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FEX-DYN Nichtlineare explizite Dynamik SOFiSTiK | 2018
FEX-DYN Nichtlineare explizite Dynamik SOFiSTiK | 2018
FEX-DYN Nichtlineare explizite Dynamik SOFiSTiK | 2018

FEX-DYN

Nichtlineare explizite Dynamik

SOFiSTiK | 2018

FEX-DYN Nichtlineare explizite Dynamik

FEX-DYN Manual, Version 2018-3 Software Version SOFiSTiK 2018

Copyright © 2018 by SOFiSTiK AG, Oberschleissheim, Germany.

 

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Der Benutzer bleibt für seine Anwendungen selber verantwortlich. Er hat sich durch Stichproben von der Richtigkeit seiner Berechnungen zu überzeugen.

Titelseite

Projekt: Neubau SOFiSTiK Bürogebäude, Nürnberg | Generalübernehmer: WOLFF & MÜLLER, Stuttgart | Architektur:

WABE-PLAN ARCHITEKTUR, Stuttgart | Tragwerksplanung: Boll und Partner. Beratende Ingenieure VBI, Stuttgart | Haustechnik: GM Planen + Beraten, Griesheim | Entwurf: Gerhard P. Wirth gpwirtharchitekten, Nürnberg | Visualisierung: Armin Dariz, BiMOTiON GmbH

Inhaltsverzeichnis | FEX-DYN
Inhaltsverzeichnis | FEX-DYN

Inhaltsverzeichnis | FEX-DYN

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

i

1 Einführung

1-1

1.1 Was dürfen Sie von diesem Tutorial erwarten?

 

1-1

1.2 FEX-DYN - Programmfeatures

 

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1.2.1 Überblick

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1.2.2 Finite Elemente

 

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1.2.3 Materiell nicht-lineare Effekte

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1.2.4 Lasten

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1.2.5 Zeitschritt

 

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2 Träger auf zwei Stützen

2-1

2.1 Problemstellung

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2.2 Erstellung eines FE-Modells

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2.3 Eigenschwingung nach plötzlicher Belastung

 

2-2

2.3.1 Eigenschwingung nach plötzlicher Belastung

 

2-2

2.3.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

 

2-3

2.4 Gedämpfte Schwingung (D=5%)

 

2-5

2.4.1 Hintergrund

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2.4.2 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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2-5

2.4.3 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

 

2-6

2.5 Dynamische Relaxation/statische Lösung

 

2-7

2.5.1 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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2-7

2.5.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

 

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2.6 Zeitlich veränderliche Belastung

 

2-8

2.6.1 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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2-8

2.6.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

 

2-10

2.7 Ungedämpfte Schwingung bei gleichzeitiger, axialer Belastung

2-10

2.7.1 Hintergrund

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2-10

2.7.2 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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2-11

2.7.3 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

 

2-12

3 Scheibe mit Loch

3-1

3.1 Problemstellung

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3-1

3.2 Erstellung eines FE-Modells

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3.3 Eingabedatei für FEX-DYN

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3-2

3.4 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

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3-3

4 Fassadenstütze unter Explosionslastfall

 

4-1

4.1 Problemstellung

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4-1

4.2 Erstellung eines FE-Modells

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4-2

FEX-DYN | Inhaltsverzeichnis

FEX-DYN | Inhaltsverzeichnis
FEX-DYN | Inhaltsverzeichnis
 

4.3 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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4.4 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

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4-4

5

Brückenträger unter Erdbeben - abhebende Lager

 

5-1

5.1 Problemstellung

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5-1

5.2 Erstellung eines FE-Modells

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5.3 Eingabedatei für FEX-DYN

 

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5-4

5.4 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

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5-5

Einführung | FEX-DYN
Einführung | FEX-DYN

Einführung | FEX-DYN

1

Einführung

1.1 Was dürfen Sie von diesem Tutorial erwarten?

Das Tutorial soll einen ersten Einstieg in das Programm geben und anhand einfacher und z.T. auch komplexerer Beispiele die Anwendung des Programms zeigen. Es ist kein Ersatz für das Programmhandbuch.

Es werden unterschiedliche Beispiele - vom ”einfachsten” Träger auf zwei Stützen bis hin zur nichtlinearen Berechnung eines Hohlkastenbrückenträgers unter Erdbebeneinwirkung mit ab- hebenden Lagern - behandelt.

Die Eingabedateien zu allen Beispielen befinden sich im Verzeichnis dyna.dat/deutsch/fex.

Auf die dahinterstehende Theorie (Mechanik und FEM-Technologie) wird im Rahmen dieses Tutorials nur soweit eingegangen, wie es für das Verständnis der Beispiele und die richtige Anwendung des Programms erforderlich ist.

1.2 FEX-DYN - Programmfeatures

1.2.1 Überblick

FEX-DYN ist ein FEM-Rechenkern zur expliziten Integration der Bewegungsgleichungen inner- halb der SOFiSTiK-Programmfamilie. FEX-DYN ist für die Berücksichtigung von geometrisch oder physikalisch nicht-linearen Problemen effizient programmiert und für die Verwendung auf Mehr-Prozessor-Maschinen (Parallelverarbeitung) ausgelegt. Während der Berechnung wer- den alle aktuell in einem Zeitschritt benötigten Größen komplett im RAM-Speicher gehalten.

