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Aus „Light“, Zeitschrift für psychische Forschung, London SW7

Englands Osterbotschaft

Die geistige Natur


des Menschen
und dessen körperliches
Fortleben nach dem Tode
Fortdauer der
Verständigung auf
der Odwelle
Rundfunkvortrag des
englischen Gelehrten

Sir Oliver Lodge


F.R.S. DSc.

Erneut von der

herausgegeben

Berlin 1999
Die geistige Natur des Menschen
und dessen körperliches Fortleben
nach dem Tode

Fortdauer der Verständigung auf der Odwelle


Rundfunkvortrag des englischen Gelehrten
Sir Oliver Lodge F. R. S. DSc.

Aus „Light“, Zeitschrift für psychische Forschung, London S W 7


——————
Englands Osterbotschaft

Erneut von der


Deutschen Spiritistischen Bewegung
herausgegeben

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Die Originalausgabe erschien xxxx unter dem Titel
The Spiritual Nature of the Man
Übersetzung aus dem Englischen
Bearbeitet vom Übersetzungsteam der Berliner Studien- und Öffentlichkeitsarbeitsgruppe der
Spiritismuslehre und des Spiritismus Verlags
Die Deutsche Bibliothek - CIP - Einheitsaufnahme
Lodge, Oliver:
Die geistige Natur des Menschen / Oliver Lodge. - München: Spiritismus Verlag, 2002
ISBN X-XXXXXX-XX-X
Umschlagbild: Name, Stadt
Umschlaggestaltung: Name, Stadt
oder Einbandgestaltung: Name, Stadt
© 2002 Spiritismus Verlag, München
Diese deutsche Fassung ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen
Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar.
Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Ein-
speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Satz: LYX, Berlin
Druck und Bindung:
Printed in Brazil
ISBN X-XXXXXX-XX-X

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The way has been made more clear to us
It isn’t so clear to you
For we’re just a bit ahead on the road
And the curve shuts off your view.
Each day give some help to your fellow man
Life gives you a chance to serve
In that way you become a part of the plan
With a glimpse of the view round the curve.
And we think this knowledge will help you all
Will help your to carry your load
To know in your heart from the very start
There’s a view’ round the curve of the road.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung 7

Was die Phänomene beweisen 9

Kreuzkorrespondenzen: 11

Die jenseitige Welt eine Wirklichkeit 13

Wissen, nicht Glauben 15

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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung

Die erhöhten Anforderungen, die heute der Kampf ums Dasein und die berech-
tigten Anforderungen an ein höheres Lebensniveau, an ein sorgenfreies, schöne-
res Leben stellen, drängen immer energischer zu einer Lösung der Frage, wie die
Überfülle der Erdenerzeugnisse, die zur vollen Befriedigung eines jeden einzel-
nen ausreichen würden, durch die Arbeitsleistung des einzelnen zur Verteilung
gebracht werden kann. Die soziale Frage ist letzten Endes nur eine Frage der
Energieverwertung, einer besseren Verwertung der in jedem Menschen noch ru-
henden ungeheuren geistigen Energien.
Die Zusammensetzung der menschlichen Arbeit muss eine andere werden. In
der Dreiteilung der menschlichen Arbeit muss der mechanische Teil, auf ein Mi-
nimum vermindert, der ideelle, geistige Teil und der durch die Arbeitsteilung
bedingte gesellschaftliche Teil bedeutend erhöht werden, um die für eine bessere
Verteilung erforderliche erhöhte Bewertung der menschlichen Arbeit zu ermög-
lichen.
Die Parapsychologie dient diesem Ziel durch ihre Arbeit an der Vergeistigung
des Menschen. Es liegt ihr nichts ferner, als den Blick des Menschen vornehm-
lich auf jenseitige Dinge richten zu wollen. Sie will im Gegenteil vornehmlich
sein irdisches Leben dadurch vollwertiger, schöner und reicher gestalten, dass sie
die in ihm ruhenden geistigen Kräfte aufweist. — „Ihr seid Götter“ (Psalm 82: 6;
Johannes 10: 34) wurde schon vor 2000 Jahren der Menschheit verkündet. Aber

