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The Music of the

Habsburg Empire
The Austrian sound of the Baroque era

CD 1 Slovakia p 11 Kusser, Esterházy, Capricornus, Speer, Traditional


CD 2 Slovenia p 14 Posch, Dolar, Tartini, Ivanschiz, Birck
CD 3 Hungary p 17 Werner, Fux, Esterházy, Haydn, Ebner, Speer, Schmelzer
CD 4 Poland p 19 Mielczewski, Zielinksi, Döbel, Nauwach, Weiss, Speer
CD 5 Bohemia p 22 Stölzel, Losy, Habermann, Reichenauer, Vivaldi, Hunting Songs
CD 6 Moravia p 25 Hirschmentzel, Pekárek, Poglietti, Folk Dances, Traditional
CD 7 Spain p 30 Emperor Leopold I, Sanz, Pagliardi, Losy, Viviani, Matteis
CD 8 Venice p 33 Vivaldi, Ferro, Ziani, Albinoni, Raccolte del Gondoliere
CD 9 Rome p 35 Kerll, Stradella, Muffat, Lonati
CD 10 Paris p 37 Muffat, Radolt, von Ehrenstein, Fux, Mayr, Aufschnaiter, Lully

Ars Antiqua Austria


Gunar Letzbor
Vorbemerkung
Ars Antiqua Austria Es war um die Jahrtausendwende, etwa im Jahr 2000 im Mittelpunkt der Programmgestaltung stehen. Mit
kam mir der Gedanke, das Charakteristische an der ös- diesem Programm wollten wir an zehn Musikstätten
Gunar Letzbor Violine [CD 1 - CD 10], Slobtschok [CD 4], terreichischen Barockmusik zu suchen. Intuitiv war mir in Europa konzertieren. Der Livemitschnitt eines dieser
Moderation [CD 6: Nr. 1, 3, 5, 10, 12, 16, 18] in den Jahren zuvor die Musik aus dem Habsburgerreich Konzerte sollte dann die einzelnen „Themenkreise“ in
Dario Luisi Violine [CD 1, CD 3] immer sympathischer und interessanter geworden. Ich Form einer CD-Produktion dokumentieren.
bemerkte Besonderheiten und Merkmale, die ich in der Wir haben nach zehn Jahren im Jahr 2011 unser
Ilia Korol Violine [CD 2, CD 4, CD 5, CD 9]
italienischen, französischen und auch der deutschen „Herzensprojekt“ offiziell abgeschlossen. Die vorlie-
Peter Aigner Viola [CD 1, CD 3] Barockmusik nicht finden konnte. Damals fristete die gende Box bietet nun die Möglichkeit, die Entde-
Markus Miesenberger Viola [CD 2, CD 9], Violine [CD 10], Tenor [CD 10] Barockmusik aus dem Einflussbereich der Habsburger ckungsreisen der vergangenen Jahre in gebündelter
Jan Krigovsky Violone [CD 3 - CD 6, CD 9, CD 10], Kontrabass [CD 4], Violine [CD 6: Nr. 19, 20] Kaiser im internationalen Konzertbetrieb und auch Form nachzuvollziehen. Wir durften viel lernen und
Gesang [CD 5: Nr. 14, 15, 25, 26, CD 6] bei den Tonträgerproduktionen ein Schattendasein. konnten manches ausprobieren. Heute bewegen wir
Claire Pottinger-Schmidt Violone [CD 1], Kontrabass [CD 1: Nr. 13 - 18], Viola da gamba [CD 2] Nur selten verirrten sich Werke von Biber, Schmelzer, uns viel sicherer auf dem Terrain der neuen Literatur
Hubert Hoffmann Laute [CD 4, CD 5, CD 7 - CD 9, CD 10: Nr. 10] Aufschnaiter oder Fux in ein Konzertprogramm. Einen aus Habsburger Quellen. Unsere Liebe zu dieser wun-
Vejvanovsky, Weichlein, Caldara, Radolt oder Werner derbaren Musik ist gewachsen und nährt sich nicht
Pierre Pitzl Barockgitarre [CD 1, CD 3, CD 10], Viola da gamba [CD 1, CD 3]
suchte man meist vergebens.  mehr ausschließlich aus intuitiver Zuneigung. Und in
Norbert Zeilberger Cembalo, Orgel [CD 1 - CD 4, CD 6 - CD 10], Kontrabass [CD 6: Nr. 19, 20], So entstand die Idee, mit Ars Antiqua Austria ein den letzten 15 Jahren hat sich auch die allgemeine
Moderation [CD 6; Nr. 10, 12, 18] mehrjähriges Projekt „Klang der Kulturen” durchzu- Situation gründlich geändert: Heute entdecken viele
Gunar Letzbor Leitung führen, um den Wurzeln (CD 1-6) und den Einflüssen Ensembles das Besondere und die Schönheit der
(CD 7-10), denen die Musik am Kaiserhof ausgesetzt österreichischen Barockmusik. Das Publikum dankt
war, nachzugehen. Die Interessengebiete waren bald es und freut sich über die beinahe unerschöpfliche
Gäste abgesteckt, ein Zeitrahmen von zehn Jahren wurde ins Quelle „neuer“ Musik aus den Archiven des ehemali-
Auge gefasst. Jedes Jahr sollte ein besonderes Thema gen Habsburgerreiches.
CD 1 Jan Krigovsky Kontrabass, Fujara, Koncovka, Gesang,
Geigenprimas [Nr. 13 - 18] · Juraj Struhárik Theorbe
Jana Pastorkova Sopran · Martina Krigovská Gesang, Cymbal (Hackbrett) Klang der Kulturen - Kultur des Klanges im dritten Jahrtausend
CD 3 Noemi Kiss Sopran
Im europäischen Haus der Jetztzeit treffen sich die Austausch auf den Gebieten der Politik, Wirtschaft
CD 4 Katarzyna Wiwer Sopran
verschiedensten Kulturen der europäischen Völker und Kultur steht für die Vertiefung der Beziehungen,
CD 5 Václav Luks Horn, Cembalo, Gesang [Nr. 24] · Miroslav Rovensky Horn
wie schon drei Jahrhunderte zuvor. In der Hoffnung, die – gebündelt zu einer multikulturellen Einheit –
CD 6 Martina Krigovská Cymbal, Gesang · Miloslav Student Galizona, Gesang viele europäische Länder zu einer Gesamtheit zu mehr als die Summe ihrer Teile ergeben wird. Dieser
CD 7 Radu Marian Sopran einen, wächst das gegenwärtige Europa immer moderne Gedanke ist nicht neu, wurde er doch
CD 8 Andrea Mion Oboe · Radu Marian Sopran stärker zu einer Gemeinschaft zusammen. Der rege bereits vor 300 Jahren gedacht, als verschiedene
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Kulturen Europas in unterschiedlichster Absicht Europa erst einmal kräftig durchatmen, zu groß war der wie Antonio Bertali oder Giovanni Buonaventura Vi- Aufführungspraxis weit in die Vergangenheit zurück.
aufeinander trafen. Aderlass an Mensch und Materie gewesen. Vieles war viani lässt sich unschwer eine Veränderung in ihrem Während sich die Werke der oben genannten Klassiker
Um 1700 ist auch die Musik in Wien Ausdruck in Bewegung gekommen. Der schreckliche Krieg hatte musikalischen Ton bemerken, nachdem sie einige Zeit und Romantiker aus Wien häufig am Konzertspielplan
eines gemeinsamen europäischen Kulturgefühls, die Menschen nicht nur im negativen Sinn in Kontakt in Österreich gelebt hatten. Wien fungierte gleichsam finden, erfreuen sich jene barocker Meister wie Heinrich
das die Menschen zusammenführt, ohne dass sie gebracht, die unterschiedlichsten Kulturen hatten sich als Schmelztiegel, durch den die verschiedenen Ignaz Franz Biber, Georg Muffat, Romanus Weichlein,
die Eigenständigkeit ihres spezifischen Kulturguts auch angenähert. Dieser kulturelle Austausch führt in Kulturen in einem lebendigen Prozess Einfluss auf Benedikt Anton Aufschnaiter, Daniel Georg Speer,
aufgeben müssen. Der Klang dieser Musik, durch die Wien zur Entstehung der ersten wirklich paneuropä- die Weiterentwicklung der musikalischen Hochkultur Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, Johann Joseph Fux,
Interpretation junger Musiker zum Leben erweckt, ist ischen Kulturszene. nehmen konnten. Pavel Josef Vejvanovsky, Samuel Friedrich Capricornus,
zeitlos und modern. Er berührt die Menschen direkt im Musikschaffende aus den unterschiedlichsten Erblan- Kaum hätte Heinrich Ignaz Franz Biber zu seinen Heinrich Schmelzer und viele andere bislang weit
Herzen und in der Seele. Wichtig ist die Begeisterung, de  – wie Mähren, Böhmen, Polen, Galizien, Ungarn virtuosen Spielfiguren gefunden, hätte er Ähnliches geringerer Wertschätzung. Ihre Werke waren fast
mit der die Interpreten den Geist dieses besonderen und Siebenbürgen – treffen Künstler aus Frankreich, nicht tagtäglich durch das Vorbild der Zigeunergeiger vergessen, unverändert ruht ein Schatz unentdeckter
Klanges erfassen und aufspüren. Noch wichtiger aber England, Italien, Türkei und Spanien. Mit im Reisege- in Böhmen und Mähren vor Augen gehabt. Diese Manuskripte in den Archiven, die nur darauf warten,
ist die Begeisterung, mit der sie diesen Geist den Mit- päck befinden sich die Traditionen der Heimat, gepaart Musiker scherten sich oft wenig um Kompositionsre- wieder entdeckt und gespielt zu werden.
menschen durch ihr Musizieren weitervermitteln. Die mit den neu erlernten Fähigkeiten, oft gefolgt von geln, sie entwickelten ihr Musizieren idiomatisch aus Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, den gesamteu-
Wiederbelebung der Klangkultur des multikulturellen der Bereitschaft, die Komponier- und Spielweise der ihrem Instrumentarium und erreichten damit schon ropäischen Gedanken des Barock und der Jetztzeit auf
Grundgefühls in Wien um 1700 ist somit ein wichtiger anderen Kulturen kennenzulernen. wesentlich früher als die hochgebildeten Musiker aus die schönste Art und Weise miteinander zu verbinden.
Akt der Völkerverständigung, ein zeitgenössisch moder- Anderes kennen lernen, manches übernehmen, Eige- dem Bereich der Hochkultur technische Meisterschaft. Nichts eignet sich dazu besser als die Wiederbelebung
ner Beitrag zur Annäherung der im europäischen Haus nes einbringen, kurz: Die Suche nach der richtigen Solche Interpretationsansätze gewinnt man nicht des gemeinsamen europäischen Erbes der Musik des
vereinigten unterschiedlichen Kulturkreise. Mischung aus Vertrautem und Fremdem forciert aus der Weisheit von Büchern. Man muss lebendiges 18. Jahrhunderts, wie es sich in der Musik am Kaiserhof
Im barocken Europa dominiert eine Kultur der Gegen- den regen Austausch, der in Wien um 1700 die erste Musizieren beobachten. Die Volksmusikanten der Wien darstellt, als Brücke zwischen der Vergangenheit
sätze. Pracht und Prunk stehen dem allgegenwärti- paneuropäische Musikszene entstehen lässt. Diese heutigen Zeit weisen oft in ihrer Spielhaltung und und dem beginnenden dritten Jahrtausend.
gen Tod durch Krieg und Not gegenüber, intensive erste musikalische Hochblütezeit, wie sie am Wiener
Lebenslust wird von der Gewissheit ihrer Endlichkeit Kaiserhof stattfand, ist das Resultat eines gemeinsa- Gunar Letzbor
überschattet. Irdisches Glück wird als bloßer Schein des men Kulturgefühls, das die Menschen zusammenführt,
Diesseits entlarvt und die wahre Wirklichkeit nur dem ohne dass sie auf die Eigenständigkeit ihres spezifi-
Jenseits zuerkannt. Die fehlende Beständigkeit und die schen Kulturguts verzichten mussten. Sie ist auch die
