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Ist Face-to-Face-Kommunikation

die Grundlage der


Web-2.0-Kommunikation?

Hausarbeit
für den Kurs

Kommunikationsstrategien
des

Fachhochschul-Masterstudiengangs
KOMMUNIKATION, WISSEN, MEDIEN
im SS10

von

Daniela Rohrhuber BA

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ................................................................................................... 3
2 Begriffsabklärung ...................................................................................... 4
2.1 Kommunikation ..................................................................................... 4
2.1.1 Individualkommunikation 1:1........................................................ 4
2.1.2 Massenkommunikation 1:N .......................................................... 4
2.1.3 Gruppenkommunikation N:M ....................................................... 5
2.1.4 Computervermittelte Kommunikation (cvK) ................................. 5
2.2 Web 2.0 ................................................................................................. 6
2.3 Web 2.0-Kommunikation ...................................................................... 8
2.4 Face-to-Face-Kommunikation ............................................................... 9
3 Web 2.0-Kommunikation vs. Face-to-Face-Kommunikation .................... 9
4 Diskussion ................................................................................................ 10
5 Fazit ......................................................................................................... 11
Literaturverzeichnis .......................................................................................... 12
Abbildungsverzeichnis ...................................................................................... 12
Tabellenverzeichnis........................................................................................... 12

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1 Einleitung
Im Zuge des Kurses “Kommunikationsstrategien” im Sommersemester 2010
am Studiengang “Kommunikation, Wissen, Medien” an der Fachhochschule
Oberösterreich, Standort Hagenberg, soll die folgende Diskussion als Hausarbeit
zur Notenfeststellung dienen.

Der ausgewählte Vorschlag aus einer vom Vortragenden Herrn Dr. Klaus
Bernsau erstellten Themenliste lautet “Diskutieren Sie die These Face-to-Face-
Kommunikation ist die Grundlage der sogenannten Web 2.0-Kommunikation“. Die
Wahl fiel Aufgrund persönlicher und fachlicher Interessen der Autorin bezüglich
Kommunikation auf die Ausarbeitung dieser These.

Um gleiche Voraussetzungen hinsichtlich des thematischen Wissensstandes zu


schaffen, werden anfangs die Begriffe „Kommunikation“ und “Web 2.0“ im
Allgemeinen, sowie „Web 2.0-Kommunikation“ und “Face-to-Face-
Kommunikation” im Speziellen definiert. Anschließend werden die Unterschiede
herausgearbeitet und die These diskutiert. Schlussendlich wird ein Fazit gezogen.

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2 Begriffsabklärung

2.1 Kommunikation
Um die Begriffe „Web 2.0-Kommunikation“ und “Face-to-Face-
Kommunikation” klären zu können, muss zuerst definiert werden, was in der
vorliegenden Arbeit unter „Kommunikation“ verstanden wird. Ganz allgemein
versteht man laut der Brockhaus Enzyklopädie Online 1 unter Kommunikation
„Verständigung, Austausch; alle Prozesse der Informationsübertragung auf
technischer, biologischer, psychischer, physischer und sozialer Ebene.“.

Es gibt viele verschiedene Aspekte, die bei Kommunikation berücksichtigt


werden können. Sie kann verbal oder non-verbal (z.B. Blicke, Gerüche, Streicheln,
Schlagen,...) ablaufen, an mich selbst, einen oder mehrere anderen Empfänger
gerichtet sein, am gleichen oder einem anderen Ort oder zur selben Zeit oder
zeitversetzt stattfinden, mit oder ohne technischen Hilfsmitteln stattfinden und so
weiter. Bei der folgenden Abhandlung wird zwischen Individual-, Massen-,
Gruppen- und computervermittelter Kommunikation (cvK) unterschieden,
bezugnehmend auf die Ausführungen von Nicola Döring (2003).