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Einleitung

bis heute ist noch keine Nutzanwendung aus dieser Botschaft gezogen worden.
Das geistige Wachstum des Menschen zu seiner höheren Bestimmung wurde
durch den Materialismus erstickt. — Noch heute wird die Parapsychologie, die
Wissenschaft, welche den Aufstieg für den Menschen freimachen will, ihn zu
einem reicheren, glücklicheren Leben führen will, von der orthodoxen Wissen-
schaft auf das schärfste bekämpft, weil sie weiß, dass diese neue Wissenschaft
mit ihr gründlich aufräumen wird. Deshalb die Osterbotschaft des Gelehrten von
Weltruf Sir Oliver Lodge. Seine Botschaft lautet:
Diese Vorträge im Rundfunk sollen vor allen Dingen endlich einmal mit der
törichten Voreingenommenheit der orthodoxen Wissenschaft den parapsycholo-
gischen Vorgängen gegenüber aufräumen und sie zwingen, an die Erforschung
dieser noch unbekannten Naturgesetze heranzutreten. Es handelt sich hier um
unwiderlegbare Tatsachen, die den uns bekannten Naturgesetzen zuwiderlaufen.
Kein Wissenschaftler hat das Recht, diese Tatsachen ohne Prüfung einfach weg-
zuleugnen oder diejenigen Gelehrten zu ächten, welche die Erforschung dieser
Gesetze zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben. Eine Wissenschaft die in ihrem
Lehrplan eine ganze Kategorie von Tatsachen wissentlich außer Betrachtung läßt
und sich jeder Form von idealistischer Philosophie entgegen stellt, verdient kei-
nen Glauben und kein Vertrauen mehr. Wir sind in einen neuen Ideenkreis hin-
eingeboren oder richtiger gesagt, wiedergeboren worden und dieser Bewegung,
dieser Revolution, kann sich die orthodoxe Wissenschaft am allerwenigsten ent-
gegenstellen. Der heute bereits vorhandene große Tatsachenkomplex, welchen
führende Gelehrte aller Nationen in jahrzehntelanger Kleinarbeit gesammelt ha-
ben, muss nun endlich wissenschaftlich weiter durchforscht und unser gesamtes
Wissen hiernach umgestellt werden.

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Was die Phänomene beweisen

Was nach meiner Ansicht diese psychischen Phänomene beweisen, ist, dass wir
ein Doppelleben führen, dass wir gleichzeitig einer sogenannten materiellen,
grobstofflichen Welt und daneben einer geistigen, feinstofflichen Welt angehö-
ren, ferner, dass die Geschehnisse keineswegs auf die Geschehnisse der materiel-
len Welt beschränkt sind. Das ist meine persönliche Überzeugung, die auf einem
ein halbes Jahrhundert langem Studium dieser Tatsachen begründet ist. Es ist für
mich eine absolute Gewissheit, dass der Mensch keineswegs an seinen physi-
schen Körper hier gebunden ist oder an sein kurzes Erdendasein, sondern dass
er ein viel breiteres, dieses Erdenleben überdauerndes Leben lebt, dass wir heute
noch nicht ganz begriffen haben. Das heißt, wir wissen heute noch nicht, zu wel-
chen Folgerungen wir gelangen werden, wenn diese Tatsachen wissenschaftlich
durchforscht und die jetzt noch vorhandenen Rätsel gelöst sind. Wenn wir unser
der geistigen, feinstofflichen Welt angehörendes Ich als Unterbewusstsein be-
zeichnen, so wissen wir, dass dort ungeahnte geistige Fähigkeiten schlummern,
deren Wunderkraft wir zwar in der Hypnose und in Trancezuständen zu ahnen
vermögen, die aber heute noch zum täglichen Gebrauch der Entfesselung harren.
— Alles dies sind Tatsachen, deren weitere wissenschaftliche Erforschung von
der allergrößten Bedeutung auch für unser Wirtschaftsleben sein würde und vie-
le Rätsel lösen würde, mit deren Lösung sich die orthodoxe Wissenschaft heute
noch vergeblich den Kopf zerbricht.