Unregelmäßigkeit (barocco = unregelmäßig) des Lebens Grundlage, die eine Entwicklung hin zur Musik von Wir möchten diese CD-Box unserem langjährigen Cembalisten und Freund Norbert Zeilberger widmen.
rücken in das Zentrum des Interesses. So werden Welt- Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig Er war federführend am Projekt „Klang der Kulturen“ beteiligt und ist kurz nach Abschluss der Serie
genuss und Todessehnsucht im Wechsel zum Ausdruck van Beethoven, Franz Schubert oder Johannes Brahms bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen.
menschlichen Seins, was sich nirgendwo so deutlich erst möglich macht.
wie in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zeigt. Die Musik am Wiener Hof verbindet viele der Eigenhei-
Nach dem großen Krieg, der als Religionskrieg beginnt ten, die in den unzähligen Kulturkreisen des barocken
und als Machtspiel beliebiger Regenten endet, muss Österreichs lebendig waren. Bei italienischen Künstlern
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Preliminary Note Around 1700, music in Vienna was also the ex- great was the bloodshed in terms of human lives
pression of a shared feeling of European culture; and material. A great deal was set in motion. This
Around the turn of the century, about in the year at the centre of our programme each year; we then it brought people together without their having to terrible war not only brought people into contact
2000, I had the idea of searching for what is char- wanted to perform concerts in ten European musical give up the independence of their specific cultural with each other in the negative sense, but the most
acteristic in Austrian baroque music. Intuitively, the centres. The live recording of one of these concerts possessions. The sound of this music, brought to life widely differing cultures also drew more closely to-
music of the Habsburg Empire had become increas- was then intended to document the individual topic by the interpretation of young musicians, is time- gether. In Vienna, this cultural exchange led to the
ingly sympathetic and interesting to me. I notice areas in the form of a CD production. less and modern. It speaks directly to people’s hearts creation of the first truly pan-European cultural
special traits and characteristics that could not be After ten years, in 2011, we officially completed and souls. What is important is the enthusiasm with scene.
found in Italian, French or Spanish baroque music. this project that had grown so dear to our hearts. which the interpreters grasp and track down the Musicians from the most widely varied patrimonial
At that time, baroque music from the Hapsburg The present record box now offers the possibility of spirit of this special sound. But even more impor- lands – such as Moravia, Bohemia, Galicia, Hungary
emperor’s sphere of influence was doomed to lead comprehending our journeys of discovery of the past tant is the enthusiasm with which they convey this and Transylvania – met artists from France, England,
a shadowy existence, both in international concert years in a concentrated form. We were privileged to spirit to other people through their music-making. Italy, Turkey and Spain. Their travel luggage con-
life and in recording productions. It was only rarely learn a great deal and able to try out certain things. This revival of the sound culture of the fundamental tained the traditions of their homelands, together
that works of Biber, Schmelzer, Aufschnaiter or Fux We are much more sure of ourselves today on the multicultural feeling in Vienna around 1700 is thus with newly learnt abilities, often accompanied by
turned up on a concert programme. One usually terrain of new literature from Habsburg sources. an important act of understanding between peo- eagerness to become acquainted with ways of com-
looked in vain for Vejvanovsky, Weichlein, Caldara, Our love for this wonderful music has grown and is ples, a contemporary, modern contribution to the posing and playing in the other cultures. Getting to
Radolt or Werner.  no longer exclusively nurtured by our intuitive affin- rapprochement of different cultural circles being know new things, some of which were assimilated
Thus was born the idea of carrying out a project with ity for it. And during the past 15 years, the general brought together in Europe. whilst contributing elements of their own - in short,
the Ars Antique Austria, lasting several years, entitled situation has changed fundamentally: many en- A culture of opposites dominates baroque Europe. the search for the right mixture of the familiar and
“Sound of Cultures”, undertaken in order to trace the sembles today are discovering the special qualities Splendour and grandiosity are contrasted with the new - forced an active exchange that allowed
roots of this music at the Imperial Court (CD 1-6) and and beauty of Austrian baroque music. The public war and distress; intensive zest for living is over- the first pan-European musical scene to arise in Vi-
the influences to which it was exposed (CD 7-10). The is grateful for and delighted over the almost inex- shadowed by its finiteness. Worldly happiness is enna around 1700.This first musical golden age that
areas of interest were soon staked out and a ten-year haustible source of “new” music from the archives unmasked as a mere illusion of existence and only took place at the Viennese Imperial Court was the
period envisaged. One special subject was to stand of the former Habsburg Empire. the hereafter is acknowledged as being truly real. result of a shared feeling for culture that brought
Life’s inconstancy and irregularity (barocco = ir- people together without their having to renounce
Sound of Cultures - Culture of Sound in the Third Millennium regular) move to the centre of interest. Thus the the autonomy of their specific cultures. It was also
alternation between worldly pleasures and longing the basis that made possible a development towards
The most widely varied cultures of European peo- and cultures show this intensification of relation- for death become an expression of human existence, the music of Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus
ples meet in present-day Europe, just as they did ships which – bound together to form a multicul- nowhere shown as clearly as in the turmoil of the Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert and
three centuries previously. Present-day Europe is tural unity – will result in more than the sum of its Thirty Years’ War. Johannes Brahms.
growing into an ever-stronger community, hoping parts. This modern idea is not new; it was envisaged Europe first had to take a deep breath after this long The music at the Viennese Court combined many
to unite many European countries into a whole. Ac- already 300 years ago when different European cul- war, which began as a religious war and ended as features that were vital in countless cultural cir-
tive exchange in the areas of politics, economics tures met with varying intentions. a power struggle between arbitrary monarchs - so cles of baroque Austria. It is not difficult to notice a
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change in the musical tone of Italian artists such as Whereas the works of the above-mentioned clas- CD 1 Slowakei / Slovakia 56:14
Antonio Bertali or Giovanni Buonaventura after they sical and romantic composers from Vienna are
had lived for a time in Austria. Vienna functioned frequently found on concert programmes, such Johann Sigismund Kusser (1660-1727)
more or less as a melting pot through which the baroque masters as Heinrich Ignaz Franz Biber, aus Suite Nr. 1 (Festin des Muses, 1700)
different cultures could have an impact, in a lively Georg Muffat, Romanus Weichlein, Benedikt Anton 1 Ouverture 2:58
process, on the further development of advanced Aufschnaiter, Daniel Georg Speer, Giovanni Antonio 2 Gique 0:53
musical culture. Pandolfi Mealli, Johann Joseph Fux, Pavel Josef Ve- 3 Passepied · Autre Passepied 3:22
Heinrich Ignaz Franz Biber would hardly have found jvanovsky, Samuel Friedrich Capricornus, Heinrich 4 Les Combattans 1:26
the way to his virtuoso manner of performance had Schmelzer and many others have so far met with 5 Air 1:40
he not experienced similar playing in his daily life by far less appreciation. Their works have been almost Pál Esterházy (1635-1713)
Gypsy violinists in Bohemia and Moravia. These mu- forgotten; a veritable treasure of undiscovered 6 O mors (Harmonia Caelesti, 1711) 3:03
sicians cared little for rules of composition, instead manuscripts still lies in the archives, waiting to be Samuel Friedrich Capricornus? (1628-1665)
creating their music idiomatically from their instru- rediscovered and played. 7 Sonata III à 3 8:56
ments, achieving technical mastery quite a while We have taken on the task of combining the pan- aus Continuazione della ben armonica Musica da Tavola e Svago
before highly trained musicians from the advanced European ideas of the baroque and the present day
culture had done so. Such approaches to interpreta- in the most beautiful way possible. Nothing is more Georg Daniel Speer (1636-1707)
tion are not gained through wisdom from books. One suitable for this than the revival of the shared legacy aus Gazzetta turco-musicale I
must observe living music. The attitudes to playing of the music of the 18th century as shown by the 8 Kosaken Ballett 1:50
and performance practice of present-day folk musi- music at the Imperial Court in Vienna - the bridge 9 Pohlnisch Ballet 0:30
cians, too, often extend far back into the past. between the past and the incipient third millennium. 10 Lompyn libera il suo padrone Cergely 6:57
11 Wallachisches Ballet 2:55
Gunar Letzbor 12 Kosaken Ballet 0:47