1.2.2 Finite Elemente

Es stehen bisher primär räumliche Kontinuumselemente mit unterschiedlicher Knotenan- zahl zur Verfügung (Abb. 1.1). Die Eingabe und Netzgenerierung erfolgt, wie gewohnt, über SOFIMSHA, SOFIMSHC oder SOFICAD. Um numerische Instabilitäten (hour glass modes) zu vermeiden, werden alle Elemente vollständig integriert. Zur Vermeidung von Locking- Problemen werden nicht-konforme Ansatzfunktionen nach [1] verwendet.

Die Elemente können für Berechnungen nach Theorie 1. Ordnung (kleine Verformungen, For- mulierung des Gleichgewichts in der unverformten Ausgangslage), aber auch nach Theorie 3. Ordnung (große Verformungen - insbesondere große Drehungen, Formulierung des Gleichge- wichts in der verformten Lage) verwendet werden (Tabelle 1.1).

Ergänzend stehen Fachwerk- und Seilelemente sowie Federn zur Verfügung (Abb. 1.2). Alle implementierten finiten Elemente erfordern bei einer räumlichen Berechnung nur die drei Ver- schiebungsfreiheitsgrade u, v und w eines Knotens. Bei einer räumlichen Berechnung mit ASE stehen z.B. für Balkenelemente sonst zusätzlich noch drei Freiheitsgrade der Verdrehung zur Verfügung. Diese werden bisher von FEX-DYN nicht unterstützt.

Fachwerk- und Seilelemente können nach Theorie 1. Ordnung oder nach Theorie 3. Ordnung berechnet werden. Zwischen den Knoten sind keine inneren Knoten, z.B. für die Beschreibung

FEX-DYN | Einführung

FEX-DYN | Einführung
FEX-DYN | Einführung
FEX-DYN | Einführung Abbildung 1.1: BRIC-Kontinuumselemente mit 8-, 6- und 4-Knoten Tabelle 1.1: BRIC-Elemente -

Abbildung 1.1: BRIC-Kontinuumselemente mit 8-, 6- und 4-Knoten

Tabelle 1.1: BRIC-Elemente - unterstützte Features

Kontinuumselemente

8-Node-BRIC

6-Node-BRIC

4-Node-BRIC

Integrationsordnung:

8

8

1

Anzahl Gausspunkte

Ansatztfunktionen:

konform

Ansatztfunktionen:

nicht konform

Theorie 1. Ordnung

Theorie 3. Ordnung

Elastisches Materialverhalten

Nicht-lineare Materialmodelle von SOFiS- TiK

eines Seildurchhangs, vorgesehen. Für die Beschreibung von Effekten aus Seildurchhang sind also entsprechend viele finite Seilelemente vorzusehen. Im Gegensatz zu Fachwerkelementen können Seilelemente grundsätzlich keine Druckkräfte aufnehmen. Weiterhin stehen die aus den anderen SOFiSTiK-Programmen bekannten Federn (FEDE) zur Verfügung (Tabelle 1.2).

Tabelle 1.2: Fachwerk- und Seilelemente sowie Federn - unterstützte Features

Kontinuumselemente

FACH

SEIL

FEDE

Theorie 1. Ordnung

Theorie 3. Ordnung

Elastisches Materialverhalten

VOR, GAP, FLIE, RISS

1.2.3 Materiell nicht-lineare Effekte

Für die Beschreibung des Materialverhaltens der Kontinuumselemente stehen alle auch sonst von den SOFiSTiK Programmen bekannten linearen und nicht-linearen Materialmodelle zur Verfügung.

Einführung | FEX-DYN
Einführung | FEX-DYN

Einführung | FEX-DYN

Einführung | FEX-DYN Abbildung 1.2: Fachwerk- und Seilelemente mit 2 Knoten Fachwerk-, Seilelemente und Federn

Abbildung 1.2: Fachwerk- und Seilelemente mit 2 Knoten

Fachwerk-, Seilelemente und Federn unterstützen Features wie Vorspannung (VOR), Spiel in den Verbindungsmitteln (GAP), Fließen im Zug- und ggfs. im Druckbereich (FLIE) sowie Reißen (RISS).

1.2.4 Lasten

Bisher können statische und dynamische Einzel-, Flächen- und Volumenlasten sowie Eigen- gewicht verwendet werden. Die Lasten sind konservativ. Verformungsabhängige, äußere Las- ten werden bisher nicht unterstützt. Ebenfalls können Belastungen aus Temperatur, Kriechen, Schwinden, die typischerweise über die Vorgabe von Dehnungen definiert werden, noch nicht berücksichtigt werden.

1.2.5 Zeitschritt

Die explizite Integration der Bewegungsgleichungen erfordert die Berechnung vieler, kleiner Zeitschritte. Die Größe des Zeitschritts hängt über Stabilitätskriterien von der Elementgröße ab: Je kleiner die Elemente (Kantenlängen) sind, umso kleiner muss der Zeitschritt gewählt werden, um eine numerisch stabile Berechnung durchführen zu können.

Im bestimmten Fällen, z.B. bei einer Erdbebenberechnung, bei der die äußere Belastung in einem bestimmten Zeitraster vorgegeben ist, macht es Sinn, eine bestimmte Größe für den Zeitschritt vorzugeben. In vielen Fällen möchte man als Programmanwender aber den größt- möglichen Zeitschritt verwenden, um den Berechnungsaufwand zu begrenzen. FEX-DYN er- mittelt anhand der Elementkantenlängen den kritischen Zeitschritt für das Berechnungsmodell.

