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Praxismerkblatt 5kb1 Keramische Beläge Anwendung und Verarbeitung als Schluss- beschichtung in den Brillux WDV-Systemen

Praxismerkblatt

5kb1

Keramische

Beläge

Anwendung und Verarbeitung als Schluss- beschichtung in den Brillux WDV-Systemen

Anwendungsbereich

Zur besonderen Flächengestal- tung an Fassaden und Innen- wandflächen. Als natürliche, mi- neralische Gestaltung mit den Vorteilen einer Ziegelriemchen- bzw. Fliesenoberfläche. Im Systemaufbau mit WDVS Hartschaum-Dämmplatten schwer entflammbar B1 bzw. mit WDVS Mineralwolle- und Stein- lamellen-Dämmplatten nicht brennbar A2 nach DIN 4102. Als geprüfte Schlussbeschich- tung in den Brillux WDV-Syste- men I, III und IV einsetzbar. WDV-System I Geprüftes Wärmedämm-Ver- bundsystem mit Fassaden- Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum mit stumpfer Kantenausbildung, Stufenfalz oder Nut und Feder. WDV-System III Geprüftes, nicht brennbares Wärmedämm-Verbundsystem mit verdichteten Mineralwolle- Dämmplatten. WDV-System IV Geprüftes, nicht brennbares Wärmedämm-Verbundsystem mit speziellen WDVS Steinlamellen-Dämmplatten. WDV-System VI Sockel- und Perimeterdämmung mit WDVS Hartschaum-Dämm- platten im Klebeverfahren

Systemaufbau

Dämmplattenverklebung Die Anwendung von kerami- schen Belägen erfolgt auf den fachgerecht verklebten, verdü- belten und armierten Dämm- platten der WDV-Systeme I, III IV und VI. Die WDVS Hart- schaum-Dämmplatten und die WDVS Mineralwolle-Dämmplatte 3586 sind mit WDVS Pulverkle- ber 3550 in der Randwulst-Punkt Verklebung mit einem Flächen- anteil der Kleberkontaktfläche von mindestens 60 % zu verkle- ben. Die WDVS Steinlamellen- Dämmplatten sind mit WDVS Pulverkleber 3550 vollflächig zu verkleben. Bei der Anwendung von keramischen Belägen kön- nen Dämmplattendicken von 40 bis 200 mm eingesetzt werden.

Für eine exakte und stabilisierte Ausbildung des unteren Kanten- bereich empfehlen wir, das WDVS Aufsteckprofil 3685 zu- sätzlich auf das WDVS Sockel- profil 3770 aufzustecken.

Armierungsausbildung Die Armierungsausbildung er- folgt nach ausreichender Aus- härtung der Dämmplattenverkle- bung (frühestens nach 3 Tagen bei +20 C, 65 % r. F.) auf sau- beren, trockenen, versatzfreien und planebenen Dämmplatten- flächen sowie auf lot- und flucht- recht ausgebildeten Eckberei- chen. Die Armierung darf bei Einsatz von keramischen Belä- gen nur mit WDVS Pulverkleber 3550 in Verbindung mit WDVS Armierungsgewebe KB 3714 ausgebildet werden. Die Armie- rungsschicht ist in einer Schicht- dicke von ca. 6 mm zweilagig, nass in feucht aufzubringen. Auf die lot- und fluchtrecht aus- gebildeten Eckbereiche der Dämmplatten die Armierungs- masse in ausreichend dicker Schicht voll abdeckend auftra- gen. Die WDVS Gewebe-Eck- schutzschiene 3763 in die nasse Armierungsmasse lot- und fluchtrecht, blasen- und faltenfrei einlegen. Zur Vermeidung einer Aufdop- pelung der Armierungsschicht im Eckbereich die angesetzten Eckschutzschienen nicht mit ei- ner zweiten Lage abdecken. Die überschüssige Armierungsmas- se mit einem Edelstahlglätter abziehen.

