Sie sind auf Seite 1von 36

spezial | FEBRUAR 2013

spezial _ Einführung
Mit dieser Ausgabe werden Hintergrundinfor-
mationen gegeben, die zur sicheren Planung
und Ausführung von Korrosionsschutzmaß-
Korrosion metallischer Verbindungsmittel
nahmen erforderlich sind. Sie erweitert und
ergänzt die Vorgaben aus DIN 1052 und
in Holz und Holzwerkstoffen
DIN EN 1995, sie sensibilisiert für Problem-
stellungen und informiert über die Möglichkeit
zur Führung eines Nachweises der Gleichwer-
tigkeit von alternativen Korrosionsschutzmaß-
nahmen. Diese Informationen wurden innerhalb
eines Forschungsvorhabens zusammengetragen.
2 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

_ Inhalt

Seite 1 _ Einführung
2 _ Inhalt
3 _ Einleitung
2
6 _ Korrosion und Korrosionsarten
6
2.1 Definition des Begriffs Korrosion
7
2.2 Korrosionsarten
10 3 _ Schutzmaßnahmen
11 4 _ Beteiligtes Material
11 4.1 Metalle der Verbindungsmittel
13 4.2 Überzüge der VM
15 4.3 Holz / Besonderheiten im Holzbau
18 4.4 Holzwerkstoffe
18 4.5 Holzschutzmittel
20 5 _ Umgebungsbedingungen
20 5.1 Klimatische Umgebungsbedingungen
22 5.2 Chemische Umgebungsbedingungen
25 6 _ Erforderliche Schutzmaßnahmen
25 6.1 Erforderliche Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit der Nutzungsklassen
und der Korrosivitätskategorien – Empfehlungen für die Planung und
Ausführung
28 7 _ Nachweis der Gleichwertigkeit
28 7.1 Standardverfahren
29 7.2 Individuelles Prüfverfahren
30 8 _ Beispiel – Nachstellung einer Holzbrücke
32 9 _ Literatur
34 10 _ Bildnachweis
35 _ Kurzportrait WKI und VHI
36 _ Hinweise
spezial | FEBRUAR 2013 3
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

1 _ Einleitung

Holz ist ein vielseitiger Baustoff, mit dem seit außer den in der bereits erwähnten Tabelle
Jahrhunderten überaus dauerhafte Bauwerke aufgeführten, andere, gleichwertige Maßnahmen
konstruiert werden. Selbst gegenüber chemisch zulässig sind. Für den Nachweis gleichwertiger
aggressiver Umgebung ist Holz sehr beständig, Maßnahmen gibt es derzeit jedoch keine Prüf-
so dass die Nutzung von Holz in diesen Bereichen verfahren. Bei gerbstoffreichen Hölzern empfiehlt
sehr wirtschaftlich erfolgen kann. DIN 1052 die Verwendung geeigneter nicht-
rostender Stähle und bei imprägnierten Hölzern
Aufgrund der hohen mechanischen Beanspruch- sollten die schärfsten Anforderungen gemäß
barkeit, der Möglichkeit der serienmäßigen der bereits erwähnten Tabelle zugrunde gelegt
Fertigung und der leichten Verarbeitbarkeit wird werden.
in der Regel metallischen Verbindungsmitteln
gegenüber Holz-Holz-Verbindungen der Vorzug Zusätzlich zu der Tatsache, dass kein Verfahren
gegeben. Metalle reagieren jedoch, teilweise zum Nachweis der Gleichwertigkeit einer
sehr empfindlich, auf Chemikalien. Selbst im Holz beliebigen Schutzmaßnahme im Vergleich zu
als Naturstoff sind Chemikalien wie z. B. Säuren den in DIN 1052 beschriebenen Maßnahmen
enthalten, die eine Zerstörung des metallischen existiert, wird die Tabelle 2 der Norm verein-
Verbindungsmittels bewirken können. Eben- zelt als zu wenig differenzierend bezeichnet.
so können sich ungleiche Metalle gegenseitig So werden z. B. für Nägel und Stabdübel die
zerstören. Die Kombinationen aus Holzinhalts- gleichen Anforderungen gestellt, Klammern
stoffen, chemischen Umgebungsbedingungen, benötigen jedoch einen wesentlich wirksameren
klimatischen Umgebungsbedingungen, unter- Korrosionsschutz als Nägel. Diese Einstufung ist
schiedlichen Metallen und unterschiedlichen vermutlich vorgenommen worden, weil Klam-
Schutzmaßnahmen sind so vielfältig, dass es mern üblicherweise (wesentlich) dünner sind als
nicht möglich ist, die volle Komplexität in über- Nägel und Stabdübel. Der Unterschied zwischen
schaubarer Form zu dokumentieren. einer zwei Millimeter dicken Klammer und einem
drei Millimeter dicken Nagel (beides sind übliche
Bei der Erarbeitung der DIN 1052 ist das europä- Abmessungen) ist jedoch nicht so erheblich, dass
ische Sicherheitskonzept berücksichtigt worden, die gravierend unterschiedlichen Anforderungen
so dass DIN 1052 und DIN EN 1995 inhaltlich an den Korrosionsschutz gerechtfertigt sind. Rein
weitestgehend aufeinander abgestimmt sind. nach dem Wortlaut der DIN 1052 ist z. B. bei Ver-
Hinsichtlich des Korrosionsschutzes von metal- wendung von zwei Millimeter dicken Klammern
lischen Verbindungsmitteln im Holzbau regelt in Nutzungsklasse 2 und mäßiger Korrosions-
DIN 1052 den erforderlichen Korrosionsschutz belastung ein geeigneter nichtrostender Stahl zu
in Tabelle 2 der Norm (Tabelle 1.1). Hier sind die verwenden, während z. B. drei Millimeter dicke
Mindestanforderungen an den Korrosionsschutz Nägel bei gleicher Belastung ohne Korrosions-
für metallische Bauteile und Verbindungsmittel schutz verwendet werden dürfen. Andererseits
aufgeführt. Vorrangig wird dort eine erfor- wird jedoch ein z. B. drei Millimeter dicker Nagel
derliche mittlere Zinkschichtdicke genannt. Im gleich behandelt mit einem z. B. 16 Millimeter
Kapitel 6.3 der Norm steht im Absatz (3), dass dicken Stabdübel.
4 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Die in der beschriebenen Tabelle aufgeführten Bedingungen dickere Feuerverzinkungen oder


Mindestschichtdicken an Zink entsprechen den nichtrostender Stahl in Betracht gezogen werden
mit einem bestimmten Auftragsverfahren reali- sollte“, lässt sich jedoch nicht darüber aus,
sierbaren Schichtdicken und nicht dem tatsäch- wann eine entsprechende korrosive Bedingung
lich erforderlichen Schutz. vorliegt und wie dick die Zinkschichten werden
sollen. Abgesehen davon, dass in der Norm keine
Die europäischen Regelungen der DIN EN 1995 Aussagen zu den erforderlichen Zinkschichtdi-
unterscheiden zwar hinsichtlich der Dicke der cken getätigt werden, ist es auch mit Hilfe der
Verbindungsmittel (siehe auch Tabelle 1.2). Literatur nicht möglich, entsprechende Aussagen
Es wird jedoch keinerlei Bezug zur DIN EN ISO zu bekommen, da die tatsächlichen Abtragsraten
12944 genommen und die Vorgaben weichen unter Holzbaubedingungen noch nicht unter-
gravierend von denen der DIN 1052 ab. Die sucht worden sind. Die einzige verwendbare
Fußnote b der Tabelle 4.1 von DIN EN 1995-1- Quelle ist DIN EN ISO 12944, die jedoch die holz-
1 beschreibt, dass „bei besonderen korrosiven baurelevanten Parameter nicht berücksichtigt.

TAB. 1.1: AUSZUG AUS TABELLE 2 DER DIN 1052:2008-12 »MINDESTANFORDERUNGEN AN DEN KORRO-
SIONSSCHUTZ FÜR METALLISCHE BAUTEILE UND VERBINDUNGSMITTEL«

Mittlere Zinkschichtdicke in µm und/oder andere Schutzmaßnahmen


1 2 3
1 Nutzungsklassen 1 Nutzungsklassen 1 Nutzungsklasse 1,
und 2 bei unbedeu- und 2 bei mäßiger 2 und 3 bei starker
tender oder geringer Korrosionsbelastung Korrosionsbelastung
Korrosionsbelastung
2 Nägel, Stabdübel, keine keine 55
Schrauben, Bolzen,
Scheiben, Muttern,
Dübel
3 eingeklebte Stahlstäbe keine keine 55
4 Klammern 7 geeigneter nicht- geeigneter nicht-
rostender Stahl rostender Stahl
5 Nagelplatten 20 25 plus Gelb- geeigneter nicht-
chromatierung rostender Stahl
6 Stahlbleche mit einer 20 20 plus Beschichtung geeigneter nicht-
Dicke bis zu 3 mm nach DIN 55928-8 rostender Stahl oder
oder 25 plus Gelb- Korrosionsschutz
chromatierung nach DIN 55928-8
7 Stahlbleche mit einer 7 30 geeigneter nicht-
Dicke zwischen 3 und rostender Stahl oder
5 mm Korrosionsschutz
nach DIN EN ISO
12944-5: 1998-07
spezial | FEBRUAR 2013 5
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

TAB. 1.2: AUSZUG AUS TABELLE 4.1 DER DIN EN 1995-1-1-2008-09 »BEISPIELE FÜR MINDESTANFOR-
DERUNGEN AN BAUSTOFFE ODER KORROSIONSSCHUTZ FÜR VERBINDUNGSMITTEL«
(IN ANLEHNUNG AN ISO 2081)

Verbindungsmittel Nutzungsklasse
1 2 3
Nägel und Schrauben mit d keine Fe/Zn 12c Fe/Zn 25c
≤ 4 mm
Bolzen, Stabdübel, keine keine Fe/Zn 25c
Nägel und Holz-schrauben
mit
d > 4 mm
Klammern Fe/Zn 12c Fe/Zn 12c nichtrostender Stahl
Nagelplatten und Stahl- Fe/Zn 12c Fe/Zn 12c nichtrostender Stahl
bleche bis
3 mm Dicke
Stahlbleche über keine Fe/Zn 12c Fe/Zn 25c
3 mm bis zu 5 mm Dicke
Stahlbleche über keine keine Fe/Zn 25c
5 mm Dicke
6 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

2 _ Korrosion und Korrosionsarten

2.1 Definition des Begriffs Korrosion


Für den Begriff Korrosion werden mehrere Defini- Generell stellen Korrosionsvorgänge Phasen-
tionen verwendet. Alle halten jedoch fest, dass grenzflächenreaktionen zwischen Metallober-
bei Korrosionsvorgängen Reaktionen stattfinden, flächen und festen, flüssigen und gasförmigen
die zu einer Veränderung des Stoffes führen. Die Korrosionsmedien dar. Die Korrosionsreaktion
Reaktionen können dabei sowohl physikalischer, läuft in den überwiegenden Fällen elektroche-
als auch chemischer Natur sein. Die Verände- misch ab. Hierfür müssen folgende Vorausset-
rungen können rein oberflächlich ohne relevante zungen erfüllt sein:
Auswirkungen auf Festigkeitseigenschaften bis – Anwesenheit zweier verschieden edler Metalle
hin zur Gefügezerstörung, bei der oberflächlich oder Metalloberflächen – hieraus ergibt
keine relevanten Veränderungen wahrnehmbar sich eine Spannung oder Potentialdifferenz als
sind, sein. Auch die sich einstellenden Schutz- treibende Kraft für das Fließen eines Korro-
schichten auf z. B. Aluminium oder Kupfer wer- sionsstroms.
den als Korrosionsprodukte bezeichnet. – Zwischen den beiden Elektroden muss eine
elektrisch leitende Verbindung bestehen –
In DIN 50 900 wird eine gebräuchliche Definition daraus ergibt sich bei ausreichend großer
der Korrosion wie folgt beschrieben: Potentialdifferenz die Möglichkeit eines
Elektronenflusses.
»Korrosion ist die Reaktion eines metal- – Beide Elektroden müssen von demselben
lischen Werkstoffs mit seiner Umgebung, die Elektrolyten bedeckt sein.
eine messbare Veränderung des Werkstoffs
bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Generell gilt: Je negativer das Potential eines Me-
Funktion eines metallischen Bauteils oder talls, umso größer ist dessen Korrosionsgefahr.
eines ganzen Systems führen kann. In den
meisten Fällen ist diese Reaktion elektro-
chemischer Natur, in einigen Fällen kann sie
jedoch auch chemischer oder physikalischer
Unter Passivierung versteht man die
Natur sein.«
Ausbildung einer sehr dünnen, porenfreien
oxydischen Deckschicht. Da sich diese
Deckschicht nur sehr langsam auflöst, ist die
Korrosionsgeschwindigkeit gering.

