Sie sind auf Seite 1von 207

SCM100

Überblick Planung (ERP)

Stand
Schulungszentrum
Referenten

Schulungs-
Homepage

Teilnehmerhandbuch
Version der Schulung: 2008/Q1
Dauer der Schulung: 2 Tage
Materialnummer: 50085190

An SAP course - use it to learn, reference it for work


Copyright

Copyright © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten.

Weitergabe und Vervielfältigung dieser Publikation oder von Teilen daraus sind, zu welchem Zweck
und in welcher Form auch immer, ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmigung durch SAP AG
nicht gestattet. In dieser Publikation enthaltene Informationen können ohne vorherige Ankündigung
geändert werden.

Die von SAP AG oder deren Vertriebsfirmen angebotenen Software-Produkte können


Software-Komponenten auch anderer Software-Häuser enthalten.

Markenzeichen

• Microsoft®, WINDOWS®, NT®, EXCEL®, Word®, PowerPoint® und SQL Server® sind
eingetragene Marken der Microsoft Corporation.
• IBM®, DB2®, OS/2®, DB2/6000®, Parallel Sysplex®, MVS/ESA®, RS/6000®, AIX®,
S/390®, AS/400®, OS/390® und OS/400® sind eingetragene Marken der IBM Corporation.
• ORACLE® ist eine eingetragene Marke der ORACLE Corporation.
• INFORMIX®-OnLine for SAP und Informix® Dynamic ServerTM sind eingetragene Marken
der Informix Software Incorporated.
• UNIX®, X/Open®, OSF/1® und Motif® sind eingetragene Marken der Open Group.
• Citrix®, das Citrix-Logo, ICA®, Program Neighborhood®, MetaFrame®, WinFrame®,
VideoFrame®, MultiWin® und andere hier erwähnte Namen von Citrix-Produkten sind
Marken von Citrix Systems, Inc.
• HTML, DHTML, XML, XHTML sind Marken oder eingetragene Marken des W3C®, World
Wide Web Consortium, Massachusetts Institute of Technology.
• JAVA® ist eine eingetragene Marke der Sun Microsystems, Inc.
• JAVASCRIPT® ist eine eingetragene Marke der Sun Microsystems, Inc., verwendet unter der
Lizenz der von Netscape entwickelten und implementierten Technologie.
• SAP, SAP Logo, R/2, RIVA, R/3, ABAP, SAP ArchiveLink, SAP Business Workflow,
WebFlow, SAP EarlyWatch, BAPI, SAPPHIRE, Management Cockpit, mySAP.com Logo
und mySAP.com sind Marken oder eingetragene Marken der SAP AG in Deutschland und
vielen anderen Ländern weltweit. Alle anderen Produkte sind Marken oder eingetragene
Marken der jeweiligen Firmen.

Verzichtserklärung

Bei der Zusammenstellung der Texte, Verweise und Abbildungen wurde mit größter Sorgfalt
vorgegangen; trotzdem ist ein vollständiger Fehlerausschluss nicht möglich. Die nachfolgende
Dokumentation erfolgt daher ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten
Angaben, für deren Verifizierung allein der Anwender die Verantwortung trägt.

SAP übernimmt für aus der Verwendung dieser Dokumentation entstehende Schäden, gleich aus
welchem Rechtsgrund, eine Haftung nur im Falle vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Handelns;
im übrigen ist die Haftung von SAP ausgeschlossen. SAP übernimmt keine Verantwortung für die
Inhalte von Seiten Dritter, auf welche wir durch Links verweisen.

g20076602226
Über dieses Handbuch
Dieses Handbuch ergänzt die Präsentation des Schulungsreferenten und dient als
Nachschlagewerk. Es ist nicht zum Selbststudium geeignet.

Typografische Konventionen
Die folgenden typografischen Konventionen werden in diesem Handbuch
verwendet:

Format Beschreibung

Beispieltext Wörter oder Zeichen, die vom Bildschirmbild zitiert


werden. Dazu gehören Feldbezeichner, Bildtitel,
Drucktastenbezeichner sowie Menünamen, Menüpfade
und Menüeinträge. Querverweise auf andere
Dokumentationen

Beispieltext Hervorgehobene Wörter oder Ausdrücke im Fließtext,


Titel von Grafiken und Tabellen

BEISPIELTEXT Namen von Systemobjekten. Dazu gehören


Reportnamen, Programmnamen, Transaktionscodes,
Tabellennamen und einzelne Schlüsselbegriffe einer
Programmiersprache, die von Fließtext umrahmt sind,
z.B. SELECT und INCLUDE.

Beispieltext Ausgabe auf dem Bildschirmbild. Dazu gehören


Datei- und Verzeichnisnamen und ihre Pfade,
Meldungen, Namen von Variablen und Parametern,
Quelltext und Namen von Installations-, Upgrade- und
Nicht-SAP-Software.

Beispieltext Exakte Benutzereingabe. Dazu gehören Wörter oder


Zeichen, die Sie genau so in das System eingeben, wie es
in der Dokumentation angegeben ist.

<Beispiel- Variable Benutzereingabe. Die Wörter und Zeichen in


text> spitzen Klammern müssen Sie durch entsprechende
Eingaben ersetzen, bevor Sie sie in das System eingeben.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. iii


Über dieses Handbuch SCM100

Symbole im Text
Die folgenden Ikonen werden in diesem Handbuch verwendet:

Symbol Bedeutung

Für mehr Information, Hinweise oder Hintergründe

Bemerkung oder weitere Erklärung zum


vorangegangenen Punkt

Ausnahme oder Gefahr

Vorgehensweise

Gibt an, dass der Abschnitt in der Präsentation des


Referenten angezeigt wird.

iv © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Inhaltsverzeichnis
Überblick über die Schulung .......................................... vii
Ziele der Schulung .....................................................vii
Lernziele der Schulung ............................................... viii

Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung .................... 1


Einführung ...............................................................2
Supply-Chain-Planung im Überblick..................................6

Kapitel 2: Stammdaten ................................................. 19


Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain .................... 21
Weitere Stammdaten der Eigenfertigung .......................... 34

Kapitel 3: Absatzplanung .............................................. 51


Konzept der Absatzplanung ......................................... 52
Durchführung der Absatzplanung................................... 56
Freigabe der Absatzplanung ........................................ 68

Kapitel 4: Programmplanung ......................................... 79


Lagerfertigung ......................................................... 80
Kundeneinzelfertigung ..............................................102
Verfügbarkeitsprüfung ...............................................107

Kapitel 5: Langfristplanung .......................................... 121


Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung ............122
Durchführung der Langfristplanung................................132

Kapitel 6: Materialbedarfsplanung .................................. 151


Dispositionsverfahren ...............................................152
Durchführung der Bedarfsplanung.................................157
Auswertungen der Bedarfsplanung................................179

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. v


Inhaltsverzeichnis SCM100

vi © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Überblick über die
Schulung
Die Supply-Chain-Planung lässt sich mit den SAP-Komponenten SAP ECC
und SAP SCM (APO) realisieren. In diesem Kurs lernen Sie „klassische“
Planungsfunktionen von SAP ECC (ERP (Enterprise Resource Planning) Central
Component) kennen. Folgende Themen werden behandelt:
• Überblick Planung
• Stammdaten für die Planung
• Absatzplanung
• Programmplanung
• Langfristplanung
• Materialbedarfsplanung
Informationen über die SAP-Softwarekomponenten
Die Informationen in dieser Schulung beziehen sich auf folgende SAP
Softwarekomponenten und Releasestände:
SAP ECC 6.0 (SAP ERP Central Component 6.0)

Zielgruppe
Diese Schulung richtet sich an die folgenden Zielgruppen:

• Projektteammitglieder und Key-User, die für die Einführung der


Supply-Chain-Planung mit SAP ECC (ERP Central Component)
verantwortlich sind

Voraussetzungen für die Teilnahme


Erforderliche Vorkenntnisse
• PLM100 (Life-Cycle Data Management)

Empfohlene Vorkenntnisse
• SAPSCM (SAP SCM Überblick)

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. vii


Überblick über die Schulung SCM100

Ziele der Schulung


Diese Schulung ermöglicht es Ihnen,

• ein grundsätzliches Verständnis der SAP-Funktionalität im Bereich der


Supply-Chain-Planung mit SAP ECC (ERP Central Component) zu
gewinnen
• die Voraussetzungen für den Planungsprozess mit SAP ECC zu beschreiben
• das Zusammenspiel der einzelnen Planungsfunktionen zu verstehen
• grundsätzliche Prozesse der Supply-Chain-Planung durchzuführen

Lernziele der Schulung


Am Ende dieser Schulung können Sie

• die Aufgaben und Zielsetzungen der Supply-Chain-Planung beschreiben


• angeben, welche Stamm- und Bewegungsdaten bei der Supply-Chain-Planung
verwendet werden
• das Zusammenspiel der einzelnen Planungsfunktionen erklären
• grundlegende Planungsfunktionen ausführen: Absatz- und
Produktionsgrobplanung, Programmplanung, Langfristplanung,
Bedarfsplanung

Informationen über die SAP-Softwarekomponenten


Die Informationen in dieser Schulung beziehen sich auf folgende SAP
Softwarekomponenten und Releasestände:

• ECC 6.0

viii © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 1
Überblick der Supply-Chain-Planung

Überblick über das Kapitel


Die Teilnehmer erhalten einen kurzen Überblick über die Anwendung SAP SCM.
Die Funktionen der Supply-Chain-Planung werden in den Gesamtzusammenhang
eingeordnet, insbesondere wird auch auf die Möglichkeiten der erweiterten
Planung mit SAP APO hingewiesen. Schließlich wird ein erster Überblick über
die einzelnen Planungsfunktionen gegeben.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie

• die für die Supply-Chain-Planung verantwortlichen SAP-Komponenten SAP


ECC und SAP APO in ihren Gesamtzusammenhang einordnen
• die einzelnen Teilprozesse der Supply-Chain-Planung benennen
• die Planungsfunktionen von SAP ECC definieren

Inhalt des Kapitels


Lektion: Einführung ................................................................2
Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick ..................................6

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 1


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Lektion: Einführung

Überblick über die Lektion


Die Supply-Chain-Planungsanwendungen von SAP werden in ihren
Gesamtzusammenhang vorgestellt.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die für die Supply-Chain-Planung verantwortlichen SAP-Komponenten SAP
ECC und SAP APO in ihren Gesamtzusammenhang einordnen

Unternehmensszenario
Sie sind Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Funktionen der
Supply-Chain-Planung unter Verwendung von SAP ECC und wollen zuerst die
Supply-Chain-Planungslösungen von SAP in ihrem Gesamtkontext kennen lernen.

SAP Anwendungen

Abbildung 1: Wertschöpfung mit den Anwendungen der SAP Business Suite

Im Rahmen der SAP Business Suite werden branchenübergreifende und


branchenspezifische Anwendungen angeboten. Branchenübergreifende
Anwendungen sind u.a. SAP SCM (Supply Chain Management) und SAP PLM
(Product Lifecycle Management).

2 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Einführung

Die einzelnen Anwendungen besitzen verschiedene Schlüsselbereiche.


Schlüsselbereiche in der Anwendung SAP SCM sind beispielsweise SCM Planung
und SCM Fertigung.
Jede Anwendung und Schlüsselbereich verwendet zur technischen Realisierung
Komponenten. Die Schlüsselbereiche SCM Planung und SCM Fertigung
verwenden u.a. die Komponenten SAP ECC, SAP APO (Advanced Planner and
Optimizer) und SAP BW (Business Information Warehouse).
Business Suite basiert auf SAP NetWeaver, einer offenen, skalierbaren
Infrastruktur, die die Integration heterogener Umgebungen (SAP und
Nicht-SAP-Komponenten) ermöglicht. SAP NetWeaver umfasst den SAP Web
Application Server, die Portal-Infrastruktur, die Exchange-Infrastruktur und die
Information Integration. Der SAP Web Application Server unterstützt native
Internettechnologie (HTTP, XML), JAVA und ABAP.
Zusammen mit den Anwendungen bietet SAP die entsprechenden Sevices an:
SAP Customer Service Network verhilft Kunden zur Maximierung des ROI mit
SAP Business Suite.
SAP Customer Service Network umfasst: Business Solutions Consulting (Business
Solution Design: Konzipierung von Geschäftslösungen, Projektmanagement,
Continuous Business Improvement); Solutions Operations Services (technische
Implementation und stete Optimierung); Schulung; Support (24x7-Support,
EarlyWatch, GoingLive).

Planung innerhalb SAP SCM

Abbildung 2: Struktur der Anwendung SAP SCM

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 3


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Die Anwendung SAP SCM (Supply Chain Management) zerfällt in die Bereiche
SC Planning, SC Execution, SC Coordination und SC Collaboration.
Der Bereich des SC Planning schließt insbesondere die Absatzplanung, die
(werksübergreifende) Distributions- und Beschaffungsplanung und die detaillierte
Produktionsplanung bis hinunter auf Arbeitsvorgangsebene ein. Diese Funktionen
können in SAP ECC und/oder in SAP SCM in den Komponenten APO-DP,
APO-SNP und APO-PP/DS durchgeführt werden.
Die Supply Chain Execution beinhaltet insbesondere die Ausführung der Planung
im Rahmen der Fertigung (Manufacturing). Auch die Materialwirtschaft fällt
in diesen Bereich. Für diese Funktionen spielt die Komponente SAP ECC eine
zentrale Rolle.

Abbildung 3: SAP-Komponenten der SC-Planung

Die SC-Planung verwendet im wesentlichen die folgenden SAP-Komponenten:


SAP ECC, SAP SCM (darin enthalten APO, Advanced Planner and Optimizer),
SAP BW (Business Information Warehouse). Das System SAP SCM enthält
mehrere Komponenten, die in vorhergehenden Releases teilweise eigene
Systeme bildeten. In SCM 5.1 befindet sich neben der APO 5.1-Funktionalität
unter anderem das Supply Chain Event Management (EM) und der Inventory
Collaboration Hub (ICH).
Die Schnittstellen, die für die Integration des ECC mit BW oder APO
verantwortlich sind, werden mit einem entsprechenden Plug-In zur Verfügung
gestellt. Die Schnittstelle zwischen ECC und APO wird als Core Interface (CIF)
bezeichnet.

4 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Einführung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die für die Supply-Chain-Planung verantwortlichen SAP-Komponenten SAP
ECC und SAP APO in ihren Gesamtzusammenhang einordnen

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 5


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion erhalten Sie einen ersten Überblick über den
Prozess der Supply-Chain-Planng. Außerdem lernen Sie die einzelnen
Supply-Chain-Planungsfunktionen von SAP ECC kennen.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die einzelnen Teilprozesse der Supply-Chain-Planung benennen
• die Planungsfunktionen von SAP ECC definieren

Unternehmensszenario
Sie sind Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Supply-Chain-Planung
mit SAP ECC.
Sie verschaffen sich einen ersten Überblick über die einzelnen Planungsfunktionen.

Überblick

Abbildung 4: Szenario der Supply-Chain-Planung

6 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Das grundsätzliche Problem der Supply-Chain-Planung liegt oft darin, dass


die Lieferzeit der Produkte zum Kunden wesentlich kürzer sein soll, als
die Fertigungs- oder Durchlaufzeit. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen
normalerweise Bestände bzw. Sicherheitsbestände auf Komponenten- oder
Enderzeugnisebene in Werken oder Distributionszentren (DC) aufgebaut werden.
Über so genannte Postponement-Strategien legt man fest, wie weit der
Kundenauftrag in die logistische Kette hineingreift, d. h. an welcher
Stelle die Entkopplung von anonymer Lagerfertigung (Pushstrategien) und
Kundenauftragsfertigung (Pullstrategien) stattfindet.

Abbildung 5: Supply-Chain-Planung im Überblick

Eine Supply-Chain-Planung zerfällt i. a. in mehrere Schritte, für deren Ausführung


verschiedene Komponenten auf ECC- und/oder APO-Seite zur Verfügung stehen.
Dabei ist es möglich und sinnvoll, beide Systeme in einem integrierten Verbund
zur Planung einzusetzen. Die Integration zwischen den Systemen findet über die
so genannte CIF-Schnittstelle (CIF: Core Interface) statt.
Eine Absatzplanung, mit der z. B. aus den Absatzzahlen der Vergangenheit ein
zukünftiges Produktionsprogramm abgeleitet werden soll, kann auf ECC-Seite
im Rahmen der Flexiblen Planung (mit dem Spezialfall des so genannten
Standard-SOP (SOP: Sales and Operations Planning)) oder auf APO-Seite im
Demand Planning ausgeführt werden.
Eine Programmplanung im eigentlichen Sinn findet auf ECC-Seite statt. Es ist
allerdings auch möglich, Planprimärbedarfe aus APO-DP abzuleiten.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 7


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Kundenaufträge werden grundsätzlich im ECC-System erfasst. Die ATP-Prüfung


eines Kundenauftrags kann global in APO erfolgen (auch eine Integration mit
PP/DS ist möglich).
Eine werksübergreifende Planung ist mit der Supply-Network-Planung des APO
möglich.
Die Materialbedarfsplanung kann auf ECC- oder auf APO-Seite ausgeführt
werden.
Die Ausführung der Produktion, d. h. die Abwicklung der Produktionsaufträge
(Fertigungs- oder Prozessaufträge) findet im Bereich des Manufacturing statt.

Absatzplanung

Abbildung 6: Absatzplanung (1)

Ziel einer Absatzplanung ist die Prognose zukünftiger Bedarfe. Sie findet also
beispielsweise statt auf der Ebene eines Vertriebszentrums mit dem Ziel, aus den
Vergangenheitszahlen die zukünftige Entwicklung zu erschließen.
In SAP ECC steht die Flexible Planung als komplexes, leistungsfähiges und
dabei flexibles Instrument zur Verfügung, um den Prozess der Absatz- und
Produktionsplanung in Ihrem Untenehmen zu unterstützen. Das Ergebnis der
Prognose schlägt sich typischerweise in Form von Bedarfsprognosen auf der
Ebene der Verteilzentren (DCs) oder direkt in den Produktionswerken nieder.

8 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Abbildung 7: Absatzplanung (2)

Eine Absatzplanung kann auf ECC-Seite im Rahmen der Flexiblen Planung (SOP:
Sales and Operations Planning) bzw. in der Absatz- und Produktionsgrobplanung
ausgeführt werden. Die Absatz- und Produktionsgrobplanung kann dabei als eine
spezielle Form der Flexiblen Planung angesehen werden.
In der Absatzplanung wird eine Prognose auf Basis von aggregierten
Vergangenheitsdaten ausgeführt. Die Vergangenheitsdaten können dabei z. B. aus
SAP ECC-LIS (Logistikinformationssystem) stammen. Die Strukturierung und
Aufbereitung der Planzahlen kann dabei mit den jeweiligen Datenstrukturen des
ECC-LIS äußerst flexibel festgelegt werden – sie basiert auf der Verwendung so
genannter Merkmale (z. B. Werk und Auftraggeber), nach denen die Kennzahlen
(z. B. Fakturamenge) aufgeschlüsselt werden können.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 9


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Programmplanung

Abbildung 8: Programmplanung

Die Programmplanung betrifft die Verwaltung der so genannten Primärbedarfe.


Die Art und Weise, wie sich Primärbedarfe in der Bedarfsplanung verhalten (z. B.
ob sie bedarfswirksam sind, ob sie sich mit anderen Bedarfen verrechnen), wird
durch ihre Bedarfsart bzw. die Planungsstrategie festgelegt.
Planprimärbedarfe sind Lagerbedarfe, die sich aus einer Prognose der
zukünftigen Bedarfssituation ableiten. In der Lagerfertigung möchte man
dabei die Beschaffung der betroffenen Materialien einleiten, ohne auf konkrete
Kundenaufträge zu warten. Durch ein solches Vorgehen können einerseits
Lieferzeiten verkürzt werden, andererseits ist es möglich, die eigenen
Produktionsressourcen durch vorausschauende Planung möglichst gleichmäßig
zu belasten.
Kundenaufträge (Kundenprimärbedarfe) werden vom Vertrieb erfasst.
Abhängig von der eingestellten Bedarfsart können Kundenbedarfe direkt in die
Bedarfsplanung eingehen. Das ist immer dann erwünscht, wenn kundenspezifisch
geplant werden soll.
Kundenaufträge können als alleinige Bedarfsquellen dienen, für die dann
spezifisch die Beschaffung angestoßen wird (Kundeneinzelfertigung), oder sie
können zusammen mit Planprimärbedarfen den Gesamtbedarf stellen. Auch ist
eine Verrechnung mit Planprimärbedarfen möglich.

10 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Produktionsplanung

Abbildung 9: Produktionsplanung

Die Produktionsplanung dient der Planung von Produktion, Fremdbeschaffung


oder Umlagerung anhand vorliegender Bedarfe im Werk (abhängig von
der Beschaffungsart). Die Bedarfe werden also durch die Erzeugung von
Planaufträgen (für Planung der Eigenfertigung) sowie Bestellanforderungen oder
Lieferplaneinteilungen (für Planung der Fremdbeschaffung) gedeckt.
Für die Planung der Eigenfertigung kann anschließend eine Kapazitätsplanung
statt finden, mit der überprüft wird, ob die zur Verfügung stehenden
Arbeitsplatzkapazitäten zur Durchführung der Produktion ausreichen.
Den Abschluss der Produktionsplanung bildet die Umsetzung der Planaufträge in
Produktionsaufträge (Fertigungs- oder Prozessauftrag) bzw. Bestellungen oder
Lieferplaneinteilungen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 11


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Simulation mit der Langfristplanung

Abbildung 10: Simulation mit der Langfristplanung

Die Langfristplanung kann auf Basis operativer Stammdaten durchgeführt


werden: Stücklisten, Arbeitspläne, Arbeitsplätze und Materialstämme. Es müssen
also keine neuen operativen Daten angelegt werden. Wahlweise können aber
Stücklisten oder Arbeitspläne für die Langfristplanung angelegt werden, wenn
etwa die Auswirkungen von Datenänderungen auf die operative Planung simuliert
werden sollen.
Die Langfristplanung erlaubt die simulative Bedarfsplanung über sämtliche
Stücklistenstufen hinweg auf dem Detaillierungsgrad der operativen Planung.
Sekundärbedarfsmengen und Kapazitätsbedarfe, die sich aus dem Produktionsplan
ergeben, können berechnet und ausgewertet werden.
Für die Langfristplanung stehen eigene Werkzeuge zur Verfügung, die sich in
der Handhabung nicht von den Werkzeugen unterscheiden, die in der operativen
Planung verwendet werden. So entsteht wenig zusätzlicher Einarbeitungsaufwand.

12 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Materialbedarfsplanung

Abbildung 11: Materialbedarfsplanung

Die Materialbedarfsplanung ist der erste Schritt der Produktionsfeinplanung, die


Sie in der Regel im kurzfristigen Horizont im Werk ausführen.
In der Materialbedarfsplanung (ECC-MRP: Material Requirements Planning),
werden auf Basis der Bedarfstermine für das Enderzeugnis (z. B. einen
Kundenauftrag) die Beschaffungstermine für die benötigten Baugruppen und
Komponenten ermittelt.
Die Terminierung der Beschaffung erfolgt für eigengefertigte Produkte anhand
des Arbeitsplans. Im Arbeitsplan wird angegeben, welche Produktionsvorgänge
auszuführen sind und wie lange die einzelnen Vorgänge dauern. Zur Beginn der
Produktion des Endprodukts müssen die zur Produktion benötigten Baugruppen
(aus der Stückliste) verfügbar sein. Die Beschaffung dieser Baugruppen muss
also entsprechend früher eingeleitet werden. Dazu werden ausgehend vom
Sekundärbedarfstermin als Verfügbarkeitstermin die Auftragstermine der
Komponenten in einer Rückwärtsterminierung mittels der Eigenfertigungszeit
bzw. der Planlieferzeit ermittelt.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 13


Kapitel 1: Überblick der Supply-Chain-Planung SCM100

Abbildung 12: Materialbedarfsplanung und Kapazitätsplanung

Bei der Materialbedarfsplanung können über den Arbeitsplan die aus den
Planaufträgen sich ergebenden Kapazitätsbedarfe berechnet werden. Die
Bedarfsplanung selbst erzeugt dabei nur die Bedarfe, eine Prüfung, ob zu den
jeweiligen Terminen der Arbeitsplatz noch zur Verfügung steht, findet zunächst
nicht statt (ECC-MRP).
In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die Planung realisiert werden kann, ob
also die Arbeitsplätze zu den geforderten Terminen zur Verfügung stehen. Dies
findet im Rahmen der Kapazitätsplanung statt.
Die Kapazitätsplanung erfolgt in der Regel arbeitsplatzbezogen. Ziel
der Kapazitätsplanung ist es, sämtliche Arbeitsvorgänge der Plan- oder
Produktionsaufträge so einzuplanen, dass der Produktionsplan erfüllt werden kann.

14 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Supply-Chain-Planung im Überblick

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die einzelnen Teilprozesse der Supply-Chain-Planung benennen
• die Planungsfunktionen von SAP ECC definieren

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 15


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• die für die Supply-Chain-Planung verantwortlichen SAP-Komponenten SAP
ECC und SAP APO in ihren Gesamtzusammenhang einordnen
• die einzelnen Teilprozesse der Supply-Chain-Planung benennen
• die Planungsfunktionen von SAP ECC definieren

16 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Die Supply-Chain-Planung ist ein Bereich der Anwendung
, der unter Verwendung der Komponente SAP ECC
realisiert werden kann.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

2. Auf welcher Ebene findet die operative Planung entlang der Supply Chain
statt?

3. Den Abschluss der Produktionsplanung bildet das Umsetzen der Planaufträge


in oder .
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 17


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

Antworten
1. Die Supply-Chain-Planung ist ein Bereich der Anwendung SAP SCM, der
unter Verwendung der Komponente SAP ECC realisiert werden kann.

Antwort: SAP SCM

2. Auf welcher Ebene findet die operative Planung entlang der Supply Chain
statt?

Antwort: Absatzplanung für Bedarfsprognosen auf aggregierter


Ebene, simulative Planung, Materialbedarfsplanung, Produktions- und
Kapazitätsplanung in den Produktionswerken.

3. Den Abschluss der Produktionsplanung bildet das Umsetzen der Planaufträge


in Produktionsaufträge oder Bestellungen.

Antwort: Produktionsaufträge, Bestellungen

18 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 2
Stammdaten

Überblick über das Kapitel


In diesem Kapitel lernen Sie die Stammdaten und Bewegungsdaten der
Supply-Chain-Planung mit SAP ECC kennen.
Grundlage einer jeden Planung sind Stammdaten, mit denen die zu planenden
Objekte definiert werden: Lokationen wie Werke, Distributionszentren, Kunden
oder Lieferanten; Materialien, die geplant werden sollen; Ressourcen, die zur
Produktion zur Verfügung stehen. Weiterhin werden in den Produktionswerken
die Produktionsprozesse durch Stücklisten und Arbeitsplänedefiniert.
Der Materialfluss zwischen unterschiedlichen Lokationen wird über
Beschaffungsbeziehungen abgebildet.
Die Planung selbst erfolgt auf Grundlage von Bewegungsdaten: vorhandene
Bestände fließen in die Planung ein, außerdem können Kundenaufträge oder
Planprimärbedarfe vorliegen, für die eine Beschaffung erfolgen soll. Das Ergebnis
der Planung sind Beschaffungselemente (Plan- und Produktionsaufträge zur
Eigenfertigung, Bestellanforderungen und Bestellungen zur Fremdbeschaffung),
mit denen die Bedarfe gedeckt werden sollen. Diese Bewegungsdaten beziehen
sich auf die vorliegenden Stammdatenobjekte.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie

• angeben, welche Stammdaten in der Supply-Chain-Planung in SAP ECC


verwendet werden
• die Rolle von Kunden, Lieferanten und Werken beschreiben
• Materialstämme anzeigen
• Stücklisten, Arbeitsplätze und Arbeitspläne anzeigen und beschreiben
• die Bewegungsdaten der Supply Chain benennen

Inhalt des Kapitels


Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain ..................... 21
Übung 1: Materialstammdaten............................................. 29
Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung........................... 34

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 19


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Übung 2: Stammdaten zur Eigenfertigung ............................... 43

20 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie die grundlegenden Stammdaten der
Supply-Chain-Planung kennen.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• angeben, welche Stammdaten in der Supply-Chain-Planung in SAP ECC
verwendet werden
• die Rolle von Kunden, Lieferanten und Werken beschreiben
• Materialstämme anzeigen

Unternehmensszenario
Als Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Funktionen der
Supply-Chain-Planung mit SAP ECC machen Sie sich mit den erforderlichen
Stammdaten vertraut.

