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Ein praktisches Handbuch für Jäger und Schützen

Kapitel 4
Anleitung zum Wiederladen von Büchsenpatronen

Vorbereitung der Hülse .......................................................................Seite 02


Ausstoßen des Zündhütchens, Kalibrieren der Hülse,
Setzen des neuen Zündhütchens ...................................................Seite 12
Pulver einfüllen ...................................................................................Seite 20
Geschoss setzen ................................................................................Seite 25
Verpacken, Kennzeichnen, Erfolgskontrolle .......................................Seite 30
Orientierungsgrafik Büchsenpatronen ................................................Seite 32
Wiederladen Schritt für Schritt
- Büchsenpatronen
1. Die Vorbereitung der Hülse schiedlichen Zündhütchen von außen
nicht zuverlässig genug zu unterscheiden.
Es bleibt nur der prüfende Blick in das
Der Wiederlader von Büchsenpatronen Hülseninnere übrig. Bei manchen Hülsen
hat es heutzutage viel leichter als etwa muß sogar eine Lichtquelle zur Hilfe ge-
Anfang der Siebziger. Damals war die nommen werden. Schleicht sich nämlich
Umstellung von der Berdan- zur Boxer- eine altmodische Berdanhülse in eine
zündung noch nicht ganz vollzogen, so Serie von Boxerhülsen ein, so hat man
daß man oftmals Mühe hatte, an die sich schnell den Ausstoßstift oder gar die
begehrte, viel leichter zu bearbeitende Spindel der Kalibriermatrize ruiniert.
Boxerhülse zu kommen, vor allem, was
die typisch europäischen Hülsen betraf.
"Suche dringend Hülsen mit Ein-Loch-
Zündung", konnte man des öfteren im
Anzeigenteil der Jagdzeitschriften lesen,
und so mancher gewiefte Büchsenmacher
bot eben dort sein monatliches Hülsen-
kontingent an.
Heute gibt es praktisch nur noch Hülsen
mit Boxerzündung, zumindest, was die
Jagdpatronen betrifft. Lediglich bei den
Militärpatronen (meist im NATO-Kaliber)
ist die Berdanzündung anzutreffen.
Etwas anderes ist es bei den alten Jagd-
patronen, die nicht aus geläufigen, mo-
dernen Hülsen mit Boxerzündung umge-
formt werden können (obwohl dies bei
fast allen Kalibern möglich ist). Solche
Hülsen müssen nach wie vor mit dem
offenen Berdanzündhütchen versehen
werden. Nachdem aber bei ihnen das Links Hülse mit zentralem Zündloch für Amboß-
Wiederladen die einzige Möglichkeit ist, zündhütchen ("Boxerhülse"; rechts "Berdan-
hülse").
wieder "Futter" für eine alte, vielleicht
technisch noch sehr gut erhaltene Waffe
zu besorgen, wird man sich der Mühe mit Aber nicht nur wegen der vielleicht da und
den Berdanhütchen gerne unterziehen. dort noch vorkommenden Berdanhülsen
Bei ihnen muß bekanntlich das Hütchen sollte beim Sortieren des Hülsenvorrats
in einem gesonderten Arbeitsgang und eine gewisse Systematik eingehalten
außerhalb des Ladegeräts von außen werden: Obwohl bei der Hülsenfertigung
herausgehebelt werden, während bei der ganz enge, technische Toleranzen einge-
Boxerhülse das zentrale Zündloch ein halten werden, kann es vorkommen, daß
Ausstoßen in einem Arbeitsgang zusam- sich die Volumen der Hülsen voneinander
men mit dem Kalibrieren der Hülse unterscheiden. Das wird weniger von
ermöglicht. Leider sind die zwei unter-

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Fertigung zu Fertigung auftreten, sondern Es ist also sicher nicht die schlechteste
vor allem bei verschiedenen Fabrikaten. Methode, an Hülsen zu kommen, wenn
Eine unbedachte Mischung verbietet sich man sich einen größeren Posten Fabrik-
aber schon allein deswegen, weil unter- munition kauft (darauf achten, daß es sich
schiedlich große Verbrennungsvolumen um Patronen eines Fertigungsloses han-
auch unterschiedliche Gasdruckverhalten delt!), diese aus der eigenen Waffe ver-
nach sich ziehen und diese wiederum schießt und so nach und nach ein komplet-
Einfluß auf die Leistung und die Präzision tes "Hülsenlos" erhält. Wer diese Zeilen
nehmen können, von unkontrollierten Gas- als Beginner oder potentiellerWiederlader
drucksprüngen ganz zu schweigen. liest, sollte also möglichst bald anfangen,
auf diese Weise Hülsen zu sammeln.
Apropos Fabrikpatronen: Es ist selbst für
den eingefleischten Wiederlader keines-
falls ehrenrührig, fabrikgefertigte Patronen
zu verschießen. Es ist nämlich ganz gut,
wenn eine Waffe mit der Fabrikpatrone
eingeschossen ist und die Handladung
auf die gleiche Treffpunktlage laboriert
wird. So eine "Grundjustierung" ist immer
dann angebracht, wenn die Wiederladung
aus irgendeinem Grund nicht mehr genau
reproduzierbar ist, gerade keine Kompo-
nenten zur Hand sind, oder wenn man für
die wichtige Jagdreise zuwenig Munition
mitgenommen hat. Auf diese Weise wird
die Waffe nie ausfallen. Doch zurück zu
den Hülsen. Wenn vorhin von einem "Hül-
Hülsenreißer. senlos"genau definierter Herkunft die Re-
de war, so ist auch gleich eine Aussage
Es ist also von Anfang an erforderlich, über dessen Umfang zu machen. Bei den
sich beim "Sammeln" von Hülsen auf die großen Jagdkalibern sollten es minde-
Verwendung einer Fertigung, zumindest stens sechzig bis achtzig Hülsen sein, je
aber eines Fabrikates zu beschränken, nach jährlicher Strecke und Anzahl der
um diesbezüglich Überraschungen aus abgegebenen Übungsschüsse. Besser
dem Wege zu gehen. Eine der gängigsten noch sind einhundert Hülsen und das aus
Methoden, an Hülsen zu kommen, ist die einem ganz einfachen Grund: Man be-
Wiederverwendung der aus der eigenen wahrt diese in den 50er-Plastikschachteln
Waffe verschossenen Fabrikpatronen auf und hat dann deren zwei. Der Inhalt
bzw. deren Hülsen. Das hat einige Vorteile. wird "reihum" verschossen und geladen,
Einmal ist man über die Herkunft genau so daß immer mindestens fünfzig Patronen
orientiert, weiß, daß die Hülsen pfleglich in Reserve sind und genauso viele zum
gelagert und behandelt und noch nicht Wiederladen zur Verfügung stehen. Unter
wiedergeladen wurden. Weiter ist sicher, fünfzig Stück lohnt sich das Umbauen von
daß alle Hülsen der gleichen Fertigung Presse, Hülsenkürzer, Pulverdosierer
entstammen, was eine Gewähr für das usw. wirklich nur für den Fall, daß noch an
gleiche Hülsenvolumen ist und zum an- einer Bestlaborierung gebastelt werden
deren haben die einmal aus der spezifi- muß. Außerdem gibt die größere "Serie"
schen Waffe verschossenen Hülsen eine die Gewähr, daß auch alle Patronen "Loch
Art"Feuerformung" hinter sich, was techni- in Loch" schießen und das beruhigt.
sche Vorteile bringt. Bei den kleineren Jagdkalibern und

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natürlich bei den sportlichen Büchsen- es ist in Bezug auf die empfohlene Verwen-
kalibern sind nach oben hin keine Begren- dung von Hülsenlosen eine Bemerkung
zungen gesetzt. Hier wird der Schütze die zu machen: Treten innerhalb der Hülsen
Disziplinen berücksichtigen und die An- eines solchen Loses die ersten Ermü-
zahl dervorrätig geladenen Patronen bzw. dungserscheinungen auf (bei den auf
deren Hülsen jeweils auf ein Vielfaches Hochleistung geladenen Jagdpatronen ist
der pro Durchgang benötigten Patronen es meistens eine Erweiterung der Zünd-
abstellen. Auf diese Weise ist er nicht glocke; bei den milder, aber öfter gelade-
darauf angewiesen, nach jedem Schieß- nen Sportpatronen wird dagegen meist
tag wiederladen zu müssen. der Hülsenmundbereich spröde und une-
lastisch, so daß im ersteren Fall das Zünd-
Wichtig bei der ganzen Geschichte ist, hütchen und im zweiten Fall das Geschoß
daß die genannten Hülsenlose als solche nicht mehr fest genug sitzen), so sollte
behandelt werden. Dazu gehört, daß man man keinesfalls eine ausgefallene Hülse
wirklich jede Hülse in die Ursprungs- durch eine "jüngere" zu ersetzen versu-
packung zurücksteckt und auch keine chen. Vielmehr wird der Bestand aufge-
"Fremdhülse", vielleicht obskurer Her- braucht, um spätestens zu dem Zeitpunkt,
kunft, dazwischen mischt. Nur so kann wo sich die Ausfälle häufen, geschlossen
sich der Wiederlader einen Überblick über zum Altmetall gegeben zu werden. Daraus
die tatsächliche Belastung verschaffen, folgt, daß ein "Los" wiederum durch ein
weswegen man die Zahl der Wiederla- komplettes neues ersetzt wird. Natürlich
dungen auf der Schachtel angeben sollte. steht auch nichts dagegen, statt der vorhin
Bezüglich der Lebenserwartung d.h. angesprochenen Hülsen von in der
Lebensdauer einer Büchsenhülse kann eigenen Waffe verschossenen Fabrikpa-
keine generelle, auch keine kaliber- tronen neue, also "jungfräuliche" Hülsen
bezogene Auskunft gegeben werden, aber zu nehmen.

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Fabrikfrische Hülsen aus einem Fertigungslos bilden den Grundstock einer Hülsenausstattung.

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Dies ist dann u. U. billiger, wenn man nicht
unbedingt auf Kontrollschüsse mit han-
delsüblichen Patronen angewiesen ist.
Diese Vorschläge lesen sich vielleicht et-
was "teuer", sind es aber auf lange Sicht
nicht. Erstens ersparen sie viel Probiere-
rei, weil man über eine große Zeitspanne
eine bewährte Laborierung zur Verfügung
hat und zum zweiten ist die Lebenser-
wartung von RWS-Qualitätshülsen, die
alle aus hochwertigem MS 72 hergestellt
werden, sehr hoch.
Soviel also zur Hülsenbeschaffung und
"Losbildung". Die erwähnten Plastik-
schachteln gibt es übrigens auch in 20er,
60er und 100er-Ausführung und sind das
Erkennungszeichen des ordentlichen Fehlerhafte Hülse unbrauchbar machen.
Handladers! Wer jemals Patronen in alt-
en Pappschachteln, Zigarrenkisten oder einmal großzügig geben und einen
Papiertütchen "aufbewahren" mußte, wird "Grenzfall" lieber zum Altmetall werfen.
wissen, warum. Was die Verschmutzung der Hülsen be-
Nun zu den Mängeln, die eine Weiterver- trifft, so muß der normale Schießstand-
wendung der Hülse ausschließen. Neben und Wald-"dreck" nicht so tragisch genom-
den erweiterten Zündglocken und dem men werden. Es ist allerdings zu berück-
ermüdeten Hülsenhalsmaterial sind es sichtigen, daß harter Sand eine Matrize
vor allem mechanische Beschädigungen, bis zur Unbrauchbarkeit zerkratzen kann.
die bei pfleglicher Aufbewahrung kaum Damit wären wir bei den Reinigungs-
vorkommen, bzw. bei einwandfreier Waffe methoden für das Hülsenmessing. Bei
nicht vorkommen dürfen. Hierzu zählen den großen Hülsen ist es relativ einfach:
Risse, Beulen oder Aufbauchungen, be- Ein Tuch genügt, mit dem anhaftender
ginnende Anzeichen von Bodenreißern, Staub, Pulverschmauch oder Öl abge-
eine ringförmige Verfärbung im P1-Be- wischtwerden. Eine weitergehende Reini-
reich, was zusammen mit einer in diesem gung in Richtung "blanke" Hülse wäre
Bereich von innen manchmal sichtbaren hinsichtlich der Funktion nicht nötig, gibt
Einrillung auf einen zu großen Verschluß- aber der Wiederladung erst den richtigen
abstand hinweist, (auch auf eine falsche "professionellen" Anstrich. Ob man dazu
Justierung der Kalibriermatrize) und ähn- Seifenlauge oder ein Trockenpoliermittel
liche, echte Defekte. In diesem Fall ge- (Reis, zerkleinerte Nußschalen o. ä.) nim-
hören die Hülsen nicht in den Mülleimer, mt, in dem die Hülsen in Spezialtrommeln
sondern in die Altmetallkiste, wo sie, mit bei langsamer Drehzahl getrommelt wer-
derZange flachgequetscht, um nicht mehr den, oder ob man nur das im Haushalt
versehentlich in den "gesunden Bestand" schon vorhandene
zurückkehren zu können, auf das "Recy- Messingputzmittel verwendet, oder auch
cling", sprich den Alteisenhändler warten. ganz feine Stahlwolle: Hier liegt die Qual
Bei kleineren Beulen oder deformierten der Wahl beim Schützen.
Hülsenmündern, wie sie etwa bei Hülsen Aus technischer Sicht ist nur wichtig, daß
aus Selbstladewaffen vorkommen, ist ein harter Schmutz entfernt sein muß, die
weniger strenger Beurteilungsmaßstab an- Zündlöcher frei sein müssen und das Ver-
zulegen. Andererseits sollte man sich bei brennungsvolumen nicht durch Fremd-
dem wirklich guten Hülsenangebot auch körper verringert sein darf. So vorbereitet

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Hülsen reinigen und kontrollieren. Hülsen fetten.

