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Merkblatt 821

Edelstahl Rostfrei – Eigenschaften

korrosionsbeständig
hochfest
verschleißfest

schweißbar

wartungsarm temperatur-
beständig

hygienisch
langlebig

leitfähig
wirtschaftlich

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei


Die Informations­ Impressum Inhalt
stelle Edelstahl Merkblatt 821 Seite
Rostfrei Edelstahl Rostfrei – Eigenschaften 1 Einleitung 2
5. Auflage 2014
Die Informationsstelle Edelstahl Rost- 2  Einteilung der nichtrosten­den
frei (ISER) ist eine Gemeinschafts- Herausgeber: korrosionsbeständigen Stähle 2
organisation von Unternehmen und Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Institutionen aus den Bereichen Postfach 10 22 05 3 Charakteristische Eigenschaf­ten
– Edelstahlherstellung, 40013 Düsseldorf der nichtrostenden korrosions-
– Edelstahlhandel und Anarbeitung, Telefon: 0211 / 67 07-8 35 beständigen Stähle 4
– Edelstahlverarbeitung, Telefax: 0211 / 67 07-3 44 3.1 Ferritische korrosions­be­stän-­
– Oberflächenveredelung, Internet: www.edelstahl-rostfrei.de dige Stähle 4
– Legierungsmittelindustrie, E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de 3.2 Martensitische und ausschei-
– Marktforschung und Verlage dungshärtende korrosionsbe-
für nichtrostende Stähle. Autor: ständige Stähle 5
Dr.-Ing. Ulrich Heubner, Werdohl 3.3 Austenitisch-ferritische
Die Aufgaben der ISER umfassen korrosionsbeständige Stähle 7
die firmenneutrale Information über Fotos: 3.4 Austenitische korrosions­
Eigen­schaften und Anwendungen Stefan Elgaß, Geretsried beständige Stähle 8
von Edelstahl Rostfrei. Schwerpunkte Informationsstelle Edelstahl Rostfrei,
der Aktivitäten sind Düsseldorf 4 Korrosionsbeständigkeit 12
Outokumpu Nirosta GmbH, 4.1 Allgemeines 12
– praxisbezogene, zielgruppenorien- Krefeld 4.2 Korrosionsarten 12
tierte Publikationen, Rösle Metallwarenfabrik 4.3 Anwendungshinweise unter
– Online-Informationsplattform unter GmbH & Co.KG, Marktoberdorf Gesichtspunkten der Korro­
www.edelstahl-rostfrei.de, sionsbeständigkeit 13
– Pressearbeit für Fach- und Publi­ Die in dieser Broschüre enthaltenen
kums­medien, Informationen vermitteln Orientie- 5 Schweißeignung 14
– Messebeteiligungen, rungshilfen. Gewährleistungsansprü­
– Durchführung von Schulungsveran- che können hieraus nicht abgeleitet 6 Umformbarkeit 14
staltungen, werden. Nachdrucke aus dieser Do-
– Errichtung von Kompetenzzentren kumentation bzw. Veröffentlichun- 7 Spanbarkeit 16
„Edelstahl-Rostfrei-Verarbeitung”, gen im Internet, auch auszugsweise,
– Informationen über Bezugsmög- sind nur mit schriftlicher Genehmi- 8 Oberflächenausführungen 17
lichkeiten von Produkten aus Edel- gung des Herausgebers und mit deut-
stahl Rostfrei, licher Quellenangabe gestattet. 9 Physikalische Eigenschaften 19
– individuelle Bearbeitung techni-
scher Anfragen. 10 Normung 19

Ein aktuelles Schriftenverzeichnis wird 11 Weitere Informationen 22


auf Anforderung gerne übersandt –
oder ist einsehbar unter
www.edelstahl-rostfrei.de/
Publikationen.

1
1 Einleitung mehr als 1000 Verarbeiter im Waren- Eigenschaften, Verarbeitung und Ver-
zeichenverband Edelstahl Rostfrei wendung können dem Literaturnach-
Edelstahl Rostfrei ist ein Sammelbe- e.V. zusammengeschlossen und ver- weis entnommen werden oder von
griff für die nichtrostenden korrosi- wenden das eingetragene Marken- den Lieferfirmen erfragt werden.
onsbeständigen Stähle. Sie enthal- zeichen:
ten mindestens 10,5 % Chrom (Cr)
und weisen gegenüber unlegierten
2 Einteilung der
Stählen eine deutlich verbesserte nichtrostenden
Korrosionsbeständigkeit auf. Höhere
Cr-Gehalte und weitere Legierungs-
korrosionsbe­
bestandteile wie z.B. Nickel (Ni) und ständigen Stähle
Molybdän (Mo) erhöhen die Korro-
sionsbeständigkeit weiter. Darüber Die nichtrostenden korrosionsbe-
hinaus kann das Hinzulegieren be- ständigen Stähle werden entspre-
stimmter anderer Elemente auch wei- chend ihrem in Bild 1 gezeigten
tere Eigenschaften positiv beeinflus- Gefügezustand in vier Hauptgrup-
sen, z.B. pen eingeteilt. Es sind dies die fer-
ritischen, die martensitischen, die
• 
Titan, Niob: Beständigkeit gegen austenitisch-ferritischen und die
interkristalline Korrosion, austenitischen Stähle. Für jede die-
• Stickstoff: Festigkeit, Korrosions- Die nichtrostenden korrosionsbestän­ ser Hauptgruppen gibt Tabelle 1 eini-
beständigkeit, digen Stähle werden als Walz- und ge ausgewählte wichtige Stahlsorten
• Schwefel: Spanbarkeit. Schmiedestähle und als Stahlguss wieder.
gefertigt. Diese Schrift behandelt die
Damit verfügen die Konstrukteure, Walz- und Schmiedestähle. Sie soll Wie man in Tabelle 1 erkennt, sind
Verarbeiter und Verwender über eine die Unterschiede zwischen den ver- die Stähle neben ihrer jeweiligen EN
Vielzahl von Stahlsorten für mannig- schiedenen Edelstahl-Rostfrei-Sorten Werkstoff-Nummer mit einem Kurz-
faltige Anwendungsgebiete. verdeutlichen und die Auswahl für namen (z.B. X5CrNi18-10) bezeich-
die Anwendungen erleichtern. Auf net. Dieser Kurzname setzt sich aus
Seit Erfindung der nichtrostenden die Verarbeitung wird nur eingegan- dem Kennbuchstaben für legierte
Stähle im Jahre 1912 haben Herstel- gen, soweit dies zum Verständnis Stähle X, einer Zahl, die dem Hun-
ler und Verarbeiter unterschiedliche erforderlich ist. Ausführlich ist darü- dertfachen des mittleren Massen-
Handelsnamen verwendet, wie V2A/ ber im ISER-Merkblatt Die Verarbei- anteils an Kohlenstoff entspricht,
V4A, NIROSTA, REMANIT oder Cro- tung von Edelstahl Rostfrei (MB 822) den chemischen Symbolen der den
margan. Das Wort „Edelstahl” ohne berichtet. Weitere Einzelheiten über Stahl kennzeichnenden Legierungs-
den Zusatz „Rostfrei” reicht als Be-
zeichnung nicht aus; denn zu den
Edelstählen gehören auch die Grup-
pen Edelbaustahl, Wälzlagerstahl,
Schnellarbeitsstahl und Werkzeug-
stahl mit wesentlich anderen Ge-
brauchseigenschaften.

Ausgehend vom Konsumgüterbe-


reich hat sich der Begriff Edelstahl
Rostfrei durchgesetzt. Edelstahl
Rostfrei hat in seiner langjährigen
Geschichte aufgrund der ihm eige-
nen Korrosionsbeständigkeit und
hervorragender mechanischer Eigen-
schaften zunehmende Bedeutung in
immer mehr Verarbeitungsbereichen
erlangt. Das spiegelt sich in einer be-
achtlichen Steigerungsrate der Pro-
duktion: Zwischen 1990 und 2012
ist die Jahres-Rohstahlerzeugung an
Bild 1: Beispiele typischer Gefügeausbildung bei verschiedenen Stahlsorten:
nichtrostenden Stählen weltweit von
a) Stahl Werkstoff-Nr. 1.4511 mit ferritischem Gefüge
ca. 12,8 Mio. t auf rund 35,4 Mio t
b) Stahl Werkstoff-Nr. 1.4313 mit martensitischem Gefüge
gestiegen.
c) Stahl Werkstoff-Nr. 1.4301 mit austenitischem Gefüge
d) Stahl Werkstoff-Nr. 1.4462 mit austenitisch-ferritischem Gefüge
Auch die Zahl der Verarbeitungsbe- (nach P. Gümpel und N. Arlt, aus Nichtrostende Stähle, 2. neu bearbeitete Auf-
triebe hat zugenommen. Heute sind lage, Verlag Stahleisen mbH, Düsseldorf 1989)

