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Löwenzahn Künstlicher Intelligenz

Entschuldigung, darf ich bitte vorbei? Entschuldigung. Was machst du da,


Kleiner? Aber für so 'n Fall sind wir vorbereitet. Keks, dein Einsatz. * Keks bellt,
Hund winselt, Fritz Fuchs lacht. *Die Einkaufshilfe habe ich für Oma Ilse
gebaut, aber die kam mit der Fernbedienung nicht zurecht. Mal sehen, was daraus
wird. Apropos Wirt.
1.11.Hallo, Gigi, ich wollte mal fragen, Hallo, Gigi, ich wollte mal fragen, was aus
meiner bestellten Pizza wird? Wie, selbst abholen? Ciao. Schön. Keks, pass auf! Ich
hol mal die Pizza ab, und du wartest. Ja? Also, bis gleich.
1.37.Los, los, los, los. Avanti, avanti! -Ist ja cool. Mein Einkaufsmobil. Was ist denn
heute eigentlich los? Es dauert ja ewig. was soll ich machen? Alle meine Fahrer
sind weg und arbeiten für dieses Pronto. -Schneller, besser, lecker. -Lecker. Die
werden immer größer, und die haben auch schon ein Auge auf meinen Laden
geworfen. Aber das sag ich euch, Gigis bleibt Gigis! * Er seufzt. * Weißt du, Fritz, so
ein Roboterauto, das wäre fantastisch. Mittags fährt es zu den Kunden und dann
bleibt es in der Ecke. Wird nie krank, braucht keinen Urlaub. Fantastico.
2.21. Schön wär's. Aber ein Einkaufsmobil, das ist ja nur ferngesteuert. Ohne
mich... könnte das gar nichts. -Dann musst du eins erfinden. -So 'n richtigen
Auslieferungsroboter, der bräuchte so was wie Augen und Ohren. Eigentlich 'n
richtiges Gehirn. Nee, nee. Künstliche Intelligenz kommt auf die Räder. Bärstädter
Forscher mit dabei. Das ist doch die Buschi. Professorin Pauline Buschmann. Und
die kennst du?
2.56.Aus der Schule. Die hat mich in Mathe abschreiben lassen. Und ich sie dafür in
Deutsch. -Deswegen macht sie große Erfindungen und du nur ganz kleine. -Gigi,
was bekomme ich, wenn ich's doch schaffe? -So ein richtiges Roboterauto? Ein Jahr
deine Lieblingspizza umsonst. -Mit Sofortauslieferungsgarantie. -Deal.

3.28.Hey, super. Ja, ich weiß, wo das ist. Bis später, Buschi, äh, Pauline. Das wär der
Hammer, wenn das klappt. Ein rollender Pizzabote, allein unterwegs. Autonom. ob
die künstliche Intelligenz damit klarkommt?
3.45. Allein Staub saugen und Rasen mähen können Computerhirne schon länger.
Ein Stromdraht unterm Gras sagt dem hier, wo sein Revier zu Ende ist. Fährt er
irgendwo dagegen, wird ein Kontaktsensor ausgelöst und schon dreht er wieder
ab. Nicht schlecht, ist aber nichts für die Straße. Da sind diese kleinen Flitzer schon
etwas weiter. Hier werden Online-Bestellungen versandt. Damit die Leute nicht
immer hin- und herrennen müssen, werden die Regale zu ihnen gebracht. Die
Mini-Transporter haben abgespeichert, wo was gelagert ist und wie man dahin
kommt. Was die in der Halle können, können ihre großen Brüder im Kontainerhafen
auch. Das Abladen steuert noch ein Mensch. Aber dann übernehmen schlaue
Fahrzeuge. Diese Transporter kennen jeden Weg im Hafen. Der Trick dabei ist:
überall im Boden sind kleine Sender verlegt. Mit Funk-Hilfe fahren sie fast wie auf
Schienen zum Ziel. Perfekte Technik, ist aber auch noch nix für die Welt da
draußen. Denn es funktioniert nur auf dem präparierten Hafengelände. Im
Straßenverkehr müssten die selbstständigen Fahrzeuge noch viel mehr erkennen
und verstehen.

5.02.So. Was hat Buschi gesagt? * Stimme aus der Gegensprechanlage. * Shuttle
ist unterwegs. Danke. Mit Fahrservice. Ganz schön nobel. Und so fix. (Shuttle) Die
Fahrzeit beträgt zwei Minuten. Bitte, setzen Sie sich hin. Keiner da. Bitte, setzen Sie
sich endlich hin. Fährt ganz von allein. Sie haben das Ziel Institut für künstliche
Intelligenz erreicht.

6.05.Hallo, Fritz. Du hast dich überhaupt nicht verändert. -Sag mal, ist der echt? -
Nee, das meine ich nicht. Ich meine, fährt der von alleine? Nicht ferngesteuert?
- Der fährt von alleine. Und zwar besser als ich. - Aber wie? - Hier hast du 'ne
Kamera. Die hast du hinten auch. Dann hast du jede Menge Abstandssensoren. Die
beiden messen 270 Grad. Und der in der Mitte 180 Grad. -Ja, aber wie geht das mit
dem Abstandmessen? -Wirf mal gegen die Wand.So, und jetzt geh mal näher
ran. Merkst du was? -Je näher ich bei der Wand bin, umso schneller kommt der Ball
zurück. Genauso macht's der Wagen.Mit Tennisbällen? -Nee, mit Laserstrahlen. Das
Prinzip ist immer so, er sendet 'n Signal aus und misst die Zeit, bis es
zurückkommt. So kann er errechnen, wie weit das Hindernis entfernt ist. Genau
und wie's aussieht. Er macht sich 'n genaues Bild von seiner Umgebung.
7.04.Wie die Fledermaus mit ihren Rufen. Die Fledermaus hat ja auch 'n Gehirn, um
die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. - Wie das moderne Auto. - Das Auto von
morgen. -Und so manches von heute. -Echt?
7.16. Man sieht es nicht an, aber in vielen Autos wird heute bereits künstliche
Intelligenz genutzt. Hier hat die Bord-Kamera ein Verkehrsschild gesehen. Und das
Auto-Hirn hat's kapiert: Achtung, du fährst falsch! Auch die Begrenzungslinien
behält die Kamera im Blick. Immer schön geradeaus. Und in einem Stau? Das
ewige Abbremsen und wieder Anfahren nervt und es kommt leicht zu
Unfällen. Gut, wenn das Auto von alleine bremsen kann. So fährt man keinem
hinten drauf, wenn man mal abgelenkt ist. Überhaupt macht langes Fahren uns
Menschen ja so müde. Aber selbst das entgeht dem schlauen Auto nicht. Es hat
die müden Augen und ruckartigen Bewegungen des Fahrers bemerkt und
meldet: Hallo! Zeit für eine Kaffeepause. Aber erst mal 'n Parkplatz finden. Ob der
groß genug ist? Ja , sagt das Auto und parkt selbst ein, was viele Menschen ja
nicht so gut können. Automatisch. Wenn die Lücke zu eng zum Aussteigen ist,
geht's auch ganz ohne Fahrer. Ganz schön selbstständig, das Auto von heute.

8.20.Du meinst, das Auto von morgen fährt wirklich selbstständig? Aber braucht es
dafür nicht mehr künstliche Intelligenz? -Na, etwa so viel, wie hier im Labor
ist. Hey, ich hab die Personenerkennung neu kalibriert. Und... - Das ist Fritz. Kein
Spion. Und das ist Kevin, mein studentischer Mitarbeiter. -Oh, 'ne Teststrecke. -
Hier trainieren wir den Verstand unserer Autos. Die müssen nicht nur ihre
Umgebung erkennen können. - Nein, sie müssen vor allen Dingen alle Regeln im
Kopf haben für jede Situation. - Und am schwersten: Sie müssen Entscheidungen
treffen, und zwar die richtigen.
9.04.Das ist ja 'ne sportliche Herausforderung. -Vor allen Dingen ist es ein mega
Wettbewerb. Auf der ganzen Welt sitzen Forscher daran. - Ja, so wie wir hier in
Bärstadt. -Wie liegt ihr im Rennen? -Spitzenmäßig. Unser Fahrzeug könnte schon
alleine durch die Gegend fahren, aber es darf leider noch nicht. -Wenn man z. B.
auf der öffentlichen Straße fahren wollen würde,müsste ein Sicherheitsfahrer dabei
sein. Und diese ganzen Genehmigungen, die dauern total lang. Und für mich zählt
zum Forschen Löwenherz und Wagemut.
9.33.Und Geduld. Dein Durchbruch kommt schon noch. Sicherheit geht vor. Sind
große Fahrzeuge. -Würdet ihr vielleicht von der Teststrecke gehen. -Ja. Pass auf. -
Ich hätte da 'ne Idee, wie ihr euer Superhirn schneller an den Start bekommt. Mit
'nem ungefährlichen Fahrzeug, das ist langsamer und kleiner als mein Hund
Keks. Ich dachte da an einen autonomen Auslieferungsroboter. Auf den Wegen
Bärstadts für, zum Beispiel... Pizzen. - Oder Pakete. -Ja, ganz genau. Ich weiß, wie
der aussehen muss.

10.10.Unser Fahrzeug bräuchte drei Achsen für die Kantsteine in Bärstadt. Und
dann obendrauf so 'ne feste Box mit wiederverschließbarem Deckel. Ja, und dann
Kameras vorne und hinten. -Ja, vier, mindestens. -Und dann natürlich
diese Abstandssensoren an den Ecken. Das machen wir mit Ultraschall. -Soll das
heißen... -Das ist genial. Fritz, das wird unsere Erfindung. -Deal. Buschi. -Wir haben
gar keine Genehmigung. Ohne Genehmigung darf man das gar nicht machen. -Das
machen wir später. Löwenherz und Wagemut. Wie schnell kriegst du so was hin? -
Schnell. Wie schnell bekommst du das mit den Behörden hin? Noch schneller.

10.50.Hey, Süßer. Hallo, Pauline. -Der spricht ja mit dir. -Ja, der denkt sogar
mit. Lege für die neue Steuerungssoftware einen Ordner an mit dem
Namen.. Buschi-Bus. Du willst doch nicht unser Baby Buschi-Bus nennen, oder? Ja,
wie sonst? Vielleicht Flitz-Fritz, oder so? -Quark. Nee, das müsste irgendwas
Schlaues sein. -Ja, irgendwas mit Auto.
11.28.Morgen, Herr Fuchs. Schlauto bereit zur Probefahrt. Habt ihr das
Kamerabild aufm Schirm? -Ja, haben wir. Wo schicken wir ihn hin? -Wie wär's mit
Kleine Brunnenstraße 3. - Ja. Das ist gut. Und go. -Er macht sich aufn
Weg. Hoffentlich geht alles gut.

