You are on page 1of 12

c. 1901 c.

 1900

c. 1900

c. 1901 Gürtelschließe, Design Patriz Huber, Darmstadt, für Theodor Fahrner,


Pforzheim, Silber, gefärbte Achate — Belt clasp, design Patriz Huber,
Darmstadt, for Theodor Fahrner, Pforzheim, silver, coloured agates

c. 1900 Gürtelschließe, Design Otto Baker, Birmingham, für Liberty & Co., 1908,
Silber, Opale — Belt clasp, design Otto Baker, Birmingham, for Liberty & Co.,
1908, silver, opals

c. 1900 Gürtelschließe, Design Charles Robert Ashbee, London, Kupfer, Silber,


Citrine, Email — Belt clasp, design Charles Robert Ashbee, London, copper,
silver, citrines, enamel

Alle Stücke/all pieces Schmuckmuseum Pforzheim

Ursprünge
12 modernen Schmuck-Designs Arts-and-Crafts-Bewegung und Werkbund
Ursprünge modernen
Schmuck-Designs
— Origins of Modern
Kapitel 1 — Chapter 1 Jewellery Design

Arts-and-Crafts-Bewegung
wesentliche Parameter der Gestaltung kristallisierten sich im Werkbund die
und Werkbund
Materialgerechtigkeit und eine schlichte, logische Formensprache heraus.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts propagierte die Arts- Henry van de Velde, 1863–1957, einer der wichtigen Erneuerer der Ange-
and-Crafts-Bewegung in England eine Rückkehr zu künstlerisch-handwerk- wandten Kunst, erklärte 1902 in seinen »Kunstgewerblichen Laienpredig-
lichen Produktionsformen. Sie weist überraschende Parallelen nicht nur zum ten«: »Die Vernunft und ihre Schöpfung: die Logik sind die wenigen Prin-
Schmuck-Design der Gegenwart auf. Wie vor über einem Jahrhundert entste- zipien, aus denen die alten Stile entstanden sind, und darauf wollen auch
hen seit den 1980er Jahren in Europa kleine Manufakturen und Ateliers mit wir den Stil unserer Zeit begründen.«2 Der Belgier verehrte William Morris
anspruchsvollen Produktkonzepten. Kreative Gestaltung und sinnerfüllte und war Mitbegründer eines linearen Jugendstils in Europa. Als Lehrer der
Handarbeit, heute allerdings oft durch Hightech-Fertigung unterstützt, tritt Weimarer Kunstgewerbeschule, der späteren Keimzelle des Bauhauses,
wie vor 100 Jahren als Gegenkonzept zu niveauloser Massen- und Billigpro- war Henry van de Velde maßgeblich an der Überwindung des Historismus
duktion auf. Diese kommt im Zeitalter der Globalisierung heute zunehmend und Eklektizismus des späten 19. Jahrhunderts beteiligt. Als Architekt und
aus Billiglohnländern. Die von England ausgehende Arts-and-Crafts-Bewe- Designer propagierte er einen ganzheitlichen, alle Bereiche des Lebens
gung mit ihrer Blütezeit zwischen 1870 und 1920 war eine Reaktion auf die durchdringenden neuen Stil.
seelenlose Massenfertigung während der industriellen Revolution. Sie hatte Zur Schmuckgestaltung bemerkte Van de Velde in den Laienpredig-
zur Verelendung der Arbeiterschaft und zu extremen sozialen Problemen ten: »Unsere heutigen Schmuckgegenstände sind der minderwertigsten
geführt. Die maschinelle Vervielfältigung historischer Ornamente in der Erfindungskunst überlassen; und wenn der Vogel, der einen Brief im Schna-
Architektur und in anderen Bereichen bewirkte aber auch den Niedergang bel trägt, ein etwas veraltetes und lächerliches Motiv ist, sehe ich nicht ein,
von Ateliers und Manufakturen, die noch im Biedermeier zwischen 1820 und warum man das Lächerliche nicht auch an den gegenwärtigen Schmuckge-
1848 beispielhafte Produkte hervorgebracht hatten. genständen wahrnimmt; welche eine Libelle darstellen, die über eine Blume