Stand: 17.10.2012

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Praxismerkblatt 5kb1 Je nach Leibungstiefe können unterschiedliche Formate der WDVS Gewebe-Eckschutz- schiene 3763

Praxismerkblatt 5kb1

Je nach Leibungstiefe können unterschiedliche Formate der WDVS Gewebe-Eckschutz- schiene 3763 eingesetzt wer- den. Hierdurch können die Leibungen von z. B. Fenster und Türen in einem Arbeitsgang voll- ständig armiert werden. An allen Ecken von Fassadenöffnungen, z. B. Fenster, Türen, Nischen usw., sind zusätzliche Diagonal- armierungen vorzunehmen. Wir empfehlen hier die Anwendung der WDVS Diagonal-Armie- rungspfeile 3713 oder der WDVS Diagonal-Armierungs- winkel 3692.

Verdübelung

Die Vorgaben zur Verdübelung sind abhängig von der ausge- wählten Dämmplattenart, dem Untergrund sowie der Gebäude- höhe unter Berücksichtigung der Windlasten gemäß DIN 1055-4. In der Regel sind die verklebten Dämmplatten mit zugelassenen WDVS Schraubdübeln, Teller- durchmesser 60 mm, durch das WDVS Armierungsgewebe KB 3714 hindurch zu verdübeln.

Ausnahmen Bei der Anwendung von Hart- schaum-Dämmplatten in Verbin- dung mit keramischen Belägen gelten folgende Ausnahmen:

1. Bei einem maximalem Wind-

druck von -1,00 kN/m² gemäß DIN 1055-4 kann bei klebege- eigneten Untergründen und ei- ner Gebäudehöhe bis 8 m auf eine Verdübelung verzichtet werden. Bei Gebäudehöhen über 8 m ist eine konstruktive Verdübelung mit 4 Dübel/m² vorzunehmen.

2. Bei Gebäuden bzw. einer An-

wendungsgrenze bis 10 m bzw. 18 m Höhe und unter Berück- sichtigung der Windlast gemäß DIN 1055-4 in der Windzone 1 und 2 im Binnenland kann bei Verwendung von zugelassenen WDVS Schraubdübeln mit Tel- lerdurchmesser 60 mm unter dem Gewebe verdübelt werden.

Verdübelung unter dem Gewebe Zur Verdübelung mit WDVS Schraubdübeln, Dübelteller 60 mm bei der Anwendung von WDVS Hartschaum-Dämm- platten und Verdübelung unter dem Gewebe die weiteren An- gaben zur Systemverdübelung im Praxismerkblatt „Verdübelung WDV-System I“ 5d01. beachten.

Verdübelung durch das Gewebe Unmittelbar nach dem Aufbrin- gen der ersten Lage der Armie- rungsschicht und dem Einbetten des WDVS Armierungsgewebes KB 3714 werden – bei der Ver- dübelung durch das Gewebe – die WDVS Schraubdübel, Dü- belteller 60 mm „in den wei- chen Mörtel“ gesetzt. Sofort an- schließend ist die zweite Lage der Armierungsschicht nass in feucht aufzuziehen.

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Praxismerkblatt 5kb1 Dübelauswahl zur statisch relevanten Verdübelung nach Nutzungskategorie WDVS Senkdübel STR U 2G

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Dübelauswahl zur statisch relevanten Verdübelung nach Nutzungskategorie

WDVS Senkdübel STR U 2G 3811 1)

WDVS Schlagdübel NT U 3839 ETA

1)

WDVS Schraubdübel SDM-T 8 U plus 3760 ETA 1)

(A)

Normalbeton

(A)

Normalbeton

(A)

Normalbeton

(B)

Vollsteine

(B)

Vollsteine

(B)

Vollsteine

(C)

Hohl-/Lochsteine

(C)

Hohl-/Lochsteine

(C)

Hohl-/Lochsteine

(D)

Haufwerksporiger Leichtbeton

 

(D)

Haufwerksporiger Leichtbeton

(E)

Porenbeton

 

1) Für die versenkte Montage, unter dem Gewebe einsetzbar ab einer Dämmplattendicke 80 mm. Die weiteren Angaben zur Dübelverarbeitung, den Dübellängen sowie zugelassenen Verankerungs- untergründen mit Dübellastklassen in den Praxismerkblättern der jeweiligen WDVS Dübel beachten. In Abhängigkeit vom Untergrund kann auch der WDVS Bohrdübel SX-FV 3690 U ETA bzw. bei Verdübelung unter dem Gewebe auch der WDVS Setzdübel XI-FV 3744 ETA eingesetzt werden.

