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o 1.Herr und Frau Miller sind bei sich zu Hause. Es ist morgens. Sie sitzen am Tisch, Frau
Miller trinkt Kaffee.
o Herr Miller steht aufgeregt auf. Er beklagt sich über einen Adligen, der um seine
(bürgerliche, also niedriger gestellte) Tochter buhlt.
o Herr Miller macht sich Sorgen darüber, dass sich das Verhalten des Adligen negativ auf
ihn auswirken könnte. Er befürchtet zum Gespött der Leute zu werden. Außerdem geht
er davon aus, dass der Adlige seine Tochter bald sitzen lassen werde - und spätestens
dann sei auch sie das Gespött der Leute. Eine langfristige Beziehung zwischen einem
Adligen und einer bürgerlichen sei jedenfalls undenkbar.
o Herr Miller glaubt, dass es dem Major (=der Adlige) nur um Sex geht. Seine Frau
verweist zwar auf die hübschen, emotionalen Briefe, die dieser schreibt. Miller glaubt
aber, dass dieser nur ein Weg sind, um das Herz seiner schönen Tochter zu erobern -
und sie dann ins Bett zu kriegen.
o Die Bücher, die der Adlige mitbringt, erfüllten laut Herrn Miller den gleichen Zweck: Sie
sollten nur Verwirrung stiften und "unchristliche" Gedanken im Kopf seiner Tochter
entstehen lassen. Außerdem könnte sich seine Tochter in den überzogenen
Darstellungen von Liebe verlieren, was langfristige Konsequenzen haben könnte
(besonders sobald der Adlige sie wieder verlassen hat).
o Frau Miller weist auf das Geld hin, das die Geschenke des Adligen ihnen eingebracht
haben. Auf dieses Argument reagiert Herr Miller entsprechend zornig - er will seine
Tochter nicht "verkaufen".
o Herr Miller will noch am selben Tag zum Vater des Adligen gehen, ihm von der
Beziehung erzählen und sie somit unterbinden.

2.  Zu Herrn und Frau Miller (aus der ersten Szene) kommt nun Herr Wurm hinzu (Herr Wurm
ist der Sekretär des Präsidenten - der Präsident ist der Vater des Adligen, der um Herr und Frau
Millers Tochter wirbt).
 Aus dem nachfolgenden Gespräch geht hervor, dass Luise Herrn Wurm als Ehefrau
versprochen oder zumindest ernsthaft angeboten wurde.
 Während des Gesprächs versucht Frau Miller zu erwähnen, dass der Major (der Adlige) um
sie wirbt und ihr seine Liebe gestanden habe. Herr Miller versucht sie davon abzuhalten, um den
relativ gut gestellten Herrn Wurm nicht zu verschrecken. Dazu stößt er sie mit dem Ellbogen an,
kneift ihr ins Ohr, tritt ihr leicht in den Hintern, droht damit, sie mit seiner Geige zu schlagen und
beschimpft sie.
 Herr Wurm erfährt trotzdem von Frau Miller von der Beziehung. Herr Miller kann ihn aber
schnell wieder beruhigen.
 Herr Miller äußert aber, dass er keinen Ehemann für seine Tochter Luise haben will, mit dem
diese dann nicht glücklich werden würde - das könnte er sich nie verzeihe. Herr Wurm müsste
daher dafür Sorge tragen, seiner Tochter zu gefallen.
 Herr Wurm bittet Herrn Miller darum, ein gutes Wort für ihn bei Luise einzulegen. Herr Miller
empfindet diese Bitte als feige. Es zeige, dass Herr Wurm nicht die Courage habe, selbst Luises
Herz zu erobern. Er werde Luise sogar von ihm abraten. Herr Wurm geht daraufhin.
 Zwar beklagt sich Herr Miller danach nochmal über den Charakter von Herrn Wurm, er ist
aber trotzdem noch immer wütend über Verhalten seiner Frau.

