstufigen Überstromschutzes

Der Anordnungsplan ist ein effektives Werkzeug zur Untersuchung der Funktion
zeitbasierter Auslöseeigenschaften. In einem Anordnungsplan können alle zuvor
aufgeführten Punkte, die zur Definition der Parameter des Überstromschutzes
erforderlich sind, gleichzeitig dargestellt werden. Der Anordnungsplan in
Abbildung 67 zeigt ein Beispiel der Auslöseeigenschaften an der
Unterspannungsseite eines eingehenden Abgangs und eines ausgehenden
Radialabgangs.

630 Serie 191


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A070984 V2 DE

Abb. 67: Beispielanordnung eines mehrstufigen Überstromschutzes

Bei einem Kurzschlussschutz von Motoren wird der Anregewert


typischerweise 1,5 Mal höher gesetzt als der Anlaufstrom des Motors.

4.1.1.9 Signale
Tabelle 154: PHLPTOC Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Stromgruppe
SIGNAL
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 155: PHHPTOC Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Stromgruppe
SIGNAL
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

192 630 Serie


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Tabelle 156: PHIPTOC Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Stromgruppe
SIGNAL
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 157: PHLPTOC Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Ausgelöst
AUS_L1 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L1
AUS_L2 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L2
AUS_L3 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L3
ANR (Anregung) BOOLEAN Angeregtes Signal
ANR_L1 BOOLEAN Angeregter Leiter L1
ANR_L2 BOOLEAN Angeregter Leiter L2
ANR_L3 BOOLEAN Angeregter Leiter L3

Tabelle 158: PHHPTOC Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Ausgelöst
AUS_L1 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L1
AUS_L2 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L2
AUS_L3 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L3
ANR (Anregung) BOOLEAN Angeregtes Signal
ANR_L1 BOOLEAN Angeregter Leiter L1
ANR_L2 BOOLEAN Angeregter Leiter L2
ANR_L3 BOOLEAN Angeregter Leiter L3

Tabelle 159: PHIPTOC Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Ausgelöst
AUS_L1 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L1
AUS_L2 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L2
AUS_L3 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L3
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 193


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Name Typ Beschreibung


ANR (Anregung) BOOLEAN Angeregtes Signal
ANR_L1 BOOLEAN Angeregter Leiter L1
ANR_L2 BOOLEAN Angeregter Leiter L2
ANR_L3 BOOLEAN Angeregter Leiter L3

4.1.1.10 Einstellungen
Tabelle 160: PHLPTOC Gruppeneinstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Anregewert 0,05 - 5,00 pu 0,01 0,05 Anregewert
ANREGE WERT Mult 0,8 - 10,0 - 0,1 1,0 Multiplikator für die Skalierung des Anre‐
gewerts
Zeitmultiplikator 0,05 - 15,00 - 0,05 1,00 Zeitmultiplikator in IEC/ANSI Kurven
Typ Auslösekennlinie ANSI Ext. inv. - - UMZ (IEC) Auswahl für Typ Zeitverzögerungskurve
ANSI Very inv.
ANSI Norm. inv.
ANSI Mod. inv.
UMZ (ANSI)
L.T.E. inv.
L.T.V. inv.
L.T. inv.
IEC Norm. inv.
IEC Sehr inv.
IEC inv.
IEC Ext. inv.
IEC S.T. inv.
IEC L.T. inv.
UMZ (IEC)
Programmierbar
RI Typ
RD Typ
Auslöseverzögerung 0,04 - 200,00 s 0,01 0,04 Auslöseverzögerung

Tabelle 161: PHLPTOC Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Typ Rücksetzkurve Sofort - - Sofort Auswahl für Typ Rücksetzkurve
Unabh. Rücksetz‐
zeit
Inv. Rücksetzzeit

Tabelle 162: PHLPTOC Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Anzahl der Leiteranreg. 1 aus 3 - - 1 aus 3 Anzahl der erforderlichen Phasen für die
(Anzahl der Leiteranre‐ 2 aus 3 Auslöseaktivierung
gungen) 3 aus 3

194 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Tabelle 163: PHLPTOC Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Messmodus RMS - - Grundwert (DFT) Wählt den verwendeten Modus der
Grundwert (DFT) Strommessung
Spitzenwert (Peak-
to-Peak)
Kurvenparameter A 0,0086 - 120,0000 - 0,0001 28,2000 Parameter A für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter B 0,0000 - 0,7120 - 0,0001 0,1217 Parameter B für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter C 0,02 - 2,00 - 0,01 2,00 Parameter C für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter D 0,46 - 30,00 - 0,01 29,10 Parameter D für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter E 0,0 - 1,0 - 0,1 1,0 Parameter E für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Rückfallzeitverzögerung 0,000 - 60,000 s 0,001 0,020 Rückfallzeitverzögerung
Minimale Auslösezeit 0,040 - 60,000 s 0,001 0,040 Minimale Auslösezeit für AMZ-Kurven

Tabelle 164: PHHPTOC Gruppeneinstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Anregewert 0,10 - 40,00 pu 0,01 0,10 Anregewert
ANREGE WERT Mult 0,8 - 10,0 - 0,1 1,0 Multiplikator für die Skalierung des Anre‐
gewerts
Zeitmultiplikator 0,05 - 15,00 - 0,05 1,00 Zeitmultiplikator in IEC/ANSI Kurven
Typ Auslösekennlinie ANSI Ext. inv. - - UMZ (IEC) Auswahl für Typ Zeitverzögerungskurve
ANSI Norm. inv.
UMZ (ANSI)
IEC Norm. inv.
IEC Sehr inv.
IEC Ext. inv.
UMZ (IEC)
Programmierbar
Auslöseverzögerung 0,02 - 200,00 s 0,01 0,02 Auslöseverzögerung

Tabelle 165: PHHPTOC Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Typ Rücksetzkurve Sofort - - Sofort Auswahl für Typ Rücksetzkurve
Unabh. Rücksetz‐
zeit
Inv. Rücksetzzeit

630 Serie 195


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Schutzfunktionen

Tabelle 166: PHHPTOC Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Anzahl der Leiteranreg. 1 aus 3 - - 1 aus 3 Anzahl der erforderlichen Phasen für die
(Anzahl der Leiteranre‐ 2 aus 3 Auslöseaktivierung
gungen) 3 aus 3

Tabelle 167: PHHPTOC Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Messmodus RMS - - Grundwert (DFT) Wählt den verwendeten Modus der
Grundwert (DFT) Strommessung
Spitzenwert (Peak-
to-Peak)
Kurvenparameter A 0,0086 - 120,0000 - 0,0001 28,2000 Parameter A für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter B 0,0000 - 0,7120 - 0,0001 0,1217 Parameter B für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter C 0,02 - 2,00 - 0,01 2,00 Parameter C für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter D 0,46 - 30,00 - 0,01 29,10 Parameter D für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter E 0,0 - 1,0 - 0,1 1,0 Parameter E für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Rückfallzeitverzögerung 0,000 - 60,000 s 0,001 0,020 Rückfallzeitverzögerung
Minimale Auslösezeit 0,020 - 60,000 s 0,001 0,020 Minimale Auslösezeit für AMZ-Kurven

Tabelle 168: PHIPTOC Gruppeneinstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Anregewert 0,10 - 40,00 pu 0,01 0,10 Anregewert
ANREGE WERT Mult 0,8 - 10,0 - 0,1 1,0 Multiplikator für die Skalierung des Anre‐
gewerts
Auslöseverzögerung 0,02 - 200,00 s 0,01 0,02 Auslöseverzögerung

Tabelle 169: PHIPTOC Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Anzahl der Leiteranreg. 1 aus 3 - - 1 aus 3 Anzahl der erforderlichen Phasen für die
(Anzahl der Leiteranre‐ 2 aus 3 Auslöseaktivierung
gungen) 3 aus 3

196 630 Serie


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Tabelle 170: PHIPTOC Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Rückfallzeitverzögerung 0,000 - 60,000 s 0,001 0,020 Rückfallzeitverzögerung

4.1.1.11 Messwerte
Tabelle 171: PHLPTOC Messwerte
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_AMPL_L1 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L1
I_AMPL_L2 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L2
I_AMPL_L3 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L3
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
I_PTOP_L1 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L1
I_PTOP_L2 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L2
I_PTOP_L3 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L3
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 172: PHHPTOC Messwerte


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_AMPL_L1 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L1
I_AMPL_L2 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L2
I_AMPL_L3 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L3
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
I_PTOP_L1 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L1
I_PTOP_L2 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L2
I_PTOP_L3 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L3
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630 Serie 197


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Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
I_PEAK_L1 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L1
I_PEAK_L2 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L2
I_PEAK_L3 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L3
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 173: PHIPTOC Messwerte


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_AMPL_L1 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L1
I_AMPL_L2 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L2
I_AMPL_L3 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L3
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
I_PTOP_L1 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L1
I_PTOP_L2 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L2
I_PTOP_L3 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L3
I_PEAK_L1 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L1
I_PEAK_L2 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L2
I_PEAK_L3 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L3
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

4.1.1.12 Überwachte Daten


Tabelle 174: PHLPTOC Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L1
1=WAHR
AUS_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L2
1=WAHR
AUS_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L3
1=WAHR
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198 630 Serie


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Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


ANR_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L1
1=WAHR
ANR_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L2
1=WAHR
ANR_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L3
1=WAHR
ANREGE_DAU REAL - % Verhältnis Anregezeit /
Auslösezeit
INVAL_CRV BOOLEAN 0=FALSCH - Ungültige Kurvenpara‐
1=WAHR meter

Tabelle 175: PHHPTOC Überwachte Daten


Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L1
1=WAHR
AUS_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L2
1=WAHR
AUS_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L3
1=WAHR
ANR_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L1
1=WAHR
ANR_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L2
1=WAHR
ANR_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L3
1=WAHR
ANREGE_DAU REAL - % Verhältnis Anregezeit /
Auslösezeit
INVAL_CRV BOOLEAN 0=FALSCH - Ungültige Kurvenpara‐
1=WAHR meter

Tabelle 176: PHIPTOC Überwachte Daten


Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L1
1=WAHR
AUS_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L2
1=WAHR
AUS_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L3
1=WAHR
ANR_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L1
1=WAHR
ANR_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L2
1=WAHR
ANR_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L3
1=WAHR
ANREGE_DAU REAL - % Verhältnis Anregezeit /
Auslösezeit

630 Serie 199


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4.1.1.13 Technische Daten

Tabelle 177: PHxPTOC Technische Daten


Charakteristik Wert
Ansprechgenauigkeit Bei der Frequenz f = fn

PHLPTOC ±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x In

PHHPTOC ±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x In


und (bei Strömen im Bereich von 0,1…10 x In)
PHIPTOC ±5,0% des eingestellten Wertes
(bei Strömen im Bereich von 10…40 x In)

Anregezeit 1)2) PHIPTOC:


IFehler = 2 x eingestell‐ Typisch: 17 ms (±5 ms)
ter Startwert
IFehler = 10 x eingestell‐ Typisch: 10 ms (±5 ms)
ter Startwert
PHHPTOC:
IFehler = 2 x eingestell‐ Typisch: 19 ms (±5 ms)
ter Startwert
PHLPTOC:
IFehler = 2 x eingestell‐ Typisch: 23 ms (±15 ms)
ter Startwert
Rückfallzeit < 45 ms
Rückfallverhältnis Typisch 0,96
Verzögerungszeit < 30 ms
Toleranz im definite time mode ±1,0 % des eingestellten Wertes oder ±20 ms
Toleranz im inverse time mode ±5,0 % des theoretischen Wertes oder ±20 ms 3)
Oberwellenunterdrückung RMS: Keine Unterdrückung
DFT: -50dB bei f = n x fnn, wobei n = 2, 3, 4, 5,…
Peak-to-Peak: Keine Unterdrückung
P-to-P+backup: Keine Unterdrückung

1) Messmethode = Standard (stufenabhängig), Strom vor Fehler = 0,0 x In, fn = 50 Hz, aus zufälligem
Phasenwinkel injizierter Fehlerstrom in einer Phase, Ergebnisse durch statistische Verteilung von
1000 Messungen
2) Inkl. Verzögerung des Signalausgangskontakts
3) Höchstens Startwert = 2,5 x In, Startwert wird mit Werten zwischen 1,5 und 20 multipliziert

4.1.2 Dreiphasiger gerichteter Überstromschutz (DPHxPDOC)

4.1.2.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Dreiphasiger gerichteter Überstrom‐ DPHLPDOC 3I> → 67-1
schutz - (I> →)
Dreiphasiger gerichteter Überstrom‐ DPHHPDOC 3I>> → 67-2
schutz - (I>> →)

200 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

4.1.2.2 Funktionsblöcke
DPHLPDOC DPHHPDOC
I3P OPERATE I3P OPERATE
U3P OPR_A U3P OPR_A
BLOCK OPR_B BLOCK OPR_B
BLK_OPR OPR_C BLK_OPR OPR_C
BLK_ST START BLK_ST START
FR_TIMER ST_A FR_TIMER ST_A
ENA_MULT ST_B ENA_MULT ST_B
ST_C ST_C
FAULT_DIR FAULT_DIR
FLT_DIR_A FLT_DIR_A
FLT_DIR_B FLT_DIR_B
FLT_DIR_C FLT_DIR_C

GUID-F1375979-D1D3-426B-A327-70BD5869B7EB V1 DE

Abb. 68: Funktionsblöcke

4.1.2.3 Funktion

Der dreiphasige Überstromschutz DPHxPDOC wird als ein-, zwei- oder


dreiphasiger gerichteter Überstrom- und Kurzschlussschutz in Abgängen eingesetzt.