1. Dübelanzahl nach genauer Berechnung gemäß DIN 1055-4

Bei der statisch relevanten Ver- dübelung sind die Windlasten gemäß DIN 1055-4 zu ermitteln und zu berücksichtigen.

Entsprechend den ermittelten max. Winddruckwerten können hierfür in Abhängigkeit der

Dübellastklasse folgende Dübel- mengen angenommen werden.

Statisch relevante Verdübelung durch das Gewebe nach der Systemtragkraft zur Anwendung in allen Dämmstoffen

Maximaler Winddruck [kN/m²] nach DIN 1055-4 bis

Anzahl der Dübel/m² 1)

-0,77

4

-1,00

5

-1,20

6

-1,40

7

-1,60

8

-1,80

9

-2,00

10

-2,20

11

1) Die Sicherheitsbeiwerte für Einwirkung Wind, Widerstand WDVS und Auszugwiderstand Dübel aus dem Untergrund sind hierbei bereits berücksichtigt.

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Praxismerkblatt 5kb1 2. Dübelanzahl nach vereinfachtem Verfahren Für eine Vielzahl von Gebäuden mit einer Höhe

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2. Dübelanzahl nach vereinfachtem Verfahren

Für eine Vielzahl von Gebäuden mit einer Höhe 25 m und rechteckigem Grundriss können anhand des nachfolgend beschriebenen vereinfachten Verfahrens die Dübelmengen und Randbereiche unkompliziert ermittelt werden.

Weitere Informationen hierzu in der „Technischen Info 5b05“ und den Praxismerkblättern zur Systemverdübelung „Verdübelung WDV-System I“

5d01,

„Verdübelung WDV-System III“ 5d03 und „Verdübelung WDV-System IV“

5d04.

Statisch relevante Verdübelung unter dem Gewebe

Dübelmengen nach dem vereinfachten Verfahren bei der statisch relevanten Verdübelung im WDV-System I mit WDVS Hartschaum-Dämmplatten

Erforderliche Dübelanzahl in Abhängigkeit der ermittelten Windzone, des h/d–Wertes und der Gebäude- höhe h, bei Dämmplattendicke 60 mm und Dübelung unter dem Gewebe sowie Schlussbeschichtung mit keramischen Belägen. Für die WDVS Hartschaum-Dämmplatten (Standard) ergibt sich ein Dübelverbrauch pro m² von:

ermittelte

 

Gebäudehöhe h 10 [m]

Gebäudehöhe 10 < h 18 [m]

Windzone nach

ermittelter

h/d-Wert

DIN 1055-4

Fläche (B)

Rand (A)

Fläche (B)

Rand (A)

 

5,00

6

8

Windzone 1

         

Binnenland

2,84

6

8

6

8

2,33

6

6

6

8

Windzone 2

     
Windzone 2      
Windzone 2      

Binnenland

2,84

6

8

Zur Verdübelung die weiteren Angaben im Praxismerkblatt „Verdübelung WDV-System I“ 5d01 beachten.

