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Fassung

Dezember 2012

Programm

VERBUND-TR
Verbunddurchlaufträger
nach ENV 1994-1-1:1992-10

Programm-
Beschreibung

Alle Rechte, auch das der Übersetzung, vorbehalten.


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ist es nicht gestattet, diese Programmbeschreibung oder Teile daraus
auf jedwede Art zu vervielfältigen.

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Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


Inhalt

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1. Einleitung 5 3.2.5 Schnittgrößenermittlung nach ENV 1994-
1-1 4.5 22
1.1 Über VERBUND-TR 5
3.2.6 Biegedrillknicken nach ENV 1994-1-1
1.2 Das Team 6 4.6.3 23
2. Installation 7 3.2.6.1 Grenzbiegemoment unter
Berücksichtigung des Biegedrillknickens 23
2.1 Systemanforderungen 7
3.3 Grenzzustand der Gebrauchtauglichkeit
2.2 Installationsvorgang 7 nach ENV 1994-1-1 Abschnitt 5 26
3. Theoretische Grundlagen 9 3.3.1 Verformungen nach ENV 1994-1-1 5.2 26
3.1 Einführung in den ENV 1994-1-1 10 3.3.1.1 Berechnung elastischen
Querschnittswerte zum Zeitpunkt t nach
3.1.1 Werkstoffe nach ENV 1994-1-1 Abschnitt
ENV 1994-1-1 / EC2 A1 26
3 10
3.3.2 Schwingungsberechnung 29
3.1.1.1 Beton nach ENV 1994-1-1 3.1 10
3.3.3 Rissbildung im Betongurt nach ENV 1994-
3.1.1.2 Betonstahl nach ENV 1994-1-1 3.2 11
1-1 5.3 29
3.1.1.3 Baustahl nach ENV 1994-1-1 3.3 11
3.4 Verdübelung nach ENV 1994-1-1
3.1.1.4 Profilbleche für Verbundkonstruktionen Abschnitt 6 30
nach ENV 1994-1-1 3.4 12
3.4.1 Verformungsvermögen und Verteilung
3.1.1.5 Verbindungs- und Verbundmittel nach der Verbundmittel nach ENV 1994-1-1 6.1 30
ENV 1994-1-1 3.5 12
3.4.1.1 Verformungsvermögen von
3.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit 13 Verbundmitteln nach ENV 1994-1-1 6.1.2 30
3.2.1 Grundlagen nach ENV 1994-1-1 4.1 13 3.4.1.2 Verteilung der Verbundmittel nach ENV
1994-1-1 6.1.3 31
3.2.1.1 Allgemeines 13
3.4.2 Längsschubkraft in der Verbundfuge
3.2.1.2 Verbundträger 13 nach ENV 1994-1-1 6.2 32
3.2.2 Querschnittseigenschaften nach ENV 3.4.2.1 Vollständige Verdübelung nach ENV
1994-1-1 4.2 14 1994-1-1 6.2.1.1 32
3.2.2.1 Wirksamer Querschnitt 14 3.4.2.2 Teilweise Verdübelung mit duktilen
3.2.2.2 Mitwirkende Gurtbreite 14 Verbundmitteln nach ENV 1994-1-1
6.2.1.2 32
3.2.3 Querschnittsklassen nach ENV 1994-1-1
4.3 15 3.4.2.3 Teilweise Verdübelung ohne
ausreichende Duktilität nach ENV 1994-1-
3.2.3.1 Einstufung der Stege 15 1 6.2.1.3 33
3.2.3.2 Einstufung der Flansche 16 3.4.3 Tragfähigkeit der Verbundmittel nach
ENV 1994-1-1 6.3 34
3.2.4 Tragfähigkeit von Querschnitten nach
ENV 1994-1-1 4.4 17 3.4.3.1 Bolzendübel in Vollplatten nach ENV
1994-1-1 6.3.2 34
3.2.4.1 Elastische Querschnittswerte 17
3.4.3.2 Kopfbolzendübel bei Profilblechen nach
3.2.4.2 Plastische Momententragfähigkeit 17 ENV 1994-1-1 6.3.3 34
3.2.4.3 Plastische Querkrafttragfähigkeit 20 3.4.4 Querbewehrung nach ENV 1994-1-1 6.6 35
3.2.4.4 Plastische Querkrafttragfähigkeit unter 3.4.4.1 Schubbeanspruchungen in
Berücksichtigung des Beulens 21 Längsrichtung nach ENV 1994-1-1 6.6.1 35
3.2.4.5 Nachweis der Biegung 21 3.4.4.2 Nachweis der Längsschubtragfähigkeit
3.2.4.6 Nachweis der Querkraft 21 des Betongurtes nach ENV 1994-1-1 6.6.2 36

3.2.4.7 Nachweis bei kombinierter Querkraft- 3.4.4.3 Anrechenbarkeit von Profilblechen nach
und Momentenbeanspruchung 22 ENV 1994-1-1 6.6.3 37

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Inhalt

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3.4.4.4 Anrechenbarkeit von Profilblechen nach 5.3 Ausdrucken 74
ENV 1994-1-1 6.6.4 37
6. Beispiele 77
3.5 DASt-Richtlinie 104 (NAD) 38
6.1 Einfeldträger ohne Kammerbeton 77
3.5.1 Profilbleche mit Rippen quer zur
Trägerachse 38 6.1.1 System 77

3.5.2 Nachweis der Längsschubtragfähigkeit 6.1.2 Belastung 77


des Betongurts 38 6.1.2.1 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit 77
4. Arbeiten mit VERBUND-TR 39 6.1.2.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit 78
4.1 VERBUND-TR starten 39 6.1.3 Querschnittswerte 78
4.2 Masken 40 6.1.3.1 Mitwirkende Breite des Betongurts 78
4.3 Eingabemasken 41 6.1.3.2 Plastische Querschnittswerte 79
4.3.1 Maske 1.1 Geometrie 41 6.1.3.3 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt
4.3.2 Maske 1.2 Betonplatte 42 t=0 79

4.3.2.1 Plattentypen 44 6.1.3.4 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich


konstante Lasten zum Zeitpunkt t=28
4.3.2.2 Bewehrungsart 47 Tage 80
4.3.3 Maske 1.3 Stahlprofil 49 6.1.3.5 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich
konstante Lasten zum Zeitpunkt t=90
4.3.4 Maske 1.4 Verbundmittel 52 Tage 81
4.3.5 Maske 1.5 Einwirkungen 54 6.1.3.6 Ideelle Querschnittswerte für
4.3.5.1 Lasten im Endzustand 54 veränderliche Lasten zum Zeitpunkt t=90
Tage 81
4.3.5.2 Lasten im Montagezustand 56
6.1.3.7 Ideelle Querschnittswerte für das
4.3.6 Maske 1.6 Berechnungsparameter 57 Betonschwinden zum Zeitpunkt t=1 Tag 82
4.4 Berechnung 59 6.1.4 Nachweise im Grenzzustand der
Tragfähigkeit 82
4.5 Ergebnismasken 60
6.1.4.1 Schnittgrößenermittlung
4.5.1 Maske 2.1 Querschnittswerte 60
(Montagezustand) 82
4.5.2 Maske 2.2 Montagezustand 61
6.1.4.2 Schnittgrößenermittlung (Endzustand) 82
4.5.3 Maske 2.3 Tragsicherheit 62
6.1.4.3 Tragfähigkeit des Stahlträgers
4.5.4 Maske 2.4 Verdübelung der Betonplatte 63 (Montagezustand) 83
4.5.5 Maske 2.5 Nachweis Dübelumriss 64 6.1.4.4 Tragfähigkeit des Verbundquerschnitts
(Endzustand) 83
4.5.6 Maske 2.6 Gebrauchstauglichkeit 65
6.1.5 Nachweis der Verbundsicherung 84
4.5.7 Maske 2.7 Biegedrillknicken 66
6.1.5.1 Bereich 1 (0 bis 7 und 7 bis 14) 84
4.5.8 Maske 2.8 Zulässige Rissbreiten 66
6.1.6 Nachweis der Schubsicherung des
4.5.9 Maske 2.9 Auflagerkräfte 67 Betongurts 85
4.6 Pulldownmenüs 68 6.1.6.1 Bereich 1 (0 bis 7 und 7 bis 14) 85
4.6.1 Datei 68 6.1.7 Nachweis im Grenzzustand der
4.6.2 Einstellungen 69 Gebrauchstauglichkeit 86

4.6.3 Hilfe 70 6.1.7.1 Überhöhung 86


6.1.7.2 Berechnung der Durchbiegung 86
5. Ergebnisauswertung 71
6.1.7.3 Berechnung der Eigenfrequenz 86
5.1 Kopplung mit RSTAB 71
6.2 Durchlaufträger ohne Kammerbeton 87
5.2 Rendering des Verbundträgers 72

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Inhalt

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6.2.1 System 87 6.2.6.2 Bereich 2 (7,22 bis 14,73) und Bereich 5
(19,26 bis 26,77) 100
6.2.2 Belastung 87
6.2.6.3 Bereich 3 (14,73 bis 17) und Bereich 4 (17
6.2.2.1 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit 87 bis 19,26) 101
6.2.2.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit: 87 6.2.7 Nachweis im Grenzzustand der
6.2.3 Querschnittswerte 88 Gebrauchs-tauglichkeit (maßgebende
Stelle 9,03 m) 102
6.2.3.1 Mitwirkende Breite des Betongurts 88
6.2.7.1 Überhöhung 102
6.2.3.2 Plastische Querschnittswerte: 89
6.2.7.2 Berechnung der maximalen
6.2.3.3 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt Durchbiegung 103
t=0 (Bereich 1+4) 89
6.2.7.3 Berechnung der minimalen
6.2.3.4 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt Durchbiegung 103
t=0 (Bereich 2+3) 90
6.2.7.4 Berechnung der Eigenfrequenz 103
6.2.3.5 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich
konstante Lasten zum Zeitpunkt t=28 Anhang Literatur 104
Tage (Bereich 1+4) 90
6.2.3.6 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich
konstante Lasten zum Zeitpunkt t=90
Tage (Bereich 1+4) 91
6.2.3.7 Ideelle Querschnittswerte für
veränderliche Lasten zum Zeitpunkt t=90
Tage (Bereich 1+4) 92
6.2.3.8 Ideelle Querschnittswerte für das
Betonschwinden zum Zeitpunkt t=1 Tag
(Bereich 1+4) 92
6.2.4 Nachweise im Grenzzustand der
Tragfähigkeit 93
6.2.4.1 Schnittgrößenermittlung
(Montagezustand) 93
6.2.4.2 Schnittgrößenermittlung (Endzustand) 94
6.2.4.3 Tragfähigkeit des Stahlträgers
(Montagezustand) 95
6.2.4.4 Tragfähigkeit des Verbundquerschnitts
(Endzustand) 95
6.2.5 Nachweis der Verbundsicherung
zwischen kritischen Schnitten
(Endzustand) 96
6.2.5.1 Bereich 1 ( 0 bis 7,22) und Bereich 6
(26,77 bis 34) 96
6.2.5.2 Bereich 2 (7,22 bis 14,73) und Bereich 4
(19,26 bis 26,77) 97
6.2.5.3 Bereich 3 (14,73 bis 17) und Bereich 4 (17
bis 19,26) 98
6.2.6 Nachweis der Schubsicherung des
Betongurts (Endzustand) 99
6.2.6.1 Bereich 1 ( 0 bis 7,22) und Bereich 6
(26,77 bis 34) 99

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1 Einleitung

1. Einleitung
1.1 Über VERBUND-TR
Sehr verehrte Anwender von VERBUND-TR,
Die ING.-SOFTWARE DLUBAL GMBH erweitert mit dem Programm VERBUND-TR ihre umfassende
RSTAB-Familie um den Bereich des zukunftsstarken Verbundbaus. Die bereits bekannte An-
wenderfreundlichkeit der RSTAB-Familie bietet gerade hier den großen Vorteil, die sehr kom-
plizierten Nachweisverfahren des ENV 1994-1-1 in Anlehnung an den EC3 für den Statiker ein-
fach und nachvollziehbar zu gestalten.
Die schwierigste Aufgabe bei der Berechnung von Verbundträgern besteht unbestritten darin,
die ideellen Querschnittswerte zu den jeweiligen Zeitpunkten zu bestimmen, und zwar auch
mit der Berücksichtigung des Kriechens und Schwindens. Weiterhin stellt auch die Ermittlung
der plastischen Momententragfähigkeit aufgrund der Vielzahl der Kombinationen (Lage der
plastischen Nulllinie, positive und negative Momente, gerissene Zugzone etc.) ein Problem
dar. Dabei sei auch auf die mögliche Anordnung von Bewehrungen in Kammerbetonen, Steg-
öffnungen und Verstärkungen und auch die Kombination mit Filigranplatten, Trapezblechpro-
filen und Vouten verwiesen.
Das Programm VERBUND-TR, das auf der elastischen Schnittgrößenermittlung von RSTAB auf-
baut, steht als ein sehr hilfreiches Programm zur Bemessung von Verbundkonstruktionen nach
ENV 1994-1-1 zur Verfügung und erlaubt es, nahezu alle in der Praxis anzutreffenden Verbund-
träger zu berechnen.
Als statisches System können Einfeld- bzw. Durchlaufträger beliebiger Stützweite definiert
werden. Zusätzlich lassen sich Montagestützen für den Montagelastfall definieren. Der Ver-
bundquerschnitt selbst kann im einfachsten Fall aus einem I-Walzprofil mit konstanter Beton-
platte bestehen, aber auch bis hin zum beliebigen einfachsymmetrischen I-Profil mit Filigran-
platte bzw. Stahltrapezblech mit Aufbeton reichen. Natürlich ist auch die feldweise Kombina-
tion verschiedener Verbundquerschnitte möglich. In frei definierbaren Bereichen lassen sich
zusätzliche Details definieren wie z. B. Profilverstärkungen, Öffnungen und Kammerbetone.
Zur schubsteifen Verbindung der Betonplatte mit dem Stahlprofil müssen geeignete Verbin-
dungsmittel (z.B. Kopfbolzendübel, Hilti-Schubdübel oder frei definierbare Schubdübel) ge-
wählt werden.
Die Einwirkungen lassen sich in Form von Einzel-, Linien- bzw. Flächenlasten in drei verschie-
denen Lastfällen definieren. Bei Ausbaulasten und veränderlichen Lasten ist zusätzlich die Ein-
gabe des Belastungsbeginns notwendig. Mit diesen Informationen werden die ideellen Quer-
schnittswerte der betreffenden Zeitpunkte bestimmt. Alle weiteren Nachweise, wie die Tragsi-
cherheit, der Montagezustand, die Verdübelung des Trägers, die Überprüfung der Längsbean-
spruchung, der Nachweis der Durchbiegung und gegen Biegedrillknicken werden gemäß
ENV 1994-1-1 in Anlehnung an den EC 3 geführt.
Natürlich kann die Berechnung für den gesamten Verbundträger auch im Zustand II erfolgen,
sprich mit gerissener Zugzone. Hierbei wird zusätzlich der Nachweis der Rissbreite geführt.
Zögern Sie bitte nicht, Ihre Hinweis und Anregungen an uns weiterzuleiten.
Viel Spaß bei der Arbeit mit VERBUND-TR wünscht Ihnen
Ihr Team von ING.-SOFTWARE DLUBAL GMBH

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1 Einleitung

1.2 Das Team


Folgende Personen waren an der Entwicklung von VERBUND-TR für Windows beteiligt:
• Programmkoordinierung:
Dipl.-Ing. Georg Dlubal
Dipl.-Ing. Jirí Hanzálek
Dipl.-Ing. Christian Röthel
• Programmierung:
Dipl.-Ing. Martin Deyl
Dipl.-Ing. Jirí Hanzálek
• Programmkontrolle:
Dipl.-Ing. Christian Röthel
Dipl.-Ing. Jirí Hanzálek
Lenka Hluší
• Handbuch und Hilfesystem:
Dipl.-Ing. Christian Röthel

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2 Installation

2. Installation
2.1 Systemanforderungen
Folgende Mindestvoraussetzungen sollte Ihr Rechner für die Nutzung der Möglichkeiten von
RSTAB und VERBUND-TR für Windows erfüllen (Klammerwerte sind Empfehlungen).
• Benutzeroberfläche WIN XP/Vista/7/8
• Prozessor mit 2 GHz
• 1 GB RAM
• DVD-ROM-Laufwerk für die Installation
• 10 GB Festplattenkapazität, davon zirka 1 GB für die Installation
• Grafikkarte mit OpenGL Beschleunigung und einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel,
wobei von Onboard-Lösungen und Shared-Memory-Technologien abgeraten wird
Mit Ausnahme des Betriebssystems sprechen wir bewusst keine Produktempfehlungen aus, da
RSTAB und seine Zusatzmodule grundsätzlich auf allen Systemen laufen, die vorgenannte
Leistungsanforderungen erfüllen. Da RSTAB und VERBUND-TR in der Regel sehr rechenintensiv
sind, gilt natürlich das Prinzip „je mehr, desto besser“.

2.2 Installationsvorgang
Der Installationsvorgang wird mit Einlegen der RSTAB-DVD automatisch gestartet. Da das Zu-
satzmodul VERBUND-TR in RSTAB integriert ist, wird dieses Modul bei der Installation nicht ex-
plizit erwähnt, sondern bei erworbener Lizenz, d.h. mit der entsprechenden Autorisierung au-
tomatisch bei der RSTAB-Installation mitinstalliert.

Abbildung 2.1: Aufforderung zum Einlegen der Autorisierungsdiskette

Wurde über die Autorisierungsdiskette mindestens eine Lizenz eines Programms erkannt, er-
scheinen die folgenden 3 Installationsarten [Standard], [Benutzerdefiniert] und [Minimum]. Ei-
ne fehlende oder falsche Autorisierung kann man daran erkennen, dass nur 2 Installationsar-
ten, [Standard] und [Benutzerdefiniert], verfügbar sind.

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2 Installation

Abbildung 2.2: Installationsart bei vorhandener Autorisierung

Außerdem wird bei fehlender Autorisierung auch im Text eine Meldung erscheinen, die auf die
Installation der [Demo]–Version hinweist.
[Standard] ... installiert die kompletten RSTAB Anwendungen und deren Zusatzmodule. Die
Programme können anschließend über die entsprechende Verknüpfung auf dem Desktop o-
der im Startmenü als Vollversion (bei erfolgter Autorisierung) bzw. als Demoversion gestartet
werden.
[Minimum] ... installiert nur die Programme, für die eine entsprechende Lizenz in der Autorisie-
rungsdatei verzeichnet ist. Eine Ausnahme bildet RSTAB mit seinen Zusatzmodulen, denn die-
se werden alle installiert, auch wenn keine Autorisierung für einige Module vorliegt.
[Benutzerdefiniert] ... hier kann man die einzelnen auf der DVD verfügbaren Programme ma-
nuell an- und abwählen. Module, die nicht direkt in RSTAB integriert sind und deren Lizenz
nicht vorliegt, sind in dieser benutzerdefinierten Installationsart mit [Demo] gekennzeichnet.

Abbildung 2.3: Benutzerdefinierte Installation bei vorhandener Autorisierung

Hinweis: Bei einer Neuinstallation wird die vorhandene Autorisierung nur dann überschrieben,
wenn eine neuere Autorisierung gefunden wird.

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3 Theoretische Grundlagen

3. Theoretische Grundlagen
In diesem Abschnitt werden die maßgebenden Grundlagen zusammengestellt, die in das Pro-
gramm VERBUND-TR Eingang gefunden haben. Die Regeln für den Entwurf, die Berechnung
und Bemessung von Verbundträgern entsprechen dem ENV 1994-1-1 in Anlehnung an den
EC2 und EC3. Im Wesentlichen werden Endresultate aus der Literatur wiedergegeben. Diese
Einführung kann daher kein Lehrbuch oder den ENV 1994-1-1 selbst ersetzen.
Verbundträger bestehen aus zwei Werkstoffen, einem gewalzten oder geschweißten Stahlträ-
ger und einer schubsteif verbundenen Betonplatte. Als Verbindungsmittel dienen meist auf-
geschweißte Kopfbolzen. Die Ausführungsformen sind sehr vielfältig und reichen von Filigran-
decken über Trapezblechprofile als verlorene Schalung für den Aufbeton bis hin zu Kammer-
betonen im Stahlträger. Typische Verbundträgerquerschnitte werden in Abbildung 3.1 dar-
gestellt.

Abbildung 3.1: Typische Verbundträgerquerschnitte

Für den Verbundträger selbst sind die Nachweise nach dem ENV 1994-1-1 zu führen. Aufgrund
der Wechselwirkung von Stahl und Beton wird auch auf den EC2 und EC3 zurückgegriffen.
Nicht zuletzt muss auch das nationale Anwendungsdokument NAD berücksichtigt werden.
Die folgenden Nachweise sind für die Bemessung von Verbundträgern relevant:
• Im Grenzzustand der Tragfähigkeit:
Überprüfung der Querschnittsklasse
Bestimmung der plastischen und elastischen Querschnittswerte
Tragfähigkeit der Querschnitte im Montage und Endzustand
Ermittlung der erforderlichen Verbundmittel und deren Verteilung
Längsschubtragfähigkeit der Verbindungsfuge bzw. im Betongurt
Biegedrillknicken (bei Durchlaufträgern und Kragarmen)
Bestimmung der Auflagerkräfte
• Im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit:
Durchbiegung
Eigenfrequenz
Rissbreitenbeschränkung
Bestimmung der Auflagerkräfte
Die Berechnung der Schnittgrößen eines Verbundsystems kann auf der Grundlage der elasti-
schen Berechnung, wie sie RSTAB durchführt, erfolgen. Bei Querschnitten der Klasse 1 darf
aber auch nach der Fließgelenktheorie gerechnet werden, auf diese Theorie wird hier aber
nicht näher eingegangen.

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3 Theoretische Grundlagen

3.1 Einführung in den ENV 1994-1-1


3.1.1 Werkstoffe nach ENV 1994-1-1 Abschnitt 3
3.1.1.1 Beton nach ENV 1994-1-1 3.1
Betonfestigkeitsklassen
EC4 3.1.2(1) Diesem Eurocode liegt die charakteristische Zylinderdruckfestigkeit fck im Alter von 28 Tagen
gemäß EC2 3.1.2.2 zugrunde. Die Zylinderdruckfestigkeit fck muss mindestens 20 N/mm2 (MPa)
betragen.
EC4 3.1.2(2) Für die Bemessung sollte eine Betonfestigkeitsklasse gewählt werden, die einem festgelegten
Wert von fck entspricht. In Abbildung 3.2 sind für verschiedene Festigkeitsklassen die charakte-
ristischen Zylinderdruckfestigkeiten fck und die zugehörigen Würfeldruckfestigkeiten angege-
ben (z. B. gibt die Bezeichnung des Betons C 20/25 die Zylinder-/Würfel Druckfestigkeit an). Für
Normalbetone ist die mittlere Zugfestigkeit fctm angegeben. Zur Beurteilung von Betonen mit
einem Alter von weniger als 28 Tagen sind in der Abbildung 3.2 auch Angaben für fck =12 und
fck = 16 N/mm2 angegeben.
Für Normalbetone einer vorgegebenen Festigkeitsklasse oder charakteristischen Druckfestig-
keit fck sind die Mittelwerte des Sekantenmoduls Ecm für Kurzzeitbelastung ebenfalls in Abbil-
dung 3.2 gegeben.

EC4 Tabelle 3.1 + Tabelle 3.2

Abbildung 3.2: Betonfestigkeiten und weitere charakteristische Werte in N/mm2

Reduktionszahlen
EC4 3.1.4.2(1) Die Verformung des Betons infolge Kriechens ist zu berücksichtigen. Die Rechenwerte werden
nach EC2 3.1.2.5.5 angenommen.

Querdehnzahl
EC4 3.1.4.3 Die Querdehnzahl für elastische Dehnungen sollte, falls für die Bemessung erforderlich, mit 0,2
angenommen werden. Falls der Beton im Zugbereich als ausgefallen angesetzt wird, darf die
Querdehnzahl zu Null angenommen werden.

Verformungsverhalten des Betons - elastisch-plastische Berechnung


EC4 3.1.5(2) Wenn ein elastisch-plastisches Berechnungsverfahren für die Tragwerksberechnung oder die
Berechnung der Querschnittstragfähigkeit oder für beides verwendet wird, sollte EC2 4.2.1.3.3
beachtet werden. Die Grenzspannungen können dann mit einem Spannungsblock von
σ c ,Rd = 0 ,85 ⋅ fck / γ s angenommen werden.

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3 Theoretische Grundlagen

3.1.1.2 Betonstahl nach ENV 1994-1-1 3.2


Stahlsorte
EC4 3.2.3(1) Die Stahlsorte gibt den Wert der charakteristischen Streckgrenze fsk in N/mm2 an.
EC4 3.2.3(2) Genormte Baustähle sind in EN 10080 bzw. in nationalen Regelwerken beschrieben. Zusätzlich
zu fsk müssen die folgenden charakteristischen Werte angeben werden, Zugfestigkeit ft, das
Verhältnis Zugfestigkeit zur Streckgrenze ft/ fsk, die Gleichmaßdehnung εu bei maximaler Last
und ebenso die bezogene Rippenfläche fR.

Elastizitätsmodul
EC4 3.2.4 Für die Bemessung von Verbundbauteilen darf vereinfacht als Elastizitätsmodul Es der Wert für
Baustahl nach EC3 angenommen werden, d. h. 210 kN/mm2.

Spannungs-Dehnungslinie
EC4 3.2.5 Für die Bemessung von Verbundtragwerken darf vereinfacht eine bilineare Spannungs-
Dehnungslinie zugrunde gelegt werden.

3.1.1.3 Baustahl nach ENV 1994-1-1 3.3


Allgemeines
EC4 3.3.1(1) Dieser Abschnitt gilt für Verbundtragwerke, die mit Baustahl nach EC3 Abschnitt 3 hergestellt
sind. Für die Verwendung von hochfestem Stahl nach EC3 Anhang D werden keine Anwen-
dungsregeln angegeben. Dieser Stahl ist gemäß EC3 3.2.1 (2) zu behandeln.

Streckgrenze
EC4 Tabelle 3.3

Abbildung 3.3: Baustahlfestigkeiten und weitere charakteristische Werte in N/mm2

EC4 3.3.2(3) Alternativ dürfen die Nennwerte nach EN 10025 für einen größeren Dickenbereich verwendet
werden. Bei Dicken von mehr als 40 mm sind die Tabellenwerte um 20 N/mm2 zu verringern.
Baustahl S460 mit einer Streckgrenze fy,k von 460 N/mm2 darf ebenfalls verwendet werden.

Werkstoffkenndaten
EC4 3.3.3(3) Für Baustahl sind nach dem ENV 1994-1-1 folgende Materialkennwerte anzunehmen:
Elastizitätsmodul Ea =210000 N/ mm2,
Schubmodul Ga =E/2(1+va) N/mm2,
Querdehnzahl va =0,3
Dichte ρa = 7850 kg/ m3

Spannungs-Dehnungslinie
EC4 3.3.4(1) Entsprechend EC3 Abschnitt 5.2.1.4 darf in der statischen Berechnung die Spannungs-
Dehnungslinie von Baustahl als elastisch-ideal-plastisch idealisiert werden, d.h. es darf genau
wie beim Betonstahl mit einer bilinearen Spannungs-Dehnungslinie gerechnet werden.

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3 Theoretische Grundlagen

3.1.1.4 Profilbleche für Verbundkonstruktionen nach ENV 1994-1-1 3.4


Allgemeines
EC4 3.4.1(1) Dieser Abschnitt gilt für Profilbleche aus Stahl gemäß EN 10025, Feinkornbaustahl gemäß
prEN 10113, für kaltgeformte Stahlbleche gemäß ISO 4997 - 1978 oder für verzinkte Stahl-
bleche gemäß prEN 10147 bei Verwendung in Verbundtragwerken.
EC4 3.4.1(2) Mit Ausnahme von Blechen, die nur als verlorene Schalung verwendet werden, sollte die
Blechdicke nicht kleiner als 0,75 mm sein. Bei Vorliegen ausreichender theoretischer Erkennt-
nisse und entsprechender Versuchsergebnisse ist die Verwendung von dünneren Blechen
nicht ausgeschlossen.
EC4 3.4.1(3) Eurocode 3 Teil 1 -3 ist auf Stahlbleche von Verbunddecken anwendbar.

Streckgrenze
EC4 3.4.2(1) Die Nennwerte für die Streckgrenze fyb des Grundwerkstoffs sind für den Stahl in Abbildung 3.4
angegeben.

Abbildung 3.4: fyb des Grundwerkstoffs in N/mm2

EC4 3.4.2(2) Diese Werte dürfen in der statischen Berechnung als charakteristische Werte angenommen
werden.

Bemessungswerte und weitere Werkstoffkenndaten


EC4 3.4.3(1) + 3.4.4(1) Die Werkstoffkenndaten und die Idealisierung der Spannungs-Dehnungslinie für warmgewalz-
ten Stahl in ENV 1994-1-1 3.3.3 und 3.3.4 sind für profilierte Stahlbleche anwendbar.

EC4 Tabelle 3.4


3.1.1.5 Verbindungs- und Verbundmittel nach ENV 1994-1-1 3.5
EC4 3.5.2(1) Die Tragfähigkeit von Verbundmitteln ergibt sich aus der maximalen Last in der betrachteten
Richtung (in den meisten Fällen parallel zur Grenzfläche zwischen Betonflansch und Stahlträ-
ger), die bis zum Versagen des Verbundmittels übertragen werden kann. Die Tragfähigkeit von
Verbundmitteln kann bei Umkehr der Richtung der Schubkraft unterschiedlich sein. Dies ist zu
berücksichtigen.
EC4 3.5.2(2) Der charakteristische Wert der Tragfähigkeit Pm eines Verbundmittels ist diejenige Tragfähig-
keit, unter der erwartungsgemäß nicht mehr als 5% der Grundgesamtheit aller möglichen Ver-
suchsergebnisse liegen. Wenn eine garantierte Mindesttragfähigkeit festgelegt ist, darf diese
als charakteristischer Wert angenommen werden.

EC4 3.5.2(3) Der Bemessungswert PRd (Grenzscherkraft eines Dübels) ergibt sich aus dem charakteristischen
Wert der Tragfähigkeit dividiert durch den entsprechenden Teilsicherheitsbeiwert γv.

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3 Theoretische Grundlagen

EC4 3.5.2(4) Die Qualität des Werkstoffes muss bei Verbundmitteln auf die speziellen Anforderungen und
auf das Befestigungsverfahren abgestimmt sein. Bei Befestigung durch Schweißen ist die Qua-
lität des Werkstoffes auf die verwendete Schweißtechnik abzustimmen. Wenn Anker oder
Schlaufen als Verbundmittel verwendet werden, ist ein besonderes Augenmerk auf die
Schweißeignung des Werkstoffes zu richten.
EC4 3.5.2(5) Die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffes der Verbundmittel müssen die folgenden
Anforderungen erfüllen:
• Das Verhältnis der Zugfestigkeit fu zur Streckgrenze fy darf nicht kleiner sein als 1,2.
• Die Bruchdehnung bezogen auf eine Messlänge von 5,56 ⋅ A o (Ao: ursprüngliche
Bruttoquerschnittsfläche) darf nicht geringer sein als 12%.
Bei Kopfbolzendübel gelten diese erforderlichen Werkstoffeigenschaften für fertige Produkte.
EC4 3.5.2(6) Der Kopf des Bolzendübels sollte einen Durchmesser von mindestens 1,5d und eine Höhe von
mindestens 0,4d aufweisen, wobei d der Durchmesser des Dübelschaftes ist.

