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Bundesanstalt für Straßenwesen

Register-Titel Inhaltsverzeichnis

Sammlung Brücken- und Ingenieurbau

Baudurchführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen
und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


ZTV-ING

Das Regelwerk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die des Nach-
drucks, der Übersetzung, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der
Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und Speicherung in Datenverarbeitungs­anlagen
bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.

Quelle:
VkBl. 2003 S. 161; VkBl. 2012 S. 732;
VkBl. 2006 S. 629; VkBl. 2012 S. 995;
VkBl. 2007 S. 751; VkBl. 2013 S. 119;
Vkbl. 2010 S. 300; VkBl. 2014 S. 154;

– Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland –

Stand: Der regelmäßige Bezug des Verkehrsblatt


Die vorliegende Veröffentlichung entspricht in ihrer Form – Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
dem Stand zum Zeitpunkt der Auslieferung. Infrastruktur wird daher zur Aktualisierung empfohlen.
Eine notwendige Aktualisierung wird zunächst aus-
schließlich in dem regelmäßig 2 x monatlich erscheinenden Haftungsausschluss:
Verkehrsblatt veröffentlicht. Eine Haftung, die über den Ersatz fehlerhafter Druckstücke
hinausgeht, ist ausgeschlossen. 

Verkehrsblatt - Verlag Borgmann GmbH & Co KG


Schleefstraße 14 • D-44287 Dortmund • Tel. (0180) 534 01 40 • FAX (0180) 534 01 20
e-mail: info@verkehrsblatt.de • Internet: www.verkehrsblatt.de
Herstellung: Löer-Druck GmbH, Schleefstraße 14, D-44287 Dortmund
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 - Vers. 12/2013
BundesanstaltZTV-ING
für Straßenwesen

Baudurchführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


ZTV-ING
ZTV-ING

Aufbau und Gliederung der ZTV-ING


Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen
und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) sind
in 10 Teile gegliedert. Jeder Teil beinhaltet ein
zusammenhängendes Sachgebiet bzw. eine Bau-
gruppe.
Die 10 Teile sind jeweils in einzelne Abschnitte un-
terteilt. Der Text jedes Abschnitts ist in der nächsten
Ebene mit Nummern in der Dezimalklassifikation
untergliedert. Die einzelnen Nummern werden in
durchnummerierte Absätze () unterteilt.
Zu zitieren ist beispielhaft wie folgt: Teil 1 Abschnitt 2
Nr. 2.4 Absatz (5) Satz 6. In Anhängen wird vor den
Text-, Bild, Tabellen- und Fomblatt-Nummern der
Buchstabe des Anhangs ergänzt.

2 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/07


1 Allgemeines

2 Grundbau

3 Massivbau

4 Stahlbau, Stahl-
verbundbau

5 Tunnelbau

6 Bauverfahren

7 Brückenbeläge

8 Bauwerks-
ausstattung

9 Bauwerke
Sammlung-Nr. S 1056

10 Anhang
Reg.-Nr. 05.23 ARS 06/2015

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 06/2015

Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;


Grundlagen
Sachgebiet 16.2: Bauvertragsrecht und Vergabewesen;
Vergabe- und Vertragsunterlagen
Bonn, den 10. März 2015
StB 17/7192.70/11-2380719

Oberste Straßenbaubehörden
der Länder
(2) Mit ARS Nr. 22/2012 vom 26.11.2012 erfolgte die
Umstellung der Regelwerke für die Berechnung und Be-
nachrichtlich: messung von Brücken auf die europäischen Regelungen
der Eurocodes. Diese Umstellung erforderte auch eine
Bundesanstalt für Straßenwesen
Anpassung der Zusätzlichen Technischen Vertragsbedin-
gungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING).
Bundesrechnungshof
(3) Bei Anwendung der Eurocodes sind die „ZTV-ING“
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und sowie die „Liste der Hinweise zu den ZTV-ING“ in der
-bau GmbH jeweils aktuellen Fassung zugrunde zu legen bzw. zu
beachten und ggf. projektbezogen zu vereinbaren.
(4) Die jeweils letzten „Wesentlichen Änderungen in den
Betreff: Fortschreibung der Zusätzlichen ZTV-ING“ sind der Anlage 3 zu entnehmen. In gleicher
Technischen Vertragsbedingungen Weise sind die aktuellen „Hinweise zu den ZTV-ING - Stand
und Richtlinien für Ingenieurbauten 30. Dezember 2014“ gemäß Anlage 2 einzubeziehen.
(ZTV-ING) (5) Die Bereitstellung der ZTV-ING und der „Hinweise zu
den ZTV-ING“ erfolgt ausschließlich digital über das Inter-
net. Sie können von der Homepage der BASt kostenlos
Bezug: a) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau heruntergeladen werden unter:
Nr. 22/2012 vom 26.11.2012
– StB 17/7192.10/81 – 1811030 – www.bast.de / Publikationen / Regelwerke zum Download
/ Brücken- und Ingenieurbau
b) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau
Nr. 25/2013 vom 10.12.2013 (6) Aus urheberrechtlichen Gründen sind hiervon zurzeit
– StB 17/7192.70/11 – 2125003 – allerdings die Abschnitte der ZTV-ING und der zugehörigen
TL/TP-ING ausgenommen, die von der Forschungsgesell-
schaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) bearbeitet
Anlagen: 1. Übersicht über den Stand der ZTV-ING werden.
– Ausgabe Dezember 2014 Dies betrifft folgende Abschnitte der ZTV-ING:
2. Liste der Hinweise zu den ZTV-ING
5-4 Tunnelbau -
– Stand: 30. Dezember 2014
Betriebstechnische Ausstattung
3. Wesentliche Änderungen in der ZTV-ING
– Ausgabe Dezember 2014 7-1
bis
7-5 Brückenbeläge auf Beton und auf Stahl
A. 8-2 Bauwerksausstattung -
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen Fahrbahnübergänge aus Asphalt
und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) wurden 2003 9-3 Bauwerke - Lärmschutzwände
bekannt gegeben und zuletzt mit ARS Nr. 25/2013 vom
10.12.2013 mit dem Stand Dezember 2013 fortgeschrie- Diese Abschnitte können nur über die Homepage des
ben. FGSV-Verlages kostenpflichtig heruntergeladen werden

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/2015 1


ARS 06/2015 Reg.-Nr. 05.23

B. (3) Einen Abdruck Ihres Einführungsschreibens bitte


(1) Die Aktualisierung der ZTV-ING betrifft folgende Ab- ich mir zu übersenden. Im Interesse einer einheitlichen
schnitte: Regelung würde ich es begrüßen, wenn für Bauvorhaben
in Ihrem Zuständigkeitsbereich entsprechend verfahren
2-1 Grundbau - Baugruben wird.
2-2 Grundbau - Gründungen (4) Bei laufenden Bauverträgen bleibt die dem Bauvertrag
2-3 Grundbau - Wasserhaltung zugrunde liegende Fassung der ZTV-ING maßgebend,
soweit im Einzelfall nichts anderes vereinbart wird. Daher
2-4 Grundbau - Stützkonstruktionen
sind die bisherigen Fassungen der ZTV-ING in geeigneter
3-1 Massivbau - Beton Weise zu archivieren.
3-2 Massivbau - Bauausführung (5) Dieses Allgemeine Rundschreiben Straßenbau wird
5-1 Tunnelbau - Geschlossene Bauweise im Verkehrsblatt, Heft 06/2015 vom 31.03.2015 veröffent-
licht.
5-2 Tunnelbau - Offene Bauweise
Bundesministerium für
6-1 Bauverfahren - Traggerüste Verkehr und digitale Infrastruktur
8-3 Bauwerksausstattung - Lager und Gelenke Im Auftrag
9-4 Bauwerke - Wellstahlbauwerke Dr. Stefan Krause
10-1 Anhang - Normen und sonstige Technische Regel-
werke

(2) Diese Abschnitte sind in der „Übersicht über den Stand


der ZTV-ING“ – Ausgabe Dezember 2014 (Anlage 1) durch
Fettdruck des Bearbeitungsstandes 12/2014 hervorge-
hoben. Diese neue Übersicht dokumentiert den aktuellen
Stand der ZTV-ING und enthält sowohl die neuen bzw.
überarbeiteten sowie die weiterhin gültigen Abschnitte.

C.
(1) Die Hinweise zu den entsprechenden Abschnitten der
ZTV-ING sind bei der Projektbearbeitung und Ausschrei-
bung zu beachten. Der aktuelle Stand ergibt sich aus der
„Liste der Hinweise zu den ZTV-ING – Stand 30. Dezem-
ber 2014“ (Anlage 2). Nicht mehr in der Liste aufgeführte
Hinweisblätter entfallen.
(2) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ für die jeweilige
Maßnahme zutreffend sind und vertragsrechtliche Bedeu-
tung haben, sind entsprechende Textpassagen gesondert
in die Vergabeunterlagen aufzunehmen bzw. zu vereinba-
ren.

D.
(1) Ich bitte Sie, folgende Regelungen für den Geschäfts-
bereich der Bundesfernstraßen einzuführen und – soweit
zutreffend – zukünftigen Bauverträgen auf der Grundlage
der Eurocodes zugrunde zu legen:
• Übersicht über den Stand der ZTV-ING
- Ausgabe Dezember 2014
• ZTV-ING - Ausgabe Dezember 2014
• Liste der Hinweise zu den ZTV-ING
- Stand 30. Dezember 2013
• Hinweise zu den ZTV-ING
(sind projektbezogen zu vereinbaren)
(2) Das ARS Nr. 25/2013 vom 10.12.2013 mit Bekannt-
gabe der ZTV-ING – Stand Dezember 2013 – wird hiermit
aufgehoben.

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/2015


Reg.-Nr. 05.23 ARS 06/2015

Anlage 3 zum ARS 06/2015 vom 10.03.2015

Wesentliche Änderungen in der ZTV-ING - Ausgabe Dezember 2014

In den einzelnen Abschnitten der ZTV-ING ergeben sich • Abschnitt 6-1:


im Wesentlichen folgende Änderungen: Präzisierung der Bestimmung, dass die Prüfung des
• Abschnitte 2-1 bis 2-4: Ingenieurbauwerkes und des Traggerüstes in einer
Berücksichtigung neuerer normativer Entwicklungen. Hand liegen soll. Die Bestimmung „Die Prüfkosten für
DIN EN 1997-1 Ausgabe 2009-09 gilt nun in allen vier Nachträge der Tragwerksplanung des Traggerüstes,
Abschnitten mit. Die Datierung wurde erforderlich, weil die der Auftragnehmer zu vertreten hat, trägt dieser
in der Ausgabe 2014-03 dieser Norm im Abschnitt selbst.“ wurde gestrichen.
8 „Anker“ Änderungen umgesetzt wurden, die von • Abschnitt 8-3:
den deutschen Normenausschüssen nicht gebilligt Ergänzung, dass die Verwendung von Kunststoffmörteln
wurden, da hierdurch Missverständnisse und ggf. zum Ausgleich von Passungenauigkeiten beim
Fehlinterpretationen befürchtet werden. Im Abschnitt Einbau von Lagern an der Stahlkonstruktion von
1 wurden für die Herstellung von Schlitzwänden nun Brücken bei Neubauten unzulässig und bei Instand-
die Normen DIN 4126 und DIN 4127 berücksichtigt. setzungsmaßnahmen an Bedingungen geknüpft ist.
In den Abschnitten 2 und 4 konnte die Forderung • Abschnitt 8-6:
nach allgemeiner bauaufsichtlichen Zulassung für Aufnahme von Regelungen zur Sicherung von nicht
Spundbohlen aus den Stahlsorten 320 GP, 390 GP planmäßig vorgespannten Schrauben und einige
und 430 GP für die Herstellung von Gründungen und redaktionelle Änderungen.
Stützkonstruktionen entfallen, da diese nicht mehr
Bestandteil der Bauregelliste A Teil 1 ist. • Abschnitt 9-4:
Berücksichtigung neuerer normativer Entwicklungen.
• Abschnitt 3-1: DIN EN 1997-1 gilt nun in der Ausgabe 2009-09
Redaktionelle Überarbeitung der Prüfungen zur Be- mit. Die Datierung dieser Norm wurde in Teil 2
stimmung des Wassergehalts von Frischbeton (Nr. 10.1) „Grundbau“ erforderlich und im Sinne eines konsistenten
sowie Ergänzung um die Methode zur Bestimmung Regelwerkes auch für den Abschnitt 9-4 übernommen.
der Kernfeuchte der Gesteinskörung (Nr. 10.1.2) in Sie gilt damit auch im Abschnitt 9-4, Nr. 7.1 für den
Anlehnung an das Verfahren nach DIN 52171:1989- Einbau. Überprüfung und Anpassung der Begriffs-
10. definitionen „Überschüttung“ und „Überdeckung“.
• Abschnitt 3-2: • Abschnitt 10-1:
Ergänzender Hinweis in Nr. 5.2 (3) auf die Betonstahl- Aktualisierung der Normen und sonstigen Technischen
verzeichnisse des DIBt. Aufnahme der Regeln zur Regelwerke auf Grundlage der durch die AG und den
Verwendung von Betonstahl in Ringen unter Nr. 5.1 KoA-Bau überarbeiteten Abschnitte der ZTV-ING.
(4). (Damit kann das ARS 28/1991 „Genormte und
bauaufsichtlich zugelassene Betonstähle“ sowie das
Hinweisblatt zu Abschnitt 3-2 „Weiterverarbeitung von
Betonstahl vom Ring“ vom 30.04.2010 zurückgezogen
werden.)
• Abschnitt 5-1:
Verwendung von PP-Faserbeton gemäß Anhang B für
die Ausführung der Tunnelinnenschale des aufgehenden
Gewölbes und ggf. vorzusehender Zwischendecken.
• Abschnitt 5-2:
Verwendung von PP-Faserbeton gemäß Anhang B zum
Teil 5 Abschnitt 1 für den Konstruktionsbeton.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/2015 3


Reg.-Nr. 05.23 ARS 22/2013

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 22/2012

Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;


Grundlagen

Bonn, den 26. November 2012


S 17/7192.10/81-1811030

Oberste Straßenbaubehörden Anlagen: 1. Übersicht der Regelwerke für den Brü-


der Länder cken- und Ingenieurbau der Bundesfern-
straßen, Stand 26.11.2012
2 Hinweise zur Anwendung des Eurocode 0
nachrichtlich: im Brückenbau, Stand 26.11.2012
Bundesanstalt für Straßenwesen 3 Hinweise zur Anwendung des Eurocode 1,
Teil 2 „Verkehrslasten auf Brücken“ sowie
Bundesrechnungshof zu den Teilen 1-1 und 1-3 bis 1-7, Stand
26.11.2012
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und 4 Hinweise zur Anwendung des Eurocode 2,
-bau GmbH Teil 2 „Betonbrücken“, Stand 26.11.2012
4.1 Ergänzende Hinweise bei der Anwendung
des Norm-Entwurfs DIN EN 1992-2/NA
Betreff: Technische Baubestimmungen (Ausgabe 2012-04), Stand 26.11.2012
Brücken- und Ingenieurbau 5. Hinweise zur Anwendung des Eurocode 3,
– Einführung der Eurocodes für Teil 2 „Stahlbrücken“, Stand 26.11.2012
Brücken 6. Hinweise zur Anwendung des Eurocode 4,
Eurocode 0: Teil 2 „Verbundbrücken“, Stand 26.11.2012
Grundlagen der Tragwerksplanung (wird ohne Anlagen veröffentlicht)
Eurocode 1, Teil 2
Verkehrslasten auf Brücken A.

Eurocode 2, Teil 2 (1) Mit Allgemeinem Rundschreiben Straßenbau Nr. 8/2003


erfolgte die Umstellung der Regelwerke für die Berech-
Betonbrücken nung und Bemessung von Brücken auf die europäischen
Eurocode 3, Teil 2 Regelungen der Eurocodes in der Vornorm-Fassung auf
Stahlbrücken der Basis der DIN-Fachberichte 101 bis 104. Die aktuelle
Fassung der DIN-Fachberichte (Ausgabe 2009) wurde mit
Eurocode 4, Teil 2 ARS 6/2009 bekannt gegeben.
Verbundbrücken
(2) Nach Vorliegen der endgültigen Eurocodes (EN) und
der zugehörigen Nationalen Anhänge (NA) kann nun die
Umstellung auf die Eurocodes für Brücken erfolgen.
Bezug: a) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau
Nr. 8/2003 vom 07.03.2003 (3) Mit der Umstellung auf die Eurocodes ist auch eine
– S 25/38.55.00/25 Va 03 – Anpassung der Zusätzlichen Technischen Vertragsbedin-
gungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING), der
b) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau
Richtzeichnungen (RIZ-ING) sowie der Technischen Liefer-
Nr. 6/2009 vom 05.06.2009
– S 18/7192.10/81-1045620 – bedingungen und Prüfvorschriften verbunden. Die Über-
sicht der Regelwerke für den Brücken- und Ingenieurbau
c) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau
der Bundesfernstraßen ist der Anlage 1 zu entnehmen.
Nr. 26/2002 vom 31.10.2002
– S 25/38.55.15-30/66 Va 02 – (4) Das Vorgehen zur Umstellung auf die Eurocodes für
Brücken wurde im Rahmen der Bund/Länder-Dienstbe-

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 11/12 1


ARS 22/2013 Reg.-Nr. 05.23

sprechung „Brücken- und Ingenieurbau“ abgestimmt und Bei Baumaßnahmen, bei denen von dieser Ausnahme-
beschlossen. Die Fachöffentlichkeit wurde im Rahmen von regelung Gebrauch gemacht wird, bitte ich – sofern
Vorträgen und Publikationen informiert. die Bauwerksentwürfe bereits meinen Gesehenvermerk
erhalten haben – um entsprechende Mitteilung. Werden
B. Bauwerksentwürfe, die bereits meinen Gesehenvermerk
(1) Die Eurocodes umfassen insgesamt 58 Teile. Die für die erhalten haben, auf die neuen Regelungen umgestellt, bitte
Berechnung und Bemessung von Brücken wesentlichen ich um Übersendung der überarbeiteten Entwürfe.
Dokumente der Eurocodes sowie die „Hinweise zur Anwen- (6) Die Umstellung auf ein neues Regelwerk stellt eine
dung“ sind in den Anlagen 2 bis 6 zusammengestellt. besondere Verantwortung für alle Beteiligten bei Verwal-
(2) Die Bereitstellung der Anlagen 2 bis 6 erfolgt aus- tung, Ingenieurbüros, Prüfingenieuren und Baufirmen dar.
schließlich digital über das Internet. Sie können von der Wesentliche Abweichungen zu den bisherigen Erfahrungs-
Homepage der BASt kostenlos heruntergeladen werden werten bei Konstruktion und etwaige Unstimmigkeiten bei
unter: www.bast.de/Publikationen/Regelwerke zum Down- der Berechnung bitte ich dem BMVBS, Referat StB 17,
load/Brücken- und Ingenieurbau. mitzuteilen.
(7) Mit den Erfahrungen aus der Anwendung der neuen
C. Regelwerke wird sich die Bund/Länder-Dienstbesprechung
(1) Die Eurocodes sind bei Entwurf und Planung von Brü- „Brücken- und Ingenieurbau“ zu gegebener Zeit befassen.
ckenneubauten zugrunde zu legen. Dabei sind die Anlagen
2 bis 6 zu diesem Rundschreiben mit den „Hinweisen zur D.
Anwendung“ zu beachten und in die Vergabeunterlagen (1) Die Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 8/2003
aufzunehmen. vom 07.03.2003 und Nr. 6/2009 vom 05.06.2009 hebe ich
(2) Für die Nachrechnung von Straßenbrücken gilt die hiermit auf.
Richtlinie zur Nachrechnung von Straßenbrücken im Be- (2) Aufgrund der Umstellung der Berechnungs- und Be-
stand (Nachrechnungsrichtlinie). messungsvorschriften auf die Eurocodes hebe ich ebenfalls
(3) Die Umstellung auf die neuen technischen Regelwerke das ARS 26/2002 „Geräteträgerbrücken-Typenentwürfe für
erfolgt für alle neuen Vergabeverfahren mit Stichtag 1. Mai Geräteträger zur Installation von Geräten im Rahmen der
2013. Erhebung der Lkw-Maut“ vom 31.10.2002 auf.

Maßgebend ist der Tag der Absendung der Vergabe- (3) Ich bitte Sie, die in den Anlagen 2 bis 6 genannten
Bekanntmachung. Eurocodes zusammen mit den in den Anlagen enthaltenen
„Hinweisen zur Anwendung“ für den Geschäftsbereich
(4) Es gilt das Mischungsverbot von bisherigen und neuen der Bundesfernstraßen einzuführen. Einen Abdruck Ihres
Regelwerken. Einführungsschreibens bitte ich mir zu übersenden. Im
(5) In begründeten Fällen, z.B. zur Vermeidung von wirt- Interesse einer einheitlichen Regelung würde ich es begrü-
schaftlich nicht vertretbaren Kosten oder nicht vertretbaren ßen, wenn für Bauvorhaben in Ihrem Zuständigkeitsbereich
zeitlichen Verzögerungen durch Umplanungen von Bau- entsprechend verfahren wird.
werksentwürfen können die bisherigen Regelwerke mit Bundesministerium für Verkehr,
Zustimmung im Einzelfall auch noch nach diesem Stichtag Bau und Stadtentwicklung
angewendet werden. Die Zustimmung kann durch die
Obersten Straßenbaubehörden der Länder erteilt werden. Im Auftrag
Diese Regelung gilt bis zum 31. Oktober 2013. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.H. Josef Kunz

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 11/12



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6WDQG Verkehrsblatt-Sammlung
 Nr. S 1056 6HLWHYRQ

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   5HDNWLRQVKDU]JHEXQGHQH'QQEHOlJHDXI6WDKO 
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6WDQG Verkehrsblatt-Sammlung
 Nr. S 1056 6HLWHYRQ


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6WDQG Verkehrsblatt-Sammlung
 Nr. S 1056 6HLWHYRQ

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Abteilung Straßenbau



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 0DVVLYEDX 

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6WDQG 
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 6HLWHYRQ




 7HLO$EVFKQLWWGHU=79,1* 6WDQG
  

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6WDQG  Nr. S 1056
Verkehrsblatt-Sammlung 6HLWHYRQ



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6WDQG 
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 6HLWHYRQ

Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 1 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 1 Allgemeines

Abschnitt 1 Grundsätzliches

Abruf der „Zusammenstellung der geprüften bzw. zertifizierten Stoffe, Stoff-


systeme und Bauteile“ nach den ZTV-ING

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt


u. a. die „Zusammenstellungen und Verzeichnisse
der geprüften bzw. zertifizierten Stoffe, Stoffsyste-
me und Bauteile“ nach den ZTV-ING. Die Zusam-
menstellungen der anerkannten und durch ein
Ü-Zeichen bzw. CE gekennzeichneten Produkte
können über Internet abgerufen werden unter:
• http://www.bast.de
Qualitätsbewertung, Listen, Brücken- und
Ingenieurbau.
oder
• http://www.bast.de/cln_005/nn_42478/DE/
Qualitaetsbewertung/Listen/bruecken-
ingenieurbau/doku-brue-
ingb__node.html__nnn=true

Das Fax-On-DEMAND-System steht nicht mehr


zur Verfügung.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 18/7192.70/31-513958 Stand: 07.07.2006

Teil 3 Massivbau
Abschnitt 1 Beton

Zuordnung von Beton nach alter und neuer Norm für die Nachgeltung der alten Regel-
werke

In den ZTV-K 96, 6.7 wird zwischen Beton für ande- • Anstelle von Beton für Kappen und Betonschutz-
re Bauteile als Kappen und Betonschutzwände und wände nach ZTV-K 96 darf Beton der Expo-
Beton für Kappen und Betonschutzwände mit Zuga- sitionsklasse XF4 nach DIN-Fachbericht 100 und
be von Luftporenbildnern unterschieden. ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 geliefert werden.
Wird im Zuge der Nachgeltung Beton nach DIN Abweichend von DIN-Fachbericht 100 darf die
1045:1988-07 und ZTV-K, Ausgabe 1996 bestellt, Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30 betragen.
darf wie folgt verfahren werden: Aufgrund der veränderten Verantwortlichkeiten für die
• Anstelle von Beton für andere Bauteile als Kap- Erstprüfung des Betons nach DIN-Fachbericht 100,
pen und Betonschutzwände nach ZTV-K 96 darf muss bei Verwendung von Beton nach neuer Norm
Beton der Expositionsklasse XF2 nach DIN-Fach- die Übergabe, der Einbau und die Nachbehandlung
bericht 100 und ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 ge- des Betons nach DIN 1045-3:2001-07 und ZTV-ING,
liefert werden. Abweichend von DIN-Fachbericht Teil 3, Abschnitt 2 erfolgen.
100 darf die Mindestdruckfestigkeitsklasse C30/ Text unverändert Stand 07.03.2003
37 und der höchstzulässige w/z-Wert 0,50 betra-
gen.

Anrechnung von Flugasche in Beton für Tunnelinnenschalen in geschlossener Bau-


weise nach Teil 5, Abschnitt 1

Der Mindestzementgehalt bei Anrechung von Flug- Der Gehalt an Zement und Flugasche (z + f) darf
asche in der Expositionsklasse XF2 gemäß Nr. dabei den in DIN-Fachbericht 100, Tabelle F.2.2,
3.2, Absätze (7) bis (9) beträgt 270 kg/m3. Zeile 3 angegebenen Wert nicht unterschreiten.

Stand 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 118/7192.70/31-513945 Stand: 07.07.2006

Teil 3 Massivbau
Abschnitt 2 Bauausführung

Anwendung von europäischen technischen Zulassungen für Spannverfahren nach


ETAG 013
Für die Anwendung von Spannverfahren mit euro-
päischer technischer Zulassung (CE Kennzeichnung)
nach der europäischen technischen Zulassungs-
leitlinie ETAG 013 sind die jeweiligen nationalen An-
wendungszulassungen des Deutschen Instituts für
Bautechnik (DIBt) zu beachten.

Stand 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 3 Massivbau

Abschnitt 2 Bauausführung

Weiterverarbeitung von Betonstahl vom Ring

(1) Es dürfen nur Betonstähle nach DIN 448, Teil


1 (Ausgabe September 1984) bzw. DIN 448, Teil 2
bis 7 (Ausgabe Juni 1986) oder mit allgemeiner
bauaufsichtlichen Zulassung für diesen Zweck
verwendet werden.
(2) Die Verarbeitung von Betonstahl vom Ring darf
nur durch Betriebe (Fertigteilwerke, Biegebetriebe)
vorgenommen werden, die einen Eignungsnach-
weis hierfür geführt haben und einer Eigen- und
Fremdüberwachung unterliegen.
(3) Die Fremdüberwachung wird durch diejenige
Prüfstelle durchgeführt, welche im Herstellerwerk
des Ringmaterials tätig ist.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 1


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 4 Stahlbau
Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise zur Anwendung von Blatt 97


u. Blatt 99 der TL/TP-KOR-Stahlbauten

Bei der Anwendung von Blatt 97 und Blatt 99 der


TL/TP-KOR-Stahlbauten ist folgendes zu beachten:
(1) Die Stoffe nach Blatt 97 „Beschichtungsstoffe auf
Epoxidharz- und Polyurethangrundlage, schnell-
härtend“ sind alternativ zu Stoffen nach den Blättern
87, 94 und 95 für niedrige Applikations- und Er-
härtungstemperaturen. Die Stoffe sind daher beson-
ders geeignet für Korrosionsschutzbeschichtungen,
die in den Fertigungseinrichtungen von Stahlbau-
firmen appliziert werden, weil die notwendige Verweil-
zeit der beschichteten Bauteile in der Fertigungs-
einrichtung/Halle geringer ist als bei den anderen
Stoffen.
(2) Die Stoffe nach den TL/TP-KOR-Stahlbauten,
Anhang E, TL-Blatt 99 „Pulver-Beschichtungsstoffe
auf feuerverzinktem Stahl“ sind als organische
Schutzschicht feuerverzinkter Bauteile (Duplex-
systeme) wie Geländer und Tragkonstruktionen von
Lärmschutzwänden vorgesehen.
(3) Die Blätter 97 und 99 der TL/TP-KOR-Stahlbau-
ten, Anhang E, sind im Internet über die Startseite
(Homepage) der BASt www.bast.de unter Qualitäts-
bewertung / Listen / Brücken- und Ingenieurbau ver-
öffentlicht.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 4 Stahlbau

Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise und Änderungen zu den Technischen Lieferbedingungen und Techni-


schen Prüfvorschriften für Beschichtungsstoffe für den Korrosionsschutz von
Stahlbauten (TL/TP-KOR-Stahlbauten)
Bis zur Überarbeitung der TL/TP-KOR-Stahlbauten i) sicherzustellen, dass Zusammensetzung und
sind folgende Regelungen anzuwenden: Eigenschaften der Beschichtungsstoffe und der
Beschichtungssysteme den Anforderungen der
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Nr. 4 TL/TP-KOR-Stahlbauten entsprechen

Hinweis zur Bezeichnung von Abnahmeprüfzeug- TL/TP-KOR-Stahlbauten, Nr. 5


nissen:
Hinweis zu Probenahme bei Abnahmeprüfun-
In Tabelle 1 ist das Abnahmeprüfzeugnis 3.1.B gen 3.2 und Wiederholungsprüfungen
durch das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 und das Ab-
Für Probenahme bei Abnahmeprüfungen 3.2 und
nahmeprüfzeugnis 3.1.C durch das Abnahmeprüf-
Wiederholungsprüfungen sind zwei Möglichkeiten
zeugnis 3.2 zu ersetzen.
zulässig:
Hinweis zu den Grund- und Wiederholungsprüf- a) Der Beschichtungsstoffhersteller sendet die
zeugnissen: Prüfmuster in einem handhabbaren Originalge-
binde an das Prüfinstitut.
Ein Grundprüf- bzw. Wiederholungsprüfzeugnis
muss neben der Darstellung aller Ergebnisse eine b) Das Prüfmuster wird vom Qualitätsbeauftragten
Erklärung der PÜZ-Stelle beinhalten, ob alle An- des Beschichtungsstoffherstellers aus der be-
forderungen des jeweiligen TL-Blattes erfüllt sind treffenden Charge entnommen und in einem
oder nicht. Für den Fall, dass sie nicht erfüllt sind, handhabbaren Behältnis an das Prüfinstitut
soll aufgeführt werden, welche Anforderungen versendet. Bestandteil der Sendung muss das
nicht erfüllt wurden. eigenverantwortlich vom Qualitätsbeauftragten
angefertigte Probenahmeprotokoll (Datum,
Hinweis zum Zusammenstellen von Prüfzeugnis- Probenehmer, Ort der Probenahme, Chargen-
sen: nummer u.a.) sein.
Bei den Grund- und den Wiederholungsprüfungen
Hinweis zur Herstellung von Probenplatten
muss grundsätzlich immer das jeweilige Prüfprog-
ramm in seiner Gesamtheit für einen Prüfauftrag Es ist zulässig, dass ein Beschichtungsstoffhers-
durchgeführt werden. Eine Zusammenstellung ei- teller mit eigenem Personal in einer PÜZ-Stelle die
nes Prüfberichtes/Prüfzeugnisses aus mehreren Probenplatten für eine Prüfung herstellt. Die Pro-
Einzelprüfungen (die z.B. zu unterschiedlichen Zei- benplattenherstellung muss aber im Beisein von
ten, unterschiedlichen Aufträgen bzw. unter- Personal der PÜZ-Stelle erfolgen.
schiedlichen Zusammenhängen durchgeführt wur-
den) ist nicht zulässig. Hinweis zu Rückstellmustern
(I) Nach der Beendigung einer Prüfung sollen rest-
Hinweis zum Zertifizierungsvertrag:
liche Beschichtungsstoffe und Probenplatten min-
Es wird empfohlen, beim Abschluss eines Zertifi- destens 6 Mon. ab dem Ausstellen des Prüf-
zierungsvertrages in § 4 „Pflichten des Herstellers“ zeugnisses in der PÜZ-Stelle aufbewahrt werden.
unter Punkt 2. ergänzend folgende Bedingung ein-
(II) Das Rückstellen von Löse- und Verdünnungs-
zufügen:
mittel für eine eventuelle spätere Identitätsprüfung
ist grundsätzlich nicht erforderlich.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 1


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
Hinweis zur Oberflächenbeschaffenheit von Stahl- TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang E
blechen für Probenplatten:
Änderung zur Zusammensetzung von Löse- und
Bei der Herstellung von Probenplatten ist es zuläs-
Verdünnungsmittel:
sig, handelsübliche gestrahlte Stahlbleche mit ei-
ner Rautiefe (Rz) von mindestens 25 µm zu ver- Die Bestimmung der Art von Löse- und Verdün-
wenden. nungsmittel entfällt.

Probenplatten zur Ermittlung von Eigenschafts- Änderung zur Ermittlung von Eigenschaften im An-
kennwerten und Anforderungen im Trockenfilmzu- lieferungszustand:
stand:
(I) Die Bestimmung des Flammpunktes erfolgt
(I) Jede Prüfung ist an drei Probenplatten durch- nach DIN EN ISO 1523. Bei 2K-Beschichtungs-
zuführen. Alle Ergebnisse sind im Prüfbericht auf- stoffen ist die Prüfung an den Einzelkomponenten
zuführen. Eine Prüfung gilt als bestanden, wenn durchzuführen.
mindestens zwei Probenplatten alle Anforderungen
dieser Prüfung erfüllen. (II) Im Rahmen von Grund- und Wiederholungs-
prüfungen werden keine Viskositätsprüfungen
(II) Abreißprüfungen nach DIN EN ISO 4624 sind durchgeführt. Die Stoffhersteller sollen aber in der
an Probenplatten mit mindestens 3 mm Dicke jeweiligen Ausführungsanweisung (Technisches
durchzuführen. Datenblatt) Kennwerte für die Viskosität der jewei-
ligen einzelnen Stoffkomponenten angeben. Das
Hinweis zur Bestimmung der Löse- und Verdün- Prüfverfahren und die Prüfbedingungen sind dabei
nungsmittel: freigestellt, müssen aber mit den Kennwerten an-
gegeben werden.
Sofern die Bestimmung der Löse- und Verdün-
nungsmittel im Einzelfall nach besonderer Verein-
Änderung beim Blatt 93, 3.1 Trocknungszeit:
barung durchgeführt wird, ist mittels Gaschroma-
tographie nach D 3 zu verfahren. Der Trockengrad 6 wird durch den Trockengrad 4
ersetzt.
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang B
Änderung der Anforderungen an Abreißwerte bei
(I) Die Bestimmung des Aschegehaltes bei den lö-
Systemen auf Restrost:
semittelbasierenden Beschichtungsstoffen entfällt.
(I) Im Anhang E, Blatt 93, Eigenschaften im Tro-
(II) Die Bestimmung einzelner Pigmente im Pig-
ckenzustand unter 4.1, 4.2, 4.3 und 4.4 für das
mentgemisch entfällt.
System 1 wird der Abreißwert von 3 N/mm durch
(III) Im Rahmen von Grund- und Wiederholungs- 1,5 N/mm ersetzt.
prüfungen werden keine Viskositätsprüfungen
(II) Im Anhang E, Blatt 94, Eigenschaften im Tro-
durchgeführt.
ckenzustand unter 4.1, 4.2, 4.3 und 4.9 für das
(IV) Wiederholungsprüfungen bei den Blättern 87, System 1 wird der Abreißwert von 5 N/mm durch
89, 94, 95 und 97 werden um die Prüfungen des 2,5 N/mm ersetzt.
Verbundes 1 und 2 ergänzt.
Erweiterung des Prüfumfanges bei der Verbund 2
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang C Prüfung:
(I) Der 1. Satz „Die Pigmente dürfen nicht ...“ wird Die Prüfung des Verbundes 2 wird zusätzlich mit
gestrichen und durch folgenden Satz ersetzt: „Pig- einer Deckbeschichtung in RAL 5015 durchgeführt.
mente, die Blei- und oder Chrom VI- haltige Stoffe
enthalten, sind nicht zulässig“. Änderung bei Haftprüfung durch Kreuzschnitt:
(II) Unter 1 ist „Grade 1“ durch „Grad A“ zu erset- (I) Die Anforderung „keine Ablösung“ wird durch
zen. „Kreuzschnittkennwert kleiner oder gleich 1 nach
DIN EN ISO 16276-2“ ersetzt.
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang D
(II) Bei den Blättern 75, 81 und 91 wird „Prüfung
Der Anhang D wird vollständig durch den Text auf nach Anhang D Nr. 8.2“ durch „Nach 7 d bei
den Seiten 3 bis 10 ersetzt. Normbedingungen nach DIN EN 23270 Prüfung
nach D 8“ ersetzt.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 2


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

TL/TP-KOR-Stahlbauten (5) Dazu wird ein Teil von Komponente A in ein


Zentrifugenglas genau eingewogen und mit einem
Anhang D geeigneten Lösemittel gelöst. Bei 50 ml Zentrie-
fungenglas wird für ca. 6 g von Komponente A ca.
Prüfverfahren 25 ml Lösemittel verwendet.
(6) Der abgetrennte Feststoffanteil (Pigment) wird
D1 Zusammensetzung im Zentrifugenbecher 3 h bei 105 °C getrocknet.
(7) Zur Bestimmung des Bindemittelanteils werden
D 1.1 Lösemittelbasierende Beschich- in Anlehnung an DIN EN ISO 3251 jeweils ca. 1 g
tungsstoffe nach den Blättern von Stammkomponente und Härter in ent-
75, 77, 81, 86, 87, 89 und 97 sprechende Probeschälchen genau eingewogen
und im Trockenschrank 3 h bei 105 °C getrocknet.
D 1.1.1 Kenndaten (8) Der Anteil an Bindemittel im Härter (BB) ist
Als Kenndaten werden die Massenanteile an Pig- gleich dem nichtflüchtigen Anteil, bei der Stamm-
menten / Füllstoffen, Binde- und Lösemitteln er- komponente ergibt er sich aus der Differenz zwi-
mittelt. schen nichtflüchtigem Anteil und Pigment.
BA = nfAA - PA
D 1.1.2 Ermittlung von Massenanteilen an Pig-
(9) Bei einkomponentigen Beschichtungsstoffen
menten / Füllstoffen, Binde- und Löse-
wird der Anteil an Pigment wie vorstehend be-
mitteln
schrieben durch Trennung mit Zentrifugieren be-
(1) Das Verfahren ist nur dann anzuwenden, wenn stimmt. Der Anteil an Bindemittel ergibt sich wie
in der untersuchten Einzelkomponente bei Tempe- oben aus der Differenz zwischen nichtflüchtigem
raturen bis zu 105°C keine flüchtigen Bindemittel- Anteil und Anteil an Pigment. Der Anteil an Löse-
bzw. Härterbestandteile enthalten sind. mittel ist gleich der Differenz zwischen Einwaage
und nichtflüchtigem Anteil. Die Bestimmung des
(2) Bei zwei Komponenten-Beschichtungsstoffen
nichtflüchtigen Anteils geschieht wie vorstehend
(2K-Stoffen) ist die Ermittlung der Zusammenset-
beschrieben.
zung an den Einzelkomponenten durchzuführen.
(3) In Stammkomponente (Komponente A) und D 1.2 Wasserbasierende Beschich-
Härter (Komponente B) werden die Massenanteile tungsstoffe nach den Blättern
[%] an Bindemittel und Pigment bestimmt und dar-
aus die Massenanteile an Bindemittel und Pigment
91 und 92
in der Mischung berechnet. Der Anteil an Löse-
mittel ergibt sich aus der Differenz zu 100 %. D 1.2.1 Kenndaten
Als Kenndaten werden der nichtflüchtige Anteil und
tA

%
B t

tBtB

%
B
A

∗ + ∗ der Aschegehalt ermittelt.


% Bindemittel Mischung =
A

+
tAt

% t
P B

D 1.2.2 Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils


A


% Pigment Mischung = (1) Die Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils (nfA)
A

+ ist in Anlehnung an DIN EN ISO 3251 durchzufüh-


ren.
tA Teile A
(2) Es wird 1 g ± 0,1 g des Beschichtungsstoffes in
tB Teile B einen Blechdeckel genau eingewogen und dann
mindestens 30 min abgedunstet.
%BA Massenanteil Bindemittel
in Komponente A (3) Danach wird die Probe 3 h bei 105 °C nach
DIN EN ISO 3251 im Trockenschrank getrocknet.
%BB Massenanteil Bindemittel
in Komponente B
D 1.2.3 Ermittlung des Aschegehalts
%PA Massenanteil Pigment
Die Veraschung wird 2 h bei 800°C in Anlehnung
in Komponente A
an DIN EN ISO 14680-2 durchgeführt.
(4) Die Bestimmung des Massenanteils an Pig-
ment in der Stammkomponente (%PA) geschieht
durch Trennen mittels Zentrifugieren gemäß
DIN EN ISO 14680-1.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 3


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 1.3 Lösemittelarme Beschichtungs- Septums mit der Headspace-Vorrichtung das ent-


stoffe nach den Blättern 84, 93, nommene Lösemitteldampfvolumen gaschroma-
tographisch über eine Kapillarsäule getrennt. Das
94 und 95 Chromatogramm kann durch Vergleich mit dem
Chromatogramm der Grundprüfung die Identität
D 1.3.1 Kenndaten der Lösemittel sicherstellen, durch Ermittlung der
Als Kenndaten werden das Festkörpervolumen Flächen der Peaks und entsprechende Eichung
(FKV) und der nichtflüchtige Anteil ermittelt. (Aufstockmethode) können auch Lösemittel quali-
tativ und quantitativ bestimmt werden.
D 1.3.2 Ermittlung des Festkörpervolumens
(1) Das Festkörpervolumen errechnet sich nach ei-
D4 Verarbeitbarkeit
nem vereinfachten Verfahren: (1) Zur Überprüfung der Verarbeitbarkeit wird bei
den angegebenen Stoff- und Objekttemperaturen
100 % - nfA die Streich- und/oder Spritzfähigkeit geprüft. Krite-
FKV = 100% - ∗ ρB rien sind das Spritzbild, erreichbare Nass- und Tro-
ρ fA ckenschichtdicken sowie die Verlaufseigen-
schaften.
FKV Festkörpervolumen [%] (2) Es ist zulässig, die Verarbeitbarkeit im Rahmen
nfA nichtflüchtiger Anteil [Masse %] der Probenherstellung für weitere Prüfungen
durchzuführen. Dies ist im Prüfbericht zu vermer-
ρB Dichte des Beschichtungsstoff [g/ml] ken.
ρ fA Dichte des flüchtigen Anteils [g/ml]
D5 Ablaufneigung
(2) Die Dichte geht mit 0,87 g/ml in die Berech-
nungsformel ein.
D 5.1 Applikation mit dem Rakel
(3) Die Bestimmung der Dichte des Beschich-
tungsstoffes erfolgt nach DIN EN ISO 2811-1. (1) Der verarbeitungsfertige Beschichtungsstoff
(bei 2K-Stoffen gemischt) wird mit einem Rakel auf
D 1.3.3 Ermittlung des nichtflüchtigen eine blanke (frei von Walzhaut, Zunder, Fetten,
Anteils (nfA) Ölen, Überzügen, Beschichtungen und anderen
Verunreinigungen), nichtgestrahlte, waagerecht ge-
(1) Die Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils ist in lagerte Probenplatte aufgetragen, die anschließend
Anlehnung an DIN EN ISO 3251 durchzuführen. senkrecht gestellt wird. Bei Verwendung eines Ra-
kels mit mehreren Rinnen wird das Blech mit der
(2) Es wird 1 g ± 0,1 g des Beschichtungsstoffes
dünnsten Schicht nach oben aufgestellt. Es wird
oder bei 2K-Stoffen der Mischung in einen Blech-
beurteilt, ab welcher Schichtdicke Ablaufer-
deckel genau eingewogen und dann mindestens
scheinungen (Läufer, Tränen, Gardinen) auftreten.
1 h abgedunstet.
Als Kennwert wird die Trockenschichtdicke ge-
(3) Danach wird die Probe 1 h bei 105 °C nach messen, wo diese Erscheinungen gerade noch
DIN EN ISO 3251 im Trockenschrank getrocknet. nicht auftreten. Die Schichtdickenmessung nach
DIN EN ISO 2808 erfolgt nach Erreichen des Tro-
D2 IR-Spektroskopie ckengrades 6 gemäß DIN 53150.
(2) Geeignete Rakel und die für die unterschiedli-
Von allen zu prüfenden Beschichtungsstoffen mit
chen Beschichtungsstoffe notwendigen Rinnen-
Ausnahme von Zinkstaub-Grundbeschichtungen
tiefen sind in DIN EN ISO 16862 angegeben.
sind IR-Spektren mittels ATR-Methode an der Be-
schichtung nach 7 d Lagerung bei Normbedingun- (3) Die Prüfung wird bei Normbedingungen nach
gen nach DIN EN 23279 aufzunehmen. Die DIN EN 23270 durchgeführt. 1 h nach Applikation
Schichtdicke der Beschichtung ist anwendungsbe- kann zur Erreichung des Trockengrades 6 die Pro-
zogen zu applizieren. be einer forcierten Trocknung (3 h bei 60 °C) un-
terworfen werden.
D3 GC-Analyse
D 5.2 Applikation durch Spritzauftrag
Die Bestimmung der Lösemittel erfolgt gaschro-
matographisch mit der Headspace-Technik. Dazu Der Beschichtungsstoff wird auf Spritzviskosität
wird der Beschichtungsstoff (bei 2K-Stoffen beide eingestellt und dann keilförmig mit von oben nach
Komponenten getrennt) in ein entsprechendes unten zunehmender Schichtdicke im Kreuzgang
Probefläschchen eingebracht, verschlossen, auf auf eine, blanke, nichtgestrahlte, senkrecht gela-
eine geeignete Temperatur über eine bestimmte gerte Probenplatte (Material wie oben, Konditionie-
Zeitdauer erhitzt und dann nach Durchstoßen des rung bei 23 °C) aufgetragen. Nach erfolgter Trock-

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 4


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
nung wie vorstehend wird die Schichtdicke unmit- D9 Beständigkeit gegen
telbar vor der Zone beginnender Unregelmäßig-
keiten (Läufer, Tränen, Gardinen) gemessen. Feuchtigkeit (kontinuier-
liche Kondensation)
D6 Verarbeitungszeit (Topfzeit) (1) Die Probeplatten werden bei Normbedingun-
(1) Stamm- und Härtungskomponente werden auf gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
23 °C konditioniert und gemischt. (2) Die Probenplatten werden danach über die an-
(2) 250 g der Mischung werden in einen geeigne- gegebene Zeitdauer der Belastung durch konti-
ten Behälter gegeben. Der Behälter wird nach nuierliche Kondensation nach DIN EN ISO 6270-1
DIN EN ISO 9514 in einen wärmeisolierenden unterworfen.
Block eingesetzt und abgedeckt. (3) Dann werden die Probenplatten sofort abge-
(3) Die Verarbeitungszeit ist überschritten, wenn tupft und nach DIN EN ISO 4628-2 auf Blasengrad
die Verarbeitbarkeit nicht mehr gegeben oder stark beurteilt. Bei der Prüfung von Beschichtungsstoffen
eingeschränkt ist. Am einfachsten kann das durch der Blätter 75, 81 (System 2), 91, 93 (System 3),
Applikation mit dem Pinsel festgestellt werden. 94 (System 4), 95 (System 4) Blatt 97 (System 4)
und Blatt 99 wird unmittelbar nach der Belastung
die Prüfung auf Haftung nach D 8 durchgeführt.
D7 Überstreich- und
(4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
Überspritzbarkeit gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad (DIN
(1) Die Prüfung der Überstreichbarkeit ist im je- EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628-
weils vorgegebenen Schichtaufbau durchzuführen. 4), Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haft-
Sowohl ein eisenglimmerhaltiger als auch ein ei- festigkeit wie folgt geprüft:
senglimmerfreier Deckbeschichtungsstoff ist je- ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
weils mit sich selbst zu überstreichen. tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
(2) Die Überstreich- und/oder Überspritzbarkeit durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
nach einer bestimmten Trocknungszeit ist möglich, ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
wenn es zu keinen Beschichtungsstörungen oder teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
schädlichen Wechselwirkungen zwischen der zu Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
überbeschichtenden Schicht und dem für die Über- wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
beschichtung verwendeten Beschichtungsstoff reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
kommt. Störungen oder schädliche Wechsel- Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
wirkungen können sich etwa durch starkes Anlö- rostschicht zulässig.
sen, Anquellen oder "Hochziehen" der zu überbe- ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
schichtenden Schicht, durch Oberflächenstörungen tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
(z.B. Runzelbildung, mangelnden Verlauf, Sche- durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN
ckigkeit) oder durch Farbveränderungen äußern. ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
(3) Die Trocknung vor dem Überbeschichten er- DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
folgt bei Normbedingungen nach DIN EN 23270. riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
brüchen im Randbereich der Bruchfläche (bei
maximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
D8 Prüfung der Haftung
durch Kreuzschnitt D 10 Beständigkeit gegen
(1) Es wird ein Kreuzschnitt nach DIN EN ISO Feuchtigkeit in Verbindung
16276-2 in der Beschichtung bis zum metallischen
Untergrund angebracht. Über den Kreuzschnitt mit Schwefeldioxid
wird ein 75 mm langer und 19 mm bis 25 mm brei- (1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
ter Streifen aus Tesaband 4651 oder gleichwertig gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
gelegt und mit einer 1 kg schweren Rolle (Länge
der Rolle der Größe der Probenplatte angepasst) (2) Die Probenplatten werden danach über die an-
ohne zusätzlichen Druck 10 mal überrollt. Das Ge- gegebene Zeitdauer der Belastung durch Feuch-
webeband wird unter einem Winkel von 45° ruck- tigkeit in Verbindung mit Schwefeldioxid nach
artig abgezogen. DIN EN ISO 3231, 1,0 l SO2 ausgesetzt.
(2) Die Beurteilung erfolgt auf Ablösung der Be- (3) Nach dem Belastungsende werden die Pro-
schichtung vom metallischen Untergrund oder auf benplatten sofort abgetupft und auf Blasengrad
Ablösungen (Enthaftungen) im Beschichtungssys- nach DIN EN ISO 4628-2 geprüft.
tem. (4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad (DIN

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628 4), D 13 Beständigkeit gegen
Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haft-
festigkeit wie folgt geprüft: Salzsprühnebel
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys- (1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN (2) Danach erhalten die Probenplatten eine Ritz-
ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros- verletzung in der Beschichtung bis zum metalli-
teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1) schen Untergrund von 0,3 mm Breite und 100 mm
Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt, Länge. Der Ritz soll parallel zur Längsseite des
wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab- Bleches verlaufen (Abstand 25 mm von jeder Seite
reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt. der Probenplatte).
Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig. (3) Verzinkte Probenplatten erhalten keine Ritzver-
letzung.
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit (4) Die Probenplatten werden dann der Belastung
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN durch neutralen Salzsprühnebel nach DIN EN
ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach ISO 9227 über einen bestimmten Zeitraum ausge-
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab- setzt.
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions- (5) Nach Belastungsende werden die Proben-
brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma- platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig. DIN EN ISO 4628-2 geprüft.
(6) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
D 11 Beständigkeit gegen gen nach DIN EN 23270 wird auf Unterrostung an
Chemikalien (Eintauchen der Ritzverletzung, auf Rostgrad (DIN EN
in Chemikalien) ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628-4),
Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haftfes-
(1) Die Probeplatten werden bei Normbedingun- tigkeit wie folgt geprüft:
gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
(2) Die Probenplatten werden danach in Prüfflüs- tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
sigkeiten gemäß DIN EN ISO 2812-1 168 h bei durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
23 °C gelagert (Tauchverfahren). Bei den Prüfflüs- ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
sigkeiten handelt es sich nach DIN EN ISO 12944- teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
6 um: Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
― NaOH, 10 % (m/m), in Wasser wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
― H2SO4, 10 % (m/m), in Wasser und Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig.
― Testbenzin, Aromatengehalt 18 %
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
(3) Nach Belastungsende werden die Proben-
tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN
DIN EN ISO 4628-2 und sichtbare Veränderungen
ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
geprüft.
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
D 12 Beständigkeit gegen brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma-
Flüssigkeit (Eintauchen ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
in NaCl-Lösung) (7) Die Unterrostung an der Ritzverletzung darf
höchstens an einer Probenplatte und höchstens an
(1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun- einer Stelle ausgehend vom Ritz 3 mm (einseitig)
gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert. überschreiten. Die Breite des Ritzes geht in die
(2) Die Probenplatten werden danach gemäß DIN Breite der Unterrostung nicht ein. Dabei wird die
EN ISO 2812-2 in 5%iger wässriger NaCl-Lösung Enthaftung an der Ritzverletzung ohne Unterros-
bei 23 °C gelagert. tung nicht berücksichtigt.
(3) Die Belastungsdauer beträgt 3000 h.
(4) Nach Belastungsende werden die Proben-
platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
DIN EN ISO 4628-2 und sichtbare Veränderungen
beurteilt.

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 14 Verbund (2) Die Probenplatten mit Grund- und Zwischen-


beschichtung werden bei Normbedingungen 7 d
gemäß DIN EN 23270 konditioniert.
D 14.1 Verbund 1
(3) Danach werden sie 5 d mit Feuchtebelastung
(1) Als Verbund 1 wird die Prüfung der Haftung nach DIN EN ISO 11507 mit Lampen nach
der Zwischenbeschichtung auf bewitterter Grund- TYP II UV-A (340), Verfahren A, Bestrahlungs-
beschichtung bezeichnet. stärke 0,77 W/m künstliche bewittert.
(2) Die Probenplatten mit Grundbeschichtung wer- (4) Dann wird eine Reinigung mit deionisiertem,
den bei Normbedingungen 7 d nach DIN EN 23270 60 °C warmen Wasser unter Verwendung eines
konditioniert. weichen Schwamms durchgeführt.
(3) Danach werden sie 5 d mit Feuchtebelastung (5) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
nach DIN EN ISO 11507 mit Lampen nach gen gemäß DIN EN 23270 werden die Proben-
TYP II UV A (340), Verfahren A, Bestrahlungs- platten mit Deckbeschichtung überbeschichtet.
stärke 0,77 W/m künstliche bewittert.
(6) Die Probenplatten werden dann bei Normbe-
(4) Dann wird eine Reinigung mit deionisiertem, dingungen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
60 °C warmen Wasser unter Verwendung eines
weichen Schwamms durchgeführt. (7) Danach werden die Probenplatten 720 h einem
Kondenswasser-Wechselklima nach DIN EN ISO
(5) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun- 6270-2, AHT ausgesetzt.
gen gemäß DIN EN 23270 werden die Proben-
platten mit einer Zwischenbeschichtung überbe- (8) Dann erfolgt eine sofortige Bewertung des Bla-
schichtet. Nach 24 h Zwischentrocknung bei sengrades nach DIN EN ISO 4628-2.
Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 erfolgt (9) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
die Überbeschichtung mit einer Deckbeschichtung. gen gemäß DIN EN 23270 ist die Prüfung der Haf-
(6) Die Probenplatten werden dann bei Normbe- tung durch Kreuzschnitt gemäß D 8 durchzuführen
dingungen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert. und der Abreißversuch im Sandwichverfahren nach
DIN EN ISO 4624 vorzubereiten (Aufkleben der
(7) Danach werden die Probenplatten 720 h einem Stempeln). Die Stempel sind mit dem 2K-DP490-
Kondenswasser-Wechselklima nach DIN EN ISO Klebstoff der Fa. 3M oder einem gleichwertigen
6270-2, AHT ausgesetzt. Klebstoff aufzukleben und nach mindestens 24 h
(8) Dann erfolgt eine sofortige Bewertung des Bla- bei Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 abzu-
sengrades nach DIN EN ISO 4628-2. reißen.
(9) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun- (10) Beim Kreuzschnitt werden Kreuzschnitt-Kenn-
gen gemäß DIN EN 23270 ist die Prüfung der Haf- werte nach DIN EN ISO 16276-2 und beim Ab-
tung durch Kreuzschnitt gemäß D 8 durchzuführen reißversuch der Abreißwert ermittelt.
und der Abreißversuch im Sandwichverfahren nach (11) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
DIN EN ISO 4624 vorzubereiten (Aufkleben der
Stempeln). Die Stempel sind mit dem 2K-DP490- ― keine Blasen,
Klebstoff der Fa. 3M oder einem gleichwertigen ― Kreuzschnitt-Kennwert 0 oder 1 und
Klebstoff aufzukleben und nach mindestens 24 h
bei Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 abzu- ― Abreißwert größer als 2,5 N/mm .
reißen.
(10) Beim Kreuzschnitt werden die Kreuzschnitt- D 15 Farbbeständigkeit
Kennwerte nach DIN EN ISO 16276-2 und beim
Abreißversuch der Abreißwert ermittelt. D 15.1 Vorbereitung von Probenplatten
(11) Folgende Anforderungen sind einzuhalten: (1) Der Beschichtungsstoff wird mit 100 µm Tro-
― keine Blasen, ckenschichtdicke auf ein angeschliffenen und mit
2K-EP-Grundbeschichtungsstoff (Stoff-Nr. 687.02)
― Kreuzschnitt-Kennwert 0 oder 1 und grundierten Stahlblechen appliziert (Abmessungen
der Bleche nach Typ des Bewitterungsgeräts).
― Abreißwert größer als 2,5 N/mm .
(2) Die Probenplatten sind dann 7 d bei Normbe-
D 14.2 Verbund 2 dingungen gemäß DIN EN 23270 zu konditionie-
ren.
(1) Als Verbund 2 wird die Prüfung der Haftung
der Deckbeschichtung auf bewitterter Zwischenbe-
schichtung bezeichnet.

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 15.2 Messbedingungen (4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-


des Farbabstandes gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad
(DIN EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN
(1) Der Farbabstand zweier Proben ist spektral- ISO 4628-4), Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und
photometrisch nach DIN 5033-4 mit folgenden die Haftfestigkeit wie folgt geprüft:
Messparametern zu messen:
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
― Lichtart D 65, tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
― Messgeometrie diffus/8°,
ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
― Messung ohne Glanzfalle, teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
― 10° Normalbeobachter.
wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
(2) Der Farbabstand (ΔE*ab) ist nach DIN 6174 zu reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
berechnen. Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig.
D 15.3 Farbabstand unbewittert / ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
RAL-Karte tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN
(1) Der Farbabstand ist zwischen der unbewitter-
EN ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
ten Probe und der RAL-Farbkarte (Farbregister
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
RAL 840 HR) zu bestimmen.
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
(2) Die Anforderungen an Farbabstände sind in brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma-
der Tabelle D 1 für 24 RAL-Farben enthalten. Für ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
weitere RAL-Farben sind bei Bedarf die zulässigen
Farbabstände gesondert zu vereinbaren. D 17 Wärmebelastbarkeit
D 15.4 Farbabstand D 17.1 Allgemeines
bewittert / unbewittert
Ziel der Wärmebeständigkeitsprüfung ist es, die
(1) Der Farbabstand ist zwischen der bewitterten Beständigkeit der Korrosionsschutzbeschichtungen
und der unbewitterten Probe zu bestimmen. auf der Unterseite von Fahrbahnblechen gegen die
(2) Die Bedingungen der Bewitterung sind wie beim Einbau der Abdichtung auftretende Wärme-
folgt: beanspruchung zu prüfen. Diese thermische Belas-
tung ist bei der Prüfung zu simulieren. Dazu wer-
― DIN EN ISO 11341, Zyklus A, Gleichauf mit den Probenplatten verwendet, die mit einer geeig-
Xenonbogenlampen, neten Prüfeinrichtung einer Wärmebeanspruchung
― Bestrahlungsstärke 550 W/m2 im Wellenlän- gemäß einer Temperatur-Zeitkurve (Bild D 1) aus-
genbereich zwischen 290 nm und 800 nm, da- gesetzt werden.
von 11 % zwischen 290 nm und 400 nm,
D 17.2 Herstellen der Probenplatten
― Schwarzstandardtemperatur 55 °C ± 2 °C,
(1) Zur Herstellung von Probenplatten sind Stahl-
― Bewitterungsdauer 2000 h. bleche der Abmessung 250 x 250 [mm] und einer
(3) Die Anforderungen an Farbabstände sind in Dicke von 3 mm bis 5 mm zu verwenden. Die Ble-
der Tabelle D 1 für 24 RAL-Farben enthalten. Für che sind bis zum Oberflächenvorbereitungsgrad
weitere RAL-Farben sind bei Bedarf die zulässigen von Sa 2 zu strahlen und möglichst unmittelbar
Farbabstände gesondert zu vereinbaren. danach mit dem jeweiligen, zu prüfenden Be-
schichtungssystem einseitig zu beschichten. Die
einzelnen Schichten sind in der jeweiligen Schicht-
D 16 Langzeitbeständigkeit dicke aufzutragen. Das Auftragen der Zwischen-
(Freibewitterung) bzw. Deckbeschichtung soll jeweils 24 h nach dem
Auftragen der vorherigen Schicht erfolgen. Wäh-
(1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
rend der Trocknung sind die Probenplatten bei
gen 7 d gemäß DIN EN 23270 konditioniert.
Normbedingungen nach DIN EN 23270 zu kondi-
(2) Danach erfolgt eine 12-monatige Freibewitte- tionieren. Nach Fertigstellung sind die Proben-
rung nach DIN EN ISO 2810 in Stadt- oder Indust- platten 7 d bei Normbedingungen nach DIN
rieklima. EN 23270 zu konditionieren.
(3) Nach Ende der Belastung werden die Proben-
platten sofort nach DIN EN ISO 4628-2 auf Bla-
sengrad beurteilt.

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
Tabelle D 1: Anforderungen an Farbabstände

zulässige Farbabstände ΔE*ab

Stoff-Nr. unbewitterte Probe


bewitterte Probe
zur RAL-Farbkarte
(für xy Bezeichnung RAL-Karte zur unbewitterten Proben
(Farbregister RAL 840 HR)
Blatt-Nr.
einsetzten) Wieder- Abnah- Wieder- Abname-
Grund- Grund-
holungs- meprü- holungs- prüfung
prüfung prüfung
prüfung fung 3.2 prüfung 3.2

6xy.75 braunbeige RAL 1011 ≤ 3,5 ≤ 4,5


6xy.76 patinagrün RAL 6000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.77 tannengrün RAL 6009 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.78 grünbraun RAL 8000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.79 kupferbraun RAL 8004 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.80 violettblau RAL 5000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.81 enzianblau RAL 5010 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.82 himmelblau RAL 5015 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 4,5 ≤ 4,5
6xy.83 verkehrsblau RAL 5017 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.84 wasserblau RAL 5021 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.85 gelborange RAL 2000 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.86 blutorange RAL 2002 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.87 feuerrot RAL 3000 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.88 rubinrot RAL 3003 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.89 orientrot RAL 3031 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 6,5 ≤ 6,5
6xy.90 resedagrün RAL 6011 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.91 maigrün RAL 6017 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.93 silbergrau RAL 7001 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.94 kieselgrau RAL 7032 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.95 staubgrau RAL 7037 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.96 cremeweiß RAL 9001 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.97 grauweiß RAL 9002 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.98 signalweiß RAL 9003 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.99 reinweiß RAL 9010 ≤ 1,5 ≤ 3,5

(2) Je Prüfvariante sollen 3 Probenplatten her- (2) Die Probenplatten sollen auf der unbeschichte-
gestellt werden. 2 Probenplatten sollen wärmebe- ten Seite bestrahlt werden.
lastet werden. Eine Probeplatte dient dem wärme-
belastet / unbelastet Vergleich. D 17.4 Bewertung des Prüfergebnisses
(1) Nach der Wärmebelastung sind die Probenplat-
D 17.3 Prüfung
ten 24 h bei Normbedingungen nach DIN EN 23270
(1) Zum Nachstellen des Temperaturverlaufs ge- zu konditionieren und erst dann bewerten.
mäß der Temperatur-Zeitkurve sollte ein Infrarot-
(2) Zur Bewertung sind die beschichteten Flächen
Hochleistungsstrahlermodul mit programmierbarer
von wärmebelasteten Probenplatten visuell zu be-
Leistungssteuerung (Bild D 2) verwendet werden,
urteilen. Es dürfen keine Blasen oder sonstigen
wobei die Temperatur der Probenplatten auf der
sichtbaren Veränderungen im Vergleich zur unbe-
Beschichtungsseite der Regelparameter ist.
lasteten Probenplatte erkennbar sein.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 9


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
(3) An der Beschichtung der belasteten Proben-
platten und der Vergleichsprobenplatte sind au-
ßerdem eine Gitterschnittprüfung nach DIN EN
ISO 2409 und/oder die Bestimmung der Abreißfes- 200

tigkeit nach DIN EN ISO 4642 durchzuführen.

Temperatur [°C]
150

(4) Sowohl der Gitterschnittkennwert darf Gt 2


nicht überschreiten, als auch der Abreißwert muss 100

mindestens 5 N/mm bei höchstens 5 % Adhäsi-


onsbruch betragen. 50

D 18 Lagerbeständigkeit 1 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70

Zeit [min]
(1) Zur Überprüfung der Lagerbeständigkeit wer-
den die Beschichtungsstoffe in gut verschlossenen
Gebinden trocken bei Raumtemperatur (20°C bis Bild D 1: Temperatur-Zeitkurve für die Wärmebelastung
23°C) gelagert. Die Lagerung der Gebinde erfolgt
über Kopf (Deckel oder Verschluss des Gebindes
nach unten).
(2) Nach 6 Mon. Lagerzeit werden die Gebinde
geöffnet, der Inhalt gut homogenisiert und Trock-
nungszeit und Ablaufneigung überprüft. Durchfüh-
Proben
rung der Prüfung und Anforderungen/Kennwerte platten mit
unten
werden dem jeweiligen TL-Blatt entnommen. liegender
Beschich-
tung

Bild D 2: Schematische Darstellung der Bestrahlungs-


einrichtung

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 10


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.03.2012

Teil 4 Stahlbau

Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Änderungen hinsichtlich der Farbe einiger Grundbeschichtungen nach den Tech-


nischen Lieferbedingungen und Technischen Prüfvorschriften für Beschichtungs-
stoffe für den Korrosionsschutz von Stahlbauten (TL/TP-KOR-Stahlbauten)

Bis zur Überarbeitung der TL/TP-KOR-Stahlbauten


ist folgende Regelung anzuwenden:
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang E, Blatt 87, Blatt 92,
Blatt 93, Blatt 94, Blatt 95 und Blatt 97

Die Beschichtungsstoffe für die Grundbeschich-


tungen mit den Stoff-Nrn. 687.02, 692.02, 693.02,
694.02, 695.02 und 697.02 sind entweder in der
Farbe Sandgelb oder Oxidgelb zu liefern.

Stand: 30.03.2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Seite 1


,ŝŶǁĞŝƐĞnjƵĚĞŶdsͲ/E'ͲdĞŝůϱͲďƐĐŚŶŝƚƚϭ

Bundesministerium für
Bundesministerium für Verkehr,
Verkehr undBaudigitale Infrastruktur
und Stadtentwicklung
Abteilung
AbteilungStraßenbau
Straßenbau

Stand: 30.12.2014

Teil 5 Tunnelbau

Abschnitt 1 Geschlossene Bauweise

Hinweise zu Planung, Entwurf und Ausführung

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(6) Bei der Ausschreibung von Walzasphalt in
(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein- Tunnelbauwerken bitte ich aus Gründen des Ar-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels beitsschutzes temperaturabgesenkten Walzasphalt
ist in der Regel nach dem „Leitfaden für die Pla- vorzusehen. Hierbei ist das FGSV „Merkblatt für
nungsentscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vor- Temperaturabsenkung von Asphalt (M TA) zu be-
zunehmen, den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt achten und es ist auf eine besondere Sorgfalt beim
habe. Einbau zu achten. Diese Änderung ist auch bei
(2) Bei der Planung und Ausführung von laufenden Verträgen anzuwenden.
Bergwasserdränagesystemen ist die „Richtlinie für
Bergwasserdränagesysteme von Straßentunneln
(RI-BWD-TU)“ zu beachten Die Richtlinie steht als
Download unter www.bast.de zur Verfügung.
(3) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und geologi-
schen Gegebenheiten können bei der Herstellung
von Tunnelbauwerken zusätzliche Maßnahmen
(z.B. Rohrschirmdecken, Injektionen, Vereisungen,
Druckluftarbeiten) erforderlich werden. Solche
Maßnahmen sind in den ZTV-ING nicht geregelt.
Es ist daher in jedem Einzelfall zu prüfen, inwieweit
weitere technische und vertragliche Regelungen
erforderlich sind.
(4) Die Regelungen beziehen sich auf eine zwei-
schalige Bauweise von Straßentunneln (Haupttun-
nelquerschnitt) in Spritzbetonbauweise und einer
bewehrten Innenschale. Abweichende Bauweisen,
wie z.B. einschalige Bauweise oder unbewehrte
Innenschale sind im Einzelfall mit mir abzu-
stimmen. Ausgenommen hiervon sind parallele
Rettungsstollen, Querschläge oder andere unter-
geordnete Querschnittsbereiche.
(5) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderun-
gen sind auch die beleuchtungs- und lüftungstech-
nischen Gesichtspunkte sowie die Anforderungen
an den Lärmschutz und die passiven Schutzein-
richtungen im Portalbereich besonders zu beach-
ten.