warten die Hülsen auf die erste Wieder- was nichts anderes ist als ein großes
ladung. Aufbewahren wird man sie in den Stempelkissen) mit dem Hülsenfett leicht
Plastikschachteln und an einem mögli- benetzen und mehrere Hülsen mit der
chst trockenen Ort, um die lästige Oxida- flachen Hand darüberrollen. So arbeitet
tion zu verhindern. man rationell und verhindert gleichzeitig,
Jetzt aber zu den eigentlichen Wiederla- daß das Hülsenfett dort hingelangt, wo es
derarbeiten und dabei gleich zu dem für nicht hin soll: Hülsenschulter, Hülsenhals
viele Leute recht lästigen Fetten der Hülse. und Hülsenmund sollen nämlich fettfrei
Zur Herabsetzung des Reibungswider- bleiben. Fettbelag an Schulter und Hals
standes und zur Schonung von Werkzeug können wegen der geringen Maßtole-
und Material muß die Hülse mit einem ranzen in der Matrize ein Einbeulen der
nicht tierischen Fett "geschmiert" werden. Hülse bewirken. Fett am Hülsenmund
Lediglich bei den Kurzpatronen sowie bei "sammelt" unter Umständen Pulverteil-
Verwendung von Hartmetallkalibrierern chen und könnte bei langer Lagerzeit die
darf dies wegfallen - aber dazu kommen Treibladung phlegmatisieren.
wir noch. Von Zeit zu Zeit findet man in der Fach-
Die Fettung der Hülse ist unbedingt not- presse Berichte über angeblich taugliche
wendig, um ein Steckenbleiben der Hülse Trockenschmiermittel, die anstatt der Hül-
in der Kalibriermatrize zu vermeiden. Ein senfette eingesetzt werden können. Wün-
solcher "Stecker" kann nur mit einem schenswert wäre es schon, daß die lästige
Spezialabzieher beseitigt werden, will man Fetterei endlich aufhörte, aber leider ver-
die Matrize nicht ruinieren und deshalb schwinden die Trockenschmiermittel im-
sollte es mit eine der ersten Anschaffun- mererstaunlich schnell von der Bildfläche!
gen des Wiederladers sein. Diesen Abzie-
her mit dem treffenden Namen "Matrizen- Damit ist allerdings nicht das normale
retter" (Die-Saver) braucht man Graphit gemeint, das der Wiederlader
normalerweise nie, aber wenn man ihn gerne zur Innenschmierung des Hülsen-
braucht, so hat man ihn wirklich nötig! mundes nimmt. Dazu taucht man den
Die Hülsenfettung erfolgt auf einfache Hülsenmund ganz leicht in Graphit und
Weise, indem Sie einen passenden Über- bürstet den Überschuß gleich wieder mit
träger (das kann ein Tuch sein oder bess- einer Hülsenmundbürste (Gase Brush)
er das handelsübliche Fettkissen, ab. Die Graphitierung erleichtert das

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Trockenschmierung des Hülsenmundes. Poliertrommel für die Hülsenreinigung.

Aufweiten des Hülsenmundes spürbar. Andere Möglichkeiten bestehen im Trom-


Den gleichen Effekt erzielt man übrigens meln der gefetteten Hülsen in verschie-
auch mit einem Hartmetall-Aufweitknopf, denen absorbierenden Mitteln und in der
wie er schon seit einigen Jahren von weiter oben schon erwähnten Poliertrom-
manchen Matrizenherstellern angeboten mel. Man darf dann aber kein Poliermittel
wird. Auch mit ihm wird das Hülsenmaterial (Juwelierrot) zugeben, weil dies einen
spürbar weniger beansprucht. Belag auf den an sich sauberen Hülsen
Zurück zum Kalibrierfett. Es muß aus verursacht, der kaum mehrwegzukriegen
verschiedenen Gründen nach dem Kali- ist.
briervorgang (den wir jetzt zeitlich gesehen Wie gesagt: Die Entfetterei ist eigentlich
überspringen müssen, um den sachlichen das größere Übel beim Wiederladen -
Zusammenhang zu wahren) wieder ent- zumindest bei den Büchsenpatronen -
fernt werden. Das hört sich leichter an aber wie oft geht es auch hier mit der
und ist auch das eigentlich Lästige am einfachsten Methode am besten. Dazu
Hülsenfett, denn das Zeug ist hartnäckig. nimmt man ein nicht fusselndes Tuch
Es gibt verschiedene Methoden der (Leinen ist sehr gut) und reibt die Hülse,
Entfettung. Oft wird das Auskochen der Stück für Stück, sauber und trocken. Etwas
kalibrierten und vom Zündhütchen langweilig, zugegeben, aber effektiv und
befreiten Hülsen empfohlen. Hierbei kocht insgesamt weniger aufwendig als die
man die Hülsen einige Minuten in reichlich anderen Methoden.
Wasser, dem ein Schuß Spülmittel zu- Ein bißchen nachhelfen können wir mit
gegeben ist. Danach müssen die Hülsen einem Tröpfchen Solvent (nicht Waffenöl),
aber mit dem Hülsenmund nach unten in das, auf den Lappen gegeben, das Fett
hölzernen Ladebrettern einige Tage besser weg nimmt. Nach der Verwendung
trocknen können. Die Plastikbehälter sind von Solvent sollten die Hülsen wegen der
dafür weniger geeignet, weil sie kein Was- deaktivierenden Wirkung des Pflegemit-
ser aufsaugen. Bemerkung am Rande: tels auf Pulver und Zündsatz aber minde-
Die Hülsenkocherei sollte man, um den stens über Nacht stehengelassen werden.
Ehefrieden nicht zu gefährden, besser in Für die Hülsenfettung gilt also: Sowenig
Abwesenheit der "besseren Hälfte" tun. wie möglich, so viel wie nötig! Wer will
Das gilt erst recht, wenn man die Geschirr- sich schon mit der lästigen Entfettung
spülmaschine dazu zweckentfremdet! abplagen.

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Warum das Hülsenfett entfernt werden (für kleine und für große Zündglocken)
muß? Es ist bekannt, daß ein nicht entöltes gibt. Bei der Berdanhülse ist eine Nadel
Patronenlager eine höhere Verschluß- und zweckmäßig, mit der dann auch gleich die
Hülsenbelastung bringt als ein sauber Zündlöcher durchgestochen werden
entöltes, weil der richtige Liderungseffekt können. Diese sind sehr klein und setzen
der Hülsen nicht gegeben ist. Zudem haf- sich entsprechend leicht zu. Das gilt vor
ten an der fettigen Hülse Fusseln, Staub, allem für Jagdpatronenhülsen, die man-
Fremdkörper also, die den "Anti-Lider- chmal wochenlang in Manteltaschen ihr
ungseffekt" noch verstärken können. Ab- Dasein fristen und in denen sich Fichten-
gesehen davon sind solchermaßen fettige nadeln, Tabakreste und ähnliche Fremd-
Hülsen nicht besonders "appetitlich" anzu- stoffe angesiedelt haben könnten. Bei
sehen. Eine gewisse Verbesserung auf den Boxerhülsen ist die Durchlässigkeit
dem Sektor "Schmiermittel" bringt das des Zündloches dadurch gewährleistet,
Mittel von Lee, welches sowohl naß als daß der Ausstoßstift beim Entfernen des
auch trocken verwendet und vor allem toten Zündhütchens bereits freie Bahn für
sehr leicht wieder von der Hülse entfernt den Zündstrahl des nächsten Hütchens
werden kann. gemacht hat. Nun zu einer speziellen
Anscheinend bleibt dem Wiederlader kei- Hülsenbehandlungsmethode, welche im
ne Art von Reinigung erspart, denn auch Regelablauf zwar nicht nötig sein wird,
die Zündglocke und das Zündloch müssen aber wegen ihrer Wichtigkeit in Aus-
gesäubert werden. Gleichzeitig mit dem nahmefällen doch erwähnt werden muß.
Kalibriervorgang wird ja das tote Zünd- Es handelt sich um die Verkleinerung
hütchen ausgestoßen. Die zurückbleiben- oder Egalisierung des Hülsenhalsberei-
de Asche des verbrannten Zündsatzes ches. Man muß dabei die Ursachen für
muß zwar nicht bei jeder Wiederladung diese Behandlung unterscheiden: Der
entfernt werden, aber der gewissenhafte Präzisionsschütze, der das Letzte aus
Wiederlader tut es. Man bedient sich dabei Waffe und Munition holen will, geht davon
kleiner Werkzeuge, der Zündglockenrei- aus, daß das Geschoß, von den Treib-
niger, die es in den zwei gängigen Größen gasen in Bewegung gesetzt, nur dann
gleichmäßig und somit präzisionsfördernd
vom Hülsenhals freigegeben wird, wenn
dieser gleichmäßig rund ist. Nun haben,
im Sinne des Bench-Resters zumindest,
die Hülsenhälse immer etwas "Unwucht",
also hohe und tiefe Stellen und diese gilt
es nun zu egalisieren. Dazu gibt es kleine
Handfräsen, die, entweder separat oder
als Zusatzgerät zu den normalen Hülsen-
kürzgeräten, im Fachhandel angeboten
werden. Mit ihnen wird von der Au ßenseite
des Hülsenhalses in spanabhebender
Weise soviel Material von den "hohen
Stellen" entfernt, bis die Wandung des
Hülsenhalses gleichmäßig stark und rund
ist. Voraussetzung für die Bearbeitung ist
natürlich, daß die Hülse vorher kalibriert
und aufgeweitet wurde. Erst dann, bei
vorgesehenem, exaktem Innendurchmes-
ser, ist es möglich und richtig, die Hülsen-
Zündglocken reinigen. wandstärke in der beschriebenen Weise

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zu egalisieren. Dabei wird nicht viel Mate- ren. Wer sich aber durch die gemachten
rial abgenommen. Manchmal sind es nur Bemerkungen doch etwas verunsichert
wenige hundertstel Millimeter, oft noch fühlt, sollte den Mikrometer hernehmen
weniger, denn RWS-Hülsen sind wegen und die H1/H2-Durchmesser seiner Wie-
ihrer Maßhaltigkeit bekannt. Die andere derladungen messen. Er wird wieder be-
Ursache für die beschriebene Art der ruhigt sein, wenn die Maße "seiner" Muni-
Hülsenbehandlung ist eine ganz andere: tion mit den im Anhang dieses Buches
Werden Hülsen aus einer längeren abgedruckten, gesetzlich vorgeschriebe-
Mutterhülse umgeformt, so befindet sich nen Hülsenmaßen übereinstimmen, d. h.
bei den "neuen" Hülsen der Hülsenhals etwas darunter liegen (die in der WaffVO
zwangsläufig dort, wo sich bei der angegebenen Maßesind Maximalmaße!).
Mutterhülse das wesentlich stärkere Wenn gerade beim Problem "Hülsenhals-
Wandmaterial des Pulverraums befand. reduzierung" von der Wahrscheinlichkeit
Daraus ergibt sich, daß das Material an "weniger als 1 : 100" gesprochen wurde,
dieser Stelle reduziert werden muß, damit so ist die Notwendigkeit der jetzt beschrie-
nach dem Setzen des Geschosses der benen Hülsenbehandlung so sicher wie
höchstzulässige H1 bzw. H2-Durch- der Knall beim Schuß:. Wir sprechen von
messer nicht überschritten wird. Letzteres der Hülsenkürzung, d. h. Verringerung
würde im Zweifel ein Einführen der Patrone der L3-Abmessung.
in das Patronenlager verhindern,
zumindest aber nachteilige Folgen auf
den innenballistischen Druckverlauf
haben.
Man kennt auch (zugegebenermaßen sel-
tene) Fälle, wo nach zahlreichen Wieder-
ladungen einer einzelnen Hülse soviel
Hülsenmaterial in den Hülsenhalsbereich
"geflossen" ist, daß diese Partie unzulässig
"dick" wird, was ebenfalls die bereits er-
wähnten Folgen nach sich zieht.
Zur Reduzierung der genannten "Verdick-
ung" gibt es kleine Reibahlen, mit denen
der vorher auf das richtige Außenmaß
kalibrierte Hülsenhals auf den vorgeschrie-
benen Innendurchmesser aufgerieben
wird. Da bei der Methode des Aufreibens
eine eventuell vorliegende Exzentrizität
zwischen Geschoß und Seelenachse noch
verstärkt wird (was der Präzision nicht Mit der Schieblehre wird die Hülsenlänge
gerade zuträglich sein dürfte), sollte man kontrolliert.
auch in diesem Fall das überflüssige Ma-
terial mit der schon oben beschriebenen Jede Hülse hat beim Schuß, dessen Ent-
Methode außen abdrehen. wicklung ja in Längsrichtung verläuft, die
Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Tendenz, sich zu strecken, da das "teil-
Von hundert Wiederladern wird kaum einer weise beschleunigte" Hülsenmaterial in
mit den genannten Hülsenproblemen kon- den nicht durch Stoßboden bzw. Verschluß
frontiert. Die entsprechenden Hülsenbear- und Lagerwandung widergelagerten
beitungsmethoden wurden auch nur der Raum "hineinfließt" und das ist eben in
Vollständigkeit halber beschrieben, nicht Richtung Lauf. Das Ausmaß der Streckung
etwa, um den Beginner allzusehr zu verwir- hängt neben dem Hülsentyp auch von der

