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Erkenntnistheorie:

Theoreis (griechisch) = anschauen


3 große Fragen:
1. Wie funktioniert Erkenntnis?
2. Wie komme ich dazu?
3. Gibt es Grenzen der Erkenntnis?

Die Sophisten waren der Meinung, dass alles nur menschlich betrachtet werden kann. Es führt
zu der sogenannten 3 Einigkeit:
1. Skeptizismus: zweifelt an jeder Erkenntnis
2. Relativismus: alles ist relativ – keine endgültige Erkenntnis
3. Subjektivismus: keine objektive Erkenntnis möglich, nur Subjektive
Die Distanz spielt ebenfalls eine große Rolle. Meist muss man sich von bestimmten
Dingen/Sachen/Ereignissen etwas entfernen, um besser wahrnehmen zu können, um was es
sich eigentlich handelt. Der Mensch ist anfällig auf Täuschungen. Unsere Sinne lassen uns nie
alles erfassen. Weiters kann der Mensch bestimmtes, wie Röntgenstrahlen, Infrarot und
Magnetfelder nicht wahrnehmen. Das Gehirn des Menschen selektiert die Informationen und
lässt nur vereinzelte Ausschnitte wahrnehmen (Selektion).
Self-fullfilling prophesis: beschreibt die Erwartungshaltung einer Person; diese kann durch
bestimmte Einstellungen von jedem selbst manipuliert werden. Z.B. Schulnoten, Schularbeiten.
Um zur Erkenntnis zu gelangen, benötigt man bestimmte Voraussetzungen:
1. Subjekt, welches etwas erkennen kann = Ausgangspunkt jeder Erkenntnis
2. Objekt, welches erkannt werden soll = transzendentale Differenz (sprich vor der
Erfahrung)

„Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt.“ – Wittgenstein.
Dieses Zitat soll zeigen, dass die Erkenntnis auch begrenzt ist. Jeder Mensch nimmt die Welt
um sicher herum anders war, dies liegt daran, dass jeder Mensch individuelle
Wahrnehmungsgrenzen hat. Der Mensch kann die Welt nicht erfassen, weil er zu primitiv ist.
Jeder lebt in seiner eigenen Welt – Wir sind also selbst die Grenzen unserer Erkenntnis.
Vergleichbar ist die mit dem Auge und dem Gesichtsfeld. Das Auge verhält sich zum
Gesichtsfeld so, wie das Subjekt zum Objekt. Das Auge bietet uns die Möglichkeit Dinge
wahrzunehmen. Es schränkt aber jedoch das Gesichtsfeld ein.
Platons Höhengleichnis als Weg der Erkenntnis
Platon war einer der Wegbereiter der Philosophie. Er vertritt den Idealismus 1 und ist der
Meinung, dass Erkenntnis nur dann existiert, wenn sich über die sinnliche Wahrnehmung
hinausbewegt wird. Weiters wird die Frage gestellt, was eigentlich hinter den Dingen steht.
Dies zu beantworten funktioniert mittels der Verstand Nutzung.

Das Höhengleichnis:
Im Höhengleichnis werden Menschen als gefesselte Höhlenbewohner dargestellt. Hinter ihnen
brennt ein Feuer, welches Schattenmuster auf die Höhlenwand wirft. Alle schauen auf diese
Wand und sehen alles (Gegenstände, …) nur in Schattenformen. Der Mensch ist also gewöhnt
an diese Bilder, die die Realität nur verzehrt wahrnehmen lassen. Einer dieser befreit sich von
den Fesseln und geht aus der Höhle hinaus. Er erblickt das Licht der Sonne, welche in blendet
aber dennoch auch staunen lässt. Er ist der Einzige, welcher das Wahre, Gute und Schöne sehen
darf. Schlussendlich steigt er wieder in die Höhle hinab, um den anderen von diesem Erlebnis
zu erzählen und ihnen die höchste Idee & Wirklichkeit zu zeigen. Diese jedoch töten ihn.
Laut Platon hat jede_r bei der Geburt die Idee des Guten gesehen. Man vergisst jedoch wieder
darauf, kann allerdings wieder irgendwann darauf erinnern.
Die Idee des Guten beschreibt eine unveränderbare und ewige Welt. Alles was sichtbar ist, ist
ständig veränderbar.
Derjenige/ Diejenige, der/die aus der Höhle gelangt und wieder zurückkommt, läuft der Gefahr
aus, getötet zu werden, da er/ sie zu viel weiß – vgl. Nationalsozialismus: Entdeckung der
Judenverbrennung, Herausgeber der weißen Rose, Hinterfragungen des nationalsozialistischen
Regimes.

