Sie sind auf Seite 1von 200

Niedersächsisches Ministerium

für Soziales, Gesundheit


und Gleichstellung

uznanie kwalifikacji
zawodowych BERUFS­
ANERKENNUNG
recognit
io
professi n of Reconocim
iento
o
qualifica nal del oficio
tions

Orientierungsleitfaden zur
Anerkennung ausländischer
Schul-, Hochschul- und Berufs-
abschlüsse in Niedersachsen
Orientierungsleitfaden zur Anerkennung
ausländischer Schul-, Hochschul- und
Berufsabschlüsse in Niedersachsen

• Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse

• Zugang zum Hochschulstudium

• Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Ein schneller Überblick Schul- und Hochschulabschlüsse Anerkennung beruflicher Qualifikationen


Vorwort

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,


liebe Leserinnen und Leser,

für Zuwanderinnen und ­Zuwanderer


bedeutet der Wunsch auf ein chancen­
gerechtes Leben in Niedersachsen
insbesondere die Möglichkeit, ihre mit­
gebrachten schulischen und ­beruflichen
Qualifikationen und E­ rfahrungen
­ein­bringen zu können. Die nieder­
sächsischen Regelungen zur Anerken­
nung von Abschlüssen spiegeln diesen den nach Niedersachsen geflüchteten
Wunsch ­wider, denn er entspricht dem ­Menschen den Weg zu einem Arbeits­
Anliegen der Landesregierung, die platz, der ihren vorhandenen Berufsquali­
­gleichberechtigte Teilhabe herzustellen. fikationen entspricht.

Die rechtlichen Voraussetzungen zur Der Orientierungsleitfaden möchte allen


Anerkennung sowie die Beratungs- und an Fragen der Anerkennung ausländi­
Unterstützungsangebote haben sich in scher Qualifikationen Interessierten ein
den letzten Jahren weiterentwickelt. informatives Nachschlagewerk sein.  
So bildet die nunmehr 6. Auflage des
­Orientierungsleitfadens u.a. die Novellie­ Ihre
rung des Niedersächsischen Berufsqualifi­
kationsfeststellungsgesetzes (NBQFG) ab.

Die Umsetzung der geänderten EU-Be­ Dr. Carola Reimann


rufsanerkennungsrichtlinie wurde Niedersächsische Ministerin für Soziales,
genutzt, um weitere Verbesserungen für Gesundheit und Gleichstellung
alle Anerkennungsinteressierten einzu­
führen. Der Anspruch auf Teilnahme an
Qualifizierungsmaßnahmen wurde auf
nicht reglementierte Berufe ausgedehnt.
­Außerdem ist jetzt die wichtige Bera­
tung vor und während eines Anerken­
nungsverfahrens gesetzlich abgesichert.
Von ­diesen Vorteilen profitieren alle.
­Insbesondere erleichtert das NBQFG auch
5
Einleitung

Einleitung

Die Anerkennungsgesetze des Bundes Bescheid ausgestellt. Darin wird jedoch


und des Landes verfolgen integrations­ auch bescheinigt, welche Qualifikationen
politische und arbeitsmarktpolitische vorliegen und welche noch erforder­
Zielsetzungen. Die neuen Vorschriften zur lich sind, um die Voraussetzungen des
Anerkennung ausländischer Abschlüsse inländischen Referenzberufs zu erfüllen.
eröffnen neue Wege, um den Fachkräf­ Ein solcher Bescheid kann hilfreich sein
tebedarf in Zeiten des demografischen bei einer Bewerbung am Arbeitsmarkt
Wandels zu sichern. Migrantinnen und in einem nicht reglementierten Beruf.
Migranten, die in Deutschland leben, aber Gegebenenfalls kann eine berufliche
auch Fachkräfte aus dem Ausland können Ausgleichsmaßnahme sinnvoll sein. In
mit ihren beruflichen Kompetenzen für reglementierten Berufen gibt es Anpas­
den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen sungslehrgänge oder Eignungsprüfungen,
werden. Eine rechtliche Anerkennung mit denen der Bewerber oder die Bewer­
und soziale Wertschätzung im Ausland berin die vorhandenen Defizite ausglei­
erworbener beruflicher Kompetenzen ist chen kann. Die Verfahren zur Bewertung
zugleich auch ein sehr wichtiger Bestand­ ausländischer Berufsqualifikationen sind
teil einer Willkommens- und Anerken­ damit transparent geregelt. Die zustän­
nungskultur. digen Stellen müssen innerhalb von drei
Monaten über einen Antrag entscheiden,
Die neuen gesetzlichen Regelungen des wenn die erforderlichen Unterlagen voll­
Bundes und der Länder zur Anerkennung ständig vorliegen.
im Ausland erworbener Berufsqualifikati­
onen bringen maßgebliche Verbesserun­ Der Leitfaden in der vorliegenden 6.
gen mit sich. Sie beinhalten die Mög­ Auflage enthält bewährte und neue
lichkeit zur Prüfung und Feststellung der Elemente. Die Kapitel über die Anerken­
Gleichwertigkeit der vorhandenen mit der nung ­beruflicher Abschlüsse wurden neu
im Bund oder in Niedersachsen erforderli­ gefasst. Sie enthalten eine Aufstellung
chen Berufsqualifikation. Bestehen keine aller Berufe in alphabetischer Reihenfolge
wesentlichen Unterschiede, so wird die sowie eine Zusammenstellung der Berufs­
Gleichwertigkeit festgestellt. Bestehen gruppen mit den zuständigen Anerken­
wesentliche Unterschiede zwischen der nungsstellen. So können Sie ganz einfach
Ausbildung im Herkunftsland und den die zuständige Stelle zum jeweiligen Re­
inländischen beruflichen Anforderun­ ferenzberuf herausfinden. Aktualisiert ist
gen, kann die Antragstellerin oder der der Gesetzestext des NBQFG einschließlich
Antragsteller diese Unterschiede ggf. der Kurzkommentierung. Die Kapitel über
durch Berufserfahrung ausgleichen. Ist die Anerkennung im Bereich Schule und
dies nicht möglich, wird ein ablehnender Hochschule in Teil I wurden angepasst.
6
Einleitung

Vielen Personen und Institutionen ist


ganz herzlich zu danken. Zu danken ist
den verschiedenen niedersächsischen
Ministerien, die in vielfältigen Fachfragen
und bei den zahlreichen Aktualisierungen
sehr engagiert beraten und unterstützt
haben. Ohne die Daten von vielen weite­
ren ­Einrichtungen, Kammern, Stiftungen,
Institutionen und Behörden wäre der
Leitfaden nicht so informativ geworden.

Die Redaktion

Hannover, im September 2018

7
Orientierungsleitfaden zur
Anerkennung ausländischer
Schul-, Hochschul- und Berufs-
abschlüsse in Niedersachsen

8
Inhalt

Inhalt

Vorwort ................................................................................................................... 5

Einleitung ............................................................................................................6 – 7

Ein schneller Überblick zu Zielsetzung, Inhalt und Fortführung des
Leitfadens.............................................................................................................. 13

I. Ziele .................................................................................................................. 13
II. Informationsmöglichkeiten ................................................................................ 13
III. Der Orientierungsleitfaden als Wegweiser ......................................................... 14
IV. Der Orientierungsleitfaden – work in progress.
Ihre Meinung und Unterstützung sind gefragt ................................................... 15

Teil I
Schul- und Hochschulabschlüsse.......................................................................... 17

1. Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse . .................................... 17
1.1 Voraussetzungen für die Anerkennung von Schulabschlüssen . .................. 17
1.1.1 Hauptschule/Hauptschulabschluss ............................................................. 18
1.1.1.1 Hauptschule .............................................................................................. 18
1.1.1.2 Hauptschulabschluss ................................................................................. 20
1.1.2 Realschule/Realschulabschluss ................................................................... 21
1.1.2.1 Realschule ................................................................................................ 21
1.1.2.2 Realschulabschluss (mittlerer Schulabschluss).............................................. 22
1.1.3 Oberschule/Abschlüsse Oberschule............................................................. 22
1.1.4 Gymnasium . ............................................................................................. 24
1.1.5 Gesamtschule ........................................................................................... 25
1.1.5.1 Integrierte Gesamtschule (IGS).................................................................... 25
1.1.5.2 Kooperative Gesamtschule (KGS)................................................................ 26
1.1.6 Fachhochschulreife..................................................................................... 26
1.1.7 Fachgebundene Hochschulreife.................................................................. 27
1.1.8 Allgemeine Hochschulreife (Abitur)............................................................. 27
1.2 Wer ist zuständig? .................................................................................... 29
1.3 Antragsverfahren zur Anerkennung von Schulabschlüssen . ....................... 30
1.3.1 Für das Antragsverfahren erforderliche Unterlagen .................................... 30
9
Inhalt

1.3.2 Gebühren.................................................................................................... 30
1.4 Was tun bei Nichtanerkennung von Schulabschlüssen? .............................. 31
1.5 Regelungen für Spätaussiedlerinnen/Spätaussiedler..................................... 32

2. Zugang zum Hochschulstudium ............................................................. 33


2.1 Hochschulzugang mit ausländischen Zeugnissen ........................................ 33
2.2 Zuständige Stellen ...................................................................................... 34
2.2.1 Hochschulen .............................................................................................. 34
2.2.2 Arbeits- und Servicestelle für internationale Studienbewerbungen
(uni-assist e.V.) ........................................................................................... 34
2.2.3 Zuständigkeit von uni-assist e.V. ................................................................. 35
2.2.4 Stiftung für Hochschulzulassung ................................................................ 35
2.3 Bewerbung um einen Studienplatz ............................................................. 36
2.3.1 Feststellungsprüfung .................................................................................. 36
2.3.2 Vorbereitungskurse am Niedersächsischen Studienkolleg
an der Leibniz Universität Hannover ........................................................... 37
2.3.3 Schritte zur Hochschulzulassung . ............................................................... 37
2.3.4 Nachweis von Deutschkenntnissen ............................................................. 38
2.3.5 Anerkennung ausländischer Studien- und Prüfungsleistungen..................... 40
2.4 Förderung von Ausbildung, Studium und Integration
in den Arbeitsmarkt ................................................................................... 42
2.4.1 BAföG . ...................................................................................................... 42
2.4.2 Garantiefonds Hochschule ......................................................................... 44
2.5 Bewertung ausländischer Hochschulabschlüsse .......................................... 46
2.6 Aufenthaltsrechtliche Aspekte..................................................................... 47
2.7 Adressen und weitere Informationen .......................................................... 47
2.7.1 Akademische Auslandsämter (AAA)/Hochschulbüros für Internationales..... 47
2.7.2 Deutsches Studentenwerk (DSW) e.V. . ....................................................... 47
2.7.3 uni-assist e.V............................................................................................... 48
2.7.4 Broschüre „Studien- und Berufswahl“......................................................... 48
2.7.5 Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) e.V................................. 48
2.7.6 Informationssystem zur Anerkennung ausländischer
Bildungsabschlüsse . ................................................................................... 48

3. Führung von ausländischen Hochschulgraden und


Hochschultiteln......................................................................................... 48

10
Inhalt

4. Akademische Auslandsämter (AAA)/Hochschulbüros


für Internationales bei den Hochschulen und Beratungsstellen
in Niedersachsen...................................................................................... 51

Teil II
Anerkennung beruflicher Qualifikationen........................................................... 54

1. Allgemeines.............................................................................................. 54
2. Die geltenden gesetzlichen Regelungen................................................ 54
2.1. Das Anerkennungsgesetz des Bundes.......................................................... 54
2.1.1 Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz.................................................. 54
2.1.2 Berufsrechtliche Fachgesetze des Bundes..................................................... 55
2.2. Das Niedersächsische Anerkennungsgesetz ................................................ 55
2.2.1 Das Niedersächsische Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz....................... 56
2.2.2 Berufsrechtliche Fachgesetze des Landes..................................................... 56
2.3. Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG........................................ 57
2.4. Das Bundesvertriebenengesetz – besondere Regelungen
für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler................................................. 60

3. Die wichtigsten Inhalte und Neuerungen der


Anerkennungsgesetze............................................................................. 61

4. Ein Überblick über die Regelungen des BQFG und des NBQFG............ 64

5. Niedersächsisches Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz –
Gesetzestext und Kurzkommentar......................................................... 72

6. Die nach niedersächsischem Landesrecht geregelten Berufe............. 103

7. Fördermöglichkeiten im Rahmen des Anerkennungsverfahrens ...... 104


7.1. Kostenarten ............................................................................................. 104
7.2 Fördermöglichkeiten ................................................................................ 105
7.2.1 Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung bzw.
Weiterbildung – SGB II und III ................................................................... 105
7.2.2 Aufstiegsfortbildung als Ausgleichsmaßnahme - Aufstiegs-BAföG ............ 106
7.2.3 Förderung der beruflichen Weiterbildung für Beschäftigte ........................ 107
7.2.4 BMBF-Programm „Bildungsprämie“ für Erwerbstätige .............................. 108

11
Inhalt

7.2.5 Studienleistungen als Anpassungsqualifizierung – BAföG,


Garantiefonds Hochschule ....................................................................... 108
7.2.6 Anerkennungszuschuss des Bundes........................................................... 108
7.3 Förderung des Spracherwerbs................................................................... 109

8. Die Berufe .............................................................................................. 109


8.1 Die Struktur der Berufe ............................................................................ 109
8.2 Wie finde ich die zuständige Stelle?.......................................................... 111
8.3 Die Berufe A bis Z .................................................................................... 114
8.4 Die Berufsgruppen ................................................................................... 132
8.5 Ausgewählte Beispiele . ............................................................................ 177
8.6 Glossar . ................................................................................................... 183

12
Ein schneller Überblick

Ein schneller Überblick zu Z


­ ielsetzung, Inhalt
und Fortführung des Leitfadens

I. Ziele Nacherwerb fehlender Qualifikationen bei


nicht reglementierten Berufen.
Der Leitfaden soll einerseits umfassend
über die Rechtslage und die zuständigen
Stellen in Niedersachsen informieren. II. Informationsmöglichkeiten
Andererseits soll er die recht unübersicht­
liche Materie für alle Interessierten klar Das Informations- und Beratungsangebot
darstellen. im Bereich der Anerkennung beruflicher
Abschlüsse aus dem Ausland ist sehr
Die Neuauflage des Leitfadens enthält umfangreich. Insbesondere Niedersachsen
sehr umfangreiche Neuerungen. Auf­ weist ein gut entwickeltes flächendecken­
grund der Novellierung der EU-Richtlinie des Beratungsangebot auf.
2005/36/EG über die Anerkennung von
Berufsqualifikationen durch die Richtlinie ■ Im Rahmen des bundesweiten Förder­
2013/55/EU sind sowohl die Berufsquali­ programms „Integration durch Qualifi­
fikationsfeststellungsgesetze als auch die zierung“ (IQ) haben bundesweit ab Mitte
Berufsfachgesetze von Bund und Ländern 2011 16 Landesnetzwerke ihre Arbeit
entsprechend angepasst worden. Die aufgenommen. Sie haben den Auftrag,
wichtigsten Neuerungen sind die Einfüh­ Unterstützungsstrukturen zur Anerken­
rung der elektronischen Antragstellung, nungsberatung und zur Qualifizierung
des Europäischen Berufsausweises, eines aufzubauen. In Niedersachsen ist das
Vorwarnmechanismus sowie des partiel­ ­Landesnetzwerk IQ bei der RKW Nord
len Berufszugangs. GmbH in Osnabrück und Hannover ange­
siedelt. Das IQ Netzwerk Niedersachsen
Das novellierte Niedersächsische Berufs­ bietet sowohl persönliche Beratung an
qualifikationsfeststellungsgesetz (NBQFG) als auch ein aktuelles und umfassendes
ist am 15.06.2016 in Kraft getreten. Mit Informationsangebot im Internet über das
der Gesetzesänderung wurden wesent­ Migrationsportal unter:
liche Verbesserungen für die an der www.migrationsportal.de.
Anerkennung ihrer im Ausland erworbe­
nen Berufsqualifikationen Interessierten Die Schwerpunkte der Arbeit des IQ Netz­
eingeführt. Neu verankert wurden im werks bilden u.a. die Anerkennungs- und
niedersächsischen Gesetz Ansprüche auf Qualifizierungsberatung und die Quali­
eine unabhängige Beratung sowie zum fizierungsmaßnahmen. Die 14 Anerken­
13
Ein schneller Überblick

nungs- und Qualifizierungsberatungsstel­ dere von Hochschulabschlüssen, finden


len des IQ Netzwerks in Niedersachsen Sie im Informationsportal „anabin“, der
bieten persönliche Beratung an. Sie Datenbank der Zentralstelle für ausländi­
unterstützen Ratsuchende jeweils nach sches Bildungswesen unter:
Bedarf während des gesamten Anerken­ http://anabin.kmk.org/anabin.html.
nungsverfahrens, also z. B. auch bei der
Suche nach passenden Qualifizierungs­ ■ Telefonische Beratung können Sie bei
maßnahmen. Sie finden die Kontaktdaten der zentralen Hotline des Bundesamtes
unter: für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
https://www.migrationsportal.de/angebo- „Arbeiten und Leben in Deutschland“
te/migrantinnen-migranten.html. unter +49 (0)30 1815-1111 erhalten.
Die Hotline steht für alle offen. Sie bietet
■ Anerkennungsberatung gehört auch u.a. auch Erstberatung zur Anerkennung
zu den Aufgaben der Bundesagentur ausländischer Berufsabschlüsse. Von der
für Arbeit und der Jobcenter. Leistungs­ Hotline wird dann ggf. an die Berater und
berechtigte können sich jederzeit dort Beraterinnen vor Ort verwiesen. Insbeson­
beraten lassen. dere wenn Sie aus dem Ausland anrufen
oder auf Englisch beraten werden möch­
■ Daneben bieten landesweit flächende­ ten, rufen Sie am besten die vorgenannte
ckend viele Stellen Erstberatung an. Diese Hotline an.
Stellen beraten entweder selbst zum
Anerkennungsgesetz oder verweisen auf ■ Die elektronische Antragstellung auf
die zuständigen Stellen. Anerkennung von ausländischen Ab­
schlüssen bei reglementierten Berufen ist
Bei den Beratungsstellen handelt es sich online über die Einheitlichen Ansprech­
um die unterschiedlichsten Stellen, so partner möglich. Der jeweils zuständige
beraten z.B. zahlreiche Migrantenorgani­ Einheitliche Ansprechpartner kann über
sationen und Volkshochschulen. folgenden Link ermittelt werden:
http://www.eu-dlr.niedersachsen.de/
■ Das Internetportal „Anerkennung einheitlicher_ansprechpartner/.
in Deutschland“. Es informiert über
rechtliche Grundlagen und Verfahren
der beruflichen Anerkennung und zeigt III. Der Orientierungsleitfaden als
den Weg zu zuständigen Stellen und zu Wegweiser
Beratungsangeboten unter: Das Niedersächsische Ministerium für
https://www.anerkennung-in-deutsch- Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
land.de/html/de/. deckt mit dieser Veröffentlichung einen
Bedarf, der von den Arbeitsverwaltungen,
■ Informationen zur Anerkennung aus­ Qualifizierungsträgern, Migrationsbera­
ländischer Bildungsabschlüsse, insbeson­ tungsstellen und den Betroffenen aufge­
14
Inhalt Ein schneller Überblick

zeigt wurde. Auch in Zeiten des Internets •• das Kapitel „Die Berufe“ mit Berufen
ist ein gedruckter Orientierungsleitfaden von A bis Z und den Berufsgruppen
eine wertvolle Hilfe. mit Angaben der zuständigen Stellen
Der Leitfaden bietet einen aktuellen und sowie ausgewählten Beispielen.
schnellen Überblick über die Rechts­
grundlagen, die zuständigen Stellen mit Unter Teil II, Kapitel 8.6 findet sich ein
den Kontaktdaten, die Finanzierungs­ Glossar.
möglichkeiten sowie über Hinweise zu
weiteren Informationsquellen.
IV. Der Orientierungsleitfaden –
In Teil I werden die folgenden Themen work in progress. Ihre Meinung
behandelt: und Unterstützung sind gefragt
•• Anerkennung ausländischer Schul­ Dieser Leitfaden zu Fragen der Anerken­
abschlüsse, nung ausländischer Schul-, Berufs- und
•• Zugang zum Hochschulstudium mit Hochschulabschlüsse wurde erstmals mit
ausländischen Zeugnissen, dem Stand November 2009 veröffentlicht
•• Bewertung ausländischer Hochschul­ und liegt jetzt in aktualisierter 6. Auflage
abschlüsse und Zeugnisse, vor. Für die Grundlegung des Leitfadens
•• Führen von ausländischen Hochschul­ wurden u. a. folgende Publikationen zum
graden und Hochschultiteln. Thema ausgewertet:
•• „Lernen und Arbeiten in Rhein­
Der gesamte Themenbereich der Be­ land-Pfalz“ des Projekts „InPact“,
wertung und Anerkennung im Ausland •• der „Leitfaden zur Anerkennung aus­
erworbener beruflicher Qualifikationen ländischer Schul- und Berufsabschlüsse
wird in Teil II behandelt. Teil II enthält in Hamburg“ des Diakonischen Werks,
folgende Kapitel: •• der „Leitfaden zur Anerkennung aus­
•• Die geltenden gesetzlichen ländischer Schul- und Berufsabschlüsse
­Regelungen, in Schleswig-Holstein“ des Projekts
•• die wichtigsten inhaltlichen Neuerun­ „access“,
gen der Anerkennungsgesetze, •• der Wegweiser „Anerkennung von
•• einen Überblick über die Regelungen Bildungs- und Berufsabschlüssen in
des BQFG und des NBQFG, Hessen“ des Vereins berami:
•• den Gesetzestext des Niedersächsi­ http://www.berami.de,
schen Berufsqualifikationsfeststel­ •• der „Wegweiser Anerkennung NRW“
lungsgesetzes mit einer Kurzkommen­ des IQ Netzwerks Nordrhein-Westfa­
tierung, len, erstellt für den Westdeutschen
•• eine Liste der nach niedersächsischem Handwerkskammertag,
Landesrecht geregelten Berufe, •• die Erläuterungen zum Anerkennungs­
•• die Fördermöglichkeiten im Rahmen gesetz des Bundes, Bundesministerium
des Anerkennungsverfahrens, für Bildung und Forschung (BMBF),
Stand 15.03.2012. 15
Ein schneller Überblick

Für den vorliegenden Leitfaden für


Niedersachsen wurden die regionalen Be­
sonderheiten des Landes Niedersachsen
berücksichtigt und mit den zuständigen
Stellen in Niedersachsen abgestimmt.
Trotz des Bemühens, alle wichtigen Rege­
lungen aktuell, umfassend und übersicht­
lich darzustellen, ist nicht auszuschließen,
dass sich Unkorrektheiten eingeschli­
chen haben oder es nach Abschluss der
Recherche zu Veränderungen bei den
Adressen, Zuständigkeiten oder Verfahren
gekommen ist, die nicht mehr berücksich­
tigt werden konnten.
Den Orientierungsleitfaden finden Sie
auch auf der Website des Niedersächsi­
schen Ministeriums für Soziales, Gesund­
heit und Gleichstellung unter:
http://www.ms.niedersachsen.de.

16
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Teil I
Schul- und Hochschulabschlüsse

Schul- und Hochschulabschlüsse zu dem jeweiligen Abschluss führen, u.a.


anhand der beiden nachfolgenden Fragen
1. Anerkennung ausländischer Schul- miteinander verglichen:
abschlüsse •• Wie lange muss die Schule besucht
Im folgenden Kapitel wird beschrieben, werden (Dauer des Schulbesuchs)?
unter welchen Voraussetzungen und •• Wie viele und welche Fächer mussten
durch welche Verfahren im Ausland er­ belegt werden (Inhalte des Schul­
worbene Schulabschlüsse in Niedersach­ besuchs)?
sen anerkannt werden können. Darüber
hinaus erfahren Sie, welche Möglichkei­ Ergeben sich bei dieser Prüfung aus­
ten es im Land Niedersachsen gibt, einen reichende Übereinstimmungen, wird
Schulabschluss nachzuholen. der ausländische Schulabschluss als
gleichwertig mit einem entsprechenden
1.1 Voraussetzungen für die Anerken- deutschen Abschluss bewertet. Die auf­
nung von Schulabschlüssen nehmenden Bildungseinrichtungen wie
Über eine schulische Anerkennung in Schulen und Hochschulen entscheiden
Bezug auf Gleichwertigkeiten wird grund­ dabei im Regelfall in eigener Zuständig­
sätzlich für Migrantinnen und Migran­ keit, ohne dass ein förmlicher Bescheid
ten aller Nationalitäten im Rahmen von erteilt wird.
Aufnahmeverfahren für weiterführende
Schulen oder Hochschulen entschieden. Für den Besuch von berufsbildenden
Sollte eine Anerkennung nicht möglich Schulen ergibt sich dabei die Zuständig­
sein, zum Beispiel aufgrund einer zu kur­ keit der aufnehmenden Schule aus § 6
zen Schulzeitdauer oder wegen fehlender Abs. 1 der „Verordnung über die Gleich­
Unterrichtsfächer oder -inhalte, kann wertigkeit von Abschlüssen im Bereich
und sollte ein deutscher Schulabschluss der beruflichen Bildung“ (BB-GVO)1. Die
nachgeholt werden. Bei der Prüfung und Bestimmungen zu den Berechtigungen,
Bewertung ausländischer Schulabschlüsse die der Erweiterte Sekundarabschluss I
werden im Rahmen einer Gleichwertig­ verleiht (s. u.), sind in § 2 der Verord­
keitsüberprüfung die Voraussetzungen, nung über die gymnasiale Oberstufe
die im Herkunftsland und in Deutschland (VO-GO) sowie in den dazu gehörigen

1
http://www.mk.niedersachsen.de/startseite/schule/unsere_schulen/berufsbil­
dende_schulen/rechts_und_verwaltungsvorschriften_berufsbildende_schulen/
rechts--und-verwaltungsvorschriften-fuer-berufsbildende-schulen-6456.html 17
Schul- und Hochschulabschlüsse

Ergänzenden Bestimmungen (EB-VO-GO)2 1.1.1 Hauptschule / Hauptschul­


geregelt und als Einzelfallentscheidung abschluss
den Schulen in eigener Verantwortung
übertragen. 1.1.1.1 Hauptschule
Die Hauptschule umfasst die Schuljahr­
Erwerb von Abschlüssen am Ende des gänge 5 bis 9, an ihr kann eine 10. Klasse
Sekundarbereichs I (Jahrgangsstufen eingerichtet werden. Der Besuch einer 10.
9 und 10) Klasse an der Hauptschule ist freiwillig.
Abschlüsse im Sekundarbereich I können
nach Maßgabe der jeweils geltenden Die Hauptschule stärkt Grundfertigkeiten,
„Verordnung über die Abschlüsse im Se­ Arbeitshaltungen, elementare Kulturtech­
kundarbereich I der allgemein bildenden niken und selbstständiges Lernen. Im Un­
Schulen einschließlich der Freien Waldorf­ terricht wird ein besonderer Schwerpunkt
schulen“ (AVO-Sek I) an allen niedersäch­ auf handlungsbezogene Formen des
sischen Schulformen erworben werden. Lernens gelegt. Die Hauptschule vermit­
telt ihren Schülerinnen und Schülern eine
Weitere Informationen zu den Schulfor­ grundlegende Allgemeinbildung und eine
men können Sie durch das Niedersächsi­ individuelle Berufsorientierung sowie eine
sche Kultusministerium, Schiffgraben 12, individuelle Schwerpunktbildung in der
30159 Hannover, Postfach 161, 30001 beruflichen Bildung bis hin zur Vermitt­
Hannover, Telefon: 0511 120-0, Telefax: lung der Anforderungen des 1. Ausbil­
0511 120-7450, E-Mail: poststelle@ dungsjahres einer Berufsausbildung. Nach
mk.niedersachsen.de erhalten (Home­ Maßgabe der Abschlüsse können die
page: http://www.mk.niedersachsen.de). Schülerinnen und Schüler ihren Bildungs­
Darüber hinaus kann über das Nieder­ weg berufsbezogen fortsetzen, haben
sächsische Kultusministerium die Broschü­ aber auch Zugang zu studienbezogenen
re „Unser Schulwesen in Niedersachsen“ Bildungswegen.
bezogen werden (im Internet unter http://
www.mk.niedersachsen.de/startseite/ Der Unterricht in der Hauptschule besteht
service/publikationen/schulwesen_nie- aus Pflichtunterricht, Wahlpflichtunter­
dersachsen/publikationen-das-schul- richt und aus Angeboten im wahlfreien
wesen-in-niedersachsen-85885.html Unterricht. Englisch wird als erste Fremd­
aufrufbar). sprache unterrichtet. Vom 9. Schuljahr­
gang an werden in den Fächern Englisch
Die Übersicht auf Seite 19 bildet das und Mathematik Fachleistungskurse auf
niedersächsische Schulwesen im Bereich zwei Anforderungsebenen eingerichtet.
allgemein bildende Schulen ab.

2
https:// www.mk.niedersachsen.de/download/110377
18
Das nieDersächsische schulwesen (allgemein bildende schulen)
Das nieDersächsische schulwesen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Förderschule1
hauptschule duale ausbildung
hauptschule
Realschule berufsbildendes schulwesen
Realschule
Förderschule
Inhalt

/ duale berufsausbildung

Kindertagesstätte grundschule Oberschule


Oberschule mit und ohne gymnasiales Angebot berufsbildende schulen
Kindertagesstätte grundschule
/ berufswahl

gymnasium gymnasiale Oberstufe


universität

gesamtschule2
Kooperative gesamtschule gymnasiale Oberstufe

abendgymnasium
und Kolleg
und Kolleg
hochschule /studium

Elementarbereich
Elemetarbereich Primarbereich
Primarbereich Sekundarbereich
Sekundarbereich II Sekundarbereich II
Sekundarbereich II

1 in der Fös können schülerinnen und schüler aller schuljahrgänge unterrichtet werden, nschg § 14, abs. 4 und §5, abs. 3, nr. 3
Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt lernen laufen im Primarbereich aufsteigend ab dem schuljahr 2013/2014
1(erstmalig ohne 1. schuljahrgang) aus, im sekundarbereich i aufsteigend ab dem schuljahr 2017/2018 (erstmalig ohne 5. schuljahrgang),
In der Förderschule können Schülerinnen und Schüler aller Schuljahrgänge unterrichtet werden
also wird zum schuljahresbeginn 2016/2017 letztmalig in den 5. schuljahrgang aufgenommen.
2 bestehende Kooperative gesamtschulen haben nach nschg § 183 b bestandsschutz
(NSchG § 14, Abs. 4 und § 5, Abs. 3, Nr. 3).
Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ laufen im Primärbereich aufsteigend seit
dem Schuljahr 2013/2014 (erstmalig ohne 1. Schuljahrgang), im Sekundarbereich I aufsteigend
seit dem Schuljahr 2017/2018 (erstmalig ohne 5. Schuljahrgang) aus.
Zum Schuljahresbeginn 2016/2017 wurden letztmalig Schülerinnen und Schüler in den
5. Schuljahrgang aufgenommen.

² Bestehende Kooperative Gesamtschulen haben nach NSchG § 183 b Bestandsschutz.


Schul- und Hochschulabschlüsse

19
Schul- und Hochschulabschlüsse

Einen besonderen Schwerpunkt stellt die •• Sekundarabschluss I - Hauptschulab­


Stärkung der beruflichen Orientierung schluss.
dar. Die Hauptschule vermittelt hierzu
praktische Erfahrungen in den Betrie­ Für eine Gleichstellung des ausländischen
ben, im berufsbezogenen Unterricht Bildungsnachweises mit dem deutschen
und ggf. in der praktischen Ausbildung Hauptschulabschluss müssen mindestens
in den berufsbildenden Schulen, die in neun3 (bei einigen Herkunftsländern
einem umfassenden Sinne der Sicherung auch zehn oder mehr) aufsteigende
der Ausbildungsfähigkeit dienen. Für Schuljahrgänge an einer allgemein
Hauptschülerinnen und -schüler werden bildenden Schule mit Erfolg (Abschluss
berufsorientierende und berufsbildende oder Versetzung in den jeweils höheren
Maßnahmen an mindestens insgesamt Schuljahrgang) besucht worden sein. Bei
80 Tagen (Praxistage) durchgeführt. Die einer kürzeren Schulzeit kann keine Äqui­
Schwerpunktsetzung erfolgt im 9. und valenz bzw. Gleichwertigkeit festgestellt
10. Schuljahrgang. Praxistage können werden4.
insbesondere in berufsbildenden Schu­
len, in Betrieben, in anderen geeigneten Es muss zumindest
Einrichtungen oder in der Schule durch­ ■ Unterricht in der jeweiligen Mutter-
geführt werden. bzw. Landessprache,
■ Unterricht in Mathematik,
1.1.1.2 Hauptschulabschluss ■ Unterricht in einem naturkundlichen
Am Ende des 9. Schuljahrgangs kann der bzw. -wissenschaftlichen Fach
Hauptschulabschluss erworben werden. wie Biologie, Chemie oder Physik und
Am Ende des 10. Schuljahrgangs können ■ Unterricht in einem gesellschaftskund­
folgende Abschlüsse erworben werden: lichen bzw. -wissenschaftlichen Fach
•• Erweiterter Sekundarabschluss I, der wie zum Beispiel Geschichte, Geo­
zum Eintritt in die Einführungsphase grafie, Politik oder Sozialkunde erteilt
der gymnasialen Oberstufe oder zum worden sein.
Besuch eines Beruflichen Gymnasiums
berechtigt, Voraussetzung dafür ist eine erfolgreiche
•• Sekundarabschluss I - Realschulab­ Bewertung und/oder Benotung sowie
schluss (auch als mittlerer Schulab­ ggf. ein Abschluss. Liegen diese Voraus­
schluss bezeichnet), setzungen nicht vor (zum Beispiel sind

3
Im Rahmen von Sonderregelungen gelten für Spätaussiedler/-innen auch nur acht­
jährige Schulabschlüsse als ausreichende Schulvorbildung.

4
Hierbei ist es nicht entscheidend, ob die Mindestschulpflicht systembedingt (wie
z.B. in Italien oder der Türkei) nicht erreicht werden kann oder aus individuellen
­Gründen (wie z. B. Schulabbruch, Flucht oder Übersiedlung) nicht erreicht wurde.
20
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

ein oder mehrere Unterrichtsfächer nicht Gesundheit und Soziales. Nach Maßgabe
erfolgreich bestanden worden oder dau­ der Abschlüsse können die Schülerinnen
erte der Schulbesuch weniger als neun und Schüler ihren Bildungsweg berufs-
Jahre), kann eine Anerkennung ggf. nur oder studienbezogen fortsetzen.
dann möglich sein, wenn zusätzlich eine
Berufsausbildung nachgewiesen werden Der Unterricht in der Realschule besteht
kann. aus Pflichtunterricht sowie aus Ange­
boten im Wahlpflichtunterricht und im
Der Sekundarabschluss I – Hauptschul- wahlfreien Unterricht. Eine zweite Fremd­
abschluss kann nach erfolgreichem sprache (in der Regel Französisch) wird als
Besuch von mindestens 10 aufsteigenden vierstündiger Wahlpflichtkurs ab dem 6.
Schuljahrgängen und bei Nachweis einer Schuljahrgang angeboten. Schülerinnen
zusätzlichen Sprache / Fremdsprache und Schüler, die das Angebot der zweiten
festgestellt werden. Dieser Abschluss Fremdsprache nicht wählen, erhalten
vermittelt die gleichen Berechtigungen Unterricht in zwei jeweils zweistündigen
wie der Hauptschulabschluss. Er kann anderen Wahlpflichtkursen. Das Erlernen
aber Bedeutung in den Angelegenheiten der zweiten Fremdsprache ab dem 6.
erlangen, in denen nach Ausbildungsvor­ Schuljahrgang ist nicht Voraussetzung
schriften oder -ordnungen eine zehn­ für einen möglichen Übergang in die
jährige Schulzeit oder ein „qualifizierter Einführungsphase der gymnasialen Ober­
Hauptschulabschluss“ verlangt wird (z. B. stufe oder für den Besuch des Beruflichen
in bestimmten Pflegeberufen). Gymnasiums.

Neben der 2. Fremdsprache bietet jede


1.1.2 Realschule / Realschulabschluss Realschule in den Schuljahrgängen 9 und
10 im Wahlpflichtbereich mindestens
1.1.2.1 Realschule eines der Profile Wirtschaft, Technik oder
Die Realschule umfasst die Schuljahrgän­ Gesundheit und Soziales an.
ge 5 bis 10. Sie vermittelt ihren Schü­
lerinnen und Schülern eine erweiterte Berufsorientierende Maßnahmen werden
Allgemeinbildung und eine allgemeine als Praxistage an mindestens insgesamt
Berufsorientierung. Durch ein breites 30 Schultagen vorrangig in den Schul­
Fächerangebot bewirkt die Realschu­ jahrgängen 8 bis 10 durchgeführt. Im
le bei den Schülerinnen und Schülern 8. Schuljahrgang dienen sie u. a. der
zunehmend ein vertieftes Verständnis für Vorbereitung auf die Profilwahl im 9. und
lebensnahe Sachverhalte. Die Realschule 10. Schuljahrgang. Die Zusammenarbeit
ermöglicht ihren Schülerinnen und Schü­ mit der Berufsberatung der Arbeitsver­
lern eine individuelle Schwerpunktbildung waltung, den Kammern, Unterricht in
in einem der Schwerpunkte (Profile) Kooperation mit berufsbildenden Schulen
Fremdsprachen, Wirtschaft, Technik oder und Praxiserfahrungen in Betrieben
21
Schul- und Hochschulabschlüsse

oder in anderen Einrichtungen sind Teil eine zweite Sprache, eine Fremdsprache,
des ­fächerübergreifenden schulischen ergänzt (Fünf-Fächer-Regel). Für eine
Konzepts zur Durchführung berufsorien­ Gleichstellung müssen alle Voraussetzun­
tierender Maßnahmen. gen erfüllt sein. Es gilt außerdem – im
Vergleich zur Gleichstellung des auslän­
In Realschulen mit wenigstens zwei dischen Abschlusses mit dem deutschen
Zügen kann in den Fächern Mathematik Hauptschulabschluss – ein höheres
und Englisch oder in einem der Fächer ab unterrichtliches Anspruchsniveau. Der
dem 9. Schuljahrgang eine Differenzie­ Realschulabschluss ist u. a. ausreichend
rung nach Fachleistungskursen durchge­ zur Aufnahme in die Schulformen des
führt werden. zweiten Bildungsweges (Abendgymnasi­
um, Kolleg – staatl. Institut zur Erlangung
1.1.2.2 Realschulabschluss (mittlerer der Hochschulreife), die zur allgemeinen
Schulabschluss) Hochschulreife (Abitur) führen.
Am Ende des 10. Schuljahrgangs können
folgende Abschlüsse erworben werden:
•• Erweiterter Sekundarabschluss I, der 1.1.3 Oberschule/Abschlüsse
zum Eintritt in die Einführungsphase Oberschule
der gymnasialen Oberstufe oder zum Die Oberschule umfasst als Schule des
Besuch eines Beruflichen Gymnasiums Sekundarbereichs I die Schuljahrgänge 5
berechtigt, bis 10. Eine Oberschule kann als Ober­
•• Sekundarabschluss I - Realschulab­ schule ohne gymnasiales Angebot oder
schluss (auch als mittlerer Schulab­ als Oberschule mit gymnasialem Angebot
schluss bezeichnet), geführt werden. Der Unterricht kann
•• Sekundarabschluss I - Hauptschulab­ nach Entscheidung der Schule im Rahmen
schluss. der Vorgaben
•• jahrgangsbezogen (in den Schuljahr­
Für die Gleichstellung eines Abschlusses gängen 5 und 6),
mit dem Sekundarabschluss I – Real­ •• jahrgangsbezogen in Verbindung mit
schulabschluss müssen mindestens zehn Fachleistungsdifferenzierung auf zwei
aufsteigende Schuljahrgänge an einer oder drei Anforderungsebenen in den
allgemein bildenden Schule bzw. elf bis Kernfächern (Deutsch, Mathematik
zwölf Schuljahre an einer polytechnischen und Englisch) oder
Sekundarschule erfolgreich abgeschlossen •• überwiegend schulzweigbezogen
worden sein. Der beim Hauptschulab­ (mehr als 50% des Unterrichts werden
schluss genannte Fächerkanon5 wird um schulformbezogen unterrichtet)
erteilt werden.

5
Mutter- bzw. Landessprache, Mathematik, Naturkunde/Naturwissenschaften
­(Biologie, Chemie oder Physik) und Gesellschaftskunde/Gesellschaftswissenschaften
22 (Geschichte, Geografie, Politik oder Sozialkunde)
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Das gymnasiale Angebot einer Oberschu­ •• an zwei Wahlpflichtkursen in unter­


le soll ab dem 7. Schuljahrgang und muss schiedlichen anderen von der Schule
ab dem 9. Schuljahrgang überwiegend angebotenen Fächern mit jeweils zwei
schulzweigbezogen geführt werden. Wochenstunden
teil.
Eine Oberschule kann nach § 23 Abs. 1
Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) Schülerinnen und Schüler, die im gym­
als offene, teilgebundene oder voll ge­ nasialen Angebot unterrichtet werden,
bundene Ganztagsschule geführt werden. nehmen an der zweiten Fremdsprache als
Pflichtunterricht teil.
Es ist das Ziel der Oberschule, den
Schülerinnen und Schülern eine grundle­ Die Oberschule bietet im 9. und 10.
gende, erweiterte oder vertiefte Allge­ Schuljahrgang einen berufspraktischen
meinbildung zu vermitteln und ihnen Schwerpunkt mit Maßnahmen zur
entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit ­Berufsorientierung und Berufsbildung, die
und ihren Neigungen eine individuelle ­Profile Fremdsprachen, Wirtschaft, Tech­
Schwerpunktbildung zu ermöglichen. nik sowie Gesundheit und Soziales sowie
Die Oberschule stärkt Grundfertigkei­ im gymnasialen Angebot eine Vorberei­
ten, selbstständiges Lernen und fördert tung auf den Besuch der gymnasialen
soziales Lernen im Unterricht sowie durch Oberstufe an.
ein gemeinsames Schulleben. An der
Oberschule sollen die Schülerinnen und Abschlüsse
Schüler die Qualifikationen erwerben, mit Am Ende des 10. Schuljahrgangs können
denen sie ihren Bildungsweg berufs-, aber folgende Abschlüsse erworben werden:
auch studienbezogen fortsetzen können. •• Erweiterter Sekundarabschluss I, der
zum Eintritt in die Einführungsphase
Das Unterrichtsangebot der Oberschule der gymnasialen Oberstufe oder zum
besteht aus Pflichtunterricht, Wahlpflicht­ Besuch eines Beruflichen Gymnasiums
unterricht und Wahlunterricht. Pflicht- berechtigt,
und Wahlpflichtunterricht sind für alle •• Sekundarabschluss I - Realschulab­
Schülerinnen und Schüler verbindlich. schluss,
•• Sekundarabschluss I - Hauptschulab­
In den Schuljahrgängen 6 bis 10 bietet schluss.
die Oberschule ein Wahlpflichtunterrichts­
angebot an, das in allen Schuljahrgängen Am Ende des 9. Schuljahrgangs kann der
grundsätzlich vier Wochenstunden um­ Hauptschulabschluss erworben werden.
fasst. Ab dem 6. Schuljahrgang nehmen
Schülerinnen und Schüler Die Niedersächsische Landesschulbe­
•• entweder an einem durchgängigen hörde (NLSchB) veröffentlicht auf ihrer
Wahlpflichtkurs in der zweiten Fremd­ Internetseite die aktuell genehmigten
sprache mit vier Wochenstunden oder ­Oberschulen. 23
Schul- und Hochschulabschlüsse

Erweiterter Sekundarabschluss I Der Unterricht in den Schuljahrgängen 5


Der Erweiterte Sekundarabschluss I wird bis 10 besteht je nach Entscheidung der
nur im Land Niedersachsen vergeben. Schule aus Pflichtunterricht und wahlfrei­
Er berechtigt zum Besuch der gymna­ em Unterricht oder aus Pflichtunterricht,
sialen Oberstufe und des Beruflichen Wahlpflichtunterricht und wahlfreiem
Gymnasiums. Er eröffnet somit den Unterricht. Eine zweite Fremdsprache
Schulbesuch in allen Schulformen des ist pflichtmäßig zu erlernen ab dem 6.
Sekundarbereichs II (Jahrgänge 11 - 13). Schuljahrgang. Besondere fachbezogene
Darin liegt der Unterschied zum Sekun­ Unterrichtsschwerpunkte können im 8.
darschulabschluss I – Realschulabschluss, bis 10. Schuljahrgang angeboten werden.
der in der Regel für berufliche Ausbil­ Der erfolgreiche Besuch des 10. Schul­
dungen ausreicht, aber nicht den Besuch jahrgangs (Versetzung in die gymnasiale
der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe bzw. Erweiterter Sekundarab­
Oberstufe an einem Gymnasium, an einer schluss I) berechtigt zum Eintritt in die
Gesamtschule oder an einem Beruflichen Einführungsphase der gymnasialen Ober­
Gymnasium erlaubt. stufe. Die gymnasiale Oberstufe gliedert
sich in eine einjährige Einführungsphase
und eine zweijährige Qualifikationsphase,
1.1.4 Gymnasium sie endet mit der Abiturprüfung nach
Das Gymnasium umfasst nach der Schul­ dreizehn Schuljahren. Der Unterricht in
gesetzänderung vom 3.6.2015 wieder die der Einführungsphase wird klassenver­
Schuljahrgänge 5 bis 13 (G 9). Der letzte bandsbezogen, in der Qualifikationspha­
G 8-Jahrgang (mit 12 Schuljahren) wird se themenbezogen durchgeführt. Die
im Kalenderjahr 2019 die Abiturprüfung allgemeine Hochschulreife berechtigt
ablegen. Die folgenden Ausführungen zur Aufnahme eines jeden Studiengangs
beziehen sich auf G 9. an einer Hochschule, unbeschadet ggf.
zusätzlicher hochschuleigener Zulassungs­
Das Gymnasium vermittelt seinen verfahren.
Schülerinnen und Schülern eine breite
und vertiefte Allgemeinbildung und Am Ende der Qualifikationsphase kann
ermöglicht den Erwerb der allgemeinen durch die Abiturprüfung die allgemeine
Studierfähigkeit. Es stärkt selbstständiges Hochschulreife erworben werden. Bei
Lernen und wissenschaftspropädeutisches Abgang (frühestens am Ende des ersten
Arbeiten. Entsprechend ihrer Leistungsfä­ Jahres der Qualifikationsphase) oder
higkeit und ihren Neigungen ermöglicht Nichtbestehen der Abiturprüfung kann
das Gymnasium seinen Schülerinnen und der schulische Teil der Fachhochschulreife
Schülern eine individuelle Schwerpunkt­ erworben werden, sofern die Mindestbe­
bildung und befähigt sie, nach Maßgabe dingungen erfüllt werden.
der Abschlüsse ihren Bildungsweg an
einer Hochschule, aber auch berufsbezo­ Die Ziele, Inhalte und Methoden für den
24 gen fortzusetzen. Unterricht am Gymnasium sind durch
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

fachbezogene Kerncurricula, Bildungs­ des Erweiterten S­ ekundarabschlusses I


standards für die Allgemeine Hochschul­ berechtigt zum Übergang in die
reife und einheitliche Prüfungsanforde­ Einführungs­phase der gymnasialen Ober­
rungen für die Abiturprüfung bestimmt. stufe. Die allgemeine Hochschulreife wird
nach dreizehn Schuljahren erworben.

1.1.5 Gesamtschule Im 5. bis 10. Schuljahrgang der IGS


Die Gesamtschule vermittelt ihren Schü­ unterrichten Lehrkräfte der verschiedenen
lerinnen und Schülern eine grundlegen­ Lehrämter, in der gymnasialen Oberstufe
de, erweiterte oder breite und vertiefte unterrichten im Regelfall Lehrkräfte mit
Allgemeinbildung und ermöglicht ihnen dem Lehramt an Gymnasien.
eine individuelle Schwerpunktbildung
entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und Die Struktur der IGS im Sekundar­bereich I
ihren Neigungen. Sie stärkt Grundfertig­ Das für die IGS charakteristische Prinzip
keiten, selbstständiges Lernen und auch der Integration zeigt sich daran, dass
wissenschaftspropädeutisches Arbeiten Schülerinnen und Schüler eine Schule
und befähigt ihre Schülerinnen und Schü­ besuchen, an der sie nach einem gemein­
ler, nach Maßgabe der Abschlüsse ihren samen Lehrplan unterrichtet werden und
Bildungsweg berufs- oder studienbezo­ am Unterricht in verschiedenen Fächern
gen fortzusetzen. sowie am gesamten Schulleben gemein­
sam teilnehmen.