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Hülsenverlaufsform, sowie von so vielen nenlagers; d. h. der Hülsenhals ragt mehr
einzelnen Gegebenheiten ab, daß keine oder weniger weit in den Übergangskegel,
allgemeine Aussage getroffen werden den konischen Teil zwischen Lager und
kann, welche speziellen Patronen nun gezogenem Laufteil. Dortfindet der Hülsen-
besonders streckfreudig sind und welche hals keinen Platz und wird zwischen
nicht, zumal da auch die Innenabmes- Laufwand und Geschoß gequetscht, unbe-
sungen der einzelnen Waffen mit eine merkt vom Schützen, da die Kraftübertra-
Rolle spielen. Es ist immer wieder zu gung des Verschlußmechanismus diese
beobachten, daß manche Kaliber über- zusätzliche "Arbeit" leicht mit erledigt. Es ist
haupt nicht zur Hülsenstreckung neigen, verständlich, daß diese Quetschung, bei
d. h. ohne Hülsenkürzung auskommen, der auch das Geschoß beschädigt werden
aber das sind wirkliche Ausnahmen. kann, nicht ohne Folgen auf die innen-
Warum muß überhaupt die Hülse gekürzt ballistischen Vorgänge bleibt: Der Auszieh-
bzw. auf die Einhaltung des L3-Maßes widerstand erhöht sich und mit ihm der
geachtet werden, ganz abgesehen davon, Druck; das Geschoß wird nicht regelgerecht
daß die Einhaltung der L3 gesetzlich freigegeben. Das Mindeste was daraus
vorgeschrieben ist? Die Frage ist am resultiert, ist eine schlechtere Präzision.
Beispiel einer Patrone mit einer solcher-
maßen "überlangen" Hülse leicht erklärt. Bei manchen Büchsenpatronenlagern be-
Nehmen wir die 5,6 x 50. Bei dieser Patrone trägt die Differenz zwischen der maximalen
ist die Hülsenlänge L 3, gemessen an der L3 der Hülse und dem minimalen L3-Maß
gebrauchsfertigen, also geladenen Hülse, des Patronenlagers minimal 0,3 mm. Das
mit 50,00 mm angegeben, stimmt also ist schon ein Hinweis, daß man diese
zufällig mit der nominellen Hülsenlänge kritische Länge im Auge behalten sollte.
(d. h. Kaliberbezeichnung) überein. Das Um die Hülsenkürzung nicht bei jeder
muß nicht immer der Fall sein, wie ein Wiederladung durchführen zu müssen,
Blick in die WaffVO zeigt. Meist weichen kann die Hülsenlänge L 3 beim ersten
die echten Längen von der Bezeichnung Kürzen etwas unter dem Soll gehalten
ab, so z. B. die 6,5 x 57 und ihre Tochter werden, aber nicht mehr als etwa 0,1 bis
5,6 x 57 deren Hülsen nur 56,7 mm lang 0,3 mm, da man sich sonst aus Gründen
sein sollen. Oder die 6,5 x 68 und ihre der Bequemlichkeit u. U. einen Präzisions-
"große Schwester" 8 x 68 S, die in Wirk- verlust wegen unnötig langenrotations-
lichkeit 67,50 mm messen dürfen. Dies losen Geschoßwegs einhandelt. Aber bitte
sei nur deswegen erwähnt, damit der immer an die "Serie" denken! Wichtig für
Anfänger keinem diesbezüglichen Irrtum die Präzision ist nämlich nicht die abso-
verfällt und die Hülse auf die gerundete, lute Genauigkeit des vorgeschriebenen
die sogenannte "nominelle" Länge der L3-Maßes, sondern (in dem
Hülsenbezeichnung kürzt. vorgeschlagenen Rahmen natürlich) die
Doch zurück zur 5,6 x 50. Einige Wieder- relative Gleichmäßigkeit der Hülsen
ladungen haben die Hülse um wenige zueinander. Das heißt nichts anderes, als
zehntel Millimeter"wachsen" lassen, ohne daß man sämtliche Hülsen eines Loses
daß dies bemerkt wurde. Übrigens streckt auf die gleiche Länge kürzen sollte.
sich die Hülse nicht nur durch die Einwir- Außerdem muß man es sich zur
kungen des Schusses, sondern in nicht Gewohnheit machen, alle zu verladenden
unerheblichem Maß auch durch die Kalt- Hülsen auf ihre Länge zu überprüfen.
verformung während des Kalibriervor- Dies muß nach dem Kalibrier- und
ganges. Die Hülse wird nun wieder ge- Aufweitungsvorgang geschehen, da, wie
laden, hatte sich aber schon so gelängt, schon erwähnt, diese Kaltverformungen
daß folgendes eintritt: Sie ist nun länger ebenfalls Längungen und einseitiges
als der sie aufnehmende Teil des Patro- Verziehen der Hülsenhälse zur Folge
haben können. In der Praxis sieht die

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Sache - um noch einmal auf das Hülsenlos preiswert gelten. Es gibt auch Wiederlader,
zurückzukommen - so aus: Man über- sogar sehr ernsthafte, die den Hülsen-
wacht die Streckung der Hülse vom ersten kürzer jedweder Art als unnütz und zu
Wiederladen an mit der Schieblehre und teuer ablehnen und statt dessen eine
kürzt, wenn die ersten Streckungen über Flachfeile benutzen. Dagegen wäre an
den vorgeschriebenen L3-Bereich hinaus sich nichts zu sagen, wenn jemand hand-
aufgetreten sind, alle Hülsen dieser werkliches Geschick mitbringt und eine
Packung auf die Länge, die dann auch die Feile gut führen kann. Nur ist nicht jeder
restlichen Hülsen des Gesamtloses haben Wiederlader ein Metallhandwerker und
sollten. Perfektionisten kürzen grundsätz- kann saubere rechte Winkel feilen, so
lich auf genau die gesetzlich vorgegebene daß die Anschaffung eines Hülsenkürzers
Hülsenlänge L3 (was bedeutet, daß bei mit verschiedenen Kaliberdornen (Pilots)
jeder Streckung gekürzt werden muß); sehr empfohlen werden kann. Eine weitere
etwas großzügigere Wiederlader setzen wichtige Arbeit an der Hülse ist das
ihre eigene Hülsenlänge L3 fest, die etwas Entgraten des Hülsenmundes. Man
unterhalb der offiziellen liegen kann. benützt dazu den Hülsenmundentgrater
Was nun die Geräte betrifft, so ist man am
besten mit einem der handelsüblichen
Hülsenkürzer (Case Trimmer) bedient.

Entgraten des Hülsenmundes.

(Deburring oder Chamfering Tool), den


Hülsenkürzen mit dem Hülsenkürzgerät. es in vielerlei Formen und Arten auf dem
Markt gibt. Damit bringt man zuerst au ßen
Diese kleinen Handfräsen sind leicht ein- und dann innen eine kleine Fase am
stellbar, für alle gängigen Kaliber erhältlich Hülsenmund an, wobei ein eventuell noch
und nicht teuer. Zudem sind sie oft zu vom Kürzen anhängender Messinggrat
anderen Arbeiten ausbaufähig. Nicht so mit entfernt wird. Dieses "Kanten brechen"
gut geeignet sind die sogenannten Kürz- oder "Anfasen" hat den Zweck, das Ge-
matrizen (Trim Die). Sie müssen für jede scho ßsetzen zu erleichtern und eine
Patrone extra beschafft werden und erfor- Verletzung des Projektils zu verhindern.
dern mehr Arbeitsaufwand. Zu erwähnen Das Entgraten braucht nicht bei jeder
sind noch die kleinen Handfräser von Wiederladung durchgeführt zu werden,
Lee; die zwar auch für jede Patrone ist aber nötig vor der ersten überhaupt
beschafft werden müssen, aber dafür als und ist auch bei neuen Fabrikhülsen

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angebracht, sowie nach jeder Hülsen- facht ausgedrückt, die Umkehrung des
kürzung. Vom Anfänger wird das Ent- Vorgangs beim Schuß. Was ist dort ge-
graten oft übertrieben, was eine unnütze schehen? Der Schlag des Schlagbolzens
Schwächung des Materials nach sich hat im Amboß des Zündhütchens ein
zieht. Es genügt je eine Umdrehung innen Widerlager gefunden. Dadurch ergibt sich
und außen. Sollen Bleigeschosse in eine Punktkompression des Zündsatzes,
Büchsenpatronen verladen werden, so der, jetzt aktiviert, einen Zündstrahl ent-
muß nicht entgratet, sondern vielmehr wickelt. Der Zündstrahl schlägt durch das
zusätzlich der Hülsenhals aufgeweitet Zündloch in die Pulverladung und leitet
werden und zwar auf die gesamte Länge den Abbrennvorgang ein. Unter ständig
des Geschoßsitzes (sprich Hülsenhalses). wachsendem Druck und ansteigender
Optimal geeignet dafür sind 2-Stufen- Temperatur im Pulverraum steigert sich
Aufweiter. Mit dem normalen, für auch die Verbrennungsgeschwindigkeit
Mantelgeschosse gedachten Aufweit- der Treibladung. Die hochgespannten
knopf fände eine zu geringe Aufweitung Treibgase versuchen natürlich, dem en-
statt, so daß das weiche Bleigeschoß zu gen "Käfig" zu entweichen, und gehen,
stark verdrückt werden würde. einem einfachen physikalischen Gesetz
folgend, den Weg des geringsten Wider-
standes. Als erstes werden die elastis-
2. Ausstoßen des alten Zündhütchens, chen Hülsenwände an die
Kalibrieren der Hülse, Patronenlagerwandungen gepreßt. Das
Setzen des neuen Zündhütchens ist wichtiger, als es der Anschein zunächst
vermuten läßt, denn erst dadurch wird die
Der aufmerksame Leser hat sicher be- richtige Liderung, d. h. Gasdichtung nach
merkt, daß bei der Beschreibung der Hül- hinten erreicht. Die richtige Liderung ist
senbearbeitungsmethoden die Reihenfol- aber nicht nur zur Sicherheit erforderlich,
ge des chronologischen Arbeitsfortschritts sondern auch zur ökonomischen Ausnüt-
nicht ganz eingehalten wurde und es zung der Treibladung.
wurde auch schon erwähnt, daß andere Nach dem ersten Verformen der Hülsen-
Ladevorgänge übersprungen werden wandung erfolgtfast gleichzeitig der Druck
mussen. Dieses scheinbare Durchein- auf den Stoßboden und dann auf den
ander hat aber den Vorteil, die ladetechni- Geschoßboden (Anschub). Jetzt erst er-
schen Aspekte der Hülse als Komplex fährt das Geschoß eine Beschleunigung
vorstellen zu können, wodurch der auf die und verläßt die Hülse, nachdem der In-
Geräte bezogene Ladeablauf der näch- nendruck die Hülsenhalswandung nach
sten Abschnitte flüssiger abgehalten wer- außen preßte und so das Geschoß den
den kann. Im übrigen gibt die Orien- Ausziehwiderstand überwinden konnte.
tierungsgrafik "Wiederladen von Der Druckaufbau geht inzwischen weiter
Büchsenpatronen" am Ende des Buches und der Maximalgasdruck ist erreicht,
noch genaue Auskunft über den Arbeitsa- wenn sich das Geschoß bereits im gezo-
blauf. genen Laufteil befindet. Je nach Patrone,
Nun aber zum ersten Takt im Ladegerät, Pulvertyp usw. liegt diese Stelle einige
bei dem in einem Arbeitsgang das alte Zentimeter oder Dezimeter vor dem Hül-
Zündhütchen entfernt, die Hülse kalibriert senmund. Der Gasdruckfällt nun ab (meist
und ggf. das neue Zündhütchen gesetzt langsamer als er vorher angestiegen war)
wird. und die Spannung in der Hülse läßt nach,
Dies alles sind mechanisch einfach durch- wenn das Geschoß den Lauf verläßt. Das
zuführende Aufgaben. Wir müssen uns Hülsenmaterial ist zwar sehr elastisch,
immer nur vor Augen halten, daß das aber nur bis zu einem bestimmten Grad,
Wiederladen nichts anderes ist als, verein- weswegen sich die Hülse nun mehr ver-
formt, also vergrößert hat und nahezu

85
eine Negativform des Patronenlagers dar- Beim zweiteiligen Matrizensatz für Büch-
stellt. Dieses "nahezu" ist zu beachten: senpatronen (bzw. für geschulterte Hül-
Ohne den bestimmten Rückspringeffekt sen), der hier in Aktion beschrieben wer-
des Hülsenmaterials läge die Hülse nun den soll und auf dem auch die Orien-
so fest im Patronenlager, daß ein tierungsgrafik aufbaut, sieht der erste La-
Ausziehen nicht mehr möglich wäre. detakt folgendermaßen aus: Die Kali-
Gerade die wichtige Verknüpfung von briermatrize wird in die Aufnahmebohrung
Elastizität und Rückspringeffekt hat dazu der Presse so eingeschraubt, daß ihr
beigetragen, daß bis jetzt noch kein Unterteil den auf dem oberen Totpunkt
vollwertiger Ersatz für das Hülsenmessing des Hebelmechanismus befindlichen
gefunden werden konnte. Hülsenhalters berührt; ggf. muß die Ma-
Die kleine, natürlich nur globale Abschwei- trize noch eine zusätzliche 1/3- oder 1/4-
fung in die Innenballistik sollte uns klar- Umdrehung eingeschraubt werden; (An-
machen, warum die Ladetakte Ausstoßen weisungen des Herstellers immer
des alten Zündhütchens, Kalibrieren der beachten). Der Hülsenhalter muß natürli-
Hülse, Einsetzen des neuen Zündhüt- ch für die zu bearbeitende Hülse passen
chens durchgeführt werden müssen. und wird am besten zusammen mit dem
Das alte Zündhütchen, genauer gesagt Matrizensatz gekauft. Auf Grund von unter-
der unbrauchbare Rest desselben, muß schiedlichen Fertigungstoleranzen ist es
entfernt werden. Wie das bei Berdanhüt- nicht verkehrt, Hülsenhalter und Matrizen-
chen gemacht wird, ist bereits bekannt satz des gleichen Herstellers zu verwen-
und wird weiter hinten, im Expertenteil, den. Nun stellt man die entsprechend
nochmals angesprochen. Im Folgenden
beschäftigen wir uns mit den normalen,
den Boxerzündhütchen.
Am einfachsten und so sind auch die
modernen Geräte eingerichtet, stößt man
das Hütchen von innen aus der
Zündglocke. Dazu nimmt man einen
Aussto ßerstift, der dem Durchmesser des
Zündlochs entspricht und der entweder
(bei den Hammerschlaggeräten) solo zu
handhaben ist, oder (bei der Arbeit mit
Presse und Matrize) in die Kalibriermatrize
eingeschraubt wird. Im Normalfall befindet
sich der Ausstoßer in der Kalibriermatrize;
es wird also in einem Arbeitsgang das alte
Zündhütchen ausgestoßen und die Hülse
gleichzeitig kalibriert. Bei einigen Matrizen-
sätzen für zylindrische oder konische Hül-
sen, für manche alten Büchsenpatronen
(und natürlich für die gängigen Kurzpa-
tronen, die später behandelt werden), 2teiliger Matrizensatz zum Hülsenkalibrieren
findet man drei Matrizen. Hierbei wird in und Geschoßsetzen.
der ersten Matrize kalibriert und in der
zweiten gleichzeitig das alte Hütchen aus- dem eingangs beschriebenen Modus be-
gestoßen und der Hülsenhals aufgeweitet. handelte Hülse (Fetten nicht vergessen!)
in den Hülsenhalter, fährt sie in die Matrize
Die dritte Matrize dient zum Geschoß- und hält sie dort auf dem oberen Totpunkt,
setzen. während man mit der anderen Hand die