Die Potentialumkehr bezieht sich auf das


Spannungspotential. Z. B. Zink besitzt in
der Normalspannungsreihe ein negativeres
Potential als Eisen. Bei einer spontanen
Passivierung des Zinks tritt eine Umkehr
dieses Potentials ein – das Zink wird positiver
(erscheint edler) als das Eisen. Die Potentia-
Abb. 2.1: Beginnende
lumkehr bewirkt damit eine beschleunigte
Spaltkorrosion
Korrosion des Eisens.
spezial | FEBRUAR 2013 7
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

2.2 Korrosionsarten
Hinsichtlich der Korrosionsarten werden wiede- das äußere Erscheinungsbild und weniger auf die
rum diverse Einteilungen vorgenommen, wobei Festigkeit bzw. Tragfähigkeit des Bauteils.
die Grenzen teilweise verschwimmen. Häufige
Einteilungen sind die nach der Art des lokalen Muldenkorrosion
Auftretens der Korrosion wie z. B. Flächen-, Mul- Die Muldenkorrosion ist eine Variante der
den-, Loch- und Spaltkorrosion. Andere Eintei- Flächenkorrosion, bei der die Korrosion nicht
lungen werden nach der Ursache der Korrosion großflächig auftritt. Grund hierfür können Unre-
vorgenommen, wie z. B. Kontakt-, Kondenswas- gelmäßigkeiten in der Materialzusammensetzung
ser-, Taupunkt- und mikrobielle Korrosion. All sein, wodurch es lokal zu etwas tiefergehenden
diese Korrosionsarten werden unter dem Überbe- Korrosionserscheinungen, und damit zu Mulden-
griff der Korrosion ohne mechanische Beanspru- bildung kommen kann. Wie auch die gleichmä-
chung zusammengefasst. Die Korrosionsarten bei ßige Flächenkorrosion ist die Muldenkorrosion
zusätzlicher mechanischer Beanspruchung sind eher ein optischer Makel, der früh erkannt wer-
in der Regel wesentlich kritischer zu betrachten, den kann und somit als unkritisch zu sehen ist.
da diese normalerweise zu einem schnellen und
ggf. ankündigungslosen spröden Versagen der Lochkorrosion
Bauteile führen. So dringen z. B. bei der wasser- Ursache für Lochkorrosion ist eine örtliche Be-
stoffinduzierten Spannungsrisskorrosion atoma- schädigung der Passivschicht. Hierdurch kommt
re Wasserstoffatome aufgrund ihrer geringen es bei Vorhandensein eines Elektrolyten an diesen
Atomgröße in das Metallgitter ein, verbinden sich Stellen zu einem Ionenaustausch zwischen der
in Hohlräumen zu H2-Molekülen, die wesentlich Passivschicht und des Elektrolyten. Dadurch wird
größer sind als der atomare Wasserstoff. Dabei die Passivschicht lokal abgebaut und es kommt
entstehen im mikroskopischen Maßstab so hohe an diesen Stellen zu Korrosionserscheinungen.
Drücke (bis 2 x 10 bar), dass das Metall von
5
Das Kritische daran ist, dass oberflächlich nur
innen heraus zerstört wird. kleinste, punktförmige Stellen zu erkennen sind.
Die Korrosion selber frisst sich allerdings tief in,
Gleichmäßige Flächenkorrosion bzw. durch das Material.
Die gleichmäßige Flächenkorrosion ist eine relativ
harmlose Form der Korrosion, da sie großflächig Spaltkorrosion
an der Oberfläche auftritt und somit früh erkenn- Spaltkorrosion tritt in konstruktions- oder
bar ist. Sie wird durch Kontakt zur Atmosphäre betriebsbedingten Spalten (zwischen Flanschen,
oder zu konzentrierten Säuren ausgelöst. Durch an Fehlstellen in Schweißnähten, unter Ankrus-
die Oxidation der oberflächennahen Bereiche tungen, etc.) auf und entspricht vom Korrosions-
entsteht eine sog. Passivschicht, die darun- mechanismus her der Lochkorrosion. Sie ent-
ter liegende Bereiche schützt. Diese Tatsache steht, wenn der Flüssigkeitsaustausch zwischen
kann bereits bei der Bemessung von Bauteilen der Spalte und der Umgebung eingeschränkt ist.
berücksichtigt werden, indem die Passivschicht Um der Entstehung von Spaltkorrosion entgegen-
als „Opferschicht“ einkalkuliert wird. Da der zuwirken, sollten die Oberflächen der spaltbil-
Flächenabtrag in der Regel sehr gering ist, hat die denden Materialien möglichst glatt und sauber
Flächenkorrosion im Wesentlichen Einfluss auf sein. Zusätzlich sollte bereits bei der Konstruktion
8 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

darauf geachtet werden, dass konstruktive Spal- Kondenswasserkorrosion


ten möglichst vermieden, oder aber groß genug Kondenswasser- oder auch Schwitzwasserkorro-
ausgeführt werden. sion ist die häufigste atmosphärische Korrosions-
art. Sie tritt bei einer Luftfeuchtigkeit von über
Kontaktkorrosion 60 % auf. Die Luftfeuchtigkeit bindet Verun-
Kontaktkorrosion kann auftreten, wenn zwei reinigungen aus der Luft, wodurch diese durch
Metalle mit unterschiedlichem Korrosionspoten- Kondenswasserbildung an die Bauteiloberfläche
tial durch ein leitendes Medium miteinander gelangen und dort zu Korrosion führen können.
verbunden werden. Das unedlere Metall wird Begünstigt wird der Korrosionsfortschritt durch
dabei zur Anode und gibt somit Elektronen an ein ständiges Schwanken von Temperatur und
das edlere Metall ab. Durch diese zusätzliche Feuchte. Die verschiedenen Verunreinigungen
Polarisation wird die Korrosion noch verstärkt. aus der Luft wirken sich dabei unterschiedlich auf
Ob die Reaktion tatsächlich stattfindet, hängt die Korrosion aus.
allerdings auch von der Leitfähigkeit des Medi-
ums, dem elektrochemischen Verhalten und dem Mikrobiologische Korrosion
Oberflächenverhalten der beiden Metalle ab. So Mikrobiologische Korrosion wird durch verschie-
ist die Korrosionsgefahr relativ gering, wenn das dene Stoffwechselprodukte von Mikroorganis-
unedlere Metall gegenüber dem edleren Metall men (Algen, Pilze, Bakterien )ausgelöst. Dabei
eine größere Oberfläche aufweist und das Kor- handelt es sich weniger um eine eigene Korro-
rosionsmedium eine hohe Leitfähigkeit besitzt. sionsform, als vielmehr um einen Auslöser für
Umgekehrt fördert eine größere Oberfläche des alle klassischen Formen der Korrosion. Etwa 20
edleren Metalls die Korrosionsgefahr. Prozent aller Korrosionsschäden weltweit sind auf
Mikroorganismen zurückzuführen.
Selektive Korrosion
Selektive Korrosion kann nur bei mehrphasigen Anlaufen
Legierungen auftreten. Hierbei werden nur Anlaufen beschreibt das Phänomen, dass sich
einzelne Gefügebestandteile angegriffen, wobei Metalle mit einer dünnen Schicht überziehen. So
zwischen interkristalliner und transkristalliner bilden etwa Blei und Zink an feuchter Luft eine
Korrosion unterschieden wird. dünne Schicht aus Oxid oder Kohlensäuresalz,
Bei der interkristallinen Korrosion werden be- Silber an unreiner Luft eine Schicht aus Schwe-
vorzugt korngrenzennahe Bereiche angegriffen. felsilber und Stahl beim Erhitzen eine farbige
Ursache hierfür sind relative elektrochemische Oxidschicht.
Potentialunterschiede zwischen den Korngren- Wird dieser Effekt gezielt durch hohe Tempe-
zen und dem Korn selber. Diese Potentialunter- raturen hervorgerufen, so spricht man vom
schiede können durch intermetallische Ausschei- „Anlassen“.
dungen hervorgerufen werden, die sich entlang
der Korngrenzen ablagern. Spannungsrisskorrosion
Im Gegensatz zur interkristallinen Korrosion Spannungsrisskorrosion kann auch bei nicht-
verläuft die Schädigung bei der transkristallinen rostenden Stählen auftreten. Korrosive Medien
Korrosion durch das Korn hindurch. führen bei gleichzeitiger Einwirkung von Zug-
spezial | FEBRUAR 2013 9
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

spannungen unter Rissbildung zu Korrosionser- Korrosion durch unterschiedliche Belüftung


scheinungen. Dabei kann es durchaus sein, dass Durch Bereiche mit unterschiedlicher Belüftung
der Stahl ohne die mechanische Beanspruchung und somit unterschiedlichem Sauerstoffangebot
gegenüber dem Medium beständig wäre. Die können auf einer Metalloberfläche anodische
Zugspannungen können sowohl von außen und kathodische Teilbereiche entstehen. Dadurch
aufgebrachte Spannungen sein, oder aber aus kann es durch die Bildung eines Korrosionsele-
Eigenspannungen resultieren. mentes zu einer beschleunigten Korrosion kom-
men. Die weniger belüfteten Teilbereiche werden
Schwingungsrisskorrosion hierbei schneller abgetragen.
Schwingungsrisskorrosion tritt auf, wenn sich
unter dynamischer Beanspruchung inter- oder Nach DIN EN ISO 8044 wird in Korrosionsarten
transkristalline Risse im Material bilden und mit und ohne mechanische Beanspruchung un-
gleichzeitig ein korrosives Medium vorhanden ist. terschieden. Eine Auswahl der für Verbindungs-
Das Kritische daran ist, dass sie plötzlich auftritt mittel im Holzbau wichtigsten Korrosionsarten ist
und äußerlich meist nicht sichtbar ist. in Tabelle 2.1 dargestellt.

TAB. 2.1: RELEVANTE KORROSIONSARTEN BEI VERBINDUNGSMITTEL IN HOLZ

Ohne mechanische Beanspruchung Mit mechanischer Beanspruchung


Gleichmäßige Flächenkorrosion Spannungsrisskorrosion
Muldenkorrosion Schwingungsrisskorrosion (Korrosionsermüdung)
Lochkorrosion
Spaltkorrosion
Kontaktkorrosion (galvanische Korrosion)
Korrosion durch unterschiedliche Belüftung
Selektive Korrosion (interkristalline Korrosion/
transkristalline Korrosion / Entzinkung)
Kondenswasserkorrosion
Mikrobiologische Korrosion
Anlaufen
10 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

3 _ Schutzmaßnahmen

Bei der Wahl von geeigneten Korrosionsschutz- Eine wichtige Maßnahme des aktiven Korrosi-
maßnahmen sind diverse Faktoren einzubezie- onsschutzes bei der Planung des Einsatzes von
hen. Neben den rein funktionalen Überlegungen, metallischen Verbindungsmitteln im Holzbau ist
wie z. B. der angestrebten Nutzungsdauer, den die Auswahl des geeigneten Werkstoffs. Es steht
mechanischen Eigenschaften oder der Wirtschaft- eine Reihe von verschiedenen Werkstoffen mit
lichkeit sind häufig auch optische Gesichtspunkte unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung.
zu beachten. Die Entscheidung, welcher Werkstoff im kon-
Der Korrosionsschutz kann dabei auf unter- kreten Fall einzusetzen ist, wird nach den Forde-
schiedliche Weise erreicht werden. Zunächst ist rungen getroffen, die an den Werkstoff gestellt
eine geeignete konstruktive Gestaltung wichtig. werden – nach den Eigenschaften, über die ein
Des Weiteren können werkstofftechnische, Werkstoff verfügt und nach seinem Preis.
oberflächentechnische sowie elektrochemische Aufgrund der komplizierten Wechselwirkungen
Maßnahmen ergriffen werden. Dabei ist jedoch der Bestandteile eines metallischen Werkstoffes
immer zu beachten, dass ein absoluter Korrosi- ist das Korrosionsverhalten einer Legierung nur
onsschutz nie erreicht werden kann. Eine Über- durch Kenntnis der folgenden zusätzlichen Ein-
sicht möglicher Korrosionsschutzmaßnahmen flüsse näher zu bestimmen:
zeigt Abbildung 3.1. – Einfluss der chemischen Zusammensetzung
– Einfluss der Wärmebehandlung
– Kaltverformung und mechanische
Bearbeitung
– Einfluss der Oberflächenbeschaffenheit
Korrosionsschutzmaßnahmen
– Einfluss von Werkstoffinhomogenitäten [26].

