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Allgemeine Musiklehre: Melodik

Eine Melodie besteht aus einer Folge gleicher und/oder unterschiedlicher Tonhöhen. Du musst in
der Lage sein, Melodien/Tonhöhen im Violin- (𝄞) und Bassschlüssel (𝄢) zu lesen, zu schreiben und
auf einem Keyboard nach Noten zu spielen. Dazu brauchst du folgendes Basiswissen:

Stammtöne
Die Noten für die Stammtöne haben keine Vorzeichen (♯♭). Um Noten korrekt zu lesen und zu
schreiben, merkst du dir am besten, dass der Ton c im Violinschlüssel (𝄞) auf der ersten unteren
Hilfslinie und im Bassschlüssel (𝄢) auf der ersten oberen Hilfslinie notiert wird. Wenn du dazu noch
die Namen der Stammtöne in der richtigen Reihenfolge (c d e f g a h) auswendig kennst, kannst du
dir jederzeit herleiten, auf welcher Notenlinie bzw. in welchem Zwischenraum ein bestimmter Ton
notiert wird:
Wenn du Stammtöne auf
dem Keyboard spielst,
benutzt du nur weiße
Tasten. Den Ton c spielst du
jeweils mit der weißen Taste
links neben den „Zwillingen“.
Da es auf der Klaviatur
mehrere solcher c-Tasten
gibt, musst du wissen, dass
die beiden eingekreisten c-
Noten (s.o.) mit der c-Taste
in der Mitte der Klaviatur
gespielt werden. Diese zwei
Noten klingen also identisch.

Halb- und Ganztonschritte


In unserem Tonsystem ist der Halbtonschritt der kleinstmögliche Abstand zwischen zwei Tönen.
Auf der Klaviatur handelt es sich dabei also um den Schritt von einer beliebigen Taste zur
unmittelbar benachbarten Taste. Dabei spielt es keine Rolle, ob die benachbarte Taste schwarz
oder weiß ist. Ein Ganztonschritt besteht – wie der Name bereits vermuten lässt – aus zwei
Halbtonschritten. Auf der Klaviatur ist er also der Schritt von einer beliebigen Taste zur
übernächsten Taste. Auch hier wird nicht zwischen schwarzen und weißen Tasten unterschieden.

Töne mit Vorzeichen (♯♭♮)


Jeder Ton kann durch ein Kreuzchen (♯) um einen Halbtonschritt erhöht bzw. durch ein
B-chen (♭) um einen Halbtonschritt erniedrigt werden. Diese sog. Vorzeichen werden auf
derselben Notenlinie bzw. im selben Zwischenraum wie die zu verändernde Note vor dieser
notiert. Auf der Klaviatur spielst du Noten, vor denen ein ♯ steht, eine Taste weiter rechts als
normalerweise; Noten, vor denen ein ♭ steht, spielst du eine Taste weiter links als normalerweise.
Wieder spielt es keine Rolle, ob die „neue“ Taste schwarz oder weiß ist. Töne mit Vorzeichen
haben folgende Namen:

Das Auflösungszeichen (♮) hebt die Wirkung eines vorangegangenen Vorzeichens auf.
Vorzeichen vor einer Note gelten bis zum nächsten Taktstrich. Steht ein Vorzeichen zu Beginn
einer Zeile direkt hinter dem Notenschlüssel, gilt es für den betroffenen Stammton in der ganzen
Zeile.
Dur- und Molltonleitern
Viele Melodien bestehen aus den Tönen einer Dur- oder Molltonleiter. Der erste Ton einer
Tonleiter (Grundton) bestimmt den Namen der Tonleiter. Die Dur-Tonleiter besteht aus acht
Tönen in einer genau festgelegten Abfolge von Halb- und Ganztonschritten. Sie enthält
Halbtonschritte zwischen dem dritten und vierten sowie zwischen dem siebten und achten Ton.
Spielt man vom Ton c aus sieben Stammtöne (weiße Tasten) aufwärts, so erklingt die C-Dur-
Tonleiter:
C-Dur-Tonleiter

Um eine andere Dur-Tonleiter als C-Dur zu notieren, schreibst du zunächst vom jeweiligen
Grundton ausgehend eine aufsteigende Leiter aus acht Stammtönen auf. Dann markierst du, wo
sich Halb- und Ganztonschritte befinden müssen:
Stammtonleiter über dem Ton e

Nun überprüfst du mit Hilfe einer Klaviatur von unten nach oben alle Tonschritte. Entspricht ein
Tonschritt nicht der für die Dur-Tonleiter festgelegten Abfolge von Halb- und Ganztonschritten, so
musst du die obere Note mit dem passenden Vorzeichen (♯ oder ♭) korrigieren:
E-Dur-Tonleiter

Die natürliche Moll-Tonleiter besteht ebenfalls aus acht Tönen in einer genau festgelegten
Abfolge von Halb- und Ganztonschritten. Hier liegen die Halbtonschritte jedoch zwischen dem
zweiten und dem dritten sowie dem fünften und sechsten Ton. Spielt man vom Ton a aus sieben
Stammtöne aufwärts, so erklingt die natürliche a-Moll-Tonleiter:
a-Moll-Tonleiter (natürlich)

Um eine andere Moll-Tonleiter als a-Moll zu notieren, gehst du so vor, wie es oben für die Dur-
Tonleitern beschrieben wird. Beachte dabei jedoch unbedingt die für natürliche Moll-Tonleitern
festgelegte Abfolge von Halb- und Ganztonschritten!
c-Moll-Tonleiter (natürlich)

Für die Experten...


Bei Moll-Tonleitern kann es vorkommen, dass die sechste und/oder siebte Stufe durch ein
Vorzeichen erhöht wird. Daraus ergibt sich dann zwischen der fünften und der achten Stufe eine
andere Abfolge von Halb- und Ganztonschritten. Bei der harmonischen Moll-Tonleiter wird nur
die siebte Stufe erhöht. Bei der aufsteigenden melodischen Moll-Tonleiter werden die sechste
und siebte Stufe erhöht, bei der absteigenden melodischen Moll-Tonleiter jedoch nicht.
a-Moll-Tonleiter (harmonisch)

a-Moll-Tonleiter (melodisch)