Hinweise zur sinnvollen Modellbildung, zu Zeitschrittgrößen und Elementgrößen sowie den zu erwartenden Rechenzeiten werden im Kapitel 5 gegeben.

FEX-DYN | Einführung

FEX-DYN | Einführung
FEX-DYN | Einführung
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

2 Explizite Integration der Bewegungsgleichungen - Träger auf zwei Stützen

2.1

Problemstellung

Die folgende Systemskizze zeigt einen Balken auf zwei Stützen (Abb. 2.1). Der Querschnitt ist über die Balkenlänge konstant und damit auch die Biegesteifigkeit E und die Massenbelegung μ.

die Biegesteifigkeit E und die Massenbelegung μ . Abbildung 2.1: Balken auf zwei Stützen mit

Abbildung 2.1: Balken auf zwei Stützen mit Systemabmessungen

Das Material sei Stahlbeton mit E = 30000 MN/m 2 und ρ = 2500 kg/m 3 .

Aus der Querschnittfläche A = 0.5 m 2 ergibt sich die Massenbelegung μ = ρA = 1250 kg/m.

Die Biegesteifigkeit E ist E = 30 · 10 6 · 0.5 3 · 1.0/12 = 312500 kNm 2 .

Für vergleichende, analytische Berechnungen verwenden wir vereinfachend die Modellvorstel- lung eines Bernoulli-Balkens (Vernachlässigung der Schubverformungen). Die Steifigkeit wird allein durch die Biegesteifigkeit E vollständig beschrieben.

Bei den hier betrachteten Vorgängen wird der Träger in seiner Grundschwingung angeregt. Die Eigenkreisfrequenz der Grundschwingung ergibt sich bei Vernachlässigung der Schubverfor- mung und der Rotationsträgheit analytisch zu:

ω

=

π

2

E

π

2

312500

2

μ

=

100

 

1250

=

49.348 rd/ s .

(2.1)

Die Eigenfrequenz ergibt sich aus der Kreisfrequenz durch Division durch 2π

ƒ =

ω 49.348

=

2π

2π

= 7.854 s 1 ,

und damit die Schwingzeit T

T

1

= ƒ = 0.1273 s .

(2.2)

(2.3)

Der Balken schwingt in der Grundschwingung dann mit einer Schwingform in Form einer Si- nuskurve:

() = sin π ·

.

(2.4)

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

Für die weitere Berechnung sind noch die generalisierte Masse m gen , die generalisierte Stei- figkeit k gen sowie die generalisierte äußere Last p gen für diese Schwingform hilfreich, die wir folgendermaßen berechnen:

m gen =

0

μ · 2 () · d =

μ ·

2

= 6.25 t ,

k gen = ω 2 · m gen = 15220.2

kN/m ,

p gen =

0

2

μ · g · () · d = μ · g · π · = 79.575 kN .

(2.5a)

(2.5b)

(2.5c)

2.2 Erstellung eines FE-Modells

Im Gegensatz zur analytischen Lösung wird hier der Balken tatsächlich dreidimensional mit Volumenelementen diskretisiert. Das FE-Modell wird wie üblich mit AQUA sowie SOFIMSHA definiert.

Wichtig ist, ein spezifisches Gewicht für die Volumenelemente mit MAT GAM 25 zu definieren; dies entspricht in unserem Balkenmodell der Massenbelegung.

Bei der Eingabe ist hier eigentlich nur zu beachten, dass unter SYST FIX MM eingegeben wird, um sicherzustellen, dass bei der Systemgenerierung im Raum nur 3 Verschiebungsfreiheits- grade , und definiert werden.

Die ”Netzfeinheit” wird über die Größe K innerhalb des BRIC-Satzes gesteuert. Mit BRIC K 10 werden so zehn 8-Knoten-BRIC-Elemente mit Kantenlängen von Δs in /y/ z-Richtung = 1.0/ 0.5/ 1.0 m generiert. Um eine numerisch stabile Lösung zu erhalten, darf der Zeitschritt Δt nicht zu groß gewählt werden:

Δt<Δt krt =

Δs

c

,

c =

E 1 ν

·

ρ (1 + ν) · (1 2ν)

.

(2.6a)

(2.6b)

Die Kompressionswellengeschwindigkeit c beträgt hier c = 3464 m/ s und damit der theoreti- sche kritische Zeitschritt Δt krt = 0.5/3464 = 0.000144 s.

2.3 Eigenschwingung nach plötzlicher Belastung

2.3.1 Eigenschwingung nach plötzlicher Belastung

Um die eigentliche Berechnung zu starten, wird DYNA folgendermaßen aufgerufen:

+PROG

DYNA

 

KOPF

Explizite

Integration

 

-

ungedämpfte

Schwingung

STEU

OPT

ELF

WERT

1000

W2

1

STEP

N

15000

DT

0.0001

INT

100

THE

0.0

LF

NR

1

EGZ

1.0

ENDE

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Um die zeitliche Entwicklung der Beanspruchungen eines dynamisch belasteten Tragwerks er- fassen zu können, können mit DYNA die Ergebnisse vorbestimmter Zeitschritte sukzessive in der CDB abgelegt werden. STEU OPT ELF steuert, ab welcher Lastfallnummer (hier: WERT 1000) die Ergebnisse abgelegt werden. Der Parameter W2 steuert dann noch, welche Ergebnisse ausgegeben werden. So ergibt z.B. W2 1 die Ausgabe der Verschiebungen und der Spannun- gen.

