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Baustoff und Bauwerk

Naturstoff à Rohstoff à Werkstoff


Kunststoffe = organische Werkstoffe, umgewandelt oder synthetisch aus Naturstoffen
Baustoffe = verwendete Werkstoffe im Bauwesen

Eigenschaften:
- müssen die gestellten Anforderungen erfüllen
- Personen müssen Baustoffe und ihre Eigenschaften kennen und beurteilen können
- sind stets physikalischer oder chemischer Natur

Baustofftechnologie:
- Lehre von Baustoffen
- befasst sich mit den Baustoffeigenschaften
- legt Grundlagen für deren sachgerechte Auswahl

DIN = Deutsches Institut für Normen e.V. in Berlin à Anwendungspflicht


(CEN, ISO, EN, EC, CE)

Stoffliche Zusammensetzung

Baustoffarten: - anorganische Baustoffe (mineralisch, metallisch)


- organische Baustoffe

Zusammensetzung: - Homogene (Einkomponenten): Glas, Holz Reinmetall, Basalt


- Inhomogene (Mehrkomponenten): Granit, Beton, Mörtel, Asphalt

Struktureller Aufbau: Baustoffe unterscheiden sich im Gefügeaufbau bzw. in der Struktur!


1. Kristalline Baustoffe:
- Kleinste Bausteine in Raumgittern angeordnet
- Physikalische Eigenschaften oft richtungsabhängig (anisotrop)
- Spröde, relativ große Wärmeleitfähigkeit

2. Amorphe Baustoffe (gestaltlose Baustoffe):


- Atome nicht zu Kristallgittern angeordnet
- Physikalische Eigenschaften richtungsunabhängig (isotrop)
- Zäh, relativ geringe Wärmeleitfähigkeit (Bsp.: Gläser, Bitumen)

3. Faserige Baustoffe:
- Physikalische Eigenschaften richtungsabhängig (anisotrop)
- In Faserrichtung hohe Zugfestigkeit
- Holz, Baustoffe mit Mineral-, Stahl-, Kunststofffasern

Entstehung und Herstellung

- natürliche Baustoffe: Naturstein, Holz, Bambus etc


- künstliche Baustoffe: Mauerziegel, Zement, Stahl etc
Verarbeitung

- gestaltlose ungeformte Baustoffe: Zwischenstoffe (Bindemittel, Anstriche, Klebstoffe,...)


Fertiggemischte Baustoffe (Frischbeton, Asphalt,...)
- geformte Bauteile: Halbzeug (Holzbalken, Kunststoffprofile,...)
Kleinformatige Bauteile (Dachsteine, Wandbausteine)
Großformatige Baustoffe/Bauelemente (Dachplatten, Brückenträger)

Prüfungen:

- Güteprüfung = Normgerechtigkeit, Gleichmäßigkeit der Produktion


- Kontrollprüfung = nachträgliche Proben aus einem Bauteil
- Eignungsprüfung = Projektbezogene Eigenschaften

Eigenschaften:

- physikalisch = Dichte, Frostbeständigkeit, Wärmeleitfähigkeit,...


- mechanisch = Festigkeiten, Härte, Verschleißwiderstand, Formänderungen,...
- chemisch = Beständigkeit gegen chemische Einwirkungen, Feuer, Alterung, Korrosion

Festigkeit:
Die Festigkeit ist der innere Widerstand eines Körpers gegen die äußere zu plastischer
Verformung und Bruch führender Belastung.

Dichte:
Dichte = Masse/Volumen: ρ = m/V [kg/dm³]
(Stahl 7,85; Stahlbeton 2,5)

- Rohdichte = Volumen des Feststoffes und das Porenvolumen ohne Zwischenräume


- Dichte, Feststoffdichte = Volumen eines Stoffes ohne Poren und Zwischenräumen
- Kornrohdichte = Quotient aus Masse und Volumen der Körner
- Schüttdichte (bei losen Baustoffen benötigt) = Quotient aus Masse der Körner und des
Schüttvolumens (einschließlich Poren
und Zwischenräume)
Bestimmung der Dichte: - Standzylinder
- Glaspyknometer
- Tauchwägung (Massendifferenz)

Poren:

- offene = Kapillarporen
- geschlossene = Zellporen
- Haufwerksporigkeit = bei körnigen, losen Baustoffen
- Korn(eigen)porigkeit = Hohlräume (Poren) in der Substanz eines Baustoffes

- natürliche Poren: Naturstein, Bims


- künstliche Poren: durch Erhitzen von Ton (Blähton), Brennen künstlicher Bausteine
(Leichtziegel), chemische Reaktion (Porenbeton)
Kohäsion = Krafteinwirkung, mit der sich Molekühle eines Körpers gegenseitig anziehen.
(Zusammenhangskraft)
Oberflächenspannung = Kohäsionskräfte bewirken den Zusammenhalt der Molekühle an der
Oberfläche einer Flüssigkeit.

Adhäsion = Anziehungskraft der Molekühle verschiedener Stoffe in einer Grenzfläche.


(Anhangskraft)

Kapillarität = Aufsteigen von Flüssigkeiten in Kapillaren (Harnröhrchen)

Wasserdurchlässigkeit
Wasseraufnahme ≠ Wasserdurchlässigkeit

Tauwasser, Wasserdampfdiffusion

Feuchte Luft kälter als Taupunkttemperatur à Tauwasser (Schwitzwasser)


Tauwasser durchfeuchtet Bauteile, vermindert Wärmedämmung, verursacht Schäden

- absolute Luftfeuchte: in 1m³ Luft enthaltene Wasserdampfmenge in g


- maximale Luftfeuchte: maximal aufnehmbare Feuchtigkeit
- Sättigungskurve: zeigt, wie viel g Wasserdampf die Luft bei versch. Temperaturen
aufnehmen kann
- relative Luftfeuchte in %: absolute Luftfeuchte/maximale Luftfeuchte * 100%

Vermeidung Tauwasserbildung: Oberflächentemperatur > Taupunkttemperatur Raumluft


à Wärmedämmung der Außenbauteile
à Wasserdampf entweder: durch alle Bauteile ungehindert diffundieren können
in Luftschichten abgeführt werden
Dampfsperre

Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschicht = µ*s (Dicke)

Festigkeiten:

Hart oder weich; zäh oder spröde; elastisch oder plastisch


Festigkeit = durch Kohäsion erzeugter Widerstand gegen eine Zerstörung
Man unterscheidet: Zug-, Druck-, Biege-, Scher-, Schlag-, Dauerfestigkeit

Bruchspannung(Festigkeit): σBruch = maxF/A

Bruchverhalten: - zähe (duktile) Baustoffe mit bleibender Verformung (Stahl, Blei, ...)
- spröde Baustoffe ohne bleibende Verformung (Glas, Naturstein, ...)

