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Spezifikation/Dokumentation der

Wassertemparierungsanlage fürs Aquarium

Martin Seilmayer

8. Juni 2016
Inhaltsverzeichnis
1. Konzept 3
1.1. Benötigte Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.2. Realisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

2. Thermische Dimensionierung 6
2.1. Wärmestromabschätzung für das Peltier-Element . . . . . . . . . . . . . . 6

3. Elektrotechnische Auslegung 9
3.1. Schaltungsentwurf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.1.1. Die H-Brücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.1.2. Anschluss der Temperatursensoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
3.1.3. Anschluss der Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
3.2. Programmierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.2.1. Programmstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.2.2. Einstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
3.2.3. Regelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
3.2.4. Fehlerbehandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.2.5. Drehwahlschalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

4. Sonstige Komponenten 18

A. Zeichnungssatz Wärmetauscher 20

B. Messung des Durchflusses 22

C. Schaltpläne 23
C.0.1. Backplane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
C.0.2. H-Brückensteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
C.0.3. LC-Display und Bedienelemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

2
1. Konzept
Die Motivation zu diesem Projekt ist, dass bei einer Hitzewelle wie im Frühjahr 2014 die
Wassertemperatur des Aquariums auf über 30°C Steigen kann. Das führt dazu, dass die
Chemie des Wassers „umkippt“ und die Fische zugrunde gehen können.
Die Idee ist also eine Art Klimaanlage zu entwerfen, welche die Wassertemperatur
hinreichend stabilisiert. Als Wärmetauscher kommt ein Aluminiumblock, der geeignet
mit Kanälen durchzogen ist und ein oder zwei CPU-Kühler in Frage, welche die Wärme
an die Umgebungsluft abgeben können.

1.1. Benötigte Funktionen


• Heizen und Kühlen umschaltbar –> Vollbrücke (10A -> 120W)

• Temperatursensoren am Vorlauf, Rücklauf, beidseitig am Peltierelement und an


den Kühltürmen

• Abschaltung bei falschen Temperaturen um Überhitzen des Peltierelements zu ver-


hindern

• Lüftersteuerung (Optional)

1.2. Realisierung
Die genauen Details der mechanischen Realisierung sind aus der thermischen Dimensio-
nierung des Wärmetauschers entstanden. Dabei wurde mehr oder weniger empirisch mit
den Zahlen gespielt, so dass im Ergebnis der dargestellte Übertrager entstanden ist.

3
(a) Baugruppenansicht (b) Schnittansicht

Abbildung 1.1.: Aluminium Kühlkörper für das Wasser. Die Kanallänge beträgt l =
325 mm

4
(a) Wärmeübertrager (b) Mit einem Kühlturm

(c) Mit zwei Kühltürmen

Abbildung 1.2.: Realisierung des Wärmeübertragers. Zwischen dem Alu-Block und dem
Kühlturm befindet sich das Peltierelement

5
2. Thermische Dimensionierung
2.1. Wärmestromabschätzung für das Peltier-Element
Ziel ist es mit Hilfe eines oder zweier Peltier-Elemente das Wasser des Aquariums zu
kühlen[1]. Dazu soll ein Wärmetauscher ausgelegt werden, der über dem Peltier-Element
einen möglichst geringen Temperaturgradienten hervorbringt, da nur so die Effizienz am
höchsten ist. Für die Berechnung des Wärmestromes gelten die folgenden Zusammen-
hänge. Ausgehend vom Wärmestrom

Q̇ = α · A · ∆Tm (2.1)

