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Beschäftigung mit

Demenzerkrankten
im Alltag

So wie das Eisen außer Gebrauch rostet und das still stehende Wasser verdirbt
oder bei Kälte gefriert, so verkommt der Geist ohne Übung."
Zitat: Leonardo da Vinci
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Vergesslich, ängstlich, orientierungslos

Alzheimer-kranke Menschen werden zunehmend vergesslicher. Dabei vergessen sie aber, dass sie
vergesslich geworden sind. Sie verlieren die Orientierung. Sie verlaufen sich in gewohnter
Umgebung, orientieren sich nicht mehr nach der Zeit oder können sich nicht erklären, wie sie hierher
gekommen sind. Sie fühlen sich dadurch immer mehr fremd. Sie haben Angst, ohne zu wissen wovor.
Menschen mit einer Alzheimer Demenz sind immer weniger in der Lage die Aufgaben des täglichen
Lebens zu meistern. Sie können ihren Haushalt nicht mehr bewältigen, nicht mehr gezielt einkaufen,
sich nichts mehr kochen und auch nicht mehr adäquat ernähren. Sie haben Probleme beim Waschen
und wissen nicht mehr, wie man sich angemessen ankleidet. Dadurch kommt es häufig zur
körperlichen Verwahrlosung und einer Vermüllung ihrer Wohnung.

Menschen mit einer Alzheimer Demenz orientieren sich immer weniger an den gewohnten
Strukturen, erkennen zunehmend ihr Zuhause und ihre Familie nicht mehr.

Beschämt, machtlos, elend und verzweifelt

Alzheimer-Erkrankte spüren sehr wohl, dass sich etwas verändert. Sie leiden unter ihren Defiziten,
können aber nichts tun, um sich selber zu helfen. Sie werden immer abhängiger von Menschen, die
sie unterstützen und denen sie vertrauen müssen. Gerade im Anfangsstadium versucht ein an
Alzheimer Erkrankter sich zu wehren. Er fühlt sich hilflos, schämt sich, fühlt sich machtlos, elend und
verzweifelt. Er greift zu den unterschiedlichsten Bewältigungsstrategien - umsonst.

Manch ein Kranker zieht sich vollkommen in sich selbst zurück, ist ohne Antrieb und Interesse, wird
depressiv.
Andere wehren sich, sie sind eher verstimmt, verbal aggressiv, ablehnend.
Viele Kranke reagieren, wenn man nicht krankheits-adäquat mit ihnen umgeht, mit Weglaufen,
Schreien oder gar Schlagen.

Vieles stürmt auf ihn/sie ein, was er/sie nicht mehr versteht!

Deshalb ist es so wichtig, dass Angehörige und Pflegende Verständnis für dieses verwirrtes Verhalten
entwickeln. Dass sie sensibel werden für das, was dem Erkrankten Angst macht. Sie müssen sich auf
den Erkrankten einstellen. Umgekehrt geht es nicht mehr!
Der Kranke braucht Unterstützung und eine Umgebung, die an ihn angepasst ist.
Das erfordert viel Kraft und Geduld.
Was heißt dies nun praktisch für die Pflegenden?

Sie sollten immer wieder die eigene Einstellung überprüfen. Die Krankheit als solche akzeptieren.
Dem Erkrankten keine Vorhaltungen machen. Seine Ängste ernst nehmen. Ihm nicht unterstellen,
dass er sie „nur ärgern wolle“, „das extra mache“, „schon könne, wenn er nur wolle“.
Dem Erkrankten seine Würde lassen. Die Krankheit anerkennen, ohne dem Betroffenen das Gesicht
zu nehmen.

Der Alzheimer Kranke möchte nicht wie ein Kind behandelt werden, sondern vielmehr in seiner Rolle,
als Vater, Mutter, Ehemann usw. angesprochen werden.
Er braucht das Gefühl gebraucht zu werden, dazuzugehören. Er will gefragt werden, möchte von
seinen reichhaltigen Erfahrungen erzählen.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Er möchte auch Beschäftigung und nicht alles abgenommen bekommen. Dies gibt ihnen nur ein
Gefühl, nichts mehr wert zu sein, nicht mehr gebraucht zu werden.