o 3. Luise kommt aus der Kirche zurück. Sie hat ein Buch von Ferdinand dabei (und
vermutlich in der Kirche gelesen).
o Nachdem sie es abgelegt hat begrüßt sie ihren Vater freundlich und fragt, ob Ferdinand
bereits da gewesen sei (der Adlige).
o Herr Miller reagiert enttäuscht über diese Frage.
o Luise beschreibt ihre Liebe als in ihren Gedanken allgegenwärtig. In der Kirche könne sie
sich auch nicht mehr auf die Messe konzentrieren.
o Luise empfindet sich nicht als würdig, die Partnerin Ferdinands zu sein (z.B. da sie keine
Adlige ist). Aufgrund dieser Tatsache müsse sie bereits für die geringsten Gesten der
Zuneigung von Ferdinand unendlichen Dank zeigen.
o Herr Miller wünscht sich, dass Luise Ferdinand nie kennengelernt hätte. Luise ist darüber
erschrocken, schnell glaubt sie aber, dass ihr Vater es nicht so gemeint habe.
o Sie erinnert sich daran, wie sie Ferdinand kennengelernt hat. Es war Liebe auf den
ersten Blick.
o Herr Miller meint, dass er keine Heirat zwischen Luise und Ferdinand zulassen könne.
Luise stört das nicht sonderlich. Möglicherweise bekomme sie ihn nicht im Diesseits,
dafür aber im Jenseits.
o Die Mutter sieht daraufhin Ferdinand kommen.
o 4. Ferdinand kommt herein (der Adlige, der Luise liebt). Luise ist inzwischen blass
geworden und setzt sich erst in einen Sessel, fällt ihm aber dann um den Hals.
o Ferdinand erklärt ihr seine Liebe und fragt dann nach, weshalb sie so trübselig ist.
o Luise erwähnt den Ständeunterschied (sie Bürgerliche - er Adliger). Ferdinand will davon
nichts wissen. Er glaubt, dass die Liebe alle Grenzen überwinde. Außerdem wirft er ihr
vor, überhaupt über sowas nachgedacht zu haben. Ihm selbst wäre dies vor lauter
ablenkenden Gedanken an seine Liebe gar nicht möglich gewesen.
o Ausschweifend erklärt er, dass sie sich vor nichts fürchten solle. Er werde über sie
wachen und wolle, dass sie bis ans Ende ihres Lebens an seiner Seite bleibt.
o Ferdinands Erklärungen bewegen Luise zwar innerlich, sie empfindet diese Gefühle aber
als hoffnungslos/aussichtslos und will daher nichts mehr davon hören. Sie geht
daraufhin. Ferdinand folgt ihr sprachlos.
o 5. Die Szene spielt in einem Saal beim Präsidenten (Vater vom Adligen, der Luise liebt -
also von Ferdinand). Es sprechen der Präsident und Herr Wurm miteinander.
o Herr Wurm hat dem Präsidenten offensichtlich von der Beziehung zwischen Ferdinand
und Luise erzählt.
o Sie diskutieren über Luise. Sie sei eine außerordentlich schöne Blondine, die auch mit
den schönsten Frauen am Hof mithalten könne.
o Der Präsident glaubt, dass Herr Wurm ihm nur von der Beziehung zwischen Luise und
Ferdinand erzählt, um sie zu beenden und damit selbst bei Luise bessere Karten zu
haben.
o Er bezeichnet die Beziehung zunächst als durchaus Willkommen und glaubt, dass sein
Sohn dem Mädchen die Gefühle nur vorspiele. Wenn sein Sohn mit seiner Dirne (=Hure)
ein Kind bekäme, würde er bereitwillig die Strafe dafür zahlen.
o Der Präsident meint, Herr Wurm solle nicht so eifersüchtig sein. Die Damen, die am Hof
heirateten, seien gewöhnlich auch bereits mehrfach "gebraucht" - von verschiedenen
Männern.
o Der Präsident erklärt Herrn Wurm, dass er eine Heirat zwischen Ferdinand und Lady
Milford plane. Diese habe exzellente Kontakte zum Fürsten. Er würde daher durch die
Heirat auf diesen großen Einfluss ausüben können. (=> Zweckheirat statt Heirat aus
Liebe)
o Der Präsident will seinem Sohn an diesem Nachmittag von der Vermählung erzählen.
Herr Wurm glaubt, dass Ferdinand äußerst negativ reagieren werde. Er schlägt vor, dem
Sohn erst einmal eine Heirat mit einer möglichst makellosen Frau anzukündigen und die
Reaktion abzuwarten. Der Präsident stimmt zu.
o Der Präsident verspricht Herrn Wurm dabei zu helfen, an Luise ranzukommen, wenn er
ihm dafür dabei hilft, ihm Luise als Schwiegertochter vom Hals zu halten.
o Herr Wurm geht, Hofmarschall Kalb kommt herein.
6.  Hofmarschall von Kalb tritt ein. Er ist so übertrieben elegant gekleidet, dass es schon
lächerlich wirkt. Freudig stürmt er auf den Fürsten zu und umarmt ihn. Er entschuldigt sein spätes
Kommen mit Tätigkeiten, von denen eine unwichtiger als die andere erscheint.
 Der Marschall war an diesem Tag bereits beim Herzog. Der Präsident will wissen, was es
wichtiges neues gibt. Der Marschall beschreibt daraufhin, was der Herzog an hatte.
 Der Präsident verkündigt dem Marschall die von ihm geplante Heirat von Ferdinand und Lady
Milford.
 Der Präsident bittet den Marschall darum, zu Lady Milford zu fahren und ihr von der Heirat zu
erzählen. Außerdem solle er die Neuigkeit überall verkünden. Von Kalb verspricht, dass es in
Kürze die ganze Stadt wisse.
 Danach weist er Herrn Wurm an, seinen Sohn hereinzubringen.
7.  Der Präsident und Ferdinand sprechen alleine miteinander.
 Der Präsident meint, Ferdinand könne sich ruhig seine jugendlichen, gefühlvollen
Ausschweifungen erlauben. Er solle aber dafür auf die zukunftsorientierten Pläne seines Vaters
vertrauen.
 Er gibt an, viel für seinen Sohn getan zu haben. Unter anderem habe er gute Kontakte zum
Fürsten aufgebaut und einen Vorgänger aus dem Weg geräumt (Mord). Ferdinand trage nun
militärische Ehrentitel und könnte bald Minister werden - mit allen Privilegien.
 Ferdinand ist erschrocken darüber. Er will solch ein blutig erkauftes Erbe nicht antreten und
bezeichnet seinen Vater als abscheulich.
 Ferdinand wirft seinem Vater vor, Glück nur dann empfinden zu können, wenn es anderen
elendig geht. Er selbst dagegen findet das Glück in seinem Herzen.
 Der Präsident verkündet seinem Sohn daraufhin, dass er noch heute offiziell seine Heirat
bekanntgeben werde. Ferdinand solle nun zu seiner zukünftigen Frau fahren und sich als
Bräutigam vorstellen. Ferdinand ist erschrocken darüber.
 Zwar bezeichnet der Präsident die Heirat als einen Glücksfall - Ferdinand werde bald ganz in
der Nähe des Fürsten sein - Ferdinand selbst aber wehrt sich dagegen so gut es ihm möglich ist.
Eine Heirat mit Lady Milford sei eine Verletzung seiner Ehre.
 Zum Schein gibt der Präsident nun vor, dass Ferdinand noch am Mittag "Friederike von
Ostheim" heiraten werde. Ferdinand bezeichnet diese Frau zwar als makellos, er könne sie aber
trotzdem nicht heiraten, da er sie nicht liebe.
 Der Vater urteilt daher, dass es Ferdinand nicht um die Person oder um die Ehre, sondern um
die Heirat an sich geht.
 Der Präsident droht Ferdinand: Sollte er die Heirat ausschlagen, dann würde er damit den
Präsidenten als Lügner vor dem Fürsten und allen anderen darstellen (da er diesen bereits von
der Heirat erzählt hat). Auch eine versteckte andere Beziehung werde er nicht dulden. Sollte sein
Sohn nicht bei der Heirat erscheinen, dann werde dieser seinen ganzen Zorn zu spüren
bekommen.
 Der Präsident geht. Ferdinand meint, dass er sich an dem ganzen anderen Adel oder an der
Ansicht seines Vaters nicht störe. Er beschließt, wieder zu Luise zu gehen.
II.Akt
1.  Lady Milford ist mit ihrer Kammerdienerin Sophie in ihrem Palais. Die geplante Heirat
wurde ihnen bereits verkündet und sie warten auf Ferdinand.
 Lady Milford ist unruhig; sie überlegt auszureiten. Sophie schlägt vor, einige Leute des Hofes
zur Unterhaltung herkommen zu lassen.
 Lady Milford weist diesen Vorschlag ab. Die Leute des Hofes seien ihr zuwider. Sie hätten
keinen Charakter und würden nur schleimen, um beim Fürsten etwas besser dazustehen.
 Auch vom Fürsten hielte sie nicht viel. Sie hat zwar offensichtlich eine (nicht eheliche)
Beziehung zu ihm und er kann ihr auch außergewöhnliche materielle Geschenke machen - lieben
tut er sie aber genauso wenig wie sie ihn.
 Sie sei nur noch aus Ehrgeiz mit dem Fürsten zusammen (sie will keine andere Frau am Hof
vor sich sehen). Ihr Herz räche sich aber bereits für diese auf Ehrgeiz basierende Beziehung.
 Lady Milford wünscht sich die große Liebe. Laut ihrer Aussage sei die geplante Heirat mit
Ferdinand das Werk ihrer Liebe. Sie habe es allen (Fürst, Präsident, Marschall) eingeredet, dass
diese Beziehung aus rationalen Gründen das beste wäre (um die jeweils eigene Position zu
verbessern). In Wirklichkeit aber ging es ihr selbst nur um Liebe, denn sie sei unsterblich in
Ferdinand verliebt.
2.  Zu Lady Milford und Sophie kommt nun ein Kammerdiener des Fürsten hinzu. Er bringt
wertvolle Juwelen als Geschenk des Fürsten zur Heirat mit.
 Lady Milford will wissen, wie der Fürst die teuren Juwelen bezahlt hat.
 Der Kammerdiener erzählt, dass der Fürst 7000 Männer als Soldaten verkauft hat, die nun
nach Amerika reisen. Wer, als die Leute zusammengetrommelt wurden, lästige Fragen gestellt
bzw. protestiert hat, wurde erschossen. Auch einige seiner eigenen Söhne seien nun nach
Amerika unterwegs. Trotzdem beschreibt er das Zusammenrufen der Männer als herrlich. Kurz
darauf geht er.
 Lady Milford will die Edelsteine nicht behalten, da sie mit Blut erkauft wurden. Sie beschließt
daher, die Steine verkaufen zu lassen und den Gewinn an 400 Leute zu verteilen, die bei einem
Brand ihre Häuser verloren haben. Diese müssten nun entweder als Sklaven für ihre Gläubiger
arbeiten, oder in den Silberminen des Fürsten unter unmenschlichen Bedingungen schuften.
 Sophie protestiert gegen den Verkauf. Lady Milford lässt sich aber nicht beirren.
 Ein Bediensteter kündigt an, dass Ferdinand nun da sei. Lady Milford erblasst und wird
aufgeregt.

