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Ein praktisches Handbuch für Jäger und Schützen

Kapitel 3
Komponenten einer Patrone für Wiederlader

Die Hülse ............................................................................................Seite 02


Das Zündhütchen ...............................................................................Seite 07
Das Treibladungspulver ......................................................................Seite 11
Das Geschoss ....................................................................................Seite 19
Die Komponenten der
Metallpatronen *
Sie werden auch Elemente genannt und Die Hülse
bestehen aus der Hülse, dem Zündhüt-
chen , der Pulverladung und dem Ge- Sie ist das zentrale Element der Patrone
schoß. Erst die vollständige Montage der mit einer ganzen Reihe wichtiger Funk-
vier Komponenten oder Elemente führt tionen . Einmal ist sie Stauraum für die
zur Patrone. übrigen Komponenten und verbindet diese
Unter Metallpatronen werden in der Folge zur handlichen Transporteinheit Zum an-
die Patronen für Lang- und Kurzwaffen , deren wirkt sie als Abdichtungseinheit
also für Büchsen, Pistolen und Revolve r, gegen die Patronenlagerwandung beim
verstanden. Das sind Waffen , die nahezu Schuß, verschließt also den Lauf nach
ausschließlich Einzelgeschosse aus hinten . Daneben schützt die Hülse die
gezogenen Läufen verschießen. Nicht Treibladung und den Zündsatz vor äu ßer-
unter den Begriff Metallpatronen fallen en Einflüssen und hält Geschoß und
die Schrotpatronen , selbst wenn sie im Zündhütchen in der funktionell richtigen
seltenen Fall eine Metallhülse aufweisen . Lage fest.
Messinghülsen sind das "Gold " des Wie-
derladers, den man daran erkennt, daß er
jede von ihm verschossene Hülse wieder
in die Patronenpackung zurücksteckt. Ne-
benbei bemerkt sind Wiederlader rohstoff-
bewußte Bürger, denn sie praktizieren
das "Recycling" auf vorbildliche Weise .
Wiederladen ist nichts anderes als die
Umkehrung des Vorgangs beim Schuß ,
bei dem als einzige brauchbare Kompo-
J Qo
nente die Hülse übrigbleibt Die anderen
Die Beschaffung der Komponenten stellt Bestandteile der Patrone wie Treibladung
für den Wiederlader heute kein Problem und Geschoß sind verbraucht, ebenso
mehr dar. Geschosse und Zündhütchen der Zündsatz des Zündhütchens . Letzte-
sind frei im Handel erhältlich , ebenso Hül- res , noch behaftet mit der Asche des
sen , wobei der kostenbewußte Wieder- verbrannten Zündsatzes, wird beim Wie-
lader aber auch auf die einmal abge- derladetakt "Ausstoßen des Zündhüt-
schossenen Hülsen von aus der eigenen chens" aus der Zündglocke entfernt. Nach
Waffe verfeuerten Fabrikpatronen zurück- dem Säubern der Zündglocke von Zünd-
greifen kann. Zum Erwerb des Treibla- satzresten , dem Freimachen des Zündka-
dungspulvers ist eine Genehmigung der nals und dem Entfernen u. U. an der
zuständigen Behörde erforderlich. Nun Hülsenoberfläche anhaftenden Pulver-
zur Beschreibung der einzelnen Kompo- schmauchs ist die Hülse wiederladefäh ig,
nenten des RWS- und GECO-Sortiments. sofern sie die im entsprechenden Ab-
schnitt behandelten Voraussetzungen da-
* Die hier vorgestellten Komponenten und enthaltenen Wie- für erfüllt. Wie die Funktion der Hülse sich
derladedaten beziehen sich zum Großteil auf das Auflage-
jahr 2002. Für die Wiederlader der Firma RUAG bzw. RWS darstellt und welche Notwendigkeiten sich
und GECO gibt es seither ein neues, erweitertes Kompo- daraus für den Wiederlader ergeben , ist
nentensortiment, welches zum größten Teil in diesem Ka-
pitel ergänzt wurde. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im Kapitel "Wiederladen Schritt für
auf der RWS bzw. GECO Homepage im Internet. Schritt" nachzulesen .

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Die Hülse ist starken Belastungen aus- machen; letztlich sogar zu Gasdruck-
gesetzt. Ihr Material muß so beschaffen steigerungen führen. Unabhängig von der
sein, daß es sich bei der Gasdruckent- Form der Hülse, auf die später noch
wicklung an das Patronenlager anlegt und eingegangen werden muß, zeigt diese
einen abdichtenden Effekterzielt ("lidern"). folgenden Aufbau. Der Hülsenbodenbildet
Dabei müssen auch Maßtoleranzen des das geschlossene Ende der Hülse. Er ist
Patronenlagers überbrückt werden massiv, enthält Zündglocke und Zünd-
können, ohne daß es zu einem Reißen kanal (Zündkanäle bei Hülsen für die
der Hülse kommt. Vielmehr muß sie so Berdanzündung), sowie die Bodenprä-
elastisch sein, daß sie sich nicht im gung. Bei der Randausbildung unter-
Patronenlager festschießt und sich scheiden wir Hülsen mit Rand, solchen
hieraus nach dem Schuß nicht oder nur mit eingefräster Rille und einer Ausführung
schwer entfernen läßt. Das Material der mit einem zusätzlichen Gürtel über der
Hülse muß also beim Nachlassen des Auszieherrille. In die Zündglocke wird das
Druckes wieder in seine weitgehend Zündhütchen eingesetzt. Zündhütchen mit
ursprüngliche Form zurückgehen und sich Amboß finden dabei in solchen Hülsen
von der Lagerwand lösen (Rückspring- Verwendung, die eine zylindrische
effekt). Das richtige Lidern der Hülse kann Aussparung mit einem zentralen Zündloch
nur durch die Wahl des geeigneten Mate- aufweisen, während bei einem in die
rials erreicht werden. Wegen der Hülsen eingearbeiteten Amboß mit zwei
Beständigkeit gegenüber Witterungsein-
flüssen und besonders wegen seiner
günstigen Festigkeits- und Dehnungs-
eigenschaften wurde immer wieder dem
Messing der Vorrang vor anderen
Materialien gegeben. Das Hülsenmaterial
für RWS- und GECO-Hülsen besteht aus
MS 72, hat also einen Anteil von etwa 72
% Kupfer und 28 % Zink. Im Laufe der
Jahrzehnte hat sich diese Zusammen-
setzung als am geeignetsten erwiesen.
Messing kann vom Wiederlader leicht
bearbeitet, kalibriert und sogar in gewissen
Grenzen umgeformt werden, wenn z. B.
aus einer geläufigen Standardhülse eine Amboß-Zündhütchen Barden-Zündhütchen

sonst schwer zu beschaffende, "auslauf-


ende" oder auch "Wildcat-"Hülse gefertigt
werden soll. Das Hülsenumformen ist eine
interessante Wiederladertätigkeit und ist
an anderer Stelle dieses Buches sowie Zündkanälen die offenen Berdan-Zünd-
bei den dafür in Frage kommenden Pa- hütchen benützt werden müssen. Da das
tronen ausgiebig beschrieben. Eine ge- Ausstoßen des abgeschossenen Zünd-
naue Einhaltung der durch das Beschuß- hütchens durch das zentrale Zündloch
gesetz bzw. Waffengesetz festgelegten sehr einfach und vor allem innerhalb der
Hülsenmaße ist eine sehr wichtige Be- anderen Ladetakte im Gerät durchgeführt
dingung und Voraussetzung für die Lade- werden kann, erhöht sich der Wert der
und Funktionsfähigkeit der Patrone. Feh- Hülsen mit zentralem Zündloch für den
lerhafte Abmessungen können nicht nur Wiederlader. Berdanhülsen kommen
Versager zur Folge haben, sondern auch praktisch nur noch für alte, heute nicht
ein Schließen der Waffe unmöglich mehr fabrikmäßig gefertigte Patronen in

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Frage oder bei Militärpatronen sowie bei Kraftschluß im Formschluß gehalten,
Knallpatronen und Kartuschen. wobei diese Befestigung entweder als
Der Pulverraum, auch Verbrennungsraum Zangen- oder Ringkneifung ausgeführt
genannt, dessen Volumen sich aus der ist. Der Wiederlader kann zumeist auf
Konstruktion der Patrone und der Hülsen- eine zusätzliche formschlüssige
verlaufsform ergibt, nimmt die Pulver- Sicherung des Geschosses verzichten,
ladung oder Treibladung auf. Im Pulver- zumindest bei den Büchsenpatronen. Wird
raum beginnt bzw. vollzieht sich die eine solche durchgeführt, so fast
Umsetzung des Pulvers in Treibgase. Der ausschließlich als Ringkneifung oder Ring-
daraus entstehende Gasdruck bean- bzw. Rollbördelung bzw. als konische
sprucht diesen Teil der Hülse besonders Bördelung bei manchen Kurzwaffen-
stark, weshalb hier bestimmte Verhält- patronen.
nisse zwischen Wandstärkenverlauf und
Härteverlauf eingehalten werden müssen.
Dem wird bei der Herstellung durch spe-
zielle Wärmebehandlungen Rechnung ge-
tragen. Die durch das Volumen des Pulver-
raums bestimmte Pulvermenge hat
Einfluß auf den Gasdruck, die Gescho ßge-
schwi ndig keit und damit auf die
Geschoßenergie. Die Hülsenschulter ist
verschieden stark ausgeprägt. Je nach
Hülsenverlaufsform und Bodenform dient
sie auch zur Abstützung der Patrone im
Lager der Waffe und zwar bei solchen
Hülsen, die den Verschlußabstand der
Patrone über die Schulter bilden (i. d. R.
alle Hülsen mit Rille). Die Hülsenschulter
entfällt ganz bei zylindrischen Hülsen oder
solchen mit mehr oder weniger konischem
Verlauf, bei denen es sich aber stets um
Hülsen mit Rand oder Gürtel handelt, die Im Geschoßraum der Hülse sitzt das Geschoß
damit in der Waffe anliegen. Die Schulter
entsteht durch den Übergang vom Alle zusätzlich zum normalen Kraftschluß
Pulverraum (Durchmesser P2) zum getroffenen Befestigungen des Geschos-
Geschoßraum oder Hülsenhals ses erhöhen den Auszugswiderstand und
(Durchmesser H1). Die Schulter ist um so dieser wiederum den Gasdruck bei ge-
ausgeprägter, je größer der Unterschied gebener Ladung. Unter Auszugs- oder
zwischen den genannten Durchmessern Ausziehwiderstand versteht man die Kraft,
ist und um so steiler der Schulterwinkel die erforderlich ist, das Geschoß aus der
angesetzt wurde. Hülse zu ziehen. Ein gleichmäßiger Aus-
Der Geschoßraum ist das zylindrische zugswiderstand von Patrone zu Patrone
Stück zwischen Schulter und Hülsenmund fördert diegleichmäßige Leistung in Bezug
und kann auch als Hülsenhals bezeichnet auf Vo und Präzision von Schuß zu Schuß.
werden. In ihm sitzt das Geschoß fest. Nach der Beschreibung des allgemeinen
Der Innendurchmesser des Geschoß- Aufbaues der Messinghülse nun zu den
raums muß auf das Kaliber des Geschos- Grundformen der Hülse. Von dieser Form
ses abgestimmt sein, so daß es im hängt der Verschlußabstand der Hülse
Preßsitz gehalten werden kann. Zuweilen ab (nicht zu verwechseln mit dem Ver-
wird das Geschoß noch zusätzlich zum schlußabstand der Waffe, welcher