^ƚĂŶĚ͗ϯϬ͘ϭϮ͘ϮϬϭϰ Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 ^ĞŝƚĞϭ


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 1 Geschlossene Bauweise

Spritzbetonbauweise
Hinweise zur Richtlinie für die Anwendung der zerstörungsfreien Prüfung von
Tunnelinnenschalen, Ausgabe 2007 (RI-ZFP-TU)

(1) Zur Gewährleistung und Kontrolle eines hohen Messlinien nach Angaben des Auftraggebers.
Qualitätsstandards bei Straßentunneln in ge- Abgerechnet wird je erfasste Messlinie.
schlossener Bauweise soll die Bauteildicke der Eine Messlinie in Tunnelquerrichtung.
Tunnelinnenschale mittels zerstörungsfreier Prüf-
verfahren nach Anhang A auf Fehlstellen bzw. Zerstörungsfreie Messungen durchführen
Minderdicken überprüft werden. Die Messungen des .......... St
AN im Rahmen der Eigenüberwachung sind in Ab- Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der
schnitt 1 enthalten. Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder
(2) Um die Qualität der Untersuchungsergebnisse Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Lei-
sicherzustellen, dürfen mit der Durchführung der stung gilt für alle Querschnittstypen. Die Mess-
Messung nur die von der Bundesanstalt für Stra- ergebnisse sind nach den Vorgaben der An-
ßenwesen (BASt) geprüften Firmen beauftragt wer- wendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu do-
den. Art und Umfang dieser Überprüfung sind in An- kumentieren.
hang A beschrieben. Messlinien nach Angaben des Auftraggebers.
(3) Kontrollprüfungen: Abgerechnet wird je erfasste Messlinie.
Eine Messlinie je Block im Firstbereich in Tun-
Die folgenden Messungen sind Kontrollprüfungen nellängsrichtung.
des Auftraggebers und ergänzend zur Eigenüber-
wachung des Auftragnehmers als Kontrolle der ver- Zerstörungsfreie Messungen durchführen
tragsgemäßen Leistungen durchzuführen. Für die .......... St
Ausschreibung der Leistungen bitte ich folgenden Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der
Ausschreibungstext in das Leistungsverzeichnis auf- Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder
zunehmen: Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Lei-
Hinweis zu den nachfolgenden Positionen: stung gilt für alle Querschnittstypen. Die
Messergebnisse sind nach den Vorgaben der
Die Messungen sind Kontrollprüfungen und wer- Anwendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu
den vom Auftraggeber separat angefordert. dokumentieren.
Zerstörungsfreie Messungen durchführen Messpunkte nach Angaben des Auftraggebers.
.......... St Abgerechnet wird je zusätzlich erfassten Mess-
Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der punkt. Zusätzlicher Messpunkt zur Verdichtung
Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder des vorgegebenen Rasters.
Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Leis-
tung gilt für alle Querschnittstypen. Die Mess-
ergebnisse sind nach den Vorgaben der An-
wendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu do-
kumentieren.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


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Bundesministerium für
Bundesministerium für Verkehr,
Verkehr undBaudigitale Infrastruktur
und Stadtentwicklung
Abteilung
AbteilungStraßenbau
Straßenbau

Stand: 30.12.2014

Teil 5 Tunnelbau

Abschnitt 2 Offene Bauweise

Hinweise zu Planung, Entwurf und Ausführung

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels
ist in der Regel nach dem „Leitfaden für die Pla-
nungsentscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vor-
zunehmen, den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt
habe.
(2) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und hydro-
geologischen Verhältnisse können bei der Herstel-
lung von Tunnelbauwerken in offener Bauweise
zusätzliche Maßnahmen (z.B. Injektionen, Verei-
sungen, Druckluftarbeiten) erforderlich werden.
Solche Maßnahmen sind in den ZTV-ING nicht ge-
regelt. Es ist daher in jedem Einzelfall zu prüfen,
inwieweit weitere technische und vertragliche Re-
gelungen erforderlich sind.
(3) Als Regelbauweise ist eine Herstellung des
Tunnelbauwerks als geschlossenes oder sohloffe-
nes Rahmenbauwerk in der Ausführung als was-
serundurchlässige Betonkonstruktion (WUB-KO)
vorgesehen, das im Endzustand von den Baube-
helfen getrennt ist.
(4) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderun-
gen sind auch die beleuchtungs- und lüftungstech-
nischen Gesichtspunkte sowie die Anforderungen
an den Lärmschutz und die passiven Schutzein-
richtungen im Portalbereich besonders zu beach-
ten.
(5) Bei der Ausschreibung von Walzasphalt in
Tunnelbauwerken bitte ich aus Gründen des Ar-
beitsschutzes temperaturabgesenkten Walzasphalt
vorzusehen. Hierbei ist das FGSV „Merkblatt für
Temperaturabsenkung von Asphalt (M TA) zu be-
achten und es ist auf eine besondere Sorgfalt beim
Einbau zu achten. Diese Änderung ist auch bei
laufenden Verträgen anzuwenden.

^ƚĂŶĚ͗ϯϬ͘ϭϮ͘ϮϬϭϰ Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 ^ĞŝƚĞϭ


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren

Hinweise zu Planung und Entwurf

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels ist
in der Regel nach dem „Leitfaden für die Planungs-
entscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vorzunehmen,
den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt habe.
(2) Die Regelungen beziehen sich auf 1- oder 2-
schalige Konstruktionen aus Stahlbetontübbingen,
die mittels maschineller Schildvortriebsverfahren
hergestellt werden.
(3) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und geologi-
schen Gegebenheiten können bei der Herstellung
von Tunnelbauwerken zusätzliche Maßnahmen (z.B.
Rohrschirmdecken, Injektionen, Vereisungen) erfor-
derlich werden. Solche Maßnahmen sind in den ZTV-
ING nicht geregelt. Es ist daher in jedem Einzelfall
zu prüfen, inwieweit weitere technische und vertrag-
liche Regelungen erforderlich sind.
(4) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderungen
sind auch die beleuchtungs- und lüftungstechnischen
Gesichtspunkte sowie die Anforderungen an den
Lärmschutz und die passiven Schutzeinrichtungen
im Portalbereich besonders zu beachten.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 5 - Abschnitt 4

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.03.2012

Teil 5 Tunnelbau

Abschnitt 4 Betriebstechnische Ausstattung

Hinweise zu Planung und Entwurf

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


Die für die Herstellung und den Einbau von Türen
und Toren für Notausgänge (im Bereich von
Flucht- und Rettungswegen und von Rettungsräu-
men) in Straßentunneln maßgebenden Anforde-
rungen sowie Festlegungen zu Art und Umfang der
erforderlichen Prüfungen für einen Einsatz sind in
den „Technischen Lieferbedingungen und Techni-
schen Prüfvorschriften für Türen und Tore in Stra-
ßentunneln (TL/TP TTT) enthalten“

Stand: 30.03.2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 25/70.13.01/31 Va 03 Stand: 07.03.2003

Teil 7 Brückenbeläge
Abschnitt 1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer
Bitumen-Schweißbahn

Hinweise zur Anwendung


Bis zur Überarbeitung des Standardleistungska-
taloges für den Straßen- und Brückenbau, Leistungs-
bereich 124 „Schutz und Instandsetzung von Beton-
bauteilen“, Ausgabe 11/93, ist bei der Grundtext-Nr.
206 der Folgetext 3.1 und bei der Grundtext-Nr. 211
der Folgetext 2.1 nicht mehr anzuwenden.
In Einzelfällen können auch Brückenbeläge mit grö-
ßerer Dicke als der Regeldicke, evtl. durch Anord-
nung einer Zwischenschicht, vorgesehen werden
(analog Anhang A der ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1).
Hierzu ist meine Zustimmung im Einzelfall erforder-
lich.
Die im Anhang A der ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1
aufgeführten Bauweisen für die Herstellung eines
Fahrbahnbelages stellen den derzeitigen Kenntnis-
stand dar. Wenn weitere Kenntnisse über die Be-
währung dieser Bauweise vorliegen, wird, sofern dies
geboten erscheint, der Anhang A fortgeschrieben.
Hierzu bitte ich mir einen Erfahrungsbericht bis spä-
testens 31.12.2003 vorzulegen. Fehlanzeige ist er-
forderlich.
Offenporige Deckschichten auf Bauwerken sind u.a.
wegen der problematischen Entwässerung in der
Regel zu vermeiden. Die Anwendung ist auf Ausnah-
men zu beschränken und bedarf meiner Zustimmung
im Einzelfall.

Stand 03/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 1 Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer


Bitumen-Schweißbahn

Gilt auch für Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zweilagig aufgebrachten
Bitumendichtungsbahnen (Teil 7 Abschnitt 2)

Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Beton-
brücken gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

1 Allgemeines Möglichkeit des kompletten Ersatzes von Kappen-


mit Raumfugen und Fugenband durch eine fugen-
Diese Hinweise für die Ausführung von Randan-
lose Bauweise in Betracht zu ziehen.
schlüssen der Abdichtung bei Betonbrücken sind
Erläuterungen zu den Richtzeichnungen Dicht 20 Eine notwendige Instandsetzung von Kappen und
bis Dicht 25 des Bundesministeriums für Verkehr, Fahrbahnplatte erfolgt nach den ZTV-ING, Teil 3,
Bau- und Stadtentwicklung. Die Richtzeichnungen Abschnitt 4.
sind für die meisten in der Praxis auftretenden Fäl-
le anwendbar und stellen Standardlösungen dar. 3 Erläuterungen
Die notwendige Anpassung an die örtlichen Gege-
benheiten erfolgt im Rahmen der Entwurfsaufstel- 3.1 Bordstein- oder Kappenteilersatz
lung für eine Belagserneuerung.
Gemeinsames Merkmal ist ein Überlappungsstoß
Diese Hinweise sind aufgegliedert in: zwischen der vorhandenen Dichtungsschicht und
der Dichtungsschicht der Fahrbahn, der unter dem
Bordstein- oder Kappenteilersatz
neu herzustellenden Ortbetonschrammbord aus-
- Randanschlüsse, bei denen der vorhandene gebildet wird.
Bordstein oder der vordere Teil des Schramm-
bordes entfernt und ersetzt wird. Bei Kappen mit Bordstein wird dieser entfernt.
Bei geschädigtem Schrammbord wird dessen vor-
Schrammbordanschluss
derer Teil mittels Trennschnitt in erforderlicher
- Randanschlüsse, bei denen die vorhandene Breite abgetrennt, wobei die untere Bewehrungs-
Kappe erhalten bleibt. lage mit erfasst wird.
Der Fall des vollständigen Kappenersatzes ist Die vorhandene Dichtungsschicht muss möglichst
ausgenommen. Hier sind die Kriterien des Neu- unbeschädigt erhalten bleiben, damit ein Überlap-
baus anzuwenden. pungsstoß mit der anzuschließenden Dichtungs-
schicht der Fahrbahn ausgebildet werden kann.
2 Anwendungsgrenzen
Im Überlappungsstoß ist ein dauerhafter Verbund
Voraussetzung für die technisch und wirtschaftlich herzustellen.
einwandfreie Erneuerung eines schadhaften Fahr-
Der abgeschnittene Teil der Kappe oder der ent-
bahnbelages ist eine vorangehende sorgfältige
fernte Bordstein wird durch einen verankerten und
Bestandsaufnahme.
bewehrten Ortbeton-Schrammbord ersetzt. Die
Bei Kappen mit Raumfugen und Fugenband ist ein entstehende Arbeitsfuge ist auf der Oberseite
Kappenteilersatz wegen des Durchtrennens des nachträglich einzuschneiden und mit geeignetem
Fugenbandes nicht möglich, daher sind nur Lö- Material zu verfüllen.
sungen der Art Schrammbordanschluss zulässig.
Bei Kappen mit Querfugen besteht erhöhte Gefahr
des Eindringens von tausalzhaltigem Oberflä-
chenwasser durch schadhafte Fugen. Daher ist die

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

3.2 Schrammbordanschluss 3.2.2 Verwahrung unten


Die Randanschlüsse dieser Art umfassen Ausfüh- Der Anschluss der Dichtungsschicht der Fahrbahn
rungsbeispiele, bei denen keine Notwendigkeit be- nach den ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1 oder 2 an
steht, die vorhandene Kappe zu verändern, d.h. die vorhandene Dichtungsschicht erfolgt in einer
ganz oder teilweise abzubrechen und zu erneuern. tief liegenden Nut oder einem keilförmigen Aus-
bruch im Kappenbeton.
Hier erfolgt der Anschluss der Dichtungsschicht
der Fahrbahn in einer hoch oder tief liegenden Die Nut wird maschinell mit einer geführten Säge
Verwahrung im Kappenbeton. unmittelbar oberhalb der vorhandenen Dichtungs-
schicht eingeschnitten, wobei der Schnitt waage-
3.2.1 Verwahrung oben recht oder leicht schräg geführt werden kann. Ver-
bleibende Betonreste werden von Hand entfernt.
Die Verwahrung des Abdichtungsstreifens aus
Flüssigkunststoff im Kappenbeton erfolgt in einer Zur Herstellung des keilförmigen Ausbruchs wird
hoch liegenden Nut. zuerst eine horizontale Nut eingeschnitten. Der
Ausbruch erfolgt von der Nut ausgehend durch
Die Grundierung ist auch in der Nut aufzubringen, Stemmen.
damit die Haftung der Dichtungsschicht aus Flüs-
sigkunststoff auf der Unterlage auch hier gleicher- Die vorhandene Dichtungsschicht unter der Kappe
maßen erreicht wird. muss unbeschädigt bleiben, um einen Überlap-
pungsstoß ausbilden zu können.
Um das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen
Kappe und Dichtungsschicht aus Flüssigkunststoff Bei einer vorhandenen Kappenabdichtung aus
zu vermeiden, muss die Dichtungsschicht aus Asphaltmastix auf Trennschicht ist eine Ausfüh-
Flüssigkunststoff in der Verwahrung enden. Es ist rung mit hoch liegender Nut zu bevorzugen.
daher darauf zu achten, dass kein Material ober-
halb der Nut verbleibt.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 2


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.03.2012

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 1 Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer


Bitumen-Schweißbahn

Bitumen-Schweißbahnen nach DIN EN 14695

Bis zum Vorliegen einer überarbeiteten Fassung


der ZTV-ING Teil 7 „Brückenbeläge“ Abschnitt 1
„Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungs-
schicht aus einer Bitumen-Schweißbahn“ sowie
einer überarbeiteten Fassung der „Technischen
Lieferbedingungen für die Dichtungsschicht aus
einer Bitumen-Schweißbahnen zur Herstellung von
Brückenbelägen auf Beton nach den ZTV-BEL-B
Teil 1“ (TL-BEL-B Teil 1) gelten folgende Regelun-
gen:
― Es können zusätzlich Abdichtungsbahnen nach
DIN EN 14695 verwendet werden, die den An-
forderungen der DIN V 20000-203 Tabelle 1
Zeile 2 oder 3 (Polymerbitumen-Schweißbahnen
mit hochliegender Trägereinlage) entsprechen.
― Die Verträglichkeit dieser Abdichtungsbahnen
mit dem für die Grundierung bzw. Versiegelung
verwendeten Reaktionsharz nach den TL-BEL-EP
ist durch eine Verträglichkeitsprüfung nach den
TL-BEL-B Teil 1 nachzuweisen.
― Es wird bis zum Vorliegen neuer Regelungen
auf die Möglichkeit erweiterter Kontrollprüfun-
gen zur Sicherstellung der Qualität und Güte
hingewiesen. Von den Bahnen nach
DIN EN 14695 gemäß den Anforderungen nach
DIN V 20000-203 sind je Bauwerk/Charge min-
destens eine Schweißbahn (Länge 7,5 m) als
Rückstellprobe zu entnehmen.

Stand: 30.03.2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 2 Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zweilagig


aufgebrachten Bitumendichtungsbahnen

Gilt auch für Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer Bitumenschweiß-
bahn (Teil 7 Abschnitt 1)

Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Beton-
brücken gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

Siehe die Hinweise zu den ZTV-ING Teil 7 Ab-


schnitt 1.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.03.2012

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 2 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zwei


Bitumen-Schweißbahnen

Bitumen-Schweißbahnen nach DIN EN 14695

Bis zum Vorliegen einer überarbeiteten Fassung


der ZTV-ING Teil 7 „Brückenbeläge“ Abschnitt 2
„Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungs-
schicht aus zwei Bitumen-Schweißbahnen“ sowie
einer überarbeiteten Fassung der „Technischen
Lieferbedingungen für die Dichtungsschicht aus
zwei Bitumen-Schweißbahnen zur Herstellung von
Brückenbelägen auf Beton“ (TL BEL-B 2) gelten
folgende Regelungen:
― Es können zusätzlich Abdichtungsbahnen nach
DIN EN 14695 verwendet werden, die den An-
forderungen der DIN V 20000-203 Tabelle 1
Zeilen 4 bis 6 entsprechen.
― Die Verträglichkeit dieser Abdichtungsbahnen
mit dem für die Grundierung bzw. Versiegelung
verwendeten Reaktionsharz nach den TL-BEL-
EP ist durch eine Verträglichkeitsprüfung nach
den TL-BEL-B 2 nachzuweisen.
― Es wird bis zum Vorliegen neuer Regelungen
auf die Möglichkeit erweiterter Kontrollprüfun-
gen zur Sicherstellung der Qualität und Güte
hingewiesen. Von den Bahnen nach
DIN EN 14695 gemäß den Anforderungen nach
DIN V 20000-203 sind je Bauwerk/Charge min-
destens eine Schweißbahn (Länge 7,5 m) als
Rückstellprobe zu entnehmen.

Stand: 30.03.2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 5

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 25/70.13.01/31 Va 03 Stand: 07.03.2003

Teil 7 Brückenbeläge
Abschnitt 5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl

Hinweise zur Anwendung


Es dürfen nur reaktionsharzgebundene Dünnbeläge
verwendet werden, die in der bei der Bundesanstalt
für Straßenwesen (BASt) geführten „Zusammen-
stellung der geprüften Dünnbeläge nach den ZTV-
RHD-ST für die Anwendung auf Bauwerken und Bau-
teilen der Bundesverkehrswege“ aufgeführt sind.
Bei der Beurteilung der Eignung der Baustoffe ist
auch ihre sachgerechte Entfernung und geregelte
Verwertung oder Entsorgung zu berücksichtigen.

Stand 03/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


ZTV-ING Inhalt

Teil Abschnitt
1 Allgemeines 1 Grundsätzliches
2 Technische Bearbeitung
3 Prüfungen während der Ausführung
4 Gradiente und Ebenflächigkeit des Überbaus
2 Grundbau 1 Baugruben
2 Gründungen
3 Wasserhaltung
4 Stützkonstruktionen
3 Massivbau 1 Beton
2 Bauausführung
3 Bauwerksfugen
4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen
5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen
6 Mauerwerk
4 Stahlbau, Stahlverbundbau 1 Stahlbau
2 Stahlverbundbau
3 Korrosionsschutz von Stahlbauten
4 Seile und Kabel
5 Korrosionsschutz von Seilen und Kabeln
5 Tunnelbau 1 Geschlossene Bauweise
2 Offene Bauweise
3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren
4 Betriebstechnische Ausstattung
5 Abdichtung
6 Bauverfahren 1 Traggerüste
2 Taktschiebeverfahren
3 Schutzeinrichtungen gegen Witterungseinflüsse
7 Brückenbeläge 1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus einer Bitumen-Schweißbahn
2 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus zweilagig aufgebrachten Bitumen-Dichtungsbahnen
3 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus Flüssigkunststoff
4 Brückenbeläge auf Stahl mit einem Dichtungssystem
5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl
8 Bauwerksausstattung 1 Fahrbahnübergänge aus Stahl und aus Elastomer
2 Fahrbahnübergänge aus Asphalt
3 Lager und Gelenke
4 Rückhaltesysteme
5 Entwässerungen
6 Befestigungseinrichtungen und Unterfütterung von
Ankerplatten
9 Bauwerke 1 Verkehrszeichenbrücken
2 Bewegliche Brücken
3 Lärmschutzwände
4 Wellstahlbauwerke
10 Anhang 1 Normen und sonstige Technische Regelwerke

Stand: 12/2014 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 1
Grundsätzliches

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 12/2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 1 Grundsätzliches

Inhalt ................................................. Seite

1 Geltungsbereich................................... 3

2 Qualitätssicherung .............................. 3

2.1 Grundsätze ............................................ 3


2.2 Überwachung der Baustoffe,
Baustoffsysteme und Bauteile ............... 3
2.2.1 Allgemeines ........................................... 3
2.2.2 Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw.
Erstprüfung ............................................ 4
2.2.3 Übereinstimmungsnachweis .................. 4
2.3 Überwachung der Ausführung und
Prüfung der fertigen Leistung ................ 4
2.3.1 Allgemeines ........................................... 4
2.3.2 Eigenüberwachung ................................ 4
2.3.3 Fremdüberwachung ............................... 5
2.3.4 Kontrollprüfungen................................... 5
2.3.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen ............... 5
2.3.6 Schiedsuntersuchungen ........................ 5
2.4 Überwachungs- und Zutrittsrechte......... 6

3 Ausführung........................................... 6

4 Abrechnung .......................................... 6

5 Abnahme und Mängelansprüche ....... 6

5.1 Abnahme ................................................ 6


5.2 Mängelansprüche .................................. 6

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand:12/2012


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 1 Grundsätzliches

1 Geltungsbereich (2) Die nachfolgenden Regelungen können in den


jeweiligen Abschnitten der Teile 2 bis 9, z.B. auf-
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedin- grund der Bestimmungen zur Umsetzung harmoni-
gungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV- sierter technischer Spezifikationen, eingeschränkt
ING) gelten für den Bau und die Erhaltung von In- oder geändert sein.
genieurbauwerken nach DIN 1076, jedoch nicht für
Wasserbauwerke wie z.B. Schleusen, Hebewerke, (3) Die bei der Qualitätssicherung durchzuführen-
Wehre und Düker. Sie sind darauf abgestellt, dass den Prüfungen werden unterschieden nach
die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistun- a) Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw. Erstprüfung
gen Teil C: Allgemeine Technische Vertrags-
bedingungen für Bauleistungen Bestandteil des b) Prüfungen für den Übereinstimmungsnachweis
Bauvertrages sind. für Baustoffe, Baustoffsysteme und Bauteile
(2) Die mit rechtem Randstrich gekennzeichneten ― als werkseigene Produktionskontrolle (WPK),
Absätze sind Zusätzliche Technische Vertragsbedin- ― als Fremdüberwachung,
gungen VOB/B-DIN 1961, wenn die ZTV-ING Be-
standteile des Bauvertrages ist. c) Prüfungen für die Überwachung der Ausfüh-
rung und der fertigen Leistung
(3) Die im Text kursiv gedruckten und nicht mit
rechtem Randstrich gekennzeichneten Absätze ― als Eigenüberwachung,
sind Richtlinien. .Sie sind Hinweise an den Auf- ― als Fremdüberwachung,
traggeber für die Aufstellung der Leistungsbe-
schreibung sowie bei der Überwachung und die d) Kontrollprüfungen.
Abnahme der Bauleistungen. (4) Die Prüfungen umfassen
(4) Wird mit den ZTV-ING eine europäische Norm ― die Probenahmen und Kennzeichnung,
(z.B. DIN EN 1991) oder ein Teil dieser Norm (z.B.
DIN EN 1991-2) vereinbart, werden gleichfalls die ― das Schließen der Probenahmestellen,
jeweils dazugehörenden nationalen Anwendungs- ― das Lagern der Proben,
dokumente (NA) zum Vertragsbestandteil.
― das versandfertige Verpacken der Proben,
(5) Die in den ZTV-ING genannten Normen und
― den Transport der Proben zur Prüfstelle,
sonstigen Technischen Regelwerke sind im Teil 10
Abschnitt 1 zusammengestellt. ― das Vorhalten der Prüfgeräte einschließlich Zu-
behör und Hilfsmittel,
(6) Der Teil 1 Allgemeines gilt für alle nach den
ZTV-ING ausgeschriebenen Baumaßnahmen. Er ― das Durchführen der Prüfung,
wird je nach Art der Baumaßnahme ergänzt durch ― das Abfassen des Prüfberichtes bzw. des
die Vertragsbedingungen in den jeweiligen Ab- Grundprüfberichtes,
schnitten der Teile 2 bis 9. Abweichende Regelun-
gen in den Teilen 2 bis 9 haben Vorrang. ― das Lagern der Rückstellproben,

(7) Produkte aus anderen Mitgliedstaaten der Eu- ― das umweltgerechte Entsorgen des Probenma-
ropäischen Union oder der Türkei oder Ur- terials.
sprungswaren aus anderen Vertragsstaaten des (5) Die Prüfstellen und Überwachungsstellen
Abkommens über den Europäischen Wirtschafts- müssen anerkannt sein.
raum, die diesem Regelwerk nicht entsprechen,
werden einschließlich der im Herstellerstaat durch- (6) Soweit nachfolgend nicht anders geregelt,
geführten Prüfungen und Überwachungen als werden die Kosten für die Qualitätssicherung nicht
gleichwertig behandelt, wenn mit ihnen das gefor- gesondert vergütet.
derte Schutzniveau – Sicherheit, Gesundheit und
Gebrauchstauglichkeit – gleichermaßen dauerhaft
2.2 Überwachung der Baustoffe,
erreicht wird.
Baustoffsysteme und Bauteile

2 Qualitätssicherung 2.2.1 Allgemeines


Die Qualitätssicherung der Baustoffe, Baustoffsys-
2.1 Grundsätze teme und Bauteile erfolgt durch eine Grundprü-
(1) Das Einhalten der festgelegten Anforderungen fung, Eignungsprüfung bzw. Erstprüfung und einen
an die Herstellung und Verarbeitung von Baustof- Übereinstimmungsnachweis. Der Übereinstim-
fen, Baustoffsystemen und Bauteilen und an die mungsnachweis erfolgt nach Maßgabe der DIN
fertige Leistung ist zu überwachen. 18200.

Stand: 12/2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 1 Grundsätzliches

2.2.2 Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw. 2.3 Überwachung der Ausführung


Erstprüfung und Prüfung der fertigen Leistung
(1) Grundprüfungen dienen zum Nachweis der
grundsätzlichen Eignung der Baustoffe, Bau- 2.3.1 Allgemeines
stoffsysteme und Bauteile für den vorgesehenen
Verwendungszweck. Art und Umfang der Grund- (1) Das Einhalten der vereinbarten Anforderungen
prüfungen und die Anforderungen an die Beschaf- an die Ausführung und an die fertige Leistung ist
fenheit und Eigenschaften der Baustoffe, Bau- zu überwachen.
stoffsysteme und Bauteile sind in den jeweiligen
(2) Die Überwachung der Ausführung besteht aus
Technischen Lieferbedingungen (TL) festgelegt.
der Eigenüberwachung und – soweit in den jewei-
Die Prüfungen sind nach den jeweiligen Techni-
ligen Abschnitten der Teile 2 bis 9 vorgeschrie-
schen Prüfvorschriften (TP) durchzuführen.
ben – der Fremdüberwachung.
(2) Eignungsprüfungen bzw. Erstprüfungen dienen
a) Prüfungen bei der Eigenüberwachung dienen
zum Nachweis der Eignung der Baustoffe, Bau-
dazu festzustellen, ob die Lagerung und Verar-
stoffsysteme und Bauteile für den vorgesehenen
beitung der Baustoffe und Baustoffsysteme und
Verwendungszweck entsprechend den vertragli-
die fertige Leistung den vertraglichen Anforde-
chen Anforderungen. Der Nachweis der Eignung
rungen entsprechen.
ist rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten zu erbrin-
gen. b) Die Fremdüberwachung dient dazu festzustel-
len, ob die personellen und ausstattungsmäßi-
(3) Soweit in den einzelnen Abschnitten nicht an-
gen Voraussetzungen für eine ordnungsgemä-
ders geregelt, ersetzen die Grundprüfungen ge-
ße Eigenüberwachung gegeben sind und ob die
mäß den TL die Eignungsprüfungen.
fertige Leistung den vertraglichen Anforderun-
(4) Der Prüfbericht ist auf Verlangen vorzulegen. gen entspricht.
(3) Der Auftragnehmer hat der Überwachungsstel-
2.2.3 Übereinstimmungsnachweis le rechtzeitig die Ausführungszeiten anzuzeigen
und dies dem Auftraggeber nachzuweisen.
(1) Der Übereinstimmungsnachweis besteht aus
einer WPK und einer regelmäßigen Fremdüberwa-
chung einschließlich einer Erstüberwachung. 2.3.2 Eigenüberwachung
a) Die WPK dient dazu festzustellen, ob die Ei- (1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwa-
genschaften der Baustoffe, Baustoffsysteme chung sind in den jeweiligen Abschnitten der Teile
oder Bauteile den vertraglichen Anforderungen 2 bis 9 geregelt.
entsprechen. (2) Vor Beginn der Bauausführung ist das ausfüh-
b) Die Fremdüberwachung dient der Feststellung, rende und das überwachende Fachpersonal in die
ob die personellen und ausstattungsmäßigen Ausführungsunterlagen einzuweisen.
Voraussetzungen für eine ständige ordnungs- (3) Während der Bauausführung sind die Auf-
gemäße Herstellung und eine entsprechende zeichnungen und Auswertungen auf der Baustelle
WPK gegeben sind und ob die Bauprodukte vorzuhalten. Sie sind der Überwachungsstelle und
den an sie gestellten Anforderungen genügen. auf Verlangen auch dem Auftraggeber vorzulegen.
(2) Die Übereinstimmung der Baustoffe, Bau- Die im Teil 1 Abschnitt 3 sowie in den jeweiligen
stoffsysteme und Bauteile mit den jeweiligen Abschnitten der Teile 2 bis 9 dafür vorgesehenen
Technischen Spezifikationen ist für jedes Herstell- Formblätter sind zu verwenden.
werk mit einem Übereinstimmungszertifikat zu be- (4) Vor Abnahme der Baumaßnahme sind die
stätigen. Aufzeichnungen der Eigenüberwachung und die
(3) Art und Umfang der WPK und der Fremdüber- Lieferscheine dem Auftraggeber zu übergeben. Zu
wachung und die Anforderungen an die Baustoffe den Aufzeichnungen gehören die Bautagesberich-
sind in den zugehörigen Technischen Spezifikatio- te, Prüfprotokolle und Eigenüberwachungsberich-
nen (z.B. Normen, Technische Lieferbedingungen) te. Die Aufzeichnungen müssen mindestens fol-
festgelegt. gende Angaben enthalten:
― Lieferwerk und Lieferschein,
― Bezeichnung der Baustoffe,
― Übereinstimmungszeichen,
― Chargennummer und Zuordnung zur Einbau-
fläche,

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand:12/2012


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 1 Grundsätzliches

― Vergleich von Art und Menge der bestellten und ― Zeichen und Anschrift der anerkannten Über-
gelieferten Baustoffe, wachungsstelle.
― Herstellungsdatum, Bezeichnung und Bauteil-
zuordnung der Probekörper bzw. der Rückstell- 2.3.4 Kontrollprüfungen
proben sowie der zugehörigen Prüfergebnisse,
(1) Kontrollprüfungen werden vom Auftraggeber
― Zeitabschnitte der einzelnen Arbeiten , veranlasst, um festzustellen, ob die Eigenschaften
der Baustoffe, Baustoffsysteme und der fertigen
― äußere Bedingungen, z.B. Klimadaten,
Leistung den vereinbarten Anforderungen entspre-
― besondere Vorkommnisse, chen. Ihre Ergebnisse werden der Abnahme und
der Abrechnung zugrunde gelegt. Der Auftragge-
― Art und Datum der Prüfungen sowie Ergebnisse
ber darf Rückstellproben nehmen.
und Vergleich mit den Anforderungen,
(2) Die Probenahmen sowie die Prüfungen, die
― ggf. Art und Dauer der Nachbehandlung,
auf der Baustelle erfolgen, werden in Anwesenheit
― Name und Unterschrift des für die Eigenüber- des Auftragnehmers durchgeführt. Sie finden auch
wachung Verantwortlichen. in Abwesenheit des Auftragnehmers statt, wenn
dieser den rechtzeitig bekantgegebenen Termin
nicht wahrnimmt.
2.3.3 Fremdüberwachung
(3) Sollen die Probenahmen, die versandfertige
(1) Soweit eine Fremdüberwachung der Ausfüh- Verpackung der Proben und das Schließen der
rung vorgesehen ist, hat diese durch hierfür aner- Probenahmestellen vom Auftragnehmer hilfsweise
kannte Überwachungs- bzw. Güteschutzgemein- durchgeführt werden, sind für diese Leistungen
schaften oder Überwachungsstellen zu erfolgen. gesonderte Positionen im Leistungsverzeichnis
(2) Der Auftragnehmer hat mit einer anerkannten vorzusehen. Den Versand der Proben und die Prü-
Überwachungs- bzw. Güteschutzgemeinschaft o- fungen veranlasst der Auftraggeber.
der einer Überwachungsstelle einen Überwa- (4) Die Kontrollprüfungen sind in den jeweiligen
chungsvertrag abzuschließen. Das Recht des Auf- Abschnitten der Teile 2 bis 9 angegeben.
traggebers auf Einsicht in bzw. Auskunft über
sämtliche Unterlagen ist sicherzustellen. Der (5) Die Kosten der Kontrollprüfungen trägt der Auf-
Überwachungsvertrag ist dem Auftraggeber auf traggeber.
Verlangen vorzulegen.
(3) Die Bestätigung der Baustellenmeldung durch 2.3.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen
den Fremdüberwacher ist dem Auftraggeber nach
Auftragserteilung unverzüglich zu übergeben. (1) Der Auftragnehmer darf zusätzliche Kontroll-
prüfungen verlangen, wenn er vermutet, dass das
(4) Jede Baustelle ist mindestens einmal zu über- Ergebnis einer Kontrollprüfung nicht kennzeich-
wachen. nend für die zugeordnete Leistung ist. Die Orte für
die Entnahme und die zuzuordnenden Teilleistun-
(5) Bei länger andauernden Baustellen sind weite-
gen bestimmen Auftragnehmer und Auftraggeber
re Überprüfungen in angemessenen Zeitabständen
gemeinsam.
durchzuführen. Die Häufigkeit ist in der Leistungs-
beschreibung vorzusehen. (2) Das Recht des Auftraggebers, nach eigenem
Ermessen weitere Kontrollprüfungen durchzufüh-
(6) Der Überwachungsbericht muss mindestens ren, bleibt unberührt.
folgende Angaben enthalten:
(3) Für die Abnahme und die Berechnung eventu-
― Bezeichnung von Baustelle, Auftragnehmer, Ei- eller Abzüge sind die Ergebnisse der zusätzlichen
genüberwachungsstelle und anerkannter Über- Kontrollprüfungen für die ihnen zugeordneten Teil-
wachungsstelle, leistungen maßgebend.
― Kurzbeschreibung der Baumaßnahme, (4) Die Kosten für die verlangten zusätzlichen
― Ergebnisse der Baustellenprüfung(en). Kontrollprüfungen trägt der Auftragnehmer.
(7) Der Überwachungsbericht ist dem Auftragge-
ber unverzüglich zu übergeben. 2.3.6 Schiedsuntersuchungen
(8) Auf der Baustelle ist ein Kennzeichnungsschild (1) Eine Schiedsuntersuchung ist die Wiederho-
deutlich sichtbar anzubringen, das auf die Über- lung einer Kontrollprüfung, an deren sachgerechter
wachung hinweist. Es muss mindestens folgende Durchführung begründete Zweifel des Auftragge-
Angaben enthalten: bers oder des Auftragnehmers (z.B. aufgrund ei-
gener Untersuchungen) bestehen. Sie ist auf An-
―„Überwacht nach den ZTV-ING“, trag eines Vertragspartners durch eine anerkannte

Stand: 12/2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 1 Grundsätzliches

Prüfstelle vorzunehmen, die nicht die Kontrollprü- 5 Abnahme und


fung durchgeführt hat. Ihr Ergebnis tritt an die Stel-
le des ursprünglichen Prüfungsergebnisses. Mängelansprüche
(2) Die Kosten der Schiedsuntersuchung zuzüglich
aller Nebenkosten trägt derjenige, zu dessen Un- 5.1 Abnahme
gunsten das Ergebnis ausfällt. Werden bei der Abnahme Über- bzw. Unterschrei-
tungen der in den jeweiligen Abschnitten der Teile
2.4 Überwachungs- und 2 bis 9 angegebenen Grenzwerte festgestellt, so
Zutrittsrechte gilt jede unzulässige Über- oder Unterschreitung
(1) Die Überwachungs- und Zutrittsrechte des Auf- jeweils als ein Mangel.
traggebers gemäß VOB/B erstrecken sich auch auf
Betriebsstätten der Nachunternehmer und auf Her- 5.2 Mängelansprüche
stell- bzw. Lieferwerke (z.B. Fertigteile, Stahlbau-
teile). Der Auftragnehmer hat mit den Nachunter- Die Verjährungsfrist für die Mängelansprüche be-
nehmern und Herstell- bzw. Lieferbetrieben ent- trägt 5 Jahre.
sprechende Vereinbarungen zugunsten des Auf-
traggebers zu treffen.
(2) Der Auftraggeber hat das Recht der Einsicht-
nahme in bzw. auf Auskunft über sämtliche Unter-
lagen im Zusammenhang mit der Fremdüberwa-
chung.

3 Ausführung
(1) Die Feststellungen über den Zustand fertigge-
stellter Teilleistungen sind in das Bautagebuch
einzutragen.
(2) Der Auftraggeber ist berechtigt, die Leistung
oder Teile der Leistung vorzeitig, d.h. vor dem sich
aus dem Vertrag ergebenden Zeitpunkt, in Benut-
zung zu nehmen. Der Auftraggeber hat dem Auf-
tragnehmer die Absicht einer solchen vorzeitigen
Benutzung mitzuteilen. Die erforderlichen Maß-
nahmen sind schriftlich zu vereinbaren.

4 Abrechnung
Die in der Leistungsbeschreibung vereinbarten Ab-
rechnungsregelungen werden ggf. durch zusätzli-
che Regelungen in den jeweiligen Abschnitten der
Teile 2 bis 9 ergänzt.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand:12/2012


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 2
Technische Bearbeitung

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 12/2013 S
Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1
ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

Inhalt Seite Seite

1  Allgemeines .......................................... 3  Anhang A Anforderungen an die Gliederung


von Standsicherheitsnachweisen . 11 
1.1  Grundsätzliches ..................................... 3 
1.2  Begriffsbestimmungen ........................... 3  Anhang B Formblatt B 1.2.1
Schriftfelder einer Seite eines
2  Ausführungsunterlagen ...................... 3  Standsicherheitsnachweises ....... 15 
2.1  Allgemeines ........................................... 3  Formblatt B 1.2.2
Standardsachregister für
2.2  Prüf- und Genehmigungsverfahren ....... 4  alle Bauteile .................................. 16 
2.3  Standsicherheitsnachweis ..................... 4 
2.3.1  Allgemeines ........................................... 4 
2.3.2  Modellstatik ............................................ 5 
2.4  Ausführungszeichnungen ...................... 5 
2.4.1  Zusammenstellung der Ausführungs-
zeichnungen........................................... 5 
2.4.2  Form und Inhalt ...................................... 6 

3  Vermessung ......................................... 6 

4  Bestandsunterlagen ............................ 7 
4.1  Allgemeines ........................................... 7 
4.2  Bestandsübersichtszeichnung ............... 7 
4.3  Überarbeitung von Bestandsunterlagen 9 

5  Anforderungen an den Inhalt und


die Form von Standsicherheits-
nachweisen........................................... 9 
5.1  Allgemeines ........................................... 9 
5.2  Grundsatzbesprechung ......................... 9 
5.3  Form ....................................................... 9 

2 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/2013


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

1. Allgemeines in statischer, konstruktiver, technischer und ggf.


schweißtechnischer Hinsicht beauftragte Ingenieur.
Der Auftraggeber prüft entweder die Ausführungs-
1.1 Grundsätzliches unterlagen mit eigenen Kräften oder beauftragt ei-
nen Prüfingenieur für Baustatik. In beiden Fällen
In diesem Abschnitt wird die technische Bearbei- wird im Folgenden die Bezeichnung Prüfingenieur
tung der Ausführungsunterlagen eines Bauvorha- verwendet.
bens durch den Auftragnehmer nach Art und Um-
fang beschrieben. (10) Verfasser
ist der Ingenieur des Aufstellers, der die Ausfüh-
rungsunterlagen bearbeitet.
1.2 Begriffsbestimmungen
(1) Ausführungsunterlagen
2. Ausführungsunterlagen
sind alle für eine ordnungsgemäße Bauausführung
nötigen Standsicherheitsnachweise und statisch
und / oder konstruktiv erforderlichen Zeichnungen. 2.1 Allgemeines
Die Ausführungsunterlagen müssen rechtsverbind-
lich durch den Auftragnehmer, den Aufsteller sowie (1) Für die Anforderungen an die Ausführungsun-
den Koordinator unterzeichnet sein und eine un- terlagen gelten DIN EN 1992-2, DIN 4124,
terschriftliche Bestätigung der Prüfvorgänge ent- DIN EN 1537, DIN EN 12812, DIN EN 1090-2 und
halten. Die Ausführungszeichnungen erhalten zu- -3 sowie der DIN-Fachbericht „Beton“ und die in
sätzlich den Baufreigabevermerk durch den AG. den nachfolgenden Abschnitten der Teile 2 bis 9
gestellten Anforderungen.
(2) Aufsteller
(2) Spätestens 10 Tage nach der Auftragsertei-
ist das technische Büro, das die Ausführungsunter- lung ist vom Auftragnehmer ein mit einem abge-
lagen bearbeitet. schlossenen Bauingenieurstudium, im Brücken-
(3) Ausbaulasten und Ingenieurbau erfahrener sowie mit entspre-
chenden Vollmachten ausgestatteter Koordinator
sind ständige Einwirkungen infolge des Eigenge- für die statische und konstruktive Bearbeitung so-
wichts der nicht tragenden Bauwerksteile (z.B. wie dessen ständiger Vertreter namentlich zu be-
Kappen, Brückenbelag, Bauwerksausstattungen nennen. Beide haben durch nachprüfbare Refe-
etc.). renzen nachzuweisen, dass sie in den letzten drei
(4) Bestandsunterlagen Jahren umfangreiche Erfahrungen bei vergleichba-
ren Bauleistungen gesammelt haben.
dokumentieren den gesamten Bauwerksbestand
mit allen Details. (3) Zu den Aufgaben des Koordinators zählen ins-
besondere folgende Leistungen:
(5) Bestandsübersichtszeichnung
― Gewährleistung der gegenseitigen Abstimmung
ist eine aufgrund der endgültigen Ausführung und der Ausführungsunterlagen von verschiedenen
den örtlichen Gegebenheiten hergestellte Über- Aufstellern für ein Bauteil, einen Bauabschnitt
sichtszeichnung. oder das ganze Bauwerk.
(6) EDV-Berechnungen ― Zusammenstellen der vollständigen und prüffä-
sind programmgesteuerte Berechnungen. higen Ausführungsunterlagen für ein Bauteil,
einen Bauabschnitt oder das gesamte Bauwerk,
(7) Grundsatzbesprechung so dass die Ausführungsunterlagen ein tech-
nisch und rechnerisch geschlossenes Ganzes
ist ein gemeinsames Abstimmungsgespräch über
bilden. Entsprechendes gilt für die Vorlage von
die Tragwerksplanung zwischen dem Auftragneh-
geänderten oder auszutauschenden Ausfüh-
mer, dem Aufsteller, dem Auftraggeber und dem
rungsunterlagen. Zu diesen Leistungen zählt
Prüfingenieur.
auch die durchgängig gleiche Bezeichnung aller
(8) Koordinator Bauteile und Konstruktionselemente in allen
einzelnen Bearbeitungsschritten.
ist ein vom Auftragnehmer zu bestimmender Inge-
nieur, der für die Koordination der statischen und ― Unterzeichnung aller Ausführungsunterlagen
konstruktiven Bearbeitung zuständig ist und ge- und Sicherstellung der Unterzeichnung durch
genüber dem Auftraggeber für die vertrags-, sach- Auftragnehmer und Aufsteller.
und termingerechte sowie vollständige Ausarbei-
― Termingerechte Übergabe der vereinbarten An-
tung der Ausführungsunterlagen verantwortlich ist.
zahl der Ausführungsunterlagen an den Auf-
(9) Prüfingenieur traggeber. Ergänzend ist hierzu bei jeder Vorla-
ge von Ausführungsunterlagen ein geordnetes
ist der mit der Prüfung der Ausführungsunterlagen

Stand: 12/2013 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

Verzeichnis aller eingereichten Ausführungsun- bers und sind in den Ausführungsunterlagen anzu-
terlagen fortzuschreiben und in angemessenen geben.
Zeitabständen unaufgefordert oder auf Anforde-
rung dem Auftraggeber zu übergeben. Das Ein-
reichdatum ist dabei zu dokumentieren. Beim 2.2 Prüf- und Genehmigungs-
Standsicherheitsnachweis sind zusätzlich die verfahren
Bezeichnung gemäß Gesamtinhaltsverzeichnis
(1) Der Auftraggeber ist verantwortlich für die
nach Nr. 5.3 und Anhang A sowie die Seitenbe-
bauaufsichtliche Prüfung der Ausführungsunterla-
zeichnung anzugeben.
gen in statischer, konstruktiver, technischer und
― Bei jeder Fortschreibung des Standsicherheits- ggf. schweißtechnischer Hinsicht und gibt nach
nachweises, ggf. mit Austausch- und / oder Er- Vollzug die Ausführungsunterlagen zur Bauausfüh-
gänzungsseiten, die gemäß Nr. 5.3 zu bezeich- rung frei.
nen sind, sind das zugehörige Kapitel-
(2) Überträgt der Auftraggeber die Prüfung der
Inhaltsverzeichnis sowie das aktualisierte Ge-
Ausführungsunterlagen einem Prüfingenieur, sind
samtinhaltsverzeichnis einzureichen.
den Bauvertrag beeinflussende Vereinbarungen
― Sicherstellung des Zusammenwirkens des Auf- zwischen dem Auftragnehmer und dem Prüfinge-
stellers mit der Baustelle und den Nachunter- nieur ohne schriftliche Zustimmung des Auftragge-
nehmern. Neben der terminlichen Anpassung bers nicht statthaft.
der Vorlage von Ausführungsunterlagen an den
(3) Vom Auftragnehmer geänderte Ausführungs-
Bauzeitenplan bzw. Bauablauf zählt hierzu
unterlagen sind stets erneut zu prüfen und zu ge-
auch die Veranlassung der Anpassung von
nehmigen.
Ausführungsunterlagen an zwingend notwendi-
ge Änderungen der Abmessungen und / oder (4) Die Kosten der Prüfung der Standsicherheits-
technische Einzelheiten nach Genehmigung der nachweise sowie der Ausführungszeichnungen
Änderungen durch den Auftraggeber. trägt der Auftraggeber. Er behält sich jedoch vor,
Kosten, die infolge mangelhafter Ausarbeitung der
(4) Jeder Wechsel der vom Auftragnehmer bei
Ausführungsunterlagen für erhöhten Prüfaufwand
Angebotsabgabe benannten Bearbeitungsstellen
entstehen, dem Auftragnehmer in Rechnung zu
und / oder des Koordinators für die statische und
stellen oder die ordnungsgemäße Ausarbeitung
konstruktive Bearbeitung oder dessen Vertreters
einem vom Auftraggeber bestimmten Ingenieurbü-
sowie die Hinzuziehung weiterer Bearbeitungsstel-
ro zu Lasten des Auftragnehmers zu übertragen,
len bedarf der Zustimmung des Auftraggebers.
wenn der Auftragnehmer nach Ablauf einer vom
(5) Änderungen in Ausführungsunterlagen sind Auftraggeber gesetzten angemessenen Frist keine
vom Auftragnehmer, Aufsteller und vom Koordina- brauchbaren Unterlagen liefert.
tor für die statische und konstruktive Bearbeitung
(5) Sämtliche Ausführungsunterlagen für ein Bau-
rechtsverbindlich zu unterschreiben.
teil oder einen Bauabschnitt sind gleichzeitig zur
(6) Der Auftragnehmer hat die technische Bearbei- Prüfung einzureichen.
tung in Anpassung an den Bauzeitenplan – unter
(6) Erforderliche Standsicherheitsnachweise für
Berücksichtigung des Prüf- und Genehmigungsver-
die Bemessung nach besonderen Einwirkungen
fahrens – mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf
sind gleichzeitig mit den Standsicherheitsnachwei-
durchzuführen. Erkennt er, dass die laut Bauzei-
sen für die Verkehrslasten nach DIN EN 1991-2
tenplan vorgesehenen Bearbeitungstermine nicht
zur Prüfung vorzulegen.
eingehalten werden können, so muss er dies dem
Auftraggeber unverzüglich schriftlich mitteilen. (7) Baubehelfe mit statisch-konstruktivem Einfluss
auf das endgültige Bauwerk sollen von dem für
(7) Notwendige Leistungen für die Vertragserfül-
das Bauwerk beauftragten Prüfingenieur geprüft
lung infolge von Änderungen des dem Vertrag zu-
werden.
grunde liegenden Bauwerksentwurfes, sind spä-
testens bei Übergabe der Ausführungsunterlagen
anzuzeigen. Mit der Anzeige ist eine Aufstellung 2.3 Standsicherheitsnachweis
über die finanziellen und zeitlichen Auswirkungen
dieser Leistungen vorzulegen.
2.3.1 Allgemeines
(8) Der Auftragnehmer ist dafür verantwortlich,
dass geänderte oder auszutauschende Ausfüh- (1) Standsicherheitsnachweise sind gemäß Nr. 5
rungsunterlagen dem Auftraggeber jeweils nach- sowie den nachfolgenden Erläuterungen aufzustel-
weislich übermittelt werden. len.
(9) Montage- und Arbeitshilfen an der Tragkon- (2) Es gelten die Richtlinien für das Aufstellen und
struktion bedürfen der Zustimmung des Auftragge- Prüfen EDV-unterstützter Standsicherheitsnachweise
(Ri-EDV-AP 2001).

4 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/2013


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

(3) Alle Standsicherheitsnachweise sind in deut- ― die Bauzeiteneinteilung,


scher Sprache vorzulegen.
― das Absteck- und Höhenmaß sowie
(4) Die Dokumentation des Standsicherheits-
― die Bauwerksübersicht.
nachweises ist in zwei Teile zu gliedern:
(2) Je nach Art der auszuführenden Arbeiten und
― Im Teil I nach Anhang A sind alle erforderlichen
der Baustoffe sind Zeichnungen unter Berücksich-
Dokumentationen, einschließlich der maßgebli-
tigung der örtlichen Randbedingungen, erforderli-
chen Ergebnisse gemäß Ri-EDV-AP 2001 für
chenfalls mit Erläuterungsbericht mindestens zu
die Standsicherheitsnachweise enthalten. Sie
liefern für:
umfassen damit nur die Grundlagen, Aus-
gangsdaten und Ergebnisse der Berechnungen ― Bauablauf mit Darstellung der einzelnen Bau-
sowie ergänzende Unterlagen zur Bauausfüh- zustände,
rung. Dieser Teil ist prüffähig in kürzester Fas-
sung so aufzustellen, dass der Standsicher- ― Abriss / Rückbau vorhandener Konstruktionen,
heitsnachweis für das Gesamtbauwerk unter ― Baugrube,
Einschluss der EDV-Berechnungen und aller
sonstigen technischen Unterlagen ein technisch ― Baugrubenverbau,
und rechnerisch geschlossenes Ganzes bildet. ― Gründungen,
Alle Ergebnisse sind übersichtlich und anschau-
lich in Grafiken und Tabellen zusammenzufas- ― Grundwasserabsenkung, Wasserhaltung,
sen (s.a. Ri-EDV-AP 2001). Für die maßgebli- ― Ramm-,Rüttel-, Bohr- und Verpressarbeiten,
chen Bemessungsstellen ist zusätzlich ein aus-
führlicher Ausdruck der EDV-Nachweise beizu- ― Bodenaustausch, Baugrundverbesserung
fügen. ― Trag-, Hilfs- und Schutzgerüste, Schutzeinrich-
― Im Teil II nach Anhang A sind alle für die Erstel- tungen, Kranfundamente,
lung der vollständigen Standsicherheitsnach- ― Verankerungen, Abfang- und / oder Auswech-
weise notwendigen EDV-Berechnungen für die selvorrichtungen,
Zustandsgrößen aller Einzel-Lastfälle und zu-
gehöriger Lastkombinationen aufzunehmen. ― Schalungen einschließlich Verlegung und Über-
Diese zur ordnungsgemäßen Erstellung des höhung,
Standsicherheitsnachweises erforderlichen ― Hilfsmaßnahmen zum Anheben, Absenken
Zwischenergebnisse dienen nur dem Aufsteller oder Verschieben von Bauteilen oder Bauwer-
und dem Prüfingenieur bei Vergleichsrechnun- ken,
gen zur Klärung von Ursachen bei eventuell
abweichenden Ergebnissen. Diese Unterlagen ― Bewehrungen aus Beton- und / oder Spann-
müssen übersichtlich und für sich prüffähig stahl einschließlich zugehöriger Stahllisten,
sein. ― Träger- bzw. Fertigteilverlegung,
(5) Die Unterlagen nach Anhang A, Teil II müssen ― Betoniervorgänge (Betonierplan),
nach Beendigung der Baumaßnahme nicht archi-
viert werden. ― Werkstatt- und Montagevorgänge für Stahlbau-
ten einschließlich zugehöriger Stücklisten,
(6) In der Leistungsbeschreibung ist die erforderli-
che Anzahl der Exemplare der Standsicherheits- ― Schweißvorgänge (Schweißfolge, Schweiß-
nachweise gemäß Anhang A anzugeben. nahtprüfungen, Werkstoffwahl),
― Lagerkonstruktionen einschließlich Einbauvor-
2.3.2 Modellstatik gang und Lagerversetzplan,

Die Durchführung von Modellversuchen als Ersatz ― Pressenaufstellung zum Anheben, Absenken
für oder Ergänzung von Standsicherheitsnachwei- oder Verschieben des Über- und / oder Unter-
sen bedarf der Genehmigung des Auftraggebers. baus,
― Fahrbahnübergänge einschließlich Einbauvor-
2.4 Ausführungszeichnungen gang,
― Korrosionsschutzmaßnahmen,
2.4.1 Zusammenstellung der Ausführungs- ― Einzelheiten des Bauwerks und der Ausstat-
zeichnungen tung, wie z.B. Fugen, Abdichtungen, Entwässe-
rungen, Kappen, Schutzeinrichtungen, Leitun-
(1) Ausführungszeichnungen sind stets zu liefern
gen, Beleuchtungen, Verblendungen, Brü-
für:
ckenbesichtigungseinrichtungen, Lärmschutz,
― die Baustelleneinrichtung, verbleibende Einbauteile von Bauhilfsmaßnah-
men,

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

― Aufmaß von Imperfektionen, (11) Die Bewehrung im Bauteil ist vorzugsweise in


Ansichten und Schnitten maßstäblich darzustellen.
― Anordnung und Lage von Messpunkten für
Die einzelnen Positionen sind im Maßstab heraus-
Kontrollmessungen nach DIN 4107 und
zuziehen und vollständig zu bemaßen.
DIN 1076 und
(12) Die Zeichnungen für Beton- und / oder
― Ergebnisse von Messungen (z.B. Verlauf der
Spannstahlbewehrung sind nach DIN EN
Luftgeschwindigkeit, -feuchtigkeit, -temperatur,
ISO 3766 zu erstellen.
Verlauf der Bauwerkstemperatur, Verlauf von
Setzungen, Durchfluss- sowie Wassermengen- (13) Anweisungen und Erläuterungen für die Bau-
erfassung usw.) und Probebelastungen. ausführung sowie Hinweise auf Richtlinien, Richt-
zeichnungen, Materialgüten usw. sind besonders
hervorzuheben.
2.4.2 Form und Inhalt
(14) Die Schalungszeichnungen müssen sämtli-
(1) Für Form und Ausführung gelten DIN EN ISO che konstruktiven Einzelheiten und die geforderten
128-20 und DIN ISO 128-24, DIN EN ISO 3766, Materialgüten der einzelnen Bauteile enthalten. Sie
SN EN ISO 4066, DIN ISO 6428, DIN EN ISO
sind so zu vermaßen, dass jedes auf der Baustelle
7200 sowie DIN EN ISO 5457 und DIN EN ISO erforderliche Maß entnommen werden kann. Außer
3098. den Schalmaßen sind die NHN-Höhen für die Kon-
(2) Die Ausführungszeichnungen müssen struktion und das umliegende Gelände in ausrei-
mikroverfilmbar sein. Hierbei gelten DIN 19052-1 chender Anzahl sowie die verwendeten Messpunk-
bis -4 und -6 sowie DIN 19053. te und / oder Festpunkte und alle im Bauwerk ver-
bleibenden Einbauteile anzugeben.
(3) Die Ausführungszeichnungen müssen voll-
ständig und in deutscher Sprache beschriftet sein. (15) In den Bewehrungszeichnungen sind in Er-
Die Schriftgröße von 3,5 mm sowie die Linienbreite gänzung zu DIN EN 1992-2 auch die Hauptschal-
der Liniengruppe 0,35 mm nach DIN ISO 128-24 maße darzustellen. Die erforderliche Feuchtig-
dürfen nicht unterschritten werden. Die Blattgröße keitsklasse gemäß Teil 3 Abschnitt 1 Nr. 3.1 ist an-
der Zeichnungen wird durch das Format DIN A 0 zugeben. Die Größe von Betonieröffnungen und
begrenzt. Am oberen Rand der Zeichnungen ist Rüttelgassen ist besonders hervorzuheben.
eine 50 cm lange Maßstableiste vorzusehen, so- (16) Für Bauteile mit hohem Bewehrungsgrad ist
fern sie nicht bereits im Schriftfeld enthalten ist. die gesamte Bewehrung im vergrößerten Maßstab
(4) Jede Zeichnung erhält an der rechten unteren als Einzelheit darzustellen und durch Einbauan-
Blattbegrenzung ein Schriftfeld nach Angabe des weisungen zu erläutern.
Auftraggebers. Eintragungen sind nur in den hier- (17) Der Entwässerungsplan muss das gesamte
für vorgesehenen Feldern vorzunehmen. Rohrnetz maßstäblich mit Gefälle und Vorflutver-
(5) Änderungen in Zeichnungen sind im Schriftfeld hältnissen darstellen. Er muss die Einzelheiten und
entsprechend der zeitlichen Folge mit dem Index a, Abmessungen wie z.B. Abläufe, Reinigungsöff-
b usw., mit dem Datum der Änderung sowie mit ei- nungen, Schlammfänge, Tropftüllen, Ausdeh-
ner die Änderung betreffenden Erläuterung zu ver- nungsvorrichtungen, konstruktive Ausbildung der
sehen. Auflagerungen bzw. Aufhängungen, Befestigungs-
elemente, Formstücke und Werkstoffangaben ent-
(6) Bei größeren Bauwerken hat die Zeichnung in halten.
der Nähe des Schriftfeldes eine schematische
Übersichtsskizze des Gesamtbauwerkes zu enthal- (18) In Zeichnungen von Trag-, Hilfs- und Schutz-
ten. Hierin sind die in der Zeichnung dargestellten gerüsten müssen vorgegebene Durchfahrtsöffnun-
Bauwerksteile lagegerecht einzutragen und be- gen nach Lage und Größe einschließlich zugehöri-
sonders kenntlich zu machen. gem Verkehrsraum und Schutzmaßnahmen dar-
gestellt werden.
(7) Für behördliche Vermerke ist über dem Schrift-
feld eine Fläche im Format DIN A 5 freizuhalten.
(8) Steht eine Zeichnung mit einer anderen in di- 3. Vermessung
rektem Zusammenhang, so ist hierauf bei den je- (1) Der Auftragnehmer hat vom Baubeginn bis zur
weils zusammengehörigen Zeichnungen durch be- Bauwerksabnahme unter sinngemäßer Anwen-
sonderen Hinweis aufmerksam zu machen. dung der DIN 4107 und DIN 1076 Setzungs- und
(9) Vervielfältigungen sind nach DIN 824 zu falten. Verformungsmessungen durchzuführen. Für die
Bewegungsbeobachtungen hat der Auftragnehmer
(10) Ausführungszeichnungen für die Bauwerks- ein Messprogramm in dreifacher Ausfertigung
übersicht müssen die unter Nr. 4.2 für Bestands- rechtzeitig vor Baubeginn zur Genehmigung vorzu-
übersichtszeichnungen geforderten Angaben ent- legen. Das Messprogramm muss alle maßgeben-
halten. den Bauzustände berücksichtigen und Aufschluss

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

über Bewegungen in vertikaler und horizontaler ― Bauwerksdaten und Bauwerksbuch einschließ-


Richtung sowie Verkantungen geben. lich sämtlicher Unterlagen (Pläne in der Höhe
des Formates DIN A 4),
(2) Die Messungen sind insbesondere vor und
nach Lastwechseln vorzunehmen. Dem Fortschritt ― Bestandsübersichtszeichnung(en),
der Hinterfüllung ist dabei Rechnung zu tragen.
― Stücklisten einschließlich Mengen- und Be-
Traggerüste und sonstige Hilfskonstruktionen mit
schichtungsflächenberechnung für stählerne
ihren Gründungen sowie etwaiger Baugrubenver-
Bauwerke oder Bauteile und
bau sind in die Messungen einzubeziehen.
― Korrosionsschutzpläne.
(3) Der Auftragnehmer hat einen Vorschlag für die
Fortführung der Bauwerksvermessung in Abstim- (4) Zeichnungen sind dem Auftraggeber im Origi-
mung mit dem Auftraggeber spätestens bis zur nal, im PDF/A- und TIF-Format sowie zusätzlich im
Bauwerksabnahme zu liefern. Bei der Bauwerks- DXF-Format zu übergeben.
abnahme ist dem Auftraggeber der Höhenfest-
punkt zu übergeben. (5) Alle übrigen Unterlagen sind im Original und im
PDF/A-Format zu übergeben.
(4) Vor Ausführung der Abdichtungs- und Belags-
arbeiten hat der Auftragnehmer die Höhenlage der
Fahrbahntafel durch ein Flächennivellement nach- 4.2 Bestandsübersichtszeichnung
zuweisen (siehe Abschnitt 4 Nr. 2.3). (1) Darzustellen sind u.a. Ansichten, Längs- und
Querschnitte, sonstige Schnitte, Grundrisse und al-
le wesentlichen Einzelheiten. Mit zu erfassen sind
4. Bestandsunterlagen auch Bauteile und Einbauten, die nicht vom Auf-
tragnehmer erstellt wurden, jedoch im Bereich des
4.1 Allgemeines Bauwerkes vorhanden sind und zur Darstellung
der Bauwerksübersicht gehören. Dazu gehören
(1) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber spä- auch im Boden und im Bauwerk verbleibende Teile
testens bei Vorlage der Schlussrechnung die Be- von Bauhilfsmaßnahmen.
standsunterlagen zu übergeben. Die Daten gemäß
der Anweisung Straßeninformationsbank Teilsys- (2) Im Einzelnen müssen u.a. folgende Angaben
tem Bauwerksdaten (ASB-ING) müssen zur ersten enthalten sein:
Hauptprüfung nach DIN 1076 vorliegen. a) Lagebezeichnungen
(2) Als Bestandsunterlagen gelten u.a. Ausfüh- ― Nordpfeil,
rungsunterlagen, die entsprechend dem Prüf- und
Genehmigungsverfahren und der Bauausführung ― Kilometrierung der Kreuzungsstation,
berichtigt sind. Sie dürfen keine ungültig geworde- ― Kreuzungswinkel,
nen Teile enthalten. Prüf- und Genehmigungsver-
merke sind zu übertragen. Die Übereinstimmung ― Lage und Richtung der überbrückten Gleise,
mit der Ausführung ist vom Auftragnehmer auf den Straßen, Leitungen, Gewässer usw. und
Vervielfältigungen zu bescheinigen. Diese Be- ― Namen von benachbarten Ortschaften, Be-
scheinigungen sind vor der Mikroverfilmung auf die nennung der Gewässer, Gleis- und / oder
Originale zu übertragen. Straßenbezeichnungen.
(3) In Ergänzung zu den Unterlagen gemäß Ab- b) Geometrische Verhältnisse
satz (2) gehören zu den Bestandsunterlagen:
― Lichte Höhe, Bauhöhen, lichte Weiten,
― Inhaltsverzeichnisse für die Standsicherheits- Stützweiten,
nachweise,
― Trassierungselemente im Grund- und Auf-
― Zeichnungsverzeichnisse, riss mit NHN-Achsangaben,
― Stahllisten einschließlich Mengenberechnung für ― Gleisabstände,
Stahl- und Spannbetonbauwerke oder –bauteile,
― Querprofile mit Darstellung der Lichtraum-
― Vorspann- und Auspressprotokolle, profile einschließlich der Lage des ungüns-
― Gütenachweise von Baustoffen, Abnahme- tigsten Punktes im Grund- und Aufriss unter
zeugnisse, Berücksichtigung von Durchbiegungen und
Setzungen,
― allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen bzw.
europäische technische Zulassungen, ― Querneigungen,

― Vermessungsergebnisse (baubegleitende und ― Maß zwischen Schienen- bzw. Straßenober-


Nullmessungen), kante und Unterkante des Überbaus an der
ungünstigsten Stelle und

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

― NHN-Höhen an den wichtigsten Bauwerks- j) Tragfähigkeit


punkten.
Verkehrslasten nach DIN EN 1991-2 und be-
c) Baugrund und Gründungen sondere Lastmodelle.
― Darstellung der Baugrunduntersuchungen k) Abdichtungen, Korrosionsschutz, Beläge und
nach DIN 4023 einschließlich Lage der Bau- Fugen nach Art und Lage.
grundaufschlüsse im Grundriss sowie der
l) Lager mit Lage der Pressenansatzpunkte, Ge-
NHN-Höhen des angetroffenen Grundwas-
lenke, Fahrbahnübergänge, jeweils mit Angabe
serspiegels mit Ablesedatum,
des Systems und des Fabrikates; Angaben
― Verlauf des Geländes vor und nach Ausfüh- über maximale und minimale Dilatationen
rung des Bauwerks, und / oder Drehwinkel.
― bei Baugrundverbesserungen oder Boden- m) Entwässerungsanlagen mit Neigungsverhält-
austausch die ausgeführte Dicke und die nissen und Anschlüssen an bestehende Leitun-
Stoffe einzelner Schichten sowie deren gen oder Vorfluter.
räumliche Ausdehnung,
n) Absturzsicherungen.
― bei Flach- und Brunnengründungen die
o) Ausrüstungen für die Unterhaltung und Instand-
Gründungskoten und die rechnerisch größte
setzung der Bauwerke.
Bodenpressung in der Aufstandsebene,
p) Sonstige Ausrüstungen (z.B. Verkehrszeichen,
― bei Pfahlgründungen das System, die Pfahl-
Verkehrszeichenbrücken, Fahrleitungsmaste,
durchmesser oder die Querschnittsflächen,
Lärmschutzeinrichtungen, Leitwerke, Beleuch-
die größten und kleinsten Längen, die Nei-
tungen).
gung, die Einbindelänge in den tragfähigen
Untergrund, die Höhenkoten der Unterkan- (3) Bestandsübersichtszeichnungen sind mittels
ten der Pfahlkopfplatten, die Pfahlbelastungen, CAD-System herzustellen und dem Auftraggeber
im Original und als DXF-Datei und als Datei im
― bei Spundwänden das System, die Profilbe-
PDF/A sowie im TIF-Format zu übergeben. An-
zeichnung, Verlauf der Höhenkoten der
sonsten gilt für die Form Nr. 2.4.2 sinngemäß. Ori-
Wandkrone, die größte und kleinste Bohlen-
ginalzeichnungen dürfen nicht gefaltet werden und
länge, die vorhandene Einbindelänge in den
sind mit gelochten Einhängestreifen zu versehen.
tragfähigen Untergrund und
(4) Längsschnitte sind durch alle tragenden
― bei Verankerungen das System, die zulässi-
Konstruktionsteile zu führen. Widerlager und an-
ge Tragkraft, die Höhenlage der Ankerköpfe,
schließende Flügel oder andere Stützbauwerke
die Neigung sowie die größten und kleinsten
sind mit darzustellen.
Ankerlängen.
(5) Bei veränderlichen Querschnitten sind die
d) Gewässer
kennzeichnenden Schnitte darzustellen.
Fließrichtung, maßgebende Wasserstände,
(6) Der Grundriss muss eine Draufsicht auf das
Querprofile, Schifffahrtsöffnungen, Ufer- und
fertige Bauwerk einschließlich der Böschungen
Sohlbefestigungen.
und auf die Unterbauten enthalten.
e) Leitungen
(7) Die Maßstäbe sind aus Tabelle 1.2.1 zu wäh-
Kabel und Leitungen im bzw. am Bauwerk und len.
in unmittelbarer Nähe nach Art, Lage, Abmes-
(8) Für den Grundriss ist derselbe Maßstab wie für
sungen sowie Betreiber und / oder Eigentümer.
die Längsschnitte zu wählen. Einzelheiten sind in
f) Messpunkte geeignetem Maßstab darzustellen.
Lage der verbleibenden Messpunkte im Grund-
und Aufriss sowie die zugehörigen Festpunkte.
g) Geometrische Größen
Wesentliche geometrische Größen des Bau-
werks und aller wesentlichen Konstruktionsteile.
h) Art der Baustoffe mit Baustoffgüten, Festigkeits-
klassen und Expositionsklassen.
i) Bezeichnung der Spannverfahren und der zu-
lässigen Spannkraft (getrennt nach Bauteil und
Tragrichtung).