o 3. Ferdinand kommt herein und begrüßt die sichtlich nervöse Lady Milford. Er sagt ihr,
dass er im Auftrag seines Vaters käme und ankündigen müsse, dass sie heiraten
werden. Lady Milford erschreckt darüber, dass er nicht von seinem Herzen spricht. Sie
weist Sophie an zu gehen.
o Ferdinand deutet an, dass er von der Heirat und von Lady Milford nicht viel hält.
o Er kann nicht verstehen, dass Lady Milford als Britin auf Entscheidungen des Fürsten
hört und solch eine Zwangsheirat befürwortet. Die Briten seien schließlich als freiestes
Volk Europas bekannt.
o Daraufhin beginnt Lady Milford ihre Lebensgeschichte zu erzählen:

o Sie gehöre zur Familie des Thomas Norfolk und sei damit von fürstlichem Blute.
o Ihr Vater sei des Landesverrats bezichtigt worden. Er wurde später hingerichtet.
Ihre Mutter starb ebenfalls am selben Tag (am Tag der Hinrichtung).
o Der gesamte Besitz der Familie ging an die Krone und sie wurden des Landes
verwiesen.
o Mit 14 Jahren kam sie zusammen mit ihrer Wärterin und einigen Juwelen nach
Deutschland (Hamburg).
o Sechs Jahre später war ihre Wärterin tot und fast alle Juwelen verkauft.
Daraufhin traf sie auf den Fürsten, der Feuer und Flamme für sie war.
o Sie lies sich mit diesem ein und schaffte es Kontrolle über ihn auszuüben.
o Sie verhinderte viele Todesurteile und Familientrennungen. Außerdem setzte sie
sich für Verringerungen von Haftstrafen und für die Abschaffung von
Gefängnissen ein.
o Ferdinand sei nun ihr Lohn für diese Zeit voller Nächstenliebe und
Entbehrungen.

o Ferdinand glaubt, sie wolle sich von Anklagen befreien. Er will ihr daraufhin die Wahrheit
über sein Herz erzählen.
o Lady Milford erwartet schlimmes und versucht ihn davon abzuhalten. Er beginnt trotzdem
zu erzählen - währenddessen läuft sie bis in die hinterste Ecke des Zimmers.
o Er beschreibt ihr, dass er Luise liebt. Außerdem fühle er sich schuldig dafür, ihr Herz in
"Wallungen" gebracht zu haben.
o Lady Milford wirft ihm vor, drei Menschen ins Elend zu stürzen: Sie, ihn selbst und Luise.
o Lady Milford entschuldigt außerdem ihr Verhalten damit, dass nun das ganze Land auf
sie und die geplante Heirat schaue. Sie geht daraufhin und lässt Ferdinand zurück.
o 4. Die Szene spielt im Haus der Millers. Frau Miller und Luise sind anwesend.
o Herr Miller kommt hereingestürmt, will schnell seine besten Sachen haben und beklagt
sich über sein unfeines Aussehen. Er verwünscht seine Frau. Frau Miller und Luise sind
über das Verhalten verwundert und wollen wissen, was los ist.
o Herr Miller erklärt, dass ein Bediensteter des Ministers vorm Haus stehe und nach ihm
verlange. Vermutlich habe Herr Wurm dem Präsidenten von der Beziehung zwischen
Ferdinand und Luise erzählt.
o Frau Miller erwähnt, dass der Bedienstete auch aus anderen Gründen als der Beziehung
zwischen Ferdinand und Luise geschickt worden sein könnte. Herr Miller glaubt aber
nicht daran.
o Luise und Frau Miller sind aufgeregt bis verzweifelt. Herr Miller flucht auf Herrn Wurm.
o Herr Miller will nun zum Minister und ihm alles erzählen. Er ist wütend darüber, dass
seine Frau ihm nicht früher von der Beziehung erzählt hat. Er erwägt, mit Luise über die
Grenze zu fliehen.
o 5. Ferdinand stürmt in das Zimmer hinein, wo bereits die Millers sind. Er fragt, ob sein
Vater schon da gewesen sei.
o Die Millers sind erschrocken über diese Frage. Indes nimmt Ferdinand Luise in den Arm
und schwört, dass sich niemand ihrer Liebe in den Weg stellen könne.
o Ferdinand spricht kurz mit sich selbst und drückt dabei seinen Zorn über seinen Vater
und Lady Milford aus. Dann gesteht er die geplante Heirat mit ihr.
o Luise ist frustriert, geht zu ihrem Vater. Sie glaubt, sie sei von Ferdinand ausgenutzt
worden und meint, sie sei nun aus einem schönen Traum aufgewacht.
o Ferdinand schwört, die Intrigen von seinem Vater und von Lady Milford abzuwehren und
sich aus seinen "Ketten" zu befreien. Er will endlich frei sein.
o Noch einmal schwört er seine Liebe. Dann geht er auf den Präsidenten zu, der bereits zu
sehen ist.
o 6. Zu Herrn Miller, Frau Miller, Luise und Ferdinand kommt nun der Präsident hinzu.
o Er spricht zuerst mit Luise. Dabei erkundigt er sich zu Anfang darüber, wann sie sich
kennengelernt haben. Danach will er wissen, welche Versicherungen Luise von
Ferdinand erhalten hat und ob Ferdinand Luises Dienstleistungen in Bar bezahlte.
o Ferdinand unterbricht ihn mehrmals mit Hinweisen auf seine Liebe zu Luise. Seinen
Vater macht dies wütend. Die Stimmung wird zunehmend gereizter und Ferdinand
verlangt von seinem Vater mehr Respekt gegenüber den Armen Leuten. Als der
Präsident schließlich Luise als Hure bezeichnet, zieht Ferdinand seinen Degen, beruhigt
sich aber schnell wieder.
o Danach mischt sich Herr Miller ein und spricht mit dem Präsidenten. Er verlangt eine
höflichere Art und äußert die Absicht, den Präsidenten aus seiner Wohnung zu
schmeißen.
o Der Präsident reagiert sehr zornig darauf. Er schickt einen Teil seines Gefolges los, um
Gerichtsdiener zu holen. Herrn Miller schwört er, dass dieser im Zuchthaus landen wird.
Frau Miller und Luise würden an den Pranger gestellt werden.
o Herr Miller erwägt nun, zum Herzog zu gehen. Er kenne dessen Leibschneider und hoffe,
so Kontakt zu diesem und somit Hilfe zu bekommen. Der Präsident fragt, wie er mit dem
Herzog sprechen wolle, wenn er im Kerker eingesperrt ist.