Volksmusik aus der Slowakei mit Wurzeln in der Barockzeit
Folk music from Slovakia rooted in the Baroque Era
aus Liptov (Nordslowakei) / from Liptov (North Slovakia)
13 Improvisation über einen Tanz von Speer 1:22
aus Terchova (Nordslowakei) / from Terchova (North Slovakia)
14 Keby moje nozky mohli tancovat · Hore Belu voda bezi 3:02

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aus Detva (Mittelslowakei) / from Detva (Central Slovakia) course of war’s turmoil, different eastern tribes and peoples continually surged into the country; their musical
15 Ej horou, horou 3:49 styles were mixed with those of Slovak folk music.
16 Vrcharska nalada 4:01 The most archaic melodies are found in northern Slovakia, where the landscape is mountainous and covered
aus Cierny Balog (Südslowakei) / from Cierny Balog (South Slovakia) by thick forests. Purely Slovak roots are most readily noticeable here; interactions from later musical styles are
17 Temro puro · Adre mire kale bala · Adroverde suku nane 6:34 least audible. In this region, fiddlers apparently still play with an original position for holding the instrument,
18 Bobrù noc 1:50 whereby the violin is firmly placed against the breast, sideways. There are bird imitations next to melodies that
describe life under the special conditions of this wild landscape. A man sings of his longing for his beloved in
the valley. Another tells of how he arrives at his lover’s house and finds her there with a man whom he then
Aus der Barockzeit gibt es nur wenig überlieferte slowakische Musik. Die Slowaken waren oft unter fremder, gives a proper thrashing.
meist ungarischer – und damit Habsburger – Oberhoheit. Im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert gab es In central Slovakia there are melodies that require virtuoso ability on the violin. The influence of the Zingari,
mehrere antihabsburgische Aufstände und die Slowaken lebten ihre Kultur hauptsächlich im Untergrund. Immer who immigrated from the East, is noticeable here; to put it frankly, they taught the resident musicians how
wieder überströmten, im Zuge von Kriegswirren, andere östliche Stämme und Völker das Land. Deren Musikstile to play the violin. In playing these, I was personally struck by various riffs and manners of playing that were
vermischten sich mit der slowakischen Volksmusik. reminiscent of H.I.F. Biber!
Im Norden der Slowakei, wo das Land gebirgig und von dichten Wäldern bedeckt ist, finden sich die archaischsten In the southern part of the country there are clear indications of nearby Hungarian Gypsy music. In particular,
Melodien. Hier sind die rein slowakischen Wurzeln am deutlichsten bemerkbar, Überlagerungen aus späteren the chromatic way of playing and typically free ornamentation of the basic melody remind one of the music
Musizierstilen am wenigsten spürbar. Angeblich fiedelt man dort auch heute noch mit einer urtümlichen Geigen- that is still played today by Hungarian Zingari. Many stylistic elements from the art music of the 19th century
haltung, wobei die Geige fest seitlich an die Brust gedrückt wird. Vogelimitationen stehen neben Melodien, die have found their way here into these improvisations. At the same time, the circle from the past to the present
das Leben unter den besonderen Bedingungen dieser wilden Landschaft beschreiben. Ein Mann singt von seiner is most directly completed here.
Sehnsucht nach seiner Angebeteten im Tal. Ein anderer erzählt, wie er nach langer Abwesenheit zum Haus seiner
Geliebten kommt, sie dort mit einem Liebhaber erwischt, den er dann ordentlich verprügelt.
In der Mittelslowakei finden sich Melodien, die eine virtuose Handhabung der Violinen voraussetzen. Hier macht
sich der Einfluss der aus dem Osten eingewanderten Zingari bemerkbar, die den ansässigen Musikern, salopp
gesprochen, das Geigenspielen beibrachten. Mir persönlich sind beim Musizieren verschiedene Floskeln und
Spielarten aufgefallen, die an Spielfiguren bei H.I.F. Biber erinnern!
Im Süden des Landes finden sich deutliche Hinweise zur nahen ungarischen Zigeunermusik. Vor allem die chro-
matische Musizierweise und die typische freie Umspielung der Grundmelodie erinnern an die Musik, die man
auch heute noch von ungarischen Zingari dargeboten bekommt. Viele Stilelemente aus der Kunstmusik des 19.
Jahrhunderts haben hier in die Improvisationen Einzug gehalten. Gleichzeitig schließt sich hier der Kreis von der
Vergangenheit in die Gegenwart am unmittelbarsten.

Only a small amount of Slovak music from the Baroque period has survived. The Slovaks were often under
foreign sovereignty - mostly Hungarian, and thus Habsburg. There were a number of anti-Habsburg revolts
during the 17th and 18th centuries, and the Slovaks primarily kept their culture alive in secret. During the
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CD 2 Slowenien / Slovenia 73:56 Johann Baptist Dolar
Suite II aus Balletti à 4
Isaac Posch (um 1587-1622/23) 18 Intrada 2:13
aus Musicalische Tafelfreudt, das ist Allerley neuer Paduanen 19 Treza 1 0:43
und Gagliarden, desgleichen Intraden und Couranten (1621) 20 Intrada 1:12
1 Paduana IX 5:52 21 Treza 2 0:37
2 Gagliarda IX 3:22 22 Gigue 0:28
3 Intrada X 2:33 23 Retirada 1:46
4 Couranta X 1:03
Isaac Posch
Johann Baptist Dolar (um 1620-1673) aus Musicalische Tafelfreudt
Suite I aus Balletti à 4 24 Paduana V 5:15
5 Intrada 0:57 25 Gagliarda V 1:07
6 Allemande 1:19 26 Intrada IX 0:58
7 Sarabanda 0:43
8 Gigue 1:05
Giuseppe Tartini (1692-1770) In Slowenien treffen drei Kulturkreise aufeinander: Die slawischen, romanischen und germanischen Völker haben
Sonata VII in a-Moll für Violine & B. c. (aus Autograph Padua No 1888) aus ihrer unterschiedlichen Kultur auch gegensätzliche Temperamente entwickelt. Vor allem die katholische Kirche
9 Adagio 2:58 war in der Barockzeit prägend für eine gemeinsame musikalische Sprache.
10 Allegro 3:17 Der äußerste Südosten des Heiligen Römischen Reichs, der Raum zwischen Alpen, Adria und der Pannonischen
11 (Andante) · Allegro assai 16:10 Tiefebene, deckt sich im Wesentlichen mit der heutigen Republik Slowenien. Seit dem 14. Jahrhundert war dieses
Gebiet – mit dem Herzogtum Krain im Zentrum – Teil Innerösterreichs und unter habsburgischer Herrschaft, bis
Amandus Ivanschiz (fl. Mitte 18. Jhd.)
1619 von Graz aus regiert, danach, nach der Kaiserkrönung Ferdinands II., von Wien aus.
Divertimento in C-Dur für Violine, Viola und Violoncello
Die katholische Kirche hatte im Lauf der Zeit auch weltliche Bereiche unter ihren Einfluss gebracht. Sie war ein
12 Adagio 3:46
Teil der politischen Einteilung und Verwaltung des Habsburgerreiches, konnte ihre Ländereien relativ selbständig
13 Menuetto–Trio 1:48
verwalten. Dem Kaiser war man dabei natürlich Rechenschaft schuldig, auch in anderen Dingen orientierte man
14 Finale: Allegro 2:25
sich am Kaiserhof. Es wurde daher enger Kontakt mit Wien und der Wiener Kulturszene gehalten und kulturelle
Wenzel Raimund Birck (1718-1763) Veränderungen aus der Hauptstadt wurden schnell bis in die weit entfernten Gebiete der Monarchie übermittelt.
Concerto ex C für Cembalo, 2 Violinen und Bass Zusätzlich sorgte das innerkirchliche Organisationsnetz schnell für den Austausch von Kulturgütern in der ganzen
15 Tempo giusto 3:39 Monarchie und darüber hinaus. Regionale Meister fanden so auch überregional Verbreitung – ein wichtiger Faktor
16 Andante 3:18 für den Kulturaustausch! So finden sich beispielsweise Musikstücke des in Krain gebürtigen Amandus Ivanschiz
17 Allegro 5:09 auch in Klosterarchiven Oberösterreichs und sogar in Böhmen.