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

Tabelle 1.2.1: Maßstäbe für Längs- und Querschnitte in Ab- programme) und die Angabe von zulässigen Tole-
hängigkeit von den Bauwerksabmessungen
ranzen, soweit sie Auswirkungen auf die Standsi-
cherheit haben.
Längsschnitt durch Gesamtbauwerk
(5) Bauwerksverformungen sind stets zu berück-
Bauwerkslänge [m] Maßstab sichtigen und darzustellen, wenn sie die Ge-
< 100 1 : 100 brauchstauglichkeit, Gradiente und / oder Licht-
100 bis 200 1 : 200 raumprofile oder die Verkehrssicherheit beeinflus-
> 200 1 : 250 sen.

Querschnitte durch Überbauten (6) Zur Erläuterung von Berechnungsergebnissen


und Widerlagerflügel ist die Entstehung einzelner Werte zu belegen.
(7) Die Eingaben und maßgeblichen Ergebnisse
Breite zwischen Maßstab
sind übersichtlich in grafischer Form darzustellen.
den Geländern [m]
Der Maßstab muss mit einer Maßstabsleiste
< 20 1 : 50 abgreifbar sein und bei Veränderungen der Abbil-
≥ 20 1 : 100 dungsgrößen gültig bleiben. Die Darstellung muss
eine für die Weiterverwendung der Daten hinrei-
chend genaue Ablesung gestatten und durch Zah-
lenwerte ergänzt werden.
4.3 Überarbeitung von
Bestandsunterlagen
5.2 Grundsatzbesprechung
Nach Maßnahmen an bestehenden Bauwerken (z.B.
Instandsetzungen, Verstärkungen, Umbauten) (1) Vor Beginn der technischen Bearbeitung ist ei-
müssen die Bestandsunterlagen angepasst wer- ne Grundsatzbesprechung durchzuführen.
den. Es ist zu prüfen, inwieweit die Unterlagen
(2) Der Auftragnehmer bzw. der Aufsteller hat den
nach Nr. 4.1 ergänzt bzw. ersetzt werden müssen.
beabsichtigten Rechengang und die zur Anwen-
Alle Maßnahmen sind im Bauwerksbuch zu doku-
dung vorgesehenen Programme für die Standsi-
mentieren. Dies ist in der Leistungsbeschreibung
cherheitsnachweise zu erläutern.
zu berücksichtigen.
(3) Der Umfang und die Darstellungsform der vor-
zulegenden Ergebnisse sind mit dem Prüfingenieur
5 Anforderungen an den Inhalt und dem Auftraggeber abzustimmen.
und die Form von Stand-
sicherheitsnachweisen 5.3 Form
(1) Der Standsicherheitsnachweis ist in übersicht-
5.1 Allgemeines licher Form, einwandfrei lesbar und auf Papier mit
der Höhe des DIN A4-Formates einzureichen. Bei
(1) Der Standsicherheitsnachweis muss unter Ein- Faltung ist das Schriftfeld jeweils oben liegend vor-
schluss der EDV-Berechnungen und aller sonsti- zusehen.
gen technischen Unterlagen ein technisch und
rechnerisch geschlossenes Ganzes bilden. (2) Der Standsicherheitsnachweis ist nach An-
hang A zu gliedern in:
(2) Eine Aufteilung auf mehrere Aufsteller für ein-
zelne Bauteile oder Bauabschnitte ist nur zulässig, ― Allgemeines,
wenn deren Standsicherheitsnachweis jeweils ein ― Bauteil 1 (z.B. Überbau),
technisch und rechnerisch geschlossenes Ganzes
bildet. ― Bauteil 2 und weitere.
(3) Der Aufsteller ist für die technische und rech- (3) Alle Bauteile sind in Kapitel gemäß Anhang A
nerische Vollständigkeit und Richtigkeit des Stand- weiter zu unterteilen. Jedes Kapitel ist mit einem
sicherheitsnachweises als geschlossenes Ganzes Inhaltsverzeichnis zu versehen.
verantwortlich. (4) Dem Standsicherheitsnachweis muss ein ge-
(4) Der Standsicherheitsnachweis muss sämtliche drucktes Gesamtinhaltsverzeichnis vorangestellt
tragenden Bauteile in allen maßgebenden Bau- werden. Es enthält:
und Endzuständen erfassen. Wesentliche Wech- ― Beschreibung des Gesamtbauwerkes, Allge-
selwirkungen zwischen Bauwerk, Baugrund und meines zum Herstellungsprinzip,
Hinterfüllung sind zu berücksichtigen. Hierzu gehö-
ren sämtliche Montage- und Kontrollanweisungen ― Technische Vorschriften, Gutachten, Literatur-
sowie Protokolle zur Gegenüberstellung von Soll- hinweise und Beschreibung der EDV-Pro-
und Ist-Werten (Ausführungsanweisungen, Mess-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

gramme durch Programmkenndaten gemäß


Anhang zur Ri-EDV-AP-2001,
― Abweichungen von Regelwerken,
― Standardsachregister für alle Bauteile und
― Inhaltsverzeichnis der Bauteile nach Kapiteln
gegliedert.
(5) Das Gesamtinhaltsverzeichnis muss den aktu-
ellen Bearbeitungsstand widerspiegeln und ist
deshalb bei jeder Fortschreibung des Standsicher-
heitsnachweises zu aktualisieren.
(6) Dem Standsicherheitsnachweis ist zum Ab-
schluss der Technischen Bearbeitung zusätzlich
ein Standardsachregister gemäß Anhang B, Form-
blatt B 1.2.2 nachzuheften, dessen Bezifferungen
und Bezeichnungen verbindlich sind. Nicht benö-
tigte Ziffern des Standardsachregisters sind mit
„entfällt“ zu kennzeichnen.
(7) Jede Seite des Standsicherheitsnachweises ist
an den kurzen Rändern des DIN A4-Formates mit
Schriftfeldern gemäß Formblatt B 1.2.1 zu verse-
hen.
(8) Alle Seiten der Berechnung innerhalb eines je-
den Kapitels sind jeweils fortlaufend zu nummerie-
ren.
(9) Austauschseiten für bereits eingereichte Statik-
Seiten sind zusätzlich mit Buchstaben zu kenn-
zeichnen wie z.B. „Seite: 5 b“ und mit neuem Da-
tum zu versehen. Sollten Seiten ersatzlos entfal-
len, ist darauf auf der vorhergehenden Seite ein
Hinweis wie z. B. „Seiten 13 bis 18 entfallen“ auf-
zunehmen.
(10) Werden zusätzliche Seiten in die bereits vor-
handene Statik eingeschoben, so sind diese Sei-
ten mit der gleichen Seitennummer (Einschub-
Beginn) und mit einer durch Schrägstrich getrenn-
ten fortlaufenden Nr. (z.B. Seiten 5/1, 5/2 etc.) zu
versehen.
(11) Tabellenköpfe (Zeilen- und / oder Spaltenbe-
zeichnungen) sind bei fortgesetzten Tabellen auf
jeder Seite zu wiederholen.

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - eil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang A

Anhang A gänzende Unterlagen zum Programm ist anzuge-


ben.

Anforderungen an die Gliederung 1.4 Abweichungen von Regelwerken


von Standsicherheitsnachweisen Die Begründung für Abweichungen vom Regelwerk
Die Anforderungen an den Inhalt, die Form und ist zu dokumentieren. Für verwendete, nicht allge-
insbesondere die Gliederung von Standsicher- mein übliche Formeln oder Berechnungsverfahren
heitsnachweisen werden nachfolgend exempla- ist deren Quelle anzugeben und auf Anforderung
risch anhand eines Spannbeton-Plattenbalkens beizufügen. Ist die Quelle ein fremdsprachiger
dargestellt, um die Systematik der Gliederung zu Text, ist dieser in die deutsche Sprache zu über-
erläutern. setzen.
Die vorgeschlagene Bezeichnung der Lastfälle ist
unverbindlich und kann in einzelnen Programmsys- 1.5 Standardsachregister für alle Bauteile
temen abweichen. (Fundstellenverzeichnis)
(1) Das Standardsachregister gemäß Form-
Teil I blatt B 1.2.2 ist zum Abschluss der Technischen
Bearbeitung nachträglich als Fundstellenverzeich-
nis zu erstellen. Es soll als standardisierter Weg-
Maßgebliche Ergebnisse und weiser für das Auffinden von Berechnungsgrund-
Dokumentation lagen und Ergebnissen für alle Bauteile dienen.
(2) Das Standardsachregister soll einerseits einen
Überblick ermöglichen, welche Angaben aus dem
1 Allgemeines Standsicherheitsnachweis entnommen werden
können und somit die Einarbeitung erleichtern und
1.1 Gesamtinhaltsverzeichnis für Teil I beschleunigen. Zum anderen kann das Standard-
sachregister eine Prüfliste für die Vollständigkeit
Das Gesamtinhaltsverzeichnis für Teil I muss den der Unterlagen darstellen.
aktuellen Bearbeitungsstand widerspiegeln und ist
deshalb bei jeder Fortschreibung des Standsicher- (3) Bei umfangreichen Berechnungen kann in Ab-
heitsnachweises zu aktualisieren. Es kann durch stimmung mit dem Auftraggeber z.B. für Unterbau-
fortgeschriebene Austauschseiten des Gesamtin- ten und Überbauten je ein getrenntes Standard-
haltsverzeichnisses auf detaillierte Kapi- sachregister verwendet werden.
tel-Inhaltsverzeichnisse verwiesen werden.
2 Spannbetonüberbau (Bauteil 1)
1.2 Beschreibung des Gesamtbauwerkes,
Allgemeines zum Herstellungsprinzip 2.1 Berechnungsgrundlagen, wie Rechen-
Das Kapitel gibt einen kurzen Überblick über das modell, Eingabedaten,
Bauwerk. Es enthält die Angaben zu den Abmes- Querschnittswerte etc.
sungen des Hauptsystems und des Querschnitts, 2.1.1 Darstellung und Beschreibung des stati-
so dass man auch ohne zugehörige Schalpläne in schen Systems
den Standsicherheitsnachweis einsteigen kann.
Das Lagerschema sowie die Klassifizierung der 2.1.2 Eingabedaten für Rechenverfahren
Nachweisbedingungen (Anforderungsklasse) sind 2.1.3 Geometrische Größen, Kenngrößen für
ebenfalls anzugeben. Weiterhin ist das Verfah- Baustoffe
ren / die Bauweise zur Herstellung des Bauwerkes
zu beschreiben. 2.1.4 Detaillierte Beschreibung des Montage-
und / oder Herstellungsverfahrens
1.3 Technische Vorschriften, Gutachten, 2.1.5 Sonstiges
Literaturhinweise und Beschreibung (1) Erläuterung der Modellierung des Berech-
der EDV-Programme nungssystems anhand von Systemskizzen (ein-
Die Programmkenndaten gemäß dem Anhang zur schließlich Lagerungen) für ein Stabwerk, Flächen-
Ri-EDV-AP 2001 müssen eine eindeutige Pro- tragwerk, kombiniertes Stab-Flächentragwerk oder
grammbezeichnung, eine Kurzbeschreibung der andere Berechnungsmodelle, einschließlich evtl.
verwendeten Rechenverfahren einschließlich der Besonderheiten, die für die weitere Berechnung
implementierten Vorschriften und Regeln enthal- wesentlich sind.
ten. Ein Ansprechpartner für Rückfragen und er- (2) Die Angaben zum Rechenmodell, z.B. Ele-
ment-Nr., Gruppen-Nr. und Kopplungen sind vor-

Stand: 2013/12
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11
ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang A

zugsweise graphisch darzustellen. Die Definition nen bauaufsichtlichen Zulassung sowie insbeson-
von Art und Orientierung der globalen und lokalen dere die grafische Darstellung der Spanngliedla-
Koordinaten für Rechen- und / oder Nachweisstel- gen und des Spannkraftverlaufs.
len ist anzugeben.
(3) Bei den veränderlichen Verkehrseinwirkungen
(3) Ergänzend zur allgemeinen Programmbe- sind die Einwirkungen infolge Rad- bzw. Achslas-
schreibung gemäß Kapitel 1.3 der Dokumentation ten und für die Flächenlast getrennt zu betrachten.
sind die aktuellen Eingabedaten übersichtlich zu-
(4) Weitere Einwirkungen gemäß DIN EN 1991
sammenzustellen.
sind hinzuzufügen, sofern diese Einwirkungen
(4) Das gewählte Spannverfahren sowie die nachweisrelevant sind, z.B. außergewöhnliche
Querschnittswerte und die Baustoffkennwerte vom Einwirkungen, Ermüdungslastmodell.
Beton, Betonstahl und Spannstahl sind einschließ-
(5) Es ist zweckmäßig, die einzelnen Lastfälle wie
lich deren Verlauf über das Bauwerk und / oder
folgt zu bezeichnen:
einzelne Bauteile anzugeben.
LF 1 Konstruktionseigenlast
(5) Die Querschnitte sind unter Angabe der
Querschnittswerte, wie die Fläche, das Flächen- LF 2 Ausbaulast
trägheitsmoment und die Lage des Schwerpunktes
sowie der Anordnung der Spannglieder grafisch LF 3 Vorspannung gesamt
darzustellen. Hierbei ist bei Plattenbalken die mit- LF 4 Vorspannung
wirkende Plattenbreite zu berücksichtigen. Als – statisch bestimmter Anteil
Querschnittswerte sind die Bruttoquerschnittswerte
für Stahlbetontragwerke und ideelle LF 5 Vorspannung
Querschnittswerte für Spannbeton- und Verbund- – statisch unbestimmter Anteil
tragwerke anzugeben. LF 61, 62, 63 ff. wahrscheinliche Baugrund-
bewegungen
2.2 Einwirkungen LF 71, 72, 73 ff. mögliche Baugrund-
bewegungen
2.2.1 Charakteristische Werte der Einwirkun-
gen LF 85 Temperatur (oben wärmer)
2.2.1.1 Ständige Einwirkungen (Eigenlast, LF 86 Temperatur (unten wärmer)
Erdlast / -druck)
LF 90, 91 ff. Windeinwirkungen
2.2.1.2 Vorspannung
LF 100 ff. Verkehrseinwirkungen getrennt
2.2.1.3 Veränderliche Einwirkungen für Rad- bzw. Achslasten und
Flächenlasten
2.2.1.3.1 Vertikale Verkehrslasten
2.2.1.3.2 Temperatureinwirkungen
2.3 Schnitt-, Auflager- und Weggrößen
2.2.1.3.3 Wahrscheinliche und mögliche Bau-
grundbewegungen 2.3.1 Einzellastfälle (Aufstellung der einzelnen
Grundlastfälle)
2.2.1.3.4 Windeinwirkungen
2.3.1.1 Ständige Einwirkungen (Eigenlast,
2.2.1.3.5 Lasten aus Bremsen und Anfahren Erdlast / -druck)
2.2.1.3.6 Ggf. weitere Einwirkungen gemäß 2.3.1.2 Vorspannung, Kriechen, Schwinden und
DIN EN 1991 Relaxation
2.2.1.3.7 Ggf. weitere Einwirkungen außerhalb der 2.3.1.2.1 Vorspannung
DIN EN 1991, z.B. Erdbeben gemäß DIN
EN 1998 2.3.1.2.2 Kriechen, Schwinden und Relaxation

2.2.2 Berücksichtigte Lastkombinationen 2.3.1.3 Verkehrslasten

(1) Alle erforderlichen charakteristischen Werte 2.3.1.4 Temperatureinwirkungen


der Einwirkungen sind übersichtlich grafisch dar- 2.3.1.5 wahrscheinliche und mögliche Bau-
zustellen. Elementweise dargestellte Ergebnislis- grundbewegungen
ten sind ausdrücklich ausgeschlossen.
2.3.1.6 Windeinwirkungen
(2) Zur Vorspannung gehören die entsprechenden
Ausdrucke zur Geometrie der Spannstränge, z.B. 2.3.2 Lastkombinationen
Umlenkwinkel, Spannstahllänge, Angaben zum 2.3.3 Einflusslinien längs und quer bzw. Ein-
Spannverfahren, z.B.: Vorspannkraft, Schlupf, Rei- flussflächen sowie Querverteilungslinien
bungsbeiwerte, Relaxation, Vorlage der Allgemei-

12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang A

für verursachte Kraft- und Weggrößen in 2.5.3.1 Begrenzung der Betondruckspannungen


den Nachweisstellen
2.5.3.2 Begrenzung der Spannstahlspannungen
(1) Die Dokumentation der Schnittgrößen in den
2.5.3.3 Begrenzung der Betonstahlspannungen
Nachweisstellen für die Bemessung in Längs- und
Querrichtung soll in übersichtlichen Grafiken und 2.5.4 Nachweis der Verformungen
Tabellen erfolgen.
(1) Die Dokumentation insbesondere der Span-
(2) Beim Stabtragwerk sind die Schnittgrößen be- nungen im Grenzzustand der Gebrauchstauglich-
züglich der Mittelachse der Bauteile darzustellen. keit (GZG) ist übersichtlich grafisch darzustellen,
Bei Flächentragwerken sind die Schnittgrößen so- um einen schnellen Überblick über den Span-
wohl als Isolinien bzw. Isoflächen am gesamten nungsverlauf und die maßgebenden Stellen zu
Tragwerk als auch an Linienschnitten bzw. gewinnen. Eine elementweise Darstellung der
Ebenenschnitten darzustellen. Spannungen in tabellarischer Form ist nicht sinn-
voll, weil diese Darstellung nicht übersichtlich und
(3) Beim Lastfall Vorspannung sind der statisch
nur schwer prüfbar ist.
bestimmte und der statisch unbestimmte Anteil der
Vorspannung sowohl als separate Schnittgrößen (2) Als Speicherlastfälle für den GZG sollten die
als auch in Überlagerung darzustellen. Zusätzlich Lastfallnummern 900 und folgende verwendet
sind die Angaben zum Spannkraftverlust infolge werden.
Schwinden, Kriechen und Relaxation erforderlich.
(4) Für das gewählte Verkehrslastmodell sind die 2.6 Ergänzende Nachweise
jeweiligen Überlagerungsschnittgrößen (Umhüllen-
de) für die Flächenlast und die Rad- bzw. Achslas- Als ergänzende Nachweise im Lokalsystem sind
ten ausreichend. beispielsweise zu dokumentieren:

(5) Die Schnittgrößen infolge Baugrundbewegung ― Krafteinleitung der indirekten Auflagerkräfte,


sind ebenfalls nur für die Überlagerungsschnittgrö- ― Teilflächenpressung,
ßen (Umhüllende), jeweils getrennt für mögliche
Baugrundbewegungen und wahrscheinliche Bau- ― Spaltzug- und Randzugbewehrung (Lager,
grundbewegungen, darzustellen. Vorspannung) und
― Einleitung der Vorspannkräfte in die Platte
2.4 Nachweise der Grenzzustände der bzw. Gurte.
Tragfähigkeit
2.4.1 Eingabeprotokoll für die EDV-Berechnung 2.7 Darstellung der gewählten Bewehrun-
gen als Skizze
2.4.2 Bemessung für Biegung mit oder ohne
Längskraft Die vom Aufsteller gewählte Spannstahl- und Be-
tonstahlbewehrung ist unter Berücksichtigung der
2.4.3 Bemessung für Querkraft mit oder ohne Mindestbewehrung in übersichtlichen Beweh-
Torsion rungsskizzen darzustellen.
2.4.4 Grenzzustand der Tragfähigkeit für das
Versagen ohne Vorankündigung
2.8 Berechnung der Durchbiegungen und
2.4.5 Ermittlung der Mindestbewehrung (Robust- Lehrgerüstüberhöhung
heitsbewehrung)
Für den Zeitpunkt t = ∞ ist die Durchbiegung infol-
Die für die Ermittlung der Schnittgrößen im Grenz- ge der quasi-ständigen Einwirkungen zu ermitteln
zustand der Tragfähigkeit (GZT) verwendeten und die Überhöhung (positiv / negativ) für das
Kombinationsbeiwerte sind anzugeben. Hierzu ge- Lehrgerüst anzugeben.
hören auch die maßgebenden Schnittgrößen für
diese Einwirkungskombinationen. Weitere Grenz-
2.9 Ausführungsanweisungen
zustände der Tragfähigkeit gemäß DIN EN 1990
(z.B. Spannanweisungen)
sind ggf. zu ergänzen.
(1) Angabe der vollständigen Reihenfolge und des
Zeitpunktes des Vorspannens von der Teilvor-
2.5 Nachweise der Grenzzustände der
spannung des ersten Spannstranges bis zur Voll-
Gebrauchstauglichkeit
vorspannung des letzten Spannstranges. Eine
2.5.1 Nachweis der Dekompression frühzeitige Teilvorspannung (Schwindvorspan-
nung) und das Absenken des Traggerüstes sind
2.5.2 Begrenzung der Rissbreiten
besonders kenntlich zu machen.
2.5.3 Begrenzung der Spannungen für Biegung
(2) Nachweise für die Bauzustände vor und nach
mit Längskraft
dem Absenken des Traggerüstes sind unter Be-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 13


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang A

rücksichtigung der Traggerüstelastizität zu erbrin- Teil II


gen.

Sonstige Ergebnisse des


2.10 Nachweise für besondere Bauzustände
Standsicherheitsnachweises
2.11 Besondere graphische Darstellungen Die zur ordnungsgemäßen Aufstellung des Stand-
sicherheitsnachweises erforderlichen Berechnun-
Folgende grafische Darstellungen sind aufzuberei-
gen, Zwischenergebnisse usw. müssen nicht ar-
ten:
chiviert werden. Sie dienen jedoch dem Aufsteller
2.11.1 Verlauf der Schnittgrößen aus den quasi- und dem Prüfingenieur z.B. bei Vergleichsrech-
ständigen Einwirkungen für den Zeitpunkt nungen zur Klärung der Ursachen von eventuell
t=∞ abweichenden Ergebnissen.
2.11.2 Umhüllende für Schnittgrößen der Einwir-
kungen aus vertikalen Lasten 1 Allgemeines
2.11.3 Einflussflächen bzw. –linien für die Schnitt-
größen im ungünstigsten Schnitt eines 1.1 Gesamtinhaltsverzeichnis für Teil II
End- und eines Mittelfeldes sowie ggf. an
einer Mittelstütze
2.11.4 Schnittgrößenverlauf für Stützensenkun-
2 Sonstige Ergebnisse zum Stand-
gen einer Endlager- und einer Zwischenla- sicherheitsnachweis für einzelne
gerlinie um ∆s = 1 cm Bauteile
(1) In Abhängigkeit vom Ingenieurbauwerk ist eine
3. Lager (Bauteil 2) und Weitere Gliederung analog Teil I für die Bauteile erforder-
lich, z.B.:
(1) In Abhängigkeit vom Ingenieurbauwerk ist eine
sinngemäße Gliederung für weitere Bauteile erfor- ― Überbau (Bauteil 1)
derlich, z.B.: ― Lager (Bauteil 2),
― Widerlager (Bauteil 3), ― Widerlager (Bauteil 3)
― Mittelstützen(Bauteil 4), ― Mittelstützen(Bauteil 4),
― Baubehelfe (Bauteil 5) ― Baubehelfe (Bauteil 5),
(nur temporär, keine Bestandsunterlagen). (nur temporär, keine Bestandsunterlagen).
(2) Die Gliederung für diese Bauteile ist analog (2) Als sonstige Ergebnisse sind vorwiegend die
zum vorgenannten Bauteil 1 zu untergliedern. Bei EDV-Berechnungen der Zustandsgrößen für ein-
den Unterbauten sind hierbei die Standsicher- zelne Lastfälle und Lastkombinationen prüffähig
heitsnachweise (Bodenpressungen, Gleiten etc.) zusammenzustellen.
sinngemäß zu ergänzen.

14 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang B

Formblatt B 1.2.1
Schriftfelder einer Seite eines Standsicherheitsnachweises
Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Straßenbauverwaltung

Aufsteller Datum

Bauteil: (z.B. Spannbetonüberbau) Seite:

Kapitel / Vorgang: (z.B. 2.1 Berechnungsgrundlagen Archiv-Nr.


2.1.3 Querschnittswerte)

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 15


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang B

Formblatt B 1.2.2
Standardsachregister für alle Bauteile
Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Straßenbauverwaltung

Aufsteller Datum

Seite:

1. Allgemeines

1.1 Inhaltsverzeichnis des Standsicherheitsnachweises


1.2 Beschreibung des Gesamtbauwerkes, Allgemeines zum
Herstellungsprinzip sowie Darstellung evtl. Gliederungen
des Bauwerkes
1.3 Technische Vorschriften, Gutachten, Literaturhinweise,
Allgemeine Programmbeschreibungen
1.4 Abweichungen von Regelwerken

2. Berechnungsgrundlagen

2.1 Darstellung und Beschreibungen des statischen Sys-


tems mit Systemskizzen (einschließlich Lagerungen).
Definition von Art und Orientierung der globalen und lo-
kalen Koordinaten für Rechen- und / oder Nachweisstel-
len (Schnittflächen), Kraftgrößen (Last- und Schnittgrö-
ßen, Spannungen), Weggrößen bzw. Verformungen,
Verzerrungen sowie Positionierung einzelner Elemente
des Systems
2.2 Rechenverfahren

2.2.1 EDV-Berechnungen

2.2.1.1 Allgemeine Programmbeschreibungen


2.2.1.2 Programmanwendungsbeschreibungen
2.2.2 Manuelle Berechnungen
2.2.3 Modellversuche, Probebelastungen
2.3 Detaillierte Beschreibung des Montage- und / oder
Herstellungsverfahrens
2.4 Sonstiges

3. Tabellarische und / oder grafische Darstellungen


von geometrischen Größen und Zustandsgrößen
(Einwirkungen, Einprägungen) für Teilsysteme
und / oder das Gesamtsystem sowie Zuordnung von
Kenngrößen für die Baustoffe
3.1 Geometrische Größen, Kenngrößen für Baustoffe
(z.B. Materialgüten bzw. Festigkeitsklassen, Materialei-
genschaften, Bodenkennwerte usw. einschließlich de-
ren Verlauf über das Bauwerk und / oder einzelne Bau-
teile)
Bauteil: Allgemeines Seite:

Kapitel / Vorgang: Standardsachregister Archiv-Nr.

16 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang B

Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Straßenbauverwaltung

Aufsteller Datum

Seite:
3.1.1 Querschnittsskizzen für Nachweisstellen mit Kenngrö-
ßen für Baustoffe sowie geometrische Größen ein-
schließlich Erläuterungen zu Vereinfachungen
3.1.2 Verlauf von Kenngrößen für Baustoffe und der geomet-
rischen Größen über Bauwerks- bzw. Bauteillänge
3.2 Charakteristische Werte der Einwirkungen (z.B. Last-
bänder, Lastflächen, Spannkraftverlauf)

3.2.1 Ständige Einwirkungen (z.B. Eigenlast, Erdlast, -druck)


3.2.2 Vorspannungen
3.2.3 Einwirkungen aus vertikalen Verkehrslasten
3.2.4 Kriechen und Schwinden des Betons
3.2.5 Wahrscheinliche und mögliche Baugrundbewegungen
3.2.6 Temperatureinwirkungen
3.2.7 Windeinwirkungen
3.2.8 Horizontallasten
3.2.8.1 Lasten aus Bremsen und Anfahren
3.2.8.2 Zentrifugallasten
3.2.9 Verschiebungswiderstände von Lagern und Fahrbahn-
übergängen
3.2.10 Trägheitswirkungen bei beweglichen Brücken
3.2.11 Einwirkungen auf Geländer bzw. Lärmschutzwände
3.2.12 Einwirkungen aus Besichtigungswagen
3.2.13 Weitere Einwirkungen
3.2.13.1 Anheben zum Auswechseln von Lagern
3.2.13.2 Fahrbahnbeläge
3.2.13.3 Versorgungsleitungen und andere ruhende Belastungen
3.2.13.4 Schneelasten
3.2.14 Außergewöhnliche Einwirkungen

3.2.14.1 Bauzustände
3.2.14.2 Anpralllasten aus Fahrzeugen unter der Brücke
3.2.14.3 Anpralllasten aus Fahrzeugen auf der Brücke
3.2.15 Sonderfahrzeuge (z.B. Schwertransporte, Schienen-
fahrzeuge)
3.2.16 Lastmodelle für Ermüdungsberechnungen
3.3 Berücksichtigte Lastkombinationen

3.4 Sonstiges

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ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang B

Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

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Aufsteller Datum

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4. Darstellung der Einflussflächen bzw. –linien, der


Querverteilungslinien sowie der Zustandsflächen
bzw. –linien der verursachten Kraft- und Weggrößen
in den Nachweisstellen für die Bemessung in Längs-
und Querrichtung

4.1 Einflusslinien längs und quer bzw. Einflussflächen sowie


Querverteilungslinien für verursachte Kraft- und Weg-
größen

4.2 Zustandsflächen bzw. –linien und deren Umhüllende


von Kraftgrößen (Lastgrößen, Schnittgrößen) und verur-
sachter Weggrößen (Verschiebungsgrößen, Verzerrun-
gen) einschließlich zeitlichem Verlauf für die Gebrauchs-
zustände, angesetzte Überhöhung einschließlich (vorge-
gebener) eingeprägter Weggrößen

4.2.1 Einzellastfälle (Aufstellung der einzelnen Grundlastfälle)


4.2.2 Lastkombinationen
4.2.3 Angesetzte Überhöhung
4.3 Sonstiges
5. Darstellung (tabellarisch und / oder zeichnerisch)
der Tragfähigkeits- und Gebrauchstauglichkeits-
sowie Standsicherheitsnachweise für die einzelnen
Grenzzustände in den Nachweisstellen für die der
Bemessung zugrundeliegenden Lastkombinationen
(Einzelwerte und deren Umhüllende)
5.1 Nachweise in Grenzzuständen der Tragfähigkeit

5.1.1 Normalspannungsnachweise
5.1.2 Schubspannungsnachweise mit oder ohne Torsion
5.1.3 Mindestbewehrung (Robustheitsbewehrung)
5.1.4 Durchstanznachweise, Nachweis der Spaltzugbeweh-
rung
5.1.5 Traglast- und Stabilitätssicherheitsnachweise
5.1.6 Ermüdungsnachweise
5.1.7 Sonstige Spannungsnachweise (z.B. Verbund-
Haftspannung)
5.2 Nachweise in Grenzzuständen der Gebrauchs-
tauglichkeit

5.2.1 Begrenzung der Rissbreiten und Nachweis der Dekom-


pression
5.2.2 Begrenzung der Spannungen

Bauteil: Allgemeines Seite:


Kapitel / Vorgang: Standardsachregister Archiv-Nr.

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Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Straßenbauverwaltung

Aufsteller Datum

Seite:
5.2.3 Begrenzung der Verformungen, verursachte Weggrö-
ßen der einzelnen Bauteile und / oder des Gesamtsys-
tems (z.B. Vergleich der auftretenden mit den ange-
nommenen bzw. zulässigen Weggrößen, Lehrgerüst-
verformungen)
5.2.4 Begrenzung der Schwingungen und dynamische
Einflüsse
5.3 Lagerung und Lager
5.4 Weitere Nachweise bei Stahlbrücken z.B. Verbin-
dungsmittel, Schweißnähte und Anschlüsse
5.5 Weitere Nachweise bei Verbundbrücken z.B. Verbund-
sicherung
5.6 Baugrund-Sicherheitsnachweise
5.6.1 Flach- und Flächengründungen
5.6.2 Pfahlgründungen
5.6.3 Verankerungen
5.6.4 Stützbauwerke
5.6.5 Hydraulisch verursachtes Versagen
5.6.6 Gesamtstandsicherheit
5.6.7 Lagesicherheitsnachweis an der Schnittstelle zwischen
Baugrund und Bauwerk (Gründungssohle)
5.7 Sonstige Nachweise
6. Ausführungsanweisungen (Betonier-, Spannanwei-
sung, Protokolle, besondere Maßnahmen z.B. zur
Verminderung der Rissbildung, Lehrgerüstmontage-
anweisung, Soll-Ist-Vergleich usw.) und Messpro-
gramme
7. Schematische Darstellung der Mengenverteilungen
bzw. Materialverteilungen für alle Bauteile als Über-
sicht über das gesamte Bauteil nach Art, Lage, Fes-
tigkeitsklasse bzw. Stahlgüte usw.
7.1 Gegenüberstellung der vorhandenen Bewehrung aus
Betonstahl mit der
− statisch erforderlichen Bewehrung
− Mindestbewehrung
− zur Rissbreitenbeschränkung erforderlichen
Bewehrung

Bauteil: Allgemeines Seite:


Kapitel / Vorgang: Standardsachregister Archiv-Nr.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 19


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung - Anhang B

Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Straßenbauverwaltung

Aufsteller Datum

Seite:
7.2 Darstellung der vorhandenen Bewehrung aus Spann-
stahl mit Angabe des Spannverfahrens, der Strang- und
Gliederanzahl, des Spanngliedtypes, der Querschnitts-
fläche, Anfang und Ende der einzelnen Stränge, Lage
und Anzahl der gekoppelten Glieder, Art der jeweiligen
Verankerung, Kenngrößen des Spannstahls
7.3 Materialverteilungsplan für Stahl- und / oder Stahlver-
bundkonstruktion
7.4 Mengenverteilungsplan mit Angabe der Baustoffkenn-
größen sowie bezogener Baustoffmengen [Beton
(m3/m2); Bau-, Beton- bzw. Spannstahl (kg/m2),
(kg/lfdm), (kg/m3)] sowohl für Über- als auch für Unter-
bauten und Stützbauwerke bzw. für alle maßgeblichen
Bauteile
7.5 Sonstiges

8. Zusammenstellung von Ausführungsunterlagen in


Form von grafischen Darstellungen (z.B. für das
Bauwerksbuch):

8.1 Für den Zeitpunkt t = ∞ Verlauf der Schnittgrößen aus


quasi-ständige Einwirkungen

8.2 Umhüllende für Schnittgrößen der Einwirkungen aus


vertikalen Verkehrslasten.

8.3 Einflussflächen bzw. –linien für die Schnittgrößen im un-


günstigsten Schnitt eines End- und eines Mittelfeldes
sowie an einer Mittelstütze

8.4 Schnittgrößenverlauf für Stützensenkungen einer Endla-


ger- und einer Zwischenlagerlinie um ∆s = 1 cm

8.5 Sonstiges

Bauteil: Allgemeines Seite:

Kapitel / Vorgang: Standardsachregister Archiv-Nr.

20 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 3
Prüfungen während der Ausführung

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 04/2013
ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3

2 Bestimmung der äußeren


Bedingungen ........................................ 3

3 Bestimmung der Abreißfestigkeit ...... 3


3.1 Geräte und Hilfsmittel ............................ 3
3.2 Durchführung ......................................... 3
3.3 Auswertung ............................................ 3

4 Bestimmung der Rautiefe ................... 4


4.1 Anwendung ............................................ 4
4.2 Beschreibung des Verfahrens ............... 4
4.3 Geräte und Hilfsmittel ............................ 4
4.4 Durchführung ......................................... 4
4.5 Auswertung ............................................ 4

Anhang A Taupunkttabelle ................................ 5

Anhang B Formblatt B 1.3.1


Äußere Bedingungen ........................ 6

Formblatt B 1.3.2
Abreißfestigkeit ................................. 7

Formblatt B 1.3.3
Rautiefe............................................. 8

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/2013


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

1 Allgemeines gen. Das Gerät muss zusammen mit dem


Zugkolben kalibriert sein. Die zugehörige Be-
Im Rahmen der Überwachung der Ausführung triebsanleitung und das Kalibrierdiagramm
und der Prüfung der fertigen Leistung sind Prü-
müssen auf der Baustelle vorliegen.
fungen durchzuführen, für deren Durchführung
und deren dabei einzuhaltende Prüfbedingungen ʊ Prüfstempel mit einem Durchmesser von
einheitliche Anweisungen festgelegt sind. Die 50 mm. Die Dicke der Prüfplatte muss überall
Prüfungen können sowohl im Rahmen der Ei- größer als 25 mm sein.
genüberwachung des Auftragnehmers als auch
ʊ Thermometer zum Messen der Temperatur
bei Kontrollprüfungen des Auftraggebers erfor-
des Prüfgutes.
derlich werden. Zur Vereinfachung der Handha-
bung und zur leichteren Auffindbarkeit werden in
diesem Abschnitt die Prüfungen aufgeführt, die in 3.2 Durchführung
mehreren Abschnitten gefordert werden. Die An-
(1) Die Prüfung ist gemäß DIN EN 1542 durch-
wendungen werden in den jeweiligen Abschnit-
zuführen.
ten festgelegt
(2) Bei einem Bauteil müssen derselbe Prüfer
und dasselbe Zugprüfgerät eingesetzt werden.
2 Bestimmung der äußeren Ausnahmen bedürfen einer besonderen Rege-
Bedingungen lung.

(1) Für das Feststellen der äußeren Bedingun- (3) Bei der Bestimmung der Abreißfestigkeit von
gen sind vom Auftragnehmer folgende oder Betonunterlagen und harten Schichten sind die
gleichwertige Messgeräte vorzuhalten: Prüfflächen mit dem Kernbohrgerät etwa 10 mm
tief senkrecht zur Oberfläche nass in die Beton-
ʊ Digitalthermometer, unterlage vorzubohren. Es ist darauf zu achten,
ʊ Digitalhygrometer. dass keine Bewehrung beschädigt wird. Ggf.
muss die Lage der Bewehrung vorher festgestellt
(2) Vor Beginn sowie während der Ausführung werden, und zwar zerstörungsfrei. Die Gesamt-
der Arbeiten mit Reaktionsharzen sind die Tem- bohrtiefe darf nicht größer als 50 mm sein. Der
peraturen Durchmesser der gebohrten Prüffläche muss
ʊ der Luft, 50 mm betragen.

ʊ der Unterlage, (4) Die Kraftanstiegsgeschwindigkeit beträgt bei


Prüfungen von
ʊ der Stoffe
ʊ Betonunterlagen und harten Schichten 100 N/s,
sowie die Luftfeuchte festzustellen.
ʊ elastischen und thermoplastischen Schichten
(3) Die Taupunkttemperatur der Luft ist gemäß 300 N/s.
der Tabelle A 1.3.1 zu bestimmen.
(5) Die Temperatur der zu prüfenden Schicht
(4) Die Messwerte sind gemäß Formblatt B 1.3.1 muss mindestens 5°C betragen. Die Temperatur
zu protokollieren. ist zu messen und zu protokollieren.
(5) Die Anzahl der Messungen sind häufiger zu
wiederholen, wenn die Temperaturen in die Nähe 3.3 Auswertung
der Grenzwerte gelangen.
(1) Über jede Abreißprüfung ist ein Protokoll
gemäß Formblatt B 1.3.2 anzufertigen.
3 Bestimmung der (2) Die Abreißfestigkeit ist auf 0,1 N/mm² anzu-
Abreißfestigkeit geben.
(3) Der Bruchverlauf ist anzugeben. Bei wech-
3.1 Geräte und Hilfsmittel selndem Bruchverlauf sind die jeweiligen Flä-
Die folgenden Geräte und Hilfsmittel sind einzu- chenanteile auf 10 % genau abzuschätzen.
setzen: (4) Abrisse, die zu mehr als 25 % in der Klebe-
ʊ Transportables Zugprüfgerät mindestens der fuge erfolgen, bleiben bei der Auswertung unbe-
Klasse 2 nach DIN 51220, das es gestattet, rücksichtigt, wenn das Ergebnis kleiner als die
die Zugspannung mit konstanter Kraftan- geforderte Abreißfestigkeit ist.
stiegsgeschwindigkeit stoßfrei und senkrecht
zur Prüffläche auf den Prüfstand zu übertra-

Stand: 04/2013 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

4 Bestimmung der Rautiefe 4.5 Auswertung


(1) Die Messwerte und die einer Prüfung zu-
4.1 Anwendung geordneten Flächen sind nach Größe und Lage
gemäß Formblatt B 1.3.3 zu protokollieren.
(1) Die Rautiefe ist nach dem Sandflächenver-
fahren zu bestimmen [1]. (2) Die Rautiefe Rt [mm] ergibt sich mit dem
(2) Das Verfahren dient der Bestimmung der Sandvolumen V [cm³] und dem Durchmesser d
Rautiefe auf der Oberseite von horizontalen Be- [cm] des etwa kreisförmig verteilten Sandes zu:
tonunterlagen, Betonersatzsystemen und ggf. al- Rt = 40 * V / ( * d²)
ten Oberflächenschutzsystemen.
(3) Bei einer maximalen Rautiefe von 1,0 mm,
(3) Die Prüfung ist nach der Oberflächenvorbe- 1,5 mm bzw. 20 mm darf der Durchmesser in
reitung und nach erfolgtem Nachweis der Abreiß- Abhängigkeit vom Volumen die in der Tabelle
festigkeit durchzuführen. 1.3.1 angegebenen Werte der Mindestdurch-
messer nicht unterschreiten.
4.2 Beschreibung des Verfahrens
(1) Eine definierte Sandmenge wird auf der zu Tabelle 1.3.1: Mindestdurchmesser dmin in Abhängigkeit vom
Volumen
prüfenden Oberfläche kreisförmig so verteilt,
dass die Vertiefungen gerade gefüllt sind. V [cm³]

(2) Die Rautiefe ist definiert als die Höhe des 25 30 35 40 45 50


gedachten zylindrischen Körpers mit dem Kreis-
Rt = 1,0 mm dmin [cm] 18 20 21 23 24 25
durchmesser und dem Sandvolumen.
Rt = 1,5 mm dmin [cm] 15 16 17 18 20 21

4.3 Geräte und Hilfsmittel Rt = 2,0 mm dmin [cm] 13 14 15 16 17 18


Die folgenden Geräte und Hilfsmittel sind einzu-
[1] Kaufmann, N: Das Sandflächenverfahren. Straßenbau-
setzen: technik 24 (1971), Nr. 3, S. 131-135
ʊ Gefäß mit bekanntem Hohlraumgehalt zwi-
schen 25 cm³ und 50 cm³ (Schnapsglas: 2 cl
= 20 cm³),
ʊ Trockener Quarzsand, Körnung 0,1 – 0,5 mm,
ʊ Runde Hartholzscheibe (Durchmesser 5 cm,
Dicke 1 cm) mit einem als Griff dienenden
Zapfen in der Mitte der Oberseite,
ʊ Zollstock/Meterstab.

4.4 Durchführung
(1) Bei der Durchführung ist folgendermaßen
vorzugehen:
ʊ Das Gefäß wird mit Quarzsand gefüllt, und
der Inhalt wird auf die trockene und saubere
Oberfläche geschüttet.
ʊ Der Sand wird mit der Scheibe durch spiral-
förmig sich erweiternde Kreisbewegungen in
die Vertiefungen der Oberfläche ohne Druck
eingerieben.
ʊ Der Durchmesser des Kreises wird gemes-
sen.
(2) Bei der Auswahl der Stellen für die Einzel-
prüfungen sind örtliche Unstetigkeiten nicht zu
berücksichtigen.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/2013


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung - Anhang A

Anhang A

Taupunkttabelle

Tabelle A 1.3.1: Taupunkttabelle

Luft-
tempe-
Taupunkttemperaturen in [°C] bei einer relativen Luftfeuchte von
ratur
[°C]
45 % 50 % 55 % 60 % 65 % 70 % 75 % 80 % 85 % 90 % 95 %

2 -7,8 -6,6 -5,4 -4,4 -3,2 -2,5 -1,8 -1,0 -0,3 0,5 1,2
4 -6,1 -4,9 -3,7 -2,6 -1,8 -0,9 -0,1 0,8 1,6 2,4 3,2
6 -4,5 -3,1 -2,1 -1,1 -0,1 0,9 1,9 2,7 3,6 4,5 5,4
8 -2,7 -1,6 -0,4 0,7 1,8 2,8 3,8 4,8 5,7 6,5 7,3
10 -1,3 0,0 1,3 2,5 3,7 4,8 5,8 6,8 7,7 8,5 9,3
11 -0,4 1,0 2,3 3,6 4,7 5,8 6,7 7,7 8,6 9,4 10,2
12 0,4 1,8 3,2 4,5 5,6 6,7 7,8 8,7 9,6 10,5 11,3
13 1,3 2,8 4,2 5,4 6,6 7,7 8,7 9,6 10,5 11,4 12,2
14 2,2 3,8 5,1 6,4 7,6 8,7 9,7 10,7 11,6 12,6 13,4
15 3,1 4,7 6,1 7,4 8,5 9,6 10,7 11,7 12,6 13,5 14,4
16 4,1 5,6 7,0 8,3 9,5 10,6 11,7 12,7 13,6 14,6 15,5
17 5,0 6,5 7,9 9,2 10,4 11,5 12,5 13,6 14,5 15,4 16,2
18 5,9 7,4 8,8 10,1 11,3 12,4 13,5 14,6 15,4 16,3 17,3
19 6,8 8,3 9,8 11,1 12,3 13,4 14,5 15,5 16,4 17,4 18,2
20 7,7 9,3 10,7 12,0 13,2 14,4 15,5 16,5 17,4 18,4 19,2
21 8,6 10,2 11,6 12,9 14,2 15,4 16,4 17,4 18,4 19,3 20,2
22 9,5 11,2 12,5 13,9 15,2 16,3 17,4 18,4 19,4 20,3 21,2
23 10,4 12,0 13,5 14,9 16,0 17,3 18,4 19,4 20,4 21,3 22,2
24 11,3 12,9 14,4 15,7 17,1 18,2 19,2 20,3 21,4 22,3 23,2
25 12,2 13,8 15,4 16,7 18,0 19,1 20,2 21,4 22,3 23,3 24,2
26 13,2 14,8 16,3 17,7 18,9 20,1 21,3 22,3 23,3 24,3 25,2
27 14,1 15,7 17,2 18,6 19,8 21,1 22,2 23,3 24,3 25,2 26,1
28 15,0 16,6 18,1 19,4 20,9 22,1 23,2 24,3 25,3 26,2 27,2
29 15,9 17,6 19,0 20,5 21,8 23,0 24,2 25,2 26,2 27,3 28,2
30 16,8 18,4 20,0 21,4 23,7 23,9 25,1 26,1 27,2 28,2 29,1
32 18,6 20,3 21,9 23,3 24,7 25,8 27,1 28,2 29,2 30,2 31,2
34 20,4 22,2 23,8 25,2 26,5 27,9 28,9 30,1 31,2 32,1 33,1
36 22,2 24,1 25,5 27,0 28,4 29,7 30,9 32,0 33,1 34,2 35,1
38 24,0 25,7 27,4 28,9 30,3 31,6 32,8 34,0 35,0 36,1 37,0
40 25,8 27,7 29,2 30,8 32,2 33,5 34,7 35,9 37,0 38,1 39,1

Die Taupunkttabelle gibt an, bei welchen Oberflächentemperaturen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur
und der relativen Luftfeuchte Kondensat auftritt. So wird z.B. bei einer Lufttemperatur von 20 °C und einer
relativen Luftfeuchte von 70 % auf nichtsaugenden Oberflächen mit Oberflächentemperaturen unter
14,4 °C Kondensat auftreten.

Stand: 04/2013 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung - Anhang B

Formblatt B 1.3.1

Äußere Bedingungen Seite


Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftrageber Bauwerksname

Auftragnehmer oben

unten

Datum/ Bauteil 1 Lufttemperatur Unterschrift des


Uhrzeit 2 Taupunkttemperatur Auftragnehmers
3 Objekttemperatur
4 relative Luftfeuchte
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
Bemerkungen

6 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 04/2013


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung - Anhang B

Formblatt B 1.3.2

Abreißfestigkeit Seite

Produkt / Systembezeichnung Bauwerksnummer


(ASB)

Baumaßnahme Bauwerksname

Bauabschnitt oben

unten

Herstellungsdatum der Schichten Prüfungsdatum

Zugeordnete Prüffläche Angaben zum Prüfgerät Geprüft wird


Betonunterlage
Geräte Typ-Nr. vorbereitet …
Messbereich unvorbereitet …
Prüfstempeldurchmesser mm Betonersatzsystem …
Prüfstempelfläche mm² Grundierung/Versiegelung/
Kratzspachtelung …
Angaben zur Prüfung Oberflächenschutzsystem …
Dichtungsschicht …
Bohrtiefe mm Dünnbelag …
Klebstoff Haftschicht …
Krafteinstiegsgeschwindigkeit [N/s] Schweißbahn …
... … 20 … 100 … Dichtungssystem …
50 … 300 … Korrosionsschutzsystem …
Temp. d. Abreiß- Abreißfestigkeit Versagensart [% der Bruchfläche]
Nr. Schichten kraft Einzelwert Mittelwert Kohäsionsversagen Adhäsionsversagen
[°C] [N] [N/mm²] [N/mm²] A B C D Y Z A/B B/C C/D D/Y Y/Z

Unterschriften Bezeichnung der


Schichten
A=
B=
C=
...................................... .................................... .............................. D=
Prüfer/ Firma Auftragnehmer Auftraggeber Y = Kleber
Z = Stempel

Stand: 04/2013 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung - Anhang B

Formblatt B 1.3.3

… Kontrollprüfung Rautiefe Seite


… Eigenüberwachung
Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

Auftragnehmer oben

unten

Datum Bauteil/ Einzelwerte Mittlere Unterschrift des


zugeordnete Prüffläche der Rautiefe Rautiefe Auftragnehmers
Rt [mm] Rtm [mm]

1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
Bemerkungen

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/2013


Bundesanstalt für Straßenwesen
ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 4
Gradiente und Ebenflächigkeit
des Überbaus

Stand 03/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 4 Gradiente und Ebenflächigkeit des Überbaus

Inhalt Seite

1  Allgemeines ............................................. 3 
1.1  Grundsätzliches ........................................ 3 
1.2  Begriffsbestimmungen .............................. 3 

2  Gradiente und Ebenflächigkeit .............. 3 


2.1  Bedingungen für die Sollgradiente........... 3 
2.2  Ermittlung der Rohbau-Isthöhen ............... 3 
2.3  Bedingungen für die Ausgleichsgradiente 3 
2.4  Ebenflächigkeit.......................................... 3 
2.5  Herstellen der Ausgleichsgradiente und
der Ebenflächigkeit ................................... 3 
2.6  Mangel ...................................................... 4 

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 03/12


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 4 Gradiente und Ebenflächigkeit des Überbaus

1 Allgemeines Berücksichtigung der Verformung aus noch nicht


aufgebrachten Ausbaulasten sowie aus Kriechen
und Schwinden in einem Abweichungsbereich, der
1.1 Grundsätzliches sich aus der nachstehenden Formel errechnet, hat
der Auftragnehmer dem Auftraggeber eine Aus-
(1) Für die Erstellung der technischen Unterlagen gleichsgradiente vorzuschlagen.
gilt Abschnitt 2.
(2) Für die Bauausführung der Ausgleichsgradien- hx = + (1 + L * ξ / 625)
te gelten Teil 3 bzw. Teil 4 und Teil 7.
mit ξ = (1 – x / L) * x / L

1.2 Begriffsbestimmungen Es bedeuten:

(1) Sollgradiente hx = Ordinate des Abweichungsbereiches [cm]

Planmäßig vorgegebene Gradiente der fertigen L = Stützweite des zugehörigen Überbaufeldes [cm]
Fahrbahn. x = Abstand der betrachteten Stelle vom Auflager-
(2) Rohbau-Sollgradiente punkt [cm]

Sollgradiente abzüglich Solldicke von Dichtungs-, (2) Die Ausgleichsgradiente muss alle folgenden
Schutz- und Deckschicht . Bedingungen erfüllen:

(3) Rohbau-Istgradiente ― Sie muss statisch und fahrdynamisch unbe-


denklich sein, Lichtraumprofile müssen stets
Vorhandene Gradiente des Überbaus vor Aufbrin- freigehalten werden.
gung von ständigen Lasten (z.B. Belag, Kappen).
― Die einwandfreie Entwässerung muss gewähr-
(4) Ausgleichsgradiente leistet sein.
Unter Berücksichtigung der Rohbau-Istgradiente ― An jeder Stelle muss der Ausrundungshalb-
bestmögliche Angleichung an die Sollgradiente messer mindestens 2500 m bei einer Messstre-
cke von 20 m betragen. Eine Aneinanderrei-
2 Gradiente und Eben- hung von Wannen und Kuppen mit ähnlichen
Abmessungen (Wellenbildung) ist nicht zuläs-
flächigkeit sig.
― Die Richtung des geforderten Quergefälles ist
2.1 Bedingungen für die beizubehalten. Als maximale Abweichung ist
Sollgradiente + 0,2 % zulässig.
Die Sollgradiente muss unter voller ständiger Last ― Die Bauwerksanschlussbereiche sind in die
zum Zeitpunkt t = ∞ unter Berücksichtigung der Gradientenbetrachtung einzubeziehen.
noch zu erwartenden Setzungen bei einer Bau-
(3) Die Ausgleichsgradiente muss vor dem Auf-
werkstemperatur von 10 °C und bei einer gleich-
bringen einer Abdichtung ermittelt werden.
mäßigen Temperaturverteilung im Überbau einge-
halten werden
2.4 Ebenflächigkeit
2.2 Ermittlung der Rohbau-Isthöhen Die örtliche Abweichung der Rohbau-Isthöhe, be-
zogen auf eine Messstrecke von 4 m, darf bei
Die Rohbau-Isthöhen sind vom Auftragnehmer vor
Fahrbahntafeln höchstens 1 cm, bei Oberflächen
der Kappen- oder Gesimsherstellung durch ein
der Kappen höchstens 4 mm betragen.
Netznivellement zu ermitteln. Hierzu werden vom
Auftraggeber vor Beginn der Vermessungsarbeiten
die notwendigen Rastermaße festgelegt, wobei 2.5 Herstellen der Ausgleichs-
das Raster die Gradiente mit erfassen muss. Die
gradiente und der Eben-
Rasterpunkte sind vom Auftragnehmer wetterfest
zu kennzeichnen. flächigkeit
(1) Für das Herstellen der Ausgleichsgradiente
und der Ebenflächigkeit darf nur die Schutzschicht
2.3 Bedingungen für die mit herangezogen werden. Hierbei darf die Dicke
Ausgleichsgradiente der Schutzschicht in einzelnen Punkten die
(1) Bleibt die Abweichung der Rohbau- Grenzwerte bei Betonbrücken gemäß Teil 7 Ab-
Istgradiente von der Rohbau-Sollgradiente unter schnitte 1 bis 3 und bei Stahlbrücken gemäß Teil 7
Abschnitt 4 an keiner Stelle über- bzw. unterschrei-

Stand: 03/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 4 Gradiente und Ebenflächigkeit des Überbaus

ten. Ist die Schutzschicht Gegenstand der Leis-


tungsbeschreibung, wird der Mehreinbau nicht
vergütet. Beträgt die mittlere eingebaute Dicke
weniger als die vertraglich vereinbarte, wird die
Vergütung im Verhältnis der eingebauten zur ver-
traglichen Dicke abgemindert. Diese Regelung gilt
bis zu einer mittleren Mindereinbaudicke von
0,7 cm. Darüber hinausgehende Mindereinbaudi-
cken gelten als Mangel und bedürfen einer beson-
deren Regelung. Ist die Schutzschicht nicht Ge-
genstand der Leistungsbeschreibung, gehen alle
sich aus der Ausgleichsgradiente ergebenden
Mehr- und Folgekosten zu Lasten des Auftrag-
nehmers.
(2) Sollte ein Abtrag des Betons nicht zu umgehen
sein, so hat der Auftragnehmer nachzuweisen,
dass nur Mehrdicken abgetragen werden und die
vertraglich vorgeschriebene Betondeckung der
Bewehrung gewährleistet ist. Umfang und Verfah-
ren des Abtragens sind vorher mit dem Auftragge-
ber festzulegen.
(3) Anschließend sind die bearbeiteten Flächen
gemäß Teil 3 Abschnitt 4 bzw. Teil 7 Abschnitte 1
bis 3 zu behandeln. Unter dem Fahrbahnbelag und
den Kappen muss der Abfluss des Sickerwassers
zu den Öffnungen der Abläufe und zu den Tropftül-
len gewährleistet sein.
(4) Wenn an fertigen Stahlbrücken eine Aus-
gleichsgradiente nach den Vorgaben des Absatzes
(1) und von Nr. 2.3 nicht hergestellt werden kann,
sind Richtarbeiten nur mit ausdrücklicher Zustim-
mung des Auftraggebers zulässig.
(5) Das Planen und Herstellen der Ausgleichsgra-
diente gehört zu den Leistungen des Auftragneh-
mers. Die Kosten trägt der Auftragnehmer.