1.1.5.1 Integrierte Gesamtschule (IGS) Die IGS ist aber auch eine differenzieren­
In der Integrierten Gesamtschule (IGS) de Schulform. Eine äußere Fachleistungs­
werden Schülerinnen und Schüler des 5. differenzierung durch Fachleistungskurse
bis 13. Schuljahrgangs unterrichtet; die wird auf verschiedenen Anspruchsebenen
IGS kann auch ohne gymnasiale Ober­ in Mathematik und Englisch ab dem 7.
stufe geführt werden. Schuljahrgang, in Deutsch ab dem 8.
Schuljahrgang und in den Naturwissen­
Die Arbeit der IGS ist durch das Bestreben schaften spätestens ab dem 9. Schuljahr­
geprägt, Schülerinnen und Schülern mit gang durchgeführt.
unterschiedlichen Lernvoraussetzungen
gemeinsame Lernerfahrungen zu ver­ Ziele, Inhalte und Methoden für den
mitteln und sie durch differenzierenden Unterricht an der IGS sind durch fach­
Unterricht individuell zu fördern. bezogene Kerncurricula bestimmt. Für
die Arbeit in der gymnasialen Oberstufe
Die IGS führt am Ende des Sekundar­ gelten dieselben fachbezogenen Vorga­
bereichs I zu Abschlüssen, die auch an ben wie für das Gymnasium.
der Hauptschule, der Realschule und der
Oberschule vergeben werden. Der Erwerb
25
Schul- und Hochschulabschlüsse

1.1.5.2 Kooperative Gesamtschule zierung, wie sie auch für die Integrierte
(KGS) Gesamtschule vorgesehen sind. Eine
In der nach Schulzweigen oder nach besondere Möglichkeit besteht in der
Schuljahrgängen gegliederten Koopera­ Teilnahme einzelner Schülerinnen und
tiven Gesamtschule (KGS) werden nach Schüler bei entsprechender Leistungsfä­
der Schulgesetzänderung vom 3.6.2015 higkeit in Mathematik, Englisch, Deutsch,
wieder Schülerinnen und Schüler des 5. Naturwissenschaften und in der zweiten
bis 13. Schuljahrgangs (G 9) unterrichtet; Fremdsprache am schulzweigspezifischen
die KGS kann auch ohne gymnasiale Unterricht des Schulzweiges mit jeweils
Oberstufe geführt werden. Die KGS höheren Anforderungen.
umfasst den Hauptschul-, den Realschul- An der KGS können die Schülerinnen und
sowie den Gymnasialzweig und ggf. die Schüler dieselben Abschlüsse erwerben
gymnasiale Oberstufe. wie an der Hauptschule, der Realschule
oder dem Gymnasium. Für den Bildungs­
Die KGS ist eine Schule; Gesamtkonfe­ gang und die Abschlussbedingungen
renz, Schulleitung, Kollegium, Eltern- und gelten die Vorschriften der entsprechen­
Schülervertretung sowie Fachbereichs- den Schulformen.
bzw. Fachkonferenzen wirken in der
Schule gemeinsam. An der KGS wird die allgemeine Hoch­
schulreife nach dreizehn Schuljahren ver­
Arbeitsweise der Kooperativen geben. Für die Arbeit in der gymnasialen
­Gesamtschule im Sekundarbereich I Oberstufe gelten dieselben fachbezoge­
Der Unterricht findet in der KGS überwie­ nen Vorgaben wie für das Gymnasium.
gend in schulzweigspezifischen Klas­
senverbänden statt. Abweichend davon
kann die Schule beschließen, dass der Abschlüsse, die zu einem Studium
Unterricht in den Schuljahrgängen 5 bis berechtigen
8 überwiegend in schulzweigübergreifen­
den Lerngruppen erteilt wird. 1.1.6 Fachhochschulreife
Die Fachhochschulreife kann u. a. an
Für den Fachunterricht im schulzweig­ bestimmten Schulformen des berufsbil­
spezifischen Unterricht der KGS gelten denden Schulwesens (z. B. Fachoberschu­
die Kerncurricula der jeweiligen Schul­ le) erworben werden. In der gymnasialen
form, für den schulzweigübergreifenden Oberstufe bzw. an einem Beruflichen
Unterricht die Kerncurricula der Integrier­ Gymnasium und an den Schulformen
ten Gesamtschule. des zweiten Bildungsweges kann der
„schulische Teil der Fachhochschulreife“
Neben der Differenzierung durch den erworben werden, wenn in der Qualifika­
Unterricht in den Schulzweigen gibt es tionsphase (Jahrgänge 12 und 13) in zwei
an der KGS weitere Formen der Differen­ aufeinander folgenden Schulhalbjahren
26
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

bestimmte Fachleistungen erbracht wer­ über die Fachhochschulreife hinaus zum


den. Die Fachhochschulreife wird dann Studium bestimmter Fachrichtungen
erworben, wenn neben dem „schulischen an Universitäten oder gleichgestellten
Teil“ auch der entsprechende fachprakti­ ­wissenschaftlichen Hochschulen.
sche Teil durch eine Berufsausbildung, ein
mindestens einjähriges Praktikum oder Ein Bildungsstand auf der Ebene einer
durch einjährige soziale Dienste nachge­ fachgebundenen Hochschulreife mit
wiesen wird. Näheres hierzu ist in einem ausländischen Bildungsnachweisen ergibt
Merkblatt des Kultusministeriums über sich, wenn der ausländische Abschluss
„Hinweise zum Erwerb der Fachhoch­ nach den Normen des jeweiligen Bewer­
schulreife, insbesondere zu den Prakti­ tungsvorschlages (BV) in der Datenbank
kumsregelungen“ aufgeführt. „anabin“ (s. u.) den „direkten Hochschul­
zugang“ für bestimmte Fachrichtungen
Die Fachhochschulreife berechtigt grund­ eröffnet oder eine Hochschulzugangsbe­
sätzlich zum Studium an Fachhochschu­ rechtigung in Verbindung mit dem Nach­
len (Hochschule für angewandte Wissen­ weis von Studienleistungen festgestellt
schaften/University of Applied Sciences), werden kann; die Fachbindung ergibt sich
in bestimmten Fällen aber auch zum in diesen Fällen aus der bisher betriebe­
Studium an Universitäten oder gleichge­ nen Studienfachrichtung.
stellten wissenschaftlichen Hochschulen:
hierüber informieren die aufnehmenden
Hochschulen. Ein ausländischer Abschluss 1.1.8 Allgemeine Hochschulreife
kann nur in seltenen Fällen mit der (Abitur)
deutschen Fachhochschulreife gleichge­ Die allgemeine Hochschulreife im allge­
stellt werden, da die Voraussetzung für mein bildenden Schulwesen wird erreicht,
eine Gleichstellung ist, dass in dem Land, wenn die gymnasiale Oberstufe mit der
in dem der Abschluss erworben wurde, Abiturprüfung erfolgreich abgeschlossen
ebenfalls eine Differenzierung zwischen wird; dieses gilt auch für die gymnasial
Universitäten und Fachhochschulen vor­ ausgerichteten Bildungswege des zweiten
genommen wird. Bildungsweges. Die allgemeine Hoch­
schulreife kann mit der Abiturprüfung
auch an einem Beruflichen Gymnasium
1.1.7 Fachgebundene Hochschulreife erworben werden.
In Niedersachsen erwirbt die fachgebun­
dene Hochschulreife, wer die Schulform Für den Zugang zu einem Hochschul­
Berufsoberschule (BOS) erfolgreich studium überprüft die infrage kommen­
besucht hat. Im Abschlusszeugnis werden de Hochschule, ob die einschlägigen
die Studienfachrichtungen aufgeführt, für Zugangs- und Zulassungsvoraussetzun­
die diese Hochschulzugangsberechtigung gen erfüllt sind und ggf. auch, ob bisher
bundesweit gilt. Der Abschluss berechtigt erbrachte Studienleistungen (zum Beispiel
27
Schul- und Hochschulabschlüsse

Teilstudienleistungen, Studienzeiten oder Feststellungsprüfung die fachliche und


einzelne Prüfungsergebnisse) angerech­ sprachliche Eignung festgestellt und eine
net werden können. Bei ausländischen (fachorientierte) Hochschulreife erwor­
Bildungsnachweisen, Sekundarschulab­ ben; die Fachorientierung ergibt sich aus
schlüssen, wird geprüft bzw. eingestuft, dem am Studienkolleg besuchten Schwer­
ob der Abschluss im Herkunftsland ein punktkurs bzw. aus der im Schwerpunkt­
Hochschulstudium an einer Universität kurs abgelegten Feststellungsprüfung bei
oder Fachhochschule ermöglicht. Prin­ einer externen Feststellungsprüfung.
zipiell eröffnen solche Abschlüsse dann
den Hochschulzugang in Deutschland, Ein erfolgreich begonnenes Studium
wenn auch auf unterschiedliche Wei­ an einer akkreditierten ausländischen
se: Abschlüsse zwölfjähriger allgemein Hochschule befreit nach Maßgabe der
bildender Schulformen aus den Signa­ einschlägigen Bewertungsvorschläge
tarstaaten der Europäischen Konvention (BV) der Zentralstelle für ausländisches
über die Gleichwertigkeit der Reifezeug­ Bildungswesen (ZAB) in der Datenbank
nisse ermöglichen in der Regel die direkte „anabin“ in der Regel von der Feststel­
Aufnahme eines Hochschulstudiums in lungsprüfung und eröffnet den direkten
Deutschland (direkter Hochschulzugang). fachorientierten Hochschulzugang. Perso­
Der Abschluss polytechnischer Schulen nen, die bereits ein Hochschulstudium an
(Oberstufe mit integrierter Berufsausbil­ anerkannten Hochschulen abgeschlossen
dung) eröffnet meistens die Zulassung haben, stehen grundsätzlich alle Studien­
zum Studium in einer dem Schulprofil gänge an den Hochschulen in Deutsch­
entsprechenden Fachrichtung (direkter, land offen. Dazu müssen die Hochschulen
aber fachorientierter Hochschulzugang). in der Datenbank „anabin“ unter dem
Falls die Zulassung im Ausland erst Stichwort „Institutionen“ mit der Status­
nach einer Hochschulaufnahmeprüfung kennung H+ ausgewiesen sein.
möglich ist, kann ohne diese Prüfung
auch in Deutschland die Zulassung Inhaberinnen und Inhaber ausländischer
nicht ausgesprochen werden. Nicht alle Zeugnisse, die im Herkunftsland zur Auf­
ausländischen Bildungssysteme sind mit nahme eines Studiums berechtigt sind,
dem deutschen so weit vergleichbar, dass bzw. Inhaberinnen und Inhaber eines
sie einen direkten Hochschulzugang in International Baccalaureate richten ihre
Deutschland eröffnen. Abschlüsse aus Bewerbung um einen Studienplatz un­
außereuropäischen Ländern erfordern mittelbar an die gewünschte Hochschule/
häufig den Besuch eines Vorbereitungs­ Universität. Die für die Zeugnisanerken­
kurses an einem deutschen Studienkolleg nungsstellen und Hochschulen maß­
(die Dauer beträgt i. d. R. ein Jahr und geblichen Bewertungsregelungen, die
kann ggf. verkürzt oder um längstens Bewertungsvorschläge (BV) zum Hoch­
ein weiteres Jahr verlängert werden). schulzugang an deutschen Hochschulen
Dort wird dann mit der abschließenden mit ausländischer Vorbildung, finden Sie
28
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

auf den Internetseiten der Zentralstelle fikation entspricht. Im Ausnahmefall kann


für ausländisches Bildungswesen (ZAB) für Personen, die nicht mehr schulpflich­
unter der Adresse: tig sind, ihr im Ausland erworbenes Zeug­
http://anabin.kmk.org/anabin.html. nis auf Gleichwertigkeit mit niedersächsi­
schen Schulabschlüssen überprüft werden
Diese Datenbank enthält darüber hinaus (schriftliche Bestätigung der anfordern­
Informationen über das ausländische den Stelle ist dem Antrag zwingend
Bildungswesen einschließlich des Bewer­ beizufügen). Diese Bewertung wird durch
tungs- und Notensystems sowie über aus­ das Niedersächsische Kultusministerium
ländische Abschlüsse und Äquivalenzen. im Rahmen von Amtshilfevermerken für
Ausführliche Informationen über Verfah­ die anfordernde Stelle vorgenommen.
ren und Zuständigkeiten beim Zugang
zum Hochschulstudium finden Sie in Für Anfragen gilt bis auf weiteres folgen­
Teil I, Kapitel 2 dieses Leitfadens. Über die de Adresse:
An­rechnung von im Ausland erbrachten •• Niedersächsisches Kultusministerium
Studienleistungen (zum Beispiel Teilstudi­ Referat 33
enleistungen, Studienzeiten oder einzelne Schiffgraben 12
Prüfungsergebnisse) entscheiden im 30159 Hannover
Rahmen der Zulassungsverfahren die auf­
nehmenden Hochschulen/­Universitäten. •• Postanschrift: Postfach 161
30001 Hannover
Telefon: 0511 120-0
1.2 Wer ist zuständig? E-Mail:
In der Niedersächsischen Landesschul­ Poststelle@mk.niedersachsen.de.
behörde sowie im Niedersächsischen
Kultusministerium wird nicht über den Die Zuständigkeit für die Anerkennung
allgemeinen Bildungsstand, d. h. schu­ der allgemeinen Hochschulreife (Abitur)
lische Abschlussqualifikationen wie zu Studienzwecken wurde formal den
Haupt- oder Realschulabschluss und Hochschulen bzw. Universitäten übertra­
Hochschulzugangsberechtigung entschie­ gen. Im Rahmen der Bewerbungs- und
den. Über den Besuch von allgemein Zulassungsverfahren werden die auslän­
bildenden Schulen sowie von berufsbil­ dischen Vorbildungsnachweise bewertet.
denden Schulen entscheiden die Schulen Im Anschluss wird dann entschieden, ob
im Rahmen der Aufnahmeentscheidung die einschlägigen Zugangs- und Zulas­
in der Regel in eigener Zuständigkeit. sungsvoraussetzungen erfüllt sind, ob
Dieses gilt grundsätzlich auch für sonstige ggf. bereits erbrachte Studienleistungen
Bewerbungsverfahren zu Umschulungen angerechnet werden können oder ob die
oder Beschäftigungen. In diesen Fällen Aufnahme eines Studiums sofort möglich
entscheiden die aufnehmenden Stellen ist. Weitere Informationen sind im Inter­
darüber, ob die ausländische Vorbildung net unter https://www.studieren-in-nie-
der gewünschten oder benötigten Quali­ dersachsen.de/ zu finden. 29
Schul- und Hochschulabschlüsse

1.3 Antragsverfahren zur Anerken- Hochschulaufnahmeprüfung oder eine


nung von Schulabschlüssen Hochschulzulassung für ein wissen­
Grundsätzlich prüfen die Schulen die im schaftliches Studium als Original oder
Ausland erworbenen Schulabschlüsse nur als amtlich oder notariell beglaubigte
mit Wirkung für das Land Niedersachsen. Fotokopie (Originalsprache),
Aufgrund der Kultushoheit der Länder ist •• Übersetzungen in die deutsche
die 1:1-Übernahme durch die Zeugnisan­ Sprache von einem amtlich vereidig­
erkennungsstelle eines anderen Bundes­ ten Übersetzer, bzw. einer amtlich
landes nicht immer automatisch möglich vereidigten Übersetzerin für alle
und muss bei Bedarf erfragt werden. Die fremdsprachigen Bildungsnachweise;
Bewertung gilt nur zusammen mit den ausgenommen sind Bildungsnachwei­
zugrunde gelegten Dokumenten und se, die originalsprachlich in englischer
Übersetzungen, die Bescheinigung stellt oder französischer Sprache verfasst
kein „Ersatzzeugnis“ dar. Einer Bewer­ werden. Die Übersetzungen sind im
tung ausländischer Schulzeugnisse bedarf Original oder als amtlich oder notariell
es nur im besonderen Einzelfall. Zunächst beglaubigte Fotokopie beizufügen und
haben die aufnehmenden Schulen bzw. •• Lebenslauf mit genauen Angaben zur
Hochschulen, an denen die Zuwanderer bisherigen Schullaufbahn und ggf.
und Zuwanderinnen ihre Schulausbildung belegten Fremdsprachen.
bzw. ein Studium aufnehmen möchten,
die Aufnahmevoraussetzungen zu prüfen. In Zweifelsfällen und bei bestimmten Län­
dern6 muss auf Vorlage von Originalnach­
1.3.1 Für das Antragsverfahren weisen bestanden werden. Gründe hier­
­erforderliche Unterlagen für sind u. a. bestimmte Farbkennungen,
•• Pass und Meldebescheinigung oder Prägesiegel und zum Teil Hologramme,
Personalausweis, ggf. Aufenthaltstitel, die auf Fotokopien nicht sichtbar sind.
•• ggf. Spätaussiedler- oder BVFG-­
Bescheinigung, 1.3.2 Gebühren
•• Namens(-änderungs)-urkunden, zum Die Überprüfung ausländischer Bildungs­
Beispiel Heiratsurkunde, nachweise ist grundsätzlich gebühren­
•• Abschlusszeugnis oder -diplom der zu­ pflichtig. Die Kosten für das Verfahren
letzt besuchten Schule oder Hochschu­ (z. B. Übersetzungen von amtlich verei­
le bzw. Universität im Original oder digten Übersetzer/-innen, die Ausstellung
als amtlich oder notariell beglaubigte von beglaubigten Fotokopien, ggf. einem
Fotokopie mit Fächer- und Notenüber­ amtlichen Führungszeugnis oder weiteren
sichten, Unterlagen, die teilweise von den Aner­
•• ggf. Nachweis über eine bestandene kennungsstellen verlangt werden) sind

6
u.a. Afghanistan, Äthiopien, China, Georgien, Ghana, Irak, Iran, Mongolei, Nigeria
und Ukraine
30
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

ebenfalls von dem/der Antragssteller/-in schlossener Berufsausbildung oder


zu tragen. dreijähriger Berufstätigkeit, die allge­
meine Hochschulreife (Abitur) oder die
Fachhochschulreife zu erwerben. Die
1.4 Was tun bei Nichtanerkennung Teilnehmenden der Kurse können die
von Schulabschlüssen? Ausbildung zum Teil über Leistungen
Wird ein Bildungsabschluss nicht aner­ nach dem Bundesausbildungsför­
kannt, haben die Antragstellenden im derungsgesetz (BAföG) finanzieren,
ungünstigsten Fall keinen Schulabschluss wenn die Voraussetzungen gemäß
vorzuweisen. Dies kann u.a. dann pas­ § 8 BAföG7 (vgl. Teil I, Kapitel 2.4)
sieren, wenn die grundlegende staatliche erfüllt sind.
Schulausbildung im Herkunftsland weni­
ger als neun Jahre dauert. In diesem Fall Möglichkeiten zur Nachholung von
gibt es mehrere Möglichkeiten: Schulabschlüssen (Nichtschüler­
•• Man beginnt eine Berufsausbildung in prüfung):
Deutschland ohne anerkannten Schul­ In Niedersachen besteht die Möglichkeit,
abschluss. Bei Abschluss einer mindes­ durch eine „Nichtschülerprüfung“ bzw.
tens zweijährigen Berufsausbildung in ein „Nichtschülerabitur“ Schulabschlüsse
einem anerkannten Ausbildungsberuf nachzuholen; vgl. § 27 Niedersächsisches
wird mit dem Abschlusszeugnis der Schulgesetz (NSchG):
Berufsschule gleichzeitig ein Sekundar­
abschluss erworben. Über die Mög­ § 27 Erwerb von Abschlüssen durch
lichkeiten im Einzelfall informieren die Nichtschülerinnen und Nichtschüler
Berufsschulen. 1) Durch Prüfung können Nichtschülerin­
•• Der fehlende Abschluss wird in einer nen und Nichtschüler die Abschlüsse
Berufseinstiegsklasse, einer Abend­ aller allgemeinbildenden Schulen und,
schule oder im Fernunterricht (mit soweit die Prüfungsvoraussetzungen
externer Abschlussprüfung) nachge­ dies zulassen, auch die Abschlüsse der
holt: Für den Hauptschulabschluss berufsbildenden Schulen erwerben.
muss man mit einer Kurszeit von neun 2) Bei der Zulassung und der Prüfung
bis zwölf Monaten bei zwei bis drei sind die Lebens- und die Berufserfah­
Abenden pro Woche rechnen. Der rung angemessen zu berücksichtigen.
Realschulabschluss (mittlerer Schul­
abschluss) bzw. das Abitur dauern Für die Prüfung eines Schulabschlusses im
zwei bzw. drei Jahre, mit vier bis fünf Sekundarbereich I können sich Personen
Kursabenden pro Woche. anmelden, die nachträglich einen der fol­
•• Besondere staatliche oder private genden Abschlüsse erwerben möchten:
Schulen ermöglichen, nach abge­ •• Hauptschulabschluss

7
https://www.bafög.de/
31
Schul- und Hochschulabschlüsse

•• Sekundarabschluss I - Hauptschulab­ vhs-nds.de) oder Einrichtungen des ein­


schluss getragenen Vereins „Arbeit und Leben“
•• Sekundarabschluss I - Realschulab­ (https://www.arbeitundleben.de). Weitere
schluss Informationen sind im Internet auch unter
•• Erweiterter Sekundarabschluss I http://www.mk.niedersachsen.de/start-
seite/service/nichtschuelerpruefung/nicht-
Bewerberinnen und Bewerber, die sich schuelerpruefungen-6168.html und unter
einer Prüfung unterziehen wollen, kön­ http://www.abendgymnasium-hannover.
nen sich selbst vorbereiten. Außerdem de/ zu finden. Die Abnahme der Prüfung
besteht die Möglichkeit, bei den örtlichen erfolgt dann durch die örtlich zuständige
Volkshochschulen und anderen Bildungs­ Regionalabteilung der Niedersächsischen
einrichtungen entsprechende Vorberei­ Landesschulbehörde:
tungskurse zu belegen. •• Dezernat 2 für Haupt- und Realschul­
abschluss (mittlerer Schulabschluss),
Zur Prüfung wird zugelassen, wer •• Dezernat 3 für den gymnasialen
seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen ­Abschluss (Abitur) und
Aufenthalt in Niedersachsen hat •• Dezernat 4 für die Fachhochschulreife.
oder
sich in einer niedersächsischen Bildungs­
einrichtung (z.B. Volkshochschule) auf die 1.5 Regelungen für Spätaussiedlerin-
Prüfung vorbereitet hat nen/Spätaussiedler
und Für diese gelten nach einem Beschluss
den angestrebten, einen entsprechenden der Kultusministerkonferenz erleichterte
oder einen weitergehenden Abschluss Bedingungen für die berufliche Eingliede­
noch nicht erworben hat. rung gemäß Bundesvertriebenengesetz
(BVFG). Das im Herkunftsland erwor­
Es finden in der Regel zwei Prüfungs­ bene Schulabschlusszeugnis nach z. T.
durchgänge pro Jahr statt. Sie können nur acht Schuljahren ist ausreichend für
sich hierzu bis zum 01.04. oder 01.10. eine Gleichstellung mit dem deutschen
anmelden. Die Prüfungen bestehen aus Hauptschulabschluss. Aussiedler/-innen
einem schriftlichen und einem mündli­ bzw. Berechtigte nach dem BVFG richten
chen Teil. Sie können die Prüfungsfächer ihre Anträge zur Bewertung der Schul-
nach den Vorgaben für den jeweiligen und Studienzeugnisse an das Nieder­
Abschluss auswählen. sächsische Kultusministerium, Referat 33,
­Schiffgraben 12, 30159 Hannover,
Auskünfte über die Möglichkeiten zum Postanschrift: Postfach 161,
nachträglichen Erwerb der in Niedersach­ 30001 Hannover, Telefon 0511 120-0;
sen erreichbaren Schulabschlüsse erteilen E-Mail: Poststelle@mk.niedersachsen.de.
die freien Bildungsträger, wie zum Bei­
spiel die Volkshochschulen (http://www.
32
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

2. Zugang zum Hochschulstudium ausländischen Vorbildung der Zugang zu


In diesem Kapitel wird beschrieben, unter den Hochschulen in Deutschland möglich
welchen Voraussetzungen und durch ist. In Deutschland werden unterschied­
welche Verfahren im Ausland erwor­ liche Einstufungen vorgenommen, die
bene Schulabschlüsse die Aufnahme Auswirkungen auf den Hochschulzugang
eines Hochschulstudiums in Deutschland hierzulande haben:
ermöglichen.
Ein uneingeschränkter Zugang ist mög­
2.1 Hochschulzugang mit ausländi- lich, wenn das ausländische Zeugnis
schen Zeugnissen nach den Bewertungsvorschlägen (BV)
Grundsätzlich können Personen mit der ZAB gem. der Datenbank „anabin“
einem ausländischen Schulabschluss an den direkten Hochschulzugang für alle
einer deutschen Hochschule (Fachhoch­ Fachrichtungen eröffnet. Eine solche
schule, Universität) studieren, sofern Studienberechtigung verleiht auch die
die Aufnahmevoraussetzungen für den deutsche allgemeine Hochschulreife
angestrebten Studiengang erfüllt werden. (Abitur). Eine nach den BV festgestellte
Bedingungen sind, dass der Abschluss in fachgebundene/fachorientierte direkte
dem Land, in dem er erworben wurde, Hochschulzugangsberechtigung berech­
den Zugang zu einem Hochschulstudi­ tigt zur Aufnahme eines Studiums an
um eröffnet und die Person die für das Universitäten und diesen gleichgestell­
Studium erforderlichen Sprachkenntnisse ten wissenschaftlichen Hochschulen in
besitzt. Über Einzelheiten informiert den bestimmten Studienfachrichtungen
die Hochschule, an der das Studium und in verwandten Studienfächern.
aufgenommen werden soll (vgl. § 18 Schulabschlüsse, mit denen nicht der
Niedersächsisches Hochschulgesetz). direkte Hochschulzugang möglich ist,
In der Internet-Datenbank „anabin“ können aber unter Anrechnung von im
(http://anabin.kmk.org/anabin.html) hat Ausland absolvierten Studienzeiten (die
die Kultusministerkonferenz Vorgaben zu erbringenden Studienzeiten sind im
veröffentlicht, die festlegen, mit welcher BV ausgewiesen) oder in Verbindung
33
Schul- und Hochschulabschlüsse

mit der Feststellungsprüfung an einem bewerben möchten. Auskunft über die


deutschen Studienkolleg den fachbezo­ genauen Modalitäten der Studienplatz­
genen Hochschulzugang ermöglichen. bewerbung geben die akademischen
Die Fachbindung ergibt sich entweder Auslandsämter/Hochschulbüro für
aus den im Ausland absolvierten Studien­ Internationales der jeweiligen Hochschule
zeiten oder aus den Prüfungsfächern in (persönliches Gespräch oder Homepage).
der Feststellungsprüfung. Ausländische Dort erhält man auch den „Antrag auf
Abschlüsse eines wissenschaftlichen Stu­ Zulassung zum Studium für ausländi­
diums werden von den Hochschulen in sche Studienbewerber“. Dieser muss
Deutschland in der Regel als hinreichende zusammen mit verschiedenen Unterla­
Zugangsqualifikation für einen beliebigen gen (Zeugnis, Lebenslauf, etc.) bei der
anderen Studiengang anerkannt. Hochschule bzw. bei der nachfolgend
beschriebenen Arbeits- und Servicestelle
2.2 Zuständige Stellen für internationale Studienbewerbungen
Für die Bewerbung um einen Studien­ (uni-assist e.V.) eingereicht werden.
platz sind in Deutschland verschiedene Bildungsinländer sind deutschen Bewer­
Stellen zuständig. Die Zuständigkeit berinnen/-bewerbern gleichgestellt und
richtet sich zum einen nach der Herkunft richten ihre Bewerbung grundsätzlich
des Studienbewerbers oder der Studien­ an die jeweilige Hochschule. Falls es sich
bewerberin. Unterschieden wird insbe­ bei dem gewünschten Studienfach um
sondere zwischen Angehörigen eines ein bundesweit zulassungsbeschränktes
EU-Staates, Bildungsinländern8 sowie Fach handelt, müssen sich Angehörige
Nicht-EU-Bürgern und Staatenlosen. Zum eines EU-Staates und Bildungsinländer
anderen ist von Bedeutung, ob es sich bei bei der Stiftung für Hochschulzulassung
dem gewünschten Studiengang um ein bewerben. Alle übrigen Ausländerinnen
bundesweit zulassungsbeschränktes Fach, und Ausländer bewerben sich auch für
wie Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin, solche Fächer direkt bei der gewünschten
Pharmazie oder Psychologie (Diplom) Hochschule bzw. bei uni-assist e.V.
handelt, bei dem die Vergabe von Stu­
dienplätzen zentral über die Stiftung für 2.2.2 Arbeits- und Servicestelle für
Hochschulzulassung geregelt ist: https:// internationale Studienbewerbungen
www.hochschulstart.de. (uni-assist e.V.)
Viele Hochschulen bearbeiten Anträge
2.2.1 Hochschulen ausländischer Studienbewerber/-innen
Erste Anlaufstelle ist die Wunschhoch­ nicht mehr selbst. Zu ihrer Entlastung
schule, an der sich Studienbewerberin­ und zur Vereinfachung des Verfahrens
nen/-bewerber für einen Studienplatz für die Studienbewerber wurde der

8
Ausländer und Ausländerinnen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in
­Deutschland erworben haben
34
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Verein uni-assist e.V. gegründet, bei dem •• ein deutsches Abitur an einer deut­
Bewerbungen zentral eingereicht werden schen Auslandsschule erworben
müssen. In Niedersachsen sind folgende haben,
Hochschulen an uni-assist e.V. ange­ •• bereits einen deutschen Hochschul­
schlossen: abschluss haben und nur damit die
•• Fachhochschule Braunschweig/Wol­ Berechtigung zu dem von ihnen ange­
fenbüttel, strebten Zweitstudium erlangen,
•• Hochschule 21 in Buxtehude, •• an einem Austauschprogramm ihrer
•• Fachhochschule Hannover (fusioniert Heimathochschule mit einer Partner­
mit der Evangelischen Fachhochschule hochschule in Deutschland teilneh­
Hannover), men,
•• Medizinische Hochschule Hannover, •• sich für besondere Studiengänge
•• Leibniz Universität Hannover, bewerben, die von bestimmten
•• Universität Hildesheim, Hochschulen generell von der uni-as­
•• Leuphana Universität Lüneburg, sist e.V.-Vorprüfung ausgeschlossen
•• Fachhochschule Wilhelmshaven/Olden­ worden sind, wie zum Beispiel Pro­
burg/Elsfleth, motionsstudiengänge oder bestimmte
•• Fachhochschule Emden/Leer, Masterprogramme
•• Carl von Ossietzky Universität Olden­ •• oder aus einem EU-Land (bzw. aus
burg sowie Island, Norwegen oder Liechtenstein)
•• Universität Osnabrück. stammen und sich für zulassungsbe­
Eine Liste aller uni-assist e.V.-Hochschulen schränkte Fächer bewerben.
in Deutschland und Hinweise zum Verfah­
ren erhalten Sie auf der Homepage http:// 2.2.4 Stiftung für Hochschul­-
www.uni-assist.de. zu­lassung
Für die folgenden Studiengänge ist die
2.2.3 Zuständigkeit von uni-assist e.V. Stiftung für Hochschulzulassung bundes­
Ob die Bewerbung an uni-assist e.V. zu weit zuständig:
richten ist, hängt nicht von der Staatsan­ •• Medizin,
gehörigkeit ab. Entscheidend ist vielmehr, •• Pharmazie,
•• ob die Bewerberinnen/Bewerber einen •• Tiermedizin und
ausländischen Schulabschluss haben, •• Zahnmedizin.
•• bisher nur im Ausland studiert haben
und In diesen Studiengängen ist bundesweit
•• ihre Wunschhochschule eine uni-assist nur eine begrenzte Anzahl von Studien­
e.V.- Hochschule ist. plätzen vorhanden, die über ein zentra­
les Auswahlverfahren deutschlandweit
Uni-assist e.V. ist nicht zuständig, wenn verteilt werden. Die Auswahl richtet sich
die Bewerberinnen bzw. Bewerber u.a. nach den Noten der Hochschulzu­
•• in Deutschland Abitur gemacht haben gangsberechtigung der Bewerberinnen
(Bildungsinländer), 35
Schul- und Hochschulabschlüsse

und Bewerber/-innen. Für ausländische Hochschule studiert wurde, oder


Studienbewerber/-innen stehen fünf •• die Feststellungsprüfung (s.u. Teil I,
bis acht Prozent der Plätze zur Verfü­ Kapitel 2.3.1) abgelegt wurde.
gung. Angehörige eines EU-Staates
und Bildungsinländer müssen sich bei In einzelnen Fällen müssen Studienzeiten
der Stiftung für Hochschulzulassung im Ausland nachgewiesen werden, bevor
bewerben. Alle übrigen Auslände­rinnen man zu der Feststellungsprüfung zuge­
und Ausländer bewerben sich auch für lassen wird. Die Zulassung zum Studium
zulassungsbeschränkte Fächer direkt bei wird dann fachgebunden sein. Man kann
der gewünschten Hochschule bzw. bei nur in einem Studiengang der Fachrich­
uni-assist e.V.. tung (z.B. Mathematik, Chemie oder Elek­
trotechnik) studieren, in dem die Prüfung
Weitere Informationen und den erforder­ abgelegt wurde oder bereits Studienleis­
lichen Antrag erhalten Sie auf der Home­ tungen (Teilstudienleistungen, Studien­
page der Stiftung für Hochschulzulassung zeiten oder einzelne Prüfungsergebnisse)
(https://www.hochschulstart.de) oder in erbracht worden sind. Ein Wechsel zu
dem dort als E-Paper eingestellten Maga­ einem anderen Studienfach, zum Beispiel
zin zur Studienplatzbewerbung sowie bei von einem naturwissenschaftlichen in ein
der Studierendenberatung der Hochschu­ sozialwissenschaftliches Fach, ist nur nach
len. Unter http://www.studienwahl.de einer erneuten Prüfung möglich.
ist das Studienangebot aller deutschen
Hochschulen zu finden. 2.3.1 Feststellungsprüfung
Wenn das Schulabschlusszeugnis nicht
mit dem Abitur gleichwertig ist, muss
2.3 Bewerbung um einen Studien- zunächst eine Feststellungsprüfung
platz abgelegt werden, im Amtsdeutsch heißt
Während es sich bei der Zulassung zum es: „Prüfung zur Feststellung der Eignung
Hochschulstudium für Angehörige eines ausländischer Studienbewerber zur
EU-Staates um eine reine Formsache Aufnahme eines Studiums an Hochschu­
handelt, ist es bei Bildungsnachweisen len in der Bundesrepublik Deutschland“.
außerhalb der EU und von Personen Die Prüfung wie auch die nachfolgend
ohne Staatsangehörigkeit möglich, dass erläuterten Vorbereitungskurse des
der ausländische Schulabschluss entspre­ Studienkollegs sind fachgebunden. Das
chend den Bewertungen der Kultusmi­ bedeutet, Bewerberinnen und Bewerber
nisterkonferenz (http://anabin.kmk.org/ legen sich bereits vor dem Besuch des
anabin.html) als „nur bedingt vergleich­ Vorbereitungskurses bzw. vor der Fest­
bar“ eingestuft wird. Trotzdem kann ein stellungsprüfung auf das Fach fest, das
Studium begonnen werden, wenn sie anschließend studieren wollen. Die
•• bereits ein oder zwei Jahre erfolgreich Vorgaben der Kultusministerkonferenz,
an einer anerkannten ausländischen ob der Hochschulzugang in Deutschland
36
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

unmittelbar oder erst nach bestandener in Anspruch nehmen. Weiterführende


Feststellungsprüfung oder durch Anrech­ Informationen über Aufgaben, Strukturen
nung von vorhandenen Studienzeiten und Prüfungsleistungen an den einzelnen
im Ausland möglich ist, sind im Internet Studienkollegs in der Bundesrepublik
unter der Adresse http://anabin.kmk.org/ können der in der Datenbank „anabin“
anabin.html einsehbar. veröffentlichten Rahmenordnung für den
Hochschulzugang mit ausländischen Bil­
2.3.2 Vorbereitungskurse am dungsnachweisen, für die Ausbildung an
­Niedersächsischen Studienkolleg an den Studienkollegs und für die Feststel­
der Leibniz Universität Hannover lungsprüfung (Beschluss der Kultusminis­
Das Niedersächsische Studienkolleg an terkonferenz vom 15.04.1994 i. d. F. vom
der Leibniz Universität Hannover bietet 21.09.2006) entnommen werden. Dazu
Kurse an, in denen man sich auf die ist die Rubrik „Dokumente“ aufzurufen
Feststellungsprüfung vorbereiten kann. und „Hochschulzugang“ auszuwählen. In
Die aktuell hier geführten T-Kurse (für den Beschlüssen der Kultusministerkonfe­
mathematisch-naturwissenschaftliche, renz findet sich die bezeichnete Rahmen­
technische und ingenieurwissenschaft­ ordnung.
liche Studiengänge mit Ausnahme von
biologischen Studiengängen), M-Kurse 2.3.3 Schritte zur Hochschulzulassung
(für medizinische und biologische Studi­ •• Zunächst erhalten Sie beim Studieren­
engänge) und W-Kurse (für wirtschafts- densekretariat, beim Akademischen
und sozialwissenschaftliche Studiengän­ Auslandsamt oder über die Homepage
ge) heißen Schwerpunktkurse und sind der Wunschhochschule den „Antrag
den genannten Studienfachrichtungen auf Zulassung zum Studium für auslän­
zugeordnet. In allen Schwerpunktkursen dische Studienbewerber“.
ist Deutsch verpflichtendes Unterrichts­ •• Wenn die Teilnahme an einer Fest­
fach. Weitere Informationen über das stellungsprüfung erforderlich ist,
genannte Studienkolleg, auch zu den müssen Sie sich entscheiden, ob Ihre
Gebühren und Terminen, sind den Inter­ Vorkenntnisse bereits ausreichen, um
netseiten https://www.stk.uni-hannover. die Prüfung zu bestehen oder ob Sie
de/ zu entnehmen. zuvor einen Vorbereitungskurs am
Studienkolleg absolvieren wollen. Um
Die Ausbildungszeiten am Studienkolleg sich über die Anforderungen der Prü­
werden zwar nicht auf das anschlie­ fung zu informieren, können Sie beim
ßende Fachstudium angerechnet, aber Studienkolleg die Unterlagen für die
die Kollegiatinnen und Kollegiaten sind Feststellungsprüfung des angestrebten
während dieser Zeit Angehörige der Fachstudiums anfordern.
Leibniz Universität Hannover und können •• Nun bewerben Sie sich mit dem
somit die studentischen Sozialleistungen Antrag direkt bei der Hochschule, bei
gegen Zahlung der Semestergebühren uni-assist e.V. oder bei der Stiftung für
37
Schul- und Hochschulabschlüsse

Hochschulzulassung. In dem Antrag zu können. Erst dann können sie mit dem
können Sie ankreuzen, ob Sie zunächst Studium beginnen. Der Nachweis kann
das Studienkolleg besuchen oder auf folgende Weise erfolgen: Wenn die
direkt an der Feststellungsprüfung Hochschulzugangsberechtigung der deut­
teilnehmen möchten. schen gleichwertig ist und ausreichende
•• Wenn Sie sich für den Besuch des Deutschkenntnisse vorhanden sind, kann
Studienkollegs entschieden haben, die „Deutsche Sprachprüfung für den
teilt die Hochschule Ihnen mit, dass Sie Hochschulzugang ausländischer Studi­
zu einem Vorbereitungskurs zugelas­ enbewerber“ (DSH) an einer Hochschule
sen worden sind. Bevor Sie mit dem abgelegt werden. Nähere Informationen
Kurs beginnen können, müssen Sie zur DSH und anderen Sprachprüfungen
dort jedoch in einem Aufnahmetest finden Sie im Internet u. a. unter der
nachweisen, dass Sie dem Unterricht folgenden Adresse des Deutschen Akade­
in deutscher Sprache folgen können. mischen Austauschdienstes (DAAD) e.V.:
Dieser Test kann nur einmal wiederholt https://www.daad.de.
werden. Die Termine werden mit dem Zulassungs­
•• Die Feststellungsprüfung kann entwe­ bescheid mitgeteilt. Sobald diese Prüfung
der nach Besuch des Studienkollegs bestanden ist, kann das Studium begon­
oder aufgrund externer Vorbereitung nen werden.
abgelegt werden. Bei Nichtbestehen
kann die Prüfung nur einmal wieder­ Bewerberinnen und Bewerber, die bereits
holt werden. Wenn Sie die Feststel­ das Niveau C1, also eine kompetente
lungsprüfung bestanden haben, Sprachverwendung und ein fortgeschrit­
stellen Sie noch einmal einen Antrag tenes Kompetenzniveau gemäß dem
an die Hochschule auf Zulassung zum gemeinsamen europäischen Referenzrah­
Fachstudium. men für Sprachen, beherrschen und
•• Sie erhalten die Zulassung zum Studi­ durch eine der folgenden Prüfungen
um im gewünschten Fach. nachgewiesen haben, sind von der DSH
befreit:
Hinweise zum Studium in Niedersachsen •• die bestandene Feststellungsprüfung
können Sie auch auf den Internetseiten am Studienkolleg,
https://www.studieren-in-niedersachsen. •• das kleine oder große Deutsche
de/ finden. Sprachdiplom des Goethe-Instituts, 9
•• die Zentrale Oberstufenprüfung (ZOP)
2.3.4 Nachweis von Deutschkennt­ des Goethe-Instituts,
nissen •• das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der
Bewerberinnen und Bewerber, deren Kultusministerkonferenz, Stufe II,
Muttersprache nicht Deutsch ist, müssen •• die TestDaF-Prüfung 10 , Stufe 4 oder 5
nachweisen, dass ihre Deutschkenntnisse oder
ausreichen, um das Studium absolvieren •• ausreichende Deutschkenntnisse nach
38 Ziffer 3, 4. Spiegelstrich der Verein­
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

barung „Zugang von ausländischen Deutschkurs besuchen zu müssen. Sollten


Studienbewerbern mit ausländischem Bewerberinnen bzw. Bewerber über keine
Bildungsnachweis zum Studium an ausreichenden Deutschkenntnisse verfü­
deutschen Hochschulen: Nachweis der gen oder die DSH nicht bestanden haben,
deutschen Sprachkenntnisse“. 11 können sie einen Deutschkurs zur Vorbe­
reitung auf die Sprachprüfung besuchen.
Nähere Einzelheiten können den Informa­ Diese werden von manchen Hochschulen
tionen der Hochschulen im Internet oder angeboten. Um einen Deutschkurs der
der Kultusministerkonferenz unter www. Hochschule besuchen zu können, muss
kmk.org (Rahmenordnung über Deutsche ein Antrag bei der Hochschule gestellt
Sprachprüfungen für ein Studium an werden.
deutschen Hochschulen-RO DT) entnom­
men werden. Voraussetzung ist, dass die Zulassung zu
einem Fachstudium bereits erteilt worden
Wenn bereits Deutschkurse besucht ist. Bietet die Hochschule selbst keine
worden sind, ohne dass eine der o.g. Deutschkurse an oder besteht noch keine
Prüfungen abgelegt wurde, fügt man die Zulassung, können Kurse bei freien Bil­
entsprechenden Zeugnisse und Bestäti­ dungsträgern, wie den Volkshochschulen
gungen dem Antrag auf Zulassung an die oder speziellen Sprachschulen, besucht
Hochschule bei. Die Hochschule entschei­ werden. Dafür muss allerdings mit einer
det dann, ob eine direkte Teilnahme an mehr oder weniger hohen Kursgebühr
der DSH möglich ist, ohne zuvor einen gerechnet werden.

9
https://www.goethe.de

10
http://www.testdaf.de

11
https://www.kmk.org/themen/deutsches-sprachdiplom-dsd/deutsche-
sprachkenntnisse-fuer-den-hochschulzugang.html 39
Schul- und Hochschulabschlüsse

2.3.5 Anerkennung ausländischer sind Nachweise über entsprechende


­Studien- und Prüfungsleistungen Prüfungen, Semesterleistungen, Noten,
Grundsätzlich können die im Ausland Credit Points u. Ä. erforderlich. Meistens
erbrachten Studien- und Prüfungs­ sind die Prüfungsämter der Hochschu­
leistungen in Deutschland anerkannt len für die Anerkennung zuständig. Bei
werden, zum Beispiel um ein Studium in Studiengängen mit Staatsexamen (u.a.
Deutschland fortzusetzen oder Prüfungen Medizin, Pharmazie, Rechtswissenschaf­
zu absolvieren. Über die Anerkennung ten) entscheiden die staatlichen Prüfungs­
entscheiden die einzelnen Hochschulen. ämter (an den Hochschulen). Im Zweifels­
Dabei wird vorausgesetzt, dass die an der fall legen diese auch fest, ob man vor der
ausländischen Hochschule geforderten Anerkennung in einer „Kenntnisprüfung“
Leistungen erbracht worden sind. Dafür sein Wissen unter Beweis stellen muss.

Beispiel: anabin-Homepage zur Anerkennung ausländischer Studien- und Prüfungsleistungen


40
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Übersicht zu den Sprachzertifikationen

Am Ende Hören Sprechen Lesen Schreiben Prüfungen


der jewei- Englisch/
ligen Stufe Spanisch
können Sie

Kom­petente C2 ohne Schwie­ sich mühe­ jede Art anspruchsvolle Certificate of


Sprach- rigkeit die los an allen geschriebenen Briefe und Proficiency in
kenntnisse gesprochene Gesprächen Texts mühelos komplexe Be­ English (CPE)
Sprache und Diskussio­ durchlesen richte verfas­
verstehen nen sicher und sen und sich
angemessen differenziert
beteiligen ausdrücken

Kom­petente C1 Unterhaltun­ sich spontan komplexe sich schriftlich Cambridge Bu­


Sprach- gen sowie in den meisten Sachtexte und klar und gut siness English
kenntnisse Radio- und Situationen literarische Tex­ strukturiert
Fernsehsen­ fließend aus­ te verstehen ausdrücken Certificate Hig­
dungen rela­ drücken und über her Certificate
tiv mühelos komplexe in Advanced
verstehen Sachverhalte English (CAE)
schreiben
TOEFL

Selbst­ B2 im Fernsehen sich relativ Artikel und detaillierte Cambridge


ständige die meisten mühelos an Berichte über Texte, z.B. First Certificate
Sprach- Sendungen einer Diskussion aktuelle Fragen Aufsätze in English (FCE)
verwendung und Filme beteiligen und der Gegenwart oder Berichte
verstehen, eigene Ansich­ verstehen schreiben Cambridge
wenn Stan­ ten vertreten Business Eng­
dardsprache lish Certificate
gesprochen Vantage
wird

Selbst­ B1 die Hauptin­ an Gesprächen Texte aus der einfache, Cambridge


ständige formationen über Familie, Alltags- und zusammen- Preliminary
Sprach- verstehen, Hobbys, Arbeit, Berufswelt hängende
verwendung wenn es um Reisen oder ak­ verstehen Texte über TELC
Arbeit, Schu­ tuelle Ereignisse vertraute
le, Freizeit teilnehmen Themen Spanisch B1
usw. geht schreiben

Elementare A2 einfache kurze einfache kurze einfache kurze Notizen TELC


Sprach­ Alltagsge­ Gespräche in Texte, z.B. und Mitteilun­
kenntnisse spräche füh­ Situationen des Anzeigen oder gen abfassen English A2
ren und das Alltags führen Speisekarten,
Wesentliche verstehen TELC
von kurzen
Mitteilungen Spanisch A2
verstehen

Elementare A1 einfache sich in knappen einzelne Wörter einfache TELC


Sprachkennt­ Wörter und Worten ver­ und ganz Standard­
nisse Sätze über ständigen einfache Sätze formulare, English A1
vertraute verstehen, z.B. z.B. im Hotel,
Themen auf Schildern ausfüllen
verstehen und Plakaten

Informationen zu Sprachenzertifikaten finden Sie auch bei TELC Language Tests im


Internet unter https://www.telc.net
41
Schul- und Hochschulabschlüsse

2.4 Förderung von Ausbildung, weil sie 21 Jahre oder älter sind und
­Studium und Integration in den von ihren Eltern oder deren Ehegatten
­Arbeitsmarkt oder Lebenspartnern keinen Unterhalt
Mit verschiedenen staatlichen Leistungen erhalten.
und Programmen werden Ausbildung, 4. Unionsbürgern, die vor dem Beginn
Studium und Integration in den Arbeits­ der Ausbildung im Inland in einem
markt gefördert. Diese Leistungen und Beschäftigungsverhältnis gestanden
Programme richten sich an unterschied­ haben, dessen Gegenstand mit dem
liche Zielgruppen, teilweise gezielt an der Ausbildung in inhaltlichem Zusam­
Menschen mit Migrationshintergrund. menhang steht,
5. Staatsangehörigen eines anderen Ver­
2.4.1 BAföG tragsstaates des Abkommens über den
In § 8 des BAföG ist bezüglich Staatsan­ Europäischen Wirtschaftsraum unter
gehörigkeit geregelt, wer Anspruch auf den Voraussetzungen der Nummern 2
Leistungen nach dem Gesetz hat. Hier bis 4,
der Gesetzestext des § 8 BAföG (in der 6. Ausländern, die ihren gewöhnlichen
Fassung vom 21.12.2015): Aufenthalt im Inland haben und die
außerhalb des Bundesgebiets als
§ 8 Staatsangehörigkeit Flüchtlinge im Sinne des Abkommens
(1) Ausbildungsförderung wird geleistet über die Rechtsstellung der Flüchtlin­
1. Deutschen im Sinne des Grundgeset­ ge vom 28. Juli 1951 (BGBl. 1953 II
zes, S. 559) anerkannt und im Gebiet der
2. Unionsbürgern, die ein Recht auf Bundesrepublik Deutschland nicht
Daueraufenthalt im Sinne des Freizü­ nur vorübergehend zum Aufenthalt
gigkeitsgesetzes/EU besitzen sowie berechtigt sind,
anderen Ausländern, die eine Nieder­ 7. heimatlosen Ausländern im Sinne
lassungserlaubnis oder eine Erlaubnis des Gesetzes über die Rechtsstellung
zum Daueraufenthalt-EU nach dem heimatloser Ausländer im Bundesge­
Aufenthaltsgesetz besitzen, biet in der im Bundesgesetzblatt Teil III,
3. Unionsbürgern, die nach § 2 Absatz Gliederungsnummer 243-1, veröffent­
2 des Freizügigkeitsgesetzes/EU als lichten bereinigten Fassung, zuletzt
Arbeitnehmende oder Selbständige geändert durch Artikel 7 des Gesetzes
unionsrechtlich freizügigkeitsberech­ vom 30. Juli 2004 (BGBl. I S. 1950).
tigt sind, sowie deren Ehegatten,
Lebenspartnern und Kindern, die unter (2) Anderen Ausländern wird Ausbil­
den Voraussetzungen des § 3 Absatz dungsförderung geleistet, wenn sie ihren
1 und 4 des Freizügigkeitsgesetzes/ ständigen Wohnsitz im Inland haben und
EU unionsrechtlich freizügigkeitsbe­ 1. eine Aufenthaltserlaubnis nach den
rechtigt sind oder denen diese Rechte §§ 22, 23 Absatz 1, 2 oder 4, den §§
als Kinder nur deshalb nicht zustehen, 23a, 25 Absatz 1 oder 2, den §§ 25a,
42
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

25b, 28, 37, 38 Absatz 1 Nummer im Übrigen von dem Zeitpunkt an, in
2, § 104a oder als Ehegatte oder dem im weiteren Verlauf des Ausbil­
Lebenspartner oder Kind eines Auslän­ dungsabschnitts diese Voraussetzun­
ders mit Niederlassungserlaubnis eine gen vorgelegen haben. Die Vorausset­
Aufenthaltserlaubnis nach § 30 oder zungen gelten auch für einen einzigen
den §§ 32 bis 34 des Aufenthaltsge­ weiteren Ausbildungsabschnitt als
setzes besitzen, erfüllt, wenn der Auszubildende in
2. eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 dem vorhergehenden Ausbildungsab­
Absatz 3, Absatz 4 Satz 2 oder Absatz schnitt die Zugangsvoraussetzungen
5, § 31 des Aufenthaltsgesetzes oder erworben hat und danach unverzüg­
als Ehegatte oder Lebenspartner oder lich den Ausbildungsabschnitt beginnt.
Kind eines Ausländers mit Aufenthalts­ Von dem Erfordernis der Erwerbstä­
erlaubnis eine Aufenthaltserlaubnis tigkeit des Elternteils während der
nach § 30 oder den §§ 32 bis 34 des letzten sechs Jahre kann abgesehen
Aufenthaltsgesetzes besitzen und werden, wenn sie aus einem von ihm
sich seit mindestens 15 Monaten in nicht zu vertretenden Grunde nicht
Deutschland ununterbrochen rechtmä­ ausgeübt worden ist und er im Inland
ßig, gestattet oder geduldet aufhalten. mindestens sechs Monate erwerbstätig
gewesen ist.
(2a) Geduldeten Ausländern (§ 60a des
Aufenthaltsgesetzes), die ihren ständigen (4) Auszubildende, die nach Absatz 1
Wohnsitz im Inland haben, wird Ausbil­ oder 2 als Ehegatten oder Lebenspart­
dungsförderung geleistet, wenn sie sich ner persönlich förderungsberechtigt
seit mindestens 15 Monaten ununterbro­ sind, verlieren den Anspruch auf
chen rechtmäßig, gestattet oder geduldet Ausbildungsförderung nicht dadurch,
im Bundesgebiet aufhalten. dass sie dauernd getrennt leben oder
die Ehe oder Lebenspartnerschaft
(3) Im Übrigen wird Ausländern Ausbil­ aufgelöst worden ist, wenn sie sich
dungsförderung geleistet, wenn weiterhin rechtmäßig in Deutschland
1. sie selbst sich vor Beginn des förde­ aufhalten.
rungsfähigen Teils des Ausbildungsab­
schnitts insgesamt fünf Jahre im Inland (5) Rechts- und Verwaltungsvorschrif­
aufgehalten haben und rechtmäßig ten, nach denen anderen Ausländern
erwerbstätig gewesen sind oder Ausbildungsförderung zu leisten ist,
2. zumindest ein Elternteil während der bleiben unberührt.
letzten sechs Jahre vor Beginn des
förderungsfähigen Teils des Ausbil­ Weitere Informationen zum BAföG finden
dungsabschnitts sich insgesamt drei sich auf der Website des Bundes: https://
Jahre im Inland aufgehalten hat und www.bafög.de/.
rechtmäßig erwerbstätig gewesen ist,
43
Schul- und Hochschulabschlüsse

2.4.2 Garantiefonds Hochschule venten den Einstieg in die Erwerbstätig­


Die Bundesregierung fördert mit Mitteln keit zu erleichtern. Die Bildungsberatung
des Bundesministeriums für Familie, umfasst die Kompetenzfeststellung, die
Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Beratung zur Anerkennung und Verwert­
Rahmen des Garantiefonds H ­ ochschule barkeit ausländischer Qualifikationen,
die Eingliederung von Spätaussiedlerin­ die Nutzung der vorhandenen Qualifika­
nen und Spätaussiedlern, deren Ehe­ tionen bei nur teilweiser Anerkennung
gatten, Abkömmlingen und sonstigen und Hilfestellung im Umgang mit dem
Familienangehörigen, Asylberechtigten, vorliegenden Leitfaden.
jüdischen Immigranten (Aufenthaltstitel
nach § 23 Abs. 1 und 2 AufenthG) und Sprachkurse:
sog. GFK-Flüchtlingen (§ 60 Abs. 1 Auf­ Sprachkurse nach dem Garantiefonds
enthG mit Aufenthaltstitel nach § 25 Abs. Hochschule dauern – in Abhängigkeit von
2 AufenthG), die noch keine 30 Jahre alt den Vorkenntnissen – bis zu sechs Mona­
sind. Mit der Förderung soll die Vorbe­ ten. Sie umfassen zwei Kursstufen zu je
reitung auf ein Hochschulstudium bzw. drei Monaten mit wöchentlich 32 Unter­
die Fortführung eines im Herkunftsland richtsstunden. Grundsätzlich wird davon
bereits begonnenen Studiums, die Auf­ ausgegangen, dass die Teilnehmenden
nahme einer Erwerbstätigkeit nach einer bereits einen Integrationssprachkurs des
im Herkunftsland abgeschlossenen Hoch­ Bundesamtes für Migration und Flüchtlin­
schulausbildung oder die erforderliche ge (BAMF) besucht haben. Der Abschluss
Ergänzung eines Studiums in Deutsch­ ist die Zentrale Deutsche Sprachprüfung
land ermöglicht werden. Geförderte (entspricht der Niveaustufe C1 des
Eingliederungsmaßnahmen im Einzelnen Gemeinsamen Europäischen Referenz­
sind: Individuelle Bildungsberatung, die rahmens – GER). Studienbewerber/-innen
Vermittlung von Deutschkenntnissen auf mit Hochschulzugangsberechtigung (HZB)
dem für Hochschulen und akademische können die für den Hochschulzugang
Beschäftigung erforderlichen Niveau notwendige Sprachprüfung „TestDaF“
C1 GER, Erwerb des Abiturs oder der ablegen. Bei fehlenden bzw. unzureichen­
Fachhochschulreife in Kursen, die auf der den Englischkenntnissen ist die anschlie­
mittleren Reife aufbauen (Sonderlehr­ ßende Teilnahme von ­Studienfortsetzern
gänge und Studienkollegs), Praktika für an einem sechsmonatigen Englischsprach­
Akademikerinnen und Akademiker und kurs mit Abschluss B1/ B2 möglich.
Studienergänzungsmaßnahmen. Ziel der
Bildungsberatung „Garantiefonds Hoch­ Abiturkurse:
schule“ bei den Jugendmigrationsdiens­ An bundesweit 16 Sonderlehrgängen
ten ist es, die Zahl von Abiturienten und können Migrantinnen und Migranten
Studenten unter den Migrantinnen und aufbauend auf einer mittleren Schulbil­
Migranten in Deutschland zu erhöhen dung in zwei Jahren das Abitur oder die
und den zugewanderten Hochschulabsol­ Fachhochschulreife erwerben. Ursprüng­
44
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

lich wurden Sonderlehrgänge für Aussied­ bereiten sich Hochschulabsolventen auf


ler/-innen aus Osteuropa eingerichtet. ihre zukünftige Berufstätigkeit vor.
Heute können auch Flüchtlinge und
andere Migrantinnen bzw. Migranten Studium und studienergänzende
an Sonderlehrgängen die Hochschulreife Maßnahmen:
erwerben. Eine vorherige Beratung bei Die Bildungsberaterinnen/-berater des
den unten genannten Bildungsberaterin­ Garantiefonds Hochschule unterstützen
nen/-beratern ist erforderlich. Akademiker bzw. Akademikerinnen in al­
len für die Durchführung eines ergänzen­
Studienkolleg: den Studiums relevanten Fragen (Fächer
An Studienkollegs kann nach einem Jahr und Hochschulwahl, Bewerbung und
im Rahmen einer Feststellungsprüfung ein Zulassung, Anerkennung von Leistungen,
Hochschulzugang erworben werden. Der Studienfinanzierung, Studienorganisation
Besuch des Studienkollegs führt zu einer etc.). Ergänzende (Teil-) Studien kom­
fachorientierten Hochschulzugangsbe­ men für junge Hochschulabsolventen in
rechtigung. Die Fachbindung bezieht sich Frage, wenn ihr ausländischer Abschluss
auf Fächergruppen (z. B. „Sprach- und wegen erheblicher Unterschiede zum
Geisteswissenschaften“ oder „technische entsprechenden deutschen Abschluss auf
und naturwissenschaftliche“ Fächer). dem Arbeitsmarkt voraussichtlich nicht
verwertbar ist. In dem Teil-Studium an
Akademische Praktika: einer deutschen Hochschule wird dann
Akademische Praktika und ärztliche erneut ein Hochschulabschluss (z. B.
Anpassungspraktika unterstützen die be­ Diplom, Bachelor oder Master) erworben.
rufliche Eingliederung in Deutschland. Im Wenn ein ergänzendes Studium nicht
Rahmen der geförderten Praktika, die in möglich ist, kommt je nach Fachrichtung
Unternehmen, Krankenhäusern und For­ die Teilnahme an einer etwa einjährigen
schungseinrichtungen absolviert werden, Studienergänzung in Frage. Einjährige
45
Schul- und Hochschulabschlüsse

Studienergänzungen schließen mit einem Heimkehrerstr. 16, 37133 Friedland


Zertifikat ab. Antrag und Förderung: Die Ansprechpartnerinnen: Frau Andrea
Beratung und Antragstellung erfolgt bei Schwarzbach und Frau Ramona Ramm
den Bildungsberaterinnen und Bildungs­ Telefon: 05504 282
beratern Garantiefonds Hochschule unter Telefax: 05504 504
den Adressen: E-Mail: a.schwarzbach@im-friedland.de,
ramona.ramm@caritas-kassel.de.
Bildungsberatung Garantiefonds Hoch-
schule, JMD Caritasverband Hannover Die Anträge sollten möglichst zeitnah
e. V. nach der Einreise bei den o. g. Bildungs­
Kopernikusstraße 3, 30167 Hannover beratern/-innen gestellt werden.
Ansprechpartner: Herr Lothar Heimberg
Telefon: 0511 328526
Telefax: 0511 328187 2.5 Bewertung ausländischer
E-Mail: JMD-Bildungsberatung@cari­ ­Hochschulabschlüsse
tas-hannover.de Da insbesondere für akademische Ab­
schlüsse häufig keine Anerkennung nach
Bildungsberatung Garantiefonds Hoch- dem BQFG, dem NBQFG oder dem Fach­
schule, JMD Caritasverband Osnabrück recht erfolgen kann (siehe Teil II, Kapitel
e.V. 4), kann für Migrantinnen und Migran­
Johannisstraße 91, 49074 Osnabrück ten, die in Deutschland eine Berufstätig­
Ansprechpartnerin: Frau Gabriele Stajer keit ausüben möchten, die Bewertung im
Telefon: 0541 341441 Ausland erworbener Hochschulabschlüsse
Telefax: 0541 341491 durch die Zentralstelle für ausländisches
E-Mail: g.stajer@caritas-os.de Bildungswesen (ZAB) sinnvoll sein.

Bildungsberatung Garantiefonds Die ZAB nimmt als zentrale Einrichtung in


­Hochschule Deutschland u.a. die Bewertung abge­
Reinhäuser Landstraße 57 schlossener ausländischer Hochschul­
37083 Göttingen qualifikationen vor, die einen Zugang
Ansprechpartnerin: zu nichtreglementierten Berufsfeldern
Frau Andrea Schwarzbach eröffnen. Sie stellt auf Antrag eine
Telefon: 0551 7703777 individuelle Zeugnisbewertung aus. Diese
Telefax: 0551 507744 Bewertung stellt ein offizielles Dokument
E-Mail: a.schwarzbach@im-friedland.de dar, mit dem Qualifikationen beschrieben
und berufliche Tätigkeitsmöglichkeiten
Bildungsberatung Garantiefonds Hoch- bescheinigt werden. Mit der Zeugnisbe­
schule, Im Grenzdurchgangslager wertung ist eine vergleichende Einstufung
Friedland verbunden. Diese stellt keine Anerken­
nung dar, kann jedoch den Zugang zum
46
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Arbeitsmarkt für Personen mit Hochschul­ 2.7 Adressen und weitere


abschluss erleichtern, indem vorhandene ­Informationen
Qualifikationen vergleichbar ausgewiesen Die jeweilige Hochschule bzw. Universität
werden. informiert darüber, ob die Voraussetzun­
gen für den Hochschulzugang in Nieder­
Nähere Informationen zu der Zeugnisbe­ sachsen erfüllt sind. Weitere Informatio­
wertung, dem Antragsverfahren sowie nen finden Sie im Internet unter: http://
zu den erhobenen Gebühren erhalten Sie anabin.kmk.org/anabin.html oder bei den
auf den Internetseiten der ZAB: https:// zentralen Studienberatungen der Hoch­
www.kmk.org/themen/anerkennung-aus- schulen und Universitäten.
laendischer-abschluesse.html.
Die Erläuterung zu reglementierten und 2.7.1 Akademische Auslandsämter
nicht reglementierten Berufen sind unter (AAA)/Hochschulbüros für Internati-
Teil II Kapitel 8.1 zu finden. Hinweise zu onales
speziell nach niedersächsischem Landes­ Wichtigste erste Anlaufstelle für aus­
recht geregelten reglementierten und ländische Studienbewerber/-innen sind
nicht reglementierten Berufen sind in die akademischen Auslandsämter, die
Teil II Kapitel 6 abgebildet. an jeder Hochschule zu finden sind. Sie
beraten in allen Fragen zu Zulassung,
Zentralstelle für ausländisches Zeugnisanerkennung, Prüfungen etc. Die
­Bildungswesen (ZAB) Adressen finden Sie auf der Website des
Graurheindorfer Str. 157, 53117 Bonn Deutschen Akademischen Austausch­
Postanschrift: dienstes DAAD e.V.: ­https://www.daad.
Postfach 2240, de.
53012 Bonn
Telefon: 0228 501-664 2.7.2 Deutsches Studentenwerk
(Mo, Di, Do von 10-12 Uhr) (DSW) e.V.
E-Mail: zabservice@kmk.org Beim Deutschen Studentenwerk (DSW)
e.V. erhalten international Studieren­
de viele Informationen zum Thema
2.6 Aufenthaltsrechtliche Aspekte ­„Studieren in Deutschland“:
Personen, die zum Zwecke des Studiums Deutsches Studentenwerk (DSW) e.V.
nach Deutschland einreisen möchten, Monbijouplatz 11, 10178 Berlin
benötigen (je nach Herkunft) ein Visum Telefon: 030 297727-10
zu Studienzwecken. Die Website des Telefax: 030 297727-99
Deutschen Akademischen Austausch­ E-Mail: dsw@studentenwerke.de
dienstes e.V. (DAAD) informiert über die Homepage: http://www.studentenwerke.
hierfür geltenden Bestimmungen: https:// de.
www.daad.de.