14 15
Three cultures meet in Slovenia: the Slavic, Romance and Germanic peoples also developed contrasting CD 3 Ungarn / Hungary 53:35
temperaments out of their different cultures. In particular, the Catholic Church strongly influenced the
development of a common musical language during the Baroque period. Ungarische Tänze aus dem 18. Jhdt. / Hungarian dances of the 18th century
gesammelt von Pál Peter Domokos / collected by Pál Peter Domokos
The extreme southeast of the Holy Roman Empire, the area between the Alps, the Adriatic Sea and the
1 Ballo in re (Ms. Barkóczy) · Ballo in La (Ms. Nagyszombater) · Fejedvar Tantz (Ms. Apponyer) · 7:01
Pannonian Plain, is essentially the same as the present-day Republic of Slovenia. Since the 14th century,
Ballo in La da capo · Hungaricus in re (Ms. Apponyer) · Ballo in La da capo ·
this region – with the Duchy of Carniola at the centre - was part of Inner Austria and under Habsburg rule,
Ballo in re (Ms. Nagyszombater) · Rosnyo Magyar Tantz (Ms. Apponyer) · Ballo in re da capo ·
governed from Graz until 1619, then from Vienna following the coronation of Ferdinand II as Emperor.
Hungaricus (Ms. Apponyer)
The Catholic Church also came to influence secular aspects of life over the course of time. It was a part
of the political division and management of the Habsburg Empire and could manage its lands relatively Gregor Joseph Werner (1693-1766)
independently. One was of course accountable to the Emperor; the Imperial Court served as a point of 2 Alma redemptoris mater 3:03
orientation in other things, too. Thus close contacts were maintained with Vienna and the Viennese cultural Johann Joseph Fux (ca. 1659-1741)
scene, and cultural changes from the capital were rapidly communicated to remote areas of the monarchy. 3 Sinfonia a 3 ex C 5:43
In addition, the organisational network within the Church ensured an immediate exchange of cultural Turcaria · Passa Gallia · Janitchara
possessions throughout the entire monarchy and beyond. Regional masters thus found supra-regional
distribution – an important factor in cultural exchange! For example, pieces of music by Amandus Ivanschiz, Pál Esterházy (1635-1713)
born in Carniola, are also found in monastery archives in Upper Austria, and even in Bohemia. 4 Jesu parve · Jesum ardentibus · O quam dulcis es · Ave dulcis virgo 8:49
Joseph Haydn (1732-1809)
aus Zingarese per il Clavi Cembalo
5 Tanz 1 · Adagio (Trencsener Sammlung) · Tanz 2 4:00
Wolfgang Ebner (ca. 1611-1665)
6 Sonatina per 2 Violini, Viola da gamba e Organo 3:49
Georg Daniel Speer (1636-1707)
aus Musicalisch–Türckischer Eulenspiegel
7 Hungarisch Ballet · Lompyn wird in Ofen gefangen geleget, 9:48
erlöset sich aber nach 3 Tagen selbsten · Hungarisch Ballet con sua Proportion
Gregor Joseph Werner
8 Regina coeli 2:19
Johann Heinrich Schmelzer (ca. 1620/23-1680)
9 La bella zingara, Suite di Danze 7:58
Anon sec. XVIII
10 Danza ungherese (Ms. Nagyszombater) 1:01
16 17
Im Jahre 1526 geriet der größte Teil Ungarns unter die Besatzung der Türken, die restlichen Teile kamen als CD 4 Polen / Poland 55:57
Königreich Ungarn unter die Herrschaft des Hauses Habsburg, deren Mitglieder von da durchgehend bis 1918
die Könige von Ungarn stellten. Erst 145 Jahre später konnten die Türken zurückgedrängt und Ungarn ganz von Marcin Mielczewski (?-1651)
den Habsburgern zurückerobert werden. 1 Canzona für 2 Violinen & B. c. 8:31
Den Höhepunkt der Kämpfe gegen die Osmanen bildete die Belagerung Wiens durch die Türken im Jahr 1683. Mikolaj Zielenski (?)
Aus ganz Europa eilten Hilfstruppen herbei, die schließlich die osmanische Übermacht abwehren konnten. In 2 Video caelos apertos für Sopran und Orgel 3:37
der Zeit der Türkenkriege begegneten, vermischten und befruchteten sich in dieser Region unterschiedlichste aus Communiones totius anni (Venedig 1611)
Kulturen. Die siegreich heimkehrenden Streiter trugen zur raschen Verbreitung exotischer Musizierweisen bei,
Heinrich Döbel (1651-1693)
was zu einer regelrechten „Alla Turca“- und „Alla Zingara“-Euphorie führte, die sich auch in Kompositionen
3 Sonate in A Dur für Violine solo & B. c. 10:34
bekannter Komponisten wie Joseph Haydn, Johann Joseph Fux oder Johann Heinrich Schmelzer widerspiegelt.
Später im 19. Jahrhundert war es dann die vermischte, an westliche Traditionen angepasste Musizierweise der Johann Nauwach (?1595- 1644?)
ungarischen Zingari, die die romantischen Herzen der Europäer höherschlagen ließ. 4 Tempesta di dolcezza für Sopran & B. c. 2:17
Für die Annäherung an traditionelle ungarische Tänze sind wir von heute noch praktizierten Volksmusikformen aus Libro primo di Arie passeggiate (Dresden 1623)
ausgegangen und haben versucht, einige in Notation überlieferte Melodien des 18. Jahrhunderts auf diese Weise Silvius Leopold Weiss (1686-1750)
mit neuem Leben zu erfüllen. Viele der erhaltenen ungarischen Melodien wurden im heutigen Staatsgebiet der Suonata L’Infedele
Slowakei aufgefunden, die ja damals zum Staatsgebiet von Ungarn gehörte. 5 Musette 3:46
6 Menue 2:46
In the year 1526 most of Hungary fell under the occupation of the Turks; the remaining parts, as the Kingdom 7 Sarabande 3:23
of Hungary, came under the rule of the House of Habsburg, the members of which continually supplied 8 Paysanne 2:28
Hungary with kings until 1918. Only 145 years later could the Turks be driven away and Hungary completely
re-conquered by the Habsburgs. Georg Daniel Speer (1636-1707)
The climax of the battles against the Ottomans was the siege of Vienna by the Turks in 1683. Auxiliary troops aus Musicalisch-Türckischer Eulenspiegel
hurried from all of Europe and were finally able to fight off the superior strength of the Ottomans. A wide Lompyn erzehlet seinem Heren, wie eine tapffere Dame,
variety of cultures met, mixed and enriched each other in this region during the time of the Turkish Wars. einem ruhmräthigen Venus-Narren Hörner aufsetzt.
The victorious fighters, returning home, contributed to the rapid distribution of exotic ways of making music, 9 Pohlnisch Ballet «Es thät ein Venus Narr» 3:52
leading to a genuine “alla Turca” and “alla Zingara” euphoria also reflected in compositions of well-known 10 Pohlnisch Ballet «Als nun das dumme Vieh» 3:32
composers such as Joseph Haydn, Johann Joseph Fux and Johann Heinrich Schmelzer. Later in the 19th 11 Proportion «Als dieses war vorbey» 4:58
century, it was the mixed musical practice of the Hungarian Zingari, by then adapted to Western tradition, Anonym (Jagiellonische Bibliothek, Nationalbibliothek Krakau)
that won the hearts of Europeans. 12 Nie zlodziem, choc kradné · Taniez, Serce mi wziela M.B. · 6:00
In our approach to traditional Hungarian dances, we have taken the folk music forms still being practiced Nie zlodziem, Taniez
today as our point of departure. In this way, we have attempted to breathe new life into several eighteenth-
century melodies handed down in notation. Many of the preserved Hungarian melodies were found in the
present-day country of Slovakia, which was then a part of Hungary.
18 19
Mit der Gründung der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik wurde 1567 der erste moderne Staat Europas gegründet, more or less extended period of time. Either they were Catholics or (as in the case of Johann Nauwach) had
der allerdings im 17. und 18. Jahrhundert von vielen Krisen geschüttelt wurde, was schließlich Ende des 18. to convert – a special feature is the composition by Daniel Speer, from Breslau, whose career and wanderlust
Jahrhunderts zu einer Aufteilung des Staatsgebietes unter die Nachbarn Preußen, Russland und Österreich führte. even astonishes us today, at a time during which all forms of mobility are possible. Traces of many of the
Wie auch die Habsburgischen Erblande fast völlig protestantisch geworden waren, hatte sich im 16. Jahrhundert countries he visited can be heard in his small world-theatre, the Musicalisch Türckische Eulen-Spiegel.
auch in Polen der Protestantismus besonders im Volk und beim Landadel verbreitet, hier allerdings in der Spielart As far as the violin is concerned, it is worth mentioning that Martin Agricola wrote in 1545 about “Polish
des Calvinismus. Im 17. Jahrhundert wurde dies durch eine „katholische Erneuerung“ (Gegenreformation) ausge- violins / and little hand violins”; in 1618 Michael Praetorius said that city pipers called them “violins or Polish
merzt. Seitdem ist Polen ein stark katholisches Land, mit ausgeprägter Frömmigkeit weiter Teile der Bevölkerung. violins: perhaps because / this type is said to have first come from Poland / or because these violins are often
Die meisten der eingespielten Stücke stammen aus der Zeit dieser „katholischen Reform“ und sind von weitge- found amongst the same excessively splendid artists.” Polish violins, the so-called “Polish buck” (a bagpipe)
reisten Komponisten verfasst, die entweder aus dem heutigen Polen stammten oder dort mehr oder weniger and the characteristic rhythms of Polish folk dances remained, for a long time, the distinguishing mark of this
lang wirkten und Katholiken waren oder (wie im Fall Johann Nauwach) werden mussten – eine Besonderheit ist nation throughout Europe. A wide-ranging selection of typical pieces of music illustrates this.
die Komposition des aus Breslau stammenden Daniel Speer, dessen Lebenslauf und Reiselust uns selbst heute in The sound of rustic folk instruments used in the first piece beautifully epitomises the richness of the most
Zeiten jeglicher mobilen Möglichkeit Staunen macht und der in seinem kleinen Welt-Theater, dem Musicalisch widely varied sounds in this symphony of cultures!
Türckischen Eulen-Spiegel, viele seiner bereisten Länder erklingen lässt.
In Bezug auf die Violine ist erwähnenswert, dass sowohl Martin Agricola 1545 über „Polische Geigen / vnd
kleine handgeiglein“ schreibt als auch Michael Praetorius 1618 davon spricht, dass Stadtpfeifer die Violinen
„Geigen oder Polnische Geigeln nennen: Vielleicht daher / daß diese Art erstlich aus Polen herkommen seyn sol
/ oder daß daselbsten ausbündige treffliche Künstler off diesen Geigen gefunden werden.“ Polnische Geigen, der
sogenannte „Polnische Bock“ (eine Sackpfeife) und die charakteristischen Rhythmen der polnischen Volkstänze
blieben noch lange die Kennzeichen dieser Nation im übrigen Europa. Ein breitgefächertes Angebot an typischen
Musikstücken soll das verdeutlichen.
Der Klang rustikalen Volksinstrumente, die im ersten Stück verwendeten wurden, versinnbildlicht wunderschön
den Reichtum der unterschiedlichsten Klänge in der Symphonie der Kulturen!