2.6 Mangel
Lassen sich die Ausgleichsgradiente und die
Ebenflächigkeit nicht mehr nach den Bedingungen
der Nr. 2.3 und 2.5 herstellen, gelten diese Abwei-
chungen als Mangel und bedürfen einer gesonder-
ten Abwicklung.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 03/12


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 1
Baugruben

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informati-
onsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesell-
schaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert
worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

Inhalt Seite Seite


8 Aushub, Rückbau sowie Ver- und
1 Allgemeines .......................................... 3 Hinterfüllen ............................................ 9
2 Grundlagen ........................................... 3 8.1 Aushub der Baugrube............................. 9
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen ............... 3 8.2 Rückbau der Baugruben-sicherung ........ 9
2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung .. 3 8.3 Verfüllen der Baugrube / des
2.3 Emissionen und sonstige Arbeitsraumes ........................................ 9
Beeinträchtigungen ................................ 4 8.4 Hinterfüllen und Überschütten von
2.4 Baugrund und Standsicherheit .............. 4 Bauwerken ............................................ 10
3 Geböschte Baugruben ........................ 4 9 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung ............................. 10
4 Baugruben mit Verbau ........................ 4
4.1 Allgemeines ........................................... 4
4.2 Baugrubenwände ................................... 4
4.2.1 Trägerbohlwände ................................... 4
4.2.2 Stahlspundwände .................................. 5
4.2.3 Bohrpfahlwände ..................................... 5
4.2.4 Schlitzwände .......................................... 5
4.2.5 Kombination von Verbauarten ............... 6
5 Baugrubensohle / Planum .................. 6
6 Verankerung, Vernagelung und
Aussteifung .......................................... 6
6.1 Verpressanker ........................................ 6
6.2 Mikropfähle ............................................ 6
6.3 Vernagelung ........................................... 6
6.4 Baugrubenaussteifung ........................... 7
7 Baugruben im Grundwasser ............... 7
7.1 Allgemeines ........................................... 7
7.2 Restwassermengen ............................... 7
7.3 Dichte Baugrubenwände ....................... 7
7.3.1 Allgemeines ........................................... 7
7.3.2 Stahlspundwände .................................. 7
7.3.3 Bohrpfahlwände ..................................... 7
7.3.4 Schlitzwände .......................................... 8
7.3.5 Dichtwände mit eingehängter
Spundwand ............................................ 8
7.4 Dichte Baugrubensohlen ....................... 8
7.4.1 Allgemeines ........................................... 8
7.4.2 Unterwasserbetonsohle ......................... 9
7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle .................. 9
7.4.4 Hochliegende Injektionssohle ................ 9

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

1 Allgemeines Baubeginn die notwendigen Maßnahmen (z.B.


Umverlegungen von Leitungen, Behelfsbrücken)
(1) Der Teil 2 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit auszuführen.
dem Teil 1 Allgemeines.
(5) Art und Umfang der notwendigen Maßnahmen
(2) Es gelten DIN EN 1997-1:2009-09 und DIN sind in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
1054 sowie DIN EN 1997-2 und DIN 4020.
(3) Weiterhin gelten DIN 4084, DIN 4085,
2.2 Beweissicherung /
DIN 4123 und DIN 4124 sowie die Zusätzlichen
Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien Zustandserfassung
für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB) und (1) Die Beweissicherung gliedert sich in Zu-
die Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugruben“ standserfassungen vor Beginn, während und nach
(EAB). Abschluss der Baumaßnahmen.
(4) Für Wasserhaltungsmaßnahmen gilt der Ab- (2) Für Gebäude, Verkehrsflächen und sonstige
schnitt 3. Anlagen, Ver- und Entsorgungseinrichtungen so-
wie schützenswerte Vegetation im Einflussbereich
(5) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben in
der Baumaßnahmen ist rechtzeitig vor Baubeginn
welche Geotechnische Kategorie die Baugrube
eine Zustandserfassung durchzuführen.
einzuordnen ist.
(3) In der Leistungsbeschreibung sind die Art und
(6) Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten
der Umfang der Beweissicherung sowie der Be-
Angaben zur Baugrube aus dem Geotechnischen
weissicherer zu benennen.
Bericht gelten nur für den Ausschreibungsentwurf
und nur für die dort genannte Baugrubenkonstruk- (4) Führt der Auftraggeber die Zustandserfassung
tion und Einbindetiefe. Bei Änderungsvorschlägen vor Beginn der Baumaßnahmen durch, werden die
oder Nebenangeboten ist vom Auftragnehmer die Ergebnisse dem Auftragnehmer mit der Leistungs-
Gleichwertigkeit durch einen Sachverständigen für beschreibung übergeben.
Geotechnik nachzuweisen.
(5) Der Auftragnehmer übernimmt die Zustandser-
(7) Mit der Erkundung und Untersuchung, dem fassung unter Anerkennung der Ergebnisse mit der
Entwurf, der Berechnung und der Bemessung Maßgabe, sie während der Baumaßnahme fortzu-
sowie der Ausführung dürfen nur solche Personen schreiben.
verantwortlich betraut werden, die gründliche
(6) Ist der Auftragnehmer mit der Beweissicherung
Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen in der
beauftragt, hat er im Einvernehmen mit dem Auf-
Geotechnik nachweisen können.
traggeber einen unabhängigen Sachverständigen
(8) Der Sachverständige für Geotechnik muss für die Durchführung dieser Maßnahmen einzu-
nachweislich fachkundig und erfahren auf dem schalten. Vor Beginn der Baumaßnahmen sind
Gebiet der Bodenmechanik und des Grundbaus dem Auftraggeber Art und Umfang der Beweissi-
sein. cherung zur Zustimmung vorzulegen. Die Ergeb-
nisse der Zustandserfassungen sind dem Auftrag-
geber zeitnah zur Anerkennung vorzulegen.
2 Grundlagen
(7) Die von den Beweissicherungsmaßnahmen
Betroffenen sind vom Auftragnehmer in Abstim-
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen mung mit dem Auftraggeber rechtzeitig vor der
Durchführung zu benachrichtigen.
(1) Vor Beginn der Bauarbeiten ist die exakte La-
ge der betroffenen baulichen Anlagen durch den (8) Nach Beendigung der Bauarbeiten ist eine ab-
Auftragnehmer zu überprüfen. schließende Zustandserfassung durchzuführen
und die vollständige Beweissicherung dem Auf-
(2) Bei der Herstellung und Vorhaltung der Bau-
traggeber zu übergeben.
gruben dürfen keine für diese baulichen Anlagen
unverträglichen Verformungen auftreten. (9) Treten durch das gewählte Bauverfahren
Schäden an benachbarten Bauten oder andere
(3) Die Größe der verträglichen Verformungen und
schädliche Auswirkungen auf, ist der Auftraggeber
ggf. erforderliche Sicherungsmaßnahmen sind in
hiervon unverzüglich zu informieren. Der Auftrag-
die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
nehmer muss unverzüglich mit dem Auftraggeber
(4) Soweit Ver- und Entsorgungseinrichtungen die geeignete Maßnahmen zur Schadensminimierung
Baugrubengrundrissfläche durchlaufen oder im abstimmen und einleiten.
unmittelbaren Einflussbereich der Baugrubenwän-
de und der Verankerung dieser liegen, sind vor

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

2.3 Emissionen und sonstige (2) Baugrubenböschungen sind vor Witterungsein-


Beeinträchtigungen flüssen (Erosion durch Niederschläge, Austrock-
nung usw.) zu schützen. Austretendes Schichten-
(1) Für die Beurteilung von Erschütterungen gilt wasser und sich auf den Böschungsflächen sam-
DIN 4150. melndes Oberflächenwasser sind schadlos abzu-
(2) Die Einhaltung der zulässigen Emissions- leiten.
grenzwerte ist durch den Auftragnehmer nachzu- (3) Für die Baugrubensohle gilt Nr. 5.
weisen. Bedingt der Bauablauf stärkere Emissio-
nen als die gesetzlichen Regelungen bzw. ein-
schlägige Normen erlauben, ist ein Emissions- 4 Baugruben mit Verbau
schutzkonzept vorzulegen.
(3) Die Zugänglichkeit von Ver- und Entsorgungs- 4.1 Allgemeines
einrichtungen ist im Rahmen des Baubetriebes zu
gewährleisten. (1) In der Nr. 4 werden Baugruben ohne Grund-
wasser behandelt.
(4) Die Art und der Umfang der Reinigung der
Verkehrswege sind in der Leistungsbeschreibung (2) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
festzulegen. ob die Ausführung der Baugruben in der Bauweise
mit Arbeitsraum oder in der Bauweise ohne
Arbeitsraum erfolgen soll.
2.4 Baugrund und Standsicherheit
(3) Wird ein Bauwerk unmittelbar gegen die Bau-
(1) Der Geotechnische Bericht nach DIN 4020 ist grubenwände betoniert, ist durch geeignete Maß-
der Leistungsbeschreibung beizufügen. nahmen eine zwängungsarme Bewegung des
(2) Für die Ermittlung von Einwirkungen aus Bau- Bauwerks zu ermöglichen (z.B. durch Trennfolien).
betrieb und Baustellenverkehr gelten die Lastan- (4) Wird das Bauwerk ohne Arbeitsraum direkt
sätze der EAB. Für die Ermittlung von Einwirkun- gegen die Baugrubenwand betoniert, hat der Auf-
gen aus Straßen-, Schienen- und Fußgängerver- tragnehmer Abweichungen bei der Herstellung der
kehr gilt DIN EN 1991-2 in Verbindung mit DIN EN Baugrubenwand zu berücksichtigen. Die daraus
1990. resultierenden Mehrmengen gehen zu Lasten des
(3) Vor Beginn der Aushubarbeiten ist die Stand- Auftragnehmers.
sicherheit der geplanten Baugrube gemäß (5) Die herstellungsbedingten Abweichungen und
DIN 4124 zu belegen. Erforderliche rechnerische die sich durch die Beanspruchung bei der jeweili-
Nachweise und Ausführungspläne sind dem Auf- gen Verbauart ergebenen Verformungen sind zur
traggeber in prüffähiger Form vorzulegen. Einhaltung der lichten geometrischen Baugruben-
(4) Die Prüfung erfolgt durch den Auftraggeber abmessungen zu berücksichtigen.
oder durch einen von ihm beauftragten Prüfingeni- (6) In der Leistungsbeschreibung sind die zuge-
eur. lassenen herstellungsbedingten Abweichungen
(5) In Fällen, in denen die Prüfung durch den und die sich durch die Beanspruchung bei der je-
Auftragnehmer erfolgen soll, ist dies in die weiligen Verbauart ergebenden Verformungen so-
Leistungsbeschreibung aufzunehmen. wie die maximal zulässigen Verformungen des
Verbaus anzugeben.
(6) Werden die Ausführungsunterlagen in geprüf-
ter Form gefordert, bedarf die Wahl des Prüfinge-
nieurs der Zustimmung des Auftraggebers. Die 4.2 Baugrubenwände
Prüfkosten trägt der Auftragnehmer.
4.2.1 Trägerbohlwände
3 Geböschte Baugruben (1) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
ob die Trägerbohlwände vertikal oder geneigt als
(1) Bei der Herstellung der Böschung ist eine Ge-
sogenannter „liegender“ Verbau ausgeführt
fährdung durch abrutschende Massen auszu-
werden sollen oder beide Möglichkeiten zu-
schließen. Beim Aushub entstandene Überhänge
gelassen werden.
durch Bauwerksreste, Steine oder Felsbrocken
sind sofort zu beseitigen. Steine und Felsreste, die (2) Die Stahlträger sind mit gleichem Abstand ein-
sich aus der Böschung lösen können, sind regel- zubauen.
mäßig zu kontrollieren, wenn erforderlich zu si-
(3) Bei konstruktiv notwendigen ungleichen Ab-
chern oder zu beräumen.
ständen der Träger sind besondere Maßnahmen

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

zu treffen, um ein Verdrehen der Träger infolge un- (2) Sofern die Bohrpfahlwände zu tragenden Bau-
terschiedlicher Belastung der Verbohlung zu ver- teilen des endgültigen Bauwerks werden, sind sie
meiden. entsprechend den Expositionsklassen, denen das
Bauteil zugeordnet ist, herzustellen.
(4) Bohlen zwischen Verbauträgern sind durch
Hartholzkeile mit Verspannung gegen den Boden (3) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
einzubauen. Die Keile sind durch aufgenagelte kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut
Leisten gegen Lösen in ihrer Lage zu sichern und werden.
regelmäßig zu überprüfen. Abweichend zur
(4) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung
DIN 4124 dürfen nur kantenscharf gesägte Bohlen
überschnittener Bohrpfahlwände einen Bohr-
eingesetzt werden. Die Bohlen müssen eine Min-
1 abfolgeplan aufzustellen, der mindestens folgende
destauflagerbreite von /5 der Trägerbreite aufwei-
Angaben enthalten muss:
sen.
– die Bezeichnung und die Durchmesser der
(5) Bei einer verankerten Trägerbohlwand ohne
Pfähle,
Gurtung ist zur Sicherung gegen Ankerausfall am
Kopf des Verbaus umlaufend ein Stahlzugband – die planmäßigen Einbindetiefen,
von mindestens 100 x 10 [mm] anzuschweißen.
– die Reihenfolge der Herstellung,
Diese Maßnahme ersetzt nicht den Nachweis
„Ausfall eines Ankers“. – die zulässige Betonfestigkeit der Primärpfähle
beim Herstellen der Sekundärpfähle und,
4.2.2 Stahlspundwände – die Sicherheitsmaßnahmen zur Absicherung of-
fener Bohrungen und noch nicht erhärteter
(1) Es gelten DIN EN 1993-5, DIN EN 10248 und
Pfähle.
DIN EN 12063.
(5) Die Bohrpfahlwände sind mit Bohrschablone
(2) In der Leistungsbeschreibung sind die
herzustellen.
Anforderungen an das Herstellungsverfahren in
Abhängigkeit von den örtlichen Randbedingungen (6) Vorwüchse sind zu beseitigen, wenn sie den
festzulegen. erforderlichen Lichtraum einschränken.
(3) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein (7) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf
geeignetes Führungssystem zu wählen, welches rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden.
ein Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen
(8) Bei einer Suspensionsstützung hat der Auf-
verhindert. Dabei sind Lotabweichungen quer zur
tragnehmer den Nachweis über die Entsorgung
Spundwandachse von maximal 1,5 % der Bohlen-
der anfallenden Suspensionsreste zu erbringen.
länge zulässig. Werden beim Einbringen größere
Abweichungen festgestellt, sind die Spundbohlen
zu ziehen, neu auszurichten und erneut einzubrin- 4.2.4 Schlitzwände
gen.
(1) Es gelten DIN EN 1538 in Verbindung mit
(4) Auf eine Gurtung kann bei verankerten DIN 4126 und DIN 4127 sowie Teil 3 Abschnitt 1.
Spundwänden in Abstimmung mit dem Auftragge-
(2) Sofern Schlitzwände zu tragenden Bauteilen
ber verzichtet werden, wenn die einzelnen Ramm-
des endgültigen Bauwerks werden, sind sie ent-
elemente verankert und kraftschlüssig im Schloss
sprechend den Expositionsklassen, denen das
gerammt wurden und eine durchgehende, flächen-
Bauteil zugeordnet ist, herzustellen. In diesem Fall
hafte Tragwirkung nachgewiesen ist.
muss die Betondeckung cmin = 100 mm betragen.
(5) Der Nachweis einer einwandfreien Schloss-
(3) Eine mehrlagige Bewehrungsanordnung be-
verhakung ist durch installierte induktive Nähe-
darf der Zustimmung des Auftraggebers.
rungsschalter oder mechanische Federstifte zu er-
bringen. (4) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut
(6) Die Hilfsmittel zum Einbringen der Spundboh-
werden.
len (z.B. Niederdruck- / Hochdruck-Spülen, Locke-
rungsbohrungen) sind statisch zu berücksichtigen. (5) Vor Baubeginn ist die Eignung der Rezeptur
Einbringhilfen sind nur bis maximal 1 m vor Errei- für die Stützflüssigkeit nachzuweisen. Der Nach-
chen der endgültigen Einbautiefe zulässig. weis ist dem Auftraggeber vorzulegen.
(6) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung ei-
4.2.3 Bohrpfahlwände nen Lamelleneinteilungsplan aufzustellen, der
mindestens folgende Angaben enthalten muss:
(1) Es gelten DIN EN 1536, DIN SPEC 18140 und
der Teil 3 Abschnitt 1. – die Bezeichnung und die Breite der Lamellen,

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

– die planmäßigen Einbindetiefen, 6 Verankerung, Vernagelung


– die Reihenfolge der Herstellung, und Aussteifung
– das vorgesehene Fugensystem und
– die Maßnahmen zur Absicherung von offenen 6.1 Verpressanker
oder noch nicht erhärteten Lamellen. (1) Es gelten DIN EN 1537 und DIN SPEC 18537.
(7) Der Auftragnehmer hat den Nachweis über die (2) Genehmigt der Auftraggeber die Ausführung
Entsorgung der anfallenden Suspensionsreste zu einer in der Leistungsbeschreibung nicht vorgese-
erbringen. henen Rückverankerung, hat der Auftragnehmer
hierfür die schriftliche Zustimmung der betroffenen
4.2.5 Kombination von Verbauarten Grundstückseigentümer dem Auftraggeber vor
Baubeginn vorzulegen.
Bei der Kombination von Verbauarten sind die vor-
genannten Regelungen sinngemäß anzuwenden. (3) Der Lastfall "Ausfall eines Ankers" ist nachzu-
weisen. Hierbei sind für die erdstatischen Nach-
weise die Teilsicherheitsbeiwerte gemäß Bemes-
5 Baugrubensohle / Planum sungssituation BS-A nach DIN EN 1997-1:2009-09
und DIN 1054 einzuhalten.
(1) Bei bindigem Boden und bei Böden, die bei
Wasser- und / oder Luftzutritt aufweichen oder zer-
fallen, ist eine mindestens 50 cm dicke Schutz- 6.2 Mikropfähle
schicht in der Baugrube zu belassen. Diese
Schutzschicht ist in geeigneter Weise, ggf. von (1) Es gelten DIN EN 14199 und DIN SPEC
Hand, und abschnittweise unmittelbar vor dem 18539.
Herstellen des Gründungsbauteils auszuheben. (2) Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für
Das freigelegte Planum ist unmittelbar durch die das zur Ausführung kommende Pfahlsystem ist
Aufbringung der Tragkonstruktion (Sauberkeits- dem Auftraggeber vorzulegen.
schicht aus Beton oder Filter- / Dränschicht oder
Tragschicht) zu schützen. (3) Bei der Verwendung von Mikropfählen zur
Baugrubensicherung ist in der Leistungsbe-
(2) Bei verdichtungsfähigen Böden sind Auflocke- schreibung ggf. eine über DIN 1054 hinausgehen-
rungen durch ein geeignetes Verdichtungsverfah- de Anzahl von Probebelastungen festzulegen.
ren zu beseitigen. Falls sich die Auflockerungen
durch Verdichten nicht beheben lassen, kann der
Auftraggeber den Ersatz des Bodens durch Beton 6.3 Vernagelung
oder ein geeignetes Ersatzmaterial verlangen. (1) Es gilt DIN EN 14490.
(3) Bei feinkörnigen, wassergesättigten Böden ist (2) Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für
ein Befahren der Baugrubensohle und des Pla- die Bodenvernagelung ist dem Auftraggeber vorzu-
nums nicht zulässig. legen.
(4) Wenn die planmäßige Gründungssohle tiefer (3) Die ungesicherte Standhöhe beim Aushub darf
als die tatsächlich angetroffene Felsoberfläche nur bis zu einer Höhe erfolgen, bei der kein
liegt, darf der Fels nur mit Zustimmung des Auf- Herausrollen, Ausfließen oder ein Ausbruch von
traggebers abgebaut werden. Boden und Fels auftreten kann.
(5) Der Termin für die Überprüfung der Baugru- (4) Die ggf. erforderliche Spritzbetonschale (Flä-
bensohle ist vom Auftragnehmer mindestens zwei chensicherung) ist unmittelbar nach dem Freilegen
Werktage vorher zu benennen, damit ein Sachver- aufzubringen. Für deren Ausführung gelten
ständiger für Geotechnik beteiligt werden kann. DIN EN 14487 und DIN 18551.
Hierfür hat der Auftragnehmer die Baugrube erfor-
derlichenfalls wasserfrei zu halten und die notwen- (5) Abhängig vom Umfang des Wasserandrangs
digen Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur Ver- sind zwischen Boden / Fels und Spritzbetonschale
fügung zu stellen. in ausreichendem Maße Dränmatten / Dränstreifen
bzw. filterstabil ummantelte Dränrohre zur drucklo-
(6) Die für diese Überprüfung erforderlichen Maß- sen Ableitung von Oberflächen- und Sickerwasser
nahmen sind in die Leistungsbeschreibung anzu- einzubauen. Zur Ableitung des mit diesen Elemen-
geben. ten gesammelten Wassers sind Durchlauföffnun-
gen durch die Spritzbetonschale zu führen.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

(6) Eine Überdicke der Spritzbetonschale von gegebene Menge des abzuleitenden Restwassers
20 % der Solldicke ist in die Leistung einzurech- einzuhalten und dessen Beschaffenheit nachzu-
nen. weisen.
(7) Ein Mehraushub bzw. Mehrausbruch bis zu ei-
3 2
nem Einzelvolumen von 0,01 m /m ist in die Leis- 7.3 Dichte Baugrubenwände
tung einzurechnen.
7.3.1 Allgemeines
6.4 Baugrubenaussteifung (1) Dichte Baugrubenwände können sowohl als
(1) Es gelten DIN EN 1992-1, DIN EN 1993-1, DIN Baubehelfe als auch im Ausnahmefall als Teil des
EN 1995-1 sowie der DIN-Fachbericht „Beton“. endgültigen Bauwerks dienen. Dies ist in der
Leistungsbeschreibung anzugeben.
(2) Zur Aufnahme von Horizontalkräften vorgese-
hene Verbände sind an die Baugrubenwände und (2) Die Baugrubenwände sind unter Berücksichti-
etwaige Mittelträgerreihen unverschieblich und gung der zulässigen Restwassermenge wasser-
kraftschlüssig anzuschließen. dicht herzustellen.
(3) Rundholzsteifen müssen geradwüchsig und (3) Auf die Dichtigkeit notwendiger Querschotte
ohne Drehwuchs sein. Hölzerne Steifen dürfen und deren Anschluss ist zu achten.
nicht gestoßen werden.
7.3.2 Stahlspundwände
7 Baugruben im Grundwasser (1) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
ob es in Abhängigkeit von der zulässigen Rest-
wassermenge erforderlich ist, eine zusätzliche
7.1 Allgemeines Schlossdichtung o.ä. einzusetzen.
(1) Zusätzlich zu Nr. 4 gelten die nachfolgenden
(2) Es sind Lotabweichungen quer zur Spund-
Regelungen.
wandachse von maximal 1 % der Bohlenlänge zu-
(2) Die Anforderungen an die Wasserhaltung sind lässig. Werden beim Einbringen größere Abwei-
in Abschnitt 3 geregelt. chungen festgestellt, sind die Spundbohlen zu zie-
hen, neu auszurichten und erneut einzubringen.
(3) In der Leistungsbeschreibung sind die Aufla-
gen aus der wasserrechtlichen Genehmigung und
die Ergebnisse der projektbezogenen Gutachten 7.3.3 Bohrpfahlwände
zu berücksichtigen. (1) Es sind nur Wände mit überschnittenen Bohr-
(4) Für mögliche Störfälle sind Anweisungen zur pfählen zulässig.
sofortigen Schadensbegrenzung auf der Baustelle (2) Bohrpfahlwände als dichte Baugrubenwände
vorzuhalten. Die Anweisungen sind vor Beginn der sind mit einem Pfahldurchmesser von mindestens
Baumaßnahme durch den Auftragnehmer zu er- 60 cm auszubilden.
stellen.
(3) Als allseitige Abweichung der Pfahlachsen von
der Lotrechten sind 0,5 % der Bohrpfahllänge zu-
7.2 Restwassermengen lässig.
(1) Durch Wände (z.B. an Fugen und Schlössern) (4) Die Herstellung hat mit Bohrlochverrohrung zu
oder Sohle zutretendes Restwasser bei technisch erfolgen.
dichten Baugruben muss abgeleitet werden. Die
Anforderungen an Beschaffenheit und Menge des (5) Die Überschneidung benachbarter Pfähle
abzuleitenden Restwassers sind in der Leistungs- muss an jeder Stelle mindestens 50 mm betragen.
beschreibung anzugeben. (6) Bei jeder einzelnen Pfahlbohrung ist vor dem
(2) Für die Behandlung und Ableitung bzw. Betonieren eine Lagekontrolle am Pfahlfuß mittels
Rückführung der Restwassermengen ist von der geeigneter Messeinrichtungen durchzuführen und
zuständigen Wasserbehörde vor Baubeginn eine zu protokollieren.
Genehmigung einzuholen. Die (7) Bei der Anordnung von mehreren unbewehrten
Verantwortlichkeiten hierzu sind in Abschnitt 3 Pfählen zwischen bewehrten Pfählen (z.B. 1+3-
geregelt. System) sind die unbewehrten Pfähle so anzuord-
(3) Wird das Bauverfahren vom Auftragnehmer nen, dass eine Stützlinie im Grundriss nachgewie-
gewählt, sind die in der Leistungsbeschreibung sen werden kann.
bzw. in der wasserrechtlichen Genehmigung vor-

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

Bild 2.1.1: Darstellung der Ausführungssituation für eine Unterwasserbetonsohle

7.3.4 Schlitzwände 7.4 Dichte Baugrubensohlen


(1) Schlitzwände sind mit einer Nenndicke von
mindestens 60 cm auszubilden. 7.4.1 Allgemeines
(2) Als allseitige Abweichung von der Lotrechten (1) Dichte Baugrubensohlen können durch den
sind 0,5 % der Schlitzwandhöhe zulässig. Untergrund selbst (natürliche Dichtsohle) oder
(3) Bei jeder Lamelle ist vor dem Betonieren eine durch den Einbau einer entsprechenden
Lagekontrolle durch ein geeignetes Geomesssys- Konstruktion erreicht werden, insbesondere durch
tem durchzuführen und zu protokollieren. – eine Unterwasserbetonsohle,
(4) Die Überschneidung der Lamellen in Querrich- – eine Injektionssohle (hoch- oder tiefliegend)
tung muss in der Schlitzwandsohle mindestens und
20 cm betragen.
– Sonderbauverfahren, wie z.B. Vereisung.

7.3.5 Dichtwände mit eingehängter Das Verfahren ist in der Leistungsbeschreibung


Spundwand anzugeben.

(1) Es gelten die Nrn. 7.3.2 und 7.3.4 (2) bis (4). (2) Für die Bemessung verfestigter Bodenkörper
gilt DIN 4093.
(2) Spundbohlen sind zur Lagesicherung mit einer
Zwangsführung lotrecht in die Schlitze einzubauen. (3) Die Baugrubensohlen sind unter Berücksichti-
Es sind Maßnahmen zu treffen, um ein Versinken gung der zulässigen Restwassermenge wasser-
des Spundwandkopfes in der Dichtflüssigkeit zu dicht herzustellen.
verhindern. (4) Die den Berechnungen zugrunde gelegten
(3) Die Endschlösser der Spundwände sind gegen Druckverhältnisse sind inner- und außerhalb der
Beschädigung durch Schlitzwandgreifer und Ein- Baugrube durch Grundwasserstandsmessungen
dringen von Dichtmasse durch ein Schutzprofil, vor und während des Aushubs zu kontrollieren. In-
das vor dem Einbau der folgenden Bohle gezogen nerhalb der Baugrube ist der Grundwasserstand
wird, zu schützen. oberhalb der Dichtsohle zu erfassen.

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

(5) Die Wirksamkeit der Dichtsohle ist vor dem (4) Die Einhaltung der in den Genehmigungen
Aushub durch Probelenzung nachzuweisen. festgelegten Werte ist auf der Baustelle laufend zu
überprüfen und zu dokumentieren sowie dem Auf-
traggeber zu übergeben.
7.4.2 Unterwasserbetonsohle
(1) Unterwasserbetonsohlen dürfen für den Nach-
7.4.4 Hochliegende Injektionssohle
weis der Auftriebssicherheit des endgültigen Bau-
werks nicht herangezogen werden. (1) Die hochliegende Injektionssohle ist mit einer
Erdüberdeckung von mindestens 3 m Dicke bis zur
(2) Unterwasserbetonsohlen sind unbewehrt vor-
späteren Baugrubensohle herzustellen.
zusehen. Eine Dicke von 1 m darf nicht unterschrit-
ten werden. (2) Der erforderliche Verbund zwischen der Injek-
tionssohle und der Verankerung ist durch Eig-
(3) Bei einer Nutzung der Unterwasserbetonsohle
nungsversuche auf der Baustelle nachzuweisen.
als Gründungselement sind Maßnahmen zur Mini-
mierung von weichen Ablagerungen unterhalb der
Sohle in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen. 8 Aushub, Rückbau sowie
(4) Der Anschlussbereich Sohle / Wand ist vor Ver- und Hinterfüllen
Einbringen des Unterwasserbetons zu reinigen,
durch Tauchereinsatz zu kontrollieren und zu pro-
tokollieren. 8.1 Aushub der Baugrube
(5) Der Beton ist im Kontraktorverfahren einzu- (1) Der Abtrag und die Lagerung des Oberbodens
bringen. müssen gesondert erfolgen. Abtrag und Lagerung
müssen so erfolgen, dass eine Verschlechterung
(6) Die erforderliche Dicke der Unterwasserbeton- des Bodenmaterials hinsichtlich Qualität und Zu-
sohle ist für den festgelegten Bemessungswasser- sammensetzung vermieden wird.
stand für die Bauzeit nachzuweisen.
(2) Sofern ein Wiedereinbau anfallender Böden
(7) Zwischen Aushubsohle und Soll-Unterfläche vorgesehen ist, muss geeignetes Material getrennt
Unterwasserbeton ist für herstellungsbedingte Un- gelagert werden. Eine Vermischung mit ver-
genauigkeiten ein Maß von 30 cm zu berücksichti- nässten, organischen oder nicht verdichtungsfähi-
gen (s. Bild 2.1.1). gen Böden ist auszuschließen. Bei bindigem oder
(8) Zwischen der Soll-Oberfläche des Unterwas- witterungsempfindlichem Bodenmaterial ist das
serbetons und der Unterfläche der Sohlkonstrukti- Niederschlagswasser durch geeignete Maßnah-
on ist für herstellungsbedingte Ungenauigkeiten men (z.B. Abwalzen mit angelegtem Gefälle, Foli-
ein Maß von 30 cm vorzusehen. Der so entstande- enabdeckung) abzuhalten.
ne Raum ist mit einer Ausgleichsschicht aus Kies
oder Einkornbeton zu verfüllen (s. Bild 2.1.1).
8.2 Rückbau der Baugruben-
(9) Die Ausgleichsschicht ist filterstabil auszufüh- sicherung
ren, im Randbereich gegen seitliches Ausweichen
zu sichern und muss eine flächige Dränwirkung si- (1) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
cherstellen. ob und in welchem Umfang Elemente der Baugru-
bensicherung im Untergrund verbleiben oder rück-
(10) Aufgesetzte Ankerkopfkonstruktionen sind in gebaut werden sollen.
der Ausgleichsschicht anzuordnen.
(2) Der Rückbau von Elementen der Baugrubensi-
cherung ist dem Auftraggeber rechtzeitig vor Be-
7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle ginn anzuzeigen.
(1) Wegen der Herstellungsungenauigkeiten soll (3) Verbleibende Elemente sind einzumessen und
die Injektionssohle nicht mehr als 40 m unter der in die Bestandspläne aufzunehmen.
Bohrebene liegen.
(2) Bei Höhenabstufungen der Injektionssohle ist 8.3 Verfüllen der Baugrube / des
an der Versatzstelle ein Übergangsblock mit einer
Arbeitsraumes
Überlappungslänge, die mindestens der 2-fachen
Versatztiefe entspricht, auszuführen. (1) Die an das Material gestellten Qualitätsanfor-
derungen im Hinblick auf Art und Zusammenset-
(3) Für die Injektionssohle sind wasserrechtliche
zung sind vor Ausführung dem Auftraggeber nach-
Genehmigungen hinsichtlich der Zusammenset-
zuweisen.
zung der vorgesehenen Injektionsmaterialien er-
forderlich.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 1 Baugruben

(2) Der Einbau des Verfüllmaterials darf nicht zu


Schäden an vorhandenen Bauwerksbestandteilen
führen.
(3) In Verbindung mit den Verdichtungsanforde-
rungen und den dafür benötigten Verdichtungsge-
räten ist der Verdichtungserddruck nach DIN 4085
nachzuweisen. Dabei sind insbesondere die ver-
schiedenen Bauzustände zu beachten (z.B. einsei-
tige Verfüllung).
(4) Organische, quellfähige oder vernässte Böden
dürfen nicht verwendet werden.
(5) Durch unsachgemäße Zwischenlagerung un-
brauchbar gewordenes Bodenmaterial hat der Auf-
tragnehmer zu beseitigen und durch brauchbares
Verfüllmaterial zu ersetzen. Die Kosten gehen zu
Lasten des Auftragnehmers.

8.4 Hinterfüllen und Überschütten


von Bauwerken
(1) Zur Wechselwirkung zwischen Bauwerk, Bau-
grund und Hinterfüllung sowie zur Ausbildung der
Entwässerung wird auf das Merkblatt über den Ein-
fluss der Hinterfüllung auf Bauwerke hingewiesen.
(2) Es dürfen auch Gemische aus gebrochenem
Gestein 0/100 mm mit einem Kornanteil unter
0,063 mm von maximal 15 M.-% verwendet wer-
den.
(3) Bei verankerten Wänden ist das Spannen bzw.
Entlasten der Anker auf die Hinterfüllarbeiten ab-
zustimmen. Die entsprechenden Einwirkungskom-
binationen sind bei den Standsicherheitsnachwei-
sen zu berücksichtigen.

9 Überwachung der Bauaus-


führung / Qualitätssicherung
(1) Während der Bauausführung einschließlich
des Rückbaus hat regelmäßig eine Beobachtung
und ggf. auch messtechnische Kontrolle der Bau-
grubensicherung durch den Auftragnehmer im
Hinblick auf Übereinstimmung mit der Ausfüh-
rungsplanung zu erfolgen. Bei Nichtübereinstim-
mung ist umgehend der Auftraggeber zu informie-
ren und vom Auftragnehmer ein entsprechender
Änderungsplan dem Auftraggeber vorzulegen.
(2) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
ob zur Beurteilung der Bauwerks-Boden-Wechsel-
wirkung besondere Messeinrichtungen im Sinne
eines Geomessprogramms gefordert werden
(Präzisionsnivellement, Alignement, Inklinometer,
Druckmessdosen u.a.).

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 2
Gründungen

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informa-
tionsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsge-
sellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geän-
dert worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3
2 Flachgründungen ................................. 3
3 Tiefgründungen.................................... 3
3.1 Pfahlgründungen.................................... 3
3.1.1 Allgemeines ........................................... 3
3.1.2 Verdrängungspfähle............................... 3
3.1.3 Bohrpfähle .............................................. 4
3.1.4 Mikropfähle ............................................ 5
3.2 Gründungen auf Spundwänden ............. 5
4 Sondergründungen .............................. 6
5 Bodenersatz ......................................... 6
5.1 Allgemeines ........................................... 6
5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem Boden .. 6
5.3 Bodenersatz mit Beton........................... 6
5.4 Unterfangungen ..................................... 6
6 Gründung auf verbessertem /
verfestigtem Baugrund........................ 6
6.1 Allgemeines ........................................... 6
6.2 Verdichtung ............................................ 6
6.2.1 Oberflächenverdichtung ......................... 6
6.2.2 Tiefenverdichtung .................................. 6
6.3 Verfestigung ........................................... 7
6.3.1 Allgemeines ........................................... 7
6.3.2 Verfestigung durch Bindemittel .............. 7
6.3.3 Verfestigung mittels
Düsenstrahlverfahren............................. 7
6.3.4 Verfestigung durch Injektionen und
Verdichtungsinjektionen ......................... 7
7 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung .............................. 7

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

1 Allgemeines (2) Der Termin für die Überprüfung der Grün-


dungssohle ist vom Auftragnehmer mindestens
(1) Der Teil 2 Abschnitt 2 gilt nur in Verbindung mit zwei Werktage vorher zu benennen, damit ein
dem Teil 1 Allgemeines. Sachverständiger für Geotechnik beteiligt werden
(2) Es gelten DIN EN 1990, DIN EN 1991-2, DIN kann. Hierfür hat der Auftragnehmer nach Abstim-
EN 1997-1:2009-09, DIN 1054, DIN EN 1997-2 mung mit dem Auftraggeber die notwendigen
und DIN 4020. Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur Verfügung
zu stellen.
(3) Weiterhin gelten DIN 4123, DIN 4124 sowie
die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingun- (3) Die für diese Überprüfung erforderlichen Maß-
gen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau nahmen sind in die Leistungsbeschreibung aufzu-
(ZTV E-StB) und die Empfehlungen des Arbeits- nehmen.
kreises „Baugruben“ (EAB).
(4) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben in 3 Tiefgründungen
welche Geotechnische Kategorie die Bauwerks-
gründung einzuordnen ist.
3.1 Pfahlgründungen
(5) Für Widerlagergründungen wird auf das Merk-
blatt über den Einfluss der Hinterfüllung auf Bau-
3.1.1 Allgemeines
werke hingewiesen.
(1) Es gelten DIN EN 1993-5, DIN EN 1536 und
(6) Der Geotechnische Bericht nach DIN 4020 ist
DIN SPEC 18140, DIN EN 12699 und DIN SPEC
der Leistungsbeschreibung beizufügen.
18538, DIN EN 12794 sowie DIN EN 14199 und
(7) Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten DIN SPEC 18539.
Angaben zur Gründung aus dem Geotechnischen
(2) Es wird auf die Empfehlungen des Arbeitskrei-
Bericht gelten nur für den Ausschreibungsentwurf
ses „Pfähle“ (EA – Pfähle) hingewiesen.
und nur für die dort genannte Gründungsart und
Gründungstiefe. Bei Änderungsvorschlägen oder (3) Die Pfahlwiderstände sind anhand von Pfahl-
Nebenangeboten ist vom Auftragnehmer die probebelastungen oder von Probebelastungen un-
Gleichwertigkeit durch einen Sachverständigen für ter vergleichbaren Verhältnissen zu ermitteln, bzw.
Geotechnik nachzuweisen. es kann auf Erfahrungswerte, z.B. der EA – Pfähle,
zurückgegriffen werden, wenn über das mechani-
(8) Der Auftragnehmer hat bei dem von ihm ge-
sche Verhalten des Baugrundes gesicherte Er-
wählten Bauverfahren vor Beginn der Gründungs-
kenntnisse vorliegen. Die Art des Tragfähigkeits-
arbeiten eine Zustandserfassung durchzuführen.
nachweises ist in der Leistungsbeschreibung fest-
Hierzu gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
zulegen.
(9) Für die Ausführungsplanung sind der Rechen-
(4) Für Probebelastungen gelten die EA – Pfähle.
gang und die zugehörigen Lastannahmen im Ein-
vernehmen mit dem Auftraggeber festzulegen. (5) Einzelpfähle oder einreihige Pfahlgruppen un-
ter Widerlagern oder Stützen mit längsfesten La-
(10) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben
gern sind nur bei der integralen Bauweise zuge-
mit welcher Abgrabung (Tiefe und Ausdehnung)
lassen.
vor bestehenden Gründungen für die Standsicher-
heitsnachweise gerechnet werden muss. (6) Aus konstruktiven Gründen soll bei Verdrän-
gungs- und Bohrpfählen der Randüberstand der
(11) Der Sachverständige für Geotechnik muss
Pfahlkopfplatte über die Pfähle mindestens 30 cm
nachweislich fachkundig und erfahren auf dem
betragen. Die Pfahlkopfplatte soll mindestens
Gebiet der Bodenmechanik und des Grundbaus
60 cm dick sein.
sein.
(12) Sind bauwerksunverträgliche Verformungsdif-
3.1.2 Verdrängungspfähle
ferenzen zwischen Gründungen nicht auszuschlie-
ßen, ist eine messtechnische Kontrolle im Sinne (1) Die tatsächliche Lage und Richtung der Pfähle
der Beobachtungsmethode vorzusehen. Daraus zu sind aufzumessen.
erwartende zusätzliche Maßnahmen sind in der
Leistungsbeschreibung anzugeben. (2) Für die Bemessung der Verdrängungspfähle
sind unabhängig von den tatsächlichen Abwei-
chungen die nach DIN EN 12699 zulässigen Her-
2 Flachgründungen stellungsabweichungen zu berücksichtigen.
(1) Es gelten DIN EN 1992-2 sowie der DIN- (3) Beschädigte Pfahlköpfe dürfen nur mit Ge-
Fachbericht „Beton“. nehmigung des Auftraggebers abgeschnitten und

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

ersetzt werden. 1536 nachzuweisen.


(4) Bei vorgefertigten Verdrängungspfählen aus (7) Ortbetonpfähle sind mindestens 50 cm über
Stahlbeton müssen die Stahleinlagen der Pfähle Unterfläche Pfahlkopfplatte bzw. -balken zu beto-
mindestens 50 cm in das anschließende Bauteil nieren. Dieser Überstand ist nach Aushub der
einbinden. Der gesunde Beton des Pfahles muss Baugrube für die Pfahlkopfplatte bzw. den Pfahl-
mindestens 5 cm in die Pfahlkopfplatte einbinden. kopfbalken auf 5 cm zu kappen.
(5) Die Mindestdruckfestigkeit von vorgefertigten (8) Die Längsbewehrung ist gleichmäßig über den
Verdrängungspfählen aus Stahl- und Spannbeton Umfang zu verteilen. Zum sicheren Einhalten der
muss vor dem Transport einem Beton C20/25 bzw. Betondeckung und zur Lagesicherung der Längs-
vor dem Rammen C30/37 entsprechen. bewehrung sind mindestens folgende Maßnahmen
vorzusehen:
(6) Ortbetonverdrängungspfähle sind mindestens
50 cm über Unterfläche Pfahlkopfplatte bzw. – Im Abstand von höchstens 2,50 m sind jeweils
-balken zu betonieren. Dieser Überstand ist nach zwei Bandstahlringe 5 x 60 [mm] mit einem Ab-
Aushub der Baugrube für die Pfahlkopfplatte bzw. stand von 25 cm in der Bewehrung anzuordnen
den Pfahlkopfbalken bis auf 5 cm über Unterfläche und an diese Ringe entsprechende Bügel mit
Pfahlkopfplatte bzw. -balken zu kappen. einem Stabdurchmesser von 16 mm als Ab-
standhalter anzuschweißen. Bei maschineller
(7) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber die
Herstellung des Bewehrungskorbes dürfen die
nach DIN EN SPEC 18538 zu führenden Herstell-
beiden Bandstahlringe durch einen Ring glei-
berichte spätestens am folgenden Arbeitstag zu
cher Steifigkeit und die Bügel durch abstandhal-
übergeben. Sollten die Bedingungen vereinbarter
tende Kufen ersetzt werden, deren Enden nach
Randkriterien nicht erfüllt werden, ist der Auftrag-
innen gebogen sind. Der Fuß des Bewehrungs-
geber hiervon zu unterrichten und es sind ihm Vor-
korbes ist aus gekreuztem Bandstahl
schläge für die weiteren Maßnahmen zu unterbrei-
5 x 60 [mm] mit einer Stahlplatte
ten.
200 x 200 x 5 [mm] herzustellen. Bei einem ver-
fahrensbedingten Einbau der Bewehrung nach
3.1.3 Bohrpfähle dem Betonieren muss die Fußausbildung des
Bewehrungskorbes modifiziert werden.
(1) Abweichend von DIN EN 1536 sind für die
Herstellung von Bohrpfählen maximal eine Exzent- – Soweit verfahrensbedingt nicht verhindert wer-
rizität von 0,05 x D (D = Pfahldurchmesser) und den kann, dass der Bewehrungskorb in den Un-
eine Neigungsabweichung von 0,015 m je Meter tergrund absinkt oder beim Ziehen des Bohr-
Pfahllänge gegenüber dem Sollwert zulässig. rohres mitgenommen wird, sind andere Lagesi-
cherungen vorzusehen.
(2) Für die Bemessung der Bohrpfähle sind unab-
hängig von den tatsächlichen Abweichungen die (9) Leerbohrungen sind beim Ziehen der Verroh-
vorgenannten Abweichungen zu berücksichtigen. rung bis Oberfläche Bohrplanum mit sandigem
Die lastverteilende Wirkung von Pfahlrostplatten Kies oder anderem geeigneten Material zu verfül-
o.Ä. darf gem. DIN SPEC 18140 berücksichtigt len und ggf. zu verdichten.
werden.
(10) Die Überprüfung der Pfahlaufstandsebene
(3) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf und der notwendigen Einbindelänge in den tragfä-
rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden. higen Baugrund erfolgt durch den Auftraggeber
und / oder seinen Sachverständigen für Geotech-
(4) Unverrohrte Bohrungen für Pfähle sind nur im
nik.
Fels und nur mit Zustimmung durch den Auftrag-
geber zugelassen. Der Bereich der (11) Der Termin für die Überprüfung der
Pfahlfußaufweitung ist hiervon ausgeschlossen. Pfahlaufstandsebene und der notwendigen
Einbindelänge in den tragfähigen Baugrund ist
(5) Pfahlfußaufweitungen sind in Abstimmung mit
vom Auftragnehmer mindestens zwei Werktage
dem Sachverständigen für Geotechnik in Hinblick
vorher zu benennen, damit der Sachverständige
auf die Bemessung und die Ausführung festzule-
für Geotechnik beteiligt werden kann. Hierfür hat
gen.
der Auftragnehmer nach Abstimmung mit dem Auf-
(6) Die Übereinstimmung der ausgeführten Pfähle traggeber die notwendigen Hilfseinrichtungen und
mit den Vorgaben in den Berechnungs- und Be- Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.
messungsansätzen unter Berücksichtigung der
(12) Die für diese Überprüfung erforderlichen
angetroffenen Baugrundverhältnisse und / oder
Maßnahmen sind in der Leistungsbeschreibung
den Angaben im Geotechnischen Bericht hat der
anzugeben.
Auftragnehmer dem Auftraggeber durch Vorlage
der Baustellenaufzeichnungen gemäß DIN EN

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

3.1.4 Mikropfähle (5) Abweichend von der DIN EN 10248-2, gelten


die in Bild 2.2.1 aufgeführten Verhakungsmaße.
(1) Es dürfen nur verpresste Mikropfähle ausge-
führt werden. (6) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine
mögliche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbe-
(2) Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für
lastung durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf.
das zur Anwendung kommende Pfahlsystem ist
Gewässer ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Die
dem Auftraggeber vorzulegen.
Korrosionsschutzmaßnahmen sind in der Leis-
(3) Der Einsatz des zur Ausführung kommenden tungsbeschreibung anzugeben.
Pfahlsystems sowie der Ansatz und die Aufnahme
(7) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein
möglicher Horizontalkräfte auf das Gründungssys-
geeignetes Führungssystem zu wählen, welches
tem sind auf der Basis des Geotechnischen Be-
ein Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen
richtes in Abstimmung mit dem Sachverständigen
verhindert. Die Spundbohlen sind kraftschlüssig im
für Geotechnik festzulegen. Diese Angaben sind in
Schloss einzubringen. Dabei sind Lotabweichun-
der Leistungsbeschreibung festzulegen.
gen quer zur Spundwandachse von maximal 0,5 %
der Spundwandlänge zulässig. Werden beim Ein-
3.2 Gründungen auf Spundwänden bau größere Abweichungen festgestellt, sind die
Spundbohlen zu ziehen, neu auszurichten und er-
(1) Es gilt DIN EN 1993-5.
neut einzubringen.
(2) Bei einer Gründung auf Spundwänden ist die
(8) Die Bohlen sind in einem Zuge auf endgültige
Verträglichkeit von Spannungen und Verformun-
Tiefe einzubringen.
gen für Stahlbauteil und Stahlbetonbauteil durch
eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder (9) Die Wahl von Einbringhilfen hat in Abstimmung
einen statischen Nachweis zu belegen. mit dem Auftraggeber zu erfolgen.
(3) Eine ausreichend kraftschlüssige Einbindung (10) Die Spundwandeinbringung ist in Analogie zu
des Spundwandkopfes in das aufgehende Trag- den vorgefertigten Verdrängungspfählen zu proto-
glied ist durch druck- und schub- sowie zugfesten kollieren. Die Protokolle sind gemäß DIN SPEC
Verbund sicherzustellen. 18538 als großer Herstellbericht anzufertigen und
spätestens am folgenden Arbeitstag dem Auftrag-
(4) Die Spundwände sind nach DIN EN 12063
geber vorzulegen.
auszuführen. Dabei sind ungebrauchte Stahl-
spundbohlen nach DIN EN 10248 zu verwenden.

Bild 2.2.1: Beispiele bewährter Schlossformen von Spundbohlen (Maße in mm)

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

4 Sondergründungen 6 Gründung auf verbessertem


(1) Kombinierte Flach- und Tiefgründungen, / verfestigtem Baugrund
Senkkasten-, Druckluft- und Schwimmkastengrün-
dungen gehören in die Geotechnische Kategorie 3 6.1 Allgemeines
nach DIN EN 1997-1:2009-09 und DIN 1054.
Bei der Verbesserung und der Verfestigung des
(2) Für die Berechnung, Bemessung und kon- Baugrundes ist die Lastausbreitung in der Leis-
struktive Durchbildung gelten zusätzlich zu Nr. 1 tungsbeschreibung festzulegen.
DIN EN 1991, DIN EN 1992, DIN EN 1993 sowie
der DIN-Fachbericht „Beton“.
6.2 Verdichtung

5 Bodenersatz 6.2.1 Oberflächenverdichtung


(1) Zur Festlegung der Anforderungen in der Leis-
5.1 Allgemeines tungsbeschreibung wird auf das Merkblatt für die
(1) Boden darf nur mit Zustimmung des Auftrag- Verdichtung des Untergrundes und Unterbaues im
gebers ersetzt werden. Straßenbau hingewiesen.
(2) Die Eignung des Bodenersatzes ist vom Auf- (2) Der Nachweis der geforderten Verdichtung ist
tragnehmer nachzuweisen. durch den Auftragnehmer zu erbringen.

5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem 6.2.2 Tiefenverdichtung


Boden (1) Die Verbesserung der Tragfähigkeit des Bau-
(1) Bodenersatz mit nichtbindigem Boden kann grundes kann mit Hilfe der Tiefenrüttlung, der Rüt-
nur flächenhaft ausgeführt werden. Die Eignung telstopfverdichtung oder von Fallplat-
des nichtbindigen Bodens ist vom Auftragnehmer ten / Fallgewichten erfolgen. Für die Tiefenrüttlung
durch mindestens eine Probe je angefangene und die Rüttelstopfverdichtung können Hinweise
3
500 m und beim Wechsel der Entnahmegrube für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung DIN
nachzuweisen. EN 14731 entnommen werden. Hiervon abwei-
chend kann eine Tiefenrüttlung auch durch Auf-
(2) Der Bodenersatz ist an allen Seiten der Grün- satzrüttler erfolgen.
dungsfläche mit einem Überstand zur
Fundamentfläche auszuführen. Der Überstand (2) Bei der Tiefenverdichtung ist der Ablauf des
muss der Schichtdicke des Bodenersatzes ent- Verdichtungsverfahrens vom Auftragnehmer zu
sprechen. beschreiben und dem Auftraggeber vor Baubeginn
vorzulegen.
(3) Der Einbau des nichtbindigen Bodens hat la-
genweise zu erfolgen. (3) Über die Lage und Anzahl der Rüttelpunkte ist
vom Auftragnehmer ein Plan aufzustellen und dem
(4) Die Verdichtungsanforderungen des Bodener- Auftraggeber vorzulegen.
satzes müssen in der Leistungsbeschreibung an-
gegeben werden. (4) Die notwendigen Nachweise zur Feststellung
der Wirksamkeit möglicher Hilfsmaßnahmen bei
der Tiefenverdichtung (Luft- / Wasserspülung) sind
5.3 Bodenersatz mit Beton in der Leistungsbeschreibung anzugeben.
(1) Der Bodenersatz mit Beton muss in den sta- (5) Für das bei der Rüttelstopfverdichtung einzu-
tisch erforderlichen Grundriss- und Tiefenabmes- bauende Bodenmaterial sind vom Auftragnehmer
sungen ausgeführt werden. vor Baubeginn entsprechende Eignungsnachweise
(2) Die statischen Nachweise sind zusätzlich für vorzulegen.
die Unterfläche des Bodenersatzes zu führen. (6) In der Leistungsbeschreibung ist ein Bau-
grundverbesserungsfaktor anzugeben. Der Faktor
5.4 Unterfangungen drückt den Erfolg der Baugrundverbesserung, z.B.
unter Berücksichtigung von Steifemodul, Rei-
Es gilt DIN 4123. bungswinkel oder anderer Kenngrößen des ur-
sprünglichen und des verbesserten Baugrundes,
aus.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 2 Gründungen

(7) Vom Auftragnehmer ist vor Baubeginn in Ab- (2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassun-
stimmung mit dem Auftraggeber ein Qualitätssi- gen für das Düsenstrahlverfahren sind dem Auf-
cherungsplan zum Nachweis des Baugrundver- traggeber vorzulegen.
besserungsfaktors festzulegen.
(8) Alle verfahrenstechnisch relevanten Parameter 6.3.4 Verfestigung durch Injektionen und
gemäß Qualitätssicherungsplan sind zu dokumen- Verdichtungsinjektionen
tieren und dem Auftraggeber zu übergeben.
(1) Es gilt DIN EN 12715.
(9) Vor Beginn der Baumaßnahme sind entspre-
(2) Die Umweltverträglichkeit und die Festigkeits-
chende Probefelder anzulegen, aus denen der Ab-
eigenschaften des Injektionsgutes sind vor Baube-
stand der Rüttelpunkte sowie zusätzlich bei der
ginn gemäß DIN EN 12715 durch den Auftrag-
Rüttelstopfverdichtung die Mengen des einzubau-
nehmer nachzuweisen.
enden Bodenmaterials abgeleitet werden können,
um den geforderten Baugrundverbesserungsfaktor (3) Für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit
zu erreichen. von Silikatgelen ist vor Baubeginn eine allgemeine
bauaufsichtliche Zulassung vorzulegen.
(10) Bei der Verdichtung mit Fallplatten / Fall-
gewichten ist durch den Auftragnehmer durch An- (4) Durch den Auftragnehmer ist das Injektionser-
legung von Probefeldern der geplante Verdich- gebnis (z.B. Festigkeit, verfestigtes Volumen) mit-
tungsablauf zu prüfen und auf die jeweiligen örtli- tels Einzeluntersuchungen (z.B. Bohrungen) zu
chen Baugrundverhältnisse abzustimmen. überprüfen.
(11) Die Auswirkungen der Verdichtung mit Fall- (5) Vom Auftragnehmer ist dem Auftraggeber vor
platten / Fallgewichten auf das Umfeld sind mess- Baubeginn ein Plan über Lage, Abstand und Aus-
technisch zu begleiten und eine Beweissiche- richtung der Injektionsstellen vorzulegen.
rung / Zustandserfassung einzuleiten. Für die Be-
(6) Bei Verdichtungsinjektionen sind vor Baube-
weissicherung / Zustandserfassung gilt Abschnitt 1
ginn durch Anlegen von Probefeldern Druck und
Nr. 2.
Menge des einzupressenden Mörtels zu überprü-
(12) Das Arbeitsplanum muss mindestens 50 cm fen und der Abstand der entsprechenden Injekti-
über der planmäßigen Gründungsebene des Bau- onsstellen vorzugeben.
werkes und mindestens 50 cm über dem Grund-
wasserspiegel liegen.
7 Überwachung der
(13) Der Nachweis der geforderten Verdichtung ist Bauausführung /
durch den Auftragnehmer zu erbringen.
Qualitätssicherung
(14) Nach Abschluss der Tiefenverdichtung ist ei-
(1) Für Emissionen und sonstige Beeinträchtigun-
ne Oberflächenverdichtung vorzunehmen.
gen gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
(2) In Abhängigkeit von den Randbedingungen
6.3 Verfestigung
können bei Pfählen Integritätsprüfungen erforder-
lich werden. Art und Umfang der Prüfungen sind in
6.3.1 Allgemeines der Leistungsbeschreibung festzulegen.
Für die Bemessung von verfestigten Bodenkörpern (3) Die Dokumentationen der Pfahlherstellung sind
gilt DIN 4093. dem Auftraggeber arbeitstäglich vorzulegen.
(4) Zur Beweissicherung können beim Einsatz von
6.3.2 Verfestigung durch Bindemittel Düsenstrahlverfahren und Verdichtungsinjektionen
bautechnische Zustandserfassungen nach Ab-
(1) Bodenverfestigungen unter Verwendung von
schnitt 1 Nr. 2 und Hebungskontrollen erforderlich
Kalk sind unterhalb der Gründungssohle von Inge-
werden. Dies ist in der Leistungsbeschreibung an-
nieurbauten nicht zulässig.
zugeben.
(2) Der Nachweis der Festigkeitserhöhung obliegt
dem Auftragnehmer durch Anlegung von Probefel-
dern und Probevermörtelungen.

6.3.3 Verfestigung mittels Düsenstrahl-


verfahren
(1) Für Bodenvermörtelungen mit dem Düsen-
strahlverfahren gilt DIN EN 12716.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 3
Wasserhaltung

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informati-
onsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesell-
schaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert
worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3
1.1 Grundsätzliches ..................................... 3
1.2 Begriffsbestimmungen ........................... 3

2 Grundlagen ........................................... 3
2.1 Örtliche Verhältnisse .............................. 3
2.2 Baugrund und Hydrogeologie ................ 3
2.3 Wasserrechtsverfahren .......................... 3
2.4 Ausführungsplanung von
Wasserhaltungen ................................... 4
2.5 Beweissicherung / Zustandserfassung .. 4

3 Wasserhaltungsverfahren ................... 4
3.1 Allgemeines ........................................... 4
3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft ............. 4
3.2.1 Offene Wasserhaltung ........................... 4
3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit
Kleinbrunnen .......................................... 4
3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
Brunnen und Tauchpumpen .................. 4
3.3 Wasserhaltung mit Vakuum ................... 5
3.3.1 Vakuumflachbrunnen ............................. 5
3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen ..................... 5
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen ................................ 5
3.4 Wasserhaltung zur Druckentlastung ...... 5

4 Einleitung von Wasser ........................ 5


4.1 Allgemeines ........................................... 5
4.2 Einleitung in Gewässer .......................... 5
4.3 Einleitung ins Grundwasser durch
Versickerung .......................................... 5

5 Rückbau von Anlagen zur


Wasserhaltung ..................................... 5

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

1 Allgemeines 2 Grundlagen

1.1 Grundsätzliches 2.1 Örtliche Verhältnisse


(1) Der Teil 2 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit Die örtlichen Verhältnisse, wie Topographie, Be-
dem Teil 1 Allgemeines. bauung, denkmalgeschützte Bebauung u.a., sind
im Geotechnischen Bericht nach DIN 4020 beson-
(2) Es gelten DIN EN 1997-1:2009-09 und DIN
ders zu beachten, wenn Wasserverhältnisse er-
1054 sowie DIN EN 1997-2 und DIN 4020.
wartet oder erkundet werden, die für die Herstel-
(3) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben, lung eines Bauwerkes einen dauerhaften oder
in welche Geotechnische Kategorie die Wasserhal- temporären Eingriff in die Grundwasserverhältnis-
tung einzuordnen ist. se erwarten lassen. Diese sind in der Leistungsbe-
schreibung anzugeben.
(4) Die Wasserhaltung umfasst alle Maßnahmen
für das vollständige und sichere Abhalten, Ent-
spannen, Fassen und Ableiten sowohl des Grund- 2.2 Baugrund und Hydrogeologie
und Sickerwassers als auch des oberirdisch zuflie-
ßenden Wassers, insbesondere alle Maßnahmen (1) Die Ergebnisse der geotechnischen Erkun-
zum Trockenhalten der Baugrube, einschließlich dung sind in einem Geotechnischen Bericht nach
der Wiedereinleitung in Gewässer oder ins Grund- DIN 4020 mit speziellen Untersuchungen zur Was-
wasser durch Versickerung. Dazu gehören: serdurchlässigkeit des Bodens und zur Reichweite
der Absenkung sowie Empfehlungen zur Ausfüh-
– die Ausführungsplanung, rung der Wasserhaltung darzustellen. Diese wer-
– die Herstellung, den vom Sachverständigen für Geotechnik ermit-
telt und mit der Leistungsbeschreibung zur Verfü-
– der Betrieb und gung gestellt.
– der Rückbau (2) Die Erkundung der hydrogeologischen Ver-
der erforderlichen Anlagen. hältnisse ist auf das gesamte Einflussgebiet der
Wasserhaltung zu beziehen, insbesondere sind
(5) Maßnahmen gegen Hochwasser sind in die Vegetation, Wasseraustritte, Quellen, Wasser-
Leistungsbeschreibung aufzunehmen. standsganglinien von Gewässern und Grundwas-
(6) Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten ser, vorhandene Wasserentnahmen (Trinkwasser-
Angaben zur Wasserhaltung aus dem Geotechni- gewinnungsgebiete, Heilquellen, sonstige Brun-
schen Bericht gelten nur für den Ausschreibungs- nen) sowie Altlasten u.a., in die Erkundung und
entwurf und nur für das dort genannte Wasserhal- Bewertung einzubeziehen. Die Ermittlung der hyd-
tungsverfahren sowie die dort genannten Reich- rogeologischen Verhältnisse erfolgt durch den
weiten und Absenktiefen. Bei Änderungsvorschlä- Sachverständigen für Geotechnik bzw. den Auf-
gen oder Nebenangeboten ist vom Auftragnehmer traggeber und ist in die Leistungsbeschreibung
die Gleichwertigkeit durch einen Sachverständigen aufzunehmen.
für Geotechnik nachzuweisen. Erforderliche Ände- (3) Die Beschaffenheit des Grundwassers ist im
rungen des Wasserrechtsverfahrens sowie weitere Hinblick auf die für die Wasserhaltungsdauer er-
erforderliche Genehmigungen sind Sache des Auf- forderliche Funktionsfähigkeit der Wasserhal-
tragnehmers. tungsanlage (z.B. Verhinderung von Versinter-
(7) Die zur Wasserhaltung errichteten Anlagen ungen und Verockerungen) und im Hinblick auf die
dürfen nur mit Zustimmung des Auftraggebers in Einleitung (z.B. Verunreinigungen) zu untersuchen.
und außer Betrieb gesetzt, entfernt oder in ihrem Die Ergebnisse sind in die Leistungsbeschreibung
Bestand geändert werden. aufzunehmen.

(8) Der Sachverständige für Geotechnik muss (4) Die Durchführung von weitergehenden geo-
nachweislich fachkundig und erfahren auf dem technischen Untersuchungen, insbesondere zur
Gebiet der Bodenmechanik und des Grundbaus Wasserhaltung (Probeabsenkung, Laborversuche
sein. u.a.), die aufgrund des vom Auftragnehmer vorge-
sehenen oder gewählten Verfahrens erforderlich
werden, ist vom Auftragnehmer zu tragen und vom
1.2 Begriffsbestimmungen Auftraggeber zu genehmigen.
Für die Begriffsbestimmungen gilt das Merkblatt
über Wasserhaltungen bei Baugruben. 2.3 Wasserrechtsverfahren
(1) Das Wasserrechtsverfahren wird in der Regel

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

vom Auftraggeber vor dem Ausschreibungsverfah- weissicherung, Dokumentation oder als Teil einer
ren durchgeführt. Beobachtungsmethode ist mit dem Auftraggeber
abzustimmen.
(2) Die Auflagen der wasserrechtlichen Genehmi-
gung, z.B. genehmigte Wasserentnahmen, Was-
sermengenmessung, Beweissicherung, Einsatz 3 Wasserhaltungsverfahren
von Beobachtungsmethoden, sind vom Auftrag-
nehmer bei der Ausführungsplanung der Wasser-
haltungen zu berücksichtigen. 3.1 Allgemeines
(1) Wasserhaltungsanlagen sind gegen Funkti-
2.4 Ausführungsplanung von Was- onsausfall zu schützen.
serhaltungen (2) Falls erforderlich ist der Umfang eines Probe-
(1) Die Planung von Wasserhaltungen ist von ei- betriebes der Wasserhaltungsanlage in der Leis-
nem nachweislich Fachkundigen im Auftrag des tungsbeschreibung festzulegen.
Auftragnehmers durchzuführen.
(2) Die Ausführungsplanung von Versickerungsan- 3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft
lagen ist gemäß Arbeitsblatt DWA-A 138 Planung,
Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung 3.2.1 Offene Wasserhaltung
von Niederschlagswasser vorzunehmen.
(1) Pumpensümpfe, Sickergräben und Dräns sind
(3) Die Ausführungsplanung von Maßnahmen zur außerhalb der Fundamentfläche anzuordnen.
Wasserhaltung muss das gewählte Verfahren und
alle Kenngrößen der Wasserhaltung, wie die zu (2) Die offene Wasserhaltung ist an allen Stellen
entnehmenden Wassermengen, Reichweite der des Wasserzutritts filterstabil zu betreiben.
Absenkung, Absenkung des Druckniveaus ein-
schließlich der Grundlagen zur Einleitung des 3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit
Wassers nach Nr. 4, enthalten, die zur Durchfüh- Kleinbrunnen
rung der Beweissicherung und dem Einsatz von
Geomesssystemen für die Durchführung einer Be- Die Wasserhaltung mit Kleinbrunnen (Wellpoints)
obachtungsmethode benötigt werden. ist nach den Kriterien der Nrn. 3.3.1 (1) und
3.3.1 (3) herzustellen und durchzuführen.
(4) Die Ausführungsplanung ist rechtzeitig vor Be-
ginn der Baumaßnahme dem Auftraggeber vorzu-
legen. 3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
Brunnen und Tauchpumpen
(1) Der Auftragnehmer hat nach Beendigung der
2.5 Beweissicherung /
Bohrarbeiten unter Auswertung der Bohrergebnis-
Zustandserfassung se sämtlicher Brunnen die Protokolle zu den er-
(1) Die Beweissicherung zum Einfluss der Was- bohrten Schichten und Grundwasserständen ein-
serhaltung wird vom Auftraggeber bei Beauftra- schließlich des Brunnenausbaus vorzulegen.
gung und Umsetzung des Ausschreibungsentwur- (2) Zusätzlich zur Einhaltung des Restsandgehal-
fes festgelegt, veranlasst und beauftragt. tes hat der Auftragnehmer nachzuweisen, dass
(2) Entstehen durch die gewählte Wasserhaltung das Brunnenwasser keine mit bloßem Auge er-
des Auftragnehmers Veränderungen beim Auf- kennbare Trübung aufweist. Das Ergebnis ist in ei-
wand für die Beweissicherung nach dem Aus- nem Protokoll festzuhalten.
schreibungsentwurf, sind daraus entstehende (3) Zur Überprüfung der Gesamtfördermengen hat
Mehraufwendungen vom Auftragnehmer zu tragen. der Auftragnehmer geeichte oder kalibrierte Sys-
Der Auftragnehmer hat in Abstimmung mit dem teme zur Wassermengenerfassung zu verwenden.
Auftraggeber die erweiterte Beweissicherung zu Die Erfassung ist kontinuierlich vorzunehmen und
veranlassen. Die Ergebnisse der Beweissicherung aufzuzeichnen.
sind dem Auftraggeber vorzulegen. Der Umfang
der Beweissicherung umfasst den Einflussbereich (4) Es sind nur vollautomatisch gesteuerte Pum-
der Grundwasserabsenkung und –einleitung sowie pen zugelassen. Sie müssen bei Wasserandrang
die beweissichernde Erfassung der Grundwasser- eingeschaltet, nahezu dauernd voll beaufschlagt
stände innerhalb und außerhalb der Baugrube und laufen und kurz vor Trockenlaufen abschalten. Die
deren fortlaufende Dokumentation. Messung der für die Wasserhaltung verbrauchten
Energie muss über gesonderte Zähler erfolgen.
(3) Der Einsatz von Geomesssystemen zur Be-

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 3 Wasserhaltung

(5) Betriebsstörungen sind dem Auftraggeber un- 4 Einleitung von Wasser


verzüglich mitzuteilen.

3.3 Wasserhaltung mit Vakuum 4.1 Allgemeines


Die Einleitung oder Versickerung von Wasser
3.3.1 Vakuumflachbrunnen muss der wasserrechtlichen Genehmigung ent-
sprechen.
(1) Die Herstellung der Vakuumflachbrunnen und
die Wahl des Einbringverfahrens, z.B. Einspülen,
Einsetzen in Bohrlöcher, liegen in der Verantwor- 4.2 Einleitung in Gewässer
tung des Auftragnehmers. Die Art der Einbringung
Die Vorbehandlung des einzuleitenden Wassers,
ist dem Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten mit-
z.B. Reinigung oder Sandfang, ist in die Leis-
zuteilen.
tungsbeschreibung aufzunehmen.
(2) Vom Auftragnehmer sind alle für die Funktions-
fähigkeit der Vakuumanlage erforderlichen Leis-
tungen, z.B. Abdichtung am Kopf und ggf. auch im 4.3 Einleitung ins Grundwasser
Umfeld bei Vakuumverlusten, zu erbringen. durch Versickerung
(3) Die Vakuumanlage ist so auszulegen und zu (1) Für Bau und Betrieb von Versickerungsanla-
betreiben, dass jeder Brunnen einzeln abgeschal- gen gilt das Arbeitsblatt DWA-A 138.
tet werden kann. (2) Gefördertes Wasser ist soweit von der Bau-
(4) Die Vakuumflachbrunnen sind filterstabil her- grube entfernt zu versickern, dass ein Rückfluss
zustellen. (hydraulischer Kurzschluss) ausgeschlossen ist. Ist
ein Rückfluss unvermeidbar, ist dieser bei der Be-
messung der Versickerungsanlage zu berücksich-
3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen tigen.
Es gelten die Festlegungen nach Nr. 3.3.1. (3) Die Versickerung muss schadlos für die Nach-
barbebauung oder sonstige Anlagen sowie für die
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen Ökologie erfolgen.
Vom Auftragnehmer sind alle zur Herstellung und (4) Die Versickerung muss für die Dauer des Be-
Funktionsfähigkeit der Vakuumanlage erforderli- triebes unter Berücksichtung der chemischen und
chen Leistungen zu erbringen. Hierzu gehören: biologischen Beschaffenheit des Wassers ausrei-
chend bemessen sein.
– die Abdichtung von Brunnenanlage und ggf.
auch Umfeld gegen Lufteinzug,
– die Abdichtung von Steigleitungen, Messein- 5 Rückbau von Anlagen zur
richtungen und Elektroinstallationen gegen Un- Wasserhaltung
terdruck und
(1) Die Anlagen zur Wasserhaltung sind so zurück
– die Ausführung spezieller Leistungen für die zu bauen, dass keine Veränderung der geotechni-
Wirksamkeit in geschichteten Böden. schen und hydrogeologischen Situation entsteht
und dass kein Festigkeitsverlust des Baugrundes
auftritt.
3.4 Wasserhaltung zur
Druckentlastung (2) Brunnen, Pumpensümpfe, Sickergräben und
Dräns sind, soweit diese ausnahmsweise im Be-
Ist eine Wasserhaltung zur Druckentlastung Be- reich des späteren Baukörpers liegen, nach Been-
standteil eines vom Auftragnehmer gewählten Ver- digung der Wasserhaltung hohlraumfrei und kraft-
fahrens oder Nebenangebotes ist vom Auftrag- schlüssig zu verfüllen.
nehmer nachzuweisen, dass durch eine Druckent-
lastung tiefer liegende Grundwässer nicht negativ
beeinflusst werden und das Spannungsniveau für
den Baugrund einschließlich der darin oder darauf
gegründeten Bauteile verträglich ist.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 4
Stützkonstruktionen

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informati-
onsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesell-
schaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert
worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

Inhalt Seite

1 Allgemeines ............................................. 3
1.1 Grundsätzliches ........................................ 3
1.2 Begriffsbestimmungen .............................. 3
2 Grundlagen .............................................. 4
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen .................. 4
2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung ..... 4
2.3 Emissionen und sonstige
Beeinträchtigungen ................................... 4
2.4 Baugrund und Standsicherheit ................. 4
3 Stützbauwerke......................................... 4
3.1 Gewichtsstützwände ................................. 4
3.1.1 Allgemeines .............................................. 4
3.1.2 Gestapelte Konstruktionen ....................... 4
3.2 Im Boden einbindende Wände ................. 4
3.2.1 Allgemeines .............................................. 4
3.2.2 Stahlspundwände ..................................... 4
3.2.3 Bohrpfahlwände ........................................ 5
3.2.4 Schlitzwände ............................................. 5
3.3 Zusammengesetzte Stützkonstruktionen.. 5
3.3.1 Allgemeines .............................................. 5
3.3.2 Bewehrte Erde .......................................... 5
3.3.3 Geokunststoffbewehrte Stütz-
konstruktionen ........................................... 5
4 Böschungssicherungen ......................... 5
4.1 Allgemeines .............................................. 5
4.2 Oberflächensicherungen ........................... 5
4.2.1 Futtermauern, Spritzbetonsicherungen .... 5
4.3 Sicherungselemente ................................. 6
4.3.1 Allgemeines .............................................. 6
4.3.2 Verankerungen und Elementwände ......... 6
4.3.3 Bodenvernagelungen ................................ 6
5 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung ................................. 6

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

1 Allgemeines (2) Stützbauwerke


Sind Gewichtsstützwände, im Boden einbindende
Wände und zusammengesetzte Stützkonstruk-
1.1 Grundsätzliches tionen. Hierzu siehe DIN EN 1997-1:2009-09.
(1) Der Teil 2 Abschnitt 4 gilt nur in Verbindung (3) Böschungssicherungen
mit dem Teil 1 Allgemeines.
Bestehen aus einer Oberflächensicherung,
(2) Dieser Abschnitt beschreibt ausschließlich Sicherungselementen oder ggf. einer Kombination
solche Konstruktionen, welche der dauerhaften von beiden.
Sicherung von Geländesprüngen dienen. Tempo-
räre Konstruktionen werden im Abschnitt 1 be- (4) Oberflächensicherung
handelt. Die Sicherung dient dem Schutz der ansonsten
(3) Es gelten DIN EN 1997-1:2009-09 und DIN standsicheren Böschung vor Witterung und
1054, DIN 1997-2 und DIN 4020, DIN EN 1991-2, Erosion. Sie ist nicht in der Lage, außer ihrem
DIN EN 1992-2, DIN EN 1993-2 sowie der DIN- Eigengewicht weitere waagerechte oder
Fachbericht „Beton“. senkrechte Kräfte in den Baugrund zu übertragen.
(4) Weiterhin gelten die Zusätzlichen Technischen (5) Sicherungselemente
Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erd- Sicherungen, die in der Lage sind, waagerechte
arbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB). oder senkrechte Kräfte in den Baugrund zu
(5) Für den Beton gelten Teil 3 Abschnitte 1 übertragen.
und 2. (6) Gestapelte Konstruktionen
(6) Für die konstruktive Ausbildung sowie die Sind Gewichtsstützwände. Sie bestehen aus
Berechnungs- und Bemessungsansätze wird auf übereinander gestapelten bzw. geschichteten
das Merkblatt über den Einfluss der Hinterfüllung Einzelelementen. Sie können auf der Erdseite
auf Bauwerke hingewiesen. ohne oder mit Rückverhängung ausgeführt
(7) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben, werden.
in welche Geotechnische Kategorie die Stütz- (7) Elementwände
konstruktion einzuordnen ist.
Werden in Böschungen aus vorübergehend
(8) Die vom Auftraggeber zur Verfügung standsicherem Boden oder Fels hergestellt, in dem
gestellten Angaben zur Stützkonstruktion aus dem der Aushub zur Tiefe und zur Breite hin
Geotechnischen Bericht gelten nur für den abschnittsweise durchgeführt und ggf. mit
Ausschreibungsentwurf nur für das dort genannte Spritzbeton gesichert wird. Zur Aufnahme des
Bauverfahren. Bei Änderungsvorschlägen oder Erddruckes werden rückverankerte Wandelemente
Nebenangeboten ist vom Auftragnehmer die aus Stahlbeton hergestellt. Je nach Anordnung der
Gleichwertigkeit durch einen Sachverständigen für Wandelemente können aufgelöste oder
Geotechnik nachzuweisen. geschlossene Elementwände ausgeführt werden.
(9) Bei der Ausführung der Stützkonstruktionen (8) Anker
sind tausalzhaltige Sprühnebel, aggressive Böden
und Wässer, Vandalismus sowie Fahrzeuganprall Sind vorgespannte bzw. selbstspannende
und Brand zu berücksichtigen. Die entsprechen- Elemente, die über den Verpress- bzw. Ver-
den Angaben sind die Leistungsbeschreibung ankerungskörper Zugkräfte in den Baugrund
aufzunehmen. einleiten.
(10) Der Sachverständige für Geotechnik muss (9) Nägel
nachweislich fachkundig und erfahren auf dem
Sind nicht vorgespannte Elemente zur Boden-
Gebiet der Bodenmechanik und des Grundbaus
bewehrung, welche infolge Baugrundverformung
sein.
über die gesamte Nagellänge Zugkräfte abtragen.
Anstehender Boden, vermörtelte Nägel und ggf.
1.2 Begriffsbestimmungen Spritzbetonsicherung bilden dabei ein Verbund-
tragwerk.
(1) Stützkonstruktionen
Sind bauliche Anlagen zur dauernden Sicherung
eines Geländesprungs, einer Böschung oder eines
Hanges. Stützkonstruktion ist der Oberbegriff für
„Stützbauwerke“ und „Böschungssicherungen“.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

2 Grundlagen sein. Die Kantenlänge bzw. die Korngröße ist auf


die Maschenweite der Körbe abzustimmen. Für die
Prüfung der Dauerhaftigkeit des Gesteinsmaterials
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen gilt DIN EN 13242. Die Körbe sind nach dem
Grundsatz der Hohlraumminimierung zu verfüllen
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2. und sicher zu verschließen.
(5) Die Fugen der Bauelemente sind, mit Aus-
2.2 Beweissicherung / Zustands- nahme von am Einbauort gefüllten Gabionen, ver-
erfassung setzt anzuordnen.
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2. (6) Die Kipp- und Gleitnachweise sind für die
Sohlfuge und alle maßgebenden Lagerfugen zu
führen.
2.3 Emissionen und sonstige
(7) Die Gründung muss tragfähig und frostsicher
Beeinträchtigungen erfolgen.
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
3.1.2.3 Raumgitterkonstruktionen
2.4 Baugrund und Standsicherheit (1) Es gilt das Merkblatt für Raumgitterkonstrukti-
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.4 (1) bis (4). onen.
(2) Raumgitterkonstruktionen sind auf einem sta-
tisch nachgewiesenen Fundament frostsicher zu
3 Stützbauwerke gründen.
(3) Die Betondeckung für die Fertigteilelemente
3.1 Gewichtsstützwände beträgt cmin = 40 mm und cnom = 45 mm.
(4) Wirken Verkehrslasten auf die Raumgitterkon-
3.1.1 Allgemeines struktion ein, sind die Fertigteilelemente mit einer
Mindestabmessung von 20 cm und einem Min-
Betonierunterbrechungen innerhalb der Wand sind
destdurchmesser der Bewehrung von 10 mm aus-
nicht zulässig. Arbeitsfugen sind nur im
zuführen.
Übergangsbereich Fundament - Wand zugelassen.
(5) Für Auswahl, Einbau und Verdichtung des
Verfüll- und Hinterfüllbodens gelten die ZTV E-StB.
3.1.2 Gestapelte Konstruktionen

3.1.2.1 Allgemeines 3.2 Im Boden einbindende Wände


Die Standsicherheit dieser Konstruktionen wird
wesentlich vom Hinterfüll-, Ver- und ggf. Füllmate- 3.2.1 Allgemeines
rial beeinflusst. Materialauswahl und Einbau sind (1) Es gelten die Empfehlungen des Arbeits-
daher besonders sorgfältig vorzunehmen. Die ent- kreises „Baugruben“ (EAB).
sprechenden Angaben sind in der Leistungsbe-
schreibung anzugeben. (2) Es sind Konstruktionen anzustreben, die ohne
dauerhafte Abstützung (Steifen und Anker)
auskommen. Sind dauerhafte Abstützungen not-
3.1.2.2 Gabionen, Blockschichtungen, wendig, sind nicht vorgespannte Verankerungen
Betonelemente zu bevorzugen.
(1) Es gilt das Merkblatt über Stützkonstruktionen (3) Für verankerte Wände gilt Abschnitt 1 Nr. 6.
aus Betonelementen, Blockschichtungen und
Gabionen.
3.2.2 Stahlspundwände
(2) Es sind nur Gabionen aus Drahtgitterbehältern
zugelassen. Die sichtbare Höhe der Gabionen- (1) Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4.
konstruktion ist auf 6 m begrenzt. (2) Kanaldielen dürfen nicht eingesetzt werden.
(3) Die verwendeten Natursteinblöcke und Beton- (3) Es dürfen nur ungebrauchte Spundbohlen
elemente müssen frost- und witterungsbeständig verwendet werden.
sein.
(4) In Abänderung der DIN EN 10248-2, Tabelle
(4) Die Gabionenfüllung muss ein enggestuftes, 15 gelten die in Abschnitt 2 Nr. 3 aufgeführten
Körnungsband mit möglichst hohem Steinanteil Verhakungsmaße.
aufweisen, sowie witterungs- und frostbeständig

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

(5) Die Spundwandschlösser können nach dem (5) Für die Auswahl und den lagenweise verdich-
Einbringen verschweißt werden, wenn besondere teten Einbau des Füllbodens gelten die Kriterien
Anforderungen an die statische Tragwirkung in des M SASE.
Längsrichtung, die Qualität von Ansichtsflächen
und/oder den Rückhalt von Wasser bestehen.
3.3.3 Geokunststoffbewehrte Stütz-
(6) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine konstruktionen
mögliche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbe-
lastung durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf. (1) Es gelten die Technischen Lieferbedingungen
Gewässer ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Für für Geokunststoffe im Erdbau des Straßenbaues
Spundwände an Wasserbauwerken sind die Kor- (TL Geok E-StB).
rosionsschutzanforderungen der ZTV-W LB 218 (2) Werden Gabionen als Frontelemente verwen-
anzuwenden. Die Korrosionsschutzmaßnahmen det, gilt für die Gabionen Nr. 3.1.2.2.
sind in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
(3) Der Füllboden ist nach den Kriterien der
(7) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben, Empfehlungen für den Entwurf und die
ob die Spundwände zum Schutz vor Tausalz- und Berechnung von Erdkörpern mit Bewehrungen aus
Brandeinwirkungen Vorsatzschalen erhalten sol- Geokunststoffen (EBGEO) auszuwählen und nach
len. den Vorgaben der ZTV E-StB lagenweise ver-
dichtet einzubauen.
3.2.3 Bohrpfahlwände (4) Der Einbau der Geokunststoffe ist in Über-
einstimmung mit dem Merkblatt über die An-
(1) Es gelten Abschnitt 1 Nr. 4 und Abschnitt 2
wendung von Geokunststoffen im Erdbau des
Nr. 3.
Straßenbaus (M Geok E) vorzunehmen.
(2) Abweichend zu Abschnitt 2 Nr. 3 können
(5) Die Nachweise in den Grenzzuständen der
einreihige Pfahlgruppen ausgeführt werden.
Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit sind nach
den EBGEO zu führen. Verformungen vorhande-
3.2.4 Schlitzwände ner Frontelemente und deren Auswirkung auf die
Konstruktion und den Baugrund sind zu
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4. berücksichtigen.