12. Um im echten Verkehr mitfahren zu können, muss Schlauto erst mal


üben, hier auf einem Verkehrsübungsplatz. Okay, geradeaus fahren ist kein
Problem. Aber da vorne kommt die erste Herausforderung: Eine Ampel! Rot. Und
stopp. Auch kein Problem. Schlautos Kamera kann ja Farben unterscheiden. Rot
heißt stehen bleiben. Die Fußgänger dürfen jetzt gehen. Die Sensoren
geben Schlauto Bescheid, wenn's wieder Grün wird. Achtung, weiterfahren! Und
jetzt aufgepasst. Ein Fahrrad fährt voraus. Ja, immer schön Abstand halten.
Schlauto hat alles im Griff. Aber was ist das? Ampel Rot. Fahrrad steht. Ampel
Grün. Fahrrad steht immer noch. Na klar, überholen. Gute Entscheidung. Auf zur
nächsten Übung. Eine Absperrung. Schlauto kennt diese Situation bereits und
bleibt davor stehen. Autonome Fahrzeuge merken sich alles, was sie schon gelernt
haben. Dabei entstehen super genaue Karten und Lösungen für viele Situationen,
und jedes Verkehrsschild wird erkannt. Stopp! Und weiter geht's. Auch den
Zebrastreifen hat Schlauto schon in seiner Straßenkarte abgespeichert. Gut so,
denn... das hätte auch schiefgehen können. Autonome Autos kurven die ganze Zeit
durchs Land, gucken den Menschen beim Fahren zu, lernen dabei und
tauschen sich sogar untereinander aus. So entsteht eine gewaltige künstliche
Intelligenz, die bald sicherer fahren soll als jeder Mensch. Na, ob das klappt?
13.43.(Schlauto) Darf ich bitte vorbei? - Macht sich prima, unser Baby. Zielstrebig.
-Tja, wie die Mama. (PC) Wir haben 'n Termin. -Beim Patentamt? - Ja. Morgen
um 9 könnt ihr Schlauto als eure Erfindung anmelden. Danke, Süßer. - Gern. -Wir
müssen jetzt ins Seminar. -Alles klar. Kannst du mal übernehmen, ich muss zu
meinen Studenten.
14.08.Gerne, hab eh noch was mit Schlauto vor. - Und denk dran, Löwenherz und
Wagemut. -Ja, das war eigentlich mein Text.
14.27.Und, was sagst du? -Mama mia, das ist fantastisch. Und der fährt zu jeder
Adresse, die du ihm nennst? -Nenn mir eine und ich zeig's dir. * Gigi lacht. * Und
go. Bravo.
* Er lacht. *
15.06.(Schlauto) Hallo, ich habe eine Lieferung für Sie.
15.13.Kuckuck! Was hast du denn geschrieben? Ich fahre mit Gigi in die
Zukunft. Weißt du was? Meine Schwester muss Schlauto unbedingt
kennenlernen. Schickst du ihn hin?
Zum Blumenladen? Ja. Großer Wall 17. -Ganz alleine, fantastisch. Ihr könnt stolz
sein auf euern Bambino, du und die Professore. Aber es ist 'n besseres Gefühl, ihn
noch zu begleiten. -Du schaust durch seine Augen. Großartig. -Und was ist jetzt
passiert? Nichts Gutes. Hey, stehen bleiben! Hey, Mistkerl! Geht's noch? Na,
Schlauto, noch alles dran? - Ich schalte jetzt ab.
-
16.34. Die Schäden sind halb so wild, aber der Dieb läuft immer noch frei rum und
wird's wieder versuchen. Radmutter? -Du meinst, es war einer von den Pronto-
Leuten? -Gigi meint, die sind scharf auf seinen Laden. Und alles, was ihm
hilft, kommt ihren Plänen in den Weg. -Verstehe. -Siebzehner. Wir müssen unser
Baby besser beschützen. -Alles klar. Ich hab was mitgebracht. -Was ist denn das? -
Das ist ein GPS-Sender. Den machen wir jetzt hier dran, und dann... ...können wir
jederzeit sehen, wo Schlauto sich befindet. Genau. Und wir sehen uns morgen um
9? -Patentamt. Und ab dann, Keks, ab dann ist Schlauto offiziell unser
Werk. Tschüss. Ciao, Papa.
17.28.-Wer weiß, vielleicht fahren bald 100 Schlautos durch Bärstadt. Selbst wenn
nicht, die künstliche Intelligenz ist aus dem Verkehr nicht mehr wegzudenken.

17.38. Wenn ich heute mit dem Auto unterwegs bin, ist das fast immer purer
Stress. Ob auf der Autobahn oder in der Stadt. Viel zu viele Fahrzeuge stehen viel
zu oft im Stau. Immer ist die Ampel Rot. Und schaltet sie endlich um, verpennt die
Schlafmütze ganz vorne, loszufahren. Boah, was für eine Verschwendung von
Lebenszeit. Viele werden da ungeduldig. Und einige richtig sauer. Kein
Wunder, dass es hier und da mal rumst. Und oft gleich mehrfach hintereinander. Ja,
und hat man dann sein Ziel erreicht, findet sich nirgendwo 'n Parkplatz. Und der
Ärger geht wieder von vorn los. Wieder verschwendet man Lebenszeit.Das macht
einfach keinen Spaß.
18.31. Mensch, geht das nicht auch anders? Die Forscher glauben schon. Mit
künstlicher Intelligenz auf Rädern und anders, als wir das Auto bisher kennen.Wenn
Autos von alleine fahren,bräuchte man kein Lenkrad mehr. Das Auto könnte zu
einem anderen Raum werden, in dem wir unterwegs andere Dinge tun:wie lesen,
spielen oder fernsehen. Das wäre was! Die Autos wären auch nie genervt oder
ungeduldig. Sie würden im Kontakt mit der Ampel alle gleichmäßig
hintereinanderher rollen und keine Staus produzieren. Unfälle gäbe es
hoffentlich auch nicht. Und gäbe es doch mal 'n Hindernis,kann das vordere
Auto sofort alle hinteren warnen,und die würden automatisch bremsen. Ganz von
allein. Die nervige Parkplatzsuche fällt aus. Zumindest für mich. Mein Auto setzt
mich ab und fährt dann irgendwohin, wo Platz ist. Oder noch besser, zu
jemand anderem, der es benutzen will. Mit solchen Robotertaxis, die allen
gehören, gäbe es viel weniger Fahrzeuge in der Stadt und so viel mehr
Lebensraum für die Menschen. Das klingt doch ganz schlau. Der Straßenverkehr mit
künstlicher Intelligenz.

19.40.(Schlauto) Es regnet, Keks. In Strömen. Das ist ja alles schöne


Zukunftsmusik. Schwer vorstellbar und faszinierend zugleich. Aber in 'n paar
Jahren wissen wir mehr. Jedenfalls kann ich Schlauto jetzt wieder vorführen, und
Keks passt drauf auf. Gute Nacht, Keks. Ohne die Steuerungssoftware
könnte ohnehin keiner was damit anfangen, und an die kommt kein Mensch
ran. Na, ich bin mal gespannt, wovon ich heute Nacht träume.

20.35. Hallo, Süßer, ich bin's, Pauline. Ich brauche die Software für Schlauto. Und
ich möchte sein Kamerabild sehen, jetzt. Morgen, Keks, muss gleich
los. Frühstück. Was ist 'n los mit dir? Keinen Hunger? * Keks winselt. * Wo hast du
die Würstchen her? Warum liegst du denn nicht vor dem... Na, können wir
los? Schlauto wurde geklaut. (Beide) Der GPS-Sender. (leise) Richtig. Oh, der ist
schnell. Der ist mit dem Auto unterwegs. Aber nicht weit. Den kriegen wir, los.

21.36.Oh, du hast ja immer noch die alte Möhre. Kannst gerne laufen. Nö, nö, nö,
nö. * Reifen quietschen. * Jetzt geht's ins Gewerbegebiet. Da liegt die Zentrale von
Pronto. Schneller, besser, lecker. Jetzt biegt er rechts ab. Da geht's nicht zu
Pronto. Jetzt biegt er rechts ab. Da geht's nicht zu Pronto. Da geht's zum
Campus. Da vorne, das muss es sein. Das rote. Der will zum hinteren Tor wieder
raus! Ist da nicht das Patentamt? Da will uns jemand zuvorkommen. Ja, mit
unserem Schlauto. Das gibt's doch nicht. Kannst du nicht schneller fahren? Ja, ich
kann schon, aber mein Auto nicht. Man müsste ihm den Weg
abschneiden. Irgendjemand. Jemand. Den Shuttle, bitte. * dramatische Musik *

Das mit dem Löwenherz und dem Wagemut, das muss dein Kevin irgendwie
missverstanden haben. Aber er hat Köpfchen, Fantasie und noch 'ne große Zukunft
vor sich, und deswegen behalt ich ihn. Apropos Zukunft,laut Gigis
Sofortauslieferungsgarantie müsste eigentlich jeden Moment... Ach, unser Baby
anrollen. (Schlauto) Hallo, ich habe eine Lieferung für Mama und Papa. Mit einer
Nachricht. Congratulazione. * Beide lachen. * Ich weiß ja nicht, was ihr
macht, aber wir müssen uns jetzt erst mal um die Pizza kümmern. Und Keks dreht
diesmal eine Runde mit anderer Begleitung. Also, bis zum nächsten
Mal. Tschüss. Na dann, auf unser erstes Baby!
pur Spione im Netz
Wir fotografieren, wir schreiben, posten und senden. Wir liken, laden hoch und
runter, speichern, vergeben Passwörter, melden uns an und ab. Wir installieren und
akzeptieren, lassen uns leiten. Alles super praktisch, macht jede Menge Spaß, total
normal. Aber Achtung:
Wenn das jemand hackt, der kann ja dann alles herausfinden.
Es kam eine SMS von meiner Freundin, obwohl sie keine gesendet hat.
Dass das so einfach geht, irgendwelche Accounts zu hacken.
Und dass mobile Netzwerke auch gefährlich sein können.
Obwohl man denkt, dass so was eigentlich gar nicht geht.

1.04.Hinter all dem, was wir da jeden Tag so ganz selbstverständlich mit unseren
Smartphones oder Computern machen, lauern leider auch Gefahren. Gefährlich ist
es deshalb, weil all unsere persönlichen Daten, also Fotos, Passwörter oder
auch Nachrichten gehackt werden können. Und dieses Hacken, das könnt ihr euch
in etwa so vorstellen:
1.33. Jemand bricht bei euch zu Hause ein, obwohl die Tür abgeschlossen ist. Und
dieser Fremde schaut sich dann in eurem Zimmer alles an, durchwühlt und liest
eure Sachen, macht kaputt und und klaut, was er will. Keine schöne Vorstellung,
oder? Aber genau das können Hacker machen. Natürlich nicht bei euch zu
Hause, aber in euren Smartphones oder Computern. Die Schüler der Auguste
Cornelius Schule in Mainz haben einen Hackerangriff erlebt.

2.10.Und das ist unser Hacker, Erwin Markowsky. Er ist IT-Spezialist und knackt
regelmäßig Computer und Smartphones. Aber mit guten Absichten, denn er will
aufklären und uns dadurch schützen. Heute Morgen ist er in Mainz, um den
Schülern der 6. und 7. Klassen klarzumachen, wie leicht er auch an ihre Daten
kommen kann. Haben die Schüler Angst vor Hackerangriffen?
Ich habe öfters Angst, dass halt ein Hacker kommt und mein Handy hackt.
Am schlimmsten wär's, wenn jemand meine Fotos nehmen würde, und davor habe
ich am meisten Angst.
Ich hätte Angst, dass man was nicht mehr am Handy machen kann oder dass das
Handy rumspinnt und nicht mehr funktioniert.
2.52.Während die Schüler draußen warten, bereitet sich unser Hacker drinnen auf
seine Angriffe vor. Ich habe Hackertools dabei und es gibt verschiedene Dinge, die
kosten nicht viel im Internet. Ich bewege mich im legalen Rahmen. Aber diese
Geräte, diese Hardware, kann auch illegale Dinge tun. Die kann ich nicht
öffentlich zeigen.
Die Schüler freuen sich, dass sie ausnahmsweise ihre Smartphones in der Schule
anlassen dürfen. Sie ahnen nicht, dass sie gleich in die Hackingfallen tappen
werden. Los geht's mit dem ersten wichtigen Thema, dem WLAN.
3.27.Wer von euch war denn heute Morgen, bevor die Schule angefangen hat, in
WhatsApp drin? Mal so ein Handzeichen bitte. Also, ihr wart zumindest mit eurem
Handy im WLAN von zu Hause. Einige von euch gehen nach der Schule direkt
wieder nach Hause. Das Handy, WLAN angelassen, ihr wisst, was passiert: Das
Handy verbindet sich automatisch mit dem WLAN von zu Hause. Euer Handy sucht
jetzt nach dem WLAN von zu Hause, es sucht nach dem WLAN von deiner Freundin,
wo du dich mal eingeloggt hast.

4.0.Und das nutzt der Hacker aus. Der von ihm manipulierte Router macht den
Handys vor, er wäre eins ihrer bekannten WLAN-Netze. Hey, ich bin dein WLAN
von zu Hause. Dann kann man eins machen: Man kann eure Handys sehen. Das
sind Handys jetzt hier im Raum, die vergessen haben, das WLAN auszuschalten. Wir
können mal auf die Leinwand gucken: Wir haben Schüler IGSM . Alles Handys
jetzt hier im Raum oder in der Umgebung. PK Public, Galaxy S7 Samsung, Franks
iPhone SE.
Und wenn der Hacker ein WLAN aufmacht, das offiziell klingt, also z.B. Eisdiele
Venezia oder Hauptbahnhof Mainz und sich dann Leute einwählen, dann ist
Folgendes möglich: und sich dann Leute einwählen, dann ist Folgendes möglich:Es
steht McDonald's Free WLAN drauf. Woher wisst ihr, dass das WLAN wirklich von
McDonalds ist? Ja, da steht der Name drauf, aber WLAN-Namen haben nix zu
bedeuten - und das macht das Ganze gefährlich. Ihr seid in einem WLAN drin, in
einem öffentlich Hotspot. Ihr verbindet euch, viele ohne Passwort. Denn ich würde
als Krimineller Folgendes machen: Ich würde euch eine Nachricht zuschicken. Die
lautet: Dies ist ein unsicheres Netzwerk. Möchtest du dich damit verbinden?
Wenn du jetzt Ja sagst, habe ich Kontakt zu deinem Handy aufgenommen.