Voraussetzung für ein gelungenes Zusammenleben in der Familie oder im Heim sind einfache
Aufgaben, die die Betroffenen bewältigen können, eine einfache (nicht kindliche) Sprache, die sie
verstehen, ein Tempo, mit dem sie nicht ständig überholt werden.

Die Gestaltung des Milieus spielt bei der Betreuung demenzerkrankter Menschen eine zentrale Rolle.
Es geht nicht darum eine perfekte Umgebung zu schaffen, sondern eine Umgebung so zu gestalten,
dass der Demenzkranke ohne Angst leben, aktiv und eigeninitiativ sein kann.
Ein demenzerkrankter Mensch braucht Vertrautes aus seiner Biographie, damit er sich wohl fühlen
kann. Erinnerungen die er hören ,sehen, riechen und schmecken kann.

Was kann ein Begleiter/Betreuer tun, damit ein Demenzerkrankter sich wohl fühlt?

Biographiearbeit
Der/die BegleiterIn / BetreuerIn orientiert sich an den Vorlieben und Interessen der Demenzkranken.
Hierbei ist es wichtig, die Biographie des Demenzkranken zu kennen. Wo kommt er her, was war ihm
wichtig, was für einen Beruf, welche Hobbies hat er gehabt? War/ist er/Sie verheiratet? Har er/sie
Kinder, wie heißen diese?...etc.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten der Beschäftigung mit Demenzkranken:

Gespräche führen über Alltägliches und die Sorgen des Kranken.


Hören Sie nie auf mit Demenzkranken zu sprechen! Auch wenn häufig ganze Sätze nicht mehr über
die Lippen kommen, Worte nicht mehr verstanden werden – wichtig ist das Gefühl, das dabei
rüberkommt!

Kommunikation ist mehr als durch Worte gesteuerte Kontaktaufnahme. Zur Kommunikation
gehören sämtliche nonverbalen Interaktionen, also Gestik, Mimik, die Stimmlage, aber auch die
Körperhaltung.
Menschen mit Demenz brauchen Begleiter, die in ihrer Grundhaltung echt und einfühlend
kommunizieren. Menschen, die sich als Person und Partner zur Verfügung stellen, Gefühle erspüren,
warm in der Stimme sind, berühren und kontaktfähig sind.
Wenn meine innere Einstellung dem Anderen gegenüber eine ablehnende ist, drückt sich das mit
hoher Wahrscheinlichkeit in meiner Körperhaltung und Stimmlage aus. Menschen mit Demenz sind
sehr sensibilisiert für Stimmungen und Atmosphären, spüren Ablehnung sofort.

Lesen, Vorlesen, Fotoalben anschauen, viele Demenzkranke hören gerne Gedichte oder
kleine Geschichten, oder blättern in Liederbüchern und Bildbänden. Alleine fällt es ihm/ihr oft
schwer sich zu konzentrieren, aber mit dem Betreuer gelingt es meist gut.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Spazierengehen, Tanzen oder Gymnastik, kommt dem Bewegungsdrang vieler Erkrankter


(vor allem im 2. Stadium der Erkrankung) entgegen und macht Freude.
Die Gehfähigkeit bleibt bei den meisten Erkrankten lange erhalten. Spazierwege wählen, die bekannt
sind. Besonders wichtig sind Spaziergänge am Nachmittag, damit der Erkrankte zur Nacht müde ist.
Spaziergänge sind bei jedem Wetter möglich (auf angepasste, bequeme Kleidung und gute Schuhe
achten!)
Während des Spaziergangs gibt es vieles zu entdecken, es ist aber auch die Zeit für ruhige Gespräche
oder gemeinsames Singen.

Singen, Klatschen und Musizieren entspricht den meisten demenzerkrankten Menschen.


Miteinander singen, schunkeln oder mit einfachen Instrumenten wie Klanghölzer, Schellen und
Rasseln zu musizieren – macht viel Freude.

