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5BHWIM WSFT Zakia Tahiri

BLASFORMEN
WIE WERDEN FLASCHEN & CO. HERGESTELLT?
Durch BLASFORMEN können Hohlkörper wie z. B. Getränkeflaschen oder
Behälter aus Kunststoffen durch das Aufblasen eines Vorformlings in einer
Metallform (sog. Werkzeug) hergestellt. Das Volumen dieses Behälters kann so
klein wie 0,05 Liter sein, aber auch bis zu 10.000 Liter umfassen. Das Blasformen
unterscheidet sich in zwei Verfahren. Das Extrusionsblasformen und das
Spritzblasformen bzw. Spritzstreckblasen.

Extrusionsblasformen

1 Durch Extrusionsblasformen werden Kanister, Fässer und Behälter für
Verpackungszwecke, z. B. Shampoo-Flaschen produziert. Es wird ein
schlauchförmiger Vorformling aus flüssigem Kunststoff hergestellt, indem
der Kunststoff durch eine Düse senkrecht nach unten gedrückt (extrudiert)
wird.

2 Das Werkzeug holt sich den Schlauch, schließt und schneidet dadurch den
Schlauch ab. Im nächsten Schritt taucht ein Dorn von oben in das
Werkzeug hinein, bläst den Schlauch mit Druckluft auf und presst ihn
dadurch an die innere Kontur der Form.

3 Nachdem das Kunststoffteil abgekühlt ist, öffnet sich das Werkzeug. In


einem nächsten Schritt werden überstehende Kunststoffreste entfernt.

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Spritzblasformen

Im Gegensatz zum Extrusionsblasformen entstehen beim Spritzblasformen bzw.
Spritzstreckblasen keine Nähte (Quetschkanten), sodass diese Hohlkörper auch
größerem Druck, z. B. bei Getränken mit Kohlensäure, standhalten können.

1 Beim Spritzblasformen werden Flaschen verschiedenster Größe


hergestellt. Es wird zunächst ein kleiner Rohling durch Spritzgießen
produziert.

2 Diese Preform wird dann im Blasvorgang erwärmt und mittels Blasdorn


aufgeblasen und an die innere Form des Werkzeugs gedrückt.

3 Nach dem Abkühlen kann das fertige Formteil abgestreift werden.

Spritzstreckblasen
Ein weiteres Verfahren des Blasformens, bei dem auch Getränkeflaschen oder
Flaschen für Verpackungszwecke hergestellt werden, ist das Spritzstreckblasen.

1 Bei diesem Herstellungsprozess werden vorgespritzte Vorformlinge


verwendet.

2 Sie werden auf Verarbeitungstemperatur gebracht und an die Blasformen


übergeben.

3 Ein Werkzeug schließt sich um den Rohling, sodass die Ausformung


beginnen kann. Eine Stange (Reckstange) wird von oben in die Öffnung
eingeführt und der erwärmte Vorformling mechanisch in die Länge
gestreckt (verstreckt).

4 Anschließend erfolgt die Ausformung in die Breite, wobei der Kunststoff mit
Druck an die Wände der Blasform gepresst wird.

5 Nachdem der Kunststoff abgekühlt ist, öffnet sich das Werkzeug und der
Behälter, z. B. eine Flasche, kann entnommen werden.

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Als Blasen, oder Extrusionsblasen, bezeichnet man in der Kunststofftechnik


Umformverfahren, bei denen Hohlkörper oder Folien aus einer Extruder
austretenden Kunststoffschmelze [Schlauchstückartig] erzeugt werden. Dabei
stellt die Herstellung von Folien, bzw. Blasfolien, ein kontinuierliches Verfahren
dar und die Herstellung von offenen oder geschlossenen Hohlkörpern erfolgt
diskontinuierlich.

Beide Verfahrensarten haben eine besondere Bedeutung für die


Verpackungsindustrie. So werden beispielsweise Chipstüten nach dem
kontinuierlichen Verfahren hergestellt. Sprühflaschen für die chemische
Hausmittel werden hingegen nach dem diskontinuierlichen Verfahren hergestellt.

Qualitätskriterien
Gerade wenn es um die Qualität von Verpackungmaterial in der
Lebensmittelindustrie geht, werden hohe Anforderung gestellt. So sollte die Folie
oder der Hohlkörper an allen Stellen eine identische Dicke aufweisen. Ein
weiteres und noch viel wichtigeres Qualitätsmerkmal ist die Dichtigkeit eines
solchen Produkts. Diese lässt sich durch unterschiedliche Prüfverfahren ermitteln:

• Überdrucktest ⟹

Verpackung wird an allen Öffnungen verschlossen und das Innere
mit Überdruck versehen,
• Unterwassertest ⟹

Luftgefüllte Verpackung wird unter Wasser auf Dichtigkeit geprüft,
• Heliumtest ⟹

Heliumgefüllte Verpackung wird mit Messgerät auf Druckverluste
überprüft.
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Verwendete Kunststoffe
Auch die Qualität des eingesetzten Kunststoffs muss  je nach Verwendungszweck
angepasst werden. In der Lebensmittelindustrie werden vorzugsweise
Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) eingesetzt. Beide haben die Vorteile,
dass sie sowohl geschmacks- als auch geruchsneutral sind. Ferner sind diese
Kunststoffe auch Wasser undurchlässig und chemisch beständig.  
Ist hingegen Festigkeit und Schlagzähigkeit, ggf. auch Transparenz ein
Anforderungskriterium so verwendet man für Blasformen hauptsächlich
Polycarbonat (PC) oder Polyamid (PA). 

Kleine Auswahl typischer geblasener Produkte


• Kajaks,
• Kinderspielzeug (bspw. Bobbycars),
• Benzinkanister,
• Flaschen für Trinkwasserspender,
• Kühlwasserbehälter,
• Spoiler,
• Augentropfenampullen.