FEX-DYN ist für die Berechnung auf Mehrprozessorsystemen konzipiert. Die Anzahl paralleler Threads wird automatisch vom Programm entsprechend der vorhandenen Hardware gewählt;

sie kann vom Anwender aber auch über STEU CORE ten) vorgegeben werden.

(im Rahmen der Hardwaremöglichkei-

Die eigentliche, explizite Zeitverlaufsberechnung wird innerhalb des Satzes STEP mit THE 0.0 angefordert. Andere Werte für THE verzweigen in die klassischen, impliziten Integrationsver- fahren.

STEP N 15000 fordert FEX-DYN auf, maximal 15000 Zeitschritte zu berechnen; bei einer unge- dämpften Schwingung gibt es dann auch keine anderen Abbruchkriterien für die Berechnung.

Die Größe des Zeitschritts wird mit DT 0.0001 auf 0.0001 s vom Anwender gewählt. Unter Ab- schnitt 2.2 hatten wir den maximal theoretisch möglichen Zeitschritt mit 0.000144 s ermittelt. Solange der vom Anwender gewählte Zeitschritt kleiner als der theoretisch mögliche Zeitschritt ist, wird der vom Anwender gewünschte Zeitschritt verwendet. Sollte der Anwender einen zu großen Zeitschritt wählen, wird dieser automatisch vom Programm heruntergesetzt. Der vom Programm verwendete Zeitschritt wird ausgegeben - es erfolgt aber keine Anpassung der An- zahl der Zeitschritte etwa in dem Sinne, dass die Gesamtzeit für die Berechnung - auch bei Änderung der Zeitschrittgröße - konstant gehalten würde.

STEP INT 100 steuert, dass jeder 100.-te Zeitschritt mit einer fortlaufenden Lastfallnummer abgespeichert wird.

In diesem Beispiel werden keine Vorgaben für eine Dämpfung gemacht. Damit wird in diesem Berechnungslauf auch keine Dämpfung angesetzt.

LF NR 1 definiert die eigentliche Belastung. In diesem Beispiel wurde nicht innerhalb von SOFILOAD ein Lastfall LF NR 1 definiert. Der Lastfall 1 ist hier also innerhalb von DYNA neu als 1.0-faches Eigengewicht in z-Richtung definiert. Da kein Zeitverlauf vorgegeben ist, handelt es sich um eine Last, die ab = 0 (Start der Berechnung) ”plötzlich” wirkt (rechteckiges Last- Zeitprofil). Es handelt sich also im Sinne einer dynamischen Berechnung tatsächlich um eine dynamisch wirkende Last.

2.3.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

Durch die automatische Visualisierung mehrerer aufeinanderfolgender Lastfälle können die Verformungen einer Struktur animiert, d.h. als Bewegungsablauf dargestellt werden. Abb. 2.2 zeigt in einer Art Momentaufnahme die Verformung des Balkens unter der plötzlich aufgebrach- ten Eigengewichtslast bei Step 800 (LF 1008).

Abb. 2.3 zeigt dagegen den Zeitverlauf der vertikalen Verschiebung des Knoten 1005 (Träger- mitte) über die Zeit. Man erkennt die sinusförmige Schwingung. Die Schwingzeit beträgt (aus dem Diagramm abgelesen) T = 1.41/ 11 = 0.128 s und passt damit gut zu der analytisch

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen Abbildung 2.2: Schwingform des Balkens bei plötzlichem Aufbringen des

Abbildung 2.2: Schwingform des Balkens bei plötzlichem Aufbringen des Eigengewichts

ermittelten Schwingzeit T = 0.1273 s.

Eigengewichts ermittelten Schwingzeit T = 0 . 1273 s . Abbildung 2.3: Verlauf der Durchbiegung [

Abbildung 2.3: Verlauf der Durchbiegung [mm] in Balkenmitte (Knoten 1005) über die Zeit [s]

Abweichungen zwischen der analytischen Lösung und der numerischen Lösung ergeben sich zwangsläufig aufgrund der für die numerische Lösung notwendigen Diskretisierung sowie der Berücksichtigung der Schubverformung und der Drehträgheit (Punktmassen in den Knoten) im numerischen Modell.

Durch die plötzliche Belastung schwingt der Biegeträger ungedämpft um die statische Ru- he -lage; dabei sind die obere und untere Extremlage besonders interessant: In der oberen Extremlage hat der Träger nach jeder Schwingung gerade seine unbelastete Ausgangslage wieder erreicht, in der unteren Extremlage ist die maximale dynamische Durchbiegung gerade zweimal so groß wie die „statische“ Durchbiegung. Als Stoßfaktor wird oftmals das Verhältnis von dynamischer zu statischer Durchbiegung bezeichnet; bei einer plötzlichen Belastung aus der (kräftefreien) Ausgangslage ergibt sich also ein Stoßfaktor von 2.

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

2.4 Gedämpfte Schwingung (D=5%)

2.4.1 Hintergrund

FEX-DYN verwendet ausschließlich eine diagonalisierte, massenproportionale Dämpfung, die entweder als Rayleigh Dämpfung und/oder als modale Dämpfung angesteuert werden kann.