5.23.Und ist das Handy erst mal im Hacker-WLAN drin, dann ...Kann ich deine
WhatsApp-Nachrichten auslesen, deine SMS, deine Anrufliste, vielleicht Emails und
so weiter. Damit Hacker möglichst wenig Chancen haben, auf eure Daten
zuzugreifen, folgender Tipp: Seid bei freien WLANs immer kritisch. Nutzt euer
WLAN zu Hause und schaltet euer WLAN nur an, wenn ihr es wirklich
braucht, ansonsten lasst es aus.
5.50.Weiter geht's mit dem Thema Software- Updates und warum sie wichtig
sind. Denn ist ein Hacker in eurem Handy drin, hängt es von eurer Software ab, an
welche Daten er tatsächlich drankommt. Ist die Software nicht auf dem neusten
Stand, habt ihr also keine Updates gemacht, kann es zu Sicherheitslücken kommen.
6.08.(Erwin) Die Software wird ja von Menschen programmiert. Ähnlich wie wenn
ihr einen Deutschaufsatz schreibt, da hat jeder von euch schon mal ein bis zwei
Fehler gemacht. Dieses Handy hat knapp 200.000 DIN-A4-Seiten Software
drauf. Viele Seiten also, auf denen Fehler gemacht werden können. Das sind dann
Sicherheitslücken. Updates korrigieren diese Fehler und schließen die
Sicherheitslücken. Unser Hacker hat ein Smartphone dabei, bei dem schon
länger keine Updates gemacht wurden, also noch viele Sicherheitslücken
bestehen. Ich rufe jetzt bei dem Handy an.
* Es tutet. * Ich komm mal runter zu euch. Das Handy ist im Standby-Modus und
jetzt möchte ich mal wissen, wie du heißt zum Beispiel. Wie heißt du denn? Ist das
Handy an, Dominik? - (mit Echo) Nö. Siehst du irgendwas? Wie heißt du? - (Echo)
Korvin? (mit Echo) Könnte man sagen relativ hinterhältig und gemein, oder?

7.09.Durch die Sicherheitslücken kann der Hacker bei diesem Handy anrufen, ohne
dass der Besitzer es merkt und kann über das Mikrofon alle Gespräche
belauschen. So wird durch eine Telefonverbindung das Mikrofon zum
Abhörgerät. Genauso kann er übrigens auch auf die Kamera des Handys
zugreifen und alles sehen, was ihr macht. Und der Hacker kann noch auf andere
Sachen auf dem Handy zugreifen und alle persönlichen Daten von euch
anschauen.
7.31.Ich bin im Bereich der Bilder. Das Handy hat sich nicht bewegt. Und jetzt habe
ich eine Möglichkeit, Bilder zu öffnen. (Erwin) Machen wir einfach mal ein Foto auf.
Keine Ahnung. Das ist der Eigentümer des Handys. Kann man's sehen
einigermaßen? Wie siehts aus mit WhatsApp-Nachrichten z.B.? Schaut mal, das ist
das Handy von einem Fremden, aber so kann ich halt alles lesen, was ich quasi, was
mich gar nix angeht eigentlich, oder? Also WhatsApp ist kein Problem. Ähnlich die
geografischen Daten von dem Handy. Damit kann ich sagen, wo du letzte Woche
warst oder vor zwei Jahren, keine Ahnung.
8.10.Wie schütze ich mein Handy? Indem ihr die Software des Handys regelmäßig
aktualisiert, also Updates vom Betriebssystem und allen Apps macht. Das schließt
die Sicherheitslücken. Und vor dem Zugriff auf die Kamera könnt ihr euch zusätzlich
schützen, indem ihr die Kamera einfach abklebt, wenn ihr sie nicht braucht. Und
zum Schluss noch die letzte Hackerfalle: falsche Nachrichten.
8.30.Ich bräuchte die Rufnummer von deiner Freundin, die du mir jetzt gibst. Wie
heißt sie denn?
- Natascha.(Erwin) Und deine Handynummer. Selina gibt dem Hacker ihre
Handynummer und die ihrer Freundin Natascha. Einsatz für den Hacker. Du
müsstest eine SMS bekommen von deiner Freundin. Ja, habe ich. - Ist sie
angekommen? Dann zeig mal, was sie dir schreibt. Du, ich habe gehört, du machst
noch ins Bett. Das erzähle ich jetzt der ganzen Klasse, du Bettnässer. Wer schreibt
dir sowas Gemeines? So was Gemeines schreibt dir die Nati. Das heißt, es ist
wirklich der echte Kontakt. Ihr könnt einer SMS nicht mehr vertrauen. Das habe ich
manipuliert.

9.20. Deswegen hier der Tipp: Wenn euch eine Nachricht komisch vorkommt,
antwortet nicht, ruft am besten beim Absender an und fragt, ob er die Nachricht
geschrieben hat. Nach eineinhalb Stunden geht die Veranstaltung zu Ende. Wie war
es für die Schüler? Was nehmen sie mit? Sind sie überrascht?
Mich hat fast alles überrascht, dass man so einfach alles mit dem Handy und
Computer hacken kann.
Jetzt werde ich auch nicht mehr so viel in öffentliche Netze gehen.
Meine Freundin hat mir eine Nachricht geschickt, obwohl sie mir gar keine
geschickt hat und irgendwie, ja. Obwohl man eigentlich denkt, dass so was gar nicht
geht.
Noch mehr Tipps von unserem Hacker, wie ihr eure Smartphones, eure Daten und
damit auch euch selbst schützen könnt, bekommt ihr auf zdftivi.de. Klickt euch rein.

10.10.Unser Hackerangriff war ja zu Demonstrationszwecken, deswegen auch


ungefährlich. Aber solche Angriffe, die gibt es wirklich. Jeden Tag, überall auf der
Welt, unzählige Male. Wer sind diese Hacker und warum machen die das?
Hacker sind neugierig und clever und kennen sich sehr gut mit Technik aus. Das gibt
ihnen Macht, die sie unterschiedlich nutzen. Ein Teil von ihnen, die sogenannten
Black Hats , haben böse Absichten. Gefakte Nachrichten schreiben und Fotos
anschauen ist das eine, aber den meisten geht es darum, Geld zu machen. Sie
hacken sich in private Handys und Computer, stehlen Namen, Adressen und
Passwörter. Damit können sie beispielsweise Sachen bestellen, die dann der
Bestohlene bezahlen muss. Oder sie räumen gleich sein Bankkonto leer. Großen
Schaden richten sie auch bei Firmen an. Jede zweite Firma wurde schon mal von
Hackern angegriffen. Ziel ist es, an Daten und Ideen für neue Produkte zu kommen,
wie Baupläne für Autos, und das Wissen an Konkurrenten zu verkaufen. Die
betroffenen Firmen verlieren dadurch viel Geld. Es gibt auch Hacker, die versuchen,
Politiker auszuspionieren. 2015 haben es einige geschafft, das Netzwerk des
Bundestages zu knacken. Sie zapften E-Mails an, klauten Passwörter und konnten
so an Daten vieler Politiker kommen und damit möglicherweise auch an
Geheimnisse. Nach dem Hackerangriff mussten Tausende Computer des
Bundestags ausgetauscht werden.
Hacker können auch ganze Systeme lahmlegen. Kraftwerke zum Beispiel, die Strom
herstellen. Sie werden über Computer gesteuert. Wenn Hacker ins Netzwerk
eindringen, können sie den Strom abschalten. Licht, Heizung und alle Geräte
würden ausfallen. Diese Hacker richten Chaos an und viele wollen dadurch einfach
nur berühmt werden.

12.09.Neben diesen Black Hats gibt es aber auch White Hats , also gute Hacker,
die mit ihrer Arbeit helfen. Auf eigene Faust oder im Auftrag von Firmen oder
Politikern suchen sie nach icherheitslücken in Computersystemen und Netzwerken.
Diese Schwachstellen werden dann beseitigt und die Systeme sicherer.
Mit zwei dieser guten Hacker will auch ich jetzt versuchen Sicherheitslücken in
einem Netzwerk zu finden: im Schulnetzwerk der Auguste Cornelius Schule. Wir
starten hier also einen zweiten Hackerangriff. Mein Ziel sind nicht nur die
Sicherheitslücken, sondern ich will an die geheimen Unterlagen der Lehrer ran. Also
Testaufgaben verändern oder Arbeitsblätter verschwinden lassen. Klappt das?

12.50. Er will nicht, dass das klappt: Christian Rosenthal, Informatiklehrer und
Computerspezialist der Schule. Ihn will ich gleich mit einer Wette herausfordern.
Wie willst du verhindern, dass ich mich in euer Schulnetz reinhacke?
Zum einen haben alle Benutzer, alle Lehrer Passwörter von uns, jeder ein eigenes.
Und wir fahren Sicherheitsupdates für alle relevanten Programme in regelmäßigen
Abständen.
Aktualisierungen sind das, damit alles auf dem neuesten Stand ist. Was würde ich
finden auf eurem Netzwerk? Lehrer könnten Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter,
Tests oder Ähnliches vorbereiten. Ihr schafft das nicht. Gut, du bist dir sicher und
wir starten unsere Wette. Ich wette, dass ich es schaffe, mich in euer
Schulnetzwerk reinzuhacken. Ich wette, das schaffst du nicht.Unser Schulnetz ist
ziemlich sicher.

13.45.Um die Wette gegen die Schule zu gewinnen,bekomme ich Hilfe von diesen
zwei:Christoph und Stefan, Experten für Datensicherheit. Vier Wochen haben sie
Zeit, in das Schulnetz einzudringen und an die geheimen Lehrerinfos zu
kommen.Auch Lehrer Christian Rosenthal ist nicht allein.Gemeinsam mit Schüler
Lukas und der Informatikklassehat er das Netz sicher gemacht und will so
gewinnen.Die Schule ist also startklar. Jetzt müssen meine Hacker loslegen. in das
Netzwerk reinkommen?
14.18.Was glaubt ihr, werdet ihr in das Netzwerk reinkommen? Ja, ich denke
schon. Aber wie kann man eigentlich in ein gesichertes Netzwerk eindringen? Eine
Sicherung ist nichts anderes als ein Sicherheitsschloss. Wenn man den Schlüssel
hat, kann man das damit öffnen. Wenn man weiß, wie der Mechanismus
funktioniert, kann ich dem entsprechend natürlich auch umgehen.

14.43.So wie man ein Schloss mit speziellem Werkzeug knacken kann, können
Hacker mit spezieller Technik ein Netzwerk knacken. Das wollt ihr versuchen: ohne
die Passwörter, die habt ihr nicht, da reinzukommen. Ihr braucht etwas Zeit
dafür. Wenn etwas ist, sagt ihr Bescheid.
Die beiden versuchen zuerst, in das WLAN der Schule zu kommen. Das können sie
nur vor Ort, wo sie das WLAN auch empfangen. Aber führt das auch zu den
geheimen Daten? Nach einigen Tagen melden sich Christoph und Stefan, per
Videokonferenz.
Hallo, Eric. Wie läuft's bei euch? Ihr steht nicht dauernd vor der Schule, oder? Nein.
Für das WLAN brauchen wir ein Passwort, das haben wir noch nicht.
Christian Rosenthal war schlau genug und hat ein kompliziertes Passwort
genommen mit Buchstaben und Zahlen und Sonderzeichen.

15.29.Dazu unser Passwort-Tipp: Passwörter sollten aus einer Kombination von


Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Damit man sich das merken
kann, gibt es Tricks. Zum Beispiel kann man sich einen Satz ausdenken, etwa so: Aus
den Anfangsbuchstaben der Wörter und dem Sonderzeichen entsteht dann ein
sicheres Passwort.
Was wäre denn jetzt die nächste Möglichkeit?
Wir haben zwischenzeitlich die Stufe zwei gestartet, das heißt, wir haben eine
Email geschickt mit einem sehr dubiosen Anhang und er ist tatsächlich drauf
reingefallen und den Anhang geöffnet.
Die Sicherheitslücke ist also der Informatiklehrer selbst. Okay, das ist der Hammer.
Das heißt, er ist drauf reingefallen. Haben wir das Schulnetz so gehackt?
Nein, wir wollten an der Stelle jetzt kein Schadprogramm anfügen, aus dem Grund,
weil wir nicht wissen, ob er es vom Schulcomputer oder von zu Hause aus macht.
(Stefan) Deswegen haben wir es dabei belassen, dass ein Bild von dir im Dokument
ist.
16.33.Ich bin den geheimen Lehrerunterlagen noch nicht näher gekommen, aber
vielleicht ist sich Rosenthal doch etwas zu siegessicher gewesen. Unser Schulnetz
ist ziemlich sicher. Dazu unser E-Mail-Tipp, damit euch sowas nicht passiert. Schaut
euch E-Mails genau an. Kenne ich den Absender? Sind in der E-Mail unerwartete
Anhänge? Oder soll ich auf Links von unbekannten Internetseiten klicken? Wenn
einem irgendwas komisch vorkommt, dann besser E-Mail und Anhänge nicht
öffnen. Und nicht auf die Links klicken. Damit könnte ein Schadprogramm, auch
Virus genannt, auf den Computer gelangen. Das könnte Daten ausspionieren und
sogar alles zerstören. Um das zu verhindern, solltet ihr aktuelle
Virenschutzprogramme haben.
17.15.Jetzt müssen wir aber weitersuchen. -Ja, wir hätten da noch eine Idee für
Stufe drei. Da müssten wir allerdings wieder in die Schule. Da bräuchten wir dich
und ein Kamerateam für eine Undercover-Aktion. -Krieg ich hin. Bin gespannt, was
ihr vorhabt.