3.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit


3.2.1 Grundlagen nach ENV 1994-1-1 4.1
3.2.1.1 Allgemeines
EC4 4.1.1(2)
Beim Entwurf von Verbundtragwerken bzw. einzelner Teile sind die in ENV 1994-1-1 Abschnitt
2 angegebenen Grundlagen für die Tragfähigkeit zu beachten.
EC4 4.1.1(5) Die Teilsicherheitsbeiwerte γM und γRd werden in ENV 1994-1-1 2.2.3.2 erläutert und für den
Grenzzustand der Tragfähigkeit in ENV 1994-1-1 2.3.3.2 angegeben.
EC4 4.1.1(6) + 4.1.1(7) Bei Verbundbauwerken des Hochbaus dürfen beim Nachweis der Tragfähigkeit Beanspru-
chungen aus Temperatur und beim Nachweis des Grenzzustandes der Tragfähigkeit auch die
Einflüsse aus Schwinden im Allgemeinen vernachlässigt werden.

3.2.1.2 Verbundträger
EC4 4.1.2(2) Für Verbundträger mit Kammerbeton werden keine Anwendungsregeln für die Anrechenbar-
keit des Kammerbetons bei der Momenten- bzw. Querkrafttragfähigkeit angegeben. Bei Ver-
ankerung des Kammerbetons entsprechend ENV 1994-1-1 4.3.1 darf die Mitwirkung des Kam-
merbetons jedoch beim Nachweis des örtlichen Beulens und beim Biegedrillknicken berück-
sichtigt werden.
EC4 4.1.2(3) Für Verbundträger sind folgende Nachweise zu führen:
• Querschnittsragfähigkeit in kritischen Schnitten ENV 1994-1-1 4.4 (siehe Kapitel 3.2.4)
• Biegedrillknicken ENV 1994-1-1 4.6 (siehe Kapitel 3.2.6)
• Schubbeulen ENV 1994-1-1 4.4.4 (siehe Kapitel 3.2.4.4)
• Längsschubtragfähigkeit in der Verbundfuge und im Betongurt ENV 1994-1-1 Abschnitt
6 (siehe Kapitel 3.4.2)
EC4 4.1.2(4) Kritische Schnitte sind:
• Stellen extremaler Biegemomente
• Auflagerpunkte
• Angriffspunkte von Einzellasten
• Stellen mit Querschnittssprüngen, die nicht durch Rissbildung im Betongurt hervorge-
rufen werden

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3 Theoretische Grundlagen

EC4 4.1.2(5) Beim Nachweis der Längsschubtragfähigkeit wird die für die Bemessung maßgebende kriti-
sche Länge durch zwei benachbarte kritische Schnitte begrenzt. In dieser Hinsicht zählen
ferner zu kritischen Schnitten:
• Freie Enden von Kragarmen
• Benachbarte Nachweispunkte bei Trägern mit veränderlicher Bauhöhe
Diese sind so zu wählen, dass das Verhältnis der Flächenmomente 2. Grades den Wert 2
nicht überschreitet.

3.2.2 Querschnittseigenschaften nach ENV 1994-1-1 4.2


3.2.2.1 Wirksamer Querschnitt
EC4 4.2.1(3) Bei plastischer Ermittlung der Querschnittstragfähigkeit sollte im wirksamen Querschnitt nur
Betonstahl mit hoher Duktilität entsprechend EC2 3.2.4.2 verwendet werden. Betonstahlmat-
ten sollten nur dann verwendet werden, wenn ein vorzeitiger Bruch der Bewehrung durch
Nachweis ausreichender Duktilität ausgeschlossen werden kann.
EC4 4.2.1(4) Profilbleche sollten nur dann angerechnet werden, wenn die Rippen parallel zum Träger ver-
laufen. In diesem Fall ist auf eine kraftschlüssige Ausbildung der Blechstöße für Normal- und
Schubkräfte zu achten.
EC4 4.2.1(5) Bei der Einstufung in die Querschnittsklassen und den daraus resultierenden Berechnungsver-
fahren für die Querschnittstragfähigkeit, darf ein Steg der Klasse 3 durch einen wirksamen
Stegquerschnitt der Klasse 2 entsprechend ENV 1994-1-1 4.3.3 (siehe Kapitel 3.2.3.1) berück-
sichtigt werden.

EC4 4.2.1 3.2.2.2 Mitwirkende Gurtbreite


Die mitwirkende Gurtbreite beff ist von der Lage der Nullpunktabstände von Durchlaufträgern
abhängig. Im Hinblick auf den Geltungsbereich des ENV 1994-1-1 (allgemeiner Hoch- und I-
nustriebau) darf daher auf vereinfachte Ansätze zurückgegriffen werden. Im Abbildung 3.5
sind verschiedene Bereiche und die dazugehörigen l0-Werte angegeben.

EC4 Bild 4.3

Abbildung 3.5: Mitwirkende Gurtbreite nach ENV 1994-1-1 bei Durchlaufträgern

b eff = b e1 + b e2
mit
l0
b e ,i ≤
8
EC4 4.2.1(2) Die effektive Gutbreite ist auf jeder Seite maximal mit l0/8 anzunehmen und darf nicht größer
als die Hälfte des Abstandes zum nächsten Träger sein. Aus berechnungstechnischen Gründen
sollte be1 = be2 sein, um unsymmetrische Querschnitte und somit Torsion zu vermeiden. In klei-
nen Bereichen kann davon abgewichen werden.

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3 Theoretische Grundlagen

3.2.3 Querschnittsklassen nach ENV 1994-1-1 4.3


EC4 4.3.1(1) Die Tragsicherheitsberechnung nach ENV 1994-1-1 wie auch nach EC3 basiert auf der Einstu-
fung der Querschnitte in Querschnittsklassen. Die Querschnittsklassen sind wie folgt definiert:
Klasse 1: Diese Querschnitte können plastische Gelenke mit ausreichendem Rotations-
vermögen für eine plastische Berechnung des Systems ausbilden.
Klasse 2: Querschnitte der Klasse 2 können bei eingeschränktem Rotationsvermögen die
volle plastische Querschnittstragfähigkeit entwickeln.
Klasse 3: Diese Querschnitte können in der ungünstigsten Faser des Stahlquerschnittes
bis zur Streckgrenze ausgenutzt werden. Plastische Reserven sind infolge des
örtlichen Beulens nicht vorhanden.
Klasse 4: Querschnitte der Klasse 4 sind unter Berücksichtigung des örtlichen Quer-
schnittsversagens infolge des Beulens nachzuweisen.
EC4 4.3.1(3) Diese Einstufung hängt von den geometrischen Abmessungen der druckbeanspruchten Teile
des Stahlquerschnitts (mögliches örtliches Beulen) ab. Aussteifende Effekte der Betonteile kön-
nen berücksichtigt werden und wirken sich auf die Einstufung positiv aus (z. B. Kammerbeton).
Querschnitte unter positiver Biegemomentenbeanspruchung, bei denen die plastische Nullli-
nie im Betongurt oder im Stahlträgerflansch liegt, fallen unabhängig von den d/t- oder c/t-
Werten der Stege und des Flansches in Querschnittsklasse 1.

EC4 4.3.3
3.2.3.1 Einstufung der Stege
EC4 4.3.3.1(2) Die Einstufung druckbeanspruchter Stege erfolgt über den Vergleich der vorhandenen d/t-
Werte mit den in Abbildung 3.6 angegebenen Grenzwerten.

EC4 Tabelle 4.1

Abbildung 3.6: grenz d/t-Werte für gedrückte Stege

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3 Theoretische Grundlagen

Dabei darf bei Trägern mit Kammerbeton in Übereinstimmung mit ENV 1994-1-1 4.3.2 (6) bis
(9) [bauliche Ausbildung] ein Steg der Klasse 3 wie ein entsprechender Steg der Klasse 2 be-
handelt werden.

EC4 4.3.2 3.2.3.2 Einstufung der Flansche


Die Einstufung druckbeanspruchter Flansche erfolgt über den Vergleich der vorhandenen
d/tw-Werte mit den in Abbildung 3.7 angegebenen Grenzwerten.

EC4 Tabelle 4.2

Abbildung 3.7: grenz c/t-Werte für gedrückte Flansche

EC4 4.3.2(1) Flansche, bei denen ein örtliches Beulen durch die Verdübelung mit dem Betongurt nach
6.4.1.5 verhindert wird, dürfen in Klasse 1 eingestuft werden.

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3 Theoretische Grundlagen

3.2.4 Tragfähigkeit von Querschnitten nach ENV 1994-1-1 4.4


3.2.4.1 Elastische Querschnittswerte
Verbundquerschnitte bestehen in der Regel aus Einzelquerschnitten mit unterschiedlichen
E-Moduln, deren Kontaktflächen schubsteif verbunden sind. Voraussetzung zur Berechnung
der Querschnittswerte ist die Gültigkeit der Bernoulli-Hypothese (Ebenbleiben der Querschnit-
te) und des Hookeschen Gesetzes. Demzufolge werden alle Teilquerschnittswerte auf ein ein-
heitliches E-Modul bezogen. Als Bezugswert wird das E-Modul des Baustahls Ea verwendet.

Abbildung 3.8: Prinzipielle Darstellung eines Verbundträgers mit der Lage der Schwerachsen

Transformierte Betonquerschnitte:
Ec A Ec I Ea
A c ,0 = ⋅ Ac = c Ic , 0 = ⋅ Ic = c n0 =
Ea n0 Ea n0 Ec
Transformierte Verbundgesamtquerschnittswerte:
A i,0 = A c ,0 + A St

A St ⋅ aSt
z i, 0 =
A i, 0

Ii,0 = Ic ,0 + ISt + Si,0 ⋅ aSt

A St ⋅ A c ,0
Si, 0 = ⋅ aSt = A c ,0 ⋅ z i,0
A i, 0
Querschnittskennwerte:
A St ⋅ ISt ISt A St
αT = αI = αA =
A i,0 ⋅ (Ii,0 − Ic ,0 ) Ic ,0 − ISt A i, 0

EC4 4.4.1.2
3.2.4.2 Plastische Momententragfähigkeit
Bei Querschnitten der Klasse 1 und 2 darf mit plastischen Momententragfähigkeiten (plasti-
sche Spannungsverteilung) gerechnet werden. Die Grundlage zur Bestimmung der plastischen
Momententragfähigkeit ist allerdings die Kenntnis über die Lage der plastischen Nulllinie, die
wiederum über die Summe der inneren Kräfte bestimmt wird. Falls das Biegedrillknicken über-
prüft wird, kann auch bei negativen Biegemomenten die Momententragfähigkeit plastisch be-
rechnet werden.
Ein weiterer Einflussfaktor für die Ermittlung der plastischen Momententragfähigkeit ist die Be-
rechnungsmethode (siehe Kapitel 3.2.5). Es werden zwei Berechnungsmethoden unterschie-
den: Im Gegensatz zur 1. Methode werden bei der 2. Methode Betonquerschnittsteile mit Zug-
spannungen nicht mit berücksichtigt.
Bei Vouten- bzw. Querschnitten mit parallelen Trapezblechprofilen, bei denen der Betonquer-
schnitt in den Profilrippen mittragen soll, kann es sein, dass die Lage der plastischen Nulllinie
zwischen konstanter Betonplatte und der Oberkante des Stahlträgers liegt. In diesem Fall wer-
den die Formeln zur Bestimmung der plastischen Momententragfähigkeit schwierig, sodass
auf deren Darlegung verzichtet wird. Das Prinzip der Berechnung ist aber das Gleiche.

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3 Theoretische Grundlagen

Die Berechnung der Momententragfähigkeiten bei Querschnitten mit Filigranplatten kann sich
darüber hinaus noch weiter erschweren, da zwei Betonteile mit unterschiedlichen E-Moduln
berücksichtigt werden müssen.
Das einfachste Beispiel ist der Verbundträger mit konstanter Plattendicke. Die Formeln zur Bestim-
mung der plastischen Momententragfähigkeiten gliedern sich dabei in positive und negative Mo-
mentenbeanspruchung. Hierbei wurde Berechnungsmethode 2 verwendet, d. h. Betonquerschnitt-
steile mit Zugspannungen bleiben unberücksichtigt (reißen also auf).

Bestimmung von Mpl,Rd bei positiven Momenten


• Nulllinie liegt in der Betonplatte

Abbildung 3.9: Lage der plastischen Nulllinie im Betongurt zpl < hc

2 ⋅ z a − zpl zpl − 2 ⋅ z si
Mpl,Rd = Npl,a,Rd + ∑ Nsi ⋅
2 2
mit
A a ⋅ fyd ± ∑ A si ⋅ fsd
zpl =
0 ,85 ⋅ b eff ⋅ fc ,d

Npl,a,Rd = A a ⋅ fyd

z si = Abstand der Betonoberkante zum Schwerpunkt des Bewehrungsstahls

• Nulllinie liegt im Trägerflansch

Abbildung 3.10: Lage der plastischen Nulllinie im Trägerflansch hc ≤ zpl < hc+tf

2 ⋅ z a − hc − hp hc − hp − 2 ⋅ z si zpl + hp
Mpl,Rd = Npl,a,Rd + ∑ Nsi − Nf
2 2 2
mit
A a ⋅ fyd + ∑ A si ⋅ fsd − 0 ,85 ⋅ fcd ⋅ b eff ⋅ (hc − hp )
zpl = hc +
2 ⋅ fyd ⋅ b f

Npl,a,Rd = A a ⋅ fyd

Nf = 2 ⋅ fyd ⋅ b f ⋅ ( zpl − hc )

z si = Abstand der Betonoberkante zum Schwerpunkt des Bewehrungsstahls

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3 Theoretische Grundlagen

• Nulllinie liegt im Trägersteg

Abbildung 3.11: Lage der plastischen Nulllinie im Trägersteg zpl ≥ hc+tf

2z a − hc − hp hc − hp − 2z si t f + hc + hp z pl + t f + hp
Mpl,Rd = Npl,a,Rd + ∑ Nsi − Nf − Nw
2 2 2 2
mit
A a ⋅ fyd + ∑ A si ⋅ fsd − 0 ,85 ⋅ fcd ⋅ beff ⋅ (hc − hp ) − 2 ⋅ fyd ⋅ bf ⋅ t f
zpl = hc + t f +
2 ⋅ fyd ⋅ t w

Npl,a,Rd = A a ⋅ fyd

Nf = 2 ⋅ fyd ⋅ b f ⋅t f

Nw = 2 ⋅ fyd ⋅ t w ⋅ ( zpl − hc − t f )

z si = Abstand der Betonoberkante zum Schwerpunkt des Bewehrungsstahls

Bestimmung von Mpl,Rd bei negativen Momenten


• Nulllinie liegt im Trägerflansch

Abbildung 3.12: Lage der plastischen Nulllinie im Trägerflansch hc ≤ zpl < hc+tf

zpl + hc
Mpl,Rd = Npl,a,Rd ⋅ z a − ∑ Nsi ⋅ z si − Nf ⋅
2
mit
A a ⋅ fyd − ∑ A si ⋅ fsd
zpl = hc +
2 ⋅ fyd ⋅ b f

Npl,a,Rd = A a ⋅ fyd

Nf = 2 ⋅ fyd ⋅ b f ⋅ ( zpl −hc )

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3 Theoretische Grundlagen

• Nulllinie liegt im Trägersteg

Abbildung 3.13: Lage der plastischen Nulllinie im Trägerflansch zpl ≥ hc+tf

2 ⋅ hc + t f zpl + t f + hc
Mpl,Rd = Npl,a,Rd ⋅ z a − ∑ Nsi ⋅ z si − Nf ⋅ − Nw ⋅
2 2
mit
A a ⋅ fyd − ∑ A si ⋅ fsd − Nf
zpl = hc + t f +
2 ⋅ fyd ⋅ t w
Npl,a,Rd = A a ⋅ fyd

Nf = 2 ⋅ fyd ⋅ b f ⋅t f

Nw = 2 ⋅ fyd ⋅ t w ⋅ ( zpl − hc − t f )

3.2.4.3 Plastische Querkrafttragfähigkeit


EC4 4.4.2.2(2) Für Stege ohne Beulgefahr (Prüfung der grenz d/tw-Werte) darf mit der vollplastischen Quer-
krafttragfähigkeit des Steges gerechnet werden.
fy ,k fy ,k
τRd = τpl,Rd =  VRd = ⋅Av
3 3
EC4 4.4.2.2(3) Folgende grenz d/tw-Werte gelten für Stege ohne Beulgefahr:
unausgesteifte Stege d / t w > 69 ⋅ ε
ausgesteifte Stege durch Quersteifen d / t w > 30 ⋅ ε ⋅ κ τ
ausgesteifte Stege durch Kammerbeton: d / t w > 124 ⋅ ε

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3 Theoretische Grundlagen

3.2.4.4 Plastische Querkrafttragfähigkeit unter Berücksichtigung


des Beulens
Werden die zuvor genannten Stegschlankheiten überschritten, so ist die Querkrafttragfähig-
keit unter Berücksichtigung des Beulens zu berechnen.

EC3 5.6.3(1) τba


VRd = ⋅Av
1,1
EC3 5.6.3(2) Mit dem bezogenen Schlankheitsgrad λ w kann die Tragschubspannung κ τ ermittelt werden.
d tw
λw =
37, 4 ⋅ ε ⋅ κ τ
0 , 9 fy
λ w ≥ 1,2  τba = ⋅
λw 3

0 ,8 < λ w < 1,2  [ (


τba = 1− 0 ,625 ⋅ λ w − 0 ,8 ⋅ )] fy
3
fy
λ w ≤ 0 ,8  τba =
3
mit
κτ Beulwerte analog dem EC3 (5.6.3)
ε ε = 235 / fy

3.2.4.5 Nachweis der Biegung


EC4 5.6.3(2)
Für den Nachweis der Biegung ist die Beanspruchung der Beanspruchbarkeit im Grenzzustand
der Tragfähigkeit gegenüberzustellen. Zuvor muss aber der Einfluss der Querkraft auf das
Grenzbiegemoment (siehe nachfolgendes Kapitel 3.2.4.6) untersucht werden. Ist das Verhältnis
VSd/Vpl,Rd ≤ 0,5, dann wird der Nachweis wie folgt geführt:
MSd ≤ MRd
mit
MRd = Mpl,y ,Rd nur bei Querschnitten der Klasse 1 und 2 (Kapitel 3.2.4.1)
Anderenfalls muss der Nachweis mit einer reduzierten Streckgrenze über die Moment-
Querkraft-Interaktion (Kapitel 3.2.4.7) geführt werden.
EC4 4.4.2
3.2.4.6 Nachweis der Querkraft
EC4 4.4.2.2(2) Für den Querkraftnachweis wird ausschließlich das Stahlprofil verwendet, d. h. die Nachweise
lehnen sich an den EC3 an. Dabei muss die Schubkraft allein vom Steganteil des Stahlprofils
aufgenommen werden. Die Querkrafttragfähigkeit VRd ergibt sich dann aus:
VRd = τRd ⋅ A v

Die wirksame Schubfläche Av berechnet sich:


für Walzprofile: A v = A a − 2 ⋅ b f ⋅ t f + (s f + 2 ⋅ rf ) ⋅ t f
für Schweißprofile: A v = (hf − 2 ⋅ t f ) ⋅ s f
Der Nachweis der Querkrafttragfähigkeit ergibt sich dann zu:
VSd ≤ Vpl,Rd

Ist das Verhältnis VSd/Vpl,Rd > 0,5, muss der Einfluss der Querkraft auf das Grenzmoment berück-
sichtigt werden (siehe dazu Kapitel 3.2.4.7).

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3 Theoretische Grundlagen

3.2.4.7 Nachweis bei kombinierter Querkraft- und Momentenbean-


EC4 4.4.3
spruchung
EC4 4.4.3(1) Bei gleichzeitiger Beanspruchung durch Biegemomente und Querkräfte muss der Einfluss der
Querkraft auf die Momententragfähigkeit berücksichtigt werden, wenn VSd/Vpl,Rd > 0,5 ist.
MRd[VSd] berechnet sich dann zu:

EC4 Bild 4.6

Abbildung 3.14: M-V Interaktion

  2⋅V  
2
EC4 4.4.3(2) [
M Rd [VSd ] = M f , Rd + M Rd − M f , Rd ]  
⋅ 1−  Sd
− 1 

  VRd  

hierin sind:
VSd Querkraft im Grenzzustand der Tragfähigkeit
MRd Momententragfähigkeit in Abhängigkeit von der Querschnittsklasse
VRd Querkrafttragfähigkeit
MfRd Momententragfähigkeit bei Vernachlässigung des Steges
Nachweis:
M Sd ≤ M Rd [VSd ]

3.2.5 Schnittgrößenermittlung nach ENV 1994-1-1 4.5


EC4 4.5.3 Die Schnittgrößen eines Verbundquerschnitts im Grenzzustand der Tragfähigkeit dürfen auf
der Grundlage einer elastischen Berechnung oder nach dem Fließgelenkverfahren I. Ordnung
unter Belastungsniveau berechnet werden. In diesem Programm wird nur die elastische
Schnittgrößenermittlung verwendet. Sie darf bei allen Einfeld- und Durchlaufträgern ange-
wendet werden.
EC4 4.5.3.1 Bei Durchlaufträgern wird die Schnittgrößenverteilung durch den Verlust an Biegesteifigkeit
infolge der Rissbildung im Beton über Innenstützen, des Fließens und örtlichen Beulens im
Stahlprofil stark beeinflusst. Deshalb lässt der ENV 1994-1-1 zur elastischen Tragwerksberech-
nung zwei unterschiedliche Verfahren zu:
Methode 1: Der Querschnitt wird über die gesamte Länge als ungerissen angesehen. Die
Biegesteifigkeiten des Verbundquerschnitts mit ungerissenem Betongurt
werden dann mit EaI1 bezeichnet.
Methode 2: Bei der Ermittlung der ideellen Querschnittswerte werden Betonquerschnitt-
steile mit Zugspannungen nicht mit berücksichtigt. Dies kann sowohl im
Feldbereich (wenn sich die Nulllinie im Betongurt befindet) und wird in der
Regel über Stützen zur Minderung der Querschnittswerte führen. Die Biege-
steifigkeiten des Verbundquerschnitts mit gerissenem Betongurt weren dann
mit EaI2 bezeichnet und im Bereich von 0,15⋅L von einem Zwischenauflager
oder von einem eingespannten Endauflager angesetzt.

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3 Theoretische Grundlagen

Abbildung 3.15: Biegesteifigkeiten bei elastischer Tragwerksberechnung nach Methode 1 und Methode 2

Je nach verwendeter Methode werden die zur Berechnung im Grenzzustand der Tragfähigkeit
benötigten ideellen elastischen Querschnittswerte zum Zeitpunkt t=∞ bestimmt (siehe Kapitel
3.2.4.1). Diese Querschnittswerte müssen nun für jeden Bereich (Änderung der Gurtbreiten
nach ENV 1994-1-1 siehe Kapitel 3.2.2.2) neu berechnet werden.

EC4 4.2.2.1(1) Zur Vereinfachung darf laut ENV 1994-1-1 4.2.2.1 (1) die gesamte mitwirkende Breite des Be-
tongurts über die gesamte Stützweite angesetzt werden.
EC4 4.5.3.4(2) Bei Durchlaufträgern mit feldweise konstanter Bauhöhe dürfen die nach elastischer Trag-
werksberechnung ermittelten Schnittgrößen umgelagert werden. Die Abminderung der
Stützmomente darf bis zu den in Abbildung 3.16 zulässigen Prozentzahlen erfolgen. Je nach
Verhältnis Feldmoment zu Stützmoment kann auch bei Querschnitten der Klasse 1 und 2 eine
Erhöhung um bis zu 20 % (bei Methode 2) und um bis zu 10 % (bei Methode 1) berücksichtigt
werden. Dabei ist auf das Gleichgewicht der Schnittgrößen zu den aufgebrachten Lasten zu
achten.

Querschnittsklassen im negativen Momen- 1 2


tenbereich
EC4 Tabelle 4.3 elastische Berechnung nach Methode 1 -40% bis +10% -30% bis +10%
elastische Berechnung nach Methode 2 -25% bis +20% -15% bis +20%

Abbildung 3.16: Zulässige prozentuale Momentenumlagerung von elastisch ermittelten Stützmomenten

3.2.6 Biegedrillknicken nach ENV 1994-1-1 4.6.3


3.2.6.1 Grenzbiegemoment unter Berücksichtigung des Biegedrill-
knickens
EC4 4.6.3(1) Das Grenzbiegemoment beim Biegedrillknicken ergibt sich bei Trägern ohne seitliche Zwi-
schenabstützung mit γ Rd = 1,10 zu:
γa
M b, Rd = κ LT ⋅ M pl, Rd ⋅ nur für Querschnitte der Klasse 1und 2
γ Rd
Hierbei sind:
κ LT Abminderungsfaktor zur Berücksichtigung des Biegedrillknickens,
M pl,Rd plastisches Grenzmoment nach ENV 1994-1-1 4.4.1.2 oder 4.4.1.3,
M el, Rd elastisches Grenzmoment nach ENV 1994-1-1 4.4.1.4.

EC4 4.6.3(2)
Der Abminderungsfaktor κ LT darf in Abhängigkeit vom bezogenen Schlankheitsgrad λ LT
des EC3 Tabelle 5.5.2 entnommen werden. Für gewalzte Profile gilt die Knickspannungslinie a
und für geschweißte Profile die Knickspannungslinie c. Alternativ kann der Abminderungsfak-
tor aus der nachfolgenden Gleichung ermittelt werden.

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3 Theoretische Grundlagen

1
κ LT = ≤ 1,0
ϕ LT + ϕ LT 2 − λ LT 2
hierbei sind:

[ ( )
ϕ LT = 0,5 ⋅ 1 + α LT ⋅ λ LT − 0,2 + λ LT 2 , ]
α LT = 0,21 für gewalzte Stahlprofile,
α LT = 0,49 für geschweißte Stahlprofile.
EC4 4.6.3(3) Der bezogene Schlankheitsgrad λ LT berechnet sich zu:

M pl
λ LT = nur für Querschnitte der Klasse 1 und 2
M cr
Es bedeuten:
M pl plastisches Grenzmoment mit den Materialteilsicherheitsbeiwerten
γ a = γ c = γ s = 1,0 (charakteristischer Wert der plastischen Momententragfähigkeit),
M cr ideales Biegedrillknickmoment auf der Grundlage der Elastizitätstheorie.

EC4 4.6.3.(4) bzw. DIN Die Bestimmung des ideellen Biegedrillknickmoments M cr erfolgt auf der Annahme einer ge-
18800 Teil2 (2-3.17) bundenen Drehachse (seitliche Verschiebungsbehinderung). Voraussetzung dafür ist die
Kenntnis des Lastverzweigungsfaktor νKi, der in Verbindung mit dem maximalen Moment die
ideelle Biegedrillknickmoments M cr ergibt.
M cr = ν ki ⋅ max M y
Laut DIN 18800 Teil 2, Kommentar zu DIN 18800 Gleichung 2-3.17[14] berechnet sich der Last-
verzweigungsfaktor νki näherungsweise zu:

ν ki =
( )
E ⋅ I ω + I z ⋅ f 2 ⋅ π 2 / L2 + G ⋅ I T + c ⋅ L2 / π 2
( ) (
2 ⋅ M1 ⋅ f + 1,13 ⋅ M 2 ⋅ f + M 3 ⋅ 1,74 ⋅ f − 0,81 ⋅ z p + M 4 ⋅ 1,41 ⋅ f − 0,81 ⋅ z p )
Hierin bedeuten:
M1-4 Momentenbilder,
f Lage der gebundenen Drehachse (Abstand Schwerpunkt Betondecke und Schwer-
punkt des Querschnitts),
zp Lage des Lastangriffspunktes (Abstand Oberkante der Betondecke und Schwerpunkt
des Querschnitts),
c Elastische Drehbettung des Stahlträgers pro Längeneinheit,
E,G Elastizitätsmodul, Schubmodul.

EC4 B.1.2(5)
Die Elastische Drehbettung des Stahlträgers pro Längeneinheit errechnet sich wie folgt:
k1 ⋅ k 2
c=
k1 + k 2
Hierbei ist:
k1 Anteil der gerissenen Beton- und Verbunddecke,
k2 Anteil aus der Profilverformung des Stahlquerschnitts.
Ea ⋅ I2
k1 = k ⋅
a
mit
Ea ⋅ I2 Biegesteifigkeit der Beton- oder Verbunddecke unter Berücksichtigung der Riss-
bildung,
a Abstand der Stahlträgers,
k=2 für eine über den Stahlträger durchlaufende Betondecke,
k=4 für eine einfeldrige oder einseitig auskragende Betondecke.

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3 Theoretische Grundlagen

E a ⋅ t 3w
k2 =
4 ⋅ (1 − ν a2 ) ⋅ h s
mit
Ea Elastizitätsmodul für Baustahl,
νa Querdehnzahl des Baustahls (0,15),
tw Stegdicke,
hs Abstand der Schubmittelpunkte der Gurte des Stahlträgers.
Ist der Nenner der o.g. Gleichung negativ (kleiner gleich null), kann der Nachweis des Biege-
drillknickens mit gebundener Drehachse als vorzeitig erfüllt angesehen werden.
Die in der Formel zu Bestimmung der Lastverzwei-
gungsfaktor νki angegebenen Momente sind einzelne
Momentenanteile. Diese Anteile M1,M2, M3 und M4 wer-
den nach der Methode der kleinsten Quadrate aus dem
tatsächlichen Momentenverlauf My des betreffenden
Bereiches ermittelt.
Abbildung 3.17: Momentenbilder M1 – M4

EC4 4.6.3.(5)
Für bezogene Schlankheiten λ LT ≤ 0,4 ist ein Biegedrillknicknachweis ebenfalls nicht erfor-
derlich.

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3 Theoretische Grundlagen

3.3 Grenzzustand der Gebrauchtauglichkeit nach


ENV 1994-1-1 Abschnitt 5
3.3.1 Verformungen nach ENV 1994-1-1 5.2
EC4 5.2.1(1) Verformungen dürfen die planmäßige Nutzung oder das Erscheinungsbild des Tragwerks
nicht beeinträchtigen. Verbundbauteile sind so zu dimensionieren, dass die Durchbiegungen
der Träger und die horizontalen Verformungen von nicht ausgesteiften Tragwerken innerhalb
entsprechender Grenzwerte liegen. Geeignete Grenzwerte sind abhängig von den Eigenschaf-
ten der jeweiligen nichttragenden Komponenten, z.B. leichter Trennwände in Hochbauten,
und von der geplanten Nutzung des Tragwerks.