Überhaupt ist „Rhythmus“ im Leben demenzerkrankter Menschen sehr wichtig: beispielsweise in der
Musik, aber auch in der Tagesstrukturierung – immer den gleichen Wochen- und Tagesablauf, immer
derselbe Sitzplatz, gleiche Spazierwege, Rituale, Bezugspersonen.

Sich zur Musik zu bewegen, gibt dem Einzelnen das Gefühl der Leistungsfähigkeit.
Gut geführt können auch gangunsichere Kranke tanzen, wichtig ist die Musik, sie sollte an
Erinnerungen anknüpfen. (alte Schlager, Lieder, Märsche die bekannt sind)

Tagesaktivitäten wie z.B.:


Gemeinsame Mahlzeiten
Rituale, z.B. Lieder, Gebete
hauswirtschaftliche u. handwerkliche Tätigkeiten, wie kochen, backen, Geschirrspülen, Wäsche
zusammenlegen etc.
Einkäufe, Friedhofbesuch, Kirchgang,
Besuch von Cafes, Gaststätten und Kaufhäusern
Begleiten bei Arztbesuchen, sonstigen Terminen
Kaffeeklatsch, Dämmerschoppen
Fernsehsendungen, z.B. alte Filme, Tierfilme
Malen, basteln, spielen
Musik hören

…sind allesamt geeignet, an biographische Erlebnisse anzuknüpfen!

Gerade in der Arbeit mit sehr alten Menschen, häufig auch demenzkranken Menschen, ist der
ganzheitliche Ansatz in der Pflege, im Umgang und der Therapie wichtig.
Körper, Geist und Seele wollen angesprochen sein, durch Annehmen der Person, Verständnis,
menschliche Wärme, Nähe und sinnliche Erfahrungen.
Es sollte eine Atmosphäre des Vertrauens und der Entspannung sein.
Gerade im Spiel stecken vielfältige Möglichkeiten menschlicher Begegnung, die Sinne werden
angesprochen und der Mensch erfährt Anerkennung und Wertschätzung.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Spielen mit an Demenz erkrankten


Das Spiel und damit das gesellige Zusammensein, meist mit Gleichaltrigen, zählen zu den
Urbedürfnissen des Menschen.
Mit dem Wort Spielen sind auch Begriffe verbunden, wie Lachen, Scherzen, Unterhaltung, Kurzweil,
das Komische und die Torheit.

Spiel ist eindeutig Abwesenheit von Arbeit! Arbeit ist durch Zwang definiert, sie ist zweckgerichtet,
leistungsorientiert, oft mühevoll und stressig.
Spiel dagegen ist zweckfrei, ist Selbstzweck – eine Äußerung der Lebensfreude!
Für alte Menschen kann Spielen bedeuten, wieder eigene Entscheidungen zu treffen. Zudem wird
Geselligkeit und Spaß durch gemeinsames Tun gefördert.
Das Spiel lässt den Menschen üben und lernen, und das in jedem Alter.
Es bietet eine breite Bandbreite an Anregungen:

 für den Körper (sich bewegen, reagieren, handeln


 für den Geist (wahrnehmen, denken)
 und für die Seele (fühlen, empfinden)

Spielen in der Altenarbeit ist eine Beschäftigung, bei der Körper, Geist und Seele aktiviert werden.

Grundlage des Miteinanders beim Spielen ist die Kommunikation. Um sich im Spiel zu verständigen,
müssen Menschen miteinander in Kontakt treten. Sich anschauen, durch Sprache, Mimik, Gestik und
Körperhaltung sich verständlich machen.
Das Spiel kann die Kommunikation untereinander fördern und trainieren.
Im Spiel spricht man miteinander, achtet auf seine Spielpartner, ist aufmerksam, man empfindet
Freude, aber auch Enttäuschung und Ärger.
So kann das Spiel auch zum Ventil werden, um Ärger herauszulassen aber auch die Freude offen
zeigen zu können.