Der Rationalismus:
Zentrum: Vernunft
Vertreter: Rene Descartes (Decart), Begründer der Neuzeitlichen Philosophie
Vorrangige Wissenschaft: Logik, Mathematik
Leispruch: „cogito ergo sum“ (=Ich denke, daher bin ich; = alle Lebewesen, die denken
können, existieren)
Erkenntnis möglich: Denken
Regeln zum sicheren Gebrauch der Vernunft (Descartes):
1. Nur was klar & nicht bezweifelt ist, kann wahr sein (Vorurteile vermeiden)
2. Probleme müssen zerlegt, nach einander gelöst und analysiert werden.
3. Einfach beginnen
4. Vollständige Aufzählung und Übersichten erstellen

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Idealismus = Gegenteil zu Materialismus; gibt dem Geistigen den Vorzug statt dem Körperlichem (steht für
Trennung von Körper und Geist).
Empirismus:
Vertreter: John Locke (Lock), David Hume – mit Vernunft allein keine Erkenntnis erlangbar.
Lock: „Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war.“
Erkenntnis ist durch Sinne erlangbar.
Empirie: Untersuchung in der realen Welt durchgeführt.
Methoden: 1. Experiment, 2. Beobachtung.

Transzendentale Erkenntnistheorie:
Vertreter: Immanuel Kant
Erkenntnis durch Rationalismus & Empirismus
 geht davon aus das Vereinigung notwendig ist, von Anschauung & Verstand
 Unterscheidung a priori/ a posteriori
 A priori = vor aller Erfahrung liegend (unabhängig von Erfahrungen)
 A posteriori = nach Erfahrung (Erkenntnis, die dadurch gewonnen wird)

Voraussetzungen: Raum + Zeit


Kopernikanische Wende: etablierte das Denen, das Erde um Sonne kreist (heliozentrisches
Weltbild)
 Die Dinge müssen sich nach unseren Bewusstsein richten: unsere Sinne können nur das
Wahrnehmen, was wir selbst wahrnehmen können, jeder von uns lebt in seinem/ihrem
eigenen Konstrukt
Dinge an sich vs. Dinge der Erscheinung:
Welt =quasi Erscheinung, wie die Dinge wirklich sind, kann der Mensch an sich nicht erfahren,
weil dieser nur die Erscheinungen davon wahrnimmt.

Grenzen:
Grenzen der Vernunft: z.B. 4-Dimensional, Größen, Religionen, Universum, …
Gehirn ist nicht unbefangen, weil wir müssen mit Gehirn unser Gehirn überdenken – einseitig;
kann mit Gehirn nicht Gehirn überdenken
A priori: Instinkte (bereits erworben); a posteriori: Erworbenes, z.b. dass, Herdplatten heiß sind

Radikaler Konstruktivismus:
Welt = Konstrukt von Person
Blinder Fleck (auf der Netzhaut im Auge): an dieser Stelle sieht man nicht
Farben: nimmt jeder anders wahr, genauso wie Mode
Daher kommt es auch zu Kommunikationskonflikten u.a. auch bei Themen wie, Politik, Krieg,
Nationalsozialismus, Familienstreitigkeiten
Gedankenexperiment: Alle Menschen haben die gleiche Ansicht.
Folge: Einseitigkeit, Langweiligkeit, keine Meinungen, depressiv

Zusammenhang zwischen Sprache und Denken:


Mensch = Wesen, das Denken & sich austauschen kann, Mittel dafür ist die Sprache;
Philosophie lebt von der Sprache, sonst könnte man auch nicht reflektieren

Wissenschaftstheorien:
Experiment: Erwachsener und Kind Konversation
Hinterfragungen sind relativ ähnlich.
Wissenschaftliche: Validität, Reliabilität, Objektivität, Experiment, Belege
Betreibung: geistliche Reife, Theorien, Zeit, technische Gerätschaften, Interesse, finanzielle
Möglichkeiten, Reflexionsvermögen (vorhanden ab ca. dem 12. Lebensjahr)
Wissenschaft Nicht wissenschaftlich
 Geordnet sein, Zusammenhänge  Das genaue Gegenteil
herstellbar
 Forschungsfragen von Nöten
 System von Erkenntnis
 Objektivität, Reliabilität, Validität
 Prognosen machbar (Vorhersagen)
 Auftraggeber (Fokus, Erfüllung)