DPHxPDOC wird ausgelöst, wenn der Stromwert den eingestellten Grenzwert


überschreitet und das gerichtete Kriterium erfüllt ist. Die Eigenschaften der
Auslösezeit von DPHLPDOC (I0> →) und DPHHPDOC (I0>> →) kann entweder
auf UMZ oder AMZ eingestellt werden.

Im UMZ-Modus arbeitet die Funktion nach einer vordefinierten Auslösezeit und


wird zurückgesetzt, wenn der Fehlerstrom nicht mehr anliegt. Im AMZ-Modus
stehen stromabhängige Zeit-Kennlinien zur Verfügung.

Die Funktion besitzt eine Blockierfunktion. Funktionsausgänge, Timer bzw. die


Funktion selbst können bei Bedarf blockiert werden.

4.1.2.4 Funktionsweise

Die Funktion kann mit dem Parameter Funktion aktiviert und deaktiviert werden.
Die jeweiligen Parameterwerte sind "EIN" und "AUS".

Die Funktion eines gerichteten Überstromschutzes kann in einem Moduldiagramm


erläutert werden. Die einzelnen Module im Diagramm werden in den folgenden
Abschnitten beschrieben.

630 Serie 201


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

GUID-021E1EE5-3286-4E88-9F94-521609D77F1D V2 DE

Abb. 69: Logikdiagramm

Richtungsbestimmung
Die Richtungsbestimmung vergleicht die aktuellen Phasoren mit dem
Polarisationsvektor. Der Benutzer kann aus den unterschiedlichen
Polarisationsgrößen einen passenden Phasor auswählen. Die Messgrößen umfassen
Mit- und Gegensystemspannung, selbstpolarisierende (Fehler-)Spannung und
fremdpolarisierende (intakte) Spannung. Die Definition der Polarisationsmethode
erfolgt über die Einstellung Pol quantity.

Tabelle 178: Polarisationsgrößen


Polarisationsgröße Beschreibung
Pos. seq. volt Mitsystemspannung
Neg. seq. volt Gegensystemspannung
Self pol Selbstpolarisation
Cross pol Fremdpolarisation

Die Auswahl der gerichteten Funktion erfolgt über die Einstellung Gerichteter
Modus. Der Benutzer kann zwischen "Ungerichteter", "Vorwärts-" oder
"Rückwärts-" Funktion wählen. Wird der Wert Erlaubt Unger. auf "Gestattet"
gesetzt, dann ist die ungerichtete Funktion freigegeben, sofern die Informationen
für die gerichtete Funktion ungültig ist.

202 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Die Einstellung des Charakteristischen Winkels wird zur Umkehrung der


gerichteten Eigenschaft benutzt. Der Wert für den Charakteristischen Winkel sollte
so gewählt werden, dass alle Fehler in Auslöserichtung als innerhalb des
Auslösebereichs und alle Fehler in der entgegengesetzten Richtung als außerhalb
des Auslösebereichs betrachtet werden können. Der Wert des Charakteristischen
Winkels hängt von der Netzwerkkonfiguration ab.

Eine zuverlässige Auslösung hängt davon ab, ob die Auslöse- und


Polarisationsgrößen bestimmte Minimalwerte für die Amplitude überschreiten. Der
Minimalwert für die Amplitude der Auslösemessgröße (Strom) wird über die
Einstellung Min Auslösestrom festgelegt. Der Minimalwert für die Amplitude der
Polarisationsgröße (Spannung) wird über die Einstellung Min Auslösespannung
festgelegt. Liegt der Amplitudenpegel der Auslöse- oder der
Polarisationsmenssgröße unterhalb des eingestellten Werts, wird die Information
zur Richtung der entsprechenden Phase auf "Unbekannt" gesetzt.

Die Gültigkeit der Polarisationsgröße bleibt auch dann gültig, wenn die Amplitude
der Polarisationsgröße unter den Wert der Min Auslösespannung absinkt. In diesem
Fall wird die Richtungsinformation für eine festgelegte Zeit aus einer speziellen
Speicherfunktion bezogen, die über die Einstellung Spannungs Mem Zeit
eingestellt wird.

DPHxPDOC ist mit einer Speicherfunktion ausgestattet, die eine sichere,


reibungslose und gerichtete IED-Auslösung gewährleistet, wenn Kurzschlüsse oder
Erdfehler aufgrund extrem niedriger Spannungen auftreten. Bei einem plötzlichen
Verlust der Polarisationsgröße wird die Winkeldifferenz auf der Grundlage einer
fiktiven Spannung errechnet. Die fiktive Spannung errechnet sich aus der
Polarisationsgröße, die vor dem Auftreten des Fehlers gemessen wurde. Die
Speicherfunktion gestattet der Auslösefunktion eine Reaktion bis drei Sekunden
nach einem vollständigen Spannungsverlust. Diese Zeit kann über die Einstellung
Spannungs Mem Zeit festgelegt werden.

Sinkt die Spannung bei einem nahen auftretenden Fehler an einer oder mehr
Phasen unter Min Auslösespannung, dann wird die entsprechende phasenbezogene
fiktive Spannung zur Bestimmung des Phasenwinkels eingesetzt. Die gemessene
Spannung wird erneut verwendet, sobald die Spannung den Wert Min
Auslösespannung übersteigt. Die fiktive Spannung wird verworfen, wenn der
gemessene Wert länger unter der Min Auslösespannung bleibt als in Spannungs
Mem Zeit festgelegt oder wenn der Fehlerstrom während der Benutzung der
fiktiven Spannung verschwindet. Liegt die Spannung unter der Min
Auslösespannung und dem Hysteresewert und ist die fiktive Spannung
unbrauchbar, dann kann die Fehlerrichtung nicht ermittelt werden. Die fiktive
Spannung kann aus drei Gründen unbrauchbar werden:

630 Serie 203


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

• Die fiktive Spannung wird nach Ablauf der Spannungs Mem Zeit verworfen
• Der Phasenwinkel kann vor dem Auftreten des Fehlers nicht zuverlässig
gemessen werden.
• Entspricht die verwendete Einstellung Pol quantity der
"Gegensystemspannung", dann ist die gemessene Gegensystemspannung
häufig zu niedrig für die Funktion der fiktiven Spannung.

GUID-718D61B4-DAD0-4F43-8108-86F7B44E7E2D V1 DE

Abb. 70: Auslösebereiche bei minimalen Größenniveaus

Pegelerkennung
Die gemessenen Phasenströme werden phasenweise mit dem eingestellten
Anregewert verglichen. Überschreitet der Messwert den eingestellten Anregewert,
meldet die Schwellenwerterkennung das Überschreiten des Werts der
Phasenauswahllogik. Ist der Eingang ENA_MULT aktiv, wird der eingestellte
Anregewert mit der Einstellung ANREGE WERT Mult multipliziert.

Stellen Sie die Multiplikatoreinstellung ANREGE WERT Mult nicht


höher als erforderlich ein. Wenn der Wert zu hoch ist, wird die
Funktion durch einen Fehler nicht angeregt, unabhängig von der
Schwere des Fehlers.

204 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Die Multiplikation des Anregewerts erfolgt, wenn die


Belastungserkennungsfunktion (INRPHAR) mit dem Eingang ENA_MULT
verbunden und aktiviert ist.

A070554 V1 DE

Abb. 71: Verhalten des Anregewerts mit aktiviertem Eingang ENA_MULT

Phasenauswahllogik
Sind die Fehlerkriterien in der Pegelerkennung und der gerichteten Berechnung
erfüllt, dann erkennt die Phasenauswahllogik die Phase/n in der/denen der
gemessene Strom den Einstellwert überschreitet. Entspricht die Phaseninformation
der Einstellung Anzahl der Leiteranreg., dann aktiviert die Phasenauswahllogik das
Timermodul.

Die Phasenauswahllogik liefert auch Informationen zu phasenspezifischen


Fehlerrichtungen. Der Ausgang FEH_RIC_A gibt die Richtung des Fehlers in
Leiter L1 an. Vergleichbar gibt der Ausgang FEH_RIC_B die Richtung des
Fehlers in Leiter L2 an. Die Richtung des Fehlers in Leiter L3 wird durch den
Ausgang FEH_RIC_C ausgedrückt. Allgemeine Richtungsinformationen zu
Fehlern werden über die Ausgänge FAULT_DIR geliefert.

Timer
Sobald der Timer aktiviert wird, aktiviert er den Ausgang ANR (Anregung).
Die Ausgänge ANR_L1, ANR_L2 und ANR_L3 werden benutzt, um anzugeben,
welche Phasen angeregt wurden. Wenn der Auslösetimer den gesetzten Wert aus
Auslöseverzögerung im UMZ-Modus oder den in der inversen Zeitkurve
definierten Maximalwert erreicht, wird der Ausgang AUS (Auslösung)

630 Serie 205


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

aktiviert. Die Ausgänge AUS_L1, AUS_L2 und AUS_L3 werden benutzt, um


anzugeben, welche Phasen ausgelöst wurden.

DPHxPDOC kann vom Binäreingang BLOCK blockiert werden. Durch das


Aktivieren des Eingangs BLOCK werden alle Ausgänge deaktiviert und die internen
Timer zurückgesetzt. Die Anregesignale der Funktion können vom Binäreingang
BLK_ANR blockiert werden. Die Auslösesignale der Funktion können vom
Binäreingang BLK_AUS blockiert werden. Die Zählung auf dem Auslösetimer
kann mit dem aktuell geltenden Wert eingefroren werden, wenn das
Eingangssignal FR_TIMER aktiviert wird.

Wenn die vom Benutzer programmierbare AMZ-Kurve gewählt wird, werden die
Auslösezeit-Kennlinien durch die Parameter Kurvenparameter A,
Kurvenparameter B, Kurvenparameter C, Kurvenparameter D und
Kurvenparameter E definiert.

Wenn eine Rückfallsituation auftritt, d.h. ein Fehler plötzlich verschwindet, bevor
die Auslöseverzögerung überschritten ist, wird der Rücksetzzustand des Timers
aktiviert. Das Verhalten des Timers im Rücksetzzustand ist abhängig von der
Kombination der Einstellungen Typ Auslösekennlinie, Typ Rücksetzkurve und
Rückfallzeitverzögerung. Wenn die UMZ-Kennlinie ausgewählt wurde, läuft der
Rücksetztimer, bis der festgelegte Wert der Einstellung Rückfallzeitverzögerung
überschritten wird. Wenn die AMZ-Kennlinien ausgewählt wurden, kann die
Einstellung Typ Rücksetzkurve auf einen der Werte "Unverzögert", "Unabh.
Rücksetzzeit" oder "Inv. Rücksetzzeit" eingestellt werden. Der Rücksetzkurventyp
"Unverzögert" veranlasst ein sofortiges Rücksetzen. Wenn der Rücksetzkurventyp
"Unabh. Rücksetzzeit" ausgewählt wird, hängt die Rücksetzzeit von der
Einstellung Rückfallzeitverzögerung ab. Wenn der Rücksetzkurventyp "Inv.
Rücksetzzeit" ausgewählt wird, hängt die Rücksetzzeit vom Strom während der
Rückfallsituation ab. Wenn die Rückfallsituation andauert, wird der Rücksetztimer
zurückgesetzt, und der Ausgang ANR (Anregung) wird deaktiviert.

Die Auswahl "Inverse Rücksetzzeit" wird nur von ANSI oder


benutzerprogrammierbaren Typen der AMZ-Auslösekurven
unterstützt. Wenn ein anderer Auslösekurventyp ausgewählt wird,
findet während der Rückfallsituation ein sofortiges Rücksetzen statt.

Die Einstellung Zeitmultiplikator wird zur Skalierung der AMZ-Auslöse- und -


Rücksetzzeiten verwendet.

Der Einstellungsparameter Minimale Auslösezeit legt die gewünschte minimale


Auslösezeit für AMZ fest. Diese Einstellung ist nur relevant, wenn die AMZ-
Kurven verwendet werden.

Setzen Sie die Einstellung für Minimale Auslösezeit umsichtig ein:


die Auslösezeit richtet sich nach der AMZ-Kurve aber sie muss
mindestens den Wert der Einstellung Minimale Auslösezeit

206 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

betragen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Allgemeine


Funktionsblockeigenschaften in diesem Handbuch.