Das Spiel ist also eine „Kommunikationshilfe“ – für sich selbst, aber auch im Kontakt mit anderen
Menschen!

Spiel ist aber vor allem auch Ablenkung von der Wirklichkeit.
Hier kann ich eine Rolle einnehmen, die ich in Wirklichkeit nicht habe. Ich kann gewinnen, stolz auf
mich sein und es offen zeigen. Auf spielerische Art können Gefühle offen gezeigt werden, man darf
jemanden „rauswerfen“ und auch offen Freude über die Misserfolge des Spielgegners zeigen.

Im Spiel bin ich nicht allein, sondern Teil einer Gruppe.

Dies alles kann die persönliche Identität der Menschen stärken, vor allem, bei alten Menschen, die
alleine leben und in ihren früheren Rollen kaum mehr angesprochen werden, geschweige denn
Bestätigung ihrer Person erfahren. („Personenzentrierte Pflege“ – Tom Kitwood)

Spielen kann der Weg sein, um ältere Menschen – auch demenzkranke Menschen - aus ihren
eintönigen Alltag herauszuholen, sie neu anzuregen und auch zu fördern.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Die Spiele müssen auf die Teilnehmer abgestimmt werden, so dass keiner überfordert wird und so
kein positives Erleben hat oder andere unterfordert sind und sich langweilen.

Alte Menschen haben teilweise schon lange nicht mehr gespielt oder gar in ihrer Jugend nicht spielen
können oder dürfen. Für Manchen ist Spielen „keine Arbeit“ oder „vertane Zeit!“
Daher sollte man auch die Biographie der alten Menschen berücksichtigen und Verständnis zeigen,
wenn Sie ablehnend reagieren. Persönlicher Kontakt und Gespräche sind wichtig. Fragen Sie nach
den Bedürfnissen – „was dem einen gefällt, kann der andere nicht ausstehen!“

Wenn Pflegende und Erkrankte miteinander feiern, z.B. Kaffee trinken, Singen, Spaß haben, oder
einfache Spiele spielen, profitieren nicht nur die Demenzerkrankten, sondern auch die Begleiter.
Eine gemeinsame Aktion, bietet die Möglichkeit dem Menschen zu begegnen, sich auszutauschen,
die Beschwerden zu vergessen, neue Erfahrungen zu machen, Fertigkeiten zu entdecken und
auszuprobieren. Dadurch ist es für beide Seiten möglich, Anerkennung
und Selbstvertrauen zu erhalten und zu gewinnen.

Ideenbörse für die Aktivierung Demenzkranker

Werken
 Von gespendeter Wolle dicke Zöpfe flechten lassen; diese aneinander nähen bis sie Stuhlbreite
haben; Stoff auf einer Seite gegen nähen –fertig ist ein Stuhlkissen!
 Stäbchenweberei – allein die Farbauswahl ist schon ein Erlebnis. Wir zeigen die Farben und
fragen, wann und wo gewechselt werden soll. Nach bedarf geben wir Hilfestellung. Vorarbeiten
sind schon für alle wichtig: Wolle zu Knäueln aufwickeln, auch versch. Farben zu einem Strang. Es
entstanden sehr schöne Wandbehänge!
 Holzscheiben an beiden Enden durchbohren; an einem Ende einen Faden dranhängen, auf dem
viele Stückchen orangenschalen aufgefädelt sind. Einige der Besucher können schneiden, andere
auffädeln. Duftet gut!
 Aus Wollzöpfen Vogelnester formen und zusammennähen – Frühling!
 Mandala – Malen (es gibt Vorlagen!) mit einfachen Formen; auch spezielle zu bestimmten
Themen und Jahreszeiten ausmalen lassen.
 Schablonen drucken, z.B. Sterne, Martinsgänse …
 Weben – Rahmen mit Kettfäden spannen, versch. Dinge einweben oder einknoten, Wollzöpfe,
Perlenschnüre, Stoffstreifen, Wollbommel ….
 Männer sortieren gerne Schrauben, Holzstücke etc. nach Form und Größe.
 Gruppenbild herstellen:
- kleine Zettel verteilen ca. 7,5 auf 7,5, jeden einzeln bemalen, beispielsweise mit Strichen oder
Kreisen, anschließend auf einen großen Bogen Papier kleben
 Alte Seidenstrümpfe zu einem Zopf flechten – dient als Seil bei Gymnastik
 Auf buntem Karton wird ein Motiv, z.B. eine Sonnenblume vorgezeichnet. Die Teilnehmer
bekommen kleine Stücke Krepp-Papier, drehen damit „Böbbele“– diese werden dann auf das
Motiv geklebt. Den Klebstoff auf dem Motiv nach und nach auftragen.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Ballspiel
 „Sprungball“ mit verzögertem Sprung einsetzen.
 Mit Gymnastikball oder Wasserball Fußball spielen. Bei allen Rollstuhlfahrern dafür die
Fußstützen abnehmen.
 Tuchball – aus alten Leintüchern ein Schwungtuch herstellen, d.h. 2 Leintücher zusammennähen
und bemalen oder färben.
 In ein Leintuch 2 Löcher schneiden, um Fußball mit 2 Mannschaften zu spielen!