7.  Die Gerichtsdiener sind inzwischen im Haus der Millers eingetroffen und Luise ist in
Ohnmacht gefallen.
 Der Präsident weist die Gerichtsdiener an, Luise wegzubringen. Frau Miller bittet um
Erbarmen, Herr Miller stoppt sie aber. Der Präsident weist Herrn Miller darauf hin, dass noch
einige Galgen leer stünden, falls er sich weiterhin so negativ verhalten sollte.
 Ferdinand hält die Gerichtsdiener davon ab, Luise zu holen. Er zieht seinen Degen. Mehrmals
wiederholt sich nun das Spielchen, dass der Präsident anweist, Luise zu holen, die
Gerichtsdiener zu ihr gehen, Ferdinand sie mit dem Degen zurückdrängt und sich der Präsident
wiederum über den "Ungehorsam" dieser aufregt.
 Schließlich verwundet Ferdinand sie mit seinem Degen. Daraufhin geht der Präsident selbst
los und holt Luise.
 Ferdinand fragt nacheinander, ob es seinem Vater auch Recht sei, wenn er sich neben Luise
an den Pranger stelle, wenn er seine Offizierslaufbahn aufgebe oder wenn er Luise töte, bevor
andere schlecht über sie redeten. Der Präsident stört sich nicht daran und lässt sie trotzdem
wegbringen.

o  Daraufhin kündigt Ferdinand an, mal einigen Leuten zu erzählen, wie der Präsident
an seine Position gelangt ist (Ermordung des Vorgängers) und geht. Das wiederum stört
seinen Vater allerdings sehr und er rennt hinter Ferdinand her.
o III.

1.  Der Präsident und Herr Wurm sind alleine in einem Saal beim Präsidenten.
 Der Präsident stellt fest, dass die Aktion bei den Millers schief gelaufen ist. Herr Wurm
bestätigt dies: Zwang verbittere Liebhaber nur, er bringe sie aber nicht zur "Vernunft".
 Laut Herrn Wurm verstehe Ferdinand als Akademiker nicht, wie es am Hof zugeht. Er sei
außerdem zu jung und zu ungeduldig, um Intrigen zu planen und durchzuführen - daher hielte er
auch naturgemäß nichts von ihnen.
 Herr Wurm warnt davor, auf Ferdinand noch mehr Druck auszuüben. Dieser könnte dann
reagieren, indem er anderen von den Intrigen des Präsidenten erzählt.
 Herr Wurm schlägt vor, gegenüber Ferdinand behutsamer vorzugehen und eine Intrige
auszuüben. Diese sollte dann folgendermaßen durchgeführt werden:

o Herr und Frau Miller würden verhaftet werden.


o Um ihre Eltern wieder freizubekommen, müsste Luise einen Liebesbrief an eine andere
Person als Ferdinand schreiben. Dieser Liebesbrief würde dann aber bereits vorher von
Herrn Wurm konzipiert werden und Luise müsste ihn abschreiben (damit auch nichts
falsches drin steht).
o Alle Millers - also auch Luise - würden dann gezwungen werden, einen Eid abzuleisten,
der besagt, dass sie niemanden die Wahrheit über den Brief erzählen werden.
o Der Brief würde dann unauffällig Ferdinand zugespielt werden.

 Die erhofften Konsequenzen wären dann, dass zum einen Ferdinand eifersüchtig wird und
sich von Luise lossagt. Zum anderen würden die Millers in Scham zurückbleiben - und wären
dann entsprechend dankbar für Herrn Wurms Heiratswunsch mit Luise. Dieser würde dann
nämlich das Ansehen der Familie wiederherstellen.
 Der Präsident stimmt der Intrige zu. Als Empfänger für den Liebesbrief gucken sich er und
Herr Wurm den Hofmarschall von Kalb aus.

o  Herr Wurm geht sogleich los, um den Liebesbrief zu schreiben. Der Präsident schickt
die notwendigen Briefe an die Gerichte, um die Haftbefehle auszustellen. Außerdem lässt
er den Hofmarschall herbitten.

2.  Der Präsident spricht nun mit Hofmarschall von Kalb.


 Der Präsident erzählt Hofmarschall von Kalb davon, dass Ferdinand sich weigere, Lady
Milford zu heiraten. Der Hofmarschall ist verwundert über solch ein Verhalten.
 Der Präsident zählt mehrere Gründe auf, weshalb die Einstellung Ferdinands für den
Hofmarschall problematisch werden könnte:
o Der Hofmarschall hat bereits überall erzählt, dass Ferdinand und Lady Milford heiraten
werden. Sollte sich nun herausstellen, dass sie dies nicht tun, stünde er überall als
Lügner da.
o Ferdinand hat gedroht, von dem Mord zu erzählen, den der Präsident verübt hat. Der
Hofmarschall war in diesen Mord verstrickt. Seine eigene Position ist also auch
gefährdet. (Der Präsident konnte nach Akt 2, Szene 6 Ferdinand zunächst davon
abhalten, etwas zu erzählen.)
o Ein Herr "von Bock" hat bereits Interesse an Lady Milford gezeigt. Sollte Ferdinand die
Heirat ausfallen lassen, dann würde vermutlich dieser Herr "von Bock" Lady Milford
heiraten und fortan exzellente Kontakte zum Fürsten haben. Der Hofmarschall kann
diesen Herrn von Bock allerdings nicht ausstehen und will daher nach Möglichkeit
verhindern, dass dieser an mehr Macht kommt.