2.1.1 Individualkommunikation 1:1


Diese teilt sich in intrapersonale und interpersonale Kommunikation, welche
jeweils eine 1:1-Beziehung haben, also ein Sender und ein Empfänger beteiligt ist.
Unter intrapersonaler Kommunikation versteht man Selbstkommunikation, welche
„nicht nur in Form von Gedanken und Selbstgesprächen, sondern in starkem Maße
auch externalisiert und mediatisiert (z.B. Tagebuch, Terminkalender, To-do-Liste,
Einkaufszettel usw.)“ (Döring, 2003) erfolgt. In diesem Fall ist man also auch selbst
wieder Empfänger der Information. Für diese Arbeit ist jedoch vorwiegend die
interpersonale Kommunikation relevant, die den Austausch von zwei oder mehr
Personen betrifft.

2.1.2 Massenkommunikation 1:N


Die klassischen Massenmedien dienen der öffentlichen Kommunikation via
• Presse/Print
• Radio/Hörfunk und/oder
• Fernsehen.
Es wird festgestellt, dass diese drei aber immer mehr auch im Internet agieren,
ebenso wie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung. Diese Kommunikation findet
vorwiegend über Websites statt, stellt also eine 1:n-Beziehung dar, dies bedeutet,
dass sich ein Sender an viele Empfänger wendet.
Die Grenzen verwischen zunehmend und auch crossmediale, also mehrere
Kanäle verknüpfende, Produkte finden Verbreitung. Deutlich erkennbar anhand
dieser Online-Aktivitäten ist auch eine erhöhte aktive Beteiligung des Publikums,
die „das massenmediale Prinzip der Einwegkommunikation aufweicht und die

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http://han.ubl.jku.at/han/brockhausonline/www.brockhaus-
enzyklopaedie.de/be21_article.php?document_id=0x07aba489@be [14.7.2010]

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sozialen Rollen von Medienmachern und Mediennutzern erweitert“. (Döring,
2003)

2.1.3 Gruppenkommunikation N:M


Bei der Gruppenkommunikation findet ein Austausch zwischen mehreren
Empfängern und mehreren Sendern statt. Es herrscht also eine n:n-Beziehung.
Dies betrifft beispielsweise (Online-)Konferenzen, Newsgroups und Chats.

2.1.4 Computervermittelte Kommunikation (cvK)


Computervermittelte Kommunikation ist jede Art von Verständigung, die
durch den Einsatz eines Computers ermöglicht wird. Sie ist geprägt von
Ortsunabhängigkeit und der Möglichkeit, auch mit bisher Unbekannten in Kontakt
zu treten.
Auch der Zeitfaktor spielt besonders bei computervermittelter
Kommunikation eine große Rolle. „Asynchrone Online-Kommunikation erlaubt
durch die Speicherung der Beiträge einen thematisch fokussierten Austausch –
auch in sehr großen Gruppen. Synchrone Online-Kommunikation dagegen ist vor
allem durch geselliges Erleben geprägt.“ (Döring, 2003)

Sämtliche Kommunikationskardinalitäten, wie sie bereits auch den anderen


Kommunikationstypen zugewiesen wurden, lassen sich bei der
computervermittelten Kommunikation je nach Anwendungsfall vereinen. Dies
bedeutet, dass alle möglichen Beziehungskonstellationen, siehe Abbildung 1,
vorhanden sein können.

Abbildung 1: Kommunikationskardinalitäten

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In Tabelle 1 sind Beispiele für den Einsatz der jeweiligen Kommunikations-
beziehungen aufgeführt.

Kommunikationskardinalität Anwendungsbeispiel
1:1 (Online-)Kalender
1:N Website, Blog
N:1 Feedbacksysteme
M:N Videokonferenz
Tabelle 1: Anwendungsbeispiele für Kommunikationskardinalitäten

Ein Teilbereich der computervermittelten Kommunikation ist die Web-2.0-


Kommunikation, deren Besonderheiten im Anschluss, nach einer Einführung in das
Web 2.0 allgemein, dargestellt werden.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele verschiedene theoretische


Kommunikationsmodelle. Aufgrund ihrer Diversität und Umstrittenheit werden sie
in dieser Arbeit bewusst außen vor gelassen und versucht eigene Rückschlüsse zu
ziehen.

