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Abschlussprüfung 2005

an den Realschulen in Bayern


DEUTSCH Aufgabengruppe B
(Thema 7)
„Nur nicht nach unten schauen …“
- Textgebundener Aufsatz -
Erwartungshorizont
Vorbemerkung:
- Der Erwartungshorizont ist von Lehrkräften für Lehrerinnen und Lehrer verfasst.
- Es müssen daher in der Schülerarbeit auch nicht alle möglichen Antworten und nicht die genaue fachli-
che Begrifflichkeit aus dem Erwartungshorizont enthalten sein, damit die Leistung mit „sehr gut“ be-
wertet wird.
- Selbstverständlich sollen auch andere richtige Lösungen berücksichtigt werden, die der Erwartungshori-
zont nicht vorsieht.

zu 1: Inhalt und Textaufbau


Thematik:
Der Text beschäftigt sich mit dem Nürnberger Hochseilgarten, den Konzepten der Betrei-
ber solcher Einrichtungen und den Erfahrungen der Besucher.

Mögliche Einteilung:
Hinführung zur Thematik:
- Sinnabschnitt 1 (Z. 1 – 8): Eindrücke der Autorin über ihre eigene „Grenzerfah-
rung in luftiger Höhe“
Hauptteil:
- Sinnabschnitt 2 (Z. 9 – 21): pädagogische und psychologische Hintergründe
- Sinnabschnitt 3 (Z. 22 – 47): Hochseilgärten: Betreiber; Nutzer; Entstehungsge-
schichte; Zielsetzung
- Sinnabschnitt 4 (Z. 48 – 68): Aussagen von Teilnehmern und Betreuern während ei-
nes Kurses
- Sinnabschnitt 5 (Z. 69 – 98): Rolle des Gruppendrucks und weitere negative Begleit-
erscheinungen
- Sinnabschnitt 6 (Z. 99 – 109): therapeutischer Wert solcher Erfahrungen

Schluss (Rückgriff auf die Einleitung):


- Sinnabschnitt 7 (Z. 109 – 112): pointiertes Resümee der Verfasserin

zu 2: Textäußeres
- Gesamtumfang: etwa eineinhalb DIN-A4-Seiten, zweispaltige Anordnung
- dreizeilige Hauptüberschrift, Untertitel à Zusammenfassung des Inhalts
- Name der Verfasserin
- Initiale à Blickfang auf den Beginn des Fließtextes
- Zwischenüberschrift (nach Zeile 63) à optische Unterbrechung des Lauftextes; Aufgrei-
fen eines wichtigen Gedankens aus dem folgenden Abschnitt
- drei Fotos neben dem Titel (Aktive in luftiger Höhe) und eines im Text eingebunden (ver-
letzte Finger) à Anschaulichkeit, Darstellung von Textinhalten; Leseanreiz
zu 3: Sprachliche Mittel und deren Wirkung
3.1 Satzbau
- Überwiegen einer erlebnisbetonten Darstellung in kurzen Hauptsätzen (z. B. Z. 1 – 8)
à Spannungsaufbau
- auffällig wenige Satzgefüge; eher bedingt durch indirekte Reden (z. B. Z. 17 ff.; Z. 70 ff.)
à Bemühen um möglichst leichte Lesbarkeit; Ausdruck des unmittelbaren Einfan-
gens der Eindrücke
- häufige Verwendung der wörtlichen Rede (z. B. Z. 13 f.; Z. 81)
à Authentizität, Lebendigkeit, Abwechslung in der Darstellung
3.2 Wortwahl
- viele englische bzw. amerikanische Ausdrücke
(z. B. „Bungeejumping“, Z. 20; „Outdoor-Aktivitäten“, Z. 31 f.; „Ropes Courses“, Z. 37;
„You can do it” Z. 81)
à Betonung der Jugendlichkeit und Sportlichkeit, aber auch der Herkunft der
Hochseilgärten; allgemeiner Trend zu Anglizismen
- Fachbegriffe und Fremdwörter aus dem pädagogischen und psychologischen Bereich (z. B.
„erlebnispädagogisches Arbeiten“, Z. 21; „soziale Kompetenz“, Z. 56; „Gruppendruck“,
Z. 69; „Angststörungen“, Z. 103; „Psychotherapie“, Z. 106)
à Betonung der Wissenschaftlichkeit, Kompetenz der Autorin bzw. der Befragten
3.3 weitere stilistische Merkmale
- plakative Darstellung (Z. 1 – 8)
à Dramatisierung des Geschehens; Wecken von Interesse für die Thematik
- viele, kontrastierende Wendungen: z. B. „Himmel und Hölle“ (Z. 1); „Unter mir klafft der
Abgrund, über mir strahlt sonniges Blau“ (Z. 1 ff.); „Selbstzweifel, Mutlosigkeit oder Spaß
und Zutrauen …“ (Z. 89 f.); „…, dass sich Gras unter den Füßen einfach viel göttlicher als
der Himmel anfühlt“ (Z. 110 ff.)
à Verstärkung der Aussage
- Standardsprache
à breite Leserschicht soll angesprochen werden

zu 4: Textsorte: Reportage
- Recherchen der Reporterin vor Ort, die selbst aktiv Erfahrungen gemacht hat (z. B. Z. 1 ff.)
- subjektive Elemente: Autorin lässt ihre persönliche, von Skepsis bestimmte Einstellung er-
kennen. (z. B. Z. 109 ff.)
- aktueller Anlass (Eröffnung des neuen Klettergartens in Nürnberg)
- Darstellung der Hintergründe
- „Zoom-Technik“: Wechsel vom Detail zum Allgemeinen vom ersten zum zweiten Absatz;
erst im zweiten Absatz wird eindeutig klar, worum es im Text geht
- Gefühle und Meinungen von Beteiligten werden wiedergegeben (z. B. Z. 48 ff.)
- Aussagen von Fachleuten (z. B. Z. 41 ff.)
- Anschaulichkeit durch lebendige Sprache
- ansprechende äußere Gestaltung (Zwischenüberschrift, Illustration)
- Tempuswechsel (Präsens bei der Vorstellung des Projekts, Präteritum bei der Darstellung
der Entstehungsgeschichte)

zu 5: Weiterführender Teil
Erörterungsteil oder Brief als argumentative Darstellung; inhaltliche Ausführung variabel