Die wichtigsten Fürsprecher der Arts-and-Crafts-Bewegung waren auf dem Wasser dahinschwebt, oder einen Frauenkopf, der Perlen aus dem
William Morris, 1834–1896, und John Ruskin, 1819–1900. Auf der Suche üppigen Haupthaar streut.«3 Hier findet sich eine Erklärung, warum die sym-
nach einem authentischen Stil für das 19. Jahrhundert und als Antwort auf bolistische, hauptsächlich in Frankreich und Belgien verbreitete Variante des
den Historismus der viktorianischen Ära idealisierten sie die Zeit vor dem ita- Jugendstils, nur ein kurzes Zwischenspiel in der Moderne darstellte. Gene-
lienischen Maler Raffael, die Gotik. Die gotische Dombauhütte, in der Hand- rell entstanden in der Wiener Werkstätte, im deutschen Jugendstil und vor
werker und Künstler gemeinsam ein Gesamtkunstwerk schufen, diente spä- allem in der Darmstädter Künstlerkolonie deutlich geometrischere Formen
ter auch den Bauhaus-Gründern als Vorbild. Die Arts-and-Crafts-Bewegung im Schmuck als in Frankreich.
verbreitete sich rasch in ganz Europa und in den USA. Sie betrieb eigene
The Arts and Crafts movement
Werkstätten in England und Verkaufsniederlassungen in europäischen Groß-
and the Werkbund
städten wie London, Paris und Berlin. Eine besondere Bedeutung für die
Erneuerung des Schmucks hatte das 1875 von Sir Arthur Lasenby Liberty, In the latter half of the 19th century, the Arts and Crafts movement in
1843–1917, gegründete Warenhaus in London. Nach ihm wurde der Liberty England called for a return to craftsmanly forms of production rather than
Style benannt, der mit dem späteren Jugendstil eng verknüpft ist. Für die manufacturing. This movement reveals astonishing parallels with contempo-
Produktion gehobenen Gold- und Silberschmucks hatte sich Liberty an die rary designer jewellery. As was the case a century ago, small factories and
großen Entwerfer der Zeit gewandt und arbeitete mit der Birmingham School studios have grown up in Europe with ambitious production concepts. Crea-
of Art und mit Archibald Knox, 1864–1933, zusammen. Die Kooperation von tive design and meaningful handiwork, albeit today often underpinned by
Liberty mit Künstlern beeinflusste die Industrieproduktion positiv. Auch die high-tech means of production, have emerged as they did a hundred years
Pforzheimer Firma Fahrner lieferte Schmuckkollektionen an das Liberty- ago as a concept countering substandard mass production on the cheap. In
Warenhaus.1 an age of globalisation, such products are being increasingly imported from
Die Arts-and-Crafts-Bewegung hatte starke programmatische Auswir- low-wage countries. Originating in England, the Arts and Crafts movement
kungen auf die Entstehung des Deutschen Werkbundes. Doch ging es diesem was in its heyday between 1870 and 1920. It was a reaction to the soulless
nicht mehr allein um die Ideale handwerklicher Fertigung. 1907 in München mass production that came with the Industrial Revolution, which had led to
gegründet, bemühte sich der Werkbund, die Qualität handwerklicher Kultur conditions of squalor prevailing in the working class and, therefore, to ex-
und gute Formen in die unverzichtbare Industrieproduktion einzubringen. Als treme social problems. Machine production of historic decoration in archi-

13 Origins of Modern Jewellery Design The Arts and Crafts movement and the Werkbund
Seit Beginn der 1980er Jahre steht Carl Dau für klare
Formen bis hin zu konstruktivistischer Strenge.
— Since the early 1980s Carl Dau has stood for clarity
of form that can extend to constructivist astringency.