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Praxismerkblatt 5kb1 Statisch relevante Verdübelung durch das Gewebe Dübelmengen nach dem vereinfachten Verfahren bei

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Statisch relevante Verdübelung durch das Gewebe

Dübelmengen nach dem vereinfachten Verfahren bei der statisch relevanten Verdübelung im WDV-System I, III und IV mit WDVS Hartschaum-, Mineralwolle- oder Steinlamellen-Dämmplatten

Erforderliche Dübelanzahl in Abhängigkeit der ermittelten Windzone, des h/d–Wertes und der Gebäude- höhe h, bei Dämmplattendicke 60 mm und Dübelung durch das Gewebe sowie Schlussbeschichtung mit keramischen Belägen. Für die WDVS Dämmplatten ergibt sich ein Dübelverbrauch pro m² von:

ermittelte ermittelter Gebäudehöhe h ≤ 10 [m] Gebäudehöhe 10 < h ≤ 18 [m] Gebäudehöhe
ermittelte
ermittelter
Gebäudehöhe
h ≤ 10 [m]
Gebäudehöhe
10 < h ≤ 18 [m]
Gebäudehöhe
18 < h ≤ 25 [m]
Windzone nach
h/d-Wert
DIN 1055-4
Fläche (B)
Rand (A)
Fläche (B)
Rand (A)
Fläche (B)
Rand (A)
≤ 5,00
4
5
4
6
5
7
Windzone 1
≤ 3,66
4
4
4
6
5
6
Binnenland
≤ 2,84
4
4
4
5
5
6
≤ 5,00
4
6
5
7
5
8
Windzone 2
≤ 3,07
4
6
5
7
5
7
Binnenland
≤ 2,84
4
5
5
7
5
7
≤ 2,33
4
5
5
6
5
7
≤ 5,00
5
8
6
9
7
10
≤ 4,15
5
7
6
9
7
9
Windzone 2
Küste und Inseln
≤ 3,66
5
7
6
8
7
9
der Ostsee
≤ 1,72
5
7
6
8
7
8
≤ 1,15
5
6
6
8
7
8
≤ 5,00
5
7
6
9
7
10
≤ 4,15
5
7
6
8
7
9
Windzone 3
≤ 2,33
5
6
6
8
7
9
Binnenland
≤ 1,98
5
6
6
7
7
9
≤ 1,72
5
6
6
7
7
8
≤ 5,00
6
9
7
11
8
12
≤ 4,55
6
9
7
10
8
11
Windzone 3
Küste und Inseln
≤ 2,84
6
9
7
10
8
10
der Ostsee
≤ 2,66
6
8
7
10
8
10
≤ 2,33
6
8
7
9
8
10
≤ 5,00
6
9
7
10
8
12
≤ 4,78
6
8
7
10
8
11
Windzone 4
≤ 3,20
6
8
7
9
8
11
Binnenland
≤ 2,84
6
8
7
9
8
10
≤ 1,98
6
7
7
9
8
10
≤ 5,00
8
12
Windzone 4
≤ 3,28
8
11
Inseln der Nordsee
≤ 1,38
8
10

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Praxismerkblatt 5kb1 Fugenausbildung Art und Ausführung Dehnungsfugen Vorhandene Gebäudetrennfu- gen (Bauwerksfugen)

Praxismerkblatt 5kb1

Fugenausbildung

Art und Ausführung Dehnungsfugen Vorhandene Gebäudetrennfu- gen (Bauwerksfugen) sind im WDV-System zu übernehmen. Diese sind mit z. B. WDVS Deh- nungsfugenprofilen 3778 so auszubilden, dass eine Tren- nung des gesamten WDV-Sys- tems einschließlich der kerami- schen Beläge erfolgt.

Anschlussfugen Anschlussfugen, z. B. zu Fens- tern sind hinreichend verschieb- lich auszubilden. Diese An- schlussfugen sind mit expan- dierendem WDVS Dichtband 3799 oder dem WDVS Gewebe- Anschlussprofil, spezial 3748 herzustellen.

Feldbegrenzungsfugen (Bewe- gungsfugen) nach DIN 18 515 Bewegungsfugen stellen eine Trennung des gesamten WDV- Systems einschließlich der keramischen Beläge dar und können wie Bauwerksfugen z. B. mit WDVS Dehnungsfugenpro- filen 3778 ausgebildet werden. Durch den Einbau von Bewe- gungsfugen erhält man eine Unterteilung der Fassadenfläche in Fassadenfelder, die sich weit- gehend unabhängig voneinan- der verformen können.