Historisches: W. im Wandel, erforschtes kann 10,0,0,0 Jahre nicht mehr gelten. Es gibt immer
Auftragsgeber (Finanz, Sponsor, Uniprofessor), Fokus ist abhängig Statistiken sind immer
relativ zu betrachten. confirmation bias (Bestätigungsfehler)
Thales von Mileu: auf Suche nach einheitlichen Prinzip Versuche zu ordnen
Gallileo Gallilei:
 Messbares gemessen werden, nicht messbares messbar machen
 Für technische Hilfsmittel – Vorsicht und Reflexion gegeben
Problem Wissenschaft & Technik:
 Wissenschaft ist nicht gleich gut
 Folgen oft nicht bedacht: z.B. Dynamit, Atomkraftwerke, Atombomben
Hans Jonas:
 In dubio contra projectum: Im Zweifel gegen das Projekt
 Verantwortungsethik: Haben Wissenschaftler_innen die Verantwortung: einerseits ja,
andererseits nein
Vorgangsweise bei Wahrheitssuche:
3 Schritte: 1. Beobachtung, 2. Hypothese (Annahme), 3. Versuch
Folge: wenn es nicht gelingt, wird Projekt verworfen bzw verändert, wenn es gelingt, sind
Gesetze ableitbar, Theorie entstehbar
Induktionsproblem: wie zu Erfahrungen – Induktion = vom Teil auf das ganze Schließbar
Führt zu Vorurteilen (Halo-Effekt: von verschiedenen Eigenschaften auf das Ganze schließen
= Vorurteile) – Karl Popper: Theorie mit den Schwänen (nur weiße Schwäne obwohl auch
Schwarze)
Wahrheit und Wahrscheinlichkeit:
 Korrespondenztheorie: Thomas von Aquin
 Denken = Sachverhalt
 Problem: Wahrheit soll schon gewusst sein
 Kohärenztheorie: Aussage wahr, wenn kein Wiederspruch möglich ist
 Pragmatische Wahrheitstheorie: Nützlichkeitsprinzip: wenn Theorie sich
wissenschaftlich oder politisch bewährt hat; dann wahr
 Münchhausen – Trilemma: Hans Albert
 Unmöglichkeit der Letzbegründung
 Theorie scheitertan:
 1. infiniter Regress (ewiger Kreis)
 2. Zirkulus viriosus: Zyrkelsschluss
 3. Dogmatischer Abbruch (einfacher Abbruch, und fertig)
 Konsenstheorie: Versuch Konsens (Übereinstimmung) zu bilden mittels Argumenten
 Hermeneutischer Zirkel: Hermeneutik = Kunst der Auslegung/Deutung

Logik:
Griechisches Wort: logos = Kunst des Denkens, Lehre von Argumentation
o Form vs. Inhalt: Inhalt ist veränderbar, Form bleibt aber stabil
o Aristoteles: Syllogistik (Kunst des Schlussfolgerns)
 2 Prämissen und 1 Konklusion
 Logik = 2-wertig: wahr / falsch
 Axiome:
 Der Satz des Widerspruchs: sagt keine Aussage kann wahr
und falsch zugleich sein
 Satz der Identität: A kann nur A sein und nicht B.
 Der Satz des ausgeschlossenem Dritten: nur w/f, keine dritte
Möglichkeit
 + Der Satz vom zureichenden Grund: alles hat eine Ursache

Begriffe: sprachliche Fassung eines Gedankens, drückt ein Verhältnis aus


Der logische Schluss laut Aristoteles:
P1: Alle Menschen sind sterblich. = Prämisse 1 = M.P.
P2: Sokrates ist ein Mensch. = Prämisse 2 = S.M.
K: Sokrates ist sterblich. = Konklusion = S.P.
Führt zur Verallgemeinerung

Methodenlehre: welche Verfahren zu richtigen Schluss führen:


1. Deduktion: Allgemeinen auf das Besondere
2. Induktion: Besonderes auf das Allgemeine
3. Reduktion: spez. Fall der Induktion; man schließt von der Folge auf die Ursache
Diese Methoden finden Anwendungen in der Wissenschaft z.B. Geschichte, Archäologie, …
Argumentationsfehler:
I. Bloße Behauptung: Argument ohne Begründung ist nichts wert
II. Bedeutungswechsel: nicht einig über Bedeutung eines Wortes; A = A wird verletzt
III. Argumentum ad Hominem: jemand wird attackiert
IV. Petitio Principi & Zirkelschluss: Erschleichung eines Beweises, das was bewiesen
werden soll, wird schon vorausgesetzt; z.B. NMS
V. Argumentum ad Misericordiam: Appel an Mittleid
VI. Argumentum ad populum: was Mehrheit sagt, muss nicht richtig sein
VII. Tu quoque/ Bumerangexperiment: stellt Argument, was zerbricht