Der Timer berechnet den Anregedauerwert ANREGE_DAU. Dieser gibt das


prozentuale Verhältnis zwischen Anregesituation und eingestellter Auslösezeit an.
Der Wert ist über den Menüpunkt "Überwachte Daten" verfügbar.

4.1.2.5 Bezugswerte

In diesem Funktionsblock werden einige Einstellungen als Per-Unit-Größe (p. u.)


festgelegt. Diese p. u.-Werte beziehen sich auf bestimmte Bezugswerte, z.B.
Werte, die in A, kV und kVA angegeben werden. Das IED unterstützt alternative
Bezugswertgruppen für Einstellungen in Verbindung mit Phasenstrom bzw.
Phasenspannung, z.B. "Leiter Grp. 1" (Leitergrößen Gruppe 1), "Leiter Grp. 2"
(Leitergrößen Gruppe 2) und "Leiter Grp. 3" (Leitergrößen Gruppe 3). Auf
ähnliche Weise werden "Nullsys. Grp. 1" (Nullsystem Gruppe 1), "Nullsys. Grp. 2"
(Nullsystem Gruppe 2) und "Nullsys. Grp. 3" (Nullsystem Gruppe 3) für
Einstellungen in Verbindung mit Erdfehlerstrom und Verlagerungsspannung
unterstützt. Der Benutzer muss eine der Gruppen als benutzte auswählen, und zwar
mit der Einstellung Ausw. Bezugsw. Leitergr. (Auswahl Bezugswert für
Leitergrößen) bzw. Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. (Auswahl Bezugswert für
Nullsystemgrößen).

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Basisfunktionen in


diesem Handbuch.

4.1.2.6 Messmodi

Die Funktion löst nach drei alternativen Messmodi aus: "RMS", "DFT" und "Spitze-
Spitze". Der Messmodus wird über die Einstellung Messmodus ausgewählt.

Tabelle 179: Von den DPHxPDOC Stufen unterstützte Messmodi


Messmodus Unterstützte Messmodi
DPHLPDOC DPHHPDOC
RMS x x
Grundwert (DFT) x x
Spitzenwert (Peak-to-Peak) x x

4.1.2.7 Gerichtete Überstromeigenschaften

Die Vor- und Rückwärtssektoren sind separat definiert. Der vorwärts gerichtete
Funktionsbereich ist durch die Einstellungen Min Winkel vorwärts und Max Winkel
vorwärts begrenzt. Der rückwärts gerichtete Funktionsbereich ist durch die
Einstellungen Min Winkel rückwärts und Max Winkel rückwärts begrenzt.

630 Serie 207


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Die Sektorengrenzen werden immer in positiven Gradwerten


angegeben.

Im vorwärts gerichteten Funktionsbereich gibt die Einstellung Max Winkel


vorwärts den Sektor gegen den Uhrzeigersinn und die Einstellung Min Winkel
vorwärts den Sektor im Uhrzeigersinn an. Ausgangspunkt für die Messung ist die
Einstellung des Charakteristischen Winkels.

Im rückwärts gerichteten Funktionsbereich gibt die Einstellung Max Winkel


rückwärts den Sektor gegen den Uhrzeigersinn und die Einstellung Max Winkel
rückwärts den Sektor im Uhrzeigersinn an. Ausgangspunkt für die Messung ist die
Einstellung des Charakteristischen Winkels.

Der charakteristische Winkel des Relais (RCA) wird als positiver Wert eingestellt,
wenn der Auslösestrom der Polarisationsgröße nacheilt und negativ, wenn der
Auslösestrom der Polarisationsgröße voraneilt.

GUID-CD0B7D5A-1F1A-47E6-AF2A-F6F898645640 V2 DE

Abb. 72: Konfigurierbare Auslösesektoren

208 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Tabelle 180: Momentaner Wert für jede Phasenrichtung im Menü "Überwachte Daten"
Kriterien für die Richtinformationen pro Phase Richtung L1/L2/L3
WINKEL_X befindet sich in keinem der definier‐ 0 = unbekannt
ten Sektoren oder die Richtung kann aufgrund ei‐
ner zu geringen Amplitude nicht definiert werden
WINKEL_X befindet sich im Vorwärtssektor 1 = vorwärts
WINKEL_X befindet sich im Rückwärtssektor 2 = rückwärts
(WINKEL_X befindet sich sowohl im Vor- als 3 = beide
auch im Rückwärtssektor. Dies ist der Fall, wenn
die beiden Sektoren sich überlappen)

Tabelle 181: Momentaner kombinierter Wert für die Phasenrichtung im Menü "Überwachte Daten"
Kriterium für die kombinierte Richtungsinformation Der Wert von RICHTUNG
Die Richtungsinformation (DIR_X) aller Phasen 0 = unbekannt
ist unbekannt
Die Richtungsinformation (DIR_X) mindestens ei‐ 1 = vorwärts
ner Phase ist vorwärts, keine rückwärts
Die Richtungsinformation (DIR_X) mindestens ei‐ 2 = rückwärts
ner Phase ist rückwärts, keine vorwärts
Die Richtungsinformation (DIR_X) einiger Pha‐ 3 = beide
sen ist vorwärts und die einiger Phasen rückwärts

FAULT_DIR gibt die ermittelte Richtung des Fehlers während Fehlersituationen


an, d.h. wenn der Ausgang ANR (Anregung) aktiv ist.

Selbstpolarisation als Polarisationsmethode


Tabelle 182: Gleichungen zur Berechnung der Winkeldifferenz im Selbstpolarisationsverfahren
Fehler‐ Verwen‐ Verwen‐ Winkeldifferenz
phasen deter Feh‐ deter Po‐
lerstrom larisati‐
onsstrom
L1 IL1 UL1 ANGLE _ A = ϕ (U A ) - ϕ ( I A ) - ϕ RCA
GUID-60308BBA-07F8-4FB4-A9E8-3850325E368C V2 DE

L2 IL2 UL2 ANGLE _ B = ϕ (U B ) - ϕ ( I B ) - ϕ RCA


GUID-9AF57A77-F9C6-46B7-B056-AC7542EBF449 V2 DE

L3 IL3 UL3 ANGLE _ C = ϕ (U C ) - ϕ ( I C ) - ϕ RCA


GUID-51FEBD95-672C-440F-A678-DD01ABB2D018 V2 DE

L1-L2 IL1 - IL2 UL1-L2 ANGLE _ A = ϕ (U AB ) - ϕ ( I A - I B ) - ϕ RCA


GUID-7DA1116D-86C0-4D7F-AA19-DCF32C530C4C V2 DE

L2-L3 IL2 - IL3 UL2-L3 ANGLE _ B = ϕ (U BC ) - ϕ ( I B - I C ) - ϕ RCA


GUID-3E9788CA-D2FC-4FC4-8F9E-1466F3775826 V2 DE

L3-L1 IL3 - IL1 UL3-L1 ANGLE _ C = ϕ (U CA ) - ϕ ( I C - I A ) - ϕ RCA


GUID-EFD80F78-4B26-46B6-A5A6-CCA6B7E20C6E V2 DE

630 Serie 209


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

In einem Beispiel der Phasoren eines einphasigen Erdfehlers, bei dem die
fehlerhafte Phase L1 sei, ist φ die Winkeldifferenz zwischen der Polarisationsgröße
UL1 und der Auslösemessgröße IL1. Im Selbstpolarisationsverfahren besteht keine
Notwendigkeit, die Polarisationsgröße zu drehen.

IA

UA

UCA UAB

IC IB

UC UBC UB

GUID-C648173C-D8BB-4F37-8634-5D4DC7D366FF V1 DE

Abb. 73: Einzelphasen Erdfehler, Leiter L1

Beim Selbstpolarisationsverfahren wird im Beispiel eines zweiphasigen


Kurzschlussfehlers, mit einem Fehler zwischen den Leitern L2 und L3, wird die
Winkeldifferenz zwischen der Polarisationsgröße UL2-L3 und der
Auslösemessgröße IL2 - IL3 gemessen.

UA

UCA IA UAB
¸
UBC IB - I c
IC -IC
IB

UC UBC UB

GUID-65CFEC0E-0367-44FB-A116-057DD29FEB79 V1 DE

Abb. 74: Kurzschluss in zwei Leitern, Kurzschluss zwischen den Leitern L2


und L3

210 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Fremdpolarisation als Polarisationsgröße


Tabelle 183: Gleichungen zur Berechnung der Winkeldifferenz im Fremdpolarisationsverfahren
Fehler‐ Verwen‐ Verwen‐ Winkeldifferenz
pha‐ deter deter Po‐
sen Fehler‐ larisations‐
strom strom
L1 IL1 UL2-L3
ANGLE _ A = ϕ (U BC ) - ϕ ( I A ) - ϕ RCA + 90o
GUID-4F0D1491-3679-4B1F-99F7-3704BC15EF9D V3 DE

L2 IL2 UL3-L1
ANGLE _ B = ϕ (U CA ) - ϕ ( I B ) - ϕ RCA + 90o
GUID-F5252292-E132-41A7-9F6D-C2A3958EE6AD V3 DE

L3 IL3 UL1-L2
ANGLE _ C = ϕ (U AB ) - ϕ ( I C ) - ϕ RCA + 90o
GUID-84D97257-BAEC-4264-9D93-EC2DF853EAE1 V3 DE

L1- IL1 - IL2 UL2-L3 -


L2 ANGLE _ A = ϕ (U BC - U CA ) - ϕ ( I A - I B ) - ϕ RCA + 90o
UL3-L1
GUID-AFB15C3F-B9BB-47A2-80E9-796AA1165409 V2 DE

L2- IL2 - IL3 UL3-L1 -


L3 ANGLE _ B = ϕ (U CA - U AB ) - ϕ ( I B - I C ) - ϕ RCA + 90o
UL1-L2
GUID-C698D9CA-9139-40F2-9097-007B6B14D053 V2 DE

L3- IL3 - IL1 UL1-L2 -


L1 ANGLE _ C = ϕ (U AB - U BC ) - ϕ ( I C - I A ) - ϕ RCA + 90o
UL2-L3
GUID-838ECE7D-8B1C-466F-8166-E8FE16D28AAD V2 DE

φ sei in einem Beispiel der Phasoren bei einem Einzelphasen-Erdfehler mit der
Fehlerphase A die Winkeldifferenz zwischen der Polarisationsgröße UL2-L3 und der
Auslösemessgröße IL1. Die Polarisationsgröße wird um 90 Grad gedreht. Es wird
angenommen, dass der charakteristische Winkel ~ 0 entspricht.

GUID-6C7D1317-89C4-44BE-A1EB-69BC75863474 V1 DE

Abb. 75: Einzelphasen Erdfehler, Leiter L1

630 Serie 211


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

φ sei bei einem Zweiphasen-Kurzschlussfehler, mit einem Fehler zwischen den


Leitern L2und L3, die gemessene Winkeldifferenz zwischen der Polarisationsgröße
UL1-L2 und der Auslösemessgröße IL2 - IL3.

UA

UCA IA UAB

@ IB - Ic
IC -IC
IB

90°

UC UBC UB

UCA

UCA - UAB

-UAB

GUID-C2EC2EF1-8A84-4A32-818C-6D7620EA9969 V1 DE

Abb. 76: Kurzschluss in zwei Leitern, Kurzschluss zwischen den Leitern L2


und L3

Die Gleichungen sind gültig, wenn die Drehrichtung im Netz gegen


den Uhrzeigersinn verläuft, also in Richtung L1-L2-L3. Ist die
Drehrichtung im Netz gegenläufig, werden 180 Grad zur
berechneten Winkeldifferenz hinzu addiert. Die Addition erfolgt
über den Systemparameter Drehfeldrichtung automatisch.

Gegensystemspannung als Polarisationsgröße


Wird die negative Spannung als Polarisationsgröße eingesetzt, berechnet sich die
Winkeldifferenz zwischen der Auslöse- und Polarisationsgröße für alle Typen mit
der gleichen Formel:

ANGLE _ X = ϕ (−U 2) − ϕ ( I 2) − ϕ RCA


GUID-470263DD-C1D7-4E59-B011-24D8D35BD52A V2 DE (Gleichung 1)

212 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Das bedeutet, dass die Polarisationsgröße zur Ansteuerung -U2 entspricht.