 Der Hofmarschall lässt sich davon überzeugen, dass man alles tun müsse, um Ferdinand zu
der Heirat zu bewegen. Der Präsident erzählt daraufhin von der geplanten Intrige und dem
Liebesbrief.

o  Der Hofmarschall will zuerst nicht seinen Namen als Empfänger des Liebesbriefes
hergeben (möglicher Reputationsverlust durch Beziehung zu einer Bürgerlichen),
akzeptiert dann aber doch. Er verspricht dafür zu sorgen, dass Ferdinand den Brief
erhalte und werde die Beziehung vor diesem nicht abstreiten. Danach geht er.

3.  Herr Wurm kommt in das Zimmer des Präsidenten. Der Präsident und Herr Wurm reden
miteinander.
 Herr Wurm berichtet, dass Herr und Frau Miller erfolgreich heimlich verhaftet und eingesperrt
worden sind. Außerdem habe er den Liebesbrief fertig geschrieben.

o  Der Präsident liest den Brief und ist begeistert davon. Sie machen sich auf den Weg
zu Herrn Miller und Luise.

4.  Ferdinand und Luise sind im Haus der Millers. Sie reden miteinander.
 Ferdinand meint, dass er nun keine Verpflichtungen mehr gegenüber seinem Vater habe. Er
will, dass sie gemeinsam mit Luises Vater flüchten. Sie hätten schließlich sich selbst und ihre
Liebe, alles andere wäre nicht so wichtig.
 Ferdinand plant, einige Wertgegenstände von sich zu Geld zu machen. Außerdem wolle er
Geld im Namen seines Vaters leihen. In der Nacht würde er dann einen Wagen zu Luise
schicken in den sie einsteigen sollte und mit dem sie dann flüchten würden.
 Luise ist skeptisch. Sie befürchtet, dass Ferdinands Vater sie verfluchen und überallhin
verfolgen würde. Lieber wolle sie ihn verlieren, als ihn sich durch eine solche Tat zu erhalten.
 Luise fühlt sich als Verbrecherin, da sie Vater und Sohn getrennt und die gesellschaftliche
Ordnung auf den Kopf gestellt habe. Sie empfange nun die Strafe dafür. Ferdinand solle sich auf
die Heirat einlassen und sie trauernd zurücklassen.

o  Ferdinand kann nicht glauben, was Luise ihm erzählt. Er glaubt, dass sie dies nicht
aufgrund ihres Pflichtgefühls sagt, sondern weil sie einen neuen Liebhaber hat. Dann
geht er.

5.  Nachdem Ferdinand gegangen ist, ist Luise nun allein.


 Sie macht sich Sorgen um ihre Eltern. Ihr Vater hatte versprochen, dass sie in wenigen
Minuten zurück sein werden - nun sind sie bereits 5 Stunden weg.
o  Währenddessen tritt Herr Wurm ein, hält sich aber zunächst etwas versteckt und sagt
nichts, sodass Luise ihn nicht bemerkt.

6.  Herr Wurm macht sich nun Luise bemerkbar. Sie ist erschrocken über dessen Anwesenheit
und ahnt böses.
 Herr Wurm berichtet, dass Luises Vater "im Turm" und Luises Mutter "im Spinnhaus"
eingesperrt worden seien. Angeblich seien die Verhaftungen auf Anweisung des Fürsten
durchgeführt worden, da sein Stellvertreter (der Präsident) von Luises Eltern verletzt worden sei.
Luises Vater drohe nun die Hinrichtung. Außerdem sei Ferdinand nun gezwungen, Lady Milford
zu heiraten. Andernfalls drohe ihm die Enterbung und die Verfluchung durch seinen Vater.
 Luise ist tief frustriert. Sie bemitleidet Herrn Wurm aber auch, da er nicht nur dunkle Intrigen
ausführt, sondern dann auch solch schlechte Nachrichten überbringen muss.
 Als sie hört, dass es für ihren Vater um Leben und Tod ginge, will sie losgehen und
versuchen, mit dem Fürsten zu sprechen. Herr Wurm meint, dass der Fürst ihren Bitten sicherlich
nachkäme - allerdings müsste sie sich dann selbst als Bezahlung anbieten.
 Luise hält inne. Sie würde zwar für ihren Vater sterben, aber nicht sündigen.
 Herr Wurm bietet Luise eine letzte Möglichkeit an: Luise solle den Major von der Beziehung
zu ihr "befreien" indem sie einen Brief schreibt. Während sie schreibt, was Herr Wurm diktiert,
steht sie mehrmals verwirrt bis frustriert auf und will aufhören. Am Ende schreibt sie aber doch
den Liebesbrief.

o  Zum Schluss verlangt Herr Wurm noch von Luise, den Eid abzugeben, dass der Brief
freiwillig geschrieben worden sei.
o IV

1.  Ferdinand kommt in einen Saal beim Präsidenten. Er hat inzwischen den gefälschten
Liebesbrief von Luise an den Hofmarschall gefunden und ist entsprechend wütend.
 Der Kammerdiener richtet Ferdinand aus, dass der Präsident ihn sehen wolle.

o  Ferdinand fragt, ob der Hofmarschall dagewesen sei. Der Kammerdiener meint,


dieser sei ganz in der Nähe. Ferdinand lässt ihn herbestellen.
o 2. Ferdinand ist allein und hält einen Monolog.
o Er kann nicht glauben, dass Luise in Wirklichkeit so teuflisch gewesen sein soll wie es
der Brief darstellt (gesamte Liebe sei nur vorgespielt gewesen). Dennoch sei die
Handschrift im Brief Luises gewesen, was ihre Schuld beweise.
o Ferdinand kann nicht fassen, dass alles gespielt gewesen sein soll: Die Tränen, das
Erblassen, das Erröten, der erste Kuss usw.
o Luises Verhalten erscheint dadurch aber sinnvoller: Sie habe das mutige Opfer gespielt
und ihn zur Heirat mit Lady Milford ermutigt, weil sie ihn nie wirklich liebte. Gleiches gelte
auch für ihre Ablehnung der Flucht, die er vorgeschlagen hatte.