47
Schul- und Hochschulabschlüsse

2.7.3 uni-assist e.V. die Einreise ausländischer Studienbewer­


uni-assist e.V. (http://www.uni-assist.de) ber sind ebenfalls angegeben.
ist die Arbeits- und Servicestelle für in­
ternationale Studienbewerbungen. Über 2.7.6 Informationssystem zur Aner-
90 deutsche Hochschulen haben sich in kennung ausländischer Bildungsab-
dem Verein zusammengeschlossen, um schlüsse
internationalen Studienbewerbern die Die Datenbank „anabin“ (Anerkennung
Bewerbung an deutschen Hochschulen zu und Bewertung ausländischer Bildungs­
erleichtern und die Hochschulen bei der nachweise) bietet für eine Vielzahl
Auswahl ihrer ausländischen Studieren­ ausländischer Staaten eine umfangreiche
den zu entlasten. Dokumentation über deren Bildungswe­
sen, die verschiedenen Abschlüsse und
2.7.4 Broschüre „Studien- und ihre Wertigkeit sowie die akademischen
­Berufswahl“ Grade: http://anabin.kmk.org.
Die Broschüre „Studien- und Berufs­
wahl“, die jährlich aktualisiert wird, ent­
hält umfassende Informationen über die 3. Führung von ausländischen Hoch-
Struktur der deutschen Hochschulland­ schulgraden und Hochschultiteln
schaft, Beschreibungen von Studiengän­ In diesem Kapitel geht es um die Führung
gen, Beratungsadressen u.v.m. (https:// von ausländischen Hochschulgraden, die
www.arbeitsagentur.de). aufgrund eines an einer anerkannten
Hochschule durch Prüfung abgeschlos­
2.7.5 Deutscher Akademischer senen Studiums verliehen worden sind so­
­Austauschdienst (DAAD) e.V. wie um die Führung von Hochschultiteln
Der DAAD e.V. (https://www.daad.de) ist und Hochschultätigkeitsbezeichnungen.
eine gemeinsame Einrichtung der deut­ Die Führung ausländischer Grade und
schen Hochschulen zur Förderung der in­ Titel ist unter den Voraussetzungen des
ternationalen Beziehungen der deutschen § 10 Niedersächsisches Hochschulgesetz
Hochschulen mit dem Ausland durch den (NHG) in der verliehenen Form unter
Austausch von Studierenden und Wissen­ Angabe der verleihenden Hochschule zu­
schaftlerinnen und Wissenschaftlern lässig. Sind die Voraussetzungen des § 10
sowie durch internationale Programme NHG nicht gegeben, darf der Grad/Titel
und Projekte. Der DAAD e.V. stellt neben nicht geführt werden. Einer besonderen
zahlreichen anderen Informationen eine Genehmigung zur Führung im Einzelfall
Zulassungsdatenbank über die Gleichwer­ bedarf es somit nicht. Mit Ausnahme der
tigkeit ausländischer Hochschulzugangs­ Berechtigten nach dem Bundesvertriebe­
berechtigungen bereit. Außerdem kön­ nengesetz (Spätaussiedler/innen) findet
nen dort die Adressen aller akademischen weder eine Bewertung des Hochschul­
Auslandsämter recherchiert werden. abschlusses noch eine formale Anerken­
Aufenthaltsrechtliche Bestimmungen für nung des ausländischen Grades statt.
48
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

Die Führung eines Hochschulgrades/ Sofern die Voraussetzungen zum Führen


Hochschultitels liegt in der Eigenverant­ eines Hochschulgrades/Hochschultitels
wortung der Inhaberinnen und Inhaber, nach § 10 NHG vorliegen, darf dieser in
die demzufolge eigenständig zu prüfen Niedersachsen in der verliehenen Form
haben, ob die gesetzlichen Vorausset­ bzw. der im Herkunftsland zugelassenen
zungen zur Führung gemäß § 10 NHG oder nachweislich allgemein üblichen Ab­
erfüllt sind und der Hochschulgrad/Hoch­ kürzung unter Angabe der verleihenden
schultitel in der zulässigen Form geführt Hochschule geführt werden. Die verlie­
wird. Zudem berechtigt die Führung hene Form darf ggf. in lateinische Schrift
eines Hochschulgrades nicht automatisch übertragen sowie eine wörtliche Überset­
zur Ausübung des damit verbundenen zung in Klammern hinzugefügt werden.
Berufes. Informationen zur beruflichen Von diesem Grundsatz abweichende,
Anerkennung sind im folgenden Teil II begünstigende Regelungen sind in der
dargelegt. Verordnung über die Führung ausländi­
scher akademischer Grade, Titel und
Über die Anrechnung bzw. Anerkennung Tätigkeitsbezeichnungen (AkGradVO)
von im Ausland erbrachten Studien- und vom 24.04.2008 getroffen worden. So
Prüfungsleistungen zum Zwecke der können Hochschulgrade und Hochschulti­
Fortsetzung des Studiums bis einschließ­ tel, die in Ländern der EU bzw. des EWR
lich der Zulassung zur Promotion und der erworben wurden, in der Originalform
Habilitation sowie der Aufnahme eines ohne Angabe der verleihenden Hoch­
weiteren Studiums entscheiden die Hoch­ schule geführt werden. Wenn in diesen
schulen in eigener Zuständigkeit. Ländern ein Doktorgrad aufgrund eines
wissenschaftlichen Promotionsverfahrens
Allgemeine Informationen und Aus­ erworben wurde, kann zwischen der
künfte zur Rechtslage erteilt das Originalform bzw. der im Herkunftsland
­Niedersächsische Ministerium für zugelassenen oder allgemein üblichen
­Wissenschaft und Kultur Abkürzung und der Abkürzung „Dr.“
Leibnizufer 9, 30169 Hannover ohne fachlichen Zusatz und ohne Angabe
Telefon: 0511 120-0 der verleihenden Hochschule gewählt
Telefax: 0511 120-2801 werden. Zudem gibt es begünstigende
E-Mail: poststelle@mwk.niedersachsen.de Regelungen zur Führung von bestimmten
Homepage: https://www.mwk.nieder- Doktorgraden, die in Russland, Australi­
sachsen.de. en, Israel, Japan, Kanada, und den
Vereinigten Staaten von Amerika
Weitere Informationen finden Sie auf der erworben wurden. Einzelheiten sind über
oben genannten Internetseite des Nds. die Internetseite des Niedersächsischen
Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
in Form eines Informationsblattes. abrufbaren „Information zur Führung
ausländischer akademischer Grade, Titel
49
Schul- und Hochschulabschlüsse

und Bezeichnungen“ zu entnehmen: lung verliehenen ausländischen Hoch­


https://www.mwk.niedersachsen.de. schulgrad/Hochschultitel, der die Voraus­
setzungen zur Führung gemäß § 10 NHG
Umfangreiche Informationen über das erfüllt, ohne Angabe der verleihenden
ausländische Bildungswesen, ausländi­ Hochschule führen. Zudem kann auf An­
sche Abschlüsse, zur Übersetzung und trag die Führung eines vor der Aussied­
Abkürzung von ausländischen Graden lung erworbenen Hochschulgrades in der
und Titeln und Äquivalenzen bietet die Form des entsprechenden inländischen
Internet-Datenbank „anabin“ der Zent­ Grades gestattet werden, sofern dieser
ralstelle für ausländisches Bildungswesen gleichwertig ist. Dem formlosen Antrag
(ZAB) unter: http://anabin.kmk.org/ana- muss eine amtlich beglaubigte Kopie
bin.html. der Bescheinigung nach § 15 BVFG,
ein Nachweis über die Namensführung,
Für Inhaberinnen und Inhaber eines aus­ eine aktuelle Meldebescheinigung, ein
ländischen Hochschulabschlusses stellt die tabellarischer Lebenslauf mit Angaben
ZAB auf Antrag gegen Gebühr eine indi­ über den bisherigen Ausbildungsweg und
viduelle Zeugnisbewertung aus: https:// den beruflichen Werdegang sowie eine
www.kmk.org/themen/anerkennung-aus- Erklärung, dass ein vergleichbarer Antrag
laendischer-abschluesse.html (siehe auch bisher in keinem anderen Bundesland
Teil I, Kapitel 2.5). gestellt wurde, beigefügt werden.

Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler Darüber hinaus sind amtlich beglaubigte


sowie deren Ehegatten und Abkömm­ Kopien der Hochschulzugangsberechti­
linge, die eine Bescheinigung nach § 15 gung (in Deutschland: Abiturzeugnis),
des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) des Diploms, einer Fächer- und Noten­
besitzen, können einen vor der Aussied­ übersicht des Studiums sowie entspre­
50
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

chende Übersetzungen dieser Unterlagen Ehrengrade, wenn die ausländische


von einem an einem deutschen Gericht Institution kein Recht zur Vergabe des
vereidigten Übersetzer bzw. Übersetzerin entsprechenden Grades nach Absatz 1
vorzulegen. Der Antrag ist an das Nieder­ besitzt.
sächsische Ministerium für Wissenschaft 3. Die Regelungen der Absätze 1 und 2
und Kultur, Referat 27, Postfach 261, gelten entsprechend für Hochschultitel
30002 Hannover, zu richten. und Hochschultätigkeitsbezeichnun­
gen.
§ 10 Niedersächsisches Hochschulgesetz 4. Das Fachministerium wird ermächtigt,
(Ausländische Grade, Titel und Bezeich­ von den Absätzen 1 bis 3 abwei­
nungen) chende, begünstigende Regelungen
1. Ein ausländischer Hochschulgrad, aufgrund von Äquivalenzvereinbarun­
der von einer nach dem Recht des gen, Vereinbarungen der Länder oder
Herkunftslandes anerkannten Hoch­ für Berechtigte nach dem Bundesver­
schule aufgrund eines durch Prüfung triebenengesetz, durch Verordnung zu
abgeschlossenen Studiums verliehen treffen.
worden ist, kann in der verliehenen 5. Eine von den Absätzen 1 bis 4 ab­
Form unter Angabe der verleihenden weichende Grad- und Titelführung
Hochschule geführt werden. Dabei ist untersagt. Entgeltlich erworbene
kann die verliehene Form gegebenen­ Grade, Titel und Hochschultätigkeits­
falls in lateinische Schrift übertragen bezeichnungen dürfen nicht geführt
und die im Herkunftsland zugelassene werden. Wer einen ausländischen
oder nachweislich allgemein übliche Grad, Titel oder eine ausländische
Abkürzung geführt sowie eine wörtli­ Hochschultätigkeitsbezeichnung führt,
che Übersetzung in Klammern hinzu­ hat auf Verlangen einer zuständigen
gefügt werden. Die Regelungen finden öffentlichen Stelle die Berechtigung
auch Anwendung auf staatliche und hierzu urkundlich nachzuweisen.
kirchliche Grade. Eine Umwandlung
in einen entsprechenden inländischen
Grad findet nicht statt. 4. Akademische Auslandsämter
2. Ein ausländischer Ehrengrad, der von (AAA)/Hochschulbüros für Interna-
einer nach dem Recht des Herkunfts­ tionales bei den Hochschulen und
landes zur Verleihung berechtigten Beratungsstellen in Niedersachsen
Stelle verliehen wurde, kann nach ■ Technische Universität Carolo-­
Maßgabe der für die Verleihung Wilhelmina zu Braunschweig
geltenden Rechtsvorschriften in der International Office
verliehenen Form unter Angabe der Bültenweg 74/75
verleihenden Stelle geführt werden. 38106 Braunschweig
Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend. Telefon: 0531 391-4331
Ausgeschlossen von der Führung sind Telefax: 0531 391-4332
E-Mail: international@braunschweig.de 51
Schul- und Hochschulabschlüsse

■ Hochschule für Bildende Künste Telefon: 0551 39-21322


­Braunschweig E-Mail: international@uni-goettingen.de
International Office
Johannes-Selenka-Platz 1 ■ Gottfried Wilhelm Leibniz Universität
38118 Braunschweig Hannover
Telefon: 0531 391-9141 Hochschulbüro für Internationales
Telefax: 0531 391-9259 Welfengarten 1A
E-Mail: international.office@hbk-bs.de 30167 Hannover
Telefon: 0511 762-2548
■ Fachhochschule Braunschweig/­ Telefax: 0511 762-4090
Wolfenbüttel E-Mail: internationaloffice@uni-hanno­
Internationales Büro – International ver.de
­Students Office
Robert-Koch-Platz 8a ■ Medizinische Hochschule Hannover
38440 Wolfsburg Akademisches Auslandsamt
Telefon: 05361 8922-15510 Carl-Neuberg-Str. 1
E-Mail: u.wiegand@ostfalia.de 30625 Hannover
Telefon: 0511 532-6026
■ Technische Universität Clausthal Telefax: 0511 532-6027
International Center Clausthal E-Mail: Bargsten.Ritva@MH-Hannover.de
Graupenstraße 11
38678 Clausthal-Zellerfeld ■ Tierärztliche Hochschule
Telefon: 05323 72-5031 ­Hannover
Telefax: 05323 772-3939 Akademisches Auslandsamt
E-Mail: international@tu-clausthal.de Bünteweg 2
30559 Hannover
■ Fachhochschule Wilhelmshaven Telefon: 0511 953-8092
­Oldenburg Elsfleth Telefax: 0511 953-82 80 92
Weserstraße 52 E-Mail: maritta.ledwoch@tiho-hannover.
26931 Elsfleth de
Telefon: 04421 985-2604
Telefax: 04421 7985-2405 ■ Hochschule für Musik, Theater und
Ofener Straße 16/19 Medien Hannover
26121 Oldenburg Internationales Büro
Telefon: 0441 7708-31-14 oder -38 Hindenburgstr. 2-4
Telefax: 0441 7708-31-15 30175 Hannover
Telefon: 0511 3100-7369
■ Georg-August-Universität Göttingen Telefax: 0511 3100-7368
Internationales Büro E-Mail: internationaloffice@hmtmhanno­
von-Siebold-Straße 2 ver.de
52 37075 Göttingen
Inhalt Schul- und Hochschulabschlüsse

■ Fachhochschule Hannover Ammerländer Heerstr. 114-118


Internationales Büro Gebäude A 5
Postfach 920251 26111 Oldenburg
30441 Hannover Telefon: 0441 798-4783
Besucheranschrift: E-Mail: iso@uni-oldenburg.de
Ricklinger Stadtweg 118
30459 Hannover ■ Fachhochschule Emden/Leer
Telefon: 0511 9296-2153 Constantia Platz 4
Telefax: 0511 9296-2100 26723 Emden
E-Mail: international@fh-hannover.de Telefon: 04921 807-13-69 oder -78
Telefax: 04921 807-13-97
■ Universität Hildesheim E-Mail: international.office@hs-emden-
Akademisches Auslandsamt leer.de
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim ■ Universität Osnabrück
Telefon: 05121 883-155 Akademisches Auslandsamt
Telefax: 05121 883-154 Neuer Graben 27
49074 Osnabrück
■ HAWK Fachhochschule Hildesheim Telefon: 0541 969-4599
­Holzminden Göttingen Telefax: 0541 969-4495
Akademisches Auslandsamt E-Mail: aaa@uni-osnabrueck.de
Hohnsen 4
31134 Hildesheim ■ Fachhochschule Osnabrück
Telefon: 05121 881-144 (Hildesheim) Internationales Büro
Telefon: 05531 126-162 (Holzminden) Postfach 1940
Telefon: 0551 5032-150 (Göttingen) 49009 Osnabrück
Telefax: 05121 881-147 Besucheranschrift:
E-Mail: international@hawk-hhg.de Albrechtstraße 30
49076 Osnabrück
■ Leuphana – Universität Lüneburg Telefon: 0541 969-2996
International Office Telefax: 0541 969-3113
Scharnhorststr. 1 E-Mail: io@fh-osnabrueck.de
Campus Gebäude 8
21335 Lüneburg ■ Universität Vechta
Telefon: 04131 677-1070 International Office
Telefax: 04131 677-1075 Driverstr. 22
E-Mail: international@uni.leuphana.de 49377 Vechta
Telefon: 04441 15-610
■ Carl von Ossietzky Universität Telefax: 04441 15-444
­Oldenburg E-Mail: international.office@uni-vechta.de
International Student Office 53
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Teil II:
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Anerkennung beruflicher 2. Die geltenden gesetzlichen


­Qualifikationen ­Regelungen

1. Allgemeines 2.1. Das Anerkennungsgesetz des


Im Teil II werden die Regelungen dar­ Bundes
gestellt, die in Niedersachsen für die „Anerkennungsgesetz“ ist die umgangs­
Prüfung der Gleichwertigkeit ausländi­ sprachliche Kurzform für das „Gesetz
scher Berufsqualifikationen gelten. Unter zur Verbesserung der Feststellung und
Kapitel Nr. 2 bis 4 finden Sie eine Zusam­ Anerkennung im Ausland erworbener
menfassung der gesetzlichen Regelungen Berufsqualifikationen“ des Bundes. Das
im Bereich des Rechts der Anerkennung Anerkennungsgesetz gilt seit dem 1. April
ausländischer Berufsabschlüsse und eine 2012 bundesweit.
Zusammenfassung der wichtigsten Re­
gelungen der Anerkennungsgesetze des Das Anerkennungsgesetz ist ein Arti­
Bundes und des Landes. Unter Kapitel kelgesetz. Es besteht aus verschiedenen
Nr. 5 bis 7 finden Sie den Gesetzes­ Artikeln, die neben der Einführung eines
wortlaut und einen Kurzkommentar neuen Gesetzes, nämlich des Berufs­
zum Niedersächsischen Berufsqualifika­ qualifikationsfeststellungsgesetzes, auch
tionsfeststellungsgesetz, eine Liste der vorhandene berufsrechtliche Fachgesetze
nach niedersächsischem Landesrecht und Verordnungen des Bundes ändern
geregelten Berufe sowie Hinweise zu und anpassen. Mit dem Gesetz zur Än­
Möglichkeiten der finanziellen Förderung derung des Berufsqualifikationsfeststel­
für Antragstellerinnen und Antragsteller. lungsgesetzes und anderer Gesetze vom
Unter Kapitel Nr. 8 finden Sie die Bundes- 22.12.2015 ist das BQFG im Zuge der
und Landesberufe alphabetisch und Umsetzung der geänderten EU-Berufsan­
nach Gruppen geordnet. Hier können erkennungsrichtlinie novelliert worden.
Sie ganz einfach die für Ihren Referenz­
beruf zuständige Stelle in Niedersachsen 2.1.1 Das Berufsqualifikationsfeststel-
herausfinden.  lungsgesetz
Der erste Artikel des Anerkennungsgeset­
zes enthält das Berufsqualifikationsfest­
stellungsgesetz, kurz BQFG. Das BQFG
heißt mit vollem Titel „Gesetz über die
Feststellung der Gleichwertigkeit von
54 Berufsqualifikationen“.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

•• Das BQFG ist das Kernstück des nung, Krankenpflegegesetz). In diesen


­Anerkennungsgesetzes. Fachgesetzen werden bundesrechtlich
•• Es gilt für Berufe, die in Deutschland reglementierte Berufe geregelt.
durch Bundesrecht geregelt sind.
•• Es regelt, unter welchen Vorausset­
zungen ein im Ausland erworbener Be­ 2.2 Das Niedersächsische Anerken-
rufsabschluss mit einem entsprechen­ nungsgesetz
den deutschen Berufsabschluss (dem „Niedersächsisches Anerkennungsgesetz“
sogenannten deutschen Referenzbe­ ist die umgangssprachliche Kurzform für
ruf) gleichwertig ist. Zudem regelt es das „Gesetz zur Verbesserung der Fest­
das Anerkennungsverfahren. stellung und Anerkennung im Ausland
•• Das BQFG gilt für ausländische Berufs­ erworbener Berufsqualifikationen in Nie­
abschlüsse aus allen Ländern der Welt. dersachsen“. Das niedersächsische An­
•• Das BQFG ist nur dann anwendbar, erkennungsgesetz ist am 19. D­ ezember
wenn im Fachrecht keine Regelungen 2012 in Kraft getreten.
zur Anerkennung enthalten sind oder
das Fachrecht explizit auf das BQFG Auch das niedersächsische Anerken­
verweist. nungsgesetz ist ein Artikelgesetz. Es
orientiert sich in seiner Struktur am Bun­
2.1.2 Berufsrechtliche Fachgesetze desgesetz. Es besteht aus verschiedenen
des Bundes Artikeln, die neben der Einführung eines
Die weiteren Artikel des Anerkennungs­ neuen Gesetzes, des Niedersächsischen
gesetzes ändern bestehende berufsrecht­ Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes,
liche Fachgesetze des Bundes und passen auch vorhandene Gesetze des Landes
diese an die neue Rechtslage an (z. B. zu landesrechtlich geregelten Berufen
Bundesärzteordnung, Handwerksord­ ändern und anpassen. Mit dem „Gesetz
55
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

zur Verbesserung der Feststellung der •• Es regelt, unter welchen Vorausset­


Gleichwertigkeit und der Anerkennung zungen ein im Ausland erworbener
im Ausland erworbener Berufsqualifikati­ Berufsabschluss mit dem entsprechen­
onen in Niedersachsen“ vom 08.06.2016 den niedersächsischen Berufsabschluss
ist das NBQFG im Zuge der Umsetzung (dem sogenannten Referenzberuf)
der geänderten EU-Berufsanerkennungs­ gleichwertig ist. Zudem regelt es das
richtlinie novelliert worden. Anerkennungsverfahren.
•• Auch das NBQFG gilt für ausländische
2.2.1 Das Niedersächsische Berufs­- Berufsabschlüsse aus allen Ländern der
­qualifikationsfeststellungsgesetz Welt.
Der erste Artikel des niedersächsischen •• Das NBQFG ist anwendbar, sofern das
Anerkennungsgesetzes enthält das Fachrecht keine anderen Regelungen
Niedersächsische Berufsqualifikationsfest­ unter Bezugnahme auf das NBQFG
stellungsgesetz, kurz NBQFG. Das NBQFG trifft oder die Anwendung des NBQFG
heißt mit vollem Titel „Niedersächsisches nicht ausschließt.
Gesetz über die Feststellung der Gleich­
wertigkeit im Ausland erworbener Berufs­ 2.2.2 Berufsrechtliche Fachgesetze
qualifikationen“. des Landes
Die weiteren Artikel des niedersächsi­
•• Das NBQFG ist in Struktur und Inhalt schen Anerkennungsgesetzes ändern
eng an das BQFG und an dem von den bestehende berufsrechtliche Fachgesetze
Ländern erarbeiteten Mustergesetzent­ des Landes und passen diese an die neue
wurf angelehnt. Rechtslage an. In den Fachgesetzen sind
•• Das NBQFG ist anwendbar auf Berufe, reglementierte, landesrechtliche Berufe
die durch das niedersächsische Landes­ geregelt. Für den Bereich der Archi­
56 recht geregelt sind.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

tekten und Ingenieure gibt es mit dem sowohl in den Berufsqualifikationsfest­


Nds. Architektengesetz und dem Nds. stellungsgesetzen von Bund und Län­
Ingenieurgesetz eigene berufsrechtliche dern, als auch in den berufsrechtlichen
Fachgesetze, die die Vorschriften der EU- Fachgesetzen von Bund und Ländern
Berufsanerkennungsrichtlinie umsetzen. umgesetzt werden. Damit waren in allen
16 Bundesländern die Berufsqualifikati­
2.3 Die EU-Berufsanerkennungs­ onsfeststellungsgesetze, die betroffenen
richtlinie 2005/36/EG Berufsgesetze und Rechtsverordnungen
Die Berufsanerkennungsrichtlinie zum 18. Januar 2016 zu ändern. Die
2005/36/EG der EU gilt in der durch aktuellen Neuerungen zielen im Wesent­
die Richtlinie 2013/55/EU novellier­ lichen darauf ab, Verbesserungen für
ten Fassung. Sie trifft Regelungen zur Personen zu erzielen, die in der EU qua­
Anerkennung von Berufsabschlüssen, lifiziert oder bereits anerkannt sind und
die in EU-Staaten, EWR-Staaten und der in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten
Schweiz erworben wurden. Allerdings nur möchten.
unter folgenden Voraussetzungen:
•• Sie gilt für im Aufnahmestaat regle­ ■ Die Besonderheiten der EU-Richtlinie
mentierte Berufe. Sie gilt nur für reglementierte Berufe,
•• Sie gilt für Staatsangehörige der also z.B. Heilberufe wie Logopäde/-in,
EU-Mitgliedsstaaten, des EWR und der Heil­pädagoge/Heilpädagogin, Arzt/Ärztin,
Schweiz sowie ihnen gleichgestellte Apotheker/-in, pädagogische Berufe wie
Personen. Erzieher/-in, Lehrer/-in als auch Berufe wie
•• Sie gilt nur für Berufsabschlüsse aus Ingenieur/-in und Architekt/-in.
den genannten Staaten.
Für sieben reglementierte Berufe haben
Die Vorschriften der EU-Berufsanerken­ sich die EU-Staaten auf eine automatische
nungsrichtlinie wurden in das deutsche Anerkennung geeinigt. Dabei handelt es
Recht übernommen. sich um folgende Berufe:
Apotheker/-in, Architekt/-in, Arzt/Ärztin,
Deshalb gibt es in allen einschlägigen Hebamme/Entbindungspfleger, Gesund­
berufsrechtlichen Fachgesetzen bereits heits- und Krankenpfleger/-in, Tierarzt/
Regelungen für die Anerkennung von EU- Tierärztin, Zahnarzt/Zahnärztin.
Berufsabschlüssen bei reglementierten
Berufen. Durch die Anerkennungsgesetze Abschlüsse aus den neuen Mitgliedstaa­
des Bundes und des Landes werden diese ten (EU-Beitritt nach 20.12.1976) fallen
bestehenden Regelungen weitgehend unter die automatische Anerkennung,
auch für Menschen aus Drittstaaten und wenn die Ausbildung nach dem Beitritt
deren Berufsabschlüsse übernommen. begonnen wurde.
Die Änderungen durch die novellierte EU-
Berufsanerkennungsrichtlinie mussten
57
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Bei älteren Abschlüssen gilt die auto­ Dort sind auch weitere Informationen
matische Anerkennung nur, wenn eine zum Anerkennungsverfahren abrufbar.
Bescheinigung des Herkunftsmitglied­
staates vorgelegt wird, dass die vor ■ Europäischer Berufsausweis
dem Beitritt absolvierte Ausbildung den Mit der Novellierung der EU-Berufsaner­
Mindeststandards der Richtlinie 2005/36/ kennungsrichtlinie wurde der sogenannte
EG entspricht. Für den Beruf Gesund­ Europäische Berufsausweis - abgekürzt
heits- und Krankenpfleger/-in gilt diese EBA - neu eingeführt, der ein elektroni­
Regelung jedoch nicht. Maßgeblich ist sches Zertifikat darstellt. Der Europäische
hier das Krankenpflegegesetz (§ 2 Abs. 4 Berufsausweis stellt ein alternatives
S.4 KrPflG). elektronisches Anerkennungsverfahren
für Bürgerinnen und Bürger aus der EU
Die neuen Regelungen durch die und dem EWR dar, das Anerkennungsver­
­Novellierung der EU- Richtlinie: fahren vereinfacht und für das deutlich
kürzere Bearbeitungsfristen gegenüber
■ Elektronische Antragstellung herkömmlichen Verfahren gelten. Die
Aufgrund der Neuregelungen im EU- Europäische Union hat den Ausweis zu­
Recht kann bei reglementierten Berufen nächst für fünf Berufe eingeführt. Anträ­
der Antrag auf Anerkennung mit den da­ ge auf einen Europäischen Berufsausweis
zugehörigen Unterlagen (z. B. Prüfungs­ sind möglich für:
zeugnisse, Befähigungsnachweise etc.) •• Apotheker/Apothekerinnen
auch elektronisch übermittelt werden, so­ •• Bergführer/Bergführerinnen
fern sie innerhalb der Europäischen Union •• Gesundheits- und Krankenpfleger/Ge­
beziehungsweise des Europäischen Wirt­ sundheits- und Krankenpflegerinnen
schaftsraumes ausgestellt oder anerkannt •• Immobilienmakler/Immobilienmakle­
wurden. Die Antragstellung kann über rinnen
den sogenannten Einheitlichen Ansprech­ •• Physiotherapeuten/Physiotherapeu­
partner des Landes erfolgen, in dem der tinnen.
Beruf ausgeübt werden soll. Dieser leitet
die Unterlagen an die zuständige Stelle Der Ausweis kann sowohl für vorüberge­
weiter, die das Anerkennungsverfahren hende Dienstleistungen als auch für die
durchführt. Die Antragstellung per Post Niederlassung genutzt werden. Er ist bei
bleibt weiterhin möglich. der zuständigen Stelle des Herkunftsstaa­
tes zu beantragen. In einem Online - Ver­
In Niedersachsen ist die Antragstellung fahren werden dazu bei der zuständigen
auf elektronischem Weg über den Ein­ Stelle des Herkunftsstaates alle relevanten
heitlichen Ansprechpartner im Dienst­ Unterlagen zur Berufsqualifikation
leisterportal Niedersachsen möglich, elektronisch eingereicht und von dieser
das unter folgendem Link erreichbar ist: auf Echtheit und Vollständigkeit geprüft.
http://www.dienstleisterportal.niedersach- Anschließend wird der Antrag
58 sen.de.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

elektronisch an den Aufnahmestaat gesetz (NBQFG) gilt auch für Personen


weitergeleitet. Die zuständige Stelle des mit deutscher Berufsqualifikation, die ins
Aufnahmestaates entscheidet innerhalb Ausland gehen möchten.
festgelegter Fristen über die Anerken­
nung der Qualifikationen und erteilt bei ■ Partieller Zugang
vorhandener Gleichwertigkeit der Die novellierte EU-Berufsanerkennungs­
Qualifikationen den Berufsausweis (bei richtlinie ermöglicht in einer Neuregelung
Berufen mit automatischer Anerkennung nunmehr den „Partiellen Berufszugang“,
erfolgt die Anerkennung automatisch). wenn sich die jeweiligen Berufsbilder und
Für die Zulassung, also die Erlaubnis zur Ausbildungsgänge in den EU-Staaten un­
Berufsausübung, sind je nach Beruf noch terscheiden. Bei deutlichen Abweichun­
weitere Nachweise vorzulegen, etwa über gen zwischen der ausländischen und der
Sprachkenntnisse oder den Gesundheits­ inländischen Berufsbildung bietet der Par­
zustand. Wenn auch diese Voraussetzun­ tielle Berufszugang neue Möglichkeiten
gen vorliegen, dann kann die Berufsaus­ für die Berufsausübung, indem eine An­
übung seitens der zuständigen Stelle im erkennung lediglich für Teilbereiche des
Aufnahmestaat erlaubt werden. deutschen Berufsbildes von den zuständi­
gen Anerkennungsstellen ausgesprochen
Wenn Sie keinen Berufsausweis beantra­ wird. Danach ist ein partieller Zugang
gen wollen, entscheidet die zuständige möglich, wenn die betroffene Person
Stelle in Deutschland im Rahmen des Ver­ über eine im Herkunftsland erworbene
fahrens zur Genehmigung der Berufsaus­ Berufsqualifikation verfügt, die ihr dort
übung auch über die Anerkennung Ihres die Ausübung ihres Berufs ermöglicht,
im Ausland erworbenen Abschlusses. die Qualifikation im Aufnahmeland aber
nur einen abgrenzbaren Teil der gesamten
Die Regelung zum EBA im Niedersächsi­ Berufsqualifikation des Referenzberufs
schen Berufsqualifikationsfeststellungs­ erfasst. Hier kann mit entsprechender
59
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Einschränkung eine partielle Berufszulas­ Der Begriff der „wesentlichen Unterschie­


sung erfolgen. Die Antragstellerinnen und de“ wurde nach den Vorgaben der Richt­
Antragsteller können mit der teilweisen linie modifiziert. Die Ausbildungsdauer ist
Berufsanerkennung in den Bereichen tätig damit nicht mehr unabhängig von den
werden, für die sie ihre Qualifikationen Ausbildungsinhalten als ausschlaggeben­
besitzen. des Kriterium vorgesehen.

In Niedersachsen wird diese Neurege­ Des Weiteren ist den Antragstellenden


lung mit einem Erlass an die zuständige innerhalb einer Frist von sechs Mona­
Anerkennungsbehörde (Niedersächsische ten die Möglichkeit zur Ablegung einer
Landesschulbehörde mit ihren vier Regio­ Eignungs- oder Kenntnisprüfung zum
nalabteilungen Braunschweig, Hannover, Ausgleich wesentlicher Unterschiede der
Lüneburg und Osnabrück) für den Beruf Berufsqualifikationen zu ermöglichen.
der Erzieherin, bzw. des Erziehers bereits
konkretisiert. Der partielle Zugang zu Weitere Informationen: Allgemeine Rege­
diesem Beruf und die damit verbundene lungen zur Anerkennung der beruflichen
Teilanerkennung der Berufsqualifikatio­ Befähigungsnachweise in der Europäi­
nen ermöglichen damit in weitaus grö­ schen Union sind unter der folgenden
ßerer Zahl als bisher die Aufnahme einer Adresse zu finden: http://europa.eu/your-
qualifikationsadäquaten Beschäftigung. europe/citizens/work/professional-qualifi-
cations/index_de.htm.
Verbesserungen bei Anerken-
nungsverfahren für Abschlüsse Auf dem EU-Portal Ihr Europa finden Sie
aus Drittstaaten neben Informationen über Ihre europa­
weiten Rechte, auch praktische Ratschlä­
Im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie ge und Tipps zu Wohnen, Studieren,
2013/55/EU sind Verbesserungen in den Arbeiten, Einkaufen und Reisen in der
Anerkennungsverfahren erreicht worden. EU. Ihr Europa – Beratung gehört zum
Folgende Änderungen gelten auch für Informations- und Beratungsangebot der
Abschlüsse aus Nicht-EU-Staaten: EU, vertreten durch ein Team aus unab­
Die Prüfung der Gleichwertigkeit der hängigen Rechtssachverständigen, für
Berufsqualifikation hat in der Regel Vor­ Bürgerinnen und Bürger und Unterneh­
rang vor der Prüfung der erforderlichen men: http://europa.eu/youreurope/advice/
Sprachkenntnisse. Dies ist vor allem für index_de.htm.
Anträge aus dem Ausland eine wichtige
gesetzliche Klarstellung. Auf Antrag hat
die zuständige Behörde den Antragstel­ 2.4 Das Bundesvertriebenengesetz
lenden einen gesonderten Bescheid über – besondere Regelungen für Spätaus-
die Gleichwertigkeit zu erteilen. siedlerinnen und Spätaussiedler
Spätaussiedlerinnen und -aussiedler ha­
60 ben nach § 10 des Bundesvertriebenen­
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

gesetzes (BVFG) einen Rechtsanspruch ist ihnen auf Antrag durch die für die
auf die Anerkennung ihrer beruflichen Ausstellung entsprechender Urkunden
Qualifikationen, sofern der entsprechen­ zuständigen Behörden und Stellen eine
de Befähigungsnachweis in Deutschland Bescheinigung auszustellen, wonach
gleichwertig ist. Dieser Rechtsanspruch der Antragsteller die Ablegung der
gilt für reglementierte und nicht regle­ Prüfung oder den Erwerb des Befähi­
mentierte Berufe. § 10 BVFG gilt neben gungsnachweises glaubhaft nachge­
den neuen Regelungen der Anerken­ wiesen hat.
nungsgesetze unverändert weiter. 4) Voraussetzung für die Ausstellung der
Bescheinigung gemäß Absatz 3 ist die
■ Beratungs- und Informationsangebot: glaubhafte Bestätigung
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler 1. durch schriftliche, an Eides statt
können sich im Internet beim Niedersäch­ abzugebende Erklärung einer
sischen Ministerium für Inneres und Sport Person, die aufgrund ihrer früheren
unter: http://www.mi.niedersachsen.de dienstlichen Stellung im Bezirk des
informieren. Antragstellers von der Ablegung der
Prüfung oder dem Erwerb des Be­
§ 10 Bundesvertriebenengesetz fähigungsnachweises Kenntnis hat,
­(Prüfungen und Befähigungsnachweise) oder
1) Prüfungen oder Befähigungsnachwei­ 2. durch schriftliche, an Eides statt
se, die Spätaussiedler bis zum 8. Mai abzugebende Erklärungen von zwei
1945 im Gebiet des Deutschen Reiches Personen, die von der Ablegung der
nach dem Gebietsstande vom 31. Prüfung oder dem Erwerb des Befä­
­Dezember 1937 abgelegt oder erwor­ higungsnachweises eigene Kenntnis­
ben haben, sind im Geltungsbereich se haben.
des Gesetzes anzuerkennen. 5) Die Bescheinigung gemäß Absatz 3 hat
2) Prüfungen oder Befähigungsnachwei­ im Rechtsverkehr dieselbe Wirkung
se, die Spätaussiedler in den Aussied­ wie die Urkunde über die abgelegte
lungsgebieten abgelegt oder erworben Prüfung oder den erworbenen Befähi­
haben, sind anzuerkennen, wenn sie gungsnachweis.
den entsprechenden Prüfungen oder
Befähigungsnachweisen im Geltungs­
bereich des Gesetzes gleichwertig sind. 3. Die wichtigsten Inhalte und Neue-
3) Haben Spätaussiedler die zur Aus­ rungen der Anerkennungsgesetze
übung ihres Berufes notwendigen oder
für den Nachweis ihrer Befähigung ■ Allgemeiner Rechtsanspruch
zweckdienlichen Urkunden (Prüfungs- Mit den Anerkennungsgesetzen wurde
oder Befähigungsnachweise) und die erstmalig ein allgemeiner Rechtsan­
zur Ausstellung von Ersatzurkunden spruch auf ein Verfahren auf Feststellung
erforderlichen Unterlagen verloren, so der Gleichwertigkeit geschaffen. Einen
61
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

entsprechenden Anspruch gab es zuvor Die Anerkennungsberatung ist kostenlos


nur für EU–Staatsangehörige und ihnen und erfolgt zu den bundesrechtlich und
Gleichgestellte mit EU-Abschlüssen in den landesrechtlich geregelten Berufen. Die
reglementierten Berufen (nach der EU-Be­ Möglichkeit fehlende Qualifikationen
rufsanerkennungsrichtlinie) sowie für nachzuholen, wurde damit auch für die
Spätaussiedlerinnen und -aussiedler (§ 10 nicht reglementierten Berufe gesetzlich
BVFG). Die Zielsetzung des Gesetzgebers festgeschrieben. Es wird dadurch den An­
beim Anerkennungsgesetz war zudem, tragstellenden die Chance zu einer vollen
durch die Anerkennung ausländischer Anerkennung eröffnet, auch wenn die im
Berufsqualifikationen auch für Flüchtlinge Herkunftsland erworbene Berufsqualifi­
und Asylsuchende die Erfolgsaussichten kation nicht im vollen Umfang mit dem
auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Der entsprechenden Referenzberuf gleichwer­
Rechtsanspruch auf ein Anerkennungs­ tig ist. Möglichkeiten zur Weiterqualifi­
verfahren besteht deshalb unabhängig zierung bieten zum Beispiel die berufsbil­
von Staatsangehörigkeit, Aufenthaltstitel denden Schulen, die Bildungsträger und
oder Arbeitserlaubnis. So können auch die berufsständischen Kammern.
Flüchtlinge, Asylsuchende oder Geduldete
einen Antrag auf Anerkennung stellen. Das Förderprogramm IQ (Integration
durch Qualifizierung) des Bundes bietet
Änderungen haben sich mit den Anerken­ verschiedene, teils kostenfreie, Maß­
nungsgesetzen vor allem für Qualifikatio­ nahmen für reglementierte und nicht
nen aus Nicht-EU-Ländern (Drittstaaten), reglementierte Berufe zur Qualifizierung
für Antragsteller/-innen aus Drittstaaten an. Näheres dazu finden Sie unter: http://
und für die ca. 350 Ausbildungsberufe www.netzwerk-iq.de/angebote/einge-
und rund 180 Fortbildungsabschlüsse wanderte.html. Auch das entsprechende
im dualen System ergeben. Die Aner­ Netzwerk (IQ) in Niedersachsen, an des­
kennungsgesetze gelten auch für nicht sen Finanzierung sich das Niedersächsi­
reglementierte Berufe. sche Ministerium für Soziales, Gesundheit
und Gleichstellung seit 2015 beteiligt,
■ Anspruch auf unabhängige Anerken- bietet kostenfreie, unabhängige Beratung
nungsberatung und Qualifizierungs- sowie Qualifizierungsmöglichkeiten an:
maßnahmen bei nicht reglementierten http://www.migrationsportal.de/projek-
Berufen te-partner/qualifizierungsmassnahmen.
Neu ist der Rechtsanspruch auf unab­
hängige Beratung (§15a NBQFG) sowie ■ Europäischer Berufsausweis und
ein Anspruch auf Teilnahme an Quali­ ­Vorwarnmechanismus
fizierungsmaßnahmen (§4 NBQFG) im Die neuen Regelungen zum Europäischen
Niedersächsischen Berufsqualifikations­ Berufsausweis (§13a NBQFG) und zum
feststellungsgesetz. Vorwarnmechanismus (§13b NBQFG) -
siehe Erläuterungen zu § 13b des
62
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

­ esetzestextes - stellen allgemeine


G festgestellt werden, einschlägige Berufser­
­niedersächsische Regelungen dar, die fahrung stärker zu berücksichtigen ist und
auch für Inhaberinnen und Inhaber inlän­ zum Ausgleich der Unterschiede beitragen
discher Berufsqualifikationen gelten. kann. Das ist gerade für die deutschen
Ausbildungsberufe mit erheblichen prak­
■ Einheitliche Kriterien und Verfahren tischen Ausbildungsanteilen von grundle­
Die Gleichwertigkeit der mitgebrachten gender Bedeutung.
Qualifikationen soll nach weitgehend
bundeseinheitlichen Kriterien und in ei­ Viele Asylsuchende und Flüchtlinge besit­
nem möglichst einheitlichen und transpa­ zen berufliche Fähigkeiten und Kompe­
renten Verfahren beurteilt werden. tenzen, ohne dass sie einen formalen oder
staatlich anerkannten Berufsabschluss
Entscheidend für die Gleichwertigkeits­ erworben haben. Die Anerkennungs­
prüfung ist bei allen Berufen, dass keine gesetze bieten jedoch die Möglichkeit,
„wesentlichen Unterschiede“ der vor­ Berufserfahrung durch sonstige geeignete
handenen Qualifikation zu der deutschen Verfahren wie beispielsweise Fachgesprä­
Referenzqualifikation bestehen. Eine che oder Arbeitsproben, nachzuweisen.
vollständige Übereinstimmung der auslän­ Dieses Verfahren wird in der Umsetzung
dischen Qualifikation mit dem deutschen als „Qualifikationsanalyse“ bezeichnet.
Referenzberuf ist nicht erforderlich. Vom BMBF wurden dazu gemeinsam
mit den Kammern die zunächst zeitlich
Gleichwertigkeit bedeutet nicht Gleich­ befristeten Projekte „Prototyping Transfer
heit. Geringfügige Unterschiede können - Berufsanerkennung mit Qualifikations­
eine Ablehnung des Anerkennungsantra­ analysen“ und „Valikom“ entwickelt. Nä­
ges nicht begründen. here Informationen dazu finden Sie unter:
https://www.bibb.de/de/26147.php sowie
Um Anerkennungsverfahren im Bereich unter: https://www.validierungsverfahren.
der Gesundheitsberufe effizienter, ein­ de/inhalt/verfahren/konzept.
heitlicher und transparenter durchzufüh­
ren, wurde bei der Zentralstelle für aus­ ■ Begrenzte Fristen
ländisches Bildungswesen (ZAB) temporär Die zuständige Stelle muss die Entschei­
eine Gutachtenstelle eingerichtet. So wird dung über den Antrag grundsätzlich
für Gesundheitsberufe auf einheitlicher innerhalb von drei Monaten treffen. Diese
Grundlage über die Erlaubnis zur Berufs­ Frist beginnt zu laufen, wenn die erforder­
ausübung in Deutschland entschieden. lichen Unterlagen vollständig der zustän­
digen Stelle vorliegen. Eine Verlängerung
■ Berufserfahrung zählt ist in Ausnahmefällen möglich.
Wichtig ist auch, dass in den Fällen,
in denen Unterschiede zwischen der ■ Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle
Auslands- und der Inlandsqualifikation In fast allen Berufen spielt die Staatsan­
63
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

gehörigkeit für den Berufszugang keine etwa 180 Fortbildungsabschlüsse im dua­


Rolle mehr. Ausschlaggebend sind nur der len System. Das NBQFG gilt für alle nicht
Inhalt und die Qualität der Berufsqualifi­ reglementierten landesrechtlichen Berufe,
kation, nicht aber die Staatsangehörig­ das sind schulische Berufe. Zusätzlich
keit, die Herkunft oder der Aufenthalts­ gilt es für einige reglementierte Berufe.
status. Das NBQFG gilt nicht, wenn Fachgesetze
unter Bezugnahme auf das NBQFG etwas
■ Anträge aus dem In- und Ausland anderes bestimmen. BQFG und NBQFG
möglich finden auf Hochschulabschlüsse nur An­
Es kommt grundsätzlich nicht darauf wendung, wenn die Aufnahme oder Aus­
an, ob sich die Antragstellerin oder der übung eines reglementierten Berufs beab­
Antragsteller bereits in Deutschland befin­ sichtigt ist. Mangels eines eindeutigen
det oder nicht. Deshalb ist es auch nicht Berufsbildes ist der Hochschulabschluss,
Voraussetzung für ein Verfahren, dass ein der nicht zur Aufnahme oder Ausübung
gesicherter Aufenthaltstitel vorliegt. Auch eines reglementierten Berufs führt, nicht
Geduldete und Asylsuchende können als Berufsbildung im Sinne von § 3 Absatz
einen Antrag stellen, da das Gesetz nicht 3 des BQFG sowie des NBQFG zu werten.
auf den Aufenthaltstitel abstellt, sondern Für diese Hochschulabschlüsse kann aber
auf die Absicht, eine Erwerbstätigkeit in eine Bewertung und Bescheinigung bei
Deutschland ausüben zu wollen. Diese der Zentralstelle für ausländisches Bil­
Absicht ist grundsätzlich nachzuweisen. dungswesen (ZAB) beantragt werden.
Das Erfordernis entfällt für Personen, die
ihren Wohnsitz in der EU, einem Staat des ■ Nicht reglementierte und reglemen­
Europäischen Wirtschaftsraumes oder der tierte Berufe – was ist der Unter-
Schweiz haben oder Staatsangehörige schied?
dieser Staaten sind. BQFG und NBQFG unterscheiden
zwischen reglementierten und nicht
reglementierten Berufen. Beide Gesetze
4. Ein Überblick über die Regelungen enthalten jeweils Kapitel mit den Rege­
des BQFG und des NBQFG lungen für die entsprechende Gruppe von
Berufen sowie ein Kapitel mit allgemeinen
■ Wann gelten BQFG und NBQFG? Regelungen, die für beide Berufsgruppen
BQFG und NBQFG gelten nur dann, gleichermaßen gelten. 
wenn die Fachgesetze des Bundes und
von Niedersachsen keine Regelungen zur Reglementiert sind „berufliche Tätigkei­
Gleichwertigkeitsprüfung enthalten. Das ten, deren Aufnahme oder Ausübung
heißt, das BQFG gilt in erster Linie für alle durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif­
nicht reglementierten bundesrechtlich ten an den Besitz bestimmter Berufsqua­
geregelten Berufe, das sind insbesondere lifikationen gebunden ist.“ (§ 3 Abs. 5
die rund 350 Ausbildungsberufe und BQFG, NBQFG). Einen reglementierten
64
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Beruf darf man nur ausüben, wenn man Berufe ein „Kann“.
die vorgeschriebene „Zulassung“ hat. Für Nicht reglementierte Berufe sind beispiels­
Bewerber/-innen mit ausländischen Ab­ weise
schlüssen ist die Anerkennung in diesen •• die 350 Ausbildungsberufe im dualen
Fällen also ein „Muss“. System und
•• die schulischen landesrechtlich gere­
Eine Neuregelung bei den reglemen­ gelten Berufe.
tierten Berufen ist die Trennung der
fachlichen Voraussetzungen von den Für die nicht reglementierten Berufe
weiteren Zugangsvoraussetzungen. Die sind die neuen Feststellungsbeschei­
Antragstellenden haben damit die Wahl­ de zwar nicht Voraussetzung für die
möglichkeit, zunächst ausschließlich die Berufsausübung, doch sie sind trotzdem
Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation sehr hilfreich. Sie ermöglichen Arbeitge­
prüfen zu lassen und im Anschluss z.B. bern/-innen die Einschätzung im Ausland
die noch benötigten Sprachkenntnisse zu erworbener Qualifikationen und verbes­
erwerben. sern damit die Arbeitsmarktchancen.
Werden im Verfahren wesentliche Unter­
Nicht reglementiert sind alle anderen schiede zwischen dem Auslandsabschluss
Berufe, bei denen es keinen gesetzlich und dem entsprechenden deutschen
vorgeschriebenen Berufszugang gibt. Eine Berufsabschluss festgestellt, dann sind so­
Person, die im Ausland einen Berufs­ wohl die vorhandenen Qualifikationen als
abschluss erworben hat, kann sich in auch die wesentlichen Unterschiede von
diesen Berufen direkt – ohne vorherige den zuständigen Stellen darzustellen. Dies
Feststellung der Gleichwertigkeit – auf hilft den Fachkräften, sich gezielt weiter
dem Arbeitsmarkt bewerben oder sich zu qualifizieren und dann gegebenenfalls
selbstständig machen. Die Feststellung ein erneutes Verfahren auf Feststellung
der Gleichwertigkeit ist also für diese der Gleichwertigkeit anzustreben. Ein
65
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Anspruch auf Feststellung der Gleichwer­ •• Kontaktaufnahme mit potenziellen


tigkeit besteht bei Hochschulabschlüssen Arbeitgebern/-innen,
nur dann, wenn die Aufnahme oder •• bei geplanter selbstständiger Tätigkeit
Ausübung eines reglementierten Berufs durch Vorlage eines Geschäftskonzep­
beabsichtigt ist. tes.

■ Wie kann der Antrag gestellt w


­ erden?
■ Zuständige Stelle – wo muss der Der Antrag muss von der Antrag stellen­
­Antrag gestellt werden? den Person selbst oder durch eine/n Be­
Für die unterschiedlichen Berufe gibt es vollmächtigte/-n gestellt werden. Möglich
unterschiedliche Stellen, die zuständig ist auch eine elektronische Antragstellung
sind. Zu einzelnen Berufen finden Sie per Email. Bei reglementierten Berufen
Näheres unter Kapitel 8.4. kann der Antrag auf Anerkennung mit
den dazugehörigen Unterlagen (z. B.
■ Wer darf einen Antrag stellen? Prüfungszeugnisse, Befähigungsnach­
Einen Antrag kann jede Person stellen, weise etc.) auch elektronisch übermit­
die telt werden, sofern sie innerhalb der
•• im Ausland eine Berufsqualifikation Europäischen Union beziehungsweise
erworben hat und des Europäischen Wirtschaftsraumes
•• beabsichtigt, in Deutschland eine ausgestellt oder anerkannt wurden. Die
Erwerbstätigkeit auszuüben. Antragstellung kann über den sogenann­
ten Einheitlichen Ansprechpartner des
Wer keine ausländische Berufsqualifika­ Landes erfolgen. Es ist auch ein Antrag
tion erworben hat, kann keinen Antrag per Telefax möglich, wenn das Original
stellen; reine Berufserfahrung reicht nicht unterschrieben ist.
aus. Angelernte Arbeitskräfte oder Unge­
lernte sind nicht antragsberechtigt. ■ Wo muss der Antrag gestellt werden?
Er muss bei der zuständigen Stelle
Die Antragstellenden müssen die Absicht eingereicht werden. Die Frage, welche
haben, in Deutschland erwerbstätig zu Stelle zuständig ist, ist meist im jeweili­
sein, egal ob als abhängig oder selbst­ gen Fachgesetz geregelt. Es ist daher oft
ständig Beschäftigte. Staatsangehörige nicht einfach herauszufinden, welches
aus Mitgliedstaaten der EU, des EWR und die zuständige Stelle ist. Dazu dient
der Schweiz müssen nicht nachweisen, dieser Orientierungsleitfaden als Hilfestel­
dass sie die Absicht haben, erwerbstätig lung (siehe Teil II, Kapitel 8.4). Daneben
zu sein. Staatsangehörige aus anderen können sich Antrag stellende Personen
Ländern müssen diese Absicht nachwei­ im Internet oder bei einer Beratungsstelle
sen. Zum Beispiel auf folgende Weise: informieren.
•• Beantragung eines Einreisevisums zur
Erwerbstätigkeit,
66
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

■ Kann man nach einer Ablehnung •• eine Erklärung, ob und wenn ja, wo
einen erneuten Antrag stellen? bereits ein Antrag auf Gleichwertig­
Wenn die Gleichwertigkeit bereits positiv keitsfeststellung gestellt wurde und
festgestellt ist, soll die zuständige Stelle ggf. der Bescheid,
laut BQFG einen erneuten Antrag ableh­ •• Nachweis über die Absicht, in Deutsch­
nen (§ 6 Absatz 5 BQFG). Das NBQFG land arbeiten zu wollen (zum Beispiel
enthält keine entsprechende Regelung. durch Beantragung eines Einreisevi­
Hier wird in jedem Einzelfall geprüft, ob sums zur Erwerbstätigkeit, Kontakt­
die Antrag stellende Person ein Rechts­ aufnahme mit potenziellen Arbeitge­
schutzinteresse hat. bern/-innen, Geschäftskonzept bei
selbständiger Tätigkeit). Diese Nach­
Wenn sich der Sachverhalt geändert hat weispflicht entfällt für Staatsange­
(z.B. durch Ausgleichsmaßnahmen, zu­ hörige der EU/EWR und einem durch
sätzliche Berufserfahrung, Weiterbildun­ Abkommen gleichgestellten Staat (z.B.
gen etc.), besteht nach dem BQFG und Schweiz) und für Personen mit Wohn­
nach dem NBQFG die Möglichkeit, einen ort in der EU/EWR oder in einem durch
neuen Antrag zu stellen. Abkommen gleich­gestellten Staat.