der vom Wärmeübergang α , der wirkenden Fläche A und der mittleren Differenztem-
peratur ∆Tm abhängt, muss für jede Geometrie und Randbedingung der Wärmeüber-
gangskoeffizient α als eine Funktion der Wärmeleitfähigkeit λ, der charakteristischen
Länge lc und der Nusseltzahl N u bestimmt werden.
λ · Nu
α= (2.2)
lc
Die Nusselzahl selbst charakterisiert die Geometrie und den Strömungszustand (turbo-
lent/laminar). Die abtransportierte Leistung Q entspricht jedes mal der übertragenen
thermischen Leistung des Peltier-Elements Q̇ = γ · P , wobei der Faktor γ den Charak-
ter einer Effizienz annimmt. Für die Stoffparameter ist stets eine Mittlere Temperatur
TB = 0, 5 · (TW + T∞ ) zu berechnen, die sich aus der Wandtemperatur TW und der
Umgebungstemperatur T∞ zusammensetzt. Die thermischen Abhängigkeiten der Para-
meter werden zur Lösung der Dimensionierungsaufgabe mit berücksichtigt. Maßgebend
für den thermischen Übergang ist die Nusseltzahl N u, die jetzt auch von der Fließge-
schwindigkeit des Kühlmediums abhängt. Im Übergangsbereich, wo die Strömung durch

Tabelle 2.1.: Stoffparameter von Wasser[2]


Parameter T Symbol und Wert
kinematische Viskosität 25°C νH2 O = 0, 89 · 10−6 m2 /s
Dichte 25°C ρH2 O ≈ 1000 kg/m3
Prandtlzahl 25°C P rH2 O = 6, 13
Wärmeleitfähigkeit 25°C λH2 O = 607 · 10−3 W/(m · K)
Wärmekapazität 25°C cP = 4, 18 kJ/(kg · K)

6
Tabelle 2.2.: Strömungsgeschwindigkeiten für verschiedene Kanaldurchmesser di
v/(m/s) V̇ = 600 l/h Re V̇ = 100 l/h Re
di = 10 mm 2,12 31708 0,35 5284
di = 12 mm 1,47 22020 0,24 3670
di = 15 mm 0,94 14092 0,15 2348

2300 < Re < 104 charakterisiert ist, kann die Nusseltzahl für überschlägige Rechnungen
durch


2/3 !
di
  
N u (Re, P r) = 0.0214· Re (Tm )0.8 − 100 ·P r (Tm )0.4 · 1 +

2300 < Re < 104

l
0.5 < P r < 1.5
(2.3)
definiert werden [2]. Dabei ist die Reynoldszahl Re(Tm ) ein Maß für die Fließgeschwin-
digkeit im Rohr und bestimmt mit der Prandtlzahl in Abhängigkeit der Stoffparameter
des Fluids die Nusseltzahl. Für eine Reynoldszahl
v · di
Re = (2.4)
νH2O

ist im Übergangsbereich eine bestimmte mittlere Strömungsgeschwindigkeit v im Rohr


notwendig. Tabelle 2.2 fasst die wichtigsten Eckzahlen zusammen. Die Strömungsge-
schwindigkeit im Kanal lässt sich mit


v≈ π 2 (2.5)
4 di

abschätzen. Der maximale Durchfluss der eingesetzten Pumpe (Eheim eco200) beträgt
V̇max = 600 l/h. Der minimale Durchfluss bei vollem Filter wird auf etwa V̇min ≈ 100 l/h
geschätzt. Die für die Rechnung benötigten Stoffparameter von Wasser sind in Tabelle 2.1
aufgeführt. Tabelle 2.3 zeigt außerdem, dass sich die Reynoldszahl immer im Übergangs-
bereich befindet, selbst wenn Querschnitt und Durchfluss über die Grenzwerte variiert
werden.
In den abgeführten Wärmestrom

λH2O · N u (Re, P r) Ta − Te
Q̇H2O = · AL · T −Te (2.6)
di ln TW
W
−Ta

gehen die Eintritts- bzw. die Vorlauftemperatur Te , die Austritts- bzw. Rücklauftempe-
ratur Ta und die Wandtemperatur TW des Kanals ein. Für die temperaturabhängigen
Stoffparameter wird
1
Tm = (Ta + Te ) (2.7)
2

7
auf die durchschnittliche Fluidtemperatur im Rohr gesetzt. Aus dem kalorimetrischen
Gleichgewicht des Stofftransportes
π 2
Pel (TW ) = cp (Tm ) · ρH2O (Tm ) · d · v · (Te − Ta ) (2.8)
4 i
und dem energetischen Gleichgewicht zwischen elektrischer und thermischer Leistung,
die durch die Strömung abtransportiert werden kann

Pel (Tm ) = Q̇H2O (v, Te , Ta , TW ) (2.9)

geht mithilfe eines iterativen numerischen Verfahrens die Austrittstemperatur Ta und


die Wandtemperatur TW hervor.