17.30.Ein paar Tage später. Ich treffe mich wieder mit den Hackern. -Was ist Stufe
drei, was können wir machen? -Wir haben hier ein paar Spionagewerkzeuge, die
natürlich nicht erlaubt sind. Wir haben ja von Herrn Rosenthal die Genehmigung zu
probieren, in das Netzwerk reinzukommen. Von daher ist das ausnahmsweise mal
okay. Die würden wir gerne anstöpseln in der Schule.
17.50.Dafür müssen wir Hacker Stefan in die Schule einschleusen. Wir tun so, als
müssten wir noch Dreharbeiten machen und geben Stefan als Licht-Assistenten
aus. Gut getarnt schaut er sich in der Schule um und filmt für uns heimlich mit. Er
findet eine leere Klasse und versteckt dort ein erstes Spionagewerkzeug, diesen
Minicomputer. Der soll eine Verbindung zum WLAN der Schule herstellen. Dann
können die Hacker von zu Hause aus in Ruhe versuchen, an die geheimen Daten zu
kommen. Aber wir wollen noch etwas verstecken. Dazu lenken wir Lukas und
seinen Lehrer mit Dreharbeiten ab. Ich beobachte, wie sich Stefan unbemerkt im
Nebenraum zu schaffen macht. Dort, wo der zentrale Datenspeicher der Schule
steht. Es gelingt ihm, dort einen zweiten Minicomputer anzustöpseln und im
Kabelgewirr zu verstecken.
Und dann der Knüller: An der Pinnwand entdecken wir das Passwort für das Schul-
WLAN und schicken sofort ein Foto an Hacker Christoph. Super für uns! Wir müssen
das Passwort nicht mehr knacken und sparen uns viel Arbeit. Wieder eine
menschliche Sicherheitslücke.
18.59.Hier unser Geheimhaltungstipp, damit euch das nicht passiert: Passwörter
müssen immer geheim sein. Also verratet anderen Leuten niemals eure Passwörter.
Lasst sie nicht rumliegen und hängt sie auch nirgendwo auf.
Hat's geklappt? Hast du unser Passwort bekommen? -Ja, super, das funktioniert
auch. -Sind wir drin? - So weit sind wir schon. -Sehr gut. Also, wir sind im WLAN
jetzt drin. -Was ist mit dem Minicomputer, den ihr angestöpselt habt? -Moment. Ja,
der ist auch online. Okay, dann müsst ihr versuchen, an die geheimen
Unterrichtsmaterialien ranzukommen. Könnt ihr ja von zu Hause probieren. Legt
los.

19.36. Zwei Wochen haben meine Hacker noch, um an die geheimen


Lehrerunterlagen zu kommen. Nicht einfach, denn die sind noch mal mit extra
Passwörtern gesichert. Dann ist die Zeit vorbei und wir treffen uns zum großen
Finale. Bevor wir klären, wer die Wette gewonnen hat, lernen sich erst mal die
Experten kennen und wir lüften unsere Hackermethoden. -Darf ich vorstellen, das
ist unser Lichtmann, der kein Lichtmann ist. Und wir präsentieren auch noch die
anderen Sicherheitslücken: das Passwort an der Pinnwand, das Öffnen der Hacker-
E-Mail. Informatiklehrer Rosenthal hat Grund, sich zu ärgern. Das tut er auch, als
wir ihm unser Minicomputer-Versteck zeigen. Im Herzstück des Serverraums!

20.25.Aber wer hat denn nun unsere Wette gewonnen? Meine Hacker haben da
was vorbereitet: An vielen Druckern in der ganzen Schule haben sie Fotos von mir
ausgedruckt, als Beweis, dass wir ins Netzwerk reingekommen sind. Ein paar der
Fotos bringt ein Lehrerkollege vorbei. -Sag mal, hier kommt überall so komisches
Zeug aus dem Drucker. -Hast du da was mit zu tun? - Möglicherweise.
Ein erster Sieg für uns und Rosenthal muss zugeben: Ihr seid im Netzwerk, das
haben wir gemerkt.
Das find ich gut. Da bin ich stolz, dass wir das hinbekommen haben. Aber es gibt ja
auch einen Teil mit geheimen Lehrerinfos, wo vielleicht auch Testaufgaben oder so
sind. Das haben wir tatsächlich nicht hinbekommen. Da seid ihr gut aufgestellt.
Hättest ihr's schaffen können mit mehr Zeit? Mit mehr Zeit und mehr krimineller
Energie.

21.15.Also ins Schulnetzwerk sind wir reingekommen –ein klarer Punkt für uns.
Aber an die geheimen Lehrerunterlagen kamen wir nicht, die sind zu gut geschützt -
Punkt für Rosenthal. Deswegen: Ich würde dir das Angebot machen, unsere Wette
ist unentschieden. Was meinst du? J-a, das nehme ich an. -Okay, also
unentschieden.
21.37.Auch wenn wir nicht an die geheimen Lehrerdaten rangekommen sind, so
hat auch dieser Hackerangriff gezeigt: Um erfolgreich zu sein, brauchen Hacker zum
einen jede Menge technisches Wissen und genügend Zeit, Und sie brauchen
Menschen, die es ihnen leichtmachen, weil sie leichtsinnig oder unaufmerksam
sind. Und genau an diesem Punkt kann jeder von uns was gegen Hackerangriffe
machen. Immer genau prüfen, was wir öffnen und wo wir uns einloggen. Und
Handys und Computer immer so gut schützen, wie es geht, und dazu gehören vor
allem auch regelmäßige Sicherheitsupdates. Mehr Infos, wie ihr euch sicher im Netz
bewegt, gibt es auf zdftivi.de und natürlich in unserer ZDFtivi-App, kostenlos und
ohne Werbung.Da gibt's übrigens auch bei App+on jede Menge weitere Videos zu
diesem Thema.

22.37.Oh mein Gott, Babsie, jemand hat meine Pimstagram-Account gehackt. -Bist
du sicher?- ja, schau mal. So was würde ich nie posten. * Babsie lacht, räuspert sich.
* Ich meine, schrecklich. -Diese Hacker machen vor nichts mehr Halt.

-Ey, sag mal, den Kurs Hacken für Anfänger , den hab ich mir irgendwie anders
vorgestellt. -Ich mir irgendwie auch. -Kommen wir nun zu den Buchsbaumhecken.

Ich würde gern wissen, wer mich gehackt hat. Ach, einen guten Hacker findet man
nicht so leicht.

Hallo, Herr Direktor, ich sollte mich melden.


-Herr Müller, stimmt es, dass Sie sich in meinen Pimsta-Account gehackt haben und
diese Fotos hochgeladen haben? Und stimmt es auch, dass Sie sich in mein
Onlinekonto gehackt haben und 40.000 Erwachsenenwindeln bestellt haben? Und
stimmt es auch, dass Sie sich ins Einwohnermeldeamt gehackt haben und meinen
Namen in Herrn
Pipi Schniedelwutz geändert haben? Ja! - Wahnsinn, Müller! Das ist die beste
Abschlussprüfung, die wir im Computerkurs Hacken für Anfänger je hatten.
Glückwunsch. -Ja, dank, Herr Direktor? -Warum so förmlich? Nennen Sie mich Herr
Pipi Schniedelwutz. (Er lacht künstlich)

Oh, Gilbärt, es ist noch viel schlimmer. Jemand hat deinen MeTube-Account
geknackt und postet ekelhaftes Zeugs auf deinem Kanal. -Was? Zeig mal her. -Puh,
nee, alles gut. Das hab ich selbst hochgeladen. - Ernsthaft?
0921Echsen
Keks! Eidechsen sind einfach zu schnell für dich. Abgesehen davon stehen die unter
Artenschutz. Artenschutz! Na, komm her. Wir fahren campen. Vorsicht! Das sind
wilde Tiere. Richtige Drachen! Na, Keks! So wild sind die auch wieder nicht. Sind ja
nur Eidechsen. Oder?
1.48. Eine Eidechse ist das nicht. Eher ein Baby-Godzilla.
2.0. Oder wer bist du? Und wo kommst du her?

So sieht eine Echse aus, die bei uns vorkommt: eine Zauneidechse. Eidechsen
gehören zu den wenigen Echsen, die es bei uns in Deutschland gibt. Und die hier
sieht fast aus wie 'ne kleine Schlange, aber das ist eine Blindschleiche. Auch eine
Echse, nur ohne Beine. Alle Echsen gehören zu den Reptilien, den Kriechtieren.
Langsame Kriecher sind Echsen aber noch lange nicht: Flink beim Jagen und auch
auf der Flucht blitzschnell. Um nicht geschnappt zu werden, haben sie einen Trick
auf Lager. Im entscheidenden Moment werfen sie den Schwanz ab. Das verwirrt
den Feind und der Schwanz wächst wieder nach. Der beste Schutz ist aber ein gutes
Versteck. Im Steinhaufen, in Mauerritzen oder direkt einbuddeln. Ja, so sieht man
dann aus. Auf dem Speiseplan der Echsen stehen Insekten und Würmer. Guten
Appetit. Vorsicht! Moment, das war meiner! Na, teilt doch einfach.
3.10.Eine Eidechse legt etwa 10 Eier auf einen Streich, vergräbt sie im Sand und
lässt sie von der Sonne ausbrüten. Praktisch. Die frisch geschlüpfte Eidechse ist nur
etwa 5 cm lang. Es gibt leider nur noch sehr wenige Eidechsen bei uns. Der Mensch
hat ihren Lebensraum fast überall zerstört. Deshalb sind sie streng geschützt, und
zwar weltweit.

3.35.Aber meine sieht irgendwie anders aus. Es gibt ja auch ganz schön viele von
denen. Ach, da unten. Form stimmt, Farbe stimmt. Eine Bartagame bist du. Und
kommst aus Australien. Na, dann: Herzlich willkommen in Bärstadt. Was,
Keks? Aber wie kommst du in meinen Garten? Wenn es schon verboten ist,
einheimische Eidechsen zu fangen, stehst du doch erst recht auf der Roten Liste der
bedrohten Arten.

4.16.Fritz! Gut, dass du mich angerufen hast. -Götz. Schön, dass du so schnell
kommen konntest. -Ich hab nämlich ein Problem. -Ja?Ich auch. -Ach, nee. Noch 'ne
Echse! -Ich werd wahnsinnig, Fritz. Gestern fange ich 12 Leopardgeckos. -
Leopardengeckos? -In der Gartenrabatte vom alten Posthäuschen. Und heute ruft
mich der Chef vom Gartenamt an. Wegen dieses Ungetüms im Stadtpark. -
Stadtpark? -Gleich neben dem Springbrunnen. Und das Schlimmste ist: Ich bin
allein. Urlaubszeit. Gut, dass du noch da bist. Und dir verspreche ich: Sowie ich so
viel Luft habe, hole ich die Tiere wieder ab.
5.3.Moment! Du kannst die Tiere nicht hier lassen. -Warum nicht? Besser als bei dir
können sie es doch nicht haben. Die brauchen eine artgerechte Unterkunft! -Ja!
Und im Zoo erreiche ich heute keinen mehr. Urlaubszeit. -Ach, was. -Danke, mein
Freund. Und wie gesagt: Sowie ich so viel Luft hab... Versprochen. Fritz, du bist der
Beste!
5.28.Na, toll! Und was mach ich jetzt mit euch? Ja, was ist für euch artgerecht?
Unser australischer Freund hat eine Farbe wie...Ja, wie Sand. Und die Formen an
seinem Körper sind wie Felskanten oder trockene Wurzeln. Eine hervorragende
Tarnung. Und die Krallen: scharfe Dinger! Optimal, um sich an Felsen festkrallen zu
können. Die dinomäßigen Stacheln und Zacken haben aber noch einen Zweck.
Genau: imponieren und Eindruck schinden. Damit es erst gar nicht zum Streit
kommt. Gefährlich aussehen und einmal richtig böse gucken. Und schon ist Ruhe im
Revier. Und wenn doch einer zu nahe kommt: Dem anderen ordentlich die
Meinung sagen, so wie die Kragenechse. Ärger vorbei, alles wieder friedlich. Die
Echsenhaut sieht aus wie ein Panzer. Sie ist aber wie ein besonders geschmeidiges
Kettenhemd aus Hornschuppen. Dadurch ist die Echse extrem beweglich und
gleichzeitig gut geschützt. Vor spitzen Steinen und scharfen Kanten, über die man
als Kriechtier den ganzen Tag rüberkriechen muss. Und nicht nur das. 50 Grad oder
mehr sind es oft auf dem australischen Wüstensand. Keine Seltenheit. Die Sonne
brennt. Wie hält das eine Echse aus? Sonnenmilch? Denkste. Hornschuppenhaut!
Lichtschutzfaktor 100. Sehr wichtig, wenn man in der Wüste lebt.