44 Klare Form und Minimalismus Carl Dau


2006 Ringe, Edelstahl — Rings, stainless steel

2006 Armreif, Edelstahl — Bangle, stainless steel

45 Clear Form and Minimalism Carl Dau


Durch intensives Schmieden werden Goldbänder flexibel.
Räume, Spiegelungen und Zwischenräume entstehen.
— Intensive beating makes strips of gold flexible. Spaces,
reflections and interstices are created.

60 Klare Form und Minimalismus Ulla + Martin Kaufmann


2007 Arm- und Halsreif Band, Gold — Bangle and necklace Band, gold

61 Clear Form and Minimalism Ulla + Martin Kaufmann


Expressive Oberflächen und skulpturale Formen: Damit hat
Björn Weckström in den 1970er Jahren einen Stil geprägt.
— Expressive surfaces and sculptural forms:
Björn Weckström shaped a style with them in the 1970s.

116 Schmuck als Skulptur Lapponia


1999 Halsschmuck Anastasia, Design Björn Weckström, Gold, Aquamarin,
Schliff Bernd Munsteiner — Necklace Anastasia, design Björn Weckström,
gold, aquamarine, Bernd Munsteiner cut

1990 Armband Goldfire,Design Björn Weckström, Gold — Bracelet Goldfire,


design Björn Weckström, gold

117 Jewellery as Sculpture Lapponia


1966 1984

Bernd Munsteiner
Das Edelsteinschleifen lernte Bernd Munsteiner, geboren im Huns- Munsteiner erinnert sich: »Ich habe ihnen meine Modelle vorgestellt und sie
rückort Mörschied, von seinem Vater. An der Kunst- und Werkschule Pforz- haben sich überlegt, was sie daraus machen könnten. Die sind richtig schwer
heim erhielt der 19-jährige 1962 im ersten Semester den Auftrag, eine Werk- eingestiegen.« 1973 schrieb der Edelsteingestalter an Björn Weckström in
statt für den Edelsteinschliff einzurichten. Die kreative Aufbruchsstimmung Helsinki, um ihm seine Schliffe anzubieten. Munsteiners Zusammenarbeit
war geprägt durch die Professoren Schollmayer, Reiling und Ullrich. Sie er- mit Lapponia entwickelte sich ebenso erfolgreich wie mit der Silberschmiede
mutigten Munsteiner, den althergebrachten Schliffen Neues entgegenzu- Hans Hansen, Kopenhagen, deren Schmuck auch in Deutschland gut ankam.
setzen. Die meisten Edelsteinschliffe waren in der Renaissance im 15. und 1975 konnte der Edelsteingestalter die dänische Firma Georg Jensen und
16. Jahrhundert entwickelt worden. Die Edelsteinindustrie hatte sich bis- insbesondere Torun Bülow-Hübe für seine neuen Schliffe begeistern. Nach
lang mit kleinen Änderungen begnügt. So wurden die Altschliff-Diamanten den Skandinaviern, die Schmuckserien mit seinen Edelsteinen an ein größe-
um 1910 durch den Brillantschliff, auch Vollschliff genannt, abgelöst. res Publikum absetzten, kamen 1974 japanische, anschließend auch deut-
Die Orientierung an der Bildenden Kunst war typisch für die Schmuck- sche Firmen wie cédé in Pforzheim hinzu. In den 1980er Jahren wurden die
gestalter an den Fachakademien der 1960er bis 1980er Jahre. Wie der künstlerisch geschliffenen Unikate von Bernd Munsteiner weltweit bekannt.
Finne Björn Weckström ließen sich auch in Deutschland Ende der 1960er Jahre Selbst große Juweliere wie Hans Stern in Rio de Janeiro zählten zu seinen
Goldschmiede vom Abstrakten Expressionismus, in Europa Informel genannt, Kunden. Viele seiner Arbeiten werden bis heute von Sammlern gekauft. Doch
inspirieren. Zu ihnen zählte Klaus Ullrich, der wie Reinhold Reiling und die auch mit seinen strengen Designentwürfen hat Bernd Munsteiner Schmuck-
Mitstudierenden Robert Smit aus Amsterdam sowie Adolf Drobny aus Linz geschichte geschrieben. 1989 wurden die beiden Schliffe Context Cut und
Steine mit den neuen Schliffen sofort in seinem Schmuck einsetzte. Spirit Sun von Dr. Ullrich Freiesleben gekauft. Sie werden heute in dessen
Jahrhunderte lang waren Gemmen und Kameen nach antiken Vorbil- Diamantmanufaktur bei Münster geschliffen und von renommierten Gold-
dern entstanden. Bernd Munsteiner öffnete mit seinen Achatreliefs erstmals schmiedeateliers in Unikaten und Kleinserien verwendet.
den Blick für die Form- und Farbenvielfalt dieses in seiner Heimat traditio- Seit 1997 wird das Edelstein-Atelier von Tom Munsteiner geführt,
nell verwendeten Steins. Ein weiteres Thema waren seine Reflektierenden der ebenfalls neue Schliffe entwickelt. Zum Kreis der kreativen Edelstein-
Perspektiven. Mit ihren ungewohnten Einschnitten waren sie eine Provokation gestalter zählt heute auch der Idar-Obersteiner Dieter Lorenz. Doch hat
für die traditionelle Edelsteinindustrie. Bernd Munsteiner machte oft Kunst- Bernd Munsteiner vor allem im kleinen Stipshausen im Hunsrück seine Nach-
stoffmodelle, die später in Stein geschliffen wurden. Auf ähnliche Weise folger und Mitstreiter gefunden. Thomas und Jörg Stoffel, dessen Frau
arbeitete in den 1960er Jahren auch Friedrich Becker. Der Düsseldorfer Kons- Claudia Adam sowie sein Sohn Tom Munsteiner haben seit den1990er Jahren
truktivist ließ jedoch geometrisch gestaltete Steine, Würfel und Pyramiden, eigenständige Beiträge im modernen Edelsteinschliff geleistet. Der Pionier
nicht selten Synthesen, nach seinen Angaben in Idar-Oberstein schleifen. des kreativen Schliffs, der »Picasso der Edelsteine«, wie er auch schon ge-
Doch auch Munsteiner ergänzte das Repertoire klarer Formen im Schmuck. nannt wurde, ist längst nicht mehr allein auf weiter Flur.
1965 meldete er die Schliffe Context Cut und Spirit Sun zum Patent an.