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Was die Phänomene beweisen

Ich soll heute über das Thema sprechen: Gibt es ein Fortleben nach dem To-
de, d. h. gibt es ein Fortleben der Persönlichkeit mit all ihre Erinnerungen, Tu-
genden und Schwächen in einem dem fleischlichen Körper völlig gleichartigen
Feinstoff-Körper. — Ich soll also aus den Ergebnissen meiner Forschung den
Schluss ziehen, den viele als die Kernfrage der psychischen Forschung betrach-
ten. — Sie ist es nicht, aber eine absolute Gewissheit über diese Frage würde von
so vitaler Bedeutung in ihren Nutzanwendungen für Menschheit sein, dass viele
die psychische Forschung ausschließlich auf die Lösung dieser Frage angesetzt
zu sehen wünschen.

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Kreuzkorrespondenzen:

Der überzeugendste Beweis für das unveränderte Fortleben den ganzen Persön-
lichkeit ist seit dem Ableben des bekannten Wissenschaftlers F.W.H. Myers durch
die sogenannten Kreuzkorrespondenzen gegeben worden. Ihm waren die falschen
Auslegungen der psychischen Phänomene, die man in Anlehnung an die ortho-
doxe Wissenschaft zu geben versuchte, wohl bekannt. Nach seinem Hinscheiden
bemüht sich Myers zu zeigen, dass die orthodoxen, animistischen Erklärungen,
so glaubhaft sie auch erscheinen, für eine ganze Reihe von Phänomenen nicht
ausreichten. Er zeigt dies durch ein sehr geistreiches und durchgearbeitetes Sy-
stem von Kreuzkorrespondenzen, durch welches er beweist, dass gewisse Phä-
nomene eben nur durch ein individuelles Fortleben erklärt werden können. Er
läßt durch besondere jenseitige Fachgelehrte fachwissenschaftliche Erklärungen
abgeben, um das Unterbewusstsein des die Antwort empfangenden Mediums
völlig auszuschalten. Als ein Beispiel, erwähne ich die Antworten, die Myers
auf eine Anfrage über den Lethestrom gab, die erstmalig von Amerika aus durch
den Gelehrten Dorr (Medium Piper) an ihn gestellt wurde und darauf durch mich
in England (Medium Willett). (Das sogenannte Medium bildet den Sender und
Empfänger für die Odwelle, auf welcher die Mitteilungen aus dem Jenseits über-
mittelt werden.) Myers gab beiden Fragestellern die entsprechenden klassischen
Referenzen, einmal aus Ovid, das andere Mal aus Virgil. Keine der Antworten
war zuerst den Fragestellern verständlich. Erst durch ein Zusammenfügen bei-

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Kreuzkorrespondenzen:

der Antworten erhielten sie einen Sinn. Bei der zweiten Anfrage, die von dem
Medium Willett gestellt wurde, gab Myers nur den Namen des amerikanischen
Gelehrten Dorr durch, der seinen Bescheid mit dem mir gegebenen zur Verständ-
lichmachung der Antwort vereinigen sollte. Professor Verral, ein bekannter Psy-
chologe, hat nach seinem Ableben gleichfalls unwiderlegbare Beweise seines
Fortlebens durch von ihm veranlasste Kreuzkorrespondenzen gegeben. Als wei-
ter wissenschaftliche Beweise für das körperliche Fortleben sind noch die Fin-
gerabdrücke zu erwähnen, die das Medium Frau Dr. Crandon in Amerika von
ihrem verstorbenen Bruder erhält.