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zwischen dem Hülsenboden und dem
Stoßboden gemessen wird und im
Waffengesetz festgelegt ist). Unter Ver-
schlu ßabstand im Sinne der Hülsengrund-
form versteht man den Abstand vom Stoß-
boden der Waffe einerseits bis zum
Anlagepunkt der Hülse im Patronenlager
andererseits. An diesem Anlagepunkt en-
det die Vorwärtsbewegung der Hülse beim
Laden der Patrone in das Lager. Je mehr
also die Hülse bei geschlossenem Ver-
schluß axiales (in Längsrichtung) Spiel hat,
desto größer ist der Verschlu ßabstand, der
zu einem Strecken der Hülse beim Schuß
führt. Die Hülse hat beim Schuß immer das
Bestreben, sich analog der Schu ßentwick-
lung in Längsrichtung zu strecken und fin-
detdabei bei Vorliegen regulärer Umstände
eine Anlage am Stoßboden der Waffe. Ist Hülsen mit unterschiedlicher Bodenverlaufs-
aber der Verschlußabstand zu groß, so form: Von links randlose Hülse, Randhülse,
Gürtelhülse.
"längt" die Hülse übermäßig (was vor wei-
terem Gebrauch eine Kürzung erforderlich
macht); im widrigsten Fall stellt sich ein sich Patronenschulter und Patronenlager
Hülsenreißer ein. Zu großer Verschlußab- bei geschlossener Waffe berühren. Auch
stand wird meist durch zu starkes Zurück- die sog. Halbrand-Patronen (z. B. .220
setzen der Schulter von Hülsen ohne Rand Swift) gehören in diese Kategorie. Das
und Gürtel herbeigeführt oderdurch Bördeln Laden von randlosen Schulterhülsen be-
von sog. Hülsenmundanliegern, aber auch reitet dem Anfänger bisweilen etwas
durch Manipulationen wie Abfeilen der Schwierigkeiten, weil hier der Verschluß-
Hülsenprägung, d. h. des Bodenstempels. abstand durch unbeabsichtigtes Zurück-
Unsachgemäße Hülsenbehandlung kann setzen oder mangelndes Kalibrieren der
auch einen zu kleinen Verschlußabstand Schulter am ehesten nachteilig verändert
zur Folge haben. Die Patrone läßt sich werden kann.
dann nicht oder nicht ganz in das Lager
einführen und der Verschluß schließt nicht. Die Gebrauchsanweisung der Kalibrier-
Solche Fehler gehen oft einher mit man- matrize ist unbedingt zu beachten.
gelnder oderunsachgemäßer Kalibrierung
einerin einem relativ weiten Patronenlager Sehr weit verbreitet im deutschsprachigen
verschossenen Hülse. Wir können ver- Raum sind die Randhülsen, die vor allem
schiedene Grundformen unterscheiden, in Kipplaufwaffen verschossen werden,
welche alle Einfluß auf die Dimension des seltener aus anderen Systemen (.22 Hor-
Verschlußabstands haben: net im Repetierer oder .30-30 im Unter-
Am häufigsten ist die randlose Hülse mit hebelverschlu ß). Bei den Randpatronen
Schulter in Repetierbüchsen, Selbstlade- ist der Verschlußabstand durch den Hül-
büchsen usw. zu finden, seltener und nur senrand geprägt. Unter diese Kategorie
bei Vorliegen besonderer Ausziehme- fallen übrigens auch Pistolenpatronen wie
chanismen auch in Kipplauf- oder Block- 6,35 mm oder 7,65 mm. Andere Kurz-
verschlußwaffen. Bei der geschulterten, waffenhülsen bilden den Verschlußab-
randlosen Hülse wird der Verschlußab- stand über die Hülsenlänge L3, sind also
stand bestimmt durch die Stelle, an der als randlose Zylinderhülsen sogenannte

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Hülsenmundanlieger. Als Beispiel seien letzten beiden Hülsenverlaufsformen ist
hier die Pistolenpatronen 9 mm Luger, aus der Sicht des Innenballistikers noch
.45 ACP und 9 mm kurz genannt. Auch die etwas hinzuzufügen. Zylindrisch
.30 M1 Carbine für die Selbstladebüchse ausgeführte Hülsen, gleich welcher
gleicher Modellbezeichnung reiht sich hier Bodenverlaufsform, haben zwar in der
ein. Bei diesen Patronen darf der Regel einen großen Verbrennungsraum,
Hülsenmund keinesfalls stark gebördelt aber auch die geringste "Verdämmung",
oder die Hülse übermäßig gekürzt werden. so daß sie mit scharfen Treibladungspul-
vern und schweren Geschossen versorgt
Ausgehend von einem auf den 24. März werden müssen. Unabhängig von der Ver-
1891 datierten Patentanspruch der Wiener wendungsart (Kurzwaffe oder Büchse) sind
Patronenfabrik G.Roth "Eine diese Hülsen generell etwas aufwendiger
Patronenhülse, bei welcher vor der bezüglich der Ermittlung der richtigen
Ausziehernuth a eine Wulst b angebracht Ladung und auch bezüglich des
ist... (welche) die Einführungstiefe der Arbeitsaufwandes. Bei den mehr oder
Patrone in den Laderaum genau be- weniger konischen Büchsenpatronen be-
grenzt...", wurde beginnend mit der .400/ steht der Nachteil in den oft sehr gering-
.375 Belted Nitro Express Holland & Hol- volumigen Pulverräumen, aber auch in der
land von 1905 in den zwanziger Jahren in geometrisch bedingten, großen Verschluß-
England die Gürtelhülse weiterentwickelt belastung ihrer Waffen. Selbst bei
und später in den USA für nahezu alle Vorliegen der gleichen Hülsenkapazität ist
Neuvorstellungen verwendet. Die eine konische oder zylindrische Hülse einer
Hersteller wollten das bei nicht genormten solchen mit Schulter immer unterlegen.
Patronen- und Patronenlagermaßen (und Für die "Flaschenform" der geschulterten
unsauberer Büchsenmacherarbeit) auf- Hülse mit und ohne Rand bzw. Gürtel steht
tretende leidige Verschlußabstands-Prob- die Tatsache, daß weder die jagd- noch
lem lösen. Später wurde die Hülsenform die militärwaffen- und munitionstechnische
dazu benutzt, dem Verbraucher durch die Entwicklung der letzten einhundert Jahre
optisch auffallende "Verstärkung" eine eine effektivere Form entwickeln konnte,
besonders hohe Festigkeit zu suggerieren. zumindest bei den Büchsenpatronen.
Die Gürtelhülse ist vom Prinzip eine Verläuft der "Vorgang in der Waffe beim
Randhülse, da sie den Verschlußabstand Schuß" nicht regulär, so sind an der Hülse
über die Vorderseite des Gürtels bildet und bzw. am Zündhütchen indikatorische
nicht an der Schulter. Sie kann auch in Merkmale zu finden, die auf den Mißstand
Kipplaufwaffen verschossen werden, hinweisen können. So deutet z. B. eine
sofern diese wie für randlose Patronen Anblakung (Schwärzung mit
einen besonderen Auszieher erhalten. Pulverschmauch) der Hülsenau ßenflächen
Leistungsbezogen hat die Gürtelhülse auf einen zu niedrigen Arbeitsdruck hin;
keine Vorteile: Bei gegebener Ladung die Hülse lidert nicht ausreichend und
hängt die in einer Hülse unter Beachtung Pulvergase dringen zwischen
eines Drucklimits erzielbare Energie Patronenlager und Hülsenwandung ein.
hauptsächlich vom Pulverraum und von
der Hülsenverlaufsform ab. Hoher Druck äußert sich im Extremfall
durch eine Waffensprengung. Nach
Im wesentlichen unterscheiden wir also unten abgestuft äußert sich der zu hohe
folgende Hülsentypen für Metallpatronen: Druck durch verschiedene Grade der
Nach der Bodenverlaufsform solche mit Hülsenverformung, aufgeweitete Zünd-
Rand, solche ohne Rand und solche mit glocken, ausgeblasene Zündhütchen,
Gürtel; nach der Hülsenverlaufsform solche geschwärzte Ringfugen, "Krater-
mit Schulter sowie zylindrische und mehr bildung" auf dem Zündhütchen, sowie
oder weniger konische Hülsen. Zu den blanke Stellen auf dem Hülsenboden.

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Selbstredend kann niemalsdergenaue Nach der Grundkomponente Hülse, von
Gasdruck - nicht einmal ein spezifi- der im vorangegangenen Abschnitt die
scher Rahmenwert-aus irgendeinem Rede war , kommen wir nun zum zweiten
der aufgezählten Indikatorischen Merk- Element der Patrone :
male an der Hülse abgelesen werden,
wie manchmal behauptet wird. Die
beste Möglichkeit der Vermeidung von Zündhütchen
zu hohen Drücken ist die strikte Befol-
gung der Ladeangaben dieses Buches Gleich von Anfang an sollten wir versu-
ohne Veränderung der genannten Kom- chen , nur diesen Ausdruck zu gebrauchen ,
ponenten und ohne sonstige Experi- höchstens noch die Bezeichnungen "An -
mente; sauberes Arbeiten und die Be- zündhütchen" und "Zündkapsel ", wobei
achtung der Bedienungsanleitung des letztere besonders im süddeutschen und
Geräts, vor allem auch, was die Be- Österreich ischen Raum gängig ist. Nicht
handlung der Hülsen betrifft. Die Hülse richt ig sind dagegen die Ausdrücke
ist die Grundlage der Wiederladung Zünder , den es zwar z. B. bei Minen und
und vieles hängt von ihr ab: Sicherheit, Bomben gibt, nicht aber bei Metallpatronen
Funktion und Präzision. und auch mit Zündung wird ein Terminus
Technicus gewählt, der nicht einfach
anstelle des Zündhütchens gesetzt
werden kann . Zündung bezeichnet einmal
den Vorgang der Entzündung des Zünd-
Lieferprogramm
satzes und durch diesen die Anzündung
GECO- und RWS-Hülsen (aktualisiert)
der Treibladung einer Patrone. Daneben
.38 Super Auto 7 X 57 bedeutet Zündung das Anzündsystem
40S&W 7 X 57 R einer Patrone an sich (z. B. Amboßzün-
9 mm Luger 7 mm Rem. Mag. dung, Berdanzündung) , und schließlich
.38 Special 7 X 64 hat sich im Laufe der Zeit der gleiche
.357 Magnum .280 Rem . Ausdruck als Bezeichnung für das Zünd-
.45 ACP 7 X 65 R system der Schrotpatrone eingebürgert
und besteht bei dieser aus Zündungs-
.22 Harnet .308 Win. Match mantel , Amboß und Anzündhütchen mit
.222 Rem. .30-06 Napf und Zündsatz . Der Aufbau des Zünd-
. 223 Rem . .300 Win. Mag .
hütchens der Metallpatronen ist dagegen
5,6 x 50 Mag. .30 R Blaser
nicht so kompliziert : Das Berdanzünd-
5,6 x 50 R Mag.
5,6 X 57 .338 Lapua Mag. hütchen (auch als "offenes Zündhütchen"
8 X 57 IS bekannt) besteht aus dem Näpfchen und
5,6 X 52 R 8 x 57 IRS dem singepreßten Zündsatz , während das
8 X 60S Amboßzündhütchen noch einen dritten
.243 Win. 8 X 68 S Baustein , eben den Amboß aufweist.
8,15x46R Soviel zur Begriffsbestimmung.
6,5 X 55 Bei den ersten Handfeuerwaffen wurde
6,5 X 57 9,3 X 62 die Treibladung noch mit Hilfe glühender
6,5 X 57 R 9,3 X 64 Kohle gezündet. Von dieser Art "Hand-
6,5 x 65 RWS 9,3x74R zündung·· war es ein weiter Weg über die
6,5 x 65 R RWS
Luntenschloßzündung und Funken-
6,5 X 68 .375 H & H Mag.
zündung bis im 19. Jahrhundert die Che-
9,3 X 72 R
.270 Win. 10,3 X 60 R mische Zündung die Basis für unser heu-
.50 BMG tiges Zündsystem bildete. Die Chemische