Tabelle 2.3.: Parameter mit variation des Kanaldurchmessers und des Durchflusses mit
T = Te = 25°C bei Q̇ = −50 W und der Kanallänge l
di = 10 mm di = 12 mm di = 15 mm
V̇ /(l/h) Ta /°C TW /°C Ta /°C TW /°C Ta /°C TW /°C
600 24,93 24,42 24,93 24,34 24,93 24,22
400 24,90 24,18 24,90 24,00 24,90 23,90
100 24,57 22,24 24,57 21,80 24,57 21,14

8
3. Elektrotechnische Auslegung
3.1. Schaltungsentwurf
Aus dem Schaltungsentwurf geht eine Elektronikbaugruppe hervor, die alle Steuer- und
Regelungsaufgaben erfüllen kann. Dabei müssen fast alle gewünschten Funktionalitäten
zum großen Teil beim Entwurf der Baugruppe bedacht werden. Die folgende Aufzäh-
lung fasst zusammen, was realisiert werden muss um alle Anforderungen an die Peltier-
Kühlung zu erfüllen.
• Strommessung / Leistungsmessung am Peltierelement

• Ansteuerung eines PC-Netzteils[3]

• Display

• 3 Taster

• H-Brücke (IRF1404) oder Relaiskarte

• Sensoranschluss

• Lüfteranschluss
Abbildung 3.2 zeigt den fertigen Aufbau. Die einzelnen Details werden nachfolgend dis-
kutiert.

3.1.1. Die H-Brücke


Die H-Brücke oder auch Vollbrücke besteht aus vier NMOS Transistoren, die jeweils
als Schalter fungieren. Im vorliegenden Design wird der Leistungsteil vom Steuerteil ge-
trennt. Dieser modulare Aufbau hat den Vorteil, dass man i) verschiedene Ansteuerungen
testen kann, und ii) wird die Verdrahtung auf einer Ebene erleichtert. Zur Ansteuerung
der Transistoren sind die gängigen Brückentreiber wie der LT1160[4] oder IRF2103 [5]
ungeeignet, da diese zur Generierung der High-Side Steuerspannung nur das einfache
Bootstrap-Verfahren anbieten. Das hat zur Folge, dass nur in einer PWM-Anwendung
mit DC < 100%1 diese Komponenten richtig funktionieren. Im vorliegenden Fall al-
lerdings ist der Zustand entweder Heizen oder Kühlen und damit gilt DC = 100%.
Der Ausweg besteht darin einen Brückentreiber mit integrierter Ladungspumpe wie der
LT1158 [6] zu nutzen, so dass auch der kontinuierliche Betrieb in einem Schaltzustand
möglich ist.
1
DC... Duty cycle, oder auch Einschaltdauer

9
Abbildung 3.1.: Aufgebaute Steuereinheit

Abbildung 3.2.: Gesamte Elektronikbaugruppe

10
(a) (b)

Abbildung 3.3.: Halbbrücken-Ansteuerschaltung a) mit LT1160 und b) Schaltplan mit


LT1158 und hervorgehobenem PullDown Widerstand

In einer Testschaltung für den LT1160 stellte sich dieses Verhalten heraus. Hier bricht
die High Side Steuerspannung immer wieder zusammen, weil keine Schaltwechsel statt-
finden. Das Ergebnis ist eine höhere Verlustleistung in den Transistoren und eine diskon-
tinuierliche Betriebsart der Peltierelemente. Letztere „verschleißen“ bei dieser Art der
Ansteuerung, so dass eine wirklich kontinuierliche Arbeitsweise erforderlich ist. Es wur-
de dazu eine weitere Brückentreiberansteuerung mit dem LT1158 entworfen, der auch
einen kontinuierlichen Gleichstrombetrieb zulässt. Der in Abbildung 3.3b hervorgehobe-
ne Pull-Down-Widerstand ist beim Betrieb von zwei Halbbrücken zwingend erforderlich,
da es sonst zu einem Latch-Up Effekt kommt. Dieser äußert sich dadurch, dass die Span-
nung der Ausgänge der H-Brücke auf einem schwebenden Potential sind und dadurch
die Schaltbedingung für die High- oder Low-Side Transistoren nie erfüllt wird. Letzte-
re verhindert, dass beide Transistoren gleichzeitig durchschalten und sich dadurch ein
geschalteter Kurzschluss zwischen Versorgung und Masse aufbaut.