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Die jenseitige Welt eine Wirklichkeit

Nun möchte ich die mir heute geboten Gelegenheit benützen, um zu allen denen
zu sprechen, die mühselig und beladen sind und den Sinn ihres Erdendaseins
nicht einsehen können. — Aus tiefster Überzeugung, zu der ich durch 50jährige
Forschungsarbeit gelangt bin, versichere ich, dass trotz allen Erdenkummers das
Menschwerden das größte Gnadengeschenk Gottes ist, weil es die notwendige
Vorstufe zu einem freieren, schöneren, reicheren Leben ist. — In jedem Erden-
dasein, auch im ärmsten, liegt ein tiefer Sinn, eine heilige Mission. — Wenn uns
erst die Einsicht gekommen ist, dass wir hier durch Not und Kummer für ein
späteres, besseres Leben geschult werden, dann werden wir auch den Mühse-
ligkeiten dieses Lebens ein dankbares Verständnis entgegenbringen. — Der Tod
ist nur ein Szeneriewechsel, eine Wendung unserer Straße, auf der wir, in uns
selbst unverändert, nur in einer anderen Richtung weiterschreiten. Das Jenseits
ist genau so wirklich, wie das Diesseits, voller Tätigkeit, Einordnung und Ent-
wicklungsmöglichkeiten.
Ich versichere ferner, dass wir mit unserer ganzen Persönlichkeit, mit all unseren
Erinnerungen, Tugenden und Schwächen, in einem wirklichen Körper, der sich
von unserer Erdenhülle nur dadurch unterscheidet, dass er aus einer feinstoff-
licheren Substanz besteht, unseren Erdentod überdauern und unser bisheriges
Seelenleben völlig unverändert fortsetzen. Deshalb besteht auch die Möglichkeit
nach unserem Ableben uns weiter mit unseren Erdenangehörigen zu verstän-

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Die jenseitige Welt eine Wirklichkeit

digen, mit ihnen Erinnerungen auszutauschen und sie in ihren Lebensnöten zu


beraten. Mit meinem im Kriege gefallenen Sohn Raymond stehe ich seit seinem
Ableben all in ständigen Verkehr. Nur sein Grab in Flandern darf ich nicht besu-
chen, weil er behauptet nie darin gelegen zu haben.

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Wissen, nicht Glauben

Mein wissen gründet sich auf Tatsachen und eine umfassende, wissenschaftli-
che Erfahrung, die aus der Gesamtheit aller psychischen Phänomene gewonnen
wurde. Die orthodoxe Wissenschaft hat sich bisher nur auf die Erforschung eines
Teilgebietes der Lebensvorgänge beschränkt und sich gerühmt ein weites Gebiet
derselben als religiös, oder idealistisch, oder psychisch außer Betrachtung gelas-
sen zu haben. — Ich meine, dass die Wissenschaft, die sich als solche bezeichnet,
alles umfassend sein muss und nicht Tatsachen, nur weil sie ihr unbequem sind,
aus ihrem Forschungsbereich ausschließen darf. — So unbequem der mittelal-
terlichen Wissenschaft die Lehre von der Umdrehung der Erde war und Galilei
sie abschwören musste, so unbequem sind unserer heutigen Wissenschaft die
psychischen Phänomene, deren Echtheit jeder Gelehrte heute noch abschwören
muss, wenn er in seinem Amt verbleiben will.
Gewiss, wir haben gerade heute mit beiden Füßen auf unserer Erde zu stehen
und uns ganz unserem Tagewerk zu widmen. Aber das ist eben der große Unter-
schied, in welcher Gesinnung wir es verrichten. Hier setzt die neue Seelenlehre
ein, die uns zeigen will, wie wir die seelischen Hemmungen beseitigen können,
wie wir arbeiten sollen, um unsere Arbeit wertvoller zu gestalten, wie wir zu
einer Arbeitsfreudigkeit gelangen können, ja wie unser Tagewerk zu unserer Re-
ligion werden kann.

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