à UA
IA
UA

IA U2
I2

UCA UAB IC
IB
IC IB
U2 à
I2
UC UB
UC UBC UB

A B

GUID-027DD4B9-5844-4C46-BA9C-54784F2300D3 V1 DE

Abb. 77: Phasoren in einem Einzelphasen-Erdfehler, Leiter L1-N und


zweipoligen Kurzschluss, Leiter L2 und L3, wenn die
Polarisationsgröße der Gegensystemspannung -U2 entspricht

Mitsystemspannung als Polarisierungsmessgröße


Tabelle 184: Gleichungen zur Berechnung der Winkeldifferenz im Polarisationsverfahren für die
Mitsystemspannung
Fehler‐ Verwen‐ Verwen‐ Winkeldifferenz
phasen deter Feh‐ deter Po‐
lerstrom larisations‐
strom
L1 IL1 U1 ANGLE _ A = ϕ (U 1) − ϕ ( I A ) − ϕ RCA
GUID-4C933201-2290-4AA3-97A3-670A40CC4114 V3 DE

L2 IL2 U1
ANGLE _ B = ϕ (U 1) − ϕ ( I B ) − ϕ RCA − 120o
GUID-648D061C-6F5F-4372-B120-0F02B42E9809 V3 DE

L3 IL3 U1
ANGLE _ C = ϕ (U 1) − ϕ ( I C ) − ϕ RCA + 120o
GUID-355EF014-D8D0-467E-A952-1D1602244C9F V3 DE

L1-L2 IL1 - IL2 U1


ANGLE _ A = ϕ (U 1) − ϕ ( I A − I B ) − ϕ RCA + 30o
GUID-B07C3B0A-358E-480F-A059-CC5F3E6839B1 V2 DE

L2-L3 IL2 - IL3 U1


ANGLE _ B = ϕ (U 1) − ϕ ( I B − I C ) − ϕ RCA − 90o
GUID-4597F122-99A6-46F6-A38C-81232C985BC9 V2 DE

L3-L1 IL3 - IL1 U1


ANGLE _ C = ϕ (U 1) − ϕ ( I C − I A ) − ϕ RCA + 150o
GUID-9892503C-2233-4BC5-8C54-BCF005E20A08 V2 DE

630 Serie 213


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Netzwerkdrehrichtung ABC Netzwerkdrehrichtung ACB

UA UA
IA IA

ðð ðð

UCA UAB UAB UCA

IB IC
ðð
IC IB ðð

UC UBC UB UB UBC UC
GUID-1937EA60-4285-44A7-8A7D-52D7B66FC5A6 V2 DE

Abb. 78: Phasoren in einem einpoligen Erdfehler, Leiter L1 gegen Erde und
Zweiphasen-Kurzschluss, Kurzschluss an den Leiter L2 - L3, wenn
die Polarisationsgröße der Mitsystemspannung -U1 entspricht

Drehrichtung im Netz
Typischerweise verläuft die Drehrichtung im Netz gegen den Uhrzeigersinn und
wird als "L1-L2-L3" definiert. Verläuft die Drehrichtung des Netzes in
entgegengesetzter Richtung, also im Uhrzeigersinn ("L1-L3-L2"), muss die
Gleichung zur Berechnung der Winkeldifferenz geändert werden. Die
Drehrichtung im Netz wird über den Systemparameter Drehfeldrichtung definiert.
Die Änderung der Netzdrehrichtung beeinflusst das Leiter-Leiter-
Polarisationsverfahren, bei dem 180 Grad zur berechneten Winkeldifferenz hinzu
addiert werden. Werden symmetrische Komponenten verwendet, also Mit- und
Gegensystemkomponenten der Spannung, dann beeinflusst dies die Berechnung
der Komponenten. Die Berechnung der Winkeldifferenz bleibt jedoch unverändert.
Wird die Leiter-Erdespannung als Polarisierungsverfahren eingesetzt, wirkt sich
die Änderung der Drehrichtung im Netz nicht auf die Richtungsberechnung aus.

Die Drehrichtung im Netz wird im IED über den Parameter im


HMI Menü eingestellt: Konfiguration/ System/Drehfeldrichtung.
Der Standardwert des Parameters ist "L1-L2-L3".

214 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Netzwerkdrehrichtung ABC Netzwerkdrehrichtung ACB

UA UA
IA IA

UCA UAB UAB UCA

IB IC

IC IB
UC UBC UB UB UBC UC
GUID-BF32C1D4-ECB5-4E96-A27A-05C637D32C86 V1 DE

Abb. 79: Beispiele für die Drehrichtung im Netz

4.1.2.8 Anwendung

DPHxPDOC wird in dreiphasigen Übertragungs-/Verteilernetzwerken bei 50 or


60 Hz als Kurzschlussschutz eingesetzt.

In Radialnetzen genügen meist Überstrom-IEDs zum Schutz vor Kurzschlüssen in


Leitungen, Transformatoren und anderen Betriebsmitteln. Die Einstellungen Strom-
Zeit sollte entsprechend der gängigen Praxis im Netzwerk gewählt werden. Es wird
empfohlen, für alle Überstrom-IEDs im Netzwerk die gleichen Strom-Zeit-
Einstellungen zu verwenden. Dies umfasst auch den Überstromschutz von
Transformatoren und anderen Geräten.

Der Leiter-Überstromschutz kann auch in geschlossenen Ringnetzen auch als


Kurzschlussschutz eingesetzt werden. Da die Einstellung eines Leiter-
Überstromschutzsystems in geschlossenen Ringnetzen sehr komplex ist, sind eine
ganze Reihe von Stromberechnungen erforderlich. Bei Überstrom-IEDs in
geschlossenen Ringnetzen können Situationen auftreten, in denen im Schutzsystem
keine Selektivität zur Verfügung steht.

Bei einigen Anwendungen kann die Selektivität bedeutend verbessert werden,


indem DPHxPDOC verwendet wird. Dies kann auch in geschlossenen Ringnetzen
und Radialnetzen umgesetzt werden, wenn die Energieerzeugung fern im System
angeschlossen ist und dadurch eine Fehlstromeinspeisung in umgekehrter Richtung
erfolgt. Gerichtete Überstromschutz-IEDs werden auch eingesetzt, um einen
selektiven Schutz zu bieten, z.B. im Fall paralleler Verteilerleitungen oder
Transformatoren, die aus einer gemeinsamen Quelle gespeist werden. DPHxPDOC
wird auch bei in Ringen verbundenen Versorgungsabgängen zwischen
Unterstationen oder Abgängen mit zwei Einspeisungen verwendet.

630 Serie 215


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Parallel geschaltete Leitungen oder Transformatoren


Sind die Leitungen parallel geschaltet und an einer der Leitungen tritt ein Fehler
auf, dann ist es zweckmäßig DPHxPDOC zur Erkennung der Fehlererrichtung
einzusetzen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass durch eine Fehlersituation in
einem Teil der Stromversorgung das gesamte unterspannungsseitige System
abgeschaltet wird.

3I> 3I>

3I> 3I>

GUID-1A2BD0AD-B217-46F4-A6B4-6FC6E6256EB3 V2 DE

Abb. 80: Überstromschutz mit gerichteten IEDs bei parallel geschalteten


Leitungen

DPHxPDOC kann bei parallel geschalteten Transformatorenanwendungen


eingesetzt werden. Bei diesen Anwendungen können Fehlerströme auftreten, die
von der Unterspannungsseite an die Oberspannungsseite gelangen.
Transformatoren sind daher auch mit einem gerichteten Überstromschutz
ausgestattet.

GUID-74662396-1BAD-4AC2-ADB6-F4A8B3341860 V2 DE

Abb. 81: Überstromschutz an parallel geschalteten Transformatoren

Geschlossene Ringnetztopologie
Eine geschlossene Ringnetztopologie wird eingesetzt, wenn die Stromversorgung
der Verbraucher auch im Fall von Netzwerkfehlern gewährleistet werden soll. Der
Strom wird aus zwei Richtungen eingespeist. Das bedeutet, dass die Stromrichtung
geändert werden kann. Die zeitliche Staffelung zwischen den Stufen wird ohne

216 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

unnötige Verzögerung in der Zeiteinstellung angesprochen. In diesem Fall ist es


zweckmäßig das gerichtete Überstromschutz-IED zu verwenden, um ein selektives
Schutzschema zu erzielen. Gerichtete Überstromfunktionen können in
geschlossenen Ringanwendungen eingesetzt werden. Die Pfeile geben die
Auslöserichtung der Richtungsfunktion an. Die Doppelpfeile geben die
ungerichtete Funktion an, bei der Fehler in beiden Richtungen ermittelt werden
können.

GUID-276A9D62-BD74-4335-8F20-EC1731B58889 V1 DE

Abb. 82: Geschlossene Ringnetztopolgie, in der Versorgungssystemen mit


gerichteten Überstromschutz-IEDs ausgestattet sind

4.1.2.9 Signale
Tabelle 185: DPHLPDOC Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Stromgruppe
SIGNAL
U3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Spannungsgruppe
SIGNAL
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

630 Serie 217


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Tabelle 186: DPHHPDOC Eingangssignale


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Stromgruppe
SIGNAL
U3P GRUPPEN‐ - Dreiphasige Spannungsgruppe
SIGNAL
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 187: DPHLPDOC Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Ausgelöst
AUS_L1 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L1
AUS_L2 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L2
AUS_L3 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L3
ANR (Anregung) BOOLEAN Angeregtes Signal
ANR_L1 BOOLEAN Angeregter Leiter L1
ANR_L2 BOOLEAN Angeregter Leiter L2
ANR_L3 BOOLEAN Angeregter Leiter L3
FAULT_DIR INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, allgemein
FEH_RIC_A INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter A
FEH_RIC_B INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter B
FEH_RIC_C INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter C

Tabelle 188: DPHHPDOC Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Ausgelöst
AUS_L1 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L1
AUS_L2 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L2
AUS_L3 BOOLEAN Ausgelöster Leiter L3
ANR (Anregung) BOOLEAN Angeregtes Signal
ANR_L1 BOOLEAN Angeregter Leiter L1
ANR_L2 BOOLEAN Angeregter Leiter L2
ANR_L3 BOOLEAN Angeregter Leiter L3
FAULT_DIR INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, allgemein
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218 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Name Typ Beschreibung


FEH_RIC_A INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter A
FEH_RIC_B INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter B
FEH_RIC_C INTEGER Erkannte Fehlerrichtung, Leiter C

4.1.2.10 Einstellungen
Tabelle 189: DPHLPDOC Gruppeneinstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Gerichteter Modus Ungerichtet - - Vorwärts Gerichteter Modus
Vorwärts
Rückwärts
Anregewert 0,05 - 5,00 pu 0,01 0,05 Anregewert
Charakteristischer Win‐ -179 - 180 Grad 1 0 Charakteristischer Winkel
kel
ANREGE WERT Mult 0,8 - 10,0 - 0,1 1,0 Multiplikator für die Skalierung des Anre‐
gewerts
Zeitmultiplikator 0,05 - 15,00 - 0,05 1,00 Zeitmultiplikator in IEC/ANSI Kurven
Typ Auslösekennlinie ANSI Ext. inv. - - UMZ (IEC) Auswahl für Typ Zeitverzögerungskurve
ANSI Very inv.
ANSI Norm. inv.
ANSI Mod. inv.
UMZ (ANSI)
L.T.E. inv.
L.T.V. inv.
L.T. inv.
IEC Norm. inv.
IEC Sehr inv.
IEC inv.
IEC Ext. inv.
IEC S.T. inv.
IEC L.T. inv.
UMZ (IEC)
Programmierbar
RI Typ
RD Typ
Auslöseverzögerung 0,04 - 200,00 s 0,01 0,04 Auslöseverzögerung

Tabelle 190: DPHLPDOC Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Pol quantity Mitsystemspan‐ - - Fremdpolarisation Zur Ermittlung der Fehlerrichtung verwen‐
nung dete Referenzgröße
Selbstpolarisation
Gegensystem‐
spannung
Fremdpolarisation
Max Winkel vorwärts 45 - 135 Grad 5 90 Maximaler Phasenwinkel in Vorwärtsrich‐
tung
Min Winkel vorwärts 45 - 135 Grad 5 90 Minimaler Phasenwinkel in Vorwärtsrich‐
tung
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 219


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung


Max Winkel rückwärts 45 - 135 Grad 5 90 Maximaler Phasenwinkel in Rückwärts‐
richtung
Min Winkel rückwärts 45 - 135 Grad 5 90 Minimaler Phasenwinkel in Rückwärts‐
richtung
Typ Rücksetzkurve Sofort - - Sofort Auswahl für Typ Rücksetzkurve
Unabh. Rücksetz‐
zeit
Inv. Rücksetzzeit

Tabelle 191: DPHLPDOC Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Anzahl der Leiteranreg. 1 aus 3 - - 1 aus 3 Anzahl der erforderlichen Phasen für die
(Anzahl der Leiteranre‐ 2 aus 3 Auslöseaktivierung
gungen) 3 aus 3