EC4 5.2.2(2) Durchbiegungen aus Lasten, die auf das Verbundbauteil wirken, sind unter Anwendung elasti-
scher Berechnungsverfahren mit entsprechenden Korrekturen für die Auswirkungen gemäß
ENV 1994-1-1 5.1(2) zu ermitteln, z.B. Berücksichtigung der mittragenden Breite, Rissbildung
und Mitwirkung des Betons (gerissene Zugzone), Kriechen und Schwinden etc.

EC4 5.2.2(4) Der Einfluss der Schubverformung auf die Durchbiegung darf im Normalfall vernachlässigt
werden.

EC4 5.2.2(5) Die Auswirkungen der Nachgiebigkeit der Verbundfuge dürfen bei Tragwerken ohne Eigen-
gewichtsverbund vernachlässigt werden, wenn:
• Die Bemessung der Verbundmittel Abschnitt 6 entspricht,
• dass entweder nicht weniger als die Hälfte der Anzahl der Verbundmittel verwendet
wird, die für eine vollständige Verdübelung notwendig sind, oder dass die ermittelte
Beanspruchung der Verbundmittel den 0,7-fachen Wert von PRk nach ENV 1994-1-1
3.5.2 nicht überschreitet,
• dass die Rippenhöhe bei Decken mit Profilblechen und rechtwinklig zum Träger verlau-
fenden.

EC4 5.2.2(6) Wenn die Bedingungen in ENV 1994-1-1 5.2.2.5 nicht eingehalten sind, aber N/Nf ≥0,4 ist, dann
darf anstelle von Versuchen oder einer genaueren Berechnung eine vergrößerte Durchbie-
gung, die durch die Nachgiebigkeit der Verbundfuge entsteht, wie folgt bestimmt werden:
Träger mit Eigengewichtverbund:

δ  N   δa 
= 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1
δc  N f   δc 
mit
δa Durchbiegung bei Ansatz der Steifigkeiten des Stahlträgers allein,
δc Durchbiegung bei Ansatz der Steifigkeiten ohne Berücksichtigung der Nachgie-
bigkeit der Verbundfuge,
N/Nf Verdübelungsgrad entsprechend ENV 1994-1-1 6.1.2

3.3.1.1 Berechnung elastischen Querschnittswerte zum Zeitpunkt t


nach ENV 1994-1-1 / EC2 A1
Der Belastungsbeginn eines Verbundträgers beginnt im allgemeinen aber schon nach 28 Ta-
gen mit den Ausbaulasten. Die zu diesem Zeitpunkt wirksamen elastischen ideellen Quer-
schnittswerte (siehe Kapitel 3.2.4.1) sind durch das Kriechen des Betons bestimmt und müssen
auch so berücksichtigt werden. Die Reduktionszahlen und Kriechbeiwerte sind lastabhängig
(in Kapitel 3.3.1.1) zusammengestellt.
Reduktionszahlen:
n I, L für das Betonträgheitsmoment
n F, L für die Betonfläche

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3 Theoretische Grundlagen

Transformierte Betonteilquerschnitte:
Ac Ic
A c, L = I c,0 =
n F, L n I, L
Transformierte Verbundgesamtquerschnittswerte:
A i, L = A c, L + A St
A St ⋅ a St
z i, L =
A i, L
I i, L = I c, L + ISt + Si, L ⋅ a St
A St ⋅ A c, L
Si, L = ⋅ a St = A c, L ⋅ z i, L
A i, L
Reduktionszahlen und Kriechbeiwerte nach ENV 1994-1-1
Zur Ermittlung der transformierten Verbundquerschnittswerte nach dem Gesamtquerschnitts-
verfahren wurden Reduktionszahlen n I, L und n F, L eingeführt. Betonfläche (F) und Betonträg-
heitsmoment (I) werden dabei unterschiedlich behandelt, erkennbar am ersten Index.
n I, L = n 0 * (1 + ΨI, L ⋅ ϕ t )
n F, L = n 0 * (1 + ΨF, L ⋅ ϕ t )
mit:
n0 Verhältnis der E-Moduli von Baustahl und Beton ( n 0 = E a / E cm ),
ΨI, L Kriechbeiwert,
ϕt Kriechzahl zum Zeitpunkt t.
Der zweite Index charakterisiert die Einwirkung. Hierbei steht der Index „B“ für konstante, der
Index „PT“ für zeitlich veränderliche Einwirkungen und der Index „S“ für das Schwinden.
Die Kriechbeiwerte der einzelnen Einwirkungstypen sind nachfolgend aufgeführt:
zeitlich konstante Einwirkungen
1
ΨI, B =
1 − 0,5 ⋅ α I ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α I ⋅ ϕ t ) 2
1
ΨF, B =
1 − 0,5 ⋅ α T ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α T ⋅ ϕ t ) 2
zeitlich veränderliche Einwirkungen und Schwinden
ΨI, PT = 0,5 + 0,08 ⋅ α I ⋅ ϕ t
ΨF, PT = 0,5 + 0,08 ⋅ α T ⋅ ϕ t
Schwinden
ΨI,S = 0,5 + 0,08 ⋅ α I ⋅ ϕ t
ΨF,S = 0,5 + 0,08 ⋅ α T ⋅ ϕ t

EC2 A1.1.2(1) Ermittlung des Kriechbeiwertes nach EC2 A.1.1.2


Kriechzahl:
φ( t , t 0 ) = φ0 ⋅ βc ( t , t 0 )
mit:
φ0 Grundkriechzahl,
βc ( t , t 0 ) Beiwert zur Beschreibung des zeitlichen Verlaufes des Kriechens unter Last,
t Betonalter zum betrachteten Zeitpunkt in Tagen = 7 Jahre = 2550 Tage,
t0 Betonalter bei Belastungsbeginn in Tagen.

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3 Theoretische Grundlagen

Grundkriechzahl:
φ0 = φ RH ⋅ β(f cm ) ⋅ β( t 0 )
1 − RH / 100
φ RH = 1 +
0,10 ⋅ 3 h 0
16,8
β(f cm ) =
f cm
1
β( t 0 ) =
0,1 + t 0 0, 20
2 ⋅ Ac
h0 =
u
mit
f cm mittlere Betondruckfestigkeit im Alter von 28 Tagen in N/mm²,
RH relative Feuchte der Umgebung (trocken = 50 %, feucht = 80 %),
h0 wirksame Bauteildicke in mm, wobei A c die Querschnittsfläche und u den der Luft
ausgesetzten Querschnittsumfang bezeichnen,
φ RH Beiwert zur Berücksichtigung der relativen Feuchte,
β(f cm ) Beiwert zur Berücksichtigung der Betonfestigkeit,
β( t 0 ) Beiwert zur Berücksichtigung des Betonalters bei Belastungsbeginn.

EC2 A1.1.2(1) Beiwert für den zeitlichen Verlauf den Kriechens:


0,3
 t − t0 
βc ( t , t 0 ) =  
 βH + t − t 0 
mit
t − t0 tatsächliche Belastungsdauer in Tagen,
βH der Beiwert ist Abhängig von der relativen Luftfeuchte (RH in %) und von der wirk-
samen Beuteildicke ( h 0 in mm),
[ ]
β H = 1,5 ⋅ 1 + (0,012 ⋅ RH )18 ⋅ h 0 + 250 ≤ 1500 .

Berechnung des Schwindmomentes


Die Schwindnormalkraft wird mit Hilde des Endschwindmaßes εS nach folgender Formel be-
stimmt.

Euro-Verbundbau [7] : n0
N sch = A b ⋅ ⋅ E b 0 ⋅ ε s = A c,S ⋅ E a ⋅ ε s
Gleichung 5.61 n A ,S
Gleichung 5 62
M sch = N Sch ⋅ z sch
mit
A c,S Querschnittsfläche des reduzierten Betonquerschnitts,
Ea E-Modul vom Stahlquerschnitt,
εs Endschwindmaß,
z sch Abstand zwischen Schwerpunkt des Betonquerschnitts und Lage der Schwerachse.

EC2 Tafel 5.10b

Abbildung 3.18: Endschwindmaß

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3 Theoretische Grundlagen

3.3.2 Schwingungsberechnung
EC4 5.1(1) Für weitgespannte Träger unter leichten Nutzlasten kann ein Schwingungsnachweis erforder-
lich sein. Die Eigenfrequenz f in [Hz] oder [Schwingungen/sek] eines Trägers kann vereinfacht
ermittelt werden zu:

π E ⋅ I v,0 m
f= ⋅ 4
⋅ 9,81 ⋅ 2
2 l ⋅q s
mit
I v,0 Trägheitsmoment des Verbundträgers für kurzzeitige Belastungen in cm²m²,
l Feldweite in m,
q Eigengewicht, Ausbaulasten bzw. ständig wirkende Lasten Nutzlasten in kN/m.
Als unterer Grenzwert für die Eigenfrequenz können 3 Hz bei Gebäuden mit üblicher Nutzung,
jedoch ohne vibrierende Maschinen, und 5 Hz für Gebäude wie Sportstätten empfohlen wer-
den.

3.3.3 Rissbildung im Betongurt nach ENV 1994-1-1 5.3


EC4 5.3.1(1) Die Rissbildung des Betons ist so zu beschränken, dass die ordnungsgemäße Nutzung des
Tragwerks, sowie sein Erscheinungsbild als Folge von Rissen nicht beeinträchtigt werden. Im
Inneren von Gebäuden beeinträchtigen Risse die ordnungsgemäße Nutzung nicht, jedoch ist
dem Erscheinungsbild durch Beschichtungen (z.B. Doppelboden oder Estrich) Rechnung zu
tragen.

Mindestbewehrungen, falls kein Nachweis der Rissbreitenbeschränkung erfolgt:


EC4 5.3.1(5) Wird im Bereich negativer Biegemomente kein Nachweis der Rissbreitenbeschränkung ge-
führt, sollte die Längsbewehrung, die innerhalb der mitwirkenden Breite des Betongurts an-
geordnet ist, nicht geringer sein als:
0,4 % der Betonfläche bei Trägern mit Eigengewichtsverbund,
0,2 % der Betonfläche bei Trägern ohne Eigengewichtsverbund.
Die Bewehrung sollte über eine Länge von 25 % der Spannweite zu jeder Seite der inneren
Stütze, oder über 50 % der Länge eines Kragarms geführt werden. Die mitwirkende Breite soll-
te gemäß ENV 1994-1-1 4.2.2.2 (siehe Kapitel 3.2.2.2) bestimmt werden. Profilbleche sollten
dabei nicht berücksichtigt werden.

Mindestbewehrungen, falls der Nachweis der Rissbreitenbeschränkung erfolgt:


EC4 5.3.2(2) Wenn die Rissbreiten in den Betongurten von Verbundträgern begrenzt werden (und wenn
eine genaue Berechnung nicht zeigt, dass ein geringer Bewehrungsquerschnitt ausreicht), soll-
te die Querschnittsfläche der Bewehrung As innerhalb der Zugzone Act des mittragenden Be-
tongurts wie folgt ermittelt werden:
f cte ⋅ A ct
EC4 Gleichung 5.1 A s min = k ⋅ k c ⋅
σst
hierbei sind:
f cte wirksame Zugfestigkeit des Betons zum Zeitpunkt der Erstrissbildung. Werte für f cte
dürfen durch Wahl der Festigkeitsklasse zum Zeitpunkt der Erstrissbildung unter
Verwendung des Wertes f cte aus Abbildung 3.2 entnommen werden. Wenn der
Zeitpunkt der Erstrissbildung nicht mit Sicherheit innerhalb der ersten 28 Tage fest-
gelegt werden kann, wird empfohlen, eine Mindestzugfestigkeit von 3 N/mm² anzu-
nehmen,
σst maximal zulässige Spannung in der Bewehrung unmittelbar nach Rissbildung. Diese
ist abhängig von den gewählten Stabdurchmessern und darf nach Abbildung 3.19
entnommen werden. Sie sollte den Wert der Streckgrenze des Betonstahls nicht
überschreiten,

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3 Theoretische Grundlagen

k beschrieben in ENV 1994-1-1 4.4.2.2(3) des EC2, sollte zu 0,8 angenommen werden,
kc Beiwert, der auf der sicheren Seite liegend zu 0,9 angenommen werden darf.
Die Mindestbewehrung für den Kammerbeton von I-Querschnitten sollte gemäß ENV 1994-1-1
Gleichung 5.1 mit k=0,8, kc=0,4 und σst=fsk bestimmt werden.

Abbildung 3.19: Maximal zulässige Stahlspannung für Rippenstähle

Die vorhandene Bewehrung der mitwirkenden Breite des Betongurts ergibt sich dann zu:
A s = b eff ⋅ a sl
hierin sind:
b eff mitwirkende Breite des Betonquerschnitts,
a sl Bewehrungsmenge bezogen auf einen Meter.
Der Nachweis der Rissbreite ist erfüllt, wenn die nachfolgende Bedingung eingehalten ist:
A s min
≤ 1,0
As

3.4 Verdübelung nach ENV 1994-1-1 Abschnitt 6


Mit diesem Nachweis wird die notwendige Anzahl von Verbindungsmitteln bestimmt, um die
Schubkräfte zwischen Beton und Stahlträger übertragen zu können. Diese Untersuchung ist
zwischen mehreren kritischen Stellen, wie z.B. extremale Biegemomente und Querkräfte, Auf-
lagerpunkte, Angriffspunkte von Einzellasten, Querschnittsänderungen und freie Enden von
Kragarmen durchzuführen.
Es kann auf zwei verschiedene Arten verdübelt werden, vollständige- oder teilweise Verdübe-
lung.
Insofern die teilweise Verdübelung verwendet werden soll, kommt es auf die Duktilität der
Verbindungsmittel an, die entscheidet, ob die Verbindungsmittel in der Lage sind, die Längs-
schubkraft bei äquidistanter Anordnung aufzunehmen.

3.4.1 Verformungsvermögen und Verteilung der Ver-


bundmittel nach ENV 1994-1-1 6.1
3.4.1.1 Verformungsvermögen von Verbundmitteln nach ENV 1994-
1-1 6.1.2
EC4 6.1.2(1) Als duktil werden Verbundmittel mit einem Verformungsvermögen bezeichnet, das die An-
nahme eines ideal-plastischen Verhaltens in der Verbundfuge bei der Berechnung des Trag-
werkes rechtfertigt.
Kopfbolzendübel, bei denen die Höhe nach dem Aufschweißen größer ist als der 4-fache
Durchmesser des Dübels und deren Schaftdurchmesser nicht kleiner als 16 mm bzw. nicht
größer als 22 mm ist, gelten als duktil, wenn die nachfolgenden Bedingungen für den Ver-
dübelungsgrad N/N eingehalten werden.
Träger mit doppelsymmetrischen Baustahlquerschnitten:
N
EC4 Gleichung 6.1 L≤5 ≥ 0,4
Nf

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3 Theoretische Grundlagen

N
EC4 Gleichung 6.2 5 ≤ L ≤ 25 ≥ 0,25 + 0,03 ⋅ L
Nf
N
EC4 Gleichung 6.3 L ≥ 25 ≥ 1,0
Nf
Träger mit einfachsymmetrischen Baustahlquerschnitten, bei denen die Querschnittsfläche des Un-
tergurtes den 3-fachen Wert der Querschnittsfläche des Obergurtes nicht überschreitet:
N
L ≤ 20 ≥ 0,4 + 0,03 ⋅ L
Nf
EC4 Gleichung 6.4
N
L ≥ 20 ≥ 1,0
Nf
Hierbei sind:
L Stützweite in Metern,
Nf erforderliche Anzahl der Verbundmittel nach 6.2.1.1 in dem jeweiligen betrachteten
Trägerbereich,
N vorhandene Anzahl der Verbundmittel im gleichen Trägerbereich.

EC4 6.1.2(4)
Kopfbolzendübel dürfen über den Anwendungsbereich nach ENV 1994-1-1 6.1.2(2) hinaus als
duktil angesehen werden, wenn:
• die Höhe der Dübel nach dem Aufschweißen nicht kleiner als 76 mm ist und der
Schaftdurchmesser 19 mm nicht unter- bzw. 20 mm nicht überschreitet,
• der Baustahlquerschnitt aus einem doppeltsymmetrischen, gewalzten I -Profil besteht,
• der Betongurt aus einer Profilblech-Verbunddecke mit senkrecht zum Träger verlau-
fenden Profilblechen besteht und die Profilbleche über dem Träger durchlaufen,
• innerhalb einer Rippe jeweils nur ein Dübel zentrisch angeordnet wird,
• hinsichtlich der Profilblechgeometrie nach ENV 1994-1-1 6.3.3.1 die Bedingungen bo /hp
≥ 2 und hp ≤ 60 mm eingehalten sind,
• die Gurtkraft Fc nach ENV 1994-1-1 6.2.1.2(3) berechnet wird.
Sind diese Bedingungen eingehalten, so gilt für den Verdübelungsgrad N/Nf
N
L ≤ 10 ≥ 0,4
Nf
N
EC4 Gleichung 6.5 10 ≤ L ≤ 25 ≥ 0,04 ⋅ L
Nf
N
L ≥ 25 ≥ 1,0
Nf

3.4.1.2 Verteilung der Verbundmittel nach ENV 1994-1-1 6.1.3


EC4 6.1.3(1) Die Verbundmittel sind in Trägerlängsrichtung nach dem Verlauf der Bemessungslängsschub-
kraft so anzuordnen, dass diese übertragen werden kann und ein Abheben des Betongurtes
vom Stahlträger verhindert wird.

EC4 6.1.3(2) Im Bereich von Kragarmen sowie in negativen Momentenbereichen von Durchlaufträgern ist
die Verteilung der Verbundmittel entsprechend der Abstufung der Längsbewehrung ohne Be-
rücksichtigung der Verankerungslängen vorzunehmen.

EC4 6.1.3(3) Kopfbolzendübel nach ENV 1994-1-1 6.3.2 und ENV 1994-1-1 6.3.3 dürfen zwischen benach-
barten kritischen Schnitten entsprechend ENV 1994-1-1 4.1.2 über die zugehörige Länge Lcr
äquidistant angeordnet werden, wenn
• in den betrachteten kritischen Schnitten Querschnitte der Klasse 1 oder Klasse 2 vor-
handen sind,
• das plastische Grenzmoment des Verbundquerschnittes den 2,5-fachen Wert des plas-
tischen Grenzmomentes des Baustahlquerschnittes nicht überschreitet.

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3 Theoretische Grundlagen

EC4 6.1.3(4) Wenn das plastische Grenzmoment den 2,5-fachen Wert des plastischen Grenzmomentes des
Baustahlquerschnittes überschreitet, sind bei der Ermittlung der Anzahl der Verbundmittel zu-
sätzliche Schnitte etwa in der Mitte zwischen benachbarten kritischen Schnitten zu untersu-
chen.

EC4 6.1.3(5)
Die erforderliche Anzahl der Verbundmittel darf in den Bereichen zwischen dem maximalen
Feldmoment und dem Endauflager bzw. dem extremalen Stützmoment an Zwischenauflagern
entsprechend des auf der Grundlage einer elastischen Berechnung ermittelten Verlaufes der
Längsschubkräfte verteilt werden. Mit Ausnahme des Bemessungsverfahrens für Träger mit
beulgefährdeten Stegen nach 4.4.4 (7) darf dann auf zusätzliche Nachweise zwischen kriti-
schen Schnitten verzichtet werden.

3.4.2 Längsschubkraft in der Verbundfuge nach


ENV 1994-1-1 6.2
3.4.2.1 Vollständige Verdübelung nach ENV 1994-1-1 6.2.1.1
Vollständige Verdübelung nach ENV 1994-1-1 6.2.1.1 in Bereichen zwischen einem maximal
Feldmoment und einem gelenkigen Endauflager
EC4 6.2.1.1(1) Bei vollständigen VERBUND-TR und plastischer Bemessung ergibt sich die durch die Verbund-
mittel zu übertragende Bemessungslängsschubkraft Vl zwischen einem Momentennullpunkt
(am Endauflager) und dem Punkt des maximalen Feldmoment mit dem kleineren Wert der
Grenzdruckkraft des Betongurtes (Fc+Fs) und der Grenznormalkraft des Stahlträgers Fa
Vl = Fcf
 fy f f 
mit Fcf = min A a ⋅ ; b eff ⋅ 0,85 ⋅ h c ⋅ ck + A se ⋅ sk 

 γ a γ c γs 
Vollständige Verdübelung nach ENV 1994-1-1 6.2.1.1 in Bereichen zwischen einem maximal
Feldmoment und einem Zwischen- oder eingespannten Endauflager

EC4 6.2.1.1(2) Bei vollständiger Verdübelung ist die durch Verbindungsmittel zu übertragende Bemessungs-
längsschubkraft Vl zwischen dem Punkt des maximalen Feldmomentes und dem benachbar-
ten Zwischenauflager oder einem eingespannten Endauflager wie folgt zu berechnen.

f sk f yp
Vl = Fcf + A s ⋅ + A ap ⋅
γs γ ap
EC4 6.1.1 (2) Die Anzahl der Verbindungsmittel bei vollständiger Verdübelung muss mindestens gleich der
Bemessungslängsschubkraft Vl dividiert durch die Grenzkraft des Verbindungsmittels PRd sein.
Die erforderliche Anzahl an Verbindungsmittel ergibt sich somit zu:
Vl
Nf =
PRd

3.4.2.2 Teilweise Verdübelung mit duktilen Verbundmitteln nach


ENV 1994-1-1 6.2.1.2
Teilweise Verdübelung ist nur bei Querschnitten der Klasse 1 oder 2 zulässig.
EC4 6.2.1.2(1) Werden duktile Verbindungsmittel nach 6.1.2 verwendet, so darf davon ausgegangen werden,
dass im Grenzzustand der Tragfähigkeit das Verformungsvermögen der Verbundfuge aus-
reicht, um die Momententragfähigkeit in kritischen Schnitten entsprechend 4.4.1.3 plastisch
berechnen zu können.
EC4 6.2.1.2(2) Wenn nicht genauer nachgewiesen wird, darf die Bemessungslängsschubkraft Vl zwischen
dem jeweils betrachteten Querschnitt mit positivem Biegemoment und einem gelenkigen
Auflagerpunkt wie folgt bestimmt werden:

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3 Theoretische Grundlagen

EC4 Gleichung 6.8 Vl = Fcf


Für den Bereich zwischen dem jeweils betrachteten Querschnitt mit positivem Biegemoment
und einem Zwischenauflager bzw. einem eingespannten Endauflager gilt:

f sk f yp
EC4 Gleichung 6.9 Vl = Fc + A s ⋅ + A ap ⋅
γs γ ap
Hierbei ist Fc die für die Aufnahme des Bemessungsmomentes Msd erforderliche Betondruck-
kraft nach 4.4.1.3. Bezeichnungen siehe 6.2.1.1. Der Zusammenhang zwischen Fc und Msd wird
durch die in ENV 1994-1-1 Bild 6.1 (siehe Abbildung 3.20) qualitativ angegebene Kurve ABC
beschrieben.
EC4 6.2.1.2(3) Näherungsweise darf anstelle des in ENV 1994-1-1 6.2.1.2 (2) angegebenen Bemessungsver-
fahrens die Druckkraft Fc aus der in ENV 1994-1-1 Bild 6.1 (siehe Abbildung 3.20) dargestellten
Geraden AC ermittelt werden.
M sd − M apl, Rd
EC4 Gleichung 6.10 Fc = ⋅ Fcf
M pl, Rd − M apl, Rd
Hierbei ist Mapl,Rd das plastische Grenzmoment das Baustahlquerschnitts und Mpl,Rd das plasti-
sche Grenzmoment des Verbundquerschnitts bei voller Verdübelung.

EC4 Bild 6.1

Abbildung 3.20: Zusammenhang zwischen Fc und Msd

3.4.2.3 Teilweise Verdübelung ohne ausreichende Duktilität nach


ENV 1994-1-1 6.2.1.3
Teilweise Verdübelung ist nur bei Querschnitten der Klasse 1 oder 2 zulässig.
EC4 6.2.1.3(1) Besitzen die Verbindungsmittel keine ausreichende Duktilität entsprechende ENV 1994-1-1
6.1.2, so sind die Längsschubkräfte aus der Differenz der Normalkraft des Betongurtes zwi-
schen kritischen Schnitten unter der Voraussetzung des Ebenbleibens des Gesamtquerschnit-
tes zu ermitteln.
EC4 6.2.1.3(1) Die Bemessungslängsschubkraft Vl darf mit dem in ENV 1994-1-1 6.2.1.2 angegebenen Nähe-
rungsverfahren bestimmt werden, wobei Fc aus den nachfolgenden Gleichungen zu berech-
nen ist.
M Sd − M a ,Sd
EC4 Gleichung 6.11 Fc ≥ ⋅ Fel für M Sd < M el, Rd
M el, Rd − M a , Rd
M Sd − M el, Rd
EC4 Gleichung 6.12 Fc ≥ Fel + ⋅ (Fcf − Fel ) für M el, Rd < M Sd < M pl, Rd
M pl, Rd − M el, Rd
mit:

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3 Theoretische Grundlagen

Mel,Rd elastisches Grenzmoment, das in der Randfaser des Stahlquerschnittes die Spannung
fy/γa hervorruft. Bei Trägern ohne Eigengewichtsverbund ist 4.4.1.4(4) zu beachten.
Ma,Sd positives Bemessungsmoment im Baustahlquerschnitt aus Einwirkungen vor Herstel-
lung des Verbundes,
Fel Druckkraft des Betongurtes infolge des Grenzmomentes Mel,Rd

3.4.3 Tragfähigkeit der Verbundmittel nach ENV 1994-1-1


6.3
EC4 6.3.1(1) Die Grenzscherkräfte der Verbundmittel für Betongurte ohne Vouten bzw. für Gurte mit Vou-
ten entsprechend ENV 1994-1-1 6.3.3.1 oder ENV 1994-1-1 6.4.1.4 lassen sich nur bestimmen,
wenn Normalbeton bzw. Leichtbeton mit einer Rohdichte ρ>1750 kg/m³ verwendet wird.
EC4 6.3.1(2) Sollten die genannten Anforderungen an die Rohdichte nicht eingehalten werden bzw. wer-
den andere Verbundmittel verwendet, dann muss die Tragfähigkeit (Grenzscherkräfte) nach
ENV 1994-1-1 3.5.2. bestimmt werden, der charakteristische Wert der Tragfähigkeit ist dabei
aus Abscherversuchen nach ENV 1994-1-1 10.2 zu bestimmen

3.4.3.1 Bolzendübel in Vollplatten nach ENV 1994-1-1 6.3.2


Grenzscherkraft von Kopfbolzendübeln
EC4 6.3.2.1(1) Die Grenzscherkraft des Kopfbolzendübels, bei dem ein automatisches Schweißverfahren ver-
wendet wird und der Schweißverlust normale Abmessungen aufweist, ergibt sich aus dem je-
weils kleineren Wert der nachfolgenden Gleichungen.

π ⋅ d2 1
EC4 Gleichung 6.13 PRd = 0,8 ⋅ f u ⋅ ⋅
4 γv
1
EC4 Gleichung 6.14 PRd = 0,29 ⋅ α ⋅ d 2 ⋅ f ck ⋅ E cm ⋅
γv
mit:
d Schaftdurchmesser des Dübels
fu spezifische Zugfestigkeit des Bolzenmaterials, die jedoch höchstens mit 500 N/mm²
in Rechnung gestellt werden darf
fck charakteristische Wert der Zylinderdruckfestigkeit des Betons im entsprechenden Al-
ter
Ecm Mittelwert des E-Moduls des Betons
h Gesamtlänge des Bolzens
f ctk 0,05
τRd 0,25 ⋅
γc
α 0,2 [(h/d)+1] für 3 ≤ h/d ≤ 4
α 1,0 für h/d > 4
Der Teilsicherheitsbeiwert ist im Grenzzustand der Tragfähigkeit im allgemeinen mit 1,25 an-
zusetzen. Die Gleichungen dürfen für Kopfbolzendübel mit Schaftdurchmessern von mehr als
22 mm nicht mehr verwendet werden.

EC4 6.3.2.3 Grenzscherkraft für Bolzendübel ohne Kopf


Die Gleichungen 6.13 und 6.14 des ENV 1994-1-1 dürfen auch für Kopfbolzendübel ohne Kopf
verwendet werden, wenn ein Abheben der Betonplatte durch zusätzliche Verankerungen, die
nach ENV 1994-1-1 6.1.1 (5) zu bemessen sind, verhindert wird.

3.4.3.2 Kopfbolzendübel bei Profilblechen nach ENV 1994-1-1 6.3.3


EC4 6.3.3.1 Profilblech mit Rippen parallel zur Trägerachse

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3 Theoretische Grundlagen

Bei parallel zur Trägerachse verlaufenden Profilblechen liegen die Dübel in einem Bereich des
Betongurtes, der die Gestalt einer Voute hat. Wird das Profilblech über dem Träger nicht ge-
stoßen, so ist die Breite der Voute bo gleich der in Abbildung 3.21 angegebenen Profilbreite bo
des Bleches. Sind die Bleche über dem Träger gestoßen, so wird bo wie in Abbildung 3.21 dar-
gestellt, definiert. Als Höhe der Voute soll die Gesamthöhe hp des Profilbleches ohne Berück-
sichtigung von Sicken bzw. Noppen angesetzt werden.

EC4 Bild 6.3

Abbildung 3.21: Profilbleche mit Rippen parallel zum Träger

Die Grenzscherkraft des Dübels sollte aus der Grenzscherkraft für Vollbetonplatten nach ENV
1994-1-1 6.3.2.1 durch Multiplikation mit dem nachfolgenden Abminderungsfaktor kl be-
stimmt werden:

bo  h 
EC4 Gleichung 6.15 k l = 0,6 ⋅ ⋅ − 1 ≤ 1,0
hp  hp 
 
Hierbei ist h die Gesamthöhe des Dübels, die jedoch nur mit maximal hp+75 mm in Rechnung
gestellt werden darf.

EC4 6.6.3.2 Profilblech mit Rippen quer zur Trägerachse


EC4 6.6.3.2(1) Für Dübel in Rippen von Profilblechen mit Profilblechhöhen hp kleiner als 85 mm, Rippenbrei-
ten bo nicht kleiner als hp und Schaftdurchmessern kleiner als 20 mm sollte die Grenzscherkraft
aus der Grenzscherkraft für Vollbetonplatten nach ENV 1994-1-1 6.3.2.1 durch Multiplikation
mit dem nachfolgenden Abminderungsbeiwert kt, bestimmt werden. Bei der Berechnung der
Grenzscherkraft für die Vollbetonplatte nach ENV 1994-1-1 6.3.2.1 sollte hierbei maximal 450
N/mm² in Rechnung gestellt werden.

0,7 bo  h 
EC4 Gleichung 6.16 kt = ⋅ ⋅ − 1
Nr hp  hp 
 
Hierbei ist Nr, die Anzahl der Bolzendübel je Rippe, die rechnerisch die Zahl 2 nicht überschrei-
ten darf. Die anderen Bezeichnungen ergeben sich aus ENV 1994-1-1 6.3.3.1.
Für Kopfbolzendübel, die durch die Bleche geschweißt werden, sollte der Beiwert kt für N, = 1
mit maximal 1,0 bzw. für N, ≥ 2 maximal 0,8 in Rechnung gestellt werden.
EC4 6.6.3.2(2) In anderen Fällen, die nicht durch den in ENV 1994-1-1 6.3.3.2(1) gegebenen Anwendungsbe-
reich abgedeckt sind, wird empfohlen, die Grenzscherkraft des Dübels aus Versuchen entspre-
chend 10.2 zu ermitteln.