3.3 Zusammengesetzte
Stützkonstruktionen
4 Böschungssicherungen

3.3.1 Allgemeines 4.1 Allgemeines


(1) Es gilt DIN EN 14475. Um einen Aufstau von Wasser dauerhaft zu
vermeiden, ist eine wirksame Entwässerung
(2) Für die Herstellung der Aufstandsfläche des vorzusehen.
bewehrten Erdkörpers gilt Abschnitt 1 Nr. 5.

4.2 Oberflächensicherungen
3.3.2 Bewehrte Erde
(1) Es ist das Merkblatt über Stützkonstruktionen 4.2.1 Futtermauern, Spritzbetonsicherungen
aus stahlbewehrten Erdkörpern (M SASE) zu
beachten. (1) Diese Art der Oberflächensicherung kann
zusätzlich mit Nägeln oder Ankern kombiniert
(2) Für die Bewehrung des Füllbodens sind werden. Die entsprechenden Anforderungen sind
gerippte, nach DIN EN ISO 1461 feuerverzinkte in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
Stahlbänder zu verwenden. Die Schichtdicke der
Feuerverzinkung und die Dicke des Korrosions- (2) Bei Futtermauern ist die Entwässerung durch
zuschlages sind dem M SASE zu entnehmen. Es trockenes Versetzen der Steine sicherzustellen.
ist eine Gebrauchsdauer von 100 Jahren zugrunde Werden Fugen vermörtelt, sind Dränmatten oder
zu legen. Einkornbeton in einer Mindestdicke von 15 cm und
Dränrohre auszuführen. Bei Spritzbetonsiche-
(3) Die Bewehrungselemente sind mit Außen- rungen sind Entwässerungsöffnungen und ggf.
hautelementen, z.B. Stahlbetonplatten, Stahlgittern Entwässerungsbohrungen auszuführen.
oder -blechen zu verbinden.
(4) Massive Außenhautelemente sind auf einem
Streifenfundament zu gründen.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 2 Grundbau - Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

4.3 Sicherungselemente

4.3.1 Allgemeines
(1) Bei betonangreifenden Böden und Wässern
entsprechend DIN-Fachbericht „Beton“ bzw.
DIN 4030-1 sind mit dem Sachverständigen für
Geotechnik ggf. zusätzliche Untersuchungen und
Maßnahmen für die Erstellung der Leistungsbe-
schreibung festzulegen.
(2) Verankerte oder vernagelte Stützkonstruk-
tionen, die in die Geotechnische Kategorie 3 nach
DIN 1054 eingestuft sind, sind mit Messeinrichtun-
gen zur Überwachung der Bauwerksdeformationen
zu versehen. Die Messeinrichtungen sind in die
Leistungsbeschreibung aufzunehmen.

4.3.2 Verankerungen und Elementwände


(1) Für Ankersysteme gilt Abschnitt 1 Nr. 6.
(2) Die Ausführung der Ankerköpfe muss den
Einsatz einer Spannpresse bei der Bauwerks-
prüfung ermöglichen.

4.3.3 Bodenvernagelungen
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 6.

5 Überwachung der
Bauausführung /
Qualitätssicherung
Es gelten Abschnitt 1 Nr. 9 sowie Abschnitt 2 Nr. 7.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 1
Beton

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3 10.1.2 Bestimmung der Kernfeuchte ................. 8


2 Anforderungen an die 10.2 Prüfung des Wassereindring-
Ausgangsstoffe .................................... 3 widerstands ............................................ 9
2.1 Gesteinskörnungen ................................ 3 10.3 Prüfung des Frost-Tausalz-
Widerstands ............................................ 9
2.2 Zemente ................................................. 3
2.3 Zugabewasser ....................................... 3
2.4 Zusatzstoffe ........................................... 3
2.5 Zusatzmittel ............................................ 3
3 Anforderungen an die
Betonzusammensetzung .................... 3
3.1 Verwendung von Gesteins-
körnungen .............................................. 3
3.2 Verwendung von Zusatzstoffen ............. 4
3.3 Verwendung von Zusatzmitteln ............. 4
3.4 Betontemperatur .................................... 5
3.5 Chloridgehalt .......................................... 5
4 Anforderungen in Abhängigkeit
von Expositionsklassen ...................... 5
5 Anforderungen an den Frischbeton ... 6
6 Anforderungen an den Festbeton ..... 6
7 Festlegung des Betons ....................... 7
7.1 Beton nach Zusammensetzung ............. 7
7.2 Beton nach Eigenschaften ..................... 7
8 Lieferung von Frischbeton ................. 7
8.1 Angaben des Betonherstellers für
den Verwender ....................................... 7
8.2 Lieferschein für Transportbeton ............. 7
8.3 Lieferschein für Beton von
Fertigteilen ............................................. 7
8.4 Konsistenz bei Lieferung ....................... 7
9 Produktionslenkung ............................ 7
9.1 Betonzusammensetzung
und Erstprüfung ..................................... 7
9.2 Lagerung der Baustoffe ......................... 8
9.3 Verfahren der Produktions-
lenkung .................................................. 8
10 Prüfungen von Frisch-
und Festbeton ...................................... 8
10.1 Bestimmung des Wassergehalts
von Frischbeton ..................................... 8
10.1.1 Bestimmung des Wassergehalts
durch Darren .......................................... 8

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

1 Allgemeines 2.4 Zusatzstoffe


(1) Der Teil 3 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit Für nicht genormte Betonzusatzstoffe ist dem Auf-
dem Teil 1 Allgemeines. traggeber die allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
sung vorzulegen.
(2) Es gilt DIN-Fachbericht „Beton“, in dem
DIN EN 206-1 und die in DIN 1045-2 festgelegten
Änderungen und Ergänzungen zusammengefasst 2.5 Zusatzmittel
sind.
Für nicht genormte Zusatzmittel ist dem Auftrag-
(3) Bei Bezugnahme auf DIN 1045-1 in dem DIN- geber die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
Fachbericht „Beton“ ist stattdessen DIN EN 1992- vorzulegen.
1-1 und DIN EN 1992-2 anzuwenden.
(4) Hochfester Beton und selbstverdichtender Be- 3 Anforderungen an die
ton dürfen nur mit Zustimmung des Auftraggebers
verwendet werden.
Betonzusammensetzung
(5) Für Beton für Fertigteile gelten DIN EN 1992-2
und DIN 1045-4. 3.1 Verwendung von Gesteins-
körnungen
2 Anforderungen an die (1) Die Gesteinskörnungen bis einschließlich
8 mm Größtkorn sind in mindestens zwei getrenn-
Ausgangsstoffe ten Korngruppen, Gesteinskörnungen größer als
8 mm Größtkorn in mindestens drei getrennten
2.1 Gesteinskörnungen Korngruppen zuzugeben.

(1) Es dürfen nur Gesteinskörnungen nach (2) Das Größtkorn der Gesteinskörnung ist unter
DIN EN 12620 und DIN EN 13055-1 verwendet Berücksichtigung der Betondeckung, der kleinsten
werden. Querschnittsabmessung und des kleinsten Ab-
standes der Bewehrungsstäbe auszuwählen.
(2) Für die Gesteinskörnung gilt zusätzlich folgen-
des: (3) Alle Bauwerke im Bereich der Bundesfernstra-
ßen sind der Feuchtigkeitsklasse WA gemäß der
ʊ Der Anteil leichtgewichtiger organischer Verun- Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbe-
reinigungen darf für die grobe Gesteinskörnung ton (DAfStb) „Vorbeugende Maßnahmen gegen
0,05 M.-% und für die feine Gesteinskörnung schädigende Alkalireaktion im Beton“ (Alkali-
0,25 M.-% nicht überschreiten. Richtlinie) zuzuordnen.
ʊ Die Kornform von groben Gesteinkörnungen (4) Die Gesteinskörnung muss hinsichtlich des
muss für gebrochenes Korn mindestens der Ka- Frost-Tau-Widerstandes mindestens der Kategorie
tegorie SI20 entsprechen. F2 entsprechen.
ʊ Die Kornzusammensetzung der groben Ge-
(5) Der Nachweis des Frost-Tau-Widerstandes in
steinskörnung muss enggestuft sein. Kornge-
der Expositionsklasse XF2 und XF4 gilt nur dann
mische und natürlich zusammengesetzte (nicht
als erbracht, wenn bei der Prüfung gemäß
aufbereitete) Gesteinskörnungen 0/8 dürfen
nicht verwendet werden. DIN EN 1367-6 (Natriumchloridverfahren) der
Masseverlust 8 M.-% nicht überschreitet.

2.2 Zemente (6) Grobe Gesteinskörnung, deren Masseverlust


bei der Prüfung gemäß DIN EN 1367-6 8 M.-%
(1) Für nicht genormte Zemente ist dem Auftrag- überschreitet, kann in den Expositionsklassen XF2
geber die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und XF4 nur eingesetzt werden, wenn im Beton-
vorzulegen. versuch nach DIN V 18004
(2) Es sind Zemente nach DIN EN 197-1, ʊ die Abwitterung 500 g/m² nicht überschreitet
DIN EN 197-4, DIN 1164-10 oder DIN 1164-11 zu und
verwenden.
ʊ die visuelle Prüfung der Prüfoberfläche keine
Hinweise auf Verwitterung mehrerer Gesteins-
2.3 Zugabewasser körner gibt.

Wenn die Eignung des Wassers zur Betonherstel- Die Festbetonprüfung kann mit dem Plattenverfah-
lung untersucht wurde, müssen die Ergebnisse ren oder dem CDF - Verfahren nach
dem Auftraggeber vorgelegt werden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

DIN CEN/TS 12390-9 an gesägten Flächen durch- Verwendung anderer Zementarten bedarf der Zu-
geführt werden. stimmung des Auftraggebers.
(7) Höhere Abwitterungen als 500 g/m² können im (7) Die Anrechnung von Flugasche in der Exposi-
Einzelfall dann vereinbart werden, wenn ein aus- tionsklasse XF4 bedarf der Zustimmung des Auf-
reichender Frost-Tausalz-Widerstand in Expositi- traggebers.
onsklasse XF4 durch ergänzende Untersuchungen
(8) Silikastaub darf dem Beton nur in Form einer
bestätigt wird.
homogenen Suspension zugegeben werden. Aus-
genommen hiervon ist das Betontrockengemisch
3.2 Verwendung von Zusatzstoffen für Spritzbeton.
(1) Werden Spanngliedverankerungen verwendet, (9) Eine gleichzeitige Verwendung von Flugasche
bei denen der Spannstahl in direktem Kontakt zum und Silikastaub bedarf der Zustimmung des Auf-
Beton steht (z.B. Besen- und Fächerverankerun- traggebers. Dies bezieht sich auch auf Flugasche
gen), dürfen nur Betonzusatzstoffe nach DIN- und Silikastaub als Bestandteil des Zements.
Fachbericht „Beton“ Abschnitt 5.2.5.1 verwendet
werden.
3.3 Verwendung von Zusatzmitteln
(2) Insgesamt darf der Gehalt an Flugasche
(1) Aus einer Wirkungsgruppe darf nur ein Beton-
60 M.-% bezogen auf den Zementgehalt nicht
zusatzmittel verwendet werden.
überschreiten.
(2) Betonzusatzmittel mit Wirkstoffgruppen Sac-
(3) Die anrechenbare Flugaschemenge darf
charose und Hydroxycarbonsäure dürfen nicht
80 kg/m³ nicht überschreiten.
verwendet werden. Dies gilt auch für Mischproduk-
(4) Für Gründungsbauteile, wie z.B. Bohrpfähle, te, die diese Wirkstoffgruppe enthalten.
darf einem Beton mit CEM III/B Flugasche zuge-
(3) Verzögerungszeiten über 12 h sind mit dem
geben werden. Für weitere Anwendungsbereiche
Auftraggeber abzustimmen.
bedarf die Zugabe von Flugasche zu Beton mit
CEM III/B der Zustimmung des Auftraggebers. (4) Bei der Nachdosierung von Fließmittel darf der
Beton nicht so weit angesteift sein, dass die zum
(5) In Beton für Kappen (Expositionsklassen XF4
Zeitpunkt vor der Erstdosierung an der Baustelle
und XD3) darf Flugasche nicht angerechnet wer-
gemessene Ist-Konsistenz unterschritten wird. Auf
den.
der Baustelle ist dies durch Messung des Aus-
(6) Die Anrechnung von Flugasche in der Exposi- breitmaßes vor der Nachdosierung sicherzustellen.
tionsklasse XF2 darf bei Betonen mit CEM I und
CEM II/A-Zementen erfolgen. Die Anrechnung bei

Tabelle 3.1.1: Luftgehalt des Frischbetons

1
Größtkorn Mittlerer Mindest-Luftgehalt ) in Vol.-% für Beton der Konsistenz
C1 C2 bzw. F2 und F3 3
[mm] • F4 )
ohne FM oder BV C1 mit FM oder BV
2 2
8 5,5 6,5 ) 6,5 )
2 2
16 4,5 5,5 ) 5,5 )
2 2
32 4,0 5,0 ) 5,0 )
1
) Einzelwerte dürfen diese Anforderungen um höchstens 0,5 Vol.-% unterschreiten.
2
) Wenn bei der Erstprüfung nachgewiesen wird, dass die Grenzwerte für die Luftporenkennwerte am Festbeton entsprechend
Merkblatt eingehalten werden, gilt ein um 1% niedrigerer Mindestluftgehalt. Für diesen Nachweis darf der Luftgehalt des Frischbe-
tons bei einem Größtkorn von 8 mm 6,0 Vol.-%, von 16 mm 5,0 Vol.-% und von 32 mm 4,5 Vol.-% nicht
überschreiten.
3
) Bei der Ausbreitmaßklasse F6 sind die Luftporenkennwerte am Festbeton entsprechend Merkblatt nachzuweisen.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

(5) Bei Verwendung von Luftporenbildern gilt das ergeben sich aus den Expositionsklassen nach
Merkblatt für die Herstellung und Verarbeitung von DIN-Fachbericht „Beton“.
Luftporenbeton der Forschungsgesellschaft für
(4) In der Expositionsklasse XF2 darf der w/z-Wert
Straßen- und Verkehrswesen. Für den Luftgehalt
0,50 nicht überschreiten.
im Frischbeton unmittelbar vor dem Einbau in das
Bauteil gilt Tabelle 3.1.1. Verluste von Luftporen (5) Abweichend von dem DIN-Fachbericht „Beton“
während des Förderns, insbesondere bei Pump- muss für Widerlager, Stützen, Pfeiler, Überbauten,
förderung, sind durch entsprechende Vorhaltema- Gründungen wie z.B. Bohrpfähle, Tunnelsohlen,
ße zu berücksichtigen. Zu deren Festlegungen Tunnelwände, Tunnelschalen, Trogsohlen und
sind ggf. bei den ersten Betonagen zusätzliche Trogwände in den Expositionsklassen XF2, XF3,
Luftgehaltsbestimmungen nach der Pumpe vorzu- XD2 oder XA2 – sofern ohne Luftporenbildner –
nehmen. die Mindestdruckfestigkeitsklasse C30/37 nach
28 d betragen.
(6) Fließmittel der Wirkstoffgruppen Polycarboxy-
lat und Polycarboxylaether dürfen nur mit den glei- (6) Abweichend vom DIN-Fachbericht „Beton“
chen Betonausgangsstoffen, mit denen die Erst- muss für Kappen in den Expositionsklassen XF4
prüfung durchgeführt wurde und nur in den Beton- und XD3 die Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30
temperaturbereichen, die in der Erstprüfung zu- nach 28 d und der maximale w/z-Wert 0,50 betra-
grunde lagen, verwendet werden. gen.
(7) Die Verwendung von CEM-II-M-Zementen
3.4 Betontemperatur nach DIN-Fachbericht „Beton“, Tabelle F.3.2 be-
darf der Zustimmung des Auftraggebers.
(1) Bei Tunnelinnenschalen von zweischalig aus-
geführten Tunneln in geschlossener Bauweise so- (8) Für Beton von Kappen dürfen Zemente
wie Tunnelwänden und –decken von Tunneln in of- CEM III nicht verwendet werden.
fener Bauweise darf die Frischbetontemperatur an (9) Für Beton von Betonschutzwänden dürfen als
der Einbaustelle 25 °C nicht überschreiten, sofern Zement CEM III nur Zemente CEM III/A mit höchs-
nicht durch andere Nachweise belegt wird, dass tens 50 M.-% Hüttensand-Massenanteil verwendet
eine höhere Frischbetontemperatur die angestreb- werden.
te Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit nicht
ungünstiger beeinflusst. Dies kann durch Tempera- (10) Portlandpuzzolanzement darf nur verwendet
tur- und Spannungsberechnungen auf Basis der werden, wenn der Hauptbestandteil Puzzolan
tatsächlichen Bauteilgeometrie und Bauteilbedin- Trass nach DIN 51043 ist.
gungen oder durch Temperaturmessungen an ver- (11) Für die Zugabe und die Anrechnung von
gleichbaren Bauteilen bzw. in der quasiadiabati- Flugasche und Silikastaub gilt Nr. 3.2 abweichend
schen Kalorimetrie nachgewiesen werden. von dem DIN-Fachbericht „Beton“.
(2) Die Frischbetontemperatur darf 30 °C nicht (12) Abweichend von dem DIN-Fachbericht „Be-
überschreiten. ton“ muss der Luftgehalt im Frischbeton an der
Einbaustelle die Anforderungen nach Tabelle 3.1.1
3.5 Chloridgehalt erfüllen.

Der höchstzulässige Chloridgehalt im Beton ist (13) Für die Zuordnung von Bauteilen zu den Ex-
durch die Einhaltung der Anforderungen an die positionsklassen bei Frosteinwirkung mit Tausalz-
Ausgangsstoffe nachzuweisen. einwirkung oder bei Tausalzeinwirkung gelten die
folgenden Festlegungen:
ʊ Vorwiegend horizontale und direkt mit tausalz-
4 Anforderungen in Abhän- haltigem Wasser oder Schnee beaufschlagte
gigkeit von Expositions- Betonflächen sind den Expositionsklassen XF4
und XD3 zuzuordnen.
klassen
ʊ Nicht vorwiegend horizontale Betonflächen im
(1) Alle Bauwerke im Bereich der Bundesfernstra-
Spritzwasserbereich sind den Expositionsklas-
ßen sind nach Nr. 3.1 Absatz (3) der Feuchtig- sen XF2 und XD2 zuzuordnen. Es müssen
keitsklasse WA zuzuordnen. konstruktive Maßnahmen zum Ableiten von
(2) Bauwerke, die im Sprühnebel- und Spritzwas- tausalzhaltigem Spritzwasser getroffen werden.
serbereich von Verkehrsflächen (Straßen, Rad- ʊ Betonflächen, die ausschließlich durch Sprüh-
und Gehwege) stehen, sind als tausalzbean- nebel beansprucht werden, wie z.B. Überbau-
sprucht anzusehen. ten oder Pfeiler und Widerlager unterhalb von
(3) Die Grenzwerte der Betonzusammensetzung hohen Talbrücken, sind den Expositionsklassen

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

XF2 und XD1 zuzuordnen. 6 Anforderungen an den


ʊ Betonschutzwände sind aufgrund der besonde- Festbeton
ren Beanspruchung durch Verkehr den Exposi-
tionsklassen XF4 und XD3 zuzuordnen. (1) Die Betondruckfestigkeit zur Ermittlung der
Druckfestigkeitsklasse wird, falls Absatz (2) nicht
ʊ Gründungen sind der Expositionsklasse XD2 zur Anwendung kommt, im Alter von 28 d be-
zuzuordnen.
stimmt.
ʊ Trogsohlen, in denen die Fahrbahn auf einem
(2) Für Bauteile, deren kleinste Abmessung min-
Aufbau nach der Richtlinie für die Standardisie-
destens 0,60 m beträgt und bei denen Zwang und
rung der Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO)
verlegt wird, und Tunnelsohlen sind der Exposi- Eigenspannungen aus abfließender Hydratations-
tionsklasse XD2 zuzuordnen, wenn sie als wei- wärme zu berücksichtigen sind, darf in Anlehnung
ße Wanne ausgeführt werden. Bei außenlie- an die DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Be-
gender Folienabdichtung sind sie der Expositi- ton“ der Nachweis der Druckfestigkeitsklasse im
onsklasse XD1 zuzuordnen. Alter von 56 d geführt werden und in den Expositi-
onsklassen XD2, XD3, XF2, XF3 oder XA2 – so-
ʊ Tunnelinnenschalen von zweischalig ausge- fern ohne Luftporen – die Mindestdruckfestigkeits-
führten Tunneln in geschlossener Bauweise klasse C30/37 betragen, wenn die nachfolgenden
sowie Tunnelwände und -decken von Tunneln Bedingungen erfüllt werden:
in offener Bauweise, die nicht mit Wasserdruck
beaufschlagt sind oder mit außenliegender Fo- ʊ Das über 28 d hinausgehende Prüfalter wird in
lie ausgeführt werden, sind den Expositions- der Bemessung nach DIN EN 1992-2 oder DIN
klassen XF2 und XD1 zuzuordnen. Tunnelwän- EN 1994-2 berücksichtigt.
de von Tunneln in offener Bauweise, die als
ʊ Die Festigkeitsentwicklung r = ƒcm,2/ƒcm,28 des
wasserundurchlässige Betonkonstruktion aus-
Betons ist langsam oder sehr langsam
geführt werden, sind den Expositionsklassen
(r < 0,30).
XF2 und XD2 zuzuordnen.
ʊ In Bauteilen der Expositionsklassen XF2 muss
ʊ Die Einfahrtbereiche von Tunneln in geschlos-
entweder CEM III/A oder CEM III/B oder einer
sener Bauweise und in offener Bauweise sind
der Zemente CEM I oder CEM II/A in Kombina-
den Expositionsklassen XF2 und XD2 zuzuord-
tion mit Flugasche als Betonzusatzstoff ver-
nen.
wendet werden, wobei der Mindestflugasche-
(14) Für andere Einwirkungen aus der Umgebung gehalt 20 M.-% von (z + f) beträgt. Dabei ist für
gilt DIN-Fachbericht „Beton“. die Anrechnung der Flugasche als Betonzu-
satzstoff Nr. 3.2 zu beachten. Der Mindestze-
(15) Bei partieller Freilegung von Gründungsbau- mentgehalt (z + f) muss 300 kg/m³ betragen.
teilen muss die Frostbeanspruchung mit Expositi-
onsklasse XF2 berücksichtigt werden. ʊ In Bauteilen ohne Frostangriff mit oder ohne
Tausalz muss entweder CEM III/A, CEM III/B,
(16) Die Längen der Einfahrtbereiche von Tunneln CEM II/B-V oder ein anderer Zement in Kombi-
sind im Einzelfall festzulegen. nation mit Flugasche als Betonzusatzstoff ver-
wendet werden, wobei der Mindestflugasche-
gehalt 20 M.-% von (z + f) beträgt. Dabei ist für
5 Anforderungen an den die Anrechnung der Flugasche als Betonzu-
Frischbeton satzstoff Nr. 3.2 zu beachten. Der Mindestze-
mentgehalt (z + f) muss 300 kg/m³ betragen.
(1) Soll der Wassergehalt zur Bestimmung des
w/z-Wertes am Frischbeton ermittelt werden, muss ʊ Im Betonierplan nach Abschnitt 2 wird angege-
er durch Darren nach Nr. 10.1 bestimmt werden. ben, wie das über 28 d hinausgehende Prüfal-
ter im Hinblick auf Ausschalfristen, Nachbe-
(2) Fließmittel darf grundsätzlich nur Beton der handlungsdauer und Bauablauf berücksichtigt
Konsistenzklasse F2 oder steifer bzw. C2 oder wird.
steifer zugegeben werden. Frischbeton der Konsis-
ʊ Der Auftragnehmer fragt die Angaben zum
tenzklasse F3 bzw. C3 darf Fließmittel nur dann
Prüfalter des Betons sowie die Auswirkung des
zugegeben werden, wenn diese Konsistenzklasse über 28 d hinausgehenden Prüfalters auf Bau-
durch verflüssigende Zusatzmittel eingestellt wur- ablauf, Nachbehandlungsdauer und Dauerhaf-
de. tigkeit beim Hersteller an und legt sie zusam-
(3) Betone mit sehr fließfähiger Konsistenz der men mit den Angaben nach Nr. 8.1, Absätze (1)
Ausbreitmaßklasse F6 dürfen nur mit Zustimmung und (2) mindestens zwei Wochen vor
des Auftraggebers verwendet werden. Betonierbeginn dem Auftraggeber vor.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

ʊ Auf dem Lieferschein wird gesondert angege- 8.2 Lieferschein für Transportbeton
ben, dass die Druckfestigkeitsklasse im Alter
von 56 d bestimmt wird. (1) Der Lieferschein für Transportbeton muss die
in der Tabelle 3.1.2 aufgeführten Angaben unver-
(3) Der Absatz (2) darf für Brückenkappen nicht schlüsselt und, soweit gefordert, automatisch aus-
angewendet werden. gedruckt enthalten.
(2) Die Zeilen 1 bis 12 der Tabelle 3.1.2 enthalten
7 Festlegung des Betons allgemeine Angaben, die Zeilen 13 bis 22 Angaben
aus der Erstprüfung oder Produktionskontrolle und
die Zeilen 23 bis 27 Einwaagen im Fahrzeug.
7.1 Beton nach Zusammensetzung
(3) Die Angaben in den Zeilen 23 bis 28 der Ta-
Beton nach Zusammensetzung bedarf der Zu- belle 3.1.2 dienen der Überprüfung
stimmung des Auftraggebers.
ʊ der Vorgaben aus den Grenzwerten der Beton-
zusammensetzung bzw.
7.2 Beton nach Eigenschaften
ʊ der Angaben gemäß Nr. 8.1 (2) sowie
(1) Alle sichtbar bleibenden Betonoberflächen sind
ʊ der Zugabe der Gesteinskörnung in 2 bzw. 3
in Sichtbeton auszuführen (siehe Abschnitt 2).
Kornfraktionen.
(2) Für die Betonzusammensetzung enthält das
Merkblatt Sichtbeton des Deutschen Beton- und Bau-
technikverein E.V. entsprechende Empfehlungen. 8.3 Lieferschein für Beton von
Fertigteilen
Den Fertigteilen ist ein Versandlieferschein beizu-
8 Lieferung von Frischbeton fügen, der als Dokumentation über den verwende-
ten Beton die Angaben gemäß Tabelle 3.1.3 ent-
8.1 Angaben des Betonherstellers hält.
für den Verwender
(1) Der Auftragnehmer muss die Angaben nach 8.4 Konsistenz bei Lieferung
dem DIN-Fachbericht „Beton“, Abschnitt 7.2 a) bis (1) Eine planmäßig vorgesehene nachträgliche
g) beim Hersteller anfragen und mindestens zwei Wasserzugabe ist nur bei Beton für Ortbetonpfähle
Wochen vor dem Betonierbeginn dem Auftragge- erlaubt. Sie bedarf der Zustimmung des Auftrag-
ber vorlegen. gebers.
(2) Darüber hinaus muss in besonderen Fällen (2) Bei Übergabe des Betons muss die Frischbe-
(z.B. Sichtbeton, LP-Beton) der Auftragnehmer tonkonsistenz:
beim Hersteller folgende Angaben einholen und
ʊ bei Festlegung einer Konsistenzklasse inner-
dem Auftraggeber mindestens zwei Wochen vor
Betonierbeginn vorlegen: halb der Grenzen der Konsistenzklasse oder
ʊ bei Festlegung eines Zielwertes der Konsistenz
ʊ Einwaage an Zement, Wasser, Zusatzmitteln,
Zusatzstoffen und Gesteinskörnungen – ge- innerhalb der festgelegten Grenzen
samt und getrennt nach Fraktionen – je m³ Be- liegen.
ton aus der laufenden Produktionskontrolle
oder der Erstprüfung sowie
ʊ die zulässigen Variationen in der Betonzusam-
9 Produktionslenkung
mensetzung nach dem DIN-Fachbericht „Be-
ton“, Abschnitt 9.5. 9.1 Betonzusammensetzung und
(3) Über einen Wechsel des Zementwerkes, der Erstprüfung
Zementart, der Festigkeitsklasse des Zementes,
(1) Die Ergebnisse der Erstprüfung sind dem Auf-
der Herkunft (Gewinnungsstelle) der Gesteinskör-
traggeber 2 Wochen vor Beginn der
nung, der Betonzusatzmittel und/oder der Beton-
Betonierarbeiten vorzulegen. Die Erstprüfung darf
zusatzstoffe ist der Auftraggeber mindestens
bei Betonierbeginn nicht mehr als 3 Monate zu-
2 Wochen vor dem Betonierbeginn schriftlich zu in-
rückliegen, sofern nicht eine stetige Herstellung
formieren.
nachgewiesen wird, die nicht länger als 3 Monate
(4) Bei besonderen Baumaßnahmen können auch unterbrochen ist.
längere Fristen für die Vorlage festgelegt werden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

(2) Bei besonderen Baumaßnahmen können auch (3) Es sind zwei Versuche durchzuführen. Unter-
längere Fristen für die Vorlage vereinbart werden. scheiden sich die Ergebnisse beider Versuche um
mehr als 20 g, ist ein dritter Versuch notwendig.
Für die Beurteilung ist der arithmetische Mittelwert
9.2 Lagerung der Baustoffe aus zwei bzw. drei Versuchen maßgebend.
Eine Verschmutzung der Gesteinskörnung ist zu (4) Der Wassergehalt inklusive der Kernfeuchte in
verhindern. Der Boden der Boxen ist als feste Un- kg/m³ (wges) wird gemäß Gleichung (1) ermittelt:
terlage herzustellen.
ሺ୤ െ ୲୰ ሻ
™୥ୣୱ ൌ Uୠ ‫ כ‬  Gl. (2)
୤
9.3 Verfahren der Produktions-
lenkung mit

Der Wassergehalt der feinen Gesteinskörnung wges Wassergehalt der Probe inklusive der Kern
(Sand mit einem Größtkorn von weniger als 4 mm) feuchte [kg/m³]
ist kontinuierlich zu messen. Die ermittelten Was- mf Masse der eingewogenen Frischbetonpro-
sermengen sind bei der Wasserzugabe und im be vor der Prüfung [g]
Stoffraum entsprechend zu berücksichtigen.
mtr Masse der getrockneten und abgekühlten
Probe [g]
10 Prüfungen von Frisch- und Uୠ Frischbetonrohdichte [kg/m³]
Festbeton (5) Die Kernfeuchte der Gesteinskörnung muss
berücksichtigt werden.
10.1 Bestimmung des Wassergehalts
von Frischbeton 10.1.2 Bestimmung der Kernfeuchte
Der zur Berechnung des w/z-Wertes maßgebende (1) Das Verfahren eignet sich für die Bestimmung
Wassergehalt (w) ist der Wassergehalt des Frisch- der Kernfeuchte von dichter Gesteinskörnung nach
betons inklusive der Kernfeuchte (wges) abzüglich DIN EN 12620 mit Korngröße 2 mm und größer. Im
des Porenwassergehalts aus der Kernfeuchte der Allgemeinen ist deren Kernfeuchte größer als die
Gesteinskörnung (wp). von Gesteinskörnung mit Korngröße kleiner 2 mm.
‫ ܟ‬ൌ ‫ ܛ܍܏ܟ‬െ ‫  ܘܟ‬Gl. (1) Jede Lieferkörnung (Korngruppe) ist einzeln zu
prüfen.
mit (2) Eine Probemenge von rund 1000 g Gesteins-
w maßgebender Wassergehalt [kg/m³] körnung ist mindestens 24 h unter Wasser zu la-
gern. Anschließend sind die Gesteinskörner mit ei-
wges Wassergehalt der Probe inklusive der Kern- nem feuchten Tuch abzutupfen.
feuchte [kg/m³]
(3) Die so behandelte Gesteinskörnung ist auf ein
wp Masse des Porenwassers der Gesteins- 1-mm-Sieb mit Rand, z. B. aus dem Grundsiebsatz
körnung des Frischbetons [kg/m³] nach DIN EN 12620, zu schütten und durch einen
Luftstrom, der z. B. mit einem Fön oder Heizlüfter
10.1.1 Bestimmung des Wassergehalts durch erwärmt sein kann, solange von unten anzublasen,
Darren bis die Kornoberflächen augenscheinlich trocken
sind. Dabei soll die Gesteinskörnung nicht erwärmt
(1) Die Zeit zwischen Herstellung des Frischbe- werden. Danach ist die wassergesättigte oberflä-
tons und Prüfbeginn darf 1 h nicht überschreiten. chentrockene Gesteinskörnung (mgk) auf 1 g ge-
(2) Eine Probemenge (mf) von mindestens 5.000 g nau zu wiegen, nach dem in Nr. 10.1.1 (2) be-
Frischbeton ist in das Darrgefäß (z. B. eine Edel- schriebenen Verfahren zu darren und erneut auf
stahlschüssel) auf 1 g genau einzuwiegen und un- 1 g genau zu wiegen (mgtr). Der Unterschied beider
ter ständigem Rühren über einem Brenner rasch Wiegungen ist die Porenwassermenge der oberflä-
und scharf zu trocknen, bis keine Klumpen mehr chentrockenen Probe einer Korngruppe.
zu beobachten sind und kein Dampf mehr aufsteigt (4) Die Kernfeuchte der Gesteinskörnung (wk) ist
(Kontrolle mit Glasplatte). Die Wärme soll mög- nach Gleichung (2) zu berechnen.
lichst großflächig zugeführt werden, so dass die
Probe nach spätestens 20 min trocken ist. Die tro-
൫୥୩ െ ୥୲୰ ൯
ckene und abgekühlte Probe (mtr) ist auf 1 g genau ™୩ǡ୧ ൌ  Gl.(3)
zu wiegen. Der entstandene Masseverlust ent- ୥୲୰
spricht der Gesamtwassermenge der Probe. mit

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

wk,i Kernfeuchte der Korngruppe i [-] 10.3 Prüfung des Frost-Tausalz-


mgk Masse der wassergesättigten und oberflä- Widerstands
chentrockenen Gesteinskörnung vor dem (1) Soll der Frost-Tausalz-Widerstand eines Be-
Darren [g] tons der Expositionsklasse XF4 überprüft werden,
mgtr Masse der getrockneten und abgekühlten ist die Prüfung in der Leistungsbeschreibung vor-
Gesteinskörnung [g] zusehen.

(5) Es sind je Korngruppe zwei Versuche durchzu- (2) Die Prüfung kann nur an gesondert hergestell-
ten Probekörpern aus dem zu überprüfenden Be-
führen. Maßgebend ist der arithmetische Mittelwert
ton durchgeführt werden.
aus beiden Versuchen.
(3) Die Prüfung des Frost-Tausalz-Widerstandes
(6) Entsprechend den Anteilen der Kernfeuchte
von Beton der Expositionsklasse XF4 ist mit dem
der einzelnen Korngruppen in der Gesteinskörung
CDF–Verfahren nach dem Merkblatt „Frostprüfung
des Frischbetons ist der Porenwassergehalt wp der
von Beton“ der Bundesanstalt für Wasserbau
Gesteinskörnung nach Gleichung (3) zu berech-
(BAW) im Betonalter von 28 d durchzuführen. Da-
nen.
bei darf die Abwitterung nach 28 Frost-Tau-

Wechseln für einen Beton für XF4 1500 g/m² nicht
™୮ ൌ ෍
୧ ‫™ כ‬୩୧ Gl.(4) überschreiten.
୧ୀଵ
(3) Die Prüfung des Frost-Tausalz-Widerstandes
mit von Beton der Expositionsklasse XF4 ist mit dem
wp Masse des Porenwassers der Gesteins- CDF–Verfahren nach dem Merkblatt „Frostprüfung
körnung des Frischbetons [kg/m³] von Beton“ der Bundesanstalt für Wasserbau
(BAW) im Betonalter von 28 d durchzuführen. Die
wk,i Kernfeuchte der Korngruppe i [-] seitliche Abdichtung der Prüfkörper darf nur mit
n Anzahl der Korngruppen i in der Gesteins- aluminiumbeschichteten Butylklebeband erfolgen.
körnung des Frischbetons Als Abnahmekriterium gilt nur die Abwitterung (Mit-
telwert der Prüfserie: ” 1500 g/m² nach 28 Frost-
Gi Masse der Korngruppe i in der Gesteins- Tau-Wechseln und 95%-Quantil ” 1800 g/m² nach
körnung des Frischbetons [kg/m³]. 28 Frost-Tau-Wechseln).
(4) Die Prüfung darf nur von Prüfstellen durchge-
10.2 Prüfung des Wassereindring- führt werden, die über ausreichende Erfahrung mit
widerstands dem CDF – Verfahren verfügen.
Wenn der Wassereindringwiderstand von Beton für
wasserundurchlässige Betonkonstruktionen ge-
prüft werden soll, ist die Prüfung nach Teil 5 Ab-
schnitt 2 durchzuführen.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Tabelle 3.1.2: Angaben auf dem Lieferschein für Transportbeton

Lfd. Angaben auf dem Lieferschein Auto- Vordruck bzw.


Nr. matischer handschrift-
Ausdruck licher Eintrag

1 Name, Anschrift und Telefonnummer des Transportbetonwerkes x


2 Lieferscheinnummer x
3 Datum und Uhrzeit des Beladens x
4 Kennzeichnung des Lieferfahrzeuges x
5 Name des Käufers x
6 Bezeichnung und Ort der Baustelle x
Einzelheiten oder Verweise auf die Festlegung, z.B. Codenummer,
7 x x
Bestellnummer
Bauaufsichtliches Übereinstimmungszeichen unter Angabe von
8 x
DIN EN 206-1, DIN 1045-2 und ZTV-ING
9 Name und Zeichen der Zertifizierungsstelle x
10 Uhrzeit des Eintreffens des Betons auf der Baustelle x
11 Uhrzeit des Beginns des Entladens x
12 Uhrzeit des Beendens des Entladens x
13 Betonfestigkeitsklasse und ggf. abweichendes Prüfalter (56 d) x
14 Expositionsklasse(n) und Feuchtigkeitsklasse x
15 Festigkeitsentwicklung x
Art der Verwendung des Betons (unbewehrter Beton, Stahlbeton,
16 x
Spannbeton)
17 Konsistenzklasse oder Zielwert der Konsistenz x
18 Herkunft, Art und Festigkeitsklasse des Zements x
19 Herkunft und Art der Zusatzmittel und Zusatzstoffe x x 1)
20 Zusätzliche Anforderungen, z.B. verlängerte Verarbeitungszeit x
21 Nennwert des Größtkorns der Gesteinskörnung x
22 Rohdichteklasse bei Leicht- oder Schwerbeton x
23 Einwaage je Kornfraktion x
24 Einwaage Zement x
25 Einwaage Zusatzstoff x
26 Einwaage Wasser (Zugabewasser + Eigenfeuchte) x
27 Einwaage Zusatzmittel x x 1)
28 Gesamtmenge Beton im Fahrzeug x

1
) Bei Dosierung auf der Baustelle. Bei Fließbeton sind zusätzlich der Zeitpunkt der Fließmittelzugabe, die geschätzte Restmenge in
der Mischtrommel vor der Zugabe und die Konsistenz vor Zugabe des Fließmittels anzugeben.

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Tabelle 3.1.3: Angaben auf dem Lieferschein für Beton von Fertigteilen

Lfd. Angaben auf dem Lieferschein


Nr.

1 Name, Anschrift und Telefonnummer des Fertigteilwerkes


2 Name des Käufers
3 Bezeichnung und Ort der Baustelle
4 Einzelheiten oder Verweise auf die Festlegung, z.B. Codenummer, Bestellnummer
5 Bauaufsichtliches Übereinstimmungszeichen unter Angabe von DIN 1045-4 und ZTV-ING
6 Name und Zeichen der Zertifizierungsstelle
7 Positionsnummern, sofern erforderlich
8 Herstelldatum
9 Tag der Lieferung
10 Betonfestigkeitsklasse und ggf. abweichendes Prüfalter (56 d)
11 Expositionsklasse(n) und Feuchtigkeitsklasse
12 Herkunft, Art und Festigkeitsklasse des Zements
13 Herkunft, Art der Zusatzmittel und Zusatzstoffe
14 Zusätzliche Anforderung
15 Rohdichteklasse bei Leicht- oder Schwerbeton
16 Betonstahlsorte

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 2
Bauausführung

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert worden ist, sind beachtet worden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

Inhalt Seite
Seite

1 Allgemeines .......................................... 3 6.6.1 Allgemeines ............................................ 9


2 Bauliche Durchbildung........................ 3 6.6.2 Einpressarbeiten ..................................... 9
2.1 Mindestabmessungen für 7 Betonieren ........................................... 10
Bauteildicken.......................................... 3
7.1 Arbeiten vor dem Betonieren ................ 10
2.2 Öffnungen und Hohlräume .................... 3
7.2 Lieferung, Annahme und
3 Ausführungsmanagement, Transport von Beton ............................. 10
Dokumentation und Bauleitung ......... 3
7.3 Einbringen und Verdichten ................... 10
3.1 Überwachungsklasse ............................. 3
7.4 Sichtflächen und
3.2 Bautechnische Unterlagen ..................... 3 Oberflächenbearbeitung ....................... 10
4 Traggerüste und 7.5 Nachbehandlung und Schutz ............... 11
Schalungen ........................................... 3
7.5.1 Allgemeines .......................................... 11
4.1 Grundsätzliche Anforderungen .............. 3
7.5.2 Nachbehandlungsdauer ....................... 11
4.2 Baustoffe ................................................ 3
7.5.3 Nachbehandlungsmittel ........................ 11
4.3 Trennmittel ............................................. 5
7.6 Anti-Graffiti-Systeme ............................ 11
4.4 Bemessung und Montage von
8 Maßtoleranzen .................................... 11
Traggerüsten .......................................... 5
8.1 Maßabweichungen für die
4.5 Bemessung und Einbau von
Tragsicherheit ....................................... 11
Schalungen ............................................ 5
8.2 Maßabweichungen für die
4.5.1 Allgemeine Anforderungen .................... 5
Betondeckung ....................................... 12
4.5.2 Schalung für sichtbar bleibende
9 Überwachung ...................................... 12
Betonflächen .......................................... 5
9.1 Überwachung des Vorspannens .......... 12
4.5.3 Schalung für erdberührte oder nicht
sichtbar bleibende Betonflächen ............ 6 9.2 Überwachung des Betonierens ............ 12
4.6 Schalungseinbauteile und
eingebettete Bauteile ............................. 6
4.7 Entfernen von Traggerüst und
Schalung ................................................ 6
5 Bewehren .............................................. 6
5.1 Allgemeine Anforderungen .................... 6
5.2 Biegen der Bewehrung .......................... 6
5.3 Schweißen von Betonstahl .................... 6
5.4 Bewehrungsstöße .................................. 6
5.5 Einbau der Bewehrung .......................... 6
6 Vorspannen .......................................... 7
6.1 Allgemeines ........................................... 7
6.2 Spanngliedunterstützungen ................... 7
6.3 Herstellen der Spannglieder .................. 7
6.4 Einbau der Spannglieder ....................... 7
6.5 Vorspannen der Spannglieder ............... 8
6.5.1 Allgemeines ........................................... 8
6.5.2 Spannglieder mit nachträglichem
Verbund ................................................. 9
6.6 Korrosionsschutz ................................... 9

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

1 Allgemeines NA.1 getroffenen Zuordnung über die Überwa-


chung der Ausführung die Überwachungsklasse 2.
(1) Der Teil 3 Abschnitt 2 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. (2) Für in der Ausführung besonders schwieriger
Bauwerke (z.B. große Talbrücken im Taktschiebe-
(2) Es gilt DIN EN 13670 in Verbindung mit DIN verfahren) kann es jedoch auch bei niedrigeren
1045-3. Festigkeiten als C55/67 erforderlich werden, einen
(3) Bei Bezugnahme in DIN EN 13670 in Verbin- erhöhten Überwachungsaufwand nach Überwa-
dung mit DIN 1045-3 auf DIN EN 1992-1-1 sind er- chungsklasse 3 zu fordern. Diese Forderung ist in
gänzend DIN EN 1992-2 bzw. DIN EN 1994-2 an- der Leistungsbeschreibung vorzusehen.
zuwenden.
(4) Für Fertigteile gilt DIN EN 1992-2. 3.2 Bautechnische Unterlagen
(5) Die folgenden Regelungen dienen auch der (1) Für den Umfang der bautechnischen Unterla-
Qualitätssicherung der Bauausführung. Ein beson- gen, gilt Teil 1 Abschnitt 2 und DIN EN 1992-2.
derer Qualitätssicherungsplan für die Verarbeitung (2) Das vorgesehene Bauverfahren und mögliche
von Beton ist im Regelfall nicht erforderlich. In be- Auswirkungen auf den Bauablaufplan sind anzu-
sonderen Fällen, z.B. für die Verarbeitung von be- geben.
sonderen Betonen oder die Ausführung besonders
schwieriger Bauwerke, kann es jedoch sinnvoll (3) Je ein Abdruck der Zulassungsbescheide für
sein, einen Qualitätssicherungsplan zu fordern. Spannstahl und Spannverfahren sind der örtlichen
Der Qualitätssicherungsplan ist dann in der Leis- Bauüberwachung des Auftraggebers unaufgefor-
tungsbeschreibung vorzusehen. dert vor Beginn der Arbeiten auszuhändigen. Je
eine weitere Ausfertigung ist dem Standsicher-
heitsnachweis bei der Vorlage zur Prüfung beizu-
2 Bauliche Durchbildung fügen.
(4) Auf den Bewehrungszeichnungen ist die
2.1 Mindestabmessungen für Feuchtigkeitsklasse anzugeben. Nach Abschnitt 1,
Bauteildicken Nr. 3.1 (3) sind alle Bauwerke im Bereich der Bun-
desfernstraßen der Feuchtigkeitsklasse WA zuzu-
Die Mindestabmessungen für Bauteildicken sind in ordnen.
Tabelle 3.2.1 angegeben.

4 Traggerüste und
2.2 Öffnungen und Hohlräume
Schalungen
(1) Der Bauablauf ist so zu planen, dass Öffnun-
gen, die ein nachträgliches Zubetonieren erfor-
dern, vermieden werden. Unvermeidbare Öffnun- 4.1 Grundsätzliche Anforderungen
gen und deren nachträgliches Schließen sind in (1) für Traggerüste gilt Teil 6 Abschnitt 1.
den Ausführungsunterlagen im Detail darzustellen.
(2) Schalungen und Gerüste müssen so steif sein,
(2) Hohlräume müssen zugänglich und sollen be- dass die zulässigen Maßabweichungen des Bau-
gehbar sein. werks eingehalten werden.
(3) Verdrängungskörper sind nicht zugelassen.
4.2 Baustoffe
3 Ausführungsmanagement, (1) Es werden Schalung und Schalhaut aus Holz,
Dokumentation und Stahl sowie aus Tafeln, die ggf. mit Kunststoff be-
schichtet sind, zugelassen. Die Verwendung von
Bauleitung Schalung aus anderem Material (z.B. Hartfaser-
platten, Wellblechtafeln, Streckmetall, Stahlbeton-
3.1 Überwachungsklasse platten) ist nicht erlaubt.

(1) Es gilt aufgrund der in der DIN EN 13670 in (2) Für Sichtbeton ist saugende oder schwach
Verbindung mit DIN 1045-3, Anhang NA, Tabelle saugende Schalhaut gemäß DBV / VDB-Merkblatt
Sichtbeton zu verwenden.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

Tabelle 3.2.1: Mindestabmessungen für Bauteildicken

Unterbauten Sauberkeitsschicht (Unterbeton) 10 cm


Kammerwände an der Einspannstelle 30 cm
Wände und Rippen:
- Wandhöhen ” 1,50 m unten und oben 30 cm
- Wandhöhen • 4,00 m unten 50 cm, oben 30 cm
Zwischenwerte sind geradlinig zu interpolieren
außen 30 cm,
Hohlpfeilerwände
innen 20 cm
Aussteifende horizontale Scheiben und Platten 15 cm
Überbauten, Fahrbahnplatten und Platten über Fertigteilen
nicht erdbe- (Dies gilt auch für die Ortbetonergänzungen über 20 cm
rührt Fertigteilplatten bei Stahlverbundbrücken.)
Fertigteilplatten für Ortbetonergänzungen 10 cm
Kragplatten am Außenrand 25 cm
Untere Platten von Hohlkästen und Plattenbalken,
18 cm
schlaff bewehrt
Untere Platten von Hohlkästen und Plattenbalken
25 cm
mit Spannglieder
Flansche von Trägern 15 cm
Obergurtflansche von Fertigteilen im Verbund mit
Ortbetonplatte:
- Im Bauzustand am Rand 10 cm
- im Bauzustand am Anschnitt 12 cm
Untergurtflansche von Fertigteilen am Außenrand 20 cm
Stege bei Hohlkästen und Plattenbalken *):
- Konstruktionshöhe ” 1,00 m 30 cm
- Konstruktionshöhe • 4,00 m 50 cm
Überbauten Stege bei: Hohlkästen*) Plattenbalken *)
nicht erdbe-
rührt, extern - Konstruktionshöhe ” 1,00 m 30 cm 30 cm
vorgespannt - Konstruktionshöhe • 4,00 m 40 cm 50 cm
Überbauten, Rahmen, Gewölbe, Überbauten mit Überschüttung:
erdberührt
- Ortbeton, Fertigteile 30 cm
- werkmäßig hergestellte Fertigteile 25 cm
- werkmäßig hergestellte Fertigteile für
20 cm
Durchlässe mit lichten Weiten < 2,00 m
Stützwände Wandhöhen über Fundament *):
- < 1,50 m bei Einwirken von Verkehrslasten nach
DIN EN 1991-2 bzw. Ril 804 oder bei ansteigen-
dem Gelände unten und oben 30 cm
- • 1,50 m unten und oben 30 cm
- • 4,00 m unten 50 cm, oben 30 cm
*) Bei werkmäßig hergestellten Fertigteilen kann die Bauteildicke um 5 cm verringert werden.
Zwischenwerte sind geradlinig zu interpolieren.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

4.3 Trennmittel (6) Verbleibende Ankerteile müssen mindestens


4 cm unter der Betonoberfläche in kegelförmigen
(1) Es dürfen nur bewährte Trennmittel (Scha- Aussparungen enden. Abstandhalter aus Holz sind
lungsöle usw.) verwendet werden, die keine Fle-
nicht zugelassen.
cken am Beton hinterlassen. Sie dürfen sich auch
nicht nachteilig auf nachfolgend vorgesehene (7) Vor dem Betonieren sind die Schalung und ih-
Oberflächenschutzsysteme auf Beton oder Stahl re Verankerung vom Auftragnehmer auf ihre Funk-
auswirken. tionsfähigkeit zu kontrollieren. Während des Beto-
nierens sind sie ständig zu beobachten, damit bei
(2) Damit Bewehrungsstähle und Spannglieder
einem etwaigen Nachgeben sofort Gegenmaß-
nicht verunreinigt werden, ist Holzschalung mit ei-
nahmen getroffen werden können.
nem Trennmittel so rechtzeitig zu behandeln, dass
dieses bis zum Verlegen der Bewehrung in das
Holz eingedrungen ist. 4.5.2 Schalung für sichtbar bleibende
Betonflächen
4.4 Bemessung und Montage von (1) Bei besonderen Anforderungen an die Gestal-
Traggerüsten tung ist die Anordnung und Ausbildung der Scha-
lung an Sichtflächen (z.B. Richtung der Schalbret-
(1) Lager der Gerüste sind von sachkundigem ter, Stöße, Stoßdichtungen, Schalungsklappen und
Personal in Übereinstimmung mit den Zeichnun- –öffnungen) schematisch darzustellen. Die Erstel-
gen und Festlegungen einzubauen. Bei der Be- lung des Planes ist in diesen Fällen in der Leis-
messung des Gerüsts müssen auch durch Vor- tungsbeschreibung vorzusehen.
spannung bewirkte Verformungen und Verschie- (2) Die Schalung ist bis 30 cm unter Geländeober-
bungen berücksichtigt werden. fläche herzustellen.
(2) Für etwaige erforderliche Schalungsüberhö- (3) Der Versatz der Stöße von Schalungselemen-
hungen gelten die Angaben des Tragwerkplaners ten darf 5 mm nicht überschreiten Die Höhe der
für Bauwerk und Gerüst. verbleibenden Grate in der Betonoberfläche darf
5 mm nicht überschreiten.
4.5 Bemessung und Einbau von (4) An sichtbar bleibenden Betonoberflächen sind
Schalungen Anker nach einem regelmäßigen Raster anzuord-
nen. Ihre Anzahl ist durch geeignete Ausbildung
der Schalung möglichst zu beschränken.
4.5.1 Allgemeine Anforderungen
(5) Nicht mit Kunststoff beschichtete neue Holz-
(1) Die Anordnung der Schalungen muss den ord- schalung für Sichtflächen ist vor dem ersten Ge-
nungsgemäßen Einbau von Bewehrung und brauch mit Zementschlämme deckend zu behan-
Spanngliedern sowie das ordnungsgemäße Ver- deln, zu reinigen und mindestens zweimal mit
dichten des Betons ermöglichen. Trennmittel zu streichen oder zu spritzen.
(2) Betonberührte Flächen müssen sauber sein. (6) Beim Einsatz von Innenrüttlern darf die Schal-
Falls erforderlich sind Reinigungsöffnungen vorzu- haut nicht beschädigt werden. Die Schraub- bzw.
sehen. Nagelbereiche sind so auszuführen, dass ein Auf-
quellen der Schalhaut verhindert wird.
(3) Die Schalung muss so beschaffen sein, dass
der Beton beim Ausschalen weder erschüttert noch (7) Verleimtes Holz ist bei Brettschalung nicht zu-
beschädigt wird. gelassen.

(4) Betonkanten sind durch Dreikantleisten zu (8) Bei einer Brettschalung sind scharfkantige,
brechen. unbeschädigte, mindestens 8 cm und höchstens
12 cm breite Bretter zu verwenden. Ungehobelte
(5) Eine Verankerung der Schalung mit Rödel- Bretter müssen mindestens 24 mm, gehobelte
draht ist nicht zugelassen. Schalungsanker, die mindestens 22 mm dick sein. Rundungen sind mit
durchgehende Hohlräume hinterlassen, dürfen bei Riemchen zu schalen. Brettstöße sind gegenei-
drückendem Wasser nicht verwendet werden. Ver- nander zu versetzen.
ankerungslöcher sind sorgfältig mit Feinbeton im
(9) Tafelschalung muss in dem Raster ihrer Stöße
passenden Farbton sauber begrenzt oder mit ver- der Bauwerksform angepasst und ggf. auch in der
tieft eingeklebten zementgebundenen Stopfen Neigung nachgeschnitten werden. Ergänzungen
wasserundurchlässig zu schließen. Die vorgese- der Schalung durch Brettstreifen oder Zwickel sind
hene Ausführung ist mit dem Auftraggeber abzu- an Sichtflächen nicht zulässig. Als Schaltafeln dür-
stimmen. fen nur gleichartige steife Platten, als Sichtbeton-
vorsatzschalung nur gleichartige dünne Platten als

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

Auflage auf einer steifen Unterschalung verwendet (4) Für Betonstahl in Ringen gelten DIN 488-3,
werden. DIN 488-6 und DIN 488-1.
(10) In Gesimsen sind Verankerungslöcher nicht
zugelassen. Für Gesimsflächen ist Schalung ohne 5.2 Biegen der Bewehrung
Längsfugen zu verwenden.
(1) Die Mindestwerte der Biegerollendurchmesser
(11) Sollen Brüstungen (h • 25 cm über Oberkan- nach DIN EN 1992-2 sind zu beachten.
te Kappe) ohne Verankerungslöcher ausgeführt
werden, so ist dies in der Leistungsbeschreibung (2) Das Biegen ist so durchzuführen, dass sich ein
vorzusehen. konstanter Krümmungshalbmesser ergibt.

4.5.3 Schalung für erdberührte oder nicht


5.3 Schweißen von Betonstahl
sichtbar bleibende Betonflächen
(1) Es gilt DIN EN ISO 17660-1.
(1) Später hinterfüllte oder nachträglich verblende-
te Flächen und Innenflächen dürfen mit ungehobel- (2) Geschweißte Stöße dürfen nur mit dem Nenn-
ten Brettern oder Schaltafeln hergestellt werden. querschnitt des kleineren gestoßenen Stabes in
Rechnung gestellt werden.
(2) Die Schalung ist restlos zu entfernen. Das gilt
auch für Schalungen in Hohlräumen und für Scha- (3) Heftschweißungen (Widerstandspunktschwei-
lungen aus Hartschaumstoff oder ähnlichem Mate- ßungen) sind nicht zulässig.
rial zwischen Überbauende und Kammerwand
(4) Bewehrungsstäbe dürfen nicht in Krümmungen
oder Schürzen.
oder im Bereich von Krümmungen geschweißt
werden.
4.6 Schalungseinbauteile und (5) Schweißarbeiten innerhalb der Schalung sind
eingebettete Bauteile nur bei Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen
(1) Einbauteile müssen frei von schädlichen Ver- für Schalung und Bewehrung zulässig.
unreinigungen sein.
(2) Die Verwendung von Einbauteilen aus Leicht- 5.4 Bewehrungsstöße
metall (z. B. Aluminium) ist nicht zulässig. (1) Die Länge und Lage von Übergreifungsstößen
müssen der Bemessung und den Bewehrungs-
4.7 Entfernen von Traggerüst und zeichnungen entsprechen. Wenn die auf die Bau-
stelle gelieferten Stablängen den Bewehrungs-
Schalung zeichnungen nicht entsprechen, dürfen Änderun-
(1) Zur Festlegung des Zeitpunkts für das Entfer- gen nur mit Genehmigung des Tragwerkplaners
nen von Traggerüst und Schalung kann eine Er- oder der überwachenden Stelle vorgenommen
härtungs- oder Reifegradprüfung sinnvoll sein. Die werden.
Ergebnisse der Erhärtungs- oder Reifegradprüfung (2) Es dürfen nur solche mechanischen Verbin-
sind dem Auftraggeber fortlaufend zu übergeben. dungsmittel, wie z.B. Muffen, verwendet werden,
(2) Schalung mit einspringenden Flächen ist so- für die eine bauaufsichtliche Zulassung gemäß den
bald wie möglich zu entfernen, wobei die Festigkeit Anwendungen von DIN EN 1992-2 bzw. DIN EN
des Betons zu berücksichtigen ist. 1994-2 vorliegt.
(3) Bei übereinander liegenden Stäben von Über-
lappungsstößen ist die Querbewehrung (i.d.R. bü-
5 Bewehren gelartig ausgebildet) im Bereich der Stoßenden
(§ l0/3) für die Kraft aller gestoßenen Stäbe zu be-
5.1 Allgemeine Anforderungen messen. Die Bügelschenkel sind mit der Veranke-
rungslänge nach DIN EN 1992-2 oder nach den
(1) Montagebewehrung darf nicht auf die statische Regeln für Bügel nach DIN EN 1992-2 im Bauteil-
Bewehrung angerechnet werden. inneren zu verankern. In allen anderen Fällen gel-
(2) Kosten für Überlängen, Muffenstöße und ten für die Querbewehrung die Regelungen von
Schweißungen werden nicht gesondert vergütet. DIN EN 1992-2.

(3) Beton- und Spannstahl müssen die Anforde-


rungen von DIN EN 1992-2 erfüllen oder über eine 5.5 Einbau der Bewehrung
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für diese
(1) Als Abstandhalter sollen nur solche aus Beton
Anwendung verfügen. Die Betonstähle sind in den
verwendet werden. Sie müssen alkalibeständig
Betonstahlverzeichnissen des Deutschen Instituts
sein und eine minimale, dem Gewicht der Beweh-
für Bautechnik (DIBt) aufgeführt.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

rung angepasste punktförmige Abstützung an der Tabelle 3.2.2:Mindestdurchmesser der Spanngliedstützbügel


Schalung aufweisen sowie an der Bewehrung be-
festigt sein. Anzahl, Anordnung und Art der Ab- Höhe der obersten Mindestdurchmesser
standhalter sind auf den Bewehrungszeichnungen Bügellage über der Spannglied-
anzugeben. Es sind mindestens vier Abstandhalter Schalungsboden [m] stützbügel [mm]
je Quadratmeter einzulegen.
” 1,0 16
(2) Eingebaute Bewehrung darf nach dem Aus-
richten nur über lastverteilende Bohlen betreten > 1,0 20
werden.
(3) Die Kontrolle der Bewehrung ist mindestens 6.3 Herstellen der Spannglieder
drei Arbeitstage vor Beginn des Betonierens bei
der Bauüberwachung des Auftraggebers zu bean- (1) Werden Spannglieder unter Baustellenbedin-
tragen. gungen hergestellt, ist der Spannstahl so zu lie-
fern, dass dieser umgehend verarbeitet werden
(4) Treten infolge zu kurz angesetzter Fristen für kann.
die Kontrolle und Mängelbeseitigungen Verzöge-
rungen beim Bauablauf ein, werden diese nicht für (2) Spannstähle mit leichtem Flugrost dürfen ver-
eine Fristverlängerung anerkannt. Ebenso können wendet werden, wenn gleichmäßiger Rostansatz
hieraus keine Mehrforderungen abgeleitet werden. vorliegt, der sich durch Abwischen mit einem tro-
Dies gilt auch für vorgezogene Teilkontrollen. ckenen Tuch entfernen lässt. Wenn keine mit blo-
ßem Auge erkennbaren Korrosionsnarben vorhan-
den sind, muss keine Entrostung durchgeführt
6 Vorspannen werden.