The Polish-Lithuanian Aristocratic Republic, the first modern European state, was founded in 1567. It was
shaken by many crises, however, ultimately leading to a division of the national territory amongst the
neighbours Prussia, Russia and Austria during the late 18th century.
Just as the Habsburg patrimonial lands had become almost completely Protestant, during the 16th century
Protestantism had especially spread in Poland amongst both the masses and the landed gentry - here in the
variety known as Calvinism. This was stamped out by a “Catholic renewal” (Counter Reformation) during the
17th century. Poland has remained a strongly Catholic country ever since, with a marked devoutness amongst
broad segments of the population. Most of the pieces recorded here are from this period of “Catholic reform”,
written by widely travelled composers who were either from present-day Poland or were active there for a

20 21
CD 5 Böhmen / Bohemia 64:37 Antonín Reichenauer (1694-1730)
Trio in D für 2 Violinen & B. c.
Hörner Solo (um 1700) 17 Adagio 1:42
1 St. Hubert-Lied · Bon-repos-Lied 1:23 18 Allegro 1:48
Anonymus 19 Adagio 1:28
2 Sonata a 3 5:24 20 Tempo di Menuet 1:41
Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749) Antonio Vivaldi (1678-1741)
Enharmonische Sonate c-Moll für Cembalo Trio in g für Laute, Violine & B. c. RV 85
3 Adagio Arpeggiato 1:24 21 Andante molto 4:22
4 Fuga 2:32 22 Larghetto 3:19
5 Allegretto 1:32 23 Allegro 2:03
Johann Anton Losy (ca. 1650-1721) Caffe-Music
Suite in G für Laute solo 24 Responsorium ad querelam Rustici 3:24
6 Adagio Arpeggiato 3:14 Jägerlieder um 1700 (aus der Sammlung Koseticky, Kloster Strukov)
7 Fuga 2:13 25 Eja chase 3:24
8 Allegretto 3:32 26 O Zajickovi 1:47
9 Adagio Arpeggiato 0:59
10 Fuga 1:42 Seit 1526 zählen die Länder der Böhmischen Krone (Böhmen, Mähren, Schlesien) zu den Habsburgischen
Franticek Václav Habermann (1706-1783) Erblanden. Über die Krönung Kaisers Karls VI. zum böhmischen König 1723 in Prag wird berichtet: „Die Anzahl
Konzert in D für 2 Hörner, 2 Violinen & B. c. der zuschauenden Herrschaften / die Zierde des Theatri, und dessen Veränderungen / welches mit viel 1000
11 Allegro 2:56 Waxs-Lichter und Ampeln beleuchtet ware / die Geschicklichkeit deren Vorstellenden / dann die Kostbarkeit
12 Adagio 2:44 deren Kleidern / die auserlesene Music / und die zierlichst-aufgeführte Täntzen / können wohl bewundert / aber
13 Allegro 2:04 nicht beschrieben werden.“
Jägerlieder um 1700 (aus der Sammlung Koseticky, Kloster Strukov) Diese Feierlichkeiten können als ein Beispiel des kosmopolitischen Musiklebens Prags im 18. Jahrhundert dienen.
14 O Diana 5:00 Fremde Musici, Virtuosi, Componisti haben ihre Reisen mit Vorliebe auch nach Prag geführt. Einige – unter ihnen
15 O Zajíckovi 1:31 vermutlich auch Antonio Vivaldi – sind nur kurze Zeit geblieben, andere haben mehrere Jahre in Prag verbracht.
Der Prager Adel zeigte gerne seinen Musikverstand und seine Kenntnis darüber, was gerade in der europäischen
Hörner Solo um 1700 Musikszene „en mode» war.
16 Interludium 1:15 Der Kulturaustausch verlief aber auch in die andere Richtung: Böhmen hat eine lange Tradition im Instrumentenbau
und im 18. Jahrhundert werden von hier neue Blasinstrumente wie das Horn in ganz Europa verbreitet. Böhmische
Virtuosen begeisterten nicht nur den Wiener Hof, sie reisten nach Dresden und in andere Zentren Europas und gaben
ihre Kunst an Schüler weiter. Bald war das Horn aus dem Orchester nicht mehr wegzudenken.
22 23
The countries of the Bohemian crown (Bohemia, Moravia, Silesia) were amongst the Habsburg patrimonial lands CD 6 Mähren / Moravia 75:46
beginning in 1526. A report on the 1723 coronation of Emperor Karl VI as King of Bohemia in Prague reads as
follows: “The number of onlooking spectators / the adornment of the Theatri, and its alterations / illuminated Gottesdienst / Divine service
with over 1000 wax lights and hanging lamps / the skills of the performers/ then the costliness of the clothes / the 1 „Wir befinden uns in einem Kloster…“ 0:54
select music / and the most gracefully executed dances / could indeed be admired / but not described.” Kristian (Christianus) Godefridus Hirschmentzel (1638-1703)
These festivities can serve to exemplify cosmopolitan musical life in eighteenth-century Prague. Foreign musici, 2 Orpheus in Sylvis Welleheradensibus pro Jesuli Natali 5:37
virtuosi and componisti had a predilection for travelling to Prague. Some of these – probably including Antonio gaudia pandit · Valles Wellerhradenses humilem in praesepio
Vivaldi – only stayed for a short period, but others spent several years in Prague. The Prague nobility liked to show salutant Jesulum, Mariam, Joseph collaudantes · Solitudo
its appreciation of music and knowledge of what was currently en mode in the European musical scene. Wellehradensis Jesulo in praesepi lachrymanti collachrymatur
Cultural exchange also went in the other direction as well: Bohemia had a long tradition of instrument- aus Orpheus in Sylvis (Wissenschaftliche Staatsbibliothek, Olomouc)
making. During the 18th century, new wind instruments were being developed there; one of these, the horn,
became disseminated throughout Europe. Bohemian virtuosi thrilled not only the Viennese Court, but also 3 „Die Gäste begeben sich auf ihre Zimmer…“ 0:51
travelled to Dresden and other European centres, passing on their art to pupils. The orchestra was soon In der Klosterzelle / in the Monastery cell
inconceivable without the horn.
Anonym (ca.1700)
4 Parthia 4ta: Aria, Gavotta, Sarabanda, Aria, Minuet, Trezza 4:25
(Musikhandschrift D189, Mährisches Landesmuseum, Brno)
5 „Während Bruder Vinzent die letzten Noten…“ 3:13

Klostertheater / Monastery theatre


Josef Pekárek (1758-1820)
6 Arie der Manda · Arie des Jora 4:31
aus dem Hanakischen Singspiel (GSM 27/29, Guberniumsammlung)
7 „Und dann hat man auch ein Ballett vorbereitet…“ 0:50
Ballett / Ballet
Kristian (Christianus) Godefridus Hirschmentzel
8 Saltus Civilis · Saltus Rusticanus · Saltus Nobilis 3:19
(Ms. Cantilenae diversae 1745, Privatsammlung, Brno)