3.4.4 Querbewehrung nach ENV 1994-1-1 6.6


3.4.4.1 Schubbeanspruchungen in Längsrichtung nach ENV 1994-1-1
6.6.1
EC4 6.6.1(1) Die Querbewehrung des Betongurtes ist für den Grenzzustand der Tragfähigkeit so zu bemes-
sen, dass ein Versagen infolge Längsschub bzw. örtlicher Krafteinleitung in den Betongurt
vermieden wird.

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3 Theoretische Grundlagen

EC4 6.6.1(2) Der Bemessungswert der einwirkenden Längsschubkraft vSd pro Längeneinheit muss in den für
das Längsschubversagen maßgebenden Schnitten kleiner als die Längsschubtragfähigkeit vRd
in dem jeweils betrachteten Schnitt sein.
Die Länge des Schnittes b-b nach ENV 1994-1-1 [Bild 6.12] ergibt sich bei einreihigen bzw. bei
versetzt angeordneten Dübeln aus dem 2-fachen Wert der Dübelhöhe zuzüglich des
Kopfdurchmessers des Dübels. Bei zweireihiger Dübelanordnung resultiert die Länge des
Schnittes b-b aus 2h+st zuzüglich des Kopfdurchmessers eines Dübels, wobei h die Höhe des
Dübels und s der Achsabstand der Dübel in Querrichtung ist.

EC4 Bild 6.12

Abbildung 3.22: Typische Schnitte bei Längsschubversagen des Betongurts

EC4 6.6.1(3) Bei Verwendung von quer zum Träger verlaufenden Profilblechen ist es nicht erforderlich,
Schnitte vom Typ b-b zu untersuchen, wenn die Tragfähigkeit des Kopfbolzendübel unter Be-
rücksichtigung des Abminderungsbeiwertes kt nach ENV 1994-1-1 6.3.3.2 ermittelt wird.

EC4 6.6.1(4) Die in dem jeweils betrachteten Schnitt maßgebende Bemessungsschubkraft VSd je Längen-
heit ist in Übereinstimmung mit ENV 1994-1-1 6.2 aus der für den Grenzzustand der Tragfähig-
keit erforderlichen Dübelanzahl zu berechnen.

3.4.4.2 Nachweis der Längsschubtragfähigkeit des Betongurtes


nach ENV 1994-1-1 6.6.2
EC4 6.6.2(1) Der Bemessungswert der Tragfähigkeit des Betongurtes im Schnitt a-a nach Bild 6.12 ist in
Übereinstimmung mit den Regelungen des Abschnittes 4.3.2.5 des EC2 zu ermitteln. Quer zur
Trägerachse verlaufende Profilbleche dürfen bei der Längsschubtragfähigkeit angerechnet
werden, wenn sie über dem Stahlträger durchlaufen oder wenn durchgeschweißte Kopfbol-
zendübel verwendet werden.
Wenn nicht genauer nachgewiesen wird, ergibt sich die Längsschubtragfähigkeit für den je-
EC4 6.6.2(2)
weils betrachteten Schnitt im Gurt des Trägers bzw. in der Voute aus der maßgebenden der
nachfolgenden Gleichungen:

EC4 Gleichung 6.25 A e ⋅ fsk


VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τRd + + Vpd
γs

EC4 Gleichung 6.26


0 ,2 ⋅ A cv ⋅ fck Vpd
VRd = +
γc 3
EC4 6.6.2(3) In Gurten mit Profilblechen sollte bei der Ermittlung der Schnittebene Acv der Einfluss der Rip-
pen berücksichtigt werden. Verlaufen die Rippen senkrecht zur Spannrichtung des Trägers, so
darf der Beton in den Rippen beim Wert Acv in ENV 1994-1-1 Gleichung 6.25 berücksichtigt
werden. Für die maßgebenden Schnitte vom Typ e-e in Abbildung 3.22 (ENV 1994-1-1 Bild
6.12) sollte bei der Berechnung von Acv in ENV 1994-1-1 Gleichung 6.26 der Betonanteil in den
Rippen vernachlässigt werden.
Die rechnerisch erforderliche Querbewehrung ist so zu verankern, dass sie entsprechend EC2
bis zur Streckgrenze beansprucht werden kann.

36 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3 Theoretische Grundlagen

3.4.4.3 Anrechenbarkeit von Profilblechen nach ENV 1994-1-1 6.6.3


EC4 6.6.3(1) Bei senkrecht zur Trägerachse verlaufenden Profilblechen, die über dem Stahlträger durchlau-
fen, sollte der Traganteil des Profilbleches wie folgt bestimmt werden:
A p ⋅ f yp
EC4 Gleichung 6.27
Vpd =
γ ap
EC4 6.6.3.(2) Bei senkrecht zur Trägerachse verlaufenden Profilblechen, die über dem Träger nicht durchlau-
fen und bei denen die Dübel direkt durch die Bleche geschweißt werden, sollte der Traganteil
des Profilbleches aus der nachfolgenden Gleichung berechnet werden:
Ppb, Rd A p ⋅ f yp
Vpd = ≤
s γ ap

3.4.4.4 Anrechenbarkeit von Profilblechen nach ENV 1994-1-1 6.6.4


Vollbetonplatten
EC4 6.6.4.1 Die Mindestbewehrung in Vollbetonplatten sollte nicht kleiner als 0,2% der jeweiligen Beton-
fläche Acv sein und gleichförmig verteilt werden.

Gerippte Gurte
EC4 6.6.4.2(1) Bei Rippen parallel zur Trägerachse sollte die gleichmäßig anzuordnende Mindestbewehrung
im Plattenschnitt nicht kleiner als 0,2% der oberhalb der Rippen liegende Betonfläche sein.
Laufen die Rippen quer zur Trägerachse, so sollte die Mindestbewehrung 0,2% der Betonfläche
EC4 6.6.4.2(2)
im Plattenanschnitt betragen. Senkrecht zum Träger verlaufende Profilbleche, die über dem
Träger nicht gestoßen sind, dürfen als Mindestbewehrung angerechnet werden.

EC4 6.6.5 Längsrissbildung


Um eine örtliche Rissbildung in Trägerlängsrichtung aus der Einleitung der Dübelkräfte zu ver-
hindern, sollten bei Verbundträgern, bei denen der Abstand zwischen dem freien Betonrand
und der benachbarten Dübelreihe kleiner als 300 mm ist, die nachfolgenden zusätzlichen
Empfehlungen beachtet werden
• Die Querbewehrung sollte mit Schlaufen ausgeführt werden, die um die Dübel greifen
und unterhalb des Dübelkopfes angeordnet sind.
• Bei Verwendung von Kopfbolzendübeln sollte der Abstand zwischen dem freien Beton-
rand und der Achse des nächstliegenden Dübels nicht kleiner als der 6-fache Schaft-
durchmessers d des Dübels sein. Der Durchmesser der Schlaufenbewehrung sollte
mindestens 0,5 d betragen.
• Die Schlaufenbewehrung sollte unter Beachtung der erforderlichen Betondeckung so
tief wie möglich gelegt werden.
Anmerkung: Diese Empfehlung beziehen sich normalerweise nur auf Randträger. Ähnliche
Verhältnisse können sich jedoch auch an großen Deckendurchbrüchen ergeben.

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3 Theoretische Grundlagen

3.5 DASt-Richtlinie 104 (NAD)


Bei Anwendung des Eurocode 4 ist die DASt Richtlinie 104 [4] zu beachten. Dieses nationale
Anwendungsdokument regelt einige Bereiche der Nachweisführung, speziell im Bereich der
Verdübelung (ENV 1994-1-1 Kapitel 6), anders als der ENV 1994-1-1.

3.5.1 Profilbleche mit Rippen quer zur Trägerachse


Der Abminderungsfaktor kt nach ENV 1994-1-1 Gleichung 6.16 darf für vorgelochte Profilble-
che sowie für Profilbleche mit durchgeschweißten Dübeln und Profilblechdicken t ≤ 1,0 mm
die in Tabelle angegebenen Grenzwerte nicht überschreiten.

Abbildung 3.23: Grenzwerte für den Abminderungsfaktor kt

3.5.2 Nachweis der Längsschubtragfähigkeit des Betongurts


Beim Nachweis der Längsschubtragfähigkeit nach ENV 1994-1-1 Gleichung 6.26 darf der
Traganteil des Profilbleches nicht in Rechnung gestellt werden.
Der Grundwert der Bemessungsschubfestigkeit τ Rd ist wie folgt zu bestimmen:

τ Rd = 0,09 ⋅ 3 f ck [N/mm²]
mit
f ck charakteristische Zylinderdruckfestigkeit

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4. Arbeiten mit VERBUND-TR


4.1 VERBUND-TR starten
Das Modul VERBUND-TR kann aus dem RSTAB-Menü Zusatzmodule oder über den entspre-
chenden Eintrag im Daten-Navigator → Zusatzmodule aufgerufen werden.

Abbildung 4.1 Aufruf von VERBUND-TR über das Menü Zusatzmodule oder den Navigator

Wenn beim Start von VERBUND-TR noch kein


VERBUND-TR-Fall in dieser Position existiert, wird
automatisch eine neue Position in RSTAB erstellt.
Wurden bereits Eingaben getätigt bzw. liegen be-
reits Ergebnisse vor, erkennt VERBUND-TR den
existierenden VERBUND-TR-Fall automatisch und
öffnet die Eingabemasken, ohne eine neue Positi-
on zu erstellen.
Eine leere Position beim Start von VERBUND-TR ist
deshalb notwendig, da die Berechnung des Sys-
tems in RSTAB erfolgt. Beim Betätigen der Schalt-
fläche [Berechnung] wird das in VERBUND-TR de-
finierte statische System exportiert, RSTAB be-
rechnet die Schnittgrößen und anschließend führt
VERBUND-TR die entsprechenden Nachweise.

Abbildung 4.2 RSTAB-Dialog zum Anlegen einer neuen


Position

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.2 Masken
Sowohl die Eingaben zur Definition der VERBUND-TR-Fälle als auch die numerische Ausgabe
der Ergebnisse auf dem Bildschirm geschehen in so genannten Masken.
Die Ansteuerung der verschiedenen Masken kann wahlweise durch Anklicken des entspre-
chenden Eintrages im VERBUND-TR-Navigator (dieser befindet sich auf der linken Seite) oder
durch sequentielles Durchblättern geschehen. Geblättert werden kann entweder mit den Tas-
ten [F2] und [F3] oder durch Anklicken der Schaltflächen [<<] und [>>].
Über dem VERBUND-TR-Navigator befindet sich eine Pulldownliste mit den eventuell bereits
vorhandenen Bemessungsfällen. Durch Drücken von [Pfeil-nach-unten] wird die Liste aufge-
rollt, sodass der gewünschte Bemessungsfall durch Anklicken aktiviert werden kann.
Mit der Schaltfläche [Berechnung] wird nach Abschluss aller Eingaben das in VERBUND-TR de-
finierte statische System in RSTAB generiert und berechnet, anschließend werden die RSTAB-
Ergebnisse wieder von VERBUND-TR ausgewertet, um die entsprechenden Nachweise zu füh-
ren, und die Ergebnismasken angezeigt.
[Grafik] aktiviert die 3D-Visualisierung der Eingabe- und Ergebnisdaten des aktuellen VER-
BUND-TR-Falls. Weitere Informationen zum Thema Kontrolle der Eingabedaten und Ausgabe
der Ergebnisse mit der 3D Visualisierung finden Sie im Kapitel 5.2 dieses Handbuches.
[RSTAB] Die Schaltfläche ist erst in den Ergebnismasken zugänglich (siehe Kapitel 5.1) und...
[OK] sichert vor dem Verlassen von VERBUND-TR die Eingaben und Ergebnisse, während [Ab-
bruch] VERBUND-TR verlässt, ohne zuvor die VERBUND-TR Daten zu sichern.
[Hilfe] beziehungsweise die Taste [F1] aktivieren die Online-Hilfe.

Abbildung 4.3 prinzipieller Aufbau der Eingabemasken

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.3 Eingabemasken
In den Eingabemasken sind alle für den Nachweis notwendigen Angaben zu machen und die
gewünschten Parametereinstellungen vorzunehmen.

4.3.1 Maske 1.1 Geometrie


Nach dem Aufruf von VERBUND-TR wird das VERBUND-TR-Fenster mit der Maske 1.1 Geometrie
eingeblendet.

Abbildung 4.4: Maske 1.1 Geometrie

Als erstes muss die Gesamtlänge des Einfeld- bzw. Durchlaufträgers festgelegt werden. Sollten
in den darunterliegenden Masken bereits Einträge bezüglich des Abstandes x vorhanden sein,
darf die Gesamtlänge nicht kleiner als der maximale Abstand x sein. Ansonsten wird diesbe-
züglich eine Fehlermeldung angezeigt.
Die sich darunter befindlichen Tabellen Auflager und Gelenke dienen zur Definition der Rand-
bedingungen. Durch die Platzierung des Cursors in einer bestimmten Zeile kann der Abstand
manuell festgelegt werden. Die dazugehörige Bedingung wird in der nachfolgenden Spalte
über eine Liste zugeordnet. Die Eingaben selbst können ungeordnet erfolgen, beim Verlassen
dieser Maske wird der Inhalt der Tabellen Auflager und Gelenke nach den Abstand automatisch
sortiert.

Abbildung 4.5: Definition der Auflager Abbildung 4.6: Definition der Gelenke

Im Textfeld Kommentar kann jeder VERBUND-TR-Fall mit Anmerkungen versehen werden.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.3.2 Maske 1.2 Betonplatte


In dieser zweiteiligen Maske können für die entsprechenden Bereiche die Plattenquerschnitte
und Bewehrungen festgelegt werden. Die obere Tabelle 1.2.1 Betonplatte dient zurer Festle-
gung des Plattenquerschnitts, die untere Tabelle 1.2.2 Bewehrung in Betonplatte zur Definition
der Bewehrungsmengen.
Falls mehrere Betonplattenbereiche definiert wurden, lassen sich die Bewehrungen (Maske
1.2.2) nur noch im selektierten Bereich (Maske 1.2.1) festlegen. Als Bereich kann dann ma-
ximal nur der Betonplattenbereich (Maske 1.2.2) definiert werden.
Sind Änderungen notwendig muss ebenfalls zuerst der Bereich (Maske 1.2.1) gewählt wer-
den. Erst danach lässt sich die zugehörige Bewehrung (Maske 1.2.2) für den in Maske 1.2.1
selektierten Bereich ändern.

Abbildung 4.7: Masken 1.2.1 Betonplatte und 1.2.2 Bewehrung in Betonplatte

Die Eingabemöglichkeiten der Tabellen 1.2.1 und 1.2.2 werden nun ausführlicher beschrieben.

Maske 1.2.1 Betonplatte


Bereich von-bis:
Diese Spalten dienen der Abgrenzung des danach definierten Betonplat-
tenquerschnitts. Änderungen hierin sind problemlos möglich, indem die
Inhalte der Zellen durch einen Doppelklick markiert und überschrieben
werden. Falls sich Bereiche überschneiden sollten, wird eine entspre-
chende Fehlermeldung ausgegeben.
Material Beton
Das Material für den gewählten Betonplattenbereich kann mittels der Liste (sie-
he Bild links) selektiert werden. Die Betoneigenschaften lassen sich zudem
nochmals via der Schaltfläche [...] kontrollieren. Die genutzten Einheiten für die
Materialkennwerte sind von den globalen Einstellungen (unter Einstellungen 
Einheiten und Dezimalstellen) abhängig.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Abbildung 4.8: Materialkennwerte zum Beton C 30/37

Breite b1 und b2
Diese Werte beschreiben die maximale Systembreite der Betonplatte
für den entsprechenden Bereich. Aus diesen Werten werden die mit-
wirkende Breite und äquivalente Stützweiten (siehe Kapitel 3.2.2.2)
bestimmt. Das statische System setzt sich so aus den Auflagern der
Maske 1.1 und den Bereichen (falls nötig unterteilt durch die äquiva-
lenten Stützweiten) zusammen.
Um Torsion im Verbundträger auszuschließen, ist es zur Zeit noch nicht möglich unterschiedli-
che Werte für b1 und b2 in einem Bereich zu definieren.
Typ Platte
Der Betonplattentyp lässt sich aus einer Liste auswählen. Wenn in der folgen-
den Spalte Parameter Eintragungen vorgenommen wurden, ist der entspre-
chende Dialog nur in dieser Spalte mittels der Schaltfläche [...] aufrufbar. An-
sonsten erscheint bei Auswahl des Plattentyps immer ein Dialog, in dem die
Eigenschaften der Platte definierbar sind. Zur Auswahl stehen vier Plattentypen
(Konstant, Voute, Filigranplatte und Trapezblech). Da die Eingaben etwas um-
fangreicher sind, wird die Eingabe des Plattentyps separat erläutert.
Parameter
In den Parametern werden getrennt durch „/“ die
Eingaben des Plattentyps angegeben. Liegen
bereits Eingaben vor, können die Änderungen
über die Schaltfläche [...] am Ende der Zeile er-
folgen. Sie öffnet sich der Plattentyp-Dialog.

Maske 1.2.2 Bewehrung in Betonplatte


Bereich von bis
Die ersten Spalten dienen wiederum der Abgrenzung der danach defi-
nierten Bewehrung. Änderungen hierin sind problemlos möglich, indem
die entsprechenden Inhalte der Zellen durch einen Doppelklick markiert
und überschrieben werden. Falls sich Bereiche überschneiden sollten,
wird eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben.

Material Bewehrung
Für den entsprechenden Bereich kann das Material des Betonstahls in der Liste
(siehe Bild links) selektiert werden. Die Eigenschaften des angesetzten Beweh-
rungsstahls lassen sich zudem nochmals via der Schaltfläche [...] kontrollieren.
Die Einheiten für die Materialkennwerte sind von den globalen Einstellungen
(unter Einstellungen Einheiten und Dezimalstellen) abhängig.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Abbildung 4.9: Betonstahl S 500

Bewehrungsart
Die Bewehrungsart lässt sich in einer Liste wählen. Liegen in
der Spalte Parameter bereits Einträge vor, ist der Dialog nur in
dieser Spalte mit der Schaltfläche [...] aufrufbar. Ansonsten er-
scheint bei Auswahl der Bewehrungsart immer ein Dialog. Zur
Auswahl stehen zwei Bewehrungsarten (Stabstahl und Beweh-
rungsmatte). Falls es sich um quergespannte Trapezblechprofi-
le handelt, erweitert sich die Auswahl um Stabstahl in Trapezblechrippen. Da die Eingaben der
Bewehrungsart etwas umfangreicher sind, wird diese separat erläutert.

Parameter
In den Parametern werden getrennt durch „/“ die
Eingaben der Bewehrung angegeben. Liegen
bereits Eingaben vor, können Änderungen über
die Schaltfläche [...] am Ende der Zeile erfolgen.

4.3.2.1 Plattentypen
Betonplatte konstant
In diesem Dialog ist nur noch die Betonplattendicke festzulegen. Die bereits definierten Werte
b1 und b2 (Breite der Platte) sind ebenfalls ersichtlich und können geändert werden.

Abbildung 4.10 Betonplatte konstant

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Betonplatte mit Voute


In diesem Dialog sind zusätzlich zur Plattendicke die Gesamthöhe und die Voutenabmessun-
gen zu definieren. Die bereits definierten Werte b1 und b2 (Breite der Platte) sind ebenfalls er-
sichtlich und können geändert werden.

Abbildung 4.11 Betonplatte mit Voute

Betonplatte mit Filigranplatte


Die Definition der Abmessungen erfolgt wie bei Betonplatten mit konstantem Querschnitt, je-
doch zusätzlich durch Angabe der Filigranplattenhöhe hcF und der Versatzbreite a. Soll die Fi-
ligranplatte in die Querschnittssteifigkeit einbezogen werden, ist die entsprechende CheckBox
zu aktivieren. Zur Steifigkeitsermittlung (Verhältnis der E-Moduli) ist es notwendig zusätzlich
das Material der Filigranplatte festzulegen. Mit dem Button Details lassen sich die Material-
kennwerte des gewählten Betons nochmals kontrollieren.

Abbildung 4.12 Filigranplatte mit Beton

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Betonplatte mit Trapezblech


Bei dieser Art von Platten sind die meisten Eingaben zu tätigen. Nachdem die üblichen Ab-
messungen definiert wurden (Breite b1 und b2, Gesamthöhe hcges und Versatzmaß a), müssen
diverse Einstellungen zum Trapezblech vorgenommen werden.

Abbildung 4.14: Betonplatte mit Trapezblech (längs) Abbildung 4.15 : Betonplatte mit Trapezblech (quer)

Die Abmessungen vieler Trap-


zebleche lassen sich über die
Schaltfläche [Bibliothek...] aus-
wählen. Mit den Abmessungen
werden die Trapezblechbezeich-
nungen übernommen. Die ent-
sprechenden Eingabefelder sind
grau hinterlegt und können nicht
mehr geändert werden. Erst wenn
man die Trapezblechbezeichnung
so ändert, dass VERBUND-TR das
Trapezblech nicht mehr erkennt,
sind eigene Eingaben in Bezug auf
die Abmessungen möglich. Zu-
dem muss noch die Verlegerich-
tung selektiert werden. Abbildung 4.13: Bibliothek mit Trapezblechprofilen

Bei der Verlegerichtung längs kann das Trapezblechprofil mit in die Querschnittssteifigkeit
einbezogen werden. Für die plastische Berechnung ist es notwendig, zusätzlich das Material
des Trapezblechprofils festzulegen. Die zugehörige Streckgrenze ist unter fyp ersichtlich. Die
Streckgrenze kann bei Wahl des Materials „Sonstig“ auch selbst definiert werden.
Bei der Verlegerichtung längs kann ebenfalls der Betonquerschnitt in den Profilrippen, die pa-
rallel zum Träger verlaufen, in der Berechnung der Querschnittssteifigkeit berücksichtigt wer-
den. Dafür ist das entsprechende Kontrollfeld anzuhaken.
Trapezblechprofile können zudem Einfluss auf die Dübel- und auch auf die Längsschubtrag-
fähigkeit haben. Je nach Verlegerichtung (siehe ENV 1994-1-1 6.3.3) und Nutzung der DASt-
Richtlinie 104 ergibt sich ein Abminderungsfaktor, der bei der Berechnung der Dübeltragfä-
higkeit berücksichtigt werden muss.
Querverlegte Trapezblechprofile können durch Berücksichtigung der Profilbleche die Längs-
schubtragfähigkeit erhöhen. Es ist zwischen durchlaufenden und gestoßenen Trapezblechpro-
filen zu unterscheiden. Trapezbleche, die nicht durchlaufen und bei denen die Dübel direkt
durch die Bleche geschweißt werden, ist zusätzlich der Achsabstand der Kopfbolzendübel in
Trägerlängsrichtung zu definieren. Dies kann im ENV 1994-1-1 [6.6.3] nachgelesen werden.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.3.2.2 Bewehrungsart
Bewehrung mit Betonstabstahl
Hierbei ist für die Längs- und Querbewehrung getrennt der Nenndurchmesser vorzugeben.
Durch Eingabe einer der drei Kriterien (Stabanzahl, Stababstand oder Querschnittsmenge)
können die jeweiligen anderen Werte berechnet werden. Durch Wahl des Optionsfeldes wird
die entsprechende Eingabe möglich, die anderen Werte berechnen sich automatisch.

Abbildung 4.16: Bewehrungsart mit Betonstabstahl Abbildung 4.17: Bewehrungsart mit Betonstahlmatten

Weiterhin ist die Betondeckung festzulegen. Dies kann über die Wahl der [Umweltklassen...]
und der Eingabe des Vorhaltemaßes erfolgen. Die Betondeckung lässt sich zudem auch manu-
ell verändern.

Abbildung 4.18: Wahl der Umweltbedingungen

Bei der Lage der Bewehrung kann man sich zwischen „obere“ und/oder „untere Lage“ ent-
scheiden. Sollen z.B. mehrere obere Lagen berücksichtigt werden, kann dies nur über die An-
passung der Betondeckung bzw. manuelle Eingabe des Bewehrungsquerschnitts cm²/m erfol-
gen.
Damit die Querschnittswerte so genau wie möglich berechnet werden können, ist es notwen-
dig, Kenntnis darüber zu erlangen, ob Längs- oder Querbewehrung vorliegt.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Hinweis: Wohingegen bei konstanten Platten die Lage der Bewehrung eindeutig ist, kann es bei
Platten mit Filigrandecken, Platten mit Vouten bzw. bei Platten mit Trapezblechen in Bezug auf die
untere Lage der Bewehrung schnell zu Irrtümern kommen. Deshalb sei hier noch einmal darauf
hingewiesen, dass sich der Wert cunten auf die Oberkante der Filigranplatte, der Voute bzw. des Tra-
pezblechprofils bezieht.

Bewehrung mit Betonstahlmatten


Bei der Wahl der Betonstahlmatten kann zwischen dem alten und dem neuen Lieferprogramm
entschieden werden. Dementsprechend ändern sich die nutzbaren Lagermattenarten und de-
ren Bezeichnungen. Da nicht alle Lagermatten die gleiche Bewehrungsmenge in beiden Rich-
tungen aufweisen, muss nochmals die Verlegerichtung der Bewehrungsmatte spezifiziert
werden.
Weiterhin ist die Betondeckung festzulegen. Dies kann über die Wahl der [Umweltklassen...]
und der Eingabe des Vorhaltemaßes erfolgen. Die Betondeckung lässt sich zudem auch manu-
ell verändern.
Bei der Lage der Bewehrung kann man sich zwischen „obere“ und/oder „untere“ Lage ent-
scheiden. Sollen z.B. mehrere obere Lagen berücksichtigt werden, kann dies nur über die An-
passung der Betondeckung bzw. manuelle Eingabe des Bewehrungsquerschnitts cm²/m erfol-
gen.
Damit die Querschnittswerte so genau wie möglich berechnet werden können ist es notwen-
dig, Kenntnis darüber zu erlangen, ob Längs- oder Querbewehrung vorliegt.

Bewehrung mit Stabstahl in Trapezblechrippen


Diese Bewehrungsart lässt sich nur bei Verwendung von quergespannten Trapezblechprofilen
anwenden. Der Nenndurchmesser DsT und die Stabanzahl je Rippe bestimmen die Beweh-
rungsmenge, die beim Nachweis der Längsschubtragfähigkeit des Betongurts berücksichtigt
wird. Die Trapezprofilparameter werden vom vorhergehenden Dialog übernommen. Außer-
dem muss die Betondeckung festgelegt werden. Dies kann über die Wahl der [Umweltklas-
sen...] und der Eingabe des Vorhaltemaßes erfolgen. Die Betondeckung lässt sich zudem auch
manuell verändern.

Abbildung 4.19: Bewehrung mit Stabstahl in Trapezblechrippen

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.3.3 Maske 1.3 Stahlprofil


Hier handelt es sich wiederum um eine sehr umfassende Eingabemaske. Die Eingaben in die-
ser Maske beziehen sich ausschließlich auf das Stahlprofil. Das Stahlprofil kann nur einmal für
den Verbundträger definiert werden und ist für die in Maske 1.1 eingestellte Verbundträger-
länge konstant. Sollten sich im Verbundträger Querschnittsänderungen ergeben, so sind diese
über Profilblechverstärkungen bzw. Stegöffnungen zu definieren.

Abbildung 4.20 Maske 1.3 Stahlprofil

Als Materialgüte kann man für das Stahlprofil zwischen S235, S275, S355 und S460 wählen.
Mittels der Schaltfläche [Details] sind die zugehörigen Materialkennwerte und die Streckgren-
zen erkennbar.
Folgende Querschnittstypen sind nutzbar: Walzprofile, geschweißte symmetrische bzw. un-
symmetrische Profile. Bei Änderung des Querschnitts wird automatisch der entsprechende Di-
alog zur Definition der Abmessungen bzw. zur Auswahl des Walzprofils geöffnet. Mittels der
Schaltfläche [Bibliothek...] gelangt man nachträglich wiederum zu diesem Dialog und kann da-
rin Änderungen vornehmen. Die entsprechenden Querschnittsdetails kann man sich über die
Schaltfläche [Details...] ansehen und auch ausdrucken.
Insofern geschweißte Profile zur Anwendung kommen, ist die Schweißnahtdicke a vorzuge-
ben. Diese kann bei der Bestimmung der c/t- bzw. d/t-Werte und auch bei den Querschnitts-
werten von großem Interesse sein.
Falls das Stahlprofil nicht an die Betonplatte anschließt, kann der Abstand von der Unterkante
des Betons vorgegeben werden, z.B. wenn eine Verstärkung des Obergurtes auf der Oberseite
berücksichtigt werden soll.

Profilverstärkungen
Beim Aktivieren dieser CheckBox, als auch beim Drücken der Schaltfläche [Details...] erscheint
der Dialog „Profilverstärkungen“. Dieser Dialog setzt sich aus zwei Tabellen zusammen, die
obere Tabelle dient zur Definition der Profilverstärkungen in Längsrichtung, in der unteren Ta-
belle können Quersteifen angegeben werden. Außerdem wird auf der rechten Seite im oberen
Bereich jeweils eine erläuternde Grafik angegeben.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Zur Definition der Profilverstärkungen in Längsrichtung ist der Bereich, das Material, die Lage
und die Blech-Abmessungen anzugeben. Die Eingaben von Bereich und Material wurde be-
reits in Maske 1.2.1 bzw. 1.2.2 erläutert. Achten Sie bei der Eingabe auf die Blech-
Abmessungen, die Lage ist immer auf den Schwerpunkt des Bleches einzugeben. Über die
Wahl der Anordnung werden voreingestellte Werte des Schweißprofils übernommen, dann
sind zum Teil die Werte nicht mehr änderbar. Auch wenn sich Querschnittsteile definiert in
Profilverstärkungen nicht berühren, werden die Querschnittswerte als schubsteif verbunden
angesehen.
Die Quersteifen-Definition umfasst nicht so viele Eingaben. Hier müssen lediglich der „Bereich“
(siehe Maske 1.2.1 bzw. 1.2.2), die „Definitionsart“ („Anzahl“ oder „Abstand“) und die Eingaben
zur „Anzahl“ bzw. zum „Abstand“ festgelegt werden. Sollen die Quersteifen im Schub- und
Beulnachweis berücksichtigt werden, dann muss die entsprechende CheckBox aktiviert wer-
den.
Hinweis: Wenn eine nachträgliche Änderung der Querschnittsabmessungen erfolgt, sind diese
Werte unbedingt zu kontrollieren.