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Zündung beruht auf der Tatsache, daß gelangt durch die gebohrten Zündlöcher
Chlorate im Gemisch mit brennbaren (in der Regel zwei) in den Pulverraum.
Stoffen durch Schlag oder Reibung zur Berdanzündhütchen wurden bis vor
Entzündung gebrachtwerden können. Der wenigen Jahren in nahezu allen Büchsen-
Engländer Egg brachte diesen Zündsatz patronen europäischer Herkunft verwen-
1817/18 in einer Metallkapsel unter und det. Heute sind nur noch einige Militärpa-
schuf so das erste Zündhütchen. Dadurch tronen, Pistolenpatronen sowie Knallpa-
war die Voraussetzung geschaffen, in tronen und Kartuschen damit ausgestattet.
einer Metallhülse Zündung, Treibladung Der Wiederlader wird aber trotzdem nicht
und Geschoß unterzubringen. Der Fran- so schnell auf die offenen Berdanzünd-
zose Flobert hat 1845 die erste Patrone in hütchen verzichten können, sofern er auch
dieser Form verwirklicht. Ursprünglich be- Hülsen alter, "ausgelaufener" Kaliber zu
stand der Zündsatz aus Kaliumchlorat, versorgen hat und diese nicht aus moder-
Schwefel und Kohlepulver. Später ver- nen Hülsen mit Boxer-(Amboß-) zündung
wendete man Knallquecksilber, Bleirho- umformen kann oder will. Ein typisches
danid und Bleiferrozyanid. Diese Zünd- Beispiel dafür ist die "Bleistiftpatrone"
stoffe wiesen jedoch erhebliche Mängel 6,5x 70R, die in den Ermittlungsbeschüs-
auf, sie entwickelten giftige Dämpfe und sen für die Schaffung der abgedruckten
verursachten Laufrostungen und erheb- Ladedaten mit einem Berdanhütchen
liche Laufabnutzungen. Alle diese Nach- geladen war.
teile hob der SINOXID - Zündsatz auf, der
durch die damalige Rheinisch-Westfä-
lische-Sprengstoff AG 1926 entwickelt Die Herstellung der Berdanzündhütchen,
wurde. Er war eine Erfindung von größter die von Dynamit Nobel in einer sehr breiten
Tragweite und umwälzender Bedeutung Palette angeboten werden, geschieht auf
in der Geschichte der Patronenzündung. folgende Weise: Aus einem Messingband
Beim SINOXID-Zündsatz traten an die werden zunächst die Kapseln oder
Stelle des Knallquecksilbers die orga- Näpfchen gestanzt und gezogen. Die
nischen Zündstoffe Tricinat und Tetrazen. Fertigungstoleranzen für Durchmesser
Die Sauerstoffträger - Bariumnitrat und und Höhe müssen so gering gehalten
Bleidioxid - ergeben mit den weiteren werden, daß einerseits ein fester Sitz in
Komponenten Schwefelantimon und Kal- der Zündglocke gewährleistet ist und
ziumsilizid ein thermisches Gemisch von außerdem die richtige Einsetztiefe erreicht
höchstem Anbrennvermögen. wird. Es versteht sich von selbst, daß die
Der SINOXID-Zündsatz wurde der RWS Näpfchen auf die Maße der Zündglocke
patentiert. Er warder erste bewährte Zünd- "zugeschneidert" und abgestimmt wer-
satz dieser Art. 1982 wurde von Dynamit den müssen (was natürlich auch im umge-
Nobel der blei- und bariumfreie SINTOX- kehrten Fall zutreffen muß). In das Näpf-
Zündsatz für besondere Anwendungsbe- chen wird der nasse Zündsatz einge-
reiche entwickelt. strichen und nach dem Trocknen mit einer
Nun einige Sätze zu den Arten der Herstel- Abdeckfolie belegt, welche dann zusam-
lung, zunächst beim Berdanzündhütchen, men mit dem Zündsatz verdichtet wird.
welches man früher auch als Mauser- Als Feuchtigkeitsabschluß dient eine
hütchen bezeichnete. Dieses Zündhüt- Lackierung. Die Fertigung des Amboß-
chen setzt Hülsen voraus, in deren Boden oder Boxerzündhütchens ist im Grunde
ein Amboß eingepreßt ist, der das Gegen- ähnlich, nur wird zusätzlich der Amboß,
lager für die Spitze des Schlagbolzens welcher aus einem Metallband gestanzt
bildet. Der durch Punktkompression zwi- wird, eingesetzt und mit dem Hütchen
schen dem Amboß und der Spitze des oder Näpfchen verbunden. Hülsen für die
Schlagbolzens erreichte Zündstrahl Amboßzündhütchen weisen ein zentrales

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Zündloch auf; ansonsten ist die Wirkungs- Zündflammengröße und die erforderliche
weise genauso wie beim Berdanzündhüt- Flammwärme vorhanden sein. Eine
chen. Hülsen für Amboßzündhütchen sind gleichmäßig kurze Zündzeit bewirkt
aus den bekannten Gründen sehr viel zusammen mit dem guten Anbrennver-
wiederladerfreundlicher und werden für mögen eine gleichmässige und kurze
die RWS- und GECO-Patronen Schußentwicklungsdauer. Darunter ver-
verwendet. steht man jene Zeitspanne, welche vom
Wenn auch die Herstellung von Zündhüt- Augenblick des Auftreffens der Schlag-
chen und Zündungen recht einfach er- bolzenspitze auf den Zündhütchenboden
scheint, so sind doch die Ansprüche be- bis zu dem Moment, in dem der Geschoß-
züglich Maßgenauigkeit und Dosierung boden die Laufmündung verläßt, vergeht.
des Zündsatzes recht hoch. Dabei darf Ein wichtiges Kriterium beim Umgang und
nicht vergessen werden, daß es sich um Gebrauch ist die Lager- und Transport-
Kleinst-Präzisionsartikel handelt. Dazu sicherheit der Zündhütchen. Sie müssen
kommt noch, daß durch Variieren der einerseits für den jeweils vorgesehenen
Bodenstärke des Näpfchens und der Verwendungszweck eine entsprechende
Satzladung (des Satzgewichtes) - gege- Empfindlichkeit aufweisen, sollen
benenfalls auch der Zusammenstellung andererseits aber lagersicher und trans-
des Zündsatzes - verschiedene Ansprü- portsicher sein. Die Bestandteile des
che erfüllt werden müssen. Es ist daher SINOXID-Zündsatzes sind nicht hygros-
notwendig, die Fertigung genau nach kopisch, sie sind innerhalb eines Tempe-
Vorschrift und mit vielen eingeschalteten raturbereiches von minus 60 bis plus 60
Zwischenprüfungen ablaufen zu lassen. Grad Celsius gegen Selbstzerstörung be-
Besonderer Prüfung unterliegen dabei ständig und reagieren auch nicht chemisch
folgende Punkte: mit den Bestandteilen der Luft, wie Was-
Zündempfindlichkeit - Darunter versteht serdampf und Kohlensäure, ebensowenig
man die Größe der mechanischen Ener- mit dem Kapselmaterial, wie Kupfer, Mess-
gie, die zur Zündung aufgewendet werden ing, Aluminium, Zinn und Eisen. SINOXID-
muß. Diese ist je nach Verwendungs- Zündsätze zeichnen sich durch
zweck unterschiedlich. In einem Prüfgerät hervorragende Klimafestigkeit aus und
fallen Gewichte aus verschiedenen Höhen sind praktisch unbegrenzt lagerbeständig,
auf einen Schlagbolzen. Dadurch stellt wenn sie vorschriftsmäßig gelagert wer-
man die in bestimmten Höhen vorge- den. Um zu verhindern, daß bei Bränden
schriebenen Unempfindlichkeitsgrenzen eine Massenentzündung (Explosion) ein-
bzw. die Empfindlichkeitsgrenze fest. Aus tritt, müssen Zündhütchen und Zündungen
diesen Werten wird der charakteristische in besonderen Sicherheitspackungen ge-
Empfindlichkeitsverlauf der Zündhütchen lagert und transportiert werden.
ermittelt. Abschließend zur wichtigen Komponente
Zündzeit- Als Zündzeit wird die Zeit vom Zündhütchen und bevor das Angebot an
Schlagbolzenaufschlag bis zum Auftreten Berdan- und Boxerzündhütchen mit
der Zündflamme in 40 mm Entfernung SINOXID-Zündsätzen beschrieben wird,
vom Zündhütchenboden gemessen. Die noch ein Wort zur entwicklungsgeschicht-
Überprüfung erfolgt bei Normaltempe- lichen Bedeutung des Zündhütchens: Wer
ratur, bei minus 60 und bei plus 60 Grad sagt, daß die Entwicklung des Hinterladers
Celsius. Die Zündzeit der SINOXID-Zünd- erst durch die Schaffung der gasdichten,
sätze liegt bei etwa 0,1 bis 0,25 Millise- also lidernden Patronenhülsen möglich
kunden. war, hat natürlich recht. Er übersieht
Anbrennvermögen- Um ein vollständiges jedoch, daß wiederum die Entwicklung
Anbrennen der Pulverladung zu gewähr- der gasdichten Hülse ohne das Zünd-
leisten, muß eine Gleichmäßigkeit der hütchen, d. h. die chemische Zündung,
überhaupt nicht möglich gewesen wäre.

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RWS-Amboß-Zündhütchen SINOXID (fürBoxerhülsen)
Zündhüt- 0 Bezeichnung Ver- Inhalt
chen-Nr. mm packung

4031 4,45 für kle inkalibrige Pistolen- Schiebe- 250


und Revolve rpatronen schachte!

4047 4,45 für kleinkalibrige Pistolen- Schiebe- 250


und Revol verpatronen , Magnum schachte!

5337 5,33 für großkalibrige Pistolen- Schiebe- 250


und Revolverpatronen schachte!

4033 4,45 für kleinkalibrige Büchsenpatronen Schiebe- 250


schachte!

5341 5,33 für großkalibrige Büchsenpatronen Schiebe- 250


schachte!

5333 5,33 für großkalibrige Büchsenpatronen , Schiebe- 250


Magnum schachte!

RWS-Berdan-Zündhütchen SINOXID
Zündhüt- 0 Bezeichnung Ver- Inhalt
chen -Nr. mm packung

4506 4,50 für kleinkalibrige Pistolen - Falt- 250


und Revolverpatronen schachte!

4521 4,50 für kleinkalibrige Pistolen- Falt- 250


und Revolverpatronen schachte!

5005 5,00 für großkalibrige Pi stolen- Falt- 250


und Revolverpatronen schachte!

4520 4,50 für kleinkalibrige Büchsenpatronen Falt- 250


(nicht mehr erhältlich) schachte!

5620 5,50 für großkalibrige Büchsenpatronen Falt- 250


schachte!

RWS-Zündung SINOXID (für Schrotpatronen )

Zündung 0 Bezeichnung Ver- Inhalt


Nr. mm packung

7213 6,17 Medium Zündung 209 S Schiebe- 100


schachte!
7002 5,68 Zündung VI Schiebe- 100
schachte!
52
Treibladungspulver

Das Treibladungspulver, auch Treibla- der zur Verbrennung notwendige Sauer-


dungsmittel oder nur kurz Pulver genannt, stoff gleich mitgegeben wurde. Erforderli-
ist wesentlicher Bestandteil der Patrone. ch ist, daß bei der Pulververbrennung in
Das Wort "Pulver" ist an sich etwas relativ kurzer Zeit sehr große Gasmen-
irreführend, denn "pulvrige" Bestandteile gen freigesetzt werden. Diese hochge-
weisen unsere heutigen Treibladungs- spannten Treibgase sind dann der
mittel nicht mehr auf. Erklärbar ist der "Antrieb" für das Geschoß. Da die
Ausdruck aber trotzdem, da das frühere Abbrandgeschwindigkeit des Pulvers
Schwarzpulver eine Konsistenz etwa wie durch die Zusammensetzung der Grund-
Mehl hatte. Die Überlieferung des Begriffs stoffe, die Formgebung des Pulverkorns
ist deshalb als Parallele zur Beibehaltung und die Oberflächenbehandlung in weiten
des Ausdrucks "Kugel" zu sehen, der, Grenzen reguliert werden kann, besteht
anstelle von "Geschoß" verwendet, kaum die Möglichkeit, für jeden Zweck ein geeig-
mehr auszurotten sein dürfte. netes Pulver herzustellen. Die Vielfältigkeit
Das Pulver ist die Energiequelle der Pa- der Patronensorten erfordert eine ent-
trone. Es ist sehr energiehaltig und weist sprechende Anzahl von Pulvertypen, die
im Gegensatz zu anderen Energieträgern sorgfältig für die einzelnen Laborierun-
die Eigenschaft auf, auch unter völligem gen ausgesucht werden müssen, um ein
Luftabschluß, also ohne Sauerstoffzufu- Optimum an Leistung zu erzielen. Aus
hr von außen, verbrennen zu können. gutem Grund sind dabei aber der Anzahl
Dies rührt daher, daß dem Pulver bei der der Pulversorten Grenzen gesetzt, so
Herstellung durch chemische Vorgänge

EIBLAOUNGSPULVE
(rauchlos)
MOKELESS POWDE

Rottweil-Pulver gibt es in handlichen Blechkanistern.