Konstruktiv Werkstofftechnisch / Oberflächentechnisch Elektrochemisch


Metallurgisch

Flächenverhältnisse Legierungselemente wie Metallische Überzüge Leitfähigkeit des


Kathode / Anode Cr, Ni, Mo, Cd Elektrolyten (Inhibitoren)

Isolierung Stabilisatoren bei Nichtmetallische Elektrolyt-


Austiniten (Ti, Nb, Ta) Überzüge Zusammensetzung und
Temp.

Paarung von Werkstoffen Wärmebehandlungen: Druckeigenspannungen Elektrolytbewegung


mit kleiner
-Abschrecken von
Potentialdifferenz
Austiniten
- Spannungsarmglühen
Sauerstoffkonzentration
- Lösungsglühen
Vermeidung von Spalten Entfernen von des Elektrolyten
und Verunreinigungen - Diffusionsglühen Anlauffarben (Belüftung)

Kathodischer Schutz ohne Nichteisenmetalle Glätten von Oberflächen Kathodischer Schutz mit
Außenstrom Außenstrom

Nichtmetallische
Werkstoffe

Abb. 3.1: Korrosionsschutz-


maßnahmen [Quelle: 26]
spezial | FEBRUAR 2013 11
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

4 _ Beteiligtes Material

4.1 Metalle der Verbindungsmittel


Kupfer
Aluminium Kupfer korrodiert nicht unter Wasserstoffent-
Aluminium ist ein sehr unbeständiges Element, wicklung und gehört damit zu den korrosionsbe-
das in der elektrochemischen Spannungsreihe ne- ständigen Werkstoffen in den meisten nichto-
ben Magnesium steht. Nach thermodynamischen xidierenden Säuren (z. B. Salzsäure, Essigsäure).
Überlegungen reagiert Aluminium an der Allerdings ist eine häufig recht schnelle Auflö-
Atmosphäre sehr stark mit Sauerstoff und hoher sung in oxidierenden Medien oder unter Kom-
Luftfeuchte. Allerdings ist diese starke Reaktions- plexbildung möglich, weil Kupfer nicht passivier-
neigung, die zu einer schnellen Auflösung führen bar ist. Da sich im Laufe des Korrosionsprozesses
sollte, auch Grund für dessen Beständigkeit. aber eine fest haftende, schützende Deckschicht
Unter Bildung einer dünnen Schutzschicht aus auf dem Kupfer bildet, können Kupferwerkstoffe
Oxiden und Oxihydraten mit einer sehr gerin- vor allem in sauerstoffhaltigem Wasser eingesetzt
gen Elektronen- und Ionenleitfähigkeit wird das werden. Durch die sehr gute Korrosionsbestän-
angreifende Medium vom Aluminium getrennt digkeit in Kombination mit weiteren Eigenschaf-
und die elektrochemischen Austauschreaktionen ten finden Kupferwerkstoffe große Anwendung.
gehemmt.
Legierte (wetterfeste) Baustähle
Eisen Wetterfeste Baustähle gehören zu den höher-
Die Korrosion von Eisen ist unter natürlichen Be- festen schweißgeeigneten Baustählen mit einem
dingungen wesentlich größer als von benachbar- C-Gehalt ≤ 0,20 %. Verschiedene Legierungs-
ten Elementen in der Spannungsreihe mit etwa elemente (Phosphor, Kupfer, Chrom, Nickel,
gleichem Standardpotential. Silicium…) bewirken dabei eine Erhöhung der
Eisen ist bei einer relativen Luftfeuchte von über Festigkeit aber auch die Ausbildung einer Schutz-
55 % das korrosionsanfälligste aller Werkmetalle. schicht, durch die die Korrosionsgeschwindigkeit
Reineisen und Gusseisen bieten dabei ungefähr stetig vermindert wird.
die gleiche Witterungsbeständigkeit wie unle- Die Stahlsorten sind durch die Nummerierung
gierter Stahl. Bis 80 °C wird die Korrosion durch S235-xx und S355-xx gekennzeichnet.
höhere Temperaturen verstärkt. Außerdem In Versuchsreihen wurde ein sehr großer Einfluss
besitzt Eisen eine geringe Säuren-, jedoch eine auf die Polarisation des Stahls bei der Variation
hohe Laugenbeständigkeit. Die Rostschicht wird des Flächenverhältnisses von Stahl und Zink fest-
zunehmend voluminöser und fällt plattenweise gestellt. Durch den Kontakt zu größeren Stahl-
ab, dies bietet als Folge keine weitere Schutzwir- oberflächen wird die Korrosion am Zink anfangs
kung vor Korrosion. Unter 55 % rel. LF ist Eisen stark beschleunigt. Dies führt jedoch zu einer
jedoch korrosionsbeständiger und korrodiert nur positiv wirkenden beschleunigten Deckschichtbil-
bei ungünstigen Verhältnissen, wie z. B. beim dung am Zink. Bei Flächenverhältnissen von 10:1
Anfallen von Schwitzwasser. zeigte das Zinkpotential bereits nach 10 Minuten
eine weitgehend abgeschlossene Deckschichtbil-
dung an. Noch größere Flächenverhältnisse füh-
ren nicht mehr zu einer Polarisation des Stahles in
den Bereich der Wasserstoffentwicklung [4].
12 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Nichtrostende Stähle Zink


Innerhalb der legierten Stähle ist diese Stahlgrup- Zink gehört zu den unedlen Metallen. Bei der
pe dadurch charakterisiert, dass der Stahl einen elektrolytischen Korrosion erleidet Zink deshalb
Massenanteil von mindestens 10,5 % Chrom in der Regel eine sogenannte aktive Auflösung.
(Restistenzgrenze) und höchstens 1,2 % Koh- Diese Auflösung kann durch die Ausbildung
lenstoff aufweist. Die Stähle sind in unterschied- schützender Deckschichten aus Zinkoxiden,
lichen oxidierenden und reduzierenden Medien -hydroxiden und -carbonaten gehemmt werden.
korrosionsbeständig. Ursache der Beständigkeit Hieraus resultiert die gute Korrosionsbeständig-
ist die Ausbildung einer Passivschicht, die sich keit des Zinks in vielen Medien und insbesondere
bei Verletzung neu bildet. Die Repassivierung an der Atmosphäre.
hängt von der Legierungszusammensetzung, der Zink fungiert in der Verbindung mit Eisen-
Oberflächenbeschaffenheit und dem Angebot an werkstoffen immer als Anode, d.h. dass der
Oxidationsmitteln ab [2], [13]. angrenzende Stahl kathodisch geschützt wird
Die Korrosionsbeständigkeit nichtrostender (Fernschutzwirkung). Die Korrosion des Zinks
Stähle hängt überwiegend vom Zusammenspiel im pH-neutralen Bereich erfolgt ebenmäßig und
zwischen der chemischen Zusammensetzung, wird durch das prinzipielle Verhalten einer Deck-
dem Gefügezustand und dem angreifenden schichtelektrode charakterisiert.
Medium ab. Die Ausbildung von weitestgehend dichten ZnO-
Nichtrostende Stähle können bei korrosiven oder ähnlichen Schichten ist an ein quasi-passives
Beanspruchungen Vorteile gegenüber unlegier- Verhalten von Zink gebunden. D.h. dass sich Zink
ten Stählen besitzen, da ein zusätzlicher Korro- in Wasser oberhalb 60 °C spontan passiviert, wo-
sionsschutz in aller Regel nicht erforderlich ist. bei sich das Korrosionspotential stark positiviert
Nichtrostende Stahlsorten bestehen vornehmlich und das des Eisens übersteigt. Dieser Effekt ist als
aus Eisen, Chrom und Nickel. Für die Korrosi- Potentialumkehr des Zinks bekannt und durch die
onsbeständigkeit ist insbesondere Chrom von Zunahme der Elektronenleitfähigkeit der Zink-
Bedeutung. In Verbindung mit weiteren Chemi- deckschichten bedingt.
kalien kann eine Veränderung der Feinstruktur
der Stähle eintreten. Z. B. können sich durch Grundlegend für die Beurteilung der Korrosions-
chemische Reaktionen Säuren bilden, welche den beständigkeit von Zink ist die Korrosionsabhän-
Korrosionsprozess nochmals verstärken. Deshalb gigkeit vom pH-Wert des einwirkenden Medi-
ist auch bei der Verwendung von nichtrostenden ums. Grundsätzlich ist Zink nur im pH-Bereich 7
Stählen im Einzelfall die bauaufsichtliche Zulas- bis 12 ausreichend korrosionsbeständig, bei allen
sung zu prüfen. So dürfen z. B. nur austenitisch anderen pH-Werten ist mit einer relativ schnellen,
nichtrostende Stähle in chlor- oder chlorwasser- aktiven Zinkauflösung zu rechnen.
stoffhaltiger Atmosphäre eingesetzt werden [23].
Bei direktem Kontakt zwischen nichtrostendem
und unlegiertem Stahl und dem Vorhandensein
von Lösungen, z. B. Wasser, besteht in den Be-
rührungsflächen Korrosionsgefahr am unlegier-
ten Stahl. Solche direkten Kontaktflächen sollten
deshalb vermieden werden.
spezial | FEBRUAR 2013 13
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

4.2 Überzüge der VM


Oberflächenüberzüge werden in nichtmetallische,
metallische und organische Überzüge eingeteilt.
Die gebräuchlichsten Oberflächenüberzüge zeigt
Abbildung 4.1.

Bei einem Korrosionsschutz des Grundmetalls


durch einen metallischen Überzug entsteht eine
enge Wechselbeziehung zwischen den Werk-
stoffen. Die korrosionsschützende Wirkung
metallischer Überzüge ist deshalb davon abhän-
gig, wie edel die Überzugsmetalle gegenüber den
Grundmetallen sind.
Am sichersten ist der Einsatz von Überzugs-
metallen, die gegenüber dem Grundmetall ein
unedleres Potential haben und als sogenannte
Opferanode in Lösung gehen. Der Korrosions-
schutz ist somit zeitlich begrenzt und kann nicht
eingesetzt werden, wenn das Medium nicht
durch Korrosionsprodukte verunreinigt werden
darf. Edlere Metalle als Überzug haben nur dann Abb. 4.1: Gebräuchliche
eine schützende Wirkung, wenn sie vollkom- Oberflächenbezüge für
men dicht sind. Treten im Überzug Poren oder Schrauben [1]
Risse auf, wird die Korrosion sogar verstärkt, da
Kontaktkorrosion entsteht und in diesem Fall das
Eisen anodisch in Lösung geht.
Nach DIN 50 961 sind galvanische Überzüge Möglichkeit, große Schutzschichten aufzubrin-
metallische Schichten, die aus einem Elektrolyten gen, ein wirksamer Korrosionsschutz. Nach DIN
auf elektrisch leitenden oder leitend gemachten EN ISO 10 684 hat die Mindestschichtdicke
Teilen kathodisch abgeschieden werden. 40 µm zu betragen.
Die Korrosionsschutzdauer geschlossener galva- Die Anfälligkeit gegenüber Korrosion mit im
nischer Überzüge ist annähernd proportional der Schmelztauchverfahren aufgebrachten Zink-
Schichtdicke. Durch nachträgliches Chromatieren schichten ist vergleichbar mit denen galvanischer
von galvanisch aufgebrachten Zink- oder Zink- Überzüge. Außerdem neigen feuerverzinkte
Legierungsüberzügen kann der Korrosionsschutz Oberflächen in wässriger Umgebung weniger zu
des Überzugs verbessert werden. Lochkorrosion [25].
Die hohe Schichtdicke wirkt sich allerdings auch
Von den bekannten Metall-Schmelztauchver- nachteilig auf die mechanischen Eigenschaf-
fahren hat für den Korrosionsschutz speziell von ten von vor allem kleinen Verbindungsmitteln
Verbindungsmitteln das Feuerverzinken eine aus. Die Flankenüberdeckung im Gewinde wird
große Bedeutung erlangt. Das Feuerverzinken ist vermindert, was eine Verringerung des Auszieh-
nicht nur kostengünstig sondern auch wegen der widerstandes der Verbindungsmittel bzw. der
14 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Tragfähigkeit der gesamten Verbindung bewirkt. sionen mit unterschiedlichen Konzentrationen