Abbildung 4.21: Maske Profilverstärkungen

Stegöffnungen
Beim Aktivieren diese CheckBox, als auch beim Drücken der Schaltfläche [Details...] erscheint
der Dialog „Stegöffnungen“. Im linken oberen Teil findet man die Tabelle zur Definition der
Stegöffnungen, auf der rechten Seite wird eine erläuternde Grafik angegeben. Sollte sich im
Bereich der Stegöffnungen auch Kammerbeton befinden, wird dieser ebenfalls ausgespart und
nicht mit in der Querschnittsberechnung dieses Bereiches berücksichtigt. Stegöffnungen ha-
ben aber keinen Einfluss auf Profilverstärkungen.
Die Eingabe von Stegöffnungen gestaltet sich einfach. Zuerst ist die Stelle der Stegöffnung an-
zugeben, anschließend der Öffnungstyp. Als Öffnungstyp stehen „Kreis“ oder „Rechteck“-
förmige Öffnungen zur Verfügung. Je nachdem sind die Öffnungsabmessungen als Durchmes-
ser bzw. als Breite/Höhe zu definieren. Es ist darauf zu achten, dass sich die Stelle der Stegöff-
nung auf den Öffnungsschwerpunkt bezieht. Zu guter letzt muss der Abstand von der Ober-
kante des Profils angegeben werden.
Hinweis: Insofern eine nachträgliche Änderungen des Querschnittsabmessung erfolgt, sind
diese Werte unbedingt zu kontrollieren.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Abbildung 4.22: Maske Stegöffnungen

Kammerbeton
Beim Aktivieren dieses Kontrollfeldes oder beim Drücken der Schaltfläche [Details] erscheint
der Dialog Kammerbeton. Dieser Dialog setzt sich aus zwei Tabellen zusammen, die obere Ta-
belle dient zur Definition des Kammerbetons, in der unteren Tabelle kann die Kammerbeweh-
rung angegeben werden. Außerdem wird auf der rechten Seite im oberen Bereich jeweils eine
erläuternde Grafik angegeben.
Wenn mehrere Kammerbetonbereiche definiert wurden, lassen sich die Bewehrungen nur
noch in selektierten Bereichen festlegen. Sind Änderungen notwendig, muss ebenfalls zuerst
der Bereich gewählt werden, erst danach lässt sich die zugehörige Bewehrung für den selek-
tierten Bereich ändern.

Abbildung 4.23: Maske Kammerbeton

Die Eingabe von Kammerbeton lehnt sich stark an die Eingaben von Profilverstärkungen an.
Demzufolge ist wiederum der Bereich mit einer Betonfestigkeitsklasse und der Abmessung

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des Kammerbetons zu definieren. Mit der Wahl der Anordnung werden die Abmessungen
zum Teil vom Stahlprofil übernommen.
Zudem kann Stabstahl im Kammerbeton eingegeben werden. Dies geschieht wiederum über
die Festlegung des Bereichs und des Materials der Bewehrung. Der Durchmesser ist aus einer
ComboBox wählbar. Die anschließende Definition der Lage bezieht sich auf die Oberkante des
Stahlprofils und auf den Schwerpunkt des Bewehrungsstahls.
Im Bereich negativer Momente bzw. auch in Bereichen, in denen die plastische Nulllinie im
Steg des Stahlträgers liegt, kann der Beton zur Druckkraftübertragung herangezogen werden.
Dazu ist die entsprechende CheckBox auf der rechten Seite zu aktivieren.
Hinweis: Insofern eine nachträgliche Änderung des Querschnittsabmessung erfolgt, sind diese
Werte unbedingt zu kontrollieren.

4.3.4 Maske 1.4 Verbundmittel


In der Maske 1.4 Verbundmittel werden die Verbindungsmittel (Dübel), die die auftretenden
Schubkräfte zwischen Betonplatte und Stahlprofil übertragen müssen, definiert.

Abbildung 4.24: Maske 1.4 Verbundmittel

Es stehen vier verschiedene Arten von Verbundmitteltypen


zur Wahl (Kopfbolzendübel aus Datenbank, Kopfbolzendü-
bel parametrisiert, Schenkeldübel (Hilti) und Dübel, bei de-
nen nur die Grenzscherkraft bekannt ist).
Zu jedem Typ können die entsprechenden Details in der da-
runterliegenden Tabelle festgelegt werden.

Kopfbolzendübel aus Datenbank


Die Datenbank beinhaltet die gängigen Kopfbolzendübel. Der entsprechende Dübel wird ge-
wählt, indem der Schaftdurchmesser und die Gesamtlänge (Höhe) festgelegt wird. Dies kann
über die ComboBox (siehe unten) erfolgen. Zusätzlich kann man die maximale Anzahl je Reihe
(sprich wie viele Dübel nebeneinander angeordnet werden) eingeben. Kopfdurchmesser und
auch Kopfhöhe sind nicht änderbar. Falls gewünscht, kann die Zugfestigkeit des Materials des
Kopfbolzendübels verändert werden.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Abbildung 4.25: Kopfbolzendübel aus Datenbank

Kopfbolzendübel parametrisiert
Sollte ein Kopfbolzendübel nicht in der Dübel-Datenbank vorhanden sein, kann mit dieser Op-
tion jeder beliebige Wert des Dübel, auch Kopfdurchmesser und Kopfhöhe, festgelegt werden.
Die Einstellungen sind ähnlich denen der Kopfbolzendübel aus Datenbank.

Abbildung 4.26: Kopfbolzendübel parametrisiert

Schenkeldübel (Hilti)
Über die Typen-Bezeichnung können auch Kopfbolzendübel der Firma Hilti ausgewählt wer-
den. Da auch diese Dübel feste Werte ausweisen, kann lediglich noch die maximale Anzahl je
Reihe verändert werden. Alle anderen Abmessungen und charakteristische Werte sind fest de-
finiert.

Abbildung 4.27: Schenkeldübel Hilti

Grenzscherkraft PRk definieren


Bei diesem Dübeltyp kann die Grenzscherkaft PRk eingegeben werden. Andere Randbedingun-
gen sind hierbei uninteressant.

Abbildung 4.28: Grenzscherkraft definieren

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4.3.5 Maske 1.5 Einwirkungen


Hierbei handelt es sich um eine sehr umfangreiche Eingabemaske, womit die Lastdefinition
des Verbundträgers erfolgen kann.

Abbildung 4.29: Maske 1.5 Einwirkungen

Grundsätzlich gliedert sich diese Maske 1.5 in zwei Bereiche, den Bereich zur Definition der
Lasten im Endzustand und den Bereich für die Lasten im Montagezustand.

Abbildung 4.30 Lasten im Endzustand Abbildung 4.31 Lasten im Montagezustand

4.3.5.1 Lasten im Endzustand


Lasteinflussbreite
Die Lastgrößen im Endzustand können bezogen auf m² oder laufende Meter eingegeben wer-
den. Aus diesem Grund ist die Lasteinzugsbreite festzulegen. Wurde ein Verbundträger mit ei-
nem Betonplattenbereich definiert, ist die Einflussbreite über die gesamte Länge konstant. In-
sofern der Verbundträger über unterschiedliche Breite Betonplattenbereiche verfügt ist auch
hier die Lasteinflussbreite unterschiedlich. Eine Umschaltung zwischen konstanten bzw. unter-
schiedlichen Einflussbreiten erfolgt automatisch. Unterschiedliche Einflussbreiten können
durch Betätigung des Buttons [...] angezeigt werden.

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Abbildung 4.32: Lasteinflussbreiten

Eigenlasten
Eigenlasten werden in VERBUND-TR automatisch bestimmt, können aber auch manuell defi-
niert werden. Bei der automatischen Bestimmung des Eigengewichts fließt das Gewicht des
Stahlträgers, der Betonplatte mit oder ohne Vouten, der Trapezblechprofile, der Filigrande-
cken, der Profilverstärkungen und Kammerbetone ein. Demzufolge kann es in verschiedenen
Bereichen der Verbundträgers zu unterschiedlichen Eigengewichten kommen. Das erkennt
das Programm aber automatisch. Weitere Eigengewichtslasten lassen sich aber nur über die
manuelle Eingabe definieren. Zur Lasteingabe bitte den Absatz Lastarten (siehe weiter un-
ten) beachten.

Abbildung 4.33: Eigenlasten im Endzustand

Ausbaulasten
Ausbaulasten können im Gegensatz zu Eigenlasten nur ausschließlich manuell definiert wer-
den. Es ist möglich, die Lasten auf die Einflussbreite in m² oder auf die laufenden Meter lm zu
beziehen. Die Option hat aber keinen Einfluss auf Einzellasten. Weiterhin spielt das Betonalter
in Tagen zum Belastungsbeginn eine sehr wichtige Rolle, speziell in Bezug auf die Berücksich-
tigung des Kriechens und Schwindens. Zur Lasteingabe bitte den Absatz Lastarten (siehe
weiter unten) beachten.

Abbildung 4.34: Ausbaulasten im Endzustand

Veränderliche Lasten
In dieser Tabelle gilt das selbe Prinzip wie bei den Ausbaulasten. Jedoch kann zusätzlich der
Einwirkungstyp und der dabei dauernd wirkende Anteil angegeben werden. Das Betonalter
beim Belasten durch Verkehrslasten ist im generellen erst bei 90 Tagen anzusetzen, also zu ei-

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nem späteren Zeitpunkt als die Ausbaulasten. Das Programm VERBUND-TR kann Verkehrslas-
ten selbständig in den einzelnen Feldern kombinieren, sodass automatisch Min/Max-Schnitt-
größen berechnet werden. Zur Lasteingabe bitte den Absatz Lastarten (siehe weiter unten)
beachten.

Abbildung 4.35: Veränderliche Lasten im Endzustand

Lastarten
Im Endzustand lassen sich drei verschiedene Lastarten definieren (Einzel-, Strecken- und Tra-
pezlasten). Zur Eingabe von Einzellasten müssen im Bereich „von“ - „bis“ gleiche Werte einge-
tragen werden. Somit ändert sich nun für solche Zeile der Tabellenkopf (siehe Bild, rechts Zeile
1). Für Streckenlasten (gleiches Bild Zeile 2) sind in Bezug auf den Bereich unterschiedliche
Werte zu definieren, die Lastgrößen sind aber dabei identisch. Für Trapezlasten (gleiches Bild,
Zeile 3) unterschieden sich zudem noch die Lastgrößen zwischen Anfang und Ende.

Abbildung 4.36: Lastarten

4.3.5.2 Lasten im Montagezustand

Abbildung 4.37: Montagezustand - Eigenlasten Abbildung 4.38: Montagezustand - Verkehrslasten

Montagezustand – Eigenlasten
Wie auch beim Endzustand kann das Eigengewicht automatisch berücksichtigt werden. Die
automatisch berechneten Werte für das Eigengewicht setzen sich aus den gleichen Bestand-
teilen wie das Eigengewicht im Endzustand zusammen. Sollen einige Lasten manuell hinzuge-
fügt werden, muss die entsprechende Option gewählt werden. Hierbei können Einzel- und
konstante Linienlasten laut der zuvor genannten Lastarten (Kapitel 4.3.5.1) definiert werden.

Montagezustand – Verkehrslasten
Bei Verkehrslasten im Montagezustand gilt dasselbe Prinzip wie bei den manuell definierten
Montage-Eigenlasten (es sind Einzel- und konstante Linienlasten) definierbar. Verkehrs-
Montagelasten werden nur bei Aktivierung der entsprechenden CheckBox berücksichtigt. Das
Programm VERBUND-TR kann die Verkehrslasten selbständig in den einzelnen Feldern kombi-
nieren, sodass automatisch Min/Max-Schnittgrößen berechnet werden.

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Montage – Wanderlasten
Zusätzlich zu den Eigengewichts- und Verkehrlasten lässt sich im Montagezustand eine Mon-
tage-Wanderlast definieren. Mittels Lastgröße pM2 und Einflusslänge lM2 wird die Last beschrie-
ben. Prinzipiell wird zu jeder Schrittweite jeweils ein Lastfall generiert. Bei der Anwendung
sollte darauf geachtet werden, dass die Schrittweite nicht zu gering gewählt wird, denn die
Anzahl der exportierten Lastfälle ist von der Schrittweite in Bezug auf die Länge des Verbund-
trägers abhängig. In RSTAB lassen sich max. 200 Lastfälle in einer Position anlegen.

Abbildung 4.39: Konzentrierte Montage-Wanderlast

Wanderlasten werden nur bei Aktivierung der entsprechenden CheckBox berücksichtigt, zur
nachträglichen Bearbeitung kann die Schaltfläche [...] genutzt werden.

4.3.6 Maske 1.6 Berechnungsparameter

Abbildung 4.40 Maske 1.6 Berechnungsparameter

Schnittgrößenermittlung
Diese kann nach dem ENV 1994-1-1 auf unterschiedlichen Prinzipien basieren (siehe Kapitel
3.2.5). Entscheidend dabei ist die Rissbildung in den Betonquer-schnittsteilen, die bei Methode
2, im Gegensatz zur Methode 1, berücksichtigt wird. Somit werden bei Methode 2 keine Beton-
querschnittsteile, die Zugspannungen aufnehmen müssten, bei der Bestimmung der Lage der
plastischen Nulllinie und der plastischen Momententragfähigkeit berücksichtigt.
Zudem besteht die Möglichkeit, die Breite des Betongurtes zu steuern. Üblicherweise wird die
mitwirkende Breite nach Kapitel 3.2.2.2 bestimmt. Es kann aber auch die mittragende Breite
nach ENV 1994-1-1 4.2.2.1 (1) als konstant angenommen werden.

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Ja nach verwendeter Methode zur Schnittgrößenermittlung kann eine Momentenumlagerung


vorgenommen werden. Diese ist von den zuvor bestimmten Querschnittsklassen abhängig.
Wenn eine Momentenumlagerung vorgenommen werden soll, muss das entsprechende Kon-
trollfeld angehakt werden. Somit bzw. über die Schaltfläche [Details...] wird dann ein Dialog
mit der Tabelle der maximal zulässigen Momentenumlagerung in % für die entsprechende
Methode angezeigt.

Abbildung 4.41: zulässige Momentenumlagerung

Hinweis: Je nach gewählter Option verändert sich die Grafik auf der rechten Seite dieser Maske,
dadurch sollen die Funktionen näher unterstützt werden.

Umweltklasse
Die Festlegung der Umweltklasse steuert die Mindestbetondeckung. Diese in Zusammenhang
mit dem Vorhaltemaß ergibt die eigentliche Betondeckung, die bei Eingabe von Stabstahl
oder Bewehrungsmatte festgelegt werden muss (siehe Kapitel 4.3.2.2). Ändert man diese Um-
weltklasse nachträglich, hat dies auf die bereits definierten Betondeckungen in Maske 1.2.2
Auswirkung.

Abbildung 4.42 Wahl der Umweltbedingungen

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Biegedrillknicknachweis
Für den Nachweis des Biegedrillknickes ist hier der Trägerabstand a und auch die Plattenwir-
kung (Durchlaufend bzw. Nicht durchlaufend) festzulegen. Mehr dazu ist in Kapitel 3.2.6 zu
finden.

Verdübelung
Bei dieser Festlegung sei auf das Kapitel 3.3 verweisen, wobei der Unterschied zwischen voll-
ständiger und teilweiser Verdübelung erläutert wird. Wurden keine Festlegungen diesbezüg-
lich getroffen, dann wird beim Verbundträger in Bezug auf die Verdübelung immer eine voll-
ständige Verdübelung angenommen. Insofern die eingesetzten Verbundmittel duktil sind, darf
nach ENV 1994-1-1 6.2.1.2 auch mit einer teilweisen Verdübelung gerechnet werden. Dabei ist
immer das Kapitel 3.4.2 zu beachten.
Außerdem kann die bauliche Durchbildung nach den Forderungen des ENV 1994-1-1 6.4.1.2(2)
geprüft werden. Sodann wird die Betondeckung zusätzlich zum Bewehrungsstahl auch bei
den Dübeln kontrolliert.

Diverse Einstellungen
Hiermit lassen sich gesonderte Einstellungen bei der Einstufung der Querschnitte in Quer-
schnittsklassen über die b/t Werte festlegen. Laut ENV 1994-1-1 4.3.2(1) wird für druckbean-
spruchte Flansche, bei denen ein örtliches Beulen durch die Verdübelung mit dem Betongut
verhindert wird, die Querschnittklasse 1 angenommen. Weiterhin dürfen nach ENV 1994-1-1
4.3.3.1(2) Stege, die durch Kammerbeton ausbetoniert sind, von Querschnittsklasse 3 in die
Klasse 2 hochgestuft werden.
Hinweis: Somit sind zum Teil noch plastische Berechnungen der Querschnittswerte möglich,
auch wenn der Stahlquerschnitt eigentlich in Querschnittsklasse 3 einzuordnen ist.

4.4 Berechnung
Zur Berechnung der Schnittgrößen wird das in VERBUND-TR definierte System (siehe Kapitel
4.3.1) inklusive der Belastung (siehe Kapitel 4.3.5) und der entsprechenden Steifigkeiten (siehe
Kapitel 3.2.4.1 und 3.3.1.1) nach RSTAB exportiert. Dies geschieht mittels der Schaltfläche
[Berechnung].
Rückwirkend werden die in RSTAB berechneten Schnittgrößen wieder von VERBUND-TR aus-
gewertet und die entsprechenden Nachweise geführt.

Abbildung 4.43 Berechnung des Verbundträgers

Die Ergebnisse können durch Doppelklick auf den entsprechenden Nachweis (zu sehen in Ab-
bildung 4.43) betrachtet werden.
Mit der Schaltfläche [RSTAB] (ab Maske 2.x vorhanden) kann schnell nach RSTAB gewechselt
werden. Dort lassen sich ebenfalls die relevanten Lastfälle und Ergebnisse betrachten.

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4.5 Ergebnismasken
4.5.1 Maske 2.1 Querschnittswerte
Laut den Forderungen des ENV 1994-1-1 4.2.1 ist der definierte Verbundträger in entspre-
chende Bereiche (äquivalente Stützweiten) zu gliedern. Diese Bereiche werden in Maske 2.1 als
Felder dargestellt und können selektiert werden. Daraufhin kann man in der nebenstehenden
Grafik den Bereich erkennen. Außerdem wird der Bereich mittels Angaben „von“-„bis“ und der
Querschnittsklasse näher beschrieben
In der darunter liegenden Tabelle werden nun für jeden Bereich die Zwischenergebnisse, die
mit dieser Querschnittklasse verbunden sind, angegeben. Es gibt für jeden Bereich drei Kate-
gorien: Den Grenzzustand der Tragfähigkeit, die Querschnittsklasse und den Grenzzustand der
Gebrauchstauglichkeit.

Abbildung 4.44: Maske 2.1 Querschnittswerte

Grenzzustand der Tragfähigkeit


Es wird die mitwirkende Breite und das Verhältnis der E-Moduln angegeben. Darauf aufbau-
end werden anhand des Schnittgrößenverlaufs positive bzw. negative Grenzbiegemomente
(bred, I2, A und z) bestimmt. Kann der Querschnitt in QS-Klasse 1 oder 2 eingeordnet werden,
können die plastischen Grenzwerte (Mpl,Rd, Zpl und Vpl,Rd) berechnet werden (plastische Bemes-
sung).

Querschnittsklasse
In diesem Abschnitt wird jeweils für den Steg, den Flansch oben bzw. den Flansch unten eine
Einordnung in Querschnittklassen nach ENV 1994-1-1 4.3 vorgenommen. Dies passiert auf der
Basis der Überprüfung der d/t- bzw. c/t-Werte. Die jeweils höchste Querschnittsklasse ist maß-
gebend. Querschnittsteile, die Zugspannungen aufweisen, werden automatisch in Klasse 1
eingeordnet.

Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit


Hierin sind die Steifigkeiten zum entsprechenden Verbundzeitpunkt enthalten. Die Ermittlung
der Trägheitsmomente und der Querschnittsfläche hängt im allgemeinen von der gewählten
Berechnungsmethode und dem Belastungszeitpunkt ab. Zusätzlich zum Kriechen wird auch

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das Schwinden zum Zeitpunkt t = 1 Tag berücksichtigt. Nähere Informationen zu den Berech-
nungsverfahren befinden sich im Kapitel 3.3.1.1.
Hinweis: Rechts neben der Tabelle befindet sich eine maßstäbliche Skizze. Diese beinhaltet
wichtige synchrone Informationen zu den entsprechenden Ergebnissen.

4.5.2 Maske 2.2 Montagezustand


Im Montagezustand können die Ergebnisse Feldweise (Standard), Querschnittsweise bzw.
x-Stellenweise ausgewertet werden. Die entsprechende ComboBox zur Auswahl der Ergebnis-
art ist auf der rechten Seite zwischen den Grafiken zu finden. Intern wird der Nachweis für jede
x-Stelle geführt, die Möglichkeit der feld- bzw. querschnittsweisen Auswertung zeigt jeweils
nur noch die x-Stelle mit den größten Nachweiskriterium an.
In der darunter liegenden Tabelle werden nun für die selektierte x-Stelle die Zwischenergeb-
nisse, die zu diesem Nachweiskriterium geführt haben, angegeben. Es gibt nun zwei Bereiche,
Nachweis der Querkraft und der Nachweis der Biegung. Das größere Nachweiskriterium ist
maßgebend.
Die Schnittgrößen in den Zwischenergebnissen stammen alle samt aus der Berechnung eines
von VERBUND-TR nach RSTAB exportierten Systems. In diesem System wird eine LK mit Namen
„T- MONTAGE ODER“ gebildet, die dann diese Schnittgrößen beinhaltet.

Abbildung 4.45: Maske 2.2 Montagezustand

Nachweis der Querkraft


Dieser Nachweis wird mit der maximalen Querkraft an dieser x-Stelle in Verbindung mit dem
zugehörigen Biegemoment nach ENV 1994-1-1 4.4.2 geführt. Dabei werden auch Randbedin-
gungen für das Schubbeulen nach EC3 5.6.1(4) untersucht. Standardmäßig werden zwei Quer-
steifen in den Engauflagern vorausgesetzt. Sollte der Nachweis des Stegbeulens noch nicht
eingehalten sein, können zusätzliche Quersteifen in der Maske 1.3 (unter Profilverstärkungen)
berücksichtigt werden. Sodann wird der Nachweis des Stegbeulens nach EC3 5.6.3(3) geführt.
Anschließend wird der eigentliche Schubnachweis nach ENV 1994-1-1 4.4.2.2(2) unter Beach-
tung der gemischten Beanspruchung nach ENV 1994-1-1 4.4.3(2) geführt (siehe Kapitel 3.2.4.6
bzw. 3.2.4.7).

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Nachweis der Biegung


Im Montagezustand wird der Nachweis der Biegung mit dem max. Biegemoment und der zu-
gehörigen Querkraft dieser x-Stelle nach dem Verfahren Elastisch-Elastisch geführt. Dazu wird
die elastische Momententragfähigkeit My,Rd bestimmt und der vorhandenen Beanspruchung
My,Sd gegenübergestellt (siehe ENV 1994-1-1 4.4.1.4). Genau wie beim Nachweis der Querkraft
wird hier bei gemischter Beanspruchung der Nachweis ENV 1994-1-1 4.4.3(2) geführt.

4.5.3 Maske 2.3 Tragsicherheit


Beim Tragsicherheitsnachweis können die Ergebnisse Feldweise (Standard), Querschnittsweise
bzw. x-Stellenweise ausgewertet werden. Die entsprechende ComboBox zur Auswahl der Er-
gebnisart ist auf der rechten Seite zwischen den Grafiken zu finden. Intern wird der Nachweis
für jede x-Stelle geführt. Die Möglichkeit der feld- bzw. querschnittsweisen Auswertung zeigt
jeweils nur noch die x-Stelle mit den größten Nachweiskriterium an.
In der darunterliegenden Tabelle werden nun für die selektierte x-Stelle die Zwischenergeb-
nisse, die zu diesem Nachweiskriterium geführt haben, angegeben. Es gibt nun zwei Bereiche,
Nachweis der Querkraft und der Nachweis der Biegung. Das größere Nachweiskriterium ist
maßgebend.
Die Schnittgrößen in den Zwischenergebnissen stammen alle samt aus der Berechnung eines
von VERBUND-TR nach RSTAB exportierten Systems. In diesem System wird eine LK mit Namen
„TRAGSICHERHEIT“ gebildet, die dann diese Schnittgrößen beinhaltet.

Abbildung 4.46: Maske 2.3 Tragsicherheitsnachweis

Nachweis der Querkraft


Dieser Nachweis wird mit der maximalen Querkraft an dieser x-Stelle in Verbindung mit dem
zugehörigen Biegemoment nach ENV 1994-1-1 4.4.2 geführt. Dabei werden auch Randbedin-
gungen für das Schubbeulen nach EC3 5.6.1(4) untersucht. Standardmäßig werden zwei Quer-
steifen in den Endauflagern vorausgesetzt. Sollte der Nachweis des Stegbeulens noch nicht
eingehalten sein, können zusätzliche Quersteifen in der Maske 1.3 (unter Profilverstärkungen)
berücksichtigt werden. Sodann wird der Nachweis des Stegbeulens nach EC3 5.6.3(3) geführt.
Anschließend wird der eigentliche Schubnachweis nach ENV 1994-1-1 4.4.2.2(2) unter Beach-
tung der gemischten Beanspruchung nach ENV 1994-1-1 4.4.3(2) geführt (siehe Kapitel 3.2.4.6
bzw. 3.2.4.7).

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Nachweis der Biegung


Im Montagezustand wird der Nachweis der Biegung mit dem max. Biegemoment und der zu-
gehörigen Querkraft dieser Stelle nach dem Verfahren Elastisch – Plastisch geführt. Dazu wird
die plastische Momententragfähigkeit My,pl,Rd bestimmt und der vorhandenen Beanspruchung
My,Sd gegenübergestellt (siehe ENV 1994-1-1 4.4.1). Genau wie beim Nachweis der Querkraft
wird bei gemischter Beanspruchung der Nachweis nach ENV 1994-1-1 4.4.3(2) geführt.

4.5.4 Maske 2.4 Verdübelung der Betonplatte


Zur Bestimmung der Dübelanzahl ist es notwendig, den Träger in bestimmte Bereiche (kriti-
sche Schnitte) zu unterteilen. In der darunter liegenden Tabelle werden für die bestimmten Be-
reiche die Zwischenergebnisse, die zur Anzahl der Verbindungsmittel geführt haben, angege-
ben.
Die Lage der kritischen Schnitte wird in Kapitel 3.2.1.2 erläutert. Vom Prinzip her gibt es nur
zwei Bereiche, einmal vom gelenkigen Auflager bis zum max. Feldmoment (Querkraftnull-
punkt) und vom max. Biegemoment zum Zwischenauflager bzw. zum eingespannten Endauf-
lager. Zudem kann der zweite Bereich noch weiter unterteilt werden, nämlich vom max. Bie-
gemoment zum Momentennullpunkt und vom Momentennullpunkt zum Zwischenauflager
(Ausfall des Betons).

Abbildung 4.47: Maske 2.4 Verdübelung der Betonplatte

Vollständige Verdübelung
Die jeweils zugehörige Längsschubkraft ergibt sich nach Kapitel 3.4.2.1. Bei der vollständigen
Verdübelung ist keine Reduktion der Längsschubkraft zulässig, sodass alle Verbindungsmittel
in diesem Bereich untergebracht werden müssen. Im Bereich von Kragarmen und im Bereich
von 0,15⋅L vom Zwischenauflager bzw. von einem eingespannten Endauflager muss immer
vollständig verdübelt werden.

Verformungsvermögen von Verbundmitteln


Insofern ein Bereich teilweise verdübelt werden soll, muss der Verdübelungsgrad eingehalten
werden. Der Mindestverdübelungsgrad wird über die Stützweite des Trägers bestimmt. Somit
kann (siehe Kapitel 3.4.1.2) die Mindestanzahl von Dübeln für diesen Bereich bestimmt wer-
den.

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Teilweise Verdübelung
Bei Anwendung der teilweisen Verdübelung muss zur Bestimmung der Längsschubkraft in
duktile bzw. nicht-duktile Verbindungsmittel unterschieden werden (siehe Kapitel 3.4.2.2 und
3.4.2.3). Je nach Auslastungsgrad des Tragfähigkeitsnachweises kann die Längsschubkraft ab-
gemindert werden, jedoch darf die Mindestanzahl der Dübel nicht unterschritten werden.
Weiterhin ist auch die Verteilung der Verbindungsmittel vom Verformungsvermögen abhän-
gig. Verbindungsmittel, die als duktil eingestuft werden, können über den gesamten Bereich
äquidistant angeordnet werden. Bei nicht duktilen Verbindungsmitteln müssen diese analog
der vorhandenen Querkraftfläche (Querkraftverlauf) angeordnet werden.
Verbundmittel
Um die notwendige Dübelanzahl zu bestimmen, ist es notwendig, die rechnerische Grenz-
abscherkraft des Dübels zu kennen. Diese Werte werden analog dem Kapitel 3.4.3 bestimmt.

4.5.5 Maske 2.5 Nachweis Dübelumriss


Die Längsschubbeanspruchung der Decke wird in den gleichen Bereichen wie bei der Ver-
dübelung der Träger untersucht. In der darunter liegenden Tabelle werden für die bestimmten
Bereiche die Zwischenergebnisse, die zu diesem Nachweiskriterium geführt haben, angege-
ben.
Schubbeanspruchung in Längsrichtung
Im entsprechenden Bereich wird nun die Längsschubkraft aus der aufnehmbaren Kraft der
Dübel bezogen auf einen Meter bestimmt.
Schnitte a-a, b-b bzw. e-e
Je nachdem welcher Querschnittstyp im entsprechenden Bereich verwendet wurde, muss nun
ein oder mehrere entsprechende Schnitte (siehe Kapitel 3.4.4) untersucht werden. Die Längs-
schubtragfähigkeit im Verhältnis zur Schubbeanspruchung bildet das Nachweiskriterium. Die
den entsprechenden Schnitten zugrunde liegenden Zwischenwerte werden nach ENV 1994-1-
1 Kapitel 3.4.4.2 ermittelt.

Abbildung 4.48: Maske 2.5 Nachweis Dübelumriss

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4.5.6 Maske 2.6 Gebrauchstauglichkeit


Der Nachweis der Durchbiegung kann Stabzugsweise, Feldweise (Standard), x-Stellenweise
bzw. I-Weise erfolgen. Die entsprechende ComboBox zur Auswahl der Ergebnisart ist auf der
rechten Seite zwischen den Grafiken zu finden. Intern wird der Nachweis der Durchbiegung für
jede x-Stelle geführt, die Möglichkeit der Stabzugs-, Feld- und I-Weisen Auswertung zeigt je-
weils nur noch die x-Stellen mit der größten positiven und negativen Verformung an.
In der darunter liegenden Tabelle werden nun für die selektierte x-Stelle die Zwischenergeb-
nisse, die zu dieser Durchbiegung geführt haben, angegeben. Am Ende der Tabelle ist der
Nachweis der Einhaltung der Durchbiegung und auch der Eigenfrequenz ersichtlich.
Die Schnittgrößen in den Zwischenergebnissen stammen alle samt aus der Berechnung eines
von VERBUND-TR nach RSTAB exportierten Systems. In diesem System wird eine LK mit Namen
„GEBRAUCHSTAUGLICHKEIT“ gebildet, die dann diese Verformungen beinhaltet.