86
sicher ausgepreßt wird -aber nicht tiefer,
denn sonst könnte durch die Berührung
von Hülsenboden und Aufweitknopf nicht
nur die Hülse, sondern vor allem die Ge-
windespindel der Kalibriermatrize verbo-
gen werden.
Jetzt zum Kalibrieren, das gleichzeitig mit
dem Ausstoßen des Zündhütchens erfolgt.
Wie der Name schon andeutet, hat die
Kalibrierung die Aufgabe, die Hülse wieder
auf ihre ursprünglichen Maße zurückzu-
pressen. Welche Teile der Hülse sich
verformt haben, ist nach der Schilderung
der Vorgänge beim Schuß klar: Der ge-
samte Hülsenkörper hat sich radial, also
in seinem Durchmesser geweitet; sogar,
wenn auch nur unwesentlich und deshalb
Kalibriermatrize berührt den Hülsenhalter. für den Wiederlader ohne Konsequenzen,
im R-Bereich. Im wesentlichen sind der
Matrizenmutter kontert. Diese Methode P2-Bereich und der gesamte H-Bereich
der Konterung hat den Vorteil, daß das betroffen. Letzterer mußte ja das kraftsch-
Gewindespiel beseitigt wird und die Ma- lüssig bzw. zusätzlich formschlüssig ge-
trize längere Zeit feststeht. Trotzdem sollte haltene Geschoß freigeben und der Innen-
man während des Kalibriervorgangs ab durchmesser des Halses der noch nicht
und zu den festen Sitz der Kalibriermatrize kalibrierten Hülse ist deswegen in der
überprüfen. Schon an der ersten Hülse Regel größer als der Geschoßdurchnnes-
haben wir bemerkt, ob das Zündhütchen ser . "In der Regel" wurde deshalb einge-
ausgestoßen wurde. Sollte dies nicht der fügt, weil beim Vorliegen bestimmter Um-
Fall gewesen sein, so schrauben wir den stände der Fall eintreten kann, daß der
Ausstoßstift etwas tiefer in den Matrizen- Innendurchmesser des Hülsenhalses
körper, bis das Zündhütchen gerade noch nach dem Schuß kleiner sein kann als der
Geschoßdurchmesser - ein gefährliches
Indiz für eine unzulässig starke Hülsen-
halswandung, die durch Abdrehen redu-
ziert werden müßte. Das Geschoß würde
in der nicht kalibrierten Hülse nicht halten.
Deswegen muß vor der Wiederladung
Ausstoßerstange zumindest der H-Bereich kalibriert, d. h.
(Spindel) eingezogen sein. Wird nur das Letztere
durchgeführt, so spricht man von Hals-
oder Teilkalibrierung. Wie und wann diese
unternommen werden kann, werden wir
gleich hören. Die radiale Ausdehnung des
P-Bereichs muß gesondert betrachtet
Kalibriermatrize werden: Wird nämlich die Hülse in dem
Aufweiteknopf
Patronenlager, aus dem sie stammt, wie-
(Expander) derverwendet (oder paßt sie ohne Kraft-
aufwand beim Einführen in ein anderes
Ausstoßerstift Lager), so kommt man in diesem Fall mit
1-1
der Nur-Halskalibrierung aus.

87
Dies hat einige Vorteile. So ist der Ar- Kalibrierung genannt.
beitsaufwand und der Kraftbedarf beim Wie wird diese nun durchgeführt? Wir
Nur-Halskalibrieren geringer, ebenso die haben weiter oben schon erfahren, wie
Hülsenbelastung und damit die relative die Grundjustierung der Matrize in der
Lebensdauer der Hülse. Die einfachen Ladepresse erfolgt und auf welche Art
Hammerschlaggeräte und die "Nur-Hals- das Zündhütchen ausgestoßen wurde.
kalibriermatrizen" (Neck Sizer) sind unter Gleichzeitig fand bereits ein Teil des Ka-
diesen Überlegungen entstanden. Dazu libriervorgangs statt, indem der Pulver-
kommt noch, daß die feuergeformte und raum und der Schulterbereich ihre end-
nur halskalibrierte Hülse für Präzisionsla- gültige Form erhielten. Spätestens jetzt,
dungen sehr viel besser geeignet ist als um wieder auf den momentanen Stand
eine vollkalibrierte Hülse (fabrikgeladene des Ladetaktes einzugehen - Hülse in der
Patronen sind hier einzubeziehen!). Ein Kalibriermatrize im oberen Totpunkt des
Hinweis, derdies unterstreicht: Die Bench- Pressenhebels; altes Zündhütchen so-
rester arbeiten fast ausschließlich mit der eben ausgestoßen - zeigt sich, ob die
Halskalibrierung und die Ergebnisse spre- Hülse richtig vorbereitet war. Eine nicht
chen für sich. ausreichende Fettung führt zu einem Hül-
Die axiale Ausdehnung der Hülse wird senstecker, zumindest aber erfordert sie
beim Halskalibrieren minimiert. Da we- den größeren Kraftaufwand und unnöti-
sentlich weniger Material verformt wer- gen Hülsenverschleiß. Eine zu starke
den muß ("kalt" gleichermaßen wie"heiß"), Fettung hat jetzt auf der Hülsenschulter
längt die Hülse wenig und braucht kaum einige unschöne Beulen hinterlassen. Das
oder nicht gekürzt zu werden. Es wird ist nicht weiter tragisch, aber doch ein
also Arbeit und Material gespart. Grund, künftig sparsamer zu fetten. Es ist
Soviel zu den Vorteilen der Halskali- wie bei jeder Art der Schmierung: So viel
brierung. Da aber nichts nur Vorteile hat, wie nötig, so wenig wie möglich! Auch das
kommen wir gleich zu den Nachteilen. Graphitieren des Hülsenhalses wird sich
Der größte Nachteil ist die Gefahr, daß jetzt, wenn wir mit dem Pressehebel die
sich doch einmal eine Hülse findet, die Hülse aus der Matrize herausziehen, als
nicht in das Patronenlager paßt. Was dies positiv erweisen: Es ist nur sehr wenig
im praktischen Schieß- oder Jagdbetrieb Kraftaufwand nötig, um den vorher "et-
bedeutet, kann man sich ausmalen. was mehr" als erforderlich kalibrierten
Auch hat die Nur-Halskalibrierung durch Hülsenhals auf das richtige Maß aufzu-
die metallurgischen Eigenschaften des weiten, denn der Aufweiter gleitet leicht
Hülsenmessings Grenzen, wenn nach auf dem graphitierten Messing.
einer bestimmten Zahl von Wiederladun- Der aufmerksame Leser wird jetzt aufhor-
gen die Materialbelastbarkeit ihren End- chen. Warum bloß wird der Hülsenhals
wert erreicht und die Hülse weder elas- zuerst unnötig stark "überkalibriert", also
tisch genug noch "rückspringend" ist. zusammengepreßt, und gleich anschlies-
Solche "ermüdeten" Hülsen sind dann u. send wieder aufgeweitet?
U. schon so hart geworden, daß sie sich Das hat seinen guten Grund. Der Hülsen-
nicht einmal mehr vollkalibrieren lassen. hals soll ja das Geschoß kraftschlüssig
Da sich noch mehr Nachteile der Halska- halten, d. h., daß der Innendurchmesser
librierung finden, kann gesagt werden, des Hülsenhalses etwas unter dem Ge-
daß sie der Vollkalibrierung im normalen schoßdurchmesser liegen muß. Da nun
Ladebetrieb unterlegen ist. Sie bleibt de- aber weder die Wandstärke des Hülsen-
shalb den Benchrestern mit ihren halses, d. h. der Außendurchmesser H1
Sonderwerkzeugen vorbehalten. bzw. H2, noch die Hülsenelastizität von
Auch die weiteren Ausführungen bezie- Hülse zu Hülse gleich sein können, zieht
hen sich auf die Vollkalibrierung, kurz man den H-Bereich absichtlich etwas

88
weiter ein, um ihn anschließend auf das Gründen vorzuziehen ist. Aufgabe der
richtige Maß aufweiten zu können. Erst so Kalibrierung ist es, die Hülse wieder auf
wird die relative Gleichmäßigkeit ge- ihr Ausgangsmaß zurückzuformen, damit
währleistet. An den Aufweitknopf werden sie maßhaltig für alle Patronenlager dieses
bezüglich der Maßhaltigkeit und der Leb- betreffenden Kalibers ist und das Ge-
ensdauer hohe Anforderungen gestellt. schoß kraftschlüssig halten kann. Für
Daß es auch Aufweiter aus Hartmetall geschulterte Hülsen wird nur eine, für
gibt, wurde bereits angesprochen, eben- zylindrische oder schwach konische Hüls-
so deren Vorteile; und man sollte sie en werden zwei Matrizen benötigt.
nützen. Dazu zur Wiederholung und weil es wichtig
Mit dem Herausziehen der Hülse aus der ist: Vor dem Kalibrieren ist eine Hülsen-
Matrize ist der Kalibriervorgang, welcher schmierung unbedingt erforderlich. Eine
zweiteilig ist (das eigentliche Kalibrieren Ausnahme darf nur bei den für einige
mit der Matrize und das Aufweiten bzw. Kurzpatronen erhältlichen Hartmetallka-
Wiederaufweiten mit dem Aufweitknopf), librierern gemacht werden. Zum Fetten
beendet; auch ist das alte Zündhütchen verwendet man die handelsüblichen
nun schon ausgestoßen. Hülsenfette (Case Lube). Das Hülsen-
Es wird nur eine Kalibriermatrize für diese halsinnere wird mit Graphit trockenge-
getrennten, aber gemeinsam durchge- schmiert, was bei Verwendung eines
führten Arbeitsgänge benötigt, sofern ge- Aufweitknopfs aus Hartmetall entfallen
schulterte Hülsen (die meisten Büchsen- kann.
und einige Kurzpatronen wie 7,63 Maus- Im Zuge der Kalibrierung wird das tote
er und 7,65 mm Para haben geschulterte Zündhütchen ausgestoßen; die Säube-
Hülsen) verarbeitet werden sollen. Zylin- rung der Zündglocke erfolgt außerhalb
drische oder schwach konische Hülsen des Geräts mit dem Zündglockenreiniger.
dagegen benötigen zwei Matrizen, von Eine u. U. notwendige Hülsenkürzung
denen die eine kalibriert und die andere wird am schnellsten und saubersten auf
aufweitet. Das Ausstoßen des toten Zünd- einem Hülsenkürzgerät durchgeführt und
hütchens kann entweder in der Aufweit- setzt voraus, daß die Hülse vorher kali-
matrize oder der Kalibriermatrize stattfin- briert wurde.
den, wobei die letztere Anordnung tech- Nach dem Kürzen der Hülse und vor der
nisch und auf den Ablauf bezogen als ersten Wiederladung überhaupt -auch bei
besser anzusehen ist. Wiederlader von fabrikfrischen Neuhülsen- muß der Hül-
Kurzpatronen sollten den betreffenden senmund entgratet und leicht angefast
Abschnitt "Wiederladen Schritt für Schritt d.h. die Kanten mit einer Fase gebrochen
- Kurzpatronen" nachlesen. Auch die Lieb- werden (außen und vor allem innen).
haber der wenigen Büchsenpatronen, die Zweckmäßigerweise hat man in diesem
wegen ihrer Hülsenform auf einen dreitei- Bearbeitungsstadium die Hülse bereits
ligen Matrizensatz angewiesen sind, soll- entfettet, wozu man entweder ein Tuch
ten dort nachschlagen. nimmt (große Hülsen) oder die Hülsen
Wir sollten bei der notwendigen Fülle des auskocht und dann einige Tage trocknen
Gesagten den Komplex "Kalibrieren" kurz läßt (z. B. größere Mengen .22 Hornet
zusammenfassen: Es wird zwischen Hals- oder .222 Rem). An dieser Stelle eine
und Vollkalibrierung unterschieden. Er- Bemerkung über das rationelle und trotz-
stere kann mit einfachen Geräten durchge- dem sichere Arbeiten. Wenn wir auch
führt werden und weist unter bestimmten nicht auf höchste Stundenleistung erpicht
Gegebenheiten Vorteile auf (Bench Rest). sind und die Genauigkeit immer vor der
Besser ist die Regelmethode Vollkalibrie- Schnelligkeit zu stehen hat, so sollte man
rung, die zwar einen größeren Gerätepark sich doch eine gewisse Systematik aneig-
(Presse) erfordert, aber aus technischen nen und versuchen, unnötige Handgriffe