53
daß kein Pulverhersteller für jede Labo- halt bedingte Anziehung von Feuchtigkeit,
rierung des Marktes ein Spezialpulver was der Lagerfähigkeit von Pulver und
fertigen wird. Vielmehr ist man versucht, Patronen Grenzen setzt.
durch die Schaffung von möglichst viel- Die obigen Ausführungen über das
seitig einsetzbaren Sorten ein möglichst Schwarzpulver, welches im Rahmen die-
optimales Ergebnis zu erzielen. ses Buches keine weitere Berücksichti-
Die Pulverarten, die für zivile Munition Ver- gung erfährt, sind lediglich als Abrundung
wendung finden, sind Schwarzpulver, Ni- und Ergänzung des Abschnittes "Pulver"
trozellulosepulver und mehrbasige Pul- zu lesen.
ver. Ersteres ist ein feinkörniges Gemisch Wesentlich wichtiger für den Wiederlader
von Kalisalpeter, Schwefel und Holzkoh- sind dagegen die sogenannten rauchlos-
le. Um die Dosierfähigkeit und auch den en oder besser rauchschwachen Pulver.
Abbrand in geringen Grenzen zu regu- Das Nitrozellulosepulver, kurz NC-Pul-
lieren, wird das Gemisch erst zu "Kuchen" ver, geht auf eine Erfindung von Prof.
verpreßt und anschließend zu verschie- Schönbein zurück (1864). Schönbein hatte
denen Körnungen gebrochen und ver- das Verfahren zum Nitrieren von Zellu-
mahlen. Die Körnchen werden dann po- lose ausgearbeitet. Der Rottweiler
liert. ÜberJahrhunderte war das Schwarz- Chemiker Max von Duttenhofer erkannte
pulver das einzige Treibladungsmittel. als erster die Vorzüge der Nitrozellulose
Seine Vorteile liegen in der guten Kieself- als Treibmittel.
ähigkeit und der damit gegebenen Mögli- Hauptbestandteile der rauchschwachen
chkeit, es sehr leicht und genau zu dosier- Treibladungsmittel sind organische Stof-
en. Letzteres war übrigens der Hauptgr- fe, die durch die Nitrierung (Behandlung
und, daß sich das Schwarzpulver noch mit Salpetersäure) mit Energie angere-
geraume Zeit neben dem rauch- ichert werden. Rauchschwache Pulver
schwachen Pulver behaupten konnte, sind also keine Gemische wie Schwarz-
zumindest auf dem zivilen Sektor und bei pulver, sondern chemische Verbindun-
den wiederladenden Jägern der Jahr- gen. Der Vorteil der Vielseitigkeit durch
hundertwende. Das damalige rauch- Veränderungen dieser chemischen
schwache Pulver war als Blättchenpulver Verbindungen kann im Vergleich zum rel-
ausgelegt, welches mit den einfachen ativ unflexiblen Schwarzpulver nicht hoch
Dosiergeräten jener Tage nicht aus- genug eingeschätzt werden.
reichend genau und vor allem sicher Die Herstellung der NC-Pulver läuft, vere-
dosiert werden konnte. infacht dargestellt, so ab: Die Zellulose
Ein wesentlicher Vorteil des Schwarz- wird mit Salpetersäure und Schwefelsäure
pulvers liegt im problemlosen Anbren- nitriert. Diese Nitrocellulose teigt man dann
nen, weswegen es heute noch in Platzpa- mittels Lösemitteln wie Aceton, Äther oder
tronen, Knallpatronen, Übertragungslad- Alkohol an, um die Masse formbar zu
ungen und Zündladungen sowie den ver- gestalten. In Matrizen wird anschließend
schiedenartigsten pyrotechnischen Ar- die angeteigte NC-Rohmasse zu Strän-
tikeln Verwendung findet. Der Wiederlad- gen gepreßt, wobei man dem Rohstoff
er von Patronenmunition wird sich nur das notwendige Profil gibt. Aus den Strän-
damit befassen, wenn er spezielle Ladun- gen werden die gewünschten Formen
gen benötigt, z. B. für nicht Nitro-bescho- und Längen geschnitten, sortiert, von
ssene Waffen. Der Nachteil des Schwarz- Resten des Lösungsmittels befreit,
pulvers ist in erster Linie die geringe Leis- weiterbehandelt, grafitiert, abermals sor-
tung (es hat nur etwa zwei Drittel des tiert und verpackt.
Energiegehalts von rauchlosem Pulver), Reine Nitrocellulose brennt zu schlagar-
die starke Rauchbildung und die Hygrosk- tig ab. Bevor sich das Geschoß in Bewe-
opizität, d. h. die durch den Salpeterge- gung setzen könnte, würden die sich

54
entwickelnden Gase mit voller Kraft auch nennenswerten Widerstand. Deswegen darf
auf die Waffenwandung wirken und so das genutzte Pulver offensiv sein.
eine Sprengwirkung haben. Deswegen Die Einteilung in scharfe und faule Pulver
werden die geformten NC-Pulver bei der ist selbstredend fließend. So gibt es nicht
Herstellung so stark verdichtet, daß sie nur die generelle Unterteilung scharf
bedeutend langsamer abbrennen. Auch Schrotpatronen, faul = Büchsenpatronen,
spezielle chemische Behandlungen set- sondern innerhalbdieser Anwendungsbe-
zen die Abbrandgeschwindigkeit herab. reiche kann die gleiche Unterscheidung
Man gibt dem NC-Pulverkörper kubische getroffen werden. Ein faules Schrotpatro-
(Blättchen-), zylindrische (Nudel-) oder nenpulver kann deshalb gleichzeitig als
röhrenförmige Gestalt (Röhrchenpulver). scharfes Pistolenpulver bezeichnet wer-
Die Wandstärke kann variiert werden. Aus den und ein scharfes Büchsenpulver ist
besonderen Gründen neben diesen For- als faules Kurzpatronenpulver brauchbar,
men gefertigte Pulverkörper mit beispiels- zumindest in manchen Fällen. Darüber
weise T-Profil sind seltener. Durch die wird noch mehr in der nachfolgenden
Ausformung der Pulverkörper hat man Pulverbeschreibung des Rottweil-Sor-
ein Hilfsmittel, den für jede Munitionsart timents zu lesen sein.
günstigsten Verlauf des Abbrandes zu Obwohl das Grundprinzip der Herstellung
erreichen. Der Verbrennungsprozeß kann von NC-Pulver relativ einfach ist, erfordert
weiter gesteuert werden, wenn die Ober- die Fertigung viel technischen Aufwand
fläche mit phlegmatisierend wirkenden und Erfahrung, will man bei gegebener
Chemikalien behandelt wird. Der unbe- Geschoßvorlage und Zündung sowie fest-
handelte Pulverkern brennt dann schnell stehendem Pulverraum ein Maximum an
ab und sorgt für kräftigen "Nachschub". Sicherheit und Leistung erreichen.
Ein stark behandeltes Pulver brennt lang- Eine wesentliche Forderung an den Fer-
sam an, das Abbrennen erfolgt dann mit tiger von Treibladungspulvern ist die gle-
sich steigender Geschwindigkeit, da es ichbleibende Zusammensetzung und
wärmeabhängig und druckabhängig ver- Konsistenz und damit Leistung und Wir-
brennt. Man nennt ein stark behandeltes kung einer Pulversorte über einen langen
Pulver deswegen progressiv oder seines Zeitraum hinweg. Möglichst überhaupt
Gefüges wegen auch ein nicht poröses, keine Abweichung von Fertigungslos zu
dichtes Pulver. Der oft gehörte Ausdruck Fertigungslos ist das Ziel der weitschich-
"faules Pulver" kann als gut zutreffend tig angelegten Fertigungs- und Prüfkon-
ebenfalls verwendet werden. Andere, we- trollen, wodurch eine möglichst geringe
niger behandelte Arten, deren Oberfläche Abweichung möglich gemacht werden
durch porenförmige Auflockerung künst- soll. Wie bei allen technischen Produk-
lich vergrößert wurde, heißen offensive ten muß auch bei der Pulverherstel-
oder poröse, nicht dichte Pulver, auch lung mit z. T. erheblichen Toleranzen
"scharfe" Pulver. Die in der Mitte zwis- gelebt werden. Eine Gewähr für die
chen den beiden Extremen liegenden, hundertprozentige Gleichmäßigkeit
meist schwach porösen Pulver verwen- von Herstellungslos zu Herstellungs-
det man bei Munition mit Bleigeschossen los kann deshalb kein Pulverfertiger
und für Patronen, die für kurzläufige dieser Welt geben. Für den Munitions-
Waffen bestimmt sind, also Pistolen- und fabrikanten und den Wiederlader glei-
Revolerpatronen. chermaßen gilt deswegen der Grund-
Poröse Pulver werden vor allem für Schrot- satz, sich vor jeder Patronenmontage
patronen gebraucht. Bei ihnen muß zwar eine mit einem neuen Pulverlos von der
verhältnismäßig gro ße und schwere Schrotvor- Leistung und dem Druckverhalten des-
lage bewegt werden, aber weder die zylin- selben im Vergleich zur bisherigen Lief-
drische Hülsenform noch derglatte Lauf bieten erung zu überzeugen. Da dem Wied-
erlader weder

55
die technischen noch allgemeinen Ein- zur Herstellung verwendet wird, sondern
richtungen einer kommerziellen Pa- zwei oder mehrere. Zur Nitrozellulose
tronenfertigung zur Verfügung stehen, kommen also noch andere Stoffe wie
bleibt ihm als Überprüfung nur die Nitroglyzerin, Nitroguadin oder Diglykol.
Möglichkeit, mit dem neuen Pulverlos Mehrbasige Treibladungspulver haben
eine Anfangsladung oder zumindest wegen der Verwendung von energierei-
eine, unter der ursprünglichen Ladung cheren Grundbestandteilen einen höheren
liegende Probeladung zu fertigen und Energiegehalt, weisen aber Nachteile auf,
sich an die vorher bewährte Ladedichte z. B. eine höhere Erosionswirkung auf
heran zu tasten. Dies kann entfallen, Grund der höheren Verbrennungswärme.
wenn von vornherein auf die Ausschöp- Gewissenhafte Waffenhersteller begeg-
fung der Ladekapazität, sprich Verwen- nen dieser Gefahr durch die Wahl eines
dung der Maximalangabe, verzichtet besonders widerstandsfähigen Lauf-
wurde, die Ladung also im "milden" stahls.
Bereich liegt. Eine Präzisionsüber-
prüfung erscheint aber immer ratsam.
Die bekanntesten zweibasigen Pulver sind
Natürlich hilft eine größere Bevorratung die Nitroglyzerin-Pulver. Der Nitroglyze-
mit einer Pulversorte gleicher Fertigung, ringehalt hängt vom Verwendungszweck
den Zeitpunkt bis zur fälligen Überprüfung ab. Diglykolpulver wurden während des
eines neuen Pulverloses möglichst weit zweiten Weltkrieges entwickelt und nur in
hinauszuschieben. Da die Lagermöglich- Deutschland verwendet. Zu ihrer Herstel-
keiten des Wiederladers durch die Auswir- lung wird Nitrozellulose in Diglykoldinitrat
kungen des Sprengstoffgesetzes be- gelatiniert. Das einzige heute gebräuch-
schränkt sind, hilft eine großzügige Lager- liche dreibasige Treibladungspulver ist
haltung durch den Händler und den Impor- das fast ausschließlich in Militärpatronen
teur sehr viel weiter. Die Lagerhaltung der verwendete Nitroguadinpulver. Es enthält
Rottweil-Pulver ist so bemessen, daß je- neben Nitrozellulose und Diglykoldinitrat
weils ausreichend große Fertigungslose noch Nitroguadin.
zur Verfügung stehen und über einen Eine auf die Form bezogene Abweichung
längeren Zeitraum Pulver einer Fertigung von den üblichen NC- und Ngl-Pulvern
zum Endverbraucher gelangen. stellt das Kugelpulver dar, welches im
amerikanischen Sprachgebrauch als Ball-
Doch zurück zum NC-Pulver. Seine Vor- Powder bezeichnet wird. Damit ist nicht
teile gegenüber dem Schwarzpulver sind etwa ein Pulver speziell für "Kugelpa-
beachtlich. Neben dem wesentlich hö- tronen" gemeint, sondern der Name rührt
heren Energiegehalt und der größeren von der Kugelform der Pulverkörper her.
Handhabungssicherheit sind noch zu nen- Diese wird durch das in den USA ent-
nen die minimale Rauchentwicklung, feh- wickelte Fertigungsverfahren erzielt: Man
lende Rückstände im Lauf und in der läßt gelöste Nitrozellulose in einen mit
Waffe und die relative Feuchtigkeitsun- Wasser gefüllten Rührbehälter fließen.
empfindlichkeit. Wegender rascheren Pul- Die Größe der NC-Kugeln wird durch die
verumsetzung ist erst die wichtige, den Tourenzahl des Rührwerks bestimmt.
mit NC-Pulver geladenen Metallpatronen Durch Erwärmen entfernt man das Lö-
eigene Präzision möglich geworden. sungsmittel; die NC-Kugeln erhärten
dabei. Die innenballistischen Nachteile
Die mehrbasigen Pulver sind eine Weiter- der Kugelform können durch sorgfältig
entwicklung der einbasigen NC-Pulverfür dosierte Zugabe von Nitroglyzerin und
bestimmte Aufgaben und Zwecke. Mehr- anschließende Oberflächenbehandlung
basig heißt, daß nicht nur ein Basisstoff ausgeglichen werden. Kugelpulver haben