Stammdatenobjekte in der Supply Chain

Abbildung 13: Stammdatenobjekte in der Supply Chain

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 21


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Die Lokationen der Supply-Chain-Planung werden in ECC angelegt: Werke,


Distributionszentren (DCs), Lieferanten, Kunden. Die Supply-Chain-Planung
betrifft Materialien, die in Form von Materialstämmen definiert werden. Für
Werke, in denen produziert wird, müssen neben den Materialien zur Planung
außerdem Arbeitsplätze, Stücklisten und Arbeitspläne angelegt werden.
Zwischen den einzelnen Lokationen (also den Werken, Lieferanten usw.)
der Supply Chain können über so genannte Sonderbeschaffungsarten
Transportbeziehungen definiert werden, die den Materialfluss durch die Supply
Chain definieren.
Die Lieferbeziehung von einem Lieferanten zum Werk wird in ECC in Form eines
Einkaufsinfosatzes oder Rahmenvertrags hinterlegt.

Werke und Vertriebszentren

Abbildung 14: Werke und Distributionszentren

Ein Werk ist eine Organisationseinheit, die ein Unternehmen nach Fertigung,
Beschaffung, Lagerhaltung oder Materialplanung untergliedert. Im einem
Werk können Materialien produziert oder Waren und Dienstleistungen
bereitgestellt werden. Für ein Werk geben Sie eine Adresse, eine Sprache, eine
Länderzuordnung und einen Werkskalender an.
Distributionszentren (Englisch: Distribution Center, abgekürzt: DC) sind Werke,
aus denen vorwiegend verkauft wird oder die allgemein der Materialverteilung
dienen. Funktional unterscheiden sie sich von Werken lediglich durch einen
entsprechenden Eintrag im ECC-Customizing, d. h. auch ein Werk enthält die

22 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

volle Vertriebsfunktionalität wie umgekehrt auch in einem DC produziert werden


kann. Werke und DCs werden durch unterschiedliche Symbole in der Supply
Chain dargestellt.
Innerhalb eines Werks können ein oder mehrere Lagerorte definiert werden. Ein
Lagerort gibt an, wo ein Material gelagert ist. Die Lagerorte erlauben also eine
Differenzierung der Materialbestände innerhalb eines Werks.

Kunden und Lieferanten

Abbildung 15: Kunden und Lieferanten

Kunden und Lieferanten werden im ECC-System als Geschäftspartner hinterlegt;


sie ermöglichen die Steuerung verschiedener Vertriebs- bzw. Einkaufsabläufe.
Diese Lokationen haben i. a. keinen Einfluss auf die einzelnen Funktionen der
Supply-Chain-Planung, werden aber bei der Umsetzung der Planung bedeutsam.
Die Bezugsquellenfindung für die Fremdbeschaffung kann bereits während der
Disposition statt finden.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 23


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Beschaffungsbeziehungen

Abbildung 16: Beschaffungsbeziehungen

Um Produkte zwischen zwei Lokationen der eigenen Supply Chain umzulagern,


also z. B. von einem Produktionswerk zu einem Distributionszentrum,
muss eine entsprechende „Transportbeziehung“ existieren. In ECC
werden die einer Transportbeziehung entsprechenden Informationen über
Sonderbeschaffungsschlüssel im Materialstamm hinterlegt.
Einkaufsinformationssätze oder Rahmenverträge, mit denen Sie u. a. Preis-
und Liefervereinbarungen mit bestimmten Lieferanten hinterlegen, stellen
Fremdbeschaffungsbeziehungen dar.

24 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Materialien

Abbildung 17: Materialien (1)

Die Planung des Materialflusses durch die Supply Chain findet auf Materialebene
statt. Materialien werden durch entsprechende Materialstämme definiert.
Ein Materialstamm enthält globale Daten, die lokationsübergreifend gültig sind
(also z. B. in sämtlichen Produktionswerken für dieses Material gleich sind), und
lokationsspezifische Daten, die Einstellungen für die jeweils relevante Lokation
(z. B. ein bestimmtes Produktionswerk) enthalten. Global festgelegt werden
allgemeine Daten wie etwa die Abmessungen oder das Gewicht eines Materials,
während die Einstellungen zur Planung in der Regel lokal vorgegeben werden,
sich also in unterschiedlichen Lokationen voneinander unterscheiden können.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 25


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Abbildung 18: Materialien (2)

Die Daten eines Materialstamms sind zur übersichtlichen Darstellung in so


genannte Sichten aufgeteilt. Die Sichten sind teilweise global gültig (z. B.
Grunddaten), teilweise sind sie lokationsspezifisch (z. B. Disposition).
Der Materialstamm ist das Datenobjekt, das sämtliche Informationen
für die betriebswirtschaftliche Verwendung eines Materials enthält, also
insbesondere sämtliche Einstellungen zur Beschaffung, Fertigung, Lagerung
oder Verkauf. Nicht sämtliche Einstellungen im Materialstamm sind für die
Supply-Chain-Planung relevant, zum Teil betreffen die Einstellungen vielmehr
Funktionen zur Bewertung oder Vertriebssteuerung.
Die für die Supply-Chain-Planung relevanten Einstellungen befinden sich
im wesentlichen auf den Dispositionssichten. Zum Beispiel werden hier die
Beschaffungsart oder die Planungsstrategie festgelegt. Diese Einstellungen
können in unterschiedlichen Lokationen durchaus unterschiedlich gepflegt sein.

26 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Abbildung 19: Materialien (3)

Die wesentlichen Einstellungen zur Supply-Chain-Planung finden sich auf den


Sichten Disposition 1 bis Disposition 4 des ECC-Materialstamms.
Das Dispositionsmerkmal gibt grundsätzlich an, wie ein Material disponiert
werden soll (plangesteuert, verbrauchsgesteuert, nicht disponiert).
Das Losgrößenverfahren bestimmt die Losgröße der jeweiligen
Beschaffungsvorschläge. Die Beschaffungsart steuert, wie ein Material beschafft
wird (durch Eigenfertigung oder Fremdbeschaffung). Die Eigenfertigungszeit
bzw. die Planlieferzeit geben an, wie lange die Beschaffung dauert.
Es kann ein Sicherheitsbestand eingestellt werden.
Das Verhalten der Primärbedarfe wird über die Strategiegruppe
gesteuert. Die Steuerung der ATP-Prüfung erfolgt außerdem anhand der
Verfügbarkeitsprüfgruppe.
Durch eine Fertigungsversion kann ein Fertigungsverfahren definiert werden.
Insbesondere können in einer Fertigungsversion Arbeitsplan und Stückliste
selektiert werden.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 27


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

28 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Übung 1: Materialstammdaten
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• sich die ECC-Materialstammdaten, die für die Produktion eines Materials
in einem Werk notwendig sind, anzeigen lassen

Unternehmensszenario
Die Pumpen mit den Materialnummer R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer)
werden im Werk 1000 produziert. Sie machen sich anhand der Materialstammdaten
mit dem Produktionsplanungsprozess vertraut.

Aufgabe:
Lassen Sie sich den Materialstamm der Pumpe R-F1## im Werk 1000 anzeigen.
Verwenden Sie dazu im ECC-System die Transaktion zur Anzeige von
Materialstämmen, die Sie z. B. unter dem Menüpfad Logistik → Produktion →
Stammdaten → Materialstamm → Material → Anzeigen → Anzeigen akt. Stand
aufrufen.

1. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material R-F1## an, selektieren
Sie auf dem Folgebild die Sichten Grunddaten1, Disposition1 bis
Disposition4 und die Arbeitsvorbereitung und geben Sie schließlich als
Organisationsebene das Werk 1000 an.

2. Sehen Sie sich zunächst die Sicht Grunddaten1 an. Wie lautet die genaue
Bezeichnung für das Material?
Zu welcher Materialart gehört das Material?
Hinweis: die Materialart wird z. B. auf den Disposichten unter den
Informationen zum Material geführt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 29


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

3. Mit Enter gelangen Sie auf die nächste markierte Sicht, also die Sicht
Disposition1. Wird das Material plangesteuert oder verbrauchsgesteuert
disponiert (beachten Sie das Dispositionsmerkmal)?
Wird das Material eigengefertigt oder fremdbeschafft (Sicht Disposition2)?

4. Begeben Sie sich (z. B. durch zweimaliges Enter) in die Sicht Disposition 4.
Ist für das Material eine Fertigungsversion hinterlegt?
Hinweis: der Indikator Versionskennzeichen zeigt dies an.

5. Sehen Sie sich die Sicht Arbeitsvorbereitung an. Welche


Eigenfertigungszeit ist hier eingetragen?
Wie lange dauert also die Produktion von 100 Pumpen ungefähr?
Schließt diese Zeit auch die Beschaffung der benötigten Baugruppen und
Komponenten mit ein?

30 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Lösung 1: Materialstammdaten
Aufgabe:
Lassen Sie sich den Materialstamm der Pumpe R-F1## im Werk 1000 anzeigen.
Verwenden Sie dazu im ECC-System die Transaktion zur Anzeige von
Materialstämmen, die Sie z. B. unter dem Menüpfad Logistik → Produktion →
Stammdaten → Materialstamm → Material → Anzeigen → Anzeigen akt. Stand
aufrufen.
1. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material R-F1## an, selektieren
Sie auf dem Folgebild die Sichten Grunddaten1, Disposition1 bis
Disposition4 und die Arbeitsvorbereitung und geben Sie schließlich als
Organisationsebene das Werk 1000 an.
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Stammdaten → Materialstamm → Material → Anzeigen → Anzeigen akt.
Stand
2. Sehen Sie sich zunächst die Sicht Grunddaten1 an. Wie lautet die genaue
Bezeichnung für das Material?
Zu welcher Materialart gehört das Material?
Hinweis: die Materialart wird z. B. auf den Disposichten unter den
Informationen zum Material geführt.
Antwort: Bezeichnung für das Material: Pumpe
Materialart (Info-Button!) : FERT (Fertigerzeugnis)
3. Mit Enter gelangen Sie auf die nächste markierte Sicht, also die Sicht
Disposition1. Wird das Material plangesteuert oder verbrauchsgesteuert
disponiert (beachten Sie das Dispositionsmerkmal)?
Wird das Material eigengefertigt oder fremdbeschafft (Sicht Disposition2)?
Antwort: Das Material wird mit dem Dispositionsmerkmal PD plangesteuert
disponiert.
Das Material wird eigengefertigt (Beschaffungsart E).
4. Begeben Sie sich (z. B. durch zweimaliges Enter) in die Sicht Disposition 4.
Ist für das Material eine Fertigungsversion hinterlegt?
Hinweis: der Indikator Versionskennzeichen zeigt dies an.
Antwort: Nein, es ist keine Fertigungsversion hinterlegt. Das
Versionskennzeichen ist nicht gesetzt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 31


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

5. Sehen Sie sich die Sicht Arbeitsvorbereitung an. Welche


Eigenfertigungszeit ist hier eingetragen?
Wie lange dauert also die Produktion von 100 Pumpen ungefähr?
Schließt diese Zeit auch die Beschaffung der benötigten Baugruppen und
Komponenten mit ein?
Antwort: Eigenfertigungszeit: Es ist eine Rüstzeit von 0,09 Tagen, eine
Übergangszeit von 3,90 Tagen und eine Bearbeitungszeit von 20,24
Tagen pro 100 St. eingetragen.
Dauer der Produktion von 100 Pumpen: Für die Produktion von 100
Pumpen wird die Summe der oben genannten Zeitelemente benötigt,
also ungefähr 24 Tage.
Beschaffung der benötigten Baugruppen und Komponenten eingeschlossen:
Nein, diese Zeit beschreibt nur die Dauer der Produktion der Pumpe.

32 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Allgemeine Stammdaten in der Supply Chain

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• angeben, welche Stammdaten in der Supply-Chain-Planung in SAP ECC
verwendet werden
• die Rolle von Kunden, Lieferanten und Werken beschreiben
• Materialstämme anzeigen

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 33


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie die Stammdaten kennen, die zur Planung der
Produktionsprozesse dienen.
Außerdem erhalten Sie einen Überblick über die Bewegungsdaten der Supply
Chain.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• Stücklisten, Arbeitsplätze und Arbeitspläne anzeigen und beschreiben
• die Bewegungsdaten der Supply Chain benennen

Unternehmensszenario
Als Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Funktionen der
Supply-Chain-Planung mit SAP ECC machen Sie sich mit den Stammdaten der
Eigenfertigung vertraut.

Stücklisten

Abbildung 20: Stücklisten (1)

34 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Die Stückliste enthält die Baugruppen oder Komponenten, die in die


Produktion eines Materials einfließen. Stücklisten werden verwendet in der
Materialbedarfsplanung, Fertigung, Beschaffung und für die Erzeugniskalkulation.
Eine Stückliste besteht aus einem Stücklistenkopf und den Stücklistenpositionen.
Die Basismenge im Kopf gibt an, auf welche Menge des Endprodukts sich die
Positionsmengen beziehen.
Stücklisten sind einstufig. Eine Position einer Stückliste kann dabei wieder
Komponenten enthalten, so dass eine mehrstufige Fertigung durch die einstufigen
Stücklisten des Endprodukts und die der Baugruppen und ggf. der Baugruppen
der Baugruppen usw. beschrieben wird.
Neben Lagerpositionen, die in das Endprodukt einfließen, kann eine Stückliste
auch Dokumente oder Textpositionen enthalten.

Abbildung 21: Stücklisten (2)

Im Kopf der Stückliste finden sich die Einstellungen, die für die gesamte
Stückliste gelten. Die Stücklistenverwendung etwa bestimmt, für welche
betriebswirtschaftlichen Anwendungen eine Stückliste verwendet werden kann.
Der Status der Stückliste steuert, ob die Stückliste für die jeweilige Anwendung
(z. B. die Bedarfsplanung) aktiv ist.
Neben Einfachstücklisten kann es auch so genannte Mehrfachstücklisten geben,
die aus mehreren Stücklistenalternativen bestehen. Die unterschiedlichen
Stücklistenalternativen können dann zum Beispiel jeweils für unterschiedliche
Losgrößenbereiche gültig sein.
Die zur Produktion des Endprodukts benötigten Komponenten werden als
Positionen der Stückliste erfasst. Der Positionstyp gibt dabei an, um welche Art
der Position es sich handelt: Lagerpositionen werden im Lager geführt und bei der

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 35


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Produktion verbaut, Nichtlagerpositionen werden im Gegensatz dazu direkt auf


einen Produktionsauftrag kontiert (und nicht über das Lager), Rohmaßpositionen
enthalten Rohmaßdaten (z. B. ein Blech mit bestimmter Fläche), und
Dokumentpositionen schließlich enthalten ein ergänzendes Dokument, das die
Fertigung beschreibt (etwa eine Konstruktionszeichnung).
Auch die einzelnen Positionen können eine Vielzahl weiterer Einstellungen tragen,
die sich dann nur auf die jeweilige Position beziehen.

Arbeitsplätze

Abbildung 22: Arbeitsplätze (1)

Ein Arbeitsplatz ist der Ort, an dem ein Vorgang oder eine Leistung in einem
Werk ausgeführt wird, er gibt also an, wo die Produktion letztendlich stattfindet.
Arbeitsplätze werden in Arbeitsplänen verwendet (oder auch in Netzplänen,
Prüfplänen (QM) oder Instandhaltungsarbeitsplänen).
Ein Arbeitsplatz ist allgemein ein bestimmter geografischer Ort im Werk, zum
Beispiel eine bestimmte Maschine oder eine Abteilung eines Werks.
Die Daten des Arbeitsplatzes sind nach thematischen Sichten geordnet.
Insbesondere werden im Arbeitsplatz das Kapazitätsangebot dieses Arbeitsplatzes
und die Daten zur Kalkulation der geleisteten Arbeit hinterlegt. Mit den
Vorschlagswerten werden Daten hinterlegt, die in den Arbeitsvorgang des
Arbeitsplans übernommen werden bzw. die als Referenz dienen.

36 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Abbildung 23: Arbeitsplätze (2)

Die einem Arbeitsplatz zur Verfügung stehenden Kapazitäten werden im


Arbeitsplatz explizit angegeben. Dabei kann durchaus mehr als eine Kapazität
pro Arbeitsplatz verwendet werden. Zum Beispiel kann einem Arbeitsplatz eine
Maschinenkapazität und eine Personenkapazität zugeordnet werden.
Die Kapazitäten enthalten die zur Verfügung stehende Arbeitszeit. Außerdem
wird über Formeln angegeben, wie lange die Kapazitäten durch einen bestimmten
Vorgang belastet werden.
Neben einem Standardangebot können auch Angebotsintervalle und Schichtpläne
hinterlegt werden, die genau angegeben, wann z. B. eine bestimmte Maschine zur
Verfügung steht.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 37


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Arbeitspläne

Abbildung 24: Arbeitspläne (1)

Ein Arbeitsplan enthält die zur Fertigung notwendigen Arbeitsschritte, also die
entsprechenden Vorgänge, ihre Reihenfolge und die Arbeitsplätze, auf denen diese
Vorgänge ausgeführt werden.
Ein ECC-Arbeitsplan wird über die so genannte Plangruppe und den
Plangruppenzähler bezeichnet. Außerdem enthält er den Bezug zu dem Material,
dessen Fertigung er beschreibt. Neben der so genannten Stammfolge kann ein
Arbeitsplan parallele Folgen oder alternative Folgen enthalten.
Der Arbeitsplan enthält insbesondere mit den so genannten Vorgabewerten die
Zeitelemente, die für die Terminierung der Vorgänge relevant sind. Dabei ist zu
beachten, dass jeder Vorgang des Plans eine eigene Basismenge enthalten kann,
auf die sich diese Zeitelemente beziehen.

38 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Abbildung 25: Arbeitspläne (2)

Dem ECC-Arbeitsvorgang ist ein Arbeitsplatz zugeordnet. Der Arbeitsplatz gibt


mit seinem Vorgabewertschlüssel an, welche Zeitelemente (Vorgabewerte) bei der
Planung berücksichtigt werden können (beispielsweise Rüstzeit, Maschinenzeit,
Personalzeit). Über die Terminierungsformeln, die im Arbeitsplatz hinterlegt sind,
wird dann ermittelt, welche Dauer sich aus den im Arbeitsplan vorgegebenen
Zeitelementen ergibt.
Das Rüsten, Bearbeiten und Abrüsten eines ECC-Vorgangs werden jeweils über
eine entsprechende Formel beschrieben. Es werden dabei die Arbeitsschritte
ausgeführt, für die eine Formel hinterlegt ist (z. B. kann das Abrüsten nicht
notwendig sein).
Wenn in einem Arbeitsplatz mehrere Kapazitäten hinterlegt sind, wird durch die
Terminierungsbasis bestimmt, welche dieser Kapazitäten für die Terminierung
relevant ist.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 39


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Arbeitsplan und Stückliste

Abbildung 26: Arbeitsplan und Stückliste

Die Fertigung wird beschrieben durch einen Arbeitsplan und eine Stückliste.
Dabei können die Stücklistenkomponenten einem bestimmten Arbeitsvorgang
zugeordnet werden. Die Beschaffung dieser Komponenten wird dann zu Beginn
des jeweiligen Arbeitsvorgangs geplant.
Die Komponentenzuordnung wird im Arbeitsplan vorgenommen.
Stücklistenkomponenten, die nicht explizit zugeordnet sind, werden als dem ersten
Vorgang zugeordnet betrachtet.
Neben den Stücklistenkomponenten können im Arbeitsplan auch
Fertigungshilfsmittel zugeordnet werden. Fertigungshilfsmittel sind
nicht-ortsgebundene Betriebsmittel, die zur Fertigung benötigt werden, wie z. B.
ein Messinstrument oder eine Halterung.

40 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Stammdaten in der Prozessindustrie

Abbildung 27: Stammdaten in der Prozessindustrie

Die Stammdaten der diskreten Fertigung, wie sie bisher beschrieben wurden,
werden verwendet, wenn die Steuerung der Produktion mit Fertigungsaufträgen
abgebildet wird. Ein Fertigungsauftrag verwendet also Arbeitspläne, Arbeitsplätze
und Stücklisten.
Wenn die Produktion mit der Prozessfertigung (PP-PI) abgebildet werden soll,
sind andere Stammdaten notwendig. Für den Prozessauftrag werden anstelle des
Arbeitsplans ein Planungsrezept, und anstelle der Arbeitsplätze so genannte
Ressourcen verwendet.
Die Stammdaten der diskreten Fertigung können also sinngemäß in die
Begriffswelt der Prozessindustrie übertragen werden. Das Planungsrezept
ist eigentlich ein spezieller Arbeitsplan, der um prozessindustriespezifische
Funktionen erweitert wurde. In PP-PI werden außerdem in der Regel
Fertigungsversionen verwendet, so dass einem Rezept unmittelbar die
entsprechende Stückliste zugeordnet ist. Die Pflege der Stückliste kann daher
direkt aus dem Rezept erfolgen.
Die Ressource entspricht weitgehend dem Arbeitsplatz.
Sämtliche der bisher dargestellten Zusammenhänge bleiben also auch in PP-PI
sinngemäß gültig. Die Materialbedarfsplanung beispielsweise läuft für PP und
PP-PI vollkommen identisch ab.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 41


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

Bewegungsdatenobjekte in der Supply Chain

Abbildung 28: Bewegungsdatenobjekte in der Supply Chain

Die Supply-Chain-Planung findet statt auf Basis der Stammdaten (z. B. den
Arbeitsplätzen). Das Ergebnis dieser Planung sind Bewegungsdaten, mit denen
die Beschaffung geplant wird.
Ausgangspunkt für die Planung sind in der Regel Primärbedarfe, die in Form von
Planprimärbedarfen oder Kundenaufträgen erfasst werden. Mit ihnen werden
z. B. die Bedarfe in einem Distributions- oder Vertriebszentrum vorgegeben.
Primärbedarfe können aber auch direkt für ein einzelnes Produktionswerk angelegt
werden.
Die Deckung der Primärbedarfe wird im Netzwerk geplant. Sie werden entweder
durch Umlagerungen oder durch Eigenproduktion oder Fremdbeschaffung
gedeckt.
Umlagerungen werden durch Umlagerungsbestellanforderungen, die
Eigenproduktion durch Plan- und Produktionsaufträge und die Fremdbeschaffung
durch Bestellanforderungen und Bestellungen (oder über Lieferplanabrufe)
abgebildet.

42 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Übung 2: Stammdaten zur Eigenfertigung


Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• sich wichtige ECC-Stammdaten, die für die Produktion eines Materials in
einem Werk notwendig sind, anzeigen lassen

Unternehmensszenario
Die Pumpen mit den Materialnummer R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer)
werden im Werk 1000 produziert. Die Materialstammdaten sind Ihnen bekannt. Sie
machen sich anhand weiterer Stammdaten mit dem Produktionsplanungsprozess
vertraut.

Aufgabe 1:
Um die Frage zu beantworten, welche Baugruppen und Komponenten für die
Produktion der Pumpe R-F1## erforderlich sind, sehen Sie sich die Stückliste
des Materials an:

1. Lassen Sie sich die Materialstückliste für das Material R-F1## anzeigen.
Die entsprechende Transaktion finden Sie in den Stammdaten der Produktion.
Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material, das Werk 1000, die
Verwendung 1 an. Mit Enter gelangen Sie in die Positionsübersicht. Welche
Komponenten werden für die Produktion der Pumpe benötigt (4 Materialien,
ein Dokument)?

2. Welche „Komponenten“ sind ihrerseits wieder aus weiteren Komponenten


zusammengesetzt (beachten Sie das Kennzeichen „Baugruppe“)?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 43


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

3. Per Doppelklick auf das Kennzeichen „Baugruppe“ in der Stücklistenposition


können sie in die Stückliste der Baugruppe verzweigen. Sehen Sie sich auf
diesem Weg an, welche Komponenten in der Baugruppe R-B1## enthalten
sind.

Aufgabe 2:
Sie sehen sich schließlich die Arbeitsschritte an, die zur Produktion der Pumpe
R-F1## ausgeführt werden müssen.
1. Lassen Sie sich den Normalarbeitsplan für das Material R-F1## anzeigen.
Die entsprechende Transaktion finden Sie in den Stammdaten der
Produktion. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material und das
Werk 1000 an. Mit Enter gelangen Sie in die Vorgangsübersicht des Plans.
Welche Arbeitsvorgänge (notieren Sie sich die Vorgangsbezeichnungen)
werden auf welchen Arbeitsplätzen ausgeführt?
0010: ________________________________________________
0020: ________________________________________________
0030: ________________________________________________
0040: ________________________________________________
0050: ________________________________________________
0060: ________________________________________________
0070: ________________________________________________
2. Verzweigen Sie nun in die Komponentenübersicht (Knopf
Komponentenzuordnung allgemein, Spalte Vorgang ). Sind Komponenten
einem anderen als dem ersten Vorgang zugeordnet?

Hinweis: Hinweis: Keine explizite Zuordnung bedeutet


grundsätzlich, dass Komponenten zum ersten Vorgang gehören.

44 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Lösung 2: Stammdaten zur Eigenfertigung


Aufgabe 1:
Um die Frage zu beantworten, welche Baugruppen und Komponenten für die
Produktion der Pumpe R-F1## erforderlich sind, sehen Sie sich die Stückliste
des Materials an:
1. Lassen Sie sich die Materialstückliste für das Material R-F1## anzeigen.
Die entsprechende Transaktion finden Sie in den Stammdaten der Produktion.
Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material, das Werk 1000, die
Verwendung 1 an. Mit Enter gelangen Sie in die Positionsübersicht. Welche
Komponenten werden für die Produktion der Pumpe benötigt (4 Materialien,
ein Dokument)?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Stammdaten → Stücklisten → Stückliste → Materialstückliste → Anzeigen
Komponenten für die Produktion der Pumpe: Materialien R-B1##, R-B2##,
R-B3##, R-B4##, Dokument „Gesamtzeichnung Pumpe“.
2. Welche „Komponenten“ sind ihrerseits wieder aus weiteren Komponenten
zusammengesetzt (beachten Sie das Kennzeichen „Baugruppe“)?
Antwort: Die Komponenten R-B1##, R-B2##, R-B3##, R-B4## sind aus
weiteren Komponenten zusammengesetzt.
3. Per Doppelklick auf das Kennzeichen „Baugruppe“ in der Stücklistenposition
können sie in die Stückliste der Baugruppe verzweigen. Sehen Sie sich auf
diesem Weg an, welche Komponenten in der Baugruppe R-B1## enthalten
sind.
Antwort: Materialien R-T1##, R-T2##, R-T3##.

Aufgabe 2:
Sie sehen sich schließlich die Arbeitsschritte an, die zur Produktion der Pumpe
R-F1## ausgeführt werden müssen.
1. Lassen Sie sich den Normalarbeitsplan für das Material R-F1## anzeigen.
Die entsprechende Transaktion finden Sie in den Stammdaten der
Produktion. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material und das
Werk 1000 an. Mit Enter gelangen Sie in die Vorgangsübersicht des Plans.
Welche Arbeitsvorgänge (notieren Sie sich die Vorgangsbezeichnungen)
werden auf welchen Arbeitsplätzen ausgeführt?
0010: ________________________________________________
0020: ________________________________________________
0030: ________________________________________________
Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 45


Kapitel 2: Stammdaten SCM100

0040: ________________________________________________
0050: ________________________________________________
0060: ________________________________________________
0070: ________________________________________________
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion → Stammdaten →
Arbeitspläne → Arbeitspläne → Normalarbeitspläne → Anzeigen
b)

Arbeitsvorgänge und Arbeitsplätze:


Arbeitsvorgang Kurztext Vorgang Arbeitsplatz
0010 Bereitstellung R-M##
Material
0020 Einpressen Laufrad R-V##
in Gehäuse
0030 Lackieren Gehäuse R-L##
0040 Welle in Gehäuse R-E##
einbauen
0050 Steuerelektronik R-E##
einbauen
0060 Endmontage Pumpe R-F##
0070 Abliefern an Lager R-P##

2. Verzweigen Sie nun in die Komponentenübersicht (Knopf


Komponentenzuordnung allgemein, Spalte Vorgang ). Sind Komponenten
einem anderen als dem ersten Vorgang zugeordnet?

Hinweis: Hinweis: Keine explizite Zuordnung bedeutet


grundsätzlich, dass Komponenten zum ersten Vorgang gehören.

a) Nein, es sind keine Komponenten explizit zugeordnet.