7.11.Hm, Keks? Willkommen in Klein-Australien. Mit extra Heizlampe! Bei unseren


mickrigen 30 Grad erkältet sich sonst noch unser kleiner Wüstenfreund. Und mit
Regendach. Ist ja immer schön trocken in der Wüste. Und wie hätten wir es denn
gerne? Auch trocken und heiß?
Nun: heiß, ja! Aber trocken? Nee, lieber feucht!
7.36. Wer grün ist, der lebt gern im Wald. Leguane leben in den
immerfeuchten Tropenwäldern Südamerikas. Die lange Krallenfinger sind ideal, um
auf Bäume zu klettern, hoch hinaus zum Sonnenbaden. Das lieben alle Echsen. Was
mich wundert: Echsen schwitzen niemals! Bei den Temperaturen, da würde
unsereiner zerfließen. Der Echsen-Trick: Wie alle Reptilien sind Echsen
wechselwarm, d. h. der Körper nimmt immer die Temperatur der Umgebung an.
Ganz anders bei Säugetieren, also auch bei uns Menschen. Wir sind gleichwarm.
Um Energie zu gewinnen und den Blutkreislauf in Schwung zu halten, verbrennen
wir Nahrung. Wird's zu heiß, müssen wir uns abkühlen. Und bei Kälte wärmen wir
uns durch Zittern und warme Klamotten. Echsen gewinnen also ihre Energie, indem
sie sich einfach von der Sonne aufladen lassen. Sie laufen sozusagen mit
Solarenergie.

8.35.Voila: Tropischer Sprühregen, made in Bärstadt. Denn im Regenwald, da


regnet's halt. Ganz schön anspruchsvoll, diese Echsen. Aber faszinierend.
8.50.Da sind ja meine Tiere! Dann kann ich sie ja gleich wieder mitnehmen.
-Nee! Sie sagen mir erst mal, wer Sie sind!
-Ach so, klar. Hotzrogger mein Name.
-Dr. Hasso Hotzrogger, Reptilienspezialist, Anruf genügt. Moment mal! Woher weiß
ich denn, dass die Tiere Ihnen gehören?
-Soll ich Ihnen auch noch meine Züchterlizenz zeigen?
-Vorsicht mit den Tieren umgehen!
-Wer ist denn hier der Fachmann, Sie oder ich?
-Ganz egal! Ganz augenscheinlich wollen die Tiere nicht bei Ihnen bleiben.
-Verdammt noch mal, was soll denn das?
9.40.Moment. - Fritz, super Neuigkeit, Der Besitzer der Echsen hat sich bei mir
gemeldet. Das ist ein Züchter mit Ausweis und mit Pipapo. Ein echter Experte. Der
heißt Hotzschrubber oder Protzrupper oder so ähnlich. Der müsste jeden Moment
bei dir auftauchen. -Ist er schon. -Super. Fall gelöst. Also würde ich sagen: Danke dir
noch mal. Und viel Spaß beim Campen. -Ja. Danke auch.

10.06. Sehen Sie? Immer noch mal besser bei der Polizei nachfragen. Komm her, du
Mistvieh! -Geht das nicht etwas sensibler? -Das sind Echsen, keine Eier. Schönen
Tag noch. Ja! Genau, da sind Sie bei mir richtig. Der letzte Saurier? Den hab
ich. Kann heute über die Bühne gehen. Zehn Uhr heute Abend, jawohl. Alles
sauber. Kostet 'ne schöne Stange Geld, aber ist sehr exklusiv. Steuerfrei. Hey, was
soll denn das? Das ist ein Waran, Mann! Der ist kreuzgefährlich! Zwei Regeln!
Erstens: so einem wilden Tier nicht zu nahe kommen. Zweitens: Nie den
Rücken zukehren. Noch Fragen? - Allerdings. -Na ja, , Sie haben ja meine Karte. Sie
können mich mal anrufen.
11.26.Kennzeichen notiert. Von wegen, heute Abend, zehn Uhr.
Grüner Leguan an Zentrale! Jetzt kommt mal in die Pötte. Zentrale, kommen.
Du, der Typ ist Tierquäler oder Schlimmeres. - Eine Visitkarte mit einer
Telefonnummer nicht funktioniert. Das soll lange kein Beweis sein, dass es sich hier
um Kriminelle handelt. -Du hast ihn nicht gesehen. -
Doch, habe ich. Die Papiere waren alle richtig, inklusive Zucht- und Halterlizenz. -
Was ist jetzt mit dem Kennzeichen? -Zentrale? Urlaubszeit. -Der Typ hat heute
Abend um zehn irgendeinen Deal vor. Illegal. -Der letzte Saurier oder so was. -
Irgendein Deal! Du hast eine blühende Fantasie.
Hey, Lambert! Das ist meine Mütze! Her damit. Ich mach das morgen, okay? -
Morgen ist es vielleicht zu spät! Du kleiner Mützendieb. So, jetzt kommt ihr mal alle
zu mir. Hierher.

12.27.Wer von euch war schon mal im Gefängnis? -Zentrale an Grüner Leguan.
Zentrale an Grüner Leguan.Bitte kommen! -Hier Grüner Leguan. -Wegen der
Kennzeichenanfrage, ist das noch aktuell? Okay. Das Auto ist zugelassen auf einen
Johann Jungel. Pelikanweg 25 a. Bärstadt-Süd. Danke und over.

13.51. Wir haben uns heute auch schon mal kennengelernt, oder? Bist du der letzte
Saurier?

14.21.Elender Dieb! Was weißt du vom letzten Saurier? - Ich? Nichts. Außer, dass
Hotzrogger den hat.
-Mit dem steckst du unter einer Decke? -Ich mit Hotzrogger? Nee! Sie! -Was? Ich?
Quatsch, nein. Ich such den Schuft! -Na, prima. Ich nämlich auch. Fritz Fuchs. Mein
Name. -Jonny Jungel. Angenehm.

14.50. Hotzrogger, dieser Betrüger, bei mir gearbeitet. Der Typ ist Sorte, hat mich
echt getäuscht. Alle seine Papiere waren gefälscht. habe ihn vor vier Wochen
entlassen. Seitdem fehlt mir Quadriquames.-Der letzte Saurier. -Eine äußerst
sensible Chamäleonart aus Zentralafrika. Ich leite seit zehn Jahren eine
Forschungsgruppe. Wir unterstützen ein Aufforstungsprojekt. Ich wollte nächsten
Monat runterfahren. Die einzige Möglichkeit, die Tiere vor dem Aussterben zu
bewahren. Baumkronen anstatt Glaskästen. Hotzrogger! Wenn ich den zu packen
kriege, dann... -Die Tiere haben es dir wirklich angetan, was, Jonny?
15.46.Echsen waren schon immer mythische Wesen für die Menschen. Als Drachen
kommen sie in vielen Sagen und Märchen vor. Von mutigen Rittern ist da die Rede,
die böse und gefährliche Drachen besiegen müssen. So wie Siegfried, dem es wohl
gelungen war, nach schweren Kampf um Haut und Haar den Drachen mit dem
Schwert zu töten. Vom Drachen noch ein leises Flöten, bevor ein Blutbad sich
ergießt, dass unser Held auch gern genießt, weil unverwundbar es ihn macht. So
hatte er jedenfalls gedacht. Ein Drache, um Himmels willen! , hört man es von den
Burgen brüllen. Und so macht sich manch Ritter, ganz schön mutig, zum Retten
einer Jungfrau beim Drachentöten blutig. Zum Dank gebührt die Liebe ihm und
Ruhm. So war es wohl im Altertum. Die Drachen standen für Chaos, Teufel und
Zerstörung. Deshalb so groß beim Menschen die Empörung. Der Heilige Sankt
Georg, so sagt es die Legende, verhalf auch einem Drachen zum jähen Ende.
16.50.Andere Länder, andere Sitten. In China galt der Drache als ein Symbol für
kaiserliche Macht, Weisheit, Klugheit, Stärke und Wachsamkeit. Der Kaiser schickt
den Drachen als Regen- und Glücksbringer aus. Deshalb haben Chinesen größten
Respekt vor Drachen. Sie wissen, dass man ihn
nicht ärgern darf. Aber vielleicht zeigt der ganze Drachenmythos die Hochachtung
für die geheimnisvollen Echsen, die schon seit Millionen Jahren und somit schon
viel länger als wir Menschen auf dieser Erde leben.

17.27.Ich fasse es nicht! Dass Hotzrogger so dreist ist! Lässt sein Auto unter meinen
Namen laufen. -Jeder Mensch macht Fehler. Auch Diebe. -Was meinst du? -Erstens:
Wir hätten uns sonst nicht getroffen. Zweitens: Hat er nur halb so viel Ahnung von
Echsen wie du. Sonst wären sie ihm ja nicht ausgebüxt. Schau mal, das alte
Posthäuschen. Hier waren die Leopardgeckos. Der Springbrunnen im Stadtpark,
da hat man den Leguan gefunden. Mein Bauwagen. -Wohin die Bartagame sich
verirrt hat. Aber alles nicht weit voneinander entfernt. -Genau. Was meinst du, wie
weit können die Tiere wandern?
18.10.-Der Leguan kann schwimmen, der kommt über den Fluss. Die Bartagame
fürchtet Wasser, die wird über den alten Bolzplatz gewandert sein. Und die Geckos,
die wandern nicht weit. -Die Industrieruine. -Fritz, du bist ein Fuchs.

19.31.Anrufbeantworter. Polizei, mein Freund, hilf mir! Wo steckst du denn?


19.51.Du tust mir nichts, ich tu dir nichts. Einverstanden? Der letzte Saurier.
21.00.So, meine Lieben, jetzt haben wir nicht nur Ausbrecher, sondern auch
Einbrecher. Fritz Fuchs! Hast du nichts gelernt aus unserem letzten Treffen? - Doch.
Zwei Regeln. Erstens: Diesen wilden Tieren niemals zu nahe kommen. Und
zweitens: Niemals den Rücken zukehren.-richtig.

21.57.Götz, ich dachte, du wäre im Urlaub. -Wegen dir mach ich doch gern
Überstunden. Wo bist du? -Ich bin in Sicherheit. Gesucht wird ein schreiender
Mann mit einem Waran am Hintern.
22.18.Der arme Waran. -Das ist ein klarer Fall von Tierquälerei. -Was machst du
denn? -Was ich auf der Polizeischule gelernt habe.
22.58.Die andere Hand her! -Artgerecht ist das aber nicht. (Beide) Doch! Auf
gewisse Art gerecht. -Das tut weh!
* PC-Telefon *
23,17.Ja, ja, ich komm ja schon! -Hallo! Na, wie sieht es aus zu Hause? -Bestens. Ich
habe alle deine Tiere versorgt.Die Bartgame, den Leguan und den Waran. Wie ist
Afrika? Spannend! Quadriquames hat seine neue Umgebung super angenommen.
Hoffentlich auch das Weibchen, was hier hinten im Busch sitzt. -Wo? Ich seh ja gar
nichts. -Kannst du auch nicht sehen, ist ein Chamäleon. Ich muss Schluss machen!
Sie besteigen gerade denselben Ast! -Na, dann viel Glück! Bis bald! Bis bald! Ich
weiß ja nicht, was ihr macht, aber wir drehen noch 'ne extra lange Runde. Ist zwar
nicht der Dschungel, aber die größten Abenteuer finden direkt vor der Haustür
statt.
löwenzahn Erdmännchen

1.Was ist denn los, Keks? * Keks bellt. *Ach, die kennst du doch?
Guten Morgen, Herr Fuchs. Guten Morgen.
Was soll das denn werden, spielen Sie Riesen-Mikado?
Tja, das wird mein neues Bewässerungssystem.So kann ich das Regenwasser ganz
gezielt direkt zu jedem Baum leiten. Hoppala.
Tolle Konstruktion.
Es fehlen noch die Dichtungsringe.
Die sind wohl hier drin.
Ach, endlich. Toll. Ach, endlich. Toll. Kann ich Ihnen zeigen, das ist so. Damit kann
ich dann alles besser zusammenfügen. Dann hält das Ganze auch. Dann muss ich
nur das hier einsetzen. Und wenn ich das dann so eingesetzt habe und alles
zusammenstecke, dann hält das viel besser... Hallo!
Sie haben ja nur Augen für Ihre Rohre,aber was wirklich wichtig ist, das sehen Sie
nicht! Hä? Und da. Löcher im Boden. Und hier, die Eier, angefressen. Ich sage
Ihnen, sie waren da.

2.Sie? Wen meinen Sie?


Die Kobolde! Kobolde? * Keks bellt. * Ja, such, Keks. * Keks winselt. *
Alles in Ordnung, Keks? Irgendwas muss ihn erschreckt haben.
Seit heute Morgen breiten sie sich in ganz Bärstadt aus. Ich habe sie selbst gesehen.
Kobolde
Was erzählen Sie da für Schauergeschichten?
Schauergeschichten! Bei Herrn Bramsewetter aus der Nummer 10 fehlen zwei
Kaninchen. Die wurden auch von den Kobolden geholt. Hier, ich hab...
Bestimmt ist Keks in die Eier getreten und grub auch all die Löcher. Der gräbt doch
so gerne. Stimmt's?