Nach Ende seiner Ausbildung reiste Munsteiner 1967 nach Frankfurt, E — Bernd Munsteiner, who was born in Mörschied in the Hunsrück,
um die innovativen Schliffe der Diamantfirma Keller & Co. anzubieten. Die learned gem-cutting from his father. In his first term at the Pforzheim
Schwester des Inhabers sei sehr interessiert gewesen, erzählt Bernd Mun- Kunst- und Werkschule in 1962, when he was only nineteen years old,
steiner über diese Begegnung. »Der Keller hat mich erst mal drei Stunden Bernd Munsteiner was given the assignment to set up a gem-cutting work-
sitzen lassen, wie das damals so üblich war.« Aus Kostengründen hatte Mun- shop. The mood of setting out for new horizons prevailing at the school was
steiner keinen weißen Diamanten, sondern einen gelben vorgelegt. Der Di- shaped by Professors Schollmayer, Reiling and Ullrich, who encouraged
amanthändler habe nicht einmal beachtet, dass der Stein eine vollkommen Munsteiner to confront the traditional cuts with something new. Most gem-
neue Form hatte. Er sah nur die Einschlüsse und dass der Diamant nicht stone cuts had been developed during the 15th and 16th centuries in the
weiß, sondern gelb war. Damit war das Thema für ihn erledigt. Zu den Kun- Renaissance and the gemstone industry had since then remained satisfied
den des aufstrebenden Ateliers in Stipshausen in den 1970er Jahren zählten with only minor changes. The old rose cut, for instance, was replaced around
Wolf-Peter Schwarz, Ulm, Michael Zobel, Konstanz, Dieter Pieper, Lüden- 1910 by the round brilliant cut, which was a vast improvement on the old
scheid, Klaus Wurzbacher, Berlin, und der schon erwähnte Adolf Drob- European cut (double-cut brilliant).
ny aus Linz. Im seriellen Schmuckdesign wurden die Munsteiner-Schliffe Tracking developments in the fine arts was typical of jewellery
erstmals 1969 von der Pforzheimer Schmuckmarke art-design eingesetzt. designers at specialist academies between the 1960s and 1980s. Like Björn