■ Welche Unterlagen müssen eingereicht Sonstige Unterlagen können gegebenen­


werden? falls erforderlich werden, so zum Beispiel:
Neben dem Antrag müssen folgende •• Meldebescheinigung,
Unterlagen vorgelegt werden: •• Spätaussiedler-Bescheinigung,
•• tabellarische Übersicht in deutscher •• Heiratsurkunde (bei Namensände­
Sprache über Ausbildungsgänge und rung),
gegebenenfalls über die bisherige •• Fächeraufstellung und Notenlisten der
Erwerbstätigkeit, Ausbildung,
•• Identitätsnachweis (Personalausweis •• sonstige Informationen zur Ausbildung
oder Reisepass – Nachweis über Name, im Ausbildungsstaat,
Geburtstag und Geburtsort), •• Auskünfte zu Arbeitgebern/-innen.
•• im Ausland erworbene Ausbildungs­
nachweise, Wenn sich im Verfahren zeigt, dass die
•• Nachweise über einschlägige Be­ Unterlagen nicht ausreichen, kann die
rufserfahrung (z.B. Arbeitszeugnisse, zuständige Stelle weitere Unterlagen
Arbeitsbücher), nachfordern. Die Person, die den Antrag
•• sonstige Befähigungsnachweise (z.B. stellt, hat eine Mitwirkungspflicht. Sie
zu beruflichen Weiterbildungen oder muss Unterlagen vorlegen und Auskunft
Umschulungszeugnisse), sofern diese erteilen.
zur Feststellung der Gleichwertigkeit
erforderlich sind,

67
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

■ Müssen Originalurkunden eingereicht und der Unterlagen bestätigen und ggf.


werden oder reichen Kopien? fehlende Unterlagen nachfordern. Erst
Die zuständige Stelle kann beglaubigte wenn alle Unterlagen vollständig vorlie­
Kopien oder Originale der Unterlagen gen, ist das Verfahren innerhalb von drei
verlangen. Die Versendung von Origina­ Monaten abzuschließen.
len sollte nur in Ausnahmefällen erfol­
gen. Die zuständige Stelle kann einfache Für besondere Fälle gilt diese kurze Frist
Kopien der Unterlagen zulassen. nicht. Zum Beispiel wenn Unterlagen
nachgefordert werden,
Beglaubigt bedeutet: Eine öffentliche •• weil die vorgelegten Unterlagen für
Behörde oder die Einrichtung, die das die Gleichwertigkeitsprüfung nicht
Zeugnis ausgestellt hat, bestätigt, dass die ausreichen oder
Kopie mit dem Original übereinstimmt. •• weil Zweifel an der Echtheit oder
Amtlich beglaubigen können die meisten Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen
öffentlichen Stellen, zum Beispiel: bestehen.
Stadt-, Gemeinde-, Kreisverwaltung,
Notare. Bei schwierigen Fällen kann die Frist
einmalig angemessen verlängert werden,
Eine amtliche Beglaubigung ist kosten­ zum Beispiel wenn ein Gutachten einge­
pflichtig, sofern keine Befreiungstatbe­ holt werden muss. Die zuständige Stelle
stände greifen. muss die Verlängerung der antragstellen­
den Person rechtzeitig mitteilen und sie
■ Müssen die Unterlagen übersetzt sein? begründen.
Die Unterlagen müssen in der Regel ins
Deutsche übersetzt worden sein von ■ Deutscher „Referenzberuf“ – welcher
einem/-r Dolmetscher/-in oder Überset­ ist das?
zer/-in, der/die öffentlich bestellt oder be­ Bei der Prüfung der Gleichwertigkeit wird
eidigt ist. Eine Datenbank der in Deutsch­ die ausländische Berufsqualifikation mit
land beeidigten und/oder ermächtigten der entsprechenden deutschen Berufsbil­
Übersetzer/-innen und Dolmetscher/-in­ dung (Referenzberuf) verglichen.
nen findet sich auf der Internetseite
http://www.dolmetscher.de. Die zuständi­ Da es in Deutschland sehr viele un­
ge Stelle kann in Ausnahmefällen hiervon terschiedliche Berufe gibt, ist es oft
abweichen und auf die Übersetzung schwierig, den passenden Referenzberuf
verzichten, etwa weil sie selbst über die auszuwählen. Bei der Auswahl des Refe­
entsprechende Sprachkompetenz verfügt. renzberufs ist entscheidend, wo die größ­
ten Erfolgsaussichten für eine Gleichwer­
■ Wie lange dauert die Bearbeitung? tigkeit bestehen. Insbesondere folgende
Die zuständige Stelle muss innerhalb Fragen können dabei wichtig sein:
eines Monats den Empfang des Antrages •• Stimmen die Berufsprofile überein?
68
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

•• Wo lag der Schwerpunkt der bisheri­ das aktuelle deutsche Berufsbild. Es gilt
gen Berufserfahrung? also nicht das Berufsbild wie es zu dem
•• Wo liegt der Schwerpunkt der ange­ Zeitpunkt war, zu dem der ausländische
strebten Berufstätigkeit? Abschluss erworben wurde. So wird der
hohe Qualitätsstandard der deutschen
Die zuständige Stelle und der Antrag­ Abschlüsse gewährleistet.
steller oder die Antragstellerin sollen sich
auf einen Referenzberuf verständigen. ■ Gleichwertigkeitsprüfung – wann ist
Es reicht also nicht, dass die zuständige der Abschluss gleichwertig?
Stelle der Antrag stellenden Person nur Bei nicht reglementierten Berufen ist der
Gelegenheit zur Stellungnahme zum ausländische Abschluss dann gleichwer­
vorgeschlagenen Referenzberuf gibt. Sie tig, wenn
muss vielmehr auf die Erfolgsaussichten 1. der im Ausland erworbene Ausbil­
einer Gleichwertigkeitsprüfung hinweisen dungsnachweis die Befähigung zu
und die Antrag stellende Person beraten. vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten
Wenn nicht ganz sicher ist, welcher Beruf wie der inländische Ausbildungsnach­
als Referenzberuf der Richtige ist, ist es weis belegt und
ratsam sich an eine Beratungsstelle zu 2. zwischen den nachgewiesenen Berufs­
wenden. Diese kann bei der Suche nach qualifikationen und der entsprechen­
dem richtigen Referenzberuf und der den inländischen Berufsbildung keine
zuständigen Stelle behilflich sein. wesentlichen Unterschiede bestehen
(vgl. § 4 Abs. 1 BQFG, NBQFG).
Bei der Auswahl des Referenzberufs
und bei der anschließenden Gleichwer­ Bei reglementierten Berufen ist zusätzlich
tigkeitsprüfung ist Bezugspunkt immer zu diesen beiden Voraussetzungen noch
69
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

erforderlich, dass ■ Welche Bescheide gibt es?


3. die Antragstellenden bei einem sowohl Es sind folgende Ergebnisse möglich:
im Inland als auch im Ausbildungsstaat 1. Es bestehen keine wesentlichen Un­
reglementierten Beruf zur Ausübung terschiede zwischen der ausländischen
des jeweiligen Berufs im Ausbildungs­ und der deutschen Qualifikation: Die
staat berechtigt sind oder die Befugnis vollständige Gleichwertigkeit wird
zur Aufnahme oder Ausübung des je­ bescheinigt (Gleichwertigkeitsbeschei­
weiligen Berufs aus Gründen verwehrt nigung).
wurde, die der Aufnahme oder Aus­ 2. Es gibt wesentliche Unterschiede,
übung im Inland nicht entgegenstehen aber auch vergleichbare Qualifikati­
(§ 9 Abs. 1 Nr. 2 BQFG, NBQFG). onsinhalte: Bei nicht reglementierten
Berufen stellt die zuständige Stelle
Die entscheidende Frage ist, ob we­ die vorhandenen Qualifikationen dar
sentliche Unterschiede zwischen der im und beschreibt die Unterschiede zum
Ausland erworbenen Berufsausbildung deutschen Abschluss. Mit dieser Be­
und der deutschen Berufsausbildung (Re­ schreibung ihres Qualifikations­standes
ferenzausbildung) bestehen. § 4 Absatz können sich die Fachkräfte direkt
2 bzw. § 9 Absatz 2 BQFG und NBQFG an potenzielle Arbeitgeber/-innen
legen gesetzlich fest, wann wesentliche wenden. Sie ermöglicht zudem eine
Unterschiede vorliegen. Dies ist der Fall, gezielte Weiterqualifizierung. Nach der
wenn sich die im Ausland erworbenen neuen Regelung im NBQFG sind für
berufsspezifischen Fähigkeiten, Fertig­ nicht reglementierte landesrechtlich
keiten und Kenntnisse erheblich von geregelte Berufe auch die Qualifizie­
denen der inländischen Berufsbildung rungsmaßnahmen zu benennen, mit
unterscheiden. Dabei kommt es auf den denen die festgestellten Unterschiede
Umfang und die Inhalte der Ausbildung ausgeglichen werden können. Nach
an sowie auf die Frage, ob die unter­ erfolgreicher Absolvierung der Quali­
schiedlichen Kenntnisse für die Ausübung fizierungsmaßnahme kann erneut ein
des Berufs in Deutschland entscheidend Antrag auf Prüfung der vollen Gleich­
sind. Allerdings darf die Gleichwertigkeit wertigkeit gestellt werden.
nicht wegen geringfügiger Unterschiede 3. Es gibt wesentliche Unterschiede, aber
abgelehnt werden. auch vergleichbare Qualifikationsin­
halte: Bei reglementierten Berufen
■ Welche Rolle spielt die Berufs­ stellt die zuständige Stelle fest, durch
erfahrung? welche Maßnahmen die wesentlichen
Wenn wesentliche Unterschiede beste­ Unterschiede ausgeglichen werden
hen, prüft die zuständige Stelle, ob diese können.
Unterschiede durch die nachgewiese­ 4. Der Sachverhalt konnte nicht aufge­
ne vorhandene Berufserfahrung oder klärt werden: Der Antrag wird abge­
beispielsweise durch eine Weiterbildung lehnt. Es werden keine Qualifikationen
70 ausgeglichen werden können. festgestellt.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

■ Ausgleichsmaßnahmen bei reglemen- Achtung: Der Antrag auf Übernahme


tierten Berufen der Kosten muss vorher bei der Agentur
Bei reglementierten Berufen sind im Falle für Arbeit oder dem Jobcenter gestellt
festgestellter wesentlicher Unterschiede ­werden. Antrag stellende Personen soll­
formalisierte Ausgleichsmaßnahmen im ten sich daher zuvor bei ihrer Agentur für
Rahmen der Berufszulassung vorgesehen. Arbeit oder dem zuständigen Jobcenter
Ausgleichsmaßnahmen können je nach erkundigen, ob eine Kostenübernahme
Beruf ein Anpassungslehrgang oder eine möglich ist. 
Prüfung sein.
Das Förderprogramm IQ des Bundes und
■ Anpassungsqualifizierung bei nicht das vom Land Niedersachsen (Niedersäch­
reglementierten Berufen sisches Ministerium für Soziales, Gesund­
Bei Feststellung teilweiser Gleichwer­ heit und Gleichstellung) finanziell unter­
tigkeit werden von den jeweiligen stützte Landesnetzwerk IQ Niedersachsen
Qualifizierungseinrichtungen (z. B. auch bieten für einige Bereiche kostenlose
Handwerkskammern, Industrie- und Han­ Qualifizierungsmaßnahmen an. Informa­
delskammern) entsprechende Maßnah­ tionen dazu finden Sie hier: https://www.
men für eine Anpassungsqualifizierung netzwerk-iq.de/angebote/eingewanderte/
angeboten. qualifizierungsangebote.html.

■ Gebühren – was kostet ein Anerken- Neu ist der sog. Anerkennungszuschuss
nungsverfahren? des Bundes, der zum 01.12.2016 zu­
Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Die nächst für drei Jahre eingeführt wurde.
Gebühren richten sich nach dem Gebüh­ Diese finanzielle Förderung können Perso­
renrecht der zuständigen Stelle. Die kon­ nen mit einer ausländischen Berufsquali­
kreten Gebühren sind in der Allgemeinen fikation unter bestimmten Voraussetzun­
Gebührenordnung sowie den Gebühren­ gen erhalten, die in Deutschland arbeiten
ordnungen der Kammern geregelt. Neben und nur über ein geringes Einkommen
den Gebühren können auch Kosten für verfügen. Mit dem Anerkennungszu­
Sachverständige, für Übersetzungen und schuss können Kosten für Übersetzungen,
Beglaubigungen o. ä. (Auslagen) sowie Beglaubigungen, Gutachten, Gebühren
für Qualifizierungsmaßnahmen anfallen. des Anerkennungsverfahrens sowie für
Qualifikationsanalysen und Fahrtkosten
Die Antragstellerin oder der Antrag­ innerhalb Deutschlands im Rahmen
steller muss grundsätzlich die Kosten des Anerkennungsverfahrens finanziert
tragen, soweit diese nicht durch andere werden. Der maximale Zuschussbetrag
Stellen, zum Beispiel das Jobcenter oder beträgt 600,- Euro pro Person. Der An­
die Agentur für Arbeit, übernommen trag auf den Zuschuss muss vor dem Start
werden. eines Anerkennungsverfahrens, z.B. bei
einer Anerkennungsberatungsstelle, ge­
71
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

stellt werden. Informationen dazu ­können Erläuterung


unter: www.anerkennungszuschuss.de Dieses Gesetz verfolgt zwei Ziele, ein
abgerufen werden. arbeitsmarktpolitisches und ein integrati­
onspolitisches Ziel:
•• Die Sicherstellung des Fachkräftean­
5. Niedersächsisches Berufsqualifi­ gebotes
kationsfeststellungsgesetz – •• und die Wertschätzung der Kompeten­
­Gesetzestext und Kurzkommentar12 zen von Migrantinnen und Migranten
im Sinne einer Willkommenskultur.
Niedersächsisches Gesetz über die Fest-
stellung der Gleichwertigkeit im Ausland Der Bezug zum deutschen Arbeitsmarkt
erworbener B ­ erufsqualifikationen wurde bewusst gewählt, denn
(Niedersächsisches Berufsqualifikations- •• der Bund und alle Länder haben Be­
feststellungsgesetz - NBQFG) rufsqualifikationsfeststellungsgesetze
Vom 12. Dezember 2012  erlassen,
•• Feststellungsbescheide anderer
Stand: Bundesländer werden grundsätzlich
letzte berücksichtigte Änderung: mehr­ anerkannt und
fach geändert, §§ 13a bis 13c, 15a ein­ •• die Willkommenskultur soll im ganzen
gefügt durch Artikel 1 des Gesetzes vom Bundesgebiet gestärkt werden.
08.06.2016 (Nds. GVBl. S. 97) 

§2
Anwendungsbereich
Teil 1 (1) 1 Dieses Gesetz gilt für die Feststel­
Allgemeine Vorschriften lung der Gleichwertigkeit im Ausland
erworbener Ausbildungsnachweise,
§1 unter Berücksichtigung sonstiger nach­
Zweck des Gesetzes gewiesener Berufsqualifikationen, und
Dieses Gesetz dient der besseren Nutzung inländischer Ausbildungsnachweise für
von im Ausland erworbenen Berufsqualifi­ Berufe, die durch Rechtsvorschriften des
kationen für den deutschen Arbeitsmarkt, Landes geregelt sind (landesrechtlich
um eine qualifikationsnahe Beschäftigung geregelte Berufe). 2 Dieses Gesetz findet
zu ermöglichen. keine Anwendung, soweit berufsrechtli­
che Regelungen des Landes unter Bezug­

12
Der Kurzkommentar enthält im Text der Erläuterungen auch Ausschnitte aus den
Gesetzesbegründungen des Bundes und von Niedersachsen. Anspruch des Kurz­
kommentars ist keine umfassende Kommentierung. Vielmehr wird nur auf wesentli­
che Punkte sowie auf die Abweichungen zwischen NBQFG und BQFG eingegangen.
72
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

nahme auf dieses Gesetz etwas anderes Anerkennungsregelungen, die bereits im


bestimmen. 3 Auf Hochschulabschlüsse Zeitpunkt des Inkrafttretens des NBQFG
findet dieses Gesetz nur Anwendung, gültig sind. So ist klar erkennbar, welche
wenn die Aufnahme oder Ausübung Regelungen im konkreten Fall anwendbar
eines reglementierten Berufs beabsichtigt sind. Diese Regelung enthalten abwei­
ist. chend vom BQFG alle Ländergesetze.
Unter dem Gesichtspunkt der Einheit­
(2) 1 Dieses Gesetz ist auf alle Perso­ lichkeit der Ländergesetze hat sich der
nen anwendbar, die im Ausland einen niedersächsische Gesetzgeber bei der
Ausbildungsnachweis erworben haben Novellierung des NBQFG für die Beibe­
und darlegen, in Niedersachsen eine haltung dieser besonderen Regelung zur
ihrer Berufsqualifikation entsprechende Anwendbarkeit von speziellen Normen
Erwerbstätigkeit ausüben zu wollen. entschieden. Satz 4 mit dem Hinweis auf
2
 Die §§ 13a und 13b gelten auch für das Bundesvertriebenengesetz im BQFG
Personen, die im Inland ihre Berufsquali­ wurde im NBQFG gestrichen, da das
fikation erworben haben. NBQFG als Landesgesetz die Bestimmun­
gen des Bundesvertriebenengesetzes als
Erläuterung Bundesgesetz nicht durchbrechen könnte.
Absatz 1: § 10 BVFG gilt auch bei landesrechtlich
Hochschulabschlüsse können nur dann geregelten Berufen und ist neben den
nach dem NBQFG überprüft werden, Vorschriften des NBQFG anwendbar.
wenn die Antrag stellende Person einen
reglementierten Beruf ausüben wird, Absatz 2:
bzw. wenn sie Voraussetzung für einen Bei EU-Bürgerinnen und -Bürgern wird die
reglementierten Beruf sind. Für andere Erwerbsabsicht vermutet (vgl. § 5 Abs. 6
ausländische Hochschulabschlüsse kann und § 12 Abs. 6 NBQFG). Mit dem neuen
eine Zeugnisbewertung bei der Zentral­ Satz 2 wird der Anwendungsbereich
stelle für ausländisches Bildungswesen des Gesetzes in Umsetzung der EU-Be­
(ZAB) beantragt werden. Das ist sinnvoll, rufsanerkennungsrichtlinie auf im Inland
da ein potentieller Arbeitgeber dann die erworbene Qualifikationen erweitert. Es
genauen Inhalte des ausländischen Studi­ betrifft den Europäischen Berufsausweis,
ums kennt und so die Kompetenzen des soweit eine Berufstätigkeit im Ausland
Bewerbers oder der Bewerberin besser aufgenommen werden soll und den
einschätzen kann. Vorwarnmechanismus, soweit die Berufs­
ausübung in bestimmten Berufsgruppen
Gemäß Satz 2 muss bei abweichenden untersagt wird.  
Regelungen in anderen Gesetzen auf
das NBQFG Bezug genommen wer­
den. Ansonsten gilt die entsprechende
Regelung des NBQFG. Dies gilt auch für
73
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

§3 die Führung einer Berufsbezeichnung,


Begriffsbestimmungen die durch Rechts- oder Verwaltungsvor­
(1) Berufsqualifikationen sind Qualifikati­ schriften auf Personen beschränkt ist, die
onen, die durch Ausbildungsnachweise, über bestimmte Berufsqualifikationen
Befähigungsnachweise oder einschlägige, verfügen.
im Inland oder Ausland erworbene Be­
rufserfahrung nachgewiesen werden. (6) Der Europäische Berufsausweis ist eine
elektronische Bescheinigung entweder
(2) Ausbildungsnachweise sind Prüfungs­ zum Nachweis, dass sämtliche Voraus­
zeugnisse und Befähigungsnachweise, setzungen für die vorübergehende und
die von verantwortlichen Stellen für den gelegentliche Erbringung von Dienst­
Abschluss einer erfolgreich absolvierten leistungen in einem Mitgliedstaat der
Ausbildung ausgestellt worden sind. Europäischen Union oder einem anderen
Vertragsstaat des Abkommens über den
(3) 1 Berufsbildung im Sinne dieses Europäischen Wirtschaftsraum erfüllt
Gesetzes ist eine durch Rechts- oder sind, oder zum Nachweis der Anerken­
Verwaltungsvorschriften geregelte Berufs­ nung von Berufsqualifikationen für die
ausbildung, berufliche Fortbildung oder Niederlassung in einem Mitgliedstaat der
berufliche Weiterbildung. 2 Die Berufs­ Europäischen Union oder einem anderen
ausbildung vermittelt die zur Ausübung Vertragsstaat des Abkommens über den
einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit Europäischen Wirtschaftsraum.
erforderliche berufliche Handlungsfä­
higkeit. 3 Sie findet in einem geordneten Erläuterung
Ausbildungsgang statt, der auch den Die Vorschrift enthält Begriffsbestim­
Erwerb der erforderlichen Berufserfahrun­ mungen. Diese orientieren sich an der
gen umfassen kann. 4 Die berufliche Fort­ Terminologie in den berufsrechtlichen
bildung und die berufliche Weiterbildung Regelungen auf Bundesebene, dem
erweitern die berufliche Handlungsfähig­ Berufsbildungsgesetz (BBiG) und an
keit über die Berufsausbildung hinaus. der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie
2005/36/EG.
(4) Landesrechtlich geregelte Berufe
umfassen reglementierte Berufe und nicht Absatz 2:
reglementierte Berufe. Die Ausbildungsnachweise sind Nach­
weise über erfolgreich abgeschlossene
(5) Reglementierte Berufe sind berufli­ Berufsbildungen im Sinne des Absatzes
che Tätigkeiten, deren Aufnahme oder 3, sie müssen also durch Rechts- oder
Ausübung durch Rechts- oder Verwal­ Verwaltungsvorschriften geregelt sein.
tungsvorschriften an den Besitz bestimm­ Nicht ausreichend sind sonstige Ausbil­
ter Berufsqualifikationen gebunden ist; dungsgänge, die nicht durch Rechts- oder
eine Art der Ausübung ist insbesondere Verwaltungsvorschriften geregelt sind,
74
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

oder beispielsweise Praktika. die Gleichwertigkeit fest, wenn


1. der im Ausland erworbene Ausbil­
Die Formulierung weicht sprachlich vom dungsnachweis die Befähigung zu
BQFG ab. Gemeint sind jeweils bereits vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten
ausgestellte Nachweise; daher ist die wie der entsprechende landesrechtlich
Vergangenheitsform („worden sind“) geregelte Ausbildungsnachweis belegt
passender. Die geänderte Formulierung und
hat keine inhaltlichen Auswirkungen, sie 2. zwischen den nachgewiesenen
dient nur der Klarstellung. Berufsqualifikationen und der entspre­
chenden landesrechtlich geregelten
Absatz 3: Berufsbildung keine wesentlichen
Der Begriff Berufsbildung wird für das Unterschiede bestehen.
NBQFG eigenständig definiert. Neben
der beruflichen Fortbildung wurde die (2) Wesentliche Unterschiede zwischen
berufliche Weiterbildung aufgenommen, den nachgewiesenen Berufsqualifikatio­
da auch diese die berufliche Handlungsfä­ nen und der entsprechenden landesrecht­
higkeit über die Berufsausbildung hinaus lich geregelten Berufsbildung liegen vor,
erweitert. wenn
1. sich der im Ausland erworbene Aus­
Absatz 6: bildungsnachweis auf Fertigkeiten,
Neu aufgenommen ist die Definition des Kenntnisse und Fähigkeiten bezieht,
Europäischen Berufsausweises. Zusam­ die sich hinsichtlich der vermittelten
men mit der Regelung zum Vorwarnme­ Inhalte oder deren Umfang wesentlich
chanismus und zum partiellen Zugang von den Fertigkeiten, Kenntnissen und
sind mit den §§ 13 a bis 13 c Bestim­ Fähigkeiten unterscheiden, auf die sich
mungen aufgenommen worden, auf die der entsprechende landesrechtlich ge­
in den Berufsfachgesetzen des Landes regelte Ausbildungsnachweis bezieht,
Bezug genommen wird. 2. die Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten, die nach Nummer 1 im
Ausland nicht erworben wurden, für
die Ausübung des jeweiligen Berufs
Teil 2 wesentlich sind und
Feststellung der Gleichwertigkeit 3. die Antragstellerin oder der Antrag­
steller diese Unterschiede nicht durch
Kapitel 1 sonstige Befähigungsnachweise,
Nicht reglementierte Berufe nachgewiesene einschlägige Berufser­
fahrung oder sonstige nachgewiesene
§4 einschlägige Qualifikationen ausgegli­
Feststellung der Gleichwertigkeit chen hat.
(1) Die zuständige Stelle stellt auf Antrag
75
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

(3) Hat die zuständige Stelle eines ande­ Absatz 2:


ren Bundeslandes die Gleichwertigkeit In Nr. 1 wird nicht mehr auf die Dauer der
festgestellt, so gilt die Berufsqualifika­ Ausbildung, sondern auf deren Umfang
tion als in dem anderen Bundesland abgestellt. Die Ausbildungsdauer als Krite­
­erworben. rium für wesentliche Unterschiede, die ei­
ner Gleichwertigkeit entgegenstehen, ist in
(4) 1 Wesentliche Unterschiede im Sinne der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie gestri­
des Absatzes 2 können durch die Teil­ chen worden. Aus Gründen der Gleichbe­
nahme an Qualifizierungsmaßnahmen handlung ist diese Änderung auch für die
ausgeglichen werden. 2 § 11 Abs. 2 findet nicht reglementierten Berufe übernommen
entsprechende Anwendung. worden. Damit soll vermieden werden,
dass Anträge ohne nähere Prüfung bereits
Erläuterung mit dem Hinweis auf eine kürzere Ausbil­
Absatz 1: dungszeit abgelehnt werden.
Die Antrag stellende Person legt gemein­
sam mit der zuständigen Stelle den Refe­ Abweichend vom BQFG wurde in Absatz 2
renzberuf fest. Es können verschiedene Nr. 2 die Worte „die nach Nummer 1 ab­
Berufe in Betracht kommen. Referenzbe­ weichenden“ gestrichen und ersetzt durch
ruf ist die deutsche Berufsbildung, die mit den Nebensatz „die nach Nummer 1 im
dem ausländischen Abschluss am ehesten Ausland erworben wurden“. Die Änderung
vergleichbar ist. dient der Klarstellung und hat keine inhalt­
liche Bedeutung. In Nr. 3 wird ebenfalls
Bezugspunkt ist dabei immer die aktuell aus Gründen der Gleichbehandlung mit
geltende deutsche Berufsbildung. Bei den reglementierten Berufen die Änderung
dem Vergleich zwischen den nachge­ der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie nach­
wiesenen Berufsqualifikationen und der vollzogen, nach der neben der Berufsquali­
inländischen Berufsbildung werden neben fikation und der Berufserfahrung und den
dem Berufsbild und dem Tätigkeitsprofil damit vorliegenden einschlägigen Befähi­
auch das Niveau der beruflichen Hand­ gungsnachweisen auch solche Elemente
lungsfähigkeit berücksichtigt, das durch zu berücksichtigen sind, die im Sinne des
den Ausbildungsnachweis belegt wird. lebenslangen Lernens geeignet sind, die
Geprüft wird, ob wesentliche Unterschie­ Berufsqualifikation herzustellen oder zu
de bestehen. Die Gleichwertigkeit kann verbessern. Weil anders als in anderen
also nur im Falle einer hinreichenden Mitgliedsstaaten in Deutschland noch
Übereinstimmung der Berufsqualifika­ keine Strukturen bestehen, die innerhalb
tionen erfolgen, gleichzeitig aber nicht dieses Prozesses erworbene Kompetenzen
aufgrund nur geringfügiger Unterschiede bescheinigen können, ist bewusst auf
abgelehnt werden. die Übernahme des Begriffes „lebens­
langes Lernen“ in den Gesetzeswortlaut
­verzichtet worden.
76
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Absatz 3: 4. Nachweise über einschlägige Be­


Absatz 3 regelt die „Anerkennung der rufserfahrung oder sonstige Befähi­
Anerkennung“. Der Antragsteller, bzw. gungsnachweise, die zur Feststellung
die Antragstellerin wird behandelt wie der Gleichwertigkeit von Berufsqualifi­
ein Inländer/eine Inländerin, der/die in kationen erforderlich sind, sowie
dem betreffenden Bundesland seine/ihre 5. in deutscher Sprache eine Erklärung,
Prüfung gemacht hat. Wenn im anderen ob und bei welcher Stelle bereits ein
Bundesland gleiche oder strengere Anfor­ Antrag gestellt wurde, und gegebe­
derungen als in Niedersachsen herrschen, nenfalls der Bescheid.
ist der Bescheid gleichwertig. Nur wenn in
Niedersachsen strengere Anforderungen (2) 1 Die Unterlagen nach Absatz 1 Nrn. 2
gelten, liegt keine Gleichwertigkeit vor. bis 5 sind der zuständigen Stelle in Form
von Originalen oder beglaubigten Kopien
Absatz 4: vorzulegen. 2 Von den Unterlagen nach
Mit dem neuen Absatz 4 wird abwei­ Absatz 1 Nrn. 3 und 4 sind zusätzlich
chend von den Regelungen der anderen Übersetzungen in deutscher Sprache
Bundesländer Personen ein Anspruch vorzulegen. 3 Darüber hinaus kann die zu­
eingeräumt, verbliebene wesentliche ständige Stelle von allen übrigen Unterla­
Unterschiede zu den für den nicht regle­ gen Übersetzungen in deutscher Sprache
mentierten Referenzberuf geforderten verlangen. 4 Die Übersetzungen müssen
Berufsqualifikationen durch die Teilnahme von einer öffentlich bestellten oder beei­
an Qualifizierungsmaßnahmen auszuglei­ digten Dolmetscherin oder Übersetzerin
chen, um damit eine volle Anerkennung oder einem öffentlich bestellten oder
zu erlangen. Die hierzu erforderlichen beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer
Regelungen treffen die für jeweiligen Be­ erstellt sein.
rufsqualifikationen zuständigen Ressorts.
(3) Die zuständige Stelle kann eine von
Absatz 2 abweichende Form für die vor­
§5 zulegenden Dokumente zulassen.
Vorzulegende Unterlagen
(1) Dem Antrag auf Feststellung der (4) Die zuständige Stelle kann die Antrag­
Gleichwertigkeit sind folgende Unterla­ stellerin oder den Antragsteller auffor­
gen beizufügen: dern, innerhalb einer angemessenen Frist
1. in deutscher Sprache eine tabella­ Informationen zu Inhalt und Dauer der
rische Aufstellung der absolvierten im Ausland absolvierten Berufsbildung
Ausbildungsgänge und der ausgeüb­ sowie zu sonstigen Berufsqualifikationen
ten Erwerbstätigkeiten, vorzulegen, soweit dies zur Feststellung
2. ein Identitätsnachweis, der Gleichwertigkeit erforderlich ist.
3. im Ausland erworbene Ausbildungs­
nachweise,
77
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

(5) Bestehen begründete Zweifel an der Zu Nr. 2:


Echtheit oder der inhaltlichen Richtigkeit Der Identitätsnachweis soll ausreichende
der vorgelegten Unterlagen, so kann die Informationen zu einer Person bereitstel­
zuständige Stelle die Antragstellerin oder len, um Verwechslungen auszuschließen,
den Antragsteller auffordern, innerhalb in der Regel Name, Geburtstag und Ge­
einer angemessenen Frist weitere Unterla­ burtsort. Bei Drittstaatsangehörigen, die
gen vorzulegen. Probleme beim Nachweis ihrer Identität
haben, weil es ihnen nicht zuzumuten ist,
(6) 1 Die Antragstellerin oder der Antrag­ mit den Behörden ihres Herkunftsstaats in
steller hat durch geeignete Unterlagen Kontakt zu treten, kann in Anlehnung an
zu belegen, in Niedersachsen eine den § 5 Absatz 3 AufenthG von der Vorlage
Berufsqualifikationen entsprechende des Identitätsnachweises abgesehen
Erwerbstätigkeit ausüben zu wollen. werden.
2
 Geeignete Unterlagen können beispiels­
weise der Nachweis der Beantragung Der spezifischen Lage von Flüchtlingen
eines Einreisevisums zur Erwerbstätigkeit, wurde durch § 14 NBQFG Rechnung
der Nachweis einer Kontaktaufnahme mit getragen. Darin sind „sonstige Verfahren
potenziellen Arbeitgebern oder ein Ge­ zur Feststellung der Gleichwertigkeit bei
schäftskonzept sein. 3 Sie sind, wenn sie fehlenden Nachweisen“ geregelt. Wenn
nicht in deutscher Sprache verfasst sind, Nachweise nach § 5 aus selbst nicht zu
in deutscher Übersetzung vorzulegen. vertretenden Gründen nicht oder nur
4
 Für Antragstellerinnen oder Antragstel­ teilweise vorliegen oder nur mit unan­
ler mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat gemessenem zeitlichem und sachlichem
der Europäischen Union, einem weiteren Aufwand vorgelegt werden können, kön­
Vertragsstaat des Abkommens über den nen die Fertigkeiten etc. durch sonstige
Europäischen Wirtschaftsraum oder in Verfahren festgestellt werden.
einem durch Abkommen gleichgestellten
Staat sowie für Staatsangehörige dieser Zu Nr. 5:
Staaten sind Unterlagen nach Satz 1 § 5 Absatz 1 Nr. 5 wurde abweichend
entbehrlich; die zuständige Stelle kann vom BQFG eingefügt. Die zuständige
aber eine Stellungnahme oder Unterlagen Stelle muss von der Antrag stellenden
nach Satz 1 anfordern, wenn Gründe Person informiert werden, ob er schon
gegen eine Absicht nach Satz 1 sprechen. zuvor einen Antrag bei einer anderen
zuständigen Stelle gestellt hat. So können
Erläuterung alle Informationen, die in dem vorigen
Absatz 1: Verfahren gewonnen wurden, genutzt
Zu Nr. 1 und 5: werden. Die zuständige Stelle kann im
In den Nummern 1 und 5 wird ausdrück­ Übrigen feststellen, ob parallel ein An­
lich geregelt, dass diese Unterlagen in tragsverfahren anhängig ist.
deutscher Sprache vorzulegen sind.
78
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Absatz 2: verlangt, dass sie ihre Absicht, in Nieder­


Abweichend vom Bundesgesetz kann sachsen eine den Berufsqualifikationen
nicht nur von den Unterlagen nach entsprechende Erwerbstätigkeit ausüben
Absatz 1 Nummer 2 und allen nachge­ zu wollen, durch geeignete Unterlagen
reichten Unterlagen eine Übersetzung belegen.
in deutscher Sprache verlangt werden,
sondern von allen übrigen Unterlagen, da In Satz 1 wurde gegenüber dem BQFG
auch andere Unterlagen in einer anderen das Wort „darlegen“ durch das Wort
Sprache sein können und die zuständige „belegen“ ersetzt. Im letzten Satz von
Stelle diese für ihre Prüfung ohne Über­ Absatz 6 wurde folgender Halbsatz gestri­
setzung nicht nutzen kann. chen: „wenn keine Gründe gegen eine
entsprechende Absicht sprechen.“ Statt­
Deutlich wird durch die Formulierung dessen wurde folgender Satz eingefügt:
auch, dass es sich um eine Ermessens­ „die zuständige Stelle kann aber eine
vorschrift handelt, so dass die zuständige Stellungnahme oder Unterlagen nach
Stelle diese Übersetzung nur dann ver­ Satz 1 anfordern, wenn Gründe gegen
langen wird, wenn diese für die Prüfung eine Absicht nach Satz 1 sprechen.“
notwendig ist. Unnötige Kosten werden Die Änderungen führen nicht zu einer
dadurch vermieden. inhaltlichen Abweichung vom BQFG. Sie
sollen vielmehr zu einer größeren Klarheit
Absatz 3: der Vorschrift und einer Erleichterung der
Durch das Zusammenspiel von Absatz 2 Umsetzung in der Praxis beitragen.
und 3 kann die anerkennende Stelle nach
pflichtgemäßem Ermessen von den Erfor­ In Satz 4 sind die Worte in der Schweiz
dernissen des Absatzes 2 abweichen. Sie durch die Worte in einem durch Abkom­
kann z.B. unbeglaubigte Kopien sowie men gleichgestellten Staat ersetzt wor­
Übersetzungen akzeptieren, die nicht den. Durch die Änderung soll eine höhere
durch öffentlich bestellte oder beeidigte Flexibilität des Gesetzes im Hinblick auf
Dolmetscher/-innen oder Übersetzer/-­ künftige Entwicklungen im Zusammen­
innen erstellt sind. Von dieser Regelung hang mit dem Abschluss weiterer oder
sollen die zuständigen Stellen soweit dem Wegfall geschlossener Abkom­
möglich Gebrauch machen, um dem men geschaffen werden. Derzeit ist die
Antragssteller oder der Antragstellerin Schweiz ein durch Abkommen gleichge­
Kosten zu ersparen und zu einer Vereinfa­ stellter Staat im Sinne dieses Gesetzes.  
chung des Verfahrens beizutragen.

Absatz 6:
Durch Satz 1 in Verbindung mit der
Ausnahme in Satz 4 wird von Antragstel­
lenden mit Wohnsitz in sog. Drittstaaten
79
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

§6 festgelegten Frist gehemmt. 2 Im Fall des


Verfahren § 14 ist der Lauf der Frist nach Absatz 3
(1) Antragsberechtigt ist jede Person, die bis zur Beendigung des sonstigen geeigne­
im Ausland einen Ausbildungsnachweis ten Verfahrens gehemmt.
erworben hat.
Fußnoten
(2) 1 Die zuständige Stelle bestätigt der [1]
Absatz 2 Satz 2 in Kraft mit Wirkung
Antragstellerin oder dem Antragsteller vom 1. Juni 2013
innerhalb eines Monats den Eingang [2]
Absatz 2 Satz 4 in Kraft mit Wirkung
des Antrags einschließlich der nach § 5 vom 1. Juni 2013
Abs. 1 und 6 vorgelegten Unterlagen. [3]
Absatz 3 in Kraft mit Wirkung vom
2 [1]
)  In der Eingangsbestätigung ist das 1. Juni 2013
Datum des Eingangs bei der zuständigen [4]
Absatz 4 in Kraft mit Wirkung vom
Stelle mitzuteilen und auf die Frist nach 1. Juni 2013
Absatz 3 und die Voraussetzungen für
den Beginn des Fristlaufs hinzuweisen. Erläuterung
3
 Sind die nach § 5 Abs. 1 und 6 vorzule­ Absatz 1:
genden Unterlagen unvollständig, so teilt Im Vergleich zum BQFG wurde in Absatz 1
die zuständige Stelle innerhalb der Frist der zweite Satz gestrichen. Dieser lautete:
des Satzes 1 auch mit, welche Unterlagen „Der Antrag ist schriftlich bei der zustän­
nachzureichen sind. 4 [2])  Die Mitteilung digen Stelle zu stellen.“ Zum einen ist es
enthält den Hinweis, dass der Lauf der selbstverständlich, dass ein Antrag bei
Frist nach Absatz 3 erst mit Eingang der der zuständigen Stelle gestellt werden
vollständigen Unterlagen beginnt. muss. Zum anderen sollen Anträge auch
per E-Mail gestellt werden können. Diese
(3) [3])   1 Die zuständige Stelle muss inner­ Möglichkeit eröffnet einen schnellen
halb von drei Monaten über die Gleich­ und unbürokratischen Erstkontakt. Die
wertigkeit entscheiden. 2 Die Frist beginnt Unterlagen nach § 5 Abs. 1 sind selbst­
mit Eingang der vollständigen Unterlagen. verständlich in der dort geforderten Form
3
 Sie kann einmal angemessen verlängert einzureichen.
werden, wenn dies wegen der Besonder­
heiten der Angelegenheit gerechtfertigt Absatz 5:
ist. 4 Die Fristverlängerung ist zu begrün­ Absatz 5 wurde im Gegensatz zum BQFG
den und rechtzeitig mitzuteilen. und zum Musterentwurf der Länder
gestrichen. Er lautet dort: „Der Antrag soll
(4) [4])   1 Im Fall des § 5 Abs. 4 und 5 ist abgelehnt werden, wenn die Gleichwer­
der Lauf der Frist nach Absatz 3 bis zum tigkeit im Rahmen anderer Verfahren oder
Ablauf der von der zuständigen Stelle durch Rechtsvorschrift bereits festgestellt
ist.“ Diese Rechtsvorschrift ist entbehrlich:
Hat der Antragsteller, bzw. die Antrag­
80
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

stellerin schon einen positiven Bescheid die Antragstellerin erhält eine detaillierte
bekommen, dann fehlt ihm das Recht­ Bescheinigung über seine Kompetenzen.
schutzbedürfnis, den gleichen Bescheid Diese Bescheinigung kann er bei einer
noch einmal zu erhalten. Bewertung dann dem Arbeitgeber vorle­
gen. Insofern kann auch ein Bescheid, der
nicht die volle Anerkennung feststellt, bei
§7 der Arbeitsplatzsuche hilfreich sein.
Form der Entscheidung
(1) Die Entscheidung über den Antrag Die Begründung eines ablehnenden oder
nach § 4 Abs. 1 ergeht durch ­schriftlichen nur teilweise anerkennenden Bescheides
Bescheid. hat daher zwei unterschiedliche Teile:
Im ersten Teil muss dargelegt werden,
(2) Ist der Antrag abzulehnen, weil die welche wesentlichen Unterschiede dazu
Feststellung der Gleichwertigkeit wegen führen, dass der ausländische Abschluss
wesentlicher Unterschiede im Sinne des nicht gleichwertig ist. Weiter müssen
§ 4 Abs. 2 nicht erfolgen kann, so sind in die Qualifizierungsmaßnahmen benannt
der Begründung auch die vorhandenen werden, mit denen diese Unterschiede
Berufsqualifikationen der Antragstellerin ausgeglichen werden können. Im zweiten
oder des Antragstellers, die wesentlichen Teil muss möglichst detailliert dargelegt
Unterschiede zwischen den vorhandenen werden, was die Antrag stellende Person
Berufsqualifikationen und der entspre­ an Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kennt­
chenden landesrechtlich geregelten nissen nachgewiesen hat.
Berufsbildung sowie die Qualifizierungs­
maßnahmen, mit denen diese Unter­ Absatz 3:
schiede ausgeglichen werden können, In Niedersachsen findet gemäß § 8 a AG
darzulegen. VwGO kein Vorverfahren statt. In der
Rechtsbehelfsbelehrung ist daher darauf
(3) Dem Bescheid ist eine Rechtsbehelfs­ hinzuweisen, dass die Antrag stellende
belehrung beizufügen. Person bei einer Ablehnung Klage vor
dem Verwaltungsgericht erheben kann.
Erläuterung
Absatz 2:
Absatz 2 enthält eine sehr wichtige §8
Verpflichtung der für die Anerkennung Zuständige Stelle
zuständigen Stellen: In jedem Bescheid, (1) 1 Die Landesregierung wird ermächtigt,
der nicht die volle Anerkennung feststellt, durch Verordnung für die Aufgaben nach
muss in der Begründung dargelegt wer­ diesem Kapitel die zuständigen Stellen
den, welche Fähigkeiten, Fertigkeiten und zu bestimmen. 2 Als zuständige Stelle
Kenntnisse beim Antragsteller tatsächlich kann auch eine Behörde eines anderen
vorhanden sind. Der Antragsteller oder Bundeslandes bestimmt werden, wenn
das Bundesland einverstanden ist. 81
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

(2) 1 Die Landesregierung wird ermäch­ Kapitel 2


tigt, durch Verordnung die Aufgaben der Reglementierte Berufe
zuständigen Stelle nach diesem Kapitel
auf juristische Personen des Privatrechts Die Regelungen in Kapitel 2 gelten für
mit deren Einverständnis zu übertragen, reglementierte, landesrechtlich geregelte
wenn die Beleihung im öffentlichen Inte­ Berufe. Sie sind nicht anwendbar, sofern
resse liegt und die Beliehene die Gewähr die entsprechenden berufsrechtlichen
für eine sachgerechte Erfüllung der Auf­ Regelungen in den Fachgesetzen etwas
gaben bietet. 2 Die Beliehenen handeln anderes bestimmen und sofern die
im eigenen Namen und können sich der Fachgesetze ausdrücklich auf das NBQFG
Handlungsformen des öffentlichen Rechts Bezug nehmen. Das heißt, die Rege­
bedienen. 3 Sie unterliegen der Fachauf­ lungen gelten nur für folgende Berufe:
sicht des jeweiligen Fachministeriums. Lehrer/-innen, Erzieher/-innen, Sozialas­
4
 Dieses kann die Aufsicht auf nachgeord­ sistenten/-assistentinnen, Heilerziehungs­
nete Landesbehörden übertragen. pfleger/-innen, Heilpädagogen/-innen,
Markscheider/-innen, Rettungssanitä­
Erläuterung ter/-innen und in den Berufen nach dem
Absatz 1: Gesundheitsfachberufegesetz. Teilweise
Der Absatz 1 enthält die Ermächtigungs­ ist das NBQFG nur bei Anerkennungs­
grundlage, die zuständigen Stellen für verfahren von Drittstaatsangehörigen
nicht reglementierte landesrechtliche anwendbar.
Berufe durch Verordnung zu bestimmen.
Dies ist in Niedersachsen durch § 2 der
ZustVO – Berufsqualifikation geschehen. §9
Durch den Satz 2 soll die Möglichkeit er­ Voraussetzungen der Gleichwertig-
öffnet werden, als zuständige Stelle auch keit der Berufsqualifikation
die Behörde eines anderen Bundeslandes (1) Bei der Entscheidung über die Befugnis
zu bestimmen. Voraussetzung ist, dass zur Aufnahme oder Ausübung eines in
das Bundesland einverstanden ist. Niedersachsen reglementierten Berufs gilt
die im Ausland erworbene Berufsqua­
Absatz 2: lifikation als gleichwertig mit der ent­
Der Absatz 2 beinhaltet eine Verord­ sprechenden landesrechtlich geregelten
nungsermächtigung für die Landesregie­ Berufsbildung, wenn
rung, eine juristische Person des Privat­ 1. der im Ausland erworbene Ausbil­
rechts zu beleihen. dungsnachweis die Befähigung zu
vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten
wie der entsprechende landesrechtlich
geregelte Ausbildungsnachweis belegt,
2. die Antragstellerin oder der Antrag­
steller bei einem sowohl in Nieder­
82
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

sachsen als auch im Ausbildungsstaat Erläuterung


reglementierten Beruf zur Ausübung § 9 regelt, unter welchen Voraussetzun­
des jeweiligen Berufs im Ausbildungs­ gen eine im Ausland erworbene Berufs­
staat berechtigt ist oder die Befug­ qualifikation gleichwertig ist mit einer in
nis zur Aufnahme oder Ausübung Niedersachsen geregelten Berufsbildung.
des jeweiligen Berufs aus Gründen Die Vorschrift gilt für reglementierte
verwehrt wurde, die der Aufnahme niedersächsische Berufe. Für die Auf­
oder Ausübung in Niedersachsen nicht nahme bzw. Ausübung dieser Berufe ist
entgegenstehen, und eine Zulassung erforderlich. Die Frage der
3. zwischen den nachgewiesenen Gleichwertigkeit der ausländischen Qua­
Berufsqualifikationen und der entspre­ lifikation wird im Rahmen der Entschei­
chenden landesrechtlich geregelten dung über die Zulassung bzw. Befugnis
Berufsbildung keine wesentlichen inzident geprüft und entschieden. Das
Unterschiede bestehen. heißt, die Gleichwertigkeitsentscheidung
ist kein eigenständiger Verwaltungsakt.
(2) Wesentliche Unterschiede zwischen Sie ist Bestandteil der Entscheidung über
den nachgewiesenen Berufsqualifikatio­ die Zulassung, in einem Beruf tätig wer­
nen und der entsprechenden landesrecht­ den zu dürfen.
lich geregelten Berufsbildung liegen vor,
wenn § 9 NBQFG wurde an folgenden Stellen
1. sich der im Ausland erworbene Aus­ abweichend von § 9 BQFG formuliert:
bildungsnachweis auf Fähigkeiten und •• Die Überschrift „Voraussetzung der
Kenntnisse bezieht, die sich hinsicht­ Gleichwertigkeit“ wurde um die Worte
lich des Inhalts oder dessen Umfangs „der Berufsqualifikation“ ergänzt.
wesentlich von den Fähigkeiten und •• In Absatz 1 NBQFG heißt es „gilt die
Kenntnissen unterscheiden, auf die im Ausland erworbene Berufsqualifika­
sich die entsprechende landesrechtlich tion als gleichwertig mit der entspre­
geregelte Berufsbildung bezieht, chenden landesrechtlich geregelten
2. die entsprechenden Fähigkeiten und Berufsbildung“. Demgegenüber lautet
Kenntnisse eine maßgebliche Voraus­ die Formulierung im BQFG: „gilt der
setzung für die Ausübung des jeweili­ im Ausland erworbene Ausbildungs­
gen Berufs darstellen und nachweis, unter Berücksichtigung
3. die Antragstellerin oder der Antrag­ sonstiger nachgewiesener Berufsqua­
steller diese Unterschiede nicht durch lifikation, als gleichwertig mit dem
sonstige Befähigungsnachweise, entsprechenden inländischen Ausbil­
nachgewiesene einschlägige Berufser­ dungsnachweis“.
fahrung oder sonstige nachgewiesene •• In Absatz 2 Nr. 1 NBQFG heißt es
einschlägige Qualifikationen ausgegli­ folgerichtig „auf die sich die entspre­
chen hat. chende landesrechtlich geregelte Be­

83
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

rufsbildung bezieht“. Demgegenüber (es sei denn, es handelt sich um ein nach
formuliert das BQFG: „auf die sich der niedersächsischem Recht und Verständnis
entsprechende inländische Ausbil­ sachfremdes Berufsverbot - beispielsweise
dungsnachweis bezieht“. um ein politisch motiviertes Berufsverbot).
Wenn die Antrag stellende Person im
Die Änderungen dienen insgesamt der Ausbildungsstaat nicht zur Berufsaus­
begrifflichen Vereinfachung und Klar­ übung berechtigt ist, endet die Gleich­
stellung. Eine inhaltliche Änderung des wertigkeitsprüfung an dieser Stelle.
NBQFG im Vergleich zum BQFG wurde
nicht vorgenommen. In einem dritten Schritt wird geprüft, ob
Unterschiede zwischen den nachgewiese­
Die Frage, ob die im Ausland erworbene nen Berufsqualifikationen und der nieder­
Berufsqualifikation mit der landesrechtlich sächsischen Berufsbildung bestehen.
geregelten Berufsbildung gleichwertig
ist, wird folgendermaßen geprüft: Die Wenn es Unterschiede gibt, ist entschei­
Nrn. 1 bis 3 in Absatz 1 sind kumulativ dend, ob diese Unterschiede wesentlich
gefasst, dabei hat die Nr. 2 eine Son­ sind. Diese Frage ist anhand der in Absatz
derfunktion als zusätzlicher Prüfschritt, 2 geregelten Kriterien zu prüfen und
der unabhängig von der vorliegenden zu entscheiden. Hinweis: Die Ausbil­
Berufsqualifikation durchzuführen ist. dungsdauer als Kriterium für wesentliche
In einem ersten Schritt wird geprüft, ob Unterschiede, die einer Gleichwertigkeit
tatsächlich vergleichbare Berufsbilder entgegenstehen, ist infolge der Umset­
vorliegen, ob also der passende deutsche zung der Änderung in der EU-Berufsa­
Referenzberuf gewählt wurde. Wenn der nerkennungsrichtlinie durch die Worte
im Ausland erworbene Ausbildungsnach­ „dessen Umfang“ ersetzt worden. Damit
weis und der vergleichbare niedersächsi­ soll vermieden werden, dass Anträge
sche Ausbildungsnachweis offensichtlich ohne nähere Prüfung bereits mit Hinweis
voneinander abweichen (z.B. Logopädin auf eine kürzere Ausbildungszeit abge­
und Erzieherin) ist die Gleichwertigkeit lehnt werden. Erst wenn nach Absatz 2
schon an dieser Stelle abzulehnen. Dann Nrn. 1 und 2 wesentliche Unterschiede
endet die Prüfung an dieser Stelle. festgestellt werden, kommt nach Nr. 3
die Berufserfahrung ins Spiel. Wesentli­
Wenn der passende deutsche Referenzbe­ che Unterschiede können durch sonstige
ruf gewählt wurde, wird in einem zweiten Befähigungsnachweise und durch ein­
Schritt untersucht, ob es sich um einen schlägige Berufserfahrung ausgeglichen
Beruf handelt, der in Niedersachsen und werden. Durch die Änderung der EU-Be­
im Ausbildungsstaat reglementiert ist. rufsanerkennungsrichtlinie sind neben
Ist dies der Fall, dann muss die Antrag der Berufsqualifikation und der Berufser­
stellende Person im Ausbildungsstaat zur fahrung und den damit vorliegenden
Ausübung des Berufes berechtigt sein einschlägigen Befähigungsnachweisen
84
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

auch solche Elemente zu berücksichtigen, November 2013 (ABl. EU Nr. L 354 S.


die im Sinne des „lebenslangen Lernens“ 132; 2015 Nr. L 268 S. 35; 2016 Nr. L
geeignet sind, die Berufsqualifikation 95 S. 20), die von der Antragstellerin
herzustellen oder zu verbessern. Weil oder dem Antragsteller nachgewiese­
anders als in anderen Mitgliedsstaaten ne Berufsqualifikation hat,
in Deutschland noch keine Strukturen 2. welches Niveau in Niedersachsen
bestehen, die innerhalb dieses Prozesses verlangt wird und
erworbene Kompetenzen bescheinigen 3. aus welchen Gründen die wesentli­
können, ist bewusst auf die Übernahme chen Unterschiede nicht durch in § 9
des Begriffes „lebenslanges Lernen“ in Abs. 2 Nr. 3 genannte Qualifikationen
den Gesetzeswortlaut verzichtet worden. ausgeglichen werden können.

(2) In dem Bescheid wird zudem festge­


§ 10 stellt, durch welche Maßnahmen nach §
Feststellung der vorhandenen 11 die wesentlichen Unterschiede gegen­
­Berufsqualifikationen über der erforderlichen landesrechtlich
(1) 1 Wenn die Feststellung der Gleichwer­ geregelten Berufsqualifikation ausgegli­
tigkeit von Berufsqualifikationen wegen chen werden können.
wesentlicher Unterschiede im Sinne des
§ 9 Abs. 2 nicht erfolgen kann, werden (3) Hat die zuständige Stelle in einem
bei der Entscheidung über die Befugnis anderen Bundesland die Gleichwertigkeit
zur Aufnahme oder Ausübung eines in der Berufsqualifikation festgestellt, so gilt
Niedersachsen reglementierten Berufs die die Berufsqualifikation als in dem anderen
vorhandenen Berufsqualifikationen und Bundesland erworben.
die wesentlichen Unterschiede gegen­
über der entsprechenden landesrechtlich Erläuterung
geregelten Berufsqualifikation durch § 10 ist zu beachten, wenn nach der
schriftlichen Bescheid festgestellt. 2 In Prüfung im Rahmen des § 9 Abs. 2
dem Bescheid wird mitgeteilt, im Ergebnis wesentliche Unterschiede
1. welches Niveau im Sinne des Artikels bestehen bleiben und daher keine volle
11 der Richtlinie 2005/36/EG des Eu­ Gleichwertigkeit besteht.
ropäischen Parlaments und des Rates Die Befugnis zur Berufsausübung kann
vom 7. September 2005 über die An­ dann nicht erteilt werden. Im Bescheid ist
erkennung von Berufsqualifikationen dann Folgendes mitzuteilen:
(ABl. EU Nr. L 255 S. 22; 2007 Nr. L 1. Die vorhandene Berufsqualifikation im
271 S. 18; 2008 Nr. L 93 S. 28; 2009 Detail mit allen Kompetenzen.
Nr. L 33 S. 49; 2014 Nr. L 305 S. 115), 2. Das Niveau der nachgewiesenen und
zuletzt geändert durch die Richtli­ das Niveau der in Niedersachsen gefor­
nie 2013/55/EU des Europäischen derten Berufsqualifikation.
Parlaments und des Rates vom 20. 3. Die wesentlichen Unterschiede gegen­
85
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

über der landesrechtlich geregelten § 11


niedersächsischen Berufsbildung und Ausgleichsmaßnahmen
aus welchen Gründen diese nicht (1) 1 Wesentliche Unterschiede im Sinne
durch die in § 9 Abs. 2 Nr. 3 genann­ des § 9 Abs. 2 können durch die Ab­
ten Qualifikationen ausgeglichen solvierung eines höchstens dreijährigen
werden können. Anpassungslehrgangs oder das Able­
4. Durch welche Qualifizierungsmaß­ gen einer Eignungsprüfung im Inland
nahmen die fehlenden Kompetenzen ausgeglichen werden. 2 Ist für einen in
erworben werden können. Niedersachsen reglementierten Beruf ein
Vorbereitungsdienst vorgesehen, so darf
Absätze 1 und 2: der dem Vorbereitungsdienst entspre­
Die Absätze 1 und 2 enthalten Ab­ chende Teil des Anpassungslehrgangs
weichungen von den entsprechenden nicht länger als der Vorbereitungsdienst
Vorschriften des BQFG. So wurde in dauern.
Anpassung an die Überschrift von § 10
anders als im Bundesgesetz nicht der (2) 1 Bei der Ausgestaltung der Ausgleichs­
Begriff „Berufsbildung“, sondern der maßnahmen im Sinne des Absatzes 1
Begriff „Berufsqualifikation“ verwendet. sind die vorhandenen Berufsqualifikatio­
Es handelt sich dabei nicht um inhaltliche nen der Antragstellerin oder des Antrag­
Änderungen. Vielmehr handelt es sich stellers zu berücksichtigen. 2 Der Inhalt
um eine klarstellende Anpassung der der Ausgleichsmaßnahmen ist auf die
Begrifflichkeit. festgestellten wesentlichen Unterschiede
im Sinne des § 9 Abs. 2 zu beschränken.
Absatz 3: 3
 Das für die jeweilige Berufsqualifikation
Absatz 3 regelt die „Anerkennung der zuständige Fachministerium wird ermäch­
Anerkennung“. Wurde ein ausländischer tigt, durch Verordnung Inhalt, Dauer und
Berufsabschluss in einem anderen deut­ Durchführung von Ausgleichsmaßnah­
schen Bundesland anerkannt, wird die men zu regeln.
Antrag stellende Person so behandelt, als
wenn sie die Berufsqualifikation in diesem (3) Die Antragstellerin oder der Antrag­
Bundesland erworben hätte. Wenn die steller hat die Wahl zwischen der Absol­
Anforderungen an die Berufsqualifikation vierung eines Anpassungslehrgangs und
in Niedersachsen gleich oder niedriger dem Ablegen einer Eignungsprüfung,
sind als in dem anderen Bundesland wenn die berufsrechtlichen Regelungen
kann die Antrag stellende Person ohne nichts anderes bestimmen.
Weiteres in dem Beruf arbeiten. Sind die
Anforderungen in Niedersachsen höher (4) 1 Hat sich die Antragstellerin oder
als in dem anderen Bundesland, kann die der Antragsteller nach Absatz 3 für eine
Antrag stellende Person in Niedersachsen Eignungsprüfung entschieden, so muss
erneut einen Antrag auf Anerkennung diese innerhalb von sechs Monaten ab
86 stellen.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

dem Zugang der Mitteilung über diese Beruf mit Vorbereitungsdienst (Beispiel
Entscheidung bei der zuständigen Stelle Lehramt) der Anpassungslehrgang, der
abgelegt werden können. 2 Besteht auf­ sich auf den Vorbereitungsdienst bezieht,
grund der berufsrechtlichen Regelungen nicht länger sein darf als der Vorberei­
nur die Möglichkeit, eine Eignungsprü­ tungsdienst selbst.
fung abzulegen, so muss diese innerhalb
von sechs Monaten nach Bekanntgabe Absatz 2:
des Bescheides nach § 10 abgelegt wer­ Satz 3 beinhaltet im Gegensatz zum
den können. BQFG eine Verordnungsermächtigung.