Bei der Rayleigh-Dämpfung wird der Massenvektor (also die diagonalisierte Massenmatrix) mit einem festen, konstanten Vorfaktor multipliziert, der vom Anwender vorzugeben ist. Dabei wird man für die zu erwartende hauptsächlich angeregte Schwingform und die zugehörige Kreisfrequenz ω den Vorfaktor folgendermaßen wählen:

RADA = 2 · D · ω ,

wobei D das Lehr’sche Dämpfungsmaß ist.

(2.7)

Bei der modalen Dämpfung wird im Grunde genommen ein ähnlicher Vorfaktor verwendet, allerdings muss sich der Anwender nicht um die Abschätzung der angeregten Eigenkreis- frequenz kümmern, sondern das Programm ermittelt näherungsweise die Eigenkreisfrequenz selbst und der Anwender gibt nur das Lehr’sche Dämpfungsmaß vor.

2.4.2 Eingabedatei für FEX-DYN

Der Aufruf von DYNA zur Berechnung der freien, gedämpften Schwingung ist praktisch genau- so wie im vorhergehenden Beispiel. Allerdings wird hier nun zusätzlich die Dämpfung über den GRUP-Satz vorgegeben.

Beim folgenden Aufruf wird mit GRUP RADA 2*0.05*49.348 eine 5%-ige Dämpfung definiert, wobei vorausgesetzt wird, dass der Träger mit einer Eigenkreisfrequenz von ω = 49.348rd/ s schwingt.

+PROG

DYNA

 

KOPF

Explizite

Integration

 

-

gedämpfte

Schwingung

-

Rayleigh

A

STEU

OPT

ELF

WERT

2000

W2

1

GRUP

MODD

0.0

RADA

2*0.05*49.348

 

STEP

N

15000

DT

0.0001

INT

100

THE

0.0

LF

NR

2

EGZ

1.0

ENDE

Alternativ kann man die Dämpfung auch als modale Dämpfung über GRUP MODD 0.05 vorgeben:

+PROG

.

GRUP

.

.

.

ENDE

.

.

DYNA

MODD

0.05

RADA

0.00

Der Rayleigh’sche Ansatz und der Ansatz einer modalen Dämpfung erfolgen additiv. Deshalb ist hier der Deutlichkeit halber der jeweils andere Wert explizit mit Null vorgegeben.

Um Vergleichsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Berechnungen in der Datenbank zu haben, werden die Ergebnisse hier über STEU OPT ELF WERT 2000 ab LF 2000 bzw. STEU OPT

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

ELF WERT 3000 ab LF 3000 gespeichert.

2.4.3 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

Die Eigenkreisfrequenz des gedämpften Systems ergibt sich zu

ω d =

ω 2

d

2m

(2.8)

Bei einer kleinen Dämpfung wird die Eigenfrequenz praktisch nicht beeinflusst, und die Schwingzeit bleibt also etwa so groß wie in der vorhergehenden Berechnung.

also etwa so groß wie in der vorhergehenden Berechnung. Abbildung 2.4: Verlauf der Durchbiegung [ mm

Abbildung 2.4: Verlauf der Durchbiegung [mm] in Balkenmitte (Knoten 1005) über die Zeit [s]

Man erkennt aber nun im Zeit-Durchbiegungsdiagramm (Abb. 2.4), wie die Durchbiegung mit zunehmender Anzahl an Schwingungen abnimmt.

Der Logarithmus des Verhältnisses zweier aufeinanderfolgender Amplituden wird auch als lo- garithmisches Dekrement bezeichnet. Anhand der Amplitudenabnahme der ersten und zwei- ten Schwingung ergibt sich (näherungsweise aus der Grafik abgelesen):

δ = ln 9.55 5.15

8.37 5.15 = 0.312

(2.9)

Es ist hierbei zu berücksichtigen, dass die Schwingung um die spätere Ruhelage bei = 5.15 mm ausgeführt wird und die Schwingungsamplituden also hierauf zu beziehen sind.

Das Lehr’sche Dämpfungsmaß ergibt sich daraus zu:

δ

D = 2π = 0.0498

(2.10)

Nach einer entsprechenden Zeit (bzw. einer entsprechenden Anzahl an Schwingungen) ist die kinetische Energie von der äußeren Dämpfung aufgezehrt worden, und das System hat seine statische Ruhelage unter der äußeren Last erreicht.

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

2.5 Dynamische Relaxation/statische Lösung

2.5.1 Eingabedatei für FEX-DYN

Mit dem Programm können neben dynamischen Problemstellungen auch statische Probleme berechnet werden. Hierzu macht man sich das Verhalten bei einer gedämpften Schwingung zunutze, dass nämlich ein gedämpftes System beim Ausschwingen in die statische Ruhelage schwingt. Um den Rechenaufwand (gleichbedeutend mit der Anzahl der Schwingungen bzw. Anzahl der Zeitschritte) möglichst gering zu halten, wird das System bei der dynamischen Relaxation optimal, d.h. mit der kritischen Dämpfung gedämpft.

+PROG

DYNA

 

KOPF

Dynamische

Relaxation

 

STEU

OPT

ELF

WERT

5000

W2

1

GRUP

MODD

1.0

RADA

0.0

STEP

N

5000

DT

85

INT

100

THE

0.0

LF

NR

5

EGZ

1.0

 

ENDE

Der entsprechende Inputfile ähnelt den zuvor verwendeten Eingabedaten.

Um Vergleichsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Berechnungen in der Datenbank zu haben, werden die Ergebnisse hier über STEU OPT ELF WERT 5000 ab LF 5000 gespeichert.