3.  Hofmarschall von Kalb kommt herein. Ferdinand gibt ihm den Liebesbrief. Der
Hofmarschall tut so, als wäre er nervös und habe wirklich eine Beziehung mit Luise.
 Ferdinand ist (stink-)sauer. Er will ein Duell mit dem Hofmarschall und holt zwei Pistolen.
Dieser ist natürlich nicht daran interessiert, sein Leben für ein Mädchen zu riskieren, das er gar
nicht kennt.
 Der Hofmarschall versucht zu fliehen. Ferdinand verriegelt aber die Türen.
 Ferdinand beleidigt danach ausführlich den Hofmarschall (er sei ein Feigling/Weichei, eine
Beleidigung für die gesamte Menschheit, eine Missgeburt, etc.). Zwischenzeitlich scheint es, als
würde sich Ferdinand beruhigen, dann wird er aber wieder wütender.
 Dann richtet Ferdinand die Pistole auf den Hofmarschall und will wissen, wie weit er es mit
Luise getrieben hat (heißt: ob sie Sex hatten). Der Hofmarschall erzählt daraufhin davon, dass er
Luise gar nicht kenne und die ganze Sache vom Präsidenten inszeniert worden sei.
o  Ferdinand beruhigt sich etwas. Er glaubt zwar, dass der Hofmarschall lügt, schickt ihn
aber trotzdem weg.
o
o 4. Ferdinand ist nun wieder allein und hält einen Monolog.
o Er bezeichnet sich und Luise als verloren und unglückselig. Außerdem nennt er Luises
Seele "schlecht".
o Er bittet Gott darum, ihm Luise zu lassen. Dies sei sein einziger Wunsch - alles andere
habe er bereits aufgegeben.
o Laut Beschreibung entwickelt er einen "schrecklichen Gedanken" und bezeichnet sich
nun selbst als Luises "Teufel", während er vorher ihr "Gott" gewesen sei.
o Er glaubt, dass sie nun bald in der Hölle seien. Ihr gegenseitiger Liebesschwur binde sie
bis in alle Ewigkeit, egal ob sie dies wollen oder nicht.
o Der Präsident kommt herein.

5.  Ferdinand und der Präsident sprechen nun miteinander.


 Ferdinand empfängt den Präsidenten diesmal nicht abweisend, sondern überaus herzlich.
 Er glaubt jetzt, dass es sein Vater eigentlich nur gut mit ihm gemeint habe. Er wäre einfach
eine Dummheit von ihm gewesen, den Bitten seines Vaters nicht nachzukommen.
 Der Vater gibt vor, er sei gekommen, um sich bei Ferdinand zu entschuldigen. Jetzt sei er der
Überzeugung, dass Luise eigentlich ein gutes Herz habe. Er akzeptiere jetzt die Entscheidung
seines Sohnes und sei mit einer Heirat einverstanden.

o  Ferdinand ist erschüttert. Er glaubt, Luise habe auch seinen Vater reingelegt
(nachdem sie ihn schon mit einer vorgespielten Liebe betrogen hat). Er rennt aus dem
Zimmer, sein Vater folgt ihm.

6.  Die Szene spielt in einem Saal bei Lady Milford. Sophie und die Lady sprechen
miteinander.
 Offensichtlich hatte Lady Milford Sophie losgeschickt, um Luise zu sich zu bitten. Luise ist der
Bitte nachgekommen. Laut dem, was sie Sophie erzählt hat, wäre sie aber sowieso auch einen
Tag später von sich aus zu Lady Milford gegangen.
 Sophie erkennt, dass Lady Milford stolz auf ihren Adelstitel ist und versucht mit ihrer Position
Luise zu beeindrucken. Lady Milford hört das nicht gerne, da sie sich selbst anders sieht und wird
entsprechend wütend.

o  Ein Kammerdiener berichtet, dass Luise nun angekommen sei. Lady Milford schickt
Sophie drohend weg und erwartet Luise.
o 7. Luise und Lady Milford sprechen nun miteinander.
o Lady Milford stellt zu Anfang einige Fragen und mustert sie über einen Spiegel (sie hat
ihr zunächst den Rücken zugewendet). Über diesen Weg kommt sie zu dem Schluss,
dass Luise (ihrer Meinung nach) nicht sonderlich hübsch und ein Trotzkopf genauso wie
Ferdinand sei. Außerdem gibt Luise an, dass sie 16 Jahre alt ist.
o Lady Milford erzählt ihr, dass Sophie bald heiraten werde und Luise dann ihre Stelle
einnehmen könnte. Offensichtlich glaubt sie, dass sie Ferdinand dann bewegen könnte,
die Heirat mit ihr zu akzeptieren (da er die Beziehung mit Luise heimlich aufrecht erhalten
könnte). Sie ist der Auffassung, dass diese Beziehung aufgrund von Luises jungem Alter
ohnehin bald zerbrechen werde.
o Luise will Sophies Position nicht einnehmen.
o Lady Milford ist geradezu empört über Luises Ablehnung. Sie weist sie darauf hin, dass
ihre Beziehung nicht ewig halten werde und ihr Liebhaber ihr nur leere Schwärmereien
über ihre Schönheit erzähle. Früher oder später müsse sie normale bürgerliche Arbeit
erledigen - zumindest, wenn sie Lady Milfords Angebot nicht annehme.
o Luise zweifelt daran, dass Lady Milford Luises Anblick auf Dauer ertragen könnte. Sie
wäre zweifelsohne wesentlich glücklicher als Lady Milford.
o Lady Milford droht ihr: Falls es da "etwas anderes" gebe, was Luise dazu bewegt, so
beharrlich alle Vorschläge abzulehnen, müsste Luise mit entsprechenden Konsequenzen
rechnen (eigentlich weiß Lady Milford aber längst von der Beziehung zwischen Luise und
Ferdinand und will Luise nur Angst machen).
o Luise hält aber Stand. Lady Milfords Drohungen schüchtern sie nicht ein, da ihr Leid
ohnehin schon zu groß sei. Sie wolle nun nicht, dass Lady Milford sich zu ihrer "Retterin"
aufspiele und sie aufs neue an ihr Unglück erinnere. Sie wolle nun lieber ihre Ruhe
haben.
o Danach schwenkt Luise um und fragt Lady Milford, ob diese denn wirklich glücklich sei.
Lady Milford erwähnt, dass jemand anders Luise diese "Größe" beigebracht haben muss.
o Luise deutet an, dass sie bereits ahnt, dass Lady Milford von der Beziehung weiß. Lady
Milford gibt dies schließlich zu. Sie verfällt in tiefe Wut und droht Luise aufs neue: Wenn
sie schon nicht mit Ferdinand glücklich werden soll, dann soll es Luise auch nicht
werden.
o Aufs neue hält Luise stand und Lady Milford beruhigt sich wieder. Schließlich versucht
sie, Luise mit Geld zu bestechen und so ihre Beziehung aufzugeben.
o Schließlich gibt Luise nach. Sie will Ferdinand freiwillig loslassen - ohne irgendwelche
Begünstigungen oder irgendwelches Geld dafür zu bekommen. Gott werde aber keinen
Segen für eine Heirat zwischen Ferdinand und Lady Milford geben. Anschließend kündigt
Luise ihren Selbstmord an - er soll wie ein Schatten über der Heirat liegen.
o

8.  Nachdem Luise gegangen ist, ist Lady Milford nun allein. Sie denkt über einen der letzten
Sätze nach, den Luise ihr gesagt hat, nämlich "Nehmen sie ihn hin!" (heißt: "Nimm ihn dir!").
 Lady Milford gefällt es nicht, dass sich Luise umbringen will. Unter diesen Umständen könne
sie Ferdinand nicht nehmen. Ihr ganzer Plan, um an ihn zu gelangen, sei nun hinfällig und sollte
nicht mehr zu Ende geführt werden.
 Sie schämt sich dafür, dass Luise durch ihre Tugendhaftigkeit letztlich mehr menschliche
Größe zeigt, als sie - obwohl Luise "nur" eine Bürgerliche ist.
 Sie beschließt nun, ebenfalls mehr Tugendhaftigkeit zu zeigen. Sie will ihre eigene Liebe
verdrängen und ihre Beziehung zum Fürsten verschlechtern (->dadurch muss sie vor ihm fliehen
und das Land verlassen), um so die Beziehung zwischen Luise und Ferdinand zu schützen.

o  Sogleich macht sie sich an die Arbeit und beginnt damit, einen Brief an den Fürsten
zu schreiben.