Da sich die Eisen-Zink-Legierungsschichten relativ durch Tauchen oder Spritzen und anschließen-
spröde verhalten, kann sich außerdem die Haf- dem Trocknen bei Temperaturen von 60 °C bis
tung bzw. die Dauerhaltbarkeit stark verringern 70 °C aufgebracht. Hierdurch wird die Bildung
[13]. von Zinkkorrosion verzögert oder die Korrosions-
schutzdauer bei phosphatierten Verbindungsmit-
Nichtelektrolytisch aufgebrachte Zinklamellen- teln erhöht.
Überzüge sind anorganische metallische, silber- Durch das Aufbringen organisch hochvernetzter
farbene Dünnbeschichtungen. Ihre Schichtdicke Beschichtungen oder auch durch kathodische
beträgt ca. 5 µm – 15 µm, dies entspricht etwa Tauchlackierungen auf phosphatierten Stahl-
den Werten galvanischer Überzüge. Die Korrosi- verbindungsmitteln kann ein zumindest für
onsbeständigkeit im Salzsprühnebeltest nach DIN Innenraumanwendungen ausreichender Korro-
50 021 ist jedoch deutlich besser als bei galva- sionsschutz erreicht werden, da solche Über-
nischen Überzügen. Der Korrosionsschutz wird züge allein keine kathodische Schutzwirkung
durch das Vernetzen von langgestreckten Zink- erzeugen. Nach einem Trocknungsprozess bei
und Aluminiumlamellen durch einen Einbrenn- höheren Temperaturen entsteht ein haftfester,
prozess erreicht. Hierdurch wird eine elektrische chemikalienresistenter, dünner und porenfreier,
Leitfähigkeit innerhalb des gesamten Überzugs nicht oder wenig elektrisch leitender Überzug mit
und zum Grundmetall hergestellt und damit der Schichtdicken von ca. 5 µm – 12 µm. Durch die
kathodische Schutz des Grundmetalls bewirkt. Möglichkeit einer individuellen Farbgebung sind
Da beim Beschichtungsprozess kein Wasserstoff- solche Überzüge besonders für spezielle dekora-
angebot vorhanden ist, eignen sich diese Über- tive Anforderungen geeignet.
züge besonders für wasserstoffversprödungs- Durch das Versiegeln von nichtelektrolytisch
anfällige, einsatzgehärtete und angelassene aufgebrachten Zinklamellen-Überzügen oder von
Verbindungsmittel. Falls dennoch im Rahmen galvanischen Überzügen entstehen sogenannte
von Vorbehandlungen beim Einbrennprozess Duplex-Schichtsysteme. Durch solche Schichtsy-
Wasserstoff aufgenommen werden sollte, so steme ist eine teilweise bedeutende Erhöhung
besitzen Zinklamellen-Überzüge auch eine gute der Korrosionsbeständigkeit im Vergleich zum
Wasserstoffdurchlässigkeit, so dass dieser wieder reinen Basisüberzug möglich. Duplex-Schichtsy-
entweichen kann. Damit ist die Wasserstoffver- steme werden dort eingesetzt, wo neben einem
sprödungsgefährdung auf ein Minimum redu- guten Korrosionsschutz gleichzeitig dekorative
ziert. Anforderungen erwünscht sind. Aufgrund der
Zinklamellen-Überzüge werden üblicherweise im elektrischen Isolationswirkung bieten sie weiter-
Tauch-Schleuder-Verfahren aufgebracht. hin einen guten Schutz gegenüber Kontaktkor-
rosion.
Organische polymere Bestandteile werden über- Organische Überzüge werden üblicherweise
wiegend als Versiegelung in die noch feuchte ebenfalls im Tauch-Schleuder-Verfahren aufge-
Chromatierung von galvanischen Überzügen bracht [1].
oder auch in Phosphatüberzüge eingebaut. Die
Bestandteile werden in Form wässriger Disper-
spezial | FEBRUAR 2013 15
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

4.3 Holz / Besonderheiten im Holzbau


Relevante Punkte bei der Auswahl der zu verbau- gefüllt werden können.
enden Holzart sind die im Gebrauchszustand zu Die Angleichung der Holzfeuchte an das umge-
erwartende mittlere Holzfeuchte um und die pro- bende Klima im hygroskopischen Bereich voll-
zentualen Anteile an verschiedenen für Metalle zieht sich langsam (i.d.R. über mehrere Monate).
aggressiven Holzinhaltsstoffen. Jedoch dürfen für Die Ausgleichsfeuchte hängt im Wesentlichen
tragende Holzbauteile nur die in DIN 1052 / DIN von der relativen Luftfeuchte und der Temperatur
EN 1995 genannten Holzarten verwendet wer- ab. Eine kurzfristige Befeuchtung betrifft nur die
den. Daneben ist auch die DIN 68 800 zwingend äußere Holzschicht. Dies wirkt sich allerdings für
zu beachten. z. B. oberflächlich angebrachte Verbindungsmittel
Die Holzfeuchte u ist die Masse des im Holz nachteilig aus [11].
enthaltenen Wassers, ausgedrückt als Anteil der In den Normen DIN 68 800-1 und DIN EN 335-1
Trockenmasse des Holzes. Die am häufigsten an- werden Holzbauteile übereinstimmend in soge-
gewendete Methode zur Holzfeuchte-Ermittlung nannte Gebrauchsklassen (GK) eingestuft (siehe
basiert auf der Messung des elektrischen Wider- Tabelle 4.1). Je höher die Klasse, desto größer
standes. Die mittlere Holzfeuchte um wird dabei ist die biologische Gefährdung, der die Hölzer
aus mehreren Messungen an einem Holzbauteil ausgesetzt sind. Die GK 4 ist beispielsweise auch
mit einem elektrischem Holzfeuchtemessgerät dann anzusetzen, wenn damit gerechnet werden
ermittelt. muss, dass sich Schmutz in Rissen und Fugen
Bezüglich der Holzfeuchte wird nach frischem, ablagert und dort Feuchtigkeit in besonderem
halbtrockenem und trockenem Holz unterschie- Maße speichert.
den. Üblicherweise ist trockenes Holz mit einer
Holzfeuchte um ≤ 20 % einzubauen. Für die
Verwendung im Holzhausbau ist die zulässige
mittlere Holzfeuchte sogar auf maximal 18 %
begrenzt.
Die breite Literatur sieht in diesen Holzfeuchte-
werten keinerlei Gefährdung für metallische
Verbindungsmittel, jedoch wird der individuelle
makroskopische Aufbau der Hölzer teilweise
unterschätzt.
Schon beim Trocknungsvorgang im Vorfeld der
Verarbeitung kann es zu Quell- und Schwind-
verformungen bzw. Rissen in der Struktur durch
innere Spannungen kommen, die wiederum
durch z. B. Kondenswasser im verbauten Zustand
16 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

TAB. 4.1: DEFINITION DER GEBRAUCHSKLASSEN (GK) GEMÄSS DIN 68800-1

GK Allgemeine Gebrauchsbedingungen Holzfeuchte / Exposition


0 Holz oder Holzprodukt unter Dach, nicht der Bewitte- trocken (ständig ≤ 20%)
rung und keiner Befeuchtung ausgesetzt, die Gefahr mittlere relative Luftfeuchte bis
durch Insekten kann ausgeschlossen werden 85 %
1 Holz oder Holzprodukt unter Dach, nicht der Bewitte- trocken (ständig ≤20%)
rung und keiner Befeuchtung ausgesetzt mittlere relative Luftfeuchte bis
85 %
2 Holz oder Holzprodukt unter Dach, nicht der Bewitte- gelegentlich feucht (> 20%)
rung ausgesetzt, eine hohe Umgebungsfeuchter kann mittlere relative Luftfeuchte
zu gelegentlicher, aber nicht dauernder Befeuchtung über 85% oder
führen zeitweise Befeuchtung durch
Kondensation
3 3.1 Holz oder Holzprodukt nicht unter Dach, aber ohne gelegentlich feucht (> 20%)
ständigen Erd- und/oder Wasserkontakt, Anreicherung Anreicherung von Wasser im
von Wasser im Holz, auch räumlich begrenzt, nicht zu Holz, auch räumlich, begrenzt,
erwarten nicht zu erwarten
3.2 Holz oder Holzprodukt nicht unter Dach, aber ohne häufig feucht (> 20%)
ständigen Erd- und/oder Wasserkontakt mit Bewitte- Anreicherung von Wasser im
rung; Anreicherung von Wasser im Holz, auch räumlich Holz, auch räumlich begrenzt,
begrenzt, zu erwarten zu erwarten
4 4.1 Holz oder Holzprodukt in Kontakt mit Erde und so bei vorwiegend bis ständig feucht
mäßiger Beanspruchung vorwiegend bis ständig einer (> 20 %)
Befeuchtung ausgesetzt
4.2 Holz oder Holzprodukt in Kontakt mit Erde oder Süß- ständig feucht (> 20%)
wasser und so bei hoher Beanspruchung ständig einer
Befeuchtung ausgesetzt, auch bei Ummantelung
5 Holz oder Holzprodukt ständig Meerwasser ausgesetzt, ständig feucht (> 20%)
auch bei Ummantelung

Nach DIN 1052 / DIN EN 1995 sind folgende Alle Hölzer bestehen hauptsächlich aus Zellulose,
Nadel- und Laubhölzer für den Einsatz im Bau- Hemizellulose und Lignin. Die Zusammensetzung,
bereich geeignet: sowie Art und Anteil der zusätzlichen Inhalts-
– Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie stoffe variiert jedoch von Holzart zu Holzart.
– Eiche, Buche, Teak, Afzelia, Merbau, Azobé, Holz wirkt unter bestimmten Voraussetzungen
Ipe korrosiv (siehe auch [3], [7], [8], [12], [14], [16],
[17], [21]). Die Aggressivität kann durch eine
Fichten-, Tannen- und Eichenholz sind die in Behandlung des Holzes, beispielsweise durch das
Deutschland am häufigsten eingesetzten Bau- Einbringen von Holzschutzmitteln noch zusätzlich
hölzer. Daneben können weitere Holzarten wie beeinflusst werden.
z. B. Kiefer, Lärche, Buche, Douglasie, Meranti, Für die Korrosionsproblematik sind vor allem im
Bangkirai und Bongossi verwendet werden. Holz akzessorischen Bestandteile (z. B. vorhan-
spezial | FEBRUAR 2013 17
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

dene Säuren) und der pH-Wert des Holzes von


Akzessorische Bestandteile machen im
Bedeutung. U.a. wirkt Essigsäure als Holzbe-
Holz nur einen geringen Anteil von bis zu
standteil korrosiv und wird durch die Hydrolyse
5 Prozent aus, sie sind dennoch als Begleit-
mit Wasser flüchtig, sodass sowohl Korrosion bei
stoffe für den Einsatz der Hölzer bzw. die
direktem Kontakt mit dem Holz, als auch Dampf-
Holzverwertung von Bedeutung. Sie sind
phasenkorrosion in abgeschlossenen Räumen
u.a. auch für die Farbe, den Geruch und die
oder in der Nähe von Holzoberflächen auftre-
Dauerhaftigkeit des Holzes verantwortlich.
ten kann. Der Gehalt an Essigsäure, sowie die
Hydrolysegeschwindigkeit und die Freisetzungs-
geschwindigkeit sind je nach Holzart verschieden
bzw. holzartspezifisch. Besonders korrosionsför- Tabelle 4.2 zeigt die korrosionsfördernden In-
dernd ist Eichenholz, da es einen niedrigen pH- haltsstoffe sowie pH-Werte ausgewählter Nadel-
Wert von etwa 3,9 besitzt sowie Gerbstoffe und und Laubhölzer für den Einsatz im Baubereich.
einen recht hohen Anteil Essigsäure enthält.
Terpene und Terpenoide als weitere akzesso- Die schadende Einwirkung auf Holz, die durch
rische Bestandteile weisen ebenfalls korrosions- Berührung mit rostendem Eisen hervorgerufen
fördernde Wirkungen auf. Bei den Terpenen wird, ist bekannt. Versuche im Labor zeigten,
handelt es sich um reine Kohlenwasserstoffver- dass Holz in Berührung mit rostendem Eisen bei
bindungen, während die Terpenoide substituierte ausreichender Zeit beträchtlich an Zugfestigkeit
Sauerstoff-Derivate darstellen, die den che- verliert. Unter denselben Bedingungen war da-
mischen Charakter von Alkoholen, Ketonen oder gegen aber keine Änderung der Druckfestigkeit
Säuren aufweisen. festzustellen [12].