3. Ich habe eins von diesen Kobolden fotografiert. Hier.


Das sieht aus... ...
wie ein Ast. ...eindeutig aus wie 'n großer Ast, und jetzt gehen wir zurück an die
Arbeit.
Erlauben Sie mal!
So 'n Unsinn erlaube ich nicht, ja! Kobolde. Herr Bramsewetter hat sich mit seinen
Kaninchen verzählt, nicht wahr? Und mit Ihnen ging die Fantasie durch. Stimmt's?
Sie haben sicher was Wichtigeres zu tun! Aber... - Aber, nichts aber. Auf
Wiedersehen!
Götz! Ja. Was ist denn eigentlich los?
Nichts. Kein Grund zur Panik. Wir sehen uns. * Räuspern *Okay, ich erzähle es
dir, aber nicht hier draußen.
Das auf dem Handyfoto von der Briefträgerin, das war kein Ast, oder?
Schon möglich.
Sah eher aus wie ein Tier?Ein Marder?
Nein.Ein Erdmännchen. Ein Erdmännchen?

4.Pst, nicht so laut!


(flüstert) Ein Erdmännchen? Bei uns in Bärstadt?
In Europa kommen Erdmännchen in freier Wildbahn nicht vor. Viel zu kalt. Sie
mögen es lieber heiß und trocken, wie hier in der Kalahari-Wüste in Afrika. Dort
fühlen sich die wilden kleinen Kerle wohl. Bei allzu großer Hitze verkriechen sie
sich einfach in ihrem Bau. Dort ist es angenehm kühl. Das weit verzweigte
Tunnelsystem liegt bis zu drei Meter unter der Erde. Mit genügend Platz für die
ganze Familie. So ein großer Erdmännchenbau macht viel Arbeit. Eine
anstrengende Buddelei ist das! Mit diesen langen, harten Krallen geht das
fix. Viel lieber ist es den Erdmännchen aber, in schon fertige Höhlen
einzuziehen. Spart ja auch Arbeit. Sehr beliebt sind die verlassenen Tunnelröhren
von Erdhörnchen. Da haben wir so eins. Im Vergleich zum Erdmännchen ist es
etwas größer und dicker.

5. Erdmännchen werden bis zu 30 cm lang, kleiner als ein Kaninchen. Dazu kommt
der Schwanz, mit fast der gleichen Länge. Schlank sind sie auch. Ein
ausgewachsenes Erdmännchen wiegt höchstens ein Kilo.
Pass auf, Götz.Das ist die Kalahari-Wüste... ist Bärstadt. Dazwischen
liegen...mehrere tausend Kilometer. Das schafft kein Erdmännchen. Wo, bitte
schön,kommen hier die Erdmännchen her?
Also, mit ziemlicher Sicherheit aus dem Bärstädter Zoo. Und ich muss sie so schnell
wie möglich wieder einfangen.
Du? Ja. Die Polizei hat ja auch nichts Wichtigeres zu tun.Oder, Moment,hatte die
Briefträgerin doch recht und wir sind alle in Gefahr?
Unsinn, niemand ist in Gefahr.

6.Jetzt lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!Kann ich dir helfen?
Ach, ich weiß nicht,kennst du die Sendung, wie heißt die?Berufe-Tausch.
Nee, warum?
Bei Berufe-Tausch arbeitet, sagen wir mal, ein Straßenbahnfahrer einen Tag als
Feuerwehrmann.Der Feuerwehrmann fährt dafür einen Tag die Straßenbahn.
Was hat das mit Erdmännchen zu tun?
Neulich haben die einen Polizisten gesucht, der für einen Tag mit einem Tierpfleger
tauscht
Na ja, da haben die mich genommen. Gestern waren die Dreharbeiten.
Das wäre ja eine Überraschung. Du im Fernsehen.
Das habe ich mir super spannend vorgestellt. Du machst den Fernseher an und
siehst mich als Wärter der Löwen. Ja, und habe auch ein Video gemacht. Guck mal.
Tierpfleger Prutz ist bereit, auf ins Gefecht.
Herr Prutz, wir müssen drehen, jetzt legen Sie doch mal das Handy weg.
Äh, ja...
Und wo waren jetzt die Löwen?
Die konnten gestern nicht. Wie, die konnten nicht?
Ich habe andere Tiere übernommen. Auch sehr gefährlich.

7. Erdmännchen sehen zwar niedlich aus, aber Kuscheltiere sind sie nicht gerade.
Was nicht heißt, dass sie nicht gern miteinander kuscheln. Erdmännchen mögen
das Miteinander.Zu zweit? Zu dritt? Zu viert?
Zu fünft? Nein, viel mehr. Sie leben zusammen in Kolonien mit 20 bis 30 Tieren.
Das sieht etwas chaotisch aus, aber in dieser Erdmännchen-Bande gibt es klare
Regeln Die bestimmen die zwei Alpha-Tiere. Das sind sozusagen die Chefin und der
Chef bei den Erdmännchen. Sie stehen an oberster Stelle in der Rangordnung,
und nur sie kriegen Nachwuchs. Es gibt noch was Besonderes. Bei den
Erdmännchen sucht sich das Weibchen seinen Partner aus. Nicht umgekehrt. Sie
wählt aus, wer das Alpha-Männchen wird. Kandidaten gibt's genug. Auch sonst
bestimmt das Alpha-Weibchen, wo es langgeht. Sie ist die Chefin und hat das
Kommando.

8. Ihre Rolle verteidigt sie mit aller Macht. Sieht nicht gerade kuschelig aus. Zwei-
bis dreimal im Jahr bekommt das Alpha-Weibchen mit dem Wunschmännchen
Nachwuchs. Bis zu vier Junge bringt sie auf die Welt. Niedliche kleine Kerle. Erst
nach zwei Wochen öffnen sie die Augen. Frühestens dann dürfen sie ans
Tageslicht. Und was treiben die anderen den lieben langen Tag? Faulenzen? Nein,
sie kümmern sich zum Beispiel ums Gänge graben und besorgen Futter. Und die
weiblichen Erdmännchen betreuen die Kinder der Chefin und füttern sie sogar. So
hat jeder was zu tun. Das scheinbare Durcheinander bei ihnen ist in Wirklichkeit
ein gut organisiertes Miteinander.
Kann es sein,dass dumit dem Verschwinden der Erdmännchen zu tun hast? Du
Wachtmeister?

9.Mmh? Also, gestern Abend, nach den Dreharbeiten,als alle weg waren, wollte ich
noch ein paar Selfies machen.Mit mir und den Erdmännchen. Haben mir die in den
Finger gebissen, und als ich dann ganz ruhig und besonnen weggerannt bin,habe
ich wahrscheinlich... ...die Tür nicht zugemacht. Ja.Spätestens bei der Fütterung
werden die Tierpfleger merken,dass ein paar fehlen. Wenn Berufe-Tauschen
kommt,dann wissen alle Bärstädter, dass ich schuld bin.
Pass auf. Du fährst zurück in den Zoo und versuchst herauszufinden, wie viele
genau fehlen.Ich lasse mir was einfallen, wie wir sie zu fangen bekommen.
Dank dir. Nee, nee. Beeil dich lieber. Okay. Ja.Aber ohne Blaulicht.
Ja. Ohne.Jawohl. Operation Kobold läuft.
Keks, nicht so tief buddeln.Oder vielleicht doch?Keks, hättest gerne ein bisschen
mehr helfen können.Aber irgendwas fehlt noch.

10.Passt. Wackelt. Hat Luft.Das ist schön platt und stabil. Da kommen sie bestimmt
nicht mehr raus.Jetzt nur noch den Boden schön auspolstern.Schließlich sollen sich
ja die kleinen Ausreißer nicht wehtun.Schönes weiches Moos. Jetzt fehlt nur noch
die Tarnung. Und dann wird das eine phänomenale Fritz-Fuchs-Erdmännchen-
Falle.Schon ist die Fallgrube fertig.Aber wie locken wir jetzt die Erdmännchen an?
11.Rufen geht ja wohl schlecht.Na klar, Keks. Mit Leckerli. Erdmännchen fressen für
ihr Leben gern. Und zwar alles, ob Pflanzen oder Tiere. Sie sind Allesfresser. Weil
die leckersten Dinge nicht in der Gegend rumliegen, müssen sie ihr Futter suchen.
Damit sind Erdmännchen den größten Teil des Tages beschäftigt. Gar nicht so
leicht. In freier Wildbahn ernähren sie sich am liebsten von Insekten, Spinnen,
Würmern. Alles, was dort rumkrabbelt, gehört dazu, sogar giftige Skorpione.
Gegen ihr Gift sind Erdmännchen vollkommen unempfindlich. Ein Leckerbissen. Sie
jagen aber auch Mäuse, Eidechsen und kleine Vögel. Hauptsache, das Tier ist nicht
größer als sie. Erdmännchen sind zwar ständig in Bewegung. Aber gleichzeitig ganz
schön bequem. Für ihr Futter gehen sie von ihren Höhlen nie weit weg. Ständig
scharren sie im Boden herum.

12. Früher nannte man sie deswegen auch Scharrtiere. Das Futter wird vor dem
Fressen sorgfältig beschnuppert. Sicher ist sicher. Erdmännchen können
hervorragend riechen und sehen. Sobald Erdmännchen etwas Fressbares entdeckt
haben, wollen sie es auch haben. Sogar,wenn die Beute eigentlich schon einem
andern Erdmännchen gehört. da geht es öfter mal hoch her. Ich sagte ja schon...
das sind keine Kuscheltiere!
Mehlwürmer,Obst, Eier, Hühnerfleisch und Heuschrecken.
Mehlwürmer hab ich, Eier hab ich, Obst hab ich,Hühnerfleisch hab ich und die
Heuschrecken fange ich.
Heuschrecken, die musst du nicht einfangen.Die kannst du im Zoofachgeschäft
kaufen.
Ja, klar, klar.So ein Blödsinn. Heuschrecken.Sind, aua, notiert.Ich hoffe, dass mich
keiner sieht, es könnte Fragen geben.
Hast du inzwischen herausgefunden, wie viele Kobolde verschwunden sind?

13.Na, wenn ich richtig zählte, müssten es drei sein.Bisher weiß es keiner. Wenn wir
sie bis zum Nachmittag zurückbringen,dann bleibt es auch so. Alles klar, tschüss.
Dann hoffen wir mal, dass unser Plan gelingt.
Haben Sie Geheimnisse?
Nein, die Polizei hat keine Geheimnisse,sie hat höchstens...Ermittlungen,
Ermittlungen, ja.
- Und,haben Sie was im Fall der verschwundenen Kaninchen ermittelt?
Aus ermittlungstechnischen Gründen kann ich leider zum Stand nichts sagen.
Also doch Geheimnisse.Da brauche ich nach den Kobolden wohl gar nicht erst zu
fragen?
Wissen Sie was, vielleicht sind die ja hier drin.

14.Ja, und wenn ich den Kofferraum öffne,springt einer der gefährlichen Kobolde
heraus und beißt Ihnen in die Nase.Oder kratzt Sie mit seinen kleinen, scharfen
Krallen in den Haaren.Wollen Sie das? Dann kommen Sie.
- Nein,ich habe wirklich Wichtigeres zu tun. schade.
Was war denn los?
Frag nicht, hilf mir mal lieber.Hier, Mehlwürmer, Obst, Eier, Hühnerfleisch und
Heuschrecken.Nimm das mal. * Keks bellt. *
Ja, Keks, das hast du gut gemacht. Du, Götz, die Falle hat auch schon ohne Futter
funktioniert.
Hey.Dann hätte ich mir das alles hier sparen können, Mensch.Au, warte, Moment
mal, das Telefon klingelt.

15.Polizeihauptmeister Prutz.Frau Kriminaloberrat.Ja, ich bin dran an dem Fall


Kobold.Nein, das war im Auto was.Nein, Frau Kriminaloberrat, in Bärstadt gibt es
keine Kobolde,wer sagt denn so einen Blödsinn?
Das war nicht so gemeint. Nein,nein, betrachten, ups...der Fall ist praktisch gelöst,
ja, Frau Krimi...Danke Ihnen. Ich wünsche Ihnen auch einen wunderschönen...
Tag,Das war wichtig, das war die Frau Kriminaloberrätin.
Du, das in der Falle, das sind...
...Erdmännchen, ich weiß.Jetzt reicht es. Du hältst dich hier raus.Weil,
Erdmännchen, das sind keine harmlosen Tiere.Du gehst aus der Gefahrenzone
raus!
Gefahrenzone?Das hier, das ist alles Gefahrenzone.

16.Das ist außerhalb der Gefahrenzone.


