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Zielgruppen- und Settings orientierte medizinsche Diagnostik und Therapie

PFA 2018/19

AKTIVITÄTEN DES TÄGLICHEN LEBENS

“sich beschäftigen”

Verfasst von: Margetina Niksic und Admir Keranovic

PFA – Ausbildung Jahrgang 2017-2019

Betreuerin: Nathalie Berger

Wien, November 2018


Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung ............................................................................................................................... 3
2. Die Personenbezogenen und umgebungsbezogenen Veränderungen im Alter .................. 3
3. Darstellung der pflegerelevanten Unterstützungsmaßnahmen .............................. 4
3.1 Bedeutung von Beschäftigung .............................................................................. 4
3.2 Beschäftigungsangebote .................................................................................................... 5
3.3 Tagesgestaltung alter Menschen .......................................................................... 6
4.Fazit ....................................................................................................................................... 7
5. Literaturverzeichnis .............................................................................................................. 8

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1. Einleitung

In unserer Arbeit befassen wir uns mit dem Thema „Beschäftigung im Alter“.
Beschäftigung und Aktivitäten sind für die alten Menschen sehr wichtig, weil das nicht
nur zeitliche Struktur in den Alltag bringt, sondern hinterlässt auch das Gefühl ihre Zeit
sinnvoll verbracht zu haben.
Der Alterungsprozess betrifft alle Körperfunktionen und bringt Körperveränderungen
mit. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Aktivität, sinnvoller Beschäftigung und
sozialer Interaktion. Der Mensch ist kein Einzelwesen, sondern er wünscht sich
Gruppenzugehörigkeit und soziale Anerkennung, also die Anerkennung einer
Gemeinschaft.

2. Die personenbezogenen und umgebungsbezogenen


Veränderungen im Alter

Veränderung im Alter ist ein natürlicher Vorgang, tritt bei allen ein, gehört dazu und
kann nicht vermieden werden. Sie betrifft alle Körperfunktionen, senkt
Leistungsfähigkeit und ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Personenbezogen: das ist körperliche Veränderung. Einen großen Einfluss hat
persönliche Lebensweise, vor allem gesunde Ernährung, Sport, Erholung, Verzicht auf
Tabak, Alkohol, Drogen usw.
Organische und Psychovegetative Veränderungen im Alter:
° Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes (Haare, Haut, Muskeln)
° Verminderte Leistung der Sinnesorgane (Augen und Ohren)
° Eingeschränkte Herz- Kreislauf- Tätigkeiten (Bluthochdruck)
° Langsame Einbußen der Verdauungsorgane (Obstipation)
° Langsame Beeinträchtigung der Bewegungsorgane (Gelenkschmerzen)
° Skelettveränderung (Knochenschwund)
° Hirnorganische Veränderung (Kurzzeitgedächtnis Störung)
° Schwächung des Immunsystems (ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit und
Antriebsschwäche)
° zunehmende Krankheitsanfälligkeit

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° Konzentrationsschwierigkeit
° Schlafstörung
Umgebungsbezogene Veränderungen im Alter:
Das sind Soziale Veränderungen im Alter. Besonderes trifft es Menschen im Alter,
wenn in ihrem Leben radikale und plötzliche Veränderungen eintreten:
° Rollen und Funktionsverluste (Verlust der Arbeit „Rente“)
° Statusverluste (Macht und Ansehensverlust (Primar Dr.)
° Beziehungsverluste (Gatte/in stirbt)
° Wohnungsveränderungen (Umgebung, einziehen ins Seniorenheim)
° Verluste an äußerer Selbständigkeit (ist auf die Hilfe von Mitmenschen
angewiesen)
Ziehen sich aus dem sozialen Umfeld zurück, sind dabei anfällig für Depressionen.
Diese führt zum Verlust der Lebenslust und in der Folge zum schnelleren Altern.