Anordnung der Fugen Auf horizontale Fugen sollte weitestgehend verzichtet wer- den. Vertikale Fugen sind an Gebäudeecken, an Anschlüssen zu anderen Bauteilen, bei Deh- nungsfugen und innerhalb sehr großer Fassadenflächen (als Feldbegrenzungsfugen) anzu- ordnen. Als „sehr große“ Flä- chen gelten Fassaden, die eine Länge und/oder Höhe von ca. 20 m überschreiten. Darüber hinaus sind vertikale Fugen auch bei kleineren Wandlängen anzuordnen, wenn sehr große Fensteröffnungen vorliegen. In der Regel sind bei einem Materialwechsel in der Schluss- beschichtung, z. B. zwischen keramischen Belägen und Putz- schlussbeschichtungen, eben- falls Feldbegrenzungsfugen anzuordnen. An Gebäudeecken sollte je nach Objektsituation in der Regel im- mer eine vertikale Fuge ausge- bildet werden. Bei Einsatz von z. B. Eck-Klinkerriemchen ist es möglich, die Fuge neben dem kurzen Schenkel des Eckriem- chens anzuordnen. Bei Verzicht auf Fugen an Gebäudeecken muss mit Rissen gerechnet wer- den.

Bei stark heterogener Verteilung der zu bekleidenden Fläche ist eine Strukturierung durch Fugen erforderlich.

Die Notwendigkeit von Fugen ist von der Gebäudegeometrie, der Anordnung von Öffnungen, dem Fugenanteil innerhalb der kera- mischen Beläge u. Ä. abhängig und ist ingenieurmäßig zu pla- nen. Zur Systemberatung steht Ihnen der Brillux Beratungs- dienst zur Verfügung.

Wartung der Fugen Fugenausbildungen unterliegen einer regelmäßigen Wartung und Pflege. Die Fassadenflächen sollten durch regelmäßige Inaugen- scheinnahme geprüft und hierbei schadhafte Fugenbereiche in- standgesetzt werden.

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Praxismerkblatt 5kb1 Keramische Beläge Aufteilung der Flächen Vor der Verklebung der kerami- schen Beläge müssen

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Keramische Beläge

Aufteilung der Flächen Vor der Verklebung der kerami- schen Beläge müssen die Flä- chen ausgemessen, eingeteilt und angezeichnet werden. Die- ses beginnt mit dem Anlegen einer Grundlinie, genau waage- recht ausgerichtet, um das ge- samte Gebäude herum. Hierbei bilden feststehende Flächen- elemente, z. B. Fensterstürze, vorgesehene Rollschichten usw. die Ausgangslinie. Die effektiv- ste Arbeitsweise erzielt man, wenn die Höheneinteilung, z. B. mittels einer Schlauchwaage, im Abstand von ca. 30 cm auf die Gebäudeecken übertragen wird. Die so ausgemessenen Flächen werden dann unter Berücksichti- gung des Formates der gewähl- ten Bekleidung und der Lagerfu- gen horizontal aufgeteilt. Die horizontale Flächenuntertei- lung (Höheneinteilung) erfolgt am zweckmäßigsten in jeweils den Belagformaten angepassten Streifen. Eventuelle geringfügige Höhenmaß-Differenzen können hierbei durch optisches Vermit- teln in den Lagerfugen ausgegli- chen werden.

Verklebung Als Klebemörtel zum Ansetzen der Beläge ist der Verlegemörtel KB/P 3715 zu verwenden. Die Klinkerriemchen oder Fliesen sind grundsätzlich im Floating- Buttering-Verfahren nach DIN 18 156-2 , DIN 18 515-1 zu ver- kleben.

Nach ausreichender Aushärtung der Armierungsschicht ( mind. 3 Tage, bei +20 °C, 65 % r. F.)

erfolgt die Verklebung der kera- mischen Beläge von unten nach oben. Hierbei werden zunächst die Ecken gesetzt, dann eventu- ell erforderliche Hilfsschnüre ge- spannt und die Flächenverle- gung durchgeführt. Den ange- mischten Verlegemörtel KB/P 3715 entsprechend der vorge- nommenen Einteilung bahnen- weise auftragen und mit einer Zahnkelle 10 x 10 mm (bei ca.