Dauerschwingfestigkeit: bei Baustoffen (Ermüdungsfestigkeit) z.B. bei Verkehrsbauten, die


schwingen oder dynamisch beansprucht werden.
Druckfestigkeit:

β0 = maxF/A0
Proben = würfelförmig, quaderförmig oder zylinderförmig
Je trockener, desto höher die Druckfestigkeit

Zugfestigkeit:
Bestimmung im Zugversuch; Probekörper bis zum Reißen zügig beansprucht

Biegefestigkeit:
Äußere Kräfte denkrecht zu einer Längsrichtung à Biegespannung
Biegezugsfestigkeit = maxBiegemoment/Widerstandsmoment

Scherfestigkeit:
Scherspannungen z.B. bei Schraub-, Niet-, Klebe- und Schweißverbindungen

Torsionsfestigkeit:
Spannung bei Beanspruchung durch Verdrehen
β = max.Torsionsmoment/Widerstandsmoment gegen Torsion

Schlagfestigkeit, Kerbschlagbiegeversuch:
à zutreffende Aussagen über Zähigkeit der Baustoffe z.B. von Schotter im Straßenbau,
Baustahl

Härte:
= Widerstand den ein Körper dem Eindringen eines anderen härteren Körpers entgegensetzt

Eindringwiderstand:
Prüfverfahren: - Brinell (Stahlkugel)
- Vickers (Diamantpyramide)
- Rockwell (Diamantkegel oder Stahlkugel)

Verschleißwiderstand:
Verschleiß = unerwünschte Veränderung an der Oberfläche durch Massen oder
Volumenverlust infolge mechanischer Beanspruchung

Formänderung:

Jede mechanische Beanspruchung, Temperaturänderungen, Änderung des Wassergehaltes


à Verformung

Spannungen: - Normalspannung wirkt senkrecht zur Fläche


- Schubspannung wirkt parallel zur Fläche
- Nennspannung = Belastung auf Ausgangsfläche bezogen
- wahre Spannung = Belastung auf tatsächliche Fläche bezogen

Elastisches Verhalten = meist geringe Formänderung

Dehnung ε : auf die Ausgangslänge l bezogene Verlängerung/Verkürzung ∆l


ε = ∆l/l

Formänderung reversibel (elastisch) oder irreversibel (Plastisch


Plastisches Verhalten = Bleibende Verformungen
Elastoplastische Stoffe = zähe Stoffe, können kalt verformt werden

visko-elastische Stoffe = Verformung abhängig von Belastungshöhe und von Dauer der
Belastung
à Kriechen: zeitabhängige Formänderung unter ständig einwirkender Spannung σ
à Relaxation: zeitabhängige Spannungsabnahme unter konstanter Dehnung ε

Temperaturänderung
Linearer Wärmedehnkoeffizient αT
à ∆l = αT * l * ∆T

Schwinden = Verkürzung (Volumenabnahme) infolge von Wasserabgabe


Quellen = Verlängerung (Volumenzunahme) infolge von Wasseraufnahme

Statische Methoden

Streuung
- Materialstreuung aus schwankenden Eigenschaften der Baustoffe
- Prüfstreuung aus Prüffehlern

Grundgesamtheit = Gesamtmenge aller Ereignisse oder Elemente


Stichprobe = Anzahl von n Beobachtungen einer bestimmten Eigenschaft
Umfang der Stichprobe = Anzahl der in einer Stichprobe vereinigten Werte
Häufigkeit = Zahl, wie oft ein bestimmter Wert bei Messungen auftritt
Häufigkeitsverteilung = Funktion die die Häufigkeit darstellt

Faustregel: Anzahl der Klassen k = √(Anzahl der Beobachtungen)

Summenhäufigkeit = schrittweise Aufsummierung der Häufigkeiten


Statische Kennwerte: - Mittelwert
- Varianz
- Standartabweichung

5%-Fragtile: Sicherheitsgrenze, die nur von einer bestimmten Anzahl von Werten
unterschritten werden darf
5%-Fragtile = Mittelwert – 1,645*Standartabweichung
Zement
= fein gemahlenes hydraulisches Bindemittel
Zugabe von Wasser à Zementleim
Erhärtung durch Hydratation
Druckfestigkeit nach 28 Tagen mind. 32,5 N/mm²

Normalzement Hauptbestandteile:
- Porlandzementklinker (K)
- Hüttensand (S)
- Silicastaub (D)
- Puzzolane (P,Q)
- Flugasche (V,W)
- Gebrannter Schiefer (T)
- Kalkstein (L,LL)

Rohstoffe: Kalkstein oder Kreide (3 Teile) und Ton (1 Teil)

Herstellungsprozess:
- Gewinnung der Rohstoffe
- Zerkleinerung
- Aufbereitung
- Vermahlen
- ggf. Zugabe anderer Stoffe
- Trocknen des Mahlgutes
- Brennen des Rohmehls à Sintergrenze (Material wird teigig-zähflüssig)
- Zementklinker mit kugeliger Form
- Kühlung
- Zwischenlagerung
- Feinmahlen

Klinkerphasen:
Hauptbestandteil Portlandzementklinker (K)
Chemische Zusammensetzung des Klinkers kann erheblich schwanken
Unterschiedliche exotherme Reaktionen, Ablauf der Erhärtung, Endfestigkeiten,
differenziertes Verhalten gegenüber Sulfatlösungen
C3S erhärtet schnell à hohe Frühfestigkeit
C2S erhärtet langsam à höhere Endfestigkeit

Hydratation
= Erstarren und Erhärten des Zementes durch Reaktion zwischen den Zementteilchen und
dem Wasser
Zementleim (Wasser + Zement) à Zementgel à Zementstein
Temperaturabhängig : bei Wärme schneller, bei Kälte langsamer, völlige Unterbrechung bei
Tiefsttemperaturen
Unterbrechung bei Austrocknung, Neueinsetzen bei Wasserangebot

Wasserbedarf des Zementes bis zur vollständigen Hydratation ca. 40% des Zemetgewichtes
à Wasserzementwert w/z = 0,4
günstig für Beton: w/z = 0,4 bis 0,6
je kleiner der w/z-Wert à desto dichter und fester der Zemetstein
Rostschutz und Kalkausblühungen

Hydratation à Bildung von Ca(OH)2 à Beton basisch, Bewehrung kann nicht rosten
eindringendes CO2 aus der Luft
à Umwandlung in CaCO3 à Ph-Wert sinkt à Korrosion à Abplatzen des
Betons è Beton gut verdichten und ausreichend Betonüberdeckung

Ca(OH)2 ist wasserlöslich


à bei Feuchtigkeit nach Luftkohlensäureaufnahme entsteht ein weißer Belag aus
CaCO3 (Kalkausblühungen)

Hydratationswärme

exotherm = Wärme wird frei


bautechnische Bedeutung: - Sommer Wärmespannungen à Risse
- Winter Gefrierbeständigkeit sichern
- Massenbeton: Wärme gering um Spannungen gering zu halten
Wärmeentwicklung abhängig von: Zementzusammensetzung, Mahlfeinheit, Umgebungstemp.