24 25
Nächtliches Schwärmen der Studenten / STUDENTS SWARMING OUT AT NIGHT Mähren (Morawien), das zweite Land der Böhmischen Krone, bildet einen Kulturkreis, der – eingeschlossen
Alessandro Poglietti (gest. 1683) zwischen der böhmischen und slowakischen Kultur – dennoch zu einer gewissen Eigenständigkeit gefunden hat.
9 Aria Allemagna con alcuni Variazioni sopra l`Eta della Maestà Vostra (1677) 7:07 Im Zusammenhang mit Mähren stößt man in diversen Kompositionen der barocken Kunstmusik auf den Begriff
Parte 1-3 · Parte 4 Soggetto Rivoltato · Parte 5 Lyra · „Hanakisch“. Er stammt von der zentral in Mähren gelegenen Hanakei, einer fruchtbaren Ebene mit einer großen
Parte 6 & 7 ·Parte 8 Böhmisch: Dudlsackh · Parte 9 Holländisch: Volkskultur. Im 17. Jahrhundert fasste man den Begriff weiter, als das eigentliche geographische Territorium und
Flagolett · Parte 11 Bayrische Schalmay · Parte 12 · bezeichnete mit „hannakisch“ auch Musik aus wallachischen und schlesischen Regionen So verwendet beispiels-
Parte 13 Alter Weiber Conduct · Parte 14 Hanacken Ehrentantz weise Telemann den Begriff „hannakischer Tanz“ als Synonym für einen Tanz aus Polen.
und Einzug der Studenten Pochod (Marsch) Mährische Ortsnamen lassen erkennen, dass wir uns hier in einem mehrsprachigen Gebiet befinden. In Mähren
lebten bis zum Ende des 2. Weltkriegs Ungarn, Böhmen, Deutsche, Slowaken, Juden und Zigeuner mehr oder
10 „Wos is jetzt des für eine Störung?“ 2:40
weniger friedlich zusammen.
11 Hanàckà, Uherskà (Ungarisch) · Dajc (Deutsch) · Ländler, Kozarady 5:07 Der eiserne Vorhang, der bis zum Ende des 20. Jahrhunderts einen Kulturaustausch nahezu verhinderte, hat uns
(Guberniumsammlung, Mährisches Landesarchiv, Brno) diesen Kulturkreis stark entfremdet. Umso größer die Überraschung, wenn man den alten Liedern aus Morawien
12 „No, wos sagn’s dazu?“ 0:42 begegnet: Sie klingen uns vertraut, heimelig, schlicht und gemütlich.
Alessandro Poglietti
13 Aria Allemagna con alcuni Variazioni ... 0:29 Moravia, the second country under the Bohemian crown, has a culture of its own – enclosed between the
Parte 15 Französische Baiselemens Bohemian and Slovakian cultures – that has nonetheless achieved a certain measure of independence.
In connection with Moravia, one encounters the term “Hanakian” in diverse compositions of baroque art
14 Marenko, mein liebes Kind · Semper lustig, numquam traurig · 5:04 music. It refers to the region called Hanakia, a fertile plain with a great folkloristic culture located in central
Hanatica Stala u Dunaja · da capo: Semper lustig, numquam traurig Moravia. In the 17th century the term meant more than the actual geographical territory; music from the
(Guberniumsammlung, Mährisches Landesarchiv, Brno)
Wallachian and Silesian regions was also called “Hanakian”. Telemann, for example, used the term “Hanakian
15 Anonymus 7:23 dance” as a synonym for a dance from Poland.
Der Türk · Kossack · Der Wälsche · Aria Polon. · One can tell from the names of Moravian towns that this is a multilingual region. Hungarians, Bohemians,
Der Francos · Walachica. German, Slovaks, Jews and Roma lived here in more or less peaceful coexistence until the end of World War II.
(Guberniumsammlung, Mährisches Landesarchiv, Brno) The Iron Curtain, which practically prevented cultural exchange until the end of the twentieth century,
16 „Vinzent, ich muss dich rügen“ 2:01 alienated this cultural area from us to a great extent. It is all the more surprising, therefore, when one
17 Lucille, datam coelo Cantus, in quo procrastinatur Poenitentia vitae 1:24 encounters the old songs of Moravia: they sound familiar, homey, simple and cosy to us.
(Ms. Cantilenae diversae 1745)
18 „I glaub’s net…“ 3:34
19 Ungarische Tänze – Hanakische Tänze (Ms. A 31.631, Mährisches Landesarchiv, Brno) 8:16
20 Pohreb sedláka 8:11
(Guberniumsammlung, Mährisches Landesarchiv, Brno)

26 27
Habsburg und Europa
Zwischen dem Habsburger Reich und den bedeutenden politischen und kulturellen Zentren Europas gab es
natürlich einen ständigen Austausch. Musikalisch bedeutend waren vor allem Italien und Frankreich, es gab ein
reges Interesse an neuen italienischen und französischen Musikströmungen. Die italienischen Virtuosen waren
in ganz Europa vielgefragt, der Bedarf an Kompositionen im französischen oder italienischen Stil groß. Auf drei
der bedeutendsten Zentren – Venedig, Rom und Paris – möchten wir mit je einer CD ein besonderes Augenmerk
richten und die Musik in diesen Städten und den Einfluss auf Habsburg näher beleuchten.
Zu Spanien stand das Wiener Kaiserhaus in einer besonders tiefgehenden Verbindung: Einst wurden beide Gebiete
von einem Habsburger Kaiser regiert. Das spanische Hofzeremoniell war bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts
aufrecht und regelte das gesamte Hofleben, bot ein Fundament der Verhaltensformen, auf dem die absolutistische
Kaiseridee einen festen Boden vorfand. Kaiser Leopold I. heiratete eine spanische Infantin. Kaiser Karl VI. war
zuerst spanischer Regent, musste dann allerdings als Kaiser den Verlust dieses Landes akzeptieren, gleichwohl
er bis zu seinem Lebensende an der spanischen Königswürde festhielt.

Habsburg and Europe


Of course, there was constant exchange taking place between the Habsburg Empire and the important
political and cultural centres of Europe. Italy and France were especially important musically, and there was a
great deal of interest in new musical currents from these countries. The Italian virtuosi were in great demand
throughout Europe and there was a great need for compositions in the French or Italian style. We wish to turn
our special attention to three of the most important centres with one CD, shedding light on the music in these
cities and their influence on the Habsburgs.
The Viennese imperial house was bound to Spain in particularly profound ways: both regions were once ruled by
a single Habsburg emperor. The Spanish court ceremony was maintained until the middle of the 18th century and
regulated all aspects of court life, offering a foundation of forms of behaviour on which the absolutist imperial
idea stood on firm ground. Emperor Leopold I married a Spanish infanta. Emperor Karl VI was initially a Spanish
regent, but then, as Emperor, had to accept the loss of this land although he held firm to Spanish royal dignity
for the rest of his life.