Abbildung 4.49 Maske 2.6 Gebrauchstauglichkeit

Maximale Durchbiegung
Hier wird nun das Verhältnis, gebildet aus der Länge des Feldes zur maximalen Durchbiegung
unter Berücksichtigung eines Korrekturbeiwertes (siehe Kapitel 3.3.1), welches dann den zu-
gehörigen Wert L / x ergibt, angegeben. Dieser Wert wird mit der zulässigen Verformung ver-
glichen. Ist die Verformung zu groß, kann eine zusätzlich eine Überhöhung des Verbundträ-
gers berücksichtigt werden.

Eigenfrequenz
Für weitgespannte Träger unter leichten Nutzlasten kann der Nachweis der Schwingung er-
forderlich werden (siehe dazu ENV 1994-1-1 5.1(1)). Als unterer Grenzwert können 3 Hz bei Ge-
bäuden angenommen werden.

Hinweis: Die zulässigen Werte für die Durchbiegung und auch für die Eigenfrequenz sind in
den VERBUND-TR Details einstellbar. Dieser Dialog kann über das Pulldownmenü Einstellun-
gen bzw. über die Schaltfläche [Details...] aufgerufen werden. Auch die Überhöhung des Ver-
bundträgers lässt sich in diesem Dialog definieren.

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4.5.7 Maske 2.7 Biegedrillknicken


Beim Biegedrillknicknachweis können die Ergebnisse nur pro Feld ausgewertet werden. In der
darunter liegenden Tabelle werden nun für das selektierte Feld die Zwischenergebnisse, die zu
diesem Nachweiskriterium geführt haben, angegeben.
Die Schnittgrößen stammen alle samt aus der Berechnung eines von VERBUND-TR nach RSTAB
exportierten Systems. Im Biegedrillknicknachweis werden die Schnittgrößen der LK mit Namen
„TRAGSICHERHEIT“ genutzt.

Abbildung 4.50: Maske 2.7 Biegedrillknicken

Der Biegedrillknicknachweis wird in Anlehnung an den ENV 1994-1-1 4.6.3 geführt. Dazu wird
als erstes der Verzweigungslastfaktor (siehe Kapitel 3.2.6.1) gebildet. Wenn der Nenner dieser
Formel zur Lastverzweigungsfaktors negativ sein sollte, braucht keine Biegedrillknicknachweis
geführt werden. Anderenfalls wird dann das kritische Biegedrillknickmoment aus dem vor-
handenen Moment mit dem Lastverzweigungsfaktor gebildet. Im nachhinein kann damit der
bezogene Schlankheitsgrad, der Abminderungsfaktor und das Grenzmoment bestimmt wer-
den, um das Nachweiskriterium zu berechnen.
Hinweis: Beim Biegedrillknicknachweis müssen Eingaben im entsprechenden Bereich in Maske
„1.6 Berechnungsparameter“ vorgenommen werden (Trägerabstand und Tragart der Platte).

4.5.8 Maske 2.8 Zulässige Rissbreiten


Beim Nachweis der Rissbreiten können die Ergebnisse nur pro Feld ausgewertet werden. In der
darunter liegenden Tabelle werden nun für das selektierte Feld die Zwischenergebnisse, die zu
diesem Nachweiskriterium geführt haben, angegeben.
Die Rissbreitenbeschränkung wird analog dem ENV 1994-1-1 5.3.2 geführt. Mittels der wirksa-
men Breite, der Zugfestigkeit des Betons zum Zeitpunkt der Erstrissbildung und der nach Riss-
bildung max. zulässigen Betonstahlspannung wird die Mindestbewehrungsmenge bestimmt.
Diese ergibt im Vergleich zur vorhandenen Bewehrungsmenge das Nachweiskriterium (siehe
Kapitel 0).

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Abbildung 4.51: Maske 2.8 Zulässige Rissbreiten

4.5.9 Maske 2.9 Auflagerkräfte


In Maske 2.9 werden die in Maske 1.1 definierten Auflager mit x-Stellen und Auflagertypen,
angegeben. Die jeweils selektierte Stelle ist in der Grafik nochmals ersichtlich (gelb selektiert).
Darunter befinden sich nun zwei weitere Masken (Masken 2.9.1 Montagezustand und 2.9.2
Endzustand) mit den Auflagerkräften für den Montage- und für den Endzustand, getrennt nach
Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit.

Abbildung 4.52: Maske 2.9 Auflagerkräfte

Hinweis: In Maske 2.9 kann die betrachtete x-Stelle selektiert werden. In den Masken 2.9.1 und
2.9.2 sind dann die zugehörigen Zeilen blau hinterlegt. Handelt es sich ausschließlich um eine
Montagestütze, wird nur in Maske 2.9.1 dieses Lager blau hinterlegt angezeigt.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

4.6 Pulldownmenüs
Die Pulldownmenüs enthalten alle notwendigen Funktionen zum Handling der VERBUND-TR-
Fälle und deren Resultate. Sie aktivieren ein Pulldownmenü durch Anklicken des Menünamens
oder Drücken von [Alt] gefolgt von der Taste des im Menütitels unterstrichenen Buchstabens.
Im Falle des Pulldownmenüs Datei wäre dies also die Tastenfolge [Alt+D].

4.6.1 Datei
...dient der Handhabung der VERBUND-TR-Fälle.

Abbildung 4.53 Pulldownmenü Datei

Neu [Strg+N]
... erlaubt das Anlegen eines neuen VERBUND-TR-Falls.
Vergeben Sie dazu für den neuen VERBUND-TR-Fall eine Nr. und eine Bezeichnung. [Pfeil-
nach-unten] listet alle bereits verwendeten Bezeichnungen auf. Sie können auch auf eine da-
von zurückgreife. [OK] legt den neuen Fall an.
Umbenennen
... können Sie den aktuellen VERBUND-TR-Fall, indem Sie die Bezeichnung ändern und eventuell
auch eine andere Nr. wählen.

Abbildung 4.54 VERBUND-TR-Neuer Fall Abbildung 4.55 VERBUND-TR-Fall umbenennen

In letzterem Fall ist nur darauf zu achten, dass keine Nummer zugewiesen werden kann, die
bereits anderweitig vergeben ist.

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4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Kopieren
... ermöglicht das Kopieren eines bereits angelegten VERBUND-TR-Falls. Den zu kopierenden
VERBUND-TR-Fall kann man mit den [Pfeil-nach-unten] aus den bereits angelegten VERBUND-
TR Fällen wählen, wobei die Bezeichnung (lässt sich ebenfalls mit dem Button [Pfeil-nach-
unten] aus einer Liste wählen), als auch Nr. kann neu definiert werden kann.
Auch hier ist darauf zu achten, dass keine Nummer zugewiesen werden kann, die bereits an-
derweitig vergeben ist. [OK] legt den kopierten Fall an.
Löschen
... zeigt nach Aufruf zunächst alle vorhandenen VERBUND-TR-Fälle in einer Liste an.

Abbildung 4.56 VERBUND-TR-Fall kopieren Abbildung 4.57 VERBUND-TR-Fälle löschen

Den zu löschenden Fall markieren Sie durch Anklicken, um ihn dann mit [OK] zu löschen.

4.6.2 Einstellungen
...bietet zahlreiche Funktionen hinsichtlich Steuerung der Berechnung und der Einheiten.

Abbildung 4.58 Pulldownmenü Einstellungen

Details...ermöglicht eine Vielzahl von Einstellungen bezüglich der Berechnung. Neben der
Anwendung der nationalen Norm (DASt Richtlinie 104, siehe Kapitel 3.5) lassen sich auch die
Teilsicherheitsbeiwerte für die verschiedenen Materialien und für die Einwirkungen definieren.

Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH 69


4 Arbeiten mit VERBUND-TR

Zudem sind die Grenzwerte für den Gebrauchstauglichkeitsnachweis festzulegen, so zum Bei-
spiel die maximal zulässige Durchbiegung und auch die minimale Eigenschwingung.
Mittels der Überhöhung (Angaben in %) kann die Durchbiegung im Endzustand minimiert
werden. Die Überhöhung lässt sich für jede Lastart separat definieren.
Alle Angaben im Nachweiskriterium, die sich auf x-Stellen beziehen können jeweils entweder
auf den Trägeranfang oder auf das jeweilige Feld bezogen werden.

Abbildung 4.59 Dialog Details

Einheiten und Dezimalstellen...dient zur Festlegung der Einheiten für die Ein- und Ausgaben.

Abbildung 4.60 Dialog Einheiten und Dezimalstellen

Das eingestellte Schema kann mittels des Buttons [Setzen als Standard] gesichert werden,
beim Aufruf anderer Positionen werden dann diese Voreinstellungen genutzt. Mittels des But-
ton [Standard] werden die ursprünglichen Werte wiederhergestellt.

4.6.3 Hilfe
...öffnet die Hilfefunktion.

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5 Ergebnisauswertung

5. Ergebnisauswertung
5.1 Kopplung mit RSTAB
Durch Betätigung des Buttons [RSTAB] in den Ergebnismasken ist es möglich das statische
System zu untersuchen und zu kontrollieren. Aus den Eingaben des Programms VERBUND-TR
wird in RSTAB das statisches System mit den eingegebenen Lasten generiert. Das statische
System für den Tragzustand besteht aus 3 verschiedenen Strukturen, ein System für den
Montagezustand, eines für den Endzustand mit allen ständigen Lasten und eines für den
Endzustand mit den entsprechenden kurzzeitigen veränderlichen Lasten. Für den
Gebrauchszustand werden 6 weitere Systeme mit den enstrechenden Belastungen generiert.

Abbildung 5.1 Beispiel eines Zweifeldträgers

Die genutzen Steifigkeiten und die Zwischenpunkte im Feld sind von der verwendeten
Berechnungsmethode abhängig. Die Trägheitsmomente können mit den in Maske 2.1
berechneten Trägheitsmomenten verglichen werden. Auch die Schnittgrößen, die in
VERBUND-TR zur Bemessung im endzustand genutzt werden, lassen sich im RSTAB Modell
wiederfinden (Schnittgrößen im Modell 2 und 3 einfach addieren). Eine
Momentenumlagerung ist bereits (falls gewählt) in den Schnittgrößen enthalten.
Etwas weiter unten befinden sich zwei weitere Systeme für die Ergebnisse im Montage- und
für die Ergebnisse im Endzustand.

Abbildung 5.2 Ergebnisauswertung am Zweifeldträger

Mittels des zugehörigen VERBUND-TR Dialogs (siehe

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5 Ergebnisauswertung

Abbildung 5.3) ist es möglich, die Ergebnisse auch am RSTAB-Modell auszuwerten. Es stehen
als Auswahl die Punkte Montagenachweis, Nachweis, max. und minimale Durchbiegung und
Überhöhung zur Auswahl.

Abbildung 5.3 Dialog VERBUND-TR zur Steuerung der RSTAB-Grafik

5.2 Rendering des Verbundträgers


Wie in den Dlubal-Programmen üblich lässt sich auch mit dem Button [GRAFIK] eine 3D
Visualisierung des Verbundträgers aufrufen.

Abbildung 5.4 Rendering eines Einfeldverbundträgers

Es gibt in der Menüzeile und auch in Form von Buttons zwei Bereiche – zum einen den Bereich
der Steuerung des Ansichtspunktes und der Druckfunktionen und zum anderen einen Bereich
zur Steuerung der inhaltlichen Anzeige.

Steuerung des Ansichtspunktes und Druckfunktionen

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5 Ergebnisauswertung

Hinter den Schaltflächen verbergen sich folgende Befehle:


[Drucken], [Greifen], [Zoomen], [Zeige alles], [Vorherige Ansicht], [Ansicht YZ Ebene],
[Ansicht XZ Ebene], [Ansicht XY Ebene], [Isometrie] und [Perspektivische Ansicht]

Steuerung der inhaltlichen Anzeige

Befehle (Maske 1.1) [Auflager], [Montage Auflager], [Gelenke],


Befehle (Maske 1.2) [Betonplatte], [Längsbewehrung in Betonplatte], [Querbewehrung in
Betonplatte]
Befehle (Maske 1.3) [Profilverstärkungen], [Stegöffnungen], [Kammerbeton]
Befehle (Maske 1.5) [Lasten im Endzustand], [Endzustand–Eigenlasten],
[Endzustand–Ausbaulasten], [Endzustand–Verkehrslasten]
Befehle (Maske 1.5) [Lasten im Montagezustand], [Montagezustand–Eigenlasten],
[Montagezustand–Gleichmäßige Montagelasten],
[Montagezustand–Konzentrierte Montage-Wanderlast]
Befehle [Dübel], [Betonplatte Effektive Breite], [Werte der Belastung]
Die gleichen Funktionen sind auch in den Pulldownmenüs Datei, Extras und Ansicht zu finden.

Abbildung 5.5 Rendering – Pulldownmenü Ansicht

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5 Ergebnisauswertung

5.3 Ausdrucken
Um die numerischen Ergebnisse ausdrucken zu können, müssen Sie zunächst zurückkehren
nach RSTAB und dort das [Ausdruckprotokoll] aufrufen.

Abbildung 5.6 RSTAB-Dialog Neues Ausdruckprotokoll

Nach Treffen der Entscheidungen hinsichtlich der aus RSTAB bekannten Möglichkeiten bezüg-
lich Ausdruckprotokoll, Ausdruckprotokoll-Muster und Ausdruckprotokoll bilden, lassen Sie
mit [OK] Ihr Ausdruckprotokoll mit den VERBUND-TR-Ergebnissen erstellen.
Beachten Sie bitte, dass das Ausdruckprotokoll insgesamt eine Einheit aller Daten aus RSTAB,
und VERBUND-TR ist. Beugen Sie deshalb auch durch eine entsprechende Selektion des Aus-
druckprotokollinhalts einer eventuell schwer zu übersehenden Datenflut vor.

Abbildung 5.7 VERBUND-TR-Daten und -Ergebnisse im Ausdruckprotokoll

Sie haben im Ausdruckprotokoll alle Bearbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, die aus-


führlich im RSTAB-Handbuch beschrieben sind. Für VERBUND-TR gibt es separate Selektions-
register, die Sie mit [Selektion] aufrufen und bearbeiten können. Hierzu ist im Dialog Selektion
Ausdruckprotokoll links im Abschnitt Programm VERBUND-TR zu aktivieren.

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5 Ergebnisauswertung

Abbildung 5.8 Selektion VERBUND-TR – Register Haupt-Selektion

In der Haupt-Selektion legen Sie unter Anzeigen von global die anzuzeigenden Oberkapitel
fest. Wenn Sie nicht Alle VERBUND-TR-Fälle anzeigen lassen möchten, kann aus der Liste
Vorhandene VERBUND-TR-Fälle eine Auswahl für Zu zeigende VERBUND-TR-Fälle vorgenommen
werden. Das Hin- und Herschieben der Fälle von einer Liste in die andere geschieht mit
[Hinzufügen →], [Alle hinzufügen], [← Entfernen] und [Alle entfernen].

Abbildung 5.9 Selektion VERBUND-TR – Register Eingabedaten

Im Register Eingabedaten entscheiden Sie über das Anzeigen von Basisangaben, Materialdaten,
Querschnitten und den definierten VERBUND-TR-Parametern der herausgelösten Ersatzstäbe.
Zudem ist eine detaillierte Nr.-Selektion der Materialien und Querschnitte sowie der definierten

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5 Ergebnisauswertung

VERBUND-TR-Parameter möglich. Dazu klicken Sie einfach auf [Pfeil-nach-unten], wählen die
Leerzeile an und geben dann numerisch die gewünschte Zeile der Materialien und Querschnit-
te aus dem VERBUND-TR-Nachweis ein. Den Ausgabeumfang der definierten VERBUND-TR-
Parameter können Sie über die Schaltfläche [Details] steuern.

Abbildung 5.10 Selektion der VERBUND-TR-Parameter

Durch Selektion der entsprechenden Kapitel bzw. mit den Button [Alle selektieren] und
[Alle entfernen] lässt sich schnell die entsprechende Auswahl treffen.

Abbildung 5.11 Selektion VERBUND-TR – Register Ergebnisse

Schließlich können Sie im Register Ergebnisse hinsichtlich aller möglichen Ergebnisse wahl-
weise das Anzeigen von Alles oder einzeln gewählter Teile bestimmen.
In jedem Register können Sie die Selektion mit [OK] übernehmen und gleichzeitig das Fenster
beenden. Mit [Abbruch] schließen Sie den Dialog ohne Übernahme eventuell getätigter Aus-
wahlen.

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6 Beispiele

6. Beispiele
6.1 Einfeldträger ohne Kammerbeton
Für ein Warenhaus soll ein einfeldriger Deckenträger bemessen werden. Kammerbeton, sowie
Profilverstärkungen sind nicht vorhanden.
Für die Geschoßdecke wird als verlorene Schalung ein Trapezblechprofil Holorib 51/150-0,88
mit 99 mm Aufbeton C35/45 verwendet, sodass die Gesamtdicke der Decke 150 mm beträgt.
Das Trapezblechprofil wird durchlaufend über dem IPE 450 (S 355) ausgeführt. Zudem sind in
der Betonplatte 2 Bewehrungsmatten Q221 und Q188 angeordnet. Kopfbolzendübel ∅ 22 mit
einer Länge von 125 mm dienen als Verbindungsmittel.
Hinsichtlich der Umweltbedingungen wird der Verbundträger in Umweltklasse 1 eingeordnet.

6.1.1 System
Querschnitt mit Trapezblech quer Statisches System
zur Tragrichtung vom Typ Holorib
51/150-0,88
Obere Bewehrung: Q221 mit
co=20 mm (5 mm+15 mm)

Untere Bewehrung Q188 mit


cu=20 mm (5 mm + 5 mm)

Querschnitt Bewehrungsanordnung

6.1.2 Belastung
6.1.2.1 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
Endzustand
Ständige Einwirkungen Stahlträger Gk,1= 0,78 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr. Gk,2=25*2,5*0,15= 9,40 kN/m
Ausbaulasten Gk,3= 6,50 kN/m
Veränderliche Einwirkungen Verkehrlast Qk,1=5,0*2,5= 12,50 kN/m

Montagezustand
Ständige Einwirkungen Stahlträger Gk,1= 0,78 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr. Gk,4=26*2,5*15= 9,75 kN/m
Veränderliche Einwirkungen Konzentrierte Montagelast Qk,2=1,50*2,5= 3,75 kN/m
Gleichmäßige Montagelast Qk,3=0,75*2,5= 1,88 kN/m

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6 Beispiele

6.1.2.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit


Ständige Einwirkungen Stahlträger Gd,1=1,35*0,78= 1,05 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr. Gd,2=1,35*9,40= 12,69 kN/m
Gd,4=1,35*9,75= 13,16 kN/m
Ausbaulasten Gd,3=1,35*6,50= 8,78 kN/m
Veränderliche Einwirkungen Verkehrlast Qd,1=1,5*12,5= 18,75 kN/m
Konzentrierte Montagelast Qd,2=1,5*3,75= 5,63 kN/m
Gleichmäßige Montagelast Qd,3=1,5*1,88= 2,82 kN/m

6.1.3 Querschnittswerte
6.1.3.1 Mitwirkende Breite des Betongurts
Äquivalente l0/8 b1 2⋅min(l0/8;b1)
Länge l0 [m]
[m] [m] [m]

Bereich 1 1,0⋅17=17 2,125 1,25 2,50

Bereich 2 1,0⋅17=17 2,125 1,25 2,50

In diesem Beispiel wird die Rissbildung nicht berücksichtigt (Berechnungsmethode 1).

Anfang Ende beff


[m] [m] [m]

Bereich 1 (Ea⋅I1) 0 0,5⋅14=7 2,50

Bereich 2 (Ea⋅I1) 0,5⋅7=7 14 2,50

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6 Beispiele

6.1.3.2 Plastische Querschnittswerte


Bereich 1 (Ea ⋅ I1): 0 – 7 und Bereich 2 (Ea⋅ I1): 7 – 14
Lage der plastischen Nulllinie im
Betongurt zwischen oberer und A a ⋅ fyd − ∑ A si ⋅ fsd 98 ,8 ⋅
35,5
1,1
π
( )
− 17 ⋅ 0 ,6 2 + 0 ,652 ⋅
4
50
1,15
unterer Bewehrung. z pl = = = 6 ,36 cm
0 ,85 ⋅ b eff ⋅ fc ,d 3,5
Bei der Bestimmung der plast. 0 ,85 ⋅ 250 ⋅
Nulllinie und auch der plast. 1,5
Momententragfähigkeit wurde
2 ⋅ z a − z pl z pl − 2 ⋅ z si 35,5 2 ⋅ 37,5 − 6,36

die Bewehrung berücksichtigt.
M pl, Rd = A a ⋅ f yd ⋅ + N si ⋅ = 98,8 ⋅ ⋅ +
2 2 1,1 2
π 50 6,36 − 2 ⋅ 2,325 π 50 2 ⋅ 8,6 − 6,36
+ 17 ⋅ 0,652 ⋅ ⋅ + 17 ⋅ 0,6 2 ⋅ ⋅ = 1107,73 kNm
4 1,15 2 4 1,15 2
f yd
Vpl, Rd = (A − 2 ⋅ b ⋅ t f + ( t w + 2 ⋅ r ) ⋅ t f ) ⋅
3
35,5
= (98,8 − 2 ⋅ 19 ⋅ 1,46 + (0,94 + 2 ⋅ 2,1) ⋅ 1,46) ⋅ = 947,0 kN
1,1 ⋅ 3

6.1.3.3 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt t=0


Fläche und Trägheitsmoment des Beton
Betongurts. A c = 250 ⋅ (15 − 5,1) = 2475 cm²

250 ⋅ (15 − 5,1) ⋅


(15 + 5,1)
z sc = 2 = 10,05 cm
Ac
250 ⋅ (15 − 5,1)3
Ic = = 20214,56 cm 4
12
Fläche und Trägheitsmoment des Stahl
Stahlträgers, sowie des Be- π π
wehrungsstahls. Die Fläche des A st , oben = 17 ⋅0,652 = 5,641 cm² A st , unten = 17 ⋅ 0,6 2 = 4,806 cm²
Bewehrungsstahl wird mit dem 4 4
Verhältnis der E-Moduli abge-
20
mindert. A st = 98,8 + (5,641 + 4,806) ⋅ = 108,75 cm²
21
20 20
98,8 ⋅ 22,5 − 5,641 ⋅ ⋅ (15 − 2,325) − 4,806 ⋅ ⋅ (5,1 + 2,3)
za = 21 21 = 19,5 cm
108,75
20 0,652 20 0,6 2
Ist = 33740 + 98,8 ⋅ (22,5 − 19,31)2 + 5,641 ⋅ ⋅ + 4,806 ⋅ ⋅ +
21 16 21 16
5,641 ⋅ (15 − 2,33 + 19,31)2 + 4,806 ⋅ (5,1 + 2,3 + 19,31)2 = 43503,72 cm 4
Fläche und Trägheitsmoment des Betongurt
Betongurts, jedoch im Verhältnis
Ea 21000 A c 250 ⋅ 9,9
der E-Moduli abgemindert.
n0 = = = 6,269 A c0 = = = 394.82 cm 2
E cm 3350 n0 6,269
I c 20214,56
I c0 = = = 3224.70 cm 4
n0 6,269
Bei der Bestimmung der Lage des Verbundquerschnitt
Schwerpunktes wurde der Stahl-
träger, sowie auch die Längsbe- A i 0 = A c 0 + A st = 394,82 + 108,75 = 503,57 cm 2
wehrung des Trägers berücksich-
tigt. z + za 10,05 + 19,5
z i 0 = Ast ⋅ sc = 108,75 ⋅ Si 0 = A c 0 ⋅ z i 0
A i0 503,57
Ii 0 = I c0 + Ist + Si 0 ⋅ (z sc + z sst ) = 3224,7 + 43503,72 + Si 0 ⋅ (10,05 + 19,5) = 121200,31 cm 4
A ⋅ z − A c0 ⋅ z a 108,75 ⋅ 19,5 − 394,82 ⋅ 10,05
z s = st sc = = −36,68 cm
A st + A c0 108,75 + 394,82

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6 Beispiele

Kriechbeiwerte Querschnittskennwerte αT und αI


A st ⋅ Ist 108,75 ⋅ 43503,72
αT = = = 0,0796
A i,0 ⋅ (Ii,0 − I c,0 ) 503,57 ⋅ (121200,31 − 3224,70)
I st 43503,72
αI = = = 0,931
I c,0 + I st 3224,70 + 43503,72

6.1.3.4 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich konstante Lasten zum


Zwischenwerte zur Berechnung Zeitpunkt t=28 Tage
der Kriech- / Reduktionszahlen
bei zeitlich konstanter Belast-ung. Beiwerte
Beginn der Belastung nach 28 50
Tagen. 1−
100 = 1,88 250 ⋅ 9,9
Zeitpunkt ∞ angenommen mit ϕ RH = 1+ h0 = 2 ⋅ = 18,3 cm
2550 Tagen. 0,1 ⋅ 3 183 250 + 2 ⋅ 9,9
16,8 1
βfcm = = 2,562 βt 0 = = 0,488
43 (
0,1 + 280, 2 )
(
β H = 1,5 ⋅ 1 + (0,012 ⋅ 50 ) 18
)⋅183 + 250 = 525,232
0,3
 2550 − 28 
βc t − t =   = 0,945
0
 525,232 + 2550 − 28 
ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,488 = 2,353 ϕ t = 2,353 ⋅ 0,945 = 2,223
1 1
ψ F, B = = = 1,094
1 − 0,5α T ⋅ ϕ t + 0,08(α T ⋅ ϕ t ) 2
1 − 0,5 ⋅ 0,0796 ⋅ 2,223 + 0,08 ⋅ (0,0796 ⋅ 2,223)2
1 1
ψ I, B = = = 3,248
1 − 0,5α I ⋅ ϕ t + 0,08(α I ⋅ ϕ t )2
1 − 0,5 ⋅ 0,931 ⋅ 2,223 + 0,08 ⋅ (0,931 ⋅ 2,223)2
n F, B = 6,269 ⋅ (1 + 1,094 ⋅ 2,223) = 21,513 n I, B = 6,269 ⋅ (1 + 3,249 ⋅ 2,223) = 51,522
Fläche und Trägheitsmoment des Beton
Betonquerschnitts jeweils in Ac 250 ⋅ 9,9
Verbindung mit der zuvor be- A c, B = = = 115,05 cm²
rechneten Reduktionszahl. n F, B 21,513
Ic 20214.56
I c ,B = = = 392,35 cm 4
n I ,B 51,543
Ideelle Querschnittswerte des Verbundquerschnitt:
Verbundquerschnittes unter
Beachtung des Kriechens bei A i, B = A c, B + A st = 115,05 + 108,75 = 223,8 cm 2
zeitlich konst. Lasten nach 28
z sc + z a 10,05 + 19,5
Tagen z i, B = Ast ⋅ = 108,75 ⋅ SiB = A cB ⋅ z iB
A i, B 223,8
Ii, B = I c, B + Ist + Si, B (z sc + z sst ) = 392,35 + 43503,72 + Si, B (10,05 + 19,5) = 92724,25 cm 4

80 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

6.1.3.5 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich konstante Lasten zum


Zeitpunkt t=90 Tage
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen
bei zeitlich konstanter Belast-ung. 0,3
1  2550 − 90 
Beginn der Belastung nach 90 βt 0 = 0, 2
= 0,391 βc t − t =   = 0,944
Tagen. 0,1 + 90 0
 525,232 + 2550 − 90 
Zeitpunkt ∞ angenommen mit ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,391 = 1,882 ϕ t = 1,882 ⋅ 0,944 = 1,776
2550 Tagen.
1 1
ψ F, B = = = 1,074
1 − 0,5α T ⋅ ϕ t + 0,08(α T ⋅ ϕ t ) 2
1 − 0,5 ⋅ 0,0796 ⋅ 1,776 + 0,08(0,0796 ⋅ 1,776)2
1 1
ψ I, B = = = 2,551
1 − 0,5α I ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α I ⋅ ϕ t )2 1 − 0,5 ⋅ 0,931 ⋅ 1,776 + 0,08 ⋅ (0,931 ⋅ 1,776)2
n F, B = 6,269 ⋅ (1 + 1,074 ⋅ 1,776) = 18,226 n I, B = 6,269 ⋅ (1 + 2,551 ⋅ 1,776 ) = 34,658
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c, B = = = 135,8 cm²
n F, B 18,226
Ic 20214.56
I c, B = = 58 = 583,26 cm 4
n I, B 34,669
Verbundquerschnitt
A i, B = A c, B + A st = 135,8 + 108,75 = 244,55 cm 2
z sc + z a 10,05 + 19,5
z i, B = A st ⋅ = 108,75 ⋅ Si, B = A c, B ⋅ z i, B
A i, B 224,55
I i, B = I c, B + I st + Si, B (z sc + z sst ) = 583,26 + 43503,72 + Si, B (10,05 + 19,5) = 96832,1 cm 4

6.1.3.6 Ideelle Querschnittswerte für veränderliche Lasten zum


Zeitpunkt t=90 Tage
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen
ψ F, PT = 0,5α T ⋅ ϕ t + 0,08(α T ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,0796 ⋅ 1,776 + 0,08(0,0796 ⋅ 1,776)2 = 0,072
bei zeitlich veränderlichen Lasten.
Beginn der Belastung nach 90
Tagen. ψ I, PT = 0,5α I ⋅ ϕ t + 0,08(α I ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,931 ⋅ 1,776 + 0,08(0,931 ⋅ 1,776)2 = 1,045
n F, PT = 6,269 ⋅ (1 + 0,072 ⋅ 1,776) = 7,073 n I, PT = 6,269(1 + 1,045 ⋅ 1,776) = 17,902
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c, PT = = = 349,9 cm²
n F, PT 7,073
Ic 20214.56
I c, PT = = = 1129,19 cm 4
n I, PT 17,902
Verbundquerschnitt
A i, PT = A c, PT + A st = 349,9 + 108,75 = 458,65 cm 2
z sc + z a 10,05 + 19,5
z i, PT = A st ⋅ = 108,75 ⋅ Si, PT = A c, PT ⋅ z i, PT
A i, PT 458,65
Ii, PT = I c, PT + Ist + Si, PT (z sc + z sst )
= 1129,19 + 43503,72 + Si, PT (10,05 + 19,5) = 117095,84 cm 4

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6 Beispiele

6.1.3.7 Ideelle Querschnittswerte für das Betonschwinden zum Zeit-


punkt t=1 Tag
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte:
der Kriech- / Reduktionszahlen
beim Schwinden nach 1 Tag. 0,3
 2550 − 1  1
βc t − t =   = 0,944 βt 0 = = 0,909
0
 525,232 + 2550 − 1  0,1 + 10, 2
ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,909 = 4,378 ϕ t = 4,378 ⋅ 0,944 = 4,139
ψ F,S = 0,5α T ⋅ ϕ t + 0,08(α T ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,0796 ⋅ 4,139 + 0,08(0,0796 ⋅ 4,139)2 = 0,174
ψ I,S = 0,5α I ⋅ ϕ t + 0,08(α I ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,931 ⋅ 4,139 + 0,08(0,931 ⋅ 4,139)2 = 3,115
n F,S = 6,269 ⋅ (1 + 0,174 ⋅ 4,139) = 10,771 n I,S = 6,269(1 + 3,115 ⋅ 4,139 ) = 87,087
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c,S = = = 229,79 cm²
n F, S 10,771
Ic 20214.56
I c,S = = = 232,12 cm 4
n I,S 87,087
Verbundquerschnitt:
A i,S = A c,S + A st = 229,79 + 108,75 = 338,54 cm 2
z sc + z a 10,05 + 19,5
z i,S = A st ⋅ = 108,75 ⋅ Si,S = A c,S ⋅ z i,S
A i,S 338,54
Ii,S = I c,S + Ist + Si,S (z sc + z sst ) = 232,12 + 43503,72 + Si,S (10,05 + 19,5) = 108208,48 cm 4

6.1.4 Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit


6.1.4.1 Schnittgrößenermittlung (Montagezustand)
14,0 2 3 ⋅ 2.81
Biegemoment in Feldmitte bei
7,00 Meter. max M Sd = (1,05 + 13,16 + 2,82) ⋅ + ⋅ (2 ⋅ 14,0 − 3) = 443,52 kNm
8 8
14,0 3 ⋅ 2,81
max VSd = (1,05 + 13,16 + 2,82) ⋅ + = 123,42 kNm
Querkraft am Auflager bei 0,00 2 2
Meter.