Viskosität/Zähflüssigkeit
Viskosität = Funktion über die Zeit: Aussagen über den zeitlichen Ablauf von Ansteifen,
Erstarren und Erhärten
Erstarrungsbeginn: Zeit vom Anmachen bis zum Erreichen der Viskosität VA
Erstarrungsende: Zeit vom Anmachen bis zum Erreichen der Viskosität VE
Ansteifen: Viskositätsänderung von Vo bis VA
Erhärten: nach Erstarrungsende hinausgehende Viskositätsänderung

abhängig von Temperatur, w/z-Wert, Art des Zementes

Rheologisches Verhalten:

Zementleim in Ruhe hoch viskos mit gelartiger Konsistenz, bei Beanspruchung (Rühren etc)
Verflüssigung, thixotropes Verhalten.
Thixotropie = Verarbeitung des Zementes im angesteiften Zustand noch möglich
à erleichterte Verarbeitung von Frischbeton

Festigkeit (Druckfestigkeit):
- abhängig von der Schnelligkeit des chemischen Prozesses der Hydratation
fein gemahlen = schneller als grob gemahlen
- durch Wärme beeinflusst
Wärme beschleunigt, Kälte verlangsamt (-10° erliegen)

è Festigkeitsklassen maßgebend: Mindestdruckfestigkeit nach 28 Tagen


Anfangsfestigkeitsentwicklung
N = normal ; R = rapid
Faustregel:
Die Z-Tage-Festigkeiten des Z 32,5 werden vom Z 42,5 schon nach 3 Tagen, vom Z 52,5
schon nach 1 Tag erreicht!
Zement: 32,5N massige Bauteile, Betonieren bei warmer Witterung
32,5R übliche Bauteile bei normalen Anforderungen im Hoch- und Tiefbau

42,5N massige Bauteile höheren Endfestigkeiten


42,5R Bauteile mit kurzen Ausschalfristen, Fertigteilen, niedrige Temp.

52,5N/R Bauteile mit extrem Kurzen Ausschalfristen

Festigkeitszuwachs: langsam erhärteter Zement à höhere Druckfestigkeit

Zementarten und Zusammensetzung

Hauptbestandteile: - Portlandzementklinker (K)


- Hüttensand (S)
- Silicastaub (D)
- Puzzolane (P,Q)
- Flugasche (V,W)
- gebrannter Schiefer (T)
- Kalkstein (L,LL)

Nebenbestandteile: - Calciumsulfat (Gips, Anhydrit)


- sonstige anorganische, mineralische Stoffe
Zusätze erleichtern Herstellung, verbessern Eigenschaften, Mahlhilfen, Pigmente

Hauptarten: - CEM 1 Porlandzement


- CEM 2 Portlandkompositzement
- CEM 3 Hochofenzement
- CEM 4 Puzzolanzement
- CEM 5 Kompositzement

Hauptbestandteile:
- Porlandzementklinker (K): hydraulisch wirksamer Stoff, besteht mind. aus 2/3
Calciumsilikaten
Silikate > è Porenraum < ; Festigkeit >
- Hüttensand (S): granulierte Hochofenschlacke
- Silicastaub (D): macht Zement/beton fester, dichter, widerstandsfähiger gegen
chemische Angriffe
- Puzzolane: P = natürliche Puzzolane
Q = natürlich getemperte Puzzolane
In Deutschland Verwendung von Trass
- Flugasche: V = kieselsäurehaltig
W = kalkreich
puzzolanische Eigenschaften
- gebrannter Schiefer (T): ausgeprägte hydraulische und puzzolanische Eigenschaften
- Kalkstein (L,LL): Beimischung bei zu hohem Calciumcarbonatanteil

Kennbuchstaben:
- LH niedrige Hydratationswärme - SR hoher Sulfatwiderstand (HS)
- MH moderate Hydratationswärme - NA niedriger wirksamer Alkaligehalt
- VLH sehr niedrige Hydratationswärme
Mischbarkeit: grundsätzlich Mischen möglich, nur durch die verschiedenen Eigenschaften
sollte man es vermeiden

Festigkeit: diese nimmt mit zunehmender Porosität (größerer w/z-Wert) ab

Konformität des Zementes = Übereinstimmung mit den Normanforderungen (CE Zeichen)

Mahlfeinheit: je feiner und somit je größer die spezifische Oberfläche, desto mehr Zementgel
wir gebildet und umso höhere Anfangsfestigkeit wird erreicht

Erstarrungszeiten (Vicat Gerät)


- mischen Zementbrei mit Normsteife (w/z-Wert 0,23 bis 0,3)
- Erstarrungsbeginn: Nadel bleibt im Zementleim 4mm über der Platte stehen
- Erstarrungsende: Nadel dringt nicht mehr bzw. nur noch 0,5mm ein
- Normsteife: Ermittlung mit dem Vicat-Gerät
- Zement: Z 32,5 > 75min
Z 42,5 > 45min
Z 52,5 > 45min

Raumbeständigkeit:
- Prüfkörper erstellen 24 Stunden lagern, danach erhitzen und abkühlen lassen
- Umfang vorher und nachher messen
à Differenz < 10m betragen, Zement gilt nach DIN 197-1 als raumbeständig

Spezialzemente nach Norm:


- weißer Zement: für besonders hellen Beton aller Festigkeitsklassen
- Pectacrete: hydrophobierter, d.h. wasserabweisender Zement
Verwendung für Bodenverfestigung im Straßen- und Wegebau

Sonstige Zemente:
- Tonerde(schmelz)zemente (TSZ):
• Erhärtungsverlauf mit schneller Festigkeitsentwicklung
(Schnellbinder)
• Sehr hohe Wärmeentwicklung (bis -15° betonieren)
• Verwendung im Feuerungsbau
• Bewährt als Zementmörtelauskleidung (Korrosionsschutz)
- Quellzement
- Tiefbohrzement/Bohrlochzement
- Injektionszement: zum Verfestigen und Abdichten, gute Fließeigenschaften, kein
entmischen
- Feinstzemente (Rissinjektionen): auch als Zusatz zur Herstellung von
Hochleistungsbeton (geringes Schwinden)
- Schnellzement: schneller Portlandzement, muss sehr schnell verarbeitet werden
zur schnellen Reparatur und zum Betonieren unter Wasser
- Dämmer: fließfähige Suspensionen zur Ausfüllung unterirdischer Räume (U-Bahn etc)
- Ferrozement: Verbundwerkstoff aus Zementmörtel mit hohem Bewehrungsgrad
- Spritzbetonzement: gipsartiger Zement, erstarrt sehr schnell, Beschleunigerzugabe
überflüssig
- Tunnelzement (TZ): wichtige Anforderungen = Erstarrungsbeginn, Mahlfeinheit,
Festigkeit, Wasserabsonderung#
Allgemeine Begrifflichkeiten:
Zuschlag Gesteinskörnung
Sand feine Gesteinskörnung
Kies grobe Gesteinskörnung
werksgemischter Zuschlag Korngemisch
abschlämmbare Bestandteile Feinanteil
quellfähige Bestandteile Leichtgewichte, organische Verunreinigungen
Frost-Tausalz-Widerstand Magnesiumsulfatwiderstand

