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Max Frisch

1.Themen
2.Leben
3.Werke
3.1. Homo Faber
3.2. Andorra

1.
Max Frisch befasste sich in seinen Werken mit folgenden Gedanken:
Wie kann der Einzelne Gewissheit über die eigene Identität erlangen? Wie konstruiert
sich der Mensch die eigene Biografie. Das Spätwerk Der Mensch erscheint im
Holozän untersucht die Rolle des Wissens und des Gedächtnisses für den Menschen:
Wie klein ist er mit seinen bescheidenen Erkenntnissen im Verhältnis zur Natur, was
bleibt von ihm?
Daneben spielt auch die Zuweisung von Identitäten durch andere eine Rolle. Frisch
möchte das Gebot „Du sollst dir kein Bildnis machen“ auf das Verhältnis unter
Menschen übertragen wissen. Die Stücke Don Juan oder die Liebe zur Geometrie
und Andorra befassen sich u.a. mit den Folgen der menschlichen Neigung, sich vom
Gegenüber ein Bild zu machen, sie in eine Rolle zu drängen bzw. sich in eine Rolle
drängen zu lassen und daran – biologisch oder geistig – zu sterben. In dieser Hinsicht
ist vornehmlich sein 1957 erschienenes Prosawerk Homo faber zu nennen, in dessen
Verlauf die Identität des Menschen als der Technik verhaftetes Mängelwesen
(Technokrat) und als im Alltagsleben oder im Aufeinandertreffen mit Natur und
menschlichen Regungen zum Scheitern verdammt dargestellt wird.
Des Weiteren stellt Frisch immer wieder die Sonderstellung der Schweiz in Frage.
Für die Verbindung der genannten Themen mag eine vielzitierte Stelle aus der Mitte
des Romans Mein Name sei Gantenbein stehen:
„Manchmal scheint mir auch, dass jedes Buch, so es sich nicht befasst mit der
Verhinderung des Krieges, mit der Schaffung einer besseren Gesellschaft und so
weiter, sinnlos ist, müssig, unverantwortlich, langweilig, nicht wert, dass man es
liest, unstatthaft. Es ist nicht Zeit für Ichgeschichten. Und doch vollzieht sich das
menschliche Leben oder verfehlt sich am einzelnen Ich, nirgends sonst.“

2.
Am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, wuchs Max Frisch in einfachen Verhältnissen
als Sohn eines Architekten auf. Er studierte Germanistik und belegte als Nebenfach
Psychologie.
Als 1932 sein Vater starb, konzentrierte sich Frisch auf seine journalistische Arbeit,
um sich und seine Mutter zu versorgen. Währenddessen belegt er auch weiterhin
Kurse an der Uni. Literarisch beschäftigt sich Frisch mit sich selbst. Seine Leitfrage
dabei war „Was bin ich“.
1933 macht er eine lange Reise durch Europa, die er mit journalistischen Arbeiten
finazierte. Während der er ein Tagebuch führte, das er später veröffentlichte.
1934 lernte er Käte Rubensohn kennen, mit der er seine erste ernste Liebesbeziehung
anfing, die aber beim Heiratsantrag endete.
Ab 1936 studierte Frisch Architektur. Das 1947 errichtete Freibad Letzigraben gilt als
einziges Architektonischen Werk Frischs. Während seines Architekturstudiums
veröffentlichte Frisch seine, während der Dienstzeit in der Armee, geschriebene
Notizen als Buch. Motiviert hatte ihn dazu der Conrad-Ferdinant-Meyer-Preis, den er
1938 bekam.

Auch im Theater stellte Frisch Stücke auf die Beine. z. B. stellte er das Stück „Nun
singen sie wieder“ auf, es wirft die Frage nach der persönlichen Schuld von Soldaten
auf, die unmenschliche Befehle ausführten, und behandelt sie aus subjektiver
Perspektive der Betroffenen. Er lernte wichtige Persönlichkeiten wie Carl
Zuckmayer, Friedrich Dürrenmatt und Bertold Brecht kennen. Und ließ sich von
ihnen inspirieren, behielt jedoch immer seine Individualität.
Nach dem Krieg reiste er ins Nachkriesdeutschland zum Friedenskongress in Breslau,
reiste aber vorzeitig nach Warschau ab. In dieser Zeit schrieb er 130 Notizhefte, die er
als „Tagebuch mit Marion“ veröffentlichte, und damit der Gattung des literarischen
Tagebuchs neue Impulse gab. 1951/2 reiste er nach Amerika. Es folgten die zwei
erfolgreichen Romane „Stiller“ 1954 und „Homo Faber“ 1955.
Mit der Uraufführung von Biedermann und die Brandstifter folgte 1958 das
Theaterstück, das Frisch endgültig als Dramatiker von Weltrang etablierte. Es handelt
von einem Kleinbürger, der Hausierern Unterschlupf gewährt und trotz deutlicher
Anzeichen, dass diese sein Haus niederbrennen nicht dagegen einschreitet.
Von 1958 bis 1962 unterhielt Frisch eine Beziehung mit Ingeborg Bachmann. Im
selben Jahr lernt er die 28 Jahre jüngere Marianne Oellers kennen, die er 1968
heiratet. 1979 wurde die Ehe jedoch wieder geschieden, wegen dem veröffentlichten
Werk „Montauk“, in dem er über all seine Beziehungen berichtet, einschließlich der
Ehe mit Marianne und deren Affäre mit Donald Barthleme und seiner mit Alice
Locke-Carey 1974 in Amerika.
Nachdem Frisch 1978 ernsthafte gesundheitliche Probleme durchlebt hatte, wurde im
Oktober 1979 unter seiner Mitwirkung die Max-Frisch-Stiftung gegründet, die mit
der Verwaltung seines Nachlasses beauftragt wurde.
1980 fing er wieder eine 4-jährige Beziehung mit Alice Locke-Carey an, nach der er
1984 wieder nach Zürich zurückkehrte, seine letzte Liebe Karin Pilliod kennen lernte
und am 4. April 1991 an Darmkrebs starb, mitten in den Vorbereitungen zu seinem
80. Geburtstag.