Erläuterung Absatz 3:
Absatz 1: Nach Absatz 3 hat die Antrag s­ tellende
Entsprechend der Begriffsbestimmung Person ein Wahlrecht zwischen
in Artikel 3 Abs. 19 Richtlinie 2005/36/ ­Eignungsprüfung und Anpassungslehr­
EG ist unter einem Anpassungslehrgang gang, sofern das Fachrecht nicht etwas
die Ausübung eines in Niedersachsen anderes vorsieht.
reglementierten Berufs unter der Verant­
wortung eines qualifizierten Berufsan­ Absatz 4:
gehörigen zu verstehen, der mit einer In Folge der Umsetzung der geänderten
Zusatzausbildung einhergehen kann. EU-Berufsanerkennungsrichtlinie ist mit
Abweichend vom BQFG wurde der Rela­ dem neuen Absatz 4 eine Frist eingeführt
tivsatz gestrichen, der im BQFG vorsieht, worden, innerhalb derer eine Eignungs­
dass der Anpassungslehrgang „Gegen­ prüfung ermöglicht werden muss. Da
stand einer Bewertung sein kann“. Die die Antragstellenden in der Regel die
Abweichung vom BQFG zielt nicht auf Wahl zwischen Eignungsprüfung oder
eine inhaltliche Änderung ab. Sie dient Anpassungslehrgang haben, beginnt
der Klarstellung und Präzisierung. die Frist erst mit der Übermittelung der
Entscheidung der antragstellenden Person
Im Rahmen des Anpassungslehrgangs an die zuständige Stelle. Eine Frist für die
kann eine Wissenskontrolle stattfinden. Ausübung der Wahlentscheidung ist nicht
Diese Wissenskontrolle darf allerdings vorgesehen.
nicht den Grad einer Prüfung erreichen.
Denn ein Anpassungslehrgang darf nicht
gleichzeitig mit einer Eignungsprüfung § 12
erfolgen. Eignungsprüfung ist eine Über­ Vorzulegende Unterlagen
prüfung der für die Ausübung eines in (1) Zur Bewertung der Gleichwertigkeit
Niedersachsen reglementierten Berufs er­ sind dem Antrag auf Befugnis zur Auf­
forderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten. nahme oder Ausübung eines in Nieder­
sachsen reglementierten Berufs oder dem
In Satz 2 wurde festgelegt, dass in einem Antrag nach § 13 Abs. 1 Satz 3 folgende
87
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Unterlagen beizu­fügen: terlagen, die in einem Mitgliedstaat


1. in deutscher Sprache eine tabella­ der Europäischen Union oder in einem
rische Aufstellung der absolvierten anderen Vertragsstaat des Abkommens
Ausbildungsgänge und der ausgeüb­ über den Europäischen Wirtschaftsraum
ten Erwerbstätigkeiten, ausgestellt oder anerkannt wurden,
2. ein Identitätsnachweis, können abweichend von Absatz 2 auch
3. im Ausland erworbene Ausbildungs­ elektronisch übermittelt werden.3 Im Fall
nachweise, begründeter Zweifel an der Echtheit der
4. Nachweise über einschlägige Be­ nach Satz 2 übermittelten Unterlagen
rufserfahrungen und sonstige Befähi­ und soweit unbedingt geboten kann sich
gungsnachweise, die zur Feststellung die zuständige Stelle an die zuständige
der Gleichwertigkeit von Berufsqualifi­ Stelle des Staates wenden, in dem die
kationen erforderlich sind, Unterlagen ausgestellt oder anerkannt
5. im Fall des § 9 Abs 1 Nr. 2 eine wurden, und die Antragstellerin oder den
Bescheinigung über die Berechtigung Antragsteller auffordern, beglaubigte
zur Berufsausübung im Ausbildungs­ Kopien vorzulegen.4 Beide Maßnahmen
staat sowie hemmen nicht den Lauf der Frist nach §
6. in deutscher Sprache eine Erklärung, 13 Abs. 3 Satz 1.
ob und bei welcher Stelle bereits ein
Antrag gestellt wurde, und gegebe­ (4) 1 Die zuständige Stelle kann die
nenfalls der Bescheid. Antragstellerin oder den Antragsteller
auffordern, innerhalb einer angemes­
(2) 1 Die Unterlagen nach Absatz 1 Nrn. 2 senen Frist Informationen zu Inhalt
bis 6 sind der zuständigen Stelle in Form und Dauer der im Ausland absolvier­
von Originalen oder beglaubigten Kopien ten Berufsbildung sowie zu sonstigen
vorzulegen.2 Von den Unterlagen nach Berufsqualifikationen vorzulegen, soweit
Absatz 1 Nrn. 3 bis 5 sind Übersetzungen dies zur Bewertung der Gleichwertigkeit
in deutscher Sprache vorzulegen.3 Darü­ erforderlich ist.2 Soweit die Berufsbildung
ber hinaus kann die zuständige Stelle von in einem Mitgliedstaat der Europäischen
allen übrigen Unterlagen Übersetzungen Union, einem weiteren Vertragsstaat
in deutscher Sprache verlangen.4 Die des Abkommens über den Europäischen
Übersetzungen müssen von einer öffent­ Wirtschaftsraum oder in einem durch Ab­
lich bestellten oder beeidigten Dolmet­ kommen gleichgestellten Staat absolviert
scherin oder Übersetzerin oder einem wurde, kann sich die zuständige Stelle
öffentlich bestellten oder beeidigten an die zuständige Stelle des jeweiligen
Dolmetscher oder Übersetzer erstellt sein. Staates wenden.

(3) 1 Die zuständige Stelle kann eine von (5) 1 Bestehen begründete Zweifel an der
Absatz 2 abweichende Form für die Echtheit oder der inhaltlichen Richtigkeit
vorzulegenden Dokumente zulassen.2 Un­ der vorgelegten Unterlagen, so kann die
88
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

zuständige Stelle die Antragstellerin oder fügt: Antragstellende müssen eine Er­
den Antragsteller auffordern, weitere klärung in deutscher Sprache abgeben,
Unterlagen vorzulegen.2 Soweit die ob sie bereits einmal einen Antrag auf
Unterlagen in einem Staat nach Absatz 4 Anerkennung gestellt haben. Ggf.
Satz 2 ausgestellt wurden, kann sich die müssen sie den Bescheid beifügen. So
zuständige Stelle an die zuständige Stelle können alle Informationen, die in dem
des jeweiligen Staates wenden. vorigen Verfahren gewonnen wurden,
genutzt werden. Die zuständige Stelle
(6) 1Die Antragstellerin oder der Antrag­ kann im Übrigen so feststellen, ob par­
steller hat durch geeignete Unterlagen allel ein Antragsverfahren anhängig ist.
zu belegen, in Niedersachsen eine den •• Bei beiden Regelungen handelt es sich
Berufsqualifikationen entsprechende um inhaltliche Änderungen gegenüber
Erwerbstätigkeit ausüben zu wollen.2 Ge­ dem BQFG.
eignete Unterlagen können beispielsweise •• Der Antrag kann sich auf die Feststel­
der Nachweis der Beantragung eines lung der Gleichwertigkeit der Berufs­
Einreisevisums zur Erwerbstätigkeit, qualifikation beschränken (§ 13 Abs.
der Nachweis einer Kontaktaufnahme 1 Satz 3).
mit potenziellen Arbeitgebern oder ein
Geschäftskonzept sein.3 Sie sind, wenn Absatz 2:
sie nicht in deutscher Sprache verfasst Abweichend vom Bundesgesetz kann
sind, in deutscher Übersetzung vorzule­ nicht nur von den Unterlagen nach
gen.4 Für Antragstellerinnen oder Antrag­ Absatz 1 Nummer 2 und allen nachge­
steller mit Wohnsitz in einem Staat nach reichten Unterlagen eine Übersetzung
Absatz 4 Satz 2 sowie für Staatsangehöri­ in deutscher Sprache verlangt werden,
ge eines solchen Staates sind Unterlagen sondern von allen übrigen Unterlagen, da
nach Satz 1 entbehrlich; die zuständige auch diese Unterlagen in einer anderen
Stelle kann aber eine Stellungnahme oder Sprache sein können und die zuständige
Unterlagen nach Satz 1 anfordern, wenn Stelle diese für ihre Prüfung ohne Über­
Gründe gegen eine Absicht nach Satz 1 setzung nicht nutzen kann.
sprechen.
Deutlich wird durch die Formulierung
Erläuterung auch, dass es sich um eine Ermessens­
Absatz 1: vorschrift handelt, so dass die zuständige
•• Die in Absatz 1 Nr. 1 NBQFG aufge­ Stelle diese Übersetzung nur dann ver­
führten Unterlagen müssen abwei­ langen wird, wenn diese für die Prüfung
chend von der bundesrechtlichen notwendig ist. Unnötige Kosten werden
Vorschrift verpflichtend in deutscher dadurch vermieden.
Sprache vorgelegt werden.
•• In Absatz 1 wurde abweichend vom Absatz 3:
BQFG – wie in § 5 – eine Nr. 6 ange­ Durch das Zusammenspiel von Absatz
89
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

2 und 3 kann die anerkennende Stelle auf den „jeweiligen Staat“ abzustellen.
nach pflichtgemäßem Ermessen von den Das gilt auch für Absatz 5 Satz 2.
Erfordernissen des Absatzes 2 abweichen.
Sie kann unbeglaubigte Kopien sowie In Satz 2 sind die Worte „in der Schweiz“
Übersetzungen akzeptieren, die nicht durch die Worte in einem „durch Abkom­
durch öffentlich bestellte oder beeidigte men gleichgestellten Staat“ ersetzt wor­
Dolmetscher/-innen oder Übersetzer/ den. Durch die Änderung soll eine höhere
innen erstellt sind. Von dieser Regelung Flexibilität des Gesetzes im Hinblick auf
sollen die zuständigen Stellen soweit künftige Entwicklungen im Zusammen­
möglich Gebrauch machen, um der An­ hang mit dem Abschluss weiterer oder
trag stellenden Person Kosten zu ersparen dem Wegfall geschlossener Abkom­
und zu einer Vereinfachung des Verfah­ men geschaffen werden. Derzeit ist die
rens beizutragen. Schweiz ein durch Abkommen gleichge­
stellter Staat im Sinne dieses Gesetzes.
Unterlagen, die in einem Mitgliedsstaat
der EU oder gleichgestellten Staaten Absätze 5 und 6:
anerkannt worden sind, können auch in Im NBQFG werden im Gegensatz zum
elektronischer Form übermittelt werden. BQFG die EU/EWR-Staaten nicht aus­
Dies zielt auf eine Erleichterung und drücklich genannt, vielmehr wird auf die
Beschleunigung der Anerkennungsver­ Aufzählung in Absatz 4 verwiesen.
fahren. Bei begründeten Zweifeln an
der Echtheit können die zuständigen Absatz 6:
Stellen sich an die zuständigen Stellen Durch Satz 1 in Verbindung mit der
des Staates wenden, in dem die Doku­ Ausnahme in Satz 4 wird von Antragstel­
mente ausgestellt oder anerkannt worden lenden mit Wohnsitz in sog. Drittstaaten
sind. Ergänzend oder alternativ können verlangt, dass sie durch geeignete Un­
beglaubigte Kopien von den Antragstel­ terlagen belegen, in Niedersachsen eine
lenden verlangt werden. den Berufsqualifikationen entsprechende
Erwerbstätigkeit ausüben zu wollen.
Absätze 4 und 5:
Im Satz 2 des Absatzes 4 wurde anstelle In Satz 1 wurde gegenüber der Formu­
der Formulierung des BQFG„zustän­ lierung des BQFG das Wort „darlegen“
dige Stelle des Ausbildungsstaats“ die durch das Wort „belegen“ ersetzt. Im
Formulierung „die zuständige Stelle des letzten Satz von Absatz 6 wurde fol­
jeweiligen Staats“ gewählt. Grund für die gender Halbsatz gestrichen: „wenn
Änderung ist folgende Klarstellung: Die keine Gründe gegen eine entsprechende
Formulierung des BQFG würde nicht auf Absicht sprechen.“ Stattdessen wurde
Unterlagen passen, die nicht im Ausbil­ folgender Satz eingefügt: „die zuständi­
dungsstaat, sondern in einem Drittstaat ge Stelle kann aber eine Stellungnahme
entstanden sein können. Daher ist besser oder Unterlagen nach Satz 1 anfordern,
90
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

wenn Gründe gegen eine Absicht nach Frist nach Absatz 3 erst mit Eingang der
Satz 1 sprechen.“ Die Änderungen führen vollständigen Unterlagen beginnt.
nicht zu einer inhaltlichen Abweichung
vom BQFG. Sie sollen vielmehr zu einer (3) [3]) 1 Die zuständige Stelle muss
größeren Klarheit der Vorschrift und einer innerhalb von drei Monaten über die
Erleichterung der Umsetzung in der Praxis Gleichwertigkeit entscheiden.2 Die Frist
beitragen. beginnt mit Eingang der vollständigen
Unterlagen.3 Sie kann einmal angemessen
verlängert werden, wenn dies wegen
§ 13 der Besonderheiten der Angelegenheit
Verfahren gerechtfertigt ist.4 Für Antragsteller, die
(1) 1 Die Bewertung der Gleichwertigkeit ihren Ausbildungsnachweis in einem
nach § 9 erfolgt im Rahmen der Entschei­ Staat nach § 12 Abs. 4 Satz 2 erworben
dung über die Befugnis zur Aufnahme haben oder deren Ausbildungsnachweise
oder Ausübung eines in Niedersachsen in einem solchen Staat anerkannt wur­
reglementierten Berufs.2 Hängt die den, kann die Fristverlängerung nach Satz
Entscheidung über diese Befugnis nicht 3 höchstens einen Monat betragen. 5 Die
nur von der Gleichwertigkeit nach § 9 Fristverlängerung ist zu begründen und
ab, so entscheidet die für die Erteilung rechtzeitig mitzuteilen.
der Befugnis zuständige Stelle zunächst
gesondert über die Gleichwertigkeit.3 Auf (4) [4]) 1 Im Fall des § 12 Abs. 4 und 5 ist
Antrag entscheidet die zuständige Stelle der Lauf der Frist nach Absatz 3 bis zum
nur über die Gleichwertigkeit. Ablauf der von der zuständigen Stelle
festgelegten Frist gehemmt.2 Im Fall des §
(2) 1 Die zuständige Stelle bestätigt der 14 ist der Lauf der Frist nach Absatz 3 bis
Antragstellerin oder dem Antragsteller zu Beendigung des sonstigen geeigneten
innerhalb eines Monats den Eingang des Verfahrens gehemmt.
Antrags einschließlich der nach § 12 Abs.
1 und 6 vorzulegenden Unterlagen.2 [1])  In (5) Welche Stelle zuständig ist, richtet sich
der Eingangsbestätigung ist das Datum nach dem jeweiligen Fachrecht.
des Eingangs bei der zuständigen Stelle
mitzuteilen und auf die Frist nach Absatz (6) Das Verfahren kann auch über eine
3 und die Voraussetzungen für den einheitliche Stelle nach den Vorschriften
Beginn des Fristlaufs hinzuweisen.3 Sind des Verwaltungsverfahrens­gesetzes und
die nach § 12 Abs. 1 und 6 vorzulegen­ des Niedersächsischen Gesetzes über
den Unterlagen unvollständig, so teilt die Einheitliche Ansprechpartner abgewickelt
zuständige Stelle innerhalb der Frist des werden.
Satzes 1 auch mit, welche Unterlagen  
nachzureichen sind.4 [2])  Die Mitteilung
enthält den Hinweis, dass der Lauf der
91
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Fußnoten Abs. 4 Satz 2 verwiesen.


[1]
Absatz 2 Satz 2 in Kraft mit Wirkung
vom 1. Juni 2013 Absatz 5:
[2]
Absatz 2 Satz 4 in Kraft mit Wirkung Die Formulierung wurde aus redaktionel­
vom 1. Juni 2013 len Gründen geringfügig geändert.
[3]
Absatz 3 in Kraft mit Wirkung vom 1. Durch Absatz 5 wurde klargestellt, dass
Juni 2013 für den Bereich der reglementierten
[4]
Absatz 4 in Kraft mit Wirkung vom 1. Landesberufe alle Zuständigkeitsregelun­
Juni 2013 gen im Fachrecht vorgenommen werden
müssen.
Erläuterung
Absatz 1: Absatz 6:
Grundsätzlich wird im Rahmen der Der neue Absatz 6 setzt die Änderung
Berufszulassung auch über die Gleich­ der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie um,
wertigkeit der im Ausland erworbenen nach der Antragstellende aus Gründen
Berufsqualifikationen entschieden. Sind der Vereinfachung des Verfahrens die
weitere Kriterien zu erfüllen, wie zum Anträge auch über einen Einheitlichen
Beispiel deutsche Sprachkenntnisse in Ansprechpartner abwickeln können. Die­
einer bestimmten Qualität, ist zuerst die ser fungiert als Verfahrenslotse zwischen
Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation der oder dem Antragstellenden und der
zu prüfen und in einem zweiten Schritt, zuständigen Stelle. Die Gleichwertigkeits­
ob die geforderte Sprachkompetenz prüfung der ausländischen Berufsqualifi­
vorliegt. Auf Antrag ist auch nur über die kation mit dem deutschen Referenzberuf
Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation obliegt weiterhin der zuständigen Stelle.
zu entscheiden. Damit soll vermieden
werden, dass Anträge allein aus dem
Grund nicht ausreichender Sprachkennt­ § 13a
nisse abgelehnt werden. Antragstellende Europäischer Berufsausweis
erhalten nach der separaten Anerken­ (1) 1 Für Berufe, für die aufgrund von
nung der Gleichwertigkeit der Berufs­ Durchführungsrechtsakten der Europäi­
qualifikation die Sicherheit, dass sie nach schen Kommission nach Artikel 4a Abs.
dem Erwerb der ggf. noch fehlenden 7 der Richtlinie 2005/36/EG ein Europäi­
Sprachkenntnisse die volle Anerkennung scher Berufsausweis eingeführt ist, stellt
erreichen können. die zuständige Stelle auf Antrag einen
Europäischen Berufsausweis aus.2 Für Per­
Absatz 3: sonen, die im Inland ihre Berufsqualifika­
Die Vorschrift enthält in Absatz 3 Satz tion erworben haben und beabsichtigen,
4 eine redaktionelle Abweichung vom sich in einem anderen Mitgliedstaat nie­
BQFG. Die Staaten sind nicht ausdrücklich derzulassen oder Dienstleistungen nach
aufgezählt. Es wird vielmehr auf § 12 Artikel 7 Abs. 4 der Richtlinie 2005/36/
92
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

EG zu erbringen, führt sie die vorberei­ soweit die Kommission von ihrer dort
tenden Schritte für das Ausstellen eines enthaltenen Ermächtigung zum Erlass
Europäischen Berufsausweises durch den von Durchführungsrechtsakten keinen
Aufnahmemitgliedstaat durch. Gebrauch gemacht hat.

(2) Der Europäische Berufsausweis kann (6) Die Absätze 1 bis 5 lassen die Ver­
von Personen beantragt werden, die ihren fahren nach den §§ 9 bis 13 sowie nach
Ausbildungsnachweis in einem Mitglied­ anderen berufsrechtlichen Regelungen
staat der Europäischen Union oder einem des Landes unberührt.
anderen Vertragsstaat des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum Erläuterung
erworben haben oder deren Ausbil­ Die Länder haben anders als der Bund
dungsnachweise in einem dieser Staaten ihre Anerkennungsgesetze als das grund­
anerkannt worden sind. legende Gesetz des Anerkennungsrechts
ausgestaltet und mit den neu aufge­
(3) Die Voraussetzungen für das Ausstel­ nommenen § 13 a zum Europäischen
len eines Europäischen Berufsausweises Berufsausweis, § 13 b zum Vorwarn­
und das Verfahren richten sich nach den mechanismus und § 13 c zum partiellen
Artikeln 4a bis 4e der Richtlinie 2005/36/ Zugang Sachverhalte geregelt, die nicht
EG, der Durchführungsverordnung (EU) alle Berufsgruppen betreffen, oder die
2015/983 der Kommission vom 24. zum Teil durch spezielles Fachrecht
Juni 2015 betreffend das Verfahren zur geregelt sind. Grundsätzlich soll in den
Ausstellung des Europäischen Berufsaus­ Fachgesetzen auf diese Bestimmungen
weises und die Anwendung des Vor­ Bezug genommen werden. Das dient
warnmechanismus gemäß der Richtlinie der Harmonisierung der Regelungen und
2005/36/EG des Europäischen Parlaments schafft Synergieeffekte, weil gleichlauten­
und des Rates (ABl. EU Nr. L 159 S. 27) de Regelungen in mehreren Berufsfach­
in der jeweils geltenden Fassung sowie gesetzen des Landes durch Verweis auf
gegebenenfalls weiteren Durchführungs­ das NBQFG vermieden werden.
rechtsakten. Der europäische Berufsausweis bietet ein
alternatives Verfahren zur Anerkennung
(4) Zuständige Stelle ist die nach § 8 oder von in anderen EU-Mitgliedsstaaten
§ 13 Abs. 5 für die Anerkennung der erworbenen oder anerkannten Berufs­
entsprechenden ausländischen Berufsqua­ abschlüssen unter Nutzung online-ba­
lifikationen zuständige Stelle. sierter Systeme. Einzelheiten hat die
EU-Kommission in der Durchführungs­
(5) Das jeweilige Fachministerium wird verordnung (EU) 2015/983 vom 24. Juni
ermächtigt, durch Verordnung die in 2015 geregelt. Das gilt insbesondere für
Artikel 4a Abs. 7 der Richtlinie 2005/36/ die Festlegung der Berufe, für die ein
EG genannten Regelungen zu treffen, Berufsausweis ausgestellt werden kann.
93
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Zurzeit sind dies Krankenschwestern und Gerichts des Landes oder einer Behörde
Krankenpfleger für allgemeine Pflege, des Landes oder einer der Aufsicht des
Apothekerinnen bzw. Apotheker (Grund­ Landes unterstehenden juristischen Person
ausbildung), Physiotherapeutinnen und des öffentlichen Rechts die Ausübung
Physiotherapeuten, Bergführerinnen und ihres oder seines landesrechtlich geregel­
Bergführer sowie Immobilienmaklerinnen ten und in Artikel 56a Abs.1 der Richtlinie
und Immobilienmakler. Die EU-Kommis­ 2005/36/EG genannten Berufes ganz oder
sion beabsichtigt, dieses Instrument auch teilweise, auch vorübergehend, untersagt
für weitere Berufe einzuführen. Durch den worden ist oder ihr oder ihm diesbezüg­
Verweis auf das EU-Recht muss keine steti­ liche Beschränkungen auferlegt worden
ge Anpassung des Landesrechts erfolgen. sind, übermittelt die nach Absatz 6 Nr. 2
zuständige Stelle den zuständigen Stellen
Die Herkunftsländer prüfen und bestätigen der anderen Mitgliedstaaten sowie der an­
die von den Antragstellenden ins System deren Bundesländer mittels einer Warnung
eingestellten Dokumente, die aufnehmen­ über das Binnenmarkt-​Informationssystem
den Mitgliedsstaaten prüfen die Gleich­ IMI die in Artikel 56a Abs. 2 der Richtlinie
wertigkeit und stellen den Europäischen 2005/36/EG genannten Daten.
Berufsausweis aus. § 13 a kommt damit
auch für Personen zur Anwendung, die (2) 1 Die Warnung ist auszulösen, sobald
ihre in Deutschland erworbene Berufs­ eine vollziehbare Entscheidung nach Ab­
qualifikation für eine Tätigkeit im Ausland satz 1 vorliegt, spätestens jedoch drei Tage
nutzen wollen. Für diese Personen führt nach deren Erlass.2 In der Warnung hat die
die zuständige Stelle im Inland die vorbe­ nach Absatz 6 Nr. 2 zuständige Stelle auch
reitenden Schritte für das Ausstellen eines das Datum des Ablaufs der Geltungsdauer
Europäischen Berufsausweises durch den der Untersagung oder Beschränkung an­
Aufnahmemitgliedstaat durch. zugeben.3 Gleichzeitig mit der Auslösung
der Warnung teilt die nach Absatz 6 Nr. 2
Die Verordnungsermächtigung in Absatz zuständige Stelle der betroffenen Person
5 gilt nur, soweit die EU-Kommission die schriftlich mit,
Ermächtigung der EU-Berufsanerken­ 1. dass eine Warnung übermittelt wurde
nungsrichtlinie zum Erlass einer unmittel­ und welchen Inhalt sie hat,
bar geltenden EU-Durchführungsverord­ 2. dass sie die Berichtigung der Warnung
nung nicht oder nicht in vollem Umfang verlangen kann,
ausgeschöpft hat. 3. dass im Fall einer zu Unrecht erfolgten
Warnung ein Schadenersatzanspruch
zustehen kann
§ 13b und
Vorwarnmechanismus 4. welcher Rechtsbehelf gegen die War­
(1) Wenn einer oder einem Berufsan­ nung eingelegt werden kann.
gehörigen durch Entscheidung eines 4 Die nach Absatz 6 Nr. 2 zuständige
94
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Stelle unterrichtet die zuständigen des Rates vom 12. Juli 2002 über die
Stellen der anderen Mitgliedstaaten Verarbeitung personenbezogener Daten
und der anderen Bundesländer über und den Schutz der Privatsphäre in der
Änderungen des in Satz 2 genannten elektronischen Kommunikation (Daten­
Datums sowie über Rechtsbehelfe, die schutzrichtlinie für elektronische Kommu­
die betroffene Person gegen die War­ nikation) - ABl. EG Nr. L 201 S. 37; 2013
nung eingelegt hat. 5 Wenn übermit­ Nr. L 241 S. 9 -, zuletzt geändert durch
telte Daten unrichtig werden, sind sie die Richtlinie 2009/136/EG des Europäi­
unverzüglich zu berichtigen oder zu schen Parlaments und des Rates vom 25.
löschen. 6 Spätestens drei Tage nach November 2009 (ABl. EU Nr. L 337
dem Ablauf der Geltungsdauer der S. 11).
Untersagung oder Beschränkung oder
nach der Aufhebung der Entschei­ (5) Das Verfahren richtet sich nach Artikel
dung nach Absatz 1 löscht die nach 56a der Richtlinie 2005/36/EG und der
Absatz 6 Nr. 2 zuständige Stelle die Durchführungsverordnung (EU) 2015/983
Warnung. sowie gegebenenfalls weiteren Durchfüh­
rungsrechtsakten.
(3) 1 Hat jemand die Anerkennung seiner
Berufsqualifikation beantragt und wird (6) Zuständige Stelle ist
nachfolgend von einem Gericht des 1. für die Bearbeitung von eingehenden
Landes festgestellt, dass die Person dabei Warnungen die für die Anerkennung
gefälschte Berufsqualifikationsnachweise der entsprechenden ausländischen
verwendet hat, so übermittelt die nach Berufsqualifikationen nach § 8 oder §
Absatz 6 Nr. 2 zuständige Stelle den 13 Abs. 5 zuständige Stelle,
zuständigen Stellen der anderen Mit­ 2. für die Bearbeitung von ausgehenden
gliedstaaten sowie der anderen Bundes­ Warnungen
länder mittels einer Warnung über das a) in den Fällen nach den A ­ bsätzen 1
Binnenmarkt-​Informationssystem IMI die und 2 die Stelle, die die E­ ntscheidung
Identität dieser Person und den der Ge­ getroffen hat, und
richtsentscheidung zugrunde liegenden b) in den Fällen des Absatzes 3 die durch
Sachverhalt. 2 Die Warnung ist auszulö­ Verordnung nach Absatz 7 bestimmte
sen, sobald die mit Gründen versehene Stelle.
Gerichtsentscheidung vorliegt, spätestens
jedoch nach drei Tagen. 3 Absatz 2 Sätze (7) Das jeweilige Fachministerium wird
3 bis 6 gilt entsprechend. ermächtigt, durch Verordnung die in
Artikel 56a Abs. 8 der Richtlinie 2005/36/
(4) Die Verarbeitung personenbezogener EG genannten Regelungen zu treffen,
Daten nach den Absätzen 1 bis 3 erfolgt soweit die Kommission von ihrer dort
im Einklang mit der Richtlinie 2002/58/ enthaltenen Ermächtigung zum Erlass
EG des Europäischen Parlaments und von Durchführungsrechtsakten keinen
Gebrauch gemacht hat. 95
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Erläuterung regeln. Der Regelungs- und Schutzbedarf


Mit § 13b wird das mit der Änderung der erstreckt sich aber nicht nur auf das
EU-Berufsanerkennungsrichtlinie einge­ jeweilige Ausland als Adressaten und
führte neue Instrument des Vorwarnme­ nicht nur auf Warnungen in Bezug auf
chanismus umgesetzt. Dieses Instrument Personen mit im Ausland erworbenen
ist der Eingriffsverwaltung zuzurechnen. Berufsqualifikationen. Vielmehr muss aus
Aus Gründen der Transparenz und der Gründen der Gleichbehandlung und der
Rechtsklarheit wird deshalb nicht lediglich Sachgerechtigkeit die Regelung so ausge­
auf Artikel 56 a der Richtlinie verwiesen, staltet werden, dass einerseits nicht nur
sondern es werden im NBQFG konkrete die zuständige(n) Stelle(n) der anderen
Regelungen getroffen. Dieses Instrument Mitgliedstaaten, sondern auch jene der
umfasst zurzeit gemäß Artikel 56 a Abs. 1 anderen Bundesländer gewarnt werden
der Richtlinie u. a. viele Gesundheitsberu­ und dass andererseits diese Warnung
fe sowie Erzieherinnen und Erzieher und auch auf Personen Anwendung findet,
Lehrkräfte an öffentlichen Schulen mit die ihre Berufsqualifikation in der Bundes­
Ausnahme des Zweiten Bildungsweges. republik Deutschland erworben haben.
Aufgrund der Vielzahl an Berufen ist eine Deshalb haben die Bundesländer in ihren
generelle Regelung in das NBQFG aufge­ Gesetzen auch die Unterrichtung der
nommen worden, auf die im Fachrecht zuständigen Stellen der jeweils anderen
jeweils Bezug genommen wird. So zum Bundesländer aufgenommen. Die Berufs­
Beispiel in § 35 Abs. 3 des Niedersächsi­ fachgesetze des Bundes haben sich auf
schen Kammergesetzes für die Heilberufe. die Übermittlungspflicht an die anderen
Dadurch findet § 13 b auch für die dort EU-Mitgliedsstaaten beschränkt.
genannten Berufsangehörigen Anwen­
dung. Die Zuständigkeit von Landesbehörden
kann durch Landesrecht getroffen wer­
Weiterhin ist die Regelung im NBQFG den. Demgegenüber muss eine Zustän­
erforderlich, weil die in Artikel 56 a Abs. digkeitsübertragung auf die Gerichte
3 der Richtlinie 2005/36/EG enthaltene grundsätzlich bundeseinheitlich durch
Bestimmung über den Umgang mit Perso­ gesetzliche Regelungen erfolgen. Im Rah­
nen, die versucht haben, sich mithilfe von men der konkurrierenden Gesetzgebung
gefälschten Berufsqualifikationsnachwei­ hat das Land für die landesrechtlich gere­
sen eine Berufsanerkennung zu verschaf­ gelten Verfahren im NBQFG die Zustän­
fen, eine generelle, für alle reglementier­ digkeiten für den Vorwarnmechanismus
ten Berufe geltende Regelung enthält. im § 13 b geregelt, auf den in den jeweili­
gen landesrechtlich geregelten Berufsord­
Die Richtlinie verfolgt den Zweck, vor nungen verwiesen wird. Die Regelung des
bestimmten Personen zu warnen. Als Absatzes 6 Nr. 2 Buchst. a betrifft auch
europäischer Rechtsakt kann die Richtli­ die Zuständigkeit der Strafgerichte. Diese
nie nur zwischenstaatliche Sachverhalte Regelung findet aber nur Anwendung,
96
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

solange der Bund in diesem Bereich nicht (2) Ist partieller Zugang gewährt worden,
abschließend von seiner Gesetzgebungs­ so ist für die Berufstätigkeit die Berufs­
kompetenz Gebrauch gemacht hat. Dies bezeichnung des Herkunftslandes in
ist mit § 9 des Einführungsgesetzes zur deutscher Übersetzung zu führen.
Strafprozessordnung für die Strafgerichts­
barkeit mittlerweile geschehen (Gesetz (3) Das jeweilige Fachministerium wird
zur Umsetzung der Berufsanerkennungs­ ermächtigt, durch Verordnung weitere
richtlinie und zur Änderung weiterer Regelungen zur Umsetzung des Artikels
Vorschriften im Bereich der rechtsbera­ 4f der Richtlinie 2005/36/EG zu treffen.
tenden Berufe vom 12.05.2017). Diese
bundesrechtliche Regelung tritt durch den Erläuterung
Vorrang von Bundesrecht an die Stelle der Mit § 13 c wird Artikel 4 f der Richtlinie
landesrechtlichen Regelung im NBQFG. 2005/36/EG umgesetzt, wonach ein par­
tieller Zugang zu einem reglementierten
Für die Fälle des Absatzes 6 Nr. 2 Buchst. Beruf zu gewähren ist, wenn
b) hat der Bundesgesetzgeber keine •• die berufsangehörige Person im Her­
Regelung getroffen. Das Land hat bislang kunftsmitgliedstaat ohne Einschrän­
die vorgesehene Verordnung noch nicht kung qualifiziert ist, die berufliche
erlassen. Sofern in diesen Fällen die für Tätigkeit auszuüben, für die im
die Anerkennung zuständigen Stellen Aufnahmemitgliedstaat ein partieller
Kenntnis erhalten, sind sie aufgrund der Zugang gewährt wird,
in Bezug genommenen EU-Berufsaner­ •• die Unterschiede zwischen der im
kennungsrichtlinie in Verbindung mit der Herkunftsmitgliedstaat rechtmäßig
Durchführungsverordnung verpflichtet, ausgeübten Berufstätigkeit und dem
die Warnung auszulösen. reglementierten Beruf im Aufnah­
memitgliedstaat so groß sind, dass
die Anwendung von Ausgleichsmaß­
§ 13c nahmen der Anforderung an die den
Partieller Zugang ­Antrag stellende Person gleichkäme,
(1) 1 Wenn die Voraussetzungen des das vollständige Ausbildungspro­
Artikels 4f Abs. 1 der Richtlinie 2005/36/ gramm des Aufnahmemitgliedstaates
EG vorliegen, gewährt die zuständige zu durchlaufen, um Zugang zum
Stelle auf Antrag partiellen Zugang zu kompletten reglementierten Beruf im
einer landesrechtlich reglementierten Aufnahmemitgliedstaat zu erlangen,
Berufstätigkeit. 2 Die zuständige Stelle und
kann den partiellen Zugang unter den •• wenn sich die Berufstätigkeit objektiv
Voraussetzungen des Artikels 4f Abs. 2 von anderen, im Aufnahmemitglied­
der Richtlinie 2005/36/EG verweigern. staat unter den reglementierten Beruf
fallenden Tätigkeiten trennen lässt.

97
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Davon abgesehen kann der partielle Kapitel 3


Zugang gemäß Artikel 4 f Abs. 2 verwei­ Gemeinsame Vorschriften
gert werden, wenn diese Verweigerung
durch zwingende Gründe des Allgemein­ § 14
interesses gerechtfertigt und geeignet ist, Sonstige Verfahren zur Feststellung
die Erreichung des verfolgten Zieles zu der Gleichwertigkeit bei fehlenden
gewährleisten und dabei nicht über dasje­ Nachweisen
nige hinauszugehen, was zur Erreichung (1) 1 Kann die Antragstellerin oder der
dieses Zieles erforderlich ist. Antragsteller die für die Feststellung oder
Bewertung der Gleichwertigkeit erforder­
Für Berufe, in denen die automatische An­ lichen Nachweise nach § 5 Abs. 1, 4 und
erkennung der Berufsqualifikationen nach 5 oder § 12 Abs. 1, 4 und 5 aus von ihr
Titel III Kapitel II, III und III a der Richtlinie oder ihm nicht zu vertretenden Gründen
2005/36/EG gilt, findet Artikel 4 f der nicht oder nur teilweise vorlegen oder ist
Richtlinie 2005/36/EG keine Anwendung. die Vorlage der entsprechenden Unterla­
gen mit einem unangemessenen zeitli­
Umgesetzt wurde die Regelung z.B. für chen und sachlichen Aufwand verbun­
die Erzieherinnen und Erzieher, für die ein den, so stellt die zuständige Stelle die für
partieller Berufszugang nach Altersgrup­ einen Vergleich mit der entsprechenden
pen der betreuten Kinder und Jugendli­ inländischen Berufsbildung maßgeblichen
chen möglich ist. beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten der Antragstellerin oder des
Antragstellers durch sonstige geeignete
Verfahren, die in Einklang mit Artikel
28 Abs. 2 der Richtlinie 2011/95/EU des
Europäischen Parlaments und des Rates
vom 13. Dezember 2011 über Normen
für die Anerkennung von Drittstaatsange­
hörigen oder Staatenlosen als Personen
mit Anspruch auf internationalen Schutz,
für einen einheitlichen Status für Flücht­
linge oder für Personen mit Anrecht auf
subsidiären Schutz und für den Inhalt des
zu gewährenden Schutzes (ABl. EU Nr. L
337 S. 9) stehen, fest. 2 Die Antragstelle­
rin oder der Antragsteller hat die Gründe
glaubhaft zu machen, die einer Vorlage
der entsprechenden Unterlagen entge­
genstehen. 3 Die zuständige Stelle ist
befugt, eine Versicherung an Eides Statt
98 zu verlangen und abzunehmen.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

(2) Sonstige geeignete Verfahren zur den Hinweis auf Artikel 28 Abs. 2 der
Ermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Richtlinie 2011/95/EU wird der Anspruch
Kenntnisse und Fähigkeiten im Sinne konkretisiert.
des Absatzes 1 Satz 1 sind insbesondere
Arbeitsproben, Fachgespräche, prakti­ Absatz 2:
sche und theoretische Prüfungen sowie Zur Konkretisierung wurden in Absatz 2
Gutachten von Sachverständigen. die Worte „Satz 1“ hinzugefügt.

(3) Die Feststellung oder Bewertung § 15


der Gleichwertigkeit nach § 4 oder § 9 Mitwirkungspflichten
erfolgt auf der Grundlage der Ergebnisse (1) Die Antragstellerin oder der Antrag­
der in den Absätzen 1 und 2 vorgesehe­ steller ist verpflichtet, alle für die Feststel­
nen sonstigen Verfahren. lung oder Bewertung der Gleichwertig­
keit notwendigen Unterlagen vorzulegen
Erläuterung sowie alle dazu erforderlichen Auskünfte
Zweck der Regelung ist, dass Antrag­ zu erteilen.
stellende einen Antrag auf Gleichwer­
tigkeit stellen können, auch wenn die (2) 1 Kommt die Antragstellerin oder
erforderlichen Nachweise nicht oder nur der Antragsteller dieser Mitwirkungs­
teilweise vorliegen.13 Dies gilt aber nur, pflicht nicht nach und wird hierdurch die
wenn sie nicht selbst verantwortlich dafür Aufklärung des Sachverhalts erheblich
sind, dass sie die Unterlagen nicht mehr erschwert, so kann die zuständige Stelle
vorlegen können oder wenn die Vorlage ohne weitere Ermittlungen entscheiden.
der Urkunden mit einem unangemesse­ 2
 Dies gilt auch, wenn die Antragstellerin
nen zeitlichen oder sachlichen Aufwand oder der Antragsteller in anderer Weise
verbunden wäre. die Aufklärung des Sachverhalts erheblich
erschwert.
Die Kompetenzen werden in diesen
Fällen durch sonstige geeignete Verfahren (3) Der Antrag darf wegen fehlender Mit­
festgestellt. Die Verfahren werden je nach wirkung nur abgelehnt werden, nachdem
Beruf unterschiedlich sein. die Antragstellerin oder der Antragsteller
auf die Folgen schriftlich hingewiesen
Absatz 1: worden ist und der Mitwirkungspflicht
Das Wort „selbst“ (BQFG) wird im NBQFG nicht innerhalb einer angemessenen Frist
durch die Worte „von ihm oder ihr“ er­ nachgekommen ist.
setzt. Dabei handelt es sich um eine klar­
stellende redaktionelle Änderung. Durch

13
Mit der Regelung werden die Vorgaben der EU- Richtlinie 2011/95/EU in nationales
Recht umgesetzt.
99
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

§ 15a kationen verfügen und die ihren Wohn­


Beratungsanspruch sitz in Niedersachsen haben oder die Ab­
(1) 1 Personen mit im Ausland erworbe­ sicht darlegen, in Niedersachsen beruflich
nen Berufsqualifikationen haben einen tätig werden zu wollen. Der Anspruch ist
Anspruch auf Beratung, wenn sie ihren ebenso wie die Anerkennungsverfahren
Wohnsitz in Niedersachsen haben oder nicht abhängig von einem Aufenthaltssta­
die Absicht darlegen, in Niedersachsen tus. Die Beratung kann unter den Voraus­
eine ihrer im Ausland erworbenen Berufs­ setzungen des Absatzes 1 auch aus dem
qualifikation entsprechende Erwerbstätig­ Ausland heraus in Anspruch genommen
keit ausüben zu wollen. 2 Der Anspruch werden. Die Beratung ist grundsätzlich
gilt auch als erfüllt, wenn die Person in kostenlos. Derzeit besteht mit dem IQ
Niedersachsen Beratung nach Maßgabe Netzwerk Niedersachsen ein flächende­
der Absätze 2 und 3 von einer Stelle ckendes Beratungsangebot im Sinne des
außerhalb der Landesverwaltung erhalten § 15 a. Einen Beratungsanspruch haben
kann. auch die Bundesländer Berlin, Bremen,
Hessen und Sachsen-Anhalt in ihr Aner­
(2) 1 Der Anspruch nach Absatz 1 umfasst kennungsgesetz aufgenommen.
die Beratung über die Festlegung des
Referenzberufes und die für diesen zu­ Der Beratungsanspruch bezieht sich so­
ständige Stelle sowie allgemeine Hinweise wohl auf bundes- als auch landesrechtlich
zu den Voraussetzungen der Gleichwer­ geregelte Berufe. Angestrebt wird die Be­
tigkeit, zu den vorzulegenden Unterla­ ratung aus einer Hand, um zu vermeiden,
gen, zum Verfahren sowie zu Möglich­ antragstellende Personen von einer Stelle
keiten, Qualifizierungsmaßnahmen oder zur nächsten weiter zu verweisen.
Ausgleichsmaßnahmen zu absolvieren.
2
 Der Anspruch bezieht sich sowohl auf
bundes- als auch auf landesrechtlich § 16
geregelte Berufe. Rechtsweg
Für Streitigkeiten nach diesem Gesetz ist
(3) Den Anspruch nach Absatz 1 erfüllen der Verwaltungsrechtsweg gegeben.
nur Stellen, die organisatorisch und per­
sonell unabhängig von den Stellen sind,
die über die Feststellung der Gleichwer­
tigkeit ausländischer Berufsqualifikationen
oder deren Anerkennung entscheiden.

Erläuterung
Der neue Anspruch auf unabhängige
Beratung wird Personen eingeräumt, die
über im Ausland erworbene Berufsqualifi­
100
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Teil 3 ­Entscheidungen darüber.


Schlussvorschriften
(3) Hilfsmerkmale sind:
§ 17 1. Name und Anschrift der Auskunfts­
Statistik pflichtigen,
(1) Über die Verfahren zur Feststellung 2. Name und Telefonnummer sowie
oder Bewertung der Gleichwertigkeit Adresse für elektronische Post der für
nach diesem Gesetz und nach anderen Rückfragen zur Verfügung stehenden
berufsrechtlichen Gesetzen und Verord­ Person.
nungen des Landes wird eine Landessta­
tistik durchgeführt. (4) 1 Für die Erhebung besteht Auskunfts­
pflicht. 2 Die Angaben nach Absatz 3
(2) Die Statistik erfasst jährlich für das Nr. 2 sind freiwillig. 3 Auskunftspflichtig
vorausgegangene Kalenderjahr folgende sind die nach diesem Gesetz und nach
Erhebungsmerkmale: anderen berufsrechtlichen Gesetzen und
1. Staatsangehörigkeit, Geschlecht, Verordnungen des Landes für die Verfah­
Wohnort der Antragstellerin oder des ren zur Feststellung oder Bewertung der
Antragstellers, Datum der Antragstel­ Gleichwertigkeit zuständigen Stellen.
lung,
2. Ausbildungsstaat, landesrechtlich (5) 1 Die Angaben sind elektronisch an die
geregelter Referenzberuf oder lan­ Landesstatistikbehörde zu ­übermitteln.
desrechtlich geregelte Referenzausbil­ 2
 Die Landesstatistikbehörde darf die ihr
dung, seit dem 19. Dezember 2012 übermittel­
3. Datum der Entscheidung, Gegenstand ten Daten an das Statistische Bundesamt
und Art der Entscheidung, zur Erstellung einer koordinierten Länd­
4. Meldungen und Entscheidungen erstatistik und an die statistischen Ämter
betreffend die Dienstleistungsfreiheit der Länder zur Erstellung länderübergrei­
nach Artikel 7 Abs. 1 und 4 der Richt­ fender Regionalstatistiken übermitteln.
linie 2005/36/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 7. (6) Die Landesregierung wird ermächtigt,
September 2005 über die Anerken­ durch Verordnung
nung von Berufsqualifikationen (ABl. 1. die Erhebung einzelner Merkmale
EU Nr. L 255 S. 22; 2007 Nr. L 271 S. auszusetzen, die Periodizität zu ver­
18; 2008 Nr. L 93 S. 28; 2009 Nr. L längern und den Kreis der Auskunfts­
33 S. 49), zuletzt geändert durch die pflichtigen einzuschränken, wenn
Verordnung (EU) Nr. 623/2012 der die Ergebnisse nicht mehr oder nicht
Kommission vom 11. Juli 2012 (ABl. mehr in der ursprünglich vorgesehe­
EU Nr. L 180 S. 9), in ihrer jeweils nen Ausführlichkeit oder Häufigkeit
geltenden Fassung, benötigt werden,
5. eingelegte Rechtsbehelfe und 2. einzelne neue Merkmale e­ inzuführen,
101
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

wenn dies zur Deckung eines dieses Gesetzes. 2 Um einen Vergleich
geänderten Bedarfs für den in § 1 der Bundesländer zu ermöglichen, ist die
genannten Zweck erforderlich ist Evaluation so durchzuführen, dass das
und durch gleichzeitige Aussetzung Ergebnis spätestens am 31. Dezember
anderer Merkmale eine Erweiterung 2019 vorliegt. 3 Die Evaluation soll auch
des Erhebungsumfangs vermieden die Durchführung und Wirksamkeit der
wird, wobei Merkmale, die besondere Verfahren zur Anerkennung ausländischer
Arten personenbezogener Daten nach Berufsqualifikationen durch die Bundes­
§ 3 Abs. 9 des Bundesdatenschutz­ länder, sowohl bezogen auf landes- als
gesetzes betreffen, nicht eingeführt auch auf bundesrechtlich geregelte
werden dürfen, Berufe, umfassen. 4 Sie soll auch die
3. die Erhebung von Merkmalen anzu­ Entwicklung des Anerkennungsprozesses
ordnen, soweit dies zur Umsetzung berücksichtigen.
oder Durchführung von Rechtsakten
der Europäischen Union erforderlich (2) Über das Ergebnis ist dem Landtag zu
ist. berichten.

(7) 1 Die Landesstatistikbehörde darf die § 19


ihr seit dem 19. Dezember 2012 übermit­ Beleihung
telten Daten an oberste Landesbehörden 1
 Die Landesregierung wird ermächtigt,
in Tabellenform übermitteln, auch wenn durch Verordnung die Aufgaben nach
Tabellenfelder nur einen einzigen Fall aus­ dem Berufsqualifikationsfeststellungsge­
weisen. 2 Die obersten Landesbehörden setz (BQFG) in Bezug auf nicht reglemen­
dürfen die ihnen übermittelten Daten nur tierte Berufe, die von § 8 Abs. 1 BQFG
1. dem Landtag, dem Bundestag und nicht erfasst sind, auf juristische Personen
dem Bundesrat für Zwecke der konti­ des Privatrechts mit deren Einverständnis
nuierlichen Beobachtung und Evalua­ zu übertragen, wenn die Beleihung im
tion der Verfahren zur Feststellung der öffentlichen Interesse liegt und die Belie­
Gleichwertigkeit nach diesem Gesetz hene die Gewähr für eine sachgerechte
und den anderen berufsrechtlichen Erfüllung der Aufgaben bietet. 2 Die
Rechtsvorschriften des Landes über­ Beliehenen handeln im eigenen Namen
mitteln sowie und können sich der Handlungsformen
2. für Planungszwecke, jedoch nicht für des öffentlichen Rechts bedienen. 3 Sie
die Regelung von Einzelfällen, nutzen. unterliegen der Fachaufsicht des jeweili­
gen Fachministeriums. 4 Dieses kann die
§ 18 Aufsicht auf nachgeordnete Landesbehör­
Evaluation und Bericht den übertragen.
(1) 1 Auf der Grundlage der Statistik nach
§ 17 Abs. 1 evaluiert die Landesregie­
rung Anwendung und Auswirkungen
102
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

6. Die nach niedersächsischem •• Ingenieur/-in beratende/-r (Führung


­Landesrecht geregelten Berufe der Berufsbezeichnung)*
•• Innenarchitekt/-in (Führung der
Übersicht der Berufe/Berufsgruppen ­Berufsbezeichnung)*
in Landeszuständigkeit •• Kaufmännische/-r Assistent/-in (staat­
•• Agrarwirtschaftlich-technische/-r Assis­ lich geprüfte/-r)
tent/-in (staatlich geprüfte/-r) •• Kindheitspädagoge/-in (B.A.) (staatlich
•• Architekt/-in (Führung der Berufsbe­ anerkannte/-r) *
zeichnung)* •• Kosmetiker/-in (staatlich geprüfte/-r)
•• Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/-in •• Landschaftsarchitekt/-in (Führung der
(staatlich geprüfte/-r) Berufsbezeichnung)*
•• Ausbildungen, die eine Befähigung •• Lebensmittelchemiker/-in (staatlich
für eine in Niedersachsen eingerich­ geprüfte/-r) (Führung der Berufsbe­
tete Laufbahn vermitteln und damit zeichnung)
Grundlage für die Begründung eines •• Lehrer/-in*
Beamtenverhältnisses sind* •• Markscheider/-in (anerkannte/-r)*
•• Betriebswirt/-in (staatlich geprüfte/-r) •• Pflegeassistent/-in (staatlich
•• Bewährungshelfer/-in* ­geprüfte/-r)
•• Biologisch-technische/-r Assistent/-in •• Rettungssanitäter/-in*
(staatlich geprüfte/-r) •• Schichtführer/-in (staatlich geprüfte/-r)
•• Chemisch-technische/-r Assistent/-in •• Schiffsbetriebstechnische/-r Assis­
(staatlich geprüfte/-r) tent/-in (staatlich geprüfte/-r)
•• Elektro-technische/-r Assistent/-in •• Sozialarbeiter/-in (B.A.) (staatlich
(staatlich geprüfte/-r) anerkannte/-r)*
•• Erzieher/-in (staatlich anerkannte/-r)* •• Sozialassistent/-in (staatlich geprüf­
•• Gestalter/-in (staatlich geprüfte/-r) te/-r), Schwerpunkt Persönliche
•• Gestaltungstechnische/-r Assistent/-in Assistenz
(staatlich geprüfte/-r) •• Sozialpädagogischer Assistent/-in
•• Hauswirtschaftliche/-r Betriebsleiter/-in (staatlich geprüfte/-r) *
(staatlich geprüfte/-r) •• Sozialpädagogin/Sozialpädagoge (B.A.)
•• Heilerziehungspfleger/-in (staatlich (staatlich anerkannte/-r)*
anerkannte/-r)* •• Stadtplaner/-in (Führung der Berufsbe­
•• Heilpädagogin/Heilpädagoge (B.A.) zeichnung)*
(staatlich anerkannte/-r)* •• Straßenwärter/-in*
•• Heilpädagogin/Heilpädagoge (staatlich •• Techniker/-in (staatlich geprüfte/-r)
anerkannte/-r)* •• Umweltschutz-technische/-r Assis­
•• Informatiker/-in (staatlich geprüfte/-r) tent/-in (staatlich geprüfte/-r)
•• Informationstechnische/-r Assistent/-in •• Verkaufsleiter/-in (staatlich geprüfte/-r)
(staatlich geprüfte/-r) •• Weiterbildungen nach dem Kam­
•• Ingenieur/-in (Führung der Berufsbe­ mergesetz für Heilberufe (im Arzt-,
zeichnung)* 103
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Zahnarzt-, Tierarzt-, Apotheker- und darüber, unter welchen Voraussetzungen


Psychotherapeutenberuf)* sie einen Förderantrag stellen können und
•• Weiterbildungen zur/zum * in welcher Höhe sie mit einer finanziellen
• Fachkraft für Intensiv- und Förderung rechnen können.
­Anästhesiepflege
• Fachkraft für onkologische Pflege Folgende Kostenarten können im Rahmen
• Fachkraft für psychiatrische Pflege des gesamten Verfahrens entstehen:
• Fachkraft für operative und endos­ •• Verfahrenskosten: Dazu gehören die
kopische Pflege eigentlichen Gebühren und even­
• Fachkraft für Hygiene in der Pflege tuelle Auslagen der Behörde (z.B.
• Fachkraft für Leitungsaufgaben in für erforderliche Gutachten). Dazu
der Pflege gehören aber auch die Auslagen, die
• Fachkraft für sozialpsychiatrische die Antragstellenden haben, bei­
Betreuung spielsweise für die Übersetzung oder
• Pflegedienstleiter/-in Beglaubigung der Unterlagen, die sie
• Fachkraft Frühe Hilfen- Familien­ einreichen.
hebamme/Fachkraft Frühe Hilfen- •• Kosten der Ausgleichsmaßnahme
Familienentbindungspfleger (reglementierte Berufe) oder Qualifizie­
• Fachkraft Frühe Hilfen- Famili­ rungsmaßnahme (nicht reglementierte
en- Gesundheits- und Kinder­ Berufe): Ergebnis einer Gleichwer­
krankenpflegerin/ Fachkraft Frühe tigkeitsprüfung kann sein, dass die
Hilfen- Familien- Gesundheits- und antragstellende Person zunächst noch
Kinderkrankenpfleger eine Ausgleichsmaßnahme oder Quali­
•• Wirtschafter/-in (staatlich geprüfte/-r) fizierungsmaßnahme absolvieren muss
(bei nicht reglementierten Berufen
*reglementierte Berufe nur, soweit die Feststellung der vollen
Gleichwertigkeit angestrebt wird), um
fehlende Kompetenzen auszugleichen.
7. Fördermöglichkeiten im Rahmen In diesem Fall können Kosten für die
des Anerkennungsverfahrens Teilnahme an der Ausgleichsmaßnah­
me oder Qualifizierungsmaßnahme
7.1 Kostenarten entstehen.
Vom Antrag auf Feststellung der •• Kosten für den Lebensunterhalt
Gleichwertigkeit bis zum erfolgreichen während einer Ausgleichsmaßnahme/
Abschluss einer etwaigen Ausgleichs­ Qualifizierungsmaßnahme für die
maßnahme können erhebliche Kosten teilnehmende Person und ggf. ihrer
entstehen. Für potentielle Antragsteller Familien.
und Antragstellerinnen ist es wichtig zu Es sind unterschiedliche Ausgleichsmaß­
wissen, mit welchen Kosten sie rechnen nahmen denkbar:
müssen. Sie brauchen Informationen
104
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

•• In Frage kommt die Teilnahme an Es gelten dann die üblichen gesetzlichen


einer Maßnahme zur beruflichen Voraussetzungen nach dem SGB II bzw.
Eingliederung bzw. Weiterbildung. SGB III. Folgende Punkte sind bei den
Es kann sich dabei sowohl um im Folgenden aufgeführten Leistungen
eine Qualifizierungsmaßnahme von Jobcenter bzw. Agentur für Arbeit
eines Bildungsträgers als auch um wichtig:
Praxiszeiten im Betrieb handeln, •• Es handelt sich bei der Gewährung von
in denen Anerkennung suchende finanziellen Hilfen um Einzelfallent­
Personen unter Aufsicht einer im scheidungen. Die Leistungen sind Er­
betreffenden Beruf tätigen Person messensleistungen. Die Behörde muss
berufstätig werden und sich von nach dem pflichtgemäßen Ermessen
dort bescheinigen lassen, dass sie entscheiden.
über die erforderlichen Kenntnisse •• Bei der Ermessenausübung ist folgen­
verfügen. der Gesichtspunkt entscheidend: Die
•• Es kann sich in Einzelfällen um eine Integrations-/ Vermittlungsfachkraft
Aufstiegsfortbildung handeln. schätzt die ausbildungsadäquaten
•• Bei Antragstellenden mit Hoch­ Integrationschancen in den deutschen
schulabschluss ist eventuell eine Arbeitsmarkt auf Grundlage der im
Studienleistung erforderlich. Ausland erworbenen Qualifikation
(mit/ohne Anerkennung) ein und prüft,
inwieweit die formale Feststellung der
7.2 Fördermöglichkeiten Gleichwertigkeit die berufsadäquaten
Die Fördermöglichkeiten sind unterschied­ Arbeitsmarktchancen erhöht.14
lich, je nachdem, um welche Art der •• BAföG hat Vorrang vor SGB II: Wer
Ausgleichsmaßnahme es sich handelt. dem Grunde nach BAföG-berechtigt
ist, kann ggf. nur aufstockende Ar­
7.2.1 Maßnahmen zur beruflichen beitslosengeld II-Leistungen erhalten.
Eingliederung bzw. Weiterbildung – •• Achtung: Die Teilnahme an Qualifi­
SGB II und III zierungsmaßnahmen kann von der
Bei der Teilnahme an Maßnahmen zur Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter
beruflichen Eingliederung bzw. Weiterbil­ nur dann gefördert werden, wenn sie
dung kommt eine Förderung nach SGB II nach AZAV (Akkreditierungs- und Zu­
oder III in Betracht. Ein Antrag muss bei lassungsverordnung Arbeitsförderung)
dem zuständigen Jobcenter oder bei der zertifiziert sind. Wenn die Qualifizie­
zuständigen Agentur für Arbeit gestellt rungsmaßnahmen nicht nach AZAV
werden. (Akkreditierungs- und Zulassungsver­
ordnung Arbeitsförderung) zertifiziert

14
Vgl. Arbeitshilfe der Bundesagentur für Arbeit zur Anerkennung ausländischer
Berufsabschlüsse vom 08. Mai 2017
105
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

sind, kann auch der Lebensunterhalt • Förderung der beruflichen Weiter­


des Antragstellenden und seiner Fa­ bildung (FbW)
milie nicht von der Agentur für Arbeit • Eingliederungszuschuss
oder dem Jobcenter gefördert werden. • Maßnahmen bei einem Arbeitgeber
•• Ratsam ist es, sich vor einer Antragstel­ (MAG)
lung zur Feststellung der Berufsquali­ • Maßnahmen bei einem Träger
fikation nach den Aussichten für eine (MAT).
Förderung zu erkundigen!
Hinsichtlich der Kosten für den Lebens­
Die Bundesagentur für Arbeit führt unterhalt während einer Maßnahme
­Folgendes aus:15 (Ausgleichsmaßnahme) gilt: Für die
•• Das den Integrations- und Vermitt­ Empfängerinnen und Empfänger von
lungsfachkräften grundsätzlich zur Arbeitslosengeld II bzw. I gelten für
Verfügung stehende Förderinstrumen­ den Leistungsanspruch die gesetzlichen
tarium zur Förderung der Eingliede­ Voraussetzungen nach dem SGB II bzw.
rung in Arbeit kann dazu beitragen, SGB III.
das Anerkennungsverfahren des
Bundes und die Verfahren nach den 7.2.2 Aufstiegsfortbildung als Aus-
Anerkennungsgesetzen der Länder gleichsmaßnahme - Aufstiegs-BAföG
erfolgreich abzuschließen, soweit die Eine Förderung im Rahmen des Auf­
jeweiligen Fördervoraussetzungen stiegs-BAföG kommt für Anerkennungs­
vorliegen. Die Vermittlungs- und verfahren nur in Ausnahmefällen in
Integrationsfachkraft prüft den Einsatz Betracht.
des individuell passenden Förderinst­
ruments im Hinblick auf das Ziel der Denkbar ist folgender Fall: Ein ausländi­
Hinführung zum Arbeitsmarkt und der scher Bildungsabschluss ist gleichwertig
Eingliederung in den Arbeitsmarkt. mit einer Ausbildung in einem deutschen
•• Das Vermittlungsbudget kann zur Ausbildungsberuf. Er enthält jedoch
Förderung des Verfahrens zur Aner­ Ausbildungsbestandteile, die über die An­
kennung ausländischer Berufsqualifi­ forderungen des deutschen Ausbildungs­
kationen eingesetzt werden. berufs hinausgehen. Im Vergleich zum
•• Insbesondere im Rahmen folgender entsprechenden Meisterberuf bestehen
Instrumente können berufliche Kennt­ allerdings noch Defizite.
nisse und Berufserfahrung erworben
werden, die für die volle Gleichwer­ Wenn der Meisterberuf in diesen Fällen
tigkeit oder Berufszulassung hilfreich als Referenzberuf genommen wird, dann
oder notwendig sind: müssen diese Defizite ausgeglichen

15
Arbeitshilfe der Bundesagentur für Arbeit (s. Fußnote 14) mit Verlinkungen auf
Weisungen zu den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten
106
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

werden, bevor die Gleichwertigkeit fest­ 7.2.3 Förderung der beruflichen


gestellt werden kann. Die dafür erfor­ ­Weiterbildung für Beschäftigte
derliche Ausgleichsmaßnahme kann bei Sofern im Ergebnis einer Gleichwertig­
Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen keitsprüfung festgestellt wird, dass die
über Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Antragstellerin oder der Antragsteller
Für das Aufstiegs-BAföG gibt es keine zunächst noch eine Ausgleichsmaßnahme
Altersgrenze. absolvieren muss, kann für Beschäftigte
von Unternehmen mit Betriebssitz in
Im Rahmen des Aufstiegs-BAföG werden Niedersachsen eine Förderung nach dem
die tatsächlich anfallenden Lehrgangs- ESF-Förderprogramm „Weiterbildung in
und Prüfungsgebühren bis zu einem Niedersachsen“ in Betracht kommen.
Höchstbetrag gefördert. Die Förderung
besteht aus zwei Teilen, einem nicht Die Förderung erfolgt auf Antrag des
rückzahlbaren Zuschuss und einem Darle­ Arbeitgebers für berufliche individuel­
hensanteil. le Weiterbildungen, in deren Rahmen
allgemein am Arbeitsmarkt verwertbare
Zuständige Behörde in Niedersachsen: Qualifikationen erworben werden.
Investitions- und Förderbank
­Niedersachsen (NBank) Die Förderung beträgt für die Unterneh­
Günther-Wagner-Allee 12-16 men bis zu 50 Prozent der zuwendungs­
30177 Hannover fähigen Weiterbildungsausgaben. Sofern
Telefon: 0511 30031-0 die Weiterbildung unter Freistellung
Telefax: 0511 30031-300 der betreffenden Beschäftigten erfolgt,
Homepage: http://www.nbank.de.  können zur Kofinanzierung anteilig
auch Freistellungsausgaben angerechnet
werden. 107
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Nähere Informationen zum Programm lich hingewiesen, da sie auch bei einer
„Weiterbildung in Niedersachsen“ erhal­ Anpassungsqualifizierung eine Förderung
ten Sie unter: http://www.nbank.de. ermöglichen können.