TAB. 4.2: HOLZARTEN IM BAUBEREICH UND IHRE KORROSIONSFÖRDERNDEN BESTANDTEILE

Holzart Korrosionsfördernder Bestandteil Anteil (%) pH-Wert


Bongossi ~ 4,6
Buche flüchtige Essigsäure 5,9 5,14
Douglasie Abietinsäure (Terpene bzw. Harzsäure) vorhanden 3,3 – 5,8
Gerbsäure (Gallotannine bzw. hydrolisierte Gerbstoffe) 6 - 10
Fichte Abietinsäure (Terpene bzw. Harzsäure) 11,2 4,0 - 5,3
flüchtige Essigsäure 3,2
Gerbstoffe (Phlobatannine bzw. kondensierte Gerbstoffe) vorhanden
Kiefer Abietinsäure (Terpene) 15,8 ~ 5,1
flüchtige Essigsäure 5,7
Lärche Abietinsäure (Terpene bzw. Harzsäure) vorhanden 4,2 – 5,1
Meranti 4,7 – 6,5
Stiel-/ Gerbsäure (Gallotannine bzw. hydrolisierte Gerbstoffe) 3 – 13 ~ 3,9
Traubeneiche flüchtige Essigsäure 6,8
Tanne 5,5 – 6,1
18 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Untersuchungen mit Versuchskörpern, aus 4.5 Holzschutzmittel


denen das Lignin zum größten Teil entzogen Holzschutzmittel sind Wirkstoffe oder wirkstoff-
war (Holocellulose mit Lignin in kleinen Mengen) haltige Zubereitungen in abgabefertiger Form,
zeigten, dass die Entziehung von Lignin nicht auf die aufgrund ihrer bioziden Eigenschaften dazu
die Zugfestigkeit einwirkt – dagegen aber, dass bestimmt sind, Holz und Holzwerkstoffe entwe-
die Druckfestigkeit gemindert wird. Diese beiden der vor einem Befall durch holzzerstörende oder
Erfahrungen führen zu dem Schluss, dass die holzverfärbende Organismen zu schützen oder
Berührung mit rostendem Eisen hauptsachlich einen solchen Befall zu bekämpfen. Festzuhalten
eine Veränderung der Holocellulose (Zellulose bleibt, dass baulich-konstruktive, „natürliche”
und Hemizellulose) hervorruft, weil das Lignin und chemische Schutzmaßnahmen weder als
nicht – oder zumindest nur in geringem Umfang Gegensatz noch als beliebig austauschbare Alter-
– beeinflusst wird. nativen gesehen werden dürfen. Die jeweiligen
Korrosion kann auch durch Einlagerung von Maßnahmen ergänzen sich vielmehr beim Einsatz
Salzkristallen in Zellwand und Gefäßen (Überdo- von Holz im Freien.
sierung im Holzschutzmittel => Hydratisierung) Ähnliche chemische Wirkstoffe, jedoch mit an-
gefördert oder verursacht werden deren Schutzzielen verbunden, besitzen Flamm-
oder Brandschutzmittel. Der überwiegende Teil,
der für Holz und Holzwerkstoffe verwendeten
4.4 Holzwerkstoffe Mittel basiert ebenfalls auf Bor bzw. Borsalzen.
Holzwerkstoffe werden grundsätzlich aus den be- Da die Konzentrationen von Bor in Holzschutz-
reits genannten Holzarten in mehr oder weniger mitteln mit denen in Brandschutzmitteln und die
bekannten oder definierten Anteilen hergestellt. daraus resultierende Konzentrationen im Holz
Während bei den Vollhölzern in der Regel die bisher noch nicht verglichen wurden, kann eine
Holzinhaltsstoffe wie z. B. Säuren korrosionsför- genaue Aussage über die korrosive Wirkung
dernd wirken, kommen bei den Holzwerkstoffen auf metallische Verbindungsmittel derzeit nicht
zusätzlich Kleber und andere Zuschlagstoffe getroffen werden.
hinzu.
Nach heutigem Kenntnisstand sind nur säure- Quartäre Ammoniumverbindungen
härtende Phenolharze bekannt, die als Klebstoffe (Quat-Präparate – für den Einsatzbereich
wegen ihrer teilweise hohen Alkalität eine stark GK 1 und 2)
korrosive Wirkung besitzen. Durch die bei der Quartäre Ammoniumverbindungen gehören zur
Verklebung verwendeten Säurehärter besteht die Wirkstoffgruppe mit fungiziden und bakteriziden
Gefahr der allmählichen Schädigung der Holz- Eigenschaften, die durch eine (polare) Ammoni-
substanz [6]. Des Weiteren neigen Phenolharz- umgruppe gekennzeichnet ist, deren vier Was-
gebundene Platten zu einer hohen Feuchtig- serstoffatome alle durch organische Reste, häufig
keitsaufnahme bei Lagerung bei hoher relativer mehr oder weniger lange Fettsäuren (apolare
Luftfeuchte infolge der Hygroskopizität des Gruppen), ersetzt sind. Holzschutzmittel auf Basis
eingesetzten Alkalis (NaOH) [10], [27]. quartärer Ammoniumverbindungen sind meist
Auch Holzwerkstoffe können zusätzlich mit Holz- oberflächenaktive Substanzen und wirken relativ
schutzmitteln, wie im nächsten Punkt beschrie- stark korrosiv.
ben, ausgestattet werden.
spezial | FEBRUAR 2013 19
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Quartäre Ammonium-Bor-Verbindungen Da die Konzentrationen in der Regel sehr niedrig


(Quat-Bor-Präparate – für den Einsatzbereich sind, ist auch die Wahrscheinlichkeit einer rele-
GK 1 und 2, (3)) vanten Korrosion relativ niedrig.
Holzschutzmittel auf Basis quartärer Ammoni-
um-Bor-Verbindungen finden ihren Einsatz als Kupfer bzw. Chromfreie Kupfer-Präparate –
hochwirksame Schwammsperrmittel. Genaue für den Einsatzbereich GK 1 bis 4
Angaben zur korrosiven Wirkung von Quat-Bor- Kupfer wird aufgrund des Verbotes von Chrom
Präparaten sind in der Literatur bisher nicht zu in Zukunft eine relevante Rolle bei der Imprä-
finden. gnierung von Hölzern im Außenbereich spielen.
Da Kupfer als Metall an einer anderen Stelle der
Kupferethanolamin Spannungsreihe steht als übliche metallische
Kupferethanolamin ist eine der wichtigsten Sub- Überzüge wie z. B. Zink, bildet sich in Verbindung
stanzen für Holzschutzmittel. Da Kupfer alleine mit Wasser ein galvanisches Element, bei dem
keinen ausreichenden Schutz gegen Holz zerstö- das unedlere Metall (Zink) aufgelöst wird. Kup-
rende Organismen bietet, wird es mit anderen ferhaltige Holzschutzmittel wirken somit stark
Bioziden, wie zum Beispiel quaternären Ammo- korrosiv. Zusätzliche nichtmetallische Überzüge
niumverbindungen, Pyrrol und/oder Bor, kom- können die Schutzwirkung erheblich verbessern,
biniert. In dieser Kombination, als organisches müssen aber die erforderliche mechanische Bean-
Fungizid eingesetzt, wirkt Kupferethanolamin spruchbarkeit aufweisen.
relativ stark korrosiv.
Benzammoniumchlorid
Kupfer-Benzalkoniumchlorid Benzammoniumchlorid ist nach heutigem Wissen
Kupfer-Benzalkoniumchlorid wird eingesetzt als im fixierten Zustand als eher unproblematisch
algizid- bzw. fungizidwirksamer Bestandteil in einzustufen. Als eher problematisch wird der
Holzschutzmitteln. Seine korrosive Wirkung auf Zustand vor der Fixierung betrachtet, über den es
metallische Verbindungsmittel in Holz wird als aber offensichtlich keine umfangreichen Untersu-
gering eingeschätzt. chungen gibt. In der Regel sollen nur Hölzer ver-
baut werden, deren Holzschutzmittel fixiert sind.
Borsalze – für den Einsatzbereich GK 1 und 2 Die Praxis zeigt aber, dass teilweise auch frisch
Bor ist ein in Wasser lösliches Salz und diffundiert imprägnierte Hölzer verwendet werden und dass
bei entsprechender Feuchtigkeit in Bereiche mit es an solchen Hölzern zu Korrosionsproblemen
geringerer Konzentration. Dieser Effekt wird bei gekommen ist.
planmäßig nicht geschützten Hölzern in Verbin-
dung zu z. B. mit Borsalzen ausgerüsteten Dämm-
stoffen als vorteilhaft betrachtet, weil dann über
die Dämmstoffe ein zusätzlicher Schutz des
Holzes erfolgt. Dies hat aber auch zur Folge, dass
planmäßig nicht mit Borsalzen in Verbindung
stehende metallische Verbindungsmittel im Laufe
der Zeit mit den Borsalzen in Kontakt kommen.
20 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

5 _ Umgebungsbedingungen

Korrosionsbeeinflussende Umgebungsbedin-
gungen setzen sich zusammen aus den che-
mischen Einflüssen, wie dem Grad der Luftverun-
reinigung oder der Höhe der Salzbelastung, und
den klimatischen Einflüssen, wie der Temperatur,
der Luftfeuchte, der Wärmestrahlung oder der
Oberflächenkondensation.

5.1 Klimatische Umgebungsbedingungen


Ausgehend von allgemeinen klimatischen Umge-
bungen kann man mehrere Klimatypen (bei-
spielsweise trockenes, gemäßigtes, warmfeuchtes
Klima) unterscheiden, die in feiner formulierten
Atmosphärentypen bzw. örtliche Umgebungsbe-
dingungen (Landatmosphäre, Stadt-, Industrie,
Meeresatmosphäre) näher beschrieben werden
und schließlich in der Dokumentation indivi-
dueller Kleinstklimatypen (Atmosphärentyp,
Abb. 5.1: Einteilung der konstruktive Einflüsse, Lage des Bauteils zu seiner
klimatischen Umgebungen Umgebung / Luftfeuchte, Temperatur, Taupunkt-
unterschreitung, örtliche Befeuchtungen und
deren Dauer, Kombination mit Schadstoffen
und Verunreinigungen, Luftströmung) enden.
Eine Charakterisierung der Klimatypen erfolgt in
Tabelle 5.1.

TAB. 5.1: TEMPERATURMITTELWERTE UND BEFEUCHTUNGSDAUER DER EINZELNEN KLIMATYPEN [15]

Klimatyp Mittelwert der jährlichen Extremwerte berechnete


Jmin Jmax Jmax Befeuchtungsdauer
(> 95%) (> 80%, J > 0°C)
°C °C °C h/a
extrem kalt -65 +32 +20 0 bis 100
kalt -50 +32 +20 150 bis 2500
kalt gemäßigt -33 +34 +23 2500 bis 4200
warm gemäßigt -20 +35 +25
warmtrocken -20 +40 +27
mild warmtrocken -5 +40 +27
10 bis 1600
extrem warmtrocken +3 +55 +28
feuchtwarm +5 +40 +31
4200 bis 6000
gleichmäßig feuchtwarm +13 +35 +33
spezial | FEBRUAR 2013 21
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Hinsichtlich des Einflusses der Schadstoffmenge


Nutzungsklasse 1 ist gekennzeichnet durch
in der Atmosphäre auf die Korrosion unterschei-
eine Holzfeuchte, bei einer Temperatur von
det man folgende vier Atmosphärentypen:
20 °C und einer relativen Luftfeuchte der
L (Land) – geringe Korrosionsbelastung, Atmo-
umgebenden Luft, die nur für einige Wo-
sphäre ohne nennenswerte Gehalte an Schad-
chen pro Jahr einen Wert von 65 % über-
stoffen
steigt, z. B. in allseitig geschlossenen und
S (Stadt) – mäßige Korrosionsbelastung, Atmo-
beheizten Bauwerken.
sphäre mit mäßigen Gehalten an Schadstoffen
I (Industrie) – starke Korrosionsbelastung, Atmo-
Nutzungsklasse 2 ist gekennzeichnet durch
sphäre mit hohen Gehalten an Schadstoffen
eine Holzfeuchte, bei einer Temperatur von
M (Meer) – sehr starke Korrosionsbelastung, At-
20 °C und einer relativen Luftfeuchte, die
mosphäre durch besonders korrosionsfördernde
nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert
Schadstoffe (z. B. Cl-) verunreinigt und/oder
von 85 % übersteigt, z. B. bei überdachten
ständig hoher Luftfeuchte.
offenen Bauwerken.