9.  Lady Milford sitzt in ihrem Zimmer, schreibt geistesabwesend und spricht vor sich hin.
 Ein Kammerdiener und Sophie sagen ihr, dass der Hofmarschall da sei. Sie reagiert erst
kaum, lässt ihn aber dann hereinbitten. Beachten tut sie ihn aber trotzdem vorerst nicht.
 Sophie hat Luise wütend hinausstürmen sehen. Sie macht sich Sorgen.
 Lady Milford ist schließlich fertig mit schreiben. Sie gibt den Brief dem Hofmarschall und weist
ihn an, diesen dem Fürsten zu überbringen. Sophie gibt sie die Anweisung, den Wagen
vorzubereiten und alle Kleider zu holen. Sophie geht und ahnt böses.
 Der Hofmarschall liest den Brief. Dieser sagt aus, dass sich Lady Milford vom Verhalten des
Fürsten gegenüber seinen Untertanen verraten fühle. Sie könne ihn nun nicht mehr lieben und
werden innerhalb von einer Stunde über der Grenze sein.

o  Die Bediensteten und der Hofmarschall sind erschrocken. Lady Milford bedankt sich
bei den Bediensteten und gibt dem Schatzmeister den Befehl, ihren Schmuck unter den
Bediensteten zu verteilen. Dann geht sie.
o
o V
1.  Die Szene spielt bei den Millers zu Hause. Luise sitzt im Dunkeln. Ihr Vater kommt herein
und bemerkt sie erst kurze Zeit später.
 Herr Miller wundert sich darüber, dass Luise im Dunkeln sitzt. Luise redet von der Ewigkeit,
von Tod und Verwesung. Sie glaubt, dass ihr Kampf nun zu Ende sei.
 Luise redet über den Eid. Es sei töricht gewesen zu glauben, dass sie dieser zum Schweigen
bringe. Der Eid binde sie zwar als Lebende, aber nicht als Tote. Sie hat daher einen Brief
geschrieben, den ihr Vater nach ihrem Tod überbringen soll.
 Der Vater liest den Brief. Er ist an Ferdinand gerichtet und beschreibt diesem den Eid. Er
ermuntert ihn zum Selbstmord, damit sie sich an einem besseren, "dritten Ort" wiedertreffen, also
im Jenseits.
 Der Vater ist erschrocken darüber. Luise aber beschreibt den Tod in bildreicher Sprache als
etwas schönes, angenehmes.
 Der Vater bezeichnet den geplanten Selbstmord als die schlimmste Sünde, die sie je begehen
könne. Wenn sie dann auch noch Gott um Erbarmen bitte, würde sie diesen verspotten. Sehr
wahrscheinlich werde sie diese Erbarmung nicht erhalten.
 Außerdem sei sie auch alles, was er habe - durch ihren Tod würde sie ihm dementsprechend
auch alles nehmen.
 Er könne sie trotzdem nicht davor zurückhalten - nur davor warnen. Er geht daraufhin los und
holt einen Dolch. Diesen solle sie sich ins Herz stoßen, wenn ihr mehr am Major liege als an
ihrem Vater. Sie kann sich aber nicht dazu überwinden dies zu tun.

o  Ihr Vater ist entsprechend erfreut und dankbar. Luise bittet ihn, die Stadt mit ihr zu
verlassen. Er stimmt zu.
o 2. Ferdinand kommt zu Luise und Herrn Miller hinzu. Luise hat Angst, er sei gekommen,
um sie umzubringen. Herr Miller reagiert abweisend gegenüber Ferdinand.
o Ferdinand erinnert sich daran, dass es Zeiten gab zu denen er im Hause der Millers mit
Sehnsucht erwartet worden sei. Herr Miller beschuldigt ihn, Unglück in sein Haus
gebracht zu haben.
o Ferdinand erzählt davon, dass Lady Milford das Land verlassen hat und sein Vater nun
die Heirat duldet. Herr Miller bezeichnet dies als Lügen. Ferdinand schwört, dass er die
Wahrheit sage, stellt aber auch fest, dass er trotzdem nicht auf viel Freude treffe. Er holt
daraufhin den angeblichen Liebesbrief von Luise heraus. Luise zerschlägt den Brief.
o Herr Miller ist verwirrt, Luise totenbleich. Ferdinand meint, nun zeige sie ihr wahres
Gesicht. Herrn Miller rät er, nun besser zu sterben, damit er nie erfahren müsse, was für
eine Person seine Tochter wirklich sei.
o Ferdinand meint, es sei Vorsehung gewesen, dass er den Brief findet. Er will von Luise
wissen, ob sie den Brief geschrieben hat. Herr Miller ermuntert sie "ja" zu sagen, dann
sei es endlich vorüber.
o Luise bestätigt es. Ferdinand will es erst nicht glauben und fragt zwei weitere Male - und
zwei weitere Male sagt sie ja.
o Ferdinand meint, sie werde für immer verdammt sein. Luise bittet ihn zu gehen.
Ferdinand fragt nach einer Limonade - als letzten Wunsch, um sich wieder abzukühlen.

3.  Während Luise weg ist, reden Ferdinand und Herr Miller miteinander.
 Ferdinand fragt, wie er eigentlich zum ersten Mal zu den Millers gekommen sei. Herr Miller
erinnert ihn daran, dass er Flötenunterricht bei ihm genommen hat.
 Laut Ferdinand käme der Flötenunterricht nun beide teuer zu stehen. Er glaubt, er hätte ihn
besser nie nehmen sollen.

o  Danach fragt er, ob Luise die einzige Tochter von Herrn Miller sei. Herr Miller
bestätigt dies. Er habe für ihre Erziehung seine gesamte Liebe aufgebracht. Ferdinand ist
erschüttert darüber (->er will Luise töten->Mitleid). Dann geht Herr Miller um nach Luise
zu schauen.
4.  Ferdinand ist nun kurzfristig allein.
 Er denkt darüber nach, was Herr Miller gesagt hat: Dass seine Tochter das einzige sei, was er
hat.
 Er fühlt sich schuldig dafür, zu planen, einem armen Mann seinen letzten Besitz zu nehmen (-
>den Besitz zu nehmen, indem er Luise ermordet).

o  Andererseits glaubt er aber auch, dass Luise jegliche Liebe nur vorspielt - und daher
auch das Glück von Herrn Miller falsch sei.