Bewegungsspiele/ Spiele am Tisch oder im Kreis:


 Holzkammern verteilen, abwechseln mit allen Fingern die Klammern drücken:
Daumen – Zeigefinger; Daumen – Mittelfinger usw.
oder Kleine Zettel mit Holzkammern weitergeben
 Fühlsäckchen:
in Säckchen unterschiedliche Gegenstände erfühlen lassen
oder Gegenstände erfühlen in einer großen Schüssel oder kleinen Wanne voll Dinkelkörner
 Murmelspiel mit Tontöpfen – Tontöpfe mit größerem Loch werden mit dem Loch nach oben auf
einen Pappteller gestellt. Jeder Mitspieler bekommt eine bestimmte Anzahl Murmeln in
einem Schälchen (oder anderem Behältnis). Jeder bekommt einen Löffel und versucht damit
seine Murmeln so schnell wie möglich in das Loch zu balancieren. Der, der zuerst fertig ist
ruft „Stopp“ – nun zählen alle anderen ihre Murmeln.
 Wolle Wickeln (Würfelspiel) – Vorbereitung: Süßigkeiten werden in ein Knäuel Wolle mit
eingewickelt
Wird gespielt wie „Schokolade essen“. Jeder würfelt einmal. Wer eine 6 hat, darf den Knäuel
abwickeln bis der Nächste eine 6 hat usw. Die Süßigkeiten darf immer derjenige behalten, bei
dem sie herausfallen.
 „Schatzwürfeln“ - unter einem Berg (Holzstäbchen) liegt ein Schatz verborgen, den es zu
erwürfeln gilt. Reihum wird gewürfelt und jeder nimmt immer so viele Hölzchen vom Berg,
wie er Augen gewürfelt hat. Derjenige, der zuletzt mit der richtigen Zahl das/die letzten
Hölzchen erwürfelt ist der Sieger. Es gibt aber nochmals einen Sieger – der, der die meisten
Hölzchen hat!
 Hölzchen abwürfeln – alle Hölzchen werden auf die TN verteilt. Nun wird reihum gewürfelt und
die Hölzchen abgelegt. Wer zuerst keine mehr hat ist der Gewinner!
 Wattepusten - wer pustet den Wattebausch am weitesten? Oder man versucht ihn vom Tisch zu
pusten und jeder versucht zu verhindern, dass er grade bei ihm vom Tisch fällt.
 Fliegende Fische – aus Transparentpapier Fische ausschneiden. Ein doppeltes Zeitungsblatt
mehrfach falten. Wir sitzen um den Tisch herum, schlagen mit der Zeitung auf den Tisch und
lassen so die Fische, die auf dem Tisch liegen, fliegen.
 Papierball oder „Wattebobbel“ auf dem Tisch und pusten. Der Ball darf nicht vom Tisch fallen.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Einfache Kreisspiele:
 Mit Schaumstoffwürfel im Sitzkreis: bis zum Beispiel 50 würfeln, d.h. wer zuerst die 50 erreicht
hat gewonnen (kann man natürlich auch am Tisch mit kleinerem Würfel spielen!)
 Ringwurfspiel: Gummiringe auf Holzstäben versuchen zu werfen.
 Ballzielwurf – beispielsweise in einen Abfallkorb oder kleineren Wäschekorb etc.
 Mit einer Abdeckplane (Malerplane für 1 €, oder wenn man hat Schwungtuch o.ä.)
im Sitzkreis erst einen Softball hin und her rollen, dann auch mehrere Bälle.
- mit der Plane rascheln
- hoch und runter bewegen,
- oben drüber oder unten durch schauen
- Wellenbewegungen machen
 Mit Wasserball einen „Sitzkick“ machen.
 Mit Riesen- Luftballon im Kreis spielen