89
einzusparen. Dazu gehört, daß grund- Ladungen aufheben. Man sollte auch nicht
sätzlich alle vorzunehmenden Arbeiten versäumen, die Hülsen zu klassifizieren,
an allen Hülsen der Serie durchgeführt damit man später weiß, welche
und grundsätzlich "über das Gerät" von Bearbeitungsgänge schon vollzogen sind.
einem Ladebrett in das andere gearbeitet Die Beschriftung kann so aussehen: .308
wird (Ladebretter sind Sicherheitsfakto- Win. 5 x, vollkalibriert, gekürzt auf 51,1
ren!). Beim "Über-das-Gerät-Arbeiten" mm, entgratet, entfettet usw., wobei mit
dem "5 x" die Anzahl der Kalibrierungen
gemeint ist, der sich die Hülse insgesamt
unterziehen mußte.
Natürlich kann man - und damit wären wir
beim nächsten Arbeitsauftrag "Zündhüt-
chen setzen" - die Hülsen auch mit ein-
gesetztem Zündhütchen auf Vorrat legen.
Nur ist dann bei solchen Patronen, bei
denen eine alternative Verwendung von
Zündhütchenausführungen, d. h. Satzge-
wichten möglich ist, die spätere Labo-
rierung bereits festgelegt. Dazu ein Bei-
spiel: Wenn wir in einer 7 x 65 R eine
leichte Rehwildladung und eine starke
Hochwildladung verschießen wollen, so
sind hierfür zwei Zündhütchen notwendig,
nämlich das RWS Standardhütchen 5341
und das Magnumhütchen 5333 und das
muß natürlich berücksichtigt werden.
Immer "über das Gerät" arbeiten ist sicher. Die Bezeichnung des Hütchens muß
ebenfalls auf dem "Lagerzettel" vermerkt
kann es nicht vorkommen, daß ein Arbeits- sein.
gang vergessen wird, denn schon eine z. Nun aber zum Setzen des neuen Zünd-
B. nicht entgratete Hülse kann die Qualität hütchens, ganz gleich, ob es im Zuge der
und die Präzision einer beliebig großen übrigen Arbeiten oder nach mehr oder
Serie zunichte machen (wenn deswegen weniger langer Lagerzeit der vorbereiteten
das Geschoßheck oder der Hülsenmund Hülsen vorgenommen wird. Die Arbeits-
beschädigt wird). technik ist schnell erklärt, wobei aber
einige Hintergründe technischer Art
Man inspiziert und reinigt alle Hülsen, vorgeschaltet werden müssen. In der
dann werden alle gefettet und kalibriert, Wiederladerei wird das Zündhütchen
alle gekürzt (oder zumindest alle auf L3 ausschließlich durch Kraftschlu ß gehalten,
überprüft), entfettet, entgratet usw.. anders als bei manchen Fabrikpatronen,
Erst wenn alle bis jetzt beschriebenen wo es zusätzlich durch Steg-, Punkt- oder
Arbeitsgänge an allen Hülsen Ringbördelung ausblassicher befestigt
durchgeführt sind und diese sauber im und durch Abdichtungen mit Lack
Ladebrett vor uns stehen, kann an die manchmal auch zusätzlich eingeklebt
anderen Ladetakte gedacht werden. wird. Es versteht sich deswegen von
Wenn man Hülsen "auf Vorrat" selbst, daß das Hütchen im Durchmesser
vorbehandelt, wird man in dem momentan etwas größer ausfallen muß als die Zünd-
beschriebenen Stadium abbrechen und glocke. Es bedarf einer"gefühlvollen Kraft-
die Hülsen, staubdicht in ihren anstrengung", um das Hütchen zu setzen.
Plastikschachteln verpackt, für spätere Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf

90
"Gefühl", oder sollte es liegen, denn der genügt jedoch eine einfache und schnelle
Anfänger macht hier oft den Fehler, daß Überprüfungsmethode, mit der man auch
er das Hütchen bis zum letzten Widerstand die Setzvorrichtung einstellen kann: Man
einpreßt. Das ist nachteilig, denn der Zünd-
satz besteht aus einem relativ spröden
Material, das unter starker mechanischer
Beanspruchung zerbröckeln kann und
somit funktionsunfähig wird. Unter Berück-
sichtigung dieser wichtigen Tatsache müs-
sen wir also versuchen, daß der Zündsatz
kompakt erhalten bleibt. Das gilt auch für
einen Bestandteil des Zündhütchens, den
Amboß, dessen "Beinchen" etwas aus
dem Näpfchen herausragen
In genau derselben Form soll das Zünd-
hütchen auch in der Zündglocke zu lagern
kommen, d. h., nur die drei Beinchen des
Amboß liegen plan in der Zündglocke auf,
nicht aber der Rand des Näpfchens. Nur
so ist eine optimale Zündbereitschaft ge-
geben. Da dem Wiederlader nicht die
sehr aufwendigen, zwangsgesteuerten Zündhütchenrückstand visuell prüfen.
Ladeanlagen eines kommerziellen Muni-
legt eine scharfe Kante (z. B. die der
tionsherstellers zur Verfügung stehen,
sowieso auf der Ladebank liegenden
muß er mit einem anderen Mittel arbeiten,
Schiebelehre) über Zündhütchen und
dem Gefühl. Deswegen sind auch nicht
Hülsenboden. Fällt gerade noch etwas
alle auf dem Markt befindlichen Setzvor-
Licht zwischen Zündhütchen und Kante
richtungen für Zündhütchen gleich gut
durch, so paßt der Rückstand. Auf keinen
geeignet. Als am schlechtesten sind da-
Fall darf das Zündhütchen aus dem Hül-
bei die in der normalen Ladepresse inte-
senboden herausragen. Versager oder
grierten Setzvorrichtungen anzusehen. Es
aber Brechen des Schusses beim Schlies-
ist dies allzuleicht verständlich: Schließli-
sen der Waffe könnten die Folge sein.
ch kann eine Vorrichtung, die einerseits
mit einer Kraftübertragung von 1 : 25, ja Leider sind die Zündhütchen international
manchmal 1 : 50 schwere Umpreßarbe- nicht genormt, so daß Abweichungen im
iten er- ledigt, nicht andererseits für solch Durchmesser und in der Höhe festgestellt
diffizile Arbeiten wie das Setzen von werden. Es ist deshalb immer richtig, das
Zündhütchen hergenommen werden. Zündhütchenfabrikat dem der Hülse an-
Besser als an den meisten Pressen befind- zupassen. In der Vergangenheit wurde
liche Setzvorrichtungen sind deshalb die des öfteren von Klagen berichtet, daß es
als Zubehör erhältlichen Setzgeräte, die bei der Verwendung von Fremdfabrikaten
ein gefühlvolles Setzen und einen werk- in RWS-Hülsen Versager gegeben habe.
zeugseitig justierbaren Zündhütchenrück- Dies ist auf den Umstand zurückzuführen,
stand ermöglichen. Unter Zündhütchen- daß diese Zündhütchen abweichende
rückstand versteht man den Abstand zwi- Maße aufweisen. Dagegen traten mit
schen Zündhütchenboden und Hülsenbo- RWS-Zündhütchen, auch in anderen Hül-
den, der bei ca. 0,15 mm liegen soll. sen, keine Versager auf. Weitergehende
Perfektionisten messen diese Tiefe mit Untersuchungen belegten, daß RWS-
kleinen Spezialgeräten (Rückstands- Zündhütchen wegen ihrer günstig ge-
lehren). Für den normalen Wiederlader wählten Abmessungen für alle Hülsen

91
des Marktes geeignet sind. Ob nun das einmal schlecht, zumindest nicht schlech-
Setzgerät in der Presse integriert ist oder ter als die Brachialgewalt mancher Pres-
extra angeschafft wird, die Funktion ist sensetzer. Besonders wenn ab und zu ein
die gleiche: Die Hülse wird durch den paar Berdanhülsen mit dem offenen Hüt-
Hülsenhalter aufgenommen und das Hüt- chen besetzt werden sollen und man kein
chen mit einem Setzstempel, der durch für die Berdangröße passendes Gerät
einen mehr oder weniger komplizierten kaufen will, kann man die Hammerschlag-
Hebelmechanismus bewegt wird, kraft- methode anwenden.
schlüssig eingesetzt. Die Einsetztiefe und Eines der besten Geräte, was die Effekti-
mit ih rderZündhütchenrückstand ist dabei vität und Genauigkeit, sowie das Preis/
variierbar. Die Variationen der Einsetztiefe Leistungsverhältnis betrifft ist der kleine
haben natürlich den Abmessungen von
Zündglocke und Hütchen Rechnung zu

Zündhütchen setzen mit Handgerät.

Setzer von Lee (Lee Priming Tool), den


es zur Ergänzung auch in einer "progres-
Zündhütchen setzen in der Presse. siven" Ausführung mit einem 100er
Magazin gibt. Mit dem verblüffend
tragen. Ideal ist das Zündhütchen, das bei einfachen Ding lassen sich mühelos
richtigem Zündhütchenrückstand mit den mehrere hundert Hülsen pro Stunde
drei Amboßflügeln satt auf dem Boden bestücken und es kostet nur ein paar
der Zündglocke sitzt, und das ist ein Grund Mark. Sogar die Benchrester mit ihren
mehr, die zur Hülse passenden Hütchen hohen Ansprüchen verwenden am
gleichen Fabrikats zu verwenden. liebsten das Lee-Gerät. Natürlich sind
Eine Ausnahme vom genannten Funk- auch die anderen Setzgeräte (ob an der
tionsprinzip bilden die Hammerschlag- Presse angebaut oder separat) geeignet,
geräte. Hier wird das Zündhütchen auf größere Serien schnell zu bestücken,
eine hölzerne Unterlage gelegt, die Zünd- haben auch Magazine für 50 oder mehr
glocke der Hülse darüber "gestülpt", ein Zündhütchen, die dann als "automatischer
vorne ausgenommener Metallstab in die Zündhütchensetzer" bezeichnet werden.
Hülse gesteckt, und nun treibt man mit Doch geht bei der Wiederladerei die
leichten Schlägen eines Plastikhammers Qualität immer vor der Quantität. Wer
die Zündglocke über das Hütchen. Bei keine Zeit und Geduld aufbringt, wird
einiger Sorgfalt ist die Methode nicht niemals Spitzenmunition erhalten. Man

92
kann das gar nicht oft genug sagen. 3. Pulver einfüllen
In manchen Anweisungen der Geräteher-
steller wird empfohlen, die Arbeiten Ka- Wer den vorhergehenden Abschnitt mit
librieren, Ausstoßen des alten Zündhüt- Bedacht gelesen und sich auch Gedanken
chens und Setzen des neuen Zündhüt- über eine sichere, systematische Arbeits-
chens in einem Arbeitsgang und unmittel- weise gemacht hat, kennt die Ausgangs-
bar hintereinander in der Presse, also mit lage: Alle präparierten, mit dem neuen
dem dort integrierten Zündhütchensetzer Zündhütchen versehenen und kalibrierten
vorzunehmen. Wir empfehlen diese Met- Hülsen befinden sich in einem Ladeblock
hode nicht, räumen ihr höchstens beim links des Pulverfüllgeräts. Die Hülsen
Verladen von Übungsmunition für Kurz- stehen deshalb links des Geräts, weil wir
waffen eine gewisse Berechtigung ein. aus rationellen und sicherheitsbedingten
Beim Laden von hochwertiger Munition Gründen über das Gerät von einem Lade-
sollte das Setzen des Zündhütchens in brett in das andere arbeiten. Der Vorschlag
einem separaten, besonders kontrollierten "links" gilt für Rechtshänder. Die etwa
Arbeitsgang gemacht werden. Dabei kann 22 % Linkshänder werden natürlich statt
auch die Zündglocke gereinigt werden, dessen "rechts" lesen.
was bei der Zusammenfassung der Lade- Viele Wiederlader stellen die vorbereiteten
abschnitte nicht möglich ist. Hülsen verkehrt herum, also mit dem Bo-
Abschließend zum Komplex "Setzen des den nach oben in die Bohrungen der La-
Zündhütchens" noch ein Wort zur Sicher- debretter. Das hat zwei Gründe: Einmal
heit beim Umgang mit den Zündhütchen. kann man sich "zur Kontrolle der Kontrolle"
Sie sind zwar an sich nicht gefährlich, noch einmal vergewissern, ob alle Hülsen
sollten aber doch mit gebührender Vor- vorschriftsmäßig mit dem neuen Zünd-
sicht und richtiger Handhabung bedacht hütchen versehen sind und zum anderen
werden. Dazu gehört zum Beispiel, daß ist dies die sicherheitsbedingt beste Aus-
man die Boxerhütchen immer nur in der gangsposition, um Doppelbefüllungen zu
Originalpackung aufbewahrt. Das hat den vermeiden.Zwarwerden aus Gründen der
Vorteil, daß die verschiedenen Ausfüh- Schütthöhe Doppelbefüllungen bei den
rungen leichter identifizierbar sind, und Büchsenpatronen (sehr leichte reduzierte
schützt vor allem vor unzeitigen Detona-
tionen, da bei den Boxerzündhütchen ja
der Amboß integriert ist. Eine größere
Menge lose miteinander aufbewahrter
Boxerzündhütchen (auch Schrotzündun-
gen) ist auf jeden Fall zu vermeiden. Ber-
danhütchen sind in dieser Richtung etwas
mehr handhabungssicher. Bleiben die
Zündhütchen aber in ihren Original-
Reihenverpackungen, so ist nichts zu be-
fürchten. Man sollte sich auch der leichteren
Identifizierbarkeit wegen angewöhnen, die
jeweilige Packung auf der Ladebank liegen
zu lassen, solange sich noch Hütchen im
Magazinrohr der Setzvorrichtung befinden
oder besser nach Beendigung der
Setzarbeiten das Rohr entleeren und die
Zündhütchen an ihren sicheren
Aufbewahrungsort (Holzkiste getrennt von
den Treibladungsmitteln) verbringen. Hülsen mit Pulver füllen.

