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Herbstsemester 2018

Netzwerke und Schaltungen I


Prof. Dr. Christian M. Franck 227-0001-00L

Übungsserie 9
Stationäres Magnetfeld (1/2)
Abgabe bis: Montag, 19.11.2018, 12 Uhr

9.1 Magnetisches Feld eines zylindrischen Leiters


Ein unendlich langer zylindrischer Leiter wie in Abb. 9.1 gezeigt, sei von einem elektrischen
Strom 𝐼 durchflossen. Die Stromdichte im Leiter kann als homogen angenommen werden, der
Strom ist also über den Querschnitt des Leiters gleichmässig verteilt. Aufgrund der rotations-
symmetrischen Anordnung muss die magnetische Feldstärke in allen Punkten die denselben
Abstand vom Mittelpunkt des Leiters aufweisen gleich gross sein. Für die folgenden Aufgaben
spielt der Durchmesser des Leiters keine Rolle.

I x

Abbildung 9.1: Querschnitt eines vom Strom 𝐼 durchflossenen, unendlich langen zylindrischen
Leiters.

a) Zeichnen Sie die magnetischen Feldlinien ausserhalb des Leiters und bestimmen Sie ihre
Richtung.
b) Geben Sie einen Ausdruck für den Betrag der magnetischen Feldstärke 𝐻 und der ma-
gnetischen Flussdichte 𝐵 ausserhalb des Leiters im Abstand 𝜌 vom Mittelpunkt an. Es
gilt 𝜇 = μ0 .
c) Geben Sie einen Ausdruck für die Richtung der magnetischen Feldstärke in Form des
ortsabhängigen Einheitsvektors e𝐻
⃗ an. Der Ausdruck soll lediglich die Koordinaten x
und y sowie die Einheitsvektoren ex⃗ und ey⃗ welche in Richtung der x- bzw. y-Achse
zeigen enthalten.
d) Berechnen Sie den Vektor 𝐵(𝑥,
⃗ 𝑦) der magnetischen Flussdichte als Funktion der Ein-
heitsvektoren ex⃗ und ey⃗ .

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Netzwerke und Schaltungen I
Prof. Dr. Christian M. Franck 227-0001-00L

9.2 Koaxialkabel
Das in z-Richtung als unendlich lang angenommene Koaxialkabel in Abb. 9.2 führt im Innen-
leiter einen Gleichstrom 𝐼, der im Aussenleiter zurückfliesst.

y
I ez I

c c
I I
ρ a x
b a b d

a) b)

Abbildung 9.2: Querschnitt bei konzentrischem (a) und um 𝑑 verschobenen Innenleiter (b)

a) Berechnen Sie die magnetische Feldstärke 𝐻(𝜌)


⃗ im gesamten Bereich 0 ≤ 𝜌 ≤ ∞ für den
konzentrischen Fall nach Abb. 9.2a).

b) Zeichnen Sie den Feldverlauf 𝐻(𝜌)


⃗ für den konzentrischen Fall.

c) Berechnen Sie die magnetische Feldstärke 𝐻(𝑥,⃗ 𝑦) im gesamten Bereich für den exzen-
trischen Fall nach Abb. 9.2b). Beachten Sie dabei, dass die magnetische Feldstärke im
Aussenbereich nicht verschwindet. Die Feldverteilung kann durch die Überlagerung der
Teilfelder des Innenleiters und des Aussenleiters gewonnen werden. Das Teilfeld des In-
nenleiters ist dabei gegenüber dem symmetrischen Fall um den Abstand 𝑑 auf der x-Achse
verschoben.

d) Zeichnen Sie den Feldverlauf auf der x-Achse, 𝐻(𝑥,


⃗ 0), für den exzentrischen Fall.