3. Darstellung der pflegerelevanten Unterstützungsmaßnahmen

3.1 Bedeutung von Beschäftigung


Jeder Mensch hat ein natürliches Bedürfnis nach Beschäftigung. Das Bedürfnis nach
Beschäftigung besteht auch im Alter und auch bei einer Erkrankung.
Wenn sich alte Leute beschäftigen, sollen wir alle Spaß haben, das macht nicht nur
den Senioren Freude, sondern auch dem Personal. „Ein Tagesablauf, der
regelmäßigen Tätigkeiten beinhaltet, schenkt Zufriedenheit und Wohlbefinden“1.
Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie etwas tun und bewirken können, ist es
auch ein wichtiger Punkt für ihr eigenes Wohlbefinden. Ein Alltag ohne Abwechslung
und sinnvolle Angebote führt zur Langweile. Die sinnvolle Gestaltung des Alltags der
alten Menschen erleichtert auch den Pflegekräften ihre Arbeit. Dies ist eine wichtige
Grundlage für die Lebens- und Arbeitsqualität.
In den 90-er Jahren wurde der Begriff „aktives Altern“ von der WHO erfasst und ihr Ziel
war die Gewährleistung der Menschenrechte älteren Menschen sowie Prinzipien der
Selbstbewusstheit, Unabhängigkeit und Mitwirkung.


1
Fiedler, Petra: Spielen mit alten Menschen. Spielen wirkungsvoll in der Altenarbeit
einsetzen, Hannover, 2016, S. 19
4

Die Arbeit der WHO basiert auf Rechten der älteren Menschen und sie nicht zu
Objekten der Fürsorge gemacht werden.
Die WHO geht davon aus, dass alle profitieren könnten, wenn die Gesellschaft
frühzeitig in Maßnahmen zum aktiven Altern investiert. Bei der Planung der
Maßnahmen müssen die Rechte, Bedürfnisse der alten Menschen berücksichtigt
werden. Der entscheidende Punkt dieser Investition ist die aktive Teilhabe der Alten
an der Gesellschaft, wobei man ihre Bedürfnisse und adäquate Pflege beachten muss.
Dies bedeutet, dass die Alten eine gesunde Teilnahme an sozialen, ökonomischen
Aktivitäten leisten. Diese Maßnahmen können eine echte Herausforderung für die
alten Menschen darstellen. Deshalb sollen sie während ihrer Aktivitäten ständig
Unterstützungen von den Fachkräften bzw. Pflegekräften sowie der Gesellschaft und
ihrer Familie bekommen. Nach Esther Matolycz könnte man bei den alten Menschen
auch „Teilnahmslosigkeit“ bemerken. Damit werden Desinteresse, Passivität und
Apathie gemeint. Den genannten Phänomenen ist gemeinsam, dass sie als Folge
unterschiedlicher Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten.2
Das allergrößte Ziel des „Aktiven Alters“ wäre die Unterstützung der
Eigenverantwortung und die Bildung einer altersgerechten Gesellschaft.

3.2 Beschäftigungsangebote

„Jungen Alten“ das sind Senioren die fit und rüstig sind, Haushalt alleine führen und
Beschäftigungsangebote in Einspruch nehmen:
° Bildungsangebote
° Reisen
° Fitness
° verschiede Projekte (Theater, Kirche) unterstützen
° Ehrenamtliche arbeiten führen
Beschäftigungsangebote in Seniorenheimen:
° sollen immer an Senioren angepasst werden


2
Matolycz, Esther: Beschäftigung und Aktivitäten mit alten Menschen, München, 2013, S.
202
5

° Es ist sehr wichtig einen Beschäftigungsplan zu erstellen (Tages und
Wochenpläne)
° Richtige Höhe aufhängen wegen Senioren die im Rollstuhl sind
° Pläne evtl. verteilen in Wohn und Speiseräumen
° Sehr wichtig ist die Selbständigkeit und soziale Kompetenzen von Bewohnern
zu fördern
Gruppenangebote oder Einzellangebote
° Gruppenangebote sollen sich an körperliche Einschränkungen der Bewohner
richten (z.B. Rollstuhlbedürftige)
° Art der Beschäftigung (kochen, tanzen, Ballspielen, Kartenspielen)
° Gruppengröße richtet sich nach Art der Aktivitäten (max. 20 Bewohner)
Gruppenangebote in Seniorenheimen sind:
Ausflüge, Gartenarbeit, Gedächtnistraining, Musik, Kochen
Spiele (Kartenspiele)
Besuche von Tieren im Seniorenheim
Kreatives Gestalten (Malen, Stricken)