3.1.2. Anschluss der Temperatursensoren


Die Temperatursensoren DS18B22 haben eine 12bit Auflösung und eine Präzision von
0, 5 K. Der Anschluss der Sensoren erfolgt als „Daisy Chain“ Netzwerk, so dass mehrere
Knotenpunkte entstehen werden.

3.1.3. Anschluss der Lüfter


Nach einigen Tests hat sich heraus gestellt, dass die es zwingend erforderlich ist Lüfter
einzusetzten, damit die Kühltürme genügend Energie an die Umgebung abgeben bzw.
aufnehmen können. Als Lüfter kommen F12 PWM PST von Arctic Cooling zum Einsatz.
Das Verbindungskabel wird über einen DIN-Stecker ins Gehäuse geführt, wo es an die

11
Tabelle 3.1.: Anschlussbelegung der Sensoren
Bezeichnung Pin Kabel zum Sensor Oranges Kabel
GND 1 schwarz schwarz
DQ 2 grün weiß
VDD 3 blau blau

Tabelle 3.2.: Anschlussbelegung der Lüfter


Tacho PWM VDD GND
Lüfter Gelb Blau Rot Schwarz
ext. Kabel Gelb Grün Braun Weiß
DIN-Stecker 6 4 5 7
int. Stecker n.c. n.c. 1 2

normalen Molex-Anschlüsse des Netzteils angeschlossen wird. Das hat den Vorteil, dass
die Lüfter nur Funktionieren, wenn auch das Netzteil aktiv ist.
Die Pinbelegung des Steckers im Gehäuse ist so gewählt, dass zwischen +12 V und
+5 V Versorgungsspannung gewählt werden kann. Da alle Leitungen ins Gehäuse geführt
sind, besteht die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt eine Lüfterregelung mit PWM
zu implementieren.

3.2. Programmierung
Die Programm und Menüstruktur könnte in etwa so aussehen, wie in Abbildung 3.4
dargestellt. Die Realisierung der Programmstruktur könnte als Zustandsmaschine aus-
geführt werden, so dass jede Unterfunktion ein neuer Zustand des Programms ist. Ein
solcher Zustand hat dabei stets eine Eintrittsbedingung und eine Austrittsbedingung.
Beispielsweise wäre das „Hauptmenü“ ein solcher Zustand und das drücken der <Enter>-
Taste stellt die Übergangsbedingung in den nächsten Zustand, der „Einstellungen“ dar.

3.2.1. Programmstruktur
Zur Vereinfachung der Programmierung beschreibt die vorliegende Programmstruktur
hauptsächlich das Menü. Damit sind sowohl die Funktionen, als auch die Bedienung der
Temperatursteuerung beschreiben. Die einzigen zwei Funktionen, die hier fehlen sind:
• Temperaturregelung mit Hysterese
• Fehlerbehandlung
• Berechnung der Leistung
Am Ende der Einstellungen werden alle Einstellungen, inklusive der gefundenen Sen-
soradressen im EEPROM gespeichert. Beim Programmstart werden folglich alle Daten

12
Programmstruktur / Menübaum

Start

ja ja
Menü Schwellwerte definieren E Schwellwerte definieren E Einstellungen

nein
nein

Sensoren zuordnen Temperaturanzeige

Menü ja
ja E
Menü Sensoren zuordnen E Temperaturanzeige

nein
nein

Leistungsanzeige
Sensoren finden

Menü ja
Leistungsanzeige E
ja
Menü Sensoren finden E
nein
nein
Manuell
Zurück

Menü ja nein
Legende: Manuell E
E... Enter
ja
DW... Drehwähler (rechts)
E
E nein --> automatisch DW rechts

nein

(a) Hauptmenü

Abbildung 3.4.: Programm- / Menüstruktur

13
Menü Schwellwerte definieren Legende:
E... Enter
Aufgrund eines festgelegten Minmal- und Maximalwertes, die nicht unter- bzw. überschritten DW... Drehwähler (rechts)
werden sollen, müssen die Peltier-Elemente bzgl. Kühlen und Heizen gesteuert werden E nein --> automatisch DW rechts