46 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Weitere Stammdaten der Eigenfertigung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• Stücklisten, Arbeitsplätze und Arbeitspläne anzeigen und beschreiben
• die Bewegungsdaten der Supply Chain benennen

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 47


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• angeben, welche Stammdaten in der Supply-Chain-Planung in SAP ECC
verwendet werden
• die Rolle von Kunden, Lieferanten und Werken beschreiben
• Materialstämme anzeigen
• Stücklisten, Arbeitsplätze und Arbeitspläne anzeigen und beschreiben
• die Bewegungsdaten der Supply Chain benennen

48 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Die Supply-Chain-Planung greift zu auf die Lokationen ,
, und
.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

2. Die Supply-Chain-Planung erfolgt auf der Basis von Materialien. Material-


stämme enthalten und spezifische
Daten.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

3. Der Materialfluss in der Supply Chain wird über


festgelegt.
Zum Beispiel kann Material für ein Distributionszentrum durch
aus einem Produktionswerk beschafft werden.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

4. Die Produktion eines Materials in einem Werk wird beschrieben durch


und . Die einzelnen
Arbeitsschritte werden auf ausgeführt.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 49


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

Antworten
1. Die Supply-Chain-Planung greift zu auf die Lokationen Werk,
Distributionszentrum, Kunde und Lieferant.

Antwort: Werk, Distributionszentrum, Kunde, Lieferant

2. Die Supply-Chain-Planung erfolgt auf der Basis von Materialien.


Materialstämme enthalten allgemeine und lokationsspezifische Daten.

Antwort: allgemeine, lokations

3. Der Materialfluss in der Supply Chain wird über Beschaffungsbeziehungen


festgelegt. Zum Beispiel kann Material für ein Distributionszentrum durch
Umlagerung aus einem Produktionswerk beschafft werden.

Antwort: Beschaffungsbeziehungen, Umlagerung

4. Die Produktion eines Materials in einem Werk wird beschrieben durch


Stücklisten und Arbeitspläne. Die einzelnen Arbeitsschritte werden auf
Arbeitsplätzen ausgeführt.

Antwort: Stücklisten, Arbeitspläne, Arbeitsplätzen

50 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 3
Absatzplanung

Überblick über das Kapitel


In diesem Kapitel lernen Sie die in erster Linie mengenbasierte Absatzplanung
von SAP ECC einschließlich ihrer Eingangs- und Ausgangsdaten kennen.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie
• das Konzept und die Aufgaben der Absatzplanung erläutern
• die Verfahren der Absatz- und Produktionsgrobplanung beschreiben
• das Ergebnis der Absatz- und Produktionsgrobplanung an die
Programmplanung übergeben

Inhalt des Kapitels


Lektion: Konzept der Absatzplanung.......................................... 52
Lektion: Durchführung der Absatzplanung ................................... 56
Übung 3: Durchführung der Absatz- und Produktionsgrobplanung... 63
Lektion: Freigabe der Absatzplanung ......................................... 68
Übung 4: Freigabe der Absatzplanung ................................... 71

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 51


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Lektion: Konzept der Absatzplanung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie das Konzept sowie die Hauptaufgaben der Absatz-
und Produktionsgrobplanung (auf Englisch „Sales and Operations Planning,
SOP“) kennen.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• das Konzept und die Aufgaben der Absatzplanung erläutern

Unternehmensszenario
Als Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Supply-Chain-
Planungsfunktionen von ECC erstellen Sie ein erstes Grobkonzept für die
Absatzplanung.

Aufgaben der Absatzplanung

Abbildung 29: Aufgaben der Absatzplanung

Ziel einer Absatzplanung ist die Prognose zukünftiger Bedarfe. Sie findet also
beispielsweise statt auf der Ebene eines Vertriebszentrums mit dem Ziel, aus den
Vergangenheitszahlen die zukünftige Entwicklung zu erschließen.
In SAP ECC steht die Flexible Planung als komplexes, leistungsfähiges und
dabei flexibles Instrument zur Verfügung, um den Prozess der Absatz- und
Produktionsplanung in Ihrem Unternehmen zu unterstützen. Das Ergebnis der
Prognose schlägt sich typischerweise in Form von Bedarfsprognosen auf der
Ebene der Verteilzentren (DCs) oder direkt in den Produktionswerken nieder.

52 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Konzept der Absatzplanung

Planungsebenen der Flexiblen Planung

Abbildung 30: Planungsebenen der Flexiblen Planung

In der flexiblen Planung können Sie sowohl mengen- als auch wertebasierte Pläne
erstellen. Sie sind frei in der Wahl der Planungsebenen, d. h. Sie können Ihre
zukünftigen Bedarfe z. B. kundenspezifisch, regional oder für unterschiedliche
Verkaufsorganisationen planen. Auch die Zeitraster zur Planung sind frei
definierbar.
Die Planungsebenen werden über Merkmale in den der Planung zugrunde
liegenden Informationsstrukturen des Logistikinformationssystems (LIS) definiert.
Merkmalswerte sind also die Objekte, zu denen betriebliche Daten aggregiert,
disaggregiert und ausgewertet werden.
Plandaten werden als Kennzahlen abgelegt. Kennzahlen enthalten also numerische
Werte, die entweder eine Menge oder einen Wert bezeichnen, z. B. den
zukünftigen Absatzwert in Euro oder zukünftige Absatzmengen in Paletten.
Zeitmerkmale legen die Perioden fest, in denen Sie Daten anzeigen, planen und
speichern.
Der mehrdimensionale Charakter der Datenspeicher bietet in Verbindung mit den
Auswahl-, Drill-Up- und Drill-Down-Funktionen der Absatzplanung umfassende
Möglichkeiten der Datenanalyse.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 53


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Konzept der Absatzplanung

Abbildung 31: Konzept der Absatzplanung

Die Absatz- und Produktionsgrobplanung (Sales and Operations Planning,


SOP) umfasst zwei Kernelemente: die Flexible Planung und die
Standard-Absatz-/Grobplanung (Standard-SOP).
Eine Absatzplanung kann im Rahmen der Flexiblen Planung bzw. in der
Absatz- und Produktionsgrobplanung ausgeführt werden. Die Absatz- und
Produktionsgrobplanung kann dabei als eine spezielle Form der Flexiblen Planung
angesehen werden.
In der Absatzplanung wird eine Prognose in der Regel auf Basis von aggregierten
Vergangenheitsdaten ausgeführt. Die Vergangenheitsdaten können dabei z. B.
aus SAP ECC-LIS (Logistikinformationssystem) stammen. Die Strukturierung
und Aufbereitung der Planzahlen kann dabei mit den jeweiligen Datenstrukturen
des ECC-LIS (Logistik-Informations-System) äußerst flexibel festgelegt werden
– sie basiert auf der Verwendung so genannter Merkmale (z. B. Werk und
Auftraggeber), nach denen die Kennzahlen (z. B. Fakturamenge) aufgeschlüsselt
werden können.
In der Flexiblen Planung können neben den üblichen Prognoseverfahren auch
eigene Makros verwendet werden, mit denen eigene Algorithmen zur Bearbeitung
der Kennzahlen definiert werden können.

54 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Konzept der Absatzplanung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• das Konzept und die Aufgaben der Absatzplanung erläutern

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 55


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie die Prognoseverfahren und das Planugstableau
der Absatz- und Produktionsgrobplanung kennen. Außerdem erfahren Sie, auf
welchen Ebenen Sie Daten disaggregieren und speichern können.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die Verfahren der Absatz- und Produktionsgrobplanung beschreiben

Unternehmensszenario
Als Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Supply-Chain-
Planungsfunktionen von ECC überlegen Sie sich, welche Prognoseverfahren für
die Produkte Ihres Unternehmens in Frage kommen.

Flexible Planung als konsistente Planung

Abbildung 32: Flexible Planung als konsistente Planung

Im Rahmen der Flexiblen Planung sind die konsistente Planung und die
Stufenplanung möglich. Konsistente Planung bedeutet, dass die Plandaten auf
allen Planungsebenen konsistent gehalten werden (automatische Aggregation und
Disaggregation). Die konsistente Planung im gesamten Unternehmen ermöglicht
eine automatische Konsolidierung der Detailpläne. Stufenplanung bedeutet, dass
die Planzahlen nur aus der übergeordneten Stufe in die Detailstufen disaggregiert
werden können.

56 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Die konsistente Planung erlaubt im Prinzip drei unterschiedliche Vorgehensweisen:


die Top-Down-Planung (automatische Verteilung eines aggregierten Plans auf
die Details (Produkte, Kunden, Vertriebsbereiche usw.) nach Anteilsfaktoren),
die Middle-Out-Planung (Verdichtung der Plandaten aus mittlerer Ebene
zum Gesamtplan und Verteilung auf die Details), die Bottom-Up-Planung
(automatische Verdichtung der Detaildaten zum Gesamtplan).
Die Abbildung zeigt im unteren Teil, wie Sie Plandaten auf verschiedenen Ebenen
konsistent ändern können: Erst wird der geplante Absatz für die Pumpe P-102 von
50 auf 60 Stück erhöht. Damit erhöht sich auch die Summe der Absatzmenge für
alle Pumpen. Nun wird die Absatzmenge für alle Pumpen verdoppelt und dadurch
verdoppeln sich auch die Mengen der einzelnen Pumpen.
Die Daten (Kennzahlen) der Absatzplanung sind in LIS-Informationsstrukturen
aufgeschlüsselt nach Merkmalen abgelegt. Der Zugriff auf die Daten und die
Durchführung der Planung erfolgt unter Verwendung eines entsprechenden
Planungstyps, mit dem das Layout des Planungstableaus festgelegt wird.

Prognoseverfahen

Abbildung 33: Prognoseverfahren

Sie sind frei in der Wahl der Vergangenheitsdaten für die Prognose: es
kann jede beliebige Kennzahl verwendet werden. Zum Beispiel können Sie
Materialverbräuche, Auftragseingangsmengen, Fakturamengen oder Umsätze
prognostizieren.
Das System ermittelt anhand unterschiedlicher Prognosemodelle den zukünftigen
Verlauf der betrachteten Kennzahl. Der genaue Ablauf der Prognose wird dabei
über das Prognoseprofil festgelegt.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 57


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Wesentliche Merkmale der Absatzplanung

• Aggregierte Vergangenheitsdaten über LIS-Fortschreibung


• Planung auf LIS-Informationsstrukturen (Datenbank) mit max. 9 Merkmalen
• Einfache Makros
• Kapazitätsgrobplanung möglich
• Integration mit CO/PA
• Fester Drill-Down
• Standardprognoseverfahren

Absatzplanung und Produktionsplanung

Abbildung 34: Absatzplanung und Produktionsplanung

Eine Absatzplanung kann Ausgangspunkt für den gesamten Produktions-


planungsprozess sein. Zum Beispiel können im Rahmen der Absatzplanung
so genannte „Produktionspläne“ erstellt werden (z. B. in einer Kennzahl
„Produktion“), die später als Planprimärbedarfe an die operative Planung
übergeben werden können.

58 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Flexible Planung und Standard-SOP

Abbildung 35: Flexible Planung und Standard-SOP

Die Absatzplanung (SOP) umfasst zwei Kernelemente: die Flexible Planung und
die Standard-Absatz-/Grobplanung (Standard-SOP).
Die Flexible Planung kann und muss weitgehend über entsprechende
Informationsstrukturen und Planungstypen selbst eingestellt werden, während das
Standard-SOP einen Standardablauf vorsieht, der bereits voreingestellt ist.
Das Standard-SOP basiert auf der Informationsstruktur S076. Sie verwendet die
Stufenplanung, bei der die Ebenen der Planungshierarchie nicht voneinander
abhängen, so dass Pläne auf verschiedenen Ebenen sind nicht zwangsläufig
konsistent sein müssen. Das Standard-SOP ist eine einfachere Variante der
Flexiblen Planung, in der ein bestimmter Planungsprozess bereits vorgegeben ist.
Die Anwendung dieser Funktion setzt also nicht voraus, dass sich eingehend
mit den zugrunde liegenden Einstellungen des Logistikinformationssystems
auseinandersetzt.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 59


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Planungsebenen des Standard-SOP

Abbildung 36: Planungsebenen des Standard-SOP

Die Planung in der Absatz-/Grobplanung kann für Produktgruppen oder für


Materialien erfolgen. Eine Planung auf übergeordneter Produktgruppenebene
kann in die Mitglieder der Produktgruppe disaggregiert werden.
Produktgruppen werden in der Absatz-/Grobplanung angelegt. Sie werden
definiert durch die Angabe ihrer Mitglieder und zugehörige Anteilsfaktoren, die
die Aufteilung der Planzahlen auf die Mitglieder festlegen. Die Anteilsfaktoren
können manuell festgelegt oder automatisch aus den Verbrauchswerten der
Vergangenheit errechnet werden. Die Summe aller Anteilsfaktoren einer
Planungsebene beträgt normalerweise 100%. Ein Anteilsfaktor könnte auch 0%
sein.
Produktgruppen können entweder Materialien oder andere Produktgruppen
enthalten. Die unterste Produktgruppe der Hierarchie muss jedoch aus Materialien
bestehen. Für jede Produktgruppe erzeugt das System einen Materialstammsatz
mit der Materialart PROD.
Werksübergreifende Planung ist möglich.

60 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Planung mit dem Standard-Planungstableau

Abbildung 37: Planung mit dem Standard-Planungstableau

Im Planungstableau der Absatz- und Produktionsgrobplanung werden die


Absatz- und Produktionspläne entwickelt. Zu allen Mitgliedern einer
Produktgruppenhierarchie ist ein Planungstableau vorhanden.
Die Planung kann parallel in mehreren, voneinander unabhängigen Versionen
erfolgen. Die Planung in der aktiven Version A00 erfolgt dabei grundsätzlich
im Ändern-Modus, während die Planung in nichtaktiven Versionen zunächst
anzulegen ist, bevor sie bei einer nächsten Überarbeitung geändert werden kann.
Das Standardtableau der Absatz- und Produktionsgrobplanung besteht aus je einer
Zeile für den Absatzplan, den Produktionsplan, den Lagerbestand (vom System
ermittelt), den Ziellagerbestand, die Reichweite (vom System ermittelt) und die
Zielreichweite.
Absatzpläne können erstellt werden durch Datenübernahme aus dem
Vertriebsinformationssystem (VIS), durch Datenübernahme aus dem
Controlling/Ergebnisrechnung (CO/PA), durch Verwendung der Verkaufshistorie
zur Prognostizierung der Absatzziele, durch Datenübernahme aus einer anderen
Produktgruppe oder durch manuelle Erfassung.
Produktionspläne können absatzsynchron, gemäß Ziellagerbestand und gemäß
Zielreichweite erstellt werden. Natürlich ist auch die manuelle Erfassung bzw.
Korrektur der Pläne jederzeit möglich.
Eine einfache Erfassung von Daten für die unterschiedlichen Kennzahlen und
Perioden ist mit der Verteilfunktion möglich.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 61


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

62 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Übung 3: Durchführung der Absatz- und


Produktionsgrobplanung
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• auf Basis vorgegebener Absatzzahlen die Absatz- und Produktionsgrobpla-
nung auf Materialebene ausführen

Unternehmensszenario
Der Vertrieb führt für die Pumpen mit den Materialnummern R-F1## (## steht für
Ihre Gruppennummer) eine Absatzprognose für den Zeitraum aktueller Monat + 6
bis aktueller Monat + 11 durch und teilt Ihnen diese Daten mit. Sie führen anhand
dieser Werte eine Absatz- und Produktionsgrobplanung durch.

Aufgabe:
Sie führen eine Absatz- und Produktionsgrobplanung auf Materialebene für das
Material R-F1## in Werk 1000 durch. Da Sie in der aktiven Version A00
arbeiten, rufen Sie die Transaktion zum Ändern der Planung für das Material
aus dem Menü der Produktion → Absatz-/Grobplanung auf.

1. Geben Sie im Einstiegsbild der Transaktion das Material R-F1## und das
Werk 1000 an und begeben Sie sich in die Aktive Version (A00). Sie
befinden sich nun im Planungstableau, das insbesondere die Kennzahlen
„Absatz“ und „Produktion“ enthält.
Der Vertrieb hat eine Prognose für den zukünftig zu erwartenden Absatz
erstellt und teilt Ihnen die folgenden Zahlen mit:
Aktueller Monat + 6 Monate: 100 ST
Aktueller Monat + 7 Monate: 110 ST
Aktueller Monat + 8 Monate: 110 ST
Aktueller Monat + 9 Monate: 120 ST
Aktueller Monat + 10 Monate: 140 ST
Aktueller Monat + 11 Monate: 150 ST
Geben Sie diese Zahlen in der Kennzahl „Absatz“ ein und bestätigen Sie
die Eingabe mit Enter. Welcher Lagerbestand wird Ihnen zum letzten Termin
der eingegebenen Planzahlen angezeigt?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 63


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Was besagt diese Zahl?

2. Da die Prognose des Absatzes für die Monate aktueller Monat + 8 Monate
und aktueller Monat + 9 Monate unsicher ist, geben Sie hier einen
Ziellagerbestand von 20 ST vor. Tragen Sie die Werte ein und bestätigen
Sie mit Enter. Ändert sich der angezeigte Lagerbestand?
Was bedeutet diese Vorgabe eines Ziellagerbestands?

3. Schließlich planen Sie die Produktion. Bearbeiten Sie den Plan, indem
Sie den Produktionsplan gemäß Ziellagerbestand erstellen. Der Eintrag
befindet sich im Menü des SOP Planungstableaus unter Bearbeiten →
Produktionsplan erstellen. Welcher Lagerbestand resultiert aus diesem
Produktionsplan? Warum?
Notieren Sie sich die Produktionszahlen:
Aktueller Monat + 6 Monate: ___________
Aktueller Monat + 7 Monate: ___________
Aktueller Monat + 8 Monate: ___________
Aktueller Monat + 9 Monate: ___________
Aktueller Monat + 10 Monate: __________
Aktueller Monat + 11 Monate: __________

4. Sichern Sie schließlich Ihre Produktionsgrobplanung.

64 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Lösung 3: Durchführung der Absatz- und


Produktionsgrobplanung
Aufgabe:
Sie führen eine Absatz- und Produktionsgrobplanung auf Materialebene für das
Material R-F1## in Werk 1000 durch. Da Sie in der aktiven Version A00
arbeiten, rufen Sie die Transaktion zum Ändern der Planung für das Material
aus dem Menü der Produktion → Absatz-/Grobplanung auf.
1. Geben Sie im Einstiegsbild der Transaktion das Material R-F1## und das
Werk 1000 an und begeben Sie sich in die Aktive Version (A00). Sie
befinden sich nun im Planungstableau, das insbesondere die Kennzahlen
„Absatz“ und „Produktion“ enthält.
Der Vertrieb hat eine Prognose für den zukünftig zu erwartenden Absatz
erstellt und teilt Ihnen die folgenden Zahlen mit:
Aktueller Monat + 6 Monate: 100 ST
Aktueller Monat + 7 Monate: 110 ST
Aktueller Monat + 8 Monate: 110 ST
Aktueller Monat + 9 Monate: 120 ST
Aktueller Monat + 10 Monate: 140 ST
Aktueller Monat + 11 Monate: 150 ST
Geben Sie diese Zahlen in der Kennzahl „Absatz“ ein und bestätigen Sie
die Eingabe mit Enter. Welcher Lagerbestand wird Ihnen zum letzten Termin
der eingegebenen Planzahlen angezeigt?
Was besagt diese Zahl?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Absatz-/Grobplanung → Planung → Für Material → Ändern
Lagerbestand zum letzten Termin: Es wird ein Lagerbestand von minus
730 ST angezeigt.
Aussage der Zahl: Der Lagerbestand ist in diesem Planungstableau eine
Auswertung, die den erwarteten Absatz der Produktion gegenüberstellt.
Da noch keine Produktionszahlen vorliegen, handelt es sich im zurzeit
vorliegenden Fall lediglich um die Summe der Absatzzahlen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 65


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

2. Da die Prognose des Absatzes für die Monate aktueller Monat + 8 Monate
und aktueller Monat + 9 Monate unsicher ist, geben Sie hier einen
Ziellagerbestand von 20 ST vor. Tragen Sie die Werte ein und bestätigen
Sie mit Enter. Ändert sich der angezeigte Lagerbestand?
Was bedeutet diese Vorgabe eines Ziellagerbestands?
Antwort: Änderung des Lagerbestands: Nein, der Lagerbestand ändert
sich nicht. Er ändert sich nur, wenn entweder die Absatz- oder die
Produktionszahlen geändert werden.
Bedeutung der Vorgabe: Der Ziellagerbestand kann zur Planung der
Produktion herangezogen werden. Es wird damit die Aussage getroffen, dass
am Ende der Periode noch dieser Bestand zur Verfügung stehen soll.
3. Schließlich planen Sie die Produktion. Bearbeiten Sie den Plan, indem
Sie den Produktionsplan gemäß Ziellagerbestand erstellen. Der Eintrag
befindet sich im Menü des SOP Planungstableaus unter Bearbeiten →
Produktionsplan erstellen. Welcher Lagerbestand resultiert aus diesem
Produktionsplan? Warum?
Notieren Sie sich die Produktionszahlen:
Aktueller Monat + 6 Monate: ___________
Aktueller Monat + 7 Monate: ___________
Aktueller Monat + 8 Monate: ___________
Aktueller Monat + 9 Monate: ___________
Aktueller Monat + 10 Monate: __________
Aktueller Monat + 11 Monate: __________
Antwort: Lagerbestand mit Produktionsplan: Der Lagerbestand
entspricht genau dem Ziellagerbestand. Die Planung war gerade unter dieser
Vorgabe durchgeführt worden.
Produktionszahlen:
Aktueller Monat + 6 Monate: 100
Aktueller Monat + 7 Monate: 110
Aktueller Monat + 8 Monate: 130
Aktueller Monat + 9 Monate: 120
Aktueller Monat + 10 Monate: 120
Aktueller Monat + 11 Monate: 150
4. Sichern Sie schließlich Ihre Produktionsgrobplanung.
Antwort: Keine Lösung erforderlich.

66 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Absatzplanung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die Verfahren der Absatz- und Produktionsgrobplanung beschreiben

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 67


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Lektion: Freigabe der Absatzplanung

Überblick über die Lektion


Wenn die Absatz- bzw. Produktionsgrobpläne freigegeben werden, entstehen
Planprimärbedarfe in der Programmplanung. In dieser Lektion lernen Sie den
Freigabeprozess kennen.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• das Ergebnis der Absatz- und Produktionsgrobplanung an die
Programmplanung übergeben

Unternehmensszenario
An das Projektteam stellen sich folgende Fragen:
• In welchen zeitlichen Abständen sollen die Absatzpläne freigegeben werden?
• Für welche Werke müssen die Bedarfe bekannt gemacht werden?
• Stellen die freigegebenen Pläne für die Produktionsplanung unterschiedliche
Bedarfe bzw. Bedarfsarten dar?

Disaggregation und Übergabe

Abbildung 38: Disaggregation und Übergabe

68 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Freigabe der Absatzplanung

Die Erstellung eines Absatz- oder Produktionsplanes auf einer Stufe der
Produkthierarchie erzeugt nicht automatisch Pläne auf untergeordneten Stufen.
Dazu muss eine Disaggregation auf die Produktgruppenmitglieder durchgeführt
werden.
Im Rahmen der Disaggregation gibt es verschiedenen Optionen. Es kann z. B. der
Produktionsplan einer Produktgruppe auf die einzelnen Materialien disaggregiert
werden. Auch der Schritt der Übergabe der Planzahlen an die Programmplanung
erfolgt unter der Bezeichnung „Disaggregation“. Schließlich können beide
Schritte kombiniert werden: es können also Produktgruppenzahlen direkt als
Planprimärbedarfe auf Material-Werks-Ebene übergeben werden. Bei diesem
Vorgehen entstehen keine disaggregierten Planzahlen auf Materialebene.
Es können entweder die Absatz- oder die Produktionszahlen an die
Programmplanung übergeben werden. Außerdem können die Zielversion und die
Eigenschaften der Planprimärbedarfe festgelegt werden.

Zyklus der Absatzplanung

Abbildung 39: Zyklus der Absatzplanung

Die vergangenen Kundenauftragsmengen bilden die Basis für die Prognose der
zukünftigen Bedarfe. Diese Vergangenheitsdaten werden in einer Infostruktur
des LIS verwaltet. Sie gelangen über spezielle Extraktionsstrukturen
aus dem operativen ECC-System in die Infostruktur. Zusätzlich können
Marktinformationen oder einmalige Ereignisse (z. B. Messen) in die Prognose
einbezogen werden.
Der Absatzplan (oder auch eine beliebige andere Kennzahl) als Ergebnis der
Prognose wird als Planprimärbedarf freigegeben. Die Planprimärbedarfe stellen
die Grundlage für die Beschaffungs- und Produktionsplanung dar und können z.
B. mit den aktuellen Kundenaufträgen verrechnet werden.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 69


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

70 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Freigabe der Absatzplanung

Übung 4: Freigabe der Absatzplanung


Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• das Ergebnis der Absatz- und Produktionsgrobplanung an die
Programmplanung freigeben

Unternehmensszenario
Sie haben gerade eine Absatz- und Produktionsgrobplanung für das Material
R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer) durchgeführt. Sie übergeben nun
das Ergebnis an die Programmplanung.

Aufgabe:
Um das Ergebnis Ihrer Produktionsgrobplanung den folgenden Planungsschritten
zugänglich zu machen, disaggregieren Sie im Folgenden die Planung, d. h. Sie
übergeben die Produktionszahlen als Planprimärbedarfe an die Programmplanung.
1. Rufen Sie die Transaktion zur Übergabe der Materialzahlen an die
Programmplanung aus dem Menü der Absatz-/Grobplanung (Ordner
Disaggregation) auf und geben Sie die folgenden Daten ein:

Material: R-F1##
Werk: 1000
Version: A00 (aktive Version)

Machen Sie die folgenden Angaben zum Primärbedarf:

Bedarfsart: VSF
Version: ##
Kennzeichen „aktiv“ nicht gesetzt.

Nachdem Sie sich noch einmal vergewissert haben, dass Sie sämtliche
benötigte Angaben gemacht haben (wobei Sie insbesondere darauf achten,
die richtige Version ## eingegeben und das Kennzeichen „aktiv“ nicht gesetzt
zu haben!), führen Sie die Übergabe aus.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 71


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

2. Hat der soeben durchgeführte Planungsschritt Auswirkungen auf die


operative Bedarfsplanung? Warum (nicht)?

72 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Freigabe der Absatzplanung

Lösung 4: Freigabe der Absatzplanung


Aufgabe:
Um das Ergebnis Ihrer Produktionsgrobplanung den folgenden Planungsschritten
zugänglich zu machen, disaggregieren Sie im Folgenden die Planung, d. h. Sie
übergeben die Produktionszahlen als Planprimärbedarfe an die Programmplanung.
1. Rufen Sie die Transaktion zur Übergabe der Materialzahlen an die
Programmplanung aus dem Menü der Absatz-/Grobplanung (Ordner
Disaggregation) auf und geben Sie die folgenden Daten ein:

Material: R-F1##
Werk: 1000
Version: A00 (aktive Version)

Machen Sie die folgenden Angaben zum Primärbedarf:

Bedarfsart: VSF
Version: ##
Kennzeichen „aktiv“ nicht gesetzt.

Nachdem Sie sich noch einmal vergewissert haben, dass Sie sämtliche
benötigte Angaben gemacht haben (wobei Sie insbesondere darauf achten,
die richtige Version ## eingegeben und das Kennzeichen „aktiv“ nicht gesetzt
zu haben!), führen Sie die Übergabe aus.
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Absatz-/Grobplanung → Disaggregation → Überg. Progr.Pl. Material
2. Hat der soeben durchgeführte Planungsschritt Auswirkungen auf die
operative Bedarfsplanung? Warum (nicht)?
Antwort: Nein, der soeben ausgeführte Schritt hat keine Auswirkungen
auf die operative Planung, weil die Disaggregation mit Ihren Einstellungen
inaktive Planprimärbedarfe als Ergebnis hat.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 73


Kapitel 3: Absatzplanung SCM100

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• das Ergebnis der Absatz- und Produktionsgrobplanung an die
Programmplanung übergeben

74 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Zusammenfassung des Kapitels

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• das Konzept und die Aufgaben der Absatzplanung erläutern
• die Verfahren der Absatz- und Produktionsgrobplanung beschreiben
• das Ergebnis der Absatz- und Produktionsgrobplanung an die
Programmplanung übergeben

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 75


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

76 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Was bedeutet konsistente Planung?

2. Was sind die beiden Kernelemente der Absatz- und Produktionsgrobplanung,


und worin unterscheiden sie sich?

3. Was entsteht bei der Freigabe der Absatz- und Produktionsgrobplanung?

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 77


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

Antworten
1. Was bedeutet konsistente Planung?