3.3 Tagesgestaltung alter Menschen


Tagesgestaltung zu Hause und im Seniorenheim
° Senioren die zu Hause leben und noch rüstig, geistig, körperlich beweglich sind,
erledigen Alltagsaufgaben alleine. Nach ihren Wünschen, bedarf, Lust und
Laune.
° Alltagspflichten: waschen-kochen-putzen, bügeln, Arzt besuche, Einkaufe,
Malzeiten zubereiten usw.
° Senioren die noch Motivierter sind und andere Anreize suchen z. B: Reiselust,
Umgang mit neuen Medien suchen
° Senioren, die zu Hause leben aber brauchen Unterstützung- Hilfe wegen
körperlicher oder Geistlicher Einschränkungen oder Tagesgestaltung zu Hause
(Hilfe von ambulante Hauswirtschaft und Pflegedienste und andere.)

Tagesgestaltung im Seniorenheim
° Lebensqualität, Sinnvolle Beschäftigung, Selbstbestimmung,
° Der Ablauf eines Tages

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• Morgen (Körperpflege, Arztbesuche)
• Mittags (backen, kochen, Blumen pflegen usw.)
• Abend (fernsehen)
• Nacht (Gebet)

Tagesgestaltung zwischen Mahlzeiten:


• Vormittag ist Zeit ca. von 10 bis 12 Uhr (backen, kochen)
• Nachmittag ist Zeit ca. von 15.30 bis 17.30Unr (Tanz, Spiele, Malen)

Die Nachtgestaltung: Beispiel


Bewohnerin sieht bis ca.20h (Nachrichten evtl. noch Film) fern danach geht zur
Toilette: urinieren, duschen, Gesicht mit Creme eincremen, Körper mit Bodylotion
eincremen, frische Inkontinenzhose anziehen, Zähne putzen und Zahnprothese in den
Zahnbecher geben, Nachthemd anziehen, Hörgerät herausnehmen und auf den
Nachtkasten stellen, sich ans Bett setzen, Abendgebet betten und dann ins Bett legen.
Abendgebet ist für einige Senioren sehr wichtig.

4. Fazit
Die Pflegekräfte sollten Barrieren und Hindernisse erkennen und sie überwinden um
das „Aktive Altern“ und Wohlbefinden zu fördern. Eine entscheidende Rolle neben den
Fachkräften spielen auch das Sozialsystem und die Vernetzung der Institutionen. Eine
aktive Lebensgestaltung wird heuer durch das gesunde Älterwerden interpretiert.
Dadurch wird ein selbständiges und mitverantwortliches Leben gemeint. Die aktive
Lebensgestaltung zeichnet sich durch Interessen, Fähigkeiten der Menschen, durch
die soziale Sicherung und Räumlichkeit sowie durch die Einstellung der Gesellschaft
gegenüber älteren Menschen.

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Literatur:
Fiedler, Petra: Spielen mit alten Menschen. Spielen wirkungsvoll der Altenarbeit
einsetzen, Hannover, 2016, S. 19
Köther, Ilke (Hrsg.) (2011) : Altenpflege, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, S. 1016-
1043
Matolycz, Esther: Beschäftigung mit alten Menschen, München, 2013, S.202
Mötzing, Gisela: Beschäftigung und Aktivitäten mit alten Menschen, München, 2013

Internet Quelle:
https://www.soz.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_soziologie/Personen/Instituts
mitglieder/Reinprecht/Reinprecht_Aktiv_ins_Alter__WHO.pdf?fbclid=IwAR0xvAJPRbi
sCL8_-e9kSiR54GE3brY2lyQsw9Amc8KvvJmslptApE-XN3I
https://www.pflege.de/altenpflege/tagespflege-nachtpflege/