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Der Tambourmajor ist eine Nebengestalt des Dramas “Woyzeck” von Georg Büchner.

Er
spielt eine wichtige Rolle im Drama, da er Woyzecks Eifersucht auslöst und dadurch zum
tragischen Ende beiträgt.

Der Tambourmajor tritt in den Szenen zwei, drei, sechs, (elf) und 14 auf. Wie Woyzeck
gehört er zur Armee, hat dort aber als Anführer der Trommler, im Gegensatz zu dem
einfachen Soldaten Woyzeck, eine besondere Position. Er ist das komplette Gegenstück zu
Woyzeck.

Der Tambourmajor ist ein attraktiver, großer und starker Mann. Seine Statur wird mit einem
Baum verglichen, Marie bewundert ihn für seine körperliche Stärke und sein ansehnliches
Äußeres: „Über die Brust wie ein Stier und ein Bart wie ein Löw«. Er ist sich seiner Wirkung
auf Frauen bewusst und zeigt sich äußerst selbstverliebt und stolz. Er schwärmt beispielsweise
davon, wie gut ihm die Paradeuniform steht. Er bildet sich viel auf seinen prächtigen
Federbusch und seine weißen Handschuhe ein. Ihm ist es auch wichtig, schöne Frauen zu
erobern, das gibt ihm Selbstbestätigung. Deshalb interessiert er sich für Marie. Sie gefällt ihm
mit ihren schwarzen Augen und schwarzen Haaren. Dass sie vergeben ist und ein Kind hat,
interessiert ihn nicht weiter, also hat er keine moralischen Hemmungen. Er beeindruckt
Frauen gerne und macht ihnen teure Geschenke, die er sich aber wohl leisten kann. Marie
erhält von ihm goldene Ohrringe, die ihr Woyzeck oder sie sich selbst nicht kaufen könnte. So
kommt es zu einer Affäre zwischen den beiden. Er möchte mit ihr eine „Zucht von
Tambourmajors“ beginnen.

Außerdem geht der Tambourmajor gerne Vergnügungen nach. Sonntags ist er beim Tanz im
Wirtshaus zu finden und auch zur Kirmes geht er gerne. Auch dem Alkohol ist er nicht
abgeneigt, wie er selbst treffend formuliert „Ich wollt, die Welt wär Schnaps, Schnaps - der
Mann muss saufen!” Er stellt gerne seine Stärke unter Beweis. Bei einem Treffen im
Wirtshaus provoziert der betrunkene Tambourmajor Woyzeck und schlägt ihn grundlos
nieder, worauf er sich ganz seiner Trunkenheit und Euphorie hingibt: „Brandewein das ist
mein Leben/ Brandwein giebt courage!“ Er zeigt sich gar nicht als fairer Gewinner, sondern
macht sich über seinen unterlegenen Gegner lustig.

Meiner Meinung nach ist der Tambourmajor eine sehr oberflächliche Gestalt ohne wirklichen
Tiefgang, die sich aber nicht für andere Personen interessiert, sondern nur für sich selbst.