E Steuerung der Peltier-Elemente


Minimalwert
Tein < Tmin heizen

E
Maximalwert Steuerung der Peltier-Elemente
Tein > Tmax kühlen

Menü Sensoren zuordnen


Jeder der 6Temperatursensoren besitzt eine Adresse, die einer Temperatur zugordnet
werden muss, um die Temperaturanzeige korrekt zu bestimmen.
Gegebenheiten:
6 Temperatursensoren --> 6 Adressen
6 Temperaturen:
Kühltemperatur 1 TK1
Kühltemperatur 2 TK2
Eintrittstemperatur Tein
Austrittstemperatur Taus
Temperatur des Peltier-Elements 1 TP1
Temperatur des Peltier-Elements 2 TP2

Start

nein Anzeige im Display:


alle Sensoren gefunden? Nicht gefunden
Sensoren finden!
ja

Anzeige im Display:
S1: 123.456.7.6
20°C
Auswahlmenü im Display: nein
Kühltermp. 1
ja Kühltemp. 2
E Eintrittstemp. E
Austrittstemp.
ja
nein Peltier-Element 1
Peltier-Element 2

Anzeige im Display:
S2: 234.567.8.9
22°C

nein
Auswahlmenü im Display
ja wie oben, abzüglich
E E
des oben ausgewählten
Elementes
nein
ja

Anzeige im Display:
S3: 345.678.9.0
18°C

ja alle 6 Sensoren werden nach obigem Schemata zu einer


E Temperatur zugeordnet. Die Auswahlliste reduziert sich
dynamisch um dem vorher ausgewählten Eintrag.
nein Sind alle Sensoren einer Temperatur zugeordnet, kommt
der Nutzer zurück ins Untermenü zum Eintrag "Sensoren zuordnen".

Abbildung 3.5.: Untermenü „Sensoren zuordnen“

14
T[min] < T[ein] < T[max]

T[k1] & T[k2] > T[kmin]+0,5K


T[k] > T[ein]+dT T[ein] < T[min]
T[ein] > T[max]
Aus Aus

Alles aus

t > 30s t < 30s Heizen


Kühlen
Lüfternachlauf
T[k1] | T[k2] < T[kmin]°C
T[k] < T[ein]+dT - 0,5K

T[ein] > 0,5(T[min] + T[max])


T[ein] < T[max] - 1K

Abbildung 3.6.: Zustandsdiagramm der Regelung

aus dem Speicher geladen um so ein erneutes Finden und Zuordnen der Sensoren zu
vermeiden.

3.2.2. Einstellungen
3.2.3. Regelung
Die Regelung der Temperatur erfolgt über einen einfachen Zweipunktregler, wobei neben
der Eintrittstempetatur Tein auch noch die Kühlturmtemperaturen Tk1 und Tk2 eine Rolle
spielen. Das Regelschema bildet das Zustandsdiagramm aus Abbildung 3.6 ab. Damit es
zu keinen allzu kurzen Oszillationen kommt ist für jeden Übergang eine Hysterese von
mindestens 0, 5 K vorgesehen.
Die Peltierelemente haben im Betrieb stets eine kalte Seite. Steht die Anlage auf
Heizen, so kühlen sich die Kühltürme ab und transportieren auf diese Weise zusätzli-
che Wärme aus der Umgebung zum Wasser, das erwärmt werden soll. Daraus ergibt
sich jedoch das Problem, dass bei unterschreiten des Taupunktes Wasser aus der Um-
gebungsluft an den Kühlrippen der Kühler kondensiert. Bei einer relativen Luftfeuchte
von 50% und einer Raumtemperatur von 20 ◦ C würde der Taupunkt bei etwa τ ≈ 8 ◦ C
betragen. Die Regelung muss also bei Erreichen dieser Temperatur abschalten, da sich
sonst Wasser bildet, das zu Algen- und Schimmelbildung führen könnte.
Die Abschalttemperatur beim Heizen ist ab Programmversion 1.9 auf die mittlere
Temperatur 0.5 · (Tmin + Tmax ) gesetzt. Dies bietet den Vorteil, dass sich das Wasser
stets auf eine hohe Temperatur aufheizen kann, und lange Zeit zum Abkühlen bekommt.
Damit wird der Tag-Nacht-Rhythmus der Fische verbessert.
Außerdem hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist, zusätzliche Lüfter zu instal-
lieren, damit beim Kühlen mehr Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Hier
kam es zu dem Effekt, dass die Wärmeabfuhr an die Umgebung nicht ausreichte, so dass
sich die Pelierelemente begannen zu überhitzen. Die Kühltürme wurden so warm, dass
die „kalte“ Seite der Peltierelemente letztlich wärmer war als die Eintrittstemperatur,
so dass im Endeffekt geheizt wurde, anstatt zu kühlen.