Antwort: Konsistente Planung bedeutet, dass die Plandaten auf allen


Planungsebenen konsistent gehalten werden, d.h. sie werden zur Laufzeit
automatisch aggregiert bzw. disaggregiert.

2. Was sind die beiden Kernelemente der Absatz- und Produktionsgrobplanung,


und worin unterscheiden sie sich?

Antwort: Die Kernelemente der Absatz- und Produktionsgrobplanung sind


zum einen die flexible Planung, die flexibel konfigurierbar ist, und zum
anderen Standard-SOP, das weitgehend voreingestellt ist.

3. Was entsteht bei der Freigabe der Absatz- und Produktionsgrobplanung?

Antwort: Planprimärbedarfe, die in der Programmplanung zu sehen sind.

78 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 4
Programmplanung

Überblick über das Kapitel


In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie die Bedarfsmengen und die Bedarfstermine
für Enderzeugnisse und wichtige Baugruppen vorplanen können. Außerdem
lernen Sie die Strategien kennen, mit denen ein Enderzeugnis geplant und
gefertigt bzw. beschafft wird. Schließlich erhalten Sie einen Überblick über die
Verfügbarkeitsprüfung.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie
• die Funktion von Planprimärbedarfen erläutern
• den Ablauf der Lagerfertigung beschreiben
• die Rolle der Planungsstrategien erklären
• die Verrechnung von Planprimärbedarfen mit Kundenaufträgen
nachvollziehen
• den Ablauf der Kundeneinzelfertigung beschreiben
• die grundsätzliche Funktionsweise der Verfügbarkeitsprüfung erläutern

Inhalt des Kapitels


Lektion: Lagerfertigung.......................................................... 80
Übung 5: Vorplanung mit Endmontage ................................... 89
Lektion: Kundeneinzelfertigung ...............................................102
Lektion: Verfügbarkeitsprüfung ...............................................107
Übung 6: Verfügbarkeitsprüfung (optional) ............................. 111

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 79


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Lektion: Lagerfertigung

Überblick über die Lektion


Ausgangspunkt der Beschaffungsplanung sind Primärbedarfe: Planprimärbedarfe,
die sich aus einer Bedarfsprognose ableiten, und Kundenprimärbedarfe bzw.
Kundenaufträge. Das Verhalten dieser Bedarfe kann an unterschiedliche
Anforderungen angepasst werden: die Planungsstrategie steuert, wie sich die
Bedarfe verhalten.
In dieser Lektion lernen Sie, wie Sie die Beschaffung von Materialien einleiten
können, ohne auf konkrete Kundenaufträge zu warten.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die Funktion von Planprimärbedarfen erläutern
• den Ablauf der Lagerfertigung beschreiben
• die Rolle der Planungsstrategien erklären
• die Verrechnung von Planprimärbedarfen mit Kundenaufträgen
nachvollziehen

Unternehmensszenario
Sie sind Produktionsplaner in einem Unternehmen, das Bestand
auftragsunabhängig produziert. Die Produktionsmengen mancher Enderzeugnisse
sind sogar vorhersagbar.

80 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Produktionsprogramm im Produktionswerk

Abbildung 40: Produktionsprogramm im Produktionswerk

Die Programmplanung betrifft die Verwaltung der Primärbedarfe. Primärbedarfe


können direkt für ein Produktionswerk erfasst werden. Sie können aber auch aus
einer Absatzplanung abgeleitet werden.
Planprimärbedarfe sind Lagerbedarfe, also Bedarfe für ein Produkt in einem
bestimmten Werk, die sich aus einer Prognose der zukünftigen Bedarfssituation
ableiten. Zum Beispiel können Prognoseergebnisse aus der Flexiblen Planung
oder dem Standard-SOP als Planprimärbedarf freigegeben werden: Sie stehen
dann in der Bedarfsplanung ab Vorplanung zur Verfügung. Auch ist eine Übergabe
der Planprimärbedarfe aus APO-DP an ECC möglich. Planprimärbedarfe
können auch manuell angelegt werden. In der Lagerfertigung möchte man
dabei die Beschaffung der betroffenen Materialien einleiten, ohne auf konkrete
Kundenaufträge zu warten.
Kundenaufträge (Kundenprimärbedarfe) werden vom Vertrieb erfasst.
Kundenbedarfe können direkt in die Bedarfsplanung eingehen. Das ist immer
dann erwünscht, wenn kundenspezifisch geplant werden soll.
Das Verhalten eines Planprimärbedarfs bzw. eines Kundenbedarfs wird durch
seine Bedarsart gesteuert.
Neben den im Produktionswerk erfassten Primärbedarfen können auch
Umlagerungsbedarfe, also Bedarfe aus anderen Lokationen der Supply Chain (z.
B. Distributionszentren) in das Produktionsprogramm einfließen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 81


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Kundenaufträge und Planprimärbedarfe

Abbildung 41: Kundenaufträge und Planprimärbedarfe

Kundenaufträge werden im Vertrieb (ECC-SD: Sales and Distribution) erfasst.


Sie stellen den Auftrag eines Kunden dar, mit dem ein Produkt in bestimmter
Menge zu einem vorgegebenen Termin gewünscht wird. Kundenaufträge stellen
einen Bedarf im Lieferwerk dar.
Mit Planprimärbedarfen wird eine kundenauftragsanonyme Vorplanung in einem
DC oder Produktionswerk realisiert, es werden also die geplanten Verbräuche
prognostiziert. Aufgrund dieser Vorplanung findet eine Beschaffung statt.
Wenn später konkrete Bedarfe (z. B. in Form von Kundenaufträgen oder
Sekundärbedarfen) vorliegen, können diese im Idealfall aus dem Lager gedeckt
werden.

82 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Umlagerungen

Abbildung 42: Umlagerungen

Bedarfe können im Lokationsnetzwerk durch Umlagerung aus einer anderen


Lokation gedeckt werden. Für diese Abwicklung wird in der anfordernden
Lokation eine Bestellanforderung zur Beschaffung aus dem „Lieferwerk“
erstellt. Das Lieferwerk erhält im Gegenzug einen Bedarf in Form eines
Bestellanforderungsabrufs.

Strategien der Vorplanung

• Lagerfertigung
(Produktion aufgrund einer kundenauftragsanonymen Vorplanung,
Befriedigung der Bedarfe vom Lager)
• Baugruppenvorplanung (Lagerfertigung für Baugruppen)
• Auftragsbezogene Produktion (Enderzeugnis mittels Kundeneinzelferti-
gung in Kundeneinzelbestand, ggf. Baugruppen mittels Lagerfertigung auf
Lager)
Für die Vorplanung der Produktion mit Hilfe von Planprimärbedarfen stehen eine
Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Die unterschiedliche Wirkungsweise
der Planprimärbedarfe wird dabei durch die so genannte Planungsstrategie
gesteuert.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 83


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Wenn Strategien zur Lagerfertigung verwendet werden, so findet die Produktion


in der Regel statt, auch ohne dass bereits Kundenaufträge für das betreffende
Material vorliegen müssen. Gehen dann Kundenaufträge ein, so können diese
vom Lager beliefert werden, so dass kurze Lieferzeiten realisiert werden können.
Außerdem ist es in der Lagerfertigung möglich, einen möglichst gleichmäßigen
Produktionsverlauf unabhängig von der momentanen Nachfrage zu realisieren.
Eine Lagerfertigung kann auch für Baugruppen ausgeführt werden. In diesem
Fall also werden nicht die Endprodukte selbst auf Lager produziert, sondern es
werden vielmehr nur die benötigten Baugruppen beschafft. Ein Kundenauftrag für
ein Endprodukt kann dann in der Regel rasch erfüllt werden, weil nur noch die
Endmontage ausgeführt werden muss, die Baugruppen aber bereits vorliegen.
Bei der kundenauftragsbezogenen Produktion handelt es sich um keine Vorplanung
im eigentlichen Sinn; es wird vielmehr erst für einen konkret vorliegenden
Kundenauftrag beschafft. Oftmals wird die Kundeneinzelfertigung in Verbindung
mit einer Baugruppenvorplanung für die Komponenten verwendet, um die
Lieferzeiten möglichst kurz zu halten.

Lagerfertigung

Abbildung 43: Lagerfertigung

Mit den Strategien der Lagerfertigung wird die Produktion bzw. die Beschaffung
mittels Vorplanungsbedarfen geplant, die sich aus einer Prognose des zu
erwartenden Absatzes ergeben. Kundenaufträge können dabei je nach Wahl
der Strategie selbst bedarfswirksam sein, sich mit der Vorplanung verrechnen
oder nicht bedarfswirksam sein. Kundenaufträge werden in der Lagerfertigung
grundsätzlich aus dem Lagerbestand befriedigt.

84 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Lagerfertigungsstrategien werden z. B. in Situationen angewendet, in denen


die Nachfrage und der Absatz schwankt, die Produktion aber gleichmäßig
ausgelastet werden soll. Die Nachfrage- und Absatzschwankungen werden über
den Lagerbestand ausgeglichen.
Die Vorplanung kann auch auf Baugruppenebene erfolgen. Das ist z. B.
dann sinnvoll, wenn eine Baugruppe zur Verwendung in unterschiedlichen
Endprodukten beschafft werden soll, bevor die Bedarfe (Kundenaufträge) für
diese Endprodukte vorliegen.

Vorplanung mit Endmontage

Abbildung 44: Vorplanung mit Endmontage

Bei der Vorplanung mit Endmontage (ECC-Strategie 40) steht die flexible bzw.
schnelle Reaktion auf Kundenwünsche im Vordergrund, wobei gleichzeitig auch
ein möglichst glatter Produktionsverlauf angestrebt wird. Kundenaufträge sind
bedarfswirksam und verrechnen sich mit der Vorplanung.
Die Beschaffung und Produktion aller Komponenten und Baugruppen
einschließlich ihrer Endmontage wird bereits vor dem Eintreffen der
Kundenaufträge über Planprimärbedarfe angestoßen.
Über die Programmplanung werden Vorplanungsbedarfe für das Enderzeugnis
eingestellt. Eingehende Kundenaufträge verrechnen sich gegen diese Vorplanung.
Falls die Kundenbedarfsmenge größer ist als die Vorplanungsmenge, wird mit
dem nächsten Bedarfsplanungslauf automatisch ein Planauftrag über die volle
Höhe des Kundenauftrags – also auch über die nicht vorgeplante Menge – erzeugt
(Kundenaufträge sind also bedarfswirksam).

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 85


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Die Verfügbarkeit kann aus dem Kundenauftrag nach ATP-Logik durchgeführt


werden.
Die Verrechnung der Kundenbedarfe mit der Vorplanung ist abhängig vom
Verrechnungsmodus und den Verrechnungsintervallen.

Verrechnung

Abbildung 45: Verrechnung

In welcher Richtung auf der Zeitachse die Verrechnung der eintreffenden


Kundenaufträge mit der Vorplanung erfolgen soll, wird mit dem
Verrechnungsmodus festgelegt.

Rückwärtsverrechnung verrechnet den Kundenbedarf mit


(Verrechnungsmodus 1) Planprimärbedarfen, die zeitlich vor
dem Kundenbedarf liegen.
Vorwärtsverrechnung (Verrech- verrechnet Kundenbedarfe mit
nungsmodus 3) Planprimärbedarfen die zeitlich nach
dem Kundenbedarf liegen.
Rückwärts- und Vorwärtsverrechnung können unter Berücksichtigung der
(Verrechnungsmodus 2 bzw. 4) jeweiligen Intervalle kombiniert
werden .

86 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Der Verrechungsmodus und die Verrechungsintervalle können im Materialstamm


oder über die Dispositionsgruppe definiert werden. Wenn keine Werte angegeben
werden, gilt die Defaulteinstellung mit Rückwärtsverrechnung über 999 Tage
(Hinweis: Modus 1 und Verrechnungsintervall rückwärts nicht gepflegt bedeutet,
dass nur Bedarfe am selben Tag verrechnet werden).

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 87


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

88 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Übung 5: Vorplanung mit Endmontage


Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• Planprimärbedarfe erfassen
• die Verrechnung von Planprimärbedarfen und Kundenaufträgen
nachvollziehen

Unternehmensszenario
Die Pumpen mit den Materialnummern R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer)
werden im Werk 1000 produziert. Die Programm- und Bedarfsplanung findet
für diese Pumpen in ECC statt.
Kundenaufträge sollen sich mit Planprimärbedarfen verrechnen, so dass die
Pumpen über die Vorplanung mit Endmontage geplant werden.

Aufgabe 1:
Für die Pumpe R-F1## ist es wichtig, eingehende Kundenaufträge rasch beliefern
zu können. Da die Produktion der Pumpe eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt,
soll sie vorgeplant werden, d. h. die Beschaffung der Pumpe soll bereits vor
Eintreffen konkreter Kundenaufträge eingeleitet werden: Die Produktion der
Pumpe in Werk 1000 soll also in Vorplanung mit Endmontage geplant werden.
Ändern Sie daher zunächst den Materialstamm der Pumpe R-F1## im Werk
1000 in der folgenden Weise (das Ändern eines Materialstamms rufen Sie wie in
der ersten Übung aus den Stammdaten der Produktion in ECC auf):
1. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material R-F1## an, selektieren
Sie auf dem Folgebild die Sichten Disposition1 und Disposition3 und geben
Sie als Organisationsebene das Werk 1000 an.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 89


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

2. Sehen Sie sich zunächst die Sicht Disposition1 an. Stellen Sie sicher, dass
das Dispomerkmal PD und das Losgrößenverfahren EX eingestellt sind.
Was bewirken diese Einstellungen?
Welcher Disponent ist für die Planung dieses Materials verantwortlich?

3. Mit der Enter-Taste gelangen Sie auf die nächste markierte Sicht, also
die Sicht Disposition3. Stellen Sie sicher, dass die Strategiegruppe
40 (Vorplanung mit Endmontage), der Verrechnungsmodus 2 und als
Verrechnungsintervall vorwärts und rückwärts jeweils 30 Tage
eingestellt sind. Zwischen welchen Bedarfselementen erfolgt die
Verrechnung, die Sie hier einstellen?

4. Verlassen Sie den Materialstamm mit Sichern

Aufgabe 2:
Sie erfassen Planprimärbedarfe für das Material R-F1##:
1. Der Vertrieb erwartet für die nächsten Monate Absatzzahlen in folgender
Höhe:

Aktueller Monat + 2 Monate: 70 St.


Aktueller Monat + 3 Monate: 80 St.
Aktueller Monat + 4 Moante: 95 St.
Aktueller Monat + 5 Monate: 80 St.
Aktueller Monat + 6 Monate: 90 St.

Erfassen Sie entsprechende Planprimärbedarfe. Verwenden Sie dazu die


Transaktion Planprimärbedarf anlegen, die Sie aus dem Menü der Produktion
→ Produktionsplanung → Programmplanung aufrufen. Tragen Sie im
Einstiegsbild der Transaktion das Material R-F1##, das Werk 1000 und die

Fortsetzung auf der nächsten Seite

90 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Version 00 ein. Verwenden Sie die Planungsperiode Monat. Nach Enter


befinden Sie sich auf dem Planungstableau, in dem Sie die oben angegebenen
Bedarfsmengen erfassen können. Sichern Sie abschließend die Bedarfe.
2. Sehen Sie sich die soeben erfassten Bedarfe in der aktuellen
Bedarfs-/Bestandsliste an, die Sie aus dem Menü der Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen aufrufen. Im Einstiegsbild geben Sie
zunächst Ihre Materialnummer und das Werk an und rufen die Liste dann
mit Enter auf.
Werden die Bedarfe angezeigt? ______________________

Hinweis: Die Bedarfe werden in der Liste mit der Bezeichnung


VP-BED angezeigt, der Abkürzung für „Vorplanungsbedarf“. Die
Begriffe Vorplanungsbedarf und Planprimärbedarf werden synonym
verwendet.

Werden die Bedarfe durch Beschaffungselemente gedeckt? Warum (nicht)?


____________________________________________________
____________________________________________________

Aufgabe 3:
Um die soeben erfassten Bedarfe durch Beschaffungselemente zu decken und eine
ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation zu erhalten, führen Sie eine mehrstufige
Bedarfsplanung durch:

1. Rufen Sie die Einzelplanung mehrstufig im Menü der Produktion


→ Bedarfsplanung → Planung auf. Tragen Sie im Einstiegsbild die
Materialnummer R-F1## und das Werk 1000 ein. Starten Sie die Planung
schließlich durch zweimaliges Enter. Nach Ablauf der Planung wird Ihnen
die Statistik angezeigt.
Wie viele Materialien wurden im Planungslauf geplant (nur eins oder mehr
als eins)? Warum?

2. Sehen Sie sich erneut die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste an (wenn Sie die
Liste noch in einem zweiten Modus vorliegen haben, frischen Sie sie auf ).
Wurden Beschaffungselemente erzeugt? Wenn ja, welche?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 91


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Wie groß ist die verfügbare Menge am Ende der Liste?


Liegt also für das Material R-F1## eine ausgeglichene Bedarfs-/
Bestandssituation vor?

3. Das Ergebnis der Bedarfsplanung sind Planaufträge. Würde anhand dieser


Planaufträge, auch ohne das Vorliegen konkreter Kundenaufträge, die
Beschaffung der Pumpe bereits eingeleitet? Warum (nicht)?

Aufgabe 4:
Ein Kunde bestellt 30 Pumpen für den aktuellen Monat + 3 Monate. Dieser
Kundenauftrag soll der Einfachheit halber in Form eines entsprechenden
Kundenbedarfs erfasst werden (wir interessieren uns nur für die Auswirkungen
eines Kundenauftrags in der Disposition):
1. Rufen Sie aus dem Menü der Produktion → Produktionsplanung →
Programmplanung die Transaktion Kundenbedarf anlegen auf. Tragen
Sie im Einstiegsbild das Auslieferungswerk 1000 ein und bestätigen
Sie Ihre Eingabe mit Enter. Im folgenden Erfassungsbild geben Sie als
Wunschlieferdatum den 15. Tag von Aktueller Monat + 3 Monate ein.
Bestätigen Sie erneut mit Enter und erfassen Sie eine Kundenbedarfsposition
mit den folgenden Daten:

Material: R-F1##
Auftragsmenge: 30 St.

Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit Enter.

Hinweis: Die Bedarfsart KSV des Kundenbedarfs wird automatisch


aus der im Materialstamm eingetragenen Strategiegruppe ermittelt.

Sichern Sie den Kundenbedarf.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

92 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

2. Sehen Sie sich die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste an (wenn Sie die Liste
noch in einem zweiten Modus vorliegen haben, frischen Sie sie auf ).
Wird der soeben erfasste Kundenbedarf angezeigt?

3. Hat der Kundenbedarf Einfluss auf die dispositiv verfügbare Menge (ändert
sich also die dispositiv verfügbare Menge zum Datum des Kundenbedarfs)?
Wie groß ist die verfügbare Menge am Ende der Liste?

4. Sie haben soeben festgestellt, dass die verfügbare Menge am Ende der
Liste weiter bei Null liegt. Der bedarfswirksame Kundenbedarf ist zu den
Planprimärbedarfen hinzugekommen. Wie lässt sich erklären, dass in
Summe weiter sämtliche Bedarfe gedeckt werden können?

Aufgabe 5:
Der Kundenbedarf ist offenbar mit den Planprimärbedarfen verrechnet worden.
Sie analysieren die Verrechnungssituation aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste
heraus:

1. Führen Sie aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste des Materials R-F1##


(Werk 1000) heraus die Funktion Umfeld → Gesamtbedarf anz. aus. Es
wird Ihnen die Bedarfssituation einschließlich der Verrechnung angezeigt.
Mit welchem Planprimärbedarf (welcher Monatsmenge; notieren Sie Termin
und Menge) verrechnet sich der Kundenauftrag?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 93


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

2. Kehren Sie in die Liste zurück und sehen Sie sich die Monatsmenge (die
Ihnen zum ersten Arbeitstag des Monats angezeigt wird) an. Welche Menge
wird Ihnen angezeigt?
________________________________________________
Erklären Sie das Ergebnis:
________________________________________________
________________________________________________

Hinweis: Die Verrechnung des Kundenbedarfs mit den


Planprimärbedarfen bewirkt i. A. eine Veränderung der
Bedarfssituation (die Bedarfe werden durch die konkreten
Kundenbedarfe terminlich verschoben). Auf diese neue
Bedarfssituation würde ein erneuter Planungslauf i. A. mit dem
Erstellen neuer Beschaffungsvorschläge reagieren. Dieser Schritt
wurde noch nicht ausgeführt.

94 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Lösung 5: Vorplanung mit Endmontage


Aufgabe 1:
Für die Pumpe R-F1## ist es wichtig, eingehende Kundenaufträge rasch beliefern
zu können. Da die Produktion der Pumpe eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt,
soll sie vorgeplant werden, d. h. die Beschaffung der Pumpe soll bereits vor
Eintreffen konkreter Kundenaufträge eingeleitet werden: Die Produktion der
Pumpe in Werk 1000 soll also in Vorplanung mit Endmontage geplant werden.
Ändern Sie daher zunächst den Materialstamm der Pumpe R-F1## im Werk
1000 in der folgenden Weise (das Ändern eines Materialstamms rufen Sie wie in
der ersten Übung aus den Stammdaten der Produktion in ECC auf):
1. Geben Sie mit Aufruf der Transaktion das Material R-F1## an, selektieren
Sie auf dem Folgebild die Sichten Disposition1 und Disposition3 und geben
Sie als Organisationsebene das Werk 1000 an.
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion → Stammdaten →
Materialstamm → Material → Ändern → Sofort
2. Sehen Sie sich zunächst die Sicht Disposition1 an. Stellen Sie sicher, dass
das Dispomerkmal PD und das Losgrößenverfahren EX eingestellt sind.
Was bewirken diese Einstellungen?
Welcher Disponent ist für die Planung dieses Materials verantwortlich?
Antwort: Wirkung der Einstellungen: Mit dem Dispositionsmerkmal PD
wird die plangesteuerte Disposition eingestellt. Das Losgrößenverfahren
EX bewirkt, dass Unterdeckungsmengen exakt befriedigt werden.
Disponent: Für die Planung des Materials ist der Disponent 0##
verantwortlich.
3. Mit der Enter-Taste gelangen Sie auf die nächste markierte Sicht, also
die Sicht Disposition3. Stellen Sie sicher, dass die Strategiegruppe
40 (Vorplanung mit Endmontage), der Verrechnungsmodus 2 und als
Verrechnungsintervall vorwärts und rückwärts jeweils 30 Tage
eingestellt sind. Zwischen welchen Bedarfselementen erfolgt die
Verrechnung, die Sie hier einstellen?
Antwort: Bedarfselemente mit Verrechnung: Es verrechnen sich
Kundenbedarfe mit Planprimärbedarfen.
4. Verlassen Sie den Materialstamm mit Sichern
a) Keine Lösung erforderlich.
.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 95


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Aufgabe 2:
Sie erfassen Planprimärbedarfe für das Material R-F1##:
1. Der Vertrieb erwartet für die nächsten Monate Absatzzahlen in folgender
Höhe:

Aktueller Monat + 2 Monate: 70 St.


Aktueller Monat + 3 Monate: 80 St.
Aktueller Monat + 4 Moante: 95 St.
Aktueller Monat + 5 Monate: 80 St.
Aktueller Monat + 6 Monate: 90 St.

Erfassen Sie entsprechende Planprimärbedarfe. Verwenden Sie dazu die


Transaktion Planprimärbedarf anlegen, die Sie aus dem Menü der Produktion
→ Produktionsplanung → Programmplanung aufrufen. Tragen Sie im
Einstiegsbild der Transaktion das Material R-F1##, das Werk 1000 und die
Version 00 ein. Verwenden Sie die Planungsperiode Monat. Nach Enter
befinden Sie sich auf dem Planungstableau, in dem Sie die oben angegebenen
Bedarfsmengen erfassen können. Sichern Sie abschließend die Bedarfe.
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Produktionsplanung → Programmplanung → Planprimärbedarf →
Anlegen
2. Sehen Sie sich die soeben erfassten Bedarfe in der aktuellen
Bedarfs-/Bestandsliste an, die Sie aus dem Menü der Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen aufrufen. Im Einstiegsbild geben Sie
zunächst Ihre Materialnummer und das Werk an und rufen die Liste dann
mit Enter auf.
Werden die Bedarfe angezeigt? ______________________

Hinweis: Die Bedarfe werden in der Liste mit der Bezeichnung


VP-BED angezeigt, der Abkürzung für „Vorplanungsbedarf“. Die
Begriffe Vorplanungsbedarf und Planprimärbedarf werden synonym
verwendet.

Werden die Bedarfe durch Beschaffungselemente gedeckt? Warum (nicht)?


____________________________________________________

Fortsetzung auf der nächsten Seite

96 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

____________________________________________________
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion → Bedarfsplanung
→ Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Bedarfe angezeigt: Ja, die Bedarfe werden angezeigt.
Bedarfe durch Beschaffungselemente gedeckt: Nein, die Bedarfe
werden nicht durch entsprechende Beschaffungselemente gedeckt,
weil noch kein Bedarfsplanungslauf durchgeführt wurde.

Aufgabe 3:
Um die soeben erfassten Bedarfe durch Beschaffungselemente zu decken und eine
ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation zu erhalten, führen Sie eine mehrstufige
Bedarfsplanung durch:
1. Rufen Sie die Einzelplanung mehrstufig im Menü der Produktion
→ Bedarfsplanung → Planung auf. Tragen Sie im Einstiegsbild die
Materialnummer R-F1## und das Werk 1000 ein. Starten Sie die Planung
schließlich durch zweimaliges Enter. Nach Ablauf der Planung wird Ihnen
die Statistik angezeigt.
Wie viele Materialien wurden im Planungslauf geplant (nur eins oder mehr
als eins)? Warum?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Planung → Einzelpl. mehrstufig
Materialien im Planungslauf: Es wurden 10 Materialien geplant. Bei
einer mehrstufigen Planung werden neben dem Kopfmaterial sämtliche
(plangesteuert disponierten) Materialien der Stücklistenstruktur
geplant.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 97


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

2. Sehen Sie sich erneut die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste an (wenn Sie die
Liste noch in einem zweiten Modus vorliegen haben, frischen Sie sie auf ).
Wurden Beschaffungselemente erzeugt? Wenn ja, welche?
Wie groß ist die verfügbare Menge am Ende der Liste?
Liegt also für das Material R-F1## eine ausgeglichene Bedarfs-/
Bestandssituation vor?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Beschaffungselemente erzeugt: Ja, es wurden Planaufträge zur Deckung
der Bedarfe erzeugt.
Verfügbare Menge am Ende der Liste: Die verfügbare Menge am Ende der
Liste ist Null Stück.
Ausgeglichene Bedarfs-/ Bestandssituation: Ja, die Bedarfs-/
Bestandssituation ist damit ausgeglichen: es liegen Beschaffungselemente
genau in Höhe der Bedarfe vor.
3. Das Ergebnis der Bedarfsplanung sind Planaufträge. Würde anhand dieser
Planaufträge, auch ohne das Vorliegen konkreter Kundenaufträge, die
Beschaffung der Pumpe bereits eingeleitet? Warum (nicht)?
Antwort: Beschaffung der Pumpe bereits eingeleitet: Ja, die Beschaffung
der Pumpe würde eingeleitet, da die Planaufträge in Fertigungsaufträge
umgesetzt werden können. Es ist das Ziel der Vorplanung mit
Endmontage, bereits vor dem Eintreffen konkreter Kundenaufträge die
Beschaffung einzuleiten.

Aufgabe 4:
Ein Kunde bestellt 30 Pumpen für den aktuellen Monat + 3 Monate. Dieser
Kundenauftrag soll der Einfachheit halber in Form eines entsprechenden
Kundenbedarfs erfasst werden (wir interessieren uns nur für die Auswirkungen
eines Kundenauftrags in der Disposition):
1. Rufen Sie aus dem Menü der Produktion → Produktionsplanung →
Programmplanung die Transaktion Kundenbedarf anlegen auf. Tragen
Sie im Einstiegsbild das Auslieferungswerk 1000 ein und bestätigen
Sie Ihre Eingabe mit Enter. Im folgenden Erfassungsbild geben Sie als
Wunschlieferdatum den 15. Tag von Aktueller Monat + 3 Monate ein.
Bestätigen Sie erneut mit Enter und erfassen Sie eine Kundenbedarfsposition
mit den folgenden Daten:

Material: R-F1##
Auftragsmenge: 30 St.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

98 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit Enter.

Hinweis: Die Bedarfsart KSV des Kundenbedarfs wird automatisch


aus der im Materialstamm eingetragenen Strategiegruppe ermittelt.