2.2 Web 2.0


Nachdem 1989 das Word Wide Web am CERN (Europäische Organisation für
Kernforschung) zum Austausch von Forschungsergebnissen entwickelt wurde,
folgte über die nächsten Jahre ein richtiger Hype. Die anfangs rein informativen
und gestalterisch wenig ansprechenden Homepages zum Datenaustausch
entwickelten sich hin zu perfekt designten, auf Benutzereingaben reagierenden,
schnellen und vermehrt auch in privaten Haushalten verfügbaren Websites. Alle
wollten ein Stück von dem Kuchen, was nach einem riesen Aufschwung aber
letztendlich zum Platzen der sogenannten Dot-Com-Blase führte.(vgl. Behrendt &
Zeppenfeld, 2008)

Herbst 2001 hatte sich das WWW dann aber bereits so sehr weiterentwickelt,
dass der irische Softwareentwickler und Verleger Tim O'Reilly bei einem
Brainstorming mit MediaLive International für eine Konferenz den Begriff „Web
2.0“ einführte. Dies geschah in Anlehnung an eine übliche Vorgehensweise der
Softwareentwicklung zur Versionierung. Deren Meinung nach war also eine „neue
Version“ des Internets entstanden, eben Version 2.0. Folgende Abbildung (2) stellt
Ihrer Meinung nach eine „Karte“ vom Web 2.0 dar, die während der Konferenz
entwickelt wurde:

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Abbildung 2: Darstellung Web 2.0

Rasend schnell war der Begriff in aller Munde, auch wenn viele überhaupt
nicht wussten (bzw. wissen), wofür er genau steht. Bis heute ist nicht genau
definiert, was das „Web 2.0“ genau ist. Laut der Brockhaus Enzyklopädie Online2
ist Web 2.0 eine von „…Tim O'Reilly geprägte Sammelbezeichnung für
Anwendungen und Nutzungen des Internets, die durch eine starke Mitwirkung der
Benutzer gekennzeichnet sind. Typische Web-2.0-Anwendungen sind Online-
Tagebücher (sogenannte Weblogs, kurz Blogs), Online-Notizbücher (meist in Form
von Wikis) und Online-Netzwerke (soziales Netzwerk).“

Der amerikanischen Web-2.0-Spezialist Dion Hinchcliffe zeigt in der folgenden


Abbildung (2) seine Ansicht der Entwicklung des WWWs. Es ist gut erkennbar, dass
das Web 2.0 offener, schneller, sicherer, partizipativer und mehr an Benutzern
und Netzwerken orientiert ist. Dion Hinchcliffe ist davon überzeugt, dass die
nächste Entwicklungsstufe, die er Web Squared nennt, Emotionen noch viel mehr
ins Netz integriert. Die ganze Welt soll, so Hinchcliffe, in Echtzeit verknüpft werden
und alles und jeder wird sich gegenseitig ergänzen.

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http://han.ubl.jku.at/han/brockhausonline/www.brockhaus-
enzyklopaedie.de/be21_article.php?document_id=0x07aba489@be
[14.7.2010]

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Abbildung 3: Entwicklung des WWWs

Es wird sich zeigen, wozu das WWW tatsächlich noch alles genutzt werden
kann. Der Begriff „Web 2.0“ jedenfalls wird wohl nie zufriedenstellend von einer
einzigen Person definiert werden können. Zu unterschiedlich liegen die Interessen
und zu sehr ist er dafür bereits von Marketing-Agenturen breitgetreten. Vielleicht
verweist er auch immer auf das jeweils Neue und Moderne des Internets. Es ist
wohl zutreffend, was bereits Ian Davis, Leiter der Unternehmensberatung
McKinsey, meinte: „Web 2.0 is an attitude not a technology.“3.