2
Stahlsorte Chemische Zusammensetzung in Masse-%
Werk-
EN Kurzname C Cr Mo Ni Andere
stoff-Nr.
Ferritische korrosionsbeständige Stähle
X2CrNi12 1.4003 ≤ 0,03 10,5/12,5 0,3/1,00 N ≤ 0,030
X2CrTi12 1.4512 ≤ 0,03 10,5/12,5 Ti [6x(C+N)] bis 0,65
X6Cr17 1.4016 ≤ 0,08 16,0/18,0
X3CrTi17 1.4510 ≤ 0,05 16,0/18,0 Ti [4x(C+N) + 0,15] bis 0,80
X6CrMoS17 1.4105 ≤ 0,08 16,0/18,0 0,20/0,60 S 0,15/0,35
X3CrNb17 1.4511 ≤ 0,05 16,0/18,0 Nb 12xC bis 1,00
X2CrTiNb18 1.4509 ≤ 0,03 17,5/18,5 Nb [3xC+ 0,30] bis 1,00 ;
Ti 0,10 bis 0,60
X6CrMo17-1 1.4113 ≤ 0,08 16,0/18,0 0,90/1,40
X2CrMoTi18-2 1.4521 ≤ 0,025 17,0/20,0 1,80/2,50 Ti [4x(C+N) + 0,15] bis 0,80
Martensitische korrosionsbeständige Stähle: Kohlenstoffmartensite
X12Cr13 1.4006 0,08/0,15 11,5/13,5 ≤ 0,75
X12CrS13 1.4005 0,08/0,15 12,0/14,0 ≤ 0,60 S 0,15/0,35
X20Cr13 1.4021 0,16/0,25 12,0/14,0
X30Cr13 1.4028 0,26/0,35 12,0/14,0
X46Cr13 1.4034 0,43/0,50 12,5/14,5
X50CrMoV15 1.4116 0,45/0,55 14,0/15,0 0,50/0,80 V 0,10/0,20
X17CrNi16-2 1.4057 0,12/0,22 15,0/17,0 1,5/2,5
X39CrMo17-1 1.4122 0,33/0,45 15,5/17,5 0,8/1,3 ≤ 1,0
X14CrMoS17 1.4104 0,10/0,17 15,5/17,5 0,20/0,60 S 0,15/0,35
Martensitische korrosionsbeständige Stähle: Nickelmartensite
X3CrNiMo13-4 1.4313 ≤ 0,05 12,0/14,0 0,3/0,7 3,5/4,5
X4CrNiMo16-5-1 1.4418 ≤ 0,06 15,0/17,0 0,80/1,50 4,0/6,0
Ausscheidungshärtende korrosionsbeständige Stähle
X5CrNiCuNb16-4 1.4542 ≤ 0,07 15,0/17,0 ≤ 0,60 3,0/5,0 Cu 3,0/5,0; Nb 5xC bis 0,45
X7CrNiAl17-7 1.4568 ≤ 0,09 16,0/18,0 6,5/7,8 Al 0,70/1,50
X5CrNiMoCuNb14-5 1.4594 ≤ 0,07 13,0/15,0 1,20/2,00 5,0/6,0 Cu 1,20/2,00; Nb 0,15/0,60
Austenitisch-ferritische korrosionsbeständige Stähle
X2CrNi22-2 1.4062 ≤ 0,03 21,5/24,0 ≤ 0,45 1,00/2,90 N 0,16/0,28
X2CrMnNiN21-5-1 1.4162 ≤ 0,04 21,0/22,0 0,10/0,80 1,35/1,70 Mn 4,0/6,0; N 0,20/0,25;
Cu 0,10/0,80
X2CrNiN23-4 1.4362 ≤ 0,03 22,0/24,0 0,10/0,60 3,5/5,5 Cu 0,10/0,60
X2CrNiMoN22-5-3 1.4462 ≤ 0,03 21,0/23,0 2,5/3,5 4,5/6,5 N 0,10/0,22
X2CrNiMnMoCuN24-4-3-2 1.4662 ≤ 0,03 23,0/25,0 1,00/2,00 3,0/4,5 Mn 2,5/4,0; Cu 0,10/0,80
X2CrNiMoN25-7-4 1.4410 ≤ 0,03 24,0/26,0 3,0/4,5 6,0/8,0 N 0,24/0,35
X2CrNiMoCuWN25-7-4 1.4501 ≤ 0,03 24,0/26,0 3,0/4,0 6,0/8,0 Cu 0,50/1,00; W 0,50/1,00;
N 0,20/0,30
Austenitische korrosionsbeständige Stähle
X5CrNi18-10 1.4301 ≤ 0,07 17,5/19,5 8,0/10,5 N ≤ 0,11
X4CrNi18-12 1.4303 ≤ 0,06 17,0/19,0 11,0/13,0 N ≤ 0,11
X8CrNiS18-9 1.4305 ≤ 0,10 17,0/19,0 8,0/10,0 S 0,15/0,35; Cu ≤ 1,00
X2CrNi19-11 1.4306 ≤ 0,030 18,0/20,0 10,0/12,0 N ≤ 0,11
X2CrNi18-9 1.4307 ≤ 0,030 17,5/19,5 8,0/10,5 N ≤ 0,11
X2CrNi18-10 1.4311 ≤ 0,030 17,5/19,5 8,5/11,5 N 0,12/0,22
X6CrNiTi18-10 1.4541 ≤ 0,08 17,0/19,0 9,0/12,0 Ti 5xC bis 0,70
X6CrNiNb18-10 1.4550 ≤ 0,08 17,0/19,0 9,0/12,0 Nb 10xC bis1,00
X3CrNiCu18-9-4 1.4567 ≤ 0,04 17,0/19,0 8,5/10,5 Cu 3,0/4,0
X10CrNi18-8 1.4310 0,05/0,15 16,0/19,0 ≤ 0,80 6,0/9,5
X5CrNiMo17-12-2 1.4401 ≤ 0,07 16,5/18,5 2,00/2,50 10,0/13,0 N ≤ 0,10
X2CrNiMo17-12-2 1.4404 ≤ 0,030 16,5/18,5 2,00/2,50 10,0/13,0 N ≤ 0,10
X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571 ≤ 0,08 16,5/18,5 2,00/2,50 10,5/13,5 Ti 5xC bis 0,70
X2CrNiMoN17-13-3 1.4429 ≤ 0,030 16,5/18,5 2,5/3,0 11,0/14,0 N 0,12/0,22
X2CrNiMo18-14-3 1.4435 ≤ 0,030 17,0/19,0 2,5/3,0 12,5/15,0 N ≤ 0,10
X3CrNiMo17-13-3 1.4436 ≤ 0,05 16,5/18,5 2,5/3,0 10,5/13,0 N ≤ 0,10
X2CrNiMoN17-13-5 1.4439 ≤ 0,030 16,5/18,5 4,0/5,0 12,5/14,5 N 0,12/0,22
X1NiCrMoCu25-20-5 1.4539 ≤ 0,020 19,0/21,0 4,0/5,0 24,0/26,0 Cu 1,20/2,00; N ≤ 0,15
X2CrNiMnMoNbN25-18-5-4 1.4565 ≤ 0,030 24,0/26,0 4,0/5,0 16,0/19,0 Mn 5,0/7,0; N 0,30/0,60; Nb ≤ 0,15
X1NiCrMoCuN25-20-7 1.4529 ≤ 0,020 19,0/21,0 6,0/7,0 24,0/26,0 Cu 0,50/1,50; N 0,15/0,25
X1CrNiMoCuN20-18-7 1.4547 ≤ 0,020 19,5/20,5 6,0/7,0 17,5/18,5 Cu 0,50/1,00; N 0,18/0,25
X1CrNiMoCuN24-22-8 1.4652 ≤ 0,020 23,0/25,0 7,0/8,0 21,0/23,0 Mn 2,0/4,0; N 0,45/0,55
Tabelle 1: Genormte nichtrostende korrosionsbeständige Stähle (Auswahl) anhand von Angaben in EN 10088-1
3
Gefüge Hauptlegierungsbestandteile handlungskombination Lösungsglü-
ferritisch Cr hen und Aushärten definiert. Diese
martensitisch Cr, C (Kohlenstoffmartensite) oder Ni (Nickelmartensite) umfasst die ausscheidungshärten-
austenitisch-ferritisch Cr, Ni, Mo den korrosionsbeständigen Stähle.
austenitisch Cr, Ni, Mo, mit höherem Ni-Gehalt als bei den austenitisch- Drei Beispiele für diese sind in Tabel-
ferritischen Stählen, Mangan im Fall der Manganaustenite le 1 aufgeführt.
Tabelle 2: Die vier Hauptgruppen der nichtrostenden korrosionsbeständigen Stähle

elemente, sowie Zahlen, die in der lenstoff und im Fall der nickelmar-
3 Charakteristische
Reihenfolge der kennzeichnenden tensitischen Stähle das Nickel als Eigenschaften der
Legierungselemente deren mittlere
Massenanteile angeben, zusammen.
wesentliche Legierungsbestandteile
hinzu. Die austenitisch-ferritischen
nichtrosten­den
Leichter zu übermitteln und zu mer- Stähle können neben dem Chrom korrosionsbe­
ken ist die Werkstoffnummer (z.B.
1.4301), die sich bei den nichtrosten-
unter anderem sowohl Nickel als
auch Molybdän als wesentliche Le-
ständigen Stähle
den Stählen deshalb als bevorzugtes gierungsbestandteile enthalten. Bei
Kennzeichen durchgesetzt hat. den austenitischen Stählen ist neben 3.1 Ferritische korrosionsbe-
dem Chrom üblicherweise das Nickel ständige Stähle
Die aus Tabelle 1 hervorgehende ein wesentliches Legierungselement,
Vielfalt der Stahlsorten entsteht sofern nicht – wie bei den so genann- Man kann zwei Untergruppen ferriti-
durch unterschiedliche Kombination ten Manganausteniten – das Mangan scher korrosionsbeständiger Stähle
von Legierungsbestandteilen. Ta- an dessen Stelle tritt. Auf die Vielzahl definieren:
belle 2 vermittelt hierzu einen ver- weiterer möglicher Legierungsele-
einfachten Überblick. Weil sich die mente wie beispielsweise Stickstoff • 
mit etwa 11 bis 13 % Cr (z.B.
nichtrostenden korrosionsbeständi- wurde schon einleitend hingewiesen. 1.4003, 1.4512),
gen Stähle über einen Mindestanteil • 
mit etwa 17 % Cr (z.B. 1.4016,
von 10,5 % Chrom definieren, ist Über diese vier Hauptgruppen der 1.4510, 1.4105, 1.4511, 1.4509,
bei jeder der vier Hauptgruppen das nichtrostenden korrosionsbestän- 1.4113, 1.4521).
Chrom ein wesentlicher Legierungs- digen Stähle hinausgehend gibt es
bestandteil. Bei den martensitischen noch eine fünfte Nebengruppe, die Darüber hinaus sind im Norm-Ent-
Stählen treten im Fall der kohlen- sich nicht über das Gefüge, sondern wurf E DIN EN 10088-1:2012 auch ei-
stoffmartensitischen Stähle der Koh- über die Erfordernis der Wärmebe- nige ferritische korrosionsbeständige

Stahlsorte Er- Dicke oder 0,2 %-Dehn- Zugfestigkeit Bruchdehnung b) Beständigkeit gegen in-
zeug- Durchmesser grenze b) terkristalline Korrosion c)
nis- [mm] [N/mm2] min. [N/mm2] [%] min.
EN Kurzname W.-Nr. form a) max. Lieferzu- geschweiß-
längs quer
stand ter Zustand
C 8 280 320 450 / 650
20
H 13,5 280 320 450 / 650
X2CrNi12 1.4003 nein nein
P 25 250 280 450 / 650 18
L 100 260 - 450 / 650 20
C 8
X2CrTi12 1.4512 210 220 380 / 560 25 nein nein
H 13,5
C 8 260 280 20
450 / 600
H 13,5 240 260 18
X6Cr17 1.4016 ja nein
P 25 240 260 430 / 630 20
L 100 240 - 400 / 630 18
C 8
X3CrTi17 1.4510 230 240 420 / 600 23 ja ja
H 13,5
C 8 230 240 420 / 600 23
X3CrNb17 1.4511 ja ja
L 50 200 - 420 / 460 20
C 8
260 280 450 / 630
X6CrMo17-1 1.4113 H 13,5 18 ja nein
L 100 280 - 440 / 660
C 8 300 320 420 / 640
X2CrMoTi18-2 1.4521 H 13,5 300 400 / 600 20 ja ja
280
P 12 300 420 / 640
a) C = kaltgewalztes Band, H = warmgewalztes Band, P = Blech, L = Langprodukte
b) für Walzdraht gelten nur die Zugfestigkeitswerte
c) bei Prüfung nach EN ISO 3651-2

Tabelle 3: M
 echanische Eigenschaften einiger ferritischer korrosionsbeständiger Stähle im geglühten Zustand bei Raumtempe-
ratur und Beständigkeit gegenüber interkristalliner Korrosion, vereinfachte Übersicht anhand von Angaben aus den
Normen EN 10088-2 und EN 10088-3

4
Stähle mit ≥ 20 % Cr enthalten. Bei
diesen ist jeweils zu prüfen, ob die
Verarbeitbarkeit für die angestrebte
Endanwendung in ausreichend si-
cherem Umfang gegeben oder durch
Kaltsprödigkeit beeinträchtigt ist. An-
dernfalls können beispielsweise die
austenitisch-ferritischen korrosions-
beständigen Stähle als Alternativen
in Betracht gezogen werden.

Die in Tabelle 3 beispielhaft aufge-


führten mechanischen Eigenschaften
der ferritischen korrosionsbeständi-
gen Stähle setzen ein feinkörniges
Gefüge voraus, das durch eine der
DIN EN 10088-2 und DIN EN ­10088-3
zu entnehmende entsprechende
Glühbehandlung erreicht wird. Durch
den relativ niedrigen Chromgehalt
der 11 bis 13 %igen Chromstähle ist
der Korrosionswiderstand z.B. un-
ter atmosphärischen Bedingungen
oder in wässrigen Medien begrenzt.
Bei den 17  %igen Chromstählen
wird durch den höheren Chromge-
Bild 2: K
 erbschlagarbeit-Temperatur-Kurven verschiedener nichtrostender Stähle
halt eine bessere Korrosionsbestän-
(nach R. Oppenheim, aus Nichtrostende Stähle, 2. neu bearbeitete Auflage,
digkeit erreicht. Allerdings ist auch
Verlag Stahleisen mbH, Düsseldorf 1989)
damit der Stahl 1.4016 in der allge-
meinen bauaufsichtlichen Zulassung
Z-30.3-6 nur in der Korrosionswider-
standsklasse I (gering) eingestuft,
mit typischen Anwendungen für Kon-
struktionen in Innenräumen mit Aus-
nahme von Feuchträumen. Für nicht
tragende Bauteile wird er auch für
Außenanwendungen eingesetzt.