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ein relativ hohes Schüttgewicht und lassen Anwendungsbereich ist die Ermittlung und
sich auch in einfachen Dosiergeräten ver- Fertigung von Scheibenladungen für die
hältnismäßig genau abmessen. .38 Special mit dem Wadcuttergeschoß.
Alle Treibladungspulver sind explosions- Bei etwas Fingerspitzengefühl lassen sich
gefährliche Stoffe im Sinne des Spreng- mit P 805 in den größeren Hülsen für
stoffgesetzes und unterliegen ohne Aus- Revolver gut schießende Übungsla-
nahmen den Auflagen desselben. Ohne dungen finden. Nicht so geeignet, aber
genaue Kenntnis der Pulvereigenschaften bei Verwendung von Bleigeschossen und
ist es gefährlich, damit zu hantieren. Die leichten Mantelgeschossen immerhin
notwendige Fachkenntnis erhält der Wie- möglich, ist das Pulver für die Kaliber
derlader durch den Vorbereitungslehr- 7,65 mm Para und 9 mm Luger. Die
gang, der der zu absolvierenden Prüfung Ausführungen bei den einzelnen Pa-
zur Erlangung der Sprengstofferlaubnis tronenbeschreibungen tragen dem Rech-
vorausgeht. nung. Wo das Pulver nicht in der Lade-
tabelle ausgedruckt ist, sich bei den
Ermittlungsbeschüssen jedoch als geeig-
Im Folgenden werden nun die für Metall- net erwies, ist die empfohlene Ladung im
patronen geeigneten und vorgesehenen Textteil der Patronenbeschreibung ange-
Pulversorten beschrieben. Neben den an geben. Dies gilt auch für die anderen
sich für Schrotpatronen gedachten Pulver. Rottweil P 805 wird in Kanistern
Pulvern Rottweil J 710 und J 706, welche zu 250 g geliefert. Es ist wegen seiner
bei Vorliegen bestimmter Umstände auch offensiven Eigenschaften ein sehr spar-
für Kurzpatronen verladen werden können sames Pulver: Eine Dose reicht für fast
(siehe z. B. bei .45 AUTO im Abschnitt 1300 Ladungen .38 Special Wadcutter
Ladevorschläge), sind vor allem die oder für 2800 Patronen 6,35 mm.
Rottweil P-Sorten (für Pistolen und Revol-
verpatronen), die Sorte Rottweil R 910
(für Revolverpatronen, kleine Büchsenpa-
tronen und reduzierte Ladungen in Büch- Rottweil P 801
senpatronen) sowie die R-Sorten Rottweil
R 901 bis R 905 und R 907 (für Büchsen- Dieses Pulver wurde als Spezialpulver für
patronen) zum Versorgen der Metallhül- die immer mehr im Kommen befindliche
sen vorgesehen. Sportpatrone .32 S&W lang auf den Markt
Damit stehen 12 (bzw. 14) verschiedene gebracht und bringt dort aus den meisten
Pulversorten zur Verfügung und es ist Waffen beste Präzision. Es ist geringfügig
unmöglich, aus diesen keine passende langsamer abbrennend als P 805, was es
Sorte für eine spezifische Laborierung ungefähr in den gleichen Verwendung-
herauszufinden: sbereich einreiht: 6,35 mm und 7,65 mm,
9 mm kurz, dazu die Luger-Patronen und
vor allem die .45 Auto sind für P 801
Rottweil P 805 empfänglich. Hierzu kommen Patronen
wie die 9 x 18 mm Ultra und die alte
Das ist das offensivste Pulver der P-Reihe .38 S&W. In der .38 Special besticht P 801
und kommt in der Patrone .38 Special und mit einer ausgezeichneten Leistung hinter
in vielen anderen Pistolen und Revolver- dem 9,6 g Wadcutter. Mit einer Ladung
patronen zur Anwendung, z. B. 6,35 mm, von 0,205 Gramm werden 260 m/s er-
7,65 mm, .32 S & W, .32 S & W lang, reicht, ohne den für die .38 WC festge-
.38 S & W, .45 AUTO usw.. Es zeichnet legten Gasdruck zu überschreiten. Im
sich dadurch aus, daß es bereits bei sehr vorgeschlagenen Ladebereich 0,170 bis
kleinen Ladungen Leistung liefert. Idealer

57
0,205 g können aus den dafür einge- Rottweil P 803 (nicht mehr erhältlich)
richteten Sportpistolen hervorragend
schießende Ladungen ermittelt werden . Geringfügig langsamer abbrennend als
Auch das Rottweil P 801 ist ein sehr Rottweil P 804 trifft das als "7,65-mm-
sparsames Pulver. Mit drei je 300 g fas- Parabellum-Pulver" bekannte und be-
senden Pulverdosen können 10.000 währte P 803 den gleichen Anwendungs-
Patronen .32 S & W lang Wadcutter wie- bereich. in gewissem Sinn finden sich
dergeladen werden . deswegen Parallelen zu den Pulvern
P 805/P 801 . Hier wie dort dürfen aber
diese Ähnlichkeiten nicht dazu verführen ,
Rottweil P 804 das etwas langsamere Pulver unbesehen
mit der Ladeangabe für das schnellere
Das Pulver wird nicht nur in der 9 mm Pulver zu verwenden : in besonders gela-
Luger, wo es an sich "zu Hause" ist, gerten Fällen kann sich die normal vorhan-
hervorragend verwertet , sondern in mehr dene Relation "schneller/langsamer" um-
anderen Kurzpatronen , als es der An - kehren und höhere Drücke hervorrufen
schein vermuten läßt. So ist es in der (siehe .38 Special 7 ,5 g FS) . Die
7,65 mm Para, der 7,63 mm Mauser, der Einhaltung der erarbeiteten Ladeangaben
9 mm kurz und der 9 x 18 Ultra zu finden , ist deswegen dringend anzuraten. ln der
bringt aus letzterer hinter einem 8,1 g 9 mm Luger ist das P 803 dem P 804
Bleigeschoß sogar annähernd die Lei- geringfügig überlegen , was die erzielbaren
stung einer 9 mm Luger. Daneben verträgt Mündungsgeschwindigkeiten betrifft.
es sich mit der .45 ACP und kommt selbst Hauptpatronen für das P 803 sind somit
in den größeren Revolverpatronen zur die 7,65 mm Parabellum, die 7,63-mm-
Geltung, wo es gut für leicht reduzierte Mauser und die 9 mm Lug er. Der Kanister
Ladungen verladen werden kann . Fürviele faßt 300 g; sein Inhalt reicht für etwa 900
Wiederlader unbekannt dürfte jedoch die Patronen Kaliber 7,65 mm Para (.30
Tatsache sein , daß auch die .32 S&W Luger).
lang und die .38 Special ausgesprochen
freudig auf P 804 reagieren: Letztere
Patrone bringt mit P 804 hinter den 10,2 g Rottweil P 806
Geschossen jeweils die Höchstleistung
und in der .32 S&W lang kann das als Das ist ein faules Kurzpatronenpulver und
"Pistolenpulver'' bekannte P 804 ebenfalls in gewissem Rahmen als scharfes Büch-
mitder Bestleistung aufwarten , zumindest senpulver brauchbar. Rottweil P 806 ver-
hinter den Blei-Rundkopfgeschossen . brennt langsamer als alle anderen Rottweil
Wegen der spezifischen Eigenschaften "P"-Pulver und muß zur Erzielung guter
des Pulvers ist jedoch ein ausreichend Leistung bereits in relativ hohen Ladedich-
fester Hülsenverschluß in Form einer Knei- ten verwendet werden . Im Gegensatz zu
fung erforderlich: in der volumengroßen den anderen P-Pulvern , welche als Nudel-
Revolverpatronenhülse muß dadurch pulver ausgelegt sind, weist das P 806
eine ausreichend starke Verdämmung wie die noch sehr viellangsamer abbren-
sichergestellt sein , um einen vollständigen nenden Rollweilpulver der "R"- Reihe eine
Pulverabbrand zu gewährleisten . lm Falle sogenannte "1-Loch "-Form auf. Haupt-
der .32 S&W lang ist sogar die Verwen- sächliches Anwendungsgebiet für P 806
dung des Zündhütchens 404 7 erforderlich . sind die volumengroßen Revolverpa-
Das P 804 wird in Kanistern zu 300 g tronen von .38 Special über .357 Mag-
angeboten. Mitdem Inhalt eines Kanisters num , .41 Magnum, .44 Special bis zur .44
lassen sich nahezu 1000 Patronen 9 mm Magnum . Bei Büchsenpatronen ist das P
Luger verladen . 806 z. B. in der .30 M1-Carbine und in der