7.2.4 BMBF-Programm „Bildungsprä- BAföG:


mie“ für Erwerbstätige Beim Besuch einer Hochschule zur Erbrin­
Zur Förderung der beruflichen Weiter­ gung einzelner Studienleistungen kann
bildung für Einzelpersonen kommt bei bei Vorliegen der Voraussetzungen ein
Qualifizierungsvorhaben ggf. auch das BAföG-Anspruch bestehen. Studienge­
Programm des Bundesministeriums für bühren sind im Rahmen des BAföG nicht
Bildung und Forschung (BMBF) „Bildungs­ förderfähig.
prämie“ in Betracht. Die Förderung
richtet sich an Erwerbstätige mit einem Zuständige Stelle ist
Einkommen bis 20.000 Euro (bei Verhei­ •• für Schülerinnen und Schüler das
rateten: 40.000 Euro) und kann bei einem BAföG-Amt beim Landkreis oder der
Fördersatz von 50 % bis zu 500 Euro kreisfreien Stadt,
ausmachen. Nähere Infos unter: http:// •• für Studierende das Studierendenwerk,
www.bildungspraemie.info. das für die Hochschule zuständig ist.

7.2.5 Studienleistungen als Anpas- Garantiefonds Hochschule:


sungsqualifizierung – BAföG, Garan- Zielgruppe der Förderung sind: Spätaus­
tiefonds Hochschule siedlerinnen und -aussiedler, jüdische
Soweit eine Anpassungsqualifizierung Immigrantinnen und Immigranten und
durch Studienleistungen erbracht werden sogenannte GFK-Flüchtlinge, die noch
kann, kommen unterschiedliche Förder­ nicht 30 Jahre alt sind. GFK-Flüchtlin­
möglichkeiten in Betracht. Im Folgenden gen oder auch Konventionsflüchtlingen
wird auf das einschlägige Gesetz und ein wurde aufgrund der Genfer Flüchtlings­
Programm hingewiesen: das Bundesaus­ konvention (GFK) der rechtliche Status
bildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie eines Flüchtlings zuerkannt. Im Rahmen
der Garantiefonds Hochschule. des Garantiefonds Hochschule können
akademische Praktika oder ein Teilstudi­
Da das BAföG und die beiden Programme um bzw. studienergänzende Maßnahmen
in ihrem Anwendungsbereich weit über als Anpassungsqualifizierung förderfähig
die Förderung von Studienleistungen im sein.
Rahmen eines Anerkennungsverfahrens
hinausgehen, sind sie im Orientierungs­ 7.2.6 Anerkennungszuschuss des
leitfaden unter Teil I, Kapitel 2.4 als Bundes
Fördermöglichkeiten für Schulbesuch und Siehe Seite 71.
Studium dargestellt. An dieser Stelle wird
auf die Fördermöglichkeiten daher ledig­
108
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

7.3 Förderung des Spracherwerbs Grundlage für die berufsbezogene


Im Rahmen der Gleichwertigkeitsprü­ Deutschsprachförderung ist die Verord­
fung erfolgt zwar keine Überprüfung der nung über die berufsbezogene Deutsch­
Sprachkenntnisse. Gleichwohl müssen sprachförderung, kurz DeuFöV. Sämtliche
Antragstellende, die eine Anerkennung Informationen des Bundesprogramms
bei reglementierten Berufen beantragen, zur berufsbezogenen Sprachförderung
über die Sprachkenntnisse verfügen, die finden Sie unter: http://www.bamf.de/
für die Ausübung ihrer Berufstätigkeit DE/Willkommen/DeutschLernen/Deutsch-
erforderlich sind (EU Richtlinie 2005/36/ Beruf/Bundesprogramm-45a/bundespro-
EG). Fachgesetzlich geregelt ist dies bei­ gramm-45a-node.html. Entsprechende
spielsweise für Gesundheitsberufe. Info-Flyer gibt es in 14 verschiedenen
Sprachen.
Für entsprechende Sprachkurse gibt es
die Möglichkeit der Teilnahme an einem
Kurs zur berufsbezogenen Deutsch­ 8. Die Berufe
sprachförderung für Menschen mit
Zuwanderungsgeschichte. Die Kurse sind 8.1 Die Struktur der Berufe
Teil der Sprachförderung des Bundes Es gibt eine Vielzahl von Berufen. Diese
im „Gesamtprogramm Sprache“ und können nach ganz unterschiedlichen
werden vom Bundesamt für Migration Kriterien gegliedert werden. In Kapitel 8
und Flüchtlinge (BAMF) umgesetzt. Die werden die Berufe unter dem Aspekt der
berufsbezogene Sprachförderung baut Anerkennung ausländischer Berufsab­
unmittelbar auf den Integrationskursen schlüsse betrachtet. Danach können die
auf. Sie dienen dem fortgeschrittenen Berufe in drei Gruppen unterteilt werden:
Spracherwerb, um die Chancen auf bundesgesetzlich geregelte Berufe,
dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu landesgesetzlich geregelte Berufe und
verbessern. Die Teilnahme setzt in der Berufe, die weder bundesgesetzlich noch
Regel ausreichende deutsche Sprach­ landesgesetzlich geregelt sind.
kenntnisse entsprechend dem Niveau B 1
des Gemeinsamen Europäischen Refe­ 1. Das Anerkennungsgesetz des Bundes
renzrahmens (GER) voraus. Für Personen, trifft Regelungen für diejenigen
die dieses Sprachniveau trotz Teilnahme Berufe, die bundesrechtlich geregelt
am Integrationskurs noch nicht erreicht sind. Die bundesrechtlich geregelten
haben, gibt es sogenannte Spezialmo­ Berufe unterteilen sich in nicht regle­
dule. Auch für Interessierte, die sich mentierte und reglementierte Berufe.
bereits in einem Beschäftigungsverhältnis Für die Gleichwertigkeitsprüfung bei
befinden, werden Spezialmodule ange­ nicht reglementierten Berufen gilt
boten, soweit noch keine ausreichenden das BQFG, insbesondere die §§ 4 bis
Sprachkenntnisse für die Bewältigung des 8, z.B. sämtliche Ausbildungsberufe
Arbeitsalltags vorhanden sind. des Berufsbildungsgesetzes. Für die
109
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

reglementierten Berufe gilt Folgendes: rechtlich geregelt. Für diese Berufs­


Soweit spezialgesetzliche berufsrecht­ gruppe gibt es keinen Rechtsanspruch
liche Vorschriften des Bundes beste­ auf eine Gleichwertigkeitsprüfung.
hen, gelten diese vorrangig (Beispiel: Hier lassen sich wiederum drei Grup­
Bundes-Ärzteordnung). Wenn es pen unterscheiden:
keine spezialgesetzlichen Vorschriften a. Hochschulabschlüsse, soweit sie zu
gibt, dann gilt das BQFG, insbesonde­ einem nicht reglementierten Beruf
re die §§ 9 bis 13c. führen:16
Bei diesen Hochschulabschlüssen
2. Das Niedersächsische Anerkennungs­ kann zwar keine Gleichwertig­
gesetz trifft Regelungen für diejenigen keitsprüfung nach den Anerken­
Berufe, die landesrechtlich geregelt nungsgesetzen erfolgen. Aber es
sind. Die landesrechtlich geregelten kann eine Zeugnisbewertung durch
Berufe unterteilen sich in nicht regle­ die Zentralstelle für ausländisches
mentierte und reglementierte Berufe. Bildungswesen (ZAB) beantragt
Für die Gleichwertigkeitsprüfung bei werden. Eine Zeugnisbewertung
nicht reglementierten Berufen gilt das der ZAB soll den Zugang zum
NBQFG, insbesondere die §§ 4 bis deutschen Arbeitsmarkt mit einer
8, so beispielsweise für die meisten ausländischen Hochschulqualifikati­
schulischen Berufe der Verordnung on erleichtern. Sie ist eine verglei­
über berufsbildende Schulen (BbS- chende Einstufung, nicht jedoch
VO). Für die reglementierten Berufe eine Anerkennung.17 Die Zeugnis­
gilt Folgendes: Soweit spezialgesetzli­ bewertung kann die Chancen am
che berufsrechtliche Vorschriften des Arbeitsmarkt spürbar erhöhen, weil
Landes bestehen, gelten diese vorran­ Arbeitgeber aus der Zeugnisbewer­
gig (Beispiele: Nds. Ingenieurgesetz, tung Informationen über die vor­
Nds. Hochschulgesetz). Wenn es keine handenen Kompetenzen erhalten.
spezialgesetzlichen Vorschriften gibt, Beispiele für diese Berufsgruppen
dann gilt das NBQFG, insbesondere sind: Soziologe/-in, Biologe/-in, The­
die §§ 9 – 13c (Beispiele: Erzieher/-in­ aterwissenschaftler/-in. Siehe auch
nen, Lehrer/-innen). Teil I Punkt 2.5.

3. Die dritte Kategorie von Berufen ist b. Kirchenrechtlich geregelte Berufe:


weder landesrechtlich noch bundes­ Für kirchenrechtlich geregelte

16
Auf Hochschulabschlüsse, die zu einem reglementierten Beruf führen, finden die
Anerkennungsgesetze Anwendung.

17
https://www.kmk.org/service/anerkennung-auslaendischer-abschluesse/zeugnisbe­
wertung-fuer-auslaendische-hochschulqualifikationen.html
110
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Berufe gibt es keinen Anspruch auf 8.2 Wie finde ich die zuständige
eine Gleichwertigkeitsprüfung nach Stelle?
den Anerkennungsgesetzen. Bei­ Zuständige Stelle ist diejenige Einrichtung
spiele für diese Berufsgruppe sind: oder Behörde, die aufgrund eines Geset­
Pastor/-in, Priester/-in, Diakon/-in, zes oder einer Verordnung berechtigt und
Gemeindereferent/-in. verpflichtet ist, eine Gleichwertigkeitsprü­
Achtung: Religionslehrer/-in oder fung durchzuführen und einen Bescheid
Erzieher/-in einer Kita in kirchlicher zu erlassen. Es gibt verschiedene Wege,
Trägerschaft sind landesrechtlich um die zuständige Stelle zu finden:
geregelte Berufe. •• Sie können sie mit Hilfe des Orientie­
rungsleitfadens suchen,
c. Sonstige Berufe, die nicht rechtlich •• Sie können persönlich eine Anerken­
geregelt sind: nungsberatungsstelle aufsuchen,
Dabei handelt es sich um Berufe, •• Sie können sich telefonisch bei der
die nicht gesetzlich geregelt sind, BAMF-Hotline beraten lassen,
wie z. B. Wirt/-in, Schauspieler/-in, •• Sie können im Internet die zuständige
Clown/-in. Eine Gleichwertigkeits­ Stelle recherchieren.
prüfung gibt es bei diesen Berufen
nicht. Auf jeden Fall ist der erste Schritt die
Auswahl und Entscheidung für einen
deutschen Beruf, der mit Ihrem auslän­
dischen Berufsabschluss vergleichbar ist.
Dieser Beruf heißt Referenzberuf.

111
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

1. Orientierungsleitfaden: Im Kapitel 8.3 Referenzberuf haben oder eventuell eine


finden Sie eine umfangreiche Liste mit Beratung über berufliche Alternativen
Berufen von A bis Z. In dieser Liste sind zur Anerkennung bzw. Gleichwertig­
Berufe der oben genannten Gruppen 1 keitsprüfung benötigen, dann lassen
und 2 enthalten, also Berufe, für die ein Sie sich am besten persönlich bei einer
Rechtsanspruch auf eine Gleichwertig­ Anerkennungsberatungsstelle beraten.
keitsprüfung besteht. In Kapitel 8.4 sind Beispielsweise könnten Sie sich an die
dieselben Berufe Berufsgruppen zuge­ Anerkennungs- und Qualifizierungsbera­
ordnet. In den Berufsgruppen sind die für tungsstellen des IQ Netzwerkes Nieder­
die jeweiligen Berufe zuständigen Stellen sachsen wenden. Auf der Website des IQ
aufgeführt. Hinter jedem Beruf in der Netzwerkes Niedersachsen finden Sie die
A bis Z-Liste ist aufgeführt, auf welcher nächst gelegene Beratungsstelle: http://
Seite die für den Beruf zuständige Stelle migrationsportal.de/projekte-partner/an-
genannt ist. So können Sie ganz einfach erkennungs-und-qualifizierungsberatung.
ausgehend von der A bis Z-Liste anhand
der Zuordnung die zu Ihrem Referenzbe­ 3. Telefonische Beratung bei der
ruf gehörende zuständige Stelle in den BAMF-Hotline:
Berufsgruppen finden. Insbesondere wenn Sie aus dem Aus­
land anrufen oder auf Englisch beraten
2. Persönliche Beratung bei einer Bera- werden möchten, rufen Sie am besten
tungsstelle: Wenn Sie z.B. Fragen zum diese Hotline an. Die Telefonhotline des

112
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Bundesamtes für Migration und Flücht­


linge (BAMF) beantwortet Fragen zur
beruflichen Anerkennung ausländischer
Abschlüsse. Auskunft erhalten Sie von
Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00
Uhr unter folgender Telefonnummer:

Ausland: 0049 (0)30 1815-1111,


Inland: 030 1815-1111.

4. Internetrecherche:
Wenn Sie im Internet die für Ihren
Referenzberuf zuständige Stelle suchen
­möchten, haben Sie folgende Möglich­
keiten:
•• Das Internetportal „Anerkennung in
Deutschland“ informiert über rechtli­
che Grundlagen und Verfahren der be­
ruflichen Anerkennung unter: https://
www.anerkennung-in-deutschland.de/
html/de.
•• Informationen finden Sie außerdem im
Informationsportal zur Anerkennung
ausländischer Bildungsabschlüsse auf
der anabin-Datenbank der Zentralstel­
le für ausländisches Bildungswesen
­unter: http://www.anabin.kmk.org.

Sämtliche Kontaktmöglichkeiten zu den


Positionen 1. – 4. finden Sie auch unter
„II. Informationsmöglichkeiten“.

113
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

8.3 Die Berufe A bis Z

A Agrarservicemeister/-in .........................................................166
Agrarwirtschaftlich-technische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Altenpfleger/-in ................................................................... 144
Anästhesietechnische/-r Assistent/-in..................................... 176
Anbieter vorübergehender Rechtsdienstleistungen i. S.
des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG)............................... 169
Änderungsschneider/-in........................................................ 132
Anlagenmechaniker/-in ........................................................149
Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik.................................................. 132
Apotheker/-in....................................................................... 147
Architekt/-in.......................................................................... 132
Arzt/Ärztin............................................................................ 147
Arzthelfer/-in (siehe: Medizinische Fachangestellte/-r)
Asphaltbauer/-in................................................................... 149
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Aufbereitungsmechaniker/-in................................................ 149
Augenoptiker/-in................................................................... 132
Augenoptikermeister/-in....................................................... 140
Ausbaufacharbeiter/-in.......................................................... 132
Automatenfachmann/Automatenfachfrau............................. 149
Automobilkaufmann/Automobilkauffrau
(Industrie und Handel)....................................................... ....149
Automobilkaufmann/Automobilkauffrau (Handwerk)........... .132
B Bäcker/-in............................................................................. 132
Bäckermeister/-in.................................................................. 140
Bankfachwirt/-in................................................................... 161
Bankkaufmann/Bankkauffrau................................................ 149
Baugeräteführer/-in............................................................... 149
Baumaschinenmeister/-in...................................................... 163
Baustoffprüfer/-in................................................................. 149
Bauten- und Objektbeschichter/-in........................................ 133
Bauwerksabdichter/-in.......................................................... 133
Bauwerksmechaniker/-in für Abbruch und
Betontrenntechnik................................................................ 149
Bauzeichner/-in..................................................................... 149
114
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Behälter- und Apparatebauer/-in........................................... 133


Behälter- und Apparatebauermeister/-in................................ 140
Bergbautechnologe/-in.......................................................... 149
Berg- und Maschinenmann/Berg- und Maschinenfrau........... 149
Berufskraftfahrer/-in.............................................................. 149
Berufspädagoge/-in............................................................... 161
Besamungsbeauftragte/-r...................................................... 165
Bestattungsfachkraft............................................................. 133
Bestattermeister/-in............................................................... 140
Betonstein- und Terrazzoherstellermeister/-in........................ 140
Beton- und Stahlbetonbauer/-in............................................ 133
Beton- und Terrazzohersteller/-in........................................... 133
Betriebswirt/-in (staatlich geprüfte/-r).................................... 172
Bewährungshelfer/-in............................................................ 167
Bilanzbuchhalter/-in.............................................................. 161
Binnenschiffer/-in.................................................................. 149
Biologielaborant/-in............................................................... 149
Biologiemodellmacher/-in...................................................... 149
Biologisch-technische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Bogenmacher/-in.................................................................. 133
Bogenmachermeister/-in....................................................... 140
Bootsbauer/-in...................................................................... 133
Boots- und Schiffbauermeister/-in......................................... 140
Böttcher/-in........................................................................... 133
Böttchermeister/-in............................................................... 140
Brauer/-in und Mälzer/-in...................................................... 149
Brauer- und Mälzermeister/-in............................................... 140
Brunnenbauer/-in.................................................................. 133
Brunnenbauermeister/-in....................................................... 140
Buchbinder/-in...................................................................... 133
Buchbindermeister/-in........................................................... 140
Buchhändler/-in.................................................................... 149
Büchsenmacher/-in............................................................... 133
Büchsenmachermeister/-in.................................................... 140
Bühnenmaler/-in und -plastiker/-in........................................ 149
Bürsten- und Pinselmacher/-in............................................... 133
Bürsten- und Pinselmachermeister/-in.................................... 140
C Chemielaborant/-in............................................................... 149
Chemielaborjungwerker/-in................................................... 149
115
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Chemikant/-in....................................................................... 149
Chemisch-technische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Chirurgiemechaniker/-in........................................................ 133
Chirurgiemechanikermeister/-in............................................ 140
Controller/-in........................................................................ 161
D Dachdecker-/in...................................................................... 133
Dachdeckermeister/-in.......................................................... 140
Destillateur/-in...................................................................... 149
Diamantschleifer/-in.............................................................. 149
Diätassistent/-in.................................................................... 144
Dolmetscher/-in.................................................................... 175
Drechsler/-in......................................................................... 133
Drechsler- und Holzspielzeugmachermeister/-in..................... 140
Drogist/-in............................................................................. 150
Druckermeister/-in................................................................ 140
E Edelmetallprüfer/-in.............................................................. 150
Edelsteinfasser/-in................................................................. 150
Edelsteingraveur/-in.............................................................. 133
Edelsteinschleifer/-in............................................................. 150
Edelsteinschleifer- und Graveurmeister/-in............................. 140
Eisenbahner/-in im Betriebsdienst.......................................... 150
Elektroanlagenmonteur/-in.................................................... 150
Elektromaschinenbauermeister/-in......................................... 140
Elektroniker/-in..................................................................... 133
Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik......................... 150
Elektroniker/-in für Betriebstechnik........................................ 150
Elektroniker/-in FR Automatisierungstechnik.......................... 133
Elektroniker/-in FR Energie- und Gebäudetechnik.................. 133
Elektroniker/-in FR Informations- und
Telekommunikationstechnik.................................................. 133
Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme......... 150
Elektroniker/-in für Geräte und Systeme................................ 150
Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik............ 150
Elektroniker/-in für luftfahrt-technische Systeme................... 150
Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik.............. 134
Elektrotechnikermeister/-in.................................................... 140
Elektro-technische/-r Assistent/-in (staatlich geprüfte/-r)........ 172
Ergotherapeut/-in.................................................................. 144
Erzieher/-in (staatlich anerkannte/-r)...................................... 167
116
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Estrichlegemeister/-in............................................................ 140
Estrichleger/-in...................................................................... 134
Europäische/-r Rechtsanwalt/-Rechtsanwältin
(Eignungsprüfung nach EuRAG)............................................ 170
F Fachangestellte/-r für Bäderbetriebe...................................... 160
Fachangestellte/-r für Markt- und Sozialforschung................. 150
Fachangestellte/-r für Medien- und
Informationsdienste.............................................................. 160
Fachberater/-in für Finanzdienstleistungen............................ 161
Fachberater/-in im Vertrieb.................................................... 161
Fachinformatiker/-in.............................................................. 150
Fachkaufmann/Fachkauffrau für
betriebliche Altersversorgung (IHK)....................................... 161
Fachkaufmann/Fachkauffrau für Büromanagement............... 161
Fachkraft Agrarservice........................................................... 165
Fachkraft Frühe Hilfen-Familienhebamme/
Fachkraft Frühe Hilfen-Familienentbindungspfleger............... 144
Fachkraft Frühe Hilfen-Familien-Gesundheits-
und Kinderkrankenpfleger/-in............................................... 144
Fachkraft für Abwassertechnik.............................................. 159
Fachkraft für Automatenservice............................................ 150
Fachkraft für Fruchtsafttechnik.............................................. 151
Fachkraft für Hafenlogistik.................................................... 151
Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten....................... 134
Fachkraft für Hygiene in der Pflege....................................... 144
Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege......................... 144
Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft......................... 159
Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen........ 151
Fachkraft für Lagerlogistik..................................................... 151
Fachkraft für Lebensmitteltechnik......................................... 151
Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik.............. 151
Fachkraft für Lederverarbeitung............................................ 151
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege........................ 144
Fachkraft für Metalltechnik................................................... 151
Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice................ 151
Fachkraft für onkologische Pflege......................................... 144
Fachkraft für operative und endoskopische Pflege................. 144
Fachkraft für psychiatrische Pflege........................................ 144
Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice..................... 159
Fachkraft für Schutz und Sicherheit....................................... 151
117
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Fachkraft für sozialpsychiatrische Betreuung......................... 144


Fachkraft für Speiseeis.......................................................... 134
Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik........................... 151
Fachkraft für Süßwarentechnik............................................. 151
Fachkraft für Veranstaltungstechnik...................................... 151
Fachkraft für Wasserversorgungstechnik............................... 159
Fachkraft für Wasserwirtschaft.............................................. 151
Fachkraft im Fahrbetrieb....................................................... 151
Fachkraft im Gastgewerbe.................................................... 152
Fachkundige/-r für den Umgang mit
pyrotechnischen Gegenständen............................................ 175
Fachkundige/-r für explosionsgefährliche
Stoffe mit anderer Zweckbestimmung................................... 175
Fachkundige/-r für Tätigkeiten mit Explosivstoffen................. 175
Fachlagerist/-in...................................................................... 152
Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie.......................... 152
Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk.......................... 134
Fachwirt/-in für ambulante medizinische Versorgung............. 145
Fachwirt/-in für Büro- und Projektorganisation...................... 161
Fachwirt/-in für Einkauf......................................................... 161
Fachwirt/-in für Finanzberatung............................................ 162
Fachwirt/-in für Güterverkehr und Logistik............................ 162
Fachwirt/-in für Marketing.................................................... 161
Fachwirt/-in für Personenverkehr und Mobilität..................... 162
Fachwirt/-in für Versicherungen und Finanzen....................... 162
Fachwirt/-in für Werbung und Kommunikation..................... 162
Fachwirt/-in im Gastgewerbe................................................ 162
Fachwirt/-in im Sozial- und Gesundheitswesen...................... 162
Fahrlehrer/-in........................................................................ 175
Fahrradmonteur/-in............................................................... 152
Fahrzeuginnenausstatter/-in.................................................. 152
Fahrzeuglackierer/-in............................................................. 134
Fassadenmonteur/-in............................................................. 152
Federmacher/-in.................................................................... 152
Feinoptiker/-in....................................................................... 152
Feinoptikermeister/-in........................................................... 140
Feinpolierer/-in...................................................................... 152
Feinwerkmechaniker/-in........................................................ 134
Feinwerkmechanikermeister/-in............................................. 140
Fertigungsmechaniker/-in...................................................... 152
118
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in.................................... 152


Figurenkeramikformer/-in...................................................... 152
Film- und Videoeditor/-in...................................................... 152
Fischwirt/-in.......................................................................... 165
Fischwirtschaftsmeister/-in.................................................... 166
Flachglasmechaniker/-in........................................................ 152
Flechtwerkgestalter/-in.......................................................... 134
Fleischer/-in........................................................................... 134
Fleischermeister/-in............................................................... 140
Flexografenmeister/-in........................................................... 140
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in.................................... 134
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister/-in......................... 141
Florist/-in............................................................................... 152
Floristmeister/-in................................................................... 163
Fluggerätelektroniker/-in....................................................... 152
Fluggerätmechaniker/-in....................................................... 152
Forstwirt/-in.......................................................................... 165
Forstwirtschaftsmeister/-in.................................................... 166
Fotografenmeister/-in............................................................ 141
Fotograf/-in........................................................................... 134
Fotomedienfachmann/Fotomedienfachfrau........................... 152
Fremdsprachenkorrespondent/-in.......................................... 162
Friseur/-in.............................................................................. 134
Friseurmeister/-in.................................................................. 141
G Galvaniseurmeister/-in........................................................... 141
Gärtner/-in............................................................................ 165
Gärtnermeister/-in................................................................. 166
Gebäudereiniger/-in.............................................................. 134
Gebäudereinigermeister/-in................................................... 141
Geigenbauer/-in.................................................................... 134
Geigenbauermeister/-in......................................................... 141
Geomatiker/-in...................................................................... 160
Gerüstbauer/-in..................................................................... 134
Gerüstbauermeister/-in......................................................... 141
Gestalter/-in für visuelles Marketing...................................... 152
Gestalter/-in (staatlich geprüfte/-r)......................................... 172
Gestaltungstechnische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in.......................... 144

119
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Krankenpfleger/-in


(Krankenschwester/Krankenpfleger/-in)................................. 144
Gießereimechaniker/-in......................................................... 152
Glasapparatebauer/-in........................................................... 152
Glasapparatebauermeister/-in............................................... 141
Glasbläser/-in (Industrie und Handel)..................................... 152
Glasbläser/-in (Handwerk)..................................................... 134
Glaser/-in FR Fenster- und Glasfassadenbau........................... 134
Glaser/-in FR Verglasung und Glasbau................................... 134
Glasermeister/-in................................................................... 141
Glasmacher/-in...................................................................... 152
Glas- und Porzellanmaler/-in................................................. 134
Glas- und Porzellanmalermeister/-in...................................... 141
Glasveredler/-in FR Glasmalerei und Kunstverglasung............ 152
Glasveredler/-in FR Kanten- und Flächenveredelung.............. 153
Glasveredler/-in FR Schliff und Gravur................................... 153
Glasveredlermeister/-in.......................................................... 141
Gleisbauer/-in....................................................................... 153
Glockengießermeister/-in...................................................... 141
Goldschmied/-in Juwelen...................................................... 135
Goldschmied/-in Schmuck, Ketten......................................... 135
Gold- und Silberschmiedemeister/-in..................................... 141
Graveur/-in........................................................................... 135
Graveurmeister/-in................................................................ 141
H Hafenschiffer/-in................................................................... 153
Handelsassistent/-in Einzelhandel.......................................... 162
Handelsfachwirt/-in............................................................... 162
Handzuginstrumentenmacher/-in.......................................... 153
Handzuginstrumentenmachermeister/-in............................... 141
Hauswirtschafter/-in.............................................................. 165
Hauswirtschaftliche/-r Betriebsleiter/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Hauswirtschaftsmeister/-in.................................................... 166
Hebamme/Entbindungspfleger.............................................. 144
Heilerziehungspfleger/-in...................................................... 167
Heilpädagoge/Heilpädagogin (B.A.)....................................... 167
Heilpädagoge/Heilpädagogin (staatlich anerkannte/-r)........... 167
Heilpraktiker/-in.................................................................... 176
Hochbaufacharbeiter/-in....................................................... 135
Holzbearbeitungsmechaniker/-in........................................... 153
120
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Holzbildhauer/-in.................................................................. 135
Holzbildhauermeister/-in....................................................... 141
Holzblasinstrumentenmacher/-in........................................... 135
Holzblasinstrumentenmachermeister/-in................................ 141
Holzmechaniker/-in............................................................... 153
Holzspielzeugmacher/-in....................................................... 153
Holz- und Bautenschützer/-in................................................ 135
Holz- und Bautenschutzmeister/-in........................................ 141
Hörakustiker/-in.................................................................... 135
Hörgeräteakustikermeister/-in............................................... 141
Hotelfachmann/Hotelfachfrau............................................... 153
Hotelkaufmann/Hotelkauffrau............................................... 153
I Immobilienfachwirt/-in.......................................................... 162
Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau............................. 153
Immobilienmakler/Immobilienmaklerin.................................. 177
Industrieelektriker/-in............................................................ 153
Industriefachwirt/-in.............................................................. 162
Industrie-Isolierer/-in............................................................. 153
Industriekaufmann/Industriekauffrau..................................... 153
Industriemechaniker/-in......................................................... 153
Industriemeister/-in Chemie.................................................. 163
Industriemeister/-in Elektrotechnik........................................ 163
Industriemeister/-in Kunststoff und Kautschuk...................... 163
Industriemeister/-in Mechatronik........................................... 163
Industriemeister/-in Metall..................................................... 163
Industriemeister/-in Papier- und Kunststoffverarbeitung......... 163
Industriemeister/-in Pharmazie.............................................. 163
Industriemeister/-in Printmedien............................................ 163
Informatiker/-in (staatlich geprüfte/-r).................................... 172
Informatikkaufmann/Informatikkauffrau............................... 153
Informationselektroniker/-in.................................................. 135
Informationstechnikermeister/-in........................................... 141
Informationstechnische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 172
Informations- und
Telekommunikationssystemelektroniker/-in............................ 153
Informations- und Telekommunikationssystem-
Kaufmann/-Kauffrau............................................................. 153
Ingenieur/-in......................................................................... 164
Ingenieur/-in, beratende/-r.................................................... 164
121
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Inkassodienstleister/-in.......................................................... 169
Innenarchitekt/-in ................................................................ 132
Installateur und Heizungsbauermeister/-in............................. 141
Investmentfondskaufmann/Investmentfondskauffrau............ 153
Isolierfacharbeiter/-in............................................................ 154
K Kälteanlagenbauermeister/-in................................................ 141
Kanalbauer/-in...................................................................... 154
Karosserie- und Fahrzeugbauermeister/-in............................. 142
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in......................... 135
Kaufmännische/-r Assistent/-in (staatlich geprüfte/-r)............. 172
Kaufmann/Kauffrau für audiovisuelle Medien........................ 154
Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement............................ 154
Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing.............................. 154
Kaufmann/Kauffrau für Kurier-, Express- und
Postdienstleistungen............................................................. 154
Kaufmann/Kauffrau für Marketingkommunikation................ 154
Kaufmann/Kauffrau für Spedition und
Logistikdienstleistung............................................................ 154
Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit...................... 154
Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice................................ 154
Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und
Finanzen (Versicherungskaufmann/-kauffrau) ....................... 154
Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel..................................... 154
Kaufmann/Kauffrau im Eisenbahn- und Straßenverkehr........ 154
Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen............................ 154
Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel................... 154
Keramiker/-in........................................................................ 135
Keramikermeister/-in............................................................. 142
Kerzenhersteller/-in und Wachsbildner/-in (Handwerk).......... 135
Kerzenhersteller/-in und Wachsbildner/-in
(Industrie und Handel)........................................................... 155
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in....................... 147
Kindheitspädagoge/Kindheitspädagogin............................... 167
Klavier- und Cembalobauer/-in.............................................. 135
Klavier- und Cembalobauermeister/-in................................... 142
Klempner/-in......................................................................... 135
Klempnermeister/-in.............................................................. 142
Koch/Köchin......................................................................... 155
Konditor/-in.......................................................................... 135
Konditormeister/-in............................................................... 142
122
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Konstruktionsmechaniker/-in................................................. 155
Korbmachermeister/-in.......................................................... 142
Kosmetiker/-in (Handwerk).................................................... 135
Kosmetiker/-in (Industrie- und Handel).................................. 155
Kosmetiker/-in (staatlich geprüfte/-r)..................................... 173
Kosmetikmeister/-in.............................................................. 142
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in............................................ 135
Kraftfahrzeugtechnikermeister/-in......................................... 142
Krankenkassenfachwirt/-in.................................................... 174
Krankenschwester/Krankenpfleger/-in
(siehe: Gesundheits- und Krankenpfleger/-in)........................ 144
Küchenmeister/-in................................................................. 163
Kürschner/-in........................................................................ 135
Kürschnermeister/-in............................................................. 142
L Lacklaborant/-in.................................................................... 155
Landmaschinenmechanikermeister/-in................................... 142
Landschaftsarchitekt/-in........................................................ 132
Landwirt/-in.......................................................................... 165
Landwirtschaftlich-technische/-r Laborant/-in,
Landwirtschaftliche/-r Laborant/-in........................................ 165
Landwirtschaftsmeister/-in.................................................... 166
Lebensmittelchemiker/-in (staatlich geprüfte/r)...................... 175
Lebensmittelkontrolleur/-in................................................... 175
Lehrer/-in.............................................................................. 169
Leichtflugzeugbauer/-in........................................................ 155
Leuchtröhrenglasbläser/-in.................................................... 155
Logistikmeister/-in................................................................. 163
Logopäde/Logopädin............................................................ 144
Luftverkehrskaufmann/Luftverkehrskauffrau......................... 155
M Maler/-in und Lackierer/-in FR Bauten und
Korrosionsschutz................................................................... 135
Maler/-in und Lackierer/-in FR Gestaltung und
Instandhaltung...................................................................... 136
Maler/-in und Lackierer/-in FR Kirchenmalerei und
Denkmalpflege..................................................................... 136
Maler- und Lackierermeister/-in............................................. 142
Markscheider/-in (anerkannte/-r)........................................... 164
Maschinen- und Anlagenführer/-in........................................ 155
Maskenbildner/-in................................................................. 155
Masseur/-in und medizinische/-r Bademeister/-in................... 145
123
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Maßschneider/-in.................................................................. 136
Maßschneidermeister/-in....................................................... 142
Mathematisch-technische/-r Softwareentwickler/-in.............. 155
Maurer/-in............................................................................ 136
Maurer- und Betonbauermeister/-in...................................... 142
Mechaniker/-in für Land- und Baumaschinentechnik............. 136
Mechaniker/-in für Reifen- und Vulkanisationstechnik........... 136
Mechanikermeister/-in für Reifen- und
Vulkanisationstechnik........................................................... 142
Mechatroniker/-in................................................................. 155
Mechatroniker/-in für Kältetechnik........................................ 136
Medienfachwirt/-in Print....................................................... 162
Mediengestalter/-in Bild und Ton........................................... 155
Mediengestalter/-in Digital und Print –
FR Beratung und Planung (Handwerk)................................... 136
Mediengestalter/-in Digital und Print –
FR Beratung und Planung (Industrie und Handel)................... 155
Mediengestalter/-in Digital und Print – FR
Gestaltung und Technik (Handwerk)...................................... 136
Mediengestalter/-in Digital und Print – FR
Gestaltung und Technik (Industrie und Handel)..................... 155
Mediengestalter/-in Digital und Print – FR
Konzeption und Visualisierung (Handwerk)........................... 136
Mediengestalter/-in Digital und Print – FR
Konzeption und Visualisierung (Industrie und Handel)........... 155
Mediengestalter/-in Flexografie............................................. 155
Medienkaufmann/Medienkauffrau Digital und Print.............. 156
Medientechnologe/Medientechnologin Druck....................... 136
Medientechnologe/Medientechnologin
Druckverarbeitung................................................................ 156
Medientechnologe/Medientechnologin Siebdruck................. 136
Medizinische/-r Fachangestellte/-r (Arzthelfer/-in).................. 145
Medizinische/-r Fußpfleger/-in (siehe: Podologe/-in)............... 145
Medizinisch-technische/-r Assistent/-in für
Funktionsdiagnostik.............................................................. 145
Medizinisch-technische/-r Laboratoriumsassistent/-in............. 145
Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in................... 145
Meister/-in für Bäderbetriebe................................................ 163
Meister/-in für Schutz und Sicherheit..................................... 163
Meister/-in für Veranstaltungstechnik.................................... 163
124
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Metallbauer/-in FR Konstruktionstechnik............................... 137


Metallbauer/-in FR Metallgestaltung...................................... 137
Metallbauer/-in FR Nutzfahrzeugbau..................................... 137
Metallbauermeister/-in.......................................................... 142
Metallbildner/-in FR Gürtlertechnik........................................ 137
Metallbildner/-in FR Metalldrücktechnik................................ 137
Metallbildner/-in FR Ziseliertechnik........................................ 137
Metallbildnermeister/-in........................................................ 142
Metallblasinstrumentenmacher/-in........................................ 137
Metallblasinstrumentenmachermeister/-in............................. 142
Metallformer- und Metallgießermeister/-in............................ 142
Metall- und Glockengießer/-in FR Kunst- und
Glockengusstechnik.............................................................. 136
Metall- und Glockengießer/-in FR Metallgusstechnik............. 136
Metall- und Glockengießer/-in FR Zinngusstechnik................ 137
Metall- und Glockengießermeister/-in................................... 142
Mikrotechnologe/-in............................................................. 156
Milchtechnologe/Milchtechnologin....................................... 165
Milchwirtschaftliche/-r Laborant/-in....................................... 165
Milchwirtschaftliche/-r Labormeister/-in................................. 166
Modellbauermeister/-in......................................................... 142
Modist/-in............................................................................. 137
Modistenmeister/-in.............................................................. 142
Molkereimeister/-in............................................................... 166
Müllermeister/-in................................................................... 142
Musikfachhändler/-in............................................................ 156
N Naturwerksteinmechaniker/-in.............................................. 156
Notarfachangestellte/-r......................................................... 169
Notariatsfachwirt/-in............................................................. 169
Notfallsanitäter/-in................................................................ 146
O Oberflächenbeschichter/-in................................................... 156
Ofen- und Luftheizungsbauer/-in.......................................... 137
Ofen- und Luftheizungsbauermeister/-in............................... 142
Operationstechnische/-r Assistent/-in..................................... 176
Orgel- und Harmoniumbauer/-in........................................... 137
Orgel- und Harmoniumbauermeister/-in................................ 142
Orthopädiemechaniker- und Bandagistenmeister/-in............. 142
Orthopädietechnik-Mechaniker/-in........................................ 137
Orthopädieschuhmacher/-in.................................................. 137
Orthopädieschuhmachermeister/-in....................................... 143
125
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Orthopädietechnikermeister/-in............................................. 143
Orthoptist/-in........................................................................ 145
P Packmitteltechnologe/-in....................................................... 156
Papiertechnologe/-in............................................................. 156
Parkettleger/-in..................................................................... 137
Parkettlegermeister/-in.......................................................... 143
Patentanwaltsfachangestellte/-r............................................ 169
Pelzveredler/-in..................................................................... 156
Personaldienstleistungskaufmann/
Personaldienstleistungskauffrau............................................ 156
Personalfachkaufmann/Personalfachkauffrau........................ 162
Pferdewirt/-in........................................................................ 165
Pferdewirtschaftsmeister/-in.................................................. 166
Pflegeassistent/-in (staatlich geprüfte/-r)................................ 173
Pflegedienstleiter/-in............................................................. 145
Pharmakant/-in..................................................................... 156
Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellte/-r................... 145
Pharmazeutisch-technische/-r Assistent/-in............................ 145
Physiklaborant/-in................................................................. 156
Physiotherapeut/-in............................................................... 145
Podologe/Podologin.............................................................. 145
Polsterer/Polsterin................................................................. 156
Polster- und Dekorationsnäher/-in......................................... 137
Produktgestalter/-in - Textil.................................................... 156
Produktionsfachkraft Chemie................................................ 156
Produktionsmechaniker/-in - Textil......................................... 156
Produktionstechnologe/Produktionstechnologin.................... 156
Produktprüfer/-in - Textil....................................................... 156
Produktveredler/-in - Textil..................................................... 156
Prüfer/-in (amtlich anerkannte/-r)
nach Kraftfahrsachverständigengesetz (KfSachVG)................ 164
Prüfingenieur/-in nach Straßenverkehrs-
Zulassungs-Ordnung (STVZO), Anlage VIIIb........................... 164
Psychotherapeut/-in (psychologische/r).................................. 148
R Raumausstatter/-in................................................................ 137
Raumausstattermeister/-in..................................................... 143
Rechtsanwalt/Rechtsanwältin................................................ 170
Rechtsanwaltsfachangestellte/-r............................................ 169
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/-r.......................... 169
Rechtsdienstleister in einem ausländischen Recht.................. 169
126
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Rechtsfachwirt/-in (geprüfte/-r)............................................. 169


Rentenberater/-in.................................................................. 169
Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau............................... 156
Restaurantmeister/-in............................................................ 163
Rettungssanitäter/-in............................................................. 146
Revierjagdmeister/-in............................................................. 166
Revierjäger/-in....................................................................... 165
Richter/-in............................................................................. 170
Rohrleitungsbauer/-in............................................................ 156
Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in..................... 137
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister/-in.................. 143
S Sachverständige/-r (amtlich anerkannte/-r)
nach Kraftfahrsachverständigengesetz (KfSachVG)................ 164
Sattler/-in FR Fahrzeugsattlerei (Handwerk)........................... 137
Sattler/-in FR Fahrzeugsattlerei (Industrie und Handel)........... 156
Sattler/-in FR Feintäschnerei (Handwerk)................................ 137
Sattler/-in FR Feintäschnerei (Industrie und Handel)............... 157
Sattler/-in FR Reitsportsattlerei (Handwerk)............................ 138
Sattler/-in FR Reitsportsattlerei (Industrie und Handel)............ 157
Sattler- und Feintäschnermeister/-in...................................... 143
Schädlingsbekämpfer/-in....................................................... 157
Schichtführer/-in (staatlich geprüfte/-r).................................. 173
Schifffahrtskaufmann/Schifffahrtskauffrau............................ 157
Schiffsbetriebstechnische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 173
Schilder- und Lichtreklamehersteller/-in................................. 138
Schilder- und Lichtreklameherstellermeister/-in...................... 143
Schleifer/-in........................................................................... 157
Schneidwerkzeugmechaniker/-in........................................... 138
Schneidwerkzeugmechanikermeister/-in................................ 143
Schornsteinfeger/-in.............................................................. 138
Schornsteinfegermeister/-in.................................................. 143
Schriftsetzer – (Buchdrucker-) Meister/-in.............................. 143
Schuhfertiger/-in................................................................... 157
Schuhmacher/-in................................................................... 138
Schuhmachermeister-/in........................................................ 143
Seeleute/Seeschifffahrt.......................................................... 177
Segelmacher/-in.................................................................... 138
Segelmachermeister/-in......................................................... 143
Seiler/-in............................................................................... 138
127
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Seilermeister/-in.................................................................... 143
Servicefachkraft für Dialogmarketing.................................... 157
Servicefahrer/-in.................................................................... 157
Servicekaufmann/Servicekauffrau im Luftverkehr................... 157
Servicekraft für Schutz und Sicherheit................................... 157
Siebdruckermeister/-in.......................................................... 143
Silberschmied/-in................................................................... 138
Silberschmiedmeister/-in....................................................... 143
Sozialarbeiter/-in (staatlich anerkannte/-r).............................. 167
Sozialassistent/-in (staatlich geprüfte/-r)
Fachrichtung Persönliche Assistenz........................................ 173
Sozialpädagogische/r Assistent/-in (staatlich geprüfte/-r)........ 167
Sozialpädagoge/Sozialpädagogin (staatlich anerkannte/-r)..... 167
Sozialversicherungsfachangestellte/-r -
Fachrichtung allgemeine Krankenversicherung...................... 174
Sozialversicherungsfachangestellte/-r -
Fachrichtung gesetzliche Rentenversicherung........................ 174
Sozialversicherungsfachangestellte/-r -
Fachrichtung gesetzliche Unfallversicherung.......................... 174
Sozialversicherungsfachangestellte/-r -
Fachrichtung landwirtschaftliche Sozialversicherung.............. 174
Sozialversicherungsfachwirt/-in -
Fachrichtung gesetzliche Rentenversicherung........................ 174
Spezialtiefbauer/-in............................................................... 157
Spielzeughersteller/-in........................................................... 157
Sportfachmann/-frau............................................................. 157
Sport- und Fitnesskaufmann/-kauffrau.................................. 157
Staatsanwalt/Staatsanwältin.................................................. 170
Stadtplaner/-in...................................................................... 132
Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in FR
Steinbildhauerarbeiten.......................................................... 138
Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in FR Steinmetzarbeiten.... 138
Steinmetz- und Steinbildhauermeister/-in.............................. 143
Steuerberater/-in................................................................... 171
Steuerfachangestellte/-r........................................................ 171
Steuerfachwirt/-in................................................................. 171
Stoffprüfer/-in (Chemie) Glas-, Keramische Industrie sowie
Steine und Erden.................................................................. 157
Straßenbauer/-in................................................................... 138
Straßenbauermeister/-in........................................................ 143
128
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Straßenwärter/-in.................................................................. 157
Stuckateur/-in....................................................................... 138
Stuckateurmeister/-in............................................................ 143
Systemelektroniker/-in ......................................................... 138
T Tankwart/-in.......................................................................... 157
Techniker/-in (staatlich geprüfte/-r)........................................ 173
Technische/-r Betriebswirt/-in................................................. 162
Technische/-r Fachwirt/-in...................................................... 162
Technische/-r Konfektionär/-in............................................... 157
Technische/-r Modellbauer/-in............................................... 157
Technische/-r Produktdesigner/-in.......................................... 157
Technische/-r Systemplaner/-in.............................................. 158
Textilgestalter/-in im Handwerk FR Filzen............................... 138
Textilgestalter/-in im Handwerk FR Klöppeln, Posamentieren. 138
Textilgestalter/-in im Handwerk FR Sticken............................. 138
Textilgestalter/-in im Handwerk FR Stricken........................... 138
Textilgestalter/-in im Handwerk FR Weben............................. 138
Textilgestaltermeister/-in........................................................ 143
Textillaborant/-in................................................................... 158
Textilreiniger/-in.................................................................... 138
Textilreinigermeister/-in......................................................... 143
Textil- und Modenäher/-in..................................................... 158
Textil- und Modeschneider/-in............................................... 158
Thermometermacher/-in FR Thermometerblasen................... 158
Thermometermacher/-in FR Thermometerjustieren................ 158
Thermometermachermeister/-in............................................ 143
Tiefbaufacharbeiter/-in (Handwerk)....................................... 139
Tiefbaufacharbeiter/-in (Industrie und Handel)....................... 158
Tierarzt/Tierärztin.................................................................. 148
Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r.................................... 146
Tierpfleger/-in....................................................................... 158
Tierwirt/-in............................................................................ 165
Tierwirtschaftsmeister/-in ..................................................... 166
Tischler/-in............................................................................ 139
Tischlermeister/-in................................................................. 143
Trockenbaumonteur/-in......................................................... 158
U Übersetzer/-in....................................................................... 176
Uhrmacher/-in....................................................................... 139
Uhrmachermeister/-in........................................................... 143

129
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Umweltschutz-technische/-r Assistent/-in
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 173
V Veranstaltungsfachwirt/-in.................................................... 162
Veranstaltungskaufmann/-kauffrau....................................... 158
Verfahrensmechaniker/-in für Beschichtungstechnik.............. 158
Verfahrensmechaniker/-in für Brillenoptik.............................. 158
Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff-
und Kautschuktechnik.......................................................... 158
Verfahrensmechaniker/-in Glastechnik................................... 158
Verfahrensmechaniker/-in in der Hütten- und
Halbzeugindustrie................................................................. 158
Verfahrensmechaniker/-in in der Steine- und
Erdenindustrie....................................................................... 158
Verfahrenstechnologe/- in Mühlen- und
Getreidewirtschaft FR Agrarlager; Müllerei (Handwerk)......... 139
Verfahrenstechnologe/- in Mühlen- und
Getreidewirtschaft FR Agrarlager,
Müllerei (Industrie und Handel)............................................. 159
Vergolder/-in......................................................................... 139
Vergoldermeister/-in.............................................................. 143
Verkäufer/-in......................................................................... 159
Verkaufsleiter/-in (staatlich geprüfte/-r).................................. 173
Vermessungstechniker/-in..................................................... 160
Versicherungskaufmann/-kauffrau (siehe: Kaufmann/Kauffrau
für Versicherungen und Finanzen)......................................... 154
Verwaltungsfachangestellte/-r - Fachrichtung
Kommunalverwaltung........................................................... 174
Verwaltungsfachangestellte/-r -
Fachrichtung Landesverwaltung............................................ 174
Veterinärmedizinisch-technische/-r Assistent/-in..................... 146
Vulkanisseur- und Reifenmechanikermeister/-in..................... 143
W Wachszieher/-in.................................................................... 139
Wachsziehermeister/-in......................................................... 143
Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/-in.......................... 139
Wärme-, Kälte- und Schallschutzisoliermeister/-in.................. 143
Wasserbauer/-in.................................................................... 159
Weintechnologe/-in (Handwerk)............................................ 139
Weintechnologe/-in (Industrie und Handel)........................... 159
Weinküfermeister/-in............................................................ 143
Werkfeuerwehrmann/Werkfeuerwehrfrau............................. 159
130
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Werksteinhersteller/-in.......................................................... 139
Werkstoffprüfer/-in............................................................... 159
Werkzeugmechaniker/-in...................................................... 159
Wirtschafter/-in (Fachschule Agrarwirtschaft)
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 173
Wirtschafter/-in (Fachschule Hauswirtschaft)
(staatlich geprüfte/-r)............................................................ 173
Wirtschaftsfachwirt/-in.......................................................... 162
Wirtschaftsprüfer/-in............................................................. 171
Z Zahnarzt/Zahnärztin.............................................................. 148
Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r.................................. 146
Zahntechniker/-in.................................................................. 139
Zahntechnikermeister/-in....................................................... 143
Zerspanungsmechaniker/-in.................................................. 159
Zimmerer/Zimmerin ............................................................. 139
Zimmerermeister/-in.............................................................. 143
Zinngießermeister/-in............................................................ 143
Zuchtleiter/-in....................................................................... 166
Zupfinstrumentenmacher/-in................................................. 139
Zupfinstrumentenmachermeister/-in...................................... 143
Zweiradmechanikermeister/-in.............................................. 143
Zweiradmechatroniker/-in FR Fahrradtechnik (Handwerk)...... 139
Zweiradmechatroniker/-in FR Motorradtechnik (Handwerk)... 139