Gesteinskörnung mit Bindemittel + Wasser = Mörtel (Korn < 4mm) oder Beton (> 4mm)

Leichte Gesteinskörnung: Kornrohdichte ρ ≤ 2,0 g/cm³


Normale Gesteinskörnung: Kornrohdichte 2,0 g/cm³ < ρ < 3,0 g/cm³
Schwere Gesteinskörnung: Kornrohdichte ρ ≤ 3,0 g/cm³

Natürliche Gesteinskörnung: Gesteinskörnungen aus natürlichen, mineralischen Vorkommen,


die ausschließlich aufbereitet wurden
Ungebrochene Gesteinskörnung: normale Gesteinskörnung aus Gruben, Flussläufen, Seen
Sand und Kies mir runder Form (leichte Körnung)
aber auch Bims, Schaumlava, Tuff
Künstlich gebrochene G-körnung:
- Brechsand, Splitt, Schotter (scharfkantig)
- Edelbrechsand, Edelsplitt = mehrfach gebrochen
- Normale Gesteinskörnungen
• Industrie hergestellte Körnung (künstliche Zuschläge)
• Hochofenschlacke, Hüttensand (granulierte Hochofenschlacke)
• Schmelzkammergranulat
• Ziegelsplitt
- Leichte Gesteinskörnungen
• Hüttenbims
• Kesselsand
• Blähton/Blähschiefer
• Blähglas
• Ziegelsplitt (porig)

Sonderzuschläge:
- Hartstoffe
• Korund (Härte 9)
• Siliziumcarbid SiC (Härte 9,5)
• Besonders feste Natursteine (Basalt), dichte Schlacken, Metalle
• Bezeichnungen: A (allgemein)
M (Metall)
K/S (Korund/SiC)
- extrem leichte Zuschläge (Wärmedämmung, Feuerschutz)
• Perlite: vulkanisches Glas
• Vermiculite
• geschäumtes Polystyrol
- extrem schwere Zuschläge (Strahlenschutz)
- Zuschläge für Faserzement/Faserbeton (Stahl-/Glasfasern)
- Farbige Zuschläge (für Sichtbeton)
- Zuschläge für feuerfesten Beton oder Mörtel (Schamotte)
- Rezyklierte Gesteinskörnungen (Recycling)
• Höherfeste: Beton, Naturstein, Ziegel
• Niedrigfeste: Putz, Mörtel, Leichbeton
- Sonstig Zuschläge:
• Holzwolle, Holzspäne
• Gesteinsmehle und sonstige Zusatzstoffe

Anforderungen an die Gesteinskörnung:


- ausreichende Druckfestigkeit, Witterungsbeständigkeit, günstige
Kornzusammensetzung/Kornform

Ermittlung der Rohdichte:


- ρ = Masse/Volumen
- Pykrometer = Messgerät zur Bestimmung der Dichte; Prinzip: Verdrängung

Schädliche Bestandteile:
- stören das Erstarren des Betons, setzten Festigkeit/Dichtigkeit herab, führen zu
Absprengungen und Verfärbungen, beeinträchtigen den Korrosionsschutz
- z.B. Feinanteile (stören den Verbund zwischen Bindemittel und Zuschlag), organische
Stoffe, quellende und erweichende Stoffe, Salze, Schwefel, Zucker

Feinanteile:
- Auswaschversuch
- Gesteinskörnungen auf Sieben gewaschen, Rückstände getrocknet und gewogen

Organische Verunreinigungen:
- Weithalsflasche mit Zuschlagsprobe und Natronlauge
- nach 24 Stunden
à Natronlauge farblos = unbedenklich
à Natronlauge gefärbt = der Zuschlag ist bedenklich

Quellfähige Bestandteile:
- Durchschnittsprobe in schwere Lösung
- schwimmende und schwebende Teilchen werden abfischt, trocknet und dann wiegt

Schädliche Salze:
- Chloride (Tausalze) fördern Stahlkorrosion
- Sulfate sind Salze der Schwefelsäure und können zu Treiben und Abplatzen führen
- Sulfide sind Salze des Schwefelwasserstoffs, können auch Treiben verursachen

Weitere Anforderungen:
- Kornform möglichst gedrungen, d.h. kugelig oder würfelig!!
- Kornformkennzahl (SI = Shape Index)
Verhältnis der Masse der ungünstigen zur Masse der Probe * 100
- Plattigkeit: Verhältnis Dicke zu Breite < 0,5 (Siebdurchgang)
- Plattigkeitskennzahl (FI = Flakiness Index)
Verhältnis der Masse der Siebdurchgänge zur Masse der Maßprobe * 100
- Verwitterungsbeständigkeit
• Frostwiderstand (bei natürlicher Körnung unbedenklich)
• Magnesiumsulfatwiderstand (Frost-Tausalz-Widerstand)
(bei Verkehrsflächen)
- Widerstand gegen besondere mechanische Anforderungen
• Los Angeles Koeffizient LA (Zertrümmerung)
• Schlagzertrümmerungswert SZ (Schlagzertrümmerung)
• Polishing Stone Value PSV-Wert (Polieren)
• Aggregate Abrasion Value AAV (Abriebswert)
• Micro Deval Koeffizient MDE (Verschleiß)

Korngruppe
= Gesteinskörnung benannte mittels unterer (d) und oberer (D) Siebgröße; d/D
Benennung schließt Ober- und Unterkorn mit ein; D/d > 1,4 sein

Kornklasse: Gesteinskörnung zwischen 2 benachbarten Prüfsieben (OHNE Über-/Unterkorn)


Unterkorn: feiner, kleiner als die Nenngröße, fällt durch das unterste Sieb durch
Oberkorn: gröber, größer als die Nenngröße, bleibt auf dem obersten Sieb liegen

Kornzusammensetzung durch Siebung: Prüfsiebsatz


• Obere Siebe (Quadratlochsiebe): 4, 6, 16, 32,5(32), 63mm
• Untere Siebe (Maschensiebe): 0,063; 0,125; 0,25; 0,5; 1; 2mm

Füller (Gesteinsmehl) = feiner als 0,063mm


Grobe Gesteinskörnung: enggestuft: D > 11,2 und D/d < 2 oder D < 11,2 und D/d < 4
weitgestuft: D > 11,2 und D/d > 2 oder D < 11,2 und D/d > 4

Durchführung: additive Wägung


Kennzeichnende Kategorie G: Mindestdurchgang (Sieb D) und Höchstdurchgang (Sieb d)

Rückstände über den einzelnen Sieben in eine Liste eintragen


Rückstände in Masse% der gesiebten Ausgangsmenge, daraus die Siebdurchgänge als
Ergänzung zu 100 in Masse% errechnen
à Sieblinie

Ausfallkörnung: Korngemisch bei der einen bestimmten mittleren Körnung fehlt.