Das Ausmaß der chemischen Einflüsse wird


Nutzungsklasse 3 erfasst Klimabedin-
immer durch die klimatischen Einflüsse bestimmt.
gungen, die zu höheren Holzfeuchten führen
So führt die korrosionsfördernde Wirkung einer
als in Nutzungsklasse 2 angegeben, z. B. für
chemischen Umgebung erst bei ausreichender
Konstruktionen, die der Witterung ausge-
Feuchtigkeit wirklich zu einer Korrosion eines
setzt sind. Die Temperatur ist in den ersten
Verbindungsmittels, da diese als Elektrolyt dient.
beiden Nutzungsklassen mit 20 °C ange-
Die bauteilumgebende relative Luftfeuchte von
geben. Höhere Temperaturen verstärken
Holzbauteilen ist in DIN 1052 / DIN EN 1995 in
in der Regel jedoch die Korrosion. Deshalb
drei Nutzungsklassen eingeteilt. Die korrosive
sollte bei klimatischen Einflüssen, bei denen
Wirkung der Umgebung setzt sich somit aus der
die relative Luftfeuchte der Nutzungsklasse
Nutzungsklasse des Bauteils sowie der korrosi-
1 oder 2 entspricht, die Temperatur jedoch
onsfördernden Wirkung der chemischen Einflüsse
deutlich über 20 °C liegt, immer mindestens
zusammen.
ein Verbindungsmittel für die nächst höhere
Nutzungsklasse gewählt werden.
Für übliche Holzkonstruktionen ist das Vorhan-
densein von Feuchtigkeit eine Voraussetzung für
das Auftreten von Korrosion, da sie als Elektrolyt
dient. Eine höhere Luft- bzw. Holzfeuchte führt frei liegenden metallischen Oberflächen bildet.
daher zu stärkerer Korrosion. Jedoch tritt die Da alle Metalle eine wesentlich höhere Wärme-
sogenannte Wasserstoffversprödung auch unter leitfähigkeit als Holz haben, bilden die Metalle
ideal trockenen Bedingungen auf. Im Holzbau ist eine Wärmebrücke. Somit haben die metallischen
sie jedoch bisher von untergeordneter Bedeutung Oberflächen andere, unter entsprechenden
gewesen. Bedingungen niedrigere Oberflächentempera-
Relevante Bedeutung im Holzbau hat hingegen turen, als die Holzoberflächen. An diesen kalten
die sogenannte Kondenswasserkorrosion, bei Oberflächen bildet sich Kondenswasser, was die
der sich Wasser in Tropfenform in der Regel auf Korrosion erheblich verstärkt (Abbildung 5.2).
22 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

5.2 Chemische Umgebungsbedingungen


Chemische Einflüsse auf die Korrosion metal-
lischer Verbindungsmittel beruhen vorwiegend
auf der Nutzung des Gebäudes bei innen
liegenden Verbindungsmitteln oder aber auf der
Abb. 5.2: Prinzipskizze
umgebenden Atmosphäre bei außen liegenden
Wärmeleitung
Verbindungsmitteln.

So finden sich nicht nur die natürlichen Luftin-


Die klimatischen Umgebungsbedingungen haltsstoffe Stickstoff und Stickstoffverbindungen
gemäß DIN 1052 und DIN EN 1995 bieten in sol- (Volumenanteil Luft 78,08 %), Ozon, Kohlensäu-
chen Situationen noch nicht einmal einen groben re und Carbonate sowie Sauerstoff sondern auch
Richtwert, um eine mögliche Korrosion durch Luftschadstoffe. Die aggressive, die Bausubstanz
die Bildung von Kondenswasser einschätzen zu angreifende Wirkung der atmosphärischen
können. Luft ist in erster Linie auf die Luftschadstoffe
Schwefeldioxid und Stickoxide zurückzufüh-
Neben der Wärmeleitung kann vor allem die ren. Allerdings ist der Anteil dieser aggressiven
Wärmestrahlung dazu führen, dass Oberflächen Verbindungen in Deutschland in den letzten
kälter werden, als die sie umgebende Luft und Jahrzehnten im Allgemeinen stark zurückgegan-
somit Kondenswasserbildung bewirken. Dies tritt gen [19]. Wichtiger sind vielmehr lokale Effekte
immer dann auf, wenn eine Oberfläche direkten in gesonderten Umgebungen. So fördern z. B.
„Sichtkontakt“ zu anderen kalten Oberflächen chemisch aggressive Atmosphären, wie sie z. B.
wie z. B. großen, verglasten Flächen, großen in Verzinkereien, Färbereien, Ätzereien, der Gal-
zu öffnenden Scheunentoren, Eisflächen von vanik oder der chemischen Industrie vorzufinden
z. B. Eissporthallen o.ä. hat. Ist bei der Planung sind, die Korrosion metallischer Verbindungsmit-
die Wahrscheinlichkeit zu erkennen, dass es an tel in Holz. Ein Angriff dieser chemisch aggres-
einem Verbindungsmittel häufiger zu Kondens- siven Substanzen wird vor allem auf vertikalen
wasserbildung kommen kann, sollte ein Korrosi- Flächen beobachtet, jedoch können sich die
onsschutz gewählt werden, der mindestens für Lösungen auch durch Herabrinnen in Rissen und
eine höhere Nutzungsklasse geeignet ist. Spalten ablagern.

Die korrosive Wirkung verschiedenster Chemika-


lien und Wirkstoffgruppen auf unterschiedliche
Materialien kann in der Werkstoff-Tabelle sowie
in einer umfangreichen Buchreihe, herausgege-
ben von der Gesellschaft für Chemische Technik
Abb. 5.3: Prinzipskizze
und Biotechnologie DECHEMA, nachgelesen
Wärmestrahlung
werden [5].
spezial | FEBRUAR 2013 23
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Im Folgenden sind exemplarisch einige korrosi- Stalleinrichtungen zeichnen sich durch erhöhte
onsfördernde Chemikalien in unterschiedlichen Werte an Ammoniak, Kohlendioxid und Schwe-
Umgebungen aus [22], [24], [5] und [13] zusam- felwasserstoff aus. Auch hierbei ist die Entste-
mengefasst und aufgeführt. hung und Belastung von Salzen in Verbindung
mit Stäuben und somit die Korrosionsgefahr als
Im Abwasser und somit auch in der Atmosphä- hoch einzuschätzen.
re von Kläranlagen lassen sich neben weniger
schädlichen organischen Substanzen wie Sterolen
und Östrogenen sowie anionischen Tensiden und
Aerosolpartikeln [20] auch verschiedenste stark
korrosiv wirkende Salze nachweisen.

In Schwimmhallen, Salz- und Gradierwerken


sowie bei Brückenbauwerken unterliegen die
Verbindungsmittel dagegen einer erhöhten
Chloridbelastung. Chloridsalze können bei
Abb. 5.4a: Korrodierte
nichtrostenden Stählen Loch- und Spaltkorrosion
Verbindungsknoten in einer
hervorrufen, da sie in der Lage sind, die Passiv-
Schwimmhalle
schichten zu zerstören. Diesen Atmosphären
gemein ist die besonders hohe Konzentration
an Salzen, wie z. B. neben MgCl2 und CaCl2 vor
allem NaCl, und salzhaltige Aerosolen sowie an
Stäuben. Aufgrund ihres hygroskopischen Cha-
rakters bilden diese Salze bereits bei den üblichen
relativen Luftfeuchten „trockener“ Innenräume
gesättigte Salzlösungen.

Je höher der Wasserdampfgehalt der Raumluft


bzw. umgebenden Atmosphäre umso mehr
steigt die Gefahr der Bildung sehr dünner Elek-
trolytfilme und je nach Belüftung und bauphy-
sikalischen Randbedingungen bildet sich nach
Taupunktunterschreitung auch Kondenswasser.
Auf Bauteilen, welche nicht vom Wasser umspült
und nicht gereinigt werden, können sich diese
Abb. 5.4b: Mit einem
Schadstoffe anreichern.
zusätzlichen Pfosten abgesi-
cherter Verbindungsknoten
24 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

In Tabelle 5.2 sind ausgewählte Chemikalien


aufgelistet, die eine Korrosion von metallischen
Verbindungsmitteln begünstigen können.

TAB. 5.2: AUSGEWÄHLTE CHEMIKALIEN UND DEREN ERWARTETE KORROSIVITÄT

Umgebung eingestellter pH-Wert erwartete Korrosivität


Wasser 7,8 mittelstark korrosiv
Natriumchlorid 6,7 mittelstark korrosiv
Essigsäure 3,2 stark korrosiv
Natriumcarbonat 11,7 gering korrosiv
Ammoniaklösung ~8 mittelstark korrosiv
Wässrige Salzsäure ~3 stark korrosiv
Salpetersäure 12% ~3 stark korrosiv
Calciumhydroxid 12,6 evtl. gering korrosiv
Natriumhydroxid ~14 evtl. relativ stark korrosiv
Natriumhypochloridlösung 7,2 evtl. relativ stark korrosiv
Gerbsäure 2,9 stark korrosiv
Abietinsäure ~4 stark korrosiv
Zement ~13 stark korrosiv
Kohlendioxid ~5 evtl. relativ stark korrosiv
Stickoxid (Stickstoffdioxid) ~3,5 stark korrosiv
spezial | FEBRUAR 2013 25
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

6_ Erforderliche Schutzmaßnahmen

6.1 Erforderliche Schutzmaßnahmen in


Abhängigkeit der Nutzungsklassen und der
Korrosivitätskategorien – Empfehlungen für
die Planung und Ausführung

Zur Beurteilung einer Bausituation wird zunächst, Bei einem Einsatz eines Verbindungsmittels mit
wie auch bisher üblich, zur Bauplanung und Ein- einer alternativen Beschichtung als Korrosions-
schätzung der Korrosivität das gültige Regelwerk schutz, ist das Standardprüfverfahren gemäß
(DIN 1052 Tabelle 2 bzw. DIN EN 1995 Tabelle Richtlinie (Kapitel 7) für den Nachweis der Gleich-
4.1) herangezogen. wertigkeit der alternativen Beschichtung gegen-
über dem in Tabelle 6.2 aufgeführten Korrosions-
Sollte die konkrete Bausituation nicht über die schutz durchzuführen.
Normen abgedeckt sein, kann sie in einem näch-
sten Schritt durch die folgende Vorgehensweise
bewertet werden.

Die bestehende Tabelle 2 aus DIN 1052 wurde


auf 2 Tabellen (Tabelle 6.1 und 6.2) erweitert,
hierbei sind die Nutzungsklassen hinsichtlich
Korrosivitätskategorien
Korrosivität feiner aufgesplittet, so dass eine
DIN EN ISO 12944 Teil 2 teilt die atmo-
differenziertere Einordnung der einzelnen
sphärischen Umgebungsbedingungen in 6
Einbauumgebungen erfolgen kann. Dafür wird
Korrosivitätskategorien (C1 bis C4, C5-I und
die geplante Holzbauverbindung nach ihren
C5-M) und in 3 Kategorien (Im1 bis Im3) für
Parametern – Holzart, eventuell verwendetes
Bauwerke in Wasser oder Erdreich ein.
Holzschutzmittel und der direkt vorherrschenden
Atmosphäre – beschrieben. Der am stärksten kor-
Korrosivitätsklasse
rosiv wirkende Parameter ist bei der Einordnung
Die Korrosivitätsklasse bezeichnet die Kor-
in eine Korrosivitätsklasse ausschlaggebend.
rosivität der Gesamtheit der Umgebungsbe-
dingungen einer Holz-Metall-Verbindung.
Nachdem über Tabelle 6.1 eine Einordnung in
Sie ist ausdrücklich nicht identisch mit den
eine Korrosivitätsklasse erfolgt ist, wird nun in Ta-
Korrosivitätskategorien nach DIN 12944-2,
belle 6.2 die Nutzungsklasse berücksichtigt und
da diese die holzbauspezifischen Aspekte
es ergibt sich der erforderliche Korrosionsschutz.
unzureichend berücksichtigt. Die Gesamtheit
In Tabelle 6.2 sind die Verbindungsmittel nach
der Umgebungsbedingungen einer Holz-
Dicke bzw. nach dem Grad der mechanischen
Metall-Verbindung wird gebildet aus den
Ausnutzung des Metallquerschnitts im Einbau-
Umgebungsbedingungen C1 bis C5 nach
zustand aufgeteilt. Auch hier erfolgt nur eine
DIN 12944-2, dem verwendeten Holz und
Einteilung nach der Stärke der Verzinkung auf
den verwendeten Holzschutzmitteln. Eine
dem zu schützenden Metall. Ist dies nicht mehr
Berücksichtigung der Nutzungsklassen 1 bis
zu gewährleisten, so wird der Einsatz von einem
3 gemäß DIN 1052 erfolgt in einem weiteren
geeigneten nichtrostenden Stahl – hier als VA
Schritt.
abgekürzt – empfohlen.
26 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