131
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

8.4 Die Berufsgruppen


Eine aktuelle Übersicht über viele Aus­
bildungs- und Meisterberufe ist über
folgenden Link des Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) erhältlich: https://
www.bibb.de/de/berufeinfo.php

Architekturberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Architekt/-in Architektenkammer ­Niedersachsen


•• Innenarchitekt/-in Laveshaus
•• Landschaftsarchitekt/-in Friedrichswall 5
•• Stadtplaner/-in 30159 Hannover
Telefon: 0511 28096-0
Telefax: 0511 28096-19
E-Mail: info@aknds.de
Homepage: https://www.aknds.de

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Änderungsschneider/-in Handwerkskammer
•• Anlagenmechaniker/-in für Braunschweig-Lüneburg-Stade
Sanitär-, Heizungs- und Hauptverwaltungssitz Braunschweig
Klimatechnik Burgplatz 2 + 2a
•• Augenoptiker/-in 38100 Braunschweig
•• Ausbaufacharbeiter/-in Telefon: 0531 1201-0
•• Automobilkaufmann/-frau Telefax: 0531 1201-333
•• Bäcker/-in E-Mail: info@hwk-bls.de
Homepage: https://www.hwk-bls.de

132
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Bauten- und Objektbe­ Handwerkskammer


schichter/-in Braunschweig-Lüneburg-Stade
•• Bauwerksabdichter/-in Hauptverwaltungssitz Lüneburg
•• Behälter- und Apparate­ Friedenstraße 6
bauer/-in 21335 Lüneburg
•• Bestattungsfachkraft Telefon: 04131 712-0
•• Beton- und Stahlbeton­ Telefax: 04131 712-201
bauer/-in E-Mail: info@hwk-bls.de
•• Beton- und Terrazzo­ Homepage: https://www.hwk-bls.de
hersteller/-in
•• Bogenmacher/-in Handwerkskammer Hannover
•• Bootsbauer/-in Berliner Allee 17
•• Böttcher/-in 30175 Hannover
•• Brunnenbauer/-in Telefon: 0511 34859-0
•• Buchbinder/-in Telefax: 0511 34859-32
•• Büchsenmacher/-in E-Mail: info@hwk-hannover.de
•• Bürsten- und Pinselma­ Homepage: https://www.hwk-hannover.de
cher/-in
•• Chirurgiemechaniker/-in Handwerkskammer
•• Dachdecker-/in Hildesheim-Südniedersachsen
•• Drechsler/-in Braunschweiger Str. 53
•• Edelsteingraveur/-in 31134 Hildesheim
•• Elektroniker/-in Telefon: 05121 162-0
•• Elektroniker/-in FR Auto­ Telefax: 05121 33836
matisierungstechnik E-Mail: hgf@hwk-hildesheim.de
•• Elektroniker/-in FR Energie- Homepage: https://www.hwk-hildesheim.de
und Gebäudetechnik
•• Elektroniker/-in FR
­Informations- und Tele­
kommunikationstechnik
•• Elektroniker/-in für
Informations- und
­Systemtechnik

133
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Elektroniker-/in für Maschi­ Handwerkskammer Oldenburg


nen und Antriebstechnik Theaterwall 32
•• Estrichleger/-in 26122 Oldenburg
•• Fachkraft für Holz- und Telefon: 0441 232-0
Bautenschutzarbeiten Telefax: 0441 232-218
•• Fachkraft für Speiseeis E-Mail: info@hwk-oldenburg.de
•• Fachverkäufer/-in im Homepage: www.hwk-oldenburg.de
­Lebensmittelhandwerk
•• Fahrzeuglackierer/-in Handwerkskammer
•• Feinwerkmechaniker/-in Osnabrück-Emsland
•• Flechtwerkgestalter/-in Bramscher Str. 134-136
•• Fleischer/-in 49088 Osnabrück
•• Fliesen-, Platten- und Telefon: 0541 6929-0
Mosaikleger/-in Telefax: 0541 6929-104
•• Fotograf/-in E-Mail: info@hwk-os-el.de
•• Friseur/-in Homepage: http://www.hwk-osnabrueck.de
•• Gebäudereiniger/-in
•• Geigenbauer/-in Handwerkskammer für Ostfriesland
•• Gerüstbauer/-in Straße des Handwerks 2
•• Glas- und Porzellan-­ 26603 Aurich
­maler/-in Telefon: 04941 1797-0
•• Glasbläser/-in FR Glas­ Telefax: 04941 1797-40
gestaltung, Christbaum­ E-Mail: info@hwk-aurich.de
schmuck Homepage: http://www.hwk-aurich.de
•• Glasbläser/-in FR
­Kunstaugen
•• Glaser/-in FR Fenster- und
Glasfassadenbau
•• Glaser/-in FR Verglasung
und Glasbau
•• Glasveredler/-in FR
­Glasmalerei und Kunst­
verglasung

134
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Glasveredler/-in FR Kanten-
und Flächenveredelung
•• Glasveredler/-in FR Schliff
und Gravur
•• Goldschmied/-in Juwelen
•• Goldschmied/-in Schmuck,
Ketten
•• Graveur/-in
•• Hochbaufacharbeiter/-in
•• Holz- und Bauten­schützer/-in
•• Holzbildhauer/-in
•• Holzblasinstrumenten­
macher/-in
•• Hörakustiker/-in
•• Informationselektroniker/-in
•• Informations- und Telekom­
munikationssystemelektro­
niker/-in
•• Karosserie- und Fahrzeug­
baumechaniker/-in
•• Keramiker/-in
•• Kerzenhersteller/-in und
Wachsbildner/-in (Handwerk)
•• Klavier- und
Cembalo­bauer/-in
•• Klempner/-in
•• Konditor/-in
•• Kosmetiker/-in (Handwerk)
•• Kraftfahrzeugmechatroni­
ker/-in
•• Kürschner/-in
•• Maler/-in und Lackierer/-in
FR Bauten- und Korrisions­
schutz
135
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Maler/-in und Lackierer/-in FR


Gestaltung und Instandhaltung
•• Maler/-in und Lackierer/-in FR
Kirchenmalerei und Denkmal­
pflege
•• Maßschneider/-in
•• Maurer/-in
•• Mechaniker/-in für Land- und
Baumaschinentechnik
•• Mechaniker/-in für Reifen- und
Vulkanisationstechnik
•• Mechatroniker/-in für Kälte­
technik
•• Mediengestalter/-in Digital und
Print FR Beratung und Planung
•• Mediengestalter/-in Digital und
Print FR Gestaltung und Technik
•• Mediengestalter/-in Digital und
Print FR Konzeption und Visua­
lisierung
•• Medientechnologe/-technologin
Druck
•• Medientechnologe/-technologin
Siebdruck
•• Metall- und Glockengießer/-in
FR Kunst- und Glockengusstech­
nik
•• Metall- und Glockengießer/-in
FR Metallguss­technik

136
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Metall- und Glockengießer/-in FR


Zinngusstechnik
•• Metallbauer/-in FR Konstruktions­
technik
•• Metallbauer/-in FR
Metallgestaltung
•• Metallbauer/-in FR
Nutzfahrzeugbau
•• Metallbildner/-in FR
Gürtlertechnik
•• Metallbildner/-in FR
Metalldrücktechnik
•• Metallbildner/-in FR
Ziseliertechnik
•• Metallblasinstrumentenmacher/-in
•• Modist/-in
•• Ofen- und Luftheizungsbauer/-in
•• Orgel- und Harmoniumbauer/-in
•• Orthopädietechnik-
Mechaniker/-in
•• Orthopädieschuhmacher/-in
•• Parkettleger/-in
•• Polster- und Dekorationsnäher/-in
•• Raumausstatter/-in
•• Rollladen- und Sonnenschutzme­
chatroniker/-in
•• Sattler/-in FR Fahrzeugsattlerei
•• Sattler/-in FR Feintäschnerei

137
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Sattler/-in FR Reitsportsattlerei
•• Schilder- und Lichtreklameher­
steller/-in
•• Schneidwerkzeugmechaniker/-in
•• Schornsteinfeger/-in
•• Schuhmacher/-in
•• Segelmacher/-in
•• Seiler/-in
•• Silberschmied/-in
•• Steinmetz/-in und Steinbild­
hauer/-in FR Steinbildhauer­
arbeiten
•• Steinmetz/-in und Steinbild­
hauer/-in FR Steinmetzarbeiten
•• Straßenbauer/-in
•• Stuckateur/-in
•• Systemelektroniker/-in
•• Textilgestalter/-in im Handwerk
FR Filzen
•• Textilgestalter/-in im Handwerk
FR Klöppeln, Posamentieren
•• Textilgestalter/-in im Handwerk
FR Sticken
•• Textilgestalter/-in im Handwerk
FR Stricken
•• Textilgestalter/-in im Handwerk
FR Weben
•• Textilreiniger/-in
•• Thermometermacher/-in FR
Thermometerblasen

138
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Thermometermacher/-in FR
Thermometerjustieren
•• Tiefbaufacharbeiter/-in
(Handwerk)
•• Tischler/-in
•• Uhrmacher/-in
•• Verfahrenstechnologe/-in
­Mühlen- und Getreidewirtschaft
FR Agrarlager, Müllerei
•• Vergolder/-in
•• Wachszieher/-in
•• Wärme-, Kälte- und Schall­
schutzisolierer/-in
•• Weintechnologe/-in
•• Werksteinhersteller/-in
•• Zahntechniker/-in
•• Zimmerer/Zimmerin
•• Zupfinstrumentenmacher/-in
•• Zweiradmechatroniker/-in FR
Fahrradtechnik
•• Zweiradmechatroniker/-in FR
Motorradtechnik

139
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Augenoptikermeister/-in Handwerkskammer
•• Bäckermeister/-in Braunschweig-Lüneburg-Stade
•• Behälter- und Apparatebauer­ Hauptverwaltungssitz Braunschweig
meister/-in Burgplatz 2 + 2a
•• Bestattermeister/-in 38100 Braunschweig
•• Betonstein- und Terrazzoher­ Telefon: 0531 1201-0
stellermeister/-in Telefax: 0531 1201-333
•• Bogenmachermeister/-in E-Mail: info@hwk-bls.de
•• Boots- und Schiffbauermeis­ Homepage: https://www.hwk-bls.de
ter/-in
•• Böttchermeister/-in Handwerkskammer
•• Brauer- und Mälzermeister/-in Braunschweig-Lüneburg-Stade
•• Brunnenbauermeister/-in Hauptverwaltungssitz Lüneburg
•• Buchbindermeister/-in Friedenstraße 6
•• Büchsenmachermeister/-in 21335 Lüneburg
•• Bürsten- und Pinselmacher­ Telefon: 04131 712-0
meister/-in Telefax: 04131 712-201
•• Chirurgiemechanikermeis­ E-Mail: info@hwk-bls.de
ter/-in Homepage: www.hwk-bls.de
•• Dachdeckermeister/-in
•• Drechsler- und Holzspielzeug­ Handwerkskammer Hannover
machermeister/-in Berliner Allee 17
•• Druckermeister/-in 30175 Hannover
•• Edelsteinschleifer- und gra­ Telefon: 0511 34859-0
veurmeister/-in Telefax: 0511 34859-32
•• Elektromaschinenbauermeis­ E-Mail: info@hwk-hannover.de
ter/-in Homepage: www.hwk-hannover.de
•• Elektrotechnikermeister/-in
•• Estrichlegemeister/-in
•• Feinoptikermeister/-in
•• Feinwerkmechanikermeis­
ter/-in
•• Fleischermeister/-in
•• Flexografenmeister/-in
140
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Fliesen-, Platten- und Mo­ Handwerkskammer


saiklegermeister/-in Hildesheim-Südniedersachsen
•• Fotografenmeister/-in Braunschweiger Str. 53
•• Friseurmeister/-in 31134 Hildesheim
•• Galvaniseurmeister/-in Telefon: 05121 162-0
•• Gebäudereinigermeister/-in Telefax: 05121 33836
•• Geigenbauermeister/-in E-Mail: hgf@hwk-hildesheim.de
•• Gerüstbauermeister/-in Homepage: https://www.hwk-hildesheim.de
•• Glas- und Porzellanmaler­
meister/-in Handwerkskammer Oldenburg
•• Glasapparatebauermeis­ Theaterwall 32
ter/-in 26122 Oldenburg
•• Glasermeister/-in Telefon: 0441 232-0
•• Glasveredlermeister/-in Telefax: 0441 232-218
•• Gold- und Silberschmiede­ E-Mail: info@hwk-oldenburg.de
meister/-in Homepage: www.hwk-oldenburg.de
•• Glockengießermeister/-in
•• Graveurmeister/-in Handwerkskammer
•• Handzuginstrumentenma­ Osnabrück-Emsland
chermeister/-in Bramscher Str. 134-136
•• Holzbildhauermeister/-in 49088 Osnabrück
•• Holzblasinstrumentenma­ Telefon: 0541 6929-0
chermeister/-in Telefax: 0541 6929-104
•• Holz- und Bautenschutz­ E-Mail: info@hwk-os-el.de
meister/-in Homepage: http://www.hwk-osnabrueck.de
•• Hörgeräteakustiker­
meister/-in Handwerkskammer für Ostfriesland
•• Informationstechnikermeis­ Straße des Handwerks 2
ter/-in 26603 Aurich
•• Installateur und Heizungs­ Telefon: 04941 1797-0
bauermeister/-in Telefax: 04941 1797-40
•• Kälteanlagenbauer­ E-Mail: info@hwk-aurich.de
meister/-in Homepage: http://www.hwk-aurich.de

141
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Karosserie- und Fahrzeugbauermeis­


ter/-in
•• Keramikermeister/-in
•• Kerzenhersteller/- in und Wachsbild­
ner/-in
•• Klavier- und Cembalobauermeister/-in
•• Klempnermeister/-in
•• Konditormeister/-in
•• Korbmachermeister/-in
•• Kosmetikmeister/-in
•• Kraftfahrzeugtechnikermeister/-in
•• Kürschnermeister/-in
•• Landmaschinenmechanikermeister/-in
•• Maler- und Lackierer­meister/-in
•• Maßschneidermeister/-in
•• Maurer- und Betonbauermeister/-in
•• Mechanikermeister/-in für Reit- und
Vulkanisationstechnik
•• Metallbauermeister/-in
•• Metallbildnermeister/-in
•• Metallblasinstrumentenmacher­
meister/-in
•• Metallformer- und Metallgießermeis­
ter/-in
•• Metall- und Glockengießermeister/-in
•• Modellbauermeister/-in
•• Modistenmeister/-in
•• Müllermeister/-in
•• Ofen- und Luftheizungsbauermeis­
ter/-in
•• Orgel- und Harmoniumbauermeis­
ter/-in
•• Orthopädiemechaniker- und Banda­
gistenmeister/-in
142
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Handwerk - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Orthopädieschuhmacher­meister/-in
•• Orthopädietechnikermeister/-in
•• Parkettlegermeister/-in
•• Raumausstattermeister/-in
•• Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister/-in
•• Sattlermeister/-in
•• Sattler- und Feintäschnerei­meister/-in
•• Schilder- und Lichtreklameherstellermeister/-in
•• Schneidwerkzeugmechanikermeister/-in
•• Schornsteinfegermeister/-in
•• Schriftsetzer- (Buchdrucker-) Meister/-in
•• Schuhmachermeister-/-in
•• Segelmachermeister/-in
•• Seilermeister/-in
•• Siebdruckermeister/-in
•• Silberschmiedmeister/-in
•• Steinmetzen- und Steinbild­hauermeister/-in
•• Straßenbauermeister/-in
•• Stuckateurmeister/-in
•• Texttilgestaltermeister/-in
•• Textilreinigermeister/-in
•• Thermometermachermeister/-in
•• Tischlermeister/-in
•• Uhrmachermeister/-in
•• Vergoldermeister/-in
•• Vulkaniseur- und Reifenmechanikermeister/-in
•• Wachsziehermeister/-in
•• Wärme-, Kälte- und Schallschutzisoliermeister/-in
•• Weinküfermeister/-in
•• Zahntechnikermeister/-in
•• Zimmerermeister/-in
•• Zinngießermeister/-in
•• Zweiradmechanikermeister/-in
•• Zupfinstrumentenmachermeister/-in
143
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Pflegeberufe – nichtakademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Altenpfleger/-in Niedersächsisches Landesamt


•• Diätassistent/-in für Soziales, Jugend und Familie
•• Ergotherapeut/-in - Außenstelle Lüneburg -
•• Fachkraft für Hygiene in Auf der Hude 2
der Pflege 21339 Lüneburg
•• Fachkraft für Intensiv- und Telefon: 04131 15-0
Anästhesiepflege Telefax: 04131 15-3296
•• Fachkraft für Leitungsauf­ E-Mail: poststellelslueneburg@ls.niedersachsen.de
gaben in der Pflege Homepage: www.soziales.niedersachsen.de
•• Fachkraft für onkologische
Pflege
•• Fachkraft für operative und
endoskopische Pflege
•• Fachkraft für psychiatrische
Pflege
•• Fachkraft für sozialpsychia­
trische Betreuung
•• Fachkraft Frühe Hilfen- Fa­
milienhebamme/Fachkraft
Frühe Hilfen- Familienent­
bindungspfleger
•• Fachkraft Frühe Hilfen- Fa­
milien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegerin/
Fachkraft Frühe Hilfen- Fa­
milien- Gesundheits- und
Kinderkrankenpfleger
•• Gesundheits- und Kinder­
krankenpfleger/-in
•• Gesundheits- und Kran­
kenpfleger/-in
•• Hebamme/Entbindungs­
pfleger
•• Logopäde/Logopädin
144
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Pflegeberufe – nichtakademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Masseur/-in und medizini­


sche/-r Bademeister/-in
•• Medizinisch-technische/-r
Assistent/-in für Funktions­
diagnostik
•• Medizinisch-technische/-r
Laboratoriumsassistent/-in
•• Medizinisch-technische/-r
Radiologieassistent/-in
•• Orthoptist/-in
•• Pflegedienstleiter/-in
•• Pharmazeutisch-techni­
sche/-r Assistent/-in
•• Physiotherapeut/-in
•• Podologe/Podologin

•• Fachwirt/-in für ambulante Ärztekammer Niedersachsen


medizinische Versorgung Berliner Allee 20
•• Medizinische/-r Fachange­ 30175 Hannover
stellte/-r Telefon: 0511 380-02
Telefax: 0511 380-2240
E-Mail: info@aekn.de
Homepage: https://www.aekn.de

•• Pharmazeutisch-Kaufmän­ Landesapothekerkammer
nische/-r Angestellte/-r Brandenburg
Am Buchhorst 18
14478 Potsdam
Telefon: 0331 88866-0
Telefax: 0331 88866-20
E-Mail: kammer@lakbb.de
Homepage: https://www.lakbb.de

145
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Pflegeberufe – nichtakademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Rettungssanitäter/-in Niedersächsisches Ministerium für


•• Notfallsanitäter/-in Inneres und Sport
Lavesallee 6
30169 Hannover
Telefon: 0511 120-0
Telefax: 0511 120-6590
E-Mail: poststelle@mi.niedersachsen.de
Homepage: https://www.mi.niedersachsen.de

•• Tiermedizinische/-r Fachan­ Tierärztekammer Niedersachsen


gestellte/-r Fichtestraße 13
30625 Hannover
Telefon: 0511 655 118 20
Telefax: 0511 655 118 28
E-Mail: mail@tknds.de
Homepage: http://www.tknds.de

•• Veterinärmedizinisch- Niedersächsisches Landesamt für Verbraucher­


­technische/-r Assistent/-in schutz und Lebensmittelsicherheit
Postfach 3949
26029 Oldenburg
Telefon: 0441 57026-0
Telefax 0441 57026-179
E- Mail: poststelle@laves.niedersachsen.de
Homepage: https://www.laves.niedersachsen.de

Zahnmedizinische/-r Fachan­ Zahnärztekammer Westfalen-Lippe


gestellte/-r Auf der Horst 29
48147 Münster
Telefon: 0251 507-549
Telefax: 0251 507-559
E-Mail: ZAEKWL@t-online.de
Homepage: https://www.zahnaerzte-wl.de

146
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Pflegeberufe – akademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Arzt/Ärztin - Erteilung Niedersächsischer Zweckverband zur Approbations­


der Approbation und der erteilung (NiZzA)
Berufserlaubnis Körperschaft des öffentlichen Rechts
•• Kinder- und Jugendlichen­ Nobelring 4
psychotherapeut/-in - Ertei­ 30627 Hannover
lung der Approbation und Telefon: 0511 8972-9224 bis 9228
Berufserlaubnis Telefax: 0511 8972-9220
•• Psychotherapeut/-in - Ertei­ Homepage: http://www.nizza.niedersachsen.de
lung der Approbation und
Berufserlaubnis
•• Zahnarzt/Zahnärztin -
Erteilung der Approbation
und der Berufserlaubnis

Apotheker/-in Apothekerkammer Niedersachsen


- Erteilung der ­Approbation An der Markuskirche 4
- Erteilung der 30163 Hannover
­Berufserlaubnis Telefon: 0511 39099-0
- Weiterbildung Telefax: 0511 39099-36
E-Mail: info@apothekerkammer-nds.de
Homepage: http://www.apothekerkammer-nieder­
sachsen.de

Arzt/Ärztin Ärztekammer Niedersachsen


- Facharztausbildung Berliner Allee 20
- Weiterbildung 30175 Hannover
Telefon: 0511 380-02
Telefax: 0511 380-2240
E-Mail: info@aekn.de
Homepage: https://www.aekn.de

147
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Gesundheits- und Pflegeberufe – akademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Psychotherapeut/-in Psychotherapeutenkammer Niedersachsen


(psychologischer) Roscherstraße 12
– Weiterbildung 30161 Hannover
•• Kinder- und Jugendlichen­ Telefon: 0511 850304-30
psychotherapeut/-in – Telefax: 0511 850304-44
Weiterbildung E-Mail: info@pknds.de
Homepage: http://www.pknds.de

Tierarzt/Tierärztin Tierärztekammer Niedersachsen


- Erteilung der Approbation Fichtestraße 13
und der Berufserlaubnis 30625 Hannover
- Fachtierarztausbildung Telefon: 0511 655 118 20
- Weiterbildung Telefax: 0511 655 118 28
E-Mail: mail@tknds.de
Homepage: http://www.tknds.de

Zahnarzt/Zahnärztin Zahnärztekammer Niedersachsen


- Fachzahnarztausbildung Zeißstraße 11a
- Weiterbildung 30519 Hannover
Telefon: 0511 83391-0
Telefax: 0511 83391-116
E-Mail: info@zkn.de
Homepage: https://zkn.de

148
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Anlagenmechaniker/-in IHK FOSA


•• Asphaltbauer/-in Ulmenstraße 52g
•• Aufbereitungsmechani­ 90443 Nürnberg
ker/-in Telefon: 0911 815060
•• Automatenfachmann/­ Telefax: 0911 81506100
Automatenfachfrau E-Mail: info@ihk-fosa.de
•• Automobilkaufmann/­ Homepage: http://www.ihk-fosa.de
Automobilkauffrau (die IHK FOSA ist zuständig für alle niedersäch­
•• Bankkaufmann/­ sischen IHK-Bezirke mit Ausnahme der Bezirke
Bankkauffrau Braunschweig und Hannover)
•• Baugeräteführer/-in
•• Baustoffprüfer/-in Industrie- und Handelskammer Hannover
•• Bauwerksmechaniker/-in Schiffgraben 49
für Abbruch und Beton­ 30175 Hannover
trenntechnik Telefon: 0511 3107-0
•• Bauzeichner/-in Telefax: 0511 3107-333
•• Berg- und Maschinen­ E-Mail: info@hannover.ihk.de
mann/Berg- und Maschi­ Homepage: www.hannover.ihk.de
nenfrau (Die IHK Hannover ist auch zuständig für die Aner­
•• Bergbautechnologe/-in kennungsverfahren im IHK-Bezirk Braunschweig)
•• Berufskraftfahrer/-in
•• Binnenschiffer/-in
•• Biologielaborant/-in
•• Biologiemodellmacher/-in
•• Brauer/-in und Mälzer/-in
•• Buchhändler/-in
•• Bühnenmaler/-in und
-plastiker/-in
•• Chemielaborant/-in
•• Chemielaborjungwerker/-in
•• Chemikant/-in
•• Destillateur/-in
•• Diamantschleifer/-in

149
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Drogist/-in
•• Edelmetallprüfer/-in
•• Edelsteinfasser/-in
•• Edelsteinschleifer/-in
•• Eisenbahner/-in im
­Betriebsdienst
•• Elektroanlagenmonteur/-in
•• Elektroniker/-in für Auto­
matisierungstechnik
•• Elektroniker/-in für
­Betriebstechnik
•• Elektroniker/-in
für ­Gebäude- und
Infrastruktur­systeme
•• Elektroniker/-in für Geräte
und Systeme
•• Elektroniker/-in für
­Informations- und System­
technik
•• Elektroniker/-in für luft­
fahrttechnische Systeme
•• Fachangestellte/-r für
Markt- und Sozial­
forschung
•• Fachangestellte/-r für
Medien- und Informations­
dienste
•• Fachinformatiker/-in
•• Fachkraft für Abwasser­
technik
•• Fachkraft für Automaten­
service

150
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Fachkraft für Fruchtsaft­


technik
•• Fachkraft für Hafenlogistik
•• Fachkraft für Kreislauf- und
Abfallwirtschaft
•• Fachkraft für Kurier-,
Express- und Postdienstleis­
tungen
•• Fachkraft für Lagerlogistik
•• Fachkraft für Lebensmittel­
technik
•• Fachkraft für Lederherstel­
lung und Gerbereitechnik
•• Fachkraft für Lederverar­
beitung
•• Fachkraft für Metalltechnik
•• Fachkraft für Möbel-, Kü­
chen- und Umzugsservice
•• Fachkraft für Rohr-, Kanal-
und Industrieservice
•• Fachkraft für Schutz und
Sicherheit
•• Fachkraft für Straßen- und
Verkehrstechnik
•• Fachkraft für Süßwaren­
technik
•• Fachkraft für Veranstal­
tungstechnik
•• Fachkraft für Wasserversor­
gungstechnik
•• Fachkraft für Wasserwirt­
schaft
•• Fachkraft im Fahrbetrieb

151
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Fachkraft im Gastgewerbe
•• Fachlagerist/-in
•• Fachmann/Fachfrau für
Systemgastronomie
•• Fahrradmonteur/-in
•• Fahrzeuginnenausstatter/-in
•• Fassadenmonteur/-in
•• Federmacher/-in
•• Feinoptiker/-in
•• Feinpolierer/-in
•• Fertigungsmechaniker/-in
•• Feuerungs- und Schornstein­
bauer/-in
•• Figurenkeramformer/-in
•• Film- und Videoeditor/-in
•• Flachglasmechaniker/-in
•• Florist/-in
•• Fluggeräteelektroniker
•• Fluggerätmechaniker/-in
•• Fotomedienfachmann/Foto­
medienfachfrau
•• Gestalter/-in für visuelles
Marketing
•• Gießereimechaniker/-in
•• Glasapparatebauer/-in
•• Glasbläser/-in FR Glasgestal­
tung, Christbaumschmuck
•• Glasbläser/-in FR Kunst­
augen
•• Glasmacher/-in
•• Glasveredler/-in FR Glasma­
lerei und Kunstverglasung

152
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Glasveredler/-in FR Kanten-
und Flächenveredelung
•• Glasveredler/-in FR Schliff
und Gravur
•• Gleisbauer/-in
•• Hafenschiffer/-in
•• Handzuginstrumenten­
macher/-in
•• Holzbearbeitungs­
mechaniker/-in
•• Holzmechaniker/-in
•• Holzspielzeugmacher/-in
•• Hotelfachmann/Hotel­
fachfrau
•• Hotelkaufmann/Hotel­
kauffrau
•• Immobilienkaufmann/­
Immobilienkauffrau
•• Industrieelektriker/-in
•• Industrie-Isolierer/-in
•• Industriekaufmann/­
Industriekauffrau
•• Industriemechaniker/-in
•• Informatikkaufmann/­
Informatikkauffrau
•• Informations- und Telekom­
munikationssystem-
elektroniker/-in
•• Informations- und Telekom­
munikationssystem-Kauf­
mann/-Kauffrau
•• Investmentfondskaufmann/
Investmentfondskauffrau

153
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Isolierfacharbeiter/-in
•• Kanalbauer/-in
•• Kaufmann/Kauffrau für
audiovisuelle Medien
•• Kaufmann/Kauffrau für
Büromanagement
•• Kaufmann/Kauffrau für
Dialogmarketing
•• Kaufmann/Kauffrau für
Kurier-, Express- und Post­
dienstleistungen
•• Kaufmann/Kauffrau für
Marketingkommunikation
•• Kaufmann/Kauffrau für
Spedition und Logistik­
dienstleistung
•• Kaufmann/Kauffrau für
Tourismus und Freizeit
•• Kaufmann/Kauffrau für
Verkehrsservice
•• Kaufmann/Kauffrau für
Versicherungen und
Finanzen
•• Kaufmann/Kauffrau im
Einzelhandel
•• Kaufmann/Kauffrau im
Eisenbahn- und Straßen­
verkehr
•• Kaufmann/Kauffrau im
Gesundheitswesen
•• Kaufmann/Kauffrau im
Groß- und Außenhandel

154
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Kerzenhersteller/- in und
Wachsbildner/-in (Industrie
und Handel)
•• Koch/Köchin
•• Konstruktionsmechani­
ker/-in
•• Kosmetiker/-in (Industrie
und Handel)
•• Lacklaborant/-in
•• Leichtflugzeugbauer/-in
•• Leuchtröhrenglasbläser/-in
•• Luftverkehrskaufmann/
Luftverkehrskauffrau
•• Maschinen- und Anlagen­
führer/-in
•• Maskenbildner/-in
•• Mathematisch-­
technische/-r Software­
entwickler/-in
•• Mechatroniker/-in
•• Mediengestalter/-in Bild
und Ton
•• Mediengestalter/-in Digital
und Print FR Beratung und
Planung
•• Mediengestalter/-in Digital
und Print FR Gestaltung
und Technik
•• Mediengestalter/-in Digital
und Print FR Konzeption
und Visualisierung
•• Mediengestalter/-in
­Flexografie

155
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Medienkaufmann/Medien­
kauffrau Digital und Print
•• Medientechnologe/­
Medientechnologin Druck­
verarbeitung
•• Mikrotechnologe/-in
•• Musikfachhändler/-in
•• Naturwerkstein­
mechaniker/-in
•• Oberflächenbeschichter/-in
•• Packmitteltechnologe/-in
•• Papiertechnologe/-in
•• Pelzveredler/-in
•• Personaldienstleistungs­
kaufmann/Personaldienst­
leistungskauffrau
•• Pharmakant/-in
•• Physiklaborant/-in
•• Polsterer/Polsterin
•• Produktgestalter/-in - Textil
•• Produktionsfachkraft
Chemie
•• Produktionsmechaniker/-in
Textil
•• Produktionstechnologe/
Produktionstechnologin
•• Produktprüfer/-in - Textil
•• Produktveredler/-in - Textil
•• Restaurantfachmann/Res­
taurantfachfrau
•• Rohrleitungsbauer/-in
•• Sattler/-in FR Fahrzeug­
sattlerei

156
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Sattler/-in FR Feintäschnerei
•• Sattler/-in FR Reitsport­
sattlerei
•• Schädlingsbekämpfer/-in
•• Schifffahrtskaufmann/
Schifffahrtskauffrau
•• Schleifer/-in
•• Schuhfertiger/-in
•• Servicefachkraft für Dialog­
marketing
•• Servicefahrer/-in
•• Servicekaufmann/Service­
kauffrau im Luftverkehr
•• Servicekraft für Schutz und
Sicherheit
•• Spezialtiefbauer/-in
•• Spielzeughersteller/-in
•• Sport- und Fitnesskauf­
mann/Fitnesskauffrau
•• Sportfachmann/Sportkauf­
frau
•• Stoffprüfer/-in (Chemie)
Glas-, Keramische Industrie
sowie Steine und Erden
•• Straßenwärter/-in
•• Tankwart/-in
•• Technische/-r
­Konfektionär/-in
•• Technische/-r
­Modellbauer/-in
•• Technische/-r
­Produktdesigner/-in

157
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Technische/-r
­Systemplaner/-in
•• Textillaborant/-in
•• Textil- und Modenäher/-in
•• Textil- und Mode­
schneider/-in
•• Thermometermacher/-in FR
Thermometerblasen
•• Thermometermacher/-in FR
Thermometerjustieren
•• Tiefbaufacharbeiter/-in
(Industrie und Handel)
•• Tierpfleger/-in
•• Trockenbaumonteur/-in
•• Veranstaltungskaufmann/
Veranstaltungskauffrau
•• Verfahrensmechaniker/-in
für Beschichtungstechnik
•• Verfahrensmechaniker/-in
für Brillenoptik
•• Verfahrensmechaniker/-in
für Kunststoff- und Kaut­
schuktechnik
•• Verfahrensmechaniker/-in
Glastechnik
•• Verfahrensmechaniker/-in
in der Hütten- und Halb­
zeugindustrie
•• Verfahrensmechaniker/-in
in der Steine- und Erdenin­
dustrie

158
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Verfahrenstechnologe/-in
Mühlen- und Getreide­
wirtschaft FR Agrarlager,
Müllerei
•• Verkäufer/-in
•• Wasserbauer/-in
•• Weintechnologe/-in
•• Werkfeuerwehrmann/
Werkfeuerwehrfrau
•• Werkstoffprüfer/-in
•• Werkzeugmechaniker/-in
•• Zerspanungsmechani­
ker/-in

•• Fachkraft für Abwasser­ Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirt­


technik (im öffentlichen schaft, Küsten- und Naturschutz
Dienst) Am Sportplatz 23
•• Fachkraft für Kreislauf- und 26506 Norden
Abfallwirtschaft (im öffent­ Telefon: 04931 947-0
lichen Dienst) E-Mail: pressestelle@nlwkn-dir.niedersachsen.de
•• Fachkraft für Rohr-, Kanal- Homepage: https://www.nlwkn.niedersachsen.de
und Industrieservice (im
öffentlichen Dienst)
•• Fachkraft für Wasserversor­
gungstechnik (im öffentli­
chen Dienst)

159
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Niedersächsische Landesschulbehörde
•• Fachangestellte/-r für Regionalabteilung Hannover
Bäderbetriebe Am Waterlooplatz 11
30169 Hannover
Telefon: 0511 106-0
Telefax: 0511 106-2654
E-Mail: Poststelle-H@nlschb.niedersachsen.de
Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
dersachsen.de/organisation/standorte/hannover

•• Fachangestellte/-r für Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek


Medien- und Informations­ Niedersächsische Landesbibliothek
dienste Waterloostraße 8
30169 Hannover
Telefon: 0511 1267-0
Telefax: 0511 1267-202
E-Mail: information@gwlb.de
Homepage: https://www.gwlb.de

•• Geomatiker/-in IHK FOSA


•• Vermessungstechniker/-in Ulmenstraße 52g
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 815060
Telefax: 0911 81506100
E-Mail: info@ihk-fosa.de
Homepage: www.ihk-fosa.de
(Die IHK FOSA ist zuständig für alle niedersäch­
sischen IHK-Bezirke mit Ausnahme der Bezirke
Braunschweig und Hannover)

160
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Industrie- und Handelskammer Hannover


Schiffgraben 49
30175 Hannover
Telefon: 0511 3107-0
Telefax: 0511 3107-333
E-Mail: info@hannover.ihk.de
Homepage: www.hannover.ihk.de
(Die IHK Hannover ist auch zuständig für die Aner­
kennungsverfahren im IHK-Bezirk Braunschweig)

Industrie und Handel - Fortbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

IHK FOSA
•• Bankfachwirt/-in Ulmenstraße 52g
•• Berufspädagoge/-in 90443 Nürnberg
•• Bilanzbuchhalter/-in Telefon: 0911 815060
•• Controller/-in Telefax: 0911 81506100
•• Fachberater/-in für Finanz­ E-Mail: info@ihk-fosa.de
dienstleistungen Homepage: www.ihk-fosa.de
•• Fachberater/-in im Vertrieb
•• Fachkaufmann/Fach­ Industrie- und Handelskammer Hannover
kauffrau für betriebliche Schiffgraben 49
Altersversorgung (IHK) 30175 Hannover
•• Fachwirt/-in für Büro- und Telefon: 0511 3107-0
Projektorganisation Telefax: 0511 3107-333
•• Fachkaufmann/Fachkauf­ E-Mail: info@hannover.ihk.de
frau für Büromanagement Homepage: www.hannover.ihk.de
•• Fachwirt/-in für Einkauf
•• Fachwirt-/in für Marketing

161
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Fortbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Fachwirt/-in für Finanzbe­ (Die IHK FOSA ist zuständig für alle niedersäch­
ratung sischen IHK-Bezirke mit Ausnahme der Bezirke
•• Fachwirt/-in für Güterver­ Braunschweig und Hannover)
kehr und Logistik (Die IHK Hannover ist auch zuständig für die
•• Fachwirt/-in für Personen­ ­Anerkennungsverfahren im IHK-Bezirk Braun­
verkehr und Mobilität schweig)
•• Fachwirt/-in für Versiche­
rungen und Finanzen
•• Fachwirt/-in für Werbung
und Kommunikation
•• Fachwirt/-in im Gastge­
werbe
•• Fachwirt/-in im Sozial- und
Gesundheitswesen
•• Fremdsprachenkorrespon­
dent/-in
•• Handelsassistent/-in Einzel­
handel
•• Handelsfachwirt/-in
•• Immobilienfachwirt/-in
•• Industriefachwirt/-in
•• Medienfachwirt/-in Print
•• Personalfachkaufmann/
Personalfachkauffrau
•• Technische/-r Betriebs­
wirt/-in
•• Technische/-r Fachwirt/-in
•• Tourismusfachwirt/-in
•• Veranstaltungsfachwirt/-in
•• Wirtschaftsfachwirt/-in

162
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Industrie und Handel - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Baumaschinenmeister/-in IHK FOSA


•• Floristmeister/-in Ulmenstraße 52g
•• Industriemeister/-in 90443 Nürnberg
­Chemie Telefon: 0911 815060
•• Industriemeister/-in Telefax: 0911 81506100
­Elektrotechnik E-Mail: info@ihk-fosa.de
•• Industriemeister/-in Homepage: www.ihk-fosa.de
­Kunststoff und Kautschuk
•• Industriemeister/-in (Die IHK FOSA ist zuständig für alle niedersäch­
­Mechatronik sischen IHK-Bezirke mit Ausnahme der Bezirke
•• Industriemeister/-in Metall Braunschweig und Hannover)
•• Industriemeister/-in Papier-
und Kunststoffverarbeitung
•• Industriemeister/-in Industrie- und Handelskammer Hannover
­Pharmazie Schiffgraben 49
•• Industriemeister/-in 30175 Hannover
­Printmedien Telefon: 0511 3107-0
•• Küchenmeister/-in Telefax: 0511 3107-333
•• Logistikmeister/-in E-Mail: info@hannover.ihk.de
•• Meister/-in für Schutz und Homepage: www.hannover.ihk.de
Sicherheit
•• Meister/-in für Veranstal­ (Die IHK Hannover ist auch zuständig für die Aner­
tungstechnik kennungsverfahren im IHK-Bezirk Braunschweig)
•• Restaurantmeister/-in

Meister/-in für Bäderbetriebe Niedersächsische Landesschulbehörde


Regionalabteilung Hannover
Am Waterlooplatz 11
30169 Hannover
Telefon: 0511 106-0
Telefax: 0511 106-2654
E-Mail: Poststelle-H@nlschb.niedersachsen.de
Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
dersachsen.de/organisation/standorte/hannover
163
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Ingenieurberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Ingenieurkammer Niedersachsen
•• Ingenieur/-in Hohenzollernstraße 52
•• Ingenieur/-in, beratende/-r 30161 Hannover
Telefon: 0511 39789-0
Telefax: 0511 39789-34
E-Mail: kammer@ingenieurkammer.de
Homepage: http://www.ingenieurkammer.de

Markscheider/-in Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie


(anerkannte/-r) An der Marktkirche 9
38678 Clausthal- Zellerfeld
Telefon: 05323 9612-200
Telefax: 05323 9612-258 oder - 273
E-Mail: poststelle@lbeg.niedersachsen.de
Homepage: https://www.lbeg.niedersachsen.de

Prüfingenieur/-in nach Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau


Straßenverkehrs-Zulas­ und Verkehr
sungs-Ordnung (STVZO), Göttinger Chaussee 76 a
Anlage VIIIb 30453 Hannover
Telefon: 0511 3034-01
Telefax: 0511 3034-2099
E-Mail: poststelle@nlstbv.niedersachsen.de
Homepage: https://www.strassenbau.niedersach­
sen.de/startseite/

•• Sachverständige/-r (amt­ Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft,


lich anerkannte/-r) nach Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Kraftfahrsachverständigen­ Friedrichswall 1
gesetz (KfSachVG) 30159 Hannover
•• Prüfer/-in (amtlich aner­ Telefon: 0511 120-0
kannte/-r) nach Kraftfahr­ Telefax: 0511 120-5770
sachverständigengesetz E-Mail: poststelle@mw.niedersachsen.de
(KfSachVG) Homepage: http://www.mw.niedersachsen.de

164
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Landwirtschaft - Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
•• Fachkraft Agrarservice Mars-la-Tour-Straße 1-13
•• Fischwirt/-in 26121 Oldenburg
•• Forstwirt/-in Telefon: 0441 801-0
•• Gärtner/-in Telefax: 0441 801-180
•• Hauswirtschafter/-in E-Mail: info@lwk-niedersachsen.de
•• Landwirt/-in Homepage: http://www.lwk-niedersachsen.de
•• Landwirtschaftlich-­
technische/-r Laborant/-in,
Landwirtschaftliche/-r
Laborant/-in
•• Milchtechnologe/
Milchtechnologin
•• Milchwirtschaftliche/-r
Laborant/-in
•• Pferdewirt/-in
•• Revierjäger/-in
•• Tierwirt/-in

Landwirtschaft - Fortbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Besamungsbeauftragte/-r Mars-la-Tour-Straße 1-13
26121 Oldenburg
Telefon: 0441 801-0
Telefax: 0441 801-180
E-Mail: info@lwk-niedersachsen.de
Homepage:
http://www.lwk-niedersachsen.de
165
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Landwirtschaft - Fortbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung,


Zuchtleiter/-in Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Telefon: 0511 120-0
Telefax: 0511 120-2382
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Homepage: https://www.ml.niedersachsen.de

Landwirtschaft - Meisterberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
•• Agrarservicemeister/-in Mars-la-Tour-Straße 1-13
•• Fischwirtschaftsmeister/-in 26121 Oldenburg
•• Forstwirtschaftsmeister/-in Telefon: 0441 801-0
•• Gärtnermeister/-in Telefax: 0441 801-180
•• Hauswirtschaftsmeister/-in E-Mail: info@lwk-niedersachsen.de
•• Landwirtschaftsmeister/-in Homepage: http://www.lwk-niedersachsen.de
•• Molkereimeister/-in
•• Milchwirtschaftliche/-r
Labormeister/-in
•• Pferdewirtschaftsmeis­
ter/-in
•• Revierjagdmeister/-in
•• Tierwirtschaftsmeister/-in

166
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Pädagogikberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

niedersächsische Hochschulen, die einen entspre­


•• Bewährungshelfer/-in chenden Studiengang anbieten
•• Heilpädagoge/Heilpäd­
agogin (B.A.) (staatlich
anerkannte/-r)
•• Kindheitspädagoge/Kind­
heitspädagogin (B.A.)
(staatlich anerkannte/-er)
•• Sozialarbeiter/-in (B.A.)
(staatlich anerkannte/-r)
•• Sozialpädagoge/Sozialpä­
dagogin (B.A.) (staatlich
anerkannte/-r)

•• Erzieher/-in (staatlich Niedersächsische Landesschulbehörde


­anerkannte/-r) Regionalabteilung Braunschweig
•• Heilpädagoge/Heilpäda­ Wilhelmstr. 62 - 69
gogin (staatlich anerkann­ 38100 Braunschweig
te/-r) Telefon: 0531 484-0
•• Sozialpädagogische/-r Telefax: 0531 484-3436
Assistent/-in (staatlich E-Mail: Poststelle-BS@nlschb.niedersachsen.de
geprüfte/-r) Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
•• Heilerziehungspfleger/-in dersachsen.de/organisation/standorte/braun­
(staatlich anerkannte/-r) schweig

167
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Pädagogikberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Niedersächsische Landesschulbehörde
Regionalabteilung Hannover
Am Waterlooplatz 11
30169 Hannover
Telefon: 0511 106-0
Telefax: 0511 106-2654
E-Mail: Poststelle-H@nlschb.niedersachsen.de
Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
dersachsen.de/organisation/standorte/hannover

Niedersächsische Landesschulbehörde
Regionalabteilung Lüneburg
Auf der Hude 2,
21339 Lüneburg
Telefon: 04131 15-0
Telefax: 04131 15-2910
E-Mail: Poststelle-LG@nlschb.niedersachsen.de
Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
dersachsen.de/organisation/standorte/luneburg

Niedersächsische Landesschulbehörde
Regionalabteilung Osnabrück
Mühleneschweg 8
49090 Osnabrück
Telefon: 0541 314-01
Telefax: 0541 314-400
E-Mail: Poststelle-OS@nlschb.niedersachsen.de
Homepage: https://www.landesschulbehoerde-nie­
dersachsen.de/organisation/standorte/osnabrueck

168
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Pädagogikberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Niedersächsisches Kultusministerium
Lehrer/-in Schiffgraben 12
30159 Hannover
Telefon: 0511 120-0
Telefax: 0511 120-7450
E-Mail: poststelle@mk.niedersachsen.de
Homepage:
https://www.mk.niedersachsen.de

Rechtsberufe - nichtakademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Inkassodienstleister/-in Niedersächsische Präsidialamts- und


•• Rentenberater/-in ­Landgerichte
•• Rechtsdienstleister in einem
ausländischen Recht
•• Anbieter vorübergehender
Rechtsdienstleistungen i. S. des
§ 15 Rechtsdienstleistungs­
gesetz (RDG)

•• Notarfachangestellte/-r Rechtsanwaltskammer für den Oberlandesge­


•• Notariatsfachwirt/-in richtsbezirk Braunschweig
•• Rechtsanwalts- und Notarfach­ Lessingplatz 1
angestellte/-r 38100 Braunschweig
•• Rechtsanwaltsfachangestell­ Telefon: 0531 12335-0
te/-r Telefax: 0531 12335-66
•• Rechtsfachwirt/-in (geprüfte/-r) E-Mail: info@rak-braunschweig.de
•• Patentanwaltsfachangestellte/-r Homepage: http://www.rak-braunschweig.de

169
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Rechtsberufe - akademisch

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Europäische/-r Rechts­ Gemeinsames Juristisches Prüfungsamt der Länder


anwalt/-Rechtsanwältin Berlin und Brandenburg
(Eignungsprüfung nach Salzburger Straße 21-25
EuRAG) 10825 Berlin-Schöneberg
Telefon: 030 9013-0
Telefax: 030 9013-2000
E-Mail: poststelle@senjust.berlin.de
Homepage: http://www.berlin.de/sen/justiz/juris­
tenausbildung/anerkennung-auslaendischer-ab­
schluesse/artikel.435583.php

•• Rechtsanwalt/Rechtsan­ Niedersächsisches Justizministerium


wältin Landesjustizprüfungsamt
•• Richter/-in Fuhsestr. 30
•• Staatsanwalt/Staatsan­ 29221 Celle
wältin Telefon: 05141 5939-105
Telefax: 05141 5939-270
E-Mail: poststelle@mj.niedersachsen.de
Homepage: https://www.mj.niedersachsen.de

170
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Steuerberufe und Wirtschaftsprüfer

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Steuerberater/-in Steuerberaterkammer Niedersachsen


•• Steuerfachangestellte/-r Adenauerallee 20
•• Steuerfachwirt/-in 30175 Hannover
Telefon: 0511 28890-0
Telefax: 0511 2834032
E-Mail: info@stbk-niedersachsen.de
Homepage: https://www.stbk-niedersachsen.de

Wirtschaftsprüfer/-in Wirtschaftsprüferkammer
Rauchstraße 26
10787 Berlin
Telefon: 030 726161-0
Telefax: 030 726161-212
E-Mail: kontakt@wpk.de
Homepage: https://www.wpk.de

171
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Schulische nicht reglementierte Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Agrarwirtschaftlich-tech­ Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen des


nische/-r Assistent/-in Sekretariats der Ständigen Konferenz der Kultusmi­
(staatlich geprüfte/-r) nister der Länder in der Bundesrepublik Deutsch­
•• Atem-, Sprech- und land (ZAB)
Stimmlehrer/-in (staatlich Graurheindorfer Str. 157
geprüfte/-r) 53117 Bonn
•• Betriebswirt/-in (staatlich Postfach 2240
geprüfte/-r) 53012 Bonn
•• Biologisch-technische/-r Telefon: 0228 501-0
Assistent/-in (staatlich Telefax: 0228 501-777
geprüfte/-r) E-Mail: zab@kmk.org und zab@kmk.org
•• Chemisch-technische/-r Homepage: https://www.kmk.org/zab.html
Assistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Elektro-technische/-r
Assistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Gestalter/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Gestaltungstechnische/-r
Assistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Hauswirtschaftliche/-r
Betriebsleiter/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Informatiker/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Informationstechnische/-r
Assistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Kaufmännische/-r Assis­
tent/-in (staatlich geprüf­
te/-r)

172
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Schulische nicht reglementierte Ausbildungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Kosmetiker/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Pflegeassistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Schichtführer/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Schiffsbetriebstechnische/-r
Assistent/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Sozialassistent/-in (staatlich
geprüfte/-r) Fachrichtung
Persönliche Assistenz
•• Techniker/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Umweltschutz-techni­
sche/-r Assistent/-in (staat­
lich geprüfte/-r)
•• Verkaufsleiter/-in (staatlich
geprüfte/-r)
•• Wirtschafter/-in (Fach­
schule Agrarwirtschaft)
(staatlich geprüfte/-r)
•• Wirtschafter/-in (Fachschu­
le Hauswirtschaft) (staatlich
geprüfte/-r)

173
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Verwaltungsberufe

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Sozialversicherungsfachan­ Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Han­


gestellte/-r - Fachrichtung nover
gesetzliche Rentenversi­ Lange Weihe 6
cherung 30880 Laatzen
•• Sozialversicherungsfach­ Telefon: 0511 829-0
wirt/-in - Fachrichtung Telefax: 0511 829-2635
gesetzliche Rentenversi­ E-Mail: info@drv-bsh.de
cherung Homepage: www.deutsche-rentenversicherung.de/
BraunschweigHannover/de

•• Krankenkassenfachwirt/-in AOK Niedersachsen


•• Sozialversicherungsfachan­ Bildungs- und Tagungszentrum
gestellte/-r - Fachrichtung Bahnhofstr. 6
allgemeine Krankenversi­ 31157 Sarstedt
cherung Telefon: 05066 8010
•• Sozialversicherungsfachan­ Telefax: 0511 285-33-18000
gestellte/-r - Fachrichtung E-Mail: Andreas.Baum@nds.aok.de
gesetzliche Unfallversiche­ Homepage: https://niedersachsen.aok.de
rung
•• Sozialversicherungsfachan­
gestellte/-r - Fachrichtung
landwirtschaftliche Sozial­
versicherung

•• Verwaltungsfachange­ Niedersächsisches Studieninstitut für kommunale


stellte/-r - Fachrichtung Verwaltung e.V.
Kommunalverwaltung Wielandstraße 8
•• Verwaltungsfachange­ 30169 Hannover
stellte/-r - Fachrichtung Telefon: 0511 1609-0
Landesverwaltung Telefax: 0511 15537
E-Mail: info@nds-sti.de
Homepage: https://www.nsi-hsvn.de

174
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Weitere Berufsfelder

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

•• Lebensmittelchemiker/-in Niedersächsisches Ministerium für Ernährung,


(staatlich geprüfte/-r) Landwirtschaft und Verbraucherschutz
•• Lebensmittelkontrolleur/-in Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Telefon: 0511 120-0
Telefax: 0511 120-2382
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Homepage: https://www.ml.niedersachsen.de

Fahrlehrer/-in alle niedersächsischen Landkreise, kreisfreien Städ­


te, großen selbständigen Städte und selbständigen
Gemeinden

•• Fachkundige/-r für den Staatliche Gewerbeaufsichtsämter in Braun­


Umgang mit pyrotechni­ schweig, Celle, Göttingen, Hannover, Hildesheim
schen Gegenständen bzw. Osnabrück
•• Fachkundige/-r für explo­
sionsgefährliche Stoffe mit
anderer Zweckbestimmung
•• Fachkundige/-r für Tätig­
keiten mit Explosivstoffen

Dolmetscher/-in Landgericht Hannover


Volgersweg 65
30175 Hannover
Telefon: 0511 347-2659
Telefax: 0511 347-3550
E-Mail: lgh-verwaltungspoststelle@justiz.nieder­
sa-chsen.de
Homepage: https://www.landgericht-hannover.
niedersachsen.de/informationen_und_download/
informationen_dolmetscher_und_uebersetzer/-dol­
metscherinnen-und-dolmetscher-sowie-uebersetze­
rinnen-und-uebersetzer-140293.html
175
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Weitere Berufsfelder

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Übersetzer/-in Landgericht Hannover


Volgersweg 65
30175 Hannover
Telefon: 0511 347-2659
Telefax: 0511 347-3550
E-Mail: lgh-verwaltungspoststelle@justiz.nieder­
sachsen.de
Homepage: https://www.landgericht-hannover.
niedersachsen.de/informationen_und_download/
informationen_dolmetscher_und_uebersetzer/-dol­
metscherinnen-und-dolmetscher-sowie-uebersetze­
rinnen-und-uebersetzer-140293.html

•• Anästhesietechnische/-r Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)


Assistent/-in Wegelystraße 3
•• Operationstechnische/-r 10623 Berlin
Assistent/-in Telefon: 030 39801-0
Fax: 030 39801-3000
E-Mail: dkgmail@dkgev.de
Homepage: http://www.dkgev.de

Heilpraktiker/-in Jeweils örtlich zuständige Gesundheitsämter


Hinweis: Keine Anerkennungsverfahren möglich.
Voraussetzung zur Ausübung der Tätigkeit ist die
bestandene Kenntnisprüfung (s. auch unter 8.6:
Kenntnisprüfung)

176
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Weitere Berufsfelder

zuständige
Berufsbezeichnung
Anerkennungsstelle

Seeleute (Seeschifffahrt) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie


Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg
Ansprechpartner:
Jörg Reimers
Telefon: 040 3190-7126
E-Mail: joerg.reimers@bsh.de
Markus Steenbock
Telefon: 040 3190-7128
E-Mail: markus.steenbock@bsh.de
Homepage: http://www.bsh.de

Immobilienmakler/-in alle niedersächsischen IHK im jeweiligen Kammer­


bezirk

8.5 Ausgewählte Beispiele18 wollen (Human- und Zahnmediziner/-in­


nen, die in Niedersachsen studiert haben,
■ Ärzte/Ärztinnen | mögen sich wegen der Erteilung der
Zahnärzte/-Zahnärztinnen Approbation bitte an die Abt. 2 des NiZzA
Der Niedersächsische Zweckverband zur – Landesprüfungsamt – wenden).
Approbationserteilung (NiZzA), Nobel­
ring 4, 30627 Hannover ist u. a. für Um in Deutschland als Arzt/Ärztin oder
die Erteilung von Approbationen und Zahnarzt/Zahnärztin arbeiten zu dürfen,
Berufserlaubnissen an Ärzte/Ärztinnen wird entweder die Approbation nach § 3
und Zahnärzte/Zahnärztinnen zuständig. der Bundesärzteordnung (BÄO) bzw. § 2
Zu den Aufgaben der Abt. 1 des NiZzA des Gesetzes über die Ausübung der
gehört die Erteilung von Approbationen Zahnheilkunde (Zahnheilkundegesetz
und Berufserlaubnissen an Human- und – ZHG) oder eine Erlaubnis zur vorüber­
Zahnmediziner/-innen, die ihre Ausbil­ gehenden Ausübung des ärztlichen bzw.
dung im Ausland absolviert haben und zahnärztlichen Berufes (Berufserlaubnis)
in Niedersachsen ihren Beruf ausüben nach § 10 BÄO bzw. § 13 ZHG benötigt.