58
8,15 x 46 R zu finden . Es wird in Kanistern R 901 vornehmlich für Hülsen mittleren
zu 350 g angeboten. Mit dem Inhalt eines Fassungsvermögens, bei gleichzeitiger
solchen Kanisters lassen sich z. B. fast Verwendung leichter Geschosse geei-
450 Patronen .357 Magnum verladen . gnet. Darüber hinaus zum Fertigen von
reduzierten Ladungen hinter leichten bis
Rottweil R 910 (nicht mehr erhältlich) mittelschweren Geschossen , was in den
meisten Büchsenpatronen möglich ist. Die
Als brauchbares Pulver der Übergangs- Ladevorschläge dieses Buches geben
klasse (womit der fließende Übergang Auskunft über den genauen Anwendungs-
zwischen Kurzpatronen - und Büchsen- modus. Besonders beliebt unter Jägern
patronenpulvern gemeint ist) eignet sich und Wettkampfschützen ist Rottweil
dieses seit 1991 im Rottweii -Sortiment R 901 in der .222 Rem. , wo es sich durch
befindliche Treibladungspulver besonders sauberen , gleichmäßigen Abbrand ohne
für die .22 Harnet, wo es auch werksgela- störendes Mündungsfeuer auszeichnet
den verwendet wird , sowie für die ver- und in der Regel die beste Präzision bringt
schiedenen Kurzpatronen der Magnum- oder zumindest daran beteiligt ist. Für
Kategorie von .357 Magnum bis .45 Win . andere bekannte Patronen ist R 901
Magnum . ln der .38 Special bringtRottweil ebensogut geeignet und zeigt hinter den
R 91 0 die vergleichsweise größte Leistung leichteren Geschossen die Bestleistung ,
aller einschlägigen Treibladungsmittel . z. B. .223 Rem. , 5,6 x 50 (R) . Unter
Rottweil R 910 ist auch für reduzierte bestimmten Voraussetzungen ist Rottweil
Ladungen von Büchsenpatronen geeig- R 901 auch in größeren Hülsen zur Erzie-
net. Solche besonders vom Praktiker gern lung von Höchstleistungen zu empfehlen .
verwendeten Schwachladungen dienen Dann nämlich , wenn relativ leichte Ge-
dem Jäger zum gelegentlichenSchuß auf schosse großer Kaliber aus nicht geschul-
eßbares Kleinwild wie Taube , Eichelhäher terten Hülsen bewegt werden sollen . Ein
oder Kaninchen , sowie für die Erlegung Beispiel dafür ist die .458 Win ., sofern die
von Fuchs und anderen Beutegreifern , leichten Geschosses (19 ,4 g und 22,7 g)
denen man mit der "starken" Ladung aus verladen werden sollen . Wie alle Pulver
der Büchse ansonsten den wertvollen Balg der Rottweil R-Linie wird Rottweil R 901 in
zerschießen würde. Für den Jäger wie Kanistern zu 450 g angeboten . Ein solcher
den Schützen gleichermaßen sind redu- reicht für etwa 350 Ladungen .222 Rem .,
zierte Ladungen ein probates Mittel zur was das R 901 zu einem sparsamen
Verbilligung des Übungsschießens und Pulver macht.
zur Reduzierung des Sch ießstandlärms.
Beide Gründe sind wichtig . Einzelheiten
über die genauen Anwendungen sind in Rottweil R 902
den jeweiligen Patronenbeschreibungen
nachzulesen und den Ladetabellen zu Es brennt etwas langsamer ab als Rotl-
entnehmen . Rottweil R 910 ist wegen weil R 901 und kommt deswegen für sehr
seiner Feinkörnigkeit sehr rieselfähig und viele Hülsen von .222 Rem . bis 9,3 x 74 R
deswegen leicht dosierbar. Mit 450 g in Frage. Generell kann es als geeignet
Rottweil R 910 lassen sich mehr als 700 für mittlere Hülsen und leichte bis mittel-
Patronen Harnet oder über 300 Patronen schwere Geschosse sowie für kurze Läufe
.45 Win . Magnum laden . angesehen werden . ln einigen Patronen
wird mit diesem leistungsfähigen Pulver
Rottweil R 901 der Rottweil R-Serie die Bestleistung er-
bracht ; in anderen Patronen steht das
Als scharfes , d. h. offensives Büchsenpa- R 902 den jeweiligen Bestpulvern um
tronenpulver der Rottweil R-Reihe ist das nicht vieles nach . Dies ist in den wichtigen

59
Jagdkalibern 5,6 x 50 (R), 7 x 57 (R), Rottweil R 907
.308 Win., 9,3 x 62 und 9,3 x 74 R der Fall.
R 902 ist ein "1-Loch" Röhrchenpulver In der Abbrandgeschwindigkeit zwischen
und kommt in 450 g Dosen zum Verkauf. Rottweil R 903 und Rottweil R 904 liegend,
Über 150 Patronen Kaliber .308 Win. las- füllt das Rottweil R 907 die relativ große
sen sich mit dem Inhalt eines Kanisters Lücke zwischen diesen beiden Pulvern,
verladen und selbst großkalibrige Hoch- wenn auch in der Reaktion etwas näher
wildpatronen benötigen relativ wenig die- an R 903 befindlich. Diese Feststellung
ses Pulvers, so daß auch sie mit R 902 gilt mit dem letzten Halbsatz zumindest
ökonomisch wiedergeladen werden kön- für die Mehrzahl aller Hülsen. In einigen
nen. wenigen Fällen ist die Abbrandreaktion
von R 907 mit der von R 903 vergleichbar
und in ganz wenigen Fällen kommt R 907
Rottweil R 903 im Reaktionsbereich von R 904 zu liegen.
Bestleistungen erreicht R 907 z. B. in
Dieses Pulver kann guten Gewissens als 5,6 x 57 / 3,2 g Geschoß, .243 Win. /
Universalpulver für mittlere Büchsen- 4,5 g SG, 6,5 x 54 M.Sch., sowie in
patronen bezeichnet werden. Es gibt manchen Laborierungen der 7-mm-,
zwischen .222 Rem. und .460 Weatherby .30 und 8-mm-Kaliber. Für die meisten
Magnum kaum eine Patrone, die sich der alten 8-mm Patronen (.318') scheint
nicht mit R 903 verträgt, wobei selbst das es wie geschaffen zu sein. Auch bei den
Geschoßgewicht nicht die Rolle spielt wie 9,3-mm-Patronen (einschließlich der alten
bei manchen anderen Pulvern. Zahlreiche 9,3 x 72 R) kommt Rottweil R 907 gut an
Bestlaborierungen werden mit Rottweil R und zeigt bei bester Präzision die höchste
903 erreicht und die meisten der weiter Mündungsgeschwindigkeit bei im
hinten in den Ladetabellen vorgestellten Rahmen liegendem Gasdruck. Schließlich
Alternativladungen mit R 903 liegen nicht ist seine Verwendbarkeit in den großen
sehr weit von der jeweiligen Bestladung Hülsen der .404 und .458 zu erwähnen.
entfernt. Ein weiteres, interessantes An- Der Inhalt der 450-g-Dose reicht z. B. für
wendungsgebiet für R 903 ist die Fertigung fast 100 Patronen .458 Win. oder 160
reduzierter Ladungen in volumengroßen Patronen 5,6 x 57 (R).
Hochleistungspatronen. So läßt sich z. B.
die starke 8 x 68 S mit einer entsprech-
enden Ladung R 903 auf die Leistung Rottweil R 904
einer 8 x 57 IRS herunter laden, was den
Anwendungs-bereich der Hochwildwaffe Für die volumengroßen Hülsen der Hoch-
ungemein erweitert. Ausschlaggebend für leistungspatronen, aber genauso für die
die Universalität von R 903 ist die An- mittelvolumigen Hülsen der meisten mitt-
passungsfähigkeit an viele verschiedene leren Gebrauchspatronen wird ein Pulver
Hülsenformen und die Flexibilität bzgl. benötigt, das bei hohem Schüttgewicht
der Anzündung, welche auch bei geringen seine Energie dosiert abgibt und pro-
Ladedichten zu einem gleichmäßigen und gressiv verbrennt. Ein solches Pulver ist
vollständigen Pulverabbrand führt. Rottweil R 904. Es verbrennt noch langs-
Rottweil R 903 ist sehr laufschonend und amer als Rottweil R 907 und ist in dafür
hat die niedrigste Explosionswärme aller geeigneten Hülsen bei gleicher Leistung
Rottweilpulver (ca. 900 kcal/g). Mit den unter Umständen gasdruckschwächer als
450 g eines Kanisters R 903 lassen sich z. dieses. Im Vergleich zum nächstlangsa-
B. fast 260 Patronen 5,6 x 50 oder etwa meren Rottweil R 905, dem extrem pro-
100 Patronen .375 H. & H. Mag. verladen. gressiven Pulver der Rottweil-Familie, hat

60
das R 904 den Vorteil der geringeren Unterladungen mit sehr progressiven Pul-
Raumbeanspruchung. Es kann deswegen vern nachzulesen, weswegen die Ladean-
bei begrenztem Hülsenvolumen mehr gaben dieses Buches auch nach unten
Energie in die Patrone "gepackt" werden, genau einzuhalten sind (mögliche Ab-
ohne daß der Gasdruck zu hoch steigt, weichungen werden jeweils im Text er-
wie das bei Verwendung eines schnelleren wähnt). Obwohl im Vergleich zu anderen
Pulvers der Fall wäre. Rottweil R 904 ist Pulvern etwas größere Pulvermengen
besonders geeignet für .243 Win. mit benötigt werden, ist das R 905 immer
6,2 g Geschoß, 6,5 x 57 (R), 6,5 x 68 (R), noch sparsam.
.270 Win., viele Laborierungen der 7 x 57
und 7 x 64 und deren Randversionen, des Das Geschoß
weiteren für die starken 8-mm-S-Patronen
bei Verwendung der leichten bis mittleren Als vierte Komponente der Patrone hat
Geschosse. Daneben kommt R 904 z.B. das Geschoß die Aufgabe, die ihm mit-
auch in der 9,3 x 64 zur Geltung und gegebene Energie und Präzision ins Ziel
selbst in der .460 Weatherby Mag. bringt zu bringen. Es ist also das "ausführende
es eine hervorragende Leistung. Trotz Element" und muß deswegen mit der glei-
alledem ist das Pulver noch als sparsam chen Wichtigkeit behandelt und bespro-
zu bezeichnen: Mit einer 450 g fassenden chen werden wie die anderen Kompo-
Dose lädt man immerhin 140 Patronen nenten Hülse, Zündhütchen und Treibla-
7x 65 R oder 160 Patronen 6,5 x 57. dungspulver. Man darf beim Betrachten
der fertig montierten Patrone nie verges-
sen, daß es sich bei dieser um die Einheit
Rottweil R 905 von viergleich wichtigen und gleichberech-
tigten Komponenten handelt. Wer das
Das ist das faulste Pulver der Rottweil- Geschoß meint und "Kugel" sagt, ver-
Reihe und besonders zum Versorgen der wendet zwar den heute nicht mehr ganz
volumengroßen Hochleistungspatronen richtigen Terminus Technicus, hat aber
geeignet, sofern schwere Geschosse aus im Rückblick auf die Geschichte der Ge-
langen Läufen verschossen werden sol- schosse nicht einmal so unrecht. Schließl-
len. Die Anwendungsbreite von R 905 ich war es die Kugel, die als erstes Projek-
reicht von 5,6x 57 / 4,8-g-Geschoß über til aus den Geschützen und Hand-
6,5x68 (R), 7 mm Rem. Magnum, 7x66 feuerwaffen des Mittelalters verschossen
SE v.H., .300 Win.Magnum, .300 Weat- wurde. Ursprünglich war diese Kugel aus
herby Magnum, 8 x 68 S, 8 mm Rem. Stein gefertigt, einem Material, das aber
Mag. und ähnlichen Patronen bis zur .378 bei kleineren Kalibern nicht mehr verwen-
Weatherby Mag. Daneben finden sich det werden konnte. So ging man dazu
spezifisch unterschiedliche Hülsen, die über, die Kugeln aus Blei zu gießen, einem
ebenfalls für Rottweil R 905 empfänglich Material, das schon seit Jahrhunderten
sind und damit die Bestleistung oder bekannt war und schon vor der Einführung
zumindest eine vergleichsweise gute der Feuerwaffen aus den Bleischleudern
Leistung bringen. Zu diesen Patronen zäh- römischer Legionäre "verschossen" wur-
len u.a. 6,5 x 55 Schwedisch, 6,5 x 57 (R), de. Für die größeren Kaliber der Kanon-
7 x 57 (R), 7 x 64/65 R, .30 06 (11,7-g- en- und Festungsgeschütze wurden die
Gescho ß) sowie andere Patronen, deren Steinkugeln durch solche aus Eisen und
Verträglichkeit mit Rottweil R 905 anhand anderen Materialien ersetzt. Blei blieb für
der Ladevorschläge für die einzelnen Jahrhunderte das Geschoßmaterial
Kaliber zu überprüfen wäre. Dort ist etwas schlechthin. Es ist relativ leicht zu bearbei-
über die möglichen Folgen bei ten und schont vor allem die Waffenläufe