Durch Zulegieren von bis zu 2,5 %


Molybdän kann die Korrosionsbe-
ständigkeit der nichtrostenden fer-
ritischen Stähle nochmals erhöht
werden, so dass der nichtrostende
ferritische Stahl 1.4521 für Anwen-
dungen in der Trinkwasser-Hausins-
tallation hinreichend beständig und Bild 3: A
 uspuffanlagen – ein Einsatzgebiet von ferritischem korrosionsbeständigem
dafür zugelassen ist. Stahl im Automobilbau

Einige Stähle enthalten Titan oder duzierte transkristalline Spannungs- 3.2 Martensitische und aus­
Niob als Karbid bildende Elemente, risskorrosion zeigen. scheidungshärtende kor-
die den Kohlenstoff abbinden. Solche rosionsbeständige Stähle
Stähle sind im geschweißten Zustand Bild 2 macht an Hand der Tempera-
in den in Tabelle 3 und in DIN EN turabhängigkeit der Kerbschlagarbeit
10088-2 und DIN EN 1 ­ 0088-3 genann- die vorstehend erwähnte Neigung Bei den kohlenstoffmartensitischen
ten Erzeugnisabmessungen beständig des ferritischen Gefüges zur Kaltsprö- korrosionsbeständigen Stählen mit
gegen interkristalline Korrosion. digkeit deutlich. Dies ist bei der Ver- rund 12 bis 18 % Cr und mit C-Ge-
arbeitung zu beachten. halten ab etwa 0,1 % (z.B. 1.4006,
Ein besonderer Vorteil der ferriti- 1.4005, 1.4021, 1.4028, 1.4034,
schen korrosionsbeständigen Stäh- Bild 3 veranschaulicht die Verwen- 1.4116, 1.4057, 1.4122, 1.4104)
le ist, dass sie im Gegensatz zu den dung von ferritischem korrosionsbe- handelt es sich um Stähle, die bei
austenitischen CrNi-Stählen eine ständigem Stahl für Auspuffanlagen hohen Temperaturen vollständig
hohe Beständigkeit gegen chloridin- im Automobilbau. austenitisch sind. Schreckt man aus

5
Stahlsorte dem austenitischen Bereich ab, d.h.
härtet man, so erhalten sie ein mar-
EN Kurzname W.-Nr. C-Gehalt in Masse-% Härte in HRC
tensitisches Gefüge. Die Austeniti-
X20Cr 1.4021 0,16 / 0,25 44 / 50 sierungstemperaturen liegen je nach
X30Cr13 1.4028 0,26 / 0,35 45 / 51 Stahlsorte bei etwa 950-1050 °C; die
Abschreckung kann sehr viel langsa-
X39Cr13 1.4031 0,36 / 0,42 47 / 53
mer als bei vergleichbaren unlegier-
X38CrMo14 1.4419 0,36 / 0,42 46 / 52 ten Stählen erfolgen, beispielsweise
X39CrMo17-1 1.4122 0,33 / 0,45 47 /53 mittels Luftabkühlung. Wie Tabelle 4
zeigt, ist die Härte der Stähle umso
Tabelle 4: Einfluss
 des Kohlenstoffgehaltes auf die Härte martensitischer korrosions- größer, je höher der C-Gehalt ist.
beständiger Stähle in Form von kaltgewalztem Band, vergüteter Zustand,
gemäß den Angaben in DIN EN 10088-2
Im vergüteten Zustand werden hohe
Festigkeitswerte erreicht. Allerdings
ist auch bei den nichtrostenden koh-
lenstoffmartensitischen Stählen die
in Bild 2 beispielhaft gezeigte Ab-
hängigkeit der Zähigkeitswerte von
der Temperatur zu beachten. Diese
Abhängigkeit ist bei den nickelmar-
tensitischen Stählen weniger ausge-
prägt, so dass sie auch bei tieferen
Temperaturen Anwendung finden
können.

Bei den nickelmartensitischen kor-


rosionsbeständigen Stählen wird die
Rolle des Kohlenstoffs vom Nickel
übernommen, beispielsweise beim
Stahl 1.4313. Die Vergütungsfähig-
keit bleibt dabei erhalten, ohne dass
die Nachteile eines erhöhten Kohlen-
stoffgehaltes (Karbidausscheidun-
gen, hohe Härteannahme) auftreten.
Weiterhin wird der durchvergütbare
Abmessungsbereich auf größere
Durchmesser erweitert. Die Korrosi-
onsbeständigkeit wird durch den Zu-
satz von Molybdän noch erhöht, wie
beispielsweise beim Stahl 1.4418.
Bild 4: Vergütungsschaubild des Stahls Werkstoff-Nr. 1.4021; Härten: 1000 °C/Öl, An-
lassen: Anlaßtemperatur 2 h/Luft (aus P. Gümpel und N. Arlt, Nichtrostende Je nach Erzeugnisform werden die
Stähle, 2. neu bearbeitete Auflage, Verlag Stahleisen mbH, Düsseldorf 1989) martensitischen korrosionsbestän-
digen Stähle im geglühten oder
vergüteten Zustand geliefert. Pro-
dukte, die im weichgeglühten Zu-
stand geliefert werden (wie Kalt- und
Warmband und daraus abgelängte
Bleche), können durch Warmumfor-
men oder durch Kaltumformen (z.B.
Biegen, Prägen, Stanzen, Ziehen)
bearbeitet werden, bevor die Ver-
gütungsbehandlung vorgenommen
wird.

Die Vergütungsbehandlung umfasst


das Härten und anschließende An-
lassen auf die in DIN EN 10088-2 und
DIN EN 10088-3 hierfür genannten
Temperaturen. Durch die Anlassbe-
handlung nehmen die Festigkeit ab
Bild 5: R
 asierklingen aus martensitischem nichtrostendem Stahl und die Zähigkeit zu. Aus dem in

6
Bild 4 beispielhaft wiedergegebenen Die in Tabelle 1 im Anschluss an Dies gilt besonders für den Stahl
Vergütungsschaubild für den Stahl die nickelmartensitischen Stähle ­X 2CrNiMoN22-5-3 (Werkstoff-Nr.
1.4021 erkennt man die große Varia- beispielhaft aufgeführten ausschei- 1.4462), der gemäß Tabelle 1 ca.
tionsbreite der Festigkeitseigenschaf- dungshärtbaren korrosionsbestän- 22 % Cr, ca. 5 % Ni und ca. 3 % Mo
ten, die durch Wärmebehandlung digen Stähle 1.4542, 1.4568 und sowie Stickstoff enthält. Dies führt zu
erzielt werden. Im Hinblick auf beste 1.4594 lassen sich durch die dem einem ausgewogenen austenitisch-
Korrosionsbeständigkeit sind bevor- Anhang zu DIN EN 10088-2 und ferritischen Gefüge (in der Regel
zugt die vorgegebenen Wärmebe- DIN EN 10088-3 zu entnehmen- 50:50). Mit einem weiter reduzierten
handlungstemperaturen einzuhalten. den Aushärtungsbehandlungen auf Nickelgehalt finden die so genannten
hohe Festigkeitswerte bringen. Der Magerduplex- oder Lean-Duplex-
Voraussetzung für eine ausreichende Werkstoff 1.4542 findet zahlreiche Stähle, die in Tabelle 1 beispielhaft
Korrosionsbeständigkeit ist jedoch Anwendungen in der Luftfahrt- und mit den Stählen 1.4062, 1.4162,
auch eine geeignete Oberflächenaus- Medizintechnik sowie im Maschi- 1.4362 und 1.4662 vertreten sind,
führung, die durch ein anschließen- nenbau. zunehmend Verwendung.
des Beizen oder Feinschleifen und
Polieren erreicht wird. 3.3 Austenitisch-ferritische Aus einem Vergleich der Tabellen
korrosionsbeständige 5 und 6 wird ersichtlich, dass die
In vielen Einsatzgebieten wird die- Stähle 0,2 %-Dehngrenzen dieser Stähle
se Stahlgruppe wegen ihrer hohen deutlich oberhalb derjenigen der
Verschleißfestigkeit und Schneidhal- austenitischen Stähle liegen. Da-
tigkeit eingesetzt. Bei Schneidwa- Die austenitisch-ferritischen korro- bei werden dennoch ausreichende
renherstellern hat u.a. der Werkstoff sionsbeständigen Stähle, wegen ih- Duktilitätswerte erreicht. Weiter her-
1.4116 ein großes Interesse. Bild 5 rer zwei Gefügebestandteile häufig vorzuheben sind die günstigen Dau-
zeigt die Anwendung für die Herstel- als Duplex-Stähle bezeichnet, ha- erfestigkeitseigenschaften dieser
lung von Rasierklingen. ben stetig an Bedeutung gewonnen. Stähle, auch in korrosiven Medien.

Stahlsorte Er- Dicke 0,2 %-Dehn- Zugfestigkeit b) Bruchdeh- Beständigkeit ge-


zeug- oder grenze b) nung b) gen interkristalline
nis- Durch- [N/mm2] min. Korrosion c)
EN Kurzname W.-Nr. form a) messer [N/mm2] [%] min. Liefer- sensibi-
[mm] max. längs quer zustand lisierter
Zustand
X2CrNi22-2 1.4062 P 75 400 650 / 850 30 ja ja
L 160 380 650 / 900
X2CrMnNiN21-5-1 1.4162 C 6,4 530 700 / 900 20/30 ja ja
H 10 480 680 / 900 30
P 75 400 630 / 800 30
L 160 400 650 / 900 25
X2CrNiN23-4 1.4362 C 8 450 650 / 850 20 ja ja
H 13,5 400 20
P 75 400 630 / 800 25
L 160 400 - 600 / 830 25
X2CrNiMoN22-5-3 1.4462 C 8 500 700 / 950 25 ja ja
H 13,5 460 700 / 950
P 75 460 640 / 840
L 160 450 650 / 880
X2CrNiMnMoCuN24-4-3-2 1.4662 C 6,4 550 750 / 900 25 d) ja ja
H 13 550 25
P 75 480 680 / 900
L 160 450 650 / 900
X2CrNiMoN25-7-4 1.4410 C 8 550 750 / 1000 20 ja ja
H 13,5 530
P 75 530 730 / 930
L 160 530 25
X2CrNiMoCuWN25-7-4 1.4501 P 75 530 730 / 930 25 ja ja
L 160 530 -
a) C = kaltgewalztes Band, H = warmgewalztes Band, P = Blech, L = Langprodukte
b) für Walzdraht gelten nur die Zugfestigkeitswerte
c) bei Prüfung nach EN ISO 3651-2;
d) 20 für < 3 mm Dicke
Tabelle 5: M
 echanische Eigenschaften einiger austenitisch-ferritischer korrosionsbeständiger Stähle im lösungsgeglühten Zu-
stand bei Raumtemperatur und Beständigkeit gegenüber interkristalliner Korrosion, vereinfachte Übersicht anhand von
Angaben aus den Normen EN 10088-2 und EN 10088-3

7
Bild 6: Aufzugsturm aus Duplex-Rohren (La Grande Arche, Paris)

Wie aus Tabelle 1 hervorgeht, weisen struktionen mit hoher Korrosions- 3.4 Austenitische korrosions-
die dort aufgeführten austenitisch- belastung durch Chlor oder Chloride beständige Stähle
ferritischen ­korrosionsbeständigen und/oder Schwefeldioxid und hoher
Stähle einen deutlich höheren Luftfeuchtigkeit sowie Bereiche, in Die austenitischen CrNi-Stähle mit
Chrom­ gehalt auf als die dort ge- denen aufgrund der Aufkonzentrati- ≥ 8 % Ni bieten eine besonders güns-
nannten ferritischen und die Mehr- on von Schadstoffen eine sehr star- tige Kombination von Verarbeitbar-
zahl der austenitischen Stähle. Das ke Korrosionsbelastung gegeben ist. keit, mechanischen Eigenschaften
kann beispielsweise unter atmo- und Korrosionsbeständigkeit. Sie
sphärischen Einsatzbedingungen Bei der Betrachtung des Korrosions­ sind die Universalwerkstoffe für viele
vorteilhaft für das Korrosionsver- verhaltens der nichtrostenden aus­ Anwendungsmöglichkeiten und sind
halten der austenitisch-ferritischen te­nitisch-ferritischen Stähle ist wei- deshalb die bedeutendste Gruppe
Stähle sein. In Verbindung mit der terhin deren im Vergleich zu den der nichtrostenden Stähle.
vergleichsweise hohen 0,2 %-Dehn- austenitischen Stählen bessere Be-
grenze lässt sich daraus ein inter- ständigkeit gegen chloridinduzierte Wichtigste Eigenschaft dieser Stahl-
essantes Anwendungspotential für Spannungsrisskorrosion hervorzu- gruppe ist die hohe Korrosionsbe-
das Bauwesen ableiten, wie für den heben. ständigkeit, die mit zunehmendem
in Bild 6 beispielhaft gezeigten Auf- Legierungsgehalt, insbesondere an
zugsturm und für feingliedrige Brü- Die so genannten Superduplexstäh- Chrom und Molybdän, gesteigert
ckenkonstruktionen. le, die in Tabelle 1 mit den Werkstof- wird. Man kann hier eine Einteilung
fen 1.4410 und 1.4501 vertreten in 3 Gruppen vornehmen, die nach-
In der allgemeinen bauaufsicht- sind, erlauben auf Grund der mit folgend an Hand von jeweils zwei
lichen Zulassung Z-30.3-6 ist der ihnen gegebenen Kombination von Vertretern beispielhaft umrissen
nichtrostende austenitisch-ferri- hoher Festigkeit und Meerwasser- werden:
tische Stahl 1.4362 eingestuft in beständigkeit gewichtsreduzierte
der Korrosionswiderstandsklasse Bauweisen bei Offshore-Plattformen Die Stähle 1.4301 und 1.4541 sind
III (mittel), für Konstruktionen mit und finden entsprechende Anwen- in normaler Außenatmosphäre be-
mäßiger Chlorid- und Schwefeldi- dungen. ständig und deshalb für Innen- und
oxidbelastung und unzugängliche Außenanwendungen gleichermaßen
Konstruktionen. Der nichtrostende Die Schweißbarkeit der austeni- geeignet. In der allgemeinen bau-
austenitisch-ferritische Stahl 1.4462 tisch-ferritischen Stähle bereitet bei aufsichtlichen Zulassung Z-30.3-6
befindet sich in der Korrosionswi- Beachtung der Schweißvorgaben finden sie sich in der Korrosionswi-
derstandsklasse IV (stark), für Kon- keine Probleme. derstandsklasse II, d.h. mäßig, für

8
zugängliche Konstruktionen, ohne
nennenswerte Gehalte an Chloriden
und Schwefeldioxid, keine Industrie-
atmosphäre.