2.3 Web 2.0-Kommunikation


Web 2.0-Kommunikation fällt eindeutig in den zuvor bereits beschriebenen
Bereich der computervermittelten Kommunikation. Wie im vorherigen Kapitel
„Web 2.0“ bereits erwähnt, nehmen vor allem Blogs, Wikis und Social Networks im
Web 2.0 einen wichtigen Stellenplatz ein. Immer mehr Informationen werden
immer schneller und persönlicher ausgetauscht. Interaktivität und Partizipation
beherrschen mittlerweile das Netz. Bidirektionale Kommunikation ergänzt die
klassischen, linearen Massenmedien; ja ersetzt sie teilweise sogar.

Die Benutzer können selbst bestimmen, welche Informationen sie einholen


und auch weitergeben. Es wird auf N:M-Kommunikation, von
Kommunikationswissenschaftlern auch „many-to-many-communication“ genannt,
gesetzt. Jeder ist Sender und Empfänger zugleich. Oft ist der Begriff
„Kommunikation 2.0“ zu lesen, was darauf hindeutet, dass sich auch die
Kommunikation an sich geändert hat.
Dazu trägt wohl nicht zuletzt die zunehmende Anonymisierung bei, welche
durch Web 2.0-Kommunikation erst in diesem Ausmaß entstehen konnte. Durch
die Verwendung von Nicknames (Spitznamen) weiß oft niemand, wer tatsächlich
kommuniziert, was oft eine mutigere, offenere und auch unpersönlichere
Kommunikation zur Folge hat. Um gewisse Umgangsformen und

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http://blog.iandavis.com/2005/07/talis-web-20-and-all-that [17.7.2010]

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Kommunikationsgepflogenheiten auch online zu wahren, wurde eine so genannte
„Netiquette“ erschaffen, die explizit Verhaltensregeln vorgibt. Diese ist allerdings
nicht vereinheitlicht und je nach betreffender Kommunikationsgemeinschaft
herrschen diverse Vorgaben und werden diese auch unterschiedlich streng von
der Community und deren Betreibern durchgesetzt und kontrolliert. Es zeigt sich
also, dass diese Kommunikationsform, wie wohl auch jede andere, gewisse Regeln
benötigt.

2.4 Face-to-Face-Kommunikation
Die Brockhaus Enzyklopädie Online 4 definiert Face-to-Face-Kommunikation
(Abk. F2F, dt. »Kommunikation von Angesicht zu Angesicht«) als eine
„Bezeichnung für persönliche, nicht elektronisch oder anderweitig vermittelte
Kommunikation“.

Rothe (2006) meint genauer: „Die Face-to-face-Kommunikation im strengeren


Sinne ist gekennzeichnet dadurch, dass zwei Menschen zur gleichen Zeit am
gleichen Ort miteinander kommunizieren, d.h. die leibliche Dimension ist zum
gleichen Raumzeitpunkt gegeben. Beide Kommunizierende können einander
uneingeschränkt mit allen Sinnen wahrnehmen. Diese Wahrnehmung ist in allen
anderen Kommunikationsformen mehr oder weniger eingeschränkt.“

Der direkte Austausch mindestens zweier Personen, die sich gleichzeitig zur
selben Zeit am selben Ort befinden nennt man auch Vis-à-vis-Situation. Eine Vis-à-
vis-Situation bedingt, dass alle Sinnesmodalitäten (sehen, hören, riechen,
schmecken, fühlen) beansprucht werden (vgl. Döring, 2003), wie auch bereits bei
der Definition von Rothe zuvor erwähnt wurde.

Die Face-to-Face-Kommunikation ist also sehr klar definiert und die


Wissenschaft ist sich über die ausschlaggebenden Faktoren auch sehr einig. Diese
beinhalten eben, dass mindestens zwei Personen am selben Ort gleichzeitig unter
Befähigung all ihrer Sinne kommunizieren.