5.  Herr Miller kommt zurück. Er berichtet, dass Luise gleich mit der Limonade käme - sie
weine sich derzeit in der Küche die Seele aus dem Leib.
 Ferdinand deutet an, dass auch Luise einmal sterben könnte und es sehr wagemutig von
Herrn Miller sei, wenn er alle seine Hoffnungen nur in sie setze.
 Ferdinand gibt Herrn Miller seine gesamte Geldbörse mit mehreren Goldstücken darin. Er gibt
an, dass es seine Bezahlung für die drei schönen Monate mit Luise seien. Er hält aber zweimal
inne - möglicherweise will er erst sagen, dass er damit Luise "bezahlt", denn diese will er ja töten
und damit Herrn Miller wegnehmen.
 Herr Miller ist erst skeptisch, als er aber Ferdinands Erklärung hört dafür ganz aus dem
Häuschen und vollends begeistert.
 Ferdinand kündigt indirekt seinen Tod an: Er wolle in ein Land reisen, wo Geld nicht zählt.
Herr Miller bemerkt den Hinweis nicht.
 Herr Miller plant, was er nun alles tun wolle. Das Geld sei aber nicht in erster Linie für ihn,
sondern für Luise wichtig. Dieser wolle er nun Französisch-, Tanz- und Gesangsunterricht geben
lassen, sowie schöne Kleider kaufen. Alle sollen über sie sprechen.

o  Als Herr Miller darüber redet, wofür er das Geld alles verwenden will, verlangt
Ferdinand noch recht ruhig, dass dieser schweigen soll. Als Herr Miller aber Bezug auf
Luise nimmt, wird er sehr viel nachdrücklicher und deutlicher. Außerdem bittet er darum,
dass Herr Miller in Zukunft keine Musikstunden mehr geben soll (bei einer dieser hatte er
Luise kennengelernt).

6.  Luise kommt herein und gibt Ferdinand die Limonade. Sie hat rote Augen und eine zittrige
Stimme.
 Ferdinand stellt das Glas wieder hin. Er bittet Herrn Miller darum, zu einem Kammerdiener
des Präsidenten zu gehen und ihn vom Essen zu entschuldigen - er sei nicht in der
entsprechenden Laune, dorthin zu gehen. Außerdem bittet er ihn, noch einen Brief für den
Präsidenten mitzunehmen.
 Luise hat Angst, mit Ferdinand allein in der Wohnung zu sein. Sie mischt sich daher sofort
damit ein, dass ja auch sie gehen könnte. Ihr Vater reagiert erst nicht darauf und weist dann den
Vorschlag ab: Es sei bei Nacht draußen für sie zu gefährlich.

o  Ferdinand schickt sie noch kurz ihrem Vater hinterher: Sie solle diesem den Weg bis
zur Tür ausleuchten. Während sie weg ist, vergiftet er die Limonade.
o 7. Luise kommt langsam wieder ins Zimmer zurück. Sie und Ferdinand sind nun allein.
Einige Zeit schweigen beide.
o Ferdinand bezeichnet sich selbst als dumm dafür, an die "ewige Liebe" geglaubt zu
haben. Luise bezeichnet ihn als "unglücklich". Er regt sich darüber auf: Sie hätte wissen
müssen, dass er so auf das Ende der Beziehung reagieren werde. Sie hätte auch wissen
müssen, dass er dafür in den Tod gehen muss. Er meint, sie sei nicht leichtsinnig oder
einfältig, dafür aber teuflisch.
o Er trinkt von der vergifteten Limonade und fordert danach Luise auf, ebenfalls zu trinken.
Das tut diese auch.
o Ferdinand wundert sich darüber, wie Gott ein äußerlich so vollkommenes Wesen wie
Luise schaffen konnte, nur um dann eine teuflische Seele hineinzusetzen.
o Er erinnert sich an ihren ersten Kuss zurück und weint laut eigener Aussage über Luises
verkommener Seele.
o Luise deutet an, dass ihre Liebe zu Ferdinand echt war und jemand sie auseinander
getrieben hat. Ferdinand interpretiert dies als eine Lüge.
o Er erzählt ihr davon, dass die Limonade vergiftet war und sie beide sterben werden.
Luise ist erschrocken. Zeitgleich wird ihr übel. Sie dankt an ihren Vater und an ihre Mutter
und bittet Gott um Vergebung für ihre und Ferdinands Seelen.
o Luise meint, dass durch ihren baldigen Tod nun der Eid, den sie dem Präsidenten gab,
hinfällig ist. Während sie im Sterben liegt erzählt sie Ferdinand davon, dass sie zwar den
Liebesbrief geschrieben hat, sein Vater ihn aber diktierte. Es sei eine Intrige gewesen,
um sie auseinander zu treiben und sie hätte zum Wohle ihrer Eltern mitmachen müssen.
In ihren letzten Atemzügen bittet sie Gott noch einmal um Vergebung für Ferdinands
Seele.
o Ferdinand ist erschrocken über diese Nachricht. Er überlegt nun, seinen Vater
umzubringen. Außerdem spürt er nun wieder seine Liebe zu Luise und trauert um sie. Da
er selbst das Gift noch nicht spürt greift er noch einmal zur Limonade und trinkt.

8.  Zu Ferdinand und der toten Luise kommen nun Herr Wurm, der Präsident und einige
Bediente hinzu.
 Der Präsident hat den Brief in der Hand, den Ferdinand ihn schickte. Offensichtlich stand in
diesem drin, was er vorhatte. Der Präsident ist erschrocken, Ferdinand gibt aber ihm die Schuld.
 Herr Miller kommt mit einigen Gerichtsdienern hereingestürmt. Auch er ist tief erschrocken.
 Der Präsident gibt Herrn Wurm die Schuld an allem. Dieser verteidigt sich: Der Präsident sei
nicht verpflichtet gewesen, seine Vorschläge anzunehmen. Er kündigt außerdem an, dem Gericht
davon zu erzählen, dass der Präsident seinen Vorgänger ermordet hat.
 Herr Miller wirft Ferdinand das Gold hin und stürmt frustriert hinaus. Ferdinand gibt
Anweisung, es Herrn Miller wiederzugeben.

o  Ferdinand stirbt neben Luise. Kurz bevor er tot ist gibt er aber noch seinem Vater die
Hand. Der interpretiert dies als Vergebung und lässt sich abführen. Ende.
o