6.1.4.2 Schnittgrößenermittlung (Endzustand)


Biegemoment in Feldmitte bei 14,0 2
7,00 Meter. max M Sd = (1,05 + 12,69 + 8,78 + 18,75) ⋅ = 1010,93 kNm
8
14,0
max VSd = (1,05 + 12,69 + 8,78 + 18,75) ⋅ = 288,83 kN
Querkraft am Auflager bei 0,00 2
Meter

82 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

6.1.4.3 Tragfähigkeit des Stahlträgers (Montagezustand)


Für den Nachweis des Stahlträ- Querkraft x-Stelle 0,0 m x-Stelle 7,0 m
gers im Montagezustand sind 2
Stellen zu untersuchen: Max. Querkraft VzSd 123,42 kN 0.0 kN
Max. Moment bei 7,00 Meter.
Zugehöriges Biegemoment MySd 0,0 kNm 349,27 kNm
Plastisches Grenzquerkraft VplzRd 947,0 kN 947,0 kN
Max. Querkraft bei 0,0 Meter.
Stegbeulen
Höhe/Dicke Verhältnis d/tw 40,298 40,298
Die Zwischenwerte sind tabel-liert Steghöhe d 378,8 mm 378,8 mm
aufgeführt (analog Maske 2.2)
Stegblechdicke tw 9,4 mm 9,4 mm
Nachweis der Querkraft: Ver- Schubbeulbeiwert kτ 5,340 5,340
bundträger sind mit Querstei-fen
am Auflager zu versehen (siehe Beiwert epsilon 0,814 0,814
Schubbeulwert ktau). Schubbeul- Grenzwert EC3 5.6.1(4) 56,404 56,404
versagen ist nicht maßgebend
Kriterium 0,714 < 1,0 0,714 < 1,0
Nachweis der Momententrag- Schub
fähigkeit: Dieser Nachweis er-
folgt über das Verhältnis des Gemischte Beanspruchung VzSd,MySd nein nein
Biegemoments zum elastischen Nachweis VzSd/VplzRd 0,130< 1,0 0,0<1,0
Grenzmoment.
Biegung
Max. Biegemoment MySd 443,52 kNm
Zugehörige Querkraft VzSd 0,00 kN
Elastisches Grenzmoment MyRd 483,947 kNm
Spannung σu 295,768 N/mm²
Spannung σo 295,768 N/mm²
Gemischte Beanspruchung Vz.Sd,My.Sd nein
Nachweis MySd/MyRd 0,916<1,0
Tragsicherheitsnachweis 0,130< 1,0 0,916<1,0

6.1.4.4 Tragfähigkeit des Verbundquerschnitts (Endzustand)


Für den Nachweis des gesam-ten Querkraft x-Stelle 0,0 m x-Stelle 7,0 m
Verbundträgers im End-zustand
sind ebenfalls die 2 Stellen zu Max. Querkraft VzSd 288,83 kN 0,0 kN
untersuchen: Zugehöriges Biegemoment MySd 0,0 kNm 551,69 kNm
Die Zwischenwerte sind tabel-liert Plastisches Grenzquerkraft VplzRd 947,0 kN 947,0 kN
aufgeführt (analog Maske 2.3)
Stegbeulen
Höhe/Dicke Verhältnis d/tw 40,298 40,298
Steghöhe d 378,8 mm 378,8 mm
Stegblechdicke tw 9,4 mm 9,4 mm
Schubbeulbeiwert kτ 5,340 5,340
Beiwert epsilon 0,814 0,814
Grenzwert EC3 5.6.1(4) 56,404 56,404
Kriterium 0,714 < 1,0 0,714 < 1,0
Schub
Gemischte Beanspruchung VzSd, MySd nein nein
Nachweis VzSd/VplzRd 0,305< 1.0 0,0<1,0
Positives Biegemoment
Max. Biegemoment MySd 1010,93 kNm
Zugehörige Querkraft VzSd 0,0 kN
Plastisches Grenzmoment MplyRd 1107,73kNm
Gemischte Beanspruchung VzSd,MySd nein
Nachweis MySd/MyRd 0,913 < 1,0
Tragsicherheitsnachweis 0,305< 1,0 0,913 < 1,0

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6 Beispiele

6.1.5 Nachweis der Verbundsicherung


6.1.5.1 Bereich 1 (0 bis 7 und 7 bis 14)
Dübeltragfähigkeit
EC4 6.3.2.1(1) (Gl. 6.13, 6.14) π ⋅ d2 1 π ⋅ 1,9 2 1
PRd = 0,8 ⋅ fu ⋅ ⋅ ⋅ k t = 0,8 ⋅ 45 ⋅ ⋅ ⋅ 0,75 = 61,2 kN
Dübeltragfähigkeit bei einreih- 4 γv 4 1,25
iger Dübelanordnung.
0,7  h
bo  0,7 11,4  15 
Berücksichtigung der DASt- kt = ⋅ ⋅ − 1 = ⋅ ⋅  − 1 = 2,27 > k t , grenz = 0,75
Richtlinie 104, somit ist der Nr  hp
hp  1 5,1  5,1 
Grenzwert für den Abminder-  
ungsfaktor kt = 0,75. 1 1
PRd = 0,29 ⋅ α ⋅ d 2 ⋅ f ck ⋅ E cm ⋅ ⋅ k t = 0,29 ⋅ 1,0 ⋅ 1,9 2 ⋅ 3,5 ⋅ 3350 ⋅ ⋅ 0,75 = 68,0 kN
γv 1,25
 Maßgebend PRd=61,2 kN

Längsschubkraft bei vollständiger Verdübelung

 A a ⋅ f y 0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 
EC4 6.2.1.1(1) Vl = min  ; + 

 γa γc γs 
A a ⋅ f y 98,8 ⋅ 35,5
= = 3188,55 kN
γa 1,1
0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 0,85 ⋅ 250 ⋅ (15 − 5,1) ⋅ 3,5 A st , oben ⋅ 50
+ = + = 5154,0 kN
γc γs 1,5 1,15
Vl = min (3188,55 ; 5154,0 ) = 3188,55 kN

Längsschubkraft bei teilweiser Verdübelung


M sd − M apl, Rd 1010,93 − 549,28
EC4 6.2.1.2(3), Gl.(6.10) Fc = ⋅ Fcf = ⋅ 3188,55 = 2635,86 kN
M pl, Rd − M apl, Rd 1107,73 − 549,28

Erforderliche Dübelanzahl
EC4 6.2.1.2(3), Gl.(6.10)
Die erforderliche Duktilität wird Vl 3188,55
u.a. durch das einhalten des Vollständige Verdübelung: Nf = = = 53
Mindestverdübelungsgrades PRd 61,2
sichergestellt.
F 2635,86
Teilweise Verdübelung: N fc = c = = 44
PRd 61,2
N 44
= = 0,83 ≥ 0,25 + 0,03 ⋅ L cr = 0,25 + 0,03 ⋅ 14 = 0,67  Duktilität eingehalten
N f 53
Dübelanordnung und Dübelabstände
M pl,Rd 1104,86
EC4 6.1.3(3) = = 2 > 2,5  äquidistante Anordnung ist zulässig
M pl,a ,Rd 549,28
L cr 7 < 6 ⋅ h c = 6 ⋅150 = 900 mm
EC4 6.4.1.5(3) N min = = =9 
0,8 0,8 < 800 mm
L cr 7
EC4 6.4.3.2(1) N max = = = 46  e=150 mm (gegebener Abstand durch Trapezblech)
0,15 0,15

Gewählt: 46 Dübel im Abstand von 150 mm (pro Bereich)


Gesamtanzahl 92 Dübel

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6 Beispiele

Dübelanordnung

6.1.6 Nachweis der Schubsicherung des Betongurts


6.1.6.1 Bereich 1 (0 bis 7 und 7 bis 14)
Bemessungslängsschubkraft Bemessungslängsschubkraft pro Meter
entspricht der aufnehmbaren
Kraft der Dübel pro Meter. PRd ⋅ 1 m 61,2 ⋅ 1
VSd = = = 408 kN
e 0,15
Laut DAST-Richtlinie 104 darf in Längsschubbeanspruchung im Schnitt a-a bzw. e-e
EC4 Gl.6.26 der Betonanteil in den
Rippen nicht mit berück-sichtigt 3,6 + 1,2
werden. Zudem ist es nicht er- A cv1 = 15 ⋅ 100 − 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 1414,32 cm 2 / m
laubt das Trapezblech Ap in EC4 2
A cv 2 = (15 − 5,1) ⋅ 100 = 990 cm 2 / m
Gl. 6.26 anzusetzen.

( )
Demzufolge gibt es verschie-dene
π
Werte für Acv1 und Acv2.
A e = 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 4,30 cm 2 / m A p = 15,62 cm 2 / m
4
τ Rd = 0,09 ⋅ 3 f ck = 0,09 ⋅ 3 35 = 0,294 N mm 2 = 0,0294 kN cm 2
A p ⋅ f yp 15,62 ⋅ 35,5
Vpd = = = 504,1 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 4,30 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv1 ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 1414,32 ⋅ 1 ⋅ 0,0294 + + 504,1 = 795,15 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv 2 ⋅ f ck 0,2 ⋅ 990 ⋅ 3,5
VRd = = = 462,0 kN
γc 1,5
Maßgebend: VRd = 462,0 kN
Nachweis im Schnitt a-a bzw. e-e
VSd 0,5 ⋅ 408 kN
= = 0,44 < 1,0
VRd 462 kN
Laut DAST-Richtlinie 104 darf in Längsschubbeanspruchung im Schnitt b-b
EC4 Gl.6.26 der Betonanteil in den
Rippen nicht mit berück-sichtigt 3,6 + 1,2
werden. Zudem ist es nicht er- A cv1 = (2 ⋅ 12,5 + 3,2) ⋅ 100 − 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 2648,64 cm 2 / m
laubt das Trapezblech Ap in EC4 2
Gl. 6.26 anzusetzen.
A cv 2 = (2 ⋅ (12,5 − 5,1) + 3,2) ⋅ 100 = 1800 cm 2 / m

( )
Demzufolge gibt es verschie-dene
π
Werte für Acv1 und Acv2. A e = 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 8,60 cm 2 / m A p = 2 ⋅ 15,62 = 31,24 cm 2 / m
4
A p ⋅ f yp 31,24 ⋅ 35,5
Vpd = = = 1008,2 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 8,60 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv1 ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 2648,64 ⋅ 1 ⋅ 0,0294 + + 1008,2 = 1577,23 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv 2 ⋅ f ck 0,2 ⋅ 1800 ⋅ 3,5
VRd = = = 840,0 kN
γc 1,5
maßgebend: VRd = 840,0 kN
Nachweis im Schnitt b-b
VSd 408 kN
= = 0,49 < 1,0
VRd 840 kN

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6 Beispiele

6.1.7 Nachweis im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit


6.1.7.1 Überhöhung
Die Verformungen sind Steifig- Verformungen infolge ständiger Lasten zum Zeitpunkt t=0
keitsabhängig, deshalb wer-den
die Verformungen zu den jeweili-
5 14 4
gen Zeitpunkten mittels der
elastischen Trägheitsmo-mente
δ1 = ⋅ (0,78 + 9,4 ) ⋅ ⋅ 1003 = 7,18 cm
berechnet.
384 21000 ⋅ 33740
Verformungen infolge zeitlich konstanter Lasten zum Zeitpunkt t=∞
Weiterhin muss die Nachgie-
bigkeit der Verbundfuge auch in
der Verformung berücksich-tigt 5 14 4   46   92724,25 
werden. Dazu ist es not-wendig δ2 = ⋅ 6,5 ⋅ ⋅100 3 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 1,79 cm
den EC4 5.2.2(6) zu berücksichti- 384 21000 ⋅ 92724,25   53   33740 
gen.
Verformungen infolge des Betonschwindens zum Zeitpunkt t=∞
Schwindnormalkraft:
n0 ⋅ Eb 6,269 ⋅ 3350
N s = ε cS ⋅ ⋅ A c = 5,93 ⋅ 10 − 4 ⋅ ⋅ 250 ⋅ (15 − 5,1) = 2861,5 kN
n F, S 10,771
Schwindmoment:

 15 − 5,1 
M s = N s ⋅ z i, s = 2861,5 ⋅  + 5,1 − 0,56  = 271,56 kNm
 2 
1   N   I i,S 
δ3 =
E a ⋅ Ii,s∫⋅ M 0 ⋅ M1 dx ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −

 ⋅ 
 N f   Ia
− 1

1 1 L   N   I i,S 
= ⋅ M s ⋅ ⋅ L ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1
E a ⋅ Ii,s 2 4   N f   Ia 
1 1 14   46   108208,48 
= ⋅ 271,56 ⋅ ⋅ 14 ⋅ 1003 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 3,19 cm
21000 ⋅ 108208,48 2 4   53   33740 

Verformungen infolge des quasi-ständigen Verkehrslastanteils zum Zeitpunkt t=∞

5 14 4   46   96832,1 
δ 41 = ⋅ 0,4 ⋅ 12,5 ⋅ ⋅ 1003 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 1,32 cm
384 21000 ⋅ 96832,1   53   33740 
Erforderliche Überhöhung:
δ 0 = δ1 + δ 2 + δ3 + δ 41 = 7,18 + 1,79 + 3,19 + 1,32 = 13,48 cm

6.1.7.2 Berechnung der Durchbiegung


Somit ergibt sich die max. Durchbiegung aufgrund der seltenen Einwirkungskombination

5 14 4   46   117097,00 
δ 42 = ⋅ 0,6 ⋅ 12,5 ⋅ ⋅ 1003 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1
384 21000 ⋅ 117097,00   53   33740 
L 1400
= 1,68 cm < δ max, grenz = = = 5,6 cm
250 250

6.1.7.3 Berechnung der Eigenfrequenz


Die Eigenfrequenz wird aus der
Durchbiegung [mm] des Ver- π E ⋅ I v,0 m π 21000 ⋅12,120031 cm 2 ⋅ m 2 m
bundträgers unter Eigenlast f= ⋅ 4
⋅ 9,81 ⋅ 2
= ⋅ 4
⋅ 9,81 ⋅ 2 = 2,72 Hz
ermittelt. 2 l ⋅q s 2 14 ⋅ (0,78 + 9,4 + 6,5 + 5) s

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6 Beispiele

6.2 Durchlaufträger ohne Kammerbeton


Für ein Warenhaus soll ein zweifeldriger Deckenträger bemessen werden. Kammerbeton, so-
wie Profilverstärkungen sind nicht vorhanden.
Für die Geschoßdecke wird als verlorene Schalung ein Trapezblechprofil Holorib 51/150-0,88
mit 99 mm Aufbeton C35/45 verwendet, sodass die Gesamtdicke der Decke 150 mm beträgt.
Das Trapezblechprofil wird durchlaufend über dem HE-A 450 (S 355) ausgeführt. Zudem sind
in der Betonplatte 2 Bewehrungsmatten Q221 und Q188 angeordnet. Kopfbolzendübel ∅ 19
mit einer Länge von 125 mm dienen als Verbindungsmittel.
Hinsichtlich der Umweltbedingungen wird der Verbundträger in Umweltklasse 1 eingeordnet.

6.2.1 System
Querschnitt mit Trapezblech quer Statisches System
zur Tragrichtung vom Typ Holorib
51/150-0,88
Obere Bewehrung: Q221 mit
co=20 mm (5 mm+15 mm)

Untere Bewehrung Q188 mit


cu=20 mm (5 mm + 15 mm)
Querschnitt Bewehrungsanordnung

6.2.2 Belastung
6.2.2.1 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
Endzustand
Ständige Einwirkungen: Stahlträger: Gk,1= 1,25 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr.: Gk,2=25*2,5*15= 9,40 kN/m
Ausbaulasten: Gk,3= 6,50 kN/m
Veränderliche Einwirkungen: Verkehrlast: Qk,1=5,0*2,5= 12,50 kN/m

Montagezustand
Ständige Einwirkungen: Stahlträger: Gk,1= 1,25 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr.: Gk,4=26*2,5*15= 9,75 kN/m
Veränderliche Einwirkungen: Konzentrierte Montagelasten: Qk,2=1,50*2,5= 3,75 kN/m
gleichmäßige Montagelast: Qk,3=0,75*2,5= 1,88 kN/m

6.2.2.2 Grenzzustand der Tragfähigkeit:


Ständige Einwirkungen: Stahlträger: Gd,1=1,35*1,25= 1,68 kN/m
Betonpl. und Trapezblechpr. Gd,2=1,35*9,40= 12,69 kN/m
Gd,4=1,35*9,75= 13,16 kN/m
Ausbaulasten: Gd,3=1,35*6,50= 8,78 kN/m
Veränderliche Einwirkungen: Verkehrlast: Qd,1=1,5*12,5= 18,75 kN/m
konzentrierte Montagelast: Qd,2=1,5*3,75= 5,63 kN/m
gleichmäßige Montagelast: Qd,3=1,5*1,88= 2,82 kN/m

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6 Beispiele

6.2.3 Querschnittswerte
6.2.3.1 Mitwirkende Breite des Betongurts
Äquivalente l0/8 b1 beff=2⋅min(l0/8;b1)
Länge l0 [m]
[m] [m] [m]
Bereich 1 0,8⋅17=13,6 1,70 1,25 2,50
Bereich 2 0,25⋅34=8,5 1,0625 1,25 2,125
Bereich 3 0,25⋅34=8,5 1,0625 1,25 2,125
Bereich 4 0,8⋅17=13,6 1,70 1,25 2,5

In diesem Beispiel wird die Rissbildung im Bereich der neg. Momenten (Zwischenauflager) mit
berücksichtigt. Aus diesem Grund werden jeweils positive und negative Grenzbiegemomente
zur Bemessung benötigt.
Anfang Ende beff
[m] [m] [m]
Bereich 1 (Ea⋅I1) 0 0,85⋅17=14,45 2,50
Bereich 2 (Ea⋅I2) 0,85⋅17=14,45 17 2,125
Bereich 3 (Ea⋅I2) 17 17+0,15⋅17=19,55 2,125
Bereich 4 (Ea⋅I1) 17+0,15⋅17=19,55 34 2,5

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6 Beispiele

6.2.3.2 Plastische Querschnittswerte:


Lage der Plastischen Nulllinie im Bereich 1 (Ea⋅I1): 0 – 14,45 und Bereich 4 (Ea⋅I1): 19,55 – 34
Betongurt.
Bei der Bestimmung der plast.
Nulllinie und auch der plast. A a ⋅ f yd − ∑ A si ⋅ f sd 159 ⋅
35,5
1,1
π
4
(
− 17 ⋅ 0,65 2 + 0,6 2 ⋅ )50
1,15
Momententragfähigkeit wurde z pl = = = 9,43 cm
die Bewehrung berücksichtigt. 0,85 ⋅ b eff ⋅ f c,d 3,5
0,85 ⋅ 250 ⋅
Die Ausrundung des Stahlträ-gers 1,5
bleibt unberücksichtigt, dies führt
zu kleinen Differen-zen zwischen 2z a − z pl z pl − 2z si
35,5 2 ⋅ 34,5 − 9,43 π
VERBUND-TR und der manuellen
Berechnung.
M pl, Rd = A a ⋅ f yd
2
± ∑N 2
si
1,1
⋅= 159 ⋅
2
+ 17 ⋅ 0,652
4
50 9,43 − 2 ⋅ 2,325 π 50 2 ⋅ 15 − 2 ⋅ 6,4 − 9,43
⋅ ⋅ − 17 ⋅ 0,6 2 ⋅ ⋅ = 1526,12 kNm
1,15 2 4 1,15 2
35,5
Vpl, Rd = (159 − 2 ⋅ 30 ⋅ 1,9 + (1,1 + 2 ⋅ 2,7 ) ⋅ 1,9) ⋅ = 1068,58 kN
1,1 ⋅ 3
Lage der Plastischen Nulllinie im Bereich 2 (Ea⋅I2): 14,45 – 17 und Bereich 3 (Ea⋅I2): 17 – 19,55
Stahlträgersteg.
Bei der Bestimmung der plast.
Nulllinie und auch der plast. z pl = h c + t f +
A a ⋅ f yd − ∑A si ⋅ f sd − N f
=
Momententragfähigkeit wurde 2 ⋅ f yd ⋅ t w
die Bewehrung berücksichtigt,
35,5 π
( 50
) 35,5
nicht aber der Beton (Ausfall). Die
Ausrundung des Stahlträ-gers 159 ⋅ − 15 ⋅ 0,652 + 0,6 2 ⋅ − 2 ⋅ 30 ⋅ 1,9 ⋅
bleibt unberücksichtigt, dies führt 1,1 4 1,15 1,1
zu kleinen Differen-zen zwischen 15 + 1,9 + = 31,71 cm
VERBUND-TR und der manuellen 2 ⋅ 35,5
Berechnung.
2 ⋅ hc + tf z pl + t f + h c
M pl, Rd = N pl, a , Rd ⋅ z a − ∑ N si ⋅ z si − N f ⋅
2
− Nw ⋅
2
35,5 π 50 π 50 35,5
= 159 ⋅ ⋅ 34,5 − 15 ⋅ ⋅ 0,652 ⋅ ⋅ 2,325 − 15 ⋅ ⋅ 0,6 2 ⋅ ⋅ 8,6 − 2 ⋅ 30 ⋅ 1,9 ⋅
1,1 4 1,15 4 1,15 1,1
2 ⋅ 15 + 1,9 35,5 31,71 + 1,9 + 15
⋅ − 2 ⋅ 1,1 ⋅ (31,71 − 15 − 1,9) ⋅ ⋅ = 907,04 kNm
2 1,1 2

6.2.3.3 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt t=0 (Bereich 1+4)


Fläche und Trägheitsmoment des Beton
Betongurts.
A c = 250 ⋅ (15 − 5,1) = 2475 cm²

250 ⋅ (15 − 5,1) ⋅


(15 + 5,1)
z sc = 2 = 10,05 cm
Ac
250 ⋅ (15 − 5,1)3
Ic = = 20214,56 cm 4
12
Fläche und Trägheitsmoment des Stahl
Stahlträgers, sowie des Beweh-
rungsstahls.
π π
A st , oben = 17 ⋅0,652 = 5,641 cm² A st , unten = 17 ⋅ 0,6 2 = 4,806 cm²
4 4
20
A st = 159 + (5,641 + 4,806) ⋅ = 168,95 cm²
21
20 20
159 ⋅ 19,5 − 5,641 ⋅ ⋅ (15 − 2,325) − 4,806 ⋅ ⋅ (5,1 + 1,3)
za = 21 21 = 17,75 cm
168,95
20 0,652 20 0,6 2
Ist = 45070 + 159 ⋅ (19,5 − 17,75)2 + 5,641 ⋅ ⋅ + 4,806 ⋅ ⋅ +
21 16 21 16
20 20
5,641 ⋅ ⋅ (15 − 2,33 + 17,75)2 + 4,806 ⋅ ⋅ (5,1 + 1,3 + 17,75)2 = 53425,93 cm 4
21 21

Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH 89


6 Beispiele

Fläche und Trägheitsmoment des Betongurt


Betongurts, jedoch im Verhältnis
der E-Moduli abgemindert.
Ea 21000 A c 250 ⋅ 9,9
n0 = = = 6,269 A c0 = = = 394.82 cm 2
E cm 3350 n0 6,269
I c 20214,56
I c0 = = = 3224.70 cm 4
n0 6,269
Bei der Bestimmung der Lage des Verbundquerschnitt
Schwerpunktes wurde der Stahl-
träger, sowie auch die Längsbe-
wehrung des Trägers berücksich- A i 0 = A c0 + A st = 394,82 + 168,95 = 563,77 cm 2
tigt
z + za
z i 0 = Ast ⋅ sc = 168,95 ⋅ 3,77 Si 0 = A c 0 ⋅ z i 0
A i0
Ii 0 = I c 0 + Ist + Si 0 ⋅ (z sc + z sst ) = 3224,7 + 53425,93 + Si 0 ⋅ (10,05 + 17,75) = 148079,48 cm 4
A ⋅ z + A c0 ⋅ z a 168,95 ⋅ 17,75 + 394,82 ⋅ 10,05
z s = st sc = = -17,2 cm
A st + A c0 168,95 + 394,82
Kriechbeiwerte Querschnittskennwerte αT und αI
A st ⋅ I st 168,95 ⋅ 53425,93
αT = = = 0.1105
A i,0 ⋅ (I i,0 − I c,0 ) 563,77 ⋅ (148079,48 − 3224,70)
I st 53425,93
αI = = = 0,9431
I c,0 + I st 3224,70 + 53425,93

6.2.3.4 Ideelle Querschnittswerte zum Zeitpunkt t=0 (Bereich 2+3)


Im Bereich 2+3 setzen sich die Stahl
ideellen Querschnittswerte nur
noch aus dem Stahlprofil und π π 2
dem Anteil des Bewehrungs- A st , oben = 15 ⋅ 0,652 = 4,977 cm² A st , unten = 15 ⋅ 0,6 = 4,241 cm² #
stahls zusammen, da der Anteil 4 4
des Betonquerschnitts nicht mehr
wirkt. Die ideellen Quer- Verbundquerschnitt
schnittwerte entsprechen somit
denen des Gesamtstahls. 20
A i 0 = A st = 159 + (4,977 + 4,241) ⋅ = 167,78 cm²
21
20 20
159 ⋅ 19,5 − 4,977 ⋅ ⋅ (15 − 2,325) − 4,241 ⋅ ⋅ (5,1 + 1,3)
zs = za = 21 21 = 17,94 cm
167,78
20 0,652 20 0,6 2
Ii 0 = Ist = 45070 + 159 ⋅ (19,5 − 17,97 )2 + 4,977 ⋅ ⋅ + 4,241 ⋅ ⋅ +
21 16 21 16
20 20
4,977 ⋅ ⋅ (15 − 2,325 + 17,97 )2 + 4,241 ⋅ ⋅ (5,1 + 1,3 + 17,97 )2 = 52493,89 cm 4
21 21

6.2.3.5 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich konstante Lasten zum


Zeitpunkt t=28 Tage (Bereich 1+4)
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen
bei zeitlich konst. Belastung.
50
1−
Beginn der Belastung nach 28
100 250 ⋅ 9,9
Tagen. ϕ RH = 1+ = 1,88 h0 = 2 ⋅ = 18,3 cm
0,1 ⋅ 3 183 250 + 2 ⋅ 9,9
Zeitpunkt ∞ angenommen mit
2550 Tagen. 16,8 1
= 2,562
βfcm =
43
βt 0 =
(0,1 + 28 ) = 0,488
0, 2

( )
β H = 1,5 ⋅ 1 + (0,012 ⋅ 50 )18 ⋅ 183 + 250 = 525,232
0,3
 2550 − 28 
βc t − t =   = 0,945
0
 525, 232 + 2550 − 28 
ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,488 = 2,353 ϕ t = 2,353 ⋅ 0,945 = 2,223

90 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

1 1
ψ F, B = = = 1,134
1 − 0,5 ⋅ α T ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α T ⋅ ϕ t )2 1 − 0,5 ⋅ 0,1105 ⋅ 2,223 + 0,08 ⋅ (0,1105 ⋅ 2,223)2
1 1
ψ I ,B = = = 3,296
1 − 0,5 ⋅ α I ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α I ⋅ ϕ t )2 1 − 0,5 ⋅ 0,9314 ⋅ 2,223 + 0,08 ⋅ (0,9314 ⋅ 2,223)2
n F, B = 6,269 ⋅ (1 + 1,134 ⋅ 2,223) = 22,067 n I, B = 6,269 ⋅ (1 + 3,296 ⋅ 2,223) = 52,190
Fläche und Trägheitsmoment des Beton
Betonquerschnitts jeweils in
Verbindung mit der zuvor be-
Ac 250 ⋅ 9,9
rechneten Reduktionszahl. A c ,B = = = 112,16 cm²
n F,B 22,067
Ic 20214.56
I c, B = = = 387,33 cm 4
n I, B 52,190
Ideelle Querschnittswerte des Verbundquerschnitt
Verbundquerschnittes unter
Beachtung des Kriechens bei
zeitlich konst. Lasten nach 28 A i, B = A c, B + A st = 112,16 + 168,95 = 281,11 cm 2
Tagen
z sc + z a 10,05 + 17,75
z i, B = A st ⋅ = 168,95 ⋅ SiB = A cB ⋅ z iB
A i, B 281,11
Ii, B = I c, B + Ist + Si, B (z sc + z sst ) = 387,33 + 53425,93 + Si, B (10,05 + 17,75) = 105902,57 cm 4

6.2.3.6 Ideelle Querschnittswerte für zeitlich konstante Lasten zum


Zeitpunkt t=90 Tage (Bereich 1+4)
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen
bei zeitlich konst. Belastung. 0,3
1  2550 − 90 
Beginn der Belastung nach 90 βt 0 = 0, 2
= 0,391 βc t − t =   = 0,944
Tagen. 0,1 + 90 0
 525, 232 + 2550 − 90 
Zeitpunkt ∞ angenommen mit ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,391 = 1,882 ϕ t = 1,882 ⋅ 0,944 = 1,776
2550 Tagen.
1 1
ψ F, B = = = 1,105
1 − 0,5α T ϕ t + 0,08(α T ϕ t )2
1 − 0,5 ⋅ 0,1105 ⋅ 1,776 + 0,08(0,1105 ⋅ 1,776)2
1 1
ψ I, B = = = 2,584
1 − 0,5α I ⋅ ϕ t + 0,08(α I ⋅ ϕ t )2
1 − 0,5 ⋅ 0,9431 ⋅ 1,776 + 0,08(0,9431 ⋅ 1,776)2
n F, B = 6,269 ⋅ (1 + 1,105 ⋅ 1,776) = 18,568 n I, B = 6,269 ⋅ (1 + 2,584 ⋅ 1,776) = 35,026
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c, B = = = 133,29 cm²
n F, B 18,568
Ic 20214.56
I c, B = = = 577,13 cm 4
n I, B 35,026
Verbundquerschnitt