61
- ein Umstand, dessen Auswirkung bis zielballistischen Bereich lagen, nämlich
in unsere Zeit reicht. Bis weit in das Verbleiung des Laufes und mangelnde
19. Jahrhundert wurden nahezu auss- Präzision ab bestimmten Geschwindig-
chließlich Rundgeschosse, also keiten.
Bleikugeln verwendet. Erst die Einfüh- Jetzt war der Schritt zum ummantelten
rung der gezogenen Läufe brachte eine Geschoß, dem Mantelgeschoß, nicht
gewisse Wende, indem von den ver- mehr fern. Als erster beschäftigte sich der
schiedensten Stellen und Leuten die Vor- preußische Oberleutnant Bode damit.
teile des Langgeschosses erkannt wur- Seinen mit Kupferblech überzogenen
de. Unter Langgeschoß versteht man ein Bleigeschossen folgten Modifikationen
Projektil, dessen Länge größer ist als sein aus Steyr und Thun, bis schließlich die
Kaliber. Die Vorteile liegen auf der Hand: Deutsche Metallpatronenfabrik in Karls-
größere Führung und damit höhere Treff- ruhe im Jahre 1884 eine weitere Verbes-
genauigkeit, höheres Gewicht bei glei- serung in Form der sogenannten Verbund-
chem Kaliber und damit größere Wirkung geschosse entwickelte. Die erste mit Man-
im Ziel. telgeschossen versehene Jagdbüchsen-
Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts patrone war übrigens die Patrone M/88,
war der Übergang zum Langgeschoß welche uns als 8 x 57 besser bekannt ist.
nahezu vollzogen, zumindest auf dem Die erste Mantelgeschoßpatrone über-
Gebiet der Militärgewehre. Da es sich bei haupt war wahrscheinlich die 8-mm-Pa-
diesen aber immer noch um Vorderlader trone zum französischen Lebelgewehr.
handelte, mußten besondere technische Aus den einfachen Mantelgeschossen die-
Belange berücksichtigt werden, z. B. das ser Zeit entwickelten sich nach und nach
einfache Setzen des Geschosses mit dem die uns heute geläufigen Jagd- und Schei-
Ladestock. Langgeschosse aus Blei für bengeschosse.
Vorderlader müssen zwangsläufig etwas Zur Begriffsbestimmung bei den Projek-
unterkalibrig sein, da sie sich sonst nicht tilen läßt sich einmal die Unterscheidung
oder nur schwer setzen lassen. Anderer- zwischen Vollgeschoß und Mantelge-
seits hat nur ein überkalibriges Geschoß schoß treffen, wobei das Vollgeschoß aus
die notwendige Führung. Verschiedene einem einzigen Grundmaterial (in unser-
Möglichkeiten zur Verbesserung dieses em Fall Blei) besteht, während das
Umstands wurden angewandt, von denen Mantelgeschoß einen Kern (in unserem
das System Delvigne und das System Fall wiederum Blei) besitzt, der von einem
Minie bzw. Podewils am bekanntesten Mantel aus einem anderen, härteren und
sind: Beim ersteren wird das Geschoß auf widerstandsfähigeren Material (Flußeis-
einem Widerlager vor dem unterkalibrigen en oder Tombak) umgeben ist. Zum an-
Pulverraum gestaucht; bei den letzteren deren müssen wir den Begriff Mantelge-
wurde ein Hohlbodengeschoß verwen- schoß nochmals aufteilen, nämlich in
det, dessen dünnwandiger hinterer Vollmantelgeschoß und in Teilmantelge-
Führungsteil sich entsprechend dem schoß. Dabei verstehen wir unter Vollm-
Druck der Treibgase in die Züge pressen antelgeschoß ein Projektil, das entweder
sollte. vollständig ummantelt ist oder zumindest
Als die Metallpatrone kam, änderte sich eine Mantelüberdeckung des Führung-
auch das Geschoß. Es wurde zur bes- steils und der Geschoßspitze aufweist.
seren Führung und Schmierung mit Fett- Dagegen bezeichnet man mit Teilman-
rillen oder einer Papierführung versehen. telgeschoß ein Projektil mit einem Bleik-
Die damit verbundenen Vorteile der höher- ern und einem Mantel, der den Geschoß-
en Mündungsgeschwindigkeit und größer- boden und den Führungsteil bedeckt,
en Wirkung zogen allerdings Nachteile dabei aber die Geschoßspitze mehr oder
mit sich, die sowohl im innen- als auch weniger freiläßt und dort eine Öffnung

62
bildet. Wird diese Öffnung nur vom Ge- sehen. Eine Sonderform stellt das Wad-
schoßmantel gebildet, so spricht man von cuttergeschoß (abgekürzt WC) dar, wel-
einem Lochgeschoß ; befindet sich die ches beim Schuß auf die Scheibe ein
Höhlung aber auch im Blei des Geschoßk- kreisrundes Loch stanzt und deswegen
erns, so spricht man vom Hohlspitzge- für Präzisionslaborierungen für Revolver-
schoß. Typischer Vertreter des letzteren und Pistolenpatronen der Kaliber .32 S& W
war das HMoH- (offene Hohl spitze ) ; lang und .38 Special verwendet wird . Wie
typische Vertreter des Lochgeschosses aus diesem Beispiel ersichtlich , ist die
sind die RWS-SG -Geschosse für das Geschoßform nicht von der Geschoßart
Scheibenschießen in den Kalibern 5,6, abhängig . So gibt es bei den Vollmantel-,
.243 , 6,5 mm , .270 , 7 mm , .30 und 8 mm bei den Teilmantel- und Bleigeschossen
S. Nach der Ausformung der Ge - z. B. eine Rundkopf- , Flachkopf- oder
schoßspitze kann Hohlspitzausführung . Das Heck der Ge-
schosse kann flach oder mit einem mehr
oder weniger stark ausgeprägten Konus
ausgebildet sein. Manche Matchgeschos-
se haben einen ausgeprägten Boots-
schwanz (BoatTail) , was nicht nur außen-,
sondern auch innen- und übergangs-
(mündungs-) ballistische Gründe haben
kann . Spezialgeschosse des RWS-Sorti-
ments vom Typ Original Brenneke TIG
und TUG sind mit einem sogenannten

MANTEL Torpedoheck versehen , haben also ein


"Spitzheck". Mit dem Begriff "Spezialge-
schoß" muß ein weiterer Ausdruck erklärt
werden . lm Falle der Geschosse für Kurz-
patronen kann z.B . das 7,5 g Fang-
schußgeschoß Kai. .38 (.357 ') so be-
zeichnet werden . Dieses GECO-Spezial-
gescho ß mit seiner zylindrischen Führung,
dem Hohlboden und der charakteristi-
schen Eindellung des Geschoßkopfes
besteht aus verkupfertem Blei und wurde
für den jagdlichen Fangschuß bei Nach-
suchen usw. konstruiert . Im Falle der
Das H-Mantei-Geschoß .
Geschosse für Büchsenpatronen sollen
unter "Spezialgeschosse" die jagdlichen
weiter unterschieden werden zwischen Teilmantelgeschosse besonderer Kon-
"spitz", "halbspitz" und "rund ", sowie "Kup- struktionseigenschaften verstanden wer-
ferhohlspitze " (abgedeckte Hohlspitze den. Sie unterscheiden sich von den ein -
beim HMK-(H-Mantel Kupferhohlspitzge- facher aufgebauten Teilmantelge -
schoß) . Ist die Geschoßspitze konisch schossen in TMS- (Teil-Mantel-Spitz)
zulaufend und mündet sie in eine mehr und TMR- (Teii-Mantei-Rundkopf) , sowie
oder weniger ausgeprägte Spitze , so TMF- (Teil-Mantel-Flachkopf) Ausführung
spricht man vom Kegelspitzgeschoß (wel- durch eine spezifische zielballistische
ches auch als Ausdruck für eine später- Wirkung . Zu den Spezialgeschossen
noch zu beschreibende Geschoßkon - gehören das H-Mantelgeschoß in der
struktion gilt) . Analog zum Kegelspitz- universellen Version mit der mit
geschoß ist das Kegelstumpfgeschoß zu einem dünnen Kupferblech abgedeckten

63
Hohlspitze (HMK) in den Kalibern .270 gabe findet also erst in der Tiefe des
(.277'~ , 7 mm (.284 '~ , .30 ( .308 '~ , 8 mm S Wildkörpers statt, was das TUG zu einem
(.323 ·~ und 9,3 mm (.366 ·~. Typisches Spezialgeschoß für schweres Wild macht.
Kennzeichen des H-Mantelgeschosses Mit dem TUG verladene Patronen sind
ist eine Einschnürung des Mantels, die besonders fürdie Hoch- und Großwildjagd
sogenannte H-Rille und die Zweiteilung geeignet. Sehr vielseitig verwendbar ist
des Bleikerns. Durch die H-Rille entsteht das Kegelspitz-Geschoß (KS) , eine
eine Sollbruchstelle. Beim Auftreffen auf Entwicklung , die nach eingehenden
den Wildkörper zerlegt sich der vordere Studien des außen- und zielballistischen
Geschoßteil ; seine Mantel- und Geschoß- Verhaltens verschiedenster Geschoßfor-
splitter geben ihre Wirkung im Wildkörper men und Konstruktionen ihren Lauf nahm
ab. Der hintere Geschoßteil bleibt durch und über praxisbezogene Teststadien zu
seine verstärkte Ummantelung als zylin- ihrer endgültigen Form kam. Bei den Ke-
drischer, kalibergroßer Durchschlags- gelspitzgeschossen wurde das Streben
körper erhalten und ergibt in den meisten nach einem hervorragenden zielballisti-
Fällen ausreichende Tiefenwirkung und schen Verhalten , in Verbindung mit mög-
schließlich Ausschuß. H-Mantelge - lichst günstigen außenballistischen Wer-
schosse sind somit als Teilzerlegungs- ten , verwirklicht. Zudem konnte den waf-
geschosse konzipiert und passen sich fentechnischen Gegebenheiten mancher
dem Wildkörperwesentlich besser an als Jagdkaliber (langer Übergang) durch die
normale Teilmantelgeschosse , überderen besonders lange Führung der KS-Ge-
Wirkungsweise später zu lesen ist. schosse Rechnung getragen werden: KS-
Das Originai-Brenneke- Torpedo-Ideal- Geschosse sind sehr präzise .
Geschoß (TIG) hat ebenfalls einen Die Mantei-Wandstärken nehmen zur
zweigeteilten Kern , wobei in der trichter-
förmigen Vertiefung des hinteren, härteren
Kerns der vordere , weichere Bleikern
zapfenartig sitzt. Dieser Kernaufbau
begünstigtdie pilzartige Deformierung des
Geschosses bis in den hinteren
Geschoßteil und ermöglicht somit eine
sehr hohe Energieabgabe im Wildkörper.
Da diese sich den verschiedenen
Wildkörperdimensionen gut anpaßt, ist
das TIG für schwaches und starkes
mitteleuropäisches Schalenwild gleicher-
maßen gut geeignet. Tl -Geschosse gibt
es in den Kalibern 7 mm , .30 (.308") und
CLASSIC
8 mm S.
Ähnlich aufgebaut ist das Originai-
Brenneke- Torpedo-Universal-Geschoß
(TUG) , das in den Kalibern .30 (.308 ') und
9,3 mm (.366 ') gefertigt wird. Bei ihm ragt
der hintere, ebenfalls härtere Geschoß-
kern jedoch kegelförmig in eine ent-
sprechende Vertiefung des vorderen , wei-
chen Bleikerns hinein . Durch diese Kern-
form wird bei geringerer Aufpilzungsbereit-
schaft des Geschoßvorderteils eine noch
höhere Tiefen- oder Durchschlagsleistung Das Original-Brenneke-Torpedo-Ideal-
des Geschosses erreicht ; die Energieab- Geschoß (neuer Name: ID Classic).