Tabelle 192: DPHLPDOC Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Messmodus RMS - - Grundwert (DFT) Wählt den verwendeten Modus der
Grundwert (DFT) Strommessung
Spitzenwert (Peak-
to-Peak)
Min Auslösestrom 0,01 - 1,00 pu 0,01 0,01 Mindestauslösestrom für Richtungskrite‐
rien
Min Auslösespannung 0,01 - 1,00 pu 0,01 0,01 Mindestauslösespannung für Richtungs‐
kriterien
Kurvenparameter A 0,0086 - 120,0000 - 0,0001 28,2000 Parameter A für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter B 0,0000 - 0,7120 - 0,0001 0,1217 Parameter B für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter C 0,02 - 2,00 - 0,01 2,00 Parameter C für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter D 0,46 - 30,00 - 0,01 29,10 Parameter D für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter E 0,0 - 1,0 - 0,1 1,0 Parameter E für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Rückfallzeitverzögerung 0,000 - 60,000 s 0,001 0,020 Rückfallzeitverzögerung
Minimale Auslösezeit 0,040 - 60,000 s 0,001 0,040 Minimale Auslösezeit für AMZ-Kurven
Spannungs Mem Zeit 0 - 3000 ms 1 40 Spannungsspeicherzeit
Erlaubt Unger. Nicht zulässig - - Nicht zulässig Gestattet im Fall ungültiger Richtungsin‐
Zulässig formationen die Aktivierung des Schut‐
zes als ungerichtet

220 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
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Tabelle 193: DPHHPDOC Gruppeneinstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Gerichteter Modus Ungerichtet - - Vorwärts Gerichteter Modus
Vorwärts
Rückwärts
Anregewert 0,10 - 40,00 pu 0,01 0,10 Anregewert
Charakteristischer Win‐ -179 - 180 Grad 1 0 Charakteristischer Winkel
kel
ANREGE WERT Mult 0,8 - 10,0 - 0,1 1,0 Multiplikator für die Skalierung des Anre‐
gewerts
Zeitmultiplikator 0,05 - 15,00 - 0,05 1,00 Zeitmultiplikator in IEC/ANSI Kurven
Typ Auslösekennlinie ANSI Ext. inv. - - UMZ (IEC) Auswahl für Typ Zeitverzögerungskurve
ANSI Norm. inv.
UMZ (ANSI)
IEC Norm. inv.
IEC Sehr inv.
IEC Ext. inv.
UMZ (IEC)
Programmierbar
Auslöseverzögerung 0,04 - 200,00 s 0,01 0,04 Auslöseverzögerung

Tabelle 194: DPHHPDOC Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Pol quantity Mitsystemspan‐ - - Fremdpolarisation Zur Ermittlung der Fehlerrichtung verwen‐
nung dete Referenzgröße
Selbstpolarisation
Gegensystem‐
spannung
Fremdpolarisation
Max Winkel vorwärts 45 - 135 Grad 5 90 Maximaler Phasenwinkel in Vorwärtsrich‐
tung
Min Winkel vorwärts 45 - 135 Grad 5 90 Minimaler Phasenwinkel in Vorwärtsrich‐
tung
Max Winkel rückwärts 45 - 135 Grad 5 90 Maximaler Phasenwinkel in Rückwärts‐
richtung
Min Winkel rückwärts 45 - 135 Grad 5 90 Minimaler Phasenwinkel in Rückwärts‐
richtung
Typ Rücksetzkurve Sofort - - Sofort Auswahl für Typ Rücksetzkurve
Unabh. Rücksetz‐
zeit
Inv. Rücksetzzeit

Tabelle 195: DPHHPDOC Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Anzahl der Leiteranreg. 1 aus 3 - - 1 aus 3 Anzahl der erforderlichen Phasen für die
(Anzahl der Leiteranre‐ 2 aus 3 Auslöseaktivierung
gungen) 3 aus 3

630 Serie 221


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Tabelle 196: DPHHPDOC Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Messmodus RMS - - Grundwert (DFT) Wählt den verwendeten Modus der
Grundwert (DFT) Strommessung
Spitzenwert (Peak-
to-Peak)
Min Auslösestrom 0,01 - 1,00 pu 0,01 0,01 Mindestauslösestrom für Richtungskrite‐
rien
Min Auslösespannung 0,01 - 1,00 pu 0,01 0,01 Mindestauslösespannung für Richtungs‐
kriterien
Kurvenparameter A 0,0086 - 120,0000 - 0,0001 28,2000 Parameter A für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter B 0,0000 - 0,7120 - 0,0001 0,1217 Parameter B für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter C 0,02 - 2,00 - 0,01 2,00 Parameter C für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter D 0,46 - 30,00 - 0,01 29,10 Parameter D für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Kurvenparameter E 0,0 - 1,0 - 0,1 1,0 Parameter E für anwenderprogrammier‐
bare Kurve
Rückfallzeitverzögerung 0,000 - 60,000 s 0,001 0,020 Rückfallzeitverzögerung
Minimale Auslösezeit 0,040 - 60,000 s 0,001 0,040 Minimale Auslösezeit für AMZ-Kurven
Spannungs Mem Zeit 0 - 3000 ms 1 40 Spannungsspeicherzeit
Erlaubt Unger. Nicht zulässig - - Nicht zulässig Gestattet im Fall ungültiger Richtungsin‐
Zulässig formationen die Aktivierung des Schut‐
zes als ungerichtet

4.1.2.11 Messwerte
Tabelle 197: DPHLPDOC Messwerte
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_AMPL_L1 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L1
I_AMPL_L2 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L2
I_AMPL_L3 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L3
I_WINKEL_L1 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L1
I_WINKEL_L2 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L2
I_WINKEL_L3 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L3
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
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222 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
I_PTOP_L1 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L1
I_PTOP_L2 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L2
I_PTOP_L3 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L3
I2_AMPL REAL 0 Amplitude des negativen Phasenfolgenstroms
I2_ANGL REAL 0 Winkel des negativen Phasenfolgenstroms
U_AMPL_L1 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_AMPL_L2 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_AMPL_L3 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_WINKEL_L1 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_WINKEL_L2 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_WINKEL_L3 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_AMPL_L1-L2 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_AMPL_L2-L3 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_AMPL_L3-L1 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_WINKEL_L1-L2 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U_WINKEL_L2-L3 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U_WINKEL_L3-L1 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U1_AMPL REAL 0 Polarisierende Amplitude der Mitsystemspannung
U1_Winkel REAL 0 Polarisierender Phasenwinkel der Mitsystemspan‐
nung
U2_AMPL REAL 0 Polarisierense Amplitude der Gegensystemspan‐
nung
U2_Winkel REAL 0 Polarisierender Phasenwinkel der Gegensystem‐
spannung
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

Tabelle 198: DPHHPDOC Messwerte


Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_AMPL_L1 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L1
I_AMPL_L2 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L2
I_AMPL_L3 REAL 0 Stromamplitude (Grundwert) Leiter L3
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630 Serie 223


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
I_WINKEL_L1 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L1
I_WINKEL_L2 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L2
I_WINKEL_L3 REAL 0 Strom-Phasenwinkel, Leiter L3
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
I_PTOP_L1 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L1
I_PTOP_L2 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L2
I_PTOP_L3 REAL 0 Stromamplitude (PTOP) Leiter L3
I_PEAK_L1 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L1
I_PEAK_L2 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L2
I_PEAK_L3 REAL 0 Größe der Stromspitze, Phase L3
I2_AMPL REAL 0 Amplitude des negativen Phasenfolgenstroms
I2_ANGL REAL 0 Winkel des negativen Phasenfolgenstroms
U_AMPL_L1 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_AMPL_L2 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_AMPL_L3 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Erde
U_WINKEL_L1 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_WINKEL_L2 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_WINKEL_L3 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Erde
U_AMPL_L1-L2 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_AMPL_L2-L3 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_AMPL_L3-L1 REAL 0 Polarisierende Spannungsamplitude, Leiter-Leiter
U_WINKEL_L1-L2 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U_WINKEL_L2-L3 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U_WINKEL_L3-L1 REAL 0 Polarisierender Spannungsphasenwinkel, Leiter-
Leiter
U1_AMPL REAL 0 Polarisierende Amplitude der Mitsystemspannung
U1_Winkel REAL 0 Polarisierender Phasenwinkel der Mitsystemspan‐
nung
U2_AMPL REAL 0 Polarisierense Amplitude der Gegensystemspan‐
nung
U2_Winkel REAL 0 Polarisierender Phasenwinkel der Gegensystem‐
spannung
BLOCK BOOLEAN 0 Blocksignal für alle Binärausgänge
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blocksignal für Auslöseausgänge
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224 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Name Typ Standard‐ Beschreibung


wert
BLK_ANR BOOLEAN 0 Blocksignal für Anregeausgänge
FR_TIMER BOOLEAN 0 Einfriersignal für Timer
ENA_MULT BOOLEAN 0 Aktivierungssignal für den Stromfaktor

4.1.2.12 Überwachte Daten


Tabelle 199: DPHLPDOC Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L1
1=WAHR
AUS_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L2
1=WAHR
AUS_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L3
1=WAHR
ANR_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L1
1=WAHR
ANR_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L2
1=WAHR
ANR_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L3
1=WAHR
FAULT_DIR INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts allgemein
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_A INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter A
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_B INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter B
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_C INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter C
2=Rückwärts
3=Beides
Richtung INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformationen,
1=Vorwärts allgemein
2=Rückwärts
3=Beides
GER_L1 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L1
2=Rückwärts
3=Beides
GER_L2 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L2
2=Rückwärts
3=Beides
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630 Serie 225


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Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


GER_L3 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L3
2=Rückwärts
3=Beides
Winkel_L1 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L1
Winkel_L2 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L2
Winkel_L3 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L3
ANREGE_DAU REAL - % Verhältnis Anregezeit /
Auslösezeit
INVAL_CRV BOOLEAN 0=FALSCH - Ungültige Kurvenpara‐
1=WAHR meter

Tabelle 200: DPHHPDOC Überwachte Daten


Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L1
1=WAHR
AUS_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L2
1=WAHR
AUS_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Ausgelöster Leiter L3
1=WAHR
ANR_L1 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L1
1=WAHR
ANR_L2 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L2
1=WAHR
ANR_L3 BOOLEAN 0=FALSCH - Angeregter Leiter L3
1=WAHR
FAULT_DIR INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts allgemein
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_A INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter A
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_B INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter B
2=Rückwärts
3=Beides
FEH_RIC_C INTEGER 0=Unbekannt - Erkannte Fehlerrichtung,
1=Vorwärts Leiter C
2=Rückwärts
3=Beides
Richtung INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformationen,
1=Vorwärts allgemein
2=Rückwärts
3=Beides
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226 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung


GER_L1 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L1
2=Rückwärts
3=Beides
GER_L2 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L2
2=Rückwärts
3=Beides
GER_L3 INTEGER 0=Unbekannt - Richtungsinformation,
1=Vorwärts Leiter L3
2=Rückwärts
3=Beides
Winkel_L1 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L1
Winkel_L2 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L2
Winkel_L3 REAL - Winkelgrad Berechnete Winkeldiffe‐
renz, Leiter L3
ANREGE_DAU REAL - % Verhältnis Anregezeit /
Auslösezeit
INVAL_CRV BOOLEAN 0=FALSCH - Ungültige Kurvenpara‐
1=WAHR meter

4.1.2.13 Technische Daten


Tabelle 201: Technische Daten DPHxPDOC
Charakteristik Wert
Ansprechgenauigkeit Bei der Frequenz f = fn

DPHLPDOC Strom:
±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x In
Spannung:
±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x
Un
Phasenwinkel:
±2°
DPHHPDOC Strom:
±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x
In (bei Strömen im Bereich von 0,1..10 x In)
±5,0% des eingestellten Wertes (bei Strömen im
Bereich von 10..40 x In)
Spannung:
±1,5 % des eingestellten Wertes oder ±0,002 x
Un
Phasenwinkel:
±2°

Anregezeit1)2) IFehler = 2,0 x eingestell‐ Typisch: 24 ms (±15 ms)


ter Wert Startwert
Rückfallzeit < 40 ms
Rückstellverhältnis Typisch 0,96
Verzögerungszeit < 35 ms
Fortsetzung auf nächster Seite

630 Serie 227


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Charakteristik Wert
Toleranz im definite time mode ±1,0 % des eingestellten Wertes oder ±20 ms
Toleranz im inverse time mode ±5,0 % des theoretischen Wertes oder ±20 ms3)
Oberwellenunterdrückung RMS: Keine Unterdrückung
DFT: -50dB bei f = n x fn, wenn n = 2, 3, 4, 5,…
Peak-to-Peak: Keine Unterdrückung
P-to-P+backup: Keine Unterdrückung

1) Messmethode = Standard (stufenabhängig), Strom vor Fehler = 0,0 x In, fn = 50 Hz, Erdschluss‐
strom in einer Phase mit nominaler Frequenz, aus zufälligem Phasenwinkel injiziert, Ergebnisse
durch statistische Verteilung von 1000 Messungen
2) Inkl. Verzögerung des Signalausgangskontakts
3) Höchstens Startwert = 2,5 x In, Startwert wird mit Werten zwischen 1,5 und 20 multipliziert

4.1.3 Dreiphasiger thermischer Überlastschutz für


Freileitungsnetze und Kabel (T1PTTR)

4.1.3.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Dreiphasiger thermischer Überlast‐ T1PTTR 3lth> 49F
schutz für Freileitungsnetze und Kabel

4.1.3.2 Funktionsblock

T1PTTR
I3P START
AMB_TEMP OPERATE
BLOCK ALARM
BLK_OPR BLK_CLOSE
ENA_MULT

A070658 V2 DE

Abb. 83: Funktionsblock

4.1.3.3 Funktion

Aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Anlagen an der thermischen Grenze ist
der Einsatz von thermischen Überlastfunktionen auch für Stromleitungen
erforderlich.