93
Ladungen ausgenommen) gar nicht vor- Konzentration und Genauigkeit des Wie-
kommen können, aber dies kann sehr derladers voraus. Zudem muß die Kontrol-
leicht bei den schwachen Chargen der le der Pulverfüllhöhe besonders intensiv
Kurzwaffenlaborierungen passieren. Des- durchgeführt werden, zumindest bei den
wegen sollte man sich von Anfang an schon angesprochenen geringen Lade-
solche Tätigkeiten aneignen. Ein alter dichten. Die andere Möglichkeit wird in
Spruch aus der Arbeitslehre: "Was man den Ladegeräten mit Drehkopf oder in
falsch lernt, kann man genauso gut richtig den H-Pressen, das heißt bei komplett
lernen!" Und Wiederladen ist nicht viel montierten Matrizensätzen praktiziert.
mehr als die Erlernung einer spezialisier- Dabei wird eine Hülse mit einer Reihe von
ten Handarbeit. Einzelarbeiten nacheinander komplett
Jetzt zur Schilderung des Arbeitstaktes fertig geladen und vom Kalibrieren bis
"Pulver einfüllen": Man nimmt eine Hülse, zum Geschoßsetzen nicht mehr aus der
füllt die angegebene Menge Pulver ein Hand gegeben.
und stellt die Hülse in das Ladebrett auf Die beiden Möglichkeiten werden später
der anderen Seite. Das wäre der Regelab- noch geschildert, sind dem schon fortge-
lauf "über das Gerät", bei dem alle Hülsen schrittenen Wiederlader vorbehalten und
des Loses "bepulvert" werden, bevor mit setzen zudem den Einsatz eines volume-
Hilfe einer Lichtquelle jedes volle Ladebrett trisch arbeitenden Pulverdosiergeräts vor-
visuell auf die richtige Füllmenge überprüft aus. Damit wären wir bei den Gerätschaf-
wird bevor man zum letzten Arbeitstakt ten, die für den Arbeitstakt "Pulver
"Geschoß setzen" kommt. einfüllen" unbedingt nötig bzw. möglich
sind und diese können anhand der beiden
Möglichkeiten der Pulverfüllung gut be-
schrieben werden. Die Methode arbeitet
nach dem Hohlmaßprinzip. Sie ist die
ältere und wird bereits seit undenklichen
Schwarzpulverzeiten mit Erfolg angewen-
det. Bei diesem Treibladungsmittel ist sie
auch relativ unkritisch. Das soll nicht
heißen, daß jede beliebig große Menge
Schwarzpulver in eine Hülse oder in den
Vorderlader geschüttet werden darf, son-
dern daß Schwarzpulver mit der Hohlmaß-
methode relativ genau abgemessen wer-
den kann. Dies hängt mit der
Zusammensetzung und den mechanis-
chen Eigenschaften des Schwarzpulvers
zusammen.
Beim Nitropulver unserer Anwendungs-
Visuelle Kontrolle der richtigen Füllhöhe. bereiche mit seinen unterschiedlichen
geometrischen Formen ist die volume-
Es gibt aber noch andere Techniken, die trische Abdosierung, allgemein gespro-
erwähnt werden müssen. Eine ist die chen, zu ungenau und nicht überall anzu-
komplette Befüllung aller Hülsen eines wenden. Das ist leicht erklärbar, denn die
Ladebretts in einem Arbeitsgang ohne Energiemenge eines Treibladungsmittels
die Hülsen aus dem Ladebrett herauszu- hängt nicht vom Volumen der Ladung,
nehmen. Dies geht viel schneller, weil die sondern von deren Masse bzw. Gewicht
Hülsen nicht einzeln in die Hand genom- ab. Die innenballistische Bezugseinheit
men werden müssen, setzt aber eine hohe ist das Treibladungsgewicht und nicht

94
das Volumen des ausgefüllten Raums. aus einem mehr oder weniger großen
Eine ausschließliche Anwendung der Pulverbehälter, einer drehbar gelagerten
volumetrischen Dosierung des Nitropul- Dosierkaverne, dem Bedienungsgriff und
vers kommt deswegen für den Wiederla- der Auslauftülle. Es gibt einfache, billigere
der nicht in Frage. Zumindest zur Einstel- Geräte ohne Verstellmöglichkeit des Do-
lung oder zur Kontrolle der Dosiergeräte siervolumens, folglich für von vornherein
und deren Schüttgewicht ist eine Waage festgelegte Standardladungen. Es ver-
erforderlich. steht sich von selbst, daß diese unflexiblen
Geräte nicht empfohlen werden können.
Die anderen Dosierer haben entweder
eine von außen verstellbare, stufenlose
Meßtrommel, oder werden mit auswech-
selbaren Dosierbuchsen geliefert. Solche
Geräte sind natürlich universeller einzu-
setzen als die einfachen Dosierer mit
festgelegtem Schüttvolumen. Ob man der
von außen verstellbaren Version oder der
mit den auswechselbaren Buchsen den
Vorzug gibt, ist von Fall zu Fall zu ent-
scheiden. Die stufenlos verstellbare Meß-
trommel hat bei der Fertigung von Büch-
senpatronen mehr Vorteile, während die
Dosierer mit auswechselbaren Dosier-
buchsen für Kurz- und Schrotpatronen
Balken-Waage. gedacht sind.
Das Funktionsprinzip der Dosiergeräte
Die einfachste Form der Dosiergeräte ist ging schon aus der knappen Gerätebe-
das alte Schöpfmaß. Damit wird durch schreibung hervor: Das Pulver läuft aus
das Pulver geschöpft (immer nur einmal dem Reservoir in die Meßtrommel und
durch das Pulver schöpfen, damit kein wird dann durch Bewegung des Bedien-
Verdichtungseffekt stattfindet), dann das hebels in die Auslauftülle gekippt". Von
überstehende Häufchen mit einer scharfen hier gelangt es in die darunter stehende
Kante abgestrichen und somit ein einiger- Hülse oder Waagschale. Wieso Waag-
maßen gleichbleibendes Volumen und schale?
Gewicht erzielt. Die Frage ist natürlich berechtigt, denn
wozu brauche ich ein Dosiergerät wenn
Schöpfmaße kann man sich selbst aus ich mit der Waage arbeiten will.
alten Hülsen herstellen, oder man verwen- Nun, es gibt zwei Arten der Anwendung
det die im Handel erhältlichen Schöpf- des Dosiergeräts. Einmal kann man unter
maßsätze. Wie bereits erwähnt, dürfen bestimmten Voraussetzungen die Hülse
die Schöpfmaße nicht allein verwendet sofort befüllen. Das ist dann erlaubt, wenn
werden, sind aber in Kombination mit den unkritische Mengen eines einigermaßen
anderen Geräten ein wertvolles Hilfsmittel, leicht und genau zu dosierenden Pulvers
wie man später noch sehen wird. für Scheiben- oder Übungsladungen ge-
Eine Weiterentwicklung der handgeführ- laden werden, gleich, ob es sich um
ten Schöpfmaße sind handelsübliche Pul- Büchsen-, Schrot- oder Kurzpatronenla-
verdosiergeräte, auch als Pulverdosierer dungen handelt. Leicht zu dosieren sind
oder Pulvermesser (Powder Measure) die kleinförmigen Pulver, z. B. das Rottweil
bekannt. R 910 oder die anderen kleinvolumigen,
Sie bestehen, vereinfacht ausgedrückt, nudelförmigen Pulver der P- und R-Reihe.

95
werden. Die gute Waage ist das Herzstück
der Ausrüstung. Ohne sie geht es in
keinem Fall. Selbst wenn man immer nur
unkritische Ladungen verschießen will,
welche direkt vom Dosiergerät eingefüllt
werden können: Zur Einstellung des
Dosiergerätes und zur laufenden Über-
prüfung jeder 10. oder 20. Dosierung (bei
falscher Handhabung kann sich das
Dosiergerät verstellen bzw. ein verkehrtes
Gewicht ausschütten) ist die Waage
unbedingt erforderlich.
Der Arbeitsgang mit der Waage sieht so
aus: Sie wird zuerst auf "Null" gesetzt, d.
h. die beiden Laufgewichte liegen in der
Stellung Null und die beiden Zungen liegen
sich gegenüber. Die Zungenstellung kann
Pulverbefüllung mit Dosiergerät. mit einer verstellbaren Schraube am
Gehäuse reguliert werden. Natürlich muß
die Waage auf ebenem, glattem Unter-
grund, am besten in Augenhöhe stehen.
Sodann bringt man unter mehrmaligem
Nicht verwenden sollte man die "Direkt- Vergleichen mit der Ladetabelle die beiden
methode" bei allen Ladungen, welche an Laufgewichte auf die gewünschten Ra-
die Maximallaborierung herangehen und sten, ohne die Stellung des Balkens (er ist
wo ein "bißchen Pulver mehr" schon in die nur lose gelagert) oder der Waage zu
unzulässigen Drücke führen kann. verändern. Nun wird solange Pulver auf
Dann ist es unumgänglich, die Pulver- die Waagschale gegeben, bis sich die
ladungen einzeln auszuwiegen. Man be- beiden Zungen genau gegenüberstehen.
nötigtdazu eine präzise Waage. Der Fach- Bei den magnetisch gedämpften Waagen
handel bietet eine Vielzahl von Waagen pendelt der Balken relativ schnell aus.
an, wobei man sich aber von vornherein Nun nimmt man einen Pulvertrichter, der
auf eine mit Grammeinteilung festlegen antistatisch behandelt sein sollte, damit
sollte. Außerdem sollte man nicht die keine Pulverteilchen "kleben" bleiben und
billigste nehmen, sondern eine magne- schüttet das Pulver von der Waagschale
tisch gedämpfte, mit welcher man relativ durch den Trichter in die Hülse. Dann
schnell arbeiten kann und die preislich stellt man die Waagschale zurück und
tragbar ist. Vielleicht ist letztere Bemer- gibt wieder Pulver darauf, bis die Waagen-
kung sogar etwas untertrieben, denn es zungen sich wieder gegenüberstehen. Die
ist erstaunlich, welche Präzision und Ge- Zugabe des Pulvers beim Wiegen kann
nauigkeit für wenig Geld geliefert wird. entweder mit einem kleinen Löffel ge-
Die Bedienung der Wiederladerwaagen schehen. Schneller geht's jedoch mit
ist simpel und erfolgt durch das Ver- einem passenden Schöpfmaß. Damit wirft
schieben von Laufgewichten. Man sollte man eine etwas unter Soll gehaltene
sich von Anfang an bemühen, die Ein- Menge Pulver auf die Waagschale und
stellung der Laufgewichte doppelt zu gibt den Rest in Form von einzelnen
kontrollieren und auch mehrmals mit den Pulverteilchen zu, wobei man ein Löffel-
Angaben der Ladetabelle zu vergleichen. chen, die sauberen und fettfreien Finger
Außerdem muß die Waage jeweils vor oder noch besser einen Pulver-Klein-
dem Wiegebetrieb auf "Null" justiert dosierer (Pulvertrickler) nimmt. Der

96
besteht aus einem kleinen Pulverreservoir, Nur muß es sich um eine relativ milde
das unten eine Bohrung hat, die ein Ladung handeln, da sich schon eine An-
Röhrchen mit einem Innengewinde auf- näherung an die oberen Druckbereiche
nimmt. Dieses Röhrchen liegt waagrecht unangenehm auf die Präzision auswirken
und hat im Bereich des Reservoirs eine kann. Aus diesem Grund sollte es sich der
oder zwei Bohrungen. Dreht man das Wiederlader von Jagdmunition zur Ge-
Röhrchen, so gelangen einzelne Pulver- wohnheit machen, seine Pulverladung
teilchen in die Bohrung und werden von auszuwiegen. Das geht sehr schnell, wenn
der Schnecke des Innengewindes zu man die beschriebene Methode "Grob-
deren Auslauf befördert. Dadurch ist eine dosieren, Feindosieren, Wiegen" anwen-
schnelle Feindosierung möglich. det und die drei Geräte Dosiergerät, Fein-
Statt des Schöpfmaßes kann man zur dosierer und Waage dafür anschafft.
Grobdosierung auch das Pulverdosier- Damit Sie den Arbeitstakt "Pulver füllen"
gerät verwenden. Dieses stellt man so noch einmal im Zusammenhang sehen,
ein, daß es höchstens die gewünschte folgt nun eine kurze, chronologische Be-
Ladung wirft und gibt dann den Rest mit schreibung des Regelablaufes.
dem Feindosierer zu. Die kombinierte
Anwendung von Pulverdosierer, Feindo-
sierer und Waage stellt sicher das Opti-
mum an Genauigkeit und Schnelligkeit Vorbereitung:
beim Pulverfüllen von Büchsenpatronen
dar und wird deshalb von den Experten -Hülsen im Ladebrett links der Geräte;
empfohlen. Sicher, man kommt auch mit Hülsenboden zweckmäßigerweise nach
der Waage und einem Teelöffelchen aus, oben
aber effektiver geht es auf die beschrie-
bene Weise. Die drei Geräte Pulverwaage, - Waage und Pulverdosiergerät justieren
Dosiergerät und Feindosierer sind des- (oder Waage justieren und Schöpfmaß
wegen als Arbeitseinheit zu betrachten, heraussuchen); Feindosierer auffüllen
zumindest, wenn es sich um das Verlad-
en von Büchsenpatronen dreht, welche -Pulverdose bleibt bis zur Beendigung
nahe der Maximalladung liegen. An dies- der Ladearbeiten neben den Geräten
er Stelle sei auch etwas über den Einfluß stehen (zur sicheren Identifizierung, falls
der Pulverladung auf die Präzision ge- unterbrochen wird)
sagt. Solange sich die Charge im nicht-
druckkritischen Bereich bewegt, spielt eine
geringfügige Abweichung von einer Pul- Ladevorgang:
verladung zur anderen keine nennens-
werte Rolle, wirkt sich somit höchstens -Die mit dem Dosiergerät oder dem
innerhalb der normalen Waffenstreuung Schöpfmaß grob unter Soll gehaltene
aus. Dies bedeutet, daß eine mit dem Ladung auf die Waagschale werfen
Dosiergerät einigermaßen genau ge-
worfene Pulvercharge und den technisch - Mit dem Feindosierer die fehlende Menge
dadurch bedingten Ladeunterschieden zugeben
nicht unbedingt schlechter schießen muß
als eine peinlich auf das hundertstel -Hülse aus dem Ladebrett nehmen, Pul-
Gramm ausgewogene andere Labo- vertrichter aufsetzen, Inhalt der Waag-
rierung. Die Benchrestschützen wissen schale in den Trichter geben.
das und laden ihre Munition fast aus-
schließlich mit dem natürlich sehr genau -Die mit Pulver gefüllte Hülse in das rechts
überprüften und justierten Dosiergerät. stehende Ladebrett stellen.