Die Stähle 1.4401 und 1.4571 sind


bis zu einem gewissen Grade auch in
chloridhaltiger bzw. schwefeldioxid-
X5CrNi18-10
haltiger Atmosphäre bei Raumtem-
peratur weitgehend beständig und
daher auch für den Einsatz in Indus-
trieatmosphäre sowie in Küstennähe
geeignet. In der allgemeinen bau- X6Cr17
aufsichtlichen Zulassung Z ­-30.3-6
finden sie sich in der Korrosionswi-
derstandsklasse III, d.h. mittel, für
Konstruktionen mit mäßiger Chlorid-
und Schwefeldioxidbelastung und
unzugängliche Konstruktionen.

Die Stähle 1.4529 und 1.4547 wei-


sen eine hohe Beständigkeit gegen
Spannungsrisskorrosion auf. In der
allgemeinen bauaufsichtlichen Zu-
lassung Z-30.3-6 sind sie eingestuft
in die Korrosionswiderstandsklasse
IV, d.h. stark, für Konstruktionen mit
hoher Korrosionsbelastung durch Bild 7: Verfestigungsverhalten einiger nichtrostender Stähle (aus W. Küppers, Nicht-
Chlor oder Chloride und/oder Schwe- rostende Stähle, Kaltumformung, 2. neu bearbeitete Auflage, Verlag Stahleisen
feldioxid und hoher Luftfeuchtigkeit mbH, Düsseldorf 1989)
sowie Bereiche, in denen aufgrund
der Aufkonzentration von Schadstof-
fen eine sehr starke Korrosionsbelas-
tung gegeben ist.

Wie bei den ferritischen Stählen, ist


auch bei den austenitischen Stählen
zum Erreichen optimaler technologi-
scher Eigenschaften, die Tabelle 6 zu
entnehmen sind, ein feinkörniges Ge-
füge notwendig. Als abschließende
Wärmebehandlung wird ein Lösungs-
glühen bei den in DIN EN 10088-2
und DIN EN 10088-3 hierfür angege-
ben Temperaturen mit anschließen-
der Abkühlung in Wasser oder in Luft
durchgeführt, um die Ausbildung von
Ausscheidungen zu vermeiden. Aus-
tenitische Stähle sind im Gegensatz
zu martensitischen Stählen nicht
härtbar durch Vergüten.

Für bestimmte Einsatzgebiete wer-


den austenitische Stähle mit höheren
Festigkeiten gefordert. Eine Steige-
rung der Dehngrenze kann z.B. durch
Kaltumformung erreicht werden. So
lassen sich je nach Umformungsgrad
unterschiedliche Verfestigungsstufen Bild 8: Einfluss einiger Legierungselemente auf die 0,2%-Dehngrenze von austeniti-
erreichen, die u.a. Gegenstand der schem Stahl (nach V.J. McNeely und D.T. Llewellyn, aus P. Gümpel und N. Arlt,
allgemeinen bauaufsichtlichen Zu- in Nichtrostende Stähle, Aufbau und Eigenschaften, 2. neu bearbeitete Auflage,
lassung Z-30.3-6 sind. Wie eine im Verlag Stahleisen mbH, Düsseldorf 1989)

9
Stahlsorte Er- Dicke oder 0,2 %-Dehn- Zugfestig- Bruchdeh- Beständigkeit gegen in-
zeug- Durchmesser grenze b) keit b) nung b) terkristalline Korrosion c)
nis- [mm] max. [N/mm2] [N/mm2] [%] min.
form a) min.
Liefer- sensibilisier-
EN Kurzname W.-Nr. längs quer längs quer
zustand ter Zustand d)
C 8 230 540 / 750
45 e) 45 e)
H 13,5
X5CrNi18-10 1.4301 210 ja nein
P 75 650 / 850 45 45
160 45
L 190 500 / 700
160 < t ≤ 250 35
C 8 220 500 / 650 45 ja nein
X4CrNi18-12 1.4303 160 500 / 700 45
L 190
160 < t ≤ 250 35
P 75 190 500 / 700 35
X8CrNiS18-9 1.4305 nein nein
L 160 190 500 / 750 35
C 8 220
520 / 700
H 13,5 45
X2CrNi19-11 1.4306 200 ja ja
P 75 500 / 700
160 45
L 180 460 / 680
160 < t ≤ 250 35
C 8 220
520 / 700
H 13,5 200 45
X2CrNi18-9 1.4307 P 75 500 / 700 ja ja
160 45
L 175 500 / 700
160 < t ≤ 250 35
C 8
290
H 13,5 550 /750 40
X2CrNi18-10 1.4311 P 75 270 ja ja
160 40
L 270 550 / 760
160 < t ≤ 250 30
C 8 220
520 / 720
H 13,5 200 40
X6CrNiTi18-10 1.4541 P 75 500 / 700 ja ja
160 500 / 700 40
L 190
160 < t ≤ 250 30
C 8 220
520 / 720
H 13,5 40
X6CrNiNb18-10 1.4550 200 ja ja
P 75 500 / 700
160 40
L 205 510 / 740
160 < t ≤ 250 30
X3CrNiCu18-9-4 1.4567 L 160 175 450 / 650 45 ja ja
C 8 250 600 / 950 40
X10CrNi18-8 1.4310 nein nein
L 40 195 500 / 750 40
C 8 240
530 / 680 40
H 13,5 220
X5CrNiMo17-12-2 1.4401 P 75 520 / 670 45 ja nein
160 40
L 200 500 / 700
160 < t ≤ 250 30
C 8 240
530 / 680 40
H 13,5 220
X2CrNiMo17-12-2 1.4404 P 75 520 / 670 45 ja ja
160 40
L 200 500 / 700
160 < t ≤ 250 30
C 8 240
540 / 690
H 13,5 40
X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571 220 ja ja
P 75 520 / 670
160 40
L 200 500 / 700
160 < t ≤ 250 30
Tabelle 6 (1/2): M
 echanische Eigenschaften einiger austenitischer korrosionsbeständiger Stähle im lösungsgeglühten Zustand
bei Raumtemperatur und Beständigkeit gegenüber interkristalliner Korrosion, vereinfachte Übersicht anhand von
Angaben aus den Normen EN 10088-2 und EN 10088-3

10
C 8 300
35 35
H 13,5 580 / 780
X2CrNiMoN17-13-3 1.4429 280 ja ja
P 75 40 40
160 580 / 800 40
L 280
160 < t ≤ 250 30
C 8 240
550 / 700 40
H 13,5
X2CrNiMo18-14-3 1.4435 220 ja ja
P 75 520 / 670 45
160 40
L 200 500 / 700
160 < t ≤ 250 30
C 240
550 / 700
H 40
X3CrNiMo17-13-3 1.4436 220 ja ja
P 530 / 730
160 40
L 200 500 / 700
160 < t ≤ 250 30
C 8 290
580 / 780 35
H 13,5 270
X2CrNiMoN17-13-5 1.4439 P 75 40 ja ja
160 35
L 280 580 / 800
160 < t ≤ 250 30
C 8 240
H 13,5 35
X1NiCrMoCu25-20-5 1.4539 220 ja ja
P 75
160 35
L 230 530 / 730
160 < t ≤ 250 30
C 6
X2CrNiMn- H 10 420 30
1.4565 800 / 950 ja ja
MoNbN25-18-5-4 P 40
L 160 420 35
P 75 300 40
X1NiCrMoCuN25-20-7 1.4529 160 650 / 850 40 ja ja
L 300
160 < t ≤ 250 35
C 8 320 35
H 13,5 650 / 850
X1CrNiMoCuN20-18-7 1.4547 P 75 300 40 ja ja
160 35
L 300 650 / 850
160 < t ≤ 250 30
C 8
H 13,5 430 40
X1CrNiMoCuN24-22-8 1.4652 750 / 1000 ja ja
P 15
L 50 430 40
a) C = kaltgewalztes Band, H = warmgewalztes Band, P = Blech, L = Langprodukte
b) für Walzdraht gelten nur die Zugfestigkeitswerte
c) bei Prüfung nach EN ISO 3651-2
d) Sensibilisierungsbehandlung 15 min bei 700 °C mit nachfolgender Abkühlung an Luft
e) Bei streckgerichteten Erzeugnissen ist der Mindestwert 5 % niedriger
Tabelle 6 (2/2): M
 echanische Eigenschaften einiger austenitischer korrosionsbeständiger Stähle im lösungsgeglühten Zustand
bei Raumtemperatur und Beständigkeit gegenüber interkristalliner Korrosion, vereinfachte Übersicht anhand von
Angaben aus den Normen EN 10088-2 und EN 10088-3

Vergleich zu den ferritischen Stählen in Bild 8 dargestellt: Die Elemente Festigkeitskennwerten sind z.B. die
höhere Kaltverfestigungsneigung Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N) Stähle 1.4311, 1.4429 und 1.4439.
der austenitischen Stähle aussehen zeigen die größte Wirkung. Auf die Wie am Beispiel des Stahls 1.4565
kann, zeigt Bild 7. Bei der Kaltumfor- Zugabe von Kohlenstoff wird jedoch deutlich wird, ist durch gezielte Ab-
mung kann es zusätzlich zur Bildung aus korrosionschemischen Gründen stimmung der Legierungsgehalte
von Verformungs-Martensit kommen. verzichtet. eine Steigerung der 0,2 %-Dehngren-
ze sogar auf Werte über 400 N/mm2
Eine andere Möglichkeit ist die Im Vergleich zum Kohlenstoff hat das möglich.
Mischkristallverfestigung durch le- Zulegieren von Stickstoff den Vorteil,
gierungstechnische Maßnahmen. dass neben einer Erhöhung der Fes- Das hohe Dehnungsvermögen – die
Der Einfluss der für die nichtrosten- tigkeit auch die Korrosionsbeständig- Bruchdehnungswerte nichtrostender
den Stähle wichtigen Legierungsele- keit verbessert wird. Stickstoffhalti- austenitischer Stähle sind gemäß
mente auf die 0,2 %-Dehngrenze ist ge austenitische Stähle mit höheren Tabelle 6 fast doppelt so hoch wie