A i, B = A c, B + A st = 133,29 + 168,95 = 302,24 cm 2


z sc + z a 10,05 + 17,75
z i, B = A st ⋅ = 168,95 ⋅ Si, B = A c, B ⋅ z i, B
A i, B 302,24
I i, B = I c, B + Ist + Si, B (z sc + z sst ) = 577,13 + 53425,93 + Si, B (10,05 + 17,75) = 111577,93 cm 4

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6 Beispiele

6.2.3.7 Ideelle Querschnittswerte für veränderliche Lasten zum


Zeitpunkt t=90 Tage (Bereich 1+4)
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen

ψ F, PT = 0,5 ⋅ α T ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α T ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,1105 ⋅ 1,776 + 0,08 ⋅ (0,1105 ⋅ 1,776)2 = 0,101


bei zeitlich veränderl. Lasten.
Beginn der Belastung nach 90
Tagen.
ψ I, PT = 0,5 ⋅ α I ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α I ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,9431 ⋅ 1,776 + 0,08 ⋅ (0,9431 ⋅ 1,776)2 = 1,062
n F, PT = 6,269 ⋅ (1 + 0,101 ⋅ 1,776) = 7,395 n I, PT = 6,269 ⋅ (1 + 1,062 ⋅ 1,776 ) = 18,085
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c, PT = = = 334,68 cm²
n F, PT 7,395
Ic 20214.56
I c, PT = = = 1117,76 cm 4
n I, PT 18,085
Verbundquerschnitt

A i, PT = A c, PT + A st = 334,68 + 168,95 = 503,63 cm 2


z sc + z a 10,05 + 17,75
z i, PT = A st ⋅ = 168,95 ⋅ Si, PT = A c, PT ⋅ z i, PT
A i, PT 503,63
I i, PT = I c, PT + Ist + Si, PT (z sc + z sst ) = 1117,76 + 53425,93 + Si, PT (10,05 + 17,75) = 141300,3 cm 4

6.2.3.8 Ideelle Querschnittswerte für das Betonschwinden zum Zeit-


punkt t=1 Tag (Bereich 1+4)
Zwischenwerte zur Berechnung Beiwerte
der Kriech- / Reduktionszahlen
beim Schwinden nach 1 Tag. 0,3
 2550 − 1  1
βc t − t =   = 0,944 βt 0 = = 0,909
0
 525,232 + 2550 − 1  0,1 + 10, 2
ϕ0 = 1,88 ⋅ 2,562 ⋅ 0,909 = 4,378 ϕ t = 4,378 ⋅ 0,944 = 4,139
ψ F,S = 0,5 ⋅ α T ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α T ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,1105 ⋅ 4,139 + 0,08 ⋅ (0,1105 ⋅ 4,139)2 = 0,245
ψ I,S = 0,5 ⋅ α I ⋅ ϕ t + 0,08 ⋅ (α I ⋅ ϕ t )2 = 0,5 ⋅ 0,9413 ⋅ 4,139 + 0,08 ⋅ (0,9413 ⋅ 4,139)2 = 3,171
n F,S = 6,269 ⋅ (1 + 0,245 ⋅ 4,139) = 12,638 n I,S = 6,269 ⋅ (1 + 3,171 ⋅ 4,139) = 88,542
Beton
Ac 250 ⋅ 9,9
A c,S = = = 195,83 cm²
n F, S 12,638
Ic 20214.56
I c,S = = = 228,31 cm 4
n I,S 88,542

Verbundquerschnitt

A i,S = A c,S + A st = 195,83 + 168,95 = 364,78 cm 2


z sc + z a 10,05 + 17,75
z i,S = A st ⋅ = 168,95 ⋅ Si,S = A c,S ⋅ z i,S
A i,S 364,78
Ii,S = I c,S + Ist + Si,S (z sc + z sst ) = 228,31 + 53425,93 + Si,S (10,05 + 17,75) = 123740,7 cm 4

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6 Beispiele

6.2.4 Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit


6.2.4.1 Schnittgrößenermittlung (Montagezustand)
Die elastischen Schnittgrößen
wurden vom Programm RSTAB
bestimmt.
Zur Schnittgrößenermittlung
wurden im Montagezustand
Querkraft am Auflager 0,00 m
allein die Steifigkeit des Stahl- Max VSd=118,21 kN
trägers angesetzt.
Min VSd=90,88 kN
Die Belastung des Stahlträgers im
Montagezustand setzt sich aus
Gd,1, Gd,4, Qd,2 und Qd,3 zusam- Querkraft am Auflager x=17 m
men. Max VSd=194,39 kN
Min VSd=157,78 kN

Feldmoment bei x=6,80 m


Max MSd=395,31 kN

Stützmoment bei x=17 m


Min MSd=-665,46 kNm
Max MSd=-536,46 kNm

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6 Beispiele

6.2.4.2 Schnittgrößenermittlung (Endzustand)

Ohne Momentenumlagerung

Feldmoment bei x=7,22 m


Max MSd=791,38+336,42
Max MSd=1127,80 kNm
Die elastischen Schnittgrößen
wurden vom Programm RSTAB Stützmoment bei x=17 m
bestimmt.
Min MSd=-779,99-286,29
Zur Schnittgrößenermittlung
wurden im Endzustand die zu-vor
Min MSd=-1066,28 kNm
bestimmten Steifigkeiten der Max MSd=-589,13 kNm
einzelnen Bereiche genutzt.
Durch die Anwendung von EC4
4.2.2.1(1) vereinfacht sich die
Berechnung dahingehend, dass in
den Bereichen die mitwir-kende
Breite des Betongurts als konstant
angenommen werden darf.
Die Belastung des Verbundträ- Ohne Momentenumlagerung
gers im Endzustand setzt sich aus
Gd,1, Gd,2, Gd,3 und Qd,1 zusam-
Querkraft am Auflager 0 m
men.
Max VSd=220,26+87,20
Max VSd=307,46 kN

Querkraft am Auflager 17 m
Max VSd=2⋅(306,41+112,47)
Max VSd=837,76 kN

Mit Momentenumlagerung

Bei der Berechnung von Durch-


Feldmoment bei x=7,22 m
laufträgerns ist eine zusätzliche Max MSd=864,11+351,63
Momentenumlagerung mög-lich. Max MSd=1215,74 kNm
Ja nach gewählter Berech-
nungsmethode ist in QS Klasse 1
eine Umlagerung bis zu 40 % Stützmoment bei x=17 m
möglich. In diesem Beispiel, da es
sich um Methode 2 handelt, ist Min MSd=-585,00-214,72
die zulässige Umlagerung auf Min MSd=-799,80 kNm (75%)
25% zu begrenzen.
Max MSd=-441,85 kNm

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6 Beispiele

6.2.4.3 Tragfähigkeit des Stahlträgers (Montagezustand)


Querkraft x-Stelle 17,0 m x-Stelle 6,80 m
Max.Querkraft Vz.Sd -194,39 kN -10,10 kN
Zugehöriges Biegemoment My.Sd -665,46 kNm 274,62 kNm
Plastisches Grenzquerkraft Vpl.z.Rd 1068,58 kN 1068,58 kN
Stegbeulen
Höhe/Dicke Verhältnis d/tw 27,091 27,091
Steghöhe d 298 mm 298 mm
Stegblechdicke tw 11 mm 11 mm
Schubbeulbeiwert ktau 5,340 5,340
Beiwert epsilon 0,814 0,814
Grenzwert EC3 5.6.1(4) 56,404 56,404
Kriterium 0,48<1,0 0,48<1,0
Schub
Gemischte Beanspruchung Vz.Sd,My.Sd nein nein
Nachweis Vz.Sd/Vpl.z.Rd 0,182<1,0 0,009<1,0
Biegung
Max.Biegemoment My.Sd -665,46 kNm 395,31 kNm
Zugehörige Querkraft Vz.Sd -194,39 kN -1,94 kN
Elastisches Grenzmoment My.Rd -745,91 kNm 745,91 kNm
Spannung sigmau -287,92 N/mm² 171,04 N/mm²
Spannung sigmao 287,92 N/mm² -171,04 N/mm²
Gemischte Beanspruchung Vz.Sd,My.Sd nein nein
Nachweis My.Sd/My.Rd 0,892<1,0 0,53<1,0
Tragsicherheitsnachweis 0,892<1,0 0,53<1,0

6.2.4.4 Tragfähigkeit des Verbundquerschnitts (Endzustand)


Querkraft x-Stelle 17,0 m x-Stelle 7,22 m
Max.Querkraft Vz.Sd -402,96 kN 17,08 kN
Zugehöriges Biegemoment My.Sd -795,79 kNm 1217,04 kNm
Plastisches Grenzquerkraft Vpl.z.Rd 1068,58 kN 1068,58 kN
Stegbeulen
Höhe/Dicke Verhältnis d/tw 27,091 27,091
Steghöhe d 298 mm 298 mm
Stegblechdicke tw 11 mm 11 mm
Schubbeulbeiwert ktau 5,340 5,340
Beiwert epsilon 0,814 0,814
Grenzwert EC3 5.6.1(4) 56,404 56,404
Kriterium 0,48<1,0 0,48<1,0
Schub
Gemischte Beanspruchung Vz.Sd,My.Sd nein nein
Nachweis Vz.Sd/Vpl.z.Rd 0,377<1.0 0,016<1,0
Positives Biegemoment
Max.Biegemoment My.Sd -795,79 kNm 1217,04 kNm
Zugehörige Querkraft Vz.Sd -402,96 kN 17,08 kN
Plastisches Grenzmoment Mpl.y.Rd 907,04 kNm 1526,12 kNm
Gemischte Beanspruchung Vz.Sd,My.Sd nein nein
Nachweis My.Sd/My.Rd 0,877<1,0 0,797<1,0
Tragsicherheitsnachweis 0,877<1,0 0,797<1,0

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6 Beispiele

6.2.5 Nachweis der Verbundsicherung zwischen kritischen


Schnitten (Endzustand)
6.2.5.1 Bereich 1 ( 0 bis 7,22) und Bereich 6 (26,77 bis 34)
EC4 6.3.2.1(1) (Gl. 6.13, 6.14) Dübeltragfähigkeit bei einreihiger Anordnung:
Dübeltragfähigkeit bei einreih-
iger Dübelanordnung. π ⋅ d2 1 π ⋅ 1,9 2 1
PRd = 0,8 ⋅ fu ⋅ ⋅ ⋅ k t = 0,8 ⋅ 45 ⋅ ⋅ = 81,7 kN
4 γv 4 1,25
0,7  h
bo  0,7 11,4  15 
kt = ⋅ ⋅ − 1 = ⋅ ⋅  − 1 = 2,27 > k t , grenz = 1
hp 
Nr  hp  1 5,1  5,1 
1 1
PRd = 0,29 ⋅ α ⋅ d 2 ⋅ f ck ⋅ E cm ⋅ ⋅ k t = 0,29 ⋅ 1,0 ⋅ 1,9 2 ⋅ 3,5 ⋅ 3350 ⋅ ⋅ 1,0 = 90,7 kN
γv 1,25
 maßgebend PRd=81,7 kN
Längsschubkraft bei vollständiger Verdübelung
EC4 6.2.1.1(1)

 A a ⋅ f y 0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 
Vl = min  ; + 
 γa γc γ s 
A a ⋅ f y 159 ⋅ 35,5
= = 5131,36 kN
γa 1,1
0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 0,85 ⋅ 250 ⋅ (15 − 5,1) ⋅ 3,5 5,641 ⋅ 50
+ = + = 5154,01 kN
γc γs 1,5 1,15
Vl = min (5131,36 ; 5154,01) = 5131,36 kN

EC4 6.2.1.2(3), Gl.(6.10) Längsschubkraft bei teilweiser Verdübelung


M sd − M apl, Rd 1215,75 − 826,18
Fc = ⋅ Fcf = ⋅ 5131,36 = 2855,99 kN
M pl, Rd − M apl, Rd 1526,12 − 826,18

erforderliche Dübelanzahl
Vl 5131,36
Vollständige Verdübelung: Nf = = = 63
PRd 81,7
Fc 2855,99
Teilweise Verdübelung: N= = = 35
PRd 81,7
N dd
≥ 0,04 ⋅ L cr
Nf
0,04 ⋅ 17 ⋅ 5131,36
N dd = 0,04 ⋅ L cr ⋅ N f = = 43
81,7
Dübelanordnung und Dübelabstände
M pl, Rd 1526,12
EC4 6.1.3(3) = = 1,85 > 2,5  äquidistante Anordnung ist zulässig
M pl, a , Rd 826,18
L cr 7,22 < 6 ⋅ h c = 6 ⋅ 150 = 900 mm
EC4 6.4.1.5(3) N min = = = 10 
0,8 0,8 < 800 mm
L 7,22
EC4 6.4.3.2(1)
N max = cr = = 48  e=150 mm (Abstand der Sicken des Trapezbleches)
0,15 0,15
gewählt: 48 Dübel im Abstand von 150 mm (pro Bereich)

96 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

6.2.5.2 Bereich 2 (7,22 bis 14,73) und Bereich 4 (19,26 bis 26,77)
EC4 6.3.2.1(1) (Gl. 6.13, 6.14) Dübeltragfähigkeit bei einreihiger Anordnung:
Dübeltragfähigkeit bei einreih-
iger Dübelanordnung. π ⋅ d2 1 π ⋅ 1,9 2 1
PRd = 0,8 ⋅ fu ⋅ ⋅ ⋅ k t = 0,8 ⋅ 45 ⋅ ⋅ = 81,7 kN
4 γv 4 1,25
0,7  h
bo  0,7 11,4  15 
kt = ⋅⋅ − 1 = ⋅ ⋅  − 1 = 2,27 > k t , grenz = 1
 hp 
Nr  hp  1 5,1  5,1 
1 1
PRd = 0,29 ⋅ α ⋅ d 2 ⋅ f ck ⋅ E cm ⋅ ⋅ k t = 0,29 ⋅ 1,0 ⋅ 1,9 2 ⋅ 3,5 ⋅ 3350 ⋅ ⋅ 1,0 = 90,7 kN
γv 1,25
 maßgebend PRd=81,7 kN
Längsschubkraft bei vollständiger Verdübelung
EC4 6.2.1.1(1)

 A a ⋅ f y 0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 
Vl = min  ; + 
 γa γc γ s 
A a ⋅ f y 159 ⋅ 35,5
= = 5131,36 kN
γa 1,1
0,85 ⋅ A c ⋅ f ck A se ⋅ f sk 0,85 ⋅ 250 ⋅ (15 − 5,1) ⋅ 3,5 5,641 ⋅ 50
+ = + = 5154,01 kN
γc γs 1,5 1,15
Vl = min (5131,36 ; 5154,01) = 5131,36 kN
EC4 6.2.1.2(3), Gl.(6.10) Längsschubkraft bei teilweiser Verdübelung
M sd − M apl, Rd 1215,75 − 826,18
Fc = ⋅ Fcf = ⋅ 5131,36 = 2855,99 kN
M pl, Rd − M apl, Rd 1526,12 − 826,18

erforderliche Dübelanzahl
Vl 5131,36
Vollständige Verdübelung: Nf = = = 63
PRd 81,7
Fc 2855,99
Teilweise Verdübelung: N= = = 35
PRd 81,7
N dd
≥ 0,04 ⋅ L cr
Nf
0,04 ⋅ 17 ⋅ 5131,36
N dd = 0,04 ⋅ L cr ⋅ N f = = 43
81,7
Dübelanordnung und Dübelabstände
M pl, Rd 1526,12
EC4 6.1.3(3) = = 1,85 > 2,5  äquidistante Anordnung ist zulässig
M pl, a , Rd 826,18
L cr 7,51 < 6 ⋅ h c = 6 ⋅ 150 = 900 mm
EC4 6.4.1.5(3) N min = = = 10 
0,8 0,8 < 800 mm
L cr 7,51
EC4 6.4.3.2(1) N max = = = 50  e=150 mm (Abstand der Sicken des Trapezbleches)
0,15 0,15

gewählt: 50 Dübel im Abstand von 150 mm (pro Bereich)

Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH 97


6 Beispiele

6.2.5.3 Bereich 3 (14,73 bis 17) und Bereich 4 (17 bis 19,26)
EC4 6.3.2.1(1) (Gl. 6.13, 6.14) Dübeltragfähigkeit bei einreihiger Anordnung:
Dübeltragfähigkeit bei einreih-
iger Dübelanordnung. π ⋅ d2 1 π ⋅ 1,9 2 1
PRd = 0,8 ⋅ fu ⋅ ⋅ ⋅ k t = 0,8 ⋅ 45 ⋅ ⋅ = 81,7 kN
4 γv 4 1,25
0,7 bo  h  0,7 11,4  15 
kt = ⋅ ⋅ − 1 = ⋅ ⋅  − 1 = 2,27 > k t , grenz = 1
hp  
Nr  hp  1 5,1  5,1 
1 1
PRd = 0,29 ⋅ α ⋅ d 2 ⋅ f ck ⋅ E cm ⋅ ⋅ k t = 0,29 ⋅ 1,0 ⋅ 1,9 2 ⋅ 3,5 ⋅ 3350 ⋅ ⋅ 1,0 = 90,7 kN
γv 1,25
 maßgebend PRd=81,7 kN

EC4 6.2.1.1(1)
Längsschubkraft bei vollständiger Verdübelung

Fcf = A se ⋅
f sk
γs
π
(
= 17 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 ⋅
4
)
50
1,15
= 454,25 kN

erforderliche Dübelanzahl
Vl 454,25
Vollständige Verdübelung: Nf = = =6
PRd 81,7

Dübelanordnung und Dübelabstände

L cr 2,27 < 6 ⋅ h c = 6 ⋅ 150 = 900 mm


EC4 6.4.1.5(3) N min = = =3 
0,8 0,8 < 800 mm
L 2,27
EC4 6.4.3.2(1) N max = cr = = 15  e=300 mm (Abstand der Sicken des Trapezbleches)
0,15 0,15

gewählt: 8 Dübel im Abstand von 300 mm (pro Bereich)

98 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

6.2.6 Nachweis der Schubsicherung des Betongurts (End-


zustand)
6.2.6.1 Bereich 1 ( 0 bis 7,22) und Bereich 6 (26,77 bis 34)
Bemessungslängsschubkraft Bemessungslängsschubkraft pro Meter:
entspricht der aufnehmbaren
Kraft der Dübel pro Meter. PRd ⋅ 1 m 81,7 ⋅ 1
VSd = = = 544,67 kN
e 0,15
Längsschubbeanspruchung im Schnitt a-a bzw e-e:
3,6 + 1,2
A cv1 = 15 ⋅ 100 − 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 1414,32 cm 2 / m
2
A cv 2 = (15 − 5,1) ⋅ 100 = 990 cm 2 / m
π
( )
A e = 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 4,30 cm 2 / m
4
A p = 15,62 cm 2 / m

f 2,2
τ Rd = 0,25 ⋅ ctk 0,05 = 0,25 ⋅ = 0,367 N mm 2 = 0,0367 kN cm 2
γc 1,5
A p ⋅ f yp 15,62 ⋅ 35,5
Vpd = = = 504,1 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 4,30 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 1414,32 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 504,1 = 820,82 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 990 ⋅ 3,5 504,1
VRd = + = + = 753,04 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 753,04 kN
Nachweis:
VSd 0,5 ⋅ 544,67 kN
= = 0,36 < 1,0
VRd 753,04 kN
Längsschubbeanspruchung im Schnitt b-b:
3,6 + 1,2
A cv1 = (2 ⋅ 12,5 + 3,2 ) ⋅ 100 − 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 2648,64 cm 2 / m
2
A cv 2 = (2 ⋅ (12,5 − 5,1) + 3,2) ⋅ 100 = 1800 cm 2 / m
π
( )
A e = 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 8,60 cm 2 / m
4
A p = 2 ⋅ 15,62 = 31,24 cm 2 / m

A p ⋅ f yp 31,24 ⋅ 35,5
Vpd = = = 1008,2 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 8,60 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 2648,64 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 1008,2 = 1624,9 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 1800 ⋅ 3,5 1008,2
VRd = + = + = 1422,08 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 1422,08 kN
Nachweis:
VSd 544,67 kN
= = 0,38 < 1,0
VRd 1422,08 kN

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6 Beispiele

6.2.6.2 Bereich 2 (7,22 bis 14,73) und Bereich 5 (19,26 bis 26,77)
Bemessungslängsschubkraft Bemessungslängsschubkraft pro Meter:
entspricht der aufnehmbaren
Kraft der Dübel pro Meter. PRd ⋅ 1 m 81,7 ⋅ 1
VSd = = = 544,67 kN
e 0,15
Längsschubbeanspruchung im Schnitt a-a bzw e-e:
3,6 + 1,2
A cv1 = 15 ⋅ 100 − 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 1414,32 cm 2 / m
2
A cv 2 = (15 − 5,1) ⋅ 100 = 990 cm 2 / m
π
( )
A e = 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 4,30 cm 2 / m
4
A p = 15,62 cm 2 / m

f 2,2
τ Rd = 0,25 ⋅ ctk 0,05 = 0,25 ⋅ = 0,367 N mm 2 = 0,0367 kN cm 2
γc 1,5
A p ⋅ f yp 15,62 ⋅ 35,5
Vpd = = = 504,1 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 4,30 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 1414,32 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 504,1 = 820,82 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 990 ⋅ 3,5 504,1
VRd = + = + = 753,04 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 753,04 kN
Nachweis:
VSd 0,5 ⋅ 544,67 kN
= = 0,36 < 1,0
VRd 753,04 kN
Längsschubbeanspruchung im Schnitt b-b:
3,6 + 1,2
A cv1 = (2 ⋅ 12,5 + 3,2 ) ⋅ 100 − 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 2648,64 cm 2 / m
2
A cv 2 = (2 ⋅ (12,5 − 5,1) + 3,2) ⋅ 100 = 1800 cm 2 / m
π
( )
A e = 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 8,60 cm 2 / m
4
A p = 2 ⋅ 15,62 = 31,24 cm 2 / m

A p ⋅ f yp 31,24 ⋅ 35,5
Vpd = = = 1008,2 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 8,60 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 2648,64 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 1008,2 = 1624,9 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 1800 ⋅ 3,5 1008,2
VRd = + = + = 1422,08 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 1422,08 kN
Nachweis:
VSd 544,67 kN
= = 0,38 < 1,0
VRd 1422,08 kN

100 Programm VERBUND-TR © 2012 Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6 Beispiele

6.2.6.3 Bereich 3 (14,73 bis 17) und Bereich 4 (17 bis 19,26)
Bemessungslängsschubkraft Bemessungslängsschubkraft pro Meter:
entspricht der aufnehmbaren
Kraft der Dübel pro Meter. PRd ⋅ 1 m 81,7 ⋅ 1
VSd = = = 277,33 kN
e 0,30
Längsschubbeanspruchung im Schnitt a-a bzw e-e:
3,6 + 1,2
A cv1 = 15 ⋅ 100 − 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 1414,32 cm 2 / m
2
A cv 2 = (15 − 5,1) ⋅ 100 = 990 cm 2 / m
π
( )
A e = 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 4,30 cm 2 / m
4
A p = 15,62 cm 2 / m

f 2,2
τ Rd = 0,25 ⋅ ctk 0,05 = 0,25 ⋅ = 0,367 N mm 2 = 0,0367 kN cm 2
γc 1,5
A p ⋅ f yp 15,62 ⋅ 35,5
Vpd = = = 504,1 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 4,30 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 1414,32 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 504,1 = 820,82 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 990 ⋅ 3,5 504,1
VRd = + = + = 753,04 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 753,04 kN
Nachweis:
VSd 0,5 ⋅ 272,33 kN
= = 0,18 < 1,0
VRd 753,04 kN
Längsschubbeanspruchung im Schnitt b-b:
3,6 + 1,2
A cv1 = (2 ⋅ 12,5 + 3,2 ) ⋅ 100 − 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 5,1 = 2648,64 cm 2 / m
2
A cv 2 = (2 ⋅ (12,5 − 5,1) + 3,2) ⋅ 100 = 1800 cm 2 / m
π
( )
A e = 2 ⋅ 7 ⋅ ⋅ 0,652 + 0,6 2 = 8,60 cm 2 / m
4
A p = 2 ⋅ 15,62 = 31,24 cm 2 / m

A p ⋅ f yp 31,24 ⋅ 35,5
Vpd = = = 1008,2 kN
γ ap 1,1
A e ⋅ f sk 8,60 ⋅ 50
VRd = 2,5 ⋅ A cv ⋅ η ⋅ τ Rd + + Vpd = 2,5 ⋅ 2648,64 ⋅ 1 ⋅ 0,0367 + + 1008,2 = 1624,9 kN
γs 1,15
0,2 ⋅ A cv ⋅ f ck Vpd 0,2 ⋅ 1800 ⋅ 3,5 1008,2
VRd = + = + = 1422,08 kN
γc 3 1,5 3
maßgebend: VRd = 1422,08 kN
Nachweis:
VSd 277,33 kN
= = 0,19 < 1,0
VRd 1422,08 kN

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6 Beispiele

6.2.7 Nachweis im Grenzzustand der Gebrauchs-


tauglichkeit (maßgebende Stelle 9,03 m)
6.2.7.1 Überhöhung
Verformungen infolge ständiger Lasten zum Zeitpunkt t=0

bei 9,03 Metern  4,72 cm


Verformungen infolge zeitlich konstanter Lasten zum Zeitpunkt t=∞

bei 9,03 Metern  1,55 cm


  48   105902,57 
δ 2 = 1,55 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 1,70 cm
  63   45070 
Verformungen infolge des Betonschwindens zum Zeitpunkt t=∞
Schwindnormalkraft:
n0 ⋅ Eb 6,269 ⋅ 3350
N s = ε cS ⋅ ⋅ A c = 5,93 ⋅ 10 − 4 ⋅ ⋅ 250 ⋅ (15 − 5,1) = 2438,38 kN
n F, S 12,638
Schwindmoment:

 15 − 5,1 
M s = N s ⋅ z i, s = 2438,38 ⋅  + 5,1 + 2,83  = 314,06 kNm
 2 

bei 9,03 Metern  2,37 cm


  48   123740,70 
δ3 = 2,37 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 2,67 cm
  63   45070 
Verformungen infolge des quasi-ständigen Verkehrslastanteils zum Zeitpunkt t=∞

bei 9,03 Metern  1,76 cm


  48   111577,93 
δ 41 = 1,76 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 1,95 cm
  63   45070 
Erforderliche Überhöhung:
δ 0 = δ1 + δ 2 + δ3 + δ 41 = 4,72 + 1,70 + 2,67 + 1,95 = 11,04 cm

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6 Beispiele

6.2.7.2 Berechnung der maximalen Durchbiegung


Somit ergibt sich die max. Durchbiegung aufgrund der seltenen Einwirkungskombination

bei 9,03 Metern  2,14 cm


  48   141300,30 
δ 42 = 2,14 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 2,47 cm
  63   45070 
L 1700
δ 4 Max = δ 42 = 2,47 cm < δ max, grenz = = = 6,8
250 250

6.2.7.3 Berechnung der minimalen Durchbiegung


Somit ergibt sich die max. Durchbiegung aufgrund der seltenen Einwirkungskombination

bei 9,03 Metern  0,61 cm


  48   111577,93 
δ 43 = 0,61 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 0,67 cm
  63   45070 

bei 9,03 Metern  0,69 cm


  48   141300,30 
δ 44 = 0,69 ⋅ 1 + 0,3 ⋅ 1 −  ⋅  − 1 = 0,80 cm
  63   45070 
L 1700
δ 4 Min = δ 41 + δ 43 + δ 44 = 1,95 + 0,67 + 0,8 = 3,42 cm < δ max, grenz = = = 6,8
250 250

6.2.7.4 Berechnung der Eigenfrequenz


Die Eigenfrequenz wird aus der
Durchbiegung [mm] des Ver-
bundträgers unter Eigenlast π E ⋅ I v,0 m π 21000 ⋅ 14,807948 cm 2 ⋅ m 2 m
ermittelt. f= ⋅ 4
⋅ 9,81 ⋅ 2 = ⋅ ⋅ 9,81 ⋅ 2 = 2,02 Hz
2 l ⋅q s 2 17 4 ⋅ (1,25 + 9,4 + 6,5 + 5) s

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Anhang Literatur

Anhang Literatur
[1] DIN V ENV 1994-1-1 (Eurocode 4): Bemessung und Konstruktion von Verbundtrag-
werken aus Stahl und Beton - Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln - Bemes-
sungsregeln für den Hochbau. Februar 1994.
[2] DIN V ENV 1992-1-1 (Eurocode 2): Planung von Stahlbeton- und Spannbetontrag-
werken – Teil 1: Grundlagen und Anwendungsregeln für den Hochbau. Juni 1992.
[3] DIN V ENV 1993-1-1 (Eurocode 3): Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten –
Teil 1: Allgemeine Bemessungsgrundlagen, Bemessungsregeln für den Hochbau.
April 1993.
[4] DASt-Richtlinie 104: Nationales Anwendungsdokument (NAD) - Richtlinie zur An-
wendung von DIN V ENV 1994 Teil 1-1. Februar 1994.
[5] DASt-Richtlinie 103: Nationales Anwendungsdokument (NAD) - Richtlinie zur An-
wendung von DIN V ENV 1993 Teil 1-1. November 1993.
[6] Schleich J.B.; Mathieu J.; Conan Y.: Handbuch für Entwurf, Berechnung und Bemes-
sung unverschieblicher Stahlverbundhochbauten nach Eurocode 4. ProfilARBED,
Luxembourg 2000.
[7] Bode, H.: Euro-Verbundbau - Konstruktion und Berechnung, 2. Auflage. Werner
Verlag, Düsseldorf 1998.
[8] Bauen mit Stahl: Fachseminar und Workshop - Bemessung von Verbundträgern
nach dem Eurocode 4 (Band 1-3). Bauen mit Stahl, Düsseldorf 1997.
[9] Hofmann, B.: Stahl-Verbundbau - Verbundkonstruktionen im Hochbau. Verlag
Stahleisen, Düsseldorf 2002.
[10] Bode, H.; Feldmann M.: Schneider-Bautabellen, 15. Auflage, Kapitel 8 D, Verbund-
bau nach DIN V ENV 1994 (EC 4). Werner Verlag, Düsseldorf 2002.
[11] Lohse, W.: Wendehorst Bautechnische Zahlentafeln, 30. Auflage, Kapitel 9.5, Ver-
bundtragwerke. Teubner Verlag, Stuttgart/Leipzig/Wiesbaden 2002.
[12] Verbundtragwerke aus Stahl und Beton - Eurocode 4, Teil 1-1, DIN V ENV 1994-1-1 -
Normen, Richtlinien. Beuth Verlag, Berlin/Wien/Zürich, März 1994.
[13] Roik, K.; Bergmann, R.; Haensel, J.: Bemessen und Konstruieren im Studium,
Kapitel D, Verbundkonstruktionen - Bemessung auf der Grundlage des Eurocode 4
Teil 1. Ernst & Sohn, Berlin 2000.
[14] Lindner, J.; Scheer, J.; Schmidt, H.; Stahlbauten, Erläuterungen zu DIN 18 800, Teil 1
bis Teil 4; Beuth Verlag, Berlin; Ernst & Sohn Verlag, Berlin, 2. Auflage

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