6.1 Allgemeines 6.4 Einbau der Spannglieder


(1) Spannstahl und Verankerungen bzw. Spann- (1) Je Steg ist mindestens eine Rüttellücke anzu-
glieder müssen durch ein Ü-Zeichen gekennzeich- ordnen. Mehr als drei Spannglieder dürfen nicht
net sein. ohne Rüttellücke nebeneinander verlegt werden.
Die Breite der Rüttellücke muss mindestens 10 cm
(2) Auf dem Lieferzeugnis des Spannstahles ist betragen. Bei Trägern mit mehr als 2 m Höhe oder
die Abweichung der Spannstahlquerschnitte vom bei mehrlagiger Anordnung der Spannglieder muss
Nennwert zu bescheinigen. Abweichungen von die Breite zusätzlich auf den Durchmesser der Fall-
mehr als ± 2% vom Nennwert sind vor Beginn der rohre bzw. des Pumpenschlauches abgestimmt
Spannarbeiten dem Auftraggeber mitzuteilen und sein.
bei der Dehnwegberechnung zu berücksichtigen.
(2) Die zulässigen Toleranzen nach Tabellen 3.2.3
(3) Liegt die Abweichung innerhalb der Toleranz und 3.2.4 müssen eingehalten werden.
von ± 2%, reicht dies als pauschale Angabe auf
(3) Für die Betondeckung gilt DIN EN 1992-2.
dem Lieferzeugnis aus.
(4) Das Mindestmaß der Betondeckung des Hüll-
(4) Bevor der Verbund wirksam ist, dürfen Spann- rohres cmin darf nicht kleiner als 50 mm sein
betonkonstruktionen nicht belastet werden. Ist eine
Belastung unvermeidbar (z. B. beim Absenken des (5) Die Ankerwendeln müssen zentrisch und un-
Traggerüstes), ist ein genauer Riss- und Bruch- verschieblich befestigt sein.
sicherheitsnachweis zu führen. (6) Für die Quervorspannung von Fahrbahnplatten
(5) Der für den Endzustand festgelegte Vorspann- sind nur Spannglieder ohne Verbund zu verwen-
grad gilt für alle Bauzustände. den. Die Spannglieder sind an den Plattenenden
zu verankern. Die Endverankerungen sind so aus-
zubilden, dass ein späteres beidseitiges Nach-
6.2 Spanngliedunterstützungen spannen möglich ist. Teile der Verankerung dürfen
(1) Spanngliedstützbügel sind durch Quer- und nicht in den Kappenbeton eingreifen.
Diagonalstäbe so auszusteifen, dass sie bei Mon- (7) Der Überstand des Tragwerks von der Aufla-
tage der Spannglieder und beim Betonnieren mit gerlinie bis zu den Außenflächen der Verankerun-
Sicherheit nicht ausweichen können. Die Durch- gen muss so groß gewählt werden, dass im Be-
messer sind in Abhängigkeit von der Höhe der Bü- reich der Auflagerlinie bereits eine gleichmäßige
gellage nach Tabelle 3.2.2 zu wählen. Eintragung der Spannkräfte in den Stegen gege-
(2) Die Verbindungsmittel der Spanngliedunter- ben ist. Bei Wendel- oder Fächerverankerung gilt
stützung sind im Spannbewehrungsplan anzuge- die theoretische Einleitungsstelle als Spannglied-
ben. ende.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

(8) Zwei Drittel der Spannglieder zur Abdeckung ʊ gegebenenfalls der Zeitpunkt des Ablassens
der maximalen Feldmomente sind über die be- des Traggerüstes während des Spannens,
nachbarten Auflagerlinien zu führen. ʊ an der Presse zu erreichende Spannkraft,
(9) Entlüftungs- bzw. Entwässerungsöffnungen ʊ Spannweg gemäß Ausführungsunterlagen,
sind mit geeigneten Formstücken anzuschließen.
ʊ Höchstwert des Schlupfes und,
(10) Für den kleinsten zulässigen Krümmungs-
halbmesser der Spannglieder im Bauwerk sind die ʊ Anzahl, Art und Lage der Kopplungen.
Anforderungen gemäß DIN EN 1992-2 – jedoch (3) Die Manometer der Spannvorrichtungen müs-
mindestens der in der Zulassung angegebene sen den Druck unmittelbar an der Presse anzei-
Wert – einzuhalten. Bei Krümmungshalbmessern gen. Vor Beginn der Spannarbeiten sind sämtliche
unter 10 m an den Hochpunkten darf ein maxima- Spanngeräte unter Beachtung der Betriebsanlei-
ler Unterstützungsabstand von 80 cm nicht über- tung auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Der
schritten werden und die Hüllrohre sind in Halb- vorgesehene Beginn der Spannarbeiten ist der
schalen zu verlegen. Bauüberwachung rechtzeitig mitzuteilen.
(4) Zur Vermeidung von Schwind- und Tempera-
6.5 Vorspannen der Spannglieder turrissen ist zum frühestmöglichen Termin ein Teil
der Spannkraft aufzubringen.

6.5.1 Allgemeines (5) In das Spannprotokoll sind u.a. einzutragen:

(1) Vor Beginn des Betonierens muss der örtlichen ʊ Betonfestigkeit zum Zeitpunkt des Spannens,
Bauüberwachung die geprüfte und genehmigte ʊ Ergebnis der Funktionsprüfung der Spann-
Spannanweisung vorliegen. In der Spannanwei- geräte,
sung muss der Wirkungsgrad der Pressen ange-
geben werden, wenn die Spannkraft nicht direkt ʊ Luft- und Bauwerkstemperatur,
am Spannkraftaufnehmer gemessen wird. ʊ alle verwendeten Geräte (z.B. Spannstühle und
(2) Die Spannanweisung muss mindestens fol- Zusatzgeräte) einschließlich Dehnwegkorrektur
gende Angaben enthalten: entsprechend den technischen Anweisungen
des Zulassungsinhabers,
a) Spannglieder mit sofortigem Verbund
ʊ alle Merkmale der Spanngeräte (z.B. Gerätetyp,
ʊ Spannglieder und Spanngeräte, Gerätenummer, Prüfprotokoll, nutzbare Kolben-
ʊ Reihenfolge, in der die einzelnen Spann- fläche),
glieder gespannt werden müssen, ʊ das am jeweiligen Spannglied eingesetzte
ʊ Pressendruck oder Pressenkraft, die nicht Spanngerät,
überschritten werden dürfen, ʊ Zeitpunkt und Art des Absenkens der Tragge-
ʊ am Ende des Spannvorgangs zu erwartende rüste,
Pressendrücke oder –kräfte, ʊ Unregelmäßigkeiten und besondere Vorkomm-
ʊ größte zulässige Spannung der Spannglie- nisse,
der und Schlupf in den Verankerungen, ʊ gemessener Schlupf und
ʊ Art und Reihenfolge, in der die einzelnen ʊ Reihenfolge, in der Spannglieder gespannt
Spannglieder abzulassen sind, wurden.
ʊ die zum Zeitpunkt des Ablassens erforderli- Vorstehende Forderungen gelten auch beim Auf-
che Betonfestigkeit und bringen eines Teils der Spannkraft.
ʊ Gebrauchstauglichkeit von wiederverwend- (6) Das Spannprotokoll ist unmittelbar nach dem
baren Ankerteilen. Spannen dem Auftraggeber zu übergeben.
b) Spannglieder mit nachträglichen Verbund (7) Überstehende Spannstahlenden dürfen erst
ʊ Anzahl der Stäbe oder Drähte in den nach Durchführung des gesamten Spannvorgangs
einzelnen Spanngliedern, abgetrennt werden. Das Abtrennen darf nur mittels
Trennscheibe erfolgen.
ʊ Betonfestigkeit, die vor Aufbringen der
Vorspannung erreicht sein muss, (8) Die Quervorspannung im Bereich der Arbeits-
fugen darf im zuerst betonierten Abschnitt auf eine
ʊ Reihenfolge, in der die Spannglieder ge- Länge, die mindestens gleich der Länge der in
spannt werden müssen und Stellen, von Querrichtung auskragenden Platte ist, höchstens
denen aus gespannt werden sollte, jedoch zur Hälfte, aufgebracht werden. Die restli-

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

che Quervorspannung in diesem Bereich erfolgt 6.6.2 Einpressarbeiten


erst mit der Quervorspannung des nachfolgenden
(1) Die Arbeitsanweisung für das Einpressen ist
Abschnitts. gemäß der Richtlinie zur Überwachung des Her-
stellens und Einpressens von Zementmörtel in
6.5.2 Spannglieder mit nachträglichem Spannkanäle des Deutschen Institutes für Bau-
Verbund technik (DIBt) aufzustellen. Die Arbeitsanweisung
muss vor Beginn des Spanngliedeinbaus auf der
(1) Muss infolge einer Unregelmäßigkeit (z.B. grö- Baustelle vorliegen.
ßerer Schlupf als in der Zulassung festgelegt) der
Spannvorgang wiederholt werden, müssen die (2) Vor dem Einpressen muss sichergestellt wer-
verwendeten Keile durch ungebrauchte ersetzt den
werden, falls der Zulassungsbescheid nicht aus- ʊ dass betriebsbereite Geräte zur Verfügung ste-
drücklich eine andere Regelung vorsieht. hen (einschließlich einer Einpresspumpe auf
(2) Die endgültige Vorspannung darf nur aufge- Abruf, um Unterbrechungen des kontinuierli-
bracht werden, wenn unverzüglich Zementmörtel chen Einpressens des Mörtels zu verhindern),
eingepresst werden kann. Unvorhergesehene Er- ʊ eine ununterbrochene Versorgung mit Druck-
eignisse, die ein Einpressen verhindern, sind dem wasser und Druckluft,
Auftraggeber sofort mitzuteilen.
ʊ ein ausreichender Vorrat aller erforderlichen
(3) Maßnahmen für den Korrosionsschutz nicht Stoffe, um z.B. Überlauf zu berücksichtigen,
verpresster Spannglieder für das Vorspannen bei
Betontemperaturen unter 5°C (wie z.B. Sicherstel- ʊ dass die Spannkanäle frei sind von schädlichen
len einer geeigneten Bauwerkstemperatur durch Stoffen (z.B. Wasser, Eis)
Schutzmaßnahmen) sind mit dem Auftraggeber ʊ dass in Zweifelsfällen Verpressversuche an re-
abzustimmen. präsentativen Spannkanälen vorab durchge-
führt worden sind und
6.6 Korrosionsschutz ʊ dass der Mörtelfluss ungehindert erfolgen kann.
(3) Die Arbeitsanweisung für das Einpressen
6.6.1 Allgemeines muss
(1) Spannglieder in Hüllrohren oder in Spannkanä- ʊ die Eigenschaften der Geräte und des
len von Beton, Kopplungen und Ankerkörper müs- Einpressmaterials,
sen gegen Korrosion geschützt werden.
ʊ die Reihenfolge der Ausblas- und Waschvor-
(2) Abweichend von DIN EN 13670 in Verbindung gänge,
mit DIN 1045-3 muss der temporäre Korrosions-
ʊ die Reihenfolge der Verpressvorgänge und
schutz mit besonderen Maßnahmen sichergestellt
werden, wenn die Zeitspanne zwischen Herstel- Prüfungen am Einpressmörtel (Fließvermögen,
lung der Spannglieder (Lieferung von Fertigspann- Entmischungen),
gliedern auf die Baustelle oder Verrohren des ʊ die für jede Verpressung vorzubereitende
Spannstahles auf der Baustelle) und Einpressen Menge an Einpressmörtel,
sechs Wochen überschreitet.
ʊ Vorkehrungen zur Reinhaltung der
(3) Wird bei Spanngliedern mit sofortigem Ver- Spannkanäle,
bund als Korrosionsschutzmaßnahme ein Schutz-
mittel verwendet, darf dieses den Verbund nicht ʊ Anweisung für Störfälle und schädliche
beeinträchtigen und keine schädliche Wirkung auf klimatische Bedingungen und
den Stahl oder Beton haben. ʊ Festlegungen für ein erforderlichenfalls
(4) Bei Spanngliedern mit nachträglichem Verbund zusätzliches Verpressen
ist die Zeitspanne zwischen Herstellen des Spann- enthalten.
gliedes und Einpressen des Zementmörtels eng zu
begrenzen. Im Regelfall ist nach dem Vorspannen (4) Das Fließvermögen ist ergänzend zur
unverzüglich Zementmörtel in die Spannkanäle DIN EN 446:1996-07 mindestens bei den ersten
und Verankerungsbereiche einzupressen. drei ausgepressten Spannkanälen am Austrittsen-
de zu prüfen, und das Ergebnis ist im Protokoll
(5) Vor dem Einpressen müssen die Hüllrohre frei festzuhalten. Unterscheiden sich die Spannglieder
von Eis sein. um mehr als 100% in ihrer Länge oder in dem zu
(6) Das Fließvermögen des Einpressmörtels nach verpressenden Querschnitt, ist eine Prüfung an
DIN EN 447:1996-07 ist mit dem Eintauchversuch diesen Spanngliedern im oben genannten Umfang
nach DIN EN 445:1996-07 zu prüfen. zu wiederholen.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

(5) Dem Auftraggeber sind Kopien der Überwa- Schalung, in engen Bereichen, bei Einbauteilen,
chungskontrolle zu übergeben. Fugeneinlagen und Bewehrungsanschlüssen er-
folgen. Unter Umständen empfiehlt sich ein Nach-
verdichten des Betons.
7 Betonieren
(4) Wird keine Arbeitsfuge vorgesehen, darf beim
Einbau in Lagen das Betonieren nur so lange un-
7.1 Arbeiten vor dem Betonieren terbrochen werden, bis die zuletzt eingebrachte
Betonschicht noch nicht erstarrt ist, so dass noch
Es ist ein Betonierplan aufzustellen, der dem Auf- eine gute und gleichmäßige Verbindung zwischen
traggeber zur Genehmigung vorzulegen ist. Der beiden Betonschichten möglich ist. Bei Verwen-
Betonierplan muss insbesondere Angaben über dung von Innenrüttlern muss die Rüttelflasche
den Beton, die Betonierfolge, den Einbau und die noch in die untere, bereits verdichtete Schicht ein-
Verdichtungsmaßnahmen sowie die Nachbehand- dringen.
lung enthalten. Die Anzahl der Erhärtungsprüfun-
gen im Rahmen der Eigenüberwachung bei z.B. (5) Beim Einbringen und Verdichten des Betons in
vom Auftragnehmer gewünschtem frühzeitigen der Nähe von Spanngliedern ist besonders darauf
Ausschalen, Vorspannen oder vorzeitiger Be- zu achten, dass diese nicht beschädigt oder in ih-
lastung eines Bauteiles ist vor dem Betonieren mit rer Lage verschoben werden.
dem Auftraggeber festzulegen. Die Anzahl ist im
Betonierplan zu vermerken.
7.4 Sichtflächen und Oberflächen
bearbeitung
7.2 Lieferung, Annahme und
(1) Alle sichtbar bleibenden geschalten Flächen
Transport von Beton sind als Sichtbeton der Sichtbetonklasse SB2 nach
(1) Im Luftporenbeton muss der vereinbarte Luft- DBV / VDZ-Merkblatt Sichtbeton auszuführen. Ab-
porengehalt bei Übergabe vorhanden sein. weichend zur Sichtbetonklasse SB2 gilt als Anfor-
derungen an die Ebenheit der Betonfläche E2 an-
(2) Die kontinuierliche Lieferung muss gewährleis- stelle der Ebenheit E1.
tet sein.
(2) Bei besonderen Anforderungen an die Gestal-
(3) Während der Betonlieferung muss eine Kom- tung der Sichtflächen ist in der Regel die Sichtbe-
munikationsmöglichkeit zwischen Baustelle, tonklasse SB3 zu vereinbaren. Dies ist in der Leis-
Mischwerk und Transportfahrzeug bestehen. tungsbeschreibung vorzusehen.
(4) Für das Fördern des Betons durch Pumpen ist (3) Es gelten zusätzlich zu (1) und (2) nachfolgen-
die Verwendung von Leichtmetallrohren (aus Alu- de Mindestanforderungen nach (4) bis (11).
minium) nicht zulässig.
(4) Für alle sichtbar bleibenden Betonflächen gel-
(5) Die Förderleitung ist so zu verlegen, dass der ten folgende Anforderungen:
Betonstrom innerhalb der Rohre nicht abreißt.
ʊ fluchtgerechte, einheitliche, geschlossene,
(6) Bei Zugabe von Fließmittel auf der Baustelle ebene und porenarme Oberfläche ohne
und beim Nachdosieren von Fließmittel ist die Mörtelwülste und –grate,
Wirksamkeit bzw. die Zulässigkeit der Nachdosie-
rung nach Abschnitt 1 Nr. 3.3 Absatz (4) durch Be- ʊ kein Abmehlen oder Absanden der Oberfläche,
stimmung der Konsistenz vor und nach der Fließ- ʊ einheitliche Farbtönung aller Sichtflächen
mittelzugabe zu kontrollieren und zu dokumentie- einzelner Bauwerksteile,
ren. Die Häufigkeit ist mit dem Auftraggeber abzu-
stimmen und im Betonierplan festzulegen. ʊ Maßhaltigkeit und fehlerfreie Kanten der
Bauwerksteile und
ʊ zweckmäßige, unauffällige Anordnung und ein-
7.3 Einbringen und Verdichten
wandfreie Ausführung von Arbeitsfugen.
(1) Beim Einbringen in die Schalung, insbesonde-
re in Stützen- und Wandschalungen, darf sich der (5) Ausgetretener Frischmörtel ist unmittelbar
Beton nicht entmischen. Er ist z. B. durch Fallrohre nach dem Ausschalen zu entfernen.
zusammenzuhalten. (6) Nichtgeschalte horizontale Flächen von Über-
(2) Die Betoniergeschwindigkeit ist auf den bauten, Trögen und Kappen sind mit Oberflächen-
aufnehmbaren Schalungsdruck abzustimmen. rüttlern abzuziehen.

(3) Der Beton ist so einzubringen und zu verdich- (7) Ist steinmetzmäßiges Bearbeiten vorgesehen,
ten, dass die Bewehrung dicht mit Beton umhüllt muss die Betondeckung gemäß DIN EN 1992-2
wird. Die Verdichtung muss möglichst vollständig bei feiner Bearbeitung um mindestens 2 cm ver-
und besonders sorgfältig in den Ecken, längs der größert werden. Die Zementhaut ist vollständig zu

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

beseitigen, und das Grobkorn ist aufzuschlagen. 7.5.3 Nachbehandlungsmittel


Der Zeitpunkt der Bearbeitung ist auf die Erhärtung
(1) Für geschalte Betonoberflächen sind Nachbe-
des Betons abzustimmen.
handlungsmittel nicht zugelassen.
(8) Die Betonkanten einschließlich ihrer Abfasung
(2) An horizontalen Betonoberflächen dürfen
sind vor dem steinmetzmäßigen Bearbeiten der
Nachbehandlungsmittel des Typs BH oder BM
Flächen durch Scharrierschlag zu sichern. Die
gemäß den Technischen Lieferbedingungen für
Scharrierschläge sind rechtwinklig zur Oberfläche
flüssige Betonnachbehandlungsmittel (TL NBM-
und so dicht zu setzen, dass die Zementhaut da-
StB) eingesetzt werden.
zwischen entfernt wird.
(3) Nachbehandlungsmittel sind nicht zulässig in
(9) Falls ein Nacharbeiten der Betonoberfläche er-
Arbeitsfugen und bei Oberflächen, die beschichtet
forderlich wird, ist die Art der Nachbesserung im
werden sollen.
Einvernehmen mit dem Auftraggeber festzulegen.
(10) Bei Spannbetonbauteilen ist ausgetretener
Einpressmörtel restlos zu entfernen. 7.6 Anti-Graffiti-Systeme
(11) Aus Betonflächen herausragende Metallstü- (1) Die Art der Anti-Graffiti-Systeme (AGS), ge-
cke und Entlüftungsröhrchen sind bis 3 cm unter mäß TL/TP AGS - Beton (AGS 1-1, AGS 1-2 oder
der Oberfläche sorgfältig zu entfernen. Die verblei- AGS 2), ist in der Leistungsbeschreibung vorzuse-
benden Öffnungen sind mit geeignetem Mörtel zu hen.
schließen. Unter Fahrbahnabdichtungen dürfen sie
(2) Es dürfen nur AGS verwendet werden, die in
mit der Oberkante des Betons abschließen.
der „Liste der geprüften Anti-Graffiti-Systeme
(AGS)“ bei der Bundesanstalt für Straßenwesen
7.5 Nachbehandlung und Schutz geführt sind.
(3) Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche be-
7.5.1 Allgemeines trägt für AGS 1-1 und AGS 1-2 zwei Jahre, für
AGS 2 ein Jahr.
(1) Der Beton ist im Zuge der Nachbehandlung
durch geeignete Maßnahmen vor einem übermä-
ßigen Verdunsten von Wasser über die Betonober- 8 Maßtoleranzen
fläche zu schützen. Dabei sind schädigende Tem-
peratur- und Windeinflüsse besonders zu berück-
sichtigen. Der Nachbehandlungsumfang und die 8.1 Maßabweichungen für die
Nachbehandlungsdauer sind so auszulegen, dass Tragsicherheit
die Temperaturdifferenz im Bauteil möglichst ge-
ring gehalten wird. (1) Mit Ausnahme der Betondeckung können in
Abhängigkeit vom Nennmaß I der Abmessungen
(2) Beton ist mit den in DIN EN 13670 in Verbin- des Betonquerschnitts (Gesamtdicke eines Bal-
dung mit DIN 1045-3, 8.5 (NA.3), genannten Ver- kens oder einer Platte, Breite eines Balkens oder
fahren nachzubehandeln. Die Ausnahme nach DIN Steges, seitliche Abmessungen einer Stütze) fol-
1045-3, 8.5 (NA.4) darf nicht angewendet werden. gende Maßabweichungen (Grenzabmaß) ΔI als zu-
lässig angesehen werden:
7.5.2 Nachbehandlungsdauer für I ” 150 mm: ΔI = ± 3 mm
(1) Gegen Frosteinwirkungen sind Schutzmaß- für I = 400 mm: ΔI = ± 10 mm
nahmen so lange zu treffen, bis der Beton eine
Druckfestigkeit von mindestens fcm = 5 N/mm² er- für I • 2500 mm: ΔI = ± 20 mm
reicht hat. Zwischenwerte dürfen linear interpoliert werden.
(2) Abweichend von DIN EN 13670 in Verbindung (2) Für die zulässigen Maßabweichungen beim
mit DIN 1045-3 muss der Beton bei Umweltbedin- Verlegen der einzelnen Spannglieder gelten die
gungen, die den Expositionsklassen XC2, XC3, Werte der Tabellen 3.2.3 und 3.2.4.
XC4, XF, XD oder XA entsprechen, so lange
nachbehandelt werden, bis die Festigkeit des ober-
flächennahen Betons 70% der charakteristischen 8.2 Maßabweichungen für die
Festigkeit des verwendeten Betons erreicht hat. Betondeckung
Ohne einen genauen Nachweis sind die Werte von
DIN EN 13670 in Verbindung mit DIN 1045-3, Ta- (1) Für die Maßabweichungen der Betondeckung
belle 5 NA zu verdoppeln. Tabelle 6 NA kommt gilt DIN EN 1992-2.
nicht zur Anwendung.

Stand: 2014/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 2 Bauausführung

Tabelle 3.2.4: Zulässige Maßabweichung in Richtung der


9 Überwachung Bauteilbreite (rechtwinklig zur Tragrichtung)

9.1 Überwachung des Vorspannens Bauteilbreite b [cm] Maßabweichung


(1) Der Fachbauleiter hat die Verlege-, Spann- ” 20 ± 5 mm
und Einpressarbeiten ständig zu überwachen. Der Balken
Aufsteller der statistischen Berechnungen muss 20 < b ” 100 ± 10 mm
auf Verlangen des Auftraggebers zu den Verlege- Platten und
und Spannarbeiten auf der Baustelle hinzugezo- > 100 ± 20 mm
Balken
gen werden.
(2) Dem Auftraggeber sind Kopien der Überwa-
chungsprotokolle zu übergeben.
(3) Die Protokolle über die Eigenüberwachung
bzw. werkseigene Produktionskontrolle über
Spannstahl und Zubehörteile, wie z.B. Veranke-
rungen, sind dem Auftraggeber rechtzeitig zu
übergeben. Die Protokolle über die Fremdüberwa-
chung sind auf Anforderung vorzulegen.

9.2 Überwachung des Betonierens


(1) Bei Verwendung von Beton der Überwa-
chungsklassen 2 und 3 hat der Auftragnehmer
dem Auftraggeber rechtzeitig nachzuweisen, dass
die Baustelle einer dafür anerkannten Überwa-
chungsstelle gemeldet ist.
(2) Beton für die Expositionsklasse XF1 ist stets in
der Überwachungsklasse 2 einzuordnen.
(3) Für jeden verwendeten Beton ist die Druckfes-
tigkeit an mindestens drei Probekörpern zu be-
stimmen. Dies gilt auch für die Lieferung geringer
Mengen.
(4) Wird der Nachweis der Druckfestigkeitsklasse
des Betons im Alter von 56 d nach Abschnitt 1
Nr. 6 Absatz (2) geführt, sind in einem separaten
Dokument die Angaben darüber, wie das über 28 d
hinausgehende Prüfalter in Hinblick auf Ausschal-
fristen, Nachbehandlungsdauer und Bauablauf be-
rücksichtigt werden niederzuschreiben und der an-
erkannten Überwachungsstelle im Rahmen der
Überwachung nach DIN EN 13670 in Verbindung
mit DIN 1045-3, Anhang ND, vor Bauausführung
zur Bestätigung vorzulegen. Das genehmigte Do-
kument ist dem Betonierplan als Anlage beizufü-
gen und gemäß Nr. 7.1 dem Auftraggeber zur Ge-
nehmigung vorzulegen.
Tabelle 3.2.3: Zulässige Maßabweichungen in Richtung der
Bauteilhöhe

Bauteilhöhe h [cm] Maßabweichungen

” 20 ± h / 40
20 < h ” 100 ± 5 mm
> 100 ± 10 mm

12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2014/12


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 3
Bauwerksfugen

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 12/2012 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 3 Bauwerksfugen

Inhalt Seite

1  Allgemeines ............................................ 3 
1.1   Grundsätzliches ........................................ 3 
1.2 Begriffsbestimmungen .............................. 3 

2  Arbeitsfugen ........................................... 3 
2.1 Betonierfugen ........................................... 3
2.2 Sollrissfugen (Scheinfugen) ..................... 3
2.3 Koppelfugen ............................................. 3

3  Bewegungsfugen.................................... 3 

4  Pressfugen .............................................. 3 

5  Verwendung von Fugenbändern .......... 3 


5.1 Allgemeines .............................................. 3
5.2 Verbindungen von Fugenbändern auf der
Baustelle ................................................... 4
5.3 Gütesicherung von auf der Baustelle
hergestellten Verbindungen ..................... 4 

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand:12/2012


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 3 Bauwerksfugen

1 Allgemeines (2) Bei schwindbehinderten Bauteilen mit Beton-


dicken bis zu 1 m ist ein Abstand von Scheinfugen
zwischen 5 m und 8 m, bei größeren Betondicken
1.1 Grundsätzliches zwischen 4 m und 6 m einzuhalten. Bei nicht
schwindbehinderten Bauteilen können größere
Fugenabstände vorgesehen werden.
(1) Der Teil 3 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. (3) Auf die Anordnung von Scheinfugen gemäß
Absatz (2) darf unter der Voraussetzung, dass das
(2) Vor dem Aufstellen der Standsicherheitsnach-
Seitenverhältnis (L/H) den Wert 2,0 nicht über-
weises sind dem Auftraggeber Fugenpläne einzu-
schreitet und dass Risse mit größerer Rissbreite
reichen.
als 0,20 mm nach Abschnitt 5 geschlossen wer-
(3) Werden zur Ausbildung von Fugen genügend den, verzichtet werden.
druckfeste und feuchtigkeitsunempfindliche Hart-
(4) Als Fugeneinlagen sind feuchtigkeitsunemp-
schaumeinlagen verwendet, sind diese durch wi-
findliche Einlagen zu verwenden.
derstandsfähige Platten gegen die sich die Ab-
standshalter der Bewehrung ohne Eindrücke ab-
stützen können, abzudecken. Bei Bewegungsfu- 2.3 Koppelfugen
gen sind Schalungshilfen restlos zu entfernen.
Koppelfugen sind wie Betonierfugen zu behandeln
(4) Weichfaserplatten sind als Fugeneinlagen und zusätzlich ausreichend zu verzahnen.
nicht zulässig.
(5) Fugeneinlagen müssen mit den angrenzenden
Fugenbändern werkstoffverträglich sein.
3 Bewegungsfugen
Bewegungsfugen (Raumfugen) sind mit genügend
druckfesten und feuchtigkeitsunempfindlichen Ein-
1.2 Begriffsbestimmungen lagen herzustellen.
Es gelten die Begriffsbestimmungen der
DIN 18197. 4 Pressfugen
(1) Pressfugen sind je nach Beanspruchung mit
2 Arbeitsfugen Verzahnung oder ebenflächig auszuführen.
(2) Liegen die Fugenbänder innen, sind längs der
2.1 Betonierfugen Fugenränder Leisten in die Schalung einzulegen.
An der Luftseite sind Dreiecksleisten einzulegen.
(1) Betonierfugen (Arbeitsfugen) müssen mit
Schalungsfugen übereinstimmen. Für die Behand-
lung der Arbeitsfugen gilt DIN EN 13670 in Verbin- 5 Verwendung von
dung mit DIN 1045-3. Der Beton ist so aufzurauen,
dass die Kuppen der groben Zuschlagskörner frei
Fugenbändern
liegen. Sinngemäß gelten diese Bestimmungen
auch für unplanmäßige Arbeitsfugen, die z.B. 5.1 Allgemeines
durch Witterungseinflüsse oder Geräteausfall ent-
stehen. (1) Für die Abdichtung von Fugen in Beton gilt
DIN 18197.
(2) Nach dem Umsetzen ist der die Arbeitsfuge
übergreifende Teil der Schalung so fest und dicht (2) Es sind Elastomer-Fugenbänder nach
an den erhärteten Beton anzupressen, dass Ver- DIN 7865 zu verwenden.
unreinigungen und sonstige Beeinträchtigungen (3) Innenliegende Fugenbänder sind in ihrer Lage
der Sichtflächen vermieden werden. auf die konstruktiven Erfordernisse der Beweh-
rungsführung abzustimmen und so zu befestigen,
dass sie sich nicht verschieben können. Außenlie-
2.2 Sollrissfugen (Scheinfugen)
gende Fugenbänder sind vor Beschädigungen,
(1) In Scheinfugen ist der Betonquerschnitt um z.B. beim Hinterfüllen, zu schützen.
mindestens ein Drittel zu schwächen. In der Fuge
ist mindestens die aus Lastbeanspruchung erfor- (4) Die Aufzeichnungen über die Handhabung der
derliche Bewehrung über die Fuge hinweg zu füh- Fugenbänder auf der Baustelle, deren Schutz,
ren. Die Bewehrung zur Begrenzung der Rissbreite Verarbeitung und Einbau sowie der Lage der
von schwindbehinderten Bauteilen endet an der Baustellenstöße nach DIN 18197, Anhang B, sind
Fuge. dem Auftraggeber zu übergeben.

Stand: 12/2012 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 3 Bauwerksfugen

(5) Die Aufzeichnungen der Prüfung der Fugen- (3) Das Elastomer der Verbindung muss bei einer
bänder nach dem Ausschalen des Bauteils, das Prüfung nach Augenschein eine gleichmäßige
Ergebnis der Prüfung sowie ggf. getroffene Maß- Oberfläche haben und frei von Mängeln wie Ris-
nahmen zur Beseitigung von Mängeln sind dem sen, Falten und Poren sein.
Auftraggeber zu übergeben.
(4) Zur Überprüfung der inneren Beschaffenheit ist
die Probeverbindung mindestens dreimal parallel
5.2 Verbindungen von in Längsrichtung des Fugenbandes aufzuschnei-
den. Zeigt die Vulkanisationsstelle eine porige
Fugenbändern auf der Baustelle
Struktur, Fehlstellen und/oder lassen sich die Teile
(1) Alle Anker und Rippen der Fugenbänder müs- der Bandage ablösen, ist die Verbindung mangel-
sen in Anschluss- und Stoßbereichen durchlaufen haft.
und fachgerecht sowie wasserdicht gefügt werden. (5) Tritt eine mangelhafte Probeverbindung auf,
(2) Kleber, Klebebänder und ähnliche Hilfsstoffe dürfen weitere Baustellenverbindungen erst nach
für das Fügen von Fugenbändern sind unzulässig. Feststellung der Ursachen für die mangelhafte
Probeverbindung und nach Herstellung einer ein-
(3) Fugenbänder sind durch Vulkanisation mit wandfreien Probeverbindung ausgeführt werden.
beidseitiger Laschenverstärkung zu verbinden.
(4) Die Herstellung der Verbindung erfolgt nach
der Vulkanisier-Anleitung des Fugenbandherstel-
lers, die auf der Baustelle vorhanden und für den
Auftraggeber einsehbar sein muss.
(5) Die Verbindungen sind durch eine Fachkraft
des Fugenbandherstellers auszuführen. Ist dies in
begründeten Ausnahmefällen, die der Zustimmung
des Auftraggebers bedürfen, nicht möglich, muss
der Auftragnehmer den durch den Fugenbandher-
steller geschulten Mitarbeiter (Fügetechniker), der
die Verbindungen ausführt, schriftlich benennen.
Der Schulungsnachweis des Fügetechnikers für
die vorgesehene Fugenbandform (z. B. der „ESV“-
Schein für Elastomer-Fugenbänder) ist dem Auf-
traggeber vorzulegen.
(6) Für Verbindungen, die auf der Baustelle her-
gestellt werden, hat der Auftragnehmer im Beisein
des Auftraggebers eine Probeverbindung herzu-
stellen, die nach Nr. 5.3 durch die Bauüberwa-
chung auf ihre fachgerechte Beschaffenheit ge-
prüft wird. Die Ergebnisse der Prüfungen sind zu
protokollieren und das Protokoll ist dem Auftragge-
ber zu übergeben.
(7) Die Aufwendungen für die Herstellung von
Baustellenverbindungen sowie die Prüfung und
Abnahme sind Nebenleistungen zu Lasten des
Auftragnehmers, die in die entsprechenden Positi-
onen einzurechnen sind.

5.3 Gütesicherung von auf der Bau-


stelle hergestellten Verbindungen
(1) Für die Überwachung und Bewertung von
Baustellenstößen ist DIN 18197, Anhang D, her-
anzuziehen.
(2) Die Probeverbindung nach Nr. 5.2 Absatz (6)
ist auf ihre äußere und innere Beschaffenheit hin
zu überprüfen.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand:12/2012


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 4
Schutz und Instandsetzung
von Betonbauteilen

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die
Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 12/2013 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Inhalt Seite Seite

1  Allgemeines .......................................... 5  2.4.3  Behandlung der Bewehrung ................. 12 


2.4.4  Behandlung freiliegender Einbauteile... 12 
1.1  Grundsätzliches ..................................... 5 
2.4.5  Behandlung von Bewegungsfugen....... 12 
1.2  Begriffsbestimmungen ........................... 5 
2.4.6  Behandlung von Rissen........................ 12 
1.3  Anwendung ............................................ 6 
2.4.7  Säubern der Betonunterlage ................ 14 
1.3.1  Allgemeines ........................................... 6 
2.5  Prüfung der Abreißfestigkeit ................. 14 
1.3.2  Zuordnung der Bauteile ......................... 6 
2.6  Bestimmung der Feuchte der
1.3.3  Betonersatzsysteme .............................. 7  Betonunterlage ..................................... 14 
1.3.4  Oberflächenschutzsysteme ................... 7 
2.7  Abrechnung .......................................... 14 
1.4  Bestandsaufnahme ................................ 7  2.8  Freigabe der Betonunterlage ................ 15 
1.4.1  Allgemeines ........................................... 7 
3  Beton.................................................... 15 
1.4.2  Umfang .................................................. 7 
1.4.3  Schadensbeurteilung ............................. 7  3.1  Allgemeines .......................................... 15 
1.5  Baugrundsätze ....................................... 7  3.2   Anwendung ........................................... 15 
1.6  Baustoffe und Baustoffsysteme ............. 9  3.3  Baugrundsätze ..................................... 15 
1.7  Ausführung............................................. 9  3.3.1  Allgemeines .......................................... 15 
1.7.1  Allgemeines ........................................... 9  3.3.2  Vorbereitung der Betonunterlage ......... 15 
1.7.2  Anforderungen an Unternehmen und 3.4  Baustoffe und Baustoffsysteme ............ 15 
Personal ................................................. 9 
3.5  Ausführung ........................................... 15 
1.7.3  Angaben zur Ausführung ..................... 10 
3.5.1  Allgemeines .......................................... 15 
1.7.4  Bearbeitungsabschnitte ....................... 10 
3.5.2  Betonunterlage ..................................... 15 
1.7.5  Äußere Bedingungen ........................... 10 
3.5.3  Baustoffe .............................................. 15 
1.7.6  Nachbehandlung .................................. 10 
3.5.4  Einbau................................................... 15 
1.7.7  Dokumentation ..................................... 10 
3.5.5  Nachbehandlung .................................. 15 
1.8  Qualitätssicherung ............................... 10 
3.6  Qualitätssicherung ................................ 16 
1.8.1  Erstprüfung/Eignungsprüfung/
3.6.1  Erstprüfung/Grundprüfung .................... 16 
Grundprüfung ....................................... 10 
3.6.2  Überwachung der Stoffherstellung ....... 16 
1.8.2  Überwachung der Stoffherstellung ...... 10 
3.6.3  Überwachung der Ausführung .............. 16 
1.8.3  Überwachung der Ausführung ............. 10 
1.8.4  Kontrollprüfungen................................. 11  4  Spritzbeton .......................................... 16 
1.8.5  Zusätzliche Kontrollprüfungen ............. 11 
4.1  Allgemeines .......................................... 16 
1.9  Abrechnung.......................................... 11 
4.2  Anwendung ........................................... 16 
2  Vorbereitung der Betonunterlage .... 11  4.3  Baugrundsätze ..................................... 16 
4.4  Baustoffe und Baustoffsysteme ............ 16 
2.1  Allgemeines ......................................... 11 
4.5  Ausführung ........................................... 17 
2.2  Anwendung .......................................... 11 
4.5.1  Allgemeines .......................................... 17 
2.3  Baugrundsätze ..................................... 11 
4.5.2  Anforderungen an das Personal ........... 17 
2.4  Ausführung........................................... 12 
4.5.3  Baustoffe .............................................. 17 
2.4.1  Allgemeines ......................................... 12 
4.5.4  Betonunterlage ..................................... 17 
2.4.2  Vorbereitungsverfahren ....................... 12
  4.5.5  Einbau................................................... 17

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Seite Seite
4.5.6  Nachbehandlung...................................17  6.5.3  Betonunterlage ..................................... 20 
4.5.7  Abreißfestigkeit .....................................17  6.5.4  Äußere Bedingungen ........................... 20 
4.6  Qualitätssicherung ................................17  6.5.5  Konsistenz ............................................ 20 
4.6.1  Eignungsprüfung...................................17  6.5.6  Luftgehalt .............................................. 21 
4.6.2  Überwachung des Bereitstellungs- 6.5.7  Nachbehandlung .................................. 21 
gemisches .............................................17 
6.5.8  Trockenrohdichte .................................. 21 
4.6.3  Überwachung der Ausführung ..............18 
6.5.9  Abreißfestigkeit ..................................... 21 
5  Spritzmörtel / -beton mit 6.6  Qualitätssicherung ................................ 21 
Kunststoffzusatz (SPCC) ...................18 
6.6.1  Grundprüfung ....................................... 21 
5.1  Allgemeines ..........................................18  6.6.2  Überwachung der Stoffe und
Stoffsysteme ......................................... 21 
5.2  Anwendung ...........................................18 
6.6.3  Überwachung der Ausführung ............. 21 
5.3  Baugrundsätze ......................................18 
6.6.4  Kontrollprüfungen ................................. 21 
5.4  Baustoffe und Baustoffsysteme ............18 
5.5  Ausführung ...........................................18  7  Reaktionsharzmörtel /
Reaktionsharzbeton (PC)................... 21 
5.5.1  Anforderungen an das Personal ...........18 
5.5.2  Baustoffe ...............................................18  7.1  Allgemeines .......................................... 21 
5.5.3  Betonunterlage .....................................18  7.2  Anwendung........................................... 22 
5.5.4  Einbau der Bewehrung .........................18  7.3  Baugrundsätze ..................................... 22 
5.5.5  Schalung ...............................................19  7.4  Baustoffe und Baustoffsysteme ........... 22 
5.5.6  Spritzen .................................................19  7.5  Ausführung ........................................... 22 
5.5.7  Frischmörtelrohdichte ...........................19  7.5.1  Allgemeines .......................................... 22 
5.5.8  Nachbehandlung...................................19  7.5.2  Baustoffe .............................................. 22 
5.5.9  Trockenrohdichte ..................................19  7.5.3  Betonunterlage ..................................... 22 
5.5.10  Abreißfestigkeit .....................................19  7.5.4  Äußere Bedingungen ........................... 22 
5.6  Qualitätssicherung ................................19  7.5.5  Witterungsschutz .................................. 22 
5.6.1  Grundprüfung ........................................19  7.5.6  Trockenrohdichte .................................. 22 
5.6.2  Überwachung der Stoffe und 7.5.7   Abreißfestigkeit ..................................... 22 
Stoffsysteme .........................................19 
7.6  Qualitätssicherung ................................ 22 
5.6.3  Überwachung der Ausführung ..............19 
7.6.1  Grundprüfung ....................................... 22 
5.6.4  Kontrollprüfungen .................................19 
7.6.2  Überwachung der Stoffe und
Stoffsysteme ......................................... 22 
6  Zementmörtel / Beton mit
Kunststoffzusatz (PCC) ......................20  7.6.3  Überwachung der Ausführung ............. 22 
7.6.4  Kontrollprüfungen ................................. 23 
6.1  Allgemeines ..........................................20 
6.2  Anwendung ...........................................20  8  Oberflächenschutzsysteme (OS) ...... 23 
6.3  Baugrundsätze ......................................20 
8.1  Allgemeines .......................................... 23 
6.4  Baustoffe und Baustoffsysteme ............20 
8.2  Anwendung........................................... 23 
6.5  Ausführung ...........................................20 
8.2.1  Allgemeines .......................................... 23 
6.5.1  Allgemeines ..........................................20 
8.2.2  Auswahl ................................................ 23 
6.5.2  Baustoffe ...............................................20
8.2.3  Farbpalette ........................................... 25 
 

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Seite Seite
8.3  Baustoffe und Baustoffsysteme ........... 25  Formblatt D 3.4.4
Bestimmung der Schichtdicke
8.4  Ausführung........................................... 25 
der hauptsächlich wirksamen
8.4.1  Allgemeines ......................................... 25  Oberflächenschicht (hwO) an
Bohrkernen ................................. 39
8.4.2  Baustoffe .............................................. 25 
Formblatt D 3.4.5
8.4.3  Betonunterlage..................................... 25  Bestimmung der Schichtdicke
8.4.5  Einbauteile ........................................... 25  der hauptsächlich wirksamen
Oberflächenschicht (hwO) über
8.4.6  Hydrophobierung (OS-A) ..................... 25  die Verbrauchsmenge ................ 40 
8.4.7  Schichtdicke (OS-B bis OS-F) ............. 25  Anhang E  Formblatt E 3.4.1
8.4.8  Abreißfestigkeit .................................... 26  Frischmörtelrohdichte SPCC ...... 41 
8.4.9  Witterungsschutz ................................. 26  Formblatt E 3.4.2
Prüfung am Frischmörtel PCC ... 42 
8.5  Qualitätssicherung ............................... 26 
Formblatt E 3.4.3
8.5.1  Überwachung der Ausführung ............. 26  Bestimmung der Trockenroh-
8.5.2  Kontrollprüfungen................................. 27  dichte SPCC, PCC, PC .............. 43 
Anhang F  Hinweise zur Zertifizierung ......... 44 
Anhang A  Bestimmung der Betonfeuchte
nach der Carbid-Methode
(CM-Gerät)................................. 28 

Anhang B  Bestimmung der Qualität von


Hydrophobierungen ................... 31 
Formblatt B 3.4.1
Hydrophobierungsmessung....... 32 

Anhang C  Formblatt C 3.4.1


Ausgeführte Schutz- und
Instandsetzungsmaßnahmen
an Betonbauteilen ...................... 33 

Anhang D  Bestimmung der Schichtdicken


von Oberflächenschutz-
systemen ................................... 34 
Formblatt D 3.4.1
Dokumentation von Verbrauchs-
bzw. Einbaumengen von Ober-
flächenschutzsystemen (OS)..... 36 
Formblatt D 3.4.2
Bestimmung der Schichtdicke der
hauptsächlich wirksamen Ober-
flächenschutzschicht (hwO) durch
Differenzdickenmessung ........... 37 
Formblatt D 3.4.3
Bestimmung der Schichtdicke
der hauptsächlich wirksamen
Oberflächenschicht (hwO) mit
dem Keilschnittverfahren ........... 38 

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

1 Allgemeines (11) Einbauten


Teile (z.B. Fahrbahnübergänge, Entwässerungs-
einrichtungen), die mit der Betonunterlage fest
1.1 Grundsätzliches verbunden sind.
(1) Der Teil 3 Abschnitt 4 gilt nur in Verbindung mit (12) Feinspachtel
dem Teil 1 Allgemeines.
Dient dem Porenschluss sowie dem Glätten der
(2) Die Grenzwerte und Toleranzen beinhalten Oberfläche und wird in ein bis zwei Lagen aufge-
sowohl die Streuungen bei der Probennahme und bracht. Er kann Bestandteil des Betonersatz- oder
die Vertrauensbereiche der Prüfverfahren als auch des Oberflächenschutzsystems sein.
die arbeitsbedingten Ungleichmäßigkeiten, soweit
im Einzelfall keine andere Regelung getroffen ist. (13) Grundierung
(3) Die Nrn. 1 und 2 gelten für alle Arten von Be- Ggf. erforderliche Zwischenschicht für den Einbau
tonersatz- und Oberflächenschutzsystemen. In von Oberflächenschutzschichten.
den Nrn. 3 bis 8 werden jeweils ergänzende An- (14) Haftbrücke
gaben gemacht.
Zwischenschicht zur Verbesserung der Haftung
des Betonersatzes.
1.2 Begriffsbestimmungen
(15) Hauptsächlich wirksame Oberflächen-
(1) Abreißfestigkeit schutzschicht (hwO)
Im Abreißversuch ermittelte Zugfestigkeit innerhalb Für die Funktion des Oberflächenschutzsystems
der Betonunterlage, des Betonersatz- oder des maßgebenden Schichten.
Oberflächenschutzsystems bzw. Haftzugfestigkeit
zwischen diesen Schichten. (16) Hydrophobierung

(2) Anti-Graffiti-System (AGS) Nichtfilmbildender, wasserabweisender Oberflä-


chenschutz.
System, bestehend aus den beiden Komponenten
Graffitiprophylaxe und Reinigungstechnologie. (17) Kohäsionsbruch

(3) Adhäsionsbruch Bruch innerhalb einer Schicht.

Bruch zwischen zwei Schichten. (18) Korrosionsschutz der Bewehrung

(4) Arbeitsfuge Besteht aus mindestens zwei Grundbeschichtun-


gen und schützt die Bewehrung vor Korrosion,
Ansatzstelle durch Arbeitsunterbrechung im Beton- wenn die Betondeckung durch den Betonersatz
ersatz- oder Oberflächenschutzsystem. nicht ausreichend ist oder durch die stoffliche Zu-
(5) Ausgleichsschicht sammensetzung des Betonersatzes kein Korrosi-
onsschutz gewährleistet ist.
Schicht zur Herstellung einer ebenen und profilge-
rechten Oberfläche. (19) Kunststoffzusatz

(6) Beschichtung Zusatz in Form von Kunststoffdispersion, wasser-


dispergierbarem Kunststoffpulver oder wasser-
Schicht auf der Oberfläche, die allen Unebenheiten emulgierbarem Reaktionsharz.
folgt bzw. Unebenheiten weitgehend ausgleicht.
(20) Lage
(7) Betonersatz
Wird in einem Arbeitsgang hergestellt. Eine oder
Ersatz von fehlendem bzw. geschädigtem Beton. mehrere Lagen gleicher Zusammensetzung bilden
(8) Betonersatzsystem eine Schicht.

Besteht aus Stoffen des Betonersatzes sowie ggf. (21) Maximalschichtdicke dmax
aus der Haftbrücke, dem Korrosionsschutz und Schichtdicke der hwO, die nicht überschritten wer-
dem Feinspachtel. den darf (Anforderungen z.B. an Wasserdampfdif-
(9) Betonunterlage fusionseigenschaften).

Beton oder Betonersatzsysteme unter dem jeweils (22) Mindestschichtdicke dmin


herzustellenden Betonersatz- oder Oberflächen- Schichtdicke der hwO, die nicht unterschritten
schutzsystem.
werden darf (Anforderungen z.B. an CO2-
(10) Charge Diffusionswiderstand, Rissüberbrückungseigen-
schaften).
In einem Arbeitsgang hergestellte Einheit.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(23) Oberflächennaher Beton (36) Wirkstoffmenge


Beton in Bereichen bis unter die Bewehrung. Auf die Betonunterlage aufgebrachte Menge des
wirksamen Anteils einer Hydrophobierung.
(24) Oberflächenschutz
Maßnahmen zum Schutz der Betonoberfläche
durch Hydrophobierung oder Beschichtung. 1.3 Anwendung
(25) Oberflächenschutzsystem (OS-System)
1.3.1 Allgemeines
Besteht aus den Stoffen der einzelnen Schichten
des Oberflächenschutzes. Es beinhaltet ggf. den (1) Dieser Abschnitt bezieht sich auf den oberflä-
Feinspachtel. chennahen Beton. Eine weitergehende Anwen-
dung ist möglich. Erforderlichenfalls sind gesonder-
(26) Polymer Concrete (PC) te Untersuchungen, z.B. Standsicherheitsnachwei-
Mörtel/ Beton aus Gesteinskörnungen und Reakti- se, Nachweise über den Verbund bzw. die Mitwir-
onsharzen als Bindemittel. (Reaktionsharzmör- kung des Betonersatzes, durchzuführen.
tel/Reaktionsharzbeton). (2) Oberflächennahe Risse sind nach Nr. 2.4.6 zu
(27) Polymer Cement Concrete (PCC) behandeln. Alle anderen Risse sind nach Ab-
schnitt 5 zu behandeln.
Zementmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz.
(3) Bei Betonfahrbahntafeln gilt dieser Abschnitt
(28) Riss nur für die Instandsetzung der Betonoberfläche .Zu
Trennung im Betongefüge und in Fugen. Es wird den Abdichtungsmaßnahmen für Betonfahrbahnta-
zwischen oberflächennahen Rissen und Trennris- feln siehe Teil 7.
sen unterschieden: (4) Die Anwendung erstreckt sich auch auf Beton-
― Oberflächennahe Risse erfassen nur geringe bauteile, die während des Aufbringens und Er-
Querschnittsteile und sind häufig netzartig aus- härtens des Betonersatzsystems oder des Oberflä-
gebildet. chenschutzsystems durch Verkehr dynamisch
beansprucht werden. Insbesondere bei Be-
― Trennrisse erfassen wesentliche Teile des tonersatz aus Beton bzw. Spritzbeton können Ver-
Querschnitts (z.B. Zugzone, Steg) oder den Ge- kehrsbeschränkungen erforderlich werden.
samtquerschnitt.
(29) Rückseitige Durchfeuchtung 1.3.2 Zuordnung der Bauteile
Von der Rückseite des Bauteils zur instandzuset- (1) Die Einwirkungsbereiche werden unterschie-
zenden Bauteilfläche transportiertes Wasser. den in Spritzwasserbereich, Sprühnebelbereich
(30) Schicht und sonstigen Bereich. Die Abgrenzung dieser Be-
reiche ist fließend. Bauwerksgeometrie und Lage
Besteht aus einer oder mehreren Lagen gleicher der Bauteile zu den Fahrbahnen müssen beson-
Zusammensetzung. ders berücksichtigt werden.
(31) Sollschichtdicke ds (2) Zum Spritzwasserbereich zählen z.B. Kappen,
Schutz- und Leiteinrichtungen und Teilbereiche
Aufgrund statistischer Annahmen über den Ver-
von Trogwänden, Stützwänden, Widerlagerwän-
brauch ermittelte Schichtdicke, die nach Ausfüh-
den, Tunnelwänden, Stützen, Pfeilern, Pylonen
rung im Mittel mindestens erreicht werden muss.
und Zügelgurten. Die Expositionsklasse des
(32) Sprayed Polymer Cement Concrete Spritzwasserbereichs entspricht
(SPCC)
― XF2 in Verbindung mit XD2 und XC4 oder
Im Spritzverfahren aufzubringender Zementmörtel/
― XF4 in Verbindung mit XD3 und XC4
Beton mit Kunststoffzusatz.
nach DIN-Fachbericht „Beton“.
(33) Spritzwasserbereich
(3) Dem Sprühnebelbereich sind alle Bauteile
Bereich, der mit Tausalzsole beaufschlagt werden
zuzuordnen, die im Einwirkungsbereich des Tau-
kann.
salzsprühnebels, aber außerhalb des Spritzwas-
(34) Sprühnebelbereich serbereiches liegen. Zum Sprühnebelbereich zäh-
len z.B. Überbauten, Pfeiler und Widerlager auch
Bereich, der mit Tausalzsprühnebel, jedoch nicht unterhalb von hohen Talbrücken und Tunnelde-
mit Spritzwasser, beaufschlagt werden kann.
cken. Die Expositionsklasse des Sprühnebelbe-
(35) Wirkstoffgehalt reichs entspricht XF2 in Verbindung mit XD1 und
XC4 nach DIN-Fachbericht „Beton“.
Wirksamer Anteil einer Hydrophobierung.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(4) Bauteile, die weder im Spritzwasser- noch im sehen.


Sprühnebelbereich liegen, sind dem sonstigen Be-
(4) Bei Anwendung von OS-Systemen auf Beton
reich zuzuordnen. Die Expositionsklasse dieses
mit Hinweis auf Gefährdung durch Alkali-Zuschlag-
Bereichs entspricht XF2 in Verbindung mit XD1
Reaktion ist darauf zu achten, dass sich die Ver-
und XC3 nach DIN-Fachbericht „Beton“. Hierzu
hältnisse im Bauteil nicht ungünstig verändern.
zählen z.B. lnnenflächen von Hohlpfeilern, Wider-
lagern und Hohlkästen.
1.4 Bestandsaufnahme
1.3.3 Betonersatzsysteme
(1) Betonersatzsysteme dienen der Instandset- 1.4.1 Allgemeines
zung geschädigter Betonbauteile, zur Herstellung Zur Beurteilung des Bauwerkszustandes sind in
von Ausgleichsschichten oder zum Füllen von Abhängigkeit von der Bauwerkssituation die jeweils
Fehlstellen im Beton. zutreffenden Kriterien, z.B. aus der Tabelle 3.4.1,
(2) Der Baustoff für den Betonersatz kann be- heranzuziehen. Dabei sind Prüfungen, Beobach-
stehen aus: tungen und Erfahrungen so einzusetzen, dass Ver-
kehrssicherheit, Tragfähigkeit, Gebrauchsfähigkeit
― Beton, und Dauerhaftigkeit beurteilt werden können. Um-
― Spritzbeton, fang und Ausmaß der Untersuchungen richten sich
nach Art und Größe der Schäden am Bauteil und
― Spritzmörtel/-beton mit Kunststoffzusatz (SPCC), nach der Bedeutung des Bauwerks.
― Zementmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz
(PCC) oder 1.4.2 Umfang
― Reaktionsharzmörtel/Reaktionsharzbeton (PC). (1) Bei Schäden größeren Ausmaßes muss die
(3) Vergussbeton und Vergussmörtel nach Bestandsaufnahme mindestens umfassen:
DAfStB-Richtlinie „Herstellung und Verwendung ― Art und Zweck des Bauwerks, Schäden, Bau-
von zementgebundenem Vergussbeton und jahr, Bestandszeichnungen, zwischenzeitliche
Vergussmörtel“ kommen als Betonersatzsystem Veränderungen sowie
nicht zur Anwendung.
― Bezeichnung und Lage der betroffenen Bau-
teile, Bewehrung, Baustoffe, Abmessungen und
1.3.4 Oberflächenschutzsysteme Schadensbild
(1) Bei der Planung von OS-Systemen ist zu be- (2) Bei geringen Schäden reicht in der Regel ein
achten, dass nur eine ausreichend dichte und di- Prüfbericht nach der Richtlinie zur einheitlichen
cke Betondeckung, bei Neubauten nach DIN-EN Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswer-
1992-2 sowie bei Erhaltungsmaßnahmen aus alka- tung von Ergebnissen der Bauwerksprüfungen
lisch wirkenden Betonersatzsystemen nach diesem nach DIN 1076 (RI-EBW-PRÜF) aus.
Abschnitt, Gewähr für eine langfristige Dauerhaf-
tigkeit von Betonbauwerken bietet.
1.4.3 Schadensbeurteilung
(2) OS-Systeme sind nicht gleichwertig gegenüber
einer ausreichend dichten und dicken Betonde- Aufgrund der Prüfungen und des Schadensbildes
ckung, weil sie nur eine zeitlich begrenzte Wirk- sind:
samkeit besitzen und der ständigen Erhaltung ― Aussagen über die Ursachen der Schäden zu
bedürfen. treffen,
(3) Ein Oberflächenschutz bei vorhandenen Bau- ― die Notwendigkeit und die Zweckmäßigkeit
werken ist unter Berücksichtigung der Gesamt- einer Schutz- und Instandsetzungsmaßnahme
situation eines Bauwerks vorzusehen, festzustellen und
― wenn die Risiken weitergehender Wasserauf- ― Erfordernisse als Grundlage für ein material-
nahme und Schadstoffeindringung (Karbonati- spezifisches Schutz- und Instandsetzungskon-
sierung bzw. Chloridanreicherung) untersucht zept zusammen zu stellen.
worden sind und keine anderen wirtschaftlichen
Erhaltungsmaßnahmen ausgeführt werden kön-
nen oder 1.5 Baugrundsätze
― bei bereichsweise instandgesetzten Bauteilen (1) Vor dem Aufbringen des Betonersatz- oder
bzw. Bauwerken. OS-Systems ist die Betonunterlage nach Nr. 2
vorzubereiten.
Ist mit dem Auftrag von Graffiti zu rechnen, ist ein
Oberflächenschutz mit AGS-Eigenschaften vorzu-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


7
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Tabelle 3.4.1: Beispiele für Untersuchungsmethoden und -kriterien zur Ermittlung des Ist-Zustandes eines Bauwerks

Kriterien zur Beschreibung des Ist- Untersuchungsmethoden, Untersuchungsergebnisse und


Zustandes Hilfsmittel Bewertung
1 Umgebungs- und Nutzungsbedingungen
Mechanische Einwirkungen (z.B. Inaugenscheinnahme Bewertung im Einzelfall
1.1 Fahrzeuganprall, Überlastung)

Physikalische und chemische Einwir- Messungen, Erkundungen Angabe über Art und Umfang der
kungen (z.B. von Temperatur, Feuch- Einwirkungen, Bewertung im Einzelfall
1.2 te, Frost, Tausalzen, Gasen, Ölen,
Fetten)
Einwirkung aus Betrieb (Reinigung, Auswertung von Protokollen, Häufigkeit und Art der Reinigung,
1.3 Wartung) (z.B. Streckenwartung) Reinigungsmittel, Bewertung im
Einzelfall

Zugänglichkeit Örtlich Feststellungen Bewertung im Einzelfall (Hinweis


auf Zugänglichkeit und/oder Unzugäng-
1.4 lichkeiten, evtl. Geräte und Beleuch-
tung)

2 Bauwerks- und Bauteileigenschaften


Trag- und Verformungseigenschaften Vermessung, Schwingungsmessungen, Bewertung im Einzelfall
2.1 Nachrechnung, Probebelastung

2.2 Brückenklasse, Statische Systeme Bauwerksbuch, Bauwerksakten Bewertung im Einzelfall


Herstellungsbedingungen (z.B. Witte- Bautagebuch, Wetteramt, Bewertung im Einzelfall
2.3 rung, Besonderheiten) Bauwerksakten

Optischer Eindruck Inaugenscheinnahme, Lokalisierung und Ausmaß,


(z.B. Abplatzung, Risse, Rostfahnen, Rissaufnahme (z.B. mit Risslupe) Bewertung im Einzelfall
2.4 Ausblühungen, Verschmutzungen,
Absandungen)
Gefüge (Hohlstellen, Fehlstellen) Inaugenscheinnahme, Abklopfen, Lokalisierung und Ausmaß,
2.5 Endoskopie, Ultraschall, Radar, Bewertung im Einzelfall
Impakt-Echo
Betondeckung Magnetisches Verfahren, Wirbelstrom- Bewertung durch Vergleich mit Teil 3
2.6 verfahren, Radar, Anbohren Abschnitt 1

2.7 Verformung, Zwang, Pressungen Messungen und Berechnungen Bewertung im Einzelfall


Entwässerung, Abdichtung, Belag, Inaugenscheinnahme, Abklopfen, Bewertung nach dem Zustand und
2.8 Fugen ggf. Öffnen und/oder Messen dem Grad der Funktionsfähigkeit

2.9 Fahrbahnübergänge

3 Baustoffeigenschaften
Druckfestigkeit Zerstörungsfreie Prüfung (Schmidt- Nennfestigkeit, Vergleich mit
Hammer). In begründeten Einzelfällen: geforderten Werten
3.1 Zerstörende Prüfung durch Entnahme
von Bohrkernen
Abreißfestigkeit gemäß DIN EN 1542 Geregeltes Abreißprüfgerät Vergleich mit geforderten Werten.
a) Oberfläche Falls nicht ausreichend, Überprüfung
3.2 b) ggf. tieferliegende Schichten (Profil- des Festigkeits- und Verformungsver-
aufnahme) haltens
Korrosion der Bewehrung Inaugenscheinnahme, Endoskopie, Zur Bewertung sind sowohl die
Potenzialmessung Absolutwerte als auch die
gegenseitigen Abhängigkeiten der
einzelnen Baustoffeigenschaften in
3.3
ihrer Gesamtheit zu berück-
sichtigen. Grenzwerte einzelner
Baustoffeigenschaften werden
daher nicht angegeben.
Karbonatisierung Indikatorverfahren, z.B. Phenolphthalein
3.4 (Bruchfläche)

Chloridbelastung Indikatorverfahren (Bruchfläche),


3.5 chemische Analyse

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(2) Die Ebenheit der instandgesetzten Betonflä- stellung der zertifizierten Stoffe und Stoffsysteme
chen ist den umgebenden Bereichen anzupassen. aufgeführt sind.
(3) Durch die Instandsetzungs- und Schutzmaß- (4) Angaben über Baustoffe und Baustoffsysteme
nahmen darf die Funktionsfähigkeit von Bewe- sind im Baustoff- bzw. Bieterangabenverzeichnis
gungsfugen nicht beeinträchtigt werden. zu fordern.
(4) Betonersatz- und OS-Systeme müssen folgen- (5) Die Leistungserklärung gemäß BauPVO ist vor-
de Eigenschaften haben: zulegen.
― ein der Betonunterlage angepasstes Festig-
keits- und Verformungsverhalten, 1.7 Ausführung
― einen abreiß- und scherfesten Verbund mit der
Betonunterlage bzw. der Schichten untereinan- 1.7.1 Allgemeines
der (ggf. auch unter dynamischer Be-
anspruchung), (1) Schutz- und lnstandsetzungsmaßnahmen sind
terminlich so einzuplanen, dass sie bei günstiger
― keine Beeinträchtigung der Gebrauchsfähigkeit Witterung durchgeführt werden können.
und der Dauerhaftigkeit der Betonunterlage,
(2) Müssen Schutz- und Instandsetzungsarbeiten
― einen hinreichender Frost- und Tausalzwider- bei ungünstigen Witterungsbedingungen aus-
stand gemäß den Anforderungen, geführt werden, sind witterungsbedingte Schutz-
― Schutz der Bewehrung gegen Korrosion (gilt einrichtungen nach Teil 6 Abschnitt 3 vorzusehen.
nur für Betonersatzsysteme), (3) Schutz- und Instandsetzungsarbeiten dürfen
― Alterungs-, Volumen-, Alkali- und Wasserbe- nur innerhalb materialbedingter Grenzwerte ausge-
ständigkeit sowie Wasserundurchlässigkeit und führt werden.
Wasserdampfdurchlässigkeit und ggf.
Bitumenbeständigkeit, 1.7.2 Anforderungen an Unternehmen und
― Verträglichkeit der verwendeten Baustoffe un- Personal
tereinander, (1) Die Arbeiten dürfen nur von Arbeitskolonnen
― hemmende Wirkung gegen das Eindringen von ausgeführt werden, die über die erforderliche Qua-
Schadgasen (z.B. CO2 und SO2), lifikation verfügen.
― hinreichende Verträglichkeit mit vorhandenen (2) Bei Arbeiten mit Kunststoffen oder kunst-
Betonersatz- und OS-Systemen, stoffmodifizierten Baustoffen muss eine von Auf-
tragnehmer benannte sachkundige Fachkraft, z.B.
― praxisgerechte Verarbeitungszeit, breite Klima- der Kolonnenführer, nachweislich eine Prüfung
spanne, über den Umgang mit diesen Baustoffen erfolg-
― baustellengerechte Verarbeitbarkeit, auch bei reich abgelegt haben. Dies ist:
Arbeiten in Zwangslagen (Überkopfarbeit), ― bei inländischen Bietern durch eine Beschei-
― leichte Überarbeitbarkeit, nigung des Ausbildungsbeirats „Schutz und In-
standsetzung im Betonbau“ beim Deutschen
― geringe Verschmutzungsneigung, Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (SIVV-
― ausreichende Abriebfestigkeit bei dem System Schein),
OS-F. ― bei ausländischen Bietern durch einen gleich-
(5) Durch Beschichtungen dürfen im Beton der zu wertigen Qualifikationsnachweis
schützenden Bauteile keine bauphysikalisch und / zu belegen.
oder chemisch ungünstigen Verhältnisse geschaf-
fen werden, die Folgeschäden verursachen kön- (3) Eine Nachschulung ist im Abstand von höchs-
nen. tens drei Jahren entsprechend den Vorgaben des
Ausbildungsbeirates „Schutz und Instandsetzung
im Betonbau“ durchzuführen.
1.6 Baustoffe und Baustoffsysteme
(4) Wird als Betonersatz Spritzbeton oder Spritz-
(1) Die Eignung der Baustoffe und Baustoffsy- beton mit Kunststoffzusatz verwendet, sind die
steme ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. zusätzlichen Anforderungen an den Düsenführer
nach den Nrn. 4.5.2 bzw. 5.5.1 zu beachten.
(2) Als Zugabewasser ist Trinkwasser zu verwenden.
(5) Die sachkundige Fachkraft muss während der
(3) Es dürfen nur Stoffe und Stoffsysteme ver-
Ausführung der Arbeiten ständig an der Arbeits-
wendet werden, die in der bei der Bundesanstalt
stelle anwesend sein.
für Straßenwesen (BASt) geführten Zusammen-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(6) Bei besonders schwierigen oder wichtigen Ar- (3) Nachbehandlungsmittel sind nicht zugelassen.
beiten kann es erforderlich sein, zusätzliche Quali-
fikationsnachweise für die sachkundige Fachkraft
1.7.7 Dokumentation
und das Personal in Form von Referenzen über
entsprechende ausgeführte Arbeiten oder in Form Entsprechend der Ausführung sind das Bau-
von Nachweisen über besondere handwerkliche werksbuch (siehe Anhang C) und die vorhandenen
Schulungen zu fordern. Bestandsunterlagen zu aktualisieren.