Um die dynamische Relaxation anzusteuern, wird die Dämpfung nahe der kritischen Dämpfung gewählt werden; hier wurde MODD 1.0, also 100% der kritischen Dämpfung gewählt. Gute Ergebnisse - im Sinne kurzer Rechenzeiten - lassen sich meist mit Werten für die kritische Dämpfung zwischen 0.85 und 0.90 erzielen.

Bei der dynamischen Relaxationsrechnung nimmt die kinetische Energie (wie bei jeder ge- dämpften Schwingung) sukzessive ab. Die Berechnung wird beendet, wenn entweder die aktu- elle kinetische Energie in einem Zeitschritt kleiner als 1.0E15 mal der maximalen kinetischen Energie ist oder wenn die maximale Anzahl der Zeitschritte erreicht ist.

Das Programm benötigt für dieses Beispiel weniger als 5000 Zeitschritte. Man könnte also auch STEP N 5000 vorgeben. Allerdings könnte am Ende der Berechnung die statische Ruhe- lage tatsächlich noch nicht exakt erreicht worden sein, falls man N zu knapp schätzt und dieses Abbruchkriterium greift.

Grundsätzlich wird empfohlen, ausreichend viele Zeitschritte vorzugeben, so dass das Pro- gramm nicht aufgrund einer begrenzten Anzahl an Zeitschritten zum Ende kommt. Wenn man allerdings erste Testberechnungen mit einem neuen, unbekannten System durchführt, kann es Sinn machen, die Anzahl der Zeitschritte zu begrenzen, um den Rechenaufwand zu begrenzen - allerdings sollte man dann anhand des Verlaufs der kinetischen Energie überprüfen, ob am Ende des Rechenlaufs bereits die Ruhelage erreicht worden ist.

Um die statische Ruhelage zu erreichen, muss man etwa eine Schwingzeit T berechnen. Des- halb sollte man einen möglichst großen, aber noch stabilen Zeitschritt wählen. Um dem An- wender hier die Wahl der Zeitschrittgröße möglichst einfach zu machen, wertet das Programm selbst anhand der Netzgeometrie aus, wie groß der maximale, theoretische Zeitschritt sein darf.

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

Mit DT 85 wird nicht ein Zeitschritt von 85s angefordert (physikalisch sinnvolle Zeitschrittgrößen liegen ja im Millisekundenbereich!), sondern das Programm wird veranlasst, 85% des theore- tisch möglichen Zeitschritts anzusetzen. Dies passiert immer dann, wenn DT größer als 1.0 gewählt wird.

2.5.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

Der direkte Vergleich der Verschiebungen aus LF 10 und LF 5036 (Ende der dynamischen Relaxationsberechnung) zeigt eine gute Übereinstimmung zwischen ASE und FEX-DYN und entspricht auch den theoretisch erwarteten Durchbiegungen:

stt = p gen

gen

79.575

k

=

15220.2 = 0.0052 m .

(2.11)

Tabelle 2.1: Verschiebungen (für eine Systemhälfte) berechnet mit ASE und FEX (LF 5036)

Knoten

ASE

y [mm] z [mm]

FEX (LF 5036)

y [mm] z [mm]

1

0.0000

0.0000

0.0000

0.0000

1001

0.0225

1.6136

0.0225

1.6136

1002

0.0850

3.0542

0.0850

3.0542

1003

0.1775

4.1834

0.1775

4.1834

1004

0.2900

4.9009

0.2900

4.9009

1005

0.4125

5.1467

0.4125 5.1467

2.6 Zeitlich veränderliche Belastung

2.6.1 Eingabedatei für FEX-DYN

Wie im Basismodul DYNA können bei der Erweiterung FEX-DYN zeitlich veränderliche Belas- tungen als Lastfall mit einer zugehörigen Zeitfunktion definiert und berechnet werden.

Beispielhaft wollen wir die äußere Last im folgenden Rechenlauf nicht plötzlich mit rechtecki- gem Last-Zeitverlauf (wie unter Abschnitt 2.3 und folgende) sondern mit einer trapezförmigen Last-Zeitfunktion auf ein gedämpftes System (D = 10%) aufbringen.

Die Last-Zeitfunktion beginnt für t = 0 mit ƒ (0) = 1.0, nimmt dann linear zu, um bei t = 0.2s den Wert 2.0 zu erreichen. Danach soll die Last-Zeitfunktion konstant bleiben (Abb. 2.5). Als Lastfall wird das halbe Eigengewicht verwendet, so dass Zeitfunktion mal Belastung im Grunde für t > 0.2s wieder das ursprüngliche 1.0-fache Eigengewicht ergibt.

Die Last-Zeitfunktion wird mit SOFILOAD definiert. Für die Definition der Belastung wird mit dem Satz LF zunächst ein Lastfall-Definitionsblock begonnen, in dem dann - wie üblich - die Lasten definiert werden. Innerhalb dieses Lastfallblocks wird dann mit FUNK T 0.0 F 1.0; 0.2 2.0; 1.0 2.0 die zugehörige Last-Zeitfunktion definiert. Diese wird als Polygon mit diskreten Wertepaaren für T und F vorgegeben (Tab. 2.2). Außerhalb des so definierten Intervalls ist die Funktion gleich Null.