Korngemisch:
- sollte möglichst dichtes, hochraumarmes Kornhaufwerk sein
- Oberfläche möglichst klein
- Sollte einen gut verarbeitbaren und verdichtbaren Beton ergeben

Sieblinie ist günstig zwischen den Grenzsieblinie A und B.

Fuller-Kurve = ideale Sieblinie A = 100 * √(d/D)

Bei Korngemischen aus wesentlich verschiedenen Gesteinskörnungen sind die Sieblinien auf
Stoffraumteile zu beziehen = durch die Kornrohdichte geteilten Massenanteile, welche an der
Ordinatenachse als „Siebdurchgang in Volumenanteil in %“ anzuschreiben ist.

Pumpbeton erfordert eine ausreichende Menge an Feinstsand, Bildung eines Schmierfilms


und verhindert Wasserabsonderung; rundes Korn lässt sich besser pumpen

Wasserundurchlässiger Beton/Sichtbeton sind die Anforderungen ähnlich; ein ausreichender


Sandanteil ist erforderlich (günstig zwischen A und B, nahe bei B)
Größtkorn der Gesteinskörnung:
- darf 1/3 der kleinsten Bauteilabmessung nicht überschreiten
- kleiner als der Abstand der Bewehrung
- kleiner als der Abstand zwischen Bewehrung und Schalung

Sieblinienkennwerte:
- Durchgangsprozentsumme: D = Summe aller Siebdurchgänge in Massen%
- Körnungsziffer: k = ((Anzahl der Siebe)*100 – D)/100
- Feinheitszifferwert: F = 0,5 * 100(lg10do + lg10du)
(kennzeichnet die Rückstandsfläche)
- spezifische Oberfläche = auf ein Volumen bezogene Oberfläche

Zusammensetzung von Gesteinskörnungen


- durch Probieren
- mit Hilfe der Sieblinienkennwerte oder nach dem Mischkreuzverfahren
- Differenzen Verfahren

Beton

Beton = Gemisch aus Gesteinskörnung, Zement und Wasser, ggf. Betonzusatzmittel/-stoffe

Frischbeton im Verarbeitungszustand
Grüner Beton während des Abbindevorgangs
Junger Beton nach Erstarrungsbeginn
Festbeton im erhärteten Zustand

Leichtbeton ρ < 2,0 g/cm³


Normalbeton 2,0 g/cm³ > ρ < 2,6 g/cm³
Schwerbeton ρ > 2,6 g/cm³

Druckfestigkeitsklassen:
- Zylinderdruckfestigkeit fck, cyl
- Würfeldruckfestigkeit fck, cube

Expositionsklassen = Anforderungen an Ausgangsstoffe, Zusammensetzung, Betondeckung


X0 keine Korrosion- und Angriffsgefahr
XC Gefahr durch Karbonatisierung (Carbonation), Bewehrung
XD Gefahr durch Chloride (Deicing salts), Bewehrung
XS Gefahr durch Chloride aus Meerwasser (Seawater), Bewehrung
XF Frostangriff (Freezing), Beton
XA chemischer Angriff (Attack), Beton
XM Verschleißangriff (Mechanical abrasion), Beton
Mehrere Einwirkungen gleichzeitig à schärfste Beanspruchung

Leistungsanforderung:
Beton muss den Anforderungen genügen. Er ist so zusammenzusetzen und herzustellen, dass
Frischbeton und Festbeton den Standards entsprechen und dass mit ihm standsichere und
dauerhafte Bauwerke erstellt werden können.
Standartbeton = Vorgabe der Zusammensetzung in einer Norm
Hersteller ist verantwortlich für Zementgehalt
Beton nach Eigenschaften = Entwurfsverfasser gibt die Anforderungen vor
Hersteller entwirft Mischung und ist verantwortlich für die
Eigenschaften

Beton nach Zusammenstellung = Planer gibt Ausgangsstoffe und Zusammensetzung vor


Hersteller nur für gelieferte Mischung verantwortlich
Nicht verantwortlich für Eigenschaften des Betons

Zement: mind. Zementgehalt 240kg/m³


Größere Zementmenge à höhere Hydratationswärme à Rissgefahr durch Spannungen

Wasser:
- wirksamer Wassergehalt: Differenz zwischen Gesamtwassermenge und Wassermenge
in Poren der Gesteinskörnung
- Aufgaben des Wassers: Benetzung der Gesteinskörnung, erforderlich für Hydratation

Oberflächenfeuchte: an den Körnern haftendes Wasser, hydratationsrelevant


bei der Wasserzugabe vom Gesamtwasserbedarf abzuziehen!!!
Kernfeuchte: in den Poren der Körner, nicht relevant
Eigenfeuchte: Oberflächenfeuchte + Kernfeuchte
Wassergehalt w: Oberflächenfeuchte + Zugabewasser
Gesamtwassermenge: Wassergehalt + Kernfeuchte

Zugabewasser: jede Art von Wasser, insb. Leitungswasser; nicht geeignet Mineralwasser,
Industrieabwässer, Wasser aus Schwefelquellen
Menge an Zugabewasser: Wasseranspruch – Oberflächenfeuchte

Wasserbedarf ist abhängig von der gewünschten Konsistenz des Betons

Wasserzementwert ω = w/z = Wassergehalt w / Zementgehalt z


Größe des w/z-Wertes bestimmt Porenraum im Zementstein u. damit Dichtigkeit u. Festigkeit
w/z-Wert zunehmend: Festigkeit und Dichtigkeit abnehmend
w/z-Wert abnehmend: Porosität nimmt ab, Festigkeit und Dichtigkeit nehmen zu
w/z-Wert hoch: - Beton saugt schneller Wasser auf, wasserdurchlässiger,
witterungsempfindlicher, zunehmende Korrosionsgefahr
- schnelleres austrocknen, schwindet stärker
- Beton „blutet“, Entmischungsgefahr
Hinweis:
Muss aus verarbeitungstechnischen Gründen die Konsistenz des Betons verbessert werden,
darf dass nur bei simultaner Erhöhung der Wasser- und Zementmenge erfolgen, damit der
w/z-Wert unverändert bleibt.

WALZ-Kurven berücksichtigen den üblichen Luftporengehalt von 1,5% im Beton.