6 mm hohen Wülsten) waage-

recht abkämmen. Immer nur so viel Mörtel vorlegen, wie inner- halb der offenen Zeit mit Klinker- riemchen oder Fliesen belegt

werden kann. Vor dem Anset- zen/Eindrücken ins Mörtelbett ist auf die Rückseite der Klinker- riemchen oder Fliesen eine ca.

1 mm dicke Kleberschicht Verle-

gemörtel KB/P 3715 aufzutra- gen. Die Klinkerriemchen oder Fliesen sind nass in feucht fest in das Mörtelbett einzudrücken. Hierbei sind Hohlräume hinter

den Belägen zu vermeiden. Der Fugenabstand sollte bei der Verklebung von Klinkerriemchen ca. 10–12 mm und bei der Ver- klebung von Fliesen ca. 3-4 mm betragen. Beim Verlegen ist besonders darauf zu achten, dass die Schichtdicke des Mörtels nach dem Ansetzen/Eindrücken ins Mörtelbett mindestens 3 mm beträgt. Die Fugen sind direkt nach dem Ansetzen der Klinkerriemchen oder Fliesen gleichmäßig auf Belagtiefe auszukratzen und zu reinigen.

Verfugung Vor der Verfugung sind elastisch auszubildende Fugen mit einem Schutzstreifen zu schließen, damit diese Bereiche nicht ver- schmutzt bzw. mit Fugenmörtel gefüllt werden.

Verfugung im Schlämmverfah- ren bei glatten, ungenarbten Klinkerriemchen bzw. Fliesen Den in schlämmfähiger Konsis- tenz angemischten Fugenmörtel KB 3716 mit einem Gummi- spachtel, z.B. Gummispachtel

1285, oder Gummiwischer, z. B. Gummirakel 1298, in die Fugen einbringen. Zur Erzielung eines optimalen Füllgrades die Fugen gegebenenfalls nachschläm- men. Ein Abpudern der Fugen ist zu vermeiden. Nach Anzie- hen des Fugenmörtels den Plattenbelag mit Hilfe des Schaumgummi-Reibebrettes

1098 nacharbeiten. Hierbei wer-

den die Fugen geglättet. Nach ausreichendem „Anziehen“ der

Fugen ist wechselweise mit einem nassen und einem aus- gedrückten Schwamm die Flä-

che nach und nach zu reinigen. Die weiteren Angaben im Pra- xismerkblatt Fugenmörtel KB

3716 beachten.

Verfugung im Fugeisenverfahren bei besandeten oder genarbten Klinkerriemchen bzw. Fliesen:

Klinkerfuge KB 3698 als Mörtel in erdfeuchter Konsistenz anmi- schen und mit einem der Fu- genbreite entsprechendem Fu- geneisen in die Fuge einbringen. Nach dem Anziehen überschüs- siges Material mit einem Besen entfernen. Bei stark saugenden Untergründen oder Riemchen sollte vorgenässt werden. Die weiteren Angaben im Praxis- merkblatt Klinkerfuge KB 3698 beachten.

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Praxismerkblatt 5kb1 Anforderungen an die keramische Beläge Bei der Auswahl der kerami- schen Beläge für

Praxismerkblatt 5kb1

Anforderungen an die keramische Beläge Bei der Auswahl der kerami- schen Beläge für die Anwen- dung im WDV-System sind ge-

mäß der allgemeinen bauauf- sichtlichen Zulassung besondere Anforderungen einzuhalten. Für die Verfugung im Schlämmver- fahren sind nur glatte, unge- narbte Klinkerriemchen oder Fliesen zu verwenden. Die Wasseraufnahme der Klin- kerriemchen oder Fliesen darf gemäß DIN EN ISO 10545-3 folgende Werte nicht über-

schreiten:

W k 3,0 % bei WDVS Mineral-

wolle-Dämmplatten und WDVS

Steinlamellen-Dämmplatten.