3.
Frischs Werke lassen sich in drei Kategorien aufteilen:

Das Tagebuch als literarische Form


Das Tagebuch gilt als die für Frisch typische Prosaform. Hiermit ist weder ein
privates Tagebuch gemeint, sondern vielmehr eine literarisch gestaltete
Bewusstseinsschilderung, die neben der Schilderung realer Fakten Fiktionalität als
gleichberechtigtes Mittel der Wahrheitsfindung akzeptiert.Nach dem Vorsatz, die
Schriftstellerei aufzugeben, hatte Frisch unter dem Eindruck einer als existenziell
empfundenen Bedrohung durch den Militärdienst angefangen ein Kriegstagebuch zu
führen, das 1940 unter dem Titel Blätter aus dem Brotsack veröffentlicht wurde.
Anders als seine früheren Arbeiten konnten die literarischen Ergebnisse in
Tagebuchform vor ihrem Autor bestehen. Frisch fand so zu der Form, die sein
weiteres Prosawerk bestimmte.
Frisch selbst vertrat die Auffassung, dass die Tagebuchform die einzige ihm
entsprechende Prosaform sei und er sie daher ebenso wenig wählen könne wie die
Form seiner Nase.Von fremder Seite gab es dennoch Ansätze Frischs Wahl der
Textform zu begründen: So sieht Friedrich Dürrenmatt darin die „rettende Idee“, die
es Frisch im Stiller ermöglicht habe „aus sich selber eine Gestalt; einen Roman“ zu
machen, ohne dabei „der Peinlichkeit zu verfallen“.

Prosawerk
Frischs Prosawerk lässt sich grob in drei Schaffensphasen einteilen.
Bis 1943 schrieb Frisch fast ausschließlich in Prosa. Frisch distanzierte sich im
Nachhinein von seinem Frühwerk
Frischs Prosa-Hauptwerk besteht aus den drei Romanen Stiller, Homo faber und
Mein Name sei Gantenbein. Gemein ist den drei Romanen die Thematik der Identität
und des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern. Auch die drei Erzählungen aus
Frischs Spätwerk Montauk, Der Mensch erscheint im Holozän und Blaubart werden
in Untersuchungen oft zusammengefasst. Inhaltlich zeichnen sich alle drei Texte
durch eine thematische Hinwendung zum Tod, einer Lebensbilanz aus. Formal stehen
sie unter dem Motto einer Reduktion der Handlungselemente und der Sprache.
Dramen
Max Frischs theatralische Stücke lassen sich in folgende Kategorien aufteilen: die
frühen Kriegsstücke, die poetischen Stücke und die dialektischen Stücke.
Vor allem mit letzteren, namentlich den Parabeln Biedermann und die Brandstifter,
von Frisch als „Lehrstück ohne Lehre“ betitelt, und Andorra feierte Frisch seine
größten Bühnenerfolge. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen
Theaterstücken. Dennoch zeigte sich Frisch unzufrieden mit den Missverständnissen,
die die Aufnahme der beiden Stücke begleitet hatten.
Typisch an Frischs Bühnenstücken ist, dass sie keine realistischen Situationen
darstellen, sondern zeit- und raumübergreifende Gedankenspiele sind. So treten in
Die chinesische Mauer historische und literarische Figuren auf, in Triptychon Tote.
Typisch sind karge, reduzierte Bühnenbilder, Brechungen wie zweigeteilte Bühnen,
ein Chor oder die direkte Ansprache des Publikums. Immer wieder vergegenwärtige
das Stück dem Publikum, dass es Theater sei, also auf einer Bühne stattfinde.

Homo Faber
Das Werk wird folgend interpretiert:

Homo Faber, als einen Mann der Technik, ein Ingenieur zu Zeit wo die Technik
zunehmend kritisch betrachtet wurde. Er flüchtet sich hinter den Schild „technik“ um
nur noch ein gefiltertes Leben zu bekommen. Damit macht er ein Bildnis von sich
und versäumt es, ein freies Leben zu führen. Hanna dagegen schafft sich ihr
gewolltes leben, indem sie sich von jeglichem männlichen Einfluss abschirmt.

Man versteht das Werk auch in dem Schema Normalität, Zufall und Vergangenheit.
Denn wo Faber am Anfang wie beschlossen mit einem Flugzeug zu seinem Ziel
fliegt, macht dieses eine Notlandung, er findet seinen Toten Freund usw. Damit dringt
auch die Vergangenheit in sein Werk: er trifft seine Tochter, Hanna und den toten
Joachim.

Auch zieht sich ein bestimmtes Frauenbild Frischs durch sein Werk durch. Für ihn ist
ein Mann ein „Lustmensch“. Eine Frau dagegen ein „Gefühlsmensch“.