97
Wie eingangs schon erwähnt, kann man und auch mehr Vertrauen in die selbst-
den Vorgang variieren und rationalisieren, fabrizierte Munition. Dies wiederum wirkt
indem man alle Hülsen der Serie bzw. des sich direkt auf die Schießergebnisse und
Ladebretts "bepulvert", ohne sie aus dem damit auf die Freude am Wiederladen
Ladebrett herauszunehmen. Man sollte aus.
dies aber nur machen, wenn unkritische
Mengen Pulver aus dem Dosiergerät
verladen werden. 4. Geschoß setzen
Die Kontrolle ist genauso wichtig wie
sorgfältiges Arbeiten beim Wiegen oder Das Einsetzen des Geschosses in die
Dosieren. Dazu nimmt man das Ladebrett kalibrierte, mit dem neuen Zündhütchen
mit den "bepulverten" Hülsen und unter- und der Pulverladung versehenen Hülse
zieht jede Hülse mit Hilfe einer guten ist der letzte Arbeitstakt und auch der
Lichtquelle einer visuellen Kontrolle. Dabei einfachste und schnellste.
sollte man sich ruhig angewöhnen, die Im Prinzip ist das Setzen des Geschosses
Augen mit einem bestimmten System ein- eine ganz simple Angelegenheit: Die
zusetzen, z. B. Reihe für Reihe durch- Hülse wird mitsamt dem lose aufgesetzten
zugehen, vielleicht sogar dazu zu zählen. Geschoß in eine Setzmatrize gefahren, in
Übertreibung ist hier sicher besser als der ein Setzstempel eingeschraubt ist.
Nachlässigkeit oder Schlamperei. Zwar Dieser nimmt die Geschoßspitze auf und
werden bei der beschriebenen Methode bietet dem Geschoß Widerstand; die
"über das Gerät" und bei richtiger Be- Geschoßbasis wird in den Hülsenmund
dienung von Waage und Dosierer keine bzw. Hülsenhals eingesetzt und bei
Doppelbefüllungen (falls solche überhaupt richtiger Einstellung von Matrize und
möglich sind) oder Fehlbefüllungen vor- Setzstempel befindet sich das Geschoß
kommen, aber es könnte sein. Es soll dann richtig in der Hülse, wenn der obere
keinem Beginner Angst eingejagt werden, Totpunkt des Pressenhubs erreicht ist.
indem die Tätigkeiten des Wiederladens
absichtlich in gewisser Überzeichnung der
sicherheitsbezogenen Aspekte beschrie-
ben werden. Da aber immerhin die Mög-
lichkeit von Doppelbefüllungen beim
Wiederladen besteht (wenn auch nur sehr
selten bei den Büchsenpatronen), muß
viel Augenmerk auf die Überprüfung gelegt
werden. Eine nicht bemerkte Fehlbe-
füllung kann recht unangenehme Folgen
haben: Denken wir nur an den Fall, daß
das Geschoß, durch die Treibgase des
Zündhütchens "gerade noch" in den
Übergangskonus befördert, für den Rest
des Jagd- oder Schießtags den Lauf
blockieren könnte! Außerdem hat die
bewußte Kontrolle, das Sich-Vergewis- Geschoß-Setzmatrize im Schnitt.
sern, auch noch einen psychologischen
Vorteil und es ist so wie mit dem Entladen Da wir beim Kalibrieren den Hülsenhals
der Waffe oder dem Zuschließen der etwas enger gemacht haben, als der
Haustür: Wenn man es wirklich bewußt Durchmesser des Geschosses mißt, ist
gemacht hat, kann man sich gut erinnern. ein gewisser Kraftaufwand beim Ge-
Das gibt ein wesentlich sichereres Gefühl schoßsetzen notwendig, der aber leicht

98
durch die Übersetzung des Pressenge- Kalibriermatrize liegen oder an einem zwar
stänges (Kniehebel mit einer Kraftüber- innerhalb der Toleranzen, aber doch et-
setzung von meist 1 : 25) erreicht werden was zu großen Geschoßdurchmesser,
kann. Der Kraftaufwand ist beim Ge- oder an beiden Faktoren. Wenn dieser
schoßsetzen wesentlich niedriger als beim seltene Fall eintritt, so muß man entweder
Kalibrieren. den Aufweitknopf reklamieren oder aus
Beim Geschoßsetzen stellt sich heraus, dem reichhaltigen RWS-Geschoßange-
ob das Entgraten des Hülsenmundes bot dasjenige heraussuchen, das im Rah-
richtig und ausreichend vorgenommen men der zulässigen Toleranz, einen ger-
wurde. Sind nämlich noch Grate oder ingfügig kleineren Durchmesser aufweist.
Messingspäne am Hülsenmund, oder Denkbar wäre auch die Möglichkeit, daß
wurde überhaupt nicht entgratet, z. B. die Wandung des Hülsenhalses aus schon
auch bei Neuhülsen, so schabt jetzt das in Abschnitt eins beschriebenen Gründen
Geschoß beim Einpressen in den Hülsen- zu stark ist. In diesem Fall hilft nur das
mund an dessen scharfen Rändern und Aufreiben oder besser Abdrehen des
wird vielleicht zerkratzt oder beschädigt. Hülsenhalses.
Dies kann zu schlechten Schu ßbildern Man könnte auch die Anschaffung einer
führen, vor allem, wenn der Geschoß- Zwei-Stufen-Aufweitmatrize erwägen, die
boden oder der Geschoßkonus beschä- dann, sozusagen als dritte Matrize im
digt wurde. Bei stark beschädigten dünn- normalen zweiteiligen Satz, anstelle des
manteligen Geschossen ist sogar eine in der Kalibriermatrize eingeschraubten
veränderte Wirkung im Wildkörper zu Aufweitknopfes verwendet wird. Beim
erwarten. Werden Geschosse mit recht- Setzen von Bleigeschossen, die bekannt-
winklig angesetzten Böden in nicht ent- lich etwas überkalibrig gehalten sind, ist
gratete Hülsen gesetzt, so wird eine Stau- der Zwei-Stufen-Expander sogar ein Muß,
chung des Hülsenkörpers im damit das weiche Bleigeschoß nicht be-
Schulterbereich die Folge sein. Da die schädigt wird.
Setzmatrize etwas übermaßig ist und In der Mehrzahl der Fälle werden beim
weiter gehalten als die Kalibriermatrize, Setzen von Mantelgeschossen in sauber
kann die Stauchung so weit gehen, daß entgrateten Hülsen keine Abschabungen
die Hülse verdrückt wird und nicht mehr bemerkt werden. Ein winzig kleiner "Ring"
verladen werden kann. aus Mantelmaterial vor dem Hülsenmund,
Moderne RWS-Geschosse sind allerd- der sich leicht mit der Hand entfernen läßt
ings meist mit einem ausgeprägten Heck- oder gar von selbst abfällt, ist zu tolerieren
konus versehen oder die Heckkanten sind und stellt bei Geschossen mit zylindrischer
zumindest angefast d.h. die Kanten mit oder annähernd zylindrischer Führung,
einer Fase gebrochen (angeschrägt), was v. a. bei Tombakmänteln, fast den Nor-
den Einsetzvorgang enorm erleichtert. Im malfall dar. Weiter oben wurde von der
Abschnitt "Ballistik" wurde bereits bes- richtigen Matrizeneinstellung gesprochen.
chrieben, welche primären Gründe den Wie das bei den verschiedenen Fabrikaten
Ausschlag gaben, von der alten, recht- gemacht wird, ist in den jeweiligen Be-
winklig angesetzten Bodenform abzuge- triebsanleitungen nachzulesen und aus
hen: Verminderung der Spannung im den dortigen Abbildungen leicht ersicht-
Anschub, geringere radiale Versteifung lich. Wichtig ist bei allen Matrizen zum
des Geschoßbodens, Verbesserung der Geschoßsetzen, daß zwischen Matrize
flugballistischen Eigenschaften. Treten und Hülsenhalter noch ein bißchen "Luft"
selbst bei ausreichender Hülsenmundent- sein muß, (ca.1,5 bis ca. 3,0 mm), je
gratung noch stärkere Abschabungen auf, nachdem ob gebördelt werden soll oder
so kann dies entweder an dem zu kleinen nicht. Die Setzmatrize ist richtig einge-
Durchmesser des Aufweitknopfes der stellt, wenn sich nach Durchführung eines

99
kompletten Pressenhubs die vorgeschrie- also noch keine Drallführung hat.
bene oder die gewünschte Patronenlänge Maßgebend für diese Strecke sind die
ergibt und das Geschoß fest in der Hülse Länge und der Anstiegswinkel des
sitzt. Übergangskegels der Waffe und natürlich
Die früher vorgeschriebene Patronen- die Form des Geschosses (Ogive), welche
länge L6 nach CIP-Maßliste darf nicht die Einsetztiefe des Geschosses in die
über-, kann aber unterschritten werden. Hülse bestimmt, wobei letztere wiederum
Bei anderen Geschossen als den für die mit der Hülsenlänge zusammenhängt.
Maßbestimmung verwendeten liegt die Wurde z. B. eine Hülse versehentlich zu
tatsächliche Patronenlänge sogar stark gekürzt, so ist die Geschoßeinsetz-
erheblich unter der vorgeschriebenen L6, tiefe geringer als bei einer normallangen
die ja eine Maximallänge darstellt. Hülse, obwohl die tatsächliche
Die Überschreitung der L6 (max.) ist dann Patronenlänge gleich bleibt.
möglich, wenn gewährleistet wird, daß Dementsprechend ist auch der rotations-
das Geschoß der geladenen Patrone den lose Geschoßweg gleich, da dieser der
gezogenen Laufteil, d. h. die Felder noch Weg zwischen der Position des ruhenden
nicht berührt. Wäre dies der Fall, so kann Geschosses und dessen Eintritt in die
ein Druckstau die Folge sein, da zusätzlich Felder ist. Allerdings kann durch eine zu
zum Ausziehwiderstand der Einpre ßwi- stark gekürzte Hülse oder durch die Ver-
derstand in die Laufbohrung kommt, die wendung eines sehr kurzen Geschosses
vom Geschoß zu überwinden sind. Wird in einem langen Patronenlager der Freiflug
ihm aber die Gelegenheit gegeben, diese unangenehm in Erscheinung treten, wel-
beiden Widerstände zeitlich etwas versetzt cher oft mit dem rotationslosen Geschoß-
zu überwinden, so hält sich der Druck in weg verwechselt wird. Dabei ist der
Grenzen. Der Gasdruck hängt in Patrone Freiflug aber nur derjenige Teil des ro-
und Waffe nicht nur von der Art und der tationslosen Geschoßweges, in dem das
Menge des verwendeten Treibladungs- Geschoß völlig frei fliegt, d. h. weder vom
pulvers ab, sondern auch vor allem vom Hülsenhals, noch von den Zügen geführt
Widerstand, der entgegengesetzt wird. wird. Warum Freiflug schädlich auf die
Der Gesetzgeber hatte die L6 aus Gründen Präzision ist, bzw. überhaupt sein kann,
der Sicherheit früher vorgeschrieben. In- kommt daher, daß hochgespannte Treib-
zwischen ist aber die L6 (Max.) als weit- gase in dem Moment, wo der Geschoß-
gehend theoretischer Wert erkannt, weil boden den Hülsenmund verläßt, am Ge-
er auf das längste Geschoß dieses Kali- schoß vorbeischlagen und es aus der
bers bzw. dieser Patrone abgestellt ist. "Flugbahn" drängen. Es tritt nun meist
Interessanter ist die tatsächliche Patro- verkantet in die Züge ein, wird verzögert
nenlänge bzw. die gewünschte Patronen- und deformiert.
länge. Es hat sich gezeigt, daß eine Der Wiederlader muß darauf bedacht sein,
Patronen/Waffenkombination dann be- daß die Gesamtlänge seiner Patronen
sonders gut schießen kann, wenn das einmal im technisch richtigen Bereich liegt
Geschoß keinen Freiflug hat und auch und zum anderen aus seiner spezifischen
der rotationslose Geschoßweg nur eine Waffe die beste Leistung bringt. Wie groß
bestimmte, möglichst kleine Strecke die Strecke des rotationslosen Geschoß-
beträgt, was durch die richtige Wahl der weges bei einem spezifischen Gewehr
Gescho ßeinsetztiefe erreicht werden mit seiner bestimmten Laborierung sein
kann. soll, läßt sich nur durch Schießversuche
Die Begriffe sind schnell erklärt: Unter feststellen. Dabei werden Serien mit
rotationslosem Geschoßweg versteht verschieden tief eingesetzten Geschos-
man die Strecke, die das Geschoß sen auf Präzision geschossen, wobei man
zurücklegt, bevor es in die Züge eintritt, aber unter günstigsten Umständen erst

100
bei mindestens zweimal zehn Schuß pro Schützen- und Revierstreuung bezeich-
Serie zu einigermaßen aussagekräftigen net.
Ergebnissen kommt. Manche Geschosse haben eine Kneifrille,
die teilweise, aber nicht zwingend, die
Am einfachsten macht man es sich, wenn Einsetztiefe lokalisiert. Diese Rändelung
man seine Patronenlängen den in diesem wird neudeutsch auch als "Crimprille"
Buch bei den Ladevorschlägen angege- bezeichnet, in die der Hülsenmund im
benen Patronenlängen angleicht, welche Bedarfsfall eingebördeltwerden kann. Die
in den meisten Fällen der Patronenlänge vorsichtige Formulierung deutet es schon
der RWS-Fabrikpatronen entsprechen. an: Im Normalfall braucht eine Büchsen-
Man kann sich darauf verlassen, daß die patrone nicht gebördelt zu werden und
in langen Versuchsreihen ermittelten warum das so ist, wird schnell klar. Das
Patronenlängen der Fabrikmunition als Geschoß wird durch sein leichtes Über-
optimal im Sinne eines Kompromisses maß im Vergleich zum Innendurchmesser
zwischen den Anforderungen verschie- des Hülsenhalses kraftschlüssig gehalten.
denster Waffenmodelle und Bestfunktion
gelten. Wer mehr tun will und seine Hand-
ladungen auf die eigene Waffe "maß-
schneidern" möchte, kann die Patronen-
länge etwas variieren. Hierbei bedenke
man wiederum, daß dem "Längermachen"
der Patrone schon durch bestimmte
Magazinlängenbegrenzungen ein "Halt"
geboten werden könnte und dies, noch
bevor das Geschoß die Felder berührt. -
So etwas muß man dann entweder als
gegeben hinnehmen oder das Magazin,
wenn technisch durchführbar, länger ma-
chen lassen. Eine Verringerung der Patro-
nenlänge gegenüber der Ladeangabe
würde sich in einer Verringerung des
Pulverraumvolumens und damit in einer
Druckerhöhung auswirken. Natürlich
bringt dem gegenüber eine Vergrößerung Geschoßsetzen mit Presse.
der Patronenlänge eine Vergrößerung des
Verbrennungsvolumens und somit etwas Dies genügt, um den nötigen Auszieh-
weniger Druck - aber dies ist im Hinblick widerstand zu gewährleisten. Eine darüber
auf das Sicherheitsdenken bei der Wieder- hinausgehende, zusätzliche formschlüs-
laderei das weitaus kleinere Übel. sige Befestigung ist nur nötig, wenn für
Nach diesem kleinen Ausflug in einen bestimmte Waffentypen geladen wird,
Teilbereich des "Tunings" einer Wieder- z. B. für Selbstladebüchsen oder Waffen
ladung wieder zurück zum eigentlichen mit Röhrenmagazin oder, allgemein, für
Geschoßsetzen. Wie schon bemerkt, wird Patronen mit relativ hohen Geschoß-
man mit der Längenkopierung der Fabrik- gewichten und starkem Rückstoß. Die
patrone beginnen bzw. die Angaben des zusätzlich formschlüssige Befestigung
Ladevorschlags strikt übernehmen und durch Einbördeln des Hülsenmundes
auch dabei bleiben, denn im normalen erhöht zwar bei richtiger Durchführung
Schießbetrieb liegt die damit erreichbare den Ausziehwiderstand und trägt so mit
Präzision schon über dem, was man als zur ökonomischen Ausnützung der Pulver-
"allgemeine Streuung", d. h. Waffen-, ladung bei, hat aber primär die Aufgabe,