11
die der nichtrostenden ferritischen annähernd gleichmäßigen Abtrag sein von Spalten gebunden. Diese
Stähle und in der Regel auch denen gekennzeichnet. In der Regel wird können konstruktiv oder betriebs-
der austenitisch-ferritischen Stäh- eine Abtragungsrate unter 0,1 mm/ bedingt, beispielsweise unter Ab-
le überlegen – führt zu sehr guter Jahr als ausreichende Beständigkeit lagerungen vorhanden sein. Da die
Kaltumformbarkeit. Daraus resul- gegen Flächenkorrosion angesehen. Spaltkorrosion im Wesentlichen den
tieren günstige Tiefzieh- und/oder Für die Massenverlustrate pro Flä- gleichen Mechanismen unterliegt
Streckzieheigenschaften sowie gute cheneinheit gilt für nichtrostende wie die Lochkorrosion, gelten die o.g.
Abkantbarkeit. Stähle die Beziehung 1 g/h x m2 = Ausführungen einschl. Legierungs-
1,1 mm/a. Gleichmäßige Flächenkor- einfluss und Wirksumme auch hier.
Besondere Bedeutung haben auch rosion kann bei nichtrostenden Stäh-
die höheren Kerbschlagarbeitswerte, len nur in Säuren und starken Laugen Spannungsrisskorrosion
die bis zu sehr tiefen Temperaturen auftreten. Sie wird wesentlich von Bei dieser Korrosionsart entstehen
auf einem hohen Niveau liegen, wie der Legierungszusammensetzung Risse, die bei nichtrostenden Stählen
in Bild 2 gezeigt wird. Daher können bestimmt. So sind z.B. die 17 % im Allgemeinen transkristallin verlau-
die nichtrostenden austenitischen Chromstähle wesentlich beständiger fen. Nur wenn die folgenden drei Be-
kaltzähen Stähle für Anlagen einge- als die 11-13 % Chromstähle. Eine dingungen gleichzeitig vorliegen, ist
setzt werden, die bei Temperaturen noch höhere Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion möglich:
bis -269 °C arbeiten (s. AD-Merkblatt Flächenkorrosion zeigen die austeni-
W10). tischen Chrom-Nickel-Stähle. Zusätz- a) die Oberfläche des Bauteils steht
lich kann die Beständigkeit durch unter Zugspannungen,
Zulegieren von Molybdän in vielen b) die Einwirkung eines spezifischen
4 Korrosions­ Fällen weiter erhöht werden. Mediums, meist mit Chloridionen
beständigkeit Lochkorrosion (Pitting)
als ursächlicher Bestandteil,
c) die Empfindlichkeit des Werkstoffs
Lochkorrosion kann auftreten, wenn gegenüber Spannungsrisskorrosion.
4.1 Allgemeines die Passivschicht örtlich durchbro-
chen wird. Wenn Chloridionen, be- Bei den Zugspannungen ist es gleich-
Wie eingangs schon erwähnt, wei- sonders bei erhöhten Temperaturen, gültig, ob sie von außen durch Zug-
sen die nichtrostenden Stähle eine vorliegen, können an diesen Stellen oder Biegespannungen aufgebracht
im Vergleich zu den unlegierten und – häufig nur nadelstichartig – Lö- werden oder ob sie als verarbeitungs-
niedriglegierten Stählen deutlich cher entstehen. Durch Ablagerungen, bedingte Eigenspannungen im Werk-
verbesserte Korrosionsbeständigkeit Fremdrost, Schlackenreste und An- stück vorliegen. Eigenspannungen
auf. Sie sind gegen zahlreiche ag- lauffarben auf der Oberfläche wird lassen sich im Prinzip entweder ther-
gressive Medien beständig und be- die Gefahr einer Lochkorrosion ver- misch durch Spannungsarm- oder
dürfen keines weiteren Oberflächen- stärkt. Weichglühen oder mechanisch wie
schutzes. Diese Passivität wird durch beispielsweise durch Recken oder
Zulegieren von min. 10,5 % Chrom Für die Beständigkeit gegenüber Strahlen abbauen. In zahlreichen Fäl-
zum Eisen bewirkt. Bei mechanischer Loch- und der nachfolgend genann- len ist aber weder das eine noch das
Beschädigung der Passivschicht bil- ten Spaltkorrosion ist die Summe andere möglich.
det sich diese spontan wieder aus. aus dem Chromgehalt und ungefähr
dem 3,3fachen des Molybdängehalts Die austenitischen CrNi- und CrNiMo-
Die Korrosionsbeständigkeit von maßgebend. Dies kommt in der so Standardstähle mit etwa 8 bis 12 %
Edelstahl Rostfrei ist vorrangig ab- genannten Nickel sind in Chloridlösungen emp-
hängig von der Legierungszusam- findlicher gegen Spannungsrisskor-
mensetzung des Stahls, daneben Wirksumme rosion als die ferritischen und die
von seiner Oberfläche und vom W = % Cr + 3,3 x % Mo austenitisch-ferritischen Stähle. Bei
Gefügezustand. Daher ist die Wahl den austenitischen Stählen lässt sich
der richtigen Stahlsorte im richtigen zum Ausdruck. Für sehr hochlegierte die Spannungsrisskorrosionsbestän-
Wärmebehandlungszustand mit der austenitische und für die austeni- digkeit durch Erhöhen des Nickelge-
richtigen Oberflächenbearbeitung tisch-ferritischen Stähle wird auch halts ganz wesentlich verbessern.
wesentlich für die Korrosionsbestän- das Legierungselement Stickstoff
digkeit. mit unterschiedlichen Faktoren in Interkristalline Korrosion
die Wirksumme einbezogen, zumeist Interkristalline Korrosion kann bei
mit einem Faktor von 16 für die nicht- nichtrostenden Stählen in sau-
4.2 Korrosionsarten rostenden austenitisch-ferritischen ren Medien dann auftreten, wenn
Stähle und mit einem Faktor von 30 sich zuvor durch Wärmeeinwirkung
Nachfolgend werden einige wichtige für die hochlegierten austenitischen Chromkarbide an den Korngrenzen
Korrosionsarten in Kürze erläutert: Stähle. ausgeschieden haben. Eine solche
Wärmeeinwirkung tritt z.B. beim
Abtragende Flächenkorrosion Spaltkorrosion Schweißen in der Nähe der Schweiß-
Abtragende Flächenkorrosion ist Spaltkorrosion ist – wie der Name naht, in der so genannten Wärmein-
durch einen gleichmäßigen oder schon sagt – an das Vorhanden- flusszone, auf. Das zur Bildung der

12
Chromkarbide benötigte Chrom wird
dabei dem Grundwerkstoff entzogen.
Das bewirkt eine örtliche Chromver-
armung in der Umgebung der ausge-
schiedenen Chromkarbide. Geht die-
se soweit, dass dort der Chromgehalt
unter den für eine Passivierung benö-
tigten Mindestgehalt absinkt, kommt
es zu interkristalliner Korrosion. Es ist
klar, dass auch der Ausgangschrom-
gehalt der Legierung dabei eine Rolle
spielt.

In der Praxis wird der interkristallinen


Korrosion bei den nichtrostenden
austenitischen Stählen dadurch be-
gegnet, dass man entweder den Koh-
lenstoffgehalt stark absenkt oder den
Kohlenstoff durch Zugabe von Titan
oder Niob abbindet.

Die Löslichkeit des Kohlenstoffs in


den nichtrostenden ferritischen Stäh-
len ist weitaus geringer. Daher lässt
sich bei Abkühlung von Lösungsglüh-
temperatur bei diesen Stählen eine
Chromkarbidausscheidung nicht un-
terdrücken, und eine ausreichende
Beständigkeit gegenüber interkristal-
liner Korrosion kann bei den ferriti-
schen Stählen in der Regel durch eine
Absenkung des Kohlenstoffs allein
nicht erreicht werden. Eine Abbin-
dung des Kohlenstoffs durch Zusätze
Bild 9: W
 IG-Schweißen eines Edelstahlgeländers
von Titan oder Niob ist erforderlich.
Im Einzelnen geben Tabelle 3 und
die einschlägigen Normen DIN EN Beachtenswerte Ausnahmen sind hende Beeinflussung von Werkstoff
10088-2 und DIN EN 10088-3 Aus- allerdings Grafit in Dichtungen und oder Medium festgestellt, spricht
kunft, bei welchen Werkstoffen und Aktivkohle in Filtern. man von Korrosionsbeständigkeit.
Erzeugnisabmessungen im Lieferzu-
stand und im geschweißten Zustand Bimetallkorrosion kann besonders Über die bereits in Abschnitt 3 ge-
eine Beständigkeit der ferritischen dann auftreten, wenn die Oberfläche gebenen Hinweise hinausgehend
Stähle gegenüber interkristalliner des edleren Werkstoffes im Verhält- geben zur Korrosionsbeständigkeit
Korrosion erwartet werden kann. nis zur Oberfläche des weniger edlen von Edelstahl Rostfrei in verschiede-
Werkstoffes groß ist. nen Anwendungsbereichen folgende
Bimetallkorrosion ISER-Merkblätter Auskunft:
Bimetallkorrosion kann entstehen,
wenn unterschiedliche metallische 4.3 Anwendungshinweise un- • Edelstahl Rostfrei in chloridhalti-
Werkstoffe miteinander in Kontakt ter Gesichtspunkten der gen Wässern (MB 830),
stehen und von einem Elektrolyten Korrosionsbeständigkeit • Korrosionsbeständigkeit nichtros-
benetzt werden. Bimetallkorrosion tender Stähle an der Atmosphäre
ist damit eine Sonderform der gal- (MB 828),
vanischen Korrosion. Der weniger Auch im Fall von Edelstahl Rostfrei • Edelstahl Rostfrei in Kontakt mit an-
edle Werkstoff (Anode) wird an der ist die Korrosionsbeständigkeit kei- deren Werkstoffen (MB 829),
Kontaktstelle angegriffen und geht ne Werkstoffeigenschaft, sondern • Edelstahl Rostfrei in Erdböden (MB
in Lösung. Der edlere Werkstoff (Ka- ein Werkstoffverhalten, welches aus 833),
thode) wird nicht angegriffen. In der der von der Werkstoffoberfläche aus- • Edelstahl Rostfrei in Schwimmbä-
Praxis sind die nichtrostenden Stähle gehenden Wechselwirkung mit dem dern (MB 831),
gegenüber vielen anderen metalli- umgebenden Medium unter den • Edelstahl Rostfrei im Bauwesen:
schen Werkstoffen, wie unlegierten jeweiligen Betriebsbedingungen re- Technischer Leitfaden (MB 875)
und niedriglegierten Stählen sowie sultiert. Wird dabei keine über das • Nichtrostender Stahl – Wenn die
Aluminium, die edleren Werkstoffe. jeweils tolerierbare Maß hinausge- Gesundheit zählt (MB 914)

13
Über die Korrosionsbeständigkeit der fahrensbedingt modifiziert. Ihre heißt mit geringem Schweißzusatz-
nichtrostenden Stähle in verschie- Zusammensetzung ist so abge- draht-Durchmesser und geringer
denen Medien/Chemikalien geben stimmt, dass sie bei ordnungsgemä- Streckenenergie. Meistens werden
weiterhin Auskunft die DIN 6601 ßer Handhabung ein weitgehend art- austenitische Schweißzusätze wegen
über die Beständigkeit von Werk- gleiches, einwandfreies Schweißgut der besseren Zähigkeitseigenschaf-
stoffen für Behälter aus Stahl gegen- ergeben. ten in der Schweißverbindung ver-
über Flüssigkeiten (www.beuth.de), wendet.
die DECHEMA-Werkstoff-Tabelle Die nichtrostenden ferritischen und
­(www.dechema.de) und die Bestän- austenitisch-ferritischen Edelstähle Während die martensitischen Stähle
digkeitstabellen und -diagramme können grundsätzlich nach den glei- mit geringen Kohlenstoffgehalten be-
der Hersteller-Werke (www.edelstahl- chen Verfahren geschweißt werden dingt schweißgeeignet sind, werden
rostfrei.de/Werkstoff). wie die austenitischen Edelstähle. die Stähle mit höheren Kohlenstoff-
gehalten nicht geschweißt. Ebenso
5 Schweißeignung Bei Schweißverbindungen unter-
schiedlicher austenitischer Edel-
wie bei den ferritischen werden auch
bei martensitischen Stählen für das
stahlsorten, beispielsweise 1.4301 Verbindungsschweißen austeniti-
Wie Bild 9 beispielhaft deutlich mit 1.4401 genügt im Allgemeinen sche Schweißzusätze empfohlen. Im
macht, ist in vielen Einsatzgebieten der für den weniger hoch legierten Hinblick auf die Korrosionsbestän-
nichtrostender Stähle die Schweiß- Grundwerkstoff geeignete artgleiche digkeit kann es zweckmäßig sein, die
barkeit eine der wichtigsten Verar- Schweißzusatzwerkstoff. Auch so Decklagen artgleich zu schweißen.
beitungseigenschaften. Neben den genannte „Schwarz-Weißverbindun-
geforderten Festigkeits- und Zähig- gen” sind möglich. Die nichtrostenden Ti- oder Nb-sta-
keitseigenschaften von Schweiß- bilisierten Sorten und die nichtros-
verbindungen muss die Korrosi- Beim Schweißen nichtrostender aus- tenden Stähle mit abgesenktem Koh-
onsbeständigkeit der Schweißnaht tenitischer Stähle sind gegenüber lenstoffgehalt sind im geschweißten
sowie der Wärmeeinflusszone der den un- und niedriglegierten Stählen bzw. sensibilisierten Zustand gegen
des Grundwerkstoffes entsprechen. die unterschiedlichen physikalischen interkristalline Korrosion nach Maß-
Sicherheit und Lebensdauer der ge- Eigenschaften zu beachten: gabe der hierfür in DIN EN 10088-2
samten Schweißkonstruktion hängen und DIN EN 10088-3 genannten Er-
unmittelbar von der Schweißnahtgü- - der höhere Wärmeausdehnungsko- zeugnisformen und -abmessungen
te ab. effizient, beständig.
- die niedrigere Wärmeleitfähigkeit,
Zur Erfüllung dieser Ansprüche müs- - der größere elektrische Wider- Anlauffarben sind entweder durch
sen neben geeigneten Schweißzu- stand. Überdecken mit geeignetem Schutz-
sätzen auch optimierte Schweiß- gas zu vermeiden, – so genanntes
techniken in Verbindung mit einer Der relativ hohe Wärmeausdeh- Formieren, – oder nach dem Schwei-
anschließenden sorgfältigen Naht- nungskoeffizient und die niedrige ßen mechanisch oder chemisch sorg-
nachbearbeitung eingesetzt werden. Wärmeleitfähigkeit nichtrostender fältig zu entfernen, um die Korrosi-
Ausführliche Informationen zu allen Stähle wirken sich besonders auf den onsbeständigkeit der Schweißnähte
damit verbundenen Fragen sind in Verzug beim Schweißen aus. Abhilfe- sicherzustellen.
den ISER-Merkblättern maßnahmen sind:

• 
Die Verarbeitung von Edelstahl - Wärmeabführung durch Kupfer- 6 Umformbarkeit
Rostfrei (MB 822) und schienen,
• 
Schweißen von Edelstahl Rostfrei - Schweißen mit niedriger Strecken- Die nichtrostenden Stähle weisen in
(MB 823) energie, der Regel ein gutes Umformverhal-
- Heften in kürzeren Abständen. ten auf, so dass sie für eine Vielzahl
enthalten. Nachfolgend werden im verschiedener Anwendungen in Be-
Sinne einer kurzen Übersicht einige Die nichtrostenden ferritischen Stäh- tracht kommen. Von Bedeutung sind
daraus entnommene Hinweise wie- le, beispielsweise 1.4003, 1.4016, hier insbesondere die Flachprodukte
dergegeben: 1.4511 und 1.4512 verhalten sich aus nichtrostenden Stählen, die ih-
bezüglich der Wärmeausdehnung ren Gebrauchswert in vielen Fällen
Die austenitischen Edelstähle lassen etwa wie die un- und niedrig legier- erst durch einen nachfolgenden Um-
sich mit nahezu allen in der Praxis ten Stähle. Im Vergleich zu den auste- formvorgang erhalten.
üblichen Verfahren schmelz- und wi- nitischen Stählen sind sie jedoch bis
derstandsschweißen. Nur vom Gas- auf den Stahl 1.4003 in der Wärme- Zu den wichtigsten Umformverfahren
schweißen (Sauerstoff-Azetylen) ist einflusszone wegen der Bildung von für Flacherzeugnisse zählt das Tief-
abzuraten. Grobkorn und Chromkarbidausschei- ziehen. Man unterscheidet je nach
dungen wesentlich kritischer zu ver- dem vorliegenden Spannungszu-
Die Schweißzusatzwerkstoffe ent- arbeiten. Deshalb sind die Schweiß- stand zwischen dem „echten” Tief-
sprechen weitgehend den Grund- verbindungen mit kleinstmöglichen ziehen (z.B. Näpfchen-Tiefziehen)
werkstoffen, sind jedoch ver- Schmelzbädern auszuführen, das und Streckziehen. Beim „echten”

14
Bild 10: Pfanne als Tiefziehteil

Tiefziehen ist das Nachfließen des das Ziehen angewendet. Es hat zum gen nur eingeschränkt umformungs-
Zuschnittes über den Ziehring mög- Ziel, das Produkt in die gewünschte fähig. Trotz dieser Einschränkung
lich, während der Zuschnitt beim Abmessung zu bringen (z.B. Draht- kommen Ferrite für eine Vielzahl von
Streckziehen durch den Niederhalter durchmesser). In vielen Fällen ist Anwendungen zum Einsatz. Gängige
starr gehalten wird und kein Nach- aber auch die mit der Verformung Umformteile sind zum Beispiel Ab-
fließen möglich ist. Die Verformung verbundene Kaltverfestigung er- deckungen und Verkleidungen in der
erfolgt in diesem Fall allein aus der wünscht. Typische Beispiele sind Architektur, Mäntel von Geschirrspü-
Blechdicke. Viele reale Umformteile, das Ziehen von Federdraht sowie das lern, Flachwaren, Zierleisten an Au-
insbesondere solche mit komplizier- Rohrziehen bei der Präzisionsrohr- tomobilen, Katalysator-Halbschalen
ter Geometrie, stellen eine Kombi- herstellung. sowie längsnahtgeschweißte Rohre.
nation von „echtem” Tiefziehen und
Streckziehen dar. Bild 10 zeigt eine Die nichtrostenden ferritischen Stäh- Die nichtrostenden austenitischen
Pfanne als Tiefziehteil. le verhalten sich hinsichtlich der Stähle weisen im Vergleich zu unle-
erforderlichen Umformkräfte annä- gierten Stählen und ferritischen nicht-
Für Flacherzeugnisse ist weiterhin hernd wie die unlegierten Stähle. rostenden Stählen eine wesentlich
das Biegen ein häufig angewendetes Sie sind jedoch im Vergleich zu unle- stärkere Kaltverfestigung auf. Dies hat
Umformverfahren. Es kann entweder gierten Tiefziehstählen in ihrem Ver- einen deutlich höheren Kraftbedarf
auf einer Abkantpresse im Gesenk formungsvermögen eingeschränkt. bei der Umformung zur Folge. Übliche
durchgeführt werden oder mittels Dabei ist im Auge zu haben, dass austenitische Werkstoffe wandeln
Rollenprofilierung in Walzgerüsten bei diesen Werkstoffen nicht die Um- während der Umformung teilweise in
erfolgen. Beispiele für letzteres sind formbarkeit, sondern die Korrosions- Martensit um. Die martensitische Um-
das Kaltprofilieren sowie die Her- beständigkeit die oberste Priorität in- wandlung wirkt sich allerdings nur bei
stellung von längsnahtgeschweißten nerhalb des insgesamt gewünschten der Umformung durch Mehrfach-Züge
Rohren. Werkstoffverhaltens hat. ungünstig aus. Falls erforderlich,
kann sie durch eine Zwischenglühung
Bei Langerzeugnissen aus nichtros- Beim Näpfchen-Tiefziehen erreichen wieder beseitigt werden.
tenden Stählen kommt in erster Li- nichtrostende ferritische Stähle,
nie die Kaltmassivumformung zur bedingt durch ihr gutes Fließverhal- Beim Näpfchen-Tiefziehen errei-
Anwendung. Hierzu zählen das Kalt- ten, ein hohes Grenzziehverhältnis chen die nichtrostenden austeniti-
fließpressen und das Kaltstauchen. (βmax > 2,0). Bei einer Beanspruchung schen Stähle annähernd dasselbe
Als weiteres Umformverfahren wird durch Streckziehen sind sie dage- Grenzziehverhältnis wie die nicht-

15
rostenden ferritischen Stähle. Ein 7 Spanbarkeit serung der Spanbarkeit bei nichtros-
deutlich günstigeres Umformver- tenden Stählen beiträgt, ist Schwefel.
halten zeigen die Austenite dage- Bei der Zerspanung nichtrostender
gen bei einer Beanspruchung durch Stähle gelten insbesondere die aus- Die zur spanenden Bearbeitung vor-
Streckziehen. Komplizierte Umform- tenitischen Stähle als schwierig zu gesehenen nichtrostenden Stähle
teile werden deshalb vorzugsweise bearbeiten. Die Spanbarkeit dieser lassen sich, wie Tabelle 7 zeigt, in 2
aus nichtrostenden austenitischen Stähle wird durch die hohe Kalt- Gruppen unterteilen. Daneben gibt
Stählen gefertigt. Beispiele sind verfestigungsneigung, die niedrige es Sonderautomatenstähle für spezi-
Geschirrspüler-Innentüren und -Bö- Wärmeleitfähigkeit und die gute Zä- fische Anwendungen.
den, Spülbecken, Hohlwaren und higkeit ungünstig beeinflusst. Das
Rohre. wichtigste Element, das zur Verbes- Die Automatenstähle enthalten in

Stahlsorte
EN Kurzname Werkstoffnummer Schwefelgehalt in %
Automatenstähle
X14CrMoS17 1.4104
X6CrMoS17 1.4105 0,15 bis 0,35
X8CrNiS18-9 1.4305
Standardstähle mit verbesserter Spanbarkeit1)
X5CrNi18-10 1.4301
X2CrNi19-11 1.4306
X2CrNi18-9 1.4307
X6CrNiTi18-10 1.4541 0,015 bis 0,030
X5CrNiMo17-12-2 1.4401
X2CrNiMo17-12-2 1.4404
X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571
1) Auswahl typischer Stähle

Tabelle 7: Einteilung der nichtrostenden Stähle in Spanbarkeitsgruppen

Bild 11: Beispiele von Spanausbildungen bei unterschiedlichen Schwefelgehalten

16
der Regel 0,15 bis 0,35 % Schwe-
fel. Schwefel bildet in Verbindung
mit Mangan Mangansulfid, dessen
positive Wirkung auf die Spanbar-
keit in kurzbrüchigen Spänen, glat-
teren Werkstückoberflächen und
geringerem Werkzeugverschleiß
begründet liegt. Bild 11 zeigt Bei-
spiele für Spanausbildungen bei
unterschiedlichen Schwefelgehal-
ten. In Bild 12 sind Beispiele für
Drehteile aus Edelstahl Rostfrei zu
sehen.

Bei den Automatenstählen ist eine


gewisse Beeinträchtigung der Kor-
rosionsbeständigkeit zu beachten.
Die Stähle der zweiten Gruppe ent-
halten einen Schwefelzusatz von
0,015 bis 0,030 %. Durch Einstellen
einer definierten Größe, Anzahl und
Verteilung der Sulfide über den Ma-
terialquerschnitt werden gegenüber
den Standardstählen mit deutlich
niedrigeren S-Gehalten wesentlich
höhere Schnittgeschwindigkeiten
und mehr als 100 % längere Werk-
zeugstandzeiten erzielt; im Ver-
Bild 12: Drehteile aus Edelstahl Rostfrei
gleich zu den klassischen Auto-
matenstählen liegen diese Werte
jedoch niedriger. Die glänzend glatte Oberfläche des Anwendung – bei großen Flächen
Zustands 2R (IIId) wird vorwiegend leicht Reflexionsverzerrungen bewir-
Detaillierte Angaben zur Spanbarkeit für Bleche und Bänder bis max. 3,5 ken.
nichtrostender Stähle bei den ver- mm Dicke und Ziehereiprodukte
schiedenen Bearbeitungsverfahren hergestellt. Für großflächige Anwen- Beim elektrolytischen Färben bil-
sind in dem ISER-Merkblatt Die Ver- dungen ist diese Ausführung in der den sich durch elektrochemische
arbeitung von Edelstahl Rostfrei (MB Regel weniger gut geeignet (Reflexi- Behandlung auf der Oberfläche
822) enthalten. onsverzerrungen). Hier ist der diffus durchsichtige, bis 0,3 mm dicke Fil-
glänzende, seidenmatte Zustand me, an denen durch Lichtinterferenz
2B zu bevorzugen, der wegen seiner Farbeffekte – je nach der Dicke der
8 Oberflächenaus­ Oberflächenfeingestalt auch besser Schicht von blau, gold, rot bis grün –
führungen als 2R zum Tiefziehen geeignet ist. entstehen. Diese Farben sind gegen
UV-Strahlung unempfindlich, voll-
Beim geschliffenen Zustand G (frü- ständig lichtecht und gegenüber at-
Eine metallisch saubere Oberfläche her als IV bezeichnet) ist eine Schliff- mosphärischen Einflüssen sehr be-
ist die Grundvoraussetzung für die beschreibung, z.B. „Korn 180”, al- ständig. Bei höheren Temperaturen,
von Edelstahl Rostfrei erwartete hohe lein manchmal nicht ausreichend. wie sie beim Löten oder Schweißen
Korrosionsbeständigkeit. Verzunder- Zweckmäßiger ist eine Lieferung entstehen, wird diese Schicht örtlich
te Oberflächen sind daher zunächst nach vorheriger Bemusterung. Ein zerstört.
durch Strahlen, Schleifen, Bürsten Ölschliff zeigt generell eine glänzen-
oder/und Beizen in diesen Zustand dere und dabei weniger verschmut- Eine besonders interessante Ober-
zu bringen. zungsanfällige Oberfläche als ein flächengestaltung von Edelstahl
Trockenschliff. Rostfrei ist das Dessinieren und
In DIN EN 10088 Teil 2 und 3 werden Musterwalzen: Kaltgewalzte Bänder
die Ausführungsarten und Oberflä- Der polierte Zustand P (ehemals als erhalten durch Nachwalzen einseitig
chenbeschaffenheiten der Erzeug- V bezeichnet) wird meist beim Wei- bzw. beidseitig eingewalzte Muster,
nisse aus Edelstahl Rostfrei in den terverarbeiter ausgeführt. Neben wie in Bild 13 anhand von dessinier-
diesbezüglichen Tabellen wiederge- dem mechanischen kommt das elek- ten und mustergewalzten Edelstahl
geben. Eine Zusammenfassung und trolytische Polieren (Elektropolieren) Rostfrei - Blechen beispielhaft ge-
Gegenüberstellung zu den früheren in Betracht. Auch die so erreichten zeigt wird. Mit diesen Blechen lassen
DIN-Bezeichnungen ist Tabelle 8 zu sehr glänzenden Oberflächen kön- sich reizvolle Wirkungen erzielen.
entnehmen. nen – bei sonst vielfacher bewährter Die Oberflächen reflektieren weniger