9.3 Drehspulmessgerät
Zur Messung einer Gleichspannung über einen Zeigerausschlag soll die in Abb. 9.3 gezeigte
Anordnung eingesetzt werden. Die Drehspule weist einen Widerstand 𝑅S auf. Wird die Dreh-
spule an die zu messende Spannung gelegt, fliesst ein Spulenstrom 𝐼S durch die Spule, welcher
mit der durch einen Permanentmagneten erzeugten magnetischen Flussdichte 𝐵L ein Drehmo-
ment bildet. Diesem Drehmoment wird durch Verdrehung einer Spiralfeder das Gleichgewicht
gehalten. Der Ausschlagwinkel 𝛼 des Zeigers ist damit ein Mass für die angelegte Spannung.
Hinweis: Die Feldlinien des magnetischen Feldes verlaufen im Luftspalt radial.

a) Welche Richtung muss das Magnetfeld aufweisen, damit sich für die gegebene Richtung
des Spulenstromes die in Abb. 9.3 gezeigte Verdrehung einstellt? Tragen Sie in Abb. 9.3
die Feldrichtung ein und begründen Sie die Antwort (Formel genügt zur Begründung).

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Permanentmagnet Eisenkreis

α
Spiralfeder

IS ri 45o

μFe → ∞ ra
h
Drehspule

Abbildung 9.3: Drehspulmessgerät

Spiralfederkonstante 𝑐 0.1 mN m/°


Höhe des Eisenkreises ℎ 12 mm
Durchmesser der Öffnung im Eisenkreis 𝐷a (= 2 ⋅ 𝑟a ) 31 mm
Durchmesser des Eisens der Drehspule 𝐷i (= 2 ⋅ 𝑟i ) 29 mm
Magnetische Feldkonstante μ0 4𝜋 ⋅ 10−7 AVm
s

Permeabilität des Eisenkreises 𝜇Fe →∞

b) Skizzieren Sie die Feldlinien im Bereich der Drehspule, d. h. im Eisenkern der Drehspule,
im Luftspalt und die Fortsetzung im Eisenkreis.

c) Welchen Widerstand 𝑅S muss die Spule aufweisen, damit bei einer Windungszahl von
𝑁S = 350 für eine maximal zu messende Spannung von 𝑈M,max = 50 V der Vollausschlag
der Skala von 𝛼max = 30° erreicht wird? Die magnetische Flussdichte im Bereich der
Spule kann zu 𝐵L = 0.8 T angenommen werden, der mittlere Spulendurchmesser beträgt
𝐷S = 30 mm.

d) In der Messspule darf, um den mit der Eigenerwärmung verbundenen Fehler gering zu
halten, nur eine Verlustleistung von max. 𝑃V,max = 0.6 W auftreten. Auf welchen Wert
𝑁S ist die Windungszahl zu ändern, damit dieser Grenzwert bei 𝑈M,max eingehalten
wird?

e) Mit dem Messgerät soll die Spannung 𝑈2 am Widerstand 𝑅2 eines an 𝑈 = 10 V liegenden


ohmschen Spannungsteilers mit 𝑅1 = 1.2 kΩ und 𝑅2 = 2.7 kΩ gemessen werden. Welche
Spannung wird das Messgerät anzeigen und wie gross ist der tatsächliche Wert (bei
nicht angeschlossenem Messgerät)? Die Windungszahl der Drehspule betrage hier wieder
𝑁S = 350.

f) Die Permanenterregung des Magnetkreises soll nach Abb. 9.4 durch eine Erregerwick-
lung ersetzt werden. Die durch das Entfernen des Magneten entstehende Lücke wird dabei
mit Eisen gefüllt. Welche Windungszahl 𝑁E ist vorzusehen, damit sich im Luftspalt die

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gewünschte Flussdichte von 𝐵L = 0.8 T einstellt? Die Permeabilität des Eisenkreises


kann dabei mit 𝜇Fe → ∞ angenommen werden. Der Erregerstrom betrage 𝐼E = 4 A.

IE

Abbildung 9.4: Drehspulmessgerät mit Erregerwicklung

g) Zeichnen Sie das Reluktanzmodell (magnetisches Ersatzschaltbild) der Anordnung aus


Teilaufgabe f).

h) Die Drehspule liege in einem Magnetfeld 𝐵P mit parallel (und nicht radial) verlaufenden
Feldlinien. Wie ist dann das zufolge der elektromagnetischen Kraft entstehende Drehmo-
ment vom Drehwinkel abhängig? Wie hoch ist der Maximalwert des Drehmomentes für
𝐵P = 1 T, 𝑁S = 350, 𝐼S = 10 mA und bei welchem Verdrehwinkel tritt er auf?

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