Sichern Sie den Kundenbedarf.


a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Produktionsplanung → Programmplanung → Kundenbedarf →
Anlegen
2. Sehen Sie sich die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste an (wenn Sie die Liste
noch in einem zweiten Modus vorliegen haben, frischen Sie sie auf ).
Wird der soeben erfasste Kundenbedarf angezeigt?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Kundenbedarf angezeigt: Der Kundenbedarf wird mit Termin und Menge
angezeigt.
3. Hat der Kundenbedarf Einfluss auf die dispositiv verfügbare Menge (ändert
sich also die dispositiv verfügbare Menge zum Datum des Kundenbedarfs)?
Wie groß ist die verfügbare Menge am Ende der Liste?
Antwort: Einfluss auf dispositiv verfügbare Menge: Der Kundenbedarf ist
dispositiv wirksam.
Verfügbare Menge am Ende der Liste: Die verfügbare Menge am Ende der
Liste ist weiter Null Stück.
4. Sie haben soeben festgestellt, dass die verfügbare Menge am Ende der
Liste weiter bei Null liegt. Der bedarfswirksame Kundenbedarf ist zu den
Planprimärbedarfen hinzugekommen. Wie lässt sich erklären, dass in
Summe weiter sämtliche Bedarfe gedeckt werden können?
Antwort: Erklärung: Der Kundenbedarf hat sich mit den
Planprimärbedarfen verrechnet.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 99


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Aufgabe 5:
Der Kundenbedarf ist offenbar mit den Planprimärbedarfen verrechnet worden.
Sie analysieren die Verrechnungssituation aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste
heraus:
1. Führen Sie aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste des Materials R-F1##
(Werk 1000) heraus die Funktion Umfeld → Gesamtbedarf anz. aus. Es
wird Ihnen die Bedarfssituation einschließlich der Verrechnung angezeigt.
Mit welchem Planprimärbedarf (welcher Monatsmenge; notieren Sie Termin
und Menge) verrechnet sich der Kundenauftrag?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Monatsmenge mit Verrechnung: Die Verrechnung (Zuordnung) findet
statt mit der Monatsmenge des aktuellen Monats + 3 Monate, die
Bedarfsmenge beträgt 80 St.
2. Kehren Sie in die Liste zurück und sehen Sie sich die Monatsmenge (die
Ihnen zum ersten Arbeitstag des Monats angezeigt wird) an. Welche Menge
wird Ihnen angezeigt?
________________________________________________
Erklären Sie das Ergebnis:
________________________________________________
________________________________________________

Hinweis: Die Verrechnung des Kundenbedarfs mit den


Planprimärbedarfen bewirkt i. A. eine Veränderung der
Bedarfssituation (die Bedarfe werden durch die konkreten
Kundenbedarfe terminlich verschoben). Auf diese neue
Bedarfssituation würde ein erneuter Planungslauf i. A. mit dem
Erstellen neuer Beschaffungsvorschläge reagieren. Dieser Schritt
wurde noch nicht ausgeführt.

a) Angezeigt Menge in der Liste: In der aktuellen Bedarfs-/Bestandliste


wird zum ersten Arbeitstag des aktuellen Monats + 3 Monate eine
Planprimärbedarfsmenge von 50 St. angezeigt.
Erklärung: Es wird nur noch der nicht verrechnete Anteil des
Planprimärbedarfs angezeigt, da nur noch dieser Anteil dispositiv
wirksam ist. Der verrechnete Anteil wird durch den Kundenbedarf
übernommen.

100 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Lagerfertigung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die Funktion von Planprimärbedarfen erläutern
• den Ablauf der Lagerfertigung beschreiben
• die Rolle der Planungsstrategien erklären
• die Verrechnung von Planprimärbedarfen mit Kundenaufträgen
nachvollziehen

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 101


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Lektion: Kundeneinzelfertigung

Überblick über die Lektion


Ausgangspunkt der Beschaffungsplanung sind Primärbedarfe: Planprimärbedarfe,
die sich aus einer Bedarfsprognose ableiten, und Kundenprimärbedarfe bzw.
Kundenaufträge. Das Verhalten dieser Bedarfe kann an unterschiedliche
Anforderungen angepasst werden: die Planungsstrategie steuert, wie sich die
Bedarfe verhalten.
In dieser Lektion lernen Sie, wie Sie die Beschaffung von Materialien mit Bezug
auf konkrete Kundenaufträge einleiten können.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• den Ablauf der Kundeneinzelfertigung beschreiben

Unternehmensszenario
Sie sind Produktionsplaner in einem Unternehmen, das die Enderzeugnisse erst
dann fertigt, wenn entsprechende Kundenaufträge eingegangen sind.

Kundenauftragsbezogene Fertigung

Abbildung 46: Kundenauftragsbezogene Fertigung

Bei den Strategien der auftragsbezogenen Fertigung ist der Kundenauftrag der
Bedarfs- und Produktionsverursacher.

102 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Kundeneinzelfertigung

Neben der klassischen Kundeneinzelfertigung ist die Vorplanung ohne


Endmontage möglich. Darüber hinaus existieren in ECC verschiedene Strategien
zur Montageabwicklung.

Kundeneinzelfertigung

Abbildung 47: Kundeneinzelfertigung

Bei der Kundeneinzelfertigung (ECC-Strategie 20) wird jeder Kundenauftrag


einzeln geplant und in einem eigenen Abschnitt in der Dispositionsliste bzw. der
aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste verwaltet.
Es erfolgt keine Nettobedarfsrechnung zwischen einzelnen Kundenaufträgen bzw.
mit dem anonymen Lagerbestand.
Bei der Kundeneinzelfertigung wird in der Regel als Losgrößenverfahren
die exakte Losgröße verwendet, unabhängig von der Eingabe im
Materialstamm. Gemäß der Einstellung des im Materialstamm verwendeten
Losgrößenkennzeichens kann für die Kundeneinzelfertigung eine andere Losgröße
als für die Lagerfertigung eingesetzt werden.
Die Kundeneinzelfertigung kann mit Hilfe des Einzel-/Sammelbedarfskennze-
ichens beliebig tief in die Stücklistenstruktur hinein zugelassen werden.
Die produzierten Mengen sind unter den einzelnen Kundenaufträgen nicht
austauschbar, die gefertigten Mengen werden bestandsmäßig direkt für den
einzelnen Kundenauftrag (im Kundeneinzelbestand) verwaltet.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 103


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Der Kundeneinzelbestand und der Bedarf wird durch einen Warenausgang auf
den Kundenauftrag abgebaut. Sobald der Kundenauftrag abgeschlossen und der
Kundeneinzelbestand erschöpft ist, verschwindet der Kundeneinzelabschnitt aus
der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste bzw. Dispositionsliste.

Einzel-/Sammelkennzeichen

Abbildung 48: Einzel-/Sammelkennzeichen

Das Einzel-/Sammelbedarfskennzeichen im Materialstamm bestimmt, ob eine


Komponente für einen speziellen Kundenbedarf im Einzelabschnitt beschafft wird.
Das Kennzeichen „1“ (Einzelbedarf) bedeutet, dass das Material speziell für einen
Kundenauftrag produziert bzw. beschafft wird. Ein spezieller Einzelabschnitt
wird für jeden Bedarf erzeugt. Ein Einzelbedarf wird nur erzeugt, wenn das
übergeordnete Material keinen Sammelbedarf erzeugt.
Das Kennzeichen „2“ (Sammelbedarf) bedeutet, dass dieses Material für
verschiedene Bedarfe produziert bzw. beschafft wird. Die Bedarfe finden sich im
Nettobedarfsabschnitt.
Das Kennzeichen „leer“ bedeutet, dass die Komponente in der gleichen Art
geplant wird wie die übergeordnete Baugruppe.
In obigem Beispiel werden für die Welle zwei Einzelabschnitte für die
Kundenaufträge A und B eröffnet.
Falls Sie individuell für die jeweilige Stückliste die Materialposition steuern
wollen, benutzen Sie das Feld „Auflösungssteuerung“ in den Positionsdaten
der Komponente (Sicht „Allgemeine Daten“). Die Einstellung in der Stückliste
übersteuert die Materialstammeinstellung.

104 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Kundeneinzelfertigung

Kundeneinzelfertigung mit Variantenkonfiguration

Abbildung 49: Kundeneinzelfertigung mit Variantenkonfiguration

Mit der Variantenkonfiguration ist es möglich, ein Material mit unterschiedlichen


Eigenschaften (Merkmalen) zu versehen. Pro Merkmal können dabei
unterschiedliche Ausprägungen definiert werden (Werteumfang).
Konfigurierbare Materialien können sowohl in der Kundeneinzelfertigung als
auch in der Lagerfertigung verwendet werden.
Grundlage der Variantenkonfiguration ist das Klassensystem. Dort werden
Merkmale gepflegt und zu Klassen zusammengefasst. Notwendige Voraussetzung
ist darüber hinaus die Formulierung von Beziehungswissen zur Beschreibung der
Auswirkungen der einzelnen Konfigurationen (Bewertungen). Möglich sind dabei
so genannte Auswahlbedingungen und Prozeduren. Eine Auswahlbedingung
wählt etwa aus der Maximalstückliste für eine gelbe Pumpe die gelbe Farbe und
aus dem Arbeitsplan den Vorgang „Gelb lackieren“ aus. Eine Prozedur verändert
allgemein Feldinhalte oder Werte von Feldern, errechnet also zum Beispiel die
Rüstdauer abhängig von einer gewählten Farbe.
Die Bewertung kann am Kundenauftrag vorgegeben werden, kann aber auch in
einem Plan- oder Produktionsauftrag angegeben bzw. gezielt ergänzt werden. Die
Fertigung erfolgt dann grundsätzlich „variantenrein“.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 105


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• den Ablauf der Kundeneinzelfertigung beschreiben

106 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion erhalten Sie einen Überblick über die Verfügbarkeitsprüfung.
Die Verfügbarkeitsprüfung ermöglicht es, Aussagen über die Verfügbarkeit eines
Produkts zu treffen. Sie kann zum Beispiel verwendet werden in Kundenaufträgen
- oder in Fertigungsaufträgen, wenn es darum geht, die Komponentenverfügbarkeit
sicher zu stellen.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die grundsätzliche Funktionsweise der Verfügbarkeitsprüfung erläutern

Unternehmensszenario
In Ihrem Unternehmen soll bei einem Kundenauftragseingang geprüft werden, ob
für das gewünschte Material genügend Bestand auf Lager ist.

Verfügbarkeit

Abbildung 50: Verfügbarkeitsprüfung

Die Verfügbarkeitsprüfung hat eine Vielzahl von Anwendungen. Sie kann


u. a. verwendet werden im Kundenauftrag, im Fertigungsauftrag oder bei
Warenbewegungen. Wenn Sie also z. B. einen Kundenauftrag anlegen, so prüft das
System im Rahmen der ATP-Prüfung, ob für das gewünschte Material genügend
Bestand auf Lager verfügbar ist. Außerdem kann geprüft werden, ob bereits

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 107


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Zugänge (z. B. Fertigungsaufträge, Planaufträge) bis zum gewünschten Termin


eingeplant wurden. Wenn die Antwort positiv ausfällt, kann der Kundenauftrag
bestätigt werden.
In ECC steht neben der Verfügbarkeitsprüfung nach ATP auch die
Vorplanungsprüfung zur Auswahl.

Verfügbarkeitsprüfung nach ATP-Logik

Abbildung 51: Verfügbarkeitsprüfung nach ATP-Logik

Bei der Prüfung nach ATP-Logik prüft das System, ob alle Bedarfe durch
bestehende Zugänge gedeckt werden und ob von den Zugängen noch
Mengenanteile offen für neu eintreffende Bedarfe sind. Diese noch nicht
zugeordneten Mengenanteile bilden die ATP-Menge.
Bei der Prüfung nach ATP-Logik wird geprüft, ob die Bedarfsmenge durch
Bestand oder bestimmte festgelegte Zu- und Abgangselemente gedeckt werden
kann. Kann eine Menge zum Bedarfstermin bestätigt werden, so wird diese Menge
als bestätigte Menge im Bedarf vermerkt und die ATP-Menge des Materials wird
um diese bestätigte Menge reduziert. Bei der nächsten Verfügbarkeitsprüfung
können Bedarfe nur noch in Höhe der verbleibenden ATP-Menge bestätigt werden.
Bei der Komponentenverfügbarkeitsprüfung im Plan- oder Fertigungsauftrag wird
das Ergebnis der Komponentenprüfung in den Auftragskopf als bestätigte Menge
und Auftragsbestätigungstermin übernommen.

108 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Verfügbarkeitsprüfung mit Vorplanungszuordnung

Abbildung 52: Verfügbarkeitsprüfung mit Vorplanungszuordnung

Bei der Prüfung gegen Vorplanung wird ausschließlich gegen die offenen
Planprimärbedarfsmengen geprüft, d. h. es werden für die Verfügbarkeitsaussage
keine ATP-Mengen herangezogen.
Bei der Vorplanungszuordnung orientiert sich das System am Verrechnungsmodus
(in obigem Beispiel eine Verrechnung rückwärts) und den dazugehörigen
Verrechnungsintervallen.
Im allgemeinen kann die Art der Verfügbarkeitsprüfung, die durchgeführt
werden soll, in der Kundenbedarfsklasse der Strategie bestimmt werden. Bei der
ECC-Strategie 50 ist aus technischen Gründen nur die Verfügbarkeitsprüfung
über Vorplanungszuordnung möglich. Bei ECC-Strategie 60 ist in der
Kundenauftragsabwicklung eine Prüfung auf Vorplanungsmengen des
Vorplanungsmaterials möglich.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 109


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

110 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Übung 6: Verfügbarkeitsprüfung (optional)


Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• eine Verfügbarkeitsprüfung nach dem ATP-Verfahren durchführen

Unternehmensszenario
Die Pumpen mit den Materialnummern R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer)
werden im Werk 1000 produziert. Die Programm- und Bedarfsplanung findet
für diese Pumpen in ECC statt. Im Rahmen einer Ersatzteilbestellung soll die
Verfügbarkeit der Baugruppe R-B1## (## ist Ihre Gruppennummer) mit dem
ATP-Verfahren ("Available to Promise") geprüft werden.

Hinweis:

Beachten Sie bitte, dass die vorliegende Übung ausnahmsweise die Baugruppe
R-B1## (und nicht das Enderzeugnis R-F1##) in Werk 1000 betrachtet!

Aufgabe:
Ein Vertriebsmitarbeiter erfasst einen Kundenauftrag für das Pumpengehäuse
(Material R-B1##, Werk 1000), das im Rahmen einer Ersatzteilbestellung
nachträglich geordert werden soll

1. Rufen Sie im Vertrieb unter dem Eintrag Verkauf die Transaktion zum
Anlegen eines (Kunden-)Auftrags auf.
Es handelt sich um einen Terminauftrag (Auftragsart TA).
Die weiteren Organisationsdaten lauten:

Verkaufsorganisation: 1000
Vertriebsweg: 10
Sparte: 00
Verkaufsbüro: 1000

Steigen Sie mit Enter in die Übersicht zum Terminauftrag ein und geben
Sie hier folgende Daten an:

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 111


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Auftraggeber: 1000
Warenempfänger: 1000
Bestellnummer: Sub_## (## = Gruppen-Nummer)
Wunschlieferdatum: Mittwoch nächster Woche
Material: R-B1##
Auftragsmenge: 12

Bestätigen Sie Ihre Eingaben nun mit Enter und bestätigen Sie eventuelle
Informationsmeldungen mit Enter.

2. In einem neuen Fenster wird Ihnen das Ergebnis der im Hintergrund


vorgenommenen Verfügbarkeitsprüfung dargestellt. Interpretieren Sie die
Angaben. Ist eine zeitgerechte Bestätigung der Wunschliefermenge zum
Wunschlieferdatum mit einer Einmallieferung möglich?
Wann ist eine Vollieferung möglich?
Gibt es einen Alternativvorschlag?

3. Rufen Sie zur Interpretation der Situation in einem zweiten Modus


die Bedarfs-/Bestandsliste zu Material R-B1##, Werk 1000 auf. Sie
finden dieses Werkzeug z. B. in den Auswertungen zur Produktion →
Bedarfsplanung. Geben Sie anhand der Mengen- und Terminsituation eine
Begründung für das Resultat der vorangegangenen Verfügbarkeitsprüfung an.

4. Wurden also über die Verfügbarkeitsprüfung neue Beschaffungselemente


erzeugt?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

112 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Verlassen Sie die Bedarfs-/Bestandsliste bitte nicht!

5. Drücken Sie nun im ersten Modus im Prüfdialog oben die Taste


Liefervorschlag und sichern Sie anschließend den Kundenauftrag.

6. Frischen Sie im zweiten Modus die Bedarfs/Bestandsliste für R-B1##,


Werk 1000 auf (Taste F6). Was hat sich geändert?

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 113


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

Lösung 6: Verfügbarkeitsprüfung
(optional)
Aufgabe:
Ein Vertriebsmitarbeiter erfasst einen Kundenauftrag für das Pumpengehäuse
(Material R-B1##, Werk 1000), das im Rahmen einer Ersatzteilbestellung
nachträglich geordert werden soll
1. Rufen Sie im Vertrieb unter dem Eintrag Verkauf die Transaktion zum
Anlegen eines (Kunden-)Auftrags auf.
Es handelt sich um einen Terminauftrag (Auftragsart TA).
Die weiteren Organisationsdaten lauten:

Verkaufsorganisation: 1000
Vertriebsweg: 10
Sparte: 00
Verkaufsbüro: 1000

Steigen Sie mit Enter in die Übersicht zum Terminauftrag ein und geben
Sie hier folgende Daten an:

Auftraggeber: 1000
Warenempfänger: 1000
Bestellnummer: Sub_## (## = Gruppen-Nummer)
Wunschlieferdatum: Mittwoch nächster Woche
Material: R-B1##
Auftragsmenge: 12

Bestätigen Sie Ihre Eingaben nun mit Enter und bestätigen Sie eventuelle
Informationsmeldungen mit Enter.
Antwort: Menüpfad: ECC-Logistik Vertrieb → Verkauf → Auftrag →
Anlegen

Fortsetzung auf der nächsten Seite

114 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

2. In einem neuen Fenster wird Ihnen das Ergebnis der im Hintergrund


vorgenommenen Verfügbarkeitsprüfung dargestellt. Interpretieren Sie die
Angaben. Ist eine zeitgerechte Bestätigung der Wunschliefermenge zum
Wunschlieferdatum mit einer Einmallieferung möglich?
Wann ist eine Vollieferung möglich?
Gibt es einen Alternativvorschlag?
Antwort:
1. Zeitgerechte Bereitstellung: Eine zeitgerechte Bereitstellung der
Wunschliefermenge ist nicht möglich. Von den 12 angeforderten
Gehäusen können nur 10 zum Wunschtermin bestätigt werden.
2. Wann Vollieferung: Variiert; eine Vollieferung ist i.A. etwa eine
Woche später möglich.
3. Alternativvorschlag: Ja, eine Alternative bestünde in Teillieferungen
(verfügbarer Teil wird zum Wunschdatum geliefert, der Rest
sobald Verfügbarkeit besteht - hier ca. 1-2 Wochen später).
3. Rufen Sie zur Interpretation der Situation in einem zweiten Modus
die Bedarfs-/Bestandsliste zu Material R-B1##, Werk 1000 auf. Sie
finden dieses Werkzeug z. B. in den Auswertungen zur Produktion →
Bedarfsplanung. Geben Sie anhand der Mengen- und Terminsituation eine
Begründung für das Resultat der vorangegangenen Verfügbarkeitsprüfung an.
Antwort: Menüpfad: ECC-Logistik → Produktion → Bedarfsplanung →
Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Begründung: Die Wunschliefermenge von 12 Stück kann zum
Wunschlieferzeitpunkt nur zum Teil (10 Stück) aus Bestand befriedigt
werden. Die fehlenden 2 Stück können frühestens beim Eintreffen von
Zugangselementen bestätigt werden. Im vorliegenden Fall werden im
Customizing Planaufträge als Zugangselemente zugelassen. Daher
erfolgt für die fehlenden 2 Stück eine verspätete Bestätigung. Zu
diesem späteren Zeitpunkt wäre auch eine Vollieferung möglich.
Ein Liefervorschlag würde dagegen auf Teillieferungen je nach
Verfügbarkeit hinauslaufen.
4. Wurden also über die Verfügbarkeitsprüfung neue Beschaffungselemente
erzeugt?
Verlassen Sie die Bedarfs-/Bestandsliste bitte nicht!
Antwort: Neue Beschaffungselemente: Nein, die Planaufträge des
Materials R-B1## resultieren aus einer vorangegangenen mehrstufigen
Bedarfsplanung (aus der letzten Übung). Die Verfügbarkeitsprüfung in
ECC erzeugt selbst keine neuen Bedarfsdecker.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 115


Kapitel 4: Programmplanung SCM100

5. Drücken Sie nun im ersten Modus im Prüfdialog oben die Taste


Liefervorschlag und sichern Sie anschließend den Kundenauftrag.
Antwort: -
6. Frischen Sie im zweiten Modus die Bedarfs/Bestandsliste für R-B1##,
Werk 1000 auf (Taste F6). Was hat sich geändert?
Antwort: Änderung: Der Kundenauftrag, der gerade im letzten Schritt
angelegt wurde, ist nun in der Bedarfs-/Bestandsliste zu sehen und ist
bedarfswirksam.

116 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Verfügbarkeitsprüfung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die grundsätzliche Funktionsweise der Verfügbarkeitsprüfung erläutern

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 117


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• die Funktion von Planprimärbedarfen erläutern
• den Ablauf der Lagerfertigung beschreiben
• die Rolle der Planungsstrategien erklären
• die Verrechnung von Planprimärbedarfen mit Kundenaufträgen
nachvollziehen
• den Ablauf der Kundeneinzelfertigung beschreiben
• die grundsätzliche Funktionsweise der Verfügbarkeitsprüfung erläutern

118 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Optionale Fragestellungen: Beschreiben Sie kurz den Ablauf einer
anonymen Lagerfertigung.

2. Das Produktionsprogramm setzt sich aus


,
und weiteren Bedarfen wie z.B.
zusammen.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

3. Bei den Strategien der auftragsbezogenen Fertigung ist der


der Bedarfs- und Produktionsverursacher.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

4. Bei ECC-Strategie 20 erfolgt eine Nettobedarfsrechnung zwischen einzelnen


Kundenaufträgen bzw. mit dem anonymen Lagerbestand.
Geben Sie an, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.
□ Richtig
□ Falsch

5. Welche Strategie bietet sich an, wenn ein Großteil des


Wertschöpfungsprozesses bei der Endmontage anfällt?

6. Wie heißen die beiden Verfahren der Verfügbarkeitsprüfung?

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 119


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

Antworten
1. Optionale Fragestellungen: Beschreiben Sie kurz den Ablauf einer
anonymen Lagerfertigung.

Antwort: Bei der Lagerfertigung wird anhand einer Vorplanung die


Produktion angestoßen und Lagerbestand erzeugt. Die Bedarfe werden aus
dem Lagerbestand befriedigt.

2. Das Produktionsprogramm setzt sich aus Planprimärbedarfen,


Kundenaufträgen und weiteren Bedarfen wie z.B. Umlagerungsbedarfen
zusammen.

Antwort: Planprimärbedarfen, Kundenaufträgen, Umlagerungsbedarfen

3. Bei den Strategien der auftragsbezogenen Fertigung ist der Kundenauftrag


der Bedarfs- und Produktionsverursacher.

Antwort: Kundenauftrag

4. Bei ECC-Strategie 20 erfolgt eine Nettobedarfsrechnung zwischen einzelnen


Kundenaufträgen bzw. mit dem anonymen Lagerbestand.

Antwort: Falsch
Bei ECC-Strategie 20 erfolgt kein Einbezug des anonymen Lagerbestands.
Jeder Kundenauftrag wird einzeln geplant und in einem eigenen Abschnitt in
der Dispositionsliste bzw. der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste verwaltet.

5. Welche Strategie bietet sich an, wenn ein Großteil des


Wertschöpfungsprozesses bei der Endmontage anfällt?

Antwort: Strategie 50, Vorplanung ohne Endmontage

6. Wie heißen die beiden Verfahren der Verfügbarkeitsprüfung?

Antwort: Vorplanungsprüfung bzw. Prüfung gegen Planprimärbedarfe und


Prüfung nach ATP-Logik

120 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 5
Langfristplanung

Überblick über das Kapitel


In diesem Kapitel lernen Sie die Langfristplanung kennen.
Die Langfristplanung ist eine simulative Planung, die auf der Logik und den
Strukturen der operativen Materialbedarfsplanung beruht. Sie erlaubt daher die
Simulation von Produktionsprogrammen über sämtliche Stücklistenstufen hinweg,
ohne dass spezielle Stammdaten angelegt werden müssen.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie

• die Ziele der Langfristplanung nennen


• die Stammdaten der Langfristplanung beschreiben
• ein Planungsszenario anlegen und auswerten
• die Langfristplanung durchführen
• den Zusammenhang von Langfristplanung und operativer Bedarfsplanung
erklären

Inhalt des Kapitels


Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung ............122
Übung 7: Anlegen eines Planungsszenarios ...........................127
Lektion: Durchführung der Langfristplanung ................................132
Übung 8: Durchführung der Langfristplanung ..........................137

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 121


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Lektion: Planungsszenario und Umfeld der


Langfristplanung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion werden Sie in das Thema der Langfristplanung eingeführt. Sie
lernen die Ziele und die Stammdaten der Langfristplanung kennen. Außerdem
bereiten Sie die Langfristplanung vor.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die Ziele der Langfristplanung nennen
• die Stammdaten der Langfristplanung beschreiben
• ein Planungsszenario anlegen und auswerten

Unternehmensszenario
Ihr Unternehmen benutzt die Langfristplanung, um herauszufinden, ob die
Vorgaben der Absatz- und Programmplanung zu realisieren sind, oder ob z. B.
zusätzliche Maschinen gebraucht werden. Außerdem wollen Sie den Einfluss der
Bestellpunktmaterialien auf das Produktionsprogramm simulieren.

Ziele der Langfristplanung

• Simulation eines Produktionsprogramms über sämtliche Stücklistenstufen


hinweg
• Abstimmung der Kapazitäten
• Abstimmung der Kostenstellenplanung
• Vorausschau für den Einkauf
• Vorausschau für das Bestandscontrolling
In der Langfristplanung werden verschiedene Versionen zukünftiger
Produktionsprogramme zunächst simulativ im Rahmen einer Bedarfsplanung
berechnet. Hierdurch können Kapazitätsbedarfe, der Leistungsartenbedarf der
Kostenstellen und der Bedarf an Kaufteilen berechnet werden.
Die simulierbaren Produktionsprogramme können Planprimärbedarfe und/oder
Kundenaufträge enthalten.

122 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung

Die Simulation kann hinsichtlich Bedarfsplanung, Kapazitätsplanung,


Bestellvolumen, Einkaufsbudget, Kostenstellenplanung und Bestandscontrolling
ausgewertet und optimiert werden. Nach der Auswertung der Ergebnisse der
simulativen Planung kann das bisherige Produktionsprogramm durch die
bevorzugte Version der Langfristplanung ersetzt und weitergeführt werden.
Die Daten für die Fremdbeschaffung können mit einem speziellen Report in das
Einkaufsinfosystem übertragen und dort ausgewertet werden.
Aus den vorgegebenen Bedarfen und den zukünftigen Zugängen werden die
zukünftigen Bestände abgeleitet. Die von der Langfristplanung ermittelten Daten
zur Bedarfs- und Bestandssituation können in das Bestandscontrolling übertragen
und dort mit Hilfe der Standardanalyse ausgewertet werden.
Die in der Langfristplanung ermittelten Daten zum Leistungsbedarf werden
als Planzahlen an die Kostenstellenrechnung übergeben. Damit können die
Produktionskosten für jede Kostenstelle ermittelt und die Produkte kalkuliert
werden.

Simulative Planungsräume

Abbildung 53: Simulative Planungsräume

In der Langfristplanung können eigenständige „Planungsräume“ aufgebaut


werden, die in die operative Realität integriert sind. Diese Planungsräume
zeichnen sich durch separate Simulationsdaten aus. Für jedes Szenario existiert
also ein eigener simulativer Planungsraum. Operative Daten können in einen
simulativen Planungsraum kopiert oder darin referenziert (berücksichtigt) werden.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 123


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Die Simulationsplanung kann langfristig oder kurzfristig ausgerichtet sein. Es


gibt keine zeitliche Beschränkung für die Durchführung der Langfristplanung.
Die Planungszeiträume der Langfristplanung und der operativen Planung sollten
aufeinander abgestimmt sein, um betriebswirtschaftliche Inkonsistenzen zu
vermeiden.