15
Air Temperature T (F)
40 50 60 70 80 90 100
40
100
Relative
35
Humidity (%)
100 90
30 90
80
70 80

Dewpoint Td (F)
Dewpoint Td (C)

25 60
50
40 70
20
30
20
15 10 60
©2008 Eric A. Schiff

10 50

5 40

0
0 5 10 15 20 25 30 35 40
Air Temperature T (C)

Abbildung 3.7.: Taupunkt von Wasser[7]

3.2.4. Fehlerbehandlung
Insbesondere, wenn keine Sensoren angeschlossen sind oder es zu Check-Summen-Fehlern
kommt, darf das Programm nicht „hängen“ bleiben. Eine einfache, pragmatische Fehler-
behandlung ist also erforderlich.

3.2.5. Drehwahlschalter
Der Drehwahlschalter ECW11 von ALPS ist ein Inkrementgeber mit Eingabetaste. Beim
Drehen werden abwechselnd Pin 1 und Pin 2 durch die Pullup-Widerstäde auf „High“
geschalten, so dass sich ein phasenverschobenes Signal zwischen Pin 1 und 2 ergibt. Die
Rastpunkte des Schalters sind durch die Pfeile in Abbildung 3.8b angedeutet. Daraus
folgt, dass die Übergänge „Links“ und „Rechts“ herum zweimal hintereinander kommen.
Im Ergbniss sind stets beide Pins etweder „Low“ oder „High“, nur die Reihenfolge der
Flankenwechsel gibt den Drehsinn an.
Für das Detektieren der Drehrichtung muss also der vorherige Ausgangszustand [0,0]
oder [1,1] gespeichert werden. Bei einem Flankenwechseln von zum Beispiel „Low“ →
„High“ muss das Programm den neuen Zustand mit dem alten vergleichen um so anhand
der Wahrheitstabelle die Drehrichtung zu erkennen.

16
(a) Foto (b) Schaltverhalten

Abbildung 3.8.: Drehwählschalter von ALPS [8]

Tabelle 3.3.: Zustandstabelle. prev_state bezeichnet den vorherigen Zustand der Pins
und cur_state bezeichnet den aktuellen Zustand.
Richtung prev_state cur_state
00 01
01 11
Rechts
11 10
10 00
00 10
10 11
Links
11 01
01 00

17
4. Sonstige Komponenten

Typ Bezeichnung Preis


Netzteil be quiet! System Power 7 300W 32€
Gehäuse 60€
• MS-Tech_LC-01, incl. Netzteil

• Chieftec_FLYER SERIE // FI-01B-U3, 250W incl. Netzteil

• Thermaltake Element Qi 220W

Taster
Schlauchtüllen für 12/16er Schlauch (DN12)
Temperaturfühler DS1820, TC74A5-5.0VAT, TMP35GT9Z
Peltierelement 50W 40x40mm
Kühlkörper Thermaltake Sonic Tower
Encoder Encoder mit Enter-Taster; Conrad 453417 - 62 1,50

18
Literaturverzeichnis
[1] R. Braun, “Kühlen mit hohem Wirkungsgrad,” Energy 2.0 - Kompendium, 2009.

[2] VDI e. V, VDI-Wärmeatlas. Berlin, Heidelberg: Imprint: Springer Vieweg, 2013.