17
Kurz­ Ausführungsart2) Oberflächenbe­ Bemerkungen Kurz­
zeichen1) schaffenheit2) zeichen alt
1U Warmgewalzt, nicht Mit Walzzunder Geeignet für Erzeugnisse, die weiter verarbeitet werden, a1
wärmebehandelt, bedeckt z.B. Band zum Nachwalzen.
nicht entzundert
1C Warmgewalzt, wär- Mit Walzzunder Geeignet für Teile, die anschließend entzundert oder b(1c)
mebehandelt, nicht bedeckt bearbeitet werden oder für bestimmte hitzebeständige
Warmgewalzt

entzundert Anwendungen.
1E Warmgewalzt, Zunderfrei Die Art der mechanischen Entzunderung, z.B. Rohschleifen c1(IIa)
wärmebehandelt, oder Strahlen, hängt von der Stahlsorte und der Erzeug-
mechanisch entzun- nisform ab und bleibt, wenn nicht anders vereinbart, dem
dert Hersteller überlassen.
1D Warmgewalzt, Zunderfrei Üblicher Standart für die meisten Stahlsorten, um gute c2(IIa)
wärmebehandelt, Korrosionsbeständigkeit sicherzustellen; auch übliche
gebeizt Ausführung für Weiterverarbeitung. Schleifspuren dürfen
vorhanden sein. Nicht so glatt wie 2D oder 2B
2H Kaltverfestigt Blank Zur Erzielung höherer Festigkeitsstufen kalt umgeformt. f(IIIa)
2C Kaltgewalzt, wärme­ Glatt, mit Zunder Geeignet für Teile, die anschließend entzundert oder
behandelt, nicht von der Wärme- bearbeitet werden oder für bestimmte hitzebeständige
entzundert behandlung Anwendungen.
2E Kaltgewalzt, wärme- Rau und stumpf Üblicherweise angewendet für Stähle mit sehr beizbestän-
behandelt, mecha- digem Zunder. Kann nachfolgend gebeizt werden.
nisch entzundert
2D Kaltgewalzt, wärme- Glatt Ausführung für gute Umformbarkeit, aber nicht so glatt wie h(IIIb)
Kaltgewalzt

behandelt, gebeizt 2B oder 2R


2B Kaltgewalzt, wärme- Glatter als 2D Häufigste Ausführung für die meisten Stahlsorten, um gute n(IIIc)
behandelt, gebeizt, Korrosionsbeständigkeit, Glattheit und Ebenheit sicherzu-
kalt nachgewalzt stellen. Auch übliche Ausführung für Weiterverarbeitung.
Nachwalzen kann durch Streckrichten erfolgen.
2R Kaltgewalzt, blankge- Glatt, blank, Glatter und blanker als 2B. Auch übliche Ausführung für m(IIId)
glüht3) reflektierend Weiterverarbeitung.
2Q Kaltgewalzt, gehärtet Zunderfrei Entweder unter Schutzgas gehärtet und angelassen oder
und angelassen, nach der Wärmebehandlung entzundert.
zunderfrei
1G oder 2G Geschliffen4) Siehe Fußnote5) Schleifpulver oder Oberflächenrauheit kann festgelegt wer- o (IV)
den. Gleichgerichtete Textur, nicht sehr reflektierend.
1J oder 2J Gebürstet4) oder Glatter als ge- Bürstenart oder Polierband oder Oberflächenrauheit kann q
mattpoliert4) schliffen, siehe festgelegt werden. Gleichgerichtete Textur, nicht sehr
Fußnote5) reflektierend.
1K oder 2K Seidenmattpoliert4) Siehe Fußnote5) Zusätzliche besondere Anforderungen an eine „J“-Ausfüh- p(V)
rung, um eine angemessene Korrosionsbeständigkeit für
See- und architektonische Außenanwendungen zu erzielen.
Quer Ra ‹ 0,5 µm in sauber geschliffener Ausführung.
Sonderausführungen

1P oder 2P Blankpoliert4) Siehe Fußnote5) Mechanisches Polieren. Verfahren oder Oberflächenrauheit p(V)
kann festgelegt werden. Ungerichtete Ausführung, reflektie-
rend mit hohem Grad von Bildklarheit.
2F Kaltgewalzt, wär- Gleichförmige, Wärmebehandlung in Form von Blankglühen oder Glühen
mebehandelt, kalt nicht reflektie- und Beizen.
nachgewalzt mit rende matte
aufgerauten Walzen Oberfläche
1M 2M Gemustert Design ist zu ver- Tränenblech, Riffelblech für Böden. Ausgezeichnete Textur-
einbaren, zweite ausführung hauptsächlich für architektonische Anwendun-
Oberfläche glatt gen.
2W Gewellt Design ist zu Verwendet zur Erhöhung der Festigkeit und/oder für ver-
vereinbaren schönernde Effekte.
2L Eingefärbt4) Farbe ist zu ver-
einbaren
1S oder 2S mit Überzug4) mit Überzug: z.B.
Zinn, Aluminium.
1) Erste Stelle: 1 = warmgewalzt, 2 = kaltgewalzt. 2) Nicht alle Ausführungsarten und Oberflächenbeschaffenheiten sind für alle Stähle verfügbar. 3) Es darf nachge-
walzt werden. 4) Nur eine Oberfläche, falls nicht bei der Anfrage und Bestellung ausdrücklich anders vereinbart. 5) Innerhalb jeder Ausführungsbeschreibung können
die Oberflächeneigenschaften variieren, und es kann erforderlich sein, genauere Anforderungen zwischen Hersteller und Verbraucher zu vereinbaren (z.B. Schleifpulver
oder Oberflächenrauheit).

Tabelle 8: O
 berflächenausführungen von nichtrostenden Stählen, vereinfachte Übersicht anhand von Angaben aus den Normen
EN 10088-2 und EN 10088-3

18
Bild 13: Dessinierte und mustergewalzte Edelstahl Rostfrei-Bleche

und sind kratzunempfindlich; Fle- Magnetisierbarkeit. Im Gegensatz 10 Normung


cken und Fingerabdrücke treten op- zu den magnetisierbaren Chrom-
tisch nicht in Erscheinung. stählen zeigen die austenitischen Die DIN EN 10088 „Nichtrostende
Stähle ein weitgehend unmagneti- Stähle” hat die Normen DIN 17440
Eine zusammenfassende Beschrei- sches Verhalten im lösungsgeglüh- und DIN 17441 sowie das Stahlei-
bung und fotografische Darstellung ten Zustand. sen-Werkstoffblatt 400 weitgehend
der vielfältigen Oberflächenausfüh- abgelöst. Die Ausgabe 2005 der DIN
rungen mit zahlreichen Anwendungs- Eine Kaltverformung kann bei den EN 10088 gliedert sich in
beispielen gibt die ISER-Dokumenta- austenitischen Stählen zu einer
tion Edelstahl Rostfrei: Oberflächen Gefügeveränderung (Ausbildung Teil 1: Verzeichnis der nichtrostenden
im Bauwesen (D 960). von Verformungsmartensit) füh- Stähle
ren, so dass danach eine begrenz- Teil 2: Technische Lieferbedingungen
9 Physikalische te Magnetisierbarkeit vorliegt. Der
Nickelgehalt beeinflusst die Mag-
für Blech und Band aus korro-
sionsbeständigen Stählen für
Eigenschaften netisierbarkeit der austenitischen allgemeine Verwendung
nichtrostenden Stähle jedoch we- Teil 3: Technische Lieferbedingungen
Die physikalischen Eigenschaften sentlich, so dass bei höheren Ni-Ge- für Halbzeug, Stäbe, Walz-
einiger ausgewählter Stahlsorten halten die Magnetisierungsneigung draht, gezogenen Draht, Profile
sind in Tabelle 9 zusammengestellt. auch im kaltumgeformten Zustand und Blankstahlerzeugnisse aus
Zu beachten ist die höhere Wärme- weitgehend vermieden werden korrosionsbeständigen Stäh-
ausdehnung und geringere Wär- kann. Nichtmagnetisierbare Stähle len für allgemeine Verwendung
meleitfähigkeit der austenitischen mit Permeabilitätswerten von max. Teil 4: Technische Lieferbedingungen
Stähle. Ihr elektrischer Widerstand 1,001 werden im Stahleisen-Werk- für Blech und Band aus korro-
ist wegen der Legierungsgehalte stoffblatt 390 beschrieben. sionsbeständigen Stählen für
höher als bei unlegierten Stählen. das Bauwesen
Eine zusammenfassende Beschrei- Teil 5: Technische Lieferbedingungen
Kennzeichnendes Unterschei- bung der magnetischen Eigenschaf- für Stäbe, Walzdraht, gezoge-
dungsmerkmal zwischen den fer- ten ist dem ISER-Merkblatt Magne- nen Draht, Profile und Blank-
ritischen bzw. martensitischen tische Eigenschaften nichtrostender stahlerzeugnisse aus korrosi-
Chromstählen und den austeniti- Stähle (MB 827) zu entnehmen. onsbeständigen Stählen für
schen Chrom-Nickel-Stählen ist die das Bauwesen

19
Stahlsorte Dichte Elastizitäts- Wärmeausdehnung zwi- Wärmeleit- Spezifische Elektrischer
modul bei schen 20 °C und fähigkeit Wärmekapa- Widerstand
20 °C zität bei 20 °C bei 20 °C
EN Kurzname W.-Nr. 100 °C 400 °C
kg/dm3 kN/mm 2
10 x K
-6 -1
W/(m x K) J/(kg x K) Ω x mm2/m
X6Cr17 1.4016 7,7 220 10,0 10,5 25 460 0,60
X2CrNi12 1.4003 7,7 220 10,4 11,6 25 430 0,60
X5CrNi18-10 1.4301 7,9 200 16,0 17,5 15 500 0,73
X6CrNiTi18-10 1.4541 7,9 200 16,0 17,5 15 500 0,73
X5CrNiMo17-12-2 1.4401 8,0 200 16,0 17,5 15 500 0,75
X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571 8,0 200 16,5 18,5 15 500 0,75
X2CrNiN23-4 1.4362 7,8 200 13,0 14,5 15 500 0,80
X2CrNiMoN22-5-3 1.4462 7,8 200 13,0 14,5 15 500 0,80
Tabelle 9: Anhaltsangaben über physikalische Eigenschaften einiger Stähle