Einbettung in das funktionale Umfeld

Abbildung 54: Einbettung in das funktionale Umfeld

Die Langfristplanung kann auf Basis operativer Stammdaten durchgeführt werden:


Stücklisten, Arbeitspläne, Arbeitsplätze und Materialstämme. Es müssen also
keine neuen operativen Daten angelegt werden.
Wenn Sie Situationen simulieren möchten, die auf abweichenden Stammdaten
beruhen, können Sie für die Langfristplanung jedoch auch spezielle Stammdaten
(Stücklisten und Arbeitspläne) anlegen.
Für die Langfristplanung stehen eigene Werkzeuge zur Verfügung, die sich in
der Handhabung nicht von den Werkzeugen unterscheiden, die in der operativen
Planung verwendet werden. So entsteht kaum zusätzlicher Einarbeitungsaufwand.

124 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung

Planungsszenario

Abbildung 55: Planungsszenario

Beim Anlegen eines Planungsszenarios legen Sie mit den Voreinstellungen als
„Langfristplanung“, „Brutto-Langfristplanung“ und „Kurzfristige Simulation“
gewisse Einstellungen des Szenarios an. Diese Voreinstellungen können Sie
jederzeit ändern. Auch können Sie die Einstellungen eines anderen Szenarios
kopieren.
Wenn Sie beim Anlegen des Planungsszenarios im Einstiegsbild das
Kennzeichen „Brutto-Langfristszenario“ markiert haben, schlägt das
System Steuerungsparameter vor, mit denen Sie für Kostenauswertungs-
und Budgetierungszwecke die reinen Bedarfsmengen planen, ohne dass
operativ vorhandene Bestände, materialspezifische Losgrößen oder Ausschuss
berücksichtigt werden.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 125


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Im einzelnen legen Sie im Planungsszenario u. a. fest:


• die Werke, für die die Simulation durchgeführt werden soll
• welche Planprimärbedarfsversionen (aktiv oder inaktiv) simuliert werden
• von welchem Anfangsbestand die Simulation ausgehen soll (Nullbestand,
Sicherheitsbestand, Werksbestand zum Planungszeitpunkt, durchschnittlicher
Werksbestand)
• ob Kundenaufträge in der Langfristplanung berücksichtigt werden (diese
können aus der Langfristplanung nicht geändert werden)
• ob feste Zugänge (Bestellungen, Fertigungsaufträge, Materialreservierungen)
in der Nettobedarfsrechnung berücksichtigt werden sollen
• ob fixierte Planaufträge aus der operativen Bedarfsplanung in die
Langfristplanung übernommen (kopiert) werden sollen (die fixierten
Planaufträge sind änderbar) und ob fixierte Bestellanforderungen der
operativen Planung im simulativen Planungsraum berücksichtigt werden
(diese sind nicht änderbar)
• ob Sekundärbedarfe für verbrauchsgesteuerte Materialien,
KANBAN-Materialien und Schüttgut erzeugt werden
• ob Langfristplanungsstücklisten bzw. Langfristplanungsarbeitspläne
angesteuert werden sollen

126 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung

Übung 7: Anlegen eines Planungsszenar-


ios
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• ein Szenario der Langfristplanung anlegen

Unternehmensszenario
Für die Pumpe R-F1## (## = Ihre Gruppennummer) im Werk 1000 wurde
bereits aus der Produktionsgrobplanung ein inaktives Produktionsprogramm
in Form inaktiver Planprimärbedarfe in der Version ## erstellt. Mit Hilfe der
Langfristplanung wollen Sie sicherstellen, dass dieser Plan kapazitiv machbar ist.
Sie bereiten diese Auswertung jetzt vor.

Aufgabe 1:
Sie wollen mit Hilfe der Langfristplanung sicher stellen, dass das inaktive
Planprimärbedarfsprogramm, das in der Version ## vorliegt, kapazitiv machbar
ist. Sie legen daher im Folgenden ein entsprechendes Planungsszenario an.
1. Rufen Sie aus dem Menü der Produktion → Produktionsplanung →
Langfristplanung die Transaktion zum Anlegen eines Planungsszenarios
auf. Geben Sie im Einstiegsbild die folgenden Daten ein:

Nummer des Szenarios: 0##


Beschreibung: Langfristszenario ##

und wählen Sie die Voreinstellung Langfristplanung. Bestätigen Sie mit


Enter und nehmen Sie im Folgebild die folgenden Einstellungen vor:

Planungszeitraum von 1.Tag von Aktueller


Monat + 6 Monate
bis letzter Tag von
Aktueller Monat
+11 Monate;

kein Anfangsbestand;
Sekundärbedarfe für verbrauchsgesteuert disponierte Materialien
erzeugen;
Kundenaufträge nicht berücksichtigen;

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 127


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Fixierungshorizontlogik ausschalten;
Nicht mit Direktfertigung arbeiten;
Kundeneinzelplanung bzw. Projekteinzelplanung nicht durchführen;
feste Zugänge (Bestellungen, Fertigungsaufträge, Materialreservierun-
gen) nicht berücksichtigen;
fixierte Bestellanforderungen nicht berücksichtigen;
fixierte Planaufträge nicht berücksichtigen.
2. Ordnen Sie dem Szenario zunächst das Werk 1000 zu, indem Sie den Knopf
Werke wählen und mit Neuer Eintrag das Werk 1000 angeben. Übernehmen
Sie Ihre Eingabe. Anschließend wählen Sie den Knopf Planprimärbedarf
aus, geben mit Neuer Eintrag die Primärbedarfsversion ## an und
Übernehmen auch diesen Eintrag.
3. Geben Sie das Szenario frei. Die Planungsvormerkungen für die Materialien
in den zugeordneten Werken sollen sofort angelegt werden.

Aufgabe 2:
Betrachten Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation des Szenarios 0##.
Rufen Sie dazu die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste aus den Auswertungen der
Langfristplanung auf und geben Sie neben der Materialnummer R-F1## und
dem Werk 1000 auch das Szenario 0## an.

1. Werden die Planprimärbedarfe der Version ##, die in das Szenario 0##
einfließen, in der Liste angezeigt?

2. Tauchen diese Primärbedarfe, die ins Szenario 0## einfließen, auch in


der operativen Bedarfs-/Bestandliste auf, die Sie aus dem Menü der
Bedarfsplanung aufrufen?
Warum (nicht)?

128 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung

Lösung 7: Anlegen eines Planungsszenar-


ios
Aufgabe 1:
Sie wollen mit Hilfe der Langfristplanung sicher stellen, dass das inaktive
Planprimärbedarfsprogramm, das in der Version ## vorliegt, kapazitiv machbar
ist. Sie legen daher im Folgenden ein entsprechendes Planungsszenario an.
1. Rufen Sie aus dem Menü der Produktion → Produktionsplanung →
Langfristplanung die Transaktion zum Anlegen eines Planungsszenarios
auf. Geben Sie im Einstiegsbild die folgenden Daten ein:

Nummer des Szenarios: 0##


Beschreibung: Langfristszenario ##

und wählen Sie die Voreinstellung Langfristplanung. Bestätigen Sie mit


Enter und nehmen Sie im Folgebild die folgenden Einstellungen vor:

Planungszeitraum von 1.Tag von Aktueller


Monat + 6 Monate
bis letzter Tag von
Aktueller Monat
+11 Monate;

kein Anfangsbestand;
Sekundärbedarfe für verbrauchsgesteuert disponierte Materialien
erzeugen;
Kundenaufträge nicht berücksichtigen;
Fixierungshorizontlogik ausschalten;
Nicht mit Direktfertigung arbeiten;
Kundeneinzelplanung bzw. Projekteinzelplanung nicht durchführen;
feste Zugänge (Bestellungen, Fertigungsaufträge, Materialreservierun-
gen) nicht berücksichtigen;
fixierte Bestellanforderungen nicht berücksichtigen;
fixierte Planaufträge nicht berücksichtigen.
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Produktionsplanung → Langfristplanung → Szenario → Anlegen

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 129


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

2. Ordnen Sie dem Szenario zunächst das Werk 1000 zu, indem Sie den Knopf
Werke wählen und mit Neuer Eintrag das Werk 1000 angeben. Übernehmen
Sie Ihre Eingabe. Anschließend wählen Sie den Knopf Planprimärbedarf
aus, geben mit Neuer Eintrag die Primärbedarfsversion ## an und
Übernehmen auch diesen Eintrag.
3. Geben Sie das Szenario frei. Die Planungsvormerkungen für die Materialien
in den zugeordneten Werken sollen sofort angelegt werden.
a) Führen Sie hierzu im Szenario die Funktion Freigeben und sichern aus.
Beantworten Sie die Abfrage mit Sofort.

Aufgabe 2:
Betrachten Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation des Szenarios 0##.
Rufen Sie dazu die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste aus den Auswertungen der
Langfristplanung auf und geben Sie neben der Materialnummer R-F1## und
dem Werk 1000 auch das Szenario 0## an.
1. Werden die Planprimärbedarfe der Version ##, die in das Szenario 0##
einfließen, in der Liste angezeigt?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion
→ Produktionsplanung → Langfristplanung → Auswertungen →
Bedarfs-/Bestandsliste
Planprimärbedarfe der Version ## angezeigt: Ja, die Planprimärbedarfe
werden angezeigt.
2. Tauchen diese Primärbedarfe, die ins Szenario 0## einfließen, auch in
der operativen Bedarfs-/Bestandliste auf, die Sie aus dem Menü der
Bedarfsplanung aufrufen?
Warum (nicht)?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Primärbedarfe auch operativer Bedarfs-/Bestandliste: Nein, in der
operativen Liste tauchen die Bedarfe nicht auf.
Begründung: Die Planprimärbedarfe befinden sich in einer inaktiven
Planprimärbedarfsversion. Für die operative Planung sind aber nur
aktive Planprimärbedarfe relevant.

130 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Planungsszenario und Umfeld der Langfristplanung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die Ziele der Langfristplanung nennen
• die Stammdaten der Langfristplanung beschreiben
• ein Planungsszenario anlegen und auswerten

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 131


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Lektion: Durchführung der Langfristplanung

Überblick über die Lektion


Sie führen Sie die Langfristplanung durch und werten die Kapazitätssituation aus.
Anschließend übergeben Sie den Langfristplan in den operativen Plan.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• die Langfristplanung durchführen
• den Zusammenhang von Langfristplanung und operativer Bedarfsplanung
erklären

Unternehmensszenario
Sie ermöglichen es dem Einkauf, Auswertungen für die Lieferantenvorschau
durchzuführen, indem Sie die Ergebnisse der Langfristplanung an das
Einkaufsinformationssystem weitergeben.
Ebenso können Sie die Langfristplanzahlen dem Controlling zur Verfügung
stellen, damit die Produktionskosten für jede Kostenstelle und die Produkte
kalkuliert werden können.

Prozess der Langfristplanung

Abbildung 56: Prozess der Langfristplanung

132 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

Ein Planungsszenario muss zuerst freigegeben werden, um hiermit die


Langfrist-Bedarfsplanung durchzuführen. Mit der Freigabe des Planungsszenarios
wird eine Planungsvormerkdatei für die Materialien der Werke erzeugt, die
dem Planungsszenario zugeordnet sind. Es gibt also je Szenario eine eigene
Planungsvormerkdatei für die Langfristplanung.
Je nach Einstellung im Szenario fließen neben den zugeordneten
Planprimärbedarfen zusätzlich externe Bedarfe und feste Zugänge in die
Langfristplanung ein. Das Kennzeichen „Kundenaufträge berücksichtigen“
bewirkt dabei, dass neben Kundenaufträgen auch SD-Lieferpläne, Kontrakte,
Lieferungen berücksichtigt werden, während das Kennzeichen „Mit festen
Zugängen“ sich bezieht auf Fertigungsaufträge, Bestellungen, Einteilungen zum
Lieferplan, Reservierungen, Transportabrufe, QM-Prüflose.
Im Rahmen der Langfristplanung werden nur (simulative) Planaufträge erzeugt.
Sie kann durchgeführt werden als Gesamtplanung, Einzelplanung, Einzelplanung
im Simulationsmodus oder über das Planungstableau der Serienfertigung.
Nach der Auswertung und Abstimmung des simulativen Planungsergebnisses
kann die gewünschte Planprimärbedarfsversion im Planungsszenario aktiviert und
ggf. mit einer neuen Versionsnummer versehen werden. Nach der Aktivierung
ist die Planprimärbedarfsversion für die operative Planung wirksam. Außerdem
können Sie fixierte simulative Planaufträge aus der Langfristplanung in die
operative Planung übernehmen.

Langfrist- und operative Planung

Abbildung 57: Langfrist- und operative Planung

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 133


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Das operative Produktionsprogramm ergibt sich aus der Summe aller aktiven
Primärbedarfsversionen.
Das „Aktivieren“ einer Primärbedarfsversion kann auf zwei unterschiedliche
Arten erfolgen:
• Durch das Setzen des Aktiv-Kennzeichens der Primärbedarfsversion: da die
operative Planung sich als Summe aller aktiven Primärbedarfsversionen
ergibt, ist dieses Vorgehen gleichbedeutend mit einer Addition zum
bisherigen Plan.
• Durch das „Aktivieren“ im Szenario: es wird die Quellprimärbedarfsversion
in eine Zielprimärbedarfsversion übertragen. Wird dabei als Zielversion der
Übertragung eine bereits aktive Version gewählt und überlappen sich die
Zeiträume, in denen in der Quell- und Zielversion Primärbedarfe existieren,
so werden in den Überlappungszeiträumen die Primärbedarfe der Zielversion
durch die Primärbedarfe der Quellversion überschrieben.

Langfristplanung: Anfangsdaten

Abbildung 58: Langfristplanung: Anfangsdaten

134 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

In den simulativen Planungsraum können fließen:


• aktive oder inaktive Planprimärbedarfsversionen
• Kundenaufträge
• fixierte operative Planaufträge
• fixierte Bestellanforderungen
• Fertigungsaufträge
• Bestellungen

Langfristplanung: Ergebnisdaten

Abbildung 59: Langfristplanung: Ergebnisdaten

Vom simulativen in den operativen Planungsraum können übernommen werden:


• aktivierte Planprimärbedarfsversionen
• fixierte simulative Planaufträge (für fremdbeschaffte Materialien auch als
Bestellanforderungen oder Lieferplaneinteilungen)

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 135


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

136 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

Übung 8: Durchführung der


Langfristplanung
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• die Langfristplanung durchführen und auswerten

Unternehmensszenario
Für die Pumpe R-F1## im Werk 1000 wurde bereits aus der
Produktionsgrobplanung ein inaktives Produktionsprogramm in Form inaktiver
Planprimärbedarfe in der Version ## erstellt. Sie stellen nun mit Hilfe der
Langfristplanung sicher, dass dieser Plan kapazitiv machbar ist, und überführen
ihn in die operative Planung.

Aufgabe 1:
Lösen Sie folgende Aufgabe:
1. Führen Sie im Szenario 0## die Langfristplanung für das Material R-F1##
im Werk 1000 durch. Da Sie später die Kapazitätssituation betrachten
wollen, sollen in der Langfristplanung Kapazitätsbedarfe erzeugt werden.
Sie rufen die (Langfrist-) Einzelplanung mehrstufig ausgehend vom Menü
der Langfristplanung auf. Geben Sie im Einstiegsbild der Transaktion die
folgenden Parameter ein:

Planungsszenario: 0##
Material: R-F1##
Werk: 1000
Verarbeitungsschlüssel: NETCH
Terminierung: 2 (Durchlaufterminierung und
Kapazitätsplanung)
Fix. Planaufträge: Einstellung im Planungsszenario
verwenden
Auch unveränderte Komponenten auswählen
planen:

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 137


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Ergebnis anzeigen: nicht auswählen


Materialliste: auswählen
Simulationsmodus: nicht auswählen.

Hinweis: Achten Sie vor allem auf das Terminierungskennzeichen 2.

Starten Sie die Langfristplanung mit zweimaligem Enter.

Aufgabe 2:
Werten Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation des Szenarios 0## für das
Material R-F1## aus.

1. Wurden Beschaffungselemente zur Deckung der Planprimärbedarfe erzeugt?

2. Liegt eine ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation vor?

Aufgabe 3:
Werten Sie nun die Kapazitätssituation im Szenario 0## aus. Springen Sie dazu
aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste in die Kapazitätssituation. Wählen Sie
als Planungsart die Feinplanung, als Periodenübersicht Wochen und geben
Sie als Auswertungszeitraum den Beginn und das Ende des Planungszeitraums

Fortsetzung auf der nächsten Seite

138 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

ein, den Sie auch in der Definition des Szenarios angegeben hatten (1.Tag von
Aktueller Monat + 6 Monate bis letzter Tag von Aktueller Monat +11 Monate).
Wählen Sie den Knopf Übernehmen , um die Kapazitätsauswertung zu starten.

1. Verwenden Sie die Kapazitätsanzeige sowie darin den Knopf Übersicht ,


um sich einen Überblick über die Kapazitätsbelastungen zu verschaffen.
Wie groß ist die maximale Belastung? Auf welchem Arbeitsplatz und in
welcher Woche?

2. Gehen in diese Kapazitätsauswertung auch operative Daten ein? Warum


(nicht)?

Aufgabe 4:
Sie haben sichergestellt, dass Ihr Produktionsplan keine kapazitiven Überlasten
erzeugt, und möchten ihn nun in die operative Planung übergeben. Sie aktivieren
also die inaktiven Planprimärbedarfe, die im Szenario 0## simuliert wurden.

1. Die Aktivierung der Planprimärbedarfe erfolgt aus der Transaktion


Planungsszenario ändern, die Sie ausgehend vom Menü der Langfristplanung
für das Szenario 0## aufrufen. Betätigen Sie den Knopf Primärbedarf aktiv.
Im anschließenden Dialogbild markieren Sie die Planprimärbedarfsversion
## und geben als Zielversion die Planprimärbedarfsversion 00 ein. (Als
Übergabezeitraum wird der Zeitraum vorgeschlagen, den Sie im Szenario
als Planungszeitraum angegeben hatten.) Löschen Sie das Kennzeichen
Testmodus, wählen Sie das Kennzeichen Liste erzeugen und betätigen Sie
anschließend den Knopf Aktivieren.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 139


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

2. Rufen Sie die operative aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste auf. Werden die


Bedarfe, die Sie in der Langfristplanung simuliert hatten, angezeigt?
In welcher Planprimärbedarfsversion befinden sich diese Bedarfe (lassen Sie
sich zur Beantwortung der Frage das Element aus der Liste anzeigen)?

3. Werden die Bedarfe durch Zugänge gedeckt? Warum (nicht)?

140 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

Lösung 8: Durchführung der


Langfristplanung
Aufgabe 1:
Lösen Sie folgende Aufgabe:
1. Führen Sie im Szenario 0## die Langfristplanung für das Material R-F1##
im Werk 1000 durch. Da Sie später die Kapazitätssituation betrachten
wollen, sollen in der Langfristplanung Kapazitätsbedarfe erzeugt werden.
Sie rufen die (Langfrist-) Einzelplanung mehrstufig ausgehend vom Menü
der Langfristplanung auf. Geben Sie im Einstiegsbild der Transaktion die
folgenden Parameter ein:

Planungsszenario: 0##
Material: R-F1##
Werk: 1000
Verarbeitungsschlüssel: NETCH
Terminierung: 2 (Durchlaufterminierung und
Kapazitätsplanung)
Fix. Planaufträge: Einstellung im Planungsszenario
verwenden
Auch unveränderte Komponenten auswählen
planen:
Ergebnis anzeigen: nicht auswählen
Materialliste: auswählen
Simulationsmodus: nicht auswählen.

Hinweis: Achten Sie vor allem auf das Terminierungskennzeichen 2.

Starten Sie die Langfristplanung mit zweimaligem Enter.


a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Produktionsplanung → Langfristplanung → Langfristplanung →
Einzelplanung mehrstufig

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 141


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Aufgabe 2:
Werten Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation des Szenarios 0## für das
Material R-F1## aus.
1. Wurden Beschaffungselemente zur Deckung der Planprimärbedarfe erzeugt?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion
→ Produktionsplanung → Langfristplanung → Auswertungen →
Bedarfs-/Bestandsliste
Beschaffungselemente erzeugt: Ja, es wurden Planaufträge zur Deckung
der Planprimärbedarfe erzeugt.
2. Liegt eine ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation vor?
Antwort: Ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation: Ja, es liegt eine
ausgeglichene Bedarfs-/Bestandssituation vor.

Aufgabe 3:
Werten Sie nun die Kapazitätssituation im Szenario 0## aus. Springen Sie dazu
aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste in die Kapazitätssituation. Wählen Sie
als Planungsart die Feinplanung, als Periodenübersicht Wochen und geben
Sie als Auswertungszeitraum den Beginn und das Ende des Planungszeitraums
ein, den Sie auch in der Definition des Szenarios angegeben hatten (1.Tag von
Aktueller Monat + 6 Monate bis letzter Tag von Aktueller Monat +11 Monate).
Wählen Sie den Knopf Übernehmen , um die Kapazitätsauswertung zu starten.
1. Verwenden Sie die Kapazitätsanzeige sowie darin den Knopf Übersicht ,
um sich einen Überblick über die Kapazitätsbelastungen zu verschaffen.
Wie groß ist die maximale Belastung? Auf welchem Arbeitsplatz und in
welcher Woche?
Antwort: Maximale Belastung: Variiert, z. B. 62,6% Belastung auf dem
Arbeitsplatz R-L## in der aktuellen KW + 29 Wochen (expandieren Sie
hierzu ggf. die Einzelzeilendarstellung über die "+"-Schaltfläche).
2. Gehen in diese Kapazitätsauswertung auch operative Daten ein? Warum
(nicht)?
Antwort: Operative Daten: Nein, operative Daten gehen in die
Kapazitätsauswertung nicht ein. Operative Fertigungsaufträge wurden
in der Langfristplanung nicht berücksichtigt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

142 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Langfristplanung

Aufgabe 4:
Sie haben sichergestellt, dass Ihr Produktionsplan keine kapazitiven Überlasten
erzeugt, und möchten ihn nun in die operative Planung übergeben. Sie aktivieren
also die inaktiven Planprimärbedarfe, die im Szenario 0## simuliert wurden.
1. Die Aktivierung der Planprimärbedarfe erfolgt aus der Transaktion
Planungsszenario ändern, die Sie ausgehend vom Menü der Langfristplanung
für das Szenario 0## aufrufen. Betätigen Sie den Knopf Primärbedarf aktiv.
Im anschließenden Dialogbild markieren Sie die Planprimärbedarfsversion
## und geben als Zielversion die Planprimärbedarfsversion 00 ein. (Als
Übergabezeitraum wird der Zeitraum vorgeschlagen, den Sie im Szenario
als Planungszeitraum angegeben hatten.) Löschen Sie das Kennzeichen
Testmodus, wählen Sie das Kennzeichen Liste erzeugen und betätigen Sie
anschließend den Knopf Aktivieren.
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Produktionsplanung → Langfristplanung → Szenario → Ändern
2. Rufen Sie die operative aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste auf. Werden die
Bedarfe, die Sie in der Langfristplanung simuliert hatten, angezeigt?
In welcher Planprimärbedarfsversion befinden sich diese Bedarfe (lassen Sie
sich zur Beantwortung der Frage das Element aus der Liste anzeigen)?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Bedarfe aus Langfristplanung angezeigt: Ja, die Bedarfe aus der
Langfristplanung liegen vor.
Planprimärbedarfsversion: Die Bedarfe befinden sich in der
Planprimärbedarfsversion 00.
3. Werden die Bedarfe durch Zugänge gedeckt? Warum (nicht)?
Antwort: Bedarfe durch Zugänge gedeckt: Nein, die Bedarfe werden nicht
durch Zugänge gedeckt. Sie sind soeben erst in die operative Planung
übergeben worden, und es fand noch keine operative Bedarfsplanung
für diese neuen Bedarfe statt.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 143


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• die Langfristplanung durchführen
• den Zusammenhang von Langfristplanung und operativer Bedarfsplanung
erklären

144 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Zusammenfassung des Kapitels

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• die Ziele der Langfristplanung nennen
• die Stammdaten der Langfristplanung beschreiben
• ein Planungsszenario anlegen und auswerten
• die Langfristplanung durchführen
• den Zusammenhang von Langfristplanung und operativer Bedarfsplanung
erklären

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 145


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

146 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Welche Ziele kann eine Langfristplanung verfolgen?

2. Die Parameter der Simulation werden im


definiert.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

3. Für die Langfristplanung müssen Sie spezielle Materialstammsätze anlegen.


Geben Sie an, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.
□ Richtig
□ Falsch

4. Welche Zugänge können bei einer Langfristplanung berücksichtigt werden?

5. Was ist die Voraussetzung dafür, dass Planaufträge der Langfristplanung in


die operative Bedarfsplanung übernommen werden?

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 147


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

Antworten
1. Welche Ziele kann eine Langfristplanung verfolgen?

Antwort:
• Simulation eines Produktionsprogramms über sämtliche
Stücklistenstufen hinweg
• Abstimmung der Kapazitäten
• Abstimmung der Kostenstellenplanung
• Vorausschau für den Einkauf
• Vorausschau für den Bestandscontrolling

2. Die Parameter der Simulation werden im Planungsszenario definiert.

Antwort: Planungsszenario

3. Für die Langfristplanung müssen Sie spezielle Materialstammsätze anlegen.

Antwort: Falsch
Die Langfristplanung kann auf Basis operativer Stammdaten durchgeführt
werden: Stücklisten, Arbeitspläne, Arbeitsplätze und Materialstämme. Es
müssen also keine operativen Daten angelegt werden.
Wenn Sie Situationen simulieren möchten, die auf abweichenden
Stammdaten beruhen, haben Sie jedoch die Möglichkeit, spezielle
Stammdaten (Stücklisten und Arbeitspläne) anzulegen. Es ist allerdings
nicht möglich, abweichende Materialstammdaten zu verwenden.

4. Welche Zugänge können bei einer Langfristplanung berücksichtigt werden?

Antwort:
• Feste Zugänge
– Bestellungen
– Fertigungsaufträge
– Reservierungen
• Fixierte Bestellanforderungen
• Fixierte Planaufträge

148 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

5. Was ist die Voraussetzung dafür, dass Planaufträge der Langfristplanung in


die operative Bedarfsplanung übernommen werden?

Antwort: Die Planaufträge des Planungsszenarios müssen fixiert sein.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 149


Kapitel 5: Langfristplanung SCM100

150 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Kapitel 6
Materialbedarfsplanung

Überblick über das Kapitel


In diesem Kapitel lernen Sie die Materialbedarfsplanung von SAP ECC kennen.
Mit der Materialbedarfsplanung wird, ggf. über sämtliche Stücklistenstufen, die
Beschaffung in einem Werk geplant. Die Planung kann verbrauchsgesteuert (z.
B. über die Angabe eines Meldebestands) oder plangesteuert erfolgen. Bei der
plangesteuerten Disposition erfolgt die Beschaffung ausgehend von zukünftigen
Primärbedarfen, wobei in der mehrstufigen Eigenfertigung auch die rechtzeitige
Beschaffung der Baugruppen und Komponenten geplant wird.

Lernziele des Kapitels


Am Ende dieses Kapitels können Sie
• den Unterschied zwischen dem verbrauchsgesteuerten und dem
plangesteuerten Dispositionsverfahren erläutern
• die Beschaffungsart erklären
• eine mehrstufige Bedarfsplanung ausführen
• die Terminierung bei Eigenfertigung und Fremdbeschaffung erklären
• eine mehrstufige Bedarfsplanung auswerten
• den Zusammenhang zwischen Materialbedarfsplanung und
Kapazitätsplanung erläutern

Inhalt des Kapitels


Lektion: Dispositionsverfahren ................................................152
Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung .................................157
Übung 9: Durchführung der Bedarfsplanung ...........................171
Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung ................................179
Übung 10: Auswertung der Planung mit der Dispositionsliste........187

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 151


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Lektion: Dispositionsverfahren

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie die grundlegenden Dispositionsverfahren kennen. Ein
Dispositionsverfahren legt den prinzipiellen Ablauf der Planung für ein Material
fest.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• den Unterschied zwischen dem verbrauchsgesteuerten und dem
plangesteuerten Dispositionsverfahren erläutern
• die Beschaffungsart erklären

Unternehmensszenario
Als Mitglied des Projektteams zur Implementierung der Bedarfsplanung legen Sie
fest, welche Materialien verbrauchsgesteuert und welche Materialien plangesteuert
disponiert werden.