Thermische Überlastsituationen werden in einigen Fällen nicht von anderen


Schutzfunktionen erkannt. Durch den Einsatz einer thermischen Überlastfunktion
T1PTTR ist der Betrieb eines geschützten Kreises an den thermischen Grenzen
möglich.

Eine Alarmschwelle gibt eine frühzeitige Warnung aus, damit der Anwender vor
der Schutzauslösung an einer Leitung entsprechend reagieren kann. Die

228 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Frühwarnfunktion basiert auf der dreiphasigen Strommessfunktion unter


Anwendung eines thermischen Modells mit einem thermischen Verlust erster
Ordnung in der einstellbaren Zeitkonstante. Steigt die Temperatur weiter an,
arbeitet die Funktion auf der Grundlage des thermischen Modells einer Leitung.

Während der Abkühlungsphase kann eine erneute Zuschaltung der Leitung nach
der Auslösung des thermischen Überlastschutzes unterbunden werden. Die
Abkühlphase der Leitung wird im thermischen Modell abgeschätzt.

4.1.3.4 Funktionsweise

Die Funktion kann mit dem Parameter Funktion aktiviert und deaktiviert werden.
Die jeweiligen Parameterwerte sind "EIN" und "AUS".

Die Funktion eines dreiphasigen thermischen Schutzes kann in einem


Moduldiagramm erläutert werden. Die einzelnen Module im Diagramm werden in
den folgenden Abschnitten beschrieben.

A080008 V1 DE

Abb. 84: Logikdiagramm. Das Gruppensignal I3P dient dazu, die


erforderlichen Analogsignale an die Funktion zu leiten.

Auswahl Max Strom


Die abgetasteten analogen Phasenströme werden vorverarbeitet, und der RMS-
Wert wird für jeden Phasenstrom hergeleitet. Diese Phasenstromwerte werden in
die Funktion eingesetzt.

Die Auswahl des Maximalstroms der Funktion prüft ständig den höchsten
Phasenstromwert. Die Auswahl meldet den höchsten Wert an die
Temperaturabschätzung.

Temperaturschätzung
Ausgehend von den Dreiphasenströmen wird ein Temperaturanstieg entsprechend
des folgenden Ausdrucks berechnet:

2
 I 
Θ final =  ⋅ Tref
 I ref 
 
A070780 V2 DE (Gleichung 2)

630 Serie 229


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

I der Phasenstrom
Iref eingestellte Stromreferenz

Tref eingestellter Temperaturanstieg

Die Umgebungstemperatur wird zur berechneten Endtemperaturschätzung hinzu


addiert. Der in dieser Berechnung eingesetzte Umgebungstemperaturwert ist auch
in den überwachten Daten als TEMP_AMB verfügbar.Liegt der Endtemperaturwert
höher als die eingestellte Maximaltemperatur, wird der Ausgang ANR
(Anregung) aktiviert.

Die Einstellwerte Stromreferenz und Temperaturanstieg werden zusammen mit der


Umgebungstemperatur in die Schätzung der Endtemperatur einbezogen. Eine
Einstellung des Werts auf den maximal zugelassenen Dauerstromwert im
Notbetrieb (wenige Stunden pro Jahr) für die Leitung oder das Kabel wird
empfohlen. Die Stromwerte und entsprechenden Leitertemperaturen sind in den
Kabelhandbüchern angegeben. Die Werte sind für unterschiedliche Bedingungen
angegeben, wie z.B. Bodentemperatur, Umgebungsluft-Temperatur, Kabelführung
und thermischer Bodenwiderstand.

Temperaturzähler
Die tatsächliche Temperatur in der tatsächlichen Ausführung wird folgendermaßen
berechnet:

 ∆t 

Θn = Θn −1 + Θ final − Θn −1 ⋅  1 − e τ
( ) 
 
 
A070781 V2 DE (Gleichung 3)

Θn berechnete aktuelle Temperatur

Θn-1 berechnete Temperatur im vorhergehenden Zeitschritt

Θfinal berechnete Endtemperatur mit tatsächlichem Strom

Δt Zeitstufe zwischen den Berechnungen der tatsächlichen Temperatur


t Temperatur-Zeitkonstante für das geschützte Gerät (Leitung oder Kabel), eingestellte Zeitkon‐
stante

Die tatsächliche Temperatur des geschützten Betriebsmittels (Leitung oder Kabel)


wird berechnet, indem die Umgebungstemperatur zur berechneten Temperatur
hinzu addiert wird, wie oben dargestellt. Die Umgebungstemperatur kann als
konstant gesetzt werden. Die berechnete Komponententemperatur kann überwacht
werden, da sie als echte Kennzahl aus der Funktion exportiert wird.

Erreicht eine Komponententemperatur den eingestellten Alarmpegel Alarmwert,


wird das Ausgangssignal ALARM gesetzt. Erreicht die Komponententemperatur den
eingestellten Auslösepegel Maximaltemperatur, wird der Ausgang AUS

230 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

(Auslösung) aktiviert. Die Pulslänge des Signals AUS (Auslösung) ist auf
100 ms festgelegt

Es erfolgt auch eine Berechnung der Zeit bis zur Auslösung mit dem aktuell
anliegenden Strom. Diese Berechnung wird nur durchgeführt, wenn die berechnete
Endtemperatur über der Betriebstemperatur liegt:

 Θ final − Θoperate 
toperate = −τ ⋅ ln  
 Θ final − Θn 
 
A070782 V2 DE (Gleichung 4)

Durch die thermische Überlastschutzfunktion kann eine Verriegelung des


ausgelösten Betriebsmittels erfolgen. Der Verriegelungsausgang EIN_BLK wird
gleichzeitig mit dem Ausgang AUS (Auslösung) aktiviert und so lange nicht
zurückgesetzt, bis die Temperatur unter den eingestellten Wert
Wiedereinschalttemp. abgesunken ist. Der Wert Maximaltemperatur muss
mindestens zwei Grad über dem eingestellten Wert Wiedereinschalttemp. liegen.

Die Zeit bis zur Freigabe der Verriegelung wird auf Grundlage der Abkühlzeit bis
zu einem eingestellten Wert berechnet. Die berechnete Temperatur kann über einen
Steuerparameter im Löschen-Menü auf ihren Anfangswert zurückgesetzt werden
(die Einstellung Initial Temperatur). Dies ist sinnvoll, wenn bei Prüfungen ein
eingespeister Sekundärstrom einen berechneten falschen Temperaturwert
ausgegeben hat.

 Θ final −Θlockout _ release 


tlockout _ release = −τ ⋅ ln  
 Θ final − Θn 
 

A070783 V3 DE (Gleichung 5)

Hierbei entspricht die Endtemperatur der eingestellten oder gemessenen


Umgebungstemperatur.

In einigen Anwendungen kann der gemessene Strom eine Reihe parallel


geschalteter Leitungen umfassen. Dies kommt häufig bei Leitungen vor, wenn
zahlreiche Kabel an einem Feld parallel geschaltet sind. Wird der Parameter
Stromfaktor auf die Anzahl der angeschlossenen parallelen Leitungen (Kabel)
eingestellt, dann wird der tatsächliche Strom an einer Leitung im
Schutzalgorithmus eingesetzt. Zur Aktivierung dieser Option muss der Eingang
ENA_MULT aktiviert werden.

Wird die Einstellung Sensor verfügbar auf "Ja" gesetzt, wird der externe
Temperatursensor zur Messung der Umgebungstemperatur aktiviert. Wird Sensor
verfügbar auf "Nein" gesetzt, wird die Einstellung Env Temperatur Set zur
Definition der Umgebungstemperatur verwendet.

Die Temperaturberechnung beginnt mit dem definierten Parameterwert in Initial


Temperatur. Dies findet statt, wenn das IED eingeschaltet, die Funktion "Aus" und
wieder "Ein" geschaltet oder über das Löschen-Menü zurückgesetzt wird. Der

630 Serie 231


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Temperaturwert wird auch in einem nichtflüchtigen Speicher abgelegt und im Falle


eine Neustarts des Geräts wieder hergestellt.

Die thermische Zeitkonstante des geschützten Kreises wird gemeinsam mit der
eingestellten Zeitkonstante in Minuten angegeben. Beachten Sie bitte auch die
weiteren Herstellerangaben in den Kabelhandbüchern.

Der binäre Eingang BLOCK kann zum Blockieren der Funktion verwendet werden.
Durch das Aktivieren des Eingangs BLOCK werden alle Ausgänge deaktiviert und
die internen Timer zurückgesetzt. Der Binäreingang BLK_AUS kann zum
Blockieren der Auslösesignale verwendet werden.

4.1.3.5 Bezugswerte

In diesem Funktionsblock werden einige Einstellungen als Per-Unit-Größe (p. u.)


festgelegt. Diese p. u.-Werte beziehen sich auf bestimmte Bezugswerte, z.B.
Werte, die in A, kV und kVA angegeben werden. Das IED unterstützt alternative
Bezugswertgruppen für Einstellungen in Verbindung mit Phasenstrom bzw.
Phasenspannung, z.B. "Leiter Grp. 1" (Leitergrößen Gruppe 1), "Leiter Grp. 2"
(Leitergrößen Gruppe 2) und "Leiter Grp. 3" (Leitergrößen Gruppe 3). Auf
ähnliche Weise werden "Nullsys. Grp. 1" (Nullsystem Gruppe 1), "Nullsys. Grp. 2"
(Nullsystem Gruppe 2) und "Nullsys. Grp. 3" (Nullsystem Gruppe 3) für
Einstellungen in Verbindung mit Erdfehlerstrom und Verlagerungsspannung
unterstützt. Der Benutzer muss eine der Gruppen als benutzte auswählen, und zwar
mit der Einstellung Ausw. Bezugsw. Leitergr. (Auswahl Bezugswert für
Leitergrößen) bzw. Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. (Auswahl Bezugswert für
Nullsystemgrößen).

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Basisfunktionen in


diesem Handbuch.

4.1.3.6 Anwendung

Die Leitungen und Kabel in Anlagen sind für eine bestimmte Stom-Maximallast
ausgelegt. Wird dieser Wert überschritten, sind die Verluste höher als erwartet.
Folglich steigt die Temperatur in den Leitern. Steigt der Temperaturwert in den
Leitungen und Kabeln zu stark an, können Schäden verursacht werden, z.B. durch
die folgenden Ursachen:
• Freileitungen hängen übermäßig durch.
• Ist die Temperatur von Leitern, z.B. von Aluminiumleitern, zu hoch, wird das
Material zerstört.
• Bei Kabeln kann aufgrund der Übertemperatur die Isolierung beschädigt
werden. Folglich können Leiter-Leiter- oder Leiter-Erde-Fehler auftreten.

232 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

In besonderen Lastsituationen kann es im elektrischen System vorkommen, dass


die Leitungen und Kabel für eine begrenzte Zeit überlastet werden müssen. Dies
sollte kontrolliert und unter Berücksichtigung der oben genannten Risiken geschehen.

Der thermische Überlastschutz liefert Informationen, die ein kurzzeitiges


Überladen von Kabeln und Leitungen ermöglicht. Der thermische Überlastschutz
schätzt kontinuierlich die Leitertemperatur ab. Diese Schätzung erfolgt über ein
thermisches Modell der Leitungen/Kabel, das auf der aktuellen Messung basiert.

Erreicht die Temperatur des geschützten Betriebsmittels eine Alarmschwelle, wird


dies dem Betreiber signalisiert. Dadurch können Maßnahmen ergriffen werden, um
das System vor dem Erreichen gefährlicher Temperaturen zu schützen. Steigt die
Temperatur weiter bis zur zulässigen Maximaltemperatur an, wird der Schutz für
die geschützte Leitung ausgelöst.