64
Geschoßspitze hin ab und im Bereich der zwei formschlüssig definierte Kerne und zwei
Geschoßführung zu . Hierdurch wird ein Stabilisierungsrillen ; die vordere ist als
rechtzeitiges Ansprechen und ein gleich- Scharfrand ausgeführt und liefert zuverlässig
mäßiges, kontrolliertes , dem Wildkörper Schnitthaar. Das DK ist ein vielseitig
angepaßtes Aufpil zen gewährleistet und einsetzbares Zweikammer-Gescho ß,
dabei ein tiefenwirksamer Geschoß-Rest- dessen hinterer Kern durch e inen
körper erhalten . Bei manchen Kalibern wird Innenmantel aus Tombak abgedeckt ist.
beim KS durch eine oder mehrere Der stabile hintere Kern bleibt so als
Einschnürungen im Heckteil der Bleikern Restkörper erhalten , während der vordere
zusätzlich mit dem Mantel fi xiert, damit Geschoßteil kontrolliert aufpilzt. Das DK
eine zielballistisch abträgliche Loslösung hat sich als besonders wildbretschonend
des Mantels vom Kern sicher vermieden erwiesen .
und eine gute Tiefenleistung , wenn mög-
lich mit Ausschuß , gewährleistet ist. Im Gegensatz zu den aufwendigen Spe-
zialgeschossen sind die Teilmantelge -
Das RWS-Ooppelkerngeschoß (DK) ist eine schosse in TMR-, TMS- und TMF-Aus-
Entwicklung derfrühen Neunziger. Es wird in führung nicht ganz so anpassungsfähig
den Kalibern 6,5mm (.264") mit9,1 g -, in 7mm an den Wildkörper. Auch ist einAusschuß
(. 284") mit 10,0 g-, in .30 (.308") mit1 0,7 g-" durch die Verhaltensweise des Geschos-
in 8 mm (.323") mit 11 ,7 g- und in 9,3 mm ses nicht immer gewährleistet, wenn -
(. 366") mit 14,6 g-Geschoßgewicht gefertigt. gleich durch gewissenhafte Auswah l des
Das DK ähnelt in der Form dem KS, hat aber Kalibers und Geschoßgewichts durchaus

CLASSIC GESCHOSS

Das Original-Brenneke-Torpedo-Universal- Das Kegelspitz-Geschoß.


Geschoß (neuer Name: UNI Classic).

65
nur mit bescheidenen Geschwindigkeiten,
dafür aber mit ihrer Masse und dem relativ
großen Geschoßquerschnitt auf leichtes
Wild eingesetzt werden. Die Flachkopfge-
schosse des RWS-Sort iments sind
dünnmantelige Projektile , welche beson-
ders für alte Waffen mit tiefen Zügen
gedacht sind . Eine ebenfalls zu den
Teilmantelgeschossen gehörende Son-
derform sind die Match-Geschosse ,
welche für spezielle jagdsportliche oder
sportliche Disziplinen entwickelt wurden .
Im einzelnen handelt es sich dabei um als
GESCHOSS "Match" bezeichnete Geschosse mit 12,3
g im Kaliber .30 (. 308 '). Diese haben sich
bereits bei den sportlichen Präzisions-
schützen und den 300 m-Schützen einen
Namen gemacht. Die SG-Scheiben-
Geschosse für das Scheibenschießen
sind besonders preiswert und präzise.
Sie sind in den Kalibern 5,6 mm , .243,
6,5 mm , .270, 7 mm, .30 und 8 mm S
lieferbar.
Das Doppelkern-Geschoß .

befriedigende Ergebnisse erzielt werden


können. Dies wird untermauert durch die
Tatsache , daß für manche, durchaus be-
liebte und zahlenmäßig stark vertretene
Kaliber bzw. Patronen nur Teilmantelge-
schosse gefertigt werden . Teilmantelge-
schosse passen sich mit ihrer Kopfform
den Anwendungsbereichen der für sie
gedachten Patronen an . So haben die
relativ leichten Geschosse für die Kaliber
5,6 (.224"und .228 ') , 6,5 mm (. 264 ') und
.270 (.277 ')eine spitze Kopfform , um sich
den au BenballistischenAnforderungen an
die relativ schnellen Patronen besser
anzupassen .
Dagegen treffen wir bei den Kalibern ab
6,5 mmf 264 ')über 7 mm , 8 mm , 8 mm S
und 9,3 mm (.366 '} relativ schwere
Geschosse mit Rundkopf an . Diese sollen
wenigerdurch eine hohe Geschwindigkeit,
als durch ihre Masse wirken . Dies gilt um
so mehr für die Flachkopfgeschosse der
Kaliber8 ,15 (.324 ')und 9,3 (.364 '), welche Das Teilmantei-Geschoß.

66
Nach der Beschreibung der Teilmantel- Mantel an der Spitze noch verstärkt, um
geschosse des RWS-Programms nun zu eine große Durchschlagskraft zu erzielen
den Vol/mantelgeschossen. Diesewerden und das Geschoß auf besonders schwe-
entweder jagdlich (Büchsenpatronen) res Wild (Dickhäuter) einsetzen zu können.
oder auch zum Selbstschutz bzw. zum Wie eingangs erwähnt, stehen neben den
Scheibenschießen (GECO-Vollmantelge- entweder als Teil- oder als Vollmantelver-
schosse für Kurzpatronen) verwendet. Bei sion ausgelegten Mantelgeschossen dem
beiden Kategorien gibt es Ausführungen Wiederlader auch noch Bleigeschosse
in Vollmantei-Spitz- und Vollmantei-Rund- des GECO-Programms zur Verfügung.
kopf-Form . Bei den Geschossen für Pisto- Es handelt sich dabei um Blei-Rundkopf-
len überwiegt die VMR-Form (6,35; 7,65; Versionen fü r die Kaliber .32 S & W und
9 mm ; .45) ; lediglich die Ausführung 6,1 g .32 S&W lang, sowie .38 Special und
Vollmantel-Kegelstumpf für die 9 x 18 .38 S&W; auch für die Pistolenpatrone
Ultra weicht hier ab. Bei den Revolver- 7,65 mm wird ein BR-Geschoßangeboten.
patronen .38 Special und .357 Mag. steht Des weiteren wird sich vor allem der Sport-
die 10,2 g GECO-Vollmantei-Spitz- schütze mit den GECO-Wadcutter-Ge-
Ausführung zur Verfügung. Was die schossen für die Kaliber .32 S&W lang
Vollmantelgeschosse bei den und .38 Special beschäftigen.
Büchsenpatronen betr ifft , so Das RWS- und GECO-Sortiment bietet
unterscheiden wir zwischen den VMS der dem interessierten Wiederlader ein umfas-
Kaliber bis 6,5 mm, welche zum Schuß sendes Angebot. Manche Ladeangaben in
auf kleines Nutzwild oder Raubzeug diesem Buch und die obige Aufzählung
gedacht sind. Dagegen sind die Voll- beziehen sich auf Geschosse, die nicht
mantelgeschosse ab Kaliber 8 mm S als im aktuel len RWS-Lieferprogramm
Rundkopfversion ausgelegt. Hier ist der (s. Übersicht auf S. 68 f.) zu finden sind.

Das Vollmantei-Geschoß.

67
RWS- und GECO-Geschosse für Büchsenpatronen
Geschoß-Abb. 1:1 Geschoß- Masse Kal./ Diam. Ballistischer
Typ g/gr mm/Inch Koeffizient

Kaliber 5,6 mm/.224"

TMH 2,6/40 5,69/.224 0,122

TMS 3,0/46 5,69/.224 0,152

MJ/SG 3,0/46 5,69/.224 0,140

VMS 3,0/46 5,69/.224 0,152

TMS 3,2/50 5,69/.224 0,186

MJ 3,4/52 5,69/.224 0,183

TMS 3,6/55 5,69/.224 0,207

TMS 4,1/63 5,69/.224 0,240

KS 4,8/74 5,69/.224 0,260

Kaliber 5,6 mm/.228"

TMS 4,6/71 5,79/.228 0,248

Kaliber 6 mm

KS 6,2/96 6,17/.243 0,294

TMS 6,5/100 6,17/.243 0,371

TM R 6,8/105 6,17/.243 0,335

68
Geschoß-Abb. 1:1 Geschoß- Masse Kai./ Diam . Ballistischer
Typ g/gr mm/l nch Koeffizient

Kaliber 6,5 mm
*
TMS 6,0/93 6,70/.264 0,255

KS 7,0/108 6,70/.264 0,308

KS 8,2/127 6,70/.264 0,361

DK 9,1 /140 6,70/.264 0,305

TMR 10,3/159 6,70/.264 0,315

Kaliber .270

HMK 8,4/130 7,04/.277 0,272

KS 9,7/150 7,04/.277 0,345


Kaliber7 mm

. --------=
- --
-
KS 8,0/123 7,21 /.284 0,290

TMR 9,0/139 7,21/.284 0,255

DK 10,0/154 7,21 /.284 0,338

KS 10,5/162 7,21/.284 0,381

< ;, TIG
(ID Classic)
10,5/162 7,21 /.284 0,325

TMR 10,7/165 7,21 /.284 0,360

HMK 11,2/173 7,211.284 0,383

TMR 11,2/173 7,21 /.284 0,301

TIG 11,5/177 7,21 /. 284 0,356


(ID Classic)

69
TIG
(ID Classic)

TUG
(UNI Classic)

Folgende Langwaffengeschosse erweitern das Komponentensortiment


von RWS und GECO:

Dia. 6,5mm/.264 Geco Plus 10,1g/156gr


Geco TM 10,1g/156gr
Dia. 7mm/.284 RWS EVO 10,3g/159gr
Geco Plus 11,0g/170gr
Dia. 7,62mm/.308 RWS EVO green 8,8g/136gr
GECO Plus 11,0g/170gr
RWS EVO 11,9g/184gr
RWS MS 12,3g/190gr
RWS UNI Classic 13,0g/200gr
Dia. 8mmS/.323 RWS EVO green 9,0g/139gr
GECO Plus 12,7g/196gr
RWS EVO 13,0g/200gr
Dia. 9,3mm/.366 Geco Plus 16,5g/255gr
RWS EVO 18,8g/291gr
Dia. 10,3mm/.413 RWS KS 16,4g/253gr
Geschoß-Abb . 1:1 Geschoß· Masse KaLI Diam . Ballis1ischer
Typ g/gr mm/lnch Koeffizient

Kaliber 8 mm S

KS 11,7/181 8,20/.323 0,310

DK 11,7/181 8,20/. 323 0,282

TMR 12,0/185 8,20/.323 0,245

HMK 12,1 /187 8,20/. 323 0,326

TMR 12,7/196 8,20/.323 0,288

(ii :zy TIG


(ID Classic) 12,8/198 8,20/. 323 0,360

KS 14,5/224 8,20/. 323 0,343

Kaliber 9,3 mm

DK 14,6/226 9,30/. 366 0,266

KS 16,0/247 9,30/.366 0,320

TMR 16,5/255 9,30/.366 0,277

HMK 16,7/258 9,30/.366 0,372

TMR 18,5/285 9,30/. 366 0,309

VMR 18,5/285 9,30/.366 0,309

TUG
(UNI Classic) 19 ,01285 9,30/.366 0,465

71
TUG
(UNI Classic)

Weitere Geschosse:

Dia. 9mm/.355 VMR 7,5g/115gr


HS 7,5g/115gr
VMR verk. 9,0g/139gr
VM FK 10,0g/154gr
Dia. .401 VM FK 11,7g/180gr
Dia. .451 VMR 14,9g/230gr
HS 14,9g/230gr
Dia. .357 VM FK 10,2g/158gr
HS 10,2g/158gr

Infos unter: http://geco-munition.de/produkte/wiederladekomponenten.html


RWS- und GECO- Geschosse -
Abkürzungen

DK Doppelkern-Geschoß

KS Kegelspitz -Geschoß

TIG Origi nai-Brenneke-Torpedo-


(ID Classic) ldeai-Gescho ß

TUG Originai-Brenneke-Torpedo-
(UNI Classic) Universal-Geschoß

HMK H-Mantei -Kupferhohlspitz-


Geschoß

TM Teilmantei -Geschoß

TMS Teilmantei-Spitz-Geschoß

TMR Teilmantei -Rundkopf-Geschoß

TMH Teilmantei -Hohlspitz-Geschoß

TMF Teilmantei-Fiachkopf-Geschoß

KTM Kupfer-Teilmantei-Fiachkopf-
Geschoß

MJ Match-Jagd-Geschoß

MS Match-S-Geschoß

SG Scheiben-Geschoß

VMF Vollmantei -Fiachkopf-Geschoß

VMR Vollmante i- Rundkopf-Geschoß

VMS Valimantel-Spitz-Geschoß

FS Fangschuß-Geschoß

BR Blei-Rundkopf-Geschoß

WC Wad-Cutter-Geschoß

73