Dispositionsverfahren

Abbildung 60: Dispositionsverfahren

152 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Dispositionsverfahren

Die grundsätzliche Art der Disposition wird pro Material mit dem
Dispositionsmerkmal festgelegt, das in der Disposition1-Sicht des Materialstamms
eingetragen wird. Ein Material kann plangesteuert oder verbrauchsgesteuert
disponiert werden, oder es kann mit einem entsprechenden Dispositionsmerkmal
auch von der Disposition ausgeschlossen werden.
Die plangesteuerte Disposition orientiert sich am aktuellen und zukünftigen
Absatz und findet über die gesamte Stücklistenstruktur hinweg statt. Die geplanten
Bedarfsmengen (in Form von Planprimärbedarfen oder Kundenaufträgen) geben
den Anstoß für die Bedarfsrechnung.
Die verbrauchsgesteuerte Disposition basiert auf den Verbrauchswerten der
Vergangenheit und schließt mit Hilfe der Prognose oder statistischer Verfahren
auf den zukünftigen Bedarf. Die verbrauchsgesteuerte Disposition zeichnet sich
aus durch ihre Einfachheit und findet vorwiegend für so genannte B- und C-Teile
Verwendung, also für Teile mit niedrigem Wertanteil.

Verbrauchsgesteuerte Disposition

Abbildung 61: Verbrauchsgesteuerte Disposition

Die manuelle Bestellpunktdisposition ist ein typisches Verfahren der


verbrauchsgesteuerten Disposition. Sie zeichnet sich durch ihre besondere
Einfachheit aus.
Gesteuert wird die Disposition durch einen manuell anzugebenden Meldebestand
(z. B. 50 St.). Das System prüft beim Planungslauf dann lediglich, ob dieser
Meldebestand unterschritten ist oder nicht (ob also noch weniger als 50 St. auf
Lager sind). Wenn das der Fall ist, wird die Beschaffung in Höhe der Losgröße
(etwa fixe Losgröße von 500 St.) angestoßen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 153


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Wenn beispielsweise für fremdbeschaffte Materialien von der Disposition direkt


Lieferplaneinteilungen erzeugt werden, ist der administrative Aufwand bei dieser
Art der Disposition äußerst gering.
Die Bestellpunktdisposition ist nur sinnvoll für Materialien mit relativ
gleichmäßigen Verbrauchsverläufen, wobei zusätzlich eine zeitnahe
Bestandsführung gewährleistet sein muss.

Nettobedarfsrechnung

Abbildung 62: Nettobedarfsrechnung

In der plangesteuerten Disposition wird beim Planungslauf eine


Nettobedarfsrechnung durchgeführt, um festzustellen, ob für ein Material
eine Unterdeckungssituation vorliegt. Dazu werden der Bestand und die
bereits vorliegenden festen Zugänge (Bestellungen, Fertigungsaufträge, fixierte
Bestellanforderungen und Planaufträge, ...) dem Sicherheitsbestand und den
Bedarfen gegenübergestellt. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung ist die so
genannte dispositiv verfügbare Menge.
Ist die dispositiv verfügbare Menge kleiner als Null, so spricht man von einer
Unterdeckung. Die Bedarfsplanung reagiert auf Unterdeckungssituationen
mit dem Anlegen von neuen Beschaffungsvorschlägen, d. h. abhängig
von der Beschaffungsart mit dem Anlegen von Bestellanforderungen oder
Planaufträgen. Die vorgeschlagene Beschaffungsmenge ergibt sich dabei aus dem
Losgrößenverfahren, das im Materialstamm eingestellt ist.

154 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Dispositionsverfahren

Beschaffungsarten

Abbildung 63: Beschaffungsarten

Durch die Beschaffungsart wird festgelegt, ob ein Material eigengefertigt oder


fremdbeschafft wird.
Die möglichen Beschaffungsarten werden durch die Materialart im Customizing
des Materialstamms zugelassen und im Materialstammsatz (Dispositionsdatenbild
2, Feld „Beschaffungsart“) festgelegt.
Wird durch die Beschaffungsart sowohl Eigenfertigung als auch Fremdbeschaffung
erlaubt, geht die Bedarfsplanung von Eigenfertigung aus.
Eine andere Art der Beschaffung als Eigenfertigung oder Fremdbeschaffung
kann durch den Sonderbeschaffungsschlüssel im Materialstamm eingestellt
werden. Sonderbeschaffungsarten werden im Customizing definiert;
Sonderbeschaffungsarten werden dabei einer Beschaffungsart zugeordnet, sie
legen also die Beschaffungsart genauer fest.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 155


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• den Unterschied zwischen dem verbrauchsgesteuerten und dem
plangesteuerten Dispositionsverfahren erläutern
• die Beschaffungsart erklären

156 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion lernen Sie die Steuerungsparameter der Disposition kennen und
führen eine Bedarfsplanung durch. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über
die Terminierung sowohl bei Eigenfertigung als auch bei Fremdbeschaffung.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• eine mehrstufige Bedarfsplanung ausführen
• die Terminierung bei Eigenfertigung und Fremdbeschaffung erklären

Unternehmensszenario
Sie stellen die Parameter für die Bedarfsplanung eines eigengefertigten Materials
ein. Die Planung soll mehrstufig erfolgen, sie soll aber nur durchgeführt werden,
wenn das Material dispositionsrelevante Änderungen erfahren hat. Eine Dispoliste
soll nur bei Ausnahmemeldungen erstellt werden. Die bestehenden Planungsdaten
sollen lediglich angepasst werden, ohne erneute Auflösung der Stücklisten und
Arbeitspläne.

Durchführung der Bedarfsplanung

Abbildung 64: Durchführung der Bedarfsplanung

Den Planungslauf können Sie auf zweierlei Ebenen durchführen: als


Gesamtplanung für ein Werk oder für ein einzelnes Material. Dabei ist es möglich,
die Gesamtplanung auch für mehrere Werke und/oder Dispositionsbereiche
durchzuführen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 157


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Die Einzelplanung kann für nur eine Stücklistenstufe (einstufig) oder für alle
Stücklistenstufen (mehrstufig) durchgeführt werden. Auch die interaktive Planung
eines Materials ist möglich.
Die Gesamtplanung ist sowohl Online möglich als auch als Hintergrundjob.
Die Gesamtplanung für ein Werk umfasst die Planung aller dispositionsrelevanten
Materialien für dieses Werk und beinhaltet die Stücklistenauflösung für
Materialien mit Stückliste.
Die Gesamtplanung kann ausgehend von dem Menübild der Bedarfsplanung
„Online“ oder „Als Hintergrundjob“ durchgeführt werden. Zur Durchführung
der Gesamtplanung im Hintergrund wählen Sie eine Reportvariante mit der
Abgrenzung des entsprechenden Werks aus und planen den Job ein.
Mit einem User-Exit kann der Gesamtplanungslauf gezielt auf Materialien
eingeschränkt werden, die frei definierbare Kriterien erfüllen. Damit können
z. B. alle Materialien selektiert werden, für die ein bestimmter Disponent
verantwortlich ist.

Steuerungsparameter Disposition

Abbildung 65: Steuerungsparameter Disposition

Beim Starten des Planungslaufs sind folgende Steuerparameter für die Disposition
anzugeben:

158 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Verarbeitungsschlüssel Sie legen die Planungsart


fest als Neuplanung oder
Veränderungsplanung im gesamten
Horizont oder eingeschränkt auf den
Planungshorizont.
Bestellanforderung erstellen und Diese Kennzeichen sind nur
Lieferplaneinteilungen für fremdbeschaffte Materialien
relevant. Es kann festgelegt
werden, ob bzw. in welchem
Zeitraum Bestellanforderungen und
Lieferplaneinteilungen als Ergebnis
des Planungslaufs gewünscht sind.
Dispoliste erstellen Sie legen fest, ob der Planungslauf
Dispositionslisten erstellen
soll. Dabei ist es möglich,
Dispositionslisten in Abhängigkeit
vom Auftreten gewisser
Ausnahmemeldungen zu erstellen
(die Ausnahmemeldungen,
die zum Erstellen einer
Dispositionsliste führen sollen,
sind im Customizing-Schritt
Ausnahmemeldungen festlegen und
gruppieren zu definieren).
Planungsmodus Hiermit legen Sie fest, ob die
bestehenden Planungsdaten lediglich
angepasst werden sollen, ob darüber
hinaus Stücklisten und Arbeitspläne
neu aufgelöst werden sollen bzw.
ob die Planung von Grund auf neu
erstellt werden soll.

Die Erstellungskennzeichen für Bestellanforderungen, Lieferplaneinteilungen


und Dispositionslisten können auch in der Dispositionsgruppe hinterlegt werden.
Die dieser Dispositionsgruppe zugeordneten Materialien werden dann beim
Gesamtplanungslauf entsprechend beplant.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 159


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Umfang des Planungslaufs

Abbildung 66: Umfang des Planungslaufs

Bei der Neuplanung werden sämtliche Materialien eines Werks geplant.


Dies ist bei der ersten Durchführung des Planungslaufs sinnvoll sowie im
laufenden Betrieb, wenn durch technische Fehler die Konsistenz der Daten nicht
gewährleistet ist.
Im laufenden Betrieb ist es üblicherweise (insbesondere bei vielen Materialien)
sinnvoll, nur für die Materialien eine Bedarfsplanung durchzuführen, die eine
dispositionsrelevante Änderung erfahren haben (z. B. durch Warenausgänge,
neue Kundenaufträge, Änderungen in der Stücklistenstruktur). Die
Veränderungsplanung (Net-Change-Verfahren), mit der nur diese Materialien
geplant werden, ermöglicht es aufgrund ihrer geringeren Laufzeit, den
Planungslauf in kurzen Zeitintervallen durchzuführen, um immer mit dem
aktuellen Planungsergebnis arbeiten zu können.
Bei der Veränderungsplanung im Planungshorizont werden vom System nur
Änderungen im Planungshorizont berücksichtigt. Es werden nur die Materialien
geplant, die innerhalb des Planungshorizonts eine dispositionsrelevante Änderung
erfahren haben. Außerdem werden die Materialien nur innerhalb dieses Horizonts
geplant.
Der Planungshorizont wird im Customizing der Bedarfsplanung als Werks- oder
Dispositionsgruppenparameter eingestellt. Die Länge des Planungshorizonts sollte
mindestens den Zeitraum umfassen, in dem Kundenaufträge eingehen, und er
sollte die Lieferfristen und die Gesamtdurchlaufzeiten der Materialien beinhalten.
Die Art des Planungslaufs legen Sie im Einstiegsbild der Planung im
Feld „Verarbeitungsschlüssel“ fest. Im Fall der Einzelplanung können
Sie nur unterscheiden, ob eine Veränderungsplanung (NETCH) oder eine

160 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Veränderungsplanung im Planungshorizont (NETPL) durchgeführt wird. Bei der


Gesamtplanung ist auch der Schlüssel NEUPL möglich, mit dem alle Materialien
der Planungsvormerkdatei geplant werden.

Mehrstufige Materialbedarfsplanung

Abbildung 67: Mehrstufige Materialbedarfsplanung

Die Bedarfsplanung kann als Gesamtplanung für sämtliche Materialien oder als
Einzelplanung vorgenommen werden.
Aufgabe der Einzelplanung ist die separate Planung eines Materials (z. B.
interaktiv), wobei die mehrstufige Einzelplanung über sämtliche Stücklistenstufen
dieses Materials hinweg erfolgt, während bei der einstufigen Planung tatsächlich
nur das Kopfmaterial geplant wird. Bei der mehrstufigen Planung werden also
auch die abhängigen Bedarfe (Sekundärbedarfe) geplant.
Die abhängigen Bedarfe, die sich aus der Planung eines Endprodukts für seine
Stücklistenkomponenten ergeben, werden über Sekundärbedarfe eingestellt, die
sich aus der Auflösung der Stückliste des Materials ergeben. Sekundärbedarfe
hängen an den jeweiligen Planaufträgen, zu deren Realisierung die Materialien
(Baugruppen) benötigt werden.
Wenn ein Planauftrag in einen Produktionsauftrag umgesetzt wird, werden die
Sekundärbedarfe in Auftragsreservierungen überführt.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 161


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Terminierung

Abbildung 68: Mehrstufige Rückwärtsterminierung

Die plangesteuerte Disposition verwendet grundsätzlich die Rückwärtster-


minierung, bei der aus einem vorgegebenen Endtermin die dazu notwendigen
Starttermine ermittelt werden.
Die Materialbedarfsplanung reagiert auf die Bedarfe für das Enderzeugnis (z. B.
Kundenaufträge). Die Beschaffungsvorschläge für das Enderzeugnis werden
erstellt, und über die Stücklistenauflösung werden die Sekundärbedarf für die
Komponenten ermittelt. Der Sekundärbedarfstermin ergibt sich dabei aus dem
Starttermin des verursachenden Planauftrags.
Ausgehend vom Sekundärbedarfstermin als Verfügbarkeitstermin werden die
Auftragstermine der Komponenten in einer Rückwärtsterminierung mittels der
Eigenfertigungszeit bzw. der Planlieferzeit ermittelt.

162 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Abbildung 69: Rückwärtsterminierung bei Eigenfertigung

Bei plangesteuert disponierten Materialien sind die Bedarfstermine in der Zukunft


bekannt. Die Terminierung erfolgt durch Rückwärtsterminierung.
Bei der Rückwärtsterminierung wird der Eckendtermin ermittelt, indem die
Wareneingangsbearbeitungszeit vom Bedarfstermin rückwärts gerechnet wird.
Diese gibt die Anzahl Arbeitstage an, die nach dem Erhalt der Ware für die
Prüfung und Einlagerung des Materials benötigt werden. Sie wird in der Sicht
Disposition 2 des Materialstamms definiert.
Vom Eckendtermin wird um die Eigenfertigungszeit zurückgerechnet, um den
Eckstarttermin zu bestimmen. Die Eigenfertigungszeit setzt sich zusammen aus
der Durchlaufzeit und den Pufferzeiten (Sicherheitszeit, Vorgriffszeit usw.). Die
Eigenfertigungszeit kann im Materialstamm entweder als losgrößenunabhängiger
Wert (Disposition oder Arbeitsvorbereitung) oder als losgrößenabhängiger Wert
(Arbeitsvorbereitung) gepflegt werden.
Bei losgrößenunabhängiger Eigenfertigungszeit werden die Ecktermine
unabhängig von der Auftragsmenge ermittelt. Bei losgrößenabhängiger
Eigenfertigungszeit wird vom System die Zeit in Abhängigkeit von der
Auftragslosgröße ermittelt. Die Rüst- und Übergangszeit, die in der
Eigenfertigungszeit enthalten sind, sind auf jeden Fall losgrößenunabhängige
Bestandteile.
Vom Eckstarttermin wird anschließend der Eröffnungshorizont abgezogen.
Dadurch errechnet sich der Eröffnungstermin.
Der Eröffnungshorizont spiegelt die Bearbeitungszeit wider, die der
Disponent benötigt, um Planaufträge in Fertigungsaufträge umzusetzen. Der
Eröffnungshorizont wird als Pufferzeit des Horizontschlüssels angegeben.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 163


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Abbildung 70: Vorwärtsterminierung bei Eigenfertigung

Wird bei der Rückwärtsterminierung von plangesteuert disponierten Materialien


ein Eckstarttermin ermittelt, der in der Vergangenheit liegt, schaltet das System
automatisch auf Vorwärtsterminierung um.
Als Eckstarttermin wird bei der Vorwärtsterminierung das aktuelle Datum
eingesetzt. Zum aktuellen Datum wird die Eigenfertigungszeit addiert
und damit der Eckendtermin bestimmt. Zum Eckendtermin wird die
Wareneingangsbearbeitungszeit addiert, um den Verfügbarkeitstermin zu
bestimmen.
Im Customizing-Schritt Parameter zur Eckterminbestimmung der Bedarfsplanung
kann pro Werk festgelegt werden, dass bei der Ermittlung der Ecktermine
nicht automatisch auf Vorwärtsterminierung umgeschaltet wird, wenn der
Eckstarttermin in die Vergangenheit gerät. Ist das Kennzeichen gesetzt, findet bei
der Ermittlung der Ecktermine immer Rückwärtsterminierung statt, auch wenn
ein Starttermin in der Vergangenheit ermittelt wird.

164 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Abbildung 71: Bedarfsplanung mit Durchlaufterminierung

Die Durchlaufterminierung wird in der Bedarfsplanung durch das


Terminierungskennzeichen „2“ (Durchlaufterminierung und Kapazitätsplanung)
angestoßen.
Bei der Bedarfsplanung mit Terminierungskennzeichen 2 wird zunächst per
Eckterminierung der Eckstart- und Eckendtermin bestimmt. Daran schließt sich
die Durchlaufterminierung an.
Im Rahmen der Durchlaufterminierung werden die genauen Fertigungszeiten, d.
h. Produktionsstart- und Produktionsendtermin für eigengefertigte Materialien,
festgelegt und gleichzeitig Kapazitätsbedarfe erzeugt. Ebenso werden die
Bereitstellungstermine für die Komponenten ermittelt.
Die Durchlaufterminierung wird mit den Zeiten aus dem Arbeitsplan durchgeführt.
Sie findet gemäß der Einstellung im Customizing-Schritt Terminierungsparameter
Planaufträge festlegen als Rückwärts- oder Vorwärtsterminierung statt. Folgende
Zeiten werden berücksichtigt:
• Pufferzeiten (Vorgriffs- und Sicherheit), die dem Material über den
Horizontschlüssel zugeordnet sind
• die einzelnen Zeitanteile aus dem Arbeitsplan: Wartezeiten, Rüstzeiten,
Personal- und Maschinenzeiten
Bei der Rückwärtsterminierung wird zunächst vom Eckendtermin die
Sicherheitszeit zurückgerechnet, um den Produktionsendtermin zu erhalten.
Ausgehend vom Produktionsendtermin werden die einzelnen Arbeitsvorgänge des
Arbeitsplans rückwärts terminiert. Der Anfangstermin des ersten Arbeitsvorgangs
ergibt den Produktionsstarttermin.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 165


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Abbildung 72: Terminierung bei Fremdbeschaffung

Die Terminierung läuft für fremdbeschaffte Materialien analog zu eigengefertigten


Materialien ab: es ist lediglich das Element Eigenfertigungszeit durch die Summe
aus Einkaufsbearbeitungszeit und Planlieferzeit zu ersetzen.
Die Einkaufsbearbeitungszeit wird im Customizing als Werksparameter in
Arbeitstagen definiert.
Die Planlieferzeit wird in Kalendertagen angegeben. Sie kann
lieferantenunabhängig oder lieferantenabhängig ermittelt werden.
Die lieferantenunabhängige Planlieferzeit pflegen Sie im Materialstamm in
der Sicht Disposition2. Eine lieferantenabhängige Planlieferzeit geben Sie
im Einkaufsinfosatz bzw. im Rahmenvertrag an. Sie wird beim Planungslauf
verwendet, wenn im Customizing das Kennzeichen Terminbestimmung
Infosatz/Vertrag als Werks- oder als Dispositionsgruppenparameter gepflegt ist
und im Rahmen der automatischen Bezugsquellenfindung ein Lieferant eindeutig
zugeordnet werden kann.

166 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Ergebnis der Bedarfsplanung

Abbildung 73: Ergebnis der Bedarfsplanung

Wenn die Bedarfsplanung Unterdeckungsmengen feststellt, werden


Beschaffungsvorschläge erzeugt: Bestellanforderungen und Planaufträge sind
interne planerische Elemente, die jederzeit verändert, umterminiert oder gelöscht
werden können.
Im Fall der Eigenfertigung erstellt das System Planaufträge zur Planung der
Produktionsmengen. Ist die Planung abgeschlossen, werden die Planaufträge in
Fertigungs- oder Prozessaufträge umgesetzt.
Im Fall der Fremdbeschaffung erzeugt das System entweder einen Planauftrag
oder direkt eine Bestellanforderung zur Planung der externen Beschaffungsmenge.
Ist die Planung abgeschlossen, wird der Planauftrag umgesetzt in eine
Bestellanforderung und später die Bestellanforderung in eine Bestellung (Einkauf).
Ob für fremdbeschaffte Materialien direkt Bestellanforderungen oder zunächst
Planaufträge erzeugt werden sollen, kann im Einstiegsbild des Planungslaufs
anhand des Erstellungskennzeichens für Bestellanforderungen eingestellt werden.
Existiert für ein Material ein Lieferplan und ist dieser im Orderbuch
dispositionsrelevant, können auch direkt durch die Bedarfsplanung
Lieferplaneinteilungen erzeugt werden. Sie steuern dies durch das
Erstellungskennzeichen für Lieferplaneinteilungen im Einstiegsbild des
Planungslaufs.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 167


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Abbildung 74: Planaufträge und Produktionsaufträge

Die Eigenfertigung eines Materials wird mit Planaufträgen geplant. Planaufträge


enthalten bereits die Ecktermine, innerhalb derer die Produktion stattfinden
soll, und sie beinhalten außerdem in Form von Sekundärbedarfen die
Komponentenbedarfe für die Komponenten, die zur Produktion benötigt werden.
Auf Basis von Planaufträgen kann bereits eine Kapazitätsplanung ausgeführt
werden.
Der Planauftrag wird zur letztendlichen Durchführung der Produktion in einen
Produktionsauftrag, also einen Fertigungsauftrag (PP) oder Prozessauftrag (PP-PI)
umgesetzt.

168 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Abbildung 75: Bestellanforderungen und Bestellungen

Bei fremdbeschafften Materialien kann die Planung der Beschaffung mittels


Planaufträgen oder Bestellanforderungen erfolgen. Wenn zunächst Planaufträge
erzeugt werden, müssen diese in Bestellanforderungen umgesetzt werden. Auch
ist direkt eine Planung mit Lieferplanabrufen möglich.
Im Einkauf werden die Bestellanforderungen in Bestellungen umgesetzt.
Spätestens bei diesem Schritt ist den Bestellungen eine Bezugsquelle (ein
Lieferant) zuzuordnen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 169


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

170 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Übung 9: Durchführung der


Bedarfsplanung
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• die Bedarfsplanung als Einzelplanung mehrstufig durchführen

Unternehmensszenario
Die Pumpen mit den Materialnummern R-F1## (## steht für Ihre Gruppennummer)
werden im Werk 1000 produziert. Die Programm- und Bedarfsplanung findet
für diese Pumpen in ECC statt.
Sie haben bereits Planprimärbedarfe und Kundenbedarfe für dieses Material
erfasst. Diese Bedarfe sollen durch eine Bedarfsplanung gedeckt werden.

Aufgabe 1:
Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die Bedarfs-/ Bestandssituation
für die Pumpe:
1. Rufen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation für das Material R-F1##
im Werk 1000 auf. Es sollten bereits Bedarfe (Planprimärbedarfe und ein
Kundenbedarf) und Beschaffungselemente vorliegen. Wie groß ist die
verfügbare Menge am Ende der Liste?
____________________________________________________
2. Aus der Produktion gehen 20 produzierte Pumpen ins Lager ein. Buchen Sie
einen entsprechenden Wareneingang (der Einfachheit halber soll an dieser
Stelle auf den Bezug zum Fertigungsauftrag verzichtet werden):
Rufen Sie aus dem Menü der Bestandsführung die Transaktion Wareneingang
Sonstige (MIGO) auf.
Stellen Sie im oberen Bereich der Transaktion zunächst über die beiden
vorhandenen Selektionsschaltflächen folgendes ein:
Schaltfläche 1: Wareneingang
Schaltfläche 2: Sonstige
Machen Sie danach im unteren Bereich der Transaktion folgende Einträge:

auf der Karteikarte Material


Material: R-F1##

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 171


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

auf der Karteikarte Menge


Menge: 20 St.

auf der Karteikarte Wo


Bewegungsart: 501 (Wareneingang ohne
Bestellung)
Werk: 1000
Lagerort: 0002

Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit Enter und buchen Sie den Beleg.
3. Rufen Sie erneut die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation für das Material
R-F1## im Werk 1000 auf (bzw. frischen Sie sie auf ). Wie lautet die
verfügbare Menge am Ende der Liste jetzt? Warum?
____________________________________________________
____________________________________________________

Aufgabe 2:
Sie verwenden die Bedarfsplanung, um auf die neue Bedarfs-/ Bestandssituation
zu reagieren. Da Sie die Auswirkungen auf sämtliche Materialien in der
Stücklistenstruktur betrachten wollen, führen Sie die Einzelplanung mehrstufig
durch:
1. Rufen Sie aus dem Menü der Bedarfsplanung die Einzelplanung mehrstufig
auf und geben Sie im Einstiegsbild die folgenden Daten an:

Material: R-F1##
Werk: 1000
Verarbeitungsschlüssel: NETCH
Dispoliste erstellen: 1
Planungsmodus: 1
Terminierung: 1

Auch unveränderte Komponenten planen: Auswählen


Bevor Sie die Planung starten, sichern Sie zunächst Ihre Einstellungen (über
Einstellungen → Sichern). Bestätigen Sie mit Enter.
Starten Sie schließlich die Bedarfsplanung durch zweimaliges Enter.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

172 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

2. Rufen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation auf (bzw. frischen Sie sie
auf ). Wie lautet nun die verfügbare Menge am Ende der Liste?
Ist zum Termin des Kundenbedarfs ein passender Planauftrag erstellt
worden?

3. Ändern Sie aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste heraus den terminlich


ersten Planauftrag (markieren Sie ihn und betätigen Sie die Funktion
Element ändern). Der Planauftrag, so wie Sie ihn zunächst vor sich haben,
enthält keine Produktionstermine (Karteikarte Kopf). Führen Sie daher aus
dem Planauftrag die Funktion Bearbeiten → Terminieren aus: Es wird der
Arbeitsplan gelesen und es werden die Produktionstermine berechnet und
in den Planauftrag aufgenommen.
Kehren Sie auf die Karteikarte Kopf zurück und fixieren Sie den Auftrag
durch das Setzen des entsprechenden Kennzeichens. Sichern Sie den
Auftrag und frischen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste auf .

Hinweis: Wenn Sie den Planungslauf mit dem


Terminierungskennzeichen 2 (Durchlaufterminierung) ausgeführt
hätten, wären die Planaufträge bereits mit Feinterminierungsdaten
ausgestattet gewesen. Sie haben soeben diesen Schritt der
Durchlaufterminierung für einen Auftrag explizit ausgeführt.

Wird Ihnen der Planauftrag in der Liste jetzt anders angezeigt?


____________________________________________________
4. Um schließlich die Produktion einzuleiten, setzen Sie den fixierten
Planauftrag aus der Liste heraus in einen Fertigungsauftrag um.
Begeben Sie sich hierzu in das Detail des Planauftrags und betätigen Sie
die entsprechende Schaltfläche. Sichern Sie den Fertigungsauftrag und
betrachten Sie abschließend die aktualisierte Bedarfs-/Bestandsliste.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 173


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Lösung 9: Durchführung der


Bedarfsplanung
Aufgabe 1:
Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die Bedarfs-/ Bestandssituation
für die Pumpe:
1. Rufen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation für das Material R-F1##
im Werk 1000 auf. Es sollten bereits Bedarfe (Planprimärbedarfe und ein
Kundenbedarf) und Beschaffungselemente vorliegen. Wie groß ist die
verfügbare Menge am Ende der Liste?
____________________________________________________
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion → Bedarfsplanung
→ Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Die verfügbare Menge: Variiert, z. B. minus 640 ST.
2. Aus der Produktion gehen 20 produzierte Pumpen ins Lager ein. Buchen Sie
einen entsprechenden Wareneingang (der Einfachheit halber soll an dieser
Stelle auf den Bezug zum Fertigungsauftrag verzichtet werden):
Rufen Sie aus dem Menü der Bestandsführung die Transaktion Wareneingang
Sonstige (MIGO) auf.
Stellen Sie im oberen Bereich der Transaktion zunächst über die beiden
vorhandenen Selektionsschaltflächen folgendes ein:
Schaltfläche 1: Wareneingang
Schaltfläche 2: Sonstige
Machen Sie danach im unteren Bereich der Transaktion folgende Einträge:

auf der Karteikarte Material


Material: R-F1##

auf der Karteikarte Menge


Menge: 20 St.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

174 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

auf der Karteikarte Wo


Bewegungsart: 501 (Wareneingang ohne
Bestellung)
Werk: 1000
Lagerort: 0002

Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit Enter und buchen Sie den Beleg.
a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Materialwirtschaft →
Bestandsführung → Warenbewegung → Wareneingang → Sonstige
(MIGO)
3. Rufen Sie erneut die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation für das Material
R-F1## im Werk 1000 auf (bzw. frischen Sie sie auf ). Wie lautet die
verfügbare Menge am Ende der Liste jetzt? Warum?
____________________________________________________
____________________________________________________
a) Die verfügbare Menge variiert, aber es sind 20 ST mehr verfügbar,
also z. B. minus 620 ST. Das ist die Folge des Wareneingangs.