18
Die im Text zitierten Gesetze finden Sie unter: http://www.gesetze-im-internet.de 177
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Grundlegende Voraussetzung ist der ärztlichen Ausbildung. Sollte erstmals


Nachweis einer abgeschlossenen ärztli­ eine Berufserlaubnis beantragt werden,
chen bzw. zahnärztlichen Ausbildung. könnte diese zunächst nur für maximal
zwei Jahre erteilt werden. Über diesen
Die BÄO bzw. das ZHG sind mit Wirkung Zeitraum hinaus darf eine Berufserlaubnis
zum 01.04.2012 durch Artikel 29 bzw. ausnahmsweise nur in besonderen Ein­
33 des Gesetzes zur Verbesserung der zelfällen oder aus Gründen der ärztlichen
Feststellung und Anerkennung im Aus­ Versorgung erteilt oder verlängert wer­
land erworbener Berufsqualifikationen u. den. Die Erteilung oder Verlängerung aus
a. dahingehend geändert worden, dass Gründen der ärztlichen Versorgung ist nur
grundsätzlich alle Human- und Zahnmedi­ zulässig, wenn in dem Fachgebiet, in dem
ziner/-innen die Approbation beantragen die ärztliche Tätigkeit ausgeübt werden
können. Für EU/EWR Abschlüsse gilt wei­ soll, ein gleichwertiger Ausbildungsstand
terhin das Verfahren der automatischen nachgewiesen wird. Zur Internetseite
Anerkennung, d.h. eine Anerkennung des NiZzA, auf der auch diverse Infor­
erfolgt ohne Einzelfallprüfung. mationen und Vordrucke als Downloads
Allerdings muss bei ärztlichen bzw. zahn­ eingestellt sind, gelangen Sie über:
ärztlichen Ausbildungen, die außerhalb http://www.nizza.niedersachsen.de.
der Europäischen Union/ des Europäi­
schen Wirtschaftsraums/ der Schweiz ■ Apotheker/-innen
absolviert worden sind, für die Erteilung Die automatische Anerkennung für EU/
der Approbation ein gleichwertiger EWR Abschlüsse von EU/EWR Staatsange­
Ausbildungsstand nachgewiesen werden. hörigen gilt auch für Apotheker/Apothe­
Wenn zwischen der von den Antragstel­ kerinnen. Für Personen, die nicht unter
lenden im Ausland absolvierten ärztlichen die Richtlinie fallen, wird nun ­geprüft, ob
Ausbildung und dem deutschen Medi­ wesentliche Unterschiede in der Aus­
zinstudium wesentliche Unterschiede bildung vorliegen und ob diese durch
bestehen, und nicht beispielsweise durch Berufserfahrung, egal ob im In- oder
Berufserfahrung ausgeglichen sind, müs­ Ausland erworben, ausgeglichen werden
sen die Antragsteller/-innen eine Prüfung können.
bestehen, die sich auf den Inhalt der
staatlichen Abschlussprüfung bezieht. ■ Gesundheits- und Pflegeberufe
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit Bei den bundesrechtlich geregelten
der ausländischen Ausbildung ist die nicht akademischen Gesundheitsberu­
Erstellung eines Sachverständigengutach­ fen handelt es sich beispielsweise um
tens nötig. folgende Berufe: Gesundheits- und
Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und
Im Gegensatz dazu genügt für eine Kinderkrankenpfleger/-in, Altenpfle­
Berufserlaubnis der Nachweis einer ger/-in, Hebamme/Entbindungspfleger,
abgeschlossenen ärztlichen bzw. zahn­ Medizinisch-technische/-r Assistent/-in,
178
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Pharmazeutisch-technische/-r Assis­ der Handwerkskammer geführt werden,


tent/-in, Physiotherapeut/-in, Masseur/-in, erforderlich. Für EU/EWR Staatsangehö­
med. Bademeister/-in, Diätassistent/-in, rige besteht die Möglichkeit, die für die
Ergotherapeut/-in, Logopäde/ Logopädin, selbständige Handwerksausübung not­
Orthoptist/-in, Podologe/Podologin. Für wendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für
diese reglementierten Berufe ergibt sich Berufe der Anlage A zur Handwerksord­
das Anerkennungsverfahren aus dem nung ausgenommen Nummern 33 – 37
jeweiligen Berufsgesetz. Dort sind auch unter den Voraussetzungen der EU/EWR-
die möglichen Ausgleichsmaßnahmen Handwerk-Verordnung nachzuweisen; im
aufgeführt. grenzüberschreitenden Dienstleistungs­
verkehr bestehen weitere Erleichterun­
■ Handwerksberufe gen. Nähere Informationen erteilen die
Die Handwerkskammern in Niedersach­ örtlich zuständigen Handwerkskammern.
sen sind jeweils für ihren Bezirk für die
Feststellung der Gleichwertigkeit der ■ Ingenieur/-innen
Berufsabschlüsse im Handwerk zustän­ Die Ingenieurkammer Niedersachsen ist
dig. Für die selbständige Ausübung eines nach dem Niedersächsischen Ingenieur­
zulassungspflichtigen Handwerks der gesetz (NIngG) für die Genehmigung des
Anlage A zur Handwerksordnung ist eine Führens der Berufsbezeichnung „Inge­
Eintragung in die Handwerksrolle (§§ 6, 7 nieur/-in“ zuständig. Eine Umwandlung
Handwerksordnung) und für die Aus­ ausländischer Hochschulgrade in ent­
übung eines zulassungsfreien Handwerks sprechende deutsche akademische Grade
oder handwerksähnlichen Gewerbes der findet nur noch für Spätaussiedler/-innen
Anlage B zur Handwerksordnung ist die durch das Niedersächsische Ministerium
Eintragung in ein Verzeichnis (§§ 18, für Wissenschaft und Kultur statt (siehe
19 Handwerksordnung), die jeweils bei Teil I, Kapitel 3). Für eine eventuelle
179
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

E­ intragung in die von der Ingenieur­ kennung „als der zweiten juristischen
kammer Niedersachsen geführten Listen Staatsprüfung gleichwertig“ scheidet
nach der Niedersächsischen Bauordnung allerdings von vornherein aus, weil
(NBauO) wird geprüft, ob der vorge­ dies die unmittelbare Berufsfähig­
legte Abschluss dem eines Studiums in keit in den juristischen Berufen der
der Fachrichtung Bauingenieurwesen Bundesrepublik Deutschland ohne
entspricht. vorherige Einarbeitung in das hier
geltende Recht voraussetzt. Diese
■ Rechtsberufe Befähigung vermitteln außerhalb
Die Anerkennung ausländischer juris­ des Geltungsbereichs des Deutschen
tischer Abschlüsse, insbesondere die Richtergesetzes abgelegte juristi­
Durchführung der Gleichwertigkeits­ sche Prüfungen jedoch nicht. Eine
prüfung, erfolgt im Niedersächsischen im Ausland abgelegte Prüfung kann
Justizministerium durch das Landesjustiz­ daher nur als mit der ersten Prüfung
prüfungsamt. Eine Anerkennungsprüfung gleichwertig anerkannt werden. Die
wird nur in Verbindung mit einem Antrag Gleichwertigkeit liegt vor, wenn das
auf Einstellung in den Vorbereitungs­ im Ausland absolvierte Studium nach
dienst bei einem der drei niedersächsi­ Stoffangebot und Ausbildungsdauer,
schen Oberlandesgerichte (Braunschweig, Ausbildungsintensität, Prüfungsum­
Celle oder Oldenburg) durchgeführt. fang und Prüfungsanforderungen
dem deutschen rechtswissenschaft­
1. Um in Deutschland einen reglemen­ lichen Studium entspricht. Diese
tierten juristischen Beruf (Richter, Voraussetzung erfüllt beispielsweise
Staatsanwalt, Rechtsanwalt) aus­ ein in Russland oder der ehemaligen
zuüben, ist die „Befähigung zum UdSSR erworbenes juristisches Diplom
Richteramt“ erforderlich. Diese grundsätzlich nur dann, wenn es den
Befähigung erwirbt gemäß § 5 Abs.1 Studiengang „Rechtswissenschaft“
Deutsches Richtergesetz (DRiG), wer (pravovedenie) abschließt. Hierzu
in Deutschland ein rechtswissen­ muss ein Diplom aufgrund eines fünf­
schaftliches Universitätsstudium mit jährigen Tagespräsenzstudiums und
der ersten Prüfung und einen an­ einer Diplomarbeit zuerkannt worden
schließenden Vorbereitungsdienst mit sein. Zuständig für die Gleichwertig­
der zweiten Staatsprüfung abschließt. keitsprüfung ist im Niedersächsischen
Eine im Ausland absolvierte Ausbil­ Justizministerium das Landesjustizprü­
dung verleiht nicht die Befähigung fungsamt, Fuhsestr. 30, 29227 Celle,
zum Richteramt. Telefon: 05141/5939-105, E-Mail:
a) Für bestimmte Personengruppen landesjustizpruefungsamt@mj.nieder­
(Spätaussiedler/-innen und Vertriebe­ sachsen.de.
ne, heimatlose Ausländer/-innen) gibt b) Sofern eine Person aufgrund ihrer
es besondere Regelungen. Eine Aner­ juristischen Ausbildung bereits die
180
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Berechtigung für den unmittelbaren die juristischen Kenntnisse und Fähigkei­


Zugang zum Beruf eines europäischen ten den durch die bestandene staatliche
Rechtsanwalts im Sinne von § 1 des Pflichtfachprüfung nach § 5 Abs. 1 DRiG
Gesetzes über die Tätigkeit europäi­ bescheinigten Kenntnissen und Fähig­
scher Rechtsanwälte in Deutschland keiten entsprechen. Ist eine derartige
erworben hat, kann sie zur deutschen Gleichwertigkeit nicht gegeben, kann
Rechtsanwaltschaft zugelassen wer­ eine Eignungsprüfung abgelegt werden.
den, wenn sie eine Eignungsprüfung Das Berufsqualifikationsfeststellungsge­
im Sinne von § 16 des Gesetzes über setz ist nach § 112 Abs. 3 DRiG nicht
die Tätigkeit europäischer Rechtsan­ anzuwenden.
wälte in Deutschland (EuRAG) bestan­
den hat. Zuständig für die Abnahme Eine analoge Anwendung dieser Vorschrif­
der Eignungsprüfung ist das Gemein­ ten auf andere Personen kommt nicht in Be­
same Prüfungsamt Berlin-Branden­ tracht, da es sich um Ausnahmevorschriften
burg als Gemeinsames Prüfungsamt handelt, die einer erweiternden Analogie
der Länder Berlin, Brandenburg, Freie nicht zugänglich sind.
Hansestadt Bremen, Freie und Han­
sestadt Hamburg, Mecklenburg- Vor­ Zuständig ist auch insoweit im Niedersäch­
pommern, Niedersachsen, Sachsen- sischen Justizministerium das Landesjustiz­
Anhalt und Schleswig- Holstein für die prüfungsamt, Fuhsestr. 30, 29227 Celle,
Eignungsprüfung, Salzburger Straße Telefon: 05141 5939-105, E- Mail: landes­
21-25, 10825 Berlin-Schöneberg; nä­ justizpruefungsamt@mj.niedersachsen.de.
here Informationen finden sich unter:
https://www.berlin.de/sen/justiz/. 2. Erbringung von Rechtsdienstleistungen
c) Eine weitere Sonderregelung gibt es Die Beratung und Vertretung in Rechts­
für Personen, die ein rechtswissen­ angelegenheiten obliegt gemäß § 3 Abs.
schaftliches Universitätsdiplom besit­ 1 BRAO den Rechtsanwältinnen und
zen, das in einem Mitgliedstaat der Rechtsanwälten. Gewisse Rechtsdienst­
Europäischen Union, einem anderen leistungen dürfen jedoch auch durch
Vertragsstaat des Abkommens über andere Personen erbracht werden:
den Europäischen Wirtschaftsraum a) Rechtsanwälte aus Mitgliedstaaten der
(EWR: Norwegen, Island, Liechten­ Welthandelsorganisation sind gemäß
stein) oder der Schweiz erworben § 206 Abs.1 Bundesrechtsanwaltsord­
wurde und dort den Zugang zur nung (BRAO) berechtigt, sich unter der
postuniversitären Ausbildung für den Berufsbezeichnung des Herkunftsstaates
Beruf des europäischen Rechtsanwalts niederzulassen und Rechtsbesorgungen
eröffnet. Diese Personen können auf den Rechtsgebieten des Herkunfts­
gemäß § 112 a DRiG auf Antrag zum staates und des Völkerrechts zu erbrin­
Vorbereitungsdienst zugelassen wer­ gen. Entsprechende Anträge sind an die
den. Voraussetzung hierfür ist, dass Rechtsanwaltskammern (RAK) zu stellen:
181
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

•• RAK Braunschweig, Lessingplatz 1, dienstleistungsgesetz diesen Beruf


38100 Braunschweig auf dem Gebiet der Bundesrepublik
•• RAK Celle, Bahnhofstraße 5, Deutschland mit denselben Befugnis­
29221 Celle sen wie eine nach § 10 Rechtsdienst­
•• RAK Oldenburg, Staugraben 5, leistungsgesetz registrierte Person
26122 Oldenburg. (vgl. vorstehend Ziffer 2 b) vorüber­
b) Inkassodienstleistungen, Rentenbera­ gehend und gelegentlich ausüben.
tung und Rechtsdienstleistungen in Voraussetzung für eine derartige
einem ausländischen Recht können Tätigkeit sind die vorherige Meldung
gemäß § 10 Rechtsdienstleistungs­ durch den Rechtsdienstleister sowie
gesetz auch von Personen erbracht eine vorübergehende Registrierung.
werden, die über eine besondere Zuständig für die Entgegennahme
Sachkunde verfügen sowie persönlich der Meldung und die vorübergehen­
geeignet und zuverlässig sind. Voraus­ de Registrierung sind im Bereich des
setzung für eine derartige Tätigkeit ist Landes Niedersachsen die unter Ziffer
die vorherige Eintragung im Rechts­ 2 b genannten Gerichte und darüber
dienstleistungsregister. Zuständig für hinaus die i. S. des § 19 Rechtsdienst­
die Prüfung der besonderen Sachkun­ leistungsgesetz zuständigen Behörden
de, der persönlichen Eignung und Zu­ der anderen Bundesländer entspre­
verlässigkeit sowie für die Eintragung chend den jeweiligen landesrechtli­
im Rechtsdienstleistungsregister sind chen Regelungen.
in Niedersachsen die Amtsgerichte
Braunschweig, Hannover und Osna­ ■ Steuerberater/-innen
brück sowie die Landgerichte Aurich, Die EU-Staatsangehörigkeit ist nicht mehr
Braunschweig, Bückeburg, Göttingen, Voraussetzung für den Zugang zur ver­
Hannover, Hildesheim, Lüneburg, kürzten Steuerberaterprüfung (vgl. § 37 a
Oldenburg, Osnabrück, Stade und Steuerberatungsgesetz). Für die Zulas­
Verden. sung zur sogenannten Eignungsprüfung
c) Personen, die in einem anderen ist vielmehr das bisherige Berufsqualifika­
Mitgliedstaat der Europäischen Union, tionsniveau von Bedeutung. Insbesondere
in einem anderen Vertragsstaat des muss dies in einem anderen Mitgliedstaat
Abkommens über den Europäischen der EU/Vertragsstaat des EWR oder der
Wirtschaftsraum oder in der Schweiz Schweiz zur selbständigen Hilfeleistung
zur Ausübung des Berufs als Inkas­ in Steuersachen berechtigen. Nach der
sodienstleister/-in, Rentenberater/-in bestandenen Prüfung muss man „be­
oder Erbringer von Rechtsdienstleis­ stellt“ (zugelassen) werden, bevor man
tungen in einem ausländischen Recht als Steuerberater/-in tätig werden darf
oder zur Ausübung eines vergleichba­ (vgl. § 40 Steuerberatungsgesetz). Bei der
ren Berufs rechtmäßig niedergelassen Steuerberaterkammer Niedersachsen sind
sind, dürfen gemäß § 15 Rechts­ entsprechende Formulare für den „An­
182
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

trag auf Bestellung als Steuerberater/-in“ mwikis/eurydice/index.php/Germany:O-


erhältlich. verview. Über das Schulwesen in Nie­
dersachsen informiert der Leitfaden des
■ Wirtschaftsprüfer/-innen Niedersächsischen Kultusministeriums,
Die Wirtschaftsprüferkammer in Berlin der von der Homepage des Ministeriums
führt das bundeseinheitliche Examen für heruntergeladen werden kann: https://
Wirtschaftsprüfer/-innen durch. Die Kam­ www.mk.niedersachsen.de.
mer entscheidet über die Frage, ob die
Voraussetzungen für eine Teilnahme an ■ Abendschule/Abendgymnasium/
der Eignungsprüfung als Wirtschaftsprü­ Abendhauptschule/Abendrealschule
fer/-in gemäß §§ 131g ff. Wirtschaftsprü­ Einrichtung des zweiten Bildungswegs,
ferordnung (WPO) erfüllt sind oder ob die an der Erwachsene im Abendunterricht
Möglichkeit einer Teilnahme am „regulä­ einen Schulabschluss erwerben bzw.
ren“ Wirtschaftsprüfungsexamen besteht. nachholen können.
Die erfolgreiche Teilnahme an einer der
beiden Prüfungen ist Voraussetzung für ■ Abitur/Allgemeine Hochschulreife/
die Bestellung als Wirtschaftsprüfer/-in, Hochschulzugangsberechtigung
die erst zur Wahrnehmung der gesetzlich Die allgemeine Hochschulreife (Abitur) ist
vorbehaltenen Aufgaben für Wirtschafts­ der höchste allgemeinbildende deut­
prüfer/-innen berechtigt. sche Schulabschluss und berechtigt zum
Studium an jeder beliebigen Hochschule
(Universität, Fachhochschule o.ä.). Das
8.6 Glossar Abitur gilt somit als Hochschulzugangsbe­
rechtigung.
■ Vorbemerkungen
Das nachfolgende Glossar soll das Ver­ ■ Akademische Berufe
ständnis des Leitfadens erleichtern und Berufe, die durch ein Studium an einer
auf einige Besonderheiten des deutschen Hochschule erlernt werden und mit einem
Bildungssystems sowie auf Stellen im Inte­ nach der Studienordnung vorgesehenen
grationsbereich aufmerksam machen. Ein Abschluss enden.
mehrsprachiges Glossar für das Bildungs­
wesen in der Bundesrepublik Deutschland ■ Akademisches Auslandsamt (AAA)/
finden Sie im Internet unter: https:// Hochschulbüro für Internationales
www.bildungsserver.de/Glossare-zum-Bil- Das Akademische Auslandsamt ist an
dungswesen-2142-de.html#sectionTit- Universitäten die Stelle für alle Fragen
leID1. Eine ausführliche Darstellung des eines Studienaufenthalts im Ausland,
­Bildungssystems in Deutschland bietet diesbezüglicher Stipendien, der Beratung
auch Eurypedia - Die Informationsdaten­ für die Anerkennung von Studienleistun­
bank zu den Bildungssystemen in Europa: gen (zum Beispiel Teilstudienleistungen,
https://webgate.ec.europa.eu/fpfis/ Studienzeiten oder einzelne Prüfungser­
183
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

gebnisse) nach der Rückkehr sowie für erteilen. Ausländische Urkunden können
ausländische Studenten für Fragen zum nur sehr eingeschränkt beglaubigt wer­
Studium an einer deutschen Hochschule den. Die Dokumente müssen in deutscher
(vgl. Teil I, Kapitel 4). Sprache vorliegen – in Form von beglau­
bigten Übersetzungen.
■ ALBuM
Die Koordinationsstelle „ALBuM, Arbeiten ■ anabin
– Lernen – Beraten mit und für Menschen In der Datenbank anabin der Zentral­
mit Migrationshintergrund“ der Landes­ stelle für ausländisches Bildungswesen
hauptstadt Hannover bietet u.a. berufs­ (ZAB) finden Sie für eine Vielzahl von
bezogene Sprachkurse für Zuwanderer ausländischen Staaten eine umfassende
an: https://www.album-hannover.de. Dokumentation über deren Bildungswe­
sen, die verschiedenen Abschlüsse und
■ Allgemeine Weiterbildung ihre Wertigkeit sowie die akademischen
Die allgemeine Weiterbildung umfasst Grade. Ziel von anabin ist es, u.a. den
alle Weiterbildungsangebote, die nicht zuständigen Ministerien der Länder, den
direkt berufsbezogen sind. Oftmals sind Hochschulen, anderen für die Anerken­
berufliche und allgemeine Weiterbildung nung ausländischer Abschlüsse zustän­
miteinander zu verzahnen. digen Behörden sowie der Öffentlich­
keit Informationen über ausländische
■ AMFN e.V. ­Bildungssysteme und deren Abschlüsse
Der eingetragene Verein AMFN, die zur Verfügung zu stellen: http://anabin.
Arbeitsgemeinschaft von Migrantinnen, kmk.org/anabin.html.
Migranten und Flüchtlingen in Nieder­
sachsen, befasst sich u.a. mit dem Bereich ■ Anerkannte Ausbildungsberufe
Migration und Arbeit: http://www.amfn. Durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG)
de. geregelte Berufsausbildung im Rahmen
des Dualen Systems. Zurzeit bestehen
■ Amtliche Beglaubigung rund 350 anerkannte Ausbildungsberu­
Eine amtliche Beglaubigung ist eine Be­ fe. Daneben gibt es weitere Berufe mit
stätigung über die Echtheit zum Beispiel (schulisch) geregelten Ausbildungsgän­
der Fotokopie eines Zeugnisses. Sie kann gen, die in den einzelnen Bundesländern
in Niedersachsen u. a. in den Bürgerbü­ anerkannt werden. Jugendliche unter 18
ros, bei einer Notarin oder einem Notar Jahren dürfen nur in anerkannten Ausbil­
gegen Gebühr erfolgen. Im Ausland dungsberufen ausgebildet werden. Die in
dürfen die diplomatischen Vertretungen Niedersachsen anerkannten Ausbildungs­
der Bundesrepublik Deutschland und die berufe können im Internet unter https://
im jeweiligen Land zur amtlichen Beglau­ berufenet.arbeitsagentur.de aufgerufen
bigung befugten Behörden und Notar­ werden. Unter https://www.bibb.de erhal­
innen/ Notare amtliche Beglaubigungen ten Sie umfangreiche Informationen zu
184
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

den staatlich anerkannten Ausbildungs­ Ausnahmen können Umschulungen sein,


berufen. die im Rahmen einer beruflichen Weiter­
bildungsmaßnahme angeboten werden.
■ Asylberechtigte Eine berufliche Weiterbildung ist üblicher­
Asylberechtigte sind Ausländerinnen und weise erst nach einem Berufsabschluss
Ausländer, die als asylberechtigt nach und (längerer) Berufstätigkeit möglich.
Art. 16 a Grundgesetz (GG) anerkannt
worden sind. ■ Berufsinformationszentrum (BIZ)
Das BIZ gibt es in jeder Agentur für Ar­
■ Außerbetriebliche Ausbildung beit. Hier können Informationen über die
Die außerbetriebliche Ausbildung richtet Berufe und deren Ausbildung abgefragt
sich an Jugendliche, die auf dem frei­ werden: https://www.arbeitsagentur.de/
en Ausbildungsmarkt keinen Ausbil­ bildung/berufsinformationszentrum-biz.
dungsplatz bekommen. Gemeinnützige
außerbetriebliche Bildungsträger bieten ■ Betriebliche Ausbildung
öffentlich geförderte Ausbildungen an. Siehe Duale Berufsausbildung.

■ Beglaubigte Übersetzung ■ Bildungsinländer


Oftmals müssen ausländische Dokumente Bildungsinländer sind Ausländerinnen und
für amtliche Zwecke wie die Anerken­ Ausländer, die eine deutsche Hochschul­
nung von Abschlüssen als beglaubigte zugangsberechtigung in Deutschland
Übersetzungen vorgelegt werden. oder an einer deutschen Schule im Aus­
Beglaubigte Übersetzungen dürfen in land erworben haben. Bei der Zulassung
Deutschland nur von Übersetzern, bzw. zum Studium sind sie Deutschen gleich­
Übersetzerinnen angefertigt werden, die gestellt. Als Bildungsinländer werden
hierzu bestellt, ermächtigt sowie be- bzw. auch jene Ausländer behandelt, die ihre
vereidigt sind. Informationen über eine Studienberechtigung für den gewünsch­
Aufstellung der beeidigten Dolmetscher/ ten Studiengang durch ein Erststudium in
Dolmetscherinnen und Übersetzer/Über­ Deutschland erworben haben.
setzerinnen in Niedersachsen sind unter:
http://bdue.de/der-bdue/ zu erhalten. ■ Bildungsverein Soziales Lernen und
Kommunikation e.V.
■ Berufliche Weiterbildung Der Bildungsverein bietet Erwachse­
Berufliche Weiterbildung dient dazu, nenbildung im Großraum Hannover an.
vorhandene berufliche Qualifikationen Zum Angebot gehören auch Deutsch­
auf den neuesten Stand zu bringen oder kurse (Deutsch als Fremdsprache) sowie
zu ergänzen. Es wird dabei kein Berufs­ Integrationskurse, um die Integration
abschluss im Sinne eines anerkannten von Migrantinnen und Migranten sowie
Ausbildungsberufes erworben, sondern Geflüchteten durch entsprechende
Zusatzkenntnisse und Qualifikationen. Bildungsangebote zu fördern: https://
bildungsverein.de. 185
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

■ Bildungsvereinigung Arbeit und ­Leben nen und Studierenden. Das Kürzel BAföG
Niedersachsen e.V. wird umgangssprachlich synonym auch
Die Weiterbildungseinrichtung Arbeit für die Förderung verwendet, die sich aus
und Leben Niedersachsen e.V. unterstützt dem Gesetz ergibt. Die Ausbildungsför­
mit Hilfe von vielfältigen Bildungsan­ derung soll zur Sicherung des Lebensun­
geboten und -projekten Arbeitslose, terhalts beitragen und wird als Zuschuss
Arbeitnehmer/-innen, Jugendliche und während einer schulischen Ausbildung
Auszubildende bei der Erreichung ihrer oder als zum Teil zinsloser Staatskredit für
individuellen Bildungsziele sowie bei Studierende gewährt. Nähere Informatio­
ihrer Vermittlung in den Arbeitsmarkt. nen sind im Internet unter: https://www.
Die Landesgeschäftsstelle der Bildungs­ bafög.de/ erhältlich.
vereinigung ist in Hannover ansässig.
Weitere Geschäftsstellen befinden sich in ■ Curriculum Vitae
Oldenburg und Osnabrück (Region Nord), Siehe tabellarischer Lebenslauf.
Hameln, Hannover, Lüneburg, Nienburg,
Rinteln und Stadthagen (Region Mitte), ■ Deutscher Akademischer Austausch-
Braunschweig, Goslar, Salzgitter, Wolfen­ dienst (DAAD) e.V.
büttel, Wolfsburg (Region Ost), Göttin­ Der DAAD e.V. ist eine gemeinsame
gen, Hann. Münden, Uder, Heiligenstadt, Einrichtung der deutschen Hochschulen:
Holzminden (Region Süd): http://www. https://www.daad.de.
arbeitundleben-nds.de.
■ Duale Berufsausbildung
■ Bundesamt für Migration und Mit Dualer Ausbildung wird das duale
­Flüchtlinge Berufsausbildungssystem in Deutschland,
Das Bundesamt für Migration und Flücht­ Österreich und der Schweiz bezeichnet.
linge (BAMF) in Nürnberg ist zuständig Es ist geprägt durch die parallele oder
für die drei Aufgabenbereiche: Migration, abwechselnde Ausbildung an zwei Lern­
Integration und Asyl. Neben vielen wich­ orten: Der praktische Teil der Ausbildung
tigen Informationen zu diesen Bereichen wird den Auszubildenden in den Betrie­
sowie zum Europäischen Migrationsnetz­ ben vermittelt, den theoretischen Teil
werk und zur Deutschen Islam Konferenz, übernimmt in der Regel die Berufsschule.
stehen auch zahlreiche Publikationen zum
Download zur Verfügung: http://www. ■ Erwachsenenbildung
bamf.de. Siehe Weiterbildung.

■ Bundesausbildungsförderungsgesetz ■ Externenprüfung
(BAföG) Die Externenprüfung ermöglicht unter be­
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz stimmten Voraussetzungen die Erlangung
(BAföG) regelt die staatliche Unterstüt­ eines Berufsabschlusses ohne reguläre Be­
zung für die Ausbildung von Schüler/-in­ rufsausbildung. Voraussetzung dafür sind
186
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

mehrere Jahre Berufserfahrung in dem den, den Gewerkschaften, den Kammern,


betreffenden Beruf. Weitere Einzelheiten der Regionaldirektion Niedersachsen-­
sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Bremen (RD NSB) der Bundesagentur für
in der Handwerksordnung (HwO) festge­ Arbeit (BA), den kommunalen Spitzenver­
legt. Verschiedene Bildungsträger bieten bänden und weiteren gesellschaftlichen
Kurse und Lehrgänge für die einzelnen Gruppen im Jahr 2014 die Vereinbarung
Berufe an, in denen man sich systema­ zur Fachkräftesicherung geschlossen und
tisch auf die externe Abschlussprüfung die Fachkräfteinitiative Niedersachsen ins
vor der Kammer vorbereiten kann. Leben gerufen.

■ Fachhochschule Jährlich legen alle Partner die Schwer­


Eine Fachhochschule bzw. in der inter­ punkte der Arbeit für das kommende
nationalen Bezeichnung eine University Jahr fest. Aktuelle Schwerpunkte sind
of Applied Sciences (Hochschule für insbesondere die Mobilisierung des inlän­
angewandte Wissenschaften) bietet dischen Erwerbspersonenpotentials, die
anwendungsorientierte Studiengänge gesteuerte und qualifizierte Zuwanderung
auf wissenschaftlicher Grundlage an. Das sowie die Arbeitsmarktintegration aller
Angebot der Fachhochschulen ist breit Gruppen von Menschen mit Zuwande­
gefächert und in natur-, sozial-, wirt­ rungsgeschichte und die Erweiterung von
schaftswissenschaftliche, technische und Bildungspotentialen.
künstlerische Studiengänge aufgeteilt. http://www.fachkraefteinitiative.nieder-
sachsen.de.
■ Fachhochschulreife
Die Fachhochschulreife ist der zweit­ ■ Feststellungsprüfung
höchste allgemeine Schulabschluss. Das Abschlussprüfung des zweisemestrigen
Zeugnis berechtigt zu einem Studium an Studienkollegs für Studienbewerber/-in­
einer Fachhochschule oder bestimmten nen ohne deutsche Hochschulzugangs­
Studiengängen an einer Universität. Die berechtigung. Im Rahmen der Fest­
Fachhochschulreife kann man nach zwölf stellungsprüfung wird geprüft, ob die
Jahren Schulbesuch (schulischer Teil der Studienbewerber/-innen in den studienre­
Fachhochschulreife) und der Ableistung levanten Sachfächern über Kenntnisse auf
einer berufspraktischen Zeit (berufsprak­ Abiturniveau verfügen. Im Fach Deutsch
tischer Teil der Fachhochschulreife) durch müssen die Bewerberinnen und Bewer­
den Besuch der Fachoberschule oder ber je nach Kurstyp Kenntnisse auf dem
unter bestimmten Bedingungen im Zuge Niveau B 2+ bis C 1 nachweisen.
einer Berufsausbildung erwerben.
■ Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
■ Fachkräfteinitiative Niedersachsen Der Flüchtlingsrat ist ein Zusammen­
Die Niedersächsische Landesregierung hat schluss von Flüchtlingsinitiativen,
gemeinsam mit den Arbeitgeberverbän­ Gewerkschaften, Kirchengemeinden
187
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

und Einzelpersonen. Er berät Flüchtlinge AufenthG und mit Aufenthaltstitel nach


und Unterstützer/-innen, leistet Öffent­ § 25 (2) AufenthG. Die Antragstellerin/
lichkeitsarbeit zu flüchtlingsrelevanten der Antragsteller darf das 30. Lebensjahr
Themen und vertritt auf Landesebene noch nicht vollendet haben.
die Interessen der Flüchtlinge. Genauere
Informationen zum Flüchtlingsrat Nie­ ■ Gesamtschule
dersachsen e.V. finden Sie unter: https:// Die Gesamtschule in Deutschland ist
www.nds-fluerat.org. eine weiterführende Schule, die nach der
Grundschule besucht werden kann. Sie
■ Fortbildung stellt in mehreren Bundesländern, darun­
Siehe berufliche Weiterbildung. ter auch in Niedersachsen, eine Alterna­
tive zum dreigliedrigen Schulsystem mit
■ Führungszeugnis Hauptschule, Realschule und Gymnasium
Das Führungszeugnis ist eine Urkunde, sowie zur Oberschule dar.
die vom Bundeszentralregister in Bonn
auf Antrag für jede Person ab 14 Jahren ■ Gleichwertigkeit
ausgestellt wird. Im Führungszeugnis Im Rahmen der Gleichwertigkeitsprüfung
wird unter Aufführung der vollständigen ausländischer Bildungsnachweise wird
Personalien verzeichnet, ob die betref­ zwischen funktionaler Gleichwertigkeit,
fende Person vorbestraft oder nicht materieller Gleichwertigkeit und formaler
vorbestraft ist. Ein Führungszeugnis wird Gleichwertigkeit unterschieden.
im Allgemeinen benötigt, wenn man •• Formale Gleichwertigkeit
einem künftigen Arbeitgeber nachweisen Die Formale Gleichwertigkeit bezieht
muss, dass man nicht vorbestraft ist. Das sich auf die Frage, wo die Ausbildung
Führungszeugnis muss man selbst bei im Bildungssystem des Herkunftslan­
der örtlichen Meldebehörde beantragen. des eingeordnet ist, was die jeweiligen
Weitere Informationen zum polizeilichen Zugangsvoraussetzungen sind und wie
Führungszeugnis unter: https://www. lange die Ausbildung dauert.
bundesjustizamt.de. •• Funktionale Gleichwertigkeit
Die Funktionale Gleichwertigkeit be­
■ Garantiefonds Hochschule zieht sich darauf, was Antragstellende
Der Garantiefonds Hochschule der mit ihrem Abschluss im Herkunftsland
Bundesregierung dient der sprachlichen, tun dürfen. Funktionale Gleichwer­
schulischen, beruflichen und der damit in tigkeit liegt immer dann vor, wenn
Verbindung stehenden gesellschaftlichen der ausländische Abschluss in dem
Eingliederung von Spätaussiedlern, deren Land, in dem er erworben wurde, zum
Ehegatten, Abkömmlingen und sonstigen Ausüben einer Tätigkeit berechtigt,
Familienangehörigen, Asylberechtigten die einer vergleichbaren Tätigkeit in
und jüdischen Immigranten sowie soge­ Deutschland entspricht.
nannten GFK-Flüchtlingen nach § 60 (1) •• Materielle Gleichwertigkeit
188
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Bei der Prüfung der materiellen Qualifizierung“ (IQ) gegründet, um die


Gleichwertigkeit werden die jeweili­ Integration von Menschen mit Migrati­
gen Ausbildungsinhalte miteinander onshintergrund in den Arbeitsmarkt zu
verglichen. stärken. Die entwickelten Instrumente,
Handlungsempfehlungen, Beratungs-
■ Hauptschule und Qualifizierungskonzepte werden
Die Hauptschule ist eine weiterführen­ in flächendeckende Regelangebote
de Schule. Sie umfasst in der Regel die umgesetzt. Hierzu sind seit 2011 im
Klassenstufen 5 bis 9 bzw. 10 im Bereich Rahmen des Förderprogramms „Inte­
der Sekundarstufe I und wird mit dem gration durch Qualifizierung“ (IQ) 16
Hauptschulabschluss abgeschlossen. Der Landesnetzwerke gegründet worden.
Unterricht der Hauptschule stellt auf die Diese setzen die erstellten Maßnahmen
Berufsreife der Schülerinnen und Schüler um und vernetzen sich mit den weiteren
ab. Der Hauptschulabschluss berechtigt Arbeitsmarktakteuren. Partner in der
zum Beginn einer Ausbildung, zu einem Umsetzung sind das Bundesministerium
höher qualifizierenden Bildungsgang an für Bildung und Forschung (BMBF) und
einer beruflichen Schule oder zum Über­ die Bundesagentur für Arbeit (BA). Fünf
gang in die Sekundarstufe II am Gymnasi­ IQ-Fachstellen unterstützen als Exper­
um oder einer Gesamtschule. ten für einzelne Handlungsfelder die
­Landesnetzwerke. Weitere Informationen:
■ Hochschulbüro für Internationales http://www.netzwerk-iq.de
Siehe Akademisches Auslandsamt. http://www.netzwerk-iq.de/foerderpro-
gramm-iq/landesnetzwerke/niedersach-
■ Hochschule sen.html
„Hochschule“ ist eine umfassende http://www.migrationsportal.de.
Bezeichnung für Bildungseinrichtungen
nach dem Niedersächsischen Hoch­ ■ Kammern
schulgesetz (NHG). § 2 des NHG listet Kammern sind berufsständische Körper­
die niedersächsischen Universitäten und schaften, die meist öffentlich-rechtlich
Fachhochschulen in staatlicher Verant­ organisiert sind, Aufgaben der berufs­
wortung auf. ständischen Selbstverwaltung wahrneh­
men und als Interessenvertretung ihrer
■ Hochschulzugangsberechtigung Mitglieder fungieren.
Siehe Abitur/Allgemeine Hochschulreife/
Fachhochschulreife. ■ Kargah e.V.
Verein für interkulturelle Kommunikation,
■ Integration durch Qualifizierung (IQ) Migrations- und Flüchtlingsarbeit. Die
Das Bundesministerium für Arbeit und Beratungsstelle für Migrantinnen und
Soziales (BMAS) hat in 2005 das bun­ Migranten und Flüchtlinge ist in ­Hannover
desweite Netzwerk „Integration durch ansässig und bietet u.a. Maßnahmen zur
189
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

beruflichen und sprachlichen Qualifizie­ ■ Koordinierungsstelle für die Studienbe-


rung an: http://www.kargah.de. ratung in Niedersachsen
Die Koordinierungsstelle für die Studi­
■ Kenntnisprüfung enberatung in Niedersachsen ist eine
Manche Berufe dürfen nach dem Gesetz gemeinsame zentrale Einrichtung der
nur nach erfolgreich bestandener Kennt­ niedersächsischen Hochschulen. Sie bietet
nisprüfung ausgeübt werden, so müssen zahlreiche Informationen rund um das
zum Beispiel Heilpraktiker/Heilpraktikerin­ Thema Studium an niedersächsischen
nen zunächst beim Gesundheitsamt eine Universitäten und Hochschulen an: htt-
Kenntnisprüfung absolvieren, bevor sie ps://www.studieren-in-niedersachsen.de.
praktizieren dürfen. Aber auch Prüfungen
von zum Beispiel Sprachkenntnissen oder ■ Koordinierungsstellen Migration und
die Zwischenprüfung im Rahmen einer Teilhabe
Berufsausbildung werden Kenntnisprü­ Die Koordinierungsstellen Migration und
fungen genannt. Teilhabe sind bei Landkreisen, kreis­
freien Städten, der Region Hannover, der
■ Kolleg Landeshauptstadt Hannover sowie bei der
Einrichtung des zweiten Bildungswegs Stadt Göttingen eingerichtet. Sie sollen
an dem Erwachsene im Vollzeitunterricht auf lokaler Ebene zur chancengerechten
die allgemeine Hochschulreife (Abitur) Teilhabe von Menschen mit Zuwande­
erwerben können. rungsgeschichte in allen kommunalen
und gesellschaftlichen Bereichen bei­
■ Kooperative Migrationsarbeit tragen. Dazu gehört, es kommunale
­Niedersachsen Integrationsaufgaben zu bündeln und
Die Kooperative Migrationsarbeit Nie­ zu koordinieren, Netzwerkstrukturen
dersachsen (KMN) ist ein Programm zur aufzubauen und zu intensivieren sowie
Förderung der landesweiten Zusammen­ die interkulturelle Öffnung der Kom­
arbeit und Vernetzung von Integrations­ munalverwaltung voranzubringen. Die
angeboten. Die KMN stellt mit ihren zehn Koordinierungsstellen werden über eine
Regionalverbünden ein flächendeckendes entsprechende Richtlinie des Landes Nie­
Beratungs- und Betreuungsnetzwerk für dersachsen gefördert. Näheres unter:
Migrantinnen und Migranten dar. Mit der http://www.soziales.niedersachsen.
KMN verfügt Niedersachsen über ein in de/startseite/soziales_gesundheit/
der Bundesrepublik einmaliges Netzwerk migration_und_teilhabe/koordinie-
für den Migrations- und Teilhabeprozess rungsstellen_migration_und_teilhabe/
für Zugewanderte. koordinierungsstellen-fuer-migrati-
Umfangreiche Informationen unter: on-und-teilhabe-125282.html.
http://www.ms.niedersachsen.de/themen/
integration/integrationspolitik_und_be- ■ Kulturhoheit der Länder
ratungsangebote/integration-foer- Als Kulturhoheit der Länder wird die pri­
190 dern---vielfalt-gestalten-95623.html.
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

märe Zuständigkeit der Bundesländer für zur interkulturellen Bildung, zur Hoch­
die Gesetzgebung und Verwaltung auf begabtenförderung sowie zum Projekt
dem Gebiet der Kultur bezeichnet. Diese „Bewegte Schule“ zahlreiche weitere
umfasst insbesondere die Zuständigkeit Informationen zum Bereich allgemeine
für Schul- und Hochschulwesen, aber und berufliche Bildung in Niedersachsen:
auch Bildung, Rundfunk, Fernsehen und http://www.nibis.ni.schule.de.
Kunst. Auch aufgrund der Kulturhoheit
der Länder gibt es in Deutschland oftmals ■ Oberschule
keine bundeseinheitlichen gesetzlichen Die Schulform Oberschule ergänzt
Regelungen (zum Beispiel Schul- und das Schulangebot von Hauptschule,
Hochschulgesetze), die die Anerkennung ­Realschule und Gesamtschule in Nieder­
von Abschlüssen, Fristen, die Höhe von sachsen.
Gebühren (zum Beispiel Studiengebüh­
ren) usw. verbindlich vorschreiben. ■ Perspektive Berufsabschluss
Das Programm „Perspektive Berufs­
■ Namens(-änderungs)-urkunde abschluss“ des Bundesministeriums
Wer durch Heirat, Scheidung oder durch für B­ ildung und Forschung (BMBF)
andere Gründe (zum Beispiel Namens­ ­umfasst die zwei Förderinitiativen
änderung) den Namen geändert hat, ­„Regionales Übergangsmanagement“
benötigt hierüber eine Urkunde oder und „Abschluss­orientierte modulare
Beglaubigung durch eine staatliche Nachqualifizierung“. Mit dem Programm
Stelle. Dadurch können Dokumente wie „Perspektive Berufsabschluss“ möchte
Zeugnisse, die noch auf den alten Namen das BMBF den Anteil von Jugendlichen
ausgestellt wurden, eindeutig zugeordnet und jungen Erwachsenen ohne berufli­
werden. In Deutschland ist das Standes­ chen Abschluss verringern: http://www.
amt am jeweiligen Wohnort für die Aus­ perspektive-berufsabschluss.de.
stellung einer solchen Urkunde zuständig.
■ Planet Beruf
■ NBank Die Internetseite http://www.planet-be-
Die NBank in Hannover informiert und ruf.de/schuelerinnen informiert Schüle­
berät umfassend über die vielfältigen rinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte
­Fördermöglichkeiten von Integrations­ über alle Themen rund um Berufswahl,
projekten, wie zum Beispiel den Euro­ Bewerbung und Ausbildung.
päischen Sozialfonds (ESF): http://www.
nbank.de. ■ Primarstufe
Der Primarbereich beginnt in Deutschland
■ Niedersächsischer Bildungsserver mit der Pflichtschule. Zu diesem Bereich
(NIBIS) gehören die Klassen 1 bis 4. In der Regel
Der Niedersächsische Bildungsserver besuchen Kinder von sechs bis zehn Jah­
(NIBIS) umfasst neben Informationen ren gemeinsam die Pflichtschule. Zu dem
191
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Primarbereich der deutschen Schulsys­ nimmt und berät. Zentrale Aufgaben des
teme gehören die Grundschulen. Außer Sachverständigenrats sind Bestandsauf­
der Grundschule umfasst die Primarstufe nahmen, Entwicklungsanalysen, kritische
auch sonderpädagogische Einrichtungen. Politikbegleitung und die Information der
Öffentlichkeit in den Bereichen Integra­
■ Realschule tion und Migration. Der Sachverständi­
Die Realschule ist eine allgemeinbilden­ genrat wurde von der Stiftung Mercator
de weiterführende Schule; sie umfasst und der Volkswagen-Stiftung initiiert.
die Klassen 5 bzw. 7 bis 10 der Sekun­ Neben diesen beiden Stiftungen gehören
darstufe I und wird mit der Mittleren dem Rat die Bertelsmann Stiftung, die
Reife abgeschlossen. Der Unterricht der Freudenberg Stiftung, die Gemeinnützige
Realschule zielt auf die Vermittlung einer Hertie-Stiftung, die Körber-Stiftung, die
erweiterten Grundbildung. Der Real­ Vodafone Stiftung und die ZEIT- Stiftung
schulabschluss (mittlerer Schulabschluss) Ebelin und Gerd Bucerius an: https://
berechtigt zur Aufnahme der berufsquali­ www.svr-migration.de.
fizierenden Bildungsgänge, zum Eintritt in
die mittlere Beamtenlaufbahn (Laufbahn­ ■ Schulpflicht
gruppe 1 für das zweite Einstiegsamt) Als Schulpflicht bezeichnet man die
oder zum Besuch höherer Berufsfach­ gesetzliche Verpflichtung für Kinder, ab
schulen bzw. von Fachoberschulen, des einem bestimmten Alter eine Schule zu
Gymnasiums oder der Gesamtschule. besuchen. In Deutschland beginnt die
Schulpflicht für alle Kinder grund­sätzlich
■ Reglementierte Berufe am 1. August des Jahres, in dem sie das
Ein Beruf gilt als reglementiert, wenn die sechste Lebensjahr vollendet haben.
Aufnahme oder die Ausübung bzw. das
Führen einer bestimmten Berufsbezeich­ ■ Sekundarstufe I
nung in diesem Zusammenhang durch Die Sekundarstufe I umfasst alle Schulfor­
Rechts- oder Verwaltungsvorschriften an men bis zur Klasse 10 mit Ausnahme der
den Besitz bestimmter Qualifikationen Bildungsgänge an den beruflichen Schu­
gebunden ist. Ohne diese Qualifikationen len. Klassische Schulen der Sekundarstufe
darf er in Deutschland nicht ausgeübt I sind die Hauptschule, die Realschule und
werden. das Gymnasium bis zur Klasse 10. Heute
zählen die Gesamtschulen (bis zur Klasse
■ Sachverständigenrat deutscher Stiftun- 10) ebenso dazu wie alle neu geschaffe­
gen für Integration und Migration nen Schulformen, wie zum Beispiel die
Der Sachverständigenrat deutscher Oberschule.
Stiftungen für Integration und Migration
ist ein unabhängiges, wissenschaftli­ ■ Sekundarstufe II
ches Gremium, das zu integrations- und Die Sekundarstufe II umfasst an all­
migrationspolitischen Themen Stellung gemeinbildenden Schulformen die
192
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

Jahrgänge der Qualifikationsphase der tung im zentralen Vergabeverfahren zu


gymnasialen Oberstufe und schließt mit vergeben. Die SfH vergibt derzeit im Zen­
der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) tralen Vergabeverfahren die Studienplätze
ab. Frühestens nach Abschluss des ersten in den Studiengängen: Medizin, Phar­
Jahres der Qualifikationsphase kann die mazie, Psychologie (Diplom), Tiermedizin
Teilberechtigung über den schulischen Teil und Zahnmedizin. Darüber hinaus führt
der Fachhochschulreife erworben werden; sie die Studienplatzvergabe in den Studi­
die Zuerkennung der Fachhochschulreife engängen durch, die am Dialogorientier­
bedarf zusätzlich eines fachpraktischen ten Serviceverfahren (DoSV) teilnehmen.
Nachweises (vgl. https://www.mk.nie- Nähere Informationen sind unter: http://
dersachsen.de). Im berufsbildenden www.hochschulstart.de erhältlich.
Bereich umfasst die Sekundarstufe II
alle Bildungsgänge und alle beruflichen ■ Stipendium
Schulformen einschließlich des Berufli­ Ein Stipendium ist eine finanzielle Unter­
chen Gymnasiums mit dem Abschluss der stützung für Schülerinnen und Schüler,
allgemeinen Hochschulreife nach dem 13. Studentinnen und Studenten oder
Schuljahrgang (Qualifikationsphase der Jungwissenschaftlerinnen bzw. -wissen­
gymnasialen Oberstufe in den Jahrgän­ schaftler. Stipendien werden entweder
gen 12 und 13). Ausgenommen sind aufgrund von politischen und sozialen
Technikerschulen und Abendschulen. Kriterien und/oder aufgrund besonders
guter Leistungen gewährt. In Deutschland
■ Spätaussiedlerinnen und muss man sich für ein Stipendium meist
­Spätaussiedler bei einer Stiftung bewerben, die eine
Als Aussiedler bezeichnete man im Begabtenförderung betreibt.
Bundesvertriebenengesetz (BVFG) bis zum
31. Dezember 1992 deutschstämmige ■ Tabellarischer Lebenslauf/­Curriculum
Minderheiten, die teilweise seit Genera­ Vitae
tionen in Ostmitteleuropa, Osteuropa, Der Lebenslauf, auch Curriculum Vitae
Südosteuropa und Asien gelebt haben genannt, ist eine Zusammenfassung der
und nach Deutschland migrieren wollten. bisherigen Ausbildungs- und Berufs­
Seit dem 1. Januar 1993 werden alle laufbahn. Er wird in den meisten Fällen
deutschstämmigen Immigranten/-innen in ­tabellarischer Form dargestellt und
als Spätaussiedlerinnen und Spätaus­ chronologisch gegliedert. Ein Lebenslauf
siedler bezeichnet. besteht meist aus einem Porträtfoto,
persönlichen Daten (Name, Anschrift,
■ Stiftung für Hochschulzulassung Geburtsdatum sowie -ort), Schulbesuche,
Die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) Studium und Bildungsabschlüsse, Weiter­
mit Sitz in Dortmund hat die Aufgabe, die bildung, zusätzliche, berufliche Qualifi­
Studienplätze für das erste Fachsemester kationen, bisherige Berufserfahrungen,
an Hochschulen in staatlicher Verantwor­ sonstige Qualifikationen sowie besondere
Kenntnisse (EDV, Sprachen, Führerschein). 193
Anerkennung beruflicher Qualifikationen

■ Tertiärer Bildungsbereich Vollständigkeit der Übersetzungen von


Der tertiäre Bildungsbereich umfasst alle einer oder einem allgemein ermächtigten
Bildungsangebote, die aufbauend auf Übersetzter/-in bescheinigt wurde. Eine
eine allgemeine Hochschulreife (Abi­ Liste der beeidigten Dolmetscher/Dolmet­
tur) oder Fachhochschulreife auf höher scherinnen und Übersetzer/Übersetzerin­
qualifizierte Berufe vorbereiten. Instituti­ nen in Niedersachsen findet sich unter:
onen des tertiären Bildungsbereichs sind http://bdue.de/der-bdue.
Hochschulen.
■ Volkshochschule
■ Universität Einrichtung der Erwachsenenbildung, mit
Universitäten sind wissenschaftliche einem breiten allgemeinen und berufli­
Hochschulen, die die Wissenschaften in chen Weiterbildungsangebot. Weitere
Forschung, Lehre, Studium und Aus­ Informationen sind unter http://www.
bildung vertreten, in systematischer vhs-nds.de zu finden.
Ordnung lehren sowie Bildungsinhalte
und Berufsqualifikationen mit den jeweils ■ Weiterführende Schule
höchsten Ansprüchen ihres Geltungsbe­ Weiterführende Schulen sind Schulen, die
reichs ihren Studentinnen und Studenten nach der Grundschulzeit besucht werden.
vermitteln sollen.
■ Zentrale Auslands- und Fachvermitt-
■ Vereidigte Dolmetscherinnen/Dolmet- lung (ZAV) der Bundesagentur für
scher, Übersetzerinnen/Übersetzer Arbeit
Dolmetscher/-innen und Übersetzer/-in­ Die ZAV der Bundesagentur für Arbeit
nen müssen sich vereidigen lassen bietet für Migrantinnen und Migranten
bzw. ermächtigt werden, wenn sie für mit akademischem Abschluss Beratung
Behörden arbeiten wollen. Für die Arbeit und Unterstützung bei der Beantragung
vor Gericht werden Dolmetscher/-innen einer Anerkennung. Darüber hinaus sind
dagegen vor Gericht ad hoc beeidigt. Das bei der ZAV Informationen über Arbeit,
kann unter Berufung auf den allgemein Ausbildung und Studium in Europa zu
geleisteten Eid erfolgen (§189 Gerichts­ bekommen. Es finden sich dort Hin­
verfassungsgesetz/GVG). Allgemeine weise auf Anerkennungsverfahren und
Informationen hierzu finden sich unter: Zeugnisbewertungen, Unterstützung bei
http://www.justiz-dolmetscher.de. der Recherche der für die Anerkennung
bzw. Bewertung zuständigen Stellen
In der Regel werden Übersetzungen von über http://anabin.kmk.org/anabin.html
Dokumenten wie Zeugnisse, Heiratsur­ bzw. http://berufliche-anerkennung.
kunden etc. nur anerkannt, wenn sie de sowie Recherchemöglichkeiten für
durch einen ermächtigten Übersetzer Vorbereitungskurse auf Prüfungen bzw.
bzw. eine ermächtigte Übersetzerin er­ Anpassungsqualifizierungen und nach
folgt sind, oder wenn die Richtigkeit und dafür erforderlichen Voraussetzungen,
194
Inhalt Anerkennung beruflicher Qualifikationen

wie zum Beispiel bei Kammern und


Hochschulen. Es kann Kontakt mit einem
Berater, bzw. einer Beraterin der ZAV und
mit der zuständigen Anerkennungs- bzw.
Bewertungsstelle (http://anabin.kmk.org/
service/kontakt.html) aufgenommen wer­
den. E-Mail: zav-bonn@arbeitsagentur.de.
Homepage: https://www.arbeitsagentur.
de/arbeiten-im-ausland.

■ Zentralstelle für ausländisches


­Bildungswesen (ZAB)
Die Zentralstelle für ausländisches
Bildungswesen (ZAB) ist die zentrale
Stelle für die Bewertung ausländischer
schulischer, beruflicher und akademi­
scher Qualifikationen in Deutschland. Für
Inhaberinnen/Inhaber eines ausländischen
Hochschulabschlusses stellt die ZAB auf
Antrag eine individuelle Zeugnisbewer­
tung aus: http://www.kmk.org/zab.

■ Zweiter Bildungsweg
Als Zweiten Bildungsweg bezeichnet
man die Bildungsangebote außerhalb
der ­Regelschule, die die Möglichkeit zum
nachträglichen Erwerb von Schulabschlüs­
sen bieten. Institutionen wie Abend­
schulen, Volkshochschulen, Kollegs oder
Fernschulen bereiten auf so genannte
„externe Abschlüsse“ vor oder prüfen
diese intern. Weitere Informationen zum
deutschen Bildungssystem finden sich
unter: https://www.bmbf.de.

195
Notizen

196
Notizen

197
Notizen

198
Impressum

Herausgeber:
Niedersächsisches Ministerium für
Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

www.ms.niedersachsen.de

Redaktion:
Eckhardt Lotze
Kristina Meinecke
Anna Maier-Pfeiffer

Titelbild:©iStockphoto.com/filadendron; S. 3: © Paylessimages/Fotolia.com;
S. 33: © nenetus/Fotolia.com; S.39: © Artem Varnitsin/Fotolia.com;
S. 45: © pressmaster/Fotolia.com; S. 50: © Korrawin/ Fotolia.com;
S. 55: © rcfotostock/Fotolia.com; S. 56: © auremar/Fotolia.com;
S. 59: ©lordn/Fotolia.com; S.65: © sebra/Fotolia.com;
S. 69: © auremar/Fotolia.com; S. 108: © Robert Kneschke/Fotolia.com;
S. 111: © Marco2811/Fotolia.com; S. 113: © aibenedis/Fotolia.com;
S. 179: © Inti St. Clair/Fotolia.com

Gestaltung:
www.jdesign-agentur.de

Druck:
Color-Druck GmbH | Lindenallee 19, 37603 Holzminden

Stand September 2018

Diese Broschüre darf, wie alle Publikationen der Landesregierung, nicht zur
­Wahlwerbung in Wahlkämpfen verwendet werden.
Orientierungsleitfaden zur Anerkennung
ausländischer Schul-, Hochschul- und
Berufsabschlüsse in Niedersachsen