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN Abbildung 2.5: Angenommene Last-Zeitfunktion für FUNK Tabelle 2.2:

Abbildung 2.5: Angenommene Last-Zeitfunktion für FUNK

Tabelle 2.2: Last-Zeitfunktion

T [s]

F []

0.0

1.0

0.2

2.0

1.0

2.0

+PROG

SOFILOAD

KOPF

Definition

Last-Zeitfunktion

$$

LF

NR

6

EGZ

0.5

TYP

none

BEZ

'f(t)'

FUNK

T

0.0

F

1.0;

0.2

2.0;

1.0

2.0

$$

ENDE

Die Eingabe für FEX-DYN entspricht weitgehend der Eingabe aus 2.3.

+PROG

DYNA

 

KOPF

Last-Zeitfunktion

 

STEU

OPT

ELF

WERT

6000

W2

1

GRUP

MODD

0.0

RADA

2*0.1*49.348

 

STEP

N

10000

DT

0.0001

INT

100

THE

0.0

LF

6

ENDE

Um Vergleichsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Berechnungen in der Datenbank zu haben, werden die Ergebnisse hier über STEU OPT ELF WERT 6000 ab LF 6000 gespeichert.

Wir wollen bis 1.0s rechnen. Da der kritische Zeitschritt wesentlich größer als 0.0001s ist, können wir ohne Weiteres 10000 Zeitschritte 0.0001s mit STEP N 10000 DT 0.0001 vorgeben. Über STEP INT 100 wird dann die Ausgabe alle 100 Zeitschritte, also 100 · 0.0001 = 0.01s,

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

angefordert.

Anmerkung: Wenn Zeitschrittgrößen DT kleiner als 1.0 vorgegeben werden, interpretiert FEX- DYN die Zeitvorgabe des Anwenders als die gewünschte Zeitschrittgröße. Falls diese größer ist als die vom Programm selbst ermittelte kritische Zeitschrittgröße, so wird die Vorgabe des Anwenders entsprechend korrigiert. Der Anwender sollte dann mit dem vorgeschlagenen Zeit- schritt oder einem prozentualen Anteil hiervon DT 90 (also 90% des kritischen Zeitschritts) weiterarbeiten.

Es wird hier eine 10%-ige Dämpfung vorgegeben (GRUP RADA 2*0.1*49.348).

2.6.2 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

Um die Antwort des Systems analytisch nachzurechnen, kann man hier das sogenannte Duhamel-Integral [2] berechnen. Für die generalisierte Verschiebung ergibt sich dann:

(t) =

1

m gen ·

ω d ·

0 p gen (τ) · e

d gen

2m

gen (tτ) · sin [ω d (t τ)] · .

(2.12)

) · sin [ ω d ( t − τ )] · dτ . (2.12) Abbildung

Abbildung 2.6: Verlauf der Durchbiegung in Feldmitte über der Zeit für zeitlich veränderliche Be- lastung

2.7 Ungedämpfte Schwingung bei gleichzeitiger, axialer Belastung

2.7.1 Hintergrund

Wird der betrachtete Balken zusätzlich durch eine Normalkraft auf Druck beansprucht, sinkt die Frequenz, mit der er schwingt. Im Grenzfall, wenn also die axiale Druckkraft gerade der statischen Knicklast entspricht, findet nach Theorie 2. Ordnung gerade keine Schwingung mehr statt, die entsprechenden Eigenwerte sind Null.

Die statische Knicklast ergibt sich für die hier vorliegenden Randbedingungen zu

P k =

E · π 2

312500 · π 2

=

2

100

= 30842.5 kN .

(2.13)

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN
Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Träger auf zwei Stützen | FEX-DYN

Für die hier vorliegenden Randbedingungen gilt nach Theorie 2. Ordnung der Zusammenhang zwischen der Eigenkreisfrequenz ω und der Kreisfrequenz ω¯ des nicht axial belasteten Sys- tems

N

P k .

ω = ω¯ · 1

Für die Auslenkungen gilt

= ¯

P k

P k N .

(2.14)

(2.15)

2.7.2 Eingabedatei für FEX-DYN

Entsprechend der zuvor erläuterten Formel wird sich bei einer axialen Kraft von 75% der Knick- last die Eigenkreisfrequenz halbieren.

Zunächst wird deshalb mit SOFILOAD eine entsprechende axiale Last definiert. Um keine exzentrische Beanspruchung im Stab zu erzeugen - der Stab ist an der Unterseite statisch bestimmt und insbesondere horizontal gelagert - wird die Normalkraft an beiden Seiten des Stabes aufgebracht.

+PROG

SOFILOAD

 

KOPF

Axiale

Belastung

 

LF

NR

11

BEZ

'N=0.75*P_ki'

 

KNOT

NR

1,2,3,4

TYP

PYY

P1

0.75*30842.5/4

KNOT

NR

11,12,13,14

TYP

PYY

P1

-0.75*30842.5/4

ENDE

Dieser Lastfall wird als statischer Lastfall mit ASE berechnet.

+PROG

ASE

KOPF

Statische

Berechnung

LF

NR

11

ENDE

Nach der Berechnung mit ASE stehen die Ergebnisse innerhalb der Datenbasis für den Zugriff mit FEX-DYN zur Verfügung. Der eigentliche Aufruf von FEX-DYN entspricht den vorhergehen- den, allerdings wird mit STEU PLF 11 der Lastfall 11 als Primärlastfall aufgerufen. Deshalb wird auch bei der Definition der äußeren Lasten mit LF NR 11 die äußere Belastung aus dem Primär- lastfall erneut aufgerufen. Die inneren Kräfte aus dem Primärlastfall stehen mit den äußeren Lasten (LF 11) im Gleichgewicht. Der Stab ist ohne Aufbringen weiterer Lasten im Gleichge- wicht, aber nicht spannungsfrei, sondern mit 75% der Knicklast quasi ”vorgespannt”. Durch LF NR 4 EGZ 1.0 wird dann - wie unter 2.3 - das Eigengewicht plötzlich aufgebracht.