3 Web 2.0-Kommunikation vs. Face-to-Face-Kommunikation


Worin bestehen nun die wichtigsten Unterschiede zwischen Web 2.0-
Kommunikation und Face-to-Face-Kommunikation? Laut Friederike Rothe (2006)
gilt: „Der primäre Unterschied zwischen beiden Formen zwischenmenschlicher
Kommunikation betrifft die physische An- bzw. Abwesenheit der Kommunikanten,
d.h. ihre leibliche Dimension. Der Sachverhalt ist unumstritten, diskutiert wird
jedoch die Möglichkeit seiner stufenweisen Kompensation durch Emoticons,
Akronyme, Soundwörter, Aktionswörter u.a. Insgesamt besteht die Tendenz, die
Bedeutung dieser Differenz herunterzuspielen.“ Dies stimmt im Grunde mit der
Ansicht von Nicola Döring (2003) überein, die ergänzend meint „Auffällig ist auch

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http://han.ubl.jku.at/han/brockhausonline/www.brockhaus-
enzyklopaedie.de/be21_article.php [14.7.2010]

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die Tendenz kulturpessimistischer Stimmen, der Netzkommunikation ihre
(tatsächlichen oder vermeintlichen) Abweichungen von Face-to-Face-
Kommunikation vorzuwerfen, ohne jedoch ihre zahlreichen Übereinstimmungen
mit der (kulturell hoch geschätzten) Brief und Buch-Kommunikation in die
Bewertung einzubeziehen.“
Ergänzen möchte die Autorin noch um den ebenfalls als entscheidend
erachteten Punkt der Anonymisierung, die bei der Web 2.0-Kommunikation
stattfindet und das Kommunikationsverhalten, wie bereits zuvor beschrieben, sehr
stark prägt.

4 Diskussion
Nachdem die Begrifflichkeiten sowie deren Unterschiede nun klar dargelegt
wurden, folgt nun die Diskussion zu der aufgestellten These „Face-to-Face-
Kommunikation ist die Grundlage der Web-2.0-Kommunikation“.

Die Entwicklung der Kommunikation im Internet hin zu der Web-2.0-


Kommunikation könnte man als tiefes innerliches Bedürfnis des Menschen nach
einer Vis-á-vis-Situation deuten. Wie Berger & Luckmann (1980) meinen, ist eine
Vis-á-vis-Situation „… der Prototyp aller gesellschaftlichen Interaktionen. Jede
andere Interaktionsform ist von ihr abgeleitet“.

Ausgehend von der asynchronen E-Mail-Kommunikation führte der nächste


Schritt der Online-Kommunikation hin zu synchronen Chats, die bald um Voice-
Chats erweitert wurden. Anschließend waren durch den ständig verbesserten
Datentransfer sogar Video-Live-Chats möglich, man konnte also sein Gegenüber
auch sehen. Im Web 2.0 gibt es nun auch Kombinationen dieser
Kommunikationsformen, beispielsweise in diversen sozialen Netzwerken, sowie
weitere Kommunikationsmöglichkeiten wie beispielsweise Blogs oder Wikis. Der
Trend bewegt sich also hin zu einer zeit- und ortsunabhängigen
Echtzeitkommunikation bei der möglichst viele Kommunikationswege zur Auswahl
stehen, sodass sich jeder für den zum aktuellen Anlass passendsten Weg
entscheiden und variieren kann. Auch die Entwicklung mobiler
Kommunikationstechnologien geht in diese Richtung und unterstützt ständige
Erreichbarkeit und Kommunikationsmöglichkeiten in diversen Formen. Selbst die
Sinne, die noch nicht unterstützt werden durch diese Online-Möglichkeiten, also
schmecken, riechen und fühlen, werden in der aktuellen Forschung berücksichtigt
und es gibt beispielsweise schon technische Ansätze zum Geruchsfernsehen. Falls
dies Massentauglich werden sollte, wird es auch vor den Computerbildschirmen
nicht halt machen. Immer mehr Sinne werden also in die Online-Kommunikation
eingebunden und nähern sich somit zunehmend in Richtung der Vis-à-vis-
Situation.