Ich glaub nicht, dass das nötig ist.
Fritz, bitte, deine Arbeit war wirklich außerordentlich.Aber das jetzt hier, das ist
eine Sache für Profis. Ja?
So, hab ich euch, ihr kleinen Biester.Ich bin erledigt.
Ganz im Gegenteil.Du hast den Fall mit den verschwundenen Kaninchen gelöst.
Wir brauchen Erdmännchen. Nicht diese blöden Kaninchen.Ich bin so was von
erledigt. Ich bin aber dermaßen erledigt.Kaputtikowski.Ach, danke, Keks, du kannst
mir aber auch nicht helfen. Wirklich.

17.Aber Erdmännchen müssen doch andere Spuren hinterlassen als Erdlöcher und
kaputte Eier.Da, schau mal. Pfotenabdruck. Mehrere von Erdmännchen. Und hier
auch.
Willst du jetzt jeder Pfotenspur nachrennen?
Nein, das wäre zu mühsam. Aber vielleicht kann ja jemand mit einer besonders
guten Nase
die Spur aufnehmen.Ist das die Hose, die du auch im Zoo angehabt hast? Na, Keks,
riecht das nach Erdmännchen?Götz, hier lang.

18.Spuren von Erdmännchen. Echt? Da lang, komm, Keks.


Bist du dir sicher, dass es hier langgeht.
Auf Keks' Spürnase ist immer Verlass. Sie müssen hier ganz in der Nähe sein.
Wir haben sie! Die haben sich in den Rohren der Baustelle versteckt.
Wir haben sie gleich verjagt, weil du so rumbrüllst.
Ja, ist ja gut.

Und wir haben sie noch lange nicht.


Die, die sind doch gleich da vorne.
Wir müssen erst ihren Wächter überlisten.
So kennt man die Erdmännchen. Aufrecht stehen oder sitzen sie auf einem Stein
und gucken in der Gegend rum. Sieht lustig aus, aber sie machen das nicht zum
Spaß. Ganz im Gegenteil. Der Grund ist todernst und für die Erdmännchen
überlebenswichtig. Erdmännchen haben viele Feinde. Schlangen zum Beispiel.
Wird sie rechtzeitig entdeckt, kann man sie mit vereinten Kräften verscheuchen.
Die Feinde der Erdmännchen lauern überall. Sogar in der Luft. Weil Erdmännchen
aber nicht gleichzeitig graben, Futter suchen und aufpassen können, ließen sie sich
was einfallen. Den Wachdienst. Meistens stehen die Wächter hoch oben auf
einem Aussichtspunkt und passen auf. Von dort aus haben sie die ganze
Umgebung im Blick.

19. Der Wachdienst ist für den Wächter sehr anstrengend. Ups. Deshalb lösen sich
die Erdmännchen regelmäßig ab. Sobald der Wächter einen Feind entdeckt hat,
gibt er Alarm! Dann heißt es, volle Deckung! Nichts wie weg und ab in die Höhle.
Aha, der Wächter sieht uns dann sofort, warnt die anderen und die flitzen alle
zurück in den Sandhaufen.
Aber genau das ist unsere Chance. Keks, auf dich wartet jetzt eine besondere
Aufgabe.Du musst aufpassen, ja?

21.57 Der Ausgang ist dicht. Der Ausgang ist dicht. Ja, Keks. Schön leise sein. Deckel
drauf.
Wir haben sie, Fritz, wir haben sie. Und was machen wir jetzt?
Jetzt...bleibt nur noch eins zu tun.
Vorsicht, die beißen.
- Ich weiß.
Vielen Dank. Sie können sich nicht vorstellen,welch ein Stein uns vom Herzen
gefallen ist.
Weiß man schon, wie die Erdmännchen entkommen konnten?
Oh, ja, das wissen wir. Das wissen wir sogar ganz genau.
Das tut mir leid, wirklich.
Sie können doch da nichts für.Die Kerlchen haben sich ja allein aus ihrem Gehege
befreit.
Sie sind nicht durch die offene Tür getürmt?
Wie kommen Sie denn darauf? Das Gehege war rundum zu.Sie fanden eine Stelle,
wo sie sich unter der Mauer durchgraben konnten.Sind halt unsere
Ausbrecherkönige.
Ja, und Dank des Tierprofis Prutz hatten die Erdmännchen keine Chance.
Das nächste Mal passen Sie besser auf,die Polizei hat wichtigere Aufgaben!
- Ja. Vielen Dank noch mal. - Gerne.
23.42Du, ich hätte da schon eine wichtige Spezialaufgabe für die Polizei.
Ach, echt, was denn?
Die Kaninchen vom Bramsewetter zurückbringen.Die sind nämlich immer noch in
der Fallgrube.
Die Polizei hilft, wann immer sie kann. Mhm.
...du Freund und Helfer aller Tiere. Ich weiß ja nicht, was ihr macht,aber Keks und
ich, wir drehen mal wieder eine Runde.
Eric in der virtuellen Realität
1.Für unser PUR+ -Experiment mache ich heute eine virtuelle Reise. Oha, krass.Ich
teste eine Technik, die mich an besondere Orte bringt.Obwohl das jetzt 'ne
Computerwelt ist, sagt mir mein Körper: Das ist gefährlich. Und meine
Eintrittskarte in diese Welten, das ist dieses Teil hier: eine VR-Brille.Willkommen
zu PUR+ . Wie immer plus Eric. VR, das steht für virtuelle Realität . Hiermit kann
ich Welten erforschen,in die ich sonst gar nicht kommen würde. Wie lange halte
ich das aus?Und was macht das mit mir, wenn ich einen ganzen Tag lang in
künstlichen Welten verbringe?

2,Ich starte das PUR+ -VR-Experiment und diese beiden, die helfen mir. Daniel ist
Sportmediziner und steht bereit, falls mir auf meiner Reise übel oder schwindelig
wird. Tobias ist VR-Spezialist. Er kümmert sich um die Technik für meine virtuelle
Reise. Tobias, du kennst dich ja gut aus mit VR. Wie lange hältst du es darin aus?
Das hängt so ein bisschen vom Tag ab, je nachdem. So 'ne Stunde schaff ich. Mal
mehr, mal weniger. Am Stück? Ja, genau.
Okay, und ist das für dich angenehm oder ist das trotzdem anstrengend?
Das ist schon spaßig am Anfang, aber nach 'ner Zeit wird es anstrengender für die
Augen.
Wie lang kann man in so 'ner Welt am Stück bleiben?
Mit Pausen ... Es gibt jetzt einen, der hat 'nen Weltrekord gemacht, 42 Stunden
lang hat er es geschafft. Boah. Aber der hat nur ein Spiel gespielt.
Das sind fast zwei Tage am Stück. Ja. So lange wollen wir's nicht machen, oder?
Ich denke, nicht. Das wirst du auch nicht schaffen.

3.Aber ich will mal gucken, wie lange ich es aushalte. Ich geh jetzt in die virtuelle
Welt und brauch dafür die Brille. Genau.Einfach aufsetzen?
Ein bisschen locker drehen hinten. So, und jetzt vorsichtig auf den Kopf setzen.
Das ist auch das erste Mal, dass ich so 'ne Brille aufhabe. Mit dem kleinen Rad
kann ich die VR-Brille auf meinen Kopf anpassen. Und an der Brille
sind auch Kopfhörer. Dann schnallt mir Daniel noch ein Messgerät an mein
Handgelenk.Damit will er meinen Puls überwachen. Der liegt gerade
bei 92 Herzschlägen pro Minute.
Man sieht, dass du nervös bist. Das ist leicht erhöht.
Ich bin ein bisschen nervös. Was können für Nebenwirkungen auftreten bei 'ner
Reise in die virtuelle Welt?
Es könnte schon sein, dass dir übel wird, Schwindel auftritt oder
Kopfschmerzen.Aber mach dir keine Sorgen, wir passen gut auf dich auf. Du
kannst das Experiment jederzeit abbrechen.
Ok, das ist eine gute Info. Ich kann die Brille absetzen und somit aus der Situation
rausgehen einfach?
Genau, so werden wir das tun. Gut.

4.Tobias startet eine Stoppuhr und dann einen Computer, der die virtuellen
Welten über ein Kabel in meine Brille überträgt. Unser Studio ist übrigens grün,
damit wir euch mithilfe einer Technik zeigen können, was ich jetzt gerade sehe.
Oha, krass. Ich stehe auf einem Schiffswrack, glaub ich. Das ist richtig abgefahren.
Das gibt's in echt nicht, ich kann's nicht anfassen. Ich find's gerade super
unheimlich. Und ich kann mich jetzt hier mal so ein bisschen ... Oha! Oha, wie
krass.Ein riesiger Wal kommt gerade auf mich zu. Er guckt mich an.

4.Ich versuch jetzt mal, an den Rand zu gehen. Wow. Das Ganze fühlt sich ziemlich
echt an, fast als würde ich wirklich unter Wasser stehen. Tobias erklärt mir, wie die
Technik funktioniert. Der Wal, der Rochen, das Schiffswrack - das alles ist mit
einem Computer entworfen und animiert worden, ein dreidimensionaler Raum.
Ich stehe mittendrin und kann diese 3-D-Computerwelt in Echtzeit um mich
herum mit der Brille wahrnehmen. Es gibt verschiedene VR-Brillen und -Systeme,
aber alle haben eins gemeinsam: Sie erkennen, wo und wie ich stehe oder ob mich
bewege, und sie zeigen mir das entsprechende Bild an. Gucke ich nach vorne, sehe
ich den Wal. Gucke ich nach rechts, den Rochen. Und unter mir,
das sind die Planken des Schiffs. Ich sehe also in der virtuellen Computerwelt so,
wie ich es auch sonst in der realen Welt tue. Daher kommt auch der Begriff
virtuelle Realität .

5.Aber für wie real hält mein Körper diese Computerwelt wirklich? Lässt sich zum
Beispiel mein Geschmackssinn täuschen?
So, jetzt das nächste Experiment. Er wird Pommes mit Currywurst sehen.Wir
haben aber Tofu mit Erdbeersoße. Mal sehen, ob er es merkt.
Ja, ich sitz an 'nem Tisch. In einer Wohnung. Da ist 'ne Couch, da ist 'n Klavier.
Holzboden. Und jetzt kommt jemand rein. * Eric lacht. *
Lass es dir schmecken.
Das warst du doch gerade, Tobias. Ja. Und jetzt hast du mir hier Essen
hingestellt.Aber das ist ja nicht echt. Was mach ich jetzt damit?
So, ich hab mich jetzt zu dir gesetzt. Bestimmt hast du ein bisschen Hunger.

6.Wer bist du denn jetzt? Ah, Daniel.


Genau. Da du es selber nicht greifen kannst, werde ich dich dabei unterstützen.
Wie? Steht hier vor mir Essen?
Genau. Ich werde dir dann das Essen etwas anreichen.
Okay, das ist 'ne Wurst und die seh ich hier vor mir auch. 'ne Currywurst, oder
was? Nee, es schmeckt echt nicht wie 'ne Currywurst. Es fehlt der Ketchup, glaub
ich. Ketchup und Curry fehlt, oder? Das ist nur Wurst. Okay, ich hab noch einen
kleinen Happen für dich. Ups.
Nee, das schmeckt auch nicht wie 'ne Currywurst. Das schmeckt süß.Das ist
irgendwie, wie Marmelade oder so was.
Okay, noch 'ne Pommes dazu? Mhm. Einmal Mund auf. Genau.

7.Okay, das, das ist kein Pommes. Innen ist das nicht wie Pommes. Eher wie, wie
so ein Stück ... Innen ist das nicht wie Pommes. Eher wie, wie so ein Stück ... Tofu
oder so was.
Willst du vielleicht noch mehr?
Klar. Irgendwie Himbeersoße.
Gut, das kommt der Sache ziemlich nahe.
Himbeer- oder Erdbeersoße. Perfekt.
Ich hab die Currywurst und die Pommes gesehen. Da war ich sicher: Wenn ich den
Mund öffne, krieg ich das auch. Und dann habe ich versucht, das Bild
wegzublenden, nur auf den Geschmack zu hören, da hab ich gemerkt, das
schmeckt anders. Das, was ich gesehen und geschmeckt hab, hat nicht
zusammengepasst. Dann hab ich's auch nicht geglaubt. Da dachte ich: Das ist
keine Currywurst, das sind auch keine Pommes.

8.Mein Geschmackssinn hat sich durch VR also nur kurz täuschen lassen. Wie sieht
es mit meinen anderen Sinnen aus? Einmal drehen.Ich bin in 'nem Raum. Ich bin
wie in 'nem ... Okay. Das ist irgendwie fies. Es fühlt sich eng an. Obwohl da eine
Tür ist.
Sind da irgendwo Knöpfe?Mach mal noch einen Schritt nach hinten.
Ja, ich seh hier irgendwie was, so 'nen silbergoldenen Knopf.
Drück doch mal den Knopf für die oberste Etage.
Wie drück ich den?
Mit dem Controller.
Als würdest du wirklich den Knopf drücken. * Eric lacht. * Alles klar.
Okay, das ist ja Wahnsinn. Ich seh hier, das wir nach oben fahren.