1.7.3 Angaben zur Ausführung 1.8 Qualitätssicherung


Die Instandsetzung mit SPCC-, PCC-, PC- und
OS-Systemen muss nach den Angaben zur Aus- 1.8.1 Erstprüfung / Eignungsprüfung /
führung im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüf- Grundprüfung
zeugnis (abP) bzw. gemäß DIN V 18026, An- (1) Für Beton ist eine Erstprüfung nach Ab-
hang A erfolgen. schnitt 1 durchzuführen.
(2) Für Spritzbeton ist eine Eignungsprüfung nach
1.7.4 Bearbeitungsabschnitte DIN EN 14487 in Verbindung mit DIN
Bearbeitungsabschnitte sind so zu wählen, dass 18551durchzuführen.
eine mit den Angaben zur Ausführung überein- (3) Für SPCC, PCC und PC ist die Grundprüfung
stimmende Durchführung der Arbeit sichergestellt nach den zugehörigen Technischen Lieferbedin-
ist. gungen (TL) und Technischen Prüfvorschriften
(TP) durchzuführen.
1.7.5 Äußere Bedingungen (4) Für OS-Systeme ist eine Erstprüfung nach
(1) Betonersatz- und OS-Systeme dürfen nur in- DIN V 18026 und ggf. nach den TP-AGS-Beton
nerhalb der in den Angaben zur Ausführung und / durchzuführen.
oder DIN-Normen angegebenen Grenzwerte für
Temperatur und Feuchte von Luft, Betonunterlage 1.8.2 Überwachung der Stoffherstellung
und Baustoff aufgebracht werden. Dies gilt auch
für einzelne Arbeitsgänge zur Herstellung von Tei- Die Überwachung für die Herstellung der Stoffe für
len der Betonersatz- und OS-Systeme. die Betonersatz- und OS-Systeme erfolgt bei

(2) Der Auftragnehmer hat die Messwerte im ― Beton nach Abschnitt 1,


Rahmen der Eigenüberwachung zu protokollieren ― Spritzbeton nach DIN EN 14487 in Verbindung
und sie dem Auftraggeber zu übergeben. mit DIN 18551,
(3) Zur Aufnahme der Messwerte sind vom Auf- ― SPCC, PCC und PC nach den zugehörigen TL,
tragnehmer die Geräte gemäß Teil 1 Abschnitt 3
auf der Baustelle vorzuhalten. ― OS-System nach DIN V 18026.
(4) Lufttemperatur und relative Luftfeuchte sind
während der Ausführung kontinuierlich aufzuzeich- 1.8.3 Überwachung der Ausführung
nen. Die Messungen sind danach so lange fortzu- (1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwa-
führen, wie die Stoffe des Betonersatz- bzw. OS- chung sind in den Nrn. 2 bis 8 geregelt.
Systems durch Witterungseinflüsse geschädigt
werden können. (2) Da bei kleineren Schutz- und Instandset-
zungsmaßnahmen ggf. der Aufwand für die Eigen-
(5) Vor Beginn der Ausführung ist die Temperatur überwachung nicht in einem wirtschaftlichen Ver-
der Betonunterlage bzw. der bereits eingebauten hältnis zu der auszuführenden Leistung steht, kann
Schichten des Betonersatz- bzw. OS-Systems in solchen Fällen die Eigenüberwachung, abge-
– bei Schichtarbeit und Wetteränderung auch stimmt auf die jeweilige Maßnahme, in der Häufig-
mehrmals täglich – zu kontrollieren. keit bzw. in der Art der Prüfung reduziert werden.
Dies ist in der Leistungsbeschreibung vorzusehen.
1.7.6 Nachbehandlung (3) Für die Ausführung ist eine Fremdüberwa-
(1) Mit der Nachbehandlung ist so rechtzeitig zu chung vorzusehen. Der Auftragnehmer hat der
beginnen, dass die geforderten Eigenschaften des fremdüberwachenden Stelle rechtzeitig die Aus-
Instandsetzungssystems uneingeschränkt erreicht führungszeiten anzuzeigen und dies dem Auftrag-
werden. geber nachzuweisen.
(2) Sofern für die einzelnen Betonersatz- und OS- (4) Bei zeitlich kurzen Schutz- und Instandset-
Systeme nichts Anderes geregelt ist, gelten die zungsmaßnahmen kann von einer Fremdüber-
Angaben zur Ausführung. wachung abgesehen werden. Dies ist in der Lei-

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

stungsbeschreibung vorzusehen. Aufbringen von Betonersatz- oder OS-Systemen


besteht aus:
1.8.4 Kontrollprüfungen ― Entfernen von Beschichtungen und Nach-
behandlungsfilmen sowie von Verunreinigun-
Kontrollprüfungen werden vom Auftraggeber in Ab- gen,
hängigkeit von Bedeutung und Umfang der Bau-
maßnahme durchgeführt, ggf. im Zusammenhang ― Entfernen von Zementschlämmen und minder-
mit der Überwachung der Ausführung. festen Schichten,
― Abtragen von schadhaftem Beton / Betonersatz
1.8.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen sowie ggf. Freilegen von Bewehrung,
Die den Ergebnissen aus zusätzlichen Kontroll- ― Entfernen von Rostprodukten an freiliegender
prüfungen zuzuordnenden Teilflächen sind von Bewehrung und anderen Metallteilen,
Auftragnehmer und Auftraggeber vorher gemein- ― Säubern der Betonunterlage von Staub und
sam festzulegen. Die einer zusätzlichen Kontroll- losen Teilen,
prüfung zuzuordnende Summe der Teilflächen soll
nicht kleiner als 20% der Fläche sein, die der ur- ― Entfernen von Wasser.
sprünglichen Kontrollprüfung zugeordnet war.
(5) Die vorbereiteten Bereiche müssen eine ge-
eignete Form haben, die einen einwandfreien Ein-
1.9 Abrechnung bau und eine ausreichende Verdichtung gewähr-
leistet.
(1) In der Leistungsbeschreibung ist vorzusehen,
ob die Abrechnung nach Einbaufläche, Gewicht, (6) Der Auftragnehmer hat durch die Wahl geeig-
Dicke, Bestandszeichnungen und/oder örtlichen neter Verfahren und Geräte gemäß Tabelle 3.4.2
Aufmaßen erfolgen soll. sicherzustellen, dass durch die Vorbereitung die
Eigenschaften der Betonunterlage hinsichtlich
(2) Bei Abrechnung nach Fläche werden dem eines festen und dauerhaften Verbundes mit ei-
Aufmaß und der Abrechnung bei Maßnahmen nem Betonersatz- oder OS-System nicht nachteilig
nach den Nrn. 2 bis 7 die tatsächlich bearbeiteten verändert werden.
Flächen mit ihren mittleren Tiefen bzw. mittleren
Dicken zugrunde gelegt.
2.2 Anwendung
(1) Die Auswahl der geeigneten Vorbereitungs-
2 Vorbereitung der verfahren (siehe Nr. 2.4.2) richtet sich nach dem
Betonunterlage Zustand der vorhandenen Betonoberfläche und
danach, wie die in den Nrn. 3 bis 8 aufgeführten
Anforderungen an die Betonersatz- und OS-
2.1 Allgemeines Systeme am besten erfüllt werden.
(1) Die Betonunterlage ist so vorzubereiten, dass (2) Die Umweltverträglichkeit der gewählten Vor-
zwischen dem aufzubringenden Betonersatz- oder bereitungsverfahren einschließlich der Entsorgung
OS-System und der Betonunterlage ein fester und von Abfällen ist zu gewährleisten.
dauerhafter Verbund erzielt wird. Hierzu muss die
Betonunterlage gleichmäßig fest und frei von tren- (3) Die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle
nenden Substanzen, scharfen Schalungskanten ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. Die Beseiti-
und Graten sein. gung hat auf eine dafür zugelassene Deponie zu
erfolgen.
(2) Die instand zu setzenden Bereiche sind mit
gerade verlaufenden Kanten zu begrenzen. Die (4) Soll Bewehrung freigelegt werden, sind die Be-
Ausbruchufer sind bis in eine Tiefe von etwa arbeitungsabschnitte auch nach statischen Ge-
10 mm annähernd rechtwinklig zur Bauteiloberflä- sichtspunkten festzulegen.
che und im weiteren Verlauf schräg unter etwa 45°
auszuführen.
2.3 Baugrundsätze
(3) Die Vorbereitung der Betonunterlage, auf wel-
che die Betonersatzsysteme aufgebracht werden (1) Ort, Umfang und Tiefe der Abtragsflächen
sollen, muss eine raue Oberfläche ergeben. Das bedürfen der Zustimmung des Auftraggebers und
fest eingebettete grobe Gesteinskorn muss sind durch Auftragnehmer und Auftraggeber ge-
kuppenartig frei liegen. Weitere Anforderungen meinsam festzulegen.
sind in den Nrn. 3 bis 8 für die jeweiligen Betoner- (2) Mit dem Abtragen des geschädigten Betons
satz- und OS-Systeme aufgeführt. darf nur auf Anordnung des Auftraggebers begon-
(4) Die Vorbereitung der Betonunterlage für das nen werden, und dies darf nur unter seiner Über-
wachung erfolgen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(3) Wird geschädigter Beton über das vertraglich entfernen.


festgelegte Maß hinaus abgetragen oder wird eine
(3) Lässt sich ein hinreichend dichter Betonersatz
andere Betondeckung festgestellt, ist eine zusätz-
mit ausreichender Betondeckung nicht herstellen,
liche Beurteilung – auch in statischer Hinsicht –
ist die Bewehrung unmittelbar nach vorausgegan-
erforderlich.
gener Entrostung mit einem Korrosionsschutz zu
(4) Es ist sicherzustellen, dass beim Abtragen beschichten. In der Regel ist ein mineralischer
keine Spannglieder beschädigt werden. Fehlstellen Korrosionsschutz aufzubringen. Die Entrostung
im Bereich von Spanngliedern sind dem Auftrag- muss dem Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2½
geber unverzüglich zu melden. Die Beschädigung (ggf. PSa 2½) gemäß DIN EN ISO 12944-4 ent-
von Betonstahl ist zu vermeiden. sprechen.
(5) Bei Anzeichen auf mögliche Schädigungen der (4) Bei Verwendung von Epoxidharz darf der Be-
Spannglieder sind eingehende Untersuchungen zu ton damit nicht verunreinigt werden.
veranlassen.
(5) Der erhärtete Korrosionsschutz muss dicht
(6) Freigelegte Bewehrung darf nur mit Geneh- sein und die Bewehrung vollständig umhüllen.
migung des Auftraggebers entfernt werden.
(6) Das Aufbringen der nächsten Schicht darf erst
(7) Die Vorbreitungsarbeiten an der Betonunterla- nach Aushärtung des Korrosionsschutzes erfolgen.
ge sind so einzuplanen und durchzuführen, dass
die Schichten des Betonersatzsystems oder des
OS-Systems unverzüglich nach Beendigung der 2.4.4 Behandlung freiliegender Einbauteile
Vorbereitungsarbeiten auf die tragfähige Betonun- Für Einbauteile sind in der Leistungsbeschreibung
terlage aufgetragen werden können. ggf. besondere Regelungen vorzusehen.
(8) Die Beschädigung von Anschlussbereichen ist
zu vermeiden. 2.4.5 Behandlung von Bewegungsfugen
(1) An den Fugenflanken sind jegliche Verunreini-
2.4 Ausführung gungen, schadhafter Beton und alte Fugenfüllun-
gen restlos zu entfernen.
2.4.1 Allgemeines (2) Ist die Breite der Fuge nicht ausreichend, sind
die Fugenflanken unter Beachtung der Betonde-
(1) Die Zweckmäßigkeit des ausgewählten Vorbe- ckung parallel einzuschneiden. Die Fugenbreite ist
reitungsverfahrens ist zu Beginn der Ausführung auf die zu erwartenden Bewegungen abzustim-
an geeigneten Stellen durch die Bearbeitung von men. Sie muss jedoch mindestens 15 mm be-
Probeflächen und bei Anwesenheit des Auftragge- tragen.
bers nachzuweisen, und die Abreißfestigkeit ist zu
bestimmen.
2.4.6 Behandlung von Rissen
(2) Größe, Anzahl und Vergütung der Probeflä-
chen sind in der Leistungsbeschreibung anzuge- (1) Nach der Vorbereitung ist die Betonunterlage
ben. erneut im Hinblick auf Risse zu untersuchen. Diese
sind zu dokumentieren.
2.4.2 Vorbereitungsverfahren (2) Einzelne oberflächennahe Risse bis ca.
0,2 mm Breite sind im Allgemeinen unbedenklich
(1) Verfahren für die Vorbereitung von Betonun- und brauchen nicht behandelt zu werden. Die
terlagen sind in der Tabelle 3.4.2 aufgeführt. Risstiefe kann, sofern sie aus den Rissursachen
(2) Beim Vorbereiten der Betonunterlagen durch nicht abschätzbar ist, durch Kernbohrungen kleine-
Fräsen darf der Abtrag je Arbeitsgang höchstens ren Durchmessers ermittelt werden. Geht jedoch
5 mm betragen. von oberflächennahen Rissen eine weitergehende
Schädigung aus (z.B. Abbrechen der Rissränder),
sind die Risse nach Abschnitt 5 zu behandeln.
2.4.3 Behandlung der Bewehrung
(3) Risse mit mehr als 0,2 mm Breite oder solche,
(1) Kann ein hinreichend dichter Betonersatz nach die größere Querschnittsteile erfassen, sind nach
Nrn. 3, 4, 5 oder 6 mit ausreichender Betonde- Abschnitt 5 zu behandeln.
ckung bei der Instandsetzungsmaßnahme her-
gestellt werden, ist keine zusätzliche Korrosions- (4) Werden Risse festgestellt, die die Standsi-
schutzmaßnahme durch Beschichten der Beweh- cherheit des Bauwerks gefährden können, ist der
rung vorzunehmen. Auftraggeber zu benachrichtigen.

(2) Loser Rost an freiliegender oder durch Vorbe- (5) Offene Arbeitsfugen sind wie Risse zu behan-
reitungsarbeiten freigelegter Bewehrung ist zu deln.

12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


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Tabelle 3.4.2: Verfahren für die Vorbereitung von Oberflächen

Verfahren Anwendungszweck Anwendungsbereich Anforderungen Mindest-


umfang der Nach-
bearbeitung
Art Gerät, Material, Stoff 1 2 3 4 5

1 Stemmen Hammer von Hand x x x örtlich, für kleine Flächen Beschädigungen des Strahlen
Betonstahls sind zu
Meißel vermeiden; besondere
Vorsicht bei Spannglie-
Meißel Pressluft a) dern
oder elek-
trisch

Nadelpistole x x (x)
g)
2 Bürsten rotierende Stahlbürste x x (x) Anwendungsbereich ist Säubern
g) geräteabhängig
3 Fräsen Walzen-Fräse x x x großflächige Abtragung Betonabtrag je Arbeits- Strahlen ein-
(z.B. Feinfräse mit 5 mm k) k) auf waagerechten Ober- gang ≤ 5 mm; höhen- schließlich unbe-
Meißelabstand oder l) flächen gleiche Überlappungen handelt verbliebe-
Diamantfräse) der Fräsbahnen ≤ 5 cm; ner kleinerer
Einsatz eines elektroni- Flächen
schen Messgerätes
4 Schleifen Schleifgerät x x örtlich, für kleine Flächen Säubern
5 Flamm- Gerät zur thermischen x x waagerechte und senk- Gemäß DIN 32539, aber Säubern nach
strahlen und mechanischen rechte Flächen mit Geschwindigkeit ≥ mechanischer
Behandlung b) 1,0 m/min und mechani- Belastung
schen Vortrieb
6 Staubfreies Gerät mit festen Strahl- x x (x) x geräteabhängig auf
Strahlen mittel bei gleichzeitigem c) waagerechten und/oder
Absaugen senkrechten Flächen
7a Strahlen Druckluftstrahlen mit x x (x) x waagerechte und senk- Staubschutz erforderlich; Säubern
festem Strahlmittel c) rechte Flächen Gefahrstoffverordnung
beachten;
Druckluft ölfrei d)
7b Nebelstrahlen x x (x) (x) waagerechte und senk- Staubschutz kann entfal- Säubern
c) h) rechte Fläche len
7c Druckstrahlen mit Was- x x (x) (x) waagerechte und senk- Druckluft ölfrei d) Säubern
ser-Sand-Gemisch und c) h) rechte Flächen
Feuchtstrahlen
7d Druckwasserstrahlen x x (x) (x) waagerechte und senk- Säubern
(≥ 80 MPa) e) h) rechte Flächen
8a Säubern Abblasen mit Druckluft x vorzugsweise auf nicht Druckluft ölfrei d) Staub-
waagerechten Flächen schutz erforderlich
8b Absaugen mit Industrie- x Regelverfahren auf Verwendete Sauger
saugern großen waagerechten müssen Wasser und
Flächen grobe Teile aufnehmen
können
8c Wasserstrahlen, Dampf- (x) x
strahlen, Heißwasser- Entfernen von atmo-
f)
strahlen sphärischen Verunreini-
gungen auf der Betonun-
terlage

Anwendungszweck
c) Der Grad des Betonabtrags ist abhängig vom Druck und
1 = Entfernen der Reste von Beschichtungen und Nach- von der Art und Menge des Strahlmittels
behandlungsfilmen sowie von oberflächigen Verunrei- d) Ölfrei: Die eingesetzten Baukompressoren müssen Ölaus-
nigungen
scheider mit einem nachgewiesenen Wirkungsgrad von
2 = Entfernen von Zementschlämmen und minderfesten höchstens 0,01 ppm Restölgehalt haben.
Schichten e) Der Grad des Betonabtrags ist druckabhängig.
3 = Abtragen von schadhaftem Beton/Betonersatz sowie
f) Die Reste von Beschichtungen können nicht immer entfernt
Freilegen der Bewehrung werden.
4 = Entfernen von Rostprodukten an freiliegender Beweh- g) Nicht für zu beschichtende Bewehrung und andere Metall-
rung und anderen Metallteilen
teile
5 = Säubern der Betonunterlage von Wasser, Staub und h) Ggf. trocken nachstrahlen
losen Teilen
k) Der Abtrag von höchstens 5 mm ist unbedingt einzuhalten,
Erläuterungen:
da bei größerem Abtrag eine tiefergehende Zerstörung des
a) Gefahr der tiefergreifenden Zerstörung des Betons Betons wahrscheinlich ist.
b) Die thermisch geschädigten Bereiche des Betons sind l) Nicht zum Freilegen der Bewehrung
zu entfernen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 13


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2.4.7 Säubern der Betonunterlage Tabelle 3.4.3: Geforderte Abreißfestigkeiten der Betonunter-
lage (Mindestwerte)
(1) Jede vorbereitete Betonunterlage ist unmittel-
bar vor dem Aufbringen einer nachfolgenden Lage
System Mittelwert Zulässiger
oder Schicht von Staub und losen Teilen zu säu- kleinster
bern. Wasser ist zu entfernen. Einzelwert
2 2
[N/mm ] [N/mm ]
(2) Beim Absaugen mit Staubsaugern dürfen nur
Industriesauger eingesetzt werden, die auch Flüs-
1 Betonersatzsysteme 1,5 1,0
sigkeiten und grobe Teile aufnehmen können.
2a OS-B 0,8 0,5
(3) Beim Abblasen mit Druckluft sind nur Bau-

Oberflächenschutzsysteme *)
kompressoren nach der Tabelle 3.4.2 zugelassen, 2b OS-D 1,0 0,6
(System ohne
d.h. ölfrei mit Staubschutz.
Feinspachtel)

2c OS-C, OS-D, 1,3 0,8


2.5 Prüfung der Abreißfestigkeit OS-E
(Systeme mit
(1) Die Abreißfestigkeit der Betonunterlage ist im Feinspachtel)
Rahmen der Eigenüberwachung im Beisein des
Auftraggebers nach Teil 1 Abschnitt 3 zu ermitteln. 2d OS-F 1,5 1,0
Die Ergebnisse sind dem Auftraggeber vorzulegen.
(2) Auf Betonfahrbahnplatten sind nach der Vor- *) Systembezeichnung siehe Nr. 8
bereitung je angefangene 1.000 m2 Einbaufläche
neun Abreißversuche durchzuführen. Erfolgt die (7) Werden Einzelwerte unterhalb des zulässigen
Vorbereitung durch Stemmen, sind je angefangene kleinsten Einzelwertes gefunden, ist durch mindes-
250 m2 Gesamtfläche sechs Abreißversuche tens zwei Einzelprüfungen in örtlicher Nähe (Ent-
durchzuführen. fernung bis zu 1 m) festzustellen, ob es sich um
(3) Auf anderen Betonunterlagen als Betonfahr- Ausreißer handelt. Sind die zusätzlichen Werte
bahnplatten sind nach der Vorbereitung je ange- einwandfrei, wird der zunächst gefundene Wert
fangene 500 m2 Einzelfläche sechs Abreißversu- verworfen. Sind die zusätzlichen Werte ebenfalls
che durchzuführen. kleiner als der zulässige kleinste Einzelwert, ist
durch ein geeignetes Flächenraster der fehlerhafte
(4) Die Prüfung der Abreißfestigkeit entfällt bei: Bereich einzugrenzen.
― einer Gesamteinbaufläche von höchstens (8) Die Bewertung der Ergebnisse hat nach Teil 1
50 m2 bei Leistungen nach den Nrn. 3 bis 7, Abschnitt 3 zu erfolgen. Der Auftraggeber ent-
wenn sich die Gesamteinbaufläche aus meh- scheidet über das weitere Vorgehen.
reren Einzelflächen zusammensetzt,
― einer Gesamteinbaufläche von Beschichtungen
von höchstens 250 m2,
2.6 Bestimmung der Feuchte der
Betonunterlage
― Hydrophobierungen.
(1) Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den
(5) Die Abreißversuche sind gleichmäßig über die Angaben zur Ausführung angegebenen Grenzwer-
Gesamteinbaufläche zu verteilen. te nicht überschreiten.
(6) Die Abreißfestigkeit der Betonunterlage muss (2) Die Feuchte der Betonunterlage ist mit dem
den Werten der Tabelle 3.4.3 entsprechen. CM-Gerät (siehe Anhang A) zu bestimmen.

2.7 Abrechnung
(1) Für die Vorbereitung der Betonunterlage ist die
Abrechnungseinheit m2 vorzusehen.
(2) Für das Vorbereiten von Bewegungsfugen,
offenen Arbeitsfugen und Rissen ist die Abrech-
nungseinheit m vorzusehen.
(3) Für einen evtl. erforderlichen Korrosionsschutz
der Bewehrung und anderer Metallteile kann auch
die Abrechnung auf Nachweis vorgesehen werden.

14 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

2.8 Freigabe der Betonunterlage (2) Betonkanten sind durch Dreikantleisten zu


brechen.
Mit dem Aufbringen des vorgesehenen Betoner-
satz- oder OS-Systems darf erst nach Freigabe der
vorbereiteten Fläche durch den Auftraggeber be- 3.5.2 Betonunterlage
gonnen werden. Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu be-
handeln.
3 Beton
3.5.3 Baustoffe

3.1 Allgemeines Alle erforderlichen Prüfzeugnisse und Zulassungen


sind rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten dem Auf-
Der Baustoff ist Beton nach Abschnitt 1. traggeber vorzulegen.

3.2 Anwendung 3.5.4 Einbau


(1) Mit Beton können Instandsetzungen innerhalb (1) Insbesondere an senkrechten und stark ge-
aller Bereiche gemäß Nr. 1.3.2 ausgeführt werden, neigten Flächen muss die Schalung ausgesteift
sofern die Einbaudicke mindestens 5 cm beträgt. und dicht sein. Die Fuge zwischen Schalung und
altem Beton ist besonders abzudichten.
(2) An Betonunterseiten und auf stark geneigten
Flächen ist wegen der ungünstigen Einbaumög- (2) Ob im Betonersatz aus statischen oder kon-
lichkeiten in der Regel der Einsatz von Betoner- struktiven Gründen eine zusätzliche Bewehrung
satzsystemen nach Nrn. 4, 5, 6 oder 7 angebracht. und / oder Verdübelung mit dem alten Beton not-
wendig wird, ist im Einzelfall zu entscheiden.
3.3 Baugrundsätze (3) Es ist eine Haftbrücke aus dickflüssigem Ze-
mentmörtel, aus PCC oder aus Epoxidharz aufzu-
bringen.
3.3.1 Allgemeines
(4) Sofern die Ausbildung der freiliegenden Be-
(1) Die Schichtdicke beträgt mindestens 5 cm. wehrung den Auftrag einer Haftbrücke verhindert,
(2) Kann durch den Betonersatz eine Beton- ist die Betonunterlage vor dem Einbau des Betons
deckung gemäß DIN-EN 1992-2 (cmin = 40 mm) gemäß Absatz (5) vorzunässen.
planmäßig nicht erreicht werden, soll ein Korrosi- (5) Die Betonunterlage muss vor dem Aufbringen
onsschutz der Bewehrung und ein geeignetes OS- einer Haftbrücke aus Zementmörtel oder aus PCC
System nach Nr. 8 aufgebracht werden. (beginnend etwa 24 h vorher) vorgenässt werden.
Sie muss zur Zeit des Aufbringens der Haftbrücke
3.3.2 Vorbereitung der Betonunterlage matt feucht sein.

Die Vorbereitung der Betonunterlage erfolgt ge- (6) Eine Haftbrücke aus Zementmörtel ist einzu-
mäß Nr. 2. bürsten.
(7) Das Auftragen von PCC oder Epoxidharz hat
nach den Angaben zur Ausführung gemäß TL BE-
3.4 Baustoffe und Baustoffsysteme PCC zu erfolgen.
(1) PCC- und Epoxidharz-Haftbrücken müssen (8) Der Beton ist auf die noch frische Haftbrücke
den Technischen Lieferbedingungen für Beton- einzubauen, d.h. sie darf oberflächlich nicht ange-
ersatzsysteme aus Zementmörtel/Beton mit Kunst- trocknet sein. Die Bearbeitungsabschnitte sind
stoffzusatz (PCC) (TL BE-PCC) entsprechen. entsprechend zu wählen.
(2) Haftbrücken aus Zementmörtel müssen aus
Wasser und zu gleichen Gewichtsteilen aus Ze- 3.5.5 Nachbehandlung
menten gemäß Abschnitt 1 und Sand 0/2 mm
bestehen. (1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich.

3.5 Ausführung (2) Der Beton ist gemäß Abschnitt 2 nachzube-


handeln, jedoch mindestens 5 d.

3.5.1 Allgemeines
(1) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen-
struktur der Instandsetzungsbereiche der umge-
benden Betonoberfläche anzupassen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 15


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

3.6 Qualitätssicherung beansprucht werden, sind bei der Instandsetzung


Verkehrsbeschränkungen (in der Regel LKW-
Fahrverbot) zu veranlassen oder es sind beson-
3.6.1 Erstprüfung / Grundprüfung dere Eignungsprüfungen durchzuführen.
(1) Die Erstprüfung ist nach Abschnitt 1 durchzu-
führen.
4.3 Baugrundsätze
(2) Die Grundprüfung für PCC- und Epoxidharz-
(1) Es können sowohl Nass- als auch Trocken-
Haftbrücken ist gemäß TL BE-PCC durchzuführen.
spritzverfahren angewendet werden.
(2) Rückprall darf in keinem Fall als Bestandteil
3.6.2 Überwachung der Stoffherstellung des Bereitstellungsgemisches wiederverwendet
(1) Für Beton gilt Abschnitt 1. werden. Die ordnungsgemäße Entsorgung des
Rückpralls ist vom Auftragnehmer nachzuweisen.
(2) PCC- und Epoxidharz-Haftbrücken müssen
einer laufenden werkseigenen Produktionskontrolle (3) Schichtdicken von Spritzbeton sind der Tabelle
und Fremdüberwachung gemäß TL BE-PCC unter- 3.4.4 zu entnehmen.
liegen. (4) Bei Erhöhung der Betondeckung mit Schicht-
dicken von mindestens 5 cm ist eine verdübelte
3.6.3 Überwachung der Ausführung Bewehrung anzuordnen.
(1) Für Beton gilt Abschnitt 2. (5) Es darf nur Korrosionsschutz nach den Tech-
nischen Lieferbedingungen für im Spritzverfahren
(2) Die Anzahl der Probewürfel ist in Abhängigkeit aufzubringende Betonersatzsysteme aus Ze-
von Art und Umfang der Baumaßnahme in der Lei- mentmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz (SPCC)
stungsbeschreibung vorzusehen. (TL BE-SPCC) verwendet werden.
(3) Die Prüfung der Konsistenz ist bei jeder Mi- (6) Kann durch den Betonersatz eine Beton-
schung bzw. Transportbetonlieferung durchzuführen. deckung gemäß DIN-EN 1992-2 (cmin = 40 mm)
(4) Senkrechte Flächen und Unterseiten sind nach planmäßig nicht erreicht werden, soll ein Korrosi-
ausreichender Erhärtungszeit im Beisein des Auf- onsschutz der Bewehrung und ein geeignetes OS-
traggebers zur Feststellung von Hohlstellen durch System nach Nr. 8 aufgebracht werden.
Abklopfen zu überprüfen.
Tabelle 3.4.4: Schichtdicken von Spritzbeton

4 Spritzbeton
Schicht-
Einsatzbereich
dicke [cm]
4.1 Allgemeines
Ersatz von fehlendem oder geschädig-
(1) Spritzbeton ist Beton nach DIN EN 14487 in ≥ 3,0
tem Beton
Verbindung mit DIN 18551. Spritzmörtel nach DIN
EN 14487 kommt als Betonersatzsystem nicht zur
Erhöhung der Betondeckung der Beweh-
Anwendung. rung bei Bauteilen mit nicht vorwiegend
≥ 5,0
(2) Bei Einsatz im Spritzwasser- und Sprühnebel- ruhender Belastung
bereich muss der Spritzbeton mindestens die An- (z.B. Brückenüberbauten)
forderungen der Expositionsklassen XF2 und XD2
erfüllen. Für die Wahl der Betonausgangsstoffe Erhöhung der Betondeckung der Beweh-
rung bei Bauteilen mit vorwiegend ru-
und Grenzwerte der Betonzusammensetzung gilt ≥ 3,0
hender Belastung (z.B. Unterbauten von
Abschnitt 1. Brücken, Stützwänden)
(3) Eine Haftbrücke ist nicht erforderlich.

4.2 Anwendung 4.4 Baustoffe und Baustoffsysteme


(1) Es ist Zement nach DIN EN 197-1 oder nach
(1) Spritzbeton kann als Betonersatz nach Nr. 1.3
DIN 1164-10 und -11 zu verwenden, wobei die
bei allen Betonbauteilen verwendet werden, mit
Anwendungsbereiche nach Abschnitt 1 zu be-
Ausnahme von waagerechten oder schwach ge-
achten sind.
neigten Flächen, die von oben angespritzt werden
müssten (z.B. Oberseiten von Fahrbahnplatten der (2) Es ist Gesteinskörnung nach DIN EN 12620 zu
Brücken). verwenden. Darüber hinaus gilt Abschnitt 1 Nr. 3.1.
Für Schichtdicken von weniger als 5 cm ist Ge-
(2) Bei Bauteilen, die nicht vorwiegend ruhend
steinskörnung mit einem Größtkorn bis zu 8 mm zu

16 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

verwenden, bei Schichtdicken von mindestens 4.5.5 Einbau


5 cm darf das Größtkorn bis zu 16 mm betragen.
(1) Die Bewehrung ist so zu befestigen, dass sie
(3) Die Dicke der einzelnen Spritzlagen beträgt im ihre Lage beibehält und beim Spritzen wenig fe-
Allgemeinen 2 cm bis 5 cm, mindestens jedoch dert.
das 3-fache des Größtkorns.
(2) Bei größeren zeitlichen Abständen zwischen
(4) Die Verwendung von Betonzusatzstoffen den einzelnen Spritzlagen sind temporäre, in der
und -mitteln bedarf der vorherigen Zustimmung Regel wasserzuführende, Nachbehandlungsmaß-
des Auftraggebers. nahmen durchzuführen. Ein Helligkeitsumschlag
der jeweiligen Spritzbetonoberfläche von dunkel
nach hell infolge Austrocknung darf zu keinem
4.5 Ausführung Zeitpunkt auftreten.

4.5.1 Allgemeines
4.5.6 Nachbehandlung
(1) Spritzbeton darf nur aufgebracht werden, wenn
die Temperatur der Auftragsfläche mindestens (1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist
3 °C beträgt. eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich.

(2) Sind während der Ausführung Luft- und Bau- (2) Die Spritzbetonflächen sind unmittelbar nach
teiltemperaturen unter 3 °C zu erwarten, sind die der Herstellung gemäß Abschnitt 2 nachzubehan-
Arbeiten einzustellen oder besondere Maßnahmen deln, jedoch mindestens 5 d.
zu ergreifen, die ein Absinken der Temperaturen
unter diese Grenzwerte verhindern. 4.5.7 Abreißfestigkeit
(3) Werden Spritzbetonarbeiten bei heißer Witte- (1) Die Abreißfestigkeit zwischen der Betonunter-
rung durchgeführt, sind Vorkehrungen zu treffen, lage und dem Spritzbeton muss im Mittel minde-
damit die Temperatur der Betonunterlage 25 °C stens 1,5 N/mm2 betragen, wobei Einzelwerte von
nicht überschreitet. 1,0 N/mm2 an keiner Stelle der Einbaufläche un-
terschritten werden dürfen.
4.5.2 Anforderungen an das Personal (2) Werden Einzelwerte von weniger als
Es dürfen nur Düsenführer eingesetzt werden, die 1,0 N/mm2 gefunden, ist durch mindestens zwei
eine Prüfung erfolgreich abgelegt haben. Als Einzelprüfungen in örtlicher Nähe (Entfernung bis
Nachweis der Qualifikation des Düsenführers gilt zu 1 m) festzustellen, ob es sich um einen Ausrei-
bei inländischen Bietern die Bescheinigung des ßer handelt. Sind die zusätzlichen Werte einwand-
Ausbildungsbeirats „Schutz und Instandsetzung im frei, wird der zunächst gefundene Wert verworfen.
Betonbau“ beim Deutschen Beton- und Bautech- Bleibt der Wert bestehen, ist durch ein geeignetes
nik-Verein E.V. (sog. Düsenführerschein), bei aus- Flächenraster der fehlerhafte Bereich einzugren-
ländischen Bietern ein gleichwertiger Qualifika- zen.
tionsnachweis. (3) Die Bewertung der Ergebnisse hat nach Teil 1
Abschnitt 3 zu erfolgen. Der Auftraggeber ent-
4.5.3 Baustoffe scheidet über das weitere Vorgehen.

Alle erforderlichen Nachweise sind rechtzeitig vor


Beginn der Arbeiten dem Auftraggeber vorzulegen. 4.6 Qualitätssicherung

4.5.4 Betonunterlage 4.6.1 Eignungsprüfung


(1) Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu (1) Die Eignungsprüfung ist nach DIN EN 14487 in
behandeln. Verbindung mit DIN 18551durchzuführen.
(2) Die Betonunterlage ist vor dem Aufbringen des (2) Bei Änderungen der Ausgangsstoffe oder der
Spritzbetons gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen. Zusammensetzung des Spritzbetons, der Spritz-
einrichtung oder der maßgeblichen Baustellenver-
(3) Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustel-
hältnisse während des Bauablaufs sind neue Eig-
len, dass bereits vorbereitete Flächen vor Auftrag
nungsprüfungen durchzuführen.
des Spritzbetons nicht wieder verunreinigt werden.
Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Einflüsse
aus Spritzarbeiten in benachbarten Arbeitsab- 4.6.2 Überwachung des Bereitstellungs-
schnitten. gemisches
Das Bereitstellungsgemisch muss einer laufenden
werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 17


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überwachung gemäß DIN EN 14487 in Verbindung (4) Kann durch den Betonersatz eine Beton-
mit DIN 18551unterliegen. deckung gemäß DIN-EN 1992-2 (cmin = 40 mm)
planmäßig nicht erreicht werden, soll ein Korrosi-
onsschutz der Bewehrung und ein geeignetes OS-
4.6.3 Überwachung der Ausführung System nach Nr. 8 aufgebracht werden.
(1) Die Ausführung muss einer Eigen- und Fremd-
überwachung gemäß DIN EN 14487 in Verbindung
mit DIN 18551unterliegen. 5.4 Baustoffe und Baustoffsysteme
(2) Die fertiggestellten Flächen sind nach ausrei- (1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen
chender Erhärtungszeit im Beisein des Auftragge- den TL BE-SPCC entsprechen.
bers zur Feststellung von Hohlstellen durch Ab- (2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör-
klopfen zu überprüfen. nung muss auf die erforderliche Schichtdicke ab-
(3) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange- gestimmt sein und darf höchstens 1/3 der Schicht-
fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf dicke und/oder höchstens 8 mm betragen.
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh- 5.5 Ausführung
ren. Die Prüfung muss im Beisein des Auftragge-
bers erfolgen.
5.5.1 Anforderungen an das Personal

5 Spritzmörtel / -beton mit Es gilt Nr. 4.5.2

Kunststoffzusatz (SPCC)
5.5.2 Baustoffe
(1) Vor Einbau des SPCC-Betonersatzsystems
5.1 Allgemeines sind dem Auftraggeber auf Verlangen die für die
(1) SPCC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem jeweiligen Chargen maßgebenden Werksprüf-
Betonersatz und ggf. dem Korrosionsschutz. Eine zeugnisse nach DIN EN 10204 vorzulegen.
Haftbrücke ist nicht erforderlich.
(2) Die Gebinde müssen nach TL BE-SPCC ge-
(2) Ein SPCC-Betonersatzsystem darf nur mit zu- kennzeichnet und unbeschädigt sein. Die zulässige
gehöriger und für den vorgesehenen Verwen- Lagerungsdauer darf nicht überschritten werden.
dungszweck geeigneter Spritzanlage angewendet Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde der Tro-
werden. ckenkomponente verwendet werden. Wenn die
Flüssigkomponente beim Nassspritzverfahren nicht
in ganzen Gebinden zugegeben wird, sind geeig-
5.2 Anwendung nete Dosiereinrichtungen zum Abfüllen zu verwen-
(1) SPCC kann als Betonersatz innerhalb aller den.
Bereiche gemäß Nr. 1.3.2 verwendet werden, mit (3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
Ausnahme von waagerechten oder schwach ge- gut lesbar anzubringen.
neigten Flächen, die von oben gespritzt werden
müssten (z.B. Oberseiten von Fahrbahnplatten der
Brücken). 5.5.3 Betonunterlage

(2) In speziellen Anwendungsfällen können be- (1) Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu
sondere Anforderungen an das Betonersatzsystem behandeln.
gestellt werden, deren Einhaltung durch zusätzlich (2) Die Betonunterlage ist vor dem Aufbringen des
zu vereinbarende Prüfungen nachzuweisen ist. SPCC gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen.
(3) Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustel-
5.3 Baugrundsätze len, dass bereits vorbereitete Flächen vor Auftrag
des SPCC nicht wieder verunreinigt werden. Dies
(1) Es können sowohl Nass- als auch Trocken-
gilt insbesondere im Hinblick auf Einflüsse aus
spritzverfahren entsprechend der Grundprüfung
Spritzarbeiten in benachbarten Arbeitsabschnitten.
nach TL BE-SPCC angewendet werden.
(2) Rückprall darf in keinem Fall als Bestandteil
5.5.4 Einbau der Bewehrung
des Bereitstellungsgemisches wiederverwendet
werden. Die ordnungsgemäße Entsorgung des Die Bewehrung ist so zu befestigen, dass sie ihre
Rückpralls ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. Lage beibehält und beim Spritzen wenig federt.
(3) Die Schichtdicke beträgt mindestens 1 cm und
höchstens 5 cm.

18 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

5.5.5 Schalung gen.


Ist eine Schalung erforderlich, muss sie so ausge-
bildet werden, dass sie nicht federt und sich beim 5.6.3 Überwachung der Ausführung
Spritzen kein Rückprall innerhalb der Schalung
festsetzen kann. (1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen
vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa-
chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen:
5.5.6 Spritzen
― Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer-
(1) Die zulässigen Längen der Förderleitungen schein und Verpackungsaufschrift),
sind den Angaben zur Ausführung zu entnehmen.
― unbeschädigter Zustand der Verpackung,
(2) Die Spritzdüse ist so zu führen, dass ein gut
― vorschriftsmäßige Lagerung,
verdichteter Mörtel / Beton mit gleichmäßigem
Gefüge bei geringem Rückprall entsteht, Spritz- ― Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
schatten vermieden und ggf. freiliegende Stahlein- sige Lagerungsdauer,
lagen ausreichend umhüllt werden.
― Ü-Zeichen.
(3) Die Dicke der einzelnen Spritzlagen ist den
(2) Die Frischmörtelrohdichte ist je angefangene
Angaben zur Ausführung zu entnehmen.
100 m2 Einbaufläche, mindestens jedoch einmal je
Arbeitstag, mit an der Einbaustelle hergestellten
5.5.7 Frischmörtelrohdichte Proben gemäß TL BE-SPCC zu ermitteln.
Die Frischmörtelrohdichte darf den Bezugswert (3) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempera-
in den Angaben zur Ausführung höchstens um turen der Unterlage zu messen. Die Messungen
0,07 kg/dm3 über- oder unterschreiten. sind während der Ausführung zu wiederholen,
wenn die gemessenen Werte in die Nähe der
Grenzwerte gelangen, die in den Angaben zur
5.5.8 Nachbehandlung Ausführung festgelegt sind.
(1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist (4) Beim Nassspritzverfahren ist beim Mischen der
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich. Komponenten die Einhaltung des in den Angaben
(2) Die Nachbehandlung ist nach Art und Dauer zur Ausführung angegebenen Mischungsver-
entsprechend den Angaben des Stoffherstellers in hältnisses zu kontrollieren. Die ausreichende Ho-
den Angaben zur Ausführung unter Beachtung der mogenisierung der fertigen Mischung und die
jeweiligen Umgebungsbedingungen, mindestens gleichmäßige Förderung sind zu überprüfen.
jedoch 3 d, durchzuführen. (5) Beim Trockenspritzverfahren sind die gleich-
mäßige Zusammensetzung des SPCC und die
5.5.9 Trockenrohdichte Förderung zur Auftragsfläche zu überprüfen.
Die Trockenrohdichte ist an drei Bohrkernscheiben (6) Die fertig gestellten Flächen sind nach ausrei-
von mindestens 15 mm Dicke zu ermitteln. Sie darf chender Erhärtungszeit im Beisein des Auftragge-
den Bezugswert in den Angaben zur Ausführung bers zur Feststellung von Hohlstellen durch Ab-
um nicht mehr als 0,04 kg/dm3 unterschreiten. klopfen zu überprüfen.
(7) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
5.5.10 Abreißfestigkeit fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß. reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh-
ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers
5.6 Qualitätssicherung zu erfolgen.
(8) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem
Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig-
5.6.1 Grundprüfung
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens
Die Grundprüfung ist nach TL BE-SPCC durchzu- drei Bohrkernen, zu ermitteln.
führen.
5.6.4 Kontrollprüfungen
5.6.2 Überwachung der Stoffe und
Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
Stoffsysteme
fläche von höchstens 50 m2 können die Kontroll-
SPCC-Betonersatzsysteme müssen einer laufen- prüfungen entfallen.
den werkseigenen Produktionskontrolle und
Fremdüberwachung gemäß TL BE-SPCC unterlie-

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 19


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

6 Zementmörtel / Beton mit dicke und / oder höchstens 8 mm betragen.


Kunststoffzusatz (PCC)
6.5 Ausführung
6.1 Allgemeines
6.5.1 Allgemeines
(1) PCC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem
Betonersatz und in der Regel aus der Haftbrücke (1) Bei Verwendung einer Haftbrücke muss der
sowie ggf. dem Korrosionsschutz und dem Fein- Betonersatz auf die noch frische Haftbrücke aufge-
spachtel. tragen werden. Die Haftbrücke darf oberflächlich
nicht angetrocknet sein.
(2) Als PCC-Betonersatzsysteme dürfen nur sol-
che verwendet werden, die für den vorgesehenen (2) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen-
Verwendungszweck geeignet sind. struktur der Instandsetzungsbereiche der umge-
benden Betonoberfläche anzupassen.
(3) Kanten sind durch Dreikantleisten zu brechen.
6.2 Anwendung
(4) Die Verdichtung hat bei PCC I in der Regel mit
(1) Mit PCC-Betonersatzsystemen können In-
maschinellen Verdichtungsgeräten zu erfolgen.
standsetzungen innerhalb aller Bereiche gemäß
Nr. 1.3.2 ausgeführt werden. Der Einbau kann
auch unter dynamischer Beanspruchung erfolgen. 6.5.2 Baustoffe
(2) Es werden folgende Anwendungsfälle unter- (1) Vor Einbau des PCC-Betonersatzsystems sind
schieden: dem Auftraggeber auf Verlangen die für die jewei-
ligen Chargen maßgebenden Werksprüfzeugnisse
― PCC I
nach DIN EN 10204 vorzulegen.
waagerechte und schwach geneigte Obersei-
ten, dynamisch beansprucht (z.B. befahrbare (2) Die Gebinde müssen nach TL BE-PCC ge-
Flächen unter Belägen), kennzeichnet und unbeschädigt sein. Die zuläs-
sige Lagerungsdauer darf nicht überschritten wer-
― PCC II den. Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde der
beliebige Lage der Auftragsfläche, dynamisch Trockenkomponente verwendet werden. Wenn die
(z.B. Kappen, Brückenuntersichten) oder nicht Flüssigkomponente nicht in ganzen Gebinden
dynamisch (z.B. Stützwände, Widerlager) be- zugegeben wird, sind geeignete
ansprucht. Dosiereinrichtungen zum Abfüllen zu verwenden.
(3) In speziellen Anwendungsfällen können be- (3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
sondere Anforderungen an das Betonersatzsystem gut lesbar anzubringen.
gestellt werden, deren Einhaltung durch zusätzlich
zu vereinbarende Prüfungen nachzuweisen ist.
6.5.3 Betonunterlage

6.3 Baugrundsätze (1) Bei Verwendung einer Epoxidharzhaftbrücke


darf die Feuchte der Betonunterlage die in den
(1) Die Schichtdicke beträgt mindestens 1 cm und Angaben zur Ausführung angegebenen Grenz-
höchstens 5 cm. werte nicht überschreiten.
(2) In besonderen Fällen (z.B. bei tieferen Aus- (2) Bei Verwendung einer PCC-Haftbrücke ist die
bruchstellen) kann die Schichtdicke bis zu 10 cm Betonunterlage vor dem Aufbringen der Haftbrücke
betragen. gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen.
(3) Wenn durch den Betonersatz eine Beton-
deckung gemäß DIN-EN 1992-2 (cmin = 40 mm) 6.5.4 Äußere Bedingungen
planmäßig nicht erreicht werden kann, ist ein Kor-
rosionsschutz der Bewehrung und ein geeignetes Epoxidharzhaftbrücken dürfen nur verarbeitet wer-
OS-System nach Nr. 8 erforderlich. den, wenn die Temperatur der Betonunterlage und
die Temperatur der zu verwendenden Stoffe je-
weils mindestens 3 K höher sind als die Taupunkt-
6.4 Baustoffe und Baustoffsysteme temperatur und wenn die Temperatur der Betonun-
terlage mindestens 8 °C beträgt.
(1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen
den TL BE-PCC entsprechen.
6.5.5 Konsistenz
(2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör-
nung muss auf die erforderliche Schichtdicke ab- Die Konsistenz ist nach TL BE-PCC zu ermitteln.
gestimmt sein und darf höchstens 1/3 der Schicht- Das Ausbreitmaß darf nicht mehr als 15 % vom

20 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


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zugehörigen Bezugswert der Angaben zur Ausfüh- ― Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
rung abweichen. sige Lagerungsdauer.
(2) Bei Verwendung einer Epoxidharzhaftbrücke
6.5.6 Luftgehalt ist vom Auftragnehmer zur Bestimmung der Feuch-
te der Betonunterlage ein CM-Gerät mit Zubehör
(1) Der Luftgehalt des Frischmörtels ist gemäß vorzuhalten.
TL BE-PCC zu ermitteln.
(3) Vom Frischmörtel / -beton sind je Arbeitstag
(2) Der Luftgehalt darf nicht mehr als 2 % absolut eine Konsistenzprüfung und eine Prüfung des
bzw. 50 % relativ (der kleinere Toleranzbereich ist Luftgehalts gemäß TL BE-PCC durchzuführen.
maßgebend) vom Bezugswert der Angaben zur
Ausführung abweichen. (4) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempera-
turen der Unterlage und der zu verwendenden
Stoffe zu messen. Die Messungen sind während
6.5.7 Nachbehandlung der Ausführung zu wiederholen, wenn die gemes-
(1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist senen Werte in die Nähe der Grenzwerte gelan-
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich. gen, die in den Angaben zur Ausführung festgelegt
sind.
(2) Die Nachbehandlung ist nach Art und Dauer
entsprechend den Angaben des Stoffherstellers in (5) Beim Mischen der Komponenten des PCC ist
den Angaben zur Ausführung unter Beachtung der die Einhaltung des in den Angaben zur Ausführung
jeweiligen Umgebungsbedingungen, jedoch min- angegebenen Mischungsverhältnisses zu kontrol-
destens 3 d, durchzuführen. lieren. Die ausreichende Homogenisierung der
fertigen Mischung ist zu überprüfen.
6.5.8 Trockenrohdichte (6) Die instand gesetzten Flächen sind nach aus-
reichender Erhärtungszeit im Beisein des Auftrag-
Die Trockenrohdichte ist an drei Bohrkernscheiben gebers zur Feststellung von Hohlstellen durch
von mindestens 15 mm Dicke zu ermitteln. Sie darf Abklopfen zu überprüfen.
den Bezugswert in den Angaben zur Ausführung
um nicht mehr als 0,04 kg/dm3 unterschreiten. (7) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
6.5.9 Abreißfestigkeit reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh-
Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß. ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers
zu erfolgen.
(8) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem
6.6 Qualitätssicherung
Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig-
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens
6.6.1 Grundprüfung drei Bohrkernen, zu ermitteln.
Die Grundprüfung ist nach TL BE-PCC durch-
zuführen. 6.6.4 Kontrollprüfungen
Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
6.6.2 Überwachung der Stoffe und fläche von höchstens 50 m2 können die Kontroll-
Stoffsysteme prüfungen entfallen.
PCC-Betonersatzsysteme müssen einer laufenden
werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd- 7 Reaktionsharzmörtel /
überwachung gemäß TL BE-PCC unterliegen.
Reaktionsharzbeton (PC)
6.6.3 Überwachung der Ausführung
7.1 Allgemeines
(1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen
vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa- (1) PC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem
chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen: Betonersatz, der Haftbrücke und ggf. dem Korrosi-
onsschutz.
― Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer-
schein und Verpackungsaufschrift), (2) Als PC-Betonersatzsysteme dürfen nur solche
verwendet werden, die für den vorgesehenen Ver-
― unbeschädigter Zustand der Verpackung,
wendungszweck geeignet sind.
― vorschriftsmäßige Lagerung,

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 21


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7.2 Anwendung (2) Die Gebinde müssen nach TL BE-PC gekenn-


zeichnet und unbeschädigt sein. Die zulässige
(1) PC-Betonersatzsysteme sollen nur in Aus- Lagerungsdauer darf nicht überschritten werden.
nahmefällen und nur bei kleinen Flächen (nicht Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde verwen-
größer als etwa 1 m2) angewendet werden, wenn det werden.
bei lnstandsetzungsmaßnahmen hydraulisch er-
härtende Betonersatzsysteme ausgeschlossen (3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
werden müssen (z.B. aus Zeitgründen und bei zu gut lesbar anzubringen.
geringer Schichtdicke).
(2) Mit PC-Betonersatzsystemen können Instand- 7.5.3 Betonunterlage
setzungen innerhalb aller Bereiche gemäß Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den
Nr. 1.3.2 ausgeführt werden. Der Einbau kann Angaben zur Ausführung angegebenen Grenz-
auch unter dynamischer Beanspruchung erfolgen. werte nicht überschreiten.
(3) Es werden folgende Anwendungsfälle unter-
schieden: 7.5.4 Äußere Bedingungen
― PC I PC-Betonersatzsysteme dürfen nur verarbeitet
waagerechte und schwach geneigte Obersei- werden, wenn die Temperatur der Betonunterlage
ten, dynamisch beansprucht (z.B. befahrbare und die Temperatur der zu verwendenden Stoffe
Flächen unter Belägen), jeweils mindestens 3 K höher sind als die Tau-
― PC II punkttemperatur und wenn die Temperatur der
beliebige Lage der Auftragsfläche, dynamisch Betonunterlage mindestens 8 °C beträgt.
(z.B. Kappen, Brückenuntersichten) oder nicht
dynamisch (z.B. Stützwände, Widerlager) be-
7.5.5 Witterungsschutz
ansprucht.
PC-Betonersatzsysteme sind gemäß den Angaben
zur Ausführung ausreichend lange gegen Nässe
7.3 Baugrundsätze zu schützen.
PC-Betonersatzsysteme können in Schichtdicken
ab 5 mm ausgeführt werden. 7.5.6 Trockenrohdichte
Die Trockenrohdichte ist an Bohrkernscheiben von
7.4 Baustoffe und Baustoffsysteme mindestens 15 mm Dicke nach den TL BE-PC zu
ermitteln. Sie darf den Bezugswert in den Angaben
(1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen
zur Ausführung um nicht mehr als 0,04 kg/dm3
den Technischen Lieferbedingungen für Betoner-
unterschreiten.
satzsysteme aus Reaktionsharzmörtel / Reak-
tionsharzbeton (PC) (TL BE-PC) entsprechen.
7.5.7 Abreißfestigkeit
(2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör-
nung darf höchstens 1/3 der Schichtdicke und/oder Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß.
höchstens 8 mm betragen.

7.6 Qualitätssicherung
7.5 Ausführung
7.6.1 Grundprüfung
7.5.1 Allgemeines
Die Grundprüfung ist nach TL BE-PC durch-
(1) Der Betonersatz ist auf die noch frische Haft- zuführen.
brücke aufzubringen.
(2) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen- 7.6.2 Überwachung der Stoffe und
struktur der Instandsetzungsbereiche der umge- Stoffsysteme
benden Betonoberfläche anzupassen.
PC-Betonersatzsysteme müssen einer laufenden
(3) Kanten sind durch Dreikantleisten zu brechen. werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd-
überwachung gemäß TL BE-PC unterliegen.
7.5.2 Baustoffe
(1) Vor Einbau des PC-Betonersatzsystems sind 7.6.3 Überwachung der Ausführung
dem Auftraggeber auf Verlangen die für die jewei- (1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen
ligen Chargen maßgebenden Werksprüfzeugnisse vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa-
nach DIN EN 10204 vorzulegen. chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen:

22 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

― Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer- 8.2 Anwendung


schein und Verpackungsaufschrift),
― unbeschädigter Zustand der Verpackung, 8.2.1 Allgemeines
― vorschriftsmäßige Lagerung, (1) Es dürfen nur die in Tabelle 3.4.5 beschriebe-
― Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs- nen OS-Systeme für die jeweils zugeordneten
sige Lagerungsdauer. Anwendungsbereiche verwendet werden.

(2) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempe- (2) Ist mit einer Feuchteanreicherung hinter einer
raturen der Unterlage und der zu verwendenden vorgesehenen Beschichtung zu rechnen, ist durch
Stoffe zu messen. Die Messungen sind während gesonderte Untersuchungen festzustellen, ob der
der Ausführung zu wiederholen, wenn die gemes- Einsatz eines OS-Systems sinnvoll ist.
senen Werte in die Nähe der Grenzwerte gelan-
gen, die in den Angaben zur Ausführung festgelegt 8.2.2 Auswahl
sind.
(1) Bei der Auswahl von OS-Systemen sind ins-
(3) Beim Mischen der Komponenten des PC ist besondere folgende Kriterien zu beachten:
die Einhaltung des in den Angaben zur Ausführung
angegebenen Mischungsverhältnisses zu kontrol- ― Funktion des Bauteils,
lieren. Die ausreichende Homogenisierung der ― Einwirkungsbereich von Tausalzen,
fertigen Mischung ist zu überprüfen.
― mechanische Beanspruchung,
(4) Die instand gesetzten Flächen sind nach aus-
reichender Erhärtungszeit im Beisein des Auftrag- ― Wasserdampfdurchlässigkeit,
gebers zur Feststellung von Hohlstellen durch ― Rissüberbrückung,
Abklopfen zu überprüfen.
― ggf. erforderliche AGS-Eigenschaften.
(5) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
fangene 50 m2 Gesamteinbaufläche mittels drei (2) Bei der Auswahl von OS-Systemen ist folgen-
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab- des zu beachten:
reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh- a) Für Brückenuntersichten sind in der Regel Sy-
ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers steme OS-D bis OS-F nicht zu verwenden, da
zu erfolgen. durch rissüberbrückende Beschichtungen die Kon-
(6) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem trolle vorhandener Risse (Hinweise auf Schä-
Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig- digungen) nur eingeschränkt möglich ist.
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens b) Folgende OS-Systeme sind für den vorbeugen-
drei Bohrkernen, zu ermitteln. den Oberflächenschutz bevorzugt anzuwenden:
― Hydrophobierung (OS-A) oder
7.6.4 Kontrollprüfungen
― Beschichtung (OS-B oder OS-C).
Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
fläche von höchstens 10 m2 können die Kontroll- (3) Systeme mit ausreichender Wasserdampf-
prüfungen entfallen. durchlässigkeit sind zu bevorzugen.
(4) Bauteile dürfen nicht allseitig mit Systemen
beschichtet werden, die keine ausreichende Was-
8 Oberflächenschutzsysteme serdampfdurchlässigkeit aufweisen.
(OS)
(5) In der Leistungsbeschreibung sind anzugeben:
― Systembezeichnung nach Tabelle 3.4.5,
8.1 Allgemeines
― Einwirkungsbereich von Tausalzen (nur bei
(1) Es werden folgende Arten von OS-Systemen Systemen OS-C und OS-D) nach Nr. 1.3.2,
unterschieden:
― Nachweis der Anforderung an Funktionalität für
― Hydrophobierung (OS-A) und Anti-Graffiti-System.
― Beschichtungen (OS-B bis OS-F).
(2) Wegen der zeitlich begrenzten Wirksamkeit
von OS-Systemen können diese nicht als gleich-
wertig gegenüber einer ausreichend dichten und
dicken Betondeckung angesehen werden.
(3) Anhang F enthält Hinweise zur Zertifizierung
der Baustoffe und Baustoffsysteme.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


23
7
System- 7 7 7 OS-D I (OS 5b) ) 7 7

24
OS-A (OS 1) ) OS-B (OS 2) ) OS-C (OS 4) ) 7 OS-E (OS 9) ) OS-F (OS 11) )
bezeichnung OS-D II (OS 5a) )
Kurzbe- Hydrophobierung Beschichtung für nicht Beschichtung mit erhöh- Beschichtung mit mindes- Beschichtung mit erhöhter Beschichtung mit erhöhter Rissüber-
schreibung begeh- und befahrba- ter Dichtigkeit für nicht tens geringer Rissüber- Rissüberbrückungsfähigkeit brückungsfähigkeit für begeh- und
1
re Flächen begeh- und befahrbare brückungsfähigkeit ) für für nicht begeh- und befahr- befahr-bare Flächen
Flächen nicht begeh- und befahr- bare Flächen
bare Flächen

Anwen- Bedingter Feuchte- Freibewitterte Beton- Freibewitterte Freibewitterte Betonflä- Freibewitterte Betonflächen. Freibewitterte Betonflächen. Geeig-
dungsbereich schutz bei freibe- flächen mit ausrei- Betonflächen chen. Geeignet für Bau- Geeignet für Bauteile mit net für Bauteile mit oberflächen-
e witterten Betonflä- chendem Wasserab- teile mit oberflächenna- oberflächennahen Rissen nahen Rissen und/oder Trennrissen
1
chen, z.B. Brü- fluss hen Rissen ) und/oder Trennrissen und planmäßiger mechanischer
2
cken-kappen Beanspruchung )
Tabelle 3.4.5: Oberflächenschutzsysteme

Bindemittel- Silan Polymerdispersion I. Polymer/Zement- Polyurethan Polyurethan,


gruppen Siloxan Mischpolimerisat (gelöst) Gemisch 2-K Polymethylmethacrylat 2-K Polymethylmethacrylat,
der hwO Polyurethan II. Polymerdispersion mod. Epoxidharze mod. Epoxidharze,
Wasseremulgierte Epoxidharze Polymerdispersion jeweils Aufbau a) oder b)
Für Hydrophobierung Silan/Siloxan
3 3
Aufbau Hydrophobierung 1. Hydrophobierung 1. Feinspachtel ) I. 1. Feinspachtel ) a)
3
Keine filmbilden- 2. Ggf. Grundierung 2. Ggf. Grundierung 1. Ggf. Feinspachtel ) 2. I.d.R. Grundierung 1. Grundierung
den Formulierun- 3. Mindestens zwei Mindestens zwei 2. Mind. zwei elast- 3. Mind. zwei elastische 2. Elastische füllstofffreie Ober-
gen zulässig Oberflächenschutz- Oberflächenschutz- sche Oberflächenschutzschich- flächenschutzschicht,
4
schichten (hwO) chichten (hwO) Oberflächenschutz- ten (hwO) ) nicht abgstreut (hwO)
schichten (hwO) 4. Ggf. Deckschicht 3. Verschleißfeste, gleichmäßig
5
II. gefüllte Deckschicht ),
3)
1. Feinspachtel abgestreut (hwO)
6

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


2. I.d.R. Grundierung 4. Ggf. Deckversiegelung )
3. Mindestens zwei
Oberflächenschutz b)
schichten (hwO) 1. Grundierung
4. Ggf. Deckschicht 2. Verschleißfeste, gleichmäßig
gefüllte Oberflächen-
5
schutzschicht ) , abgestreut
(hwO)
3. Deckversiegelung
4. Ggf. Abstreuung und zweite
5. Deckversiegelung

1
) Mit entsprechendem Nachweis auch für Bauwerke mit Trennrissen.
2
) Bei starkem innerstädtischen Fußgängerverkehr bestehen erhöhte Anforderungen an den Verschleiß (ggf. Abstreuung aus Korund oder Chromerzschlacke erforderlich)
3
) Dispersionsspachtel u.a. erfordern eine gesondert zu vereinbarende Prüfung.
4
) Bei Spritzauftrag mehrlagig auch in einem Arbeitsgang
5
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

) Nur durch Abstreuen gefüllte Schicht ist nur bei gelegentlichem Begang zulässig
6
) Systeme mit Deckversiegelung sind ohne Versiegelung komplett zu prüfen, Griffigkeit, Verschleiß und Rissüberdeckung zusätzlich mit Versiegelung
7
) Bezeichnung der OS-Systeme gemäß DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Stand: 2013/12
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

8.2.3 Farbpalette Abnahmeprüfzeugnis an Proben aus jeder zweiten


Charge durchzuführen.
(1) Für pigmentierte Beschichtungen sind nur
anorganische Pigmente zu verwenden. (4) Bei einer Beschichtungsfläche von weniger als
5000 m2 kann auf ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2
(2) Für die letzte Schicht von pigmentierten Be-
nach DIN EN 10204 verzichtet werden.
schichtungen sind nur folgende Farbtöne zu ver-
wenden:
8.4.3 Betonunterlage
– RAL 1024 (ockergelb),
(1) Die Oberflächenbeschaffenheit der Betonun-
– RAL 3009 (oxidrot),
terlage muss das Aufbringen einer geschlossenen
– RAL 6011 (resedagrün), annähernd gleichmäßigen und fest haftenden
Schicht ermöglichen.
– RAL 7023 (betongrau),
(2) Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den
– RAL 7032 (kieselgrau),
Angaben zur Ausführung angegebenen Grenzwer-
– RAL 9010 (reinweiß). te nicht überschreiten.
(3) Sind zum Aufbringen des OS-Systems Anfor-
8.3 Baustoffe und Baustoffsysteme derungen an die Rautiefe gestellt, ist die Rautiefe
bei waagerechten Oberseiten nach Teil 1 Ab-
(1) Für OS-Systeme dürfen nur Baustoffe und schnitt 3 zu bestimmen, bei senkrechten Flächen
Baustoffsysteme verwendet werden, die das CE- und Unterseiten z.B. durch Vergleichsmuster.
Zeichen gemäß DIN EN 1504-2 und ein Ü-Zeichen
gemäß DIN V 18026 tragen.
8.4.4 Äußere Bedingungen
(2) Hinweise zur Zertifizierung werden in An-
hang F gegeben. (1) OS-Systeme dürfen nur aufgebracht werden,
wenn die Temperatur der Betonunterlage und die
Temperatur der zu verwendenden Stoffe jeweils
8.4 Ausführung mindestens 3 K höher sind als die Taupunkttempe-
ratur und wenn die Temperatur der Betonunterlage
mindestens 8 °C beträgt.
8.4.1 Allgemeines
(2) Bei flüssigen Hydrophobierungen darf die
(1) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber den Temperatur der Betonunterlage 8 °C nicht unter-
Beginn und die Fertigstellung jedes Auftragens schreiten und 25 °C nicht überschreiten.
einer Hydrophobierung sowie jeder Lage einer Be-
schichtung anzuzeigen. Der Auftraggeber behält
sich das Recht vor, jede Lage oder Schicht einzeln 8.4.5 Einbauteile
freizugeben. Einbauteile (z.B. Fugenbänder, Fugenverguss)
(2) Sollen vor Beginn der Ausführung von OS- dürfen nicht durch Bestandteile der OS-Systeme
Systemen am Bauwerk, neben den in Nr. 8.4.6 beschädigt oder in ihren Eigenschaften verändert
geforderten, Vergleichsflächen angelegt werden werden.
(insbesondere bei OS-Systemen ohne Feinspach-
tel), ist dies in der Leistungsbeschreibung vorzu- 8.4.6 Hydrophobierung (OS-A)
sehen.
(1) Flüssige Hydrophobierungen sind flutend, in
der Regel in mehreren Arbeitsgängen, aufzubrin-
8.4.2 Baustoffe gen.
(1) Der Auftragnehmer muss für alle Stoffe vor (2) Für Bauwerke mit einer Beschichtungsfläche
deren Applikation auf der Baustelle dem Auf- von mindestens 500 m² sind vor der Hydrophobie-
traggeber ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2 rung am Bauwerk in Abstimmung mit dem Auftrag-
nachDIN EN 10204 vorlegen. Der Prüfumfang ist geber Vergleichsflächen festzulegen und im Bei-
in der DIN V 18026 festgelegt. An der Liefercharge sein des Auftraggebers zu hydrophobieren. Die
sind die Prüfungen A bis D durchzuführen. Die Qualität der Hydrophobierung ist zu prüfen.
Anforderungen sind in der DIN V 18026 festgelegt.
(3) An den hydrophobierten Vergleichsflächen
(2) Das Abnahmeprüfzeugnis ist von einem von kann die Qualität der Hydrophobierungen entspre-
der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahme- chend Anhang B bestimmt werden.
beauftragten auszustellen und muss von einer
anerkannten Prüfstelle bestätigt werden.
8.4.7 Schichtdicke (OS-B bis OS-F)
(3) Werden mehrere Chargen für den vorgesehe-
(1) Die Mindestschichtdicke dmin und die Maximal-
nen Zweck gefertigt, sind die Prüfungen für das

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 25


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

schichtdicke dmax der hwO werden je nach System folgendes zu prüfen:


nach DIN V 18026 angegeben.
― Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer-
(2) Um die Mindestschichtdicke sicher zu erzielen, schein und Verpackungsaufschrift),
sind für die Untergrundrauheiten, Materialeigen-
― unbeschädigter Zustand der Verpackung,
schaften und Verarbeitungsverfahren Materialzu-
schläge notwendig. ― vorschriftsmäßige Lagerung,
(3) Bei Bestimmung der Schichtdicke durch Mes- ― Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
sung ist die Mindestschichtdicke der hwO bei 95 % sige Lagerungsdauer.
der Messwerte zu erreichen. 5 % der Messwerte
(2) Müssen zur Herstellung des OS-Systems
dürfen Minderdicken von bis zu 0,7 dmin aufweisen.
Die Maximalschichtdicke darf an keiner Stelle Komponenten auf der Baustelle gemischt werden,
überschritten werden. ist die Einhaltung des in den Angaben zur Ausfüh-
rung angegebenen Mischungsverhältnisses zu
(4) Die bei der Messung entstandenen Fehlstellen kontrollieren. Die ausreichende Homogenisierung
sind zu überarbeiten. der fertigen Mischung ist zu prüfen.
(5) Bei der Bestimmung der Schichtdicke über den (3) Der Verbrauch an Stoffen zur Herstellung von
Verbrauch darf die ermittelte Schichtdicke d nicht OS-Systemen ist für jeden Arbeitsabschnitt und
kleiner als die Sollschichtdicke ds und nicht größer jede Schicht gemäß Formblatt D 3.4.1 zu protokol-
als die Maximalschichtdicke dmax sein. Die Soll- lieren.
schichtdicke ds ergibt sich aus der Summe von
Mindestschichtdicke dmin und Schichtdickenzu- (4) Die Prüfung der Schichtdicke ist im Beisein
des Auftraggebers zum jeweils frühestmöglichen
schlag dz. Für dz sind pauschal 60 µm anzusetzen.
Zeitpunkt durchzuführen.
(5) Bei dem System OS-B und ggf. OS-C ist die
8.4.8 Abreißfestigkeit
Dicke der hwO je Arbeitsabschnitt, mindestens
(1) Die Abreißfestigkeit des OS-Systems muss jedoch je abgeschlossener Tagesleistung, über die
Tabelle 3.4.6 entsprechen. entsprechende Verbrauchsmenge nach Anhang D
zu bestimmen. Die mittlere Auftragsschichtdicke
(2) Bei OS-Systemen mit Feinspachtel ist der
muss gleich oder größer als die Sollschichtdicke
Feinspachtel zusätzlich zu prüfen, und es sind die
sein.
Werte der Tabelle 3.4.6 einzuhalten.
(6) Die Dicke der hwO der Systeme OS-D bis OS-
Tabelle 3.4.6: Abreißfestigkeiten (Mindestwerte)
F ist je angefangene 350 m2, mindestens jedoch je
abgeschlossene Tagesleistung, durch Messen der
Schichtdicke an mindestens 40 gleichmäßig über
Mittelwert Kleinster die Fläche verteilten Stellen (bei Bohrkernentnah-
System [N/mm2] Einzelwert me an jeweils fünf Stellen von acht Bohrkernen)
[N/mm2]
nach Anhang D zu ermitteln.
OS-A - - (7) Bei dem System OS-C ist in der Leistungsbe-
OS-B bis OS-D 0,8 0,5 schreibung festzulegen, ob die Schichtdicke durch
Messen (wie bei den Systemen OS-D bis OS-F)
OS-E 1,0 0,6 oder über die Verbrauchsmenge (wie bei dem
OS-F 1,5 1,0 System OS-B) zu prüfen ist. Das Verfahren zur
Bestimmung der Schichtdicke der Systeme OS-D
Feinspachtel 1,3 0,8
bis OS-F ist in der Leistungsbeschreibung festzu-
legen.
8.4.9 Witterungsschutz (8) Bei Hydrophobierungen ist für Beschichtungs-
flächen von mindestens 500 m² in Abstimmung mit
OS-Systeme sind gemäß den Angaben zur Aus-
dem Auftraggeber je angefangene 100 m2 behan-
führung ausreichend lang gegen ungünstige Witte-
delter Fläche nach Ablauf der in den Angaben zur
rungseinflüsse zu schützen.
Ausführung angegebenen Wartezeit die Qualität
der Hydrophobierung im Beisein des Auftragge-
8.5 Qualitätssicherung bers an einer Messfläche zu prüfen. Messergeb-
nisse sind dem Auftraggeber zu übergeben.