28 29
CD 7 Spanien / Spain 57:31 Unbestritten haben Sarabande, Passacaglia, Ciacona und Canario spanische Wurzeln. Gerade diese Formen
erfreuten sich am Wiener Kaiserhof einer besonderen Beliebtheit. Die Tänze machten meist einen Umweg über
Nicola Matteis jun. (um 1677-1737) Italien, später dann auch über Frankreich, bevor sie auf Wiener Boden heimisch wurden. So überlagern sich
1 Chaconne aus der Ballettmusik zu Sesostri, Re di Egitto (Oper von Francesco Conti, Wien 1717) 5:45 Elemente, die die Spurensuche erschweren.
2 La dia Spagnola aus der Ballettmusik zu Don Chisciotte in Sierra Morena 3:10 Nikola Matteis schrieb zu den meisten Hofopern unter Karl VI. die Ballettmusiken. Sein Stil ändert sich im Laufe der
(Oper von Francesco Conti, Wien 1719)
Zeit. Auffallend ist, dass Matteis in späteren Werken immer öfter polyphone Strukturen in seine Tänze einbindet.
Kaiser Leopold I. (1640-1705) Eine Anpassung an die Vorlieben seines Herrn?
3 Sarabanda · Quando el Alba (Arie der Euridice) 5:10 Der Vater von Karl VI. war selbst ein begnadeter Komponist. Kaiser Leopold I begegnet uns im Programm zuerst
aus Entremes en musica de Orfeo y Euridice mit einer Sarabanda, dann mit einer dramatischen Komposition in spanischer Sprache. Seine spanische Gemahlin
Gaspar Sanz (1640-1710) klagte oft über Heimweh. So wurde damals in Wien auch zahlreiche Musik in ihrer Muttersprache komponiert. Ist es
4 Lantururu aus Instruccion de Musica sobra la Guitarra Espanola (Zaragoza 1674) 1:34 ein Zeichen mangelnder Wertschätzung des Wiener Hofes, dass davon sehr wenig erhalten ist? Im bisher erfassten
Schriftverkehr finden sich jedenfalls abwertende Beurteilungen über die Qualität einzelner spanischer Musiker.
Kaiser Leopold I.
Glücklicherweise haben sich Zwischenmusiken zu spanischen Sprechstücken erhalten. Hier finden wir dann doch
5 Por mas que he buscado (Rezitativ Orfeo) · Donde vas (una voz da dentro) · 6:41
musikalische Wendungen, die offensichtlich eine besondere spanische Musiksprache widerspiegeln. Ich meine
Moriste ninfa bella (Rezitativ und Arie Orfeo) aus Entremes en musica ...
dabei eine melancholische Grundhaltung und andererseits ein stolzes Gehabe, das mit  gestelzten punktierten
Gaspar Sanz Figuren hervortritt. Durchwegs finden sich Figuren mit wechselnden Betonungsschwerpunkten, wie wir sie von
6 Paradertas aus Instruccion de Musica 2:05 der Sarabande und auch von der später daraus hervorgehenden Courante kennen. 
Kaiser Leopold I. Selbst bekannte Komponisten aus Italien wie Viviani und Draghi komponierten für das Kaiserhaus in der Mutter-
7 Deidades del Abismo (Arie Orfeo) aus Entremes en musica ... 2:36 sprache der Kaiserin. Auch bei ihnen lassen sich unschwer besondere spanische Färbungen der Musik festmachen.
Ein Lautenstück aus dem Archiv von Klosterneuburg, das in unmittelbarer Nähe von Wien liegt, zeigt wie Spiel-
Gaspar Sanz
techniken der Barockgitarren auch hierzulande imitiert wurden. Natürlich fand auch die spanische Gitarre seinen
8 Chacona aus Instruccion de Musica 3:00
Weg zu uns über den Umweg durch Italien.
Giovanni Maria Pagliardi (1737-1702)
9 Comedia · Espana – Musikstücke zu Calderóns Comedia El Segreto a Voces (Wien 1671) 4:02 It is undisputed that the forms of the sarabande, passacaglia, ciacona and canario have Spanish roots. These
Johann Adam Losy von Losinthal (1645-1721) forms, in particular, enjoyed special popularity at the Viennese Imperial Court. The dances usually made their
10 Ciaccona (MS.1255 des Stiftes Klosterneuburg) 2:45 way across Italy, later via France before they became indigenous on Viennese ground. Thus elements became
Antonio Maria Viviani? (vor 1639-1683) overlapped, making the search for traces more difficult.
11 Potpourri aus der Oper El Prometeo (Wien 1672) 13:30 Nikola Matteis wrote the ballet music for most of the court operas under Karl VI. His style changed over
12 A las ninas de tus osos · Si callo Anardo mi pena 3:28 the course of time. It is striking that Matteis more integrated polyphonic structures into his dances more
Coplas aus Cantilenae hispanica linqua compositae frequently in later works. Was this perhaps an adaptation to the predilections of his master?
The father of Karl VI was himself a gifted composer. We first encounter Emperor Leopold I in our programme
Nicola Matteis jun. with a sarabanda, then with a dramatic composition in the Spanish language. His Spanish wife often
13 La dia Spagnola 3:37 complained of homesickness; thus a great deal of music was composed in her mother tongue in Vienna during
30 31
those times. Is it a sign of a lack of appreciation on the part of the Viennese Court that so little of this music CD 8 Venedig / Venice 67:57
has been preserved? In the correspondence so far recorded, at any rate, there are derogatory evaluations
concerning the quality of individual Spanish musicians. Antonio Vivaldi (1678-1741)
Fortunately, interludes to Spanish spoken pieces have indeed been preserved. Here we find musical turns of Sonate C-Dur für Violine, Oboe und obligate Orgel RV 779
phrase that apparently reflect a particularly Spanish musical language. By this I mean a basically melancholy 1 Andante 3:56
attitude and, on the other hand, a proud affectation that emerges in the form of stilted dotted figures. There 2 Allegro 3:51
are figures with alternating points of emphasis throughout, as we know from the sarabande and also from the 3 Largo ma cantabile 2:49
courante that later evolves from it.  4 Allegro 4:22
Even well-known composers from Italy, such as Viviani and Draghi, composed in the Empress’s mother tongue Anonym (Venetian ballads compos’d by Sigr. Hasse And all the Celebrated Italian Masters 1735)
for the imperial house. In their music, too, it is not hard to establish specifically Spanish colourations. Canzonette da Battello aus Raccolta del Gondoliere
A lute piece from the archive of Klosterneuburg, in the immediate vicinity of Vienna, shows how playing 5 Grazie agli inganni tuoi 2:31
techniques of the baroque guitar were imitated there as well. Of course, it was also by way of Italy that the 6 Si La gondola avere no crie 3:52
Spanish guitar found its way to Austria. 7 Son quà mia bella 1:38
8 Sù l`ora del disnar partrona cara 3:14
Marco Antonio Ferro (ca. 1600-1662)
9 Sonate für Violine und Theorbe (Venedig 1649, gewidmet Kaiser Ferdinand III.) 4:09
Marc’Antonio Ziani (1653-1715)
Alma redemptoris mater für Sopran, Violine & B. c.
10 Affettuoso 4:34
11 Adagio botta 2:22
Tomaso Albinoni (1671-1750)
Sonate für Oboe & B. c.
12 Adagio 3:12
13 Allegro 1:48
14 Largo 0:21
15 Burlesque 2:24
16 Minuetto 1:41
Antonio Vivaldi
17 Augeletti, vuoi col canto 10:16
Aria-Largo aus Lungi dal vago volto, Kantate für Sopran, Violine & B. c. RV 680
Giovanni Battista Lampugnani (1708-1788)
18 Bel placer Saria d’un Core (Venetian ballads ... 1735) 11:07
32 33
Venedig hat sich von anderen Städten schon seit seiner Gründung unterschieden, als Siedlung auf vielen Inseln in CD 9 Rom / Rome 53:00
einer Lagune und auch als Adelsrepublik. Im ausgehenden Mittelalter und dann vor allem in der Renaissancezeit
war es durch seinen Handel unermesslich reich geworden, büßte aber ab dem 16. Jahrhundert seine beherr- Johann Caspar Kerll (1627-1693)
schende Stellung im östlichen Mittelmeerraum ein, als es den Türken mehrfach weichen musste. Aber was die 1 Toccata VIII in G (Stift Göttweig) 3:43
musikalische Bedeutung betraf, gehörte Venedig auch im 17. Jahrhundert noch zu den bedeutendsten Zentren Alessandro Stradella (1639-1682)
Europas, wenn auch sein politischer Abstieg bereits begonnen hatte. Dass Venedig nach seinem Niedergang im 2 Sinfonia in d für Violine & B. c. 8:35
19. Jahrhundert dann sogar einige Jahre vom Habsburger Reich einverleibt wurde, ist dann allerdings nur noch 3 Passagaglia de Monseur Muffat 6:50
eine geschichtliche Randbemerkung wert. (Kremsmünsterer Lautenhandschrift)
Die „Serenissima“ war seit dem Mittelalter eine Stadt mit reicher Musikpflege, zunächst vor allem in den zahl-
Alessandro Stradella
reichen Kirchen, unter denen San Marco den ersten Platz einnahm, und bei weltlichen Festen, ab dem zweiten
4 Toccata für Cembalo solo 4:18
Drittel des 17. Jahrhunderts dann besonders in den Theatern: 1637 wurde das allererste kommerziell geführte
Opernhaus hier eröffnet, das Teatro S. Cassiano, gefolgt von einer ganzen Reihe weiterer. Carlo Ambrogio Lonati (ca. 1645-1710?)
Auch der Habsburgische Kaiserhof schätzte die venezianische Musik. Das vorliegende Programm stellt Komponisten 5 Ciaccone aus XII Sonate a violino solo e basso (Salzburg, 1701)
aus Venedig vor, einige von ihnen waren auch als Musiker am kaiserlichen Hof in Wien tätig. Largo · Spiritoso · Allegro · Largo · Vivace · Allegro · Largo · 25:05
Sostenuto · Arpeggio · Sostenuto · Spiritoso · Largo ·
Ever since its founding, Venice had always been different from other cities, both as a settlement on many islands Sostenuto · Adagio · Corente · Giga · Sarabanda · Variatio
in a lagoon and as an aristocratic republic. It became extremely wealthy through trade in the late Middle Ages Johann Caspar Kerll
and especially during the Renaissance, but lost its dominant position in the eastern Mediterranean beginning 6 Canzona VI in G (Stift Göttweig) 4:24
in the 16th century when it was repeatedly forced to yield to the Turks. As far as its musical significance was
concerned, however, Venice was still one of the most important centres in Europe during the 17th century,
even though its political descent had already begun. It is worth mentioning as a marginal historical note, in Die alte Hauptstadt des Römischen Imperiums hatte sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einem
any case, that Venice was even incorporated into the Habsburg Empire for several years after its downfall in Zentrum der Instrumentalmusik gemausert. Trotz mancher Restriktionen von Seiten des Heiligen Stuhls hinsichtlich
the 19th century. weltlicher Musik bot doch die Anwesenheit bedeutender aristokratischer Kunstförderer reichlich Möglichkeit
Since the Middle Ages, the “Serenissima” had been a city with a rich cultivation of music, especially in its für einen aufstrebenden Musiker, seinen Unterhalt zu verdienen. Künstler aus ganz Europa pilgerten zu den
numerous churches - most prominently San Marco - and at secular festivals, especially in theatres beginning römischen Starkomponisten, um sich Anregungen für ihre eigene Entwicklung zu holen. Der Österreicher Georg
in the second third of the 17th century. The very first commercially run opera house, the Teatro S. Cassiano, Muffat nützt seinen Aufenthalt in Rom, um die neue Form des Concerto grosso zu studieren. Sein Armonico
was opened here in 1637 and followed by many others. Tributo, eine Sammlung entsprechender Concerti, nimmt in seinem Vorwort auf diese Studienzeit deutlichen
The Habsburg Imperial Court also appreciated Venetian music. The present programme introduces composers Bezug. Diese Sammlung erfreute sich schnell einer großen Bekanntheit. Selbst in den Klöstern, versuchte man,
from Venice, several of whom were also active as musicians at the Imperial Court in Vienna. Melodien daraus zu musizieren. Besonders originell ist sicherlich eine Bearbeitung der berühmten Passacaglia
aus der 5. Sonate durch einen lautenspielenden Pater aus dem Stift Kremsmünster (Oberösterreich).
Orgelmusik aus Rom beeinflusste Organisten nördlich der Alpen. Frescobaldis Toccaten mit seinen freien phan-
tastischen Einleitungen finden nicht nur bei den Tastenspielern Nachahmer. In der Violinmusik sind es vor allem
Lonati und Biber, die solche freirhythmischen Einleitungen schätzten.
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Carlo Ambrogio Lonati widmet seine großangelegte Sammlung von Violinsonaten (gedruckt 1701 in Salzburg) CD  10 Paris 50:29
Kaiser Leopold persönlich. Deutlich passt er sich dabei an die nördlich der Alpen gepflogenen Stilelemente an
und verbindet dabei nördliche Virtuosität mit den melodischen Wärmeeinheiten der Italiener. Georg Muffat (1653-1704)
Die von der Hand Gottlieb Muffats kopierten Stücke Kerls sind aus dessen Nachlass nach mehreren Auktionen Fasciculus II „Laeta Poesis“
schließlich im Stift Göttweig (Niederösterreich) gelandet. Die Orgelmusik Kerlls zeichnet sich durch eine große aus Florilegium Secundum (1698)
Fülle verschiedenster Ideen und gediegener Verarbeitung aus. 1 Ouverture 5:09
Viele katholische Klöster aus dem Habsburgerreich hielten regen Kontakt zum Sitz des Heiligen Stuhles. Reisen 2 Les Poëtes (Die Poeten) 1:20
nach Rom von begabten Ordensmitgliedern waren keine Seltenheit. Kulturelle Neuerungen aus dem Vatikan 3 Jeunes Espagnols (Junge Spanier) 0:28
wurden dadurch schnell auch im Norden bekannt. 4 Autre pour les mêmes (Ein anders für dieselbige) 0:43
5 Les Cuisiniers (Die in ihren Häfen etwas abrührende Köch) 1:34
The old capital of the Roman Empire transformed itself into a central of instrumental music during the first 6 Le Hachis (Das Fleischgehack) 1:04
half of the 17th century. Despite some restrictions from the Holy See as regards secular music, the presence 7 Les Marmitons (Die Küchenjungen) 0:46
of important aristocratic patrons of the arts offered many possibilities for up-and-coming musicians to earn Wenzel Ludwig Feiherr von Radolt (1667-1716)
a living. Artists from all over Europe made pilgrimages to the leading composers of Rome in order to receive Suite aus Die Aller Treüeste Verschwigneste und so wohl fröhlichen als Traurigen
stimuli for their own development. The Austrian Georg Muffat made use of his stay in Rome to study the new Humor sich richtente Freindin / Vergesellschafft sich mit anderen getreüen
form of the concerto grosso. In the preface to his Armonico Tributo, a collection of corresponding concerti, he Fasalen Unserer Inersten Gemuets Regung (1701)
clearly refers to this period of study. The collection very rapidly achieved great prominence. Melodies from it 8 Ouverture 4:49
were even found in monasteries. Especially original, surely, is an adaptation of the famous Passacaglia from 9 Aria Pastorale 1:15
the 5th Sonata by a lute-playing priest from Kremsmünster Monastery in Upper Austria. 10 La Querelle des Amantes 1:20
Organ music from Rome influenced organists to the north of the Alps. Frescobaldi’s toccatas, with their freely 11 Menuette en Canon 1:26
imaginative introductions, were not only imitated by keyboard players. In violin music, Lonati and Biber 12 Capricio en Canon 1:10
especially valued such freely rhythmical introductions. 13 Guigue 2:32
Carlo Ambrogio Lonati personally dedicated his large-scale collection of violin sonatas (printed in 1701 in 14 Menuette 1:49
Salzburg) to Emperor Leopold. He clearly adapted to stylistic elements cultivated to the north of the Alps, Johann Jakob Stupan von Ehrenstein (1664-1739)
combining northern virtuosity with the melodic warmth of the Italians. Ouverture d-Moll aus Rosetum Musicum (1702)
The works of Kerll copied in the hand of Gottlieb Muffat from the latter’s estate finally ended up in Göttweig 15 Ouverture 5:16
Monastery (Lower Austria) after a number of auctions. Kerll’s organ music is especially notable for its plethora 16 Aria 3:38
of wide-ranging ideas and dignified dissemination. 17 Rondeau 0:55
Many Catholic monasteries within the Habsburg Empire maintained intensive contact with the Holy See. 18 Menuet 1:40
Travels to Rome undertaken by gifted members of the holy order were frequent. Cultural innovations from the 19 Passacaille 2:29
Vatican therefore quickly became known in the North as well.