Die Autorin ist der Meinung, dass sich aufgrund des grundlegenden
umfassenden Kommunikationsbedürfnis eines jeden Menschen das ursprüngliche
Modell des WWW und im speziellen dann der Web-2.0-Kommunikation zu einer
Annäherung an die Face-to-Face-Kommunikation entwickelt hat. Diese
Entwicklung ist nur durch die Erweiterung der technischen Möglichkeiten

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realisierbar geworden. An dieser Stelle könnte man nun einwerfen dass es nicht
um den tief in den Menschen verwurzelten Wunsch nach der Face-to-Face-
Kommunikation, wie bereits erwähnt, geht, sondern das der Mensch einfach all
das umsetzt, was technisch möglich ist. Dem kann man aber entgegen halten, dass
jede Entwicklung immer aus einem Bedürfnis entsteht, denn wenn kein Bedarf
vorhanden ist, ist jedes kommerzielle Projekt zum Scheitern verurteilt, da kein
Absatzmarkt besteht. Man muss sich aber nun auch den Einwurf gefallen lassen ob
diese Diskussion eine relevante Konsequenz hat. Dies mag ein leichter Weg sein,
ein unerwünschtes Argument vom Tisch zu wischen – die Frage nach der
Konsequenz, allerdings jede Diskussion ohne die Möglichkeit einer Konsequenz ist
von mangelnder Sinnhaftigkeit.
Die gleiche kommunikative Reichhaltigkeit wie bei Face-to-Face-Kommunikation
wird für ein virtuelles Medium nicht erreichbar sein, die Technik kann sich aber
dieser Situation annähern, wenn auch nie ebenbürtig werden.

5 Fazit
Da der Wunsch nach Kommunikation in Face-to-Face-Situationen in uns
verwurzelt zu sein scheint, entwickelt der Mensch seinen Weg der Kommunikation
in diese Richtung, ob es ihm nun bewusst ist oder nicht. Das Web 2.0 ist der
Versuch, eine möglichst optimale Kommunikationssituation für mehrere Personen
zu schaffen, die eben nicht in der Lage sind, sich zur gleichen Zeit am selben
geographischen Ort zu treffen.
Damit wagt die Autorin zu behaupten, dass Face-to-Face-Kommunikation die
Grundlage der Web-2.0-Kommunikation, eigentlich die Grundlage jeder
Kommunikation, darstellt und die These als untermauert betrachtet werden kann.

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Literaturverzeichnis

Behrendt J. & Zeppenfeld K. (2008). Web 2.0. Informatik im Fokus.


Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag.

Berger, P. L. & Luckmann, T. (1980). Die gesellschaftliche Konstruktion der


Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Frankfurt/Main: Fischer.

Döring, N. (2003). Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet


für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen.
Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Rothe F. (2006). Zwischenmenschliche Kommunikation. Eine interdisziplinäre


Grundlegung. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag; GWV Fachverlage GmbH

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kommunikationskardinalitäten ..................................................... 5


http://www.rrzn.uni-hannover.de/fileadmin/ful/vorlesungen/
kolloquium/ss_03/roi_01.pdf [21.7.2010]

Abbildung 2: Darstellung des Web 2.0 ............................................................... 7


http://www.oreilly.de/artikel/web20.html [18.7.2010]

Abbildung 3: Entwicklung des WWWs ................................................................ 8


http://web2.socialcomputingjournal.com [18.7.2010]

Tabellenverzeichnis
Tabelle 2: Anwendungsbeispiele für Kommunikationskardinalitäten……………...6

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