[3] “PC-Netzteil,” Wikipedia, Dec. 2014. Page Version ID: 136615266.

[4] Linear Technology Corporation, “LT1162 - Half-/Full-Bridge N-Channel Power MOS-


FET Drivers,” Datasheet LT1160/LT1162, Milpitas, USA, 1995.

[5] International Rectifier, “IR2103 - Half-Bridge Driver,” datasheet, Apr. 2013.

[6] Linear Technology Corporation, “LT1158 - Half Bridge N-Channel Power MOSFET
Driver,” Datasheet LT1158, Milpitas, USA, 1994.

[7] “Taupunkt,” Wikipedia, Jan. 2015. Page Version ID: 138276226.

[8] ALPS ELECTRIC CO. LTD, “EC11 series - basic information.”

19
A. Zeichnungssatz Wärmetauscher

20
30 (2)
A-A ( 1 : 2 )
15 57,5

15
30
100
15

15
15
(2) 30
115
5x G
3/8
- 15 15
tief
* Beidseitig mit 50mm Fr ser 0,5mm
tief die Bearbeitungsspuren wegnehmen.

36
4x

gespiegelt zu
A 18 18
A Gewindebohrungen 10mm tief
M3

20
x0

Ansicht rechts
.5

17,5
7

15
30

4x
2x M4

70

M4
95
86
50

65

x0
x0.7

.7
*

5
Gewindebohrungen 5mm tief
3 x0. 30
Bohrmuster auch auf der M
anderen Seite 2x

Datum Name
Gezeichnet 07.01.2015 ms5760
Kontrolliert

Norm

Wa rmetauscher 1
A4
Status nderungen Datum Name
B. Messung des Durchflusses
Die Messung des Durchflusses erfolgte mit dem eingefahrenen Filter. Es wurde dazu ein
Gefäß gefüllt und die Zeit gemessen um einen Füllstand zu erreichen. Die geförderte
Menge Wasser wurde anschließend mit einer Waage bestimmt, wobei die Dichte von
Wasser mit ρH2O ≈ 1 kg/langenommen wurde.

Tabelle B.1.: Messreihe Fördervolumen


Nr. t/s V /l V̇ / (l/h)
1 35,8 1,321 132,84
2 31,6 1,169 133,18
3 35,1 1,356 139,08
4 31,2 1,266 146,08
5 33,4 1,416 152,62
6 33,6 1,414 151,50

22
C. Schaltpläne
C.0.1. Backplane
Die Backplane ist die zentrale Platine des Aufbaus und ist gleichzeitig Baugruppenträger
für die Ansteuerschaltung der H-Brücke.