+PROG

DYNA

 

KOPF

Explizite

Integration

-

ungedämpft

-

axiale

Druckkraft

SYST

PROB

TH3

STEU

OPT

ELF

WERT

4000

W2

1

STEU

PLF

11

GRUP

MODD

0.00

RADA

0.00

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen
FEX-DYN | Träger auf zwei Stützen

STEP

N

15000

DT

0.0001

INT

100

THE

0.0

LF

NR

11

LF

NR

4

EGZ

1.0

 

ENDE

2.7.3 Programmoutput und Interpretation der Ergebnisse

Die folgende Abbildung zeigt den Vergleich der ermittelten Durchbiegungs-Zeitverläufe für den Fall ohne Normalkraft (entsprechend Abschnitt 2.3) und für den Fall, dass die Normal-kraft gerade 75% der statischen Knicklast beträgt.

Normal-kraft gerade 75% der statischen Knicklast beträgt. Abbildung 2.7: Vergleich der Durchbiegungen in Feldmitte

Abbildung 2.7: Vergleich der Durchbiegungen in Feldmitte ohne axiale Last (N = 0) mit einer Berechnung für N = 0.75P k

Die Eigenkreisfrequenz mit axialer Belastung entspricht recht genau der Hälfte der Eigenkreis- frequenz ohne axiale Belastung, während die seitliche Schwingungsamplitude um etwa den Faktor 4 zunimmt.

Scheibe mit Loch | FEX-DYN
Scheibe mit Loch | FEX-DYN

Scheibe mit Loch | FEX-DYN

3 Scheibe mit Loch - Von-Mises Material mit Verfestigung

3.1 Problemstellung

Es soll der Spannungs- und Verformungszustand einer rechteckigen Scheibe mit Loch unter einer Zugbeanspruchung untersucht werden (Abb. 3.1).

unter einer Zugbeanspruchung untersucht werden (Abb. 3.1). Abbildung 3.1: Systemskizze der Scheibe mit Loch Die

Abbildung 3.1: Systemskizze der Scheibe mit Loch

Die Scheibe hat folgende Abmessungen: Länge/Breite/Dicke = 80/ 40/ 2cm. Der Durchmesser der zentrischen Bohrung beträgt 20cm.

Das Materialverhalten soll mit dem von-Mises-Materialmodell mit Verfestigung mit den folgen- den Materialparametern beschrieben werden:

E-Modul:

E = 210000MN/m 2

Querdehnzahl:

ν = 0.3

Dichte:

ρ = 7.850t/m 3

Fließspannung:

ƒ y = 500MN/m 2

Verfestigungsmodul:

E y = 105MN/m 2

Die äußere Spannung sei σ 0 = 250MN/m 2 .

3.2 Erstellung eines FE-Modells

Die Materialeigenschaften werden mit dem Modul AQUA definiert. Die Eingabe entspricht einer Eingabe, wie sie auch für die nicht lineare Berechnung mit ASE oder einem anderen SOFiSTiK- Programm gemacht würde.

Wichtig ist hier nur, dass mit MAT definiert wird.

GAM auch eine

spezifische Wichte (

Massenbelegung)

Aufgrund der mehrfachen Symmetrie reicht es aus, einen Quadranten der Scheibe und hier- von auch nur z.B. die obere Hälfte (in Dickenrichtung) zu diskretisieren. Da FEX-DYN bisher nur mit den drei Verschiebungsfreiheitsgraden rechnet, sollten mit SYST FIX MM die drei Ver- drehungsfreiheitsgrade bereits bei der Systemdefinition festgehalten werden.

FEX-DYN | Scheibe mit Loch

FEX-DYN | Scheibe mit Loch
FEX-DYN | Scheibe mit Loch

Die äußere Flächenlast auf der Stirnseite wird als freie Last mit dem AREA-Befehl definiert.

+PROG

SOFILOAD

urs:4

 

KOPF

Definition

der

äußeren

Lasten

 

LF

NR

1

AREA

REF

GFA

PROJ

YY

TYP

PYY

 

$$

P1

-250000

X1

0.0

Y1

-0.4

Z1

0.0

$$

P2

-250000

X2

-0.2

Y2

-0.4

Z2

0.0

$$

P3

-250000

X3

-0.2

Y3

-0.4

Z3

-0.01

$$

P4

-250000

X4

0.0

Y4

-0.4

Z4

-0.01

ENDE

 

Danach folgen eine lineare und eine nicht-lineare Berechnung mit ASE zu Vergleichszwecken:

+PROG

ASE

KOPF

Lineare

Berechnung

mit

ASE

SYST

PROB

LINE

LF

100

 

LC

NR

1

ENDE

+PROG

ASE

KOPF

Nicht-lineare

Berechnung

mit

ASE

SYST

PROB

NONL

ITER

500

NMAT

JA

LF

101

 

LC

NR

1

ENDE

Die Ergebnisse werden unter den entsprechenden Lastfallnummern, LF 100 lineare Berech- nung und LF 101 nicht lineare Berechnung abgelegt.

3.3 Eingabedatei für FEX-DYN