Biographisch orientierte Gruppenarbeit:


Über biographische Themen plaudern:
 z.B. wie wurde Weihnachten, Ostern usw. früher gefeiert!
 - oder: Wann gab es die ersten elektrischen Geräte (Fernseher, Kühlschrank,
Waschmaschine…) und was hat man ohne sie gemacht? Wie die Lebensmittel haltbar
gemacht? Waschtag früher!
 wie war die Schulzeit, die Hochzeit, das Berufleben, die Kindererziehung?

(Anmerkung: zur Unterstützung der „Plauderstunde“ ist es von Vorteil einen Bildband, Fotos oder
einzelne Gegenstände dabei zu haben, die man anschauen und anfassen kann. So fällt das Erinnern
sehr viel leichter und es macht mehr Spaß!)

 Biographische Gesprächsrunden mit Angehörigen / Gast / Bewohner und Betreuern. Man erzählt
vom eigenen Lebensweg, gemeinsam mit den Angehörigen, z.B. in Kombination mit Fotoalben

Kognitive Spiele:

 ABC –Spiel oder auch Stadt-Land-Fluss Spiel: wir suchen Mädchennamen, die mit A
beginnen; oder Städte, die alle mit F anfangen etc.
 Cassette mit Melodien, Geräuschen oder Vogelstimmen- zum Erkennen
 Sprichwörter oder Redewendungen ergänzen
 Zusammengesetzte Hauptwörter suchen:
Fuß – ball oder – pilz oder – bad oder – nagel

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Praktische Tätigkeiten

 Wollpullover aufribbeln – einer zieht auf, der andere wickelt das Knäuel.
 Kräuter säen; Blumen ansäen, entweder im Garten, wenn vorhanden oder im Blumentopf –
z.b. im März die Sonnenblume
 Kräuter- Nachmittag: mitgebrachte Kräuter anschauen, riechen, schmecken
 Backen – erst Zutaten nennen, vielleicht auch Mengenangaben. Dann beispielsweise einen
Hefeteig herstellen, Teig kneten lassen.
 Servietten falten
 Knöpfe sortieren nach unterschiedl. Kriterien, beispielsweise; Größe, Farbe, Lochzahl etc.
 Perlen oder Knöpfe zu Schnüren auffädeln.

Ein Rosenfest ( oder ein anderes Motto)


 Entsprechende Dekoration
 Rosen mitbringen – riechen, anfassen
 Vorlesen – Sprüchlein aus Poesiealben
 Lieder singen, in denen Rosen vorkommen

Musik, Singen, sich bewegen und Sitztänze


sind nach wie vor die besten „Aktiverungsmittel“ bei Demenzerkrankten.
Das Singen von vertrauten Liedern, mit einander Schunkeln oder einfache Sitztänze, brauchen
keinerlei Vorbereitung. Wichtig ist, dass Sie Liederbücher in Großdruckschrift haben, ein paar
Musikinstrumente (Rasseln, Glöckchen, Stäbe, Trommel etc.) und Cassetten mit geeigneter Musik für
Sitzgymnastik und Tänze.

Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016


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Brigitte J. Restle . Zusammenfassung versch. Seminartexte . 22.01.2016