4.1.3.7 Signale
Tabelle 202: T1PTTR Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasiges Gruppensignal für Stromeingänge
SIGNAL
UMG-Temp REAL 0 Umgebungstemperatur von externem Temperatur‐
sensor
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blockierung des Auslöseausgangs
ENA_MULT BOOLEAN 0 Stromfaktor aktivieren
SENSFLT BOOLEAN 0 Gültigkeitsstatus des Umgebungstemperatursen‐
sors
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Rücksetzen des internen Temperaturlastzählers

Tabelle 203: T1PTTR Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Auslösesignal
ANR (Anregung) BOOLEAN Anregesignal
ALARM BOOLEAN Alarmsignal
EIN_BLK BOOLEAN Temperaturüberlastanzeige. Zur Vermeidung der
Wiedereinschaltung

630 Serie 233


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

4.1.3.8 Einstellungen
Tabelle 204: T1PTTR Gruppeneinstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Alarmwert 20,0 - 150,0 Grad 0,1 80,0 Temperaturpegel für die Anregung
(Alarm)
Env Temperatur Set -50 - 100 Grad 1 40 Verwendete Umgebungstemperatur,
wenn "Sensor verfügbar" deaktiviert ist
Maximaltemperatur 20,0 - 200,0 Grad 0,1 90,0 Temperaturpegel für die Auslösung
Wiedereinschalttemp. 20,0 - 150,0 Grad 0,1 70,0 Temperatur zum Rücksetzen der Blockie‐
rung der Wiedereinschaltung nach dem
Auslösen
Temperaturanstieg 0,0 - 200,0 Grad 0,1 75,0 Anstieg der Endtemperatur über die Um‐
gebungstemperatur
Zeitkonstante 1 - 1000 Min 1 45 Zeitkonstante der Leitung in Minuten

Tabelle 205: T1PTTR Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Stromreferenz 0,05 - 4,00 pu 0,01 1,00 Der Laststrom, der zur Temperatur "Tem‐
peraturanstieg" führt
Stromfaktor 1-5 - 1 1 In der Funktion für parallel geschaltete
Leitungen eingesetzter Stromfaktor

Tabelle 206: T1PTTR Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Funktion Aus / Ein
Ein
Sensor verfügbar Nein - - Nein Externer Temperatursensor verfügbar
Ja

Tabelle 207: T1PTTR Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Initial Temperatur -50,0 - 100,0 Grad 0,1 0,0 Temperaturanstieg über Umgebungstem‐
peratur bei der Auslösung

234 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

4.1.3.9 Messwerte
Tabelle 208: T1PTTR Messwerte
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
UMG-Temp REAL 0 Umgebungstemperatur von externem Temperatur‐
sensor
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blockierung des Auslöseausgangs
ENA_MULT BOOLEAN 0 Stromfaktor aktivieren
SENSFLT BOOLEAN 0 Gültigkeitsstatus des Umgebungstemperatursen‐
sors
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Rücksetzen des internen Temperaturlastzählers

4.1.3.10 Überwachte Daten


Tabelle 209: T1PTTR Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN 0=FALSCH - Auslösesignal
1=WAHR
T_OPERATE INTEGER - Keine Einheit Geschätzte Zeit bis zur
Auslösung
ANR (Anregung) BOOLEAN 0=FALSCH - Anregesignal
1=WAHR
ALARM BOOLEAN 0=FALSCH - Alarmsignal
1=WAHR
EIN_BLK BOOLEAN 0=FALSCH - Temperaturüberlastan‐
1=WAHR zeige. Zur Vermeidung
der Wiedereinschaltung
T_ENA_CLOSE INTEGER - Keine Einheit Geschätzte Zeit bis zur
Rücksetzung der Wieder‐
einschaltungs-Blockie‐
rung
TEMP REAL - Keine Einheit Berechnete Temperatur
des Geräts
TEMP_AMB REAL - Keine Einheit In den Berechnungen
verwendete Umgebungs‐
temperatur

630 Serie 235


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

4.1.3.11 Technische Daten


Tabelle 210: Technische Daten für T1PTTR
Charakteristik Wert
Ansprechgenauigkeit Bei der Frequenz f = fn

Strommessung: ±0,5% des eingestellten Wertes


oder ±0,002 x In (bei Strömen im Bereich von
0,01...4,00 x In)

Verzögerungsgenauigkeit1) ±2,0 % oder ±0,50 s

1) Überlaststrom > 1,2 x Temperaturstufe für Betrieb, Stromreferenz > 0,50 p.u.

4.1.4 Dreiphasiger thermischer Überlastschutz, zwei


Zeitkonstanten (T2PTTR)

4.1.4.1 Kennung
Funktionsbeschreibung IEC 61850-Ken‐ IEC 60617-Ken‐ ANSI/IEEE C37.2-
nung nung Kennung
Dreiphasiger thermischer Überlast‐ T2PTTR 3Ith>T 49T
schutz, zwei Zeitkonstanten

4.1.4.2 Funktionsblock
T2PTTR
I3P OPERATE
AMB_TEMP START
BLOCK ALARM
BLK_OPR BLK_CLOSE
SENSFLT
RESET

GUID-3BBE6F98-B838-4323-A7AF-05DC53B68F4A V1 DE

Abb. 85: Funktionsblock

4.1.4.3 Funktion

Der dreiphasige thermische Überlastschutz mit einer Schutzfunktion über zwei


Zeitkonstanten T2PTTR, schützt Transformatoren hauptsächlich vor kurzzeitigen
Überlasten. Der Transformator wird bei Langzeitüberlasten mit der integrierten
Öltemperatur-Erkennung dieses Geräts geschützt.

Das Alarmsignal gibt eine Frühwarnung aus, damit die Benutzer vor der Auslösung
des Schutzes des Transformators entsprechend eingreifen können. Die
Frühwarnfunktion basiert auf der dreiphasigen Strommessfunktion unter
Anwendung eines thermischen Modells mit zwei einstellbaren Zeitkonstanten.
Steigt die Temperatur weiter an, arbeitet T2PTTR auf der Grundlage des
thermischen Modells eines Transformators.

236 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Nach der Auslösung der thermischen Überlastfunktion wird das erneute


Einschalten des Transformators während der Abkühlzeit unterbunden. Die
Abkühlzeit des Transformators wird über ein thermisches Modell abgeschätzt.

4.1.4.4 Funktionsweise

Die Funktion kann mit dem Parameter Funktion aktiviert und deaktiviert werden.
Die jeweiligen Parameterwerte sind "EIN" und "AUS".

Die Funktion eines dreiphasigen thermischen Überlastschutzes mit zwei


Zeitkonstanten kann in einem Moduldiagramm erläutert werden. Die einzelnen
Module im Diagramm werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

GUID-AFAF9BF2-9F2B-4626-BF07-7D41BF61801F V1 DE

Abb. 86: Logikdiagramm. I_A, I_B und I_C repräsentieren Phasenströme.

Auswahl Max Strom


Die abgetasteten analogen Phasenströme werden vorverarbeitet und der TRMS-
Wert jedes Phasenstroms wird jeweils hergeleitet. Diese Phasenstromwerte werden
in die Funktion eingesetzt. Die max Stromauswahl von T2PTTR prüft fortwährend
den Höchstwert des Phasenstroms und meldet diesen Wert dem thermischen Zähler.

Temperaturschätzung
Ausgehend vom stärksten der drei Phasenströme wird ein Temperaturanstieg
entsprechend des folgenden Ausdrucks berechnet:

2
 I 
Θ final =  ⋅ Tref
 I ref 
 
GUID-06DE6459-E94A-4FC7-8357-CA58988CEE97 V2 DE (Gleichung 6)

I höchster gemessener Phasenstrom


Iref Der eingestellte Wert der Stromreferenz

Tref der eingestellte Wert des Temperaturanstiegs (Temperaturanstieg in °C) bei Dauerstrom Iref

Der Wert der Umgebungstemperatur wird zum Endwert des berechneten


Temperaturanstiegs hinzu addiert. Ist der Gesamtwert für die Temperatur höher als

630 Serie 237


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

der eingestellte Auslösetemperaturwert, dann wird der Ausgang ANR


(Anregung) aktiviert.

Die Einstellung Stromreferenz ist ein Dauerstromwert, der den


Dauertemperaturwert Temperaturanstieg ergibt. Er liefert einen Einstellwert, der
der Nennleistung des Transformators entspricht.

Die Einstellung Temperaturanstieg wird verwendet, wenn der Wert des


Referenztemperatur-Anstiegs dem Wert der Stromreferenz entspricht. Die
Temperaturwerte und die entsprechenden Lastströme des Transformators werden
gewöhnlich vom Transformatorhersteller angegeben.

Temperaturzähler
T2PTTR wendet ein thermisches Modell mit zwei Zeitkonstanten zur
Temperaturmessung an. Ausgehend vom höchsten der drei Phasenströme wird der
Temperaturanstieg in Grad Celsius (°C) entsprechend des folgenden Ausdrucks
berechnet:

  2   ∆t 2 ∆t 
I −    
 ⋅  1 − e τ 1  + (1 − p ) ⋅  I
   −
∆Θ =  p *   * Tref  ⋅ Tref  ⋅ 1 − e τ 2 
  I ref       I ref    
           
GUID-27A879A9-AF94-4BC3-BAA1-501189F6DE0C V2 DE (Gleichung 7)

ΔΘ berechneter Temperaturanstieg (°C) im Transformator


I Gemessener Phasenstrom mit dem höchsten RMS-Nennwert
Iref der eingestellte Wert der Stromreferenz (Nennstrom des geschützten Geräts)
Tref der eingestellte Wert des Temperaturanstiegs (Temperaturanstieg in °C) bei Dauerstrom Iref

p der eingestellte Wert p-Faktor (Gewichtungsfaktor für eine Kurzzeitkonstante)


Δt Zeitstufe zwischen den Berechnungen der tatsächlichen Temperatur
t1 der eingestellte Wert der Kurzzeitkonstante (Konstante für kurzzeitiges Aufheizen / Abkühlen)

t2 der eingestellte Wert der Langzeitkonstante (Konstante für andauerndes Aufheizen / Abkühlen)

Das Aufwärmen und Abkühlen entsprechend der Temperaturkurve der zwei


Zeitkonstanten ist transformatorinhärent. Die thermischen Zeitkonstanten zum
Schutz des Transformators werden in den Einstellungen Kurzzeitkonstante und
Langzeitkonstante angegeben. Die Kurzzeitkonstante beschreibt das Aufwärmen
des Transformators in Abhängigkeit der Windungen. Die Langzeitkonstante
beschreibt das Aufwärmen des Transformators in Abhängigkeit des
Transformatoröls. Anhand der beiden Zeitkonstantenmodelle ist das IED in der
Lage, sowohl schnelle als auch langsame Temperaturveränderungen im
geschützten Gerät nachzuvollziehen.

Die Einstellung p-Faktor ist der Gewichtungsfaktor von Kurzzeitkonstante τ1 und


Langzeitkonstante τ2. Je höher der eingestellte Wert p-Faktor ist, desto steiler steigt
die Temperaturkurve bei der Erwärmung an. Wenn p=1, dann wird nur die

238 630 Serie


Technisches Handbuch
1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

Kurzzeitkonstante verwendet. Wenn p = 0, dann wird nur die Langzeitkonstante


verwendet.

GUID-E040FFF4-7FE3-4736-8E5F-D96DB1F1B16B V1 DE

Abb. 87: Wirkung des Gewichtungsfaktors p und der Differenz zwischen den
beiden Zeitkonstanten und einem der Zeitkonstantenmodelle

Die tatsächliche Transformatorentemperatur wird berechnet, indem die


Umgebungstemperatur zur berechneten Temperatur hinzu addiert wird.

Θ = ∆Θ + Θ amb
GUID-77E49346-66D2-4CAB-A764-E81D6F382E74 V2 DE (Gleichung 8)

Θ Temperatur im Transformator (°C)


ΔΘ berechneter Temperaturanstieg (°C) im Transformator
Θamb eingestellte Env Temperatur Set

Die Einstellung Env Temperatur Set wird zur Definition der Umgebungstemperatur
verwendet.

Die Temperaturberechnung beginnt mit der in Initial Temperatur definierten


Einstellung. Dies geschieht, wenn das IED eingeschaltet, die Funktion "Aus" und
wieder "Ein" geschaltet oder über das Löschen-Menü zurückgesetzt wird. Die
Temperatur wird in einem nicht flüchtigen Speicher abgelegt und bei einem
Neustart des Geräts wieder hergestellt.

Über die Einstellung Max temperature wird die Maximaltemperatur des


Transformators in Grad Celsius (°C) definiert. Der Wert der Einstellung Max

630 Serie 239


Technisches Handbuch
Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

temperature wird gewöhnlich von den Transformatorenherstellern angegeben. Die


tatsächliche Alarm-, Auslöse- und Verriegelungstemperatur für T2PTTR wird als
prozentualer Wert der Einstellung Max temperature angegeben.

Erreicht die Transformatortemperatur den Alarmwert, der in der Einstellung Alarm


temperature hinterlegt ist, wird das Ausgangssignal ALARM gesetzt. Erreicht die
Transformatortemperatur den Auslösewert, der in der Einstellung Operate
temperature hinterlegt ist, wird das Ausgangssignal AUS (Auslösung) gesetzt.
Der Ausgang AUS (Auslösung) wird deaktiviert, wenn der gemessene
Stromwert 10 Prozent unter den Wert der Stromreferenz sinkt oder wenn die
berechnete Temperatur unter den Wert der Operate temperature absinkt.