+5VSTBY

JP2
L1 R6
R11
R9
C3 U$2

IC1 Q4 Q3

JP4
GND$1GND

PWRON
U$3 C2

R7

R8

JP3

X1
1
+12V
65
59

2
+12V$2
JP1
R10

Q2 Q1
C1

R3
R2

R4

R5 U$1
0.2v

84
90
WIREPAD3,81/1,4
+5VSTBY

+5V
R11 L1

+12V
1 2
1 B82134
C2 C3

+
JP4
1 100u 100u
2
3
GND GND
Lüfter GND

WIREPAD3,81/1,4
U$3
PWRON IC1 ArduinoMicro
+5V

LCD+SW
1 1 34
+5V MOSI SCK
2 33

+5V
RXLED/SS MISO
2 3 32
GND D1/TX VIN
4 31
D0/RX GND$2
PWRON5 RESET RESTE$2
30
6 29

+5V
GND GND +5V
ENC1 10 6 7 28 GND JP1

4,7k
INC1 D0 D2/SDA NC$1

R10
ENC2 11 INC2 D1
7 8
D3/SCL NC$0
27 1
SW 12 8 9 26 2
SW D2 D4 A5
9 10 25 3
D3 D5 A4
3 11 24
RS D6 A3

+3V3
4 12 23 Sensor
RW D7 A2
5 13 22 GND
E IO8 A1
ENC1 14 21 USCHUNT

10k
R2
IO9 A0
ENC2 15 20 S
IO10 AREF
SW 16 19
IO11 3V3

E
COOL 17 IO12 IO13
18 HEAT

+3V3
COOL
HEAT

GND
560

560
R8

R9

AREF ist so ein zustellen dass 1.024V Anliegen


JP3 JP2
1 1
2 2

GND
+12V
WIREPAD4,16O1,6

WIREPAD4,16O1,6
+12V

+12V$2

+12V
+12V

U$1 Halbbrücke Halbbrücke U$2


Q1 Q3
BUZ11BV
BUZ11BV
X1-2

X1-1

3 3
VCC VCC
8 8
GMSTBV2

TG TG
R4 2 2
R6
HEAT IN_T IN_T COOL
10 OUT1 OUT2 10
R5 100 COM COM 100 R7
2

COOL 1 1 HEAT
IN_B IN_B
100 100
9 Q2 Q4 9
BG BG
BUZ11BV
BUZ11BV
7 7
SGND SGND
4 4
PGND PGND
R3
USCHUNT
GND 10k GND
C1
+
10m
R1

GND$1GND 1u

WIREPAD4,16O1,6
WIREPAD4,16O1,6 GND GND

Date: 24.02.15 14:26


TITLE: Backplane Sheet: 1/1

24.02.15 14:28 /Users/martinseilmayer/Documents/eagle/PeltierKuehlung_Halbbruecke/Backplane.sch (Sheet: 1/1)


C.0.2. H-Brückensteuerung
Die H-Brücke liegt in zwei verschiedenen Layouts vor. Eines mit dem LT1158, das auch
DC = 100% kann und eines mit dem LT1160, das leider nur im PWM betrieb funktio-
niert.

10uF JP2 10uF JP2


1N4148DO35-10 1N4148DO35-10
C2 IC1 C2 IC1
D1 D1

C1

C1
1uF

1uF
R1

LT1158
10K
R1
10K

R3

R3
47

47
JP1 JP1

0.01uF

C3
R2 R2
47 47

10K
R4

(a) LT1158 - Layout (b) Layout LT1160

Abbildung C.2.: Layout Halbbrücke

25
SpiceOrder 1
D1
SpiceOrder 2

1N4148DO35-10
+12V

IC1
LT1160

1 14
SV+ BOOST
10
PV+
C1
JP1
C2 13 1uF GND R3 1
+

R1 4
T_GATE_D
12 2
/UV_/OUT T_GATE_FB TOP_GATE
10uF 10K COMMON R247 3
4
11
T_SOURCE 47
2
IN_TOP
GND BOTTOM_GATE
3 9
IN_BOTTOM B_GATE_D
8
B_GATE_FB

+12V
SGND

PGND

JP2
1
2
3
5

GND
GND GND

IN_BOTTOM

IN_TOP

TITLE: Halbbrücke

Document Number: REV:

Date: 19.01.15 14:23 Sheet: 1/1

20.01.15 14:43 /Users/martinseilmayer/Documents/eagle/PeltierKuehlung_Halbbruecke/Halbbrücke.sch (Sheet: 1/1)


C.0.3. LC-Display und Bedienelemente

27
+5V

DIS1 TUXGR_16X2_R2
LCD DISPLAY 16x2
10k

10k

10k

CONTR
R2

R3

R4

GND
VCC

R/W

NC
NC
RS

D0
D1
D2
D3
D4
D5
D6
D7
ENC2 ENC1 SW
E

+5V
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10

12
13
14
15
16
11
EC12E_SW

EC12E_SW

JP2
1
SW1

SW1

GND 2
RS 3
4
+5V

GND RW
E 5
6
+5V

D0
GND GND D1 7
A
10k
R1

S D2 8
D3 9
E

ENC1 10
ENC2 11
SW 12

GND

Date: 20.01.15 14:11


TITLE: LCD_Switch Sheet: 1/1

24.02.15 14:30 /Users/martinseilmayer/Documents/eagle/PeltierKuehlung_Halbbruecke/LCD_Switch.sch (Sheet: 1/1)


Abbildung C.1.: Layout Backplane

29