242 Schmuck-Designer und Manufakturen der Moderne Bernd Munsteiner


1989 1993 2001

Weckström of Finland, goldsmiths in Germany in the late 1960s were in- famous worldwide. His clientele included even such large jewellery stores
spired by Abstract Expressionism, usually known as Informel in Europe. as Hans Stern in Rio de Janeiro. Many of his works are still being bought by
Among them were Klaus Ullrich, who like Reinhold Reiling and Robert Smit collectors. However, Bernd Munsteiner also made history with his austere
from Amsterdam, a fellow student, as well as Adolf Drobny from Linz, imme- jewellery designs. In 1989 the two Munsteiner cuts, Context Cut and Spirit
diately started using stones with the new cuts in their jewellery. Sun, were bought by Dr. Ullrich Freiesleben. Today these cuts are carried out
For centuries, gemstones and cameos were cut as they had been in in his diamond-cutting factory near Münster and used by upmarket gold-
Greco-Roman antiquity. With his agate reliefs, Bernd Munsteiner opened up smithing studios in one-off pieces and jewellery in limited editions.
the prospects for form and colour diversity of this stone traditionally used in Since 1997 the gemstone studio in Stipshausen has been run by Tom
his native region. He was also preoccupied with the critical angle for internal- Munsteiner, who has also been developing creative new cuts. Dieter Lorenz
reflections of gemstones. The unusual cuts he used made his stones provocative in Idar-Oberstein is another creative gemstone designer. Bernd Munstein-
as far as the traditional gemstone industry was concerned. Bernd Munsteiner er’s following and immediate successors, on the other hand, are located
often made plastic models for the cuts he would later make in stones. mainly in the small town of Stipshausen in the Hunsrück. Thomas and Jörg
Friedrich Becker, a Düsseldorf Constructivist, also worked along similar lines Stoffel, whose wife, Claudia Adam, and son, Tom Munsteiner, have been
in the 1960s. Becker, however, had geometrically designed stones, cubes making their own independent contributions to modern gem-cutting since
and pyramids, often synthetics, cut in Idar-Oberstein to his specifications. the 1990s. For quite some time now, the pioneer of the creative cut, the
Munsteiner, too, enlarged the canon of clear forms in jewellery. In 1965 he »Picasso of gemstones,« as Bernd Munsteiner has been dubbed, has not
applied for a patent on two cuts: Context Cut and Spirit Sun. been the only creative gem-cutter far and wide in the Hunsrück.
After finishing his formal education and training, Munsteiner went to
1966 Brosche Carneolrelief, Gold — Brooch Carnelian relief, gold
Frankfurt in 1967 to offer his innovative cuts to the diamond dealers Keller
& Co. The proprietor’s sister was very interested in this encounter as Bernd 1984 Inside Selecting, Citrin, 923,16 ct — Inside Selecting, citrine, 923,16 ct

Munsteiner tells it. »Keller just let me sit there cooling my heels for three 1989 Bild/Brosche Erotik, Sarderonyxrelief, Gold, Platin, Brillant — Picture/
hours as was the usual practice in those days.« For reasons of economy, Mun- brooch Eroticism, sarderonyx relief, gold, platinum, diamond

steiner had presented him with a yellow rather than a white diamond. The 1993 Brosche Erotik, Aquamarin, Platin — Brooch Eroticism, aquamarine, platinum
diamond dealer did not even notice that the stone had a completely differ- 2001 Ring Reflektierende Perspektiven, Design Jörg Munsteiner, Aquamarin,
ent, new form. All he saw were the inclusions and the fact that the diamond Turmalin, Platin — Ring Reflecting Perspectives, design Jörg Munsteiner,
was yellow rather than white. That represented sufficient grounds for dis- aquamarine, tourmaline, platinum

missing the subject altogether.