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Nel Parnasso dei Austriaci Für die Suite Nel Parnasso dei Austriaci am Schluss steht ein kleines barockes Gedankenspiel Pate. Österreichische
Suite zum denkwürdigen Treffen österreichischer Komponisten mit Lully Barockkomponisten, die auch im französischen Stil komponierten, treffen im Parnass auf den großen Meister
Johann Joseph Fux (1660-1741) aus Frankreich, Jean-Baptiste Lully. Die Tonsetzer beschließen, gemeinsam eine Suite zu entwerfen. Bald wird
20 Aria aus Ouverture C-Dur (Concentus Musico-Instrumentalis, 1701) 1:32 munter musiziert und getanzt. 
Rupert Ignaz Mayr (1646-1712) Under the reign of the Bourbons, France soared to new power during the 17th century. With the ascension
21 Gavotte aus Suite in B-Dur (Pythagorische Schmids-Füncklein, 1692) 0:40 to the throne of Henry IV, there began the most important epoch in French history: the new rise of France
Benedikt Anton Aufschnaiter (1665-1742) to supremacy in Europe and the implementation of the absolutist-centralistic form of government found its
22 Boureè 1:06 absolute climax in the period of the “Sun King” Louis XIV. The style of the French Court with its ceremonies,
23 Guigue 0:57 architecture and music impressed all of Europe and was copied at many courts. On this programme, we wish
aus Serenade in G-Dur (Concors Discordia, 1695) to introduce works by the Austrian composers Muffat, Baron von Radolt, Fux, Mayr and Aufschnaiter that
Johann Joseph Fux were influenced by the French style - copying it, mixing it with elements of their own and developing it further.
24 Menuet aus Ouverture C-Dur (Concentus Musico-Instrumentalis, 1701) 1:15 In particular, we shall focus on Georg Muffat, a pan-European composer who must have possessed political
farsightedness and great idealism. In the preface to his Florilegium I he states his visions of the harmonious
Jean-Baptiste Lully (1632-1687)
coexistence of all peoples, placing them in relation to the various musical styles: “Warlike weapons and their
25 Prelude pour la nuit 4:14
origins are far removed from me; notes, pages and sweet musical tones give me my performances, because I
Johann Joseph Fux mix the French style of the Germans and French-Swiss - not making war, but perhaps playing to the people
26 Marche des Ecurieus aus Ouverture C-Dur (Concentus Musico-Instrumentalis, 1701) 1:09 their desired harmony and beloved peace.”
A small baroque intellectual game is the godfather of the concluding Suite ‘Nel Parnasso dei Austriaci’.
Unter der Herrschaft der Bourbonen schwingt sich Frankreich im 17. Jahrhundert zu neuer Macht auf. Mit der Austrian composers who also wrote in the French style meet the great French master, Jean-Baptiste Lully, in
Thronbesteigung Heinrichs IV. begann die bedeutendste Epoche der französischen Geschichte: Der erneute Aufstieg Parnass. The composers decide to draft a suite together. Soon, they play and dance together cheerfully. 
Frankreichs zur Vormacht in Europa und die Durchsetzung der absolutistisch-zentralistischen Staatsform findet
ihren absoluten Höhepunkt in der Regierungszeit des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. Der Stil des französischen
Hofs mit seinem Zeremoniell, seiner Architektur, seiner Musik beeindruckt ganz Europa und wird an vielen Höfen
kopiert. Im vorliegenden Programm stellen wir mit Muffat, Freiherr von Radolt, Fux, Mayr und Aufschnaiter
Werke österreichischer Komponisten vor, die vom französischen Stil geprägt sind, ihn kopieren, mit eigenem
vermischen und weiterentwickeln.
Ein besonderes Augenmerk richten wir hierbei auf Georg Muffat, der ein paneuropäischer Komponist mit politischem
Weitblick und großem Idealismus gewesen sein muss. Im Vorwort zu seinem Florilegium I legt er seine Visionen vom
Zusammenleben aller Völker in Eintracht dar und stellt diese ins Verhältnis zu den verschiedenen Musikstilen:„Die
Kriegerischen Waffen und ihre Ursachen seyn ferne von mir; Die Noten, die Seiten, die liebliche Music-Thonen geben
mir meine Verrichtungen, und da ich die Französische Art der Teutschen und Welschen einmenge, keinen Krieg anstiffte, Weiterführende Anmerkungen zu Komponisten und Kompositionen finden Sie in Beiträgen von Dr. Herbert Seifert (Universität Wien),
sondern vielleicht deren Völker erwünschter Zusammenstimmung, dem lieben Frieden etwann vorspiele.“ Václav Luks und Gunar Letzbor auf der Webseite von Ars Antiqua Austria unter: www.ars-antiqua-austria.com

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CD 1-4, 8, 10
Coproduction with NDR
Executive producer: NDR Kultur
Recordings (live): 24 September 2001 (CD 1), 25 February 2002 (CD 3), 17 February 2003 (CD 4),
28 February 2005 (CD 8), 6 March 2006 (CD 10), Museum Behnhaus Lübeck (Germany)
5 February 2007 (CD 2), Audienzsaal des Rathauses Lübeck (Germany)
Sound design: Hans-Michael Kissing (CD 1, 3, 4), Helmut Burk (CD 2, 8, 10)
Sound engineer: Johannes Kutzner (CD 1), Katja Zeidler (CD 2, 10), Ulrich Loß (CD 3), Eva-Maria Polter (CD 4), Cees Snellink (CD 8)
Editing: Gabriele Kokott (CD 1), Suse Harlan (CD 2), Birgit Gall (CD 3, 4), Sigrid Lee via Symphonia (CD 8, 10)

CD 6, 9
Coproduction with ORF Oberösterreich
Recordings (live): 5 February 2008 (CD 9), 25 November 2008 (CD 6), Brucknerhaus Linz (Austria)
Recording producer: Hubert Hawel · Editing: Sigrid Lee (CD 9), Martin Klebahn (CD 6)

CD 5
Recording (live): 16 April 2004, Museum Behnhaus Lübeck (Germany)
Recording producer: Dirk Lüdemann · Sound engineer: Ulrich Loß · Editing: Sigrid Lee

CD 7
Recording (live): 11 November 2009, Brucknerhaus Linz (Austria)
Recording producer: Erich Pintar · Editing: Martin Klebahn

CD 1, 3-5 previously available on the Symphonia label


CD 2, 6-10 first releases

Editor (note 1 music): Michael Sawall


Booklet editor: Susanne Lowien
Layout: Joachim Berenbold
Translations: David Babcock (English)
Cover picture: Johann Christoph Homann “Tabula Geographica Europae Austriacae Generalis...“, Nürnberg 1725;
Österreichische Nationalbibliothek Wien
2002/2005/2006/2015 © 2015 note 1 music gmbh, Heidelberg, Germany
CD manufactured in The Netherlands