101
das Geschoß einer im Magazin be- Befestigung, also durch zusätzliches
findlichen Patrone gegen den Rückstoß Einbördeln des Hülsenmundes.
zu sichern. Nach dem Massenträg- Soll gebördelt werden, so kann man dies
heitsgesetz ist nämlich ein Abziehen der entweder in einem Arbeitsgang beim Set-
Hülse vom Geschoß zu beobachten, wenn zen des Geschosses in der dafür geeigne-
die Rückstoßkräfte der Waffe das Be- ten Setzmatrize durchführen, was aber
harrungsvermögen des Geschosses in die schlechtere, weil wenig material-
der Hülse übersteigen. Dazu kommen schonende Möglichkeit ist.
noch andere technische Gegebenheiten, Besser geeignet ist eine zweifache Ver-
deren Ausführung zu lange dauern würde. wendung der Setzmatrize, indem zuerst
Wir wollen nur festhalten, daß im Nor- mit der entsprechend hochgesetzten Ma-
malfall nicht gebördelt zu werden braucht. trize alle Geschosse der Serie auf richtige
Tiefe gesetzt und dann in einem zweiten
Versucht man nämlich eine Bördelung an Durchgang alle "fast fertigen" Patronen in
einem sonst glatten Geschoß, so würde der nun tiefer gesetzten Setzmatrize ein-
sich eine geradezu gegenteilige Wirkung gebördelt werden. Das hat den Vorteil der
ergeben, da durch die Verformung des größeren Genauigkeit, da beim Setzen
Hülsenhalses der Kraftschlu ß aufgehoben der etwas aufgeweitete Teil des Hülsen-
wird und das Geschoß nur noch durch die halses annähernd zylindrisch an das Ge-
kleine Bördelfläche festsitzt. schoß angelegt und erst dann die Bördel-
Das Thema wird deshalb so ausführlich ung vollzogen wird. Setzmatrizen für Büch-
gebracht, weil die meisten Setzmatrizen senpatronen gibt es in zwei Ausführungen,
zwei Einstellungen ermöglichen und bei nämlich eine ohne Möglichkeit des Bör-
der falschen Justierung eine unerwün- deins, also ohne Bördelschulter; die an-
schte oder gar technisch falsche und lei- dere mit Bördelschulter. Beabsichtigt man
stungsvermindernde Bördelung herstel- das Verladen für z. B. eine Selbstlade-
len. Nebenbei bemerkt ist ein Einbördeln büchse, so sollte man bei der Bestellung
in den meisten Fällen bei den Büchsen- daran denken. Weiß man nicht genau, ob
patronen abträglich für die Präzision und die schon vorhandene Setzmatrize bördelt
materialermüdend für den Hülsenhals. oder nicht und will man sich nicht unnütz
Wenn wir nun unter bestimmten Umstän- die Hülsen verunzieren, so stellt man die
den schon bördeln müssen (der Profi in Setzmatrize so ein, daß zwischen ihr und
der Munitionsfabrik sagt übrigens "knei- dem Hülsenhalter etwa 3 mm "Luft" ist,
fen" dazu), so ist zu beachten, daß die was die u. U. vorhandene Bördelschulter
Hülsen alle gleich lang sind. Werden un- außer Gefecht setzt.
gleich lange Hülsen gebördelt, so fällt Um den Komplex "Bördeln" abzuschlies-
dies einmal schwächer, einmal stärker sen, sei noch erwähnt, daß es, zumindest
aus, weil die in der Setzmatrize eingebaute für den Wiederlader, zwei Arten gibt, näm-
Bördelschulter ja immer an der gleichen lich die Rollbördelung, die bei Büchsen-
Stelle sitzt. Wie sich das bei den Kurzpa- patronen und für starke Gebrauchsla-
tronen auswirkt, ist im betreffenden Kapitel dungen in Revolverpatronen verwendet
zu lesen. wird und die konische Bördelung, über die
Wir unterscheiden also zwei Arten der bei den Kurzpatronen noch zu reden sein
Geschoßbefestigung im Hülsenmund. Die wird. Um den Vorgang der Matrizenein-
eine ist die nur kraftschlüssige (Preßsitz), stellung beim Geschoßsetzen zu verein-
die ohne Mehrarbeit beim Einsetzen des fachen, bedient man sich entweder einer
Geschosses durchgeführt wird und den Fabrikpatrone, mit gleichem Geschoß
Normalfall für Büchsenpatronen darstellt. natürlich, die man in den Hülsenhalter
Die andere ist eine Kombination von stellt und nach deren Vorgabe der Ge-
kraftschlüssiger und formschlüssiger schoßsetzstempel niedergeschraubt wird.

102
Oder man macht sich aus einer deutlich Pulverladung zuläßt, noch die "Schüttel-
sichtbar angebohrten Hülse und einem probe". Hat man sauber gearbeitet, so ist
Geschoß eine "Blindpatrone" ohne Zünd- das alles nur noch "die Kontrolle der
hütchen, die, schnell greifbar aufbewahrt, Kontrolle", denn wir hatten bereits bei den
als Einstellhilfe dient. Nochmals zur einzelnen Ladetakten die entsprechenden
Wiederholung: Soll nicht gebördelt Überprüfungen vorgesehen.
werden, so schraubt man die Setzmatrizen Dann erfolgt die Funktionskontrolle und
mit etwa 3 mm Abstand über den Hülsen- darum kommen wir nicht herum: Wir pro-
halter und kontert sie in dieser Stellung. bieren jede einzelne Patrone "trocken" in
Alsdann stellt man die Fabrik- oder der betreffenden Waffe, sowohl im
Blindpatrone in den Hülsenhalter, fährt Magazin als auch im Patronenlager, vor
sie bei hochgeschraubtem Setzstempel allem wenn es sich um Jagd- oder Wett-
in die Matrize und schraubt bei höchster kampfladungen handelt. Normalerweise
Hülsenstellung den Setzstempel auf das darf jetzt keine einzige Patrone klemmen,
Geschoß. Setzstempel kontern und schon alle müssen sich so leicht einführen lassen
die erste Wiederladung ist eine längen- wie eine Fabrikpatrone - wenn alles richtig
mäßige Kopie der Fabrikpatrone, sofern gemacht wurde. Besonders dem Begin-
der Hebelmechanismus der Presse kein ner passieren aber sehr leicht
allzu großes Spiel hat. Einstellfehler bei der Kalibriermatrize
(weswegen die beim Punkt 2 gemachten
5. Verpacken, Kennzeichnen, Empfehlungen dringend beachtet werden
Erfolgskontrolle sollten). Es wäre schade, wenn sich eine
nachlässige Funktionskontrolle in Form
Wurden alle Ladevorgänge exakt durch- einer "Hemmung" im Jagdbetrieb oder
geführt und die Ladevorschläge beachtet, bei einem wichtigen Wettkampfschießen
so bezieht sich das Wort "Kopie" gleicher- rächen würde.
maßen auf die anderen Eigenschaften
der im Werk gefertigten Munition, wie uns Die überprüften Patronen werden jetzt in
die Ergebnisse am Schießstand oder auf die Gebrauchspackungen umgefüllt. Der
der Jagd zeigen werden. Bevor es aber in ordentliche Schütze nimmt aber nicht
die Schießpraxis geht, unterzieht der Wie- irgendwelche schmuddeligen, aufgele-
derladerjede einzelne Patrone einer End- senen Packungen, auf denen sicher etwas
kontrolle, welche natürlich nicht so intensiv ganz anderes draufsteht, als was hinein-
sein kann wie die Endkontrolle in einem gesteckt wird. Wie schon weiter oben
Munitionswerkder kommerziellen Herstel- beschrieben, sind die Plastikschachteln
ler, die dafür speziell konstruierte, auf- aus dem Fachgeschäft das Erkennungs-
wendige Einrichtungen einsetzen. zeichen des guten Wiederladers.
So dreht man die fertige Patrone zwischen Auf die ausreichende Beschriftung der
den Fingern, achtet vor allem bei schon Schachteln kommt es mehr an als man
älteren Serien auf Risse am Hülsenmund zunächst glaubt. Heute weiß man noch,
und entfernt hier und da noch ein Stück- welche Ladung in die Patrone hineinge-
chen Metall, das der Hülsenmund trotz packtwurde, später nicht mehr. Vor allem,
durchgeführter Entgratung vom Geschoß wenn man für mehrere Kaliber lädt, und
abgeschabt hat. das will schließlich auch der anfangs be-
Sorgfältige Wiederlader überprüfen zum scheidene Wiederlader tun.
letzten Mal den richtigen Sitz des Zünd- Was für die Reproduzierbarkeit der La-
hütchens (wobei jetzt aber keine nachträg- dung wichtig ist, muß auf jeden Fall in die
lichen Verbesserungen in Form eines Tie- Ladeangabe.
fersetzens mehr möglich sind) und ma- Beispiel: 7 x 65R/ RWS 5333/3,47 g
chen dort, wo es die Schütthöhe der Rottweil R 905, Los xy, 10,5 g

103
Brenneke TIG 81,5 mm, 4 x, 805 m/s / Man kann auch eine Ladekladde führen
Datum. und die Ladung mit deren fortlaufender
Das heißt, daß die Patrone 7 x 65 R mit Nummer kennzeichnen. Der Phantasie
dem Zündhütchen 5333 und soundsoviel und dem Perfektionisten sind hier keine
Grenzen gesetzt. Nur eines darf man nicht:
Nachlässig sein oder sich auf sein
Gedächtnis verlassen.
Die zweite Funktionskontrolle findet dann
auf dem Schießstand statt, wo man nicht
nur eine neue Laborierung, sondern jedes
Fertigungslos auf der Scheibe überprüft.
Munition sparen brauchen die Wiederlader
ja nicht und ein bißchen Übung mit der
Waffe ist immer angebracht - zumal wenn
es obendrein Spaß macht.

Kennzeichnung der Verpackung ist wichtig.

Gramm Pulver der Sorte xy hinter dem


TIG 10,5 g bei einer Patronenlänge von
81,5 mm das vierte Mal verladen ist.
Angaben wie Mündungsgeschwindigkeit,
Datum, Gasdruck (sofern ermittelt),
Nummer der Dosierbuchse bzw. Einstel-
lung des Pulverdosiergeräts usw. können
die Angaben vervollständigen.

104
Orientierungsgraphik- Wiederladen von Büchsenpatronen
(geschulterte Hülse mit Amboßzündhütchen; normale Presse mit zweiteiligem Matrizensatz)

Presse ~aborierungsdaten heraussuchen auch Hülsen - und Patronenmasse!


Geräte und
Hülsenhalter
Komponenten vorbereiten Kalibriermatrize
Setzmatrize
c=: Geräte einstellen Matrizen (Kalibriermatrize sitzt am
Hülsenhalter auf Setzmatrize nicht!)
Zündhütchensetzvorrichtung Hülsenkürzgerät einstellen; Zündhüt-
Zündglockenreiniger chensetzer bestücken; Pulverdosierer
Waage justieren und mit Waage überprüfen.
Pulverdosiergerät
Pulverfeindosierer

~
Hülsenkürzgerät Hulse in Ordnung?
Hülsenmundentgrater mit Zange flachquetschen Altmetall
a
Hülsenfett
Fettkissen
Schieblehre
Hülsentuch Hülsen saubern und fetten
Zange
Hülsen
Zündhütchen Erste Hülsen in der betreffenden Waffe

L
Pulver ibrieren, Zündhütchen ausstoßen, ausprobieren . Klemmt der Verschluß ,
Geschosse Hülsenhals aufweiten somuß die Kalibriermatrize tiefer
Delaborieru ngsgerät (Kalibriermatrize) gesetzt werden.

c=: .·-·--·· -····-··-··


Immer Ladebretter verwenden
Wichtige Regeln und stets ., über das Gerät" arbeiten
und Hinweise beachten
Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz ;
Führung der Ladekladde ; Sicherheit für
Komponenten (Zündhütchen / Pulver)

Zündglocke reinigen

Zündhütchenausführung nochmals
überprüfen (Verwechslung z. B. zwischen ~c=: Zündhütc~en setzen
Magnum , Standard); Zündhütchen
deshalb immer nur in Originalpackung ~erprüfung des Zündhütchensitzes
belassen! -- - --

~
Zündhütchen zu hoch?
n Zündhütchen nachdrücken
Pulverdose bleibt immer neben der Waage Sichtkontrolle, Ladung unter guter Licht-
oder dem damit gefüllten Pulverdosiergerät ~ Pulver einfüllen quelle kontrollieren
stehen!

Geschoßdurchmesser nochmals überprüfen;


Geschosse nur aus der Originalschachtel
...-c::::::::=: Geschoß setzen (Setzmatrize)

entnehmen! -

mit Setzstempel nachjustieren

Einbördeln nötig? Bördeln


nein j
635

Ermitteln der Treffpunktlage


~;o-n-=t-ro-;:11:-e-:o-p-:t:-is....!c:....he""""7"Ü:-be_r_p..."rü-=-fu_n_g_u_n-:d-,
Ladefähigkeitskontrolle nicht ladefähige Patronen
bzw. des Streukreisdurchmessers
sofort delabori~

c:=: Verpacken, Beschriften