8.5.1 Überwachung der Ausführung


(1) Vor Aufbringen des OS-Systems ist an den
gelieferten Stoffen vom Auftragnehmer im Rahmen
der Eigenüberwachung zusätzlich zu Nr. 1.8.3

26 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

(9) Die Prüfung der Qualität der Hydrophobierung


kann nach Anhang B erfolgen. An der Messfläche
sollte der Mittelwert der Messungen unter den
gleichen Messbedingungen den auf der Ver-
gleichsfläche gemessenen Wert um nicht mehr als
25 % überschreiten.

(10) Die Prüfung der Abreißfestigkeit des Fein-


spachtels ist im Beisein des Auftraggebers je an-
gefangene 350 m2 Gesamteinbaufläche an einem
Satz aus drei gleichmäßig über die Einbaufläche
verteilten Stellen nach Teil 1 Abschnitt 3 durch-
zuführen.

8.5.2 Kontrollprüfungen
Die Prüfung der fertigen Beschichtungen erfolgt
nach Augenschein. Werden Abreißprüfungen
durchgeführt, sind je angefangene 350 m2 be-
schichteter Fläche an drei gleichmäßig über die
Einbaufläche verteilten Stellen Einzelprüfungen
der Abreißfestigkeit des fertigen OS-Systems nach
Teil 1 Abschnitt 3 durchzuführen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 27


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang A

Anhang A
A3 Durchführung
Bestimmung der Betonfeuchte Die einzelnen Arbeitsschritte sind:
nach der Carbid-Methode ― Mit Hammer und Meißel Bruchstücke aus dem
(CM-Gerät) zu untersuchenden Beton bis zu einer Tiefe von
ca. 2 cm lösen (ca. 100 bis 150 g, vgl. Tabelle
A 3.4.1).
A1 Beschreibung des
― Mit Hammer die Bruchstücke in der Mörser-
Verfahrens schale zerkleinern (dabei einzelne Gesteins-
(1) Betonstücke werden in einer Mörserschale körner nicht zerschlagen).
zerkleinert, abgesiebt und abgewogen. Die Ein- ― Probenmaterial über Analysensieb absieben.
waage wird zusammen mit einer definierten Menge
Calciumcarbid (Glasampulle mit 5 g) in eine Druck- ― Erforderliche Einwaage (siehe Tabelle A 3.4.1)
flasche gegeben. Zusätzlich eingefüllte Stahlku- auf der elektronischen Waage abwiegen.
geln bewirken nach mehrmaligem, kräftigem ― Zuerst Stahlkugeln, dann die Einwaage verlust-
Schütteln der Druckflasche die Zerstörung der frei in die Druckflasche geben.
Glasampulle. Die Vermischung von Prüfgut und
Calciumcarbid ermöglicht die chemische Reaktion ― Unter leichter Neigung der Druckflasche eine
zwischen dem im Prüfgut vorhandenen Wasser Ampulle Calciumcarbid vorsichtig in die Flasche
und dem Calciumcarbid, so dass sich Acetylengas gleiten lassen.
bildet. Der entstehende Gasdruck ist abhängig ― Deckel mit Manometer auf die Flasche setzen
vom Feuchtegehalt des Probenmaterials und wird und mit Spannhebeln verschließen. Diese Vor-
am Manometer abgelesen. gänge sind zur Vermeidung von Feuchteverän-
(2) Der dem abgelesenen Druck zuzuordnende derungen zügig durchzuführen!
Feuchtegehalt in Gew.-% ist aus den Tabellen ― Glasampulle durch kräftiges kreisendes Schüt-
A 3.4.2 bis A 3.4.4 zu entnehmen.
teln (mind. 1 min) der Druckflasche zertrüm-
(3) Die Werte aus den Tabellen A 3.4.2 bis A 3.4.4 mern.
sind in Verbindung mit Druckflaschen zu verwen-
― Das kräftige kreisende Schütteln ist alle 5 min
den, bei denen der Volumeninhalt 1 Liter ent-
bis zur Endablesung zu wiederholen.
spricht. Bei Verwendung von Druckflaschen mit
einem abweichenden Volumeninhalt ist das abwei- ― Aus den Tabellen A 3.4.2 bis A 3.4.4 den zum
chende Druckverhältnis zu berücksichtigen. abgelesenen Druck zugeordneten Feuchtege-
halt in Abhängigkeit von Einwaage und
Größtkorn ermitteln.
A2 Geräte und Hilfsmittel
― Nach Versuchende Druckflasche vorsichtig
Folgende Geräte und Hilfsmittel sind einzusetzen: öffnen (Achtung Druck!) und Acetylengas ent-
weichen lassen (Achtung! Kein offenes Feuer!).
― CM-Druckflasche mit Manometer,
― Inhalt vorsichtig ausschütten (Achtung! Ätzkalk
― Elektronische Waage (Wägegenauigkeit 0,1 g),
und Glassplitter!) und Flasche mit trockener
― Analysensieb mit 2 mm Maschenweite Flaschenbürste säubern.
(DIN ISO 565),
― Stahlkugeln mit trockenem Tuch reinigen. De-
― Mörserschale (mit Manschette gegen Weg- ckel mit Manometer an der Unterseite (Gummi-
springen des Prüfgutes), dichtung) säubern.
― Stahlkugeln, Calciumcarbid-Ampullen, Stopp-
uhr, Tabelle A 3.4.1: Erforderliche Einwaage

― Hammer und Meißel und


Geschätzter Erforderliche Einwaage
― sonstiges Zubehör. Feuchtegehalt [g]
Größtkorn Größtkorn
[Gew.-%] Bis 4 mm > 4 mm
1,0 bis 2,5 50 50
3,0 bis 5,0 20 20
5,5 bis 7,0 20 10
>7,0 10 10

28 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang A

A4 Besondere Fehlerquellen
― Es können folgende Fehler auftreten:
― Temperatur der Druckflasche weicht stark von
der Umgebungstemperatur ab.
― Druckflasche ist nicht gasdicht verschlossen
(z.B. beschädigte Dichtung, Materialreste unter
der Gummidichtung).
― Calciumcarbid-Ampulle bereits vor dem Ein-
bringen undicht (hellbraune Verfärbung).

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


29
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang A
*)
Tabelle A 3.4.2: Druck [bar] bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt
Druck bei Größtkorn bis 4 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min [Gew.-%]
— — 0,330 1,0
— — 0,495 1,5
— — 0,655 2,0
— — 0,820 2,5
Druck*) [bar] bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,380 0,390 3,0
— 0,500 0,510 3,5
— 0,615 0,625 4,0
— 0,735 0,745 4,5
— 0,855 0,865 5,0
— 0,970 0,980 5,5
— 1,090 1,100 6,0
— 1,325 1,335 7,0
*)
Druck [bar] bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,825 0,830 0,895 8,0

*)
Tabelle A 3.4.3: Druck [bar] bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt
Druck bei Größtkorn bis 8 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min [Gew.-%]
— — 0,335 1,0
— — 0,510 1,5
— — 0,685 2,0
— — 0,860 2,5
*)
Druck [bar] bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,405 0,415 3,0
— 0,550 0,560 3,5
— 0,690 0,700 4,0
— 0,835 0,845 4,5
— 0,975 0,985 5,0
— 1,120 1,130 5,5
*)
Druck [bar] bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,475 0,480 0,485 5,5
0,530 0,535 0,540 6,0

Tabelle A 3.4.4: Druck*) [bar] bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt


Druck bei Größtkorn größer 8 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min [Gew.-%]
— — 0,340 1,0
— — 0,605 1,5
— — 0,870 2,0
— — 1,130 2,5
Druck*) [bar] bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,580 0,585 3,0
— 0,750 0,755 3,5
— 0,915 0,925 4,0
— 1,085 1,095 4,5
— 1,255 1,270 5,0
Druck*) [bar] bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,715 0,725 0,730 5,5
0,845 0,850 0,855 6,0
*)
1 bar entspricht 100 kPa

30 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang B

Anhang B ― Reinigung der Betonoberfläche im Bereich der


Messfläche mit einer Waschlösung etwa inner-
halb einer Minute. Danach sofortiges und sorg-
Bestimmung der Qualität von fältiges Abspülen der Waschlösung und Ab-
trocknen mit Zellstoff.
Hydrophobierungen
― Ausreichendes Füllen der Geber mit Elektrolyt-
flüssigkeit, Kontrolle der Messkette und kor-
B1 Anwendung rektes Aufsetzen bzw. Anbringen der Geber.
Das Verfahren kann an waagerechten, geneigten ― Durchführung der Messung. Während der Mes-
und vertikalen Flächen angewendet werden. sung dürfen die Geber weder angefasst noch
bewegt werden. Die Ablesung der Messwerte
hat nach 15 bzw. 60 min zu erfolgen. Die
B2 Beschreibung des Messdaten sind auf dem beigefügten Formblatt
Verfahrens B 3.4.1 zu protokollieren.
(1) Dem Messverfahren liegt das physikalische ― Die Einzelmesswerte werden nach 15 min ab-
Prinzip des Stromtransports in elektrolytischen gelesen, und es wird der Mittelwert berechnet.
Lösungen zugrunde. Überschreitet der Mittelwert nicht den Grenz-
(2) Zur Messung werden spezielle Messgeber auf wert für 15 min, ist die Messung abgeschlossen.
der Betonoberfläche angebracht, die unter defi-
― Wird der Grenzwert für 15 min überschritten,
nierten Bedingungen Elektrolytflüssigkeit (in der
Regel Kalkwasser) an den Beton abgeben. Die Art sind die Messwerte nach 60 min aufzunehmen
der Geber und ihre Anbringung richtet sich nach und es ist der Mittelwert zu berechnen.
der Lage der Betonfläche im Raum (Oberseite,
Unterseite, vertikale Fläche).
B5 Auswertung
(3) Durchbricht die Elektrolytflüssigkeit die hydro-
phobierte Schicht des Betons, fließt ein Strom, der (1) Die Messungen sind auf dem Formblatt
mit dem Messgerät aufgenommen wird. Die aufge- B 3.4.1 auszuwerten. Dazu sind die je Messfläche
nommenen Messwerte hängen nur von der Größe aufgenommenen vier Messwerte der Einzelmes-
und Anzahl der in der hydrophobierten Zone im sungen (dimensionslos) sowie der daraus berech-
Bereich der Messflächen enthaltenen Fehlstellen nete Mittelwert einzutragen.
ab. Messwerte sowie Lage und Form der ggf. zu-
(2) Der berechnete Mittelwert ist dem einzuhal-
sätzlich ermittelten Messwert-Zeit-Kurve sind cha-
rakteristisch für die Hydrophobierungsqualität. tenden Grenzwert gegenüberzustellen.
(3) Der einzuhaltende Grenzwert nach 15 min ist:
B3 Hydrophobierungs- ― 150 bei waagerechter Lage der Geber (recht-
eckige Geber) oder
prüfgerät
― 300 bei senkrechter Lage der Geber (runde
(1) Zum Hydrophobierungsprüfgerät gehören je-
Geber).
weils mindestens vier Messgeber für waagerechte
und vertikale Flächen sowie sonstiges Zubehör zur (4) Überschreitet der berechnete Mittelwert den
Reinigung der Betonoberfläche, zum Anbringen Grenzwert nach 15 min nicht, ist die Messung ab-
der Geber und zur Durchführung der Messungen. geschlossen und die ausreichende Qualität der
(2) Bezugsquellen für das Gerät können bei der Hydrophobierung nachgewiesen.
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erfragt
(5) Wird der Grenzwert überschritten, sind die
werden.
Messwerte 60 min nach Beginn der Messung auf-
zunehmen. Der einzuhaltende Grenzwert nach
B4 Durchführung 60 min ist:
Die Prüfung hat mit jeweils vier Gebern auf einer ― 230 bei waagerechter Lage der Geber (recht-
vorbereiteten Messfläche von 40 x 40 [cm] und eckige Geber) oder
entsprechend der Betriebsanleitung für das Hydro- ― 460 bei senkrechter Lage der Geber (runde
phobierungsprüfgerät zu erfolgen. Dabei ist insbe- Geber).
sondere zu beachten:
(6) Überschreitet der berechnete Mittelwert den
Grenzwert nach 60 min nicht, ist die ausreichende
Qualität der Hydrophobierung nachgewiesen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 31


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang B

Formblatt B 3.4.1

Hydrophobierungsmessung Seite

Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

Auftragnehmer oben
unten
Betoniert am................................................................................................................................. (nur Jahr und Monat)
Hydrophobiert am .................................................mit .....................................................................................(Produkt)
geprüft am............................................ durch .................................................Fa. ..........................................................
Geberlage senkrecht waagerecht Elektrolyt. Kalklauge Sonstiges
Wetterlage
In der letzten Woche vor der Prüfung ............... ............im allgemeinen trocken feucht ..............°C
Wetter bei der Prüfung .............................. im allgemeinen feucht trocken ..............°C
Betonoberfläche rau eben offenporig dicht
Lage Messort 1 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 2 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 3 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 4 ..........................................................................................................................................................

Messort 1 Messort 2
Kontrollwert vor .............nach der Prüfung.................... Kontrollwert vor .............nach der Prüfung....................
Messwert nach 15 min Messwert nach 15 min
................../......................./....................../......................... ................../......................./......................../.......................
Mittelwert nach 15 min ................................................... Mittelwert nach 15 min ...................................................
Messwert nach 60 min Messwert nach 60 min
................/......................../....................../.......................... ................../....................../......................../.......................
Mittelwert nach 60 min ……………………………………. Mittelwert nach 60 min …………………………………...
bestanden ja nein bestanden ja nein
Messort 3 Messort 4
Kontrollwert vor .............nach der Prüfung.................... Kontrollwert vor .............nach der Prüfung....................
Messwert nach 15 min Messwert nach 15 min
................../......................./....................../......................... ................../......................./......................../.......................
Mittelwert nach 15 min ................................................... Mittelwert nach 15 min ...................................................
Messwert nach 60 min Messwert nach 60 min
................/......................../....................../......................... ................../....................../......................../.......................
Mittelwert nach 60 min …………………………………… Mittelwert nach 60 min ……………………………………
bestanden ja nein bestanden ja nein

Forderung aus 8.5.1 (9) Beispiel


Mittelwert Vergleichsfläche ............... Mittelwert Vergleichsfläche = 180
Zuschlag 25% ............... Zuschlag 25% = 45
Bezugswert (Mittelwert der Messfläche) ............... Bezugswert (Mittelwert der Messfläche) ≤ 225

32 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang C

Formblatt C 3.4.1
Seite
Ausgeführte Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen
an Betonbauteilen
Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Straßenbau-
Verwaltung

Bauamt Bauwerksname

AM/SM oben

unten

Bauteil(e)

Schaden
Schadenursache

Auftragnehmer

Vorbereitung der
Unterlage

Betonersatzsystem
(einschl. evtl. Korrosions-
schutz)
Baustoffe
Lieferfirma
Oberflächenschutzsystem
Baustoffe
Lieferfirma
Nachbehandlung
(Art, Material)

Ausführungszeit

Besonderheiten bei der Aus-


führung

Abnahmedatum

Anlagen Fotos Pläne

Auftragnehmer Datum Auftraggeber

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 33


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

Anhang D Oberflächenschutzschicht gesetzt und die Schicht-


dicke an der Messuhr abgelesen.

Bestimmung der Schichtdicken


von Oberflächenschutzsystemen

D1 Anwendung
(1) Die nachfolgend beschriebenen Verfahren
dienen der Bestimmung der Schichtdicke der
hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutz-
schichten (hwO) der Systeme OS-B bis OS-F ge-
mäß Tabelle 3.4.5.
(2) Die Angaben beziehen sich immer auf die
Trockenschichtdicke der hwO. Die Kontrolle der
Schichtdicken auf der Baustelle erfolgt je nach
System entweder nach Verbrauch oder durch di-
rekte Messung.

D2 Bestimmung der Trocken-


schichtdicke durch Mes-
sung

D 2.1 Allgemeines
(1) Die Messung der Trockenschichtdicke bedingt Bild D 3.4.1: Schichtdickenprüfgerät der Bundesanstalt für
eine örtlich begrenzte Zerstörung der Oberflächen- Materialforschung und –prüfung (BAM)
schutzschicht. Es können folgende Verfahren an-
gewendet werden: D 2.3 Keilschnitt-Verfahren
― Differenzdickenmessung in Anlehnung an
Die Oberflächenschutzschicht wird mit einer
DIN 50933, Schneidvorrichtung unter einem vorgegebenen
― Keilschnitt-Verfahren nach DIN 50986, Winkel eingeschnitten, die Projektion der Schnitt-
flanke mit einem Messmikroskop gemessen und
― Messung an Bohrkernen. die Schichtdicke trigonometrisch berechnet. Die
Durchführung erfolgt nach DIN 50986.
(2) Die Mindest- bzw. Maximalschichtdicken der
hwO ergeben sich für jedes OS-System nach un-
terschiedlichen Kriterien. Die Dicken sind im Rah- D 2.4 Messung an Bohrkernen
men der Grundprüfung von der Prüfstelle festzule-
gen. Die Messung an Bohrkernen erfolgen an 8 gleich-
mäßig über die Fläche entnommenen Bohrkernen
(Durchmesser höchstens 50 mm). Durch den Bohr-
D 2.2 Differenzdickenmessung vorgang örtlich eingetretene Veränderungen der
Schichtdicke sind zu beachten und ggf. durch ge-
(1) Die Messung erfolgt durch Durchstechen der eignete Maßnahmen zu entfernen. Die Schichtdi-
Oberflächenschutzschicht mit einer Messsonde. cke wird an fünf gleichmäßig verteilten Stellen mit
(2) Das Messverfahren muss eine Messgenauig- Hilfe einer Messlupe oder eines Messmikroskops
keit von 10 µm erlauben. Geeignet ist z.B. ein im bestimmt.
Bild D 3.4.1 dargestelltes Schichtdickenprüfgerät.
(3) Das Gerät ist vor jeder Messreihe auf einer D 2.5 Auswertung
ebenen Glasplatte zu justieren. Die Messung ist
Jede Prüfung ist entsprechend Formblatt D 3.4.2,
senkrecht zur Beschichtungsoberfläche durchzu-
Formblatt D 3.4.3 bzw. Formblatt D 3.4.4 auszu-
führen. Mit hervorstehender Nadelspitze ist das
werten.
Gerät mit mäßigem Druck in die Oberflächen-
schutzschicht bis zu einem spürbaren Widerstand
einzustechen. Anschließend wird die kreisförmige
Aufstandsfläche des Gerätes vorsichtig auf die

34 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

D3 Bestimmung der Schicht-


dicke über die Ver-
brauchsmenge

D 3.1 Beschreibung und Durchfüh-


rung des Verfahrens
(1) Über die Verbrauchsmenge kann nur eine
über die Fläche gemittelte Schichtdicke bestimmt
werden. Aussagen über die Gleichmäßigkeit der
Schichtdicke sind nicht möglich.
(2) Zu ermitteln ist die zu einer bestimmten Fläche
A [m2] (z.B. Tagesleistung) zugehörige Ver-
brauchsmenge Mv [kg]. Mit den in den Angaben
zur Ausführung enthaltenen Angaben über die
Dichte des flüssigen Stoffes ρfl, [g/cm3] und dem
Festkörpervolumen FV [%] ergibt sich die mittlere
Auftragsschichtdicke d [µm] zu

M v ∗ FV ∗ 10
d= [µm].
ρ fl ∗ A

D 3.2 Auswertung
(1) Jede Prüfung ist entsprechend Formblatt
D 3.4.5 auszuwerten.
(2) Die Sollschichtdicke ergibt sich aus:
ds = dmin + dz [µm].
Für dz sind pauschal 60 µm einzusetzen.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 35


Formblatt D 3.4.1

36
Seite
Dokumentation von Verbrauchs- bzw. Einbaumengen von Oberflächenschutzsystemen (OS)
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Datum Bauteil zugeordnete Chargen-Nr. Länge Breite Fläche Einbaugewicht Unterschriften
Einbaufläche des Stoffes [m] [m] [m²] Schicht bzw. [kg] [kg/m²] Auftragnehmer Auftraggeber
Lage 1)

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


1
) H = Hydrophobierung OS (1) = hauptsächlich wirksame Oberflächenschutzschicht 1. Lage / Schicht
FS = Feinspachtel OS (2) = hauptsächlich wirksame Oberflächenschutzschicht 2. Lage / Schicht
G = Grundierung D = Deckversiegelung

Stand: 2013/12
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
Formblatt D 3.4.2

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite


durch Differenzdickenmessung
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme

Stand: 2013/12
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber

Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung


Mindestschichtdicke dmin = μm
1 1
0,7 * dmin = μm Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = μm stellen stellen
d [μm] a b c d d [μm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Messstellen je Prüfung 1 21


(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 22
3 23
1 6 11 16 21 26 31 36
4 24

5 10
b b
2 7 12 17 22 27 32 37
5 25

5
b
3 8 13 18 23 28 33 38
Größe der zugeordneten Prüffläche 6 26

5
b
4 9 14 19 24 29 34 39
7 27
Länge l m 5 10 15 20 25 30 35 40
8 28

b b
10 5
Breite b m 9 29
2
Fläche m l l l l l l l l l
16 8 8 8 8 8 8 8 16
10 30
Prüfgerät 11 31
l
12 32
2
Eine Prüfung je angefangene 350 m 13 33

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


mindestens jedoch je Tagesleistung 14 34
Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 15 35
16 36
Prüfungsdatum 17 37
18 38
Fertigstellungsdatum
19 39
des Prüfgutes
20 40
Unterschriften Summe (1-20) Summe (21-40)
1
) Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax ≥ d ≥ dmin Gesamtsumme a ≥ 38
b: dmin > d ≥ 0,7 * dmin Gesamtsumme b≤2
------------------------------------------- ------------------------------------------- ----------------------------------------------- c: d < 0,7 * dmin Gesamtsumme c=0
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber d: d > dmax Gesamtsumme d=0

37
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
Formblatt D 3.4.3

38
Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite
mit dem Keilschnittverfahren
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber

Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung


Mindestschichtdicke dmin = μm
1 1
Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- 0,7 * dmin = μm Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = μm stellen stellen
d [μm] a b c d d [μm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Messstellen je Prüfung siehe Formblatt 3.4.2 1 21
(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 22
α tan α 3 23
45° 1 4 24
26,6° 0,5 5 25
21,8° 0,4 6 26
Größe der zugeordneten Prüffläche 5,7° 0,1
7 27
Länge l m 4,3° 0,075
8 28
Breite b m d = a * tan α 9 29
2
Fläche m a Projektion der Schnittkante 10 30
α Schnittwinkel 11 31
Prüfgerät
12 32
Eine Prüfung je angefangenen 350 m² 13 33

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


mindestens jedoch je Tagesleistung 14 34
Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 15 35
16 36
Prüfungsdatum 17 37
18 38
Fertigstellungsdatum
19 39
des Prüfgutes
20 40
Unterschriften Summe (1-20) Summe (21-40)
1
) Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax ≥ d ≥ dmin Gesamtsumme a ≥ 38
b: dmin > d ≥ 0,7 * dmin Gesamtsumme b≤2
------------------------------------------- ------------------------------------------- -----------------------------------------------
c: d < 0,7 * dmin Gesamtsumme c=0
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber
d: d > dmax Gesamtsumme d=0
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

Stand: 2013/12
Formblatt D 3.4.4

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite


an Bohrkernen
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme

Stand: 2013/12
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung
Mindestschichtdicke dmin = μm
1 1
Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- 0,7 * dmin = μm Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = μm stellen stellen
d [μm] a b c d d [μm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Bohrkerne je Prüfung 1 1


(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 2
3 3

4
b
I IV VII
4 4

Bohrkern I
Bohrkern V

4
b
III VI
5 5

b
4
II V VIII
Größe der zugeordneten Prüffläche 1 1

4
b
2 2
Länge l m
l l l l l l 3 3
Breite b m 6 6 6 6 6 6
2 l 4 4

Bohrkern II
Fläche m
Bohrkern VI

5 5
Prüfgerät 1 1
Je Bohrkern fünf Messungen gleichmäßig verteilt an der Mantelfläche

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


2 2
2
Eine Prüfung je angefangene 350 m 3 3
mindestens jedoch je Tagesleistung
4 4
Bohrkern III
Bohrkern VII

Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 5 5


1 1
Prüfungsdatum
2 2
Fertigstellungsdatum 3 3
des Prüfgutes 4 4
Bohrkern IV
Bohrkern VIII

5 5
1)
Unterschriften Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax ≥ d ≥ dmin ∑ a ≥ 38
b: d ≥ 0,7 * dmin ∑b≤2
-------------------------------------------- ------------------------------------------- -------------------------------------------- c: d < 0,7 * dmin ∑c=0
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber d: d > dmax ∑d=0
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

39
Formblatt D 3.4.5

40
Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite
über die Verbrauchsmenge
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Oberflächenschutzsystem Mindestschichtdicke dmin= μm Sollschichtdicke
Maximalschichtdicke dmax= μm ds = dmin + dz = μm
(Sofern die Angaben zur Ausführung keine Angaben zum Zuschlag dz dz = 60 μm
OS- enthalten, ist dz = 60 μm anzusetzen.)

Lage der zugeordneten Prüffläche Festkörpervolumen FV= % Eine Prüfung je Arbeitsabschnitt,


FV * 10
(ggf. in Zeichnung eintragen) Dichte des flüssigen Stoffes ρfl = g/cm³ = mindestens jedoch je Tages-
ρfl
(entsprechend Angaben zur Ausführung) leistung

Mv * FV * 10 Mittlere Auftragsschichtdicke d [μm]


d= [μm] ≥ ds
A * ρfl
Mv Verbrauchsmenge [kg] Nr. Mv A Mv/A d
A zugehörige Fläche [m²]
Größe und Daten der zugeordneten Prüfflächen

Prüfung Länge Breite Fläche Fertigstellungsdatum des


Prüfdatum
Nr. [m] [m] [m²] Prüfgutes

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


2

6
Name des Prüfgutes Beauftragte Firma
7

Unterschriften
....................................................................... ........................................................................... ..............................................................
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

Stand: 2013/12
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
Formblatt E 3.4.1
Seite
Frischmörtelrohdichte SPCC

Stand: 2013/12
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Prüfdatum
Prüfgut
zugeordnete Fläche

Hersteller Durchführung an gespritzten Proben; Spritzpfanne 46 cm * 46 cm * 4 cm

Chargen-Nr. Häufigkeit: mindestens 1x je Arbeitstag; 1 x je angefangene 100 m²


Über- oder Unterschreitung des Bezugwertes der Angaben zur Ausführung höchstens 0,07 kg/dm³

Prüfdatum Gewicht Spritzpfanne Rohdichte [kg/dm³]


Mischung Mörtel-
leer voll zulässig
Nr. Volumen gewicht
[kg] [kg] Ist Soll Abweichungen ± 0,07 kg/dm³
[dm³] [kg]

1
2

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


3

Soll ± 0,07 kg/dm³

Unterschriften

Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

41
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E
Formblatt E 3.4.2

42
Seite
Prüfung am Frischmörtel PCC
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
PCC Prüfdatum
Mischungsverhältnis Trockenkomponente : Wasser = 1 : _ _ _
Material Mischdauer _ _ _ sec
Hersteller Ausbreitmaß mit Hubtisch gemäß DIN 18555; Ausbreittisch nach DIN EN 1015-3 (Glasplatte d = 30 cm)
15 Hubschläge
Konsistenz
Häufigkeit: 1 x je Arbeitstag;
Abweichungen vom Bezugswert der Angaben zur Ausführung höchstens 15%
Messung nach dem Druckausgleichsverfahren nach DIN 18555 (LP-Topf); Prüfgerät mit Druckkammer
Chargen-Nr. Luftgehalt und 1 dm³ Probenbehälter; Verdichtung im Vibrationsverfahren; Häufigkeit: 1x je Arbeitstag
Abweichungen vom Bezugswert der Angaben zur Ausführung höchstens 2% absolut bzw. 50% relativ
Prüfdatum Konsistenz [mm] Luftgehalt [Vol.-%]
Mischung
Nr. zulässig zulässig
Ist Soll 1) Abweichungen Ist Soll 1) Abweichungen
≤ 15% ≤ 2% abs. / ≤ 50% rel.
1

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


zugeordnete Fläche 2
3

Unterschriften
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

1
) Sollwert gemäß Angaben zur Ausführung

Stand:2013/12
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E
Formblatt E 3.4.3
Seite
Bestimmung der Trockenrohdichte SPCC, PCC, PC
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme

Stand:2013/12
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
SPCC, PCC, PC Prüfdatum

Prüfgut Bemerkungen

Hersteller Mörteltemperatur / Untergrundtemperatur


Chargen-Nr.
Prüfung an SPCC, PCC, PC
zugeordnete Fläche Durchführung nach DIN 52170
r t = mt / V Trocknung bei 110°C bis zur Gewichtskonstanz, Volumenbestimmung durch Tauchwägung
Proben: Scheiben aus Bohrkernen der Abreißprüfung, Durchmesser = 50 mm, Dicke mindestens 15 mm
Häufigkeit: 1x je Satz Abreißprüfung, mindestens 3x je Bauwerk
Unterschreitung des Bezugswertes aus den Angaben zur Ausführung höchstens 0,04 kg/dm³
Prüfdatum Trockenrohdichte [kg/dm3]
Mischung Volumen Masse
Nr. [dm³] [kg] Ist Soll 1) Abweichungen Unterschreitung ≤ 0,04 kg/dm³
SPCC
PCC 1

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


PC 2
Nicht betroffene Produkte
streichen
3

Unterschriften
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

1
) Sollwert gemäß Angaben zur Ausführung

43
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang F

Anhang F ― Grenztemperaturen und ggf. Grenzfeuchte für


die Verarbeitung und
― Gefahrenkennzeichnung gemäß Sicherheitsda-
Hinweise zur Zertifizierung tenblatt.

F1 Allgemeines F2 Oberflächenschutzsysteme

F 1.1 Zusammensetzung der Stoffe F 2.1 Zusammensetzung der Stoffe


(1) Alle Stoffe müssen mindestens 6 Monate la- (1) Siehe F 1.1
gerfähig sein.
(2) Es sind nur anorganische Pigmente zu ver-
(2) Die vom Hersteller angegebene Sollfüllmenge wenden.
darf um nicht mehr als 3 % über- oder unterschrit-
ten werden. (3) Für den Feinspachtel und OS-D I müssen Ze-
ment nach DIN EN 197 und Gesteinskörnung nach
DIN EN 12620 verwendet werden.
F 1.2 Lieferform und Verpackung (4) Verschleißschichten von OS-F-Systemen müs-
(1) Alle Stoffe sind werksmäßig abgepackt und in sen geeignete Füllstoffe und anorganische
eindeutig gekennzeichneten Verpackungseinhei- Abstreumaterialien enthalten.
ten zu liefern.
(2) Die Stoffe müssen so verpackt sein, dass F 2.2 Lieferform und Verpackung
schädigende äußere Einflüsse bis zur Verarbeitung
verhindert werden. Siehe F 1.2

(3) Die Lieferung muss in aufeinander abgestimm-


ten Gebinden erfolgen, deren Inhalt in einem Ar- F 2.3 Angaben auf der Verpackung
beitsgang gemischt werden kann. bzw. dem Beipackzettel
(4) Großgebinde dürfen verwendet werden, wenn
mit einer Dosiereinrichtung die Entnahme aufei-
nander abgestimmter Teilmengen sicher gestellt Die Stoffe sind durch die Angaben in F 1.3 sowie
ist. nachstehende Angaben auf der Verpackung zu
kennzeichnen:
― CE-Kennzeichnung (nach DIN EN 1504-2) so-
F 1.3 Angaben auf der Verpackung wie Übereinstimmungszeichen
bzw. dem Beipackzettel (nach DIN V 18026),
Auf der Verpackung ist anzugeben: ― Hinweis auf die Angaben zur Ausführung,
― Bezeichnung des Schutz- und Instandsetzungs- ― zu verwendende Feinspachtel und
systems nach diesem Abschnitt,
― Größtkorn bei OS-D.
― Handelsname des Schutz- und Instandset-
zungssystems und seiner Komponenten,
F 2.4 Prüfungen
― Name und Anschrift des Herstellers,
(1) Soll der Feinspachtel im Verbund mit einem
― Angabe des Herstellerwerkes,
PCC verwendet werden, ist zusätzlich die Ver-
― Chargennummer, Herstelldatum und Lage- bundkörperprüfung auf Abreißfestigkeit nach Tem-
rungsdauer oder Verfallsdatum, peratur-Wechsel-Beanspruchung durchzuführen.
― CE-Kennzeichnung sowie Übereinstimmungs- (2) Abweichend von DIN V 18026 hat die
zeichen Applikation bei Tmin = 8 °C für die Prüfungen der
Haftzugfestigkeit und Gitterschnittkennwert nach
― Hinweis auf Lagerungsbedingungen, Temperaturwechsel- und Frost-Tausalz-Bean-
― Sollfüllmenge in kg bzw. l, spruchung im Vergleich zur unbehandelten Probe
zu erfolgen und anschließend sind nach der
― bei mehrkomponentigen Stoffen, Angabe der Applikation der letzten Lage / Schicht die Probe-
zugehörigen Komponente(n) und des Mi- körper 2 d bei Tmin = 8 °C und anschließend 12 d
schungsverhältnisses (ggf. min / max im Laborklima vor der Witterungsprüfung zu
Flüssigkeitszugabemenge), lagern.
― besondere Verarbeitungsbedingungen,

44 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen Anhang F

(3) Die Prüfung erfolgt jeweils für das System mit


dem Farbton RAL 7032 – kieselgrau.
(4) Systeme mit Deckversiegelung sind ohne Ver-
siegelung zu prüfen. Griffigkeit, Verschleiß und
Rissüberbrückung sind zusätzlich mit Versiegelung
zu prüfen.
(5) Wenn ein OS-B bis OS-E zusätzlich die Anfor-
derung der TL AGS – Beton hinsichtlich der Funk-
tionalität erfüllen soll, ist wie folgt zu verfahren: Die
Funktionalität wird an den Prüfkörpern gemäß
DIN EN 13687-1 und -2 nach 12-monatiger
Freibewitterung und vor der Bestimmung der Tem-
peraturwechselverträglichkeit bestimmt. Für die
Anforderungen an die Abreißfestigkeiten gelten die
Anforderungen der Tabelle 3.4.6; OS-A müssen
vollständig den TL AGS – Beton entsprechen.
(6) Die Prüfung der Funktionalität für AGS ist von
einer anerkannten Prüfstelle durchzuführen.

F 2.5 Aufnahme in die Zusammenstel-


lung der zertifizierten Oberflä-
chenschutzsysteme
(1) Zur Aufnahme in die bei der BASt zu führende
„Zusammenstellung der zertifizierten Oberflächen-
schutzsysteme" ist vom Hersteller:
― eine Kopie des Übereinstimmungszertifikates,
gemäß DIN V 18026,
― die ausgefüllte Anlage A, gemäß DIN V 18026,
― die ausgefüllte Anlage B, gemäß DIN V 18026
und
― die Leistungserklärung gemäß BauPVO
einzureichen.
(2) In der „Zusammenstellung der zertifizierten
Oberflächenschutzsysteme" kann ein OS-System
mit dem Zusatz „Nachweis der Anforderung an
Funktionalität für Anti-Graffiti-Systeme gemäß
TL AGS – Beton erbracht“ versehen werden, wenn
vom Hersteller der Prüfbericht nach den TP AGS –
Beton eingereicht wird.

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 45


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 5
Füllen von Rissen und Hohlräumen
in Betonbauteilen

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über
ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste
der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/96/EG (ABl. L 363
vom 20.12.2006, S. 81) geändert wurde, sind beachtet worden.

Stand: 12/2013 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen

Inhalt Seite Seite


8.2 Anwendung ................................................10
1 Allgemeines ............................................... 3
8.3 Polyurethan ................................................11
1.1 Grundsätzliches........................................... 3 8.4 Ausführung .................................................11
1.2 Begriffsbestimmungen ................................ 3 8.5 Prüfungen ..................................................11

2 Bauprodukte und Bauarten ...................... 4 9 Tränkung (T) ............................................ 11


2.1 Baugrundsätze ............................................ 4 9.1 Allgemeines ...............................................11
2.2 Rissfüllstoff .................................................. 4 9.2 Anwendung ................................................11
2.3 Ausführung .................................................. 5 9.3 Ausführung ...............................................112
2.3.1 Allgemeines ................................................. 5 9.4 Prüfungen ..................................................12
2.3.2 Anforderungen an Unternehmen und
Personal ...................................................... 5
Anhang A Erläuterungen zum Füllen von
2.3.3 Angaben zur Ausführung ............................. 5 Rissen und Hohlräumen ................. 13
2.3.4 Grundsätzliches zur Ausführung von
Injektionsarbeiten ........................................ 5 Anhang B Formblatt B 3.5.1
Sammelblatt Abschlussbericht........ 19
2.3.5 Abschlussbericht ......................................... 6
Formblatt B 3.5.2
3 Qualitätssicherung .................................... 6 Allgemeine Angaben ....................... 20
3.1 Allgemeines ................................................. 6 Formblatt B 3.5.3
Tagesprotokoll ................................ 21
3.2 Baustoffe, Baustoffsysteme und Bauteile ... 6
Formblatt B 3.5.4
3.3 Überwachung der Ausführung .................... 6 Riss-Protokoll-Nr. ............................ 22
3.3.1 Eigenüberwachung ...................................... 6 Anhang C Formblatt C 3.5.1
3.3.2 Überwachung durch eine anerkannte Ausgeführte Füllungen von Rissen in
Überwachungsstelle .................................... 7 Betonbauteilen
(Anlage zum Bauwerksbuch) .......... 23
3.3.3 Kontrollprüfungen ........................................ 8
Anhang D Anordnung von Packern ................. 24
4 Abrechnung ............................................... 8
Anhang E Hinweise zur Zertifizierung ............. 25
5 Abnahme .................................................... 8

6 Injektion mit Epoxidharz (EP-I) ................ 8


6.1 Allgemeines ................................................. 8
6.2 Anwendung ................................................. 8
6.3 Ausführung .................................................. 9
6.4 Prüfungen .................................................... 9

7 Injektion mit Zementleim (ZL-I) oder


Zementsuspension (ZS-I) ......................... 9
7.1 Allgemeines ................................................. 9
7.2 Anwendung ................................................. 9
7.3 Zementleim und Zementsuspension ......... 10
7.4 Ausführung ................................................ 10
7.5 Prüfungen .................................................. 10

8 Injektion mit Polyurethan (PUR-I) .......... 10


8.1 Allgemeines ............................................... 10

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


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1 Allgemeines Komponente C: ggf. weitere Zusatzmittel


– Zementsuspension (ZS)
Komponente A: Feinstzement, Zusatzstoffe
1.1 Grundsätzliches Komponente B: Wasser, ggf. demineralisiert,
(1) Der Teil 3 Abschnitt 5 gilt nur in Verbindung ggf. Zusatzmittel
mit dem Teil 1 Allgemeines. Komponente C: ggf. weitere Zusatzmittel
(2) Oberflächennahe, vor allem netzartige, größe- ― Polyurethan (PUR)
re Flächen erfassende Risse, können bei Rissbrei- Komponente A: polyolhaltig
ten bis ca. 0,2 mm auch nach Teil 3, Abschnitt 4 Komponente B: isocyanathaltig
behandelt werden.
(8) Hohlräume
(3) Dieser Abschnitt kann je nach Stoff spezifi-
schen Anwendungsbedingungen auch für das Verursacht durch mangelhafte Verdichtung, Entmi-
Füllen von Rissen in Betonbauteilen angewendet schung (Grobkornanreicherungen) und/oder Aus-
werden, die während der Ausführung der Arbeiten waschungen im Betongefüge.
aus Verkehr dynamisch beansprucht werden. Im (9) Injektion (I)
Einzelfall können Verkehrsbeschränkungen erfor-
derlich sein. Füllen von Rissen und Hohlräumen unter Druck über
Packer.

1.2 Begriffsbestimmungen (10) Injektionsdruck

(1) Arbeitsabschnitt Nennwert des Förderdrucks, mit dem der Rissfüllstoff


zum Packer gefördert wird.
In einem Arbeitsabschnitt wird eine gleichartige
Arbeit von einer Kolonne nach gleicher Vorge- (11) Injektionsgerät
hensweise ohne nennenswerte Unterbrechung Gerät zum Füllen von Rissen. Für eine
durchgeführt. einkomponentige Injektion besteht es aus Drucker-
(2) Angaben zur Ausführung zeuger, Materialbehälter, Transportschlauch und
Anschlussteil zum Packer. Für eine
Verbindliche Anweisung für die Ausführung der zweikomponentige Injektion kommen Dosier- und
Arbeiten gemäß der DIN V 18028, Anhang A. Mischeinrichtung hinzu.
(3) Begrenzt dehnfähige Verbindung/Füllung (12) Injektionsschlauch
Ist eine dehnfähige Verbindung deren Verfor- Mit Austrittsöffnungen versehener Schlauch, der der
mungseigenschaften vom Rissfüllstoff bestimmt Förderung und Injektion von Rissfüllstoff in Arbeits-
werden. fugen dient.
(4) Einkomponentige Injektion (13) Injektionsverfahren
Der aus den Komponenten fertig gemischte Riss- Umfasst
füllstoff wird vom Injektionsgerät unter Druck zum
Packer gefördert. ― Injektionsgerät,

(5) Feinstzement ― ggf. Anlage(n) zur Herstellung des Rissfüllstof-


fes als Stoffgemisch,
Zement hergestellt mit 95 % Korngrößenanteilen
≤ 16 µm. ― Packer, ggf. Injektionsschlauch,

(6) Füllart ― ggf. Verdämmung.

Es wird zwischen Injektion (I) und Tränkung (T) (14) Kraftschlüssige Verbindung/Füllung
unterschieden. Eine zug- und druckfeste Verbindung mit vom Riss-
(7) Rissfüllstoff (Füllgut) füllstoff abhängigen Festigkeitseigenschaften.

Stoffgemisch zum Füllen von Rissen und Hohl- (15) Packer


räumen in Betonbauteilen, in der Regel bestehend Übergangsstück zwischen Injektionsgerät und Bauteil,
aus: befestigt auf der Bauteiloberfläche (Klebepacker) oder
― Epoxidharz (EP) in Bohrlöchern (Bohrpacker), mit Ventil versehen.
Komponente A: Harz (16) Riss, Rissarten
Komponente B: Härter
Trennung im Betongefüge und in Fugen. Es wird
― Zementleim (ZL) zwischen oberflächennahen Rissen und Trennrissen
Komponente A: Zement, Zusatzstoffe unterschieden:
Komponente B: Wasser, ggf. demineralisiert,
ggf. Zusatzmittel ― Oberflächennahe Risse erfassen nur geringe

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


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Querschnittsteile und sind häufig netzartig aus- reichs im Betongefüge voraus.


gebildet.
(3) Durch Tränkung können mit geeignetem Riss-
― Trennrisse erfassen wesentliche Teile des füllstoff Risse in oberflächennahen Bereichen gefüllt
Querschnitts (z.B. Zugzone, Steg) oder den werden. Mit dieser Füllart lassen sich Risse auf
Gesamtquerschnitt. waagerechten bzw. wenig geneigten Flächen von
oben schließen.
(17) Rissbreite
(4) Der Einsatz von Injektionsschläuchen ist eine
Abstand der Rissufer senkrecht zum Rissverlauf.
Vorsorgemaßnahme. Sie ersetzt in keinem Fall die
(18) Rissbreitenänderung fachgerechte Ausbildung von Arbeitsfugen
und / oder Anordnung von Fugendichtungsbändern
Die Rissbreiten können sich über die Zeit ändern.
oder -blechen. Der Injektionschlauch darf als vor-
Wiederkehrende Änderungen können
beugende Maßnahme nur zur Behebung etwaiger
― kurzzeitig (z.B. infolge von Verkehrslasten), Mängel in kritischen Betonierbereichen vorgesehen
werden. Der Rissfüllstoff wird im Regelfall erst bei
― täglich (z.B. infolge von Sonneneinstrahlung), einer auftretenden Undichtheit injiziert.
― langzeitig (z.B. jahreszeitlich meteorologisch (5) Der Injektionsschlauch ist Bestandteil des In-
bedingt) jektionsverfahrens. Es dürfen nur Injektionsschläu-
auftreten. che verwendet werden, deren Eignung durch eine
hierfür anerkannte Prüfstelle nachgewiesen ist.
(19) Rissflanken
(6) Zur Abdichtung von Arbeitsfugen mit Injekti-
Die Begrenzungsflächen des Risses. onsschläuchen dürfen nur die Rissfüllstoffe EP,
(20) Rissufer PUR und ZS eingesetzt werden.
Die Schnittlinie von Bauteiloberfläche und der (7) Injektionen von undichten Press- bzw. Blockfu-
Rissflanke. gen sind Sondermaßnahmen und bedürfen der be-
sonderen Planung.
(21) Rissursachen
Beanspruchungen aus Lasten, Zwang und/oder
Eigenspannungen, welche zur Überschreitung der
2.2 Rissfüllstoff
örtlichen Zugfestigkeit des Betons führen. (1) Es dürfen nur Rissfüllstoffe und zugehörige
Injektionssysteme nach Nrn. 6 bis 9 verwendet wer-
(22) Tränkung (T)
den, die der DIN V 18028 entsprechen und die in
Füllen von Rissen ohne Druck. der von der Bundesanstalt für Straßenwesen
(BASt) geführten Zusammenstellung der zertifizier-
(23) Verdämmung
ten Rissfüllstoffe und zugehörigen Injektionsverfah-
Abdichtung von Rissen auf der vorbereiteten Bau- ren enthalten sind.
teiloberfläche, die das Auslaufen von Rissfüllstoff
(2) Der Auftragnehmer muss für alle Stoffe vor
verhindert.
deren Applikation auf der Baustelle dem Auf-
(24) Zustand von Rissen/Rissufern/Rissflanken traggeber ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2 nach
DIN EN 10204 vorlegen. Der Prüfumfang und die
Angaben über Feuchte, Verschmutzungen
Anforderungen sind in der DIN V 18028 festgelegt.
und/oder Aussinterungen im Riss.
Die zulässigen Abweichungen sind in der
(25) Zweikomponentige Injektion DIN V 18028, festgelegt.
Die Einzelkomponenten des Rissfüllstoffes werden (3) Das Abnahmeprüfzeugnis ist von einem von
in einem an den Packer unmittelbar angeschlos- der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahme-
senen Mischkopf gemischt. beauftragten auszustellen und muss von einer
anerkannten Prüfstelle bestätigt werden.
(4) Werden mehrere Chargen für den vorgesehe-
2 Bauprodukte und Bauarten nen Zweck gefertigt, sind die Prüfungen für das
Abnahmeprüfzeugnis an Proben aus jeder zweiten
2.1 Baugrundsätze Charge durchzuführen.

(1) Die Füllart und der verwendete Rissfüllstoff (5) Die Leistungserklärung gemäß BauPVO ist vor-
sind abhängig von Mindestrissbreiten auf der Bau- zulegen.
teiloberfläche. Beim Füllen von Hohlräumen gilt (6) Für Bauwerke mit einer Risslänge unter
diese Bedingung sinngemäß. 1000 m kann auf ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2
(2) Eine Injektion von Hohlräumen setzt für den nach DIN EN 10204 verzichtet werden.
Rissfüllstoff die Durchgängigkeit des Schadensbe- (7) Angaben über Baustoffe sowie über Hilfsstoffe

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


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und Hilfsmittel sind im Baustoff- bzw. Bieterangaben- zusätzliche Qualifikationsnachweise für die sach-
verzeichnis zu fordern. kundige Fachkraft und weiteres Personal in Form
von Referenzen über entsprechende ausgeführte
Arbeiten oder in Form von Nachweisen über be-
2.3 Ausführung sondere fachgewerkliche Schulungen zu fordern.
Dies ist in der Leistungsbeschreibung anzugeben.
2.3.1 Allgemeines
(1) Vor Beginn der Bauausführung hat der Auf- 2.3.3 Angaben zur Ausführung
tragnehmer das ausführende und überwachende Das Füllen von Rissen und Hohlräumen muss nach
Fachpersonal in die Angaben zur Ausführung ein- den Angaben zur Ausführung gemäß DIN V 18028
zuweisen. erfolgen.
(2) Bei der Vorbereitung der Betonunterlage für das
Verdämmen und die Wiederherstellung des ur- 2.3.4 Grundsätzliches zur Ausführung von
sprünglichen Zustandes von oberflächennahem Injektionsarbeiten
beschädigtem Beton gelten die Regelungen im
Abschnitt 4. (1) Das Füllen von Rissen ist so durchzuführen,
dass das Entweichen von Wasser und/oder Luft im
(3) Der Feuchtezustand ist gemäß Tabelle A 3.5.1 Zuge der Injektion sichergestellt ist.
zu benennen und hinsichtlich des zulässigen An-
wendungsbereiches gemäß Tabelle A 3.5.2 unmit- (2) Die Anordnung von Packern richtet sich nach
telbar vor der Ausführung zu überprüfen. Anhang D. Größere Abstände als nach Anhang D
sind nicht zulässig.
(4) Müssen die Arbeiten bei ungünstigen Witter-
ungsbedingungen ausgeführt werden, sind Schutz- (3) An dickeren Bauteilen mit wesentlich größeren
einrichtungen gemäß Teil 6 Abschnitt 3 vorzuse- erforderlichen Wirkungszonen der Packer, als es
hen. dem Grenzwert gemäß Anhang D entspricht, ist bei
Verwendung der Klebepacker nur Rissfüllstoff mit
(5) Die Injektionsstelle muss zugänglich sein. einer den längeren erforderlichen Injektionszeiten
(6) Das Füllen von Rissen und Hohlräumen darf entsprechenden Temperatur abhängigen
nur innerhalb Rissfüllstoff spezifischer Anwen- Verarbeitbarkeitsdauer einzusetzen. Ggf. sind
dungsbedingungen ausgeführt werden, deren Ein- bauwerksspezifische Eignungsprüfungen durchzu-
haltung durch Messungen zu kontrollieren ist. führen.
(4) Die Anordnung von Packern zum Füllen von
2.3.2 Anforderungen an Unternehmen und Hohlräumen richtet sich nach der Geometrie der
Personal Schadstelle. Sie kann in Anlehnung an Anhang D
festgelegt werden. Bei Gefügeschäden mit nicht
(1) Bei Arbeiten mit Kunststoffen oder Kunststoff bestimmbarer Verteilung im Beton sind die Packer
modifizierten Baustoffen muss eine vom Auftrag- in einem der Schadensart entsprechend gewählten
nehmer benannte, sachkundige Fachkraft z.B. der Raster anzuordnen.
Kolonnenführer nachweislich eine Prüfung über
den Umgang mit diesen Baustoffen erfolgreich (5) Bei der Verwendung von Bohrpackern ist si-
abgelegt haben. Dies ist: cherzustellen, dass tragende Bewehrung durch die
Herstellung von Bohrlöchern nicht beschädigt wird.
― bei inländischen Bietern durch eine Beschei- Bei Injektion von dickwandigen Bauteilen über
nigung des Ausbildungsbeirats „Schutz und In- Bohrpacker sind diese in Bohrlöchern zu befesti-
standsetzung im Betonbau“ beim Deutschen gen, die die Rissflanke, von der Bauteiloberfläche
Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (SIVV- gemessen, in unterschiedlichen Tiefen kreuzen. Die
Schein) Anordnung der Bohrpacker richtet sich dann sinn-
― bei ausländischen Bietern durch einen gleich- gemäß nach Anhang D. Falls Bohrkanaldurchmes-
wertigen Qualifikationsnachweis ser abweichend von der Eignungsprüfung einge-
setzt werden sollen, sind bauwerksspezifische Eig-
zu belegen. nungsnachweise zu erbringen. Bei Bohrlöchern ist
(2) Ein Nachweis der Einweisung in das angewen- die Durchgängigkeit des Bohrlochs ggf. durch Rei-
dete Injektionsverfahren ist vorzulegen. nigungsmaßnahmen sicherzustellen.

(3) Die sachkundige Fachkraft muss während der (6) Bohrpacker sind zu entfernen.
Ausführung der Arbeiten ständig an der Arbeitsstel- (7) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben,
le anwesend sein. ob Bohrpacker, bei denen ein Teil im Bauwerk ver-
(4) Bei besonders schwierigen oder für die Dauer- bleib, verwendet werden sollen..
haftigkeit des Bauteils wichtigen Arbeiten, insbe- (8) Verbleibende Teile von Bohrpackern müssen
sondere bei Spannbetonbauwerken und statisch aus nichtrostenden Werkstoffen bestehen. Diese
relevanten Arbeiten, kann es erforderlich sein,

Stand: 2013/12 5
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056
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Anforderung gilt auch für Klebepacker, sofern sie ― besondere Vorkommnisse.


nach Abschluss der Arbeiten auf der Bauteilober-
fläche verbleiben sollen.
(9) Falls eine Verdämmung auf der Bauteiloberflä-
3 Qualitätssicherung
che vorgesehen ist, muss sie so sorgfältig erfolgen,
dass die Injektion ohne Unterbrechungen infolge von 3.1 Allgemeines
Leckagen durchgeführt werden kann. Geeignete
schnellhärtende Reparaturmaterialien für Leckstellen Die in diesem Abschnitt und in DIN V 18028 ange-
müssen stets vorgehalten werden. gebenen Grenzwerte und Toleranzen beinhalten
sowohl die Streuungen bei der Probenahme und die
(10) Eine Wiederherstellung des ursprünglichen Vertrauensbereiche der Prüfverfahren als auch die
Zustandes der Bauteiloberfläche ist, sofern erforder- arbeitsbedingten Ungleichmäßigkeiten, soweit im
lich, in der Leistungsbeschreibung vorzusehen. Einzelfall keine andere Regelung getroffen ist.
(11) Der Injektionsdruck ist Rissfüllstoff spezifisch
und Füllart spezifisch gemäß den Angaben zur
Ausführung zu begrenzen. 3.2 Baustoffe, Baustoffsysteme
und Bauteile
(12) Bei einkomponentigen Injektionen dürfen
Teilmengen aus einem Gebinde nicht verwendet (1) Der Übereinstimmungsnachweis erfolgt gemäß
werden. Gemischte Gebindeinhalte dürfen zur In- DIN V 18028.
jektion und Nachinjektion nur innerhalb der tempe- (2) Das Übereinstimmungszertifikat wird gemäß
raturbedingten Gebindeverarbeitbarkeitsdauer ein- DIN V 18028 ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt
gesetzt werden. Eine Beeinflussung der durch eine von der BASt anerkannte Zertifizie-
Gebindeverarbeitbarkeitsdauer durch Kühlung ist rungsstelle.
bei hohen Lufttemperaturen zulässig.
(3) Hinweise zur Zertifizierung werden im An-
(13) Innerhalb einer für den verwendeten Rissfüll- hang E gegeben.
stoff in den Angaben zur Ausführung angegebenen
Verarbeitbarkeitsdauer ist über alle vorhandenen
Packer eine Nachinjektion vorzunehmen. 3.3 Überwachung der Ausführung
(14) Die Verlegung des Injektionsschlauches er-
folgt gemäß den Angaben zur Ausführung. 3.3.1 Eigenüberwachung
(1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigen-
2.3.5 Abschlussbericht überwachung der Ausführung regelt Tabelle 3.5.1.
(1) Nach Abschluss der Arbeiten hat der Auftrag- (2) Zur Aufnahme aller im Rahmen der Eigen-
nehmer einen Abschlussbericht gemäß Form- überwachung zu erfassenden Messwerte sind die
blatt B 3.5.1 zu erstellen. Dieser muss mindestens erforderlichen Geräte vom Auftragnehmer auf der
― eine Übersicht über Füllart, Rissfüllstoffdaten, Baustelle vorzuhalten. Hierzu gehört insbesondere
Gesamtverbrauch, ein Digital-Thermometer.

― die Ergebnisse der Eigenüberwachungs- und ggf. (3) Je nach Umfang der Arbeiten und Bedeutung
Kontrollprüfungen sowie des Füllens der Risse für das Bauwerk ist in die
Aufzeichnungen gemäß Teil 1 Abschnitt 1 die Men-
― Angaben zur Ausführung umfassen. ge und die Chargennummer des tatsächlich in die
Risse und Hohlräume gefüllten Rissfüllstoffes so-
(2) Soweit vom Auftraggeber, in Abhängigkeit vom
wie ggf. die Zuordnung der Chargennummer zum
Umfang der Arbeiten und von der Bedeutung des
jeweiligen Riss oder zum Bauteilabschnitt, aufzu-
Füllens für das Bauwerk, nicht auf eine Erfassung
nehmen.
ausdrücklich verzichtet wurde, ist in dem Ab-
schlussbericht Folgendes aufzunehmen: (4) Über die Arbeiten hat der Auftragnehmer im
Rahmen seiner Eigenüberwachung täglich Auf-
― Darstellung der gefüllten Risse und Bauteilab-
zeichnungen und Protokolle unter Verwendung der
schnitte mit Angabe des Fülldatums und Ver-
Formblätter nach Anhang B anzufertigen, die ggf.
brauchsmengen,
durch Fotografien zu ergänzen sind. Alle Aufzeich-
― Übersicht über die Witterungsverhältnisse und nungen und Protokolle sind für den Auftragnehmer
Bauwerkstemperaturen, ggf. Zusammenstellung von der sachkundigen Fachkraft nach Nr. 2.3.2 zu
der täglichen max. und min. Temperaturen, An- unterzeichnen.
gaben zur Wetterlage,
(5) Da bei kleineren Injektionsarbeiten der Auf-
― Bericht(e) der Überwachung der Ausführung wand für die Eigenüberwachungen ggf. nicht im
durch eine anerkannte Überwachungsstelle, wirtschaftlichen Verhältnis zu der auszuführenden
Leistung steht, können die Eigenüberwachungs-
― falls erforderlich, Angaben zum Verkehr,

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 2013/12


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prüfungen, abgestimmt auf die jeweilige Maßnah- vorzusehen. Der Auftragnehmer hat der fremd-
me, in der Häufigkeit bzw. in der Art der Prüfungen, überwachenden Stelle rechtzeitig die Ausführungs-
reduziert werden. Die reduzierten Eigenüberwa- zeiten anzuzeigen und dies dem Auftraggeber
chungsprüfungen sind in der Leistungsbeschrei- nachzuweisen.
bung festzulegen.

3.3.2 Überwachung durch eine anerkannte


Überwachungsstelle
Für die Ausführung ist eine Fremdüberwachung

Tabelle 3.5.1: Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwachung der Ausführung

Prüfungen
Gegenstand, Vorgang Einzelheiten Anforderungen Häufigkeit
Rissfüllstoff jede Lieferung
Verdämmstoffe Lieferung DIN V 18028 bzw. jede Ver-
Packer packungseinheit
Bedingungen gemäß den Angaben nach jeder
Hilfsstoffe Lagerung zur Ausführung bzw. sonstigen Lieferung bzw.
Hilfsmittel
Vorschriften nach Festlegung

Angaben zur
liegt vor
Ausführung
Bautechnische Unterlagen vor Beginn der
Protokolle, Art der Leistungsbeschreibung Arbeiten
Aufzeichnung
Vollständigkeit
gemäß Angaben zur Ausführung vor Beginn der
Technische Ausrüstung Arbeiten, dann
Funktionskontrolle nach Angaben zur
Ausführung
Risszonen
Vorbereitung der bei jedem Riss
Ausführung Packer, Abstand gemäß Angaben zur Ausführung
Verdämmung
Einhaltung der Rissfüllstoff spezifi-
Rissmerkmale nach Bedarf
schen Anwendungsbedingungen
Ausführungsbedingungen Witterungs-
mehrmals täglich
bedingungen
Bauteil- gemäß Angaben zur Ausführung
bei jedem Riss
temperaturen
Füllen Durchführung kontinuierlich
Protokolle und
nach Abschluss
Aufzeichnung Berichte gemäß vollständig und nachvollziehbar
der Arbeiten
Anhang B

Stand: 2013/12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


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3.3.3 Kontrollprüfungen 4 Abrechnung


(1) Die Kontrollprüfungen dienen der Feststellung (1) Beim Füllen von Hohlräumen ist die Abrech-
der nung in getrennten Positionen für die Injektion (z.B.
― Vollständigkeit, Anordnung, Anzahl und Länge der Bohrlöcher; mit
und ohne Verdämmung; Instandsetzung der Be-
– Flüssigkeitsdichtheit und tonoberfläche usw.) und für die injizierte Rissfüll-
– Kraftschlüssigkeit stoffmenge vorzunehmen.
der Füllung. (2) Sofern keine andere Regelung getroffen wur-
de, ist die für den einzelnen Riss gemessene größ-
(2) Die Vollständigkeit der Füllung gilt als nachge- te Rissbreite der Abrechnung des gesamten Ris-
wiesen, wenn Bohrkerne mit einem Füllgrad von min- ses zugrunde zu legen.
destens 80 % gefüllt sind. Dies wird an Schnittflä-
chen von in Scheiben geschnittenen Bohrkernen
oder an in der Rissebene gespaltenen Bohrkernen 5 Abnahme
sichtbar gemacht. Systembedingte Poren sind hier-
bei als gefüllt zu werten. (1) Unterliegen die behandelten Flächen einer di-
rekten Verkehrsbelastung, ist der Zustand der
(3) Die Flüssigkeitsdichtheit von gefüllten Rissen Oberfläche vor der Belastung zu dokumentieren.
und Hohlräumen kann optisch festgestellt werden.
(2) Für nur aufwändig zugängliche Bereiche sind in
(4) Die Kraftschlüssigkeit der Füllung kann bei der Leistungsbeschreibung Regelungen über Teilab-
Rissen, die vorher nennenswerte Rissbreitenände- nahmen vorzusehen.
rungen aufwiesen, durch Wegänderungsmessung
nach Aushärten des Rissfüllstoffes zerstörungsfrei
festgestellt werden. Die zu wählende Messmethode 6 Injektion mit Epoxidharz
ist in Tabelle A 3.5.3 beschrieben. Der Messzeit-
raum ist abhängig von der Art der Rissbreitenände-
(EP-I)
rungen.
(5) Die Kraftschlüssigkeit der Füllung ist nachge- 6.1 Allgemeines
wiesen, wenn im Bereich der gefüllten Risse keine (1) Zur Injektion mit EP zum kraftschlüssigen Ver-
Wegänderungen auftreten, die die Dehnfähigkeit binden von Rissflanken und Füllen von Hohlräumen
des Betons überschreiten. In nicht einsehbaren dürfen nur kalthärtende, zweikomponentige und
Bereichen kann ein Nachweis erforderlich werden. lösemittelfreie Harze, die in der Zusammenstellung
Die Verformungseigenschaften des gerissenen der zertifizierten Epoxidharze und Injektionsverfah-
oder ungerissenen Betons sind dabei zu beachten. ren enthalten sind, eingesetzt werden.
Zu dieser Feststellung ist u. U. eine Vergleichsmes-
sung am ursprünglich ungerissenen Beton erfor- (2) Die Festigkeitseigenschaften der durch EP-I
derlich. hergestellten Verbindungen werden durch den
Bauwerksbeton bestimmt (siehe Nr. A 1.3).
(6) Zerstörende Prüfungen sollten nur in Ausnah-
mefällen vorgesehen werden.
(7) Die Vollständigkeit der Füllung und Qualität des 6.2 Anwendung
Rissfüllstoffes im Beton können nur durch Entnah- (1) Die EP-I ist bei Trennrissen und bei oberflä-
me von Bohrkernen festgestellt werden. Eine sol- chennahen Rissen geeignet, wobei der Rissverlauf
che Kontrollprüfung sollte daher nur in begründe- beliebig sein kann. Die folgenden Anforderungen
ten Fällen (z.B. bei Unregelmäßigkeiten während sind unabhängig voneinander einzuhalten:
der Ausführung oder bei wiederholt festgestellten
Undichtheiten, bei optisch von außen erkennbaren – Die Mindest-Rissbreite beträgt 0,10 mm.
Mängeln in der Füllung oder bei fehlender Kraft-
– Für kurzzeitige Rissbreitenänderungen sind
schlüssigkeit) durchgeführt werden.
∆w ≤ 0,10 * w bzw. ∆w ≤ 0,03 mm einzuhalten.
(8) Die Bohrkerne mit Durchmessern von 50 mm Der kleinere Wert ist maßgebend.
oder kleiner sind aus charakteristischen Bereichen
– Die zulässigen täglich