Aufgabe 2:
Sie verwenden die Bedarfsplanung, um auf die neue Bedarfs-/ Bestandssituation
zu reagieren. Da Sie die Auswirkungen auf sämtliche Materialien in der
Stücklistenstruktur betrachten wollen, führen Sie die Einzelplanung mehrstufig
durch:
1. Rufen Sie aus dem Menü der Bedarfsplanung die Einzelplanung mehrstufig
auf und geben Sie im Einstiegsbild die folgenden Daten an:

Material: R-F1##
Werk: 1000
Verarbeitungsschlüssel: NETCH
Dispoliste erstellen: 1
Planungsmodus: 1
Terminierung: 1

Auch unveränderte Komponenten planen: Auswählen


Bevor Sie die Planung starten, sichern Sie zunächst Ihre Einstellungen (über
Einstellungen → Sichern). Bestätigen Sie mit Enter.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 175


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Starten Sie schließlich die Bedarfsplanung durch zweimaliges Enter.


a) Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion → Bedarfsplanung
→ Planung → Einzelpl. mehrstufig
2. Rufen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandssituation auf (bzw. frischen Sie sie
auf ). Wie lautet nun die verfügbare Menge am Ende der Liste?
Ist zum Termin des Kundenbedarfs ein passender Planauftrag erstellt
worden?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Bedarfs-/Bestandsliste
Am Ende der Liste sind 0 ST verfügbar, die Situation ist ausgeglichen.
Es wurde auch ein termingerechter Planauftrag für den Kundenbedarf
erstellt.
3. Ändern Sie aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste heraus den terminlich
ersten Planauftrag (markieren Sie ihn und betätigen Sie die Funktion
Element ändern). Der Planauftrag, so wie Sie ihn zunächst vor sich haben,
enthält keine Produktionstermine (Karteikarte Kopf). Führen Sie daher aus
dem Planauftrag die Funktion Bearbeiten → Terminieren aus: Es wird der
Arbeitsplan gelesen und es werden die Produktionstermine berechnet und
in den Planauftrag aufgenommen.
Kehren Sie auf die Karteikarte Kopf zurück und fixieren Sie den Auftrag
durch das Setzen des entsprechenden Kennzeichens. Sichern Sie den
Auftrag und frischen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste auf .

Hinweis: Wenn Sie den Planungslauf mit dem


Terminierungskennzeichen 2 (Durchlaufterminierung) ausgeführt
hätten, wären die Planaufträge bereits mit Feinterminierungsdaten
ausgestattet gewesen. Sie haben soeben diesen Schritt der
Durchlaufterminierung für einen Auftrag explizit ausgeführt.

Wird Ihnen der Planauftrag in der Liste jetzt anders angezeigt?


____________________________________________________
a) Ja, der Planauftrag wird durch den Stern als fixiert gekennzeichnet.
4. Um schließlich die Produktion einzuleiten, setzen Sie den fixierten
Planauftrag aus der Liste heraus in einen Fertigungsauftrag um.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

176 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Durchführung der Bedarfsplanung

Begeben Sie sich hierzu in das Detail des Planauftrags und betätigen Sie
die entsprechende Schaltfläche. Sichern Sie den Fertigungsauftrag und
betrachten Sie abschließend die aktualisierte Bedarfs-/Bestandsliste.
a) Führen Sie die Funktion Details zum Element für den Auftrag aus und
betätigen Sie die Taste Planauftrag umsetzen in Fertigungsauftrag.
Sichern Sie den Fertigungsauftrag, kehren Sie in die Liste zurück
und frischen Sie auf : Es wird Ihnen der Fertigungsauftrag
angezeigt.

Hinweis: Mit diesem Schritt des Umsetzens in einen


Fertigungsauftrag ist der Planungsprozess im Rahmen der
Supply-Chain- Planung abgeschlossen. Es schließt sich die
Ausführung des Auftrags (Drucken der Auftragspapiere,
Erfassen der Rückmeldungen usw.) im Rahmen der
Supply-Chain-Fertigung an.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 177


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• eine mehrstufige Bedarfsplanung ausführen
• die Terminierung bei Eigenfertigung und Fremdbeschaffung erklären

178 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Überblick über die Lektion


In dieser Lektion benutzen Sie die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste und die
Dispositionsliste, um die Ergebnisse der Planung auszuwerten. Außerdem
lernen Sie, in welchem Zusammenhang die Kapazitätsplanung zur
Materialbedarfsplanung steht.

Lernziele der Lektion


Am Ende dieser Lektion können Sie
• eine mehrstufige Bedarfsplanung auswerten
• den Zusammenhang zwischen Materialbedarfsplanung und
Kapazitätsplanung erläutern

Unternehmensszenario
Sie sind Disponent für 200 Materialien. Sie benutzen den Sammeleinstieg in die
Dispositionsliste, um das Ergebnis des letzten Planungslaufs Ihrer eigengefertigten
Materialien zu überprüfen.

Aktuelle Bedarf-/Bestandsliste und Dispositionsliste

Abbildung 76: Bedarfs-/Bestandsliste und Dispositionsliste

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 179


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste ist eine dynamische Liste: sie zeigt den
aktuellen Stand der Bestände, Bedarfe und Zugänge. Änderungen werden sofort
sichtbar, sobald die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste aufgerufen wird oder in der
Anzeige der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste die Elemente mit der Funktion
„Auffrischen“ aktuell aus der Datenbank gelesen werden.
Die Dispositionsliste stellt das Ergebnis des letzten Planungslaufs dar und ist
damit statischer Natur: Änderungen, die nach dem Planungslauf durchgeführt
wurden, sind nicht sichtbar. Beim Planungslauf können Sie steuern, ob eine
Dispositionsliste erstellt werden soll.
Der grundsätzliche Aufbau beider Listen ist gleich:
• Links befindet sich (optional) in Form eines Baums der Arbeitsvorrat des
Disponenten.
• Über der Liste befindet sich der Kopf mit der Materialnummer. Zusätzlich
lassen sich über die Kopfdetails weitere Informationen anzeigen.
• Die Liste selbst enthält die einzelnen Dispositionselemente und die
entsprechenden verfügbaren Mengen.
Benutzerspezifische Einstellungen ermöglichen das Anpassen der Listen
an die persönlichen Bedürfnisse - sie gelten für beide Listen (siehe z. B.
die entsprechende Customizing-Dokumentation in den Auswertungen der
Bedarfsplanung, „Dispoliste/Bedarfs-/Bestandsliste konfigurieren“). Über einen
Customer-Exit können Sie zusätzliche Daten einblenden, die dann mit Hilfe einer
Funktionstaste aufgerufen werden können (siehe Customizing, „Customer-Exit:
Zusätzliche Spalten programmieren“).

Abbildung 77: Funktionen der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste

180 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste stellt wie die Dispositionsliste eine Vielzahl


von Anzeigeoptionen zur Verfügung: Sie können sich unterschiedliche Termine
anzeigen lassen (den Verfügbarkeitstermin oder den Wareneingangstermin,
mit/ohne Bedarfsvorlaufzeit), Sie können mit Anzeigefiltern und Einleseregeln
arbeiten, Sie können in der Periodensummenanzeige arbeiten usw. Sie können
sich die Anzeige in ihren persönlichen Einstellungen entsprechend definieren.
Die „Periodensummen“ sind eine Anzeigeform in den Auswertungen
Bedarfs-/Bestandsliste und Dispositionsliste, die die Planungsergebnisse
periodisch zusammenfasst. Im Customizing-Schritt Periodenanzeige für
Periodensummen festlegen legen Sie fest, welche Periodizitäten in der Anzeige
der „Periodensummen“ dargestellt werden. Die hier markierten Periodizitäten
werden in der Periodensummenanzeige auf verschiedenen Karteikarten angezeigt.
Aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste können Sie die Kapazitätssituation
analysieren. Es werden Ihnen dazu je Arbeitsplatz und Kapazitätsart das
Kapazitätsangebot, der Gesamtkapazitätsbedarf und der Kapazitätsbedarf des
aktuellen Materials ausgewiesen. Überlastsituation werden farbig hervorgehoben.
Dabei ist zu beachten, dass Planaufträge, die nicht durchlaufterminiert sind, keine
Kapazitätsbedarfe erzeugen.

Abbildung 78: Spezielle Funktionen: Filter und Navigationsprofil

Die Anzeige in den Listen kann über Filter beeinflusst werden. Dazu legen Sie
beim Einstieg in die Listen (wählen Sie das Kennzeichen Mit Filter), in den Listen
selbst (betätigen Sie die Ikone Filter ein) oder über die benutzerspezifischen
Einstellungen fest, ob und mit welchen Filtern Sie arbeiten möchten.
Es gibt zwei Arten von Filtern: sog. Einleseregeln und Anzeigefilter.
Einleseregeln gelten nur für die aktuelle Bedarfs-/Bestandsliste. Sie legen fest,
welche Dispositionselemente angezeigt werden und welche von diesen Elementen
in die Berechnung der verfügbaren Menge einfließen. Sie ermöglichen in der

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 181


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste die Analyse verschiedener Planungssituationen,


die sich hinsichtlich der Dispositionselemente, die berücksichtigt werden,
unterscheiden. Einleseregeln haben keinerlei Einfluss auf die Bedarfsrechnung!
Sie werden definiert im Customizing-Schritt Einleseregeln festlegen.
Anzeigefilter finden in der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste und in der
Dispositionsliste Verwendung. Anzeigefilter haben keinen Einfluss auf die
Dispositionselemente, die in die Berechnung der verfügbaren Menge einfließen.
Anzeigefilter werden im Customizing-Schritt Anzeigefilter festlegen definiert.
Im Unterschied zur aktuellen Bedarfs-/Bestandslite kann die Dispositionsliste mit
einem Bearbeitungskennzeichen versehen werden, das der Markierung bereits
abgearbeiteter Listen dient.
Ein Navigationsprofil enthält Transaktionsaufrufe für Transaktionen, die direkt
aus der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste oder der Dispositionsliste aufgerufen
werden können. Die Transaktionen sind entweder allgemein, d. h. Aktionen auf
Materialebene, oder sie beziehen sich auf ein bestimmtes Dispositionselement.
Angezeigt werden dabei jeweils nur diejenigen Transaktionsaufrufe, die in dem
aktuellen Kontext gültig sind.

Abbildung 79: Persönliche Einstellungen

Das Erscheinungsbild der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste und der


Dispositionsliste beinhaltet eine Vielzahl von Optionen, die benutzerspezifisch
hinterlegt werden können.
Mit den persönlichen Einstellungen (ergänzt um Ihre „Eigenen Favoriten“)
bestimmen Sie das Erscheinungsbild beim Einstieg in die Listen. Aus den Listen
können Sie die diversen benutzerspezifischen Voreinstellungen jederzeit ändern -
z. B. können Sie den Übersichtsbaum ein- oder ausschalten.

182 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Abbildung 80: Sammeleinstieg Dispositionslisten

Sowohl für Bedarfs-/Bestandslisten als auch für die Dispositionslisten gibt es


einen Sammeleinstieg. Dabei unterscheiden sich die Selektionskriterien für die
Dispositionslisten von denen der aktuellen Bedarfs-/Bestandslisten. Zum Beispiel
stehen Ihnen für Dispositionslisten das Dispositions- oder Bearbeitungsdatum
oder auch das Bearbeitungskennzeichen für die Selektion zur Verfügung. Für
beide Listarten können Sie sich aber zum Beispiel sämtliche Listen anzeigen
lassen, für die Sie als Disponent verantwortlich sind.
Nach der Sammelselektion wird zunächst eine Materialübersicht mit sämtlichen
selektierten Materialien angezeigt. Als Orientierungshilfen stehen zur
Verfügung: Ampeln (die Kriterien für die Anzeige können von Ihnen festgelegt
werden), diverse Suchfunktionen in der Übersicht und in den einzelnen Listen,
Sortierfunktion (auch für Kundeneinzelabschnitte nach Datum oder Nummer).
Mit der Suchfunktion ist es insbesondere möglich, Materialien gezielt nach
bestimmten Ausnahmemeldungen zu selektieren.
Aus der Übersicht heraus springen Sie in die einzelnen Listen und können die
Materialien dort bearbeiten. Wenn Sie z. B. über die Suchfunktion mehrere Listen
zur Bearbeitung markiert haben, können Sie aus einer Liste direkt in die nächste
markierte Liste springen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 183


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

Ausnahmemeldungen

Abbildung 81: Ausnahmemeldungen

Die Überwachung der Dispositionsergebnisse erfolgt mit Hilfe von


Ausnahmemeldungen. Dies sind vorgangsabhängige Informationen, die auf einen
zu beachtenden Sachverhalt (z. B. Starttermin des Planauftrags in Vergangenheit,
Unterschreitung des Sicherheitsbestands) hinweisen. Dadurch kann der Disponent
gezielt solche Materialien aus dem Planungsergebnis aussondern, die eine
manuelle Bearbeitung erfordern.
Im Customizing-Schritt Ausnahmemeldungen festlegen und gruppieren können
die Eigenschaften der Ausnahmemeldungen festgelegt werden.
Bei mehreren Ausnahmemeldungen, die für ein Dispositionselement zutreffen
würden, entscheidet die diesen Meldungen zugeordnete Priorität, welche
Meldungen angezeigt werden. Pro Dispositionselement werden maximal zwei
Ausnahmemeldungen angezeigt.
Bei Terminierungsproblemen wird neben einer entsprechenden Ausnahmemeldung
in der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste und der Dispositionsliste ein
Umterminierungsvorschlag angegeben. Soll dieser Vorschlag akzeptiert
werden, sind die Termine des Zugangselements manuell anzupassen. Eine
automatische Anpassung des Termins ist in der Anzeige bzw. Auswertung des
Planungsergebnisses (z. B. in der interaktiven Planung oder bei Selektion des
Kennzeichens Ergebnis anzeigen im Einstiegsbild des Planungslaufs) möglich:
der Umterminierungsvorschlag kann hier mit der Funktion Bestellvorschlag
umterminieren akzeptiert werden.

184 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Materialbedarfsplanung und Kapazitätsplanung

Abbildung 82: Materialbedarfsplanung und Kapazitätsplanung

Bei der Materialbedarfsplanung können über den Arbeitsplan die aus den
Planaufträgen sich ergebenden Kapazitätsbedarfe berechnet werden. Die
Bedarfsplanung selbst erzeugt dabei nur die Bedarfe, eine Prüfung, ob zu den
jeweiligen Terminen der Arbeitsplatz noch zur Verfügung steht, findet zunächst
nicht statt (ECC-MRP).
In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die Planung realisiert werden kann, ob
also die Arbeitsplätze zu den geforderten Terminen zur Verfügung stehen. Dies
findet im Rahmen der Kapazitätsplanung statt.
Die Kapazitätsplanung erfolgt in der Regel arbeitsplatzbezogen. Ziel
der Kapazitätsplanung ist es, sämtliche Arbeitsvorgänge der Plan- oder
Produktionsaufträge so einzuplanen, dass der Produktionsplan erfüllt werden kann.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 185


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

186 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Übung 10: Auswertung der Planung mit


der Dispositionsliste
Lernziele der Übung
Am Ende dieser Übung können Sie
• das Planungsergebnis mit der Dispositionsliste auswerten

Unternehmensszenario
Nachdem Sie die Planung für die Pumpe R-F1## und ihre Komponenten
durchgeführt haben, werten Sie das Ergebnis der Planung mit der Sammelanzeige
der Dispositionslisten aus.

Aufgabe 1:
Rufen Sie aus dem Menü der Bedarfsplanung die Dispositionslisten
Sammelanzeige auf.

1. Selektieren Sie auf dem Einstiegsbild im Werk 1000 die Listen zum
Disponenten 0##. Geben Sie weiterhin als Dispodatum das Intervall
vom ersten Tag dieser Woche bis heute an (lassen Sie die übrigen
Selektionsfelder frei). Wenn Sie die Selektion mit Enter ausführen, gelangen
Sie auf die Übersicht der Materialien, die selektiert wurden.
Wie viele Materialien wurden selektiert?
Sind für einige dieser Materialien Ausnahmemeldungen aufgetreten?

2. Sie überprüfen die Dispositionsliste für das Endprodukt R-F1##. Rufen


Sie also diese Liste beispielsweise durch einen Doppelklick auf die
entsprechende Zeile in der Materialübersicht auf. Treten für dieses Material
Ausnahmemeldungen auf?
Was bedeutet beispielsweise die letzte Ausnahmemeldung, die Ihnen in der
Liste angezeigt wird?

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 187


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

3. Sie hatten in der vorhergehenden Übung den terminlich ersten Planauftrag in


einen Fertigungsauftrag umgesetzt, der in der Dispositionsliste allerdings
noch nicht angezeigt wird. Woran liegt das?

4. Klappen Sie die Kopfdetails zu dieser Dispositionsliste aus. Begeben Sie


sich auf die Karteikarte Reichweite. Wie groß ist die Bestandsreichweite
für das Material R-F1##?
Welche Zeitspanne wird Ihnen hiermit angegeben?

Aufgabe 2: Optional
Verlassen Sie die Sammelanzeige der Dispositionslisten, führen Sie erneut eine
Einzelplanung mehrstufig für das Material R-F1## in Werk 1000 durch und
rufen Sie erneut die Dispositionsliste der Pumpe auf (in Einzelanzeige oder wie
oben über die Sammelanzeige).

1. Wird Ihnen der Fertigungsauftrag jetzt angezeigt? Warum (nicht)?

2. Klappen Sie erneut die Kopfdetails zu dieser Dispositionsliste aus und


begeben Sie sich auf die Karteikarte Reichweite. Wie groß ist die 1.
Zugangsreichweite für das Material R-F1##?
Welche Zeitspanne wird Ihnen hiermit angegeben, wie erklärt sich der
Unterschied zur Bestandsreichweite?

188 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Lösung 10: Auswertung der Planung mit


der Dispositionsliste
Aufgabe 1:
Rufen Sie aus dem Menü der Bedarfsplanung die Dispositionslisten
Sammelanzeige auf.
1. Selektieren Sie auf dem Einstiegsbild im Werk 1000 die Listen zum
Disponenten 0##. Geben Sie weiterhin als Dispodatum das Intervall
vom ersten Tag dieser Woche bis heute an (lassen Sie die übrigen
Selektionsfelder frei). Wenn Sie die Selektion mit Enter ausführen, gelangen
Sie auf die Übersicht der Materialien, die selektiert wurden.
Wie viele Materialien wurden selektiert?
Sind für einige dieser Materialien Ausnahmemeldungen aufgetreten?
Antwort: Menüpfad im ECC-System: Logistik → Produktion →
Bedarfsplanung → Auswertungen → Dispoliste Sammelanzeige
Wie viele Materialien selektiert: Variiert, in der Regel werden 10
Materialien selektiert.
Ausnahmemeldungen: Variiert, in der Regel treten Ausnahmemeldungen
auf.
2. Sie überprüfen die Dispositionsliste für das Endprodukt R-F1##. Rufen
Sie also diese Liste beispielsweise durch einen Doppelklick auf die
entsprechende Zeile in der Materialübersicht auf. Treten für dieses Material
Ausnahmemeldungen auf?
Was bedeutet beispielsweise die letzte Ausnahmemeldung, die Ihnen in der
Liste angezeigt wird?
Antwort: Ausnahmemeldungen: Variiert, in der Regel treten für dieses
Material Ausnahmemeldungen auf.
Letzte Ausnahmemeldung: Variiert, z. B. kann die Ausnahmemeldung 01
mit der Bedeutung „Neu eingeplant“ auftreten.
3. Sie hatten in der vorhergehenden Übung den terminlich ersten Planauftrag in
einen Fertigungsauftrag umgesetzt, der in der Dispositionsliste allerdings
noch nicht angezeigt wird. Woran liegt das?
Antwort: Fertigungsauftrag nicht angezeigt: Der Fertigungsauftrag wird
noch nicht angezeigt, weil er nach dem letzten Planungslauf erstellt
wurde. In der Dispositionsliste ist jedoch grundsätzlich das Ergebnis
der letzten Planung zu sehen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 189


Kapitel 6: Materialbedarfsplanung SCM100

4. Klappen Sie die Kopfdetails zu dieser Dispositionsliste aus. Begeben Sie


sich auf die Karteikarte Reichweite. Wie groß ist die Bestandsreichweite
für das Material R-F1##?
Welche Zeitspanne wird Ihnen hiermit angegeben?
Antwort: Bestandsreichweite: Variiert, z. B. 28,3 (Arbeitstage).
Zeitspanne: Es wird damit angegeben, wie lange die Bedarfe durch den
vorliegenden Bestand noch gedeckt werden, in diesem Beispiel also 28
Arbeitstage. Eine Nachkommastelle gibt an, zu welchem Anteil der
Bedarf, der zur Unterdeckung führt, noch gedeckt werden könnte (im
Beispiel also zu 30 Prozent).

Aufgabe 2: Optional
Verlassen Sie die Sammelanzeige der Dispositionslisten, führen Sie erneut eine
Einzelplanung mehrstufig für das Material R-F1## in Werk 1000 durch und
rufen Sie erneut die Dispositionsliste der Pumpe auf (in Einzelanzeige oder wie
oben über die Sammelanzeige).
1. Wird Ihnen der Fertigungsauftrag jetzt angezeigt? Warum (nicht)?
Antwort: Fertigungsauftrag jetzt angezeigt: Der Fertigungsauftrag wird
jetzt angezeigt, weil er im Planungslauf berücksichtigt wurde.
2. Klappen Sie erneut die Kopfdetails zu dieser Dispositionsliste aus und
begeben Sie sich auf die Karteikarte Reichweite. Wie groß ist die 1.
Zugangsreichweite für das Material R-F1##?
Welche Zeitspanne wird Ihnen hiermit angegeben, wie erklärt sich der
Unterschied zur Bestandsreichweite?
Antwort: 1. Zugangsreichweite: Variiert, z. B. 48,0 (Arbeitstage).
Zeitspanne: Es wird damit angegeben, wie lange die Bedarfe durch den
vorliegenden Bestand und feste Zugänge noch gedeckt werden. Der
Unterschied entsteht also durch den Fertigungsauftrag.

190 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Lektion: Auswertungen der Bedarfsplanung

Zusammenfassung der Lektion


Nun können Sie
• eine mehrstufige Bedarfsplanung auswerten
• den Zusammenhang zwischen Materialbedarfsplanung und
Kapazitätsplanung erläutern

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 191


Zusammenfassung des Kapitels SCM100

Zusammenfassung des Kapitels


Nun können Sie
• den Unterschied zwischen dem verbrauchsgesteuerten und dem
plangesteuerten Dispositionsverfahren erläutern
• die Beschaffungsart erklären
• eine mehrstufige Bedarfsplanung ausführen
• die Terminierung bei Eigenfertigung und Fremdbeschaffung erklären
• eine mehrstufige Bedarfsplanung auswerten
• den Zusammenhang zwischen Materialbedarfsplanung und
Kapazitätsplanung erläutern

192 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Überprüfen Sie Ihr Wissen


1. Ein besonders einfaches Verfahren der verbrauchsgesteuerten Disposition
ist die , die durch den
gesteuert wird.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

2. In der plangesteuerten Disposition wird beim Planungslauf eine


durchgeführt, um festzustellen,
ob für ein Material eine Unterdeckungssituation vorliegt.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

3. Durch die Beschaffungsart können Sie für ein Material sowohl


Eigenfertigung als auch Fremdbeschaffung erlauben.
Geben Sie an, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.
□ Richtig
□ Falsch

4. Die Sonderbeschaffungsart legt die Beschaffungsart genauer fest. Nennen


Sie einige Beispiele für Sonderbeschaffungsarten.

5. Für eigengefertigte Materialien wird eine mehrstufige Bedarfsplanung


ausgeführt. Die Anforderung der Komponenten, die zur Produktion benötigt
werden, wird über sichergestellt.
Vervollständigen Sie den Satz mit dem fehlenden Wort oder der fehlenden
Formulierung.

6. Die plangesteuerte Disposition verwendet grundsätzlich die


Vorwärtsterminierung.
Geben Sie an, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.
□ Richtig
□ Falsch

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 193


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

7. Was ist der Unterschied zwischen der Bedarfs-/Bestandsliste und der


Dispositionsliste?

8. Die Materialbedarfsplanung und die Kapazitätsplanung erfolgen in SAP


ECC gleichzeitig.
Geben Sie an, ob diese Aussage richtig oder falsch ist.
□ Richtig
□ Falsch

194 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Überprüfen Sie Ihr Wissen

Antworten
1. Ein besonders einfaches Verfahren der verbrauchsgesteuerten Disposition ist
die Bestellpunktdisposition, die durch den Meldebestand gesteuert wird.

Antwort: Bestellpunktdisposition, Meldebestand

2. In der plangesteuerten Disposition wird beim Planungslauf eine


Nettobedarfsrechnung durchgeführt, um festzustellen, ob für ein Material
eine Unterdeckungssituation vorliegt.

Antwort: Nettobedarfsrechnung

3. Durch die Beschaffungsart können Sie für ein Material sowohl


Eigenfertigung als auch Fremdbeschaffung erlauben.

Antwort: Richtig
Auf dem Bild Disposition 2 des Materialstammsatzes wählen Sie die
Beschaffungsart 'X'.

4. Die Sonderbeschaffungsart legt die Beschaffungsart genauer fest. Nennen


Sie einige Beispiele für Sonderbeschaffungsarten.

Antwort:
• Eigenfertigung
– Produktion in anderem Werk
– Entnahme in anderem Werk
• Fremdbeschaffung
– Umlagerung aus anderem Werk
– Lohnbearbeitung
– Konsignation

5. Für eigengefertigte Materialien wird eine mehrstufige Bedarfsplanung


ausgeführt. Die Anforderung der Komponenten, die zur Produktion benötigt
werden, wird über Sekundärbedarfe sichergestellt.

Antwort: Sekundärbedarfe

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 195


Überprüfen Sie Ihr Wissen SCM100

6. Die plangesteuerte Disposition verwendet grundsätzlich die


Vorwärtsterminierung.

Antwort: Falsch
Die plangesteuerte Disposition verwendet grundsätzlich die
Rückwärtsterminierung, bei der aus einem vorgegebenen Endtermin
die dazu notwendigen Starttermine ermittelt werden. Wird bei der
Rückwärtsterminierung von plangesteuert disponierten Materialien ein
Eckstarttermin ermittelt, der in der Vergangenheit liegt, schaltet das System
automatisch auf Vorwärtsterminierung um.

7. Was ist der Unterschied zwischen der Bedarfs-/Bestandsliste und der


Dispositionsliste?

Antwort: Die Bedarfs-/Bestandsliste ist eine dynamische Liste: sie zeigt


den aktuellen Stand der Bestände, Bedarfe und Zugänge.
Die Dispositionsliste stellt das Ergebnis des letzten Planungslaufs dar
und ist damit statischer Natur: Änderungen, die nach dem Planungslauf
durchgeführt werden, sind nicht sichtbar.

8. Die Materialbedarfsplanung und die Kapazitätsplanung erfolgen in SAP


ECC gleichzeitig.

Antwort: Falsch
In SAP ECC findet die Kapazitätsplanung im Anschluss an die
Bedarfsplanung statt.

196 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


SCM100 Zusammenfassung der Schulung

Zusammenfassung der Schulung


Nun können Sie

• die Aufgaben und Zielsetzungen der Supply-Chain-Planung beschreiben


• angeben, welche Stamm- und Bewegungsdaten bei der Supply-Chain-Planung
verwendet werden
• das Zusammenspiel der einzelnen Planungsfunktionen erklären
• grundlegende Planungsfunktionen ausführen: Absatz- und
Produktionsgrobplanung, Programmplanung, Langfristplanung,
Bedarfsplanung

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 197


Zusammenfassung der Schulung SCM100

198 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 2008/Q1


Feedback
Die SAP AG hat sich bei der Erstellung dieser Schulung um Genauigkeit
und Vollständigkeit bemüht. Wenn Sie Korrekturwünsche oder
Verbesserungsvorschläge zu dieser Schulung haben, notieren Sie diese bitte an der
entsprechenden Stelle auf dem Schulungsbewertungsbogen.

2008/Q1 © 2007 SAP AG. Alle Rechte vorbehalten. 199