Erhöhung des Luftporengehaltes wirkt festigkeitsreduzierend. w/z-Wert muss angepasst
werden und beeinflusst auch die Beständigkeit und die Widerstandsfähigkeit des Betons

Zusatzmittel haben physikalische/chemische Wirkung; unberücksichtigt Mischungsverhältnis


Zusatzstoffe (Gesteinsmehl, Pigmente) werden brücksichtigt

Betonzusätze dürfen weder Güte des Betons beeinträchtigen noch die Stahlkorrosion fördern.
Betonzusatzmittel (flüssig oder pulverförmig)
Verbessern Frischbetoneigenschaften (Verarbeitbarkeit, Erstarrungsbeginn, Luftgehalt)
Multifunktionale Zusatzmittel beeinflussen mehrere Eigenschaften des Betons.
Ungleiche Verteilung des Zusatzmittels kann Schaden im Beton verursachen
- Betonverflüssiger (BV)
• vermindern Wasseranspruch bei gleicher Verarbeitbarkeit
• verbessern Verarbeitbarkeit bei gleichem w/z-Wert
• Wassereinsparung zwischen 5 und 15%
• ungünstig: Entmischung, Luftporenbildung
• Beton mit BV muss gut feucht gehalten werden
- Fließmittel (FM)
• besonders stark wirkende Verflüssiger
• Wirkungsdauer begrenzt auf 45 Minuten
• Zugabe erst unmittelbar vor Einbau
• è selbstverdichtender Beton (SVB)
- Luftporenbildner (LP)
• vorwiegend Verbesserung Frost/Frost-Taumittel-Beständigkeit
• 3 – 5% sehr kleine geschlossene Luftporen
• Straßenverkehr zwingend vorgeschrieben
• ungünstig: Verwendung bei Sichtbeton
- Schaumbildner (SB)
• für besonders porigen Leichbeton, Schaumbeton, sehr leichte
Mörtel
• gelten nicht als LP-Mittel
- Dichtungsmittel (DM)
• verringern kapillare Wasseraufnahme
• Voraussetzung: niedriger w/z-Wert, gute Verdichtung,
sorgfältige Nachbehandlung
• zusätzlicher Schutz vor Feuchtigkeit
- Verzögerer (VZ)
• verlängert die Zeit vom Beginn des Übergangs der Mischung
vom plastischen in den festen Zustand
• Anwendung: größere Bauteile ohne Arbeitsfugen,
Nachverdichten, lange Transportwege
• bei hohen Temperaturen: VZ weniger wirksam
• niedrige w/z-Wert: kürzere Verzögerung
• längere Nachbehandlung
• Überdosierung: Umschlagen, Erstarrungsbeschleunigung
Verarbeitbarkeitszeit: Zeitraum, in dem der Beton normal verdichtbar ist
Verzögerungszeit: Zeitraum, um den die Verarbeitbarkeitszeit durch VZ verlängert wird

- Beschleuniger (BE)
• Erstarrungsbeschleuniger
• Erhärtungsbeschleuniger: Beschleunigung der Anfangsfestigkeit,
mit oder ohne Einfluss auf die Erstarrungszeit
• Anwendungsgebiete: Gefrierschutz für jungen Beton
Spritzbeton
Anker, Dübel
• Überdosierung kann verzögern statt beschleunigen
• erhöhen Frühfestigkeit, vermindern 28-Tage-Festigkeit,
vergrößern Schwindmaß, erhöhen Anfangswärmeentwicklung
alternative zu BE: hochwertiger Zement, Absenken w/z-Wert mit Fließmittel,
Wärmebehandlung
- Einpresshilfen (EH)
• verbessern Fließeigenschaften von Einpressmörtel
• vermindern Wasseranspruch
• verbessern das Fließen
- Stabilisierer (ST)
• verringern das Absondern von Wasser („Bluten“)
• z.B. bei Pumpbeton, Spritzbeton
• wirken Entmischen entgegen
- Chromatreduzierer (CR)
- Recyclinghilfen (RH)

Betonzusatzstoffe
- sind fein aufgeteilte Stoffe
- verbessern Festigkeit, die Dichtigkeit und die Beständigkeit
- sind als Volumenbestandteile zu berücksichtigen

- Zusatzstoffe Typ I (Pigmente, Gesteinmehl): inaktiv, inert


- Zusatzstoffe Typ II (Flugaschen): reaktiv

- Gesteinsmehle: erhöhen den Mehlkornanteil


- Puzzolanische Zusatzstoffe: haben Mehlkornfunktion à geringe Erwärmung
- Organische Betonzusatzstoffe: helfen Zugabewasser einsparen, verbessern
Verarbeitbarkeit
- Farbpigmente: Einfärben des Betons

Luftgehalt:
unmittelbar nach dem Verdichten 1-3 Vol-%
je besser die Verdichtung desto weniger Vol-%

Konsistenz
ist ein Maß für die Verarbeitbarkeit
wird beeinflusst von Wassergehalt, Zementgehalt, Art der Zuschläge, Sieblinie
Ausbreitmaß, für weiche und fließfähige Betone
Verdichtmaß, für steife und plastische Betone

Ausbreitversuch
- waagerechter Arbeitsplatte mit Betonkegel hochheben und fallen lassen
à Mittelwert der Durchmesser

Versichtungsversuch
à Verdichtmaß c
- Blechbehälter 200/200/400 mit Beton füllen und verdichten à h = 40 – s
- c = 40/h

Vébé-Test (Setzzeitversuch)/Slump-Test (Setzversuch): siehe Unterlagen


Mischungsberechnung:
Aufgabe: Ermittlung der erforderlichen Mengen in kg für 1m ³ verdichteten Beton
Zement z, Wasser w, Gesteinskörnung g
à geforderte Expositionsklasse, Verarbeitbarkeit, Druckfestigkeit

Zementleim-Methode – Probemischung
1. Ermittlung w/z-Wert
2. Abwiegen g
3. Zugabe Zementleim zl
4. Herstellung Probewürfel, Ermittlung Frischbetonrohdichte
5. Bestimmung der Druckfestigkeit

Stoffraumgleichung: 1000 = Vz + Vg + Vw + V1

Herstellen und Mischen von Transportbeton:


- mischen von computergesteuerten Anlagen nach Mischanweisung
- Reihenfolge: Gesteinskörnung, Zement, Wasser, Zusatzmittel
- während Transport niemals Entmischen
- Zugabe von FM oder VZ erst auf der Baustelle à wieder mischen

Nenninhalt = in einem Mischvorgang herstellbares Volumen des verdichtetem Frischbetons für


ein Verdichtungsmaß c = 1,45

Entladen :
- spätestens nach 90 Minuten nach der Wasserzugabe
- bei der Übergabe muss die vereinbarte Konsistenz stimmen
- warme Witterung oder starke Sonneneinstrahlung à kürzere Zeiten

Bestellen und Liefern von Transportbeton:


- Standartbeton: Norm liefert Zusammensetzung, def. Anforderungen
- Beton nach Eigenschaften: Besteller def. Anforderungen
- Beton nach Zusammensetzung: Besteller legt Ausgangsstoffe und Zusammensetzung
fest

Bestellen des Betons:


- Angaben: Empfänger, Anschrift der Baustelle, Anfahrtsweg, Liefertermin,
Betonmenge
- Betonverzeichnis des Werkes: Art der Festigkeitsklasse des Zementes, Art der
Gesteinskörnung, Art und Menge Zusatzmittel/-stoffe, Konsitenz und
Festigkeitsentwicklung

Lieferung:
- Übergabe Lieferschein:
Name des Transportbetonwerkes
Nummer des Lieferscheins
Zeitpunkt des Beladens
Name des Abnehmers, Adresse
Menge des Betons
Zeitpunkt Eintreffen und Abladen
Übereinstimmungskennzeichen
Kontrolle und Überwachung des gelieferten Betons
- vor Entleeren Entnahme von Proben, Herstellen von Prüfkörpern
- Prüfung der Konsistenz: falls höher à Zurückweisen
falls niedriger à Anpassen ist möglich

Einbau des Betons:


- Entfernen aller Verunreinigungen
- Vornässen von Holzschalungen
- Aufsprühen eines Trennmittels
- Standsicherheit
- Bewehrung bzgl. Abstandshalter checken
- sicherstellend er Betonüberdeckung

Fördern auf Baustellen:


- abhängig von: Konsistenz, Beton, Baustelle,...
- Fördergeräte: Förderbänder, Kran- und Aufzugskübel, Betonpumpen, Schubkarren

Pumpbeton:
- erfordert besondere Betonzusammensetzung
- muss gut zusammenhalten,
- soll sich gut formen lassen
- soll kein Wasser absondern
- soll eine gleichmäßige, plastische Konsistenz aufweisen

Schalung:
- Schalungselemente: Schalhaut, Nägel etc, Abstandshalter
- Abstandshalter bestehen i.d.R. aus Beton, Mörtel, Hart-PVC
- Schalungsmaterial für Schalhaut: Holz, Stahl, Alu, Kunststoff

Einbringen des Betons in die Schalung:


- frei Fallhöhe möglichst gering (<= 2m)
- „frisch in frisch“ verarbeiten und betonieren
- wandartige Bauteile in Lagen
- kann ein Bauteil nicht in einem Arbeitsgang betoniert werden à Arbeitsfugen

Betonieren bei tiefen und hohen Temperaturen


- Einbau von Beton im Winter à Verzögerung des Erhärtungsverlaufes möglich
- Maßnahmen bei der Betonherstellung:
• Frischbetontemperatur von 10°C muss bei Frost mind. 3 Tage
möglichst genau gehalten werden
• Wasser und Zuschläge erwärmen
• Wahl eines schnellen Zementes; Frischbetontemperatur von
30°C darf nicht überschritten werden
• Erhöhen des Zementgehaltes zur Beschleunigung der
Festigkeitsentwicklung
• Herabsetzen des Wasserzementwertes (schnelleres Erstarren
und höhere Wärmeentwicklung)
• ggf. Erstarrungsbeschleuniger (BE) zugeben
- Maßnahmen bei Transport:
• Dämmung der Transportgeräte
• Einbau des vorgewärmten Betons in vorgewärmte Schalungen
und sofortige Verdichtung
• Freihaltung der Schalung von Schnee und Eis
- Frost (Erhärten des Betons kommt zum Stillstand
à Gefügelockerung, Festigkeitsverluste, Frostabsprengungen
• Gefrierbeständigkeit: mind 5 N/mm²

- Einbau des Betons im Sommer


• max. Frischbetontemperatur = 30°C
• ggf. Beton gekühlt anliefern
• langsamen Zement
• ggf. Erstarrungsverzögerer

Verdichten des Betons:


à keine Hohlstellen im Beton (Festigkeit)
à Bewehrung wird dich von Beton umschlossen (Korrosionsschutz)
- Voraussetzung für eine gute Verdichtung: Betonzusammensetzung
- Geräte: Innenrüttler, Außenrüttler, Oberflächenrüttler, Stampfer

- Verfahrenstechnik Innenrüttler
• gleichmäßiges Verteilen des Betons
• langsames Herausziehen der Rüttelfalsche
• Rüttelzeit einschränken
• Rüttler nicht gegen die Bewehrung führen
• ! Entmischen vermeiden !

Nachbehandlung des Betons:


- Aufgaben: Feuchtigkeit erhalten, Betonrandzone Dauerhaftigkeit, Schutz während des
Erstarrens vor Erschütterungen, Regen, Frost, Hitze,...
- Maßnahmen: Belassen in der Schalung, Abdecken mit Folien, Aufbringen
wasserhaltender Abdeckungen, wärmende Matten, aufbringen schutzfilmbildender,
flüssiger Nachbehandlunsgmittel, kontinuierliches Besprühen mit Wasser

Ausschalfristen
- erst wenn der Beton ausreichend erhärtet ist, um vorgesehen Lasten aufzunehmen,
ungewollte Verformungen gering zu halten, Beschädigungen der Oberfläche/Kanten
zu vermeiden
- lange Ausschalfristen sind stets günstig

Wärmebehandlung von Beton:


- Schnellerhärtungsverfahren
- Anwendung von Nassdampf oder Heißluft
- das Verfahren wird vorwiegend für Betonfertigteile angewendet

Festbeton = erhärteter Beton der den Anforderungen entspricht

Druckfestigkeit:
- Prüfkörperformen beeinflussen das Ergebnis (fck,cyl ; fck,cube)
- Festigkeitsklassen siehe Tabelle
- Festigkeiten sind abhängig von Lagerungsbedingungen:
- Tabellenangaben = Referenzverfahren (bis 28.Tag unter Wasser)
- I.d.R. werden die Druckfestigkeiten an Würfeln bestimmt, die nach
der Entformung nach ca. 24h bis zum Alter von 7 Tagen unter Wasser
gelagert werden und danach bis zum 28. Tag an der Luft
- wird ein Prüfkörper nicht trocken gelagert, sondern weiter unter
Wasser à niedrigere Festigkeit à abminderung der Festigkeit fc, dry
Normal bis C50/60 = 0,92 * fc,dry,cube
hochfester ab C55/67 = 0,95 * fc,dry,cube

Dichtigkeit:
à Gefüge soll so dicht sein, dass der Korrosionsschutz gewährleistet ist

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton = Beton mit hohem Wassereindringwiderstand)


à w/z-Wert < 0,6
à z > 280 kg/m³
à Betondruckfestigkeit >= C30/37
- weiße Wanne: Keller aus WU-Beton
Beton mit tragender und abdichtender Funktion
Bewehrung muss Rissbildung beschränken

Expositionsklassen bei Bewehrungskorrosion:


- XC (Karbonatisierung)
- XD (Chloride)
- XS (Chloride aus Meerwasser)
à mindest Zementgehalt, höchstzulässiger w/z-Wert, ausreichende Betonüberdeckung

Frostbeständigkeit:
- Expositionsklasse: XF
- Beton mit hohem Frostwiderstand, Frost-Tau-Wechsel ausgesetzt
- Frostwiderstand dann, wenn: WU-Beton, ausreichend Festigkeit, Gesteinskörnung
mit erhöhtem Fristwiderstand (eF)
- w/z-Wert entsprechen Norm