TAB. 6.1: EINORDNUNG DER EINWIRKUNGEN AN METALL-HOLZ-VERBINDUNG IN FÜNF


KORROSIVITÄTSKLASSEN

Korrosivitäts- Wirkstoffe der Umgebungsbedingungen


Holzarten
klassen Holzschutzmittel nach DIN 12 944-2
KKL 1 Fichte,
unbedeutend Kiefer, neutrale Atmosphären
korrosiv Tanne
KKL 2 Buche, Kupfer-Benzalko- Außenatmosphären mit geringer Verun-
gering Douglasie, niumchlorid, reinigung oder ungeheizte Gebäude mit
korrosiv Meranti Borsalze gelegentlich auftretender Kondensation
Stadt- und Industrieatmosphäre, mäßige
KKL 3 Verunreinigungen durch Schwefeldioxid.
Bongossi, Benzammonium-
mäßig Küstenbereiche mit geringer Salzbelastung
Lärche chlorid
korrosiv oder Produktionsräume mit hoher Feuchte
und etwas Luftverunreinigung
Quatäre Ammonium Industrielle Bereiche und Küstenebereiche
KKL 4
verbindungen, mit mäßiger Salzbelastung oder Chemiean-
stark Eiche
Kupferethanolamin, lagen, Schwimmbäder, Bootsschuppen über
korrosiv
Kupfer-Präparate Meerwasser
Industrielle Bereiche mit hoher Feuchte und
andere, hier nicht aggressiver Atmosphäre sowie Küsten- und
KKL 5
genannte HSM / Offshorebereiche mit hoher Salzbelastung
sehr stark
Wirkstoffkombi- oder Gebäude oder Bereiche mit nahezu
korrosiv
nationen ständiger Kondensation und mit starker
Verunreinigung

TAB. 6.2: ÜBERARBEITETER ENTWURF »MINDESTANFORDERUNGEN AND DEN KORROSIONSSCHUTZ FÜR


METALLISCHE BAUTEILE UND VERBINDUNGSMITTEL - MINDESTSCHICHTDICKE IN µm ODER VERGLEICH-
BARER SCHUTZ«

Nut- Korro- stiftförmige VM flächige VM


zungs- sivitäts- 2 mm < d 3 mm < d
d ≤ 2 mm d > 4 mm d ≤ 3 mm d > 5 mm
klasse klasse ≤ 4 mm ≤ 5 mm
KKL 1 7 - - 7 - -
KKL 2 7 7 - 7 7 -
NKL 1 KKL 3 15 15 15 20 20 20
KKL 4 55 55 30 55 55 55
KKL 5 VA VA VA VA VA VA
KKL 2 20 20 7 20 20 7
KKL 3 55 55 20 55 55 20
NKL 2
KKL 4 55 55 55
KKL 5 VA VA
KKL 3 VA VA 55 VA 55
VA
NKL 3 KKL 4 und
VA VA
KKL 5
spezial | FEBRUAR 2013 27
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Anhand des folgenden Beispiels wird die Hand-


habung der Tabelle 6.1 und Tabelle 6.2 erläutert:
Es soll der Korrosionsschutz eines Verbindungs-
mittels in folgender Umgebung nachgewiesen
bzw. eingeschätzt werden: Holzart der verbauten
Verbindung ist Fichte; das Holz wurde mit einem
Holzschutzmittel auf Basis Benzammoniumchlorid
imprägniert; die Verbindung wird für eine Sport-
halle geplant; die Nutzungsklasse nach DIN 1052
ist NKL 2. Der Einsatz einer Nagelplattenverbin-
dung wird gewünscht.
Gemäß Tabelle 6.1 wird Fichte als unbedeutend
korrosiv eingeschätzt und die Atmosphäre in der
Sporthalle als gering korrosiv. Der am stärksten
korrosiv wirkende Parameter bei dieser Kom-
bination ist das Holzschutzmittel bzw. dessen
Wirkstoff. Somit erfolgt für die angegebene Holz-
Metall-Verbindung eine Einordnung in die Korro-
sivitätsklasse KKL 3. Im nächsten Schritt wird die
nach DIN 1052 vorgegebene Nutzungsklasse in
Tabelle 6.2 berücksichtigt.

Für die geplante Metall-Holz-Verbindung mit


einer Nagelplattenverbindung ist somit ein
Korrosionsschutz von mindestens 55 µm Zink
erforderlich.

Sollten diese Hinweise auch nicht zu einer Be-


wertung der Bausituation führen, da z. B. neue
Beschichtungen Verwendung finden sollen, kann
in einem weiteren Schritt letztendlich durch das
bisher entwickelte Prüfverfahren in einer Stan-
dard- und einer individuellen Variante der Korro-
sionsschutz nachgewiesen werden. Ein Überblick
über die wichtigsten enthaltenen Punkte der
Richtlinie zu diesen Prüfverfahren werden im
nachfolgenden Kapitel vorgestellt.
28 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

7 _ Nachweis der Gleichwertigkeit

7.1 Standardverfahren
Die in DIN 1052 genannten Schutzmaßnahmen Grundsätzlich wird ein zu untersuchender
für metallische Verbindungsmittel sind zwar in Korrosionsschutz auf identischen standardisier-
den meisten Fällen ausreichend, jedoch werden ten Prüfkörpern aus Baustahl (Werkstoff-Nr.
ständig neue Überzüge entwickelt, die z. B. 1.057) mit den zu untersuchenden Schichtdi-
aus wirtschaftlicher Sicht vorteilhaft sind. Diese cken aufgetragen. Diese Prüfkörper werden mit
abweichenden Maßnahmen sind nach DIN 1052 Referenzproben verglichen, die einen geregelten
ebenfalls zulässig, soweit ein Nachweis der Korrosionsschutz gemäß Tabelle 2 aus DIN 1052
Gleichwertigkeit erbracht wird. oder den unter Kapitel 6 genannten Tabellen
6.1 und 6.2 aufweisen. Die Beanspruchung der
In Kapitel 6 wurden bereits einige abweichende Proben ist jedoch abhängig von der planmäßigen
Schutzmaßnahmen den unterschiedlichen Anwendung des Korrosionsschutzes.
Nutzungsklassen und Korrosivitätskategorien In Tabelle 7.1 sind die Prüfrandbedingungen
zugeordnet. Für alle weiteren Überzüge werden hinsichtlich der Prüfflüssigkeit, der Konzentra-
im Folgenden zwei Prüfverfahren vorgestellt, tion in wässriger Lösung, des pH-Wertes und
mit denen ein Nachweis der Gleichwertigkeit des Prüfkörpers aus Holz angegeben. Mit diesen
erbracht werden kann. werden die Randbedingungen der jeweiligen

TAB. 7.1: PRÜFFLÜSSIGKEITEN UND PRÜFKÖRPER AUS HOLZ IN ABHÄNGIGKEIT VON DEN
KORROSIVITÄTSKLASSEN

Korrosivitäts- Konzentration in
Prüfflüssigkeit pH-Wert
klassen wässriger Lösung
KKL 1
unbedeutend Prüfung nicht notwendig
korrosiv
KKL 2
Wasser 7,8 Fichte
gering korrosiv
KKL 3 Natriumcarbonat
50g/l 11,7 Eiche
mäßig korrosiv (Na2CO3)
KKL 4 Natriumchlorid
50g/l 6,7 Eiche
stark korrosiv (NaCl)
KKL 5 Eiche (+Kupfer-
Essigsäure 1,32 g/l 3,2
sehr stark korrosiv Ethanolamin)

TAB. 7.2: ÜBERSICHT LAGERUNG UND VERSUCHSDAUER

NKL 1 NKL 2 NKL 3


Art der Lagerung über Medium stehend, teilweise im Medium
Anzahl Probekörper 10
Versuchsdauer 10 Tage 15 Tage
spezial | FEBRUAR 2013 29
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

7.2 Individuelles Prüfverfahren


Korrosivitätsklassen berücksichtigt. In Tabelle 7.2 Das individuelle Prüfverfahren dient dazu, bereits
sind die Prüfrandbedingungen hinsichtlich der vorhandene oder geplante Verbindungspunkte
Art der Lagerung und der Versuchsdauer angege- an Holzkonstruktionen mit metallischen Verbin-
ben, mit denen die jeweiligen Nutzungsklassen dungsmitteln in Bezug auf ihre Korrosionsbestän-
Berücksichtigung finden. digkeit zu testen. Der Versuch ist ingenieurmäßig
zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Die Proben werden über die geforderte Versuchs- Es sind sämtliche Grundsätze hinsichtlich der
dauer bei 50 °C in einem verschlossenen Gefäß Planung, Durchführung und Auswertung von
gelagert. Korrosionsversuchen zu berücksichtigen und
Die Wirkungen (Ergebnisse) der Beanspru- kann ausschließlich von Institutionen mit entspre-
chungen auf die Prüfkörper werden verglichen chend qualifiziertem Personal, das nachweislich
mit denen auf die Referenzproben. über umfangreiche Erfahrungen hinsichtlich der
Planung, Durchführung und Auswertung von
Der Nachweis der Gleichwertigkeit gilt als er- Korrosionsversuchen im Holzbau verfügt, durch-
bracht, wenn der Korrosionsgrad der Prüfkörper geführt werden.
gleich oder niedriger ist, als der der Referenz-
proben und die Massedifferenz im Vergleich Als Prüfkörper wird der zu untersuchende Verbin-
zur Referenzprobe max. 105 % beträgt. Der dungspunkt möglichst genau nachgestellt, d.h.
Korrosionsgrad wird zusätzlich optisch nach der es werden sowohl die gleichen Verbindungsmit-
Methode von Evans ermittelt. tel als auch das gleiche Holz, gegebenenfalls mit
Holzschutzmittel, verwendet. Die Maße können
jedoch vom Original abweichen. Es sollte jedoch
vor allem bei Verwendung unterschiedlicher Me-
talle darauf geachtet werden, dass die Größen-
Korrosionsgrad
verhältnisse eingehalten werden.
Der Korrosionsgrad ist der visuell ermittelte
Grad der Zerstörung durch Korrosion. Die
Die Holz- bzw. Materialart, z. B. Brettschicht-
Beurteilung der Korrosion erfolgt anhand
holz, die Sortierklasse, die Holzfeuchte sowie
einer Beurteilungsskala von „0“ (null) bis
die Oberflächenbeschaffenheit (z. B. sägerauh
„4“ (vier) nach Evans, wobei „0“ für keine
oder gehobelt) werden je nach der realistischen
sichtbare Korrosion und „4“ für sehr starke
Einbausituation gewählt.
Korrosion steht.

Die Beanspruchung der Prüfkörper ist der zu


erwartenden Beanspruchung (planmäßige
und außerplanmäßige) in der Einbausituation
anzupassen, dabei ist die Beanspruchung in der
Prüfung sinnvoll zu überhöhen (hierbei werden
z. B. Wechselklimate eingeschlossen).
30 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

8 _ Beispiel – Nachstellung einer Holzbrücke

Anhand eines Gutachtens (18) wurde versucht, Die starke Korrosion der Ringkeildübel nach so
die Korrosionsproblematik eines speziellen Falls kurzer Zeit ist auf folgende Ursachen zurückzu-
mit dem individuellen Prüfverfahren als Kurzzeit- führen:
versuch nachzustellen. – Korrosionsbeanspruchung durch Feuchte
(Wasser) und Tausalze
Das Gutachten befasst sich mit der Kuhbrücke in – die unter diesen Korrosionsbedingungen
Friedrichstadt, einer Fußgängerbrücke, die über hohe Korrosionsempfindlichkeit der für die
einen Fluss führt und im Winter mit Tausalz be- Dübel verwendeten kupferhaltigen
handelt wird. Schon nach fünf Jahren waren die Gusslegierung GD-AlSi9Cu3
verwendeten Alu-Ringkeildübel teilweise so stark – die unter diesen Korrosionsbedingungen
korrodiert, dass die Verbindungen versagten. Die erfolgte Spaltkorrosion
horizontalen Verbindungen waren dabei stärker – die unter diesen Korrosionsbedingungen
betroffen als die vertikalen. erfolgte Kontaktkorrosion mit den
berührenden Edelstahlteilen
Die Korrosion war mit einer starken Volumenzu-
nahme der Dübel verbunden, wodurch sich in ei- Abbildung 8.1 zeigt den im Gutachten darge-
nigen Fällen der Dübel aus dem Holz nach außen stellten Verbindungsaufbau. Dieser wurde als
gedrückt hat, so dass die Stahllaschen abhoben. Probekörper nachgestellt (Abbildung 8.2). Hierzu
An einer Verbindung brach der Bolzen sogar wurden Prüfkörper aus Azobé hergestellt. In
unter der Pressung infolge Volumenzunahme. diese wurde je ein Alu-Ringkeildübel eingelassen.
Bei der Korrosion des Alu-Dübels bildeten sich Bolzen, Unterlegscheiben und Muttern, sowie die
außerdem weiße Korrosionsprodukte. Diese Stahllaschen waren aus Edelstahl.
haften z. T. auch am Edelstahlblech. Um die ausschlaggebenden Umgebungsbe-
dingungen verstärkt zu simulieren, wurden die
Probekörper in einem geschlossenen Gefäß bei
50 °C in 500 ml NaCl (pH-Wert 6,5) gelagert.

