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Wochenkommentar: Guter Beginn der Berichtssaison 14.10.

2010

USD je CHF je JPY je Euribor USD Libor Dt. Bund US T-Bond Öl (Br)
11:07 EUR EUR EUR 3m 3m 10j 10j USD/Fa ATX DAX Dow
14. Okt 10 1,408 1,337 114,2 0,99% 0,29% 2,30% 2,43% 85,0 2696,5 6476,8 11096,1
7. Okt 10 1,393 1,343 114,7 0,97% 0,29% 2,25% 2,38% 84,5 2634,8 6266,6 10948,4
+/- 07. Okt -1,1% 0,4% 0,4% 2 bp 0 bp 5 bp 5 bp 0,6% 2,3% 3,4% 1,3%
+/- 31. Dez 1,7% 10,9% 16,5% 29 bp 4 bp -108 bp -141 bp 9,1% 8,1% 8,7% 6,4%

Die mit Spannung erwartete Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für den Monat
September sorgte für Ernüchterung. Obwohl zuvor zwei Wochen in Folge bei der Zahl der
wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ein deutlicher Rückgang zu beobachten war,
ging die Zahl der Arbeitsstellen im September um insgesamt 95.000 zurück. Ausschlaggebend für
diese negative Bilanz war ein Rückgang im öffentlichen Dienst um insgesamt 159.000 Stellen. Im
Privatsektor wurden hingegen netto 64.000 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote blieb im
September mit 9,6% auf demselben Niveau wie im August. Die weiterhin angespannte Lage auf dem
Arbeitsmarkt beeinträchtigte die Konsumlaune der privaten Haushalte und wirkte folglich auch
negative auf das Volumen der Konsumentenkredite. Dieses verringerte sich im August um USD 3,34
Mrd und damit bereits den siebten Monat in Folge. In der Eurozone konnte im August ein
überraschend starker Anstieg der Industrieproduktion beobachtet werden. Der Produktionsindex
stieg gegenüber dem Vormonat um 1,0% (Juli: 0,1%) an, was im Jahresvergleich einen Zuwachs um
7,9% (Juli: 7,2%) bedeutete.

Gemäß dem gestern veröffentlichten Protokoll zur US-Notenbanksitzung vom 21. September waren
die Fed-Mitglieder der Ansicht, dass eine weitere geldpolitische Lockerung in nächster Zeit
angemessen sein könnte. Viele Mitglieder zeigten sich mit dem Fortschritt zur Erreichung ihres
Auftrags, der Schaffung von maximaler Beschäftigung und Preisstabilität unzufrieden. Außerdem
wurden bei der Sitzung gemäß dem Protokoll auch andere Maßnahmen zur Unterstützung der
Konjunktur wie etwa die Bestimmung eines konkreteren Inflationsziels diskutiert, um die
Inflationserwartungen und damit die Nachfrage zu erhöhen. Die nächste Sitzung der US-Notenbank
findet vom 2. bis 3. November statt.

Der US-Dollar hat sich zuletzt gegenüber dem Euro weiter abgeschwächt. Auch zuletzt lastete vor
allem die Erwartung einer Ausweitung des Quantitative Easing - dem Kauf von Staatsanleihen, um die
längerfristigen Renditen niedrig zu halten und damit die Konjunktur, insbesondere die Investitionen, zu
beleben - durch die US-Notenbank auf der Währung. In den nächsten Tagen erwarten wir eine
Fortsetzung der leichten Abschwächung des Dollars im Verhältnis zum Euro.

Die Aktienkurse konnten in den letzten Tagen mehrheitlich weiter zulegen. Unterstützt wurde die
Aufwärtsentwicklung vor allem vom Fed-Protokoll, das das Lager jener stärkte, die von einer
Ausweitung des Quantitative Easing durch die US-Notenbank ausgehen, sowie vom Beginn der
Berichtssaison der Unternehmen. Sowohl der Aluminiumproduzent Alcoa als auch der Chip-Produzent
Intel konnten mit ihrem Ergebnis die Markterwartungen übertreffen. Außerdem zeigten sich die
Vertreter dieser Unternehmen optimistischer hinsichtlich der weiteren Gewinnentwicklung. Auch die
US-Bank JPMorgan Chase lieferte ein Ergebnis, das über den Markterwartungen lag. Die
Minengesellschaften profitierten zusätzlich von gestiegenen Metallpreisen als Folge eines
schwächeren US-Dollars. Anders als in der Vorwoche steht in den nächsten Tagen eine ganze Reihe
von Konjunkturdaten (USA: Einzelhandelsumsatz, Verbrauchervertrauen, Industrieproduktion, Beige
Book, Philadelphia Fed Index, Frühindikator; EZ: Einkaufsmanagerindizes etc.) zur Veröffentlichung
an. Auch die Anzahl an Unternehmen, die ihre Zahlen über das dritte Quartal veröffentlichen werden,
nimmt in den USA deutlich zu. Aus dem 30 Werte umfassenden Dow Jones Industrial Average werden
alleine in der nächsten Woche fast die Hälfte der Unternehmen ihre Quartalsergebnisse präsentieren.
In Europa stehen in den nächsten Tagen nur wenige Ergebnisveröffentlichungen an. Die europäische
Berichtssaison gewinnt erst gegen Ende Oktober an Dynamik. Insgesamt erwarten wir in den
nächsten Tagen mit einigen Impulsen von Seiten der Berichtssaison tendenziell steigende
Aktienkurse.
Volksbank AG Research, Dipl.-Vw. Uta Pock (Leitung): Tel. +43(0)50 4004-4360; Alexandra Ernst -4359;
Mag. Friedrich Glechner, CFA: -4362; Dipl.-Vw. Stephan Csaba Imre -4361; Stefan Wolowiec -4363;
e-mail: research@volksbank.com
Datenveröffentlichungen

Okt. Land Ereignis Zeitraum


15. JP Industrieproduktion (EW) August
JP Kapazitätsauslastung (EW) August
AT Konsumentenpreisindex September
EZ Konsumentenpreisindex (EW) September
US Konsumentenpreisindex September
US ohne Nahrungsmittel & Energie September
US Einzelhandelsumsatz September
US ohne Autos September
US NY Empire Manufacturing Index Oktober
US Univ. Michigan Verbrauchervertr. (vorläufig) Oktober
18. JP Dienstleistungssektorindex August
US Langfristige Netto-Kapitalzuflüsse August
US Industrieproduktion September
US Kapazitätsauslastung September
US NAHB Wohnungsmarkt Index Oktober
19. EZ Leistungsbilanz sb August
US Hausbaubeginne September
US Baugenehmigungen September
20. JP Frühindikator (EW) August
JP Gegenw artsindikator (EW) August
DE Produzentenpreisindex September
AT Produzentenpreisindex August
US Beige Book (Fed) 20. Okt.
21. JP Gesamtindustrie-Aktivitätsindex August
CH Handelsbilanz September
CH M3 Geldmengenw achstum September
EZ Verbrauchervertrauen (Schätzung) Oktober
EZ Einkaufsmanagerindex Dienstl. (Schätzung) Oktober
EZ Einkaufsmanagerindex (Schätzung) Oktober
DE Einkaufsmanagerindex Dienstl. (Schätzung) Oktober
DE Einkaufsmanagerindex (Schätzung) Oktober
US Wö. Erstantr. Arbeitslosenh. (Tsd) 16. Okt.
US Philadelphia Fed Index Oktober
US Frühindikator September
Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters, statistische Ämter

Autoren: Friedrich Glechner, Stefan Wolowiec

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