Beton mit hohem Widerstand gegen chemischen Angriff


- wird festgelegt über die Dichte und den w/z-Wert
- bei SO4 Belastung à Zement mit hohem Sulfatwiderstand
- Angriffsarten: gelöste Salze wirken treibend
Säuren, bestimmte Salze, pflanzliche/tierische Öle/Fette lösend

Beton mit hohem Verschleißwiderstand


- Expositionsklassen: XM1, XM2, XM3
- Anforderungen:
• Gesteinskörnung bis 4mm Größe vorwiegend aus Quarz
• das gröbere Korn Gestein mit hohem Verschleißwiderstand
• ggf. Hartstoffe (Metallschlacken, Metallspäne)
• Gesteinskörnungen mäßig raue Oberfläche und gedrungene
Form der Körner
• nach Einbau mind. doppelt so lang nachzubehandeln

Beton für hohe Gebrauchstemperaturen bis 250°C


- Gesteinskörnung mit möglichst geringer Ausdehnung (Kalksteine, Hochofenschlacke)
- doppelt so lang nachzubehandeln
- soll vor der ersten Erhitzung ausgetrocknet sein
- Erhitzung soll langsam erfolgen

Flüssigkeitsdichterbeton (FD-Beton)
- bei flüssigen oder pastösen, wassergefährdeten Stoffen
- begrenzte Eindringtiefe von wassergefährdeten Stoffen
- FDE-Beton, Eindringtiefe für Betonzusammensetzung nachgewiesen, die von FD-
Beton abweicht
Formänderungs-Verhalten des Betons:
- äußere Einwirkungen (Lasten, Temperatur, Wasserentzug/-aufnahme, Hydratation
àFormänderung
- nicht frei verformen à innere Spannungen à Risse

Schrumpfen:
- Volumenverringerung des Betons während der Hydratation

Schwinden:
- Volumenverringerung während des allmählichen Austrocknen
- umso größer à je größer w/z-Wert und Zementgehalt
à je geringer die Luftfeuchtigkeit, je dünner das Bauteil

Quellen:
- Volumenvergrößerung bei Wasseraufnahme

Treiben:
- chemisch-mineralogische Reaktion à Volumenzunahme à Risse
- Ursache: Sulfattreiben (Ettringitbildung)
ggf. Zement mit hohem Sulfatwiderstand wählen

Wärmedehnung:
∆l = αT * ∆T * l
αT = 10^-5 l/K

Elastische Formänderungen:
(infolge innerer Spannungen σ)
- elastische (εel) Verformungen und bleibende (εbl) Verformungen

Elastizitätsmodul E:
- Verhältnis von Spannungen zu elastischer Dehnung
- E = σ/εel

Querdehnungszahl:
- v = εquer/εlängs

Kriechen von Beton


= zeitabhängige Zunahme der Verformung des Betons unter Dauerlast
- Kriechverformungen sind irreversiebel
- umso größer: größere Belastung, höherer Volumenanteil Zementstein, geringer
Festigkeit (großer w/z-Wert), dünnere Bauteile, trockener die Luft
- umso kleiner: je später die Belastung, fester der Beton
- Stahlbetonbauteile vernachlässigbar
- Spannbetonbauteile à Abfall der Vorspannung muss rechnerisch erfasst werden

Relaxation
= zeitabhängige Abnahme des Spannung bei aufgezwungener konstanter Verformung

Risse und Fugen:


- oberflächennahe Schalenrisse
- Spaltrisse (durchgehend)
- Bewegungsfugen
- Fugenbreite: >= 5mm und <= 30mm
Druckfestigkeit an Probekörpern:
- Herstellung der Probekörper: Würfel (100 bzw 150mm Kantenlänge)
Zylinder (150 bzw 300mm Durchmesser)
- Lagerung der Probekörper:
• Entformen nach 24h
• Lagern für 6 Tage im Wasserbad
• Lagern vom 7. bis 28. Tag an der Luft
à fc,dry,cube bzw fc,dry,cyl
- Prüfung: i.d.R. nach 28 Tagen
fc = Fmax/A

Druckfestigkeit am Bauwerk
- Entnahme von Probekörpern (zerstörende Prüfung) = Bohrkerne
- direkt am Bauwerk (zerstörungsfreie Prüfung) = Rückprallhammer, Anziehkraft,
Ultraschallgeschwindigkeit
à Korrelation zw. physikalischer Messgröße und
Bohrkernfestigkeit/Würfeldruckfestigkeit/Zuordnung zu Druckfestigkeitsklassen

Unterwasserbeton
- wird in ruhig stehendem Wasser eingebracht
- Zementwert > 350 kg/m³
- w/z-Wert <= 0,60
- Festigkeit >= 42,5R
- Pumpverfahren: Contractorverfahren, Hydroventilverfahren,
Mörtelinjektionsverfahren, Pumpverfahren
- erreichbare Betonfestigkeit: stark verfahrensabhängig (Injektionsverfahren ca. 1/3
gegenüber Contractorverfahren)
- Hauptanwendungsbereiche: Brückenpfeiler, Schleusensohlen, Bohrpfähle im
Grundwasser, Uferbefestigungen,...

Vakuumbeton:
- wird zunächst mit Innenrüttlern verdichtet
- Vakuumbehandlung durch Auflegen von Filtermatten
- Auflast ca. 90 kN/m³
- der Beton ist sofort begehbar
- hohe Ebenflächigkeit, Festigkeit, Frostbeständigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen
chemische Angriffe
- Herstellung von Fahrbahnplatten von Brücken, sowie verschleißfeste Industrieböden,
Parkhäuser

Spritzbeton
- wird in geschlossenen Schlauch-/Rohrleitungen zur Einbaustelle gefördert und mit
einer Spritzdüse aufgebracht, dabei durch den Aufprall verdichtet
- Vorteile: einseitige Schalung, geringerer Förder-, Einbau-, Verdichtungsaufwand
- Möglichkeit des Überkopfbetonierens
- Anwendung: Bergsicherung, Auskleidungen Untertagsbauwerken
- Trockenspritzverfahren (Torkretieren):
• Druckluftstrom (Dünnstromförderung) an die Spritzdüse
• dort werden erforderliches Wasser und ggf. flüssige
Zusatzmittel zugegeben
- Nassspritzverfahren:
• Nassmischung mit Druckluft (Dünnstrom (steif – plastisch))
oder Pumpen (Dichtstrom (plastisch – fließfähig)) zur Spritze
gefördert
- Herstellung:
• Säuberung der Auftragsfläche mit Druckluft, Druckwasser,
Sandstrahlen
• entfernen loser, verwitterte beschädigte Teile
• w/z-Wert <= 0,50
• Zugabe von Zusätzen zur Beschleunigung und zur Verringerung
des Rückpralls