Es erfolgt auch eine Berechnung der Zeit bis zur Auslösung mit dem aktuell
anliegenden Strom. T_OPERATE wird nur dann berechnet, wenn die berechnete
Endtemperatur über der Betriebstemperatur liegt. Der Wert ist über den Menüpunkt
"Überwachte Daten" verfügbar.

Nach der Auslösung durch die thermische Überlastschutzfunktion kann eine


Verriegelung des ausgelösten Betriebsmittels erfolgen. Der Verriegelungsausgang
EIN_BLK wird aktiviert, wenn die Gerätetemperatur über dem eingestellten Wert
zur Verriegelungsfreigabe Wiedereinschalttemp. liegt. Die Zeit bis zur
Verriegelungsfreigabe T_ENA_CLOSE wird ebenfalls berechnet. Der Wert ist über
den Menüpunkt "Überwachte Daten" verfügbar.

4.1.4.5 Bezugswerte

In diesem Funktionsblock werden einige Einstellungen als Per-Unit-Größe (p. u.)


festgelegt. Diese p. u.-Werte beziehen sich auf bestimmte Bezugswerte, z.B.
Werte, die in A, kV und kVA angegeben werden. Das IED unterstützt alternative
Bezugswertgruppen für Einstellungen in Verbindung mit Phasenstrom bzw.
Phasenspannung, z.B. "Leiter Grp. 1" (Leitergrößen Gruppe 1), "Leiter Grp. 2"
(Leitergrößen Gruppe 2) und "Leiter Grp. 3" (Leitergrößen Gruppe 3). Auf
ähnliche Weise werden "Nullsys. Grp. 1" (Nullsystem Gruppe 1), "Nullsys. Grp. 2"
(Nullsystem Gruppe 2) und "Nullsys. Grp. 3" (Nullsystem Gruppe 3) für
Einstellungen in Verbindung mit Erdfehlerstrom und Verlagerungsspannung
unterstützt. Der Benutzer muss eine der Gruppen als benutzte auswählen, und zwar
mit der Einstellung Ausw. Bezugsw. Leitergr. (Auswahl Bezugswert für
Leitergrößen) bzw. Ausw. Bezugsw. Nullsysgr. (Auswahl Bezugswert für
Nullsystemgrößen).

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Basisfunktionen in


diesem Handbuch.

4.1.4.6 Anwendung

Die Transformatoren in elektrischen Anlagen sind für einen bestimmten


maximalen Laststrom ausgelegt. Wird dieser Wert überschritten, sind die Verluste

240 630 Serie


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1MRS757550 A Abschnitt 4
Schutzfunktionen

höher als erwartet. Folglich steigt die Transformatortemperatur. Steigt die


Temperatur zu stark an, werden die Geräte beschädigt.
• Der Alterungsprozess der Isolierung im Transformator wird beschleunigt, was
widerum die Gefahr von Leiter-Leiter- und Leiter-Erde-Fehlern birgt.
• Mögliche Hitzepunkte, die sich im Transformator bilden, können die Qualität
des Transformatoröls beeinträchtigen.

Während Lastsituationen in der elektrischen Anlage, ist eine begrenzte Überlastung


des Transformators risikofrei möglich. Der thermische Überlastschutz liefert
Informationen, die eine kurzzeitige Überlast von Transformatoren ermöglicht.

Das zulässige Überlastniveau hängt stark vom Kühlsystem des Transformators ab.
Die beiden grundlegenden Prinzipien hierbei sind:
• ONAN: Die Umgebungsluft wird auf natürlichem Weg, ohne Gebläse, durch
den Kühler geleitet, und das Öl wird hierbei ohne Pumpen umgewälzt.
• OFAF: Die Kühler sind mit Gebläsen für die Kühlluftzufuhr und mit Pumpen
für die Ölzirkulation im Transformator ausgestattet.

Der Schutz umfasst eine Reihe von Parametersätzen in der Einstellungsgruppe,


z.B. einen für unterstützte und einen für nicht unterstützte Kühlung. Sowohl das
zulässige Dauerlastniveau als auch die thermische Zeitkonstante werden vom
Kühlsystem des Transformators abhängig. Die aktive Einstellungsgruppe kann
über einen Parameter oder eine Binäreingabe geändert werden, sofern sie dafür
aktiviert wurde. Die Funktion kann bei Transformatoren eingesetzt werden, wenn
die Zwangskühlung ausgeschaltet und eine Fremdkühlung zugeschaltet werden
soll. Die Parameter können auch bei einem Pumpenausfall geändert werden.

Der thermische Überlastschutz berechnet ständig die interne Hitzemenge, d.h. die
Transformatortemperatur. Die Schätzung erfolgt über ein thermisches Modell des
Transformators, das auf der aktuellen Messung basiert.

Erreicht die Hitzemenge des geschützten Transformators das eingestellte


Alarmniveau, wird dies dem Benutzer signalisiert. Auf diese Weise können in der
elektrischen Anlage die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um ein zu
hohes Ansteigen der Temperatur zu verhindern. Steigt die Temperatur bis zum
Auslösewert weiter, initiiert der Schutz die Auslösung des Transformatorschutzes.

Nach der Auslösung muss der Transformator abkühlen. Wenn er ein bestimmtes
Temperaturniveau unterschritten hat, kann er wieder in Betrieb genommen werden.
T2PTTR schätzt während der Abkühlphase ständig die Wärmemenge des
Transformators. Hierzu wird eine festgelegte Konstante für die Abkühlzeit
verwendet. Ein erneutes Einschalten des Transformators wird unterbunden, bis die
Wärmemenge den eingestellten Wert erreicht hat.

Die Temperaturkurve der beiden Zeitkonstanten ist charakteristisch für


Transformatoren. Die thermischen Zeitkonstanten zum Schutz des Transformators
werden in den Einstellungen Kurzzeitkonstante und Langzeitkonstante angegeben.

630 Serie 241


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Abschnitt 4 1MRS757550 A
Schutzfunktionen

Sofern der Hersteller keinerlei Angaben hierzu gemacht hat, kann die
Langzeitkonstante bei einem Verteilertransformator auf 4920 s (82 Minuten) und
bei einem Netztransformator auf 7260 s (121 Minuten) eingestellt werden. Die
entsprechenden Kurzzeitkonstanten liegen bei 306 s (5,1 Minuten) und 456 s
(7,6 Minuten).

Hat der Transformatorhersteller nur einen Wert angegeben, also eine einzige
Zeitkonstante, kann diese in zwei Konstanten umgerechnet werden. Die einzelne
Zeitkonstante wird eingesetzt, wenn die Einstellung p-Faktor Null ist und die
Zeitkonstante auf den Wert der Langzeitkonstante gesetzt wird. Das thermische
Abbild entspricht in diesem Fall dem Zeitkonstantenmodell.

Tabelle 211: Umrechnungstabelle von einer in zwei Zeitkonstanten


Einzelne Zeitkonstante Einzelne Zeitkonstante Langzeitkonstante (min) p-Faktor
(min) (min)
10 1,1 17 0,4
15 1,6 25 0,4
20 2,1 33 0,4
25 2,6 41 0,4
30 3,1 49 0,4
35 3,6 58 0,4
40 4,1 60 0,4
45 4,8 75 0,4
50 5,1 82 0,4
55 5,6 90 0,4
60 6,1 98 0,4
65 6,7 107 0,4
70 7,2 115 0,4
75 7,8 124 0,4

Der Standardwert Max temperature liegt bei 105 °C. Dieser Wert wurde gewählt,
obwohl im IEC 60076-7 Standard für Langzeitbelastungen 98 °C als zulässige
Höchsttemperatur empfohlen wird. Der Standard besagt auch, dass ein
Transformator über Wochen oder Monate unter einer Notlast funktioniert. Dadurch
wird eine Windungstemperatur von 140 °C erzeugt. 105 °C sind daher bei
Transformatoren eine sichere Höchsttemperatur, wenn die Einstellung Max
temperature vom Transformatorhersteller nicht angegeben wurde.

242 630 Serie


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4.1.4.7 Signale
Tabelle 212: T2PTTR Eingangssignale
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I3P GRUPPEN‐ - Dreiphasiges Gruppensignal für Stromeingänge
SIGNAL
UMG-Temp REAL 0 Umgebungstemperatur von externem Temperatur‐
sensor
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blockierung des Auslöseausgangs
SENSFLT BOOLEAN 0 Gültigkeitsstatus des Umgebungstemperatursen‐
sors
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Rücksetzen des internen Temperaturlastzählers

Tabelle 213: T2PTTR Ausgangssignale


Name Typ Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN Auslösesignal
ANR (Anregung) BOOLEAN Signal zur Anzeige, dass der Strom bei längeren
Zeitabschnitten zu einem Temperaturanstieg über
den Auslösewert führt
ALARM BOOLEAN Die berechnete Temperatur liegt über dem Alarm‐
wert der Temperaturgrenze
EIN_BLK BOOLEAN Temperaturüberlastanzeige. Zur Vermeidung der
Wiedereinschaltung.

4.1.4.8 Einstellungen
Tabelle 214: T2PTTR Gruppeneinstellungen (Basis)
Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Temperaturanstieg 0,0 - 200,0 Grad 0,1 78,0 Temperaturreferenz für das thermische
Modell
Env Temperatur Set -50,0 - 100,0 Grad 0,1 40,0 Verwendete Umgebungstemperatur,
wenn "Sensor verfügbar" deaktiviert ist
Max Temperatur 0,0 - 200,0 Grad 0,1 105,0 Zulässige Maximaltemperatur des Trans‐
formators
Alarmtemperatur 40,0 - 100,0 % 0,1 90,0 Alarmtemperatur, prozentualer Wert
Auslösetemperatur 80,0 - 120,0 % 0,1 100,0 Auslösetemperatur, prozentualer Wert
Wiedereinschalttemp. 40,0 - 100,0 % 0,1 60,0 Wiedereinschalttemp. nach der Auslö‐
sung, prozentualer Wert
Gewichtungsfaktor p 0,00 - 1,00 - 0,01 0,40 Gewichtungsfaktor der Kurzzeitkonstante
Kurzzeitkonstante 60 - 60000 s 1 450 Kurzzeitkonstante in Sekunden
Langzeitkonstante 60 - 60000 s 1 7200 Langzeitkonstante in Sekunden

630 Serie 243


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Tabelle 215: T2PTTR Gruppeneinstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Stromreferenz 0,05 - 4,00 pu 0,01 1,00 Der Laststrom, der zur Temperatur in
"Temperaturanstieg" führt

Tabelle 216: T2PTTR Allgemeine Einstellungen (Basis)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Funktion Aus - - Ein Betriebsmodus Aus/Ein
Ein
Sensor verfügbar Nein - - Nein Externer Temperatursensor verfügbar
Ja

Tabelle 217: T2PTTR Allgemeine Einstellungen (erweitert)


Name Werte (Bereich) Einheit Stufe Standardwert Beschreibung
Ausw. Bezugsw. Leitergr. Leiter Grp. 1 (Lei‐ - - Leiter Grp. 1 (Lei‐ Auswahl Bezugswert für Leiter-Erde/Lei‐
ter Gruppe 1) ter Gruppe 1) ter-Leiter
Leiter Grp. 2 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Leiter Grp. 3 (Lei‐
ter Gruppe 1)
Initial Temperatur 0,0 - 100,0 % 0,1 80,0 Initial Temperatur, prozentualer Wert

4.1.4.9 Messwerte
Tabelle 218: T2PTTR Messwerte
Name Typ Standard‐ Beschreibung
wert
I_RMS_L1 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L1
I_RMS_L2 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L2
I_RMS_L3 REAL 0 Stromamplitude (RMS) Leiter L3
UMG-Temp REAL 0 Umgebungstemperatur von externem Temperatur‐
sensor
BLOCK BOOLEAN 0 Funktionsblockierung
BLK_AUS BOOLEAN 0 Blockierung des Auslöseausgangs
SENSFLT BOOLEAN 0 Gültigkeitsstatus des Umgebungstemperatursen‐
sors
RÜCKSETZEN BOOLEAN 0 Rücksetzen des internen Temperaturlastzählers

244 630 Serie


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4.1.4.10 Überwachte Daten


Tabelle 219: T2PTTR Überwachte Daten
Name Typ Werte (Bereich) Einheit Beschreibung
AUS (Auslösung) BOOLEAN 0=FALSCH - Auslösesignal
1=WAHR
T_OPERATE INTEGER - Zeit in Se‐ Geschätzte Zeit bis zur
kunden Auslösung
ANR (Anregung) BOOLEAN 0=FALSCH - Signal zur Anzeige, dass
1=WAHR der Strom bei längeren
Zeitabschnitten zu einem
Temperaturanstieg über
den Auslösewert führt
ALARM BOOLEAN 0=FALSCH - Die berechnete Tempe‐
1=WAHR ratur liegt über dem
Alarmwert der Tempera‐