The 1970s clientele of the aspiring studio in Stipshausen included
Wolf-Peter Schwarz (Ulm), Michael Zobel (Konstanz), Dieter Pieper (Lüden-
scheid), Klaus Wurzbacher (Berlin) and Adolf Drobny from Linz, mentioned
above. The Munsteiner cuts were first used in mass-produced designer jew-
ellery by the Pforzheim jewellery label art-design in 1969. As Munsteiner
recalls: »I presented them with my new models and they thought about what
they might be able to do with them. They really went into it in a big way.«
In 1973 Munsteiner wrote to Björn Weckström in Helsinki to offer him his
new cuts. Munsteiner’s collaboration with Lapponia developed into as much
a success as the work he did with the Copenhagen silversmith Hans Hansen, Bernd Munsteiner
whose jewellery was also popular in Germany. In 1975 Munsteiner succeed- Geboren 1943 in Mörschied. 1962–1966 Kunst-
ed in making the renowned Danish firm of Georg Jensen and Torun Bülow- und Werkschule Pforzheim. Ateliergründung 1965,
seit 1973 in Stipshausen.
Hübe in particular enthusiastic about his new cuts. The Scandinavian jew-
ellery lines with Munsteiner’s gemstones sold well and they were followed Bernd Munsteiner
Born in Mörschied in 1943. 1962–1966 Kunst- und
by Japanese firms in 1974 and ultimately German ones, including cédé in Werkschule Pforzheim. Founded studio in 1965,
Pforzheim. By the 1980s Bernd Munsteiner’s art-cut one-offs had become in Stipshausen since 1973.

243 Modern Jewellery Designers and Manufactories Bernd Munsteiner


Inhalt — Contents

Vorwort Was ist modernes Schmuck-Design? 8 Preface What is Modern Jewellery Design? 8
Dank 10 Acknowledgements 10

Rückblick Review

Kapitel 1 Ursprünge modernen Schmuck-Designs 12 Chapter 1 Origins of Modern Jewellery Design 12


Kapitel 2 Renaissance der Schmuckkunst nach 1945 22 Chapter 2 The Goldsmithing Renaissance after 1945 22

Gegenwart Present

Kapitel 3 Klare Form und Minimalismus 43 Chapter 3 Clear Form and Minimalism 43
Kapitel 4 Farbedelsteine in neuem Licht 87 Chapter 4 Coloured Precious Stones in a New Light 87
Kapitel 5 Schmuck als Skulptur 115 Chapter 5 Jewellery as Sculpture 115
Kapitel 6 Zeitgenössisches Perlendesign 129 Chapter 6 Contemporary Pearl Design 129
Kapitel 7 Variable Schmucksysteme 147 Chapter 7 Variable Jewellery Systems 147
Kapitel 8 Traditionelle Werte mit modernen Einflüssen 161 Chapter 8 Traditional Values with Modern Influences 161
Kapitel 9 Neue Zeichen und Symbole 181 Chapter 9 New Signs and Symbols 181
Kapitel 10  Konzepte junger Schmuck-Designer 213 Chapter 10  Concepts of Young Jewellery Designers 213

Entwicklung Development

Kapitel 11 Schmuck-Designer und Manufakturen der Moderne 234 Chapter 11 Jewellery Designers and Modern Manufactories 234

Fotonachweise 398 Photo credits 398


7 Modern Jewellery Design