W k 6,0 % bei WDVS Hart-

schaum-Dämmplatten. Weiterhin sind folgende Vorga- ben einzuhalten:

Gesamtporosität 20 mm³/g, Porengrößenverteilung mit ei- nem Porenradienmaximum

> 0,20 m.

Maximale Seitenlänge 30 cm Maximale Fläche 0,09 m² Maximale Dicke 15 mm Der Fugenanteil pro m² muss mindestens 6 % betragen, an- dernfalls ist ein Nachweis des Wärmeschutzes und der Tau- wasserbildung zu führen.

Allgemeine bauaufsicht- liche Zulassung

Z-33.46-1327

Wärmedämm-Verbundsysteme

mit angeklebter keramischer Bekleidung.

Hinweise

Schutz der fertigen Flächen Die Flächen sind während der Trocknung und Durchhärtung des Klebemörtels und der Ver- fugung vor Feuchtigkeitseinwir- kung zu schützen.

Infos zur Systemverarbeitung Weitere Informationen zur Sys- temverarbeitung in den Praxis- merkblättern „Verarbeitung WDV-System I“

5v01,

„Verarbeitung WDV-System III“ 5v03 und „Verarbeitung WDV-System IV“

5d04.

Händlernachweis Wir empfehlen keramische Be- läge folgender Hersteller:

- ABC Klinkergruppe,

49509 Recke

www.abc-klinker.de

- Crinitz Baukeramik GmbH,

03246 Crinitz

www.crinitz-baukeramik.com

- Feldhaus Klinker Vertrieb- GmbH, 49196 Bad Laer www.feldhaus-klinker.de

- Hagemeister GmbH & Co. KG,

48293 Nottuln

www.hagemeister.de

- Janinhoff GmbH & Co. KG,

48165 Münster

www.janinhoff.de

- Olfry Ziegelwerke GmbH & Co. KG, 49377 Vechta www.olfry.de

- Röben Tonbaustoffe GmbH,

26330 Zetel

www.roeben.com

Weitere Angaben Zur Verklebung von kerami- schen Belägen im WDV-System die Angaben in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Nr. Z-33.46-1327 und den Praxis- merkblättern der zur Anwendung kommenden Produkte beachten.

Technische Beratung

Für weitere technische Aus- künfte steht Ihnen der Brillux Beratungsdienst zur Verfügung. Tel. +49 (0)251 7188-158 Tel. +49 (0)251 7188-405 Fax +49 (0)251 7188-106 tb@brillux.de

Ergänzungsprodukte

- Fugenmörtel KB 3716

- Klinkerfuge KB 3698

- Verlegemörtel KB/P 3715

- WDVS Armierungsgewebe KB

3714

- WDVS Pulverkleber 3550

Anmerkung

Dieses Praxismerkblatt basiert auf intensiver Entwicklungsarbeit und langjähriger praktischer Erfahrung. Der Inhalt bekundet kein vertragliches Rechtsver- hältnis. Der Verarbeiter/Käufer wird nicht davon entbunden, un- sere Produkte auf ihre Eignung für die vorgesehene Anwendung in eigener Verantwortung zu prüfen. Darüber hinaus gelten unsere Allgemeinen Geschäfts- bedingungen.

Mit Erscheinen einer Neuauflage dieses Praxismerkblattes mit neuem Stand verlieren die bis- herigen Angaben ihre Gültigkeit. Die aktuelle Version ist im Inter- net abrufbar.

Brillux Postfach 16 40 48005 Münster Tel. +49 (0)251 7188-0 Fax +49 (0)251 7188-105 www.brillux.de info@brillux.de

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Praxismerkblatt 5kb1 Abbildung 1 WDVS Systemaufbau bei Schlussbeschichtung mit keramischen Belägen Seite 9 von 9

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Abbildung 1 WDVS Systemaufbau bei Schlussbeschichtung mit keramischen Belägen

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