Die Palette der nichtrostenden Stähle weise zur Sorteneinteilung und Be- nige Ausführungsarten sind informa-
mit mind. 10,5 % Chrom wurde we- griffsbestimmung. tive Hinweise auf die zuzuordnende
sentlich erweitert und begrifflich neu Toleranzklasse IT (z.T. IT-Bereiche)
bestimmt: Der neue Begriff „nicht- In den Produktnormen (Teile 2 und 3) angegeben, die allerdings erst dann
rostende Stähle” umfasst neben den wird – auch unter dem Gesichtspunkt verbindlich werden, wenn sie bei der
korrosionsbeständigen Stählen au- der Verfügbarkeit – zwischen Stan- Bestellung vereinbart werden. An-
ßerdem hitzebeständige und warm- dard- und Sondergüten unterschie- forderungen an die Oberflächenbe-
feste Stähle, um der gebräuchlichen den. schaffenheit sind für warmgewalzten
Praxis zu entsprechen. Stabstahl und Walzdraht ggf. nach EN
Völlig neu war 1995 das System der 10221 – Oberflächengüteklassen zu
In Teil 1 ist die chemische Zusam- Kennzeichnung der Ausführungsart vereinbaren.
mensetzung folgender Stahlsorten bzw. Oberflächenbeschaffenheit (s.
aufgeführt: Tabelle 8). Das alphanumerische Eine Übersicht über weitere EN-Nor-
System gilt für Flach- und Langer- men für nichtrostende Stähle mit ih-
• 110 korrosionsbeständige Stähle zeugnisse gleichermaßen. Alle warm- rem jeweiligen Anwendungsbereich
(Werkstoffnummern gefertigten Erzeugnisse werden mit 1 wird in Tabelle 10 gegeben.
1.40.. bis 1.45..) und alle kaltgefertigten mit 2 gekenn-
• 21 hitzebeständige Stähle zeichnet. Hinzu kommen Kennbuch- Für die Maßtoleranzen der kaltge-
(Werkstoffnummern staben für die jeweilige Ausführungs- walzten Flacherzeugnisse gelten fol-
1.47.. bis 1.48..) art bzw. Oberflächenbeschaffenheit. gende DIN EN-Normen:
• 29 warmfeste Stähle Auch Sonderausführungen wie ge-
(Werkstoffnummern 1.49..) schliffen (G), gebürstet (J), seiden- • DIN EN ISO 9445-1
mattpoliert (K), blankpoliert (P) sind Kontinuierlich kaltgewalzter nicht-
Das ehemals deutsche Werkstoff- erfasst ebenso wie gemusterte (M) rostender Stahl – Grenzabmaße
nummernsystem gilt ebenso wie die und gewellte (W) oder eingefärbte (L) und Formtoleranzen – Teil 1:
Kurznamen der Stähle europaweit. Ausführungen. Kaltband und Kaltband in Stäben
Neu ist lediglich (gemäß EN 10027 • DIN EN ISO 9445-2
– Einteilung der Stähle) die Angabe Zur besseren Ausnutzung der pro- Kontinuierlich kaltgewalzter nicht-
von Bindestrichen zwischen den Zif- duktbezogenen Festigkeit in der rostender Stahl – Grenzabmaße
fern, die die Legierungsgehalte kenn- mengenmäßig wichtigsten Pro- und Formtoleranzen – Teil 2:
zeichnen, z.B. X5CrNi18-10 beim duktgruppe wird in Teil 2 bei den Kaltbreitband und Blech
Stahl 1.4301. mechanisch-technologischen Ei-
genschaften der Flacherzeugnis- Die Maßtoleranzen der warmgewalz-
Die in DIN EN 10088 festgelegten se zwischen kaltgewalztem Band ten Flacherzeugnisse werden durch
chemischen Zusammensetzungen (C), warmgewalztem Band (H) und nachstehende DIN EN-Normen abge-
der Stähle gelten auch für alle ande- warmgewalztem Blech (P) unter- deckt:
ren EN- und CEN-Normen für bzw. mit schieden.
nichtrostenden Stählen; Abweichun- • ISO 9444-1
gen sind nur in begründeten Fällen In Teil 3 sind die mechanisch-techno- Kontinuierlich warmgewalzter nicht­­
erlaubt. Dies ist wichtig, um eine un- logischen Eigenschaften der Langer- ros­tender Stahl – Grenzabmaße
nötige Sortenvielfalt zu verhindern. zeugnisse beschrieben. Auch für die und Formtoleranzen – Teil 1:
Teil 1 enthält darüber hinaus An- Langprodukte gilt das neue System  Bandstahl und Bandstahl in Stä-
haltsangaben für die physikalischen der Kennzeichnung der Oberflächen- ben
Eigenschaften der Stähle sowie Hin- beschaffenheit (s. Tabelle 8). Für ei-

20
Norm Titel
DIN EN ISO 3506-1 Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus nichtrostenden Stählen – Teil 1: Schrauben

DIN EN ISO 3506-2 Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus nichtrostenden Stählen – Teil 2: Muttern

DIN EN ISO 3506-3 Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus nichtrostenden Stählen – Teil 3: Gewindestifte
und ähnliche, nicht auf Zug beanspruchte Verbindungselemente
DIN EN ISO 3506-4 Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus nichtrostenden Stählen – Teil 4: Blechschrau-
ben
DIN EN 10028-7 Flacherzeugnisse aus Druckbehälterstählen - Teil 7: Nichtrostende Stähle

DIN EN 10088-1 Nichtrostende Stähle - Verzeichnis der nichtrostenden Stähle

DIN EN 10088-2 Technische Lieferbedingungen für Blech und Band aus korrosionsbeständigen Stählen für allgemeine
Verwendung
DIN EN 10088-3 Nichtrostende Stähle - Technische Lieferbedingungen für Halbzeug, Stäbe, Walzdraht, gezogenen Draht,
Profile und Blankstahlerzeugnisse aus korrosionsbeständigen Stählen für allgemeine Verwendung
DIN EN 10088-4 Nichtrostende Stähle - Technische Lieferbedingungen für Blech und Band aus korrosionsbeständigen Stäh-
len für das Bauwesen
DIN EN 10088-5 Nichtrostende Stähle - Technische Lieferbedingungen für Stäbe, Walzdraht, gezogenen Draht, Profile und
Blankstahlerzeugnisse aus korrosionsbeständigen Stählen für das Bauwesen
DIN EN 10095 Hitzebeständige Stähle und Nickellegierungen

DIN EN 10151 Federband aus nichtrostenden Stählen - Technische Lieferbedingungen

DIN EN 10213 Stahlguss für Druckbehälter (ersetzt DIN EN 10213-1, -2, -3, -4)

DIN EN 10216-5 Nahtlose Stahlrohre für Druckbeanspruchungen - Technische Lieferbedingungen - Teil 5: Rohre aus nicht-
rostenden Stählen
DIN EN 10217-7 Geschweißte Stahlrohre für Druckbeanspruchungen - Technische Lieferbedingungen - Teil 7: Rohre aus
nichtrostenden Stählen
DIN EN 10222-5 Schmiedestücke aus Stahl für Druckbehälter - Teil 5: Martensitische, austenitische und austenitisch-ferriti-
sche nichtrostende Stähle
DIN EN 10250-4 Freiformschmiedestücke aus Stahl für allgemeine Verwendung - Teil 4: Nichtrostende Stähle

DIN EN 10263-5 Walzdraht, Stäbe und Draht aus Kaltstauch- und Kaltfließpreßstählen - Teil 5: Technische Lieferbedingun-
gen für nichtrostende Stähle

DIN EN 10264-4 Stahldraht und Drahterzeugnisse- Stahldraht für Seile - Teil 4: Draht aus nichtrostendem Stahl

DIN EN 10269 Stähle und Nickellegierungen für Befestigungselemente für den Einsatz bei erhöhten und/oder tiefen
Temperaturen
DIN EN 10270-3 Stahldraht für Federn - Teil 3: Nichtrostender Federstahldraht

DIN EN 10272 Stäbe aus nichtrostendem Stahl für Druckbehälter

DIN EN 10283 Korrosionsbeständiger Stahlguss

DIN EN 10295 Hitzebeständiger Stahlguss

DIN EN 10296-2 Geschweißte kreisförmige Stahlrohre für den Maschinenbau und allgemeine technische Anwendungen -
Technische Lieferbedingungen - Teil 2: Rohre aus nichtrostenden Stählen
DIN EN 10297-2 Nahtlose kreisförmige Stahlrohre für den Maschinenbau und allgemeine technische Anwendungen - Techni-
sche Lieferbedingungen - Teil 2: Rohre aus nichtrostenden Stählen
DIN EN 10302 Warmfeste Stähle, Nickel- und Cobaltlegierungen

DIN EN 10312 Geschweißte Rohre aus nichtrostendem Stahl für den Transport von Wasser und anderen wässrigen Flüssig-
keiten - Technische Lieferbedingungen
Eine umfassende Übersicht über die für nichtrostende Stähle relevanten Normen mit ihren jeweils aktuellen Ausgabedaten steht
zur Verfügung in der Rubrik „Werkstoff/Normen“ unter www.edelstahl-rostfrei.de

Tabelle 10: Auswahl von Normen für Erzeugnisse aus Edelstahl Rostfrei – Technische Lieferbedingungen, Stand Dezember 2013

21
Bild 14: Weltkugel aus Edelstahl Rostrei

• DIN EN ISO 9444-2 als Sonderdruck SD 862 bei der In- 11 Weitere
Kontinuierlich warmgewalzter formationsstelle Edelstahl Rostfrei
nichtrostender Stahl – Grenzab- kostenfrei erhältlich. Informationen
maße und Formtoleranzen – Teil 2:
Warmbreitband und Blech (ISO Die Ausgabe 2005 der DIN EN 10088 AD-Merkblätter der Arbeitsgemein-
9444-2; ersetzt DIN EN 10051) wird künftig durch die Ausgabe 2011 schaft Druckbehälterbau (AD) wer-
• DIN EN 10048 abgelöst werden, die in ihrer Form als den vom Verband der Technischen
Warmgewalzter Bandstahl – Grenz- preEN 10088-1:2011, preEN 10088- Überwachungs-Vereine e.V. (VTÜV)
abmaße und Formtoleranzen 2:2011 und preEN 10088-3:2011 herausgegeben.
• DIN EN ISO 18286 auch schon für diese 5. Auflage des
Warmgewalztes Blech aus nichtros- Merkblatts 821 berücksichtigt wurde, Normen werden vom Deutschen Ins-
tendem Stahl – Grenzabmaße und soweit dies erforderlich erschien. titut für Normung (DIN) veröffentlicht.
Formtoleranzen (ersetzt DIN EN
10029) AD-Merkblätter und Normen können
in ihrer jeweils gültigen Ausgabe be-
Für bauaufsichtlich relevante Teile zogen werden bei:
ist ferner die Allgemeine bauauf-
sichtliche Zulassung Z-30.3-6 des Beuth Verlag GmbH
Deutschen Instituts für Bautechnik, Am DIN-Platz / Burggrafenstr. 6
Berlin, zu berücksichtigen. Sie ist 10787 Berlin

22
Telefon: (0 30) 26 01-22 60 dern (MB 831) • Reinigung nichtrostender Stähle
Telefax: (0 30) 26 01-12 60 • Edelstahl Rostfrei in Erdböden im Bauwesen (MB 965)
E-Mail: info@beuth.de (MB 833) • Magnetische Eigenschaften nicht-
www.beuth.de • Allgemeine bauaufsichtliche rostender Stähle (MB 827)
Zulassung Z-30.3-6 „Erzeugnisse,
ISER-Merkblätter können kostenlos Verbindungsmittel und Bauteile Diese und zahlreiche weitere Pub-
abgerufen werden bei der aus nichtrostenden Stählen” des likationen stehen auch im Internet
Deutschen Instituts für Bautechnik als Download zur Verfügung: www.
Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (SD 862 + SD 862a) edelstahl-rostfrei.de /Publikationen
Sohnstr. 65 • Bauprofile aus Edelstahl Rostfrei
40237 Düsseldorf, (D 864) Stahleisen-Regelwerke werden her-
Telefon: (02 11) 67 07-8 35 • Edelstahl Rostfrei: Bänder, Bleche, ausgegeben von der
Telefax: (02 11) 67 07-3 44 Streckmetalle, Drahtgewebe (D 865)
E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de • Nichtrostender Betonstahl Verlag Stahleisen GmbH
www.edelstahl-rostfrei.de (MB 866) Postfach 105164
• Edelstahl Rostfrei im Bauwesen: 40042 Düsseldorf
• Die Verarbeitung von Edelstahl Technischer Leitfaden (MB 875) Telefon: (02 11) 67 07-5 61
Rostfrei (MB 822) • Einsatzbereiche nichtrostender Telefax: (02 11) 67 07-5 47
• Schweißen von Edelstahl Rostfrei Stähle in der Umwelttechnik E-Mail: buchshop@stahleisen.de
(MB 823) (D 892) www.stahleisen.de
• Korrosionsbeständigkeit nichtros- • Edelstahl Rostfrei für die Wasser-
tender Stähle an der Atmosphäre wirtschaft (MB 893) • Stahleisen-Liste: www.stahldat.de
(MB 828) • Edelstahl Rostfrei in der Weinwirt- • Stahleisen-Werkstoffblatt 390
• Edelstahl Rostfrei in Kontakt mit schaft (MB 910) (SEW 390), jeweils gültige Ausgabe
anderen Werkstoffen (MB 829) • Nichtrostender Stahl – Wenn die • Stahleisen-Werkstoffblatt 400
• Edelstahl Rostfrei in chloridhalti- Gesundheit zählt (MB 914) (SEW 400), jeweils gültige Ausgabe
gen Wässern (MB 830) • Edelstahl Rostfrei – Oberflächen
• Edelstahl Rostfrei in Schwimmbä- im Bauwesen (D 960)

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Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Postfach 102205
40013 Düsseldorf
www.edelstahl-rostfrei.de