9.Ich bin irgendwie ganz oben auf 'nem Hochhaus. Es ist 'ne Überwindung, obwohl
das nicht echt ist. Es fühlt sich aber so an.
(Tobias) Da ist wirklich eine Planke.
Also, ich hab normal keine Höhenangst, aber es fühlt sich nicht gut an. Es ist ein
unangenehmes Gefühl. * leise Verkehrsgeräusche, Hubschrauberrattern * Und
obwohl das jetzt 'ne Computerwelt ist, sagt mir mein Körper: Das ist irgendwie
gefährlich. Ah! Oha, das ist, das ist fies gewesen.

10. Na ja, jetzt bist du tatsächlich abgestürzt. Ein bisschen Schiss hatte ich,
obwohl's nicht echt ist. Wie war mein Puls, Daniel? Hast du mal gecheckt?
Man hat es auch gesehen.Die Pulsfrequenz war bestimmt 30 Schläge über deinem
Ruhepuls.
Ist nach oben gegangen? Warum lässt sich das Gehirn da so austricksen?
Dein Gehirn sucht Vergleiche aus der echten Welt. Wenn es einen Abgrund sieht,
denkt es: Das ist ein Abgrund , auch wenn er virtuell ist.
Meine Augen sehen, dass ich über einem Abgrund stehe, und senden diese
Information ans Gehirn. Und was passiert dort mit dieser Information? Jetzt
spielen, einfach gesagt, zwei Bereiche eine Rolle.

11. Das Frontalhirn und die Amygdala. Das Frontalhirn ist für das bewusste Denken
zuständig und könnte die Situation richtig bewerten: Nee, der Abgrund ist nicht
echt. Ich hab doch 'ne VR-Brille auf. Aber die Amygdala ist schneller als das
bewusste Denken. Sie ist eine Art Alarmglocke im Gehirn und reagiert blitzschnell
auf mögliche Gefahren. Ein Abgrund! Lebensgefahr! Die Amygdala weiß nicht,
dass der Abgrund nicht echt ist. Deshalb sorgt sie dafür, dass im Körper ein
Angstgefühl ausgelöst wird. Virtuelle Realitäten können also unser Gehirn
austricksen. Ein Grund dafür, dass viele Experten sagen, Kinder sollten VR erst mit
13 ausprobieren. Eins habe ich jetzt echt gemerkt: Das Gehirn wird dabei immer
ausgetrickst. Und genau das ist für Psychologen interessant. Sie wollen VR
anwenden, um Menschen dabei zu helfen, ihre Ängste zu verlieren.

12.Zum Beispiel Höhenangst oder die Angst vor Spinnen. Und genau die hat
Christin. * verzerrte, bedrohliche Klänge *
Wenn ich eine Spinne sehe, dann fängt mein Körper an, innerlich zu zittern auf
jeden Fall. Irgendwie, als würde das Gehirn plötzlich anders arbeiten, weil es
denkt: Jetzt habe ich Panik. Ich will irgendwie weg , oder so.
Und nicht nur das.Sie muss immer jemanden finden, der die Spinne für sie
einfängt. Die Angst nervt Christin. Deswegen fährt sie nach Regensburg. Hier an
der Universität arbeitet Theresa Wechsler. Sie ist Psychologin und Expertin für
Ängste. In einem ersten Gespräch muss Christin beschreiben, wie groß ihre Angst
vor Spinnen ist.Dazu gehört auch ein Test mit einer echten Vogelspinne. Ghandi
heißt sie.
Wie stark ist jetzt deine Angst, wenn du Ghandi hier so anguckst?

13. Da es auf ist, schon ein bisschen größer.


Geh doch mal so weit, wie du kannst.
- Das würde so reichen.(Christin) Falls er rausklettert.
Christin soll ihre Angst auf einer Skala von 0 bis 100 einzeichnen. Bei der
Vogelspinne ist sie auf 80 angestiegen und jetzt wieder fast bei null. Dann geht's
los: Christin muss eine VR-Brille aufziehen.
Einfach mal überziehen Und guck mal, dass die gut sitzt.
Und das sieht Christin in der Brille: eine Spinne. Aus dem Computer.
Wie stark ist jetzt deine Angst?
Ähm, vielleicht so bei 80.
Bei 80? Also, die ist jetzt schon richtig stark? Mhm.
Ich hab das Gefühl, dass ich,plötzlich mein Körper so ein bisschen mehr schwitzt.
Ich bekomm jetzt noch
keine Gänsehaut, wie sonst immer so. Aber mein Kopf hat irgendwie schon das
Gefühl, ich sollte so ein,
zwei Schritte weiter weggehen.

14,(Wechsler) Jetzt bleibst du aber da und schaust sie dir an.


Ja. Sie sitzt da so ein bisschen, als würde sie mich gleich angreifen wollen.
Christin soll die Hand zur Spinne ausstrecken. Gefahr - in ihrem Gehirn reagiert die
Alarmglocke, die Amygdala.
Und wie ist jetzt die Angst?
Jetzt wieder bei so 82, 83.
Also, wenn du der Spinne näherkommst, steigt die?
Ja, das auf jeden Fall, weil jetzt könnte sie auf die Hand springen.
Und wenn du jetzt die zweite Hand noch dazu streckst? wie ist das?
Ja, ich merke, dass meine Finger anfangen zu zittern.
Die zittern, wenn man Angst hat, ne? Dann wird man zittrig im Körper.
Es ist ungewohnt.
- Ja, es ist ungewohnt.
Man macht jetzt genau das Gegenteil von dem, was einem das Gehirn sagt.
Weil wir wollen ja diese neue Erfahrung machen, dass man die Angst aushalten
kann, dass man nicht weglaufen muss.

15,Und wir wollen deinem Gehirn die Möglichkeit geben, jetzt zu lernen, dass
Spinnen gar nicht so gefährlich sind. Ja. dass Spinnen gar nicht so gefährlich sind.
Ja. Die sieht echt interessant aus. Ein paar Minuten soll Christin so aushalten. Wie
stark ist die Angst jetzt? Also, gerade lässt die Angst wirklich immer weiter nach.
Die existiert zwar noch, aber sie geht immer weiter runter, so wie es eben
aufgezeichnet war, dass es gerade sehr schnell irgendwie nach unten geht. Ja.
(Wechsler) Super, du machst das wirklich fantastisch. Genau, guck sie dir weiter
an. - Ja. Nach einer Dreiviertelstunde
ist es vorbei. Willkommen zurück hier bei uns. - Danke schön. Ich geb dir mal ein
Tuch. - Danke.
Es ist superheiß unter der Brille. - Ja.
16, In der virtuellen Realität hat sich Christins Gehirn an die Spinne gewöhnt. Aber
wie ist es
bei der echten Vogelspinne? Ghandi ist noch ein bisschen größer und jetzt wirklich
real, und etwas haariger. So ein bisschen, so? - Genau? Einfach mal reinstrecken.
Super. Eigentlich wie in der VR, wo du auch die Spinne mit deinen Händen ... Nur,
dass man jetzt auch die Hände sieht. Genau. Jetzt siehst du deine Hand. Es ist ein
klasse Gefühl, das überstanden zu haben. Und auch nicht mehr so viel Angst
zu haben vor der Spinne. In der Zwischenzeit habe ich noch mehr VR getestet. Go!
Zum Beispiel eine Fahrt im Eiskanal. Das fühlt sich ziemlich echt an, muss ich
sagen. Auch in der virtuellen Realität kann
Sport ganz schön anstrengend sein. Selbst wenn man nur ein paar virtuelle Bälle
im Tor halten muss. Oder Farbkugeln treffen soll. Ey, die bringen mich ganz schön
ins Schwitzen hier.

17,Aber das weckt schon auch den Ehrgeiz. Man will dann wirklich jede einzelne
Kugel kriegen hier. Ich geb dir was zum Festhalten, denn du fährst Achterbahn.
Okay. Viel Spaß. Ich muss nix machen, einfach stehen? Genau. Okay. (*
Windpfeifen *) Oha, nee. (* Eric schreit. *) Okay, das ist krass. Oha, das ist fies.
(*Knarzen, Tropfen *) (ängstlich) Ah. (* elektronische Musik *) (*
Fledermauskreischen *) Und jetzt, oha, oha. Das ist schon, muss ich echt sagen,
ein bisschen unangenehm. (* angsterfüllte Laute *)

18, Da wird mir echt schwindelig. Geschafft, oder? Pu, also, Fand ich jetzt ... War
echt 'ne andere Erfahrung. Mir ist fast ein bisschen übel. Und das hat wieder
etwas mit dem Gehirn zu tun. Meine Augen sehen das Bild der Achterbahnstrecke
und senden die Information Achtung, wir bewegen uns ans Gehirn. Aber mein
Körper meldet eine völlig andere Information, nämlich, dass ich stehe. Jetzt ist das
Gehirn verwirrt, denn diese Informationen passen einfach nicht zusammen. Und
weil einem in VR-Welten schwindelig oder sogar übel werden kann, sagen viele
Experten: erst ab 13 ausprobieren. Das ist mal der Moment, wo ich die Brille
abnehmen muss. Tobias? Ja. Bist du irgendwie da? Da bin ich. Ich geb dir mal den
Controller. Okay.

19,Ich stopp mal die Uhr. Genau, jetzt ist tatsächlich der Moment: Du musst auf
Stopp drücken. Ah.
Geht's? Ja. Willkommen in der Realität zurück. Da bin ich wieder. Das fand ich jetzt
sehr unangenehm.
Wie lang hab ich ausgehalten? Das war auch sehr extrem, du hast jetzt 2:27
Stunden, Respekt. Sogar mehr als du. Mehr als ich am Stück. Okay, wie sieht's
denn hier mit meinem Puls aus, Daniel? Interessant ist: Dein Puls ist
zwischenzeitlich sogar angestiegen. Was weniger daran liegt, dass du dich
körperlich angestrengt hast, sondern dass dir schwindelig und unwohl wurde. Und
das ist Stress für den Körper
und so geht der Puls hoch. Es war auch einfach nicht angenehm, muss ich wirklich
sagen. Also, diese virtuellen Realitäten, die haben mich schon gepackt. Muss ich
sagen, ich fand das cool, ich fand's spannend, ich fand's aufregend. Was glaubst
du, wie wird virtuelle Realität in der Zukunft bei uns stattfinden? Ich glaub, das
wird 'ne große Rolle spielen.

20, Die Technik wird noch deutlich besser werden, die Inhalte werden cooler, da
kommt noch 'ne Menge. Es wird spannend und anstrengend, ich bin fertig. Das
muss ich echt mal sagen. Das war körperlich fordernd für mich. Aber klar, in der
Zukunft wird es virtuelle Realität für uns geben. Wie genau das dann aussehen
wird, das weiß im Moment noch keiner so genau. Auf www.zdftivi.de haben wir
ein Backstage-Video für euch und ihr seht, wie wir dieses Experiment gedreht
haben. Und ihr erfahrt, wie eine 360-Grad-Kamera funktioniert. Klickt euch rein
und denkt dran: PUR+ macht schlau. Bis dann, ciao, ciao. (* fröhliche Musik *)
Wow, das ist so super. Ich bin total aufgeregt. (Gilbärt) Ha, du wirst mich nicht
aufhalten. Ich bin Gilbärt, der Schreckliche. Und ich werde dich besiegen, ha!
* Er macht Kampfgeräusche. *
Wuhu, Erde an Gilbärt. Musst du immer so einen Mist spielen? Es gibt doch so
schöne Virtual-Reality-Programme. * Meerrauschen *

21, Drei Dinger, die du beim Benutzen einer VR-Brille jedenfalls beachten solltest.
Erstens: Achte darauf, dass du ausreichend Platz um dich rum hast. * lustige
Musik und Gelächter *
Zweitens: Versuche beim Spielen keine Unbeteiligten zu stören. * lustige Musik
und Gelächter *
Drittens: Mach keine Dinge, die du auch im echten Leben nicht verträgst. * Er
übergibt sich. *
Hm, ich kann mich nicht entscheiden. (Gilbärt) Links oder rechts?
(Babsie) Hm, ich weiß genau, was du meinst. * Sie seufzt verliebt. * (Gilbärt)
Aha!

22, (beide) Hallo, mein Schatz. (Gilbärt) Mist, ich hätte die Vollversion kaufen
sollen. Die Better-Life-Reality-Brille 3000 Deluxe und dein Leben wird super!
Zimmer aufräumen? Ein Riesenspaß mit der Better-Life-Reality-Brille 3000
Deluxe . Nie mehr Streit um gesundes Essen. * Gelächter *
Schlecht in der Schule? Kein Problem. Mit der Better-Life-Reality-Brille 3000
Deluxe . * Gelächter *
Hier ist er. Der Pokal der Götter. Mein Schatz.
(Babsie) Ach, Tobi. * Kussgeräusch, beide schreien auf. * (beide) Ih, igitt, bah. Das
ist doch das Letzte.