Die Korrosionsentwicklung der Verbindungen


wurde regelmäßig im Abstand von einer Woche
überprüft und dokumentiert. Nach 165 Tagen
war der Zustand vergleichbar mit der im Gutach-
Abb. 8.1: Schematische ten beschriebenen und dargestellten Situation.
Darstellung des Verbin- Nach etwa 5,5 Monaten konnte also der Korro-
dungsaufbaus nach Nürn- sionsverlauf von etwa fünf Jahren nachgestellt
berger [18] werden.
spezial | FEBRUAR 2013 31
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

Abb. 8.2: Aufbau der


Probekörper

Abb. 8.3a,b: Probekör-


per nach Beendung des
Versuchs
32 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

9 _ Literatur

[1] ABC-Verbindungsmittel (Hrsg.): „Technische Informationen zu Korrosion, Korrosionsschutz,


Materialen und Überzügen“ 2008
[2] Arlt, N.; Burkert, A.; Isecke, B.: Merkblatt 829 „Edelstahl Rostfrei in Kontakt mit anderen
Werkstoffen“ 2005, Informationsstelle Edelstahl Rostfrei Düsseldorf
[3] Bosshard, H.H.: „Holzkunde Band 2 – Zur Biologie, Physik und Chemie des Holzes“ 1984,
Birkhäuser Verlag, Stuttgart
[4] Burkert, A.; Mietz, J.; Lehmann, J.; Eich, G.: „Verzinkte Bauteile in Kontakt mit Spanngliedern“
Forschungsbericht 282, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Berlin 2008
[5] DECHEMA (Hrsg.): „Corrosion Handbook“ Volume 1 – 10, Wiley-VCH Verlag
[6] Dunky, M.; Niemz, P.: „Holzwerkstoffe und Leime“ Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2002
[7] Erler , K.: „Chemische Korrosion von Holz und Holzwerkstoffen“ Forschungsbericht T 2916
zum Vorhaben „Vergleichende Betrachtung europäischer Bauprodukten-Normen mit
nationalen Bestimmungen“, Fraunhofer IRB Verlag 2000, Leipzig
[8] Evans, F.G.: „Korrosion von Metallen in Berührung mit imprägniertem Holz“ Holz-Zentralblatt,
Stuttgart, 1990, Nr. 142
[9] Gläser, B.; Kruse, D.; Rüther, N.: „Korrosionsproblematik metallischer Verbindungsmittel“
Abschlussbericht, Fraunhofer WKI Braunschweig, 2009
[10] Herlyn, J.W.: „Ermittlung des Gefährdungsrisikos von Holzaußenbauteilen mit Plattenwerk-
stoffen infolge Schwind- und Quellverformungen anhand praxisnaher Untersuchungen“
Abschlussbericht, Fraunhofer IRB Verlag Stuttgart, 2007
[11] holzbau handbuch Reihe 1 Teil 8 Folge 2 „Dauerhafte Holzbauten bei chemisch-aggressiver
Beanspruchung“ Stand 2002
[12] Imamura, H.: “Deterioration of Wood Viewed from Iron Nail” Forestry and Forest Products
Research Institute, Ibaraki (Japan), 1991
[13] Institut für Korrosionsschutz Dresden „Vorlesungen über Korrosion und Korrosionsschutz
von Werkstoffen – Teil 1: Korrosion“ 1996, TAW-Verlag, Wuppertal
[14] Jermer, J.; Andersson, Bo-L.: “Corrosion of fasteners in heattreated wood – progress report
after two years’ exposure outdoors” Paper prepared for the 36th Annual Meeting Bangalore,
India 24-28 April 2005
[15] Krause, W.: “Gerätekonstruktion in Feinwerktechnik und Elektronik” Fachbuchverlag Leipzig
3.Aufl., 2000
[16] Krilov, A. u.a.: “Effects of Gallic Acid on Metals: An FT-IR Study of Complexes Between Gallic
Acid and Sawblade Steel” Holzforschung, Berlin, Vol. 47, 1993, No. 3, S 239-246
[17] Marian, J.E.; Wissing, A.: “The Chemical and Mechanical Deterioration of Wood in Contact
with Iron. Part 1-4” Mechanical Deterioration. Svensk Papperstidning, 1960, Nr.3, S.47-57;
Nr.4, S.98-106; Nr.5, S.130-132; Nr.6, S.174-183
[18] Nürnberger, U.: „Gutachten zur Ursache von Korrosionserscheinungen bei Dübelverbindungen
von Holzbauteilen – Kuhbrücke in Friedrichsstadt“, 2007
[19] Nürnberger, U.: „Korrosionsverhalten der Baumetalle in der Atmosphäre und bei Kontakt mit
Holz“ Vortrag „Ingenieurholzbau; Karlsruher Tage 2008“; Bruderverlag; Universität Karlsruhe
spezial | FEBRUAR 2013 33
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

[20] Radke, M; Herrmann, R: „Aerosol-bound emissions of polycyclic aromatic hydrocarbons and


sterols from aeration tanks of a municipal waste water treatment plant“ Environmental
Science and Technology, 37(10), 2003
[21] Rückert, J.: „Korrosionsverhalten von Metallen in Verbindung mit Holz“ Werkstoffe und
Korrosion, Weinheim, 37. Jg., S. 336-339, 1986
[22] Schmitt, W.; Hassan, J. E. A.. : „Technische Regelwerke“ Stahlbau, Berlin, 2004, Heft 5, S. 294
[23] Stichel, W.: „Korrosion und Korrosionsschutz von Metallen in Schwimmhallen“ Forschungs-
bericht 126, 1986, Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) Berlin
[24] Uhlig, H.H.: „Korrosion und Korrosionsschutz“ Akademie-Verlag Berlin, 1975
[25] Werner, H.; Riedel, G.; Eckstein, C.: „Die Lochkorrosionsbegrenzung bei hochlegierten
Sonderedelstählen und NiCrMo-Legierungen in Chloridlösung – Einflussfaktoren und Ausmaß“
Materials and Corrosion, Weinheim, 52. Jg., 2001, S. 619-624
[26] Wiegand, H.; Kloos, K.-H.; Thomala, W.: „Schraubenverbindungen“ Berlin, Springer Verlag,
2007
[27] Winter, S.; Schmidt, D; Schopbach, H.: „Schimmelpilzbildung bei Dachüberstanden und an
Holzkonstruktionen“ Forschungsbericht, Serie: Bauforschung für die Praxis; 66, Fraunhofer
IRB Verlag Stuttgart, 2004
[28] DIN 1052:2004-08 „Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – Allgemeine
Bemessungsregeln und Bemessungsregeln für den Hochbau“
[29] DIN 50021:1988-06 „Sprühnebelprüfungen mit verschiedenen Natriumchlorid-Lösungen“
[30] DIN 50 900 „Korrosion der Metalle – Begriffe – Teil 2: Elektrochemische Begriffe“
[31] DIN 50 961 „Galvanische Überzüge – Zinküberzüge auf Eisenwerkstoffen“
[32] DIN 68800-2:1996-05 „Holzschutz – Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau“
[33] DIN 68800-3:1990-04 „Holzschutz – Vorbeugender chemischer Holzschutz“
[34] DIN EN 335 „Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten“
[35] DIN EN ISO 10684 „Verbindungselemente – Feuerverzinkung“
34 spezial | FEBRUAR 2013
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

10 _ Bildnachweis

Abb. 2.1 Fraunhofer IST


Abb. 5.1 esamultimedia.esa.int;
Fraunhofer WKI
Abb. 5.4a Fraunhofer WKI
Abb. 5.4b Fraunhofer WKI
Abb. 8.1 Fraunhofer WKI nach Nürnberger
Abb. 8.3a Fraunhofer WKI
Abb. 8.3b Fraunhofer WKI
spezial | FEBRUAR 2013 35
Korrosion metallischer Verbindungsmittel in Holz und Holzwerkstoffen

_ Kurzportrait iVTH und WKI

iVTH - Internationaler Verein für Technische Holzfragen e. V.


Seit der Gründung des Internationalen Vereins für Technische Holzfragen (iVTH) im Jahr 1946 – auf
Initiative des Holzforschers Wilhelm Klauditz und der damaligen braunschweigischen Landesforstver-
waltung – fördern wir die Verknüpfung von technischen und wissenschaftlichen Ideen unter Berück-
sichtigung wirtschaftlicher Hintergründe.
Wir blicken auf mehr als 60 Jahre Erfahrung in Wissenschaft und Praxis zurück. Die Zukunft mit-
gestalten, bedeutet für uns, aus den gewonnenen Erkenntnissen erfolgreich abgeschlossener Projekte
zu profitieren, neue Gedanken aufzugreifen, zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehört auch, Initia-
tiven zu gründen, um das Wissen rund um den Rohstoff Holz auszubauen und zu transportieren.
Helfen Sie uns, den Wissenstransfer für weitere Generationen nutzbar zu machen und die Zukunft für
einen zeitgemäßen Rohstoff zu gestalten.

– Wir fördern und bewerten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Forst- und Holzwirtschaft
und angrenzenden Bereichen
– Wir vergeben Forschungsaufträge mit aktueller Zielsetzung
– Wir organisieren wissenschaftliche Veranstaltungen
– Wir verleihen den Wilhelm-Klauditz-Preis für Holzforschung und Umweltschutz und wirken in
Beratergremien mit
– Wir sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF)

Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI


Das Fraunhofer WKI ist spezialisiert auf Verfahrensprozesse für Holz- und Faserwerkstoffe, Ober-
flächentechnik, Holzschutz, Emissionsschutz, Umweltforschung, Recycling und Sanierung.
Herausragende Leistungen des Instituts sind

– die Entwicklung von Lösungen für die Holzbaubranche bei bauphysikalisch und mechanisch-
konstruktiven Schwerpunkten;
– die Entwicklung neuartiger Werkstoffe aus Spänen, Fasern und Furnieren;
– die Prüfung und Minderung der Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen und Möbeln;
– die Analyse von Baustoffemissionen und Minderung von VOC (Volatile Organic Compounds)
und Geruchsstoffen;
– die Entwicklung umweltfreundlicher und dauerhafter Anstrichsysteme für den Möbelbau und
die Holzaußenanwendung;
– die Prüfung und Verbesserung der Eigenschaften von Holzprodukten mittels zerstörungsfreier
Verfahren wie Thermographie, Ultraschall oder Kernspinresonanz;
– das Recycling von Produktionsabfällen und die Verwendung alternativer Faserrohstoffen.

Als akkreditierte Prüfstelle nimmt das Fraunhofer WKI Aufgaben der Materialprüfung und Qualitäts-
überwachung wahr. Es begutachtet Schadensfälle und berät in Fragen der Schadenssanierung. Inner-
halb der Fraunhofer-Gesellschaft gehört das Fraunhofer WKI zum Verbund Werkstoffe und Bauteile
sowie zu den Allianzen Bau, Vision und Photokatalyse.
_ Hinweise
Die technischen Informationen dieser Schrift
entsprechen zum Zeitpunkt der Drucklegung den
anerkannten Regeln der Technik. Eine Haftung
für den Inhalt kann trotz sorgfältiger Bearbeitung
und Korrektur nicht übernommen werden.

Internationaler Verein für Technische Holzfragen e.V. iVTH


Bienroder Weg 54 E, 38108 Braunschweig
Telefon +49 (0)531 2155-209
Fax +49 (0)531 2155-334
contact@ivth.org
www.ivth.org

Fraunhofer-Institut für Holzforschung


Wilhelm-Klauditz-Institut WKI
Bienroder Weg 54 E, 38108 Braunschweig
Telefon +49 (0)531 2155-0
Fax +49 (0)531 351587
info@wki.fraunhofer.de
www.wki.fraunhofer.de Titelbild:
Korrodierte Schraubverbindungen in einer der
Beiträge von: Witterung ausgesetzten Holzkonstruktion
Beate Gläser (WKI), Norbert Rüther (WKI), (© Manuela Lingnau)
Alexandra Gerwin (WKI) und Britta Schreiber (WKI)
Die Wortmarke INFORMATIONSDIENST HOLZ
Gefördert mit Mitteln des Internationalen ist Eigentum des:
Vereins für Technische Holzfragen iVTH Informationsverein Holz e.V.
Esmarchstraße 3
Satz und Layout: 10407 Berlin
Manuela Lingnau (WKI) info@informationsvereinholz.de