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“Wir werden Dich nicht verleugnen, geliebte Orthodoxie, wir werden uns nicht unwürdig unseres

väterüberlieferten Glaubens erweisen. In Dir sind wir geboren, in Dir leben wir, in Dir werden wir
entschlafen. Und wenn es die Verhältnisse erfordern, werden wir tausendmal für Dich sterben“. (Joseph
Bryennios, 1350 - 1431)

Montag, 19. November 2018

DIE BITTEREN FRÜCHTE DER UNION DER RUSSISCH


ORTHODOXEN KIRCHE IM AUSLAND UND DES MOSKAUER
PATRIARCHATES

Foto mit dem Metropoliten Anastasij, dem Heiligen Johannes Maximowitsch, Erzbischof Averkij Taushev u. a.

Von Erzbischof Andronik

Im Jahre 1983 anathematisierte die Russisch Orthodoxe Kirche im Ausland unter der Führung von Seiner
Eminenz Metropolit Philaret (welchen die ROCA 2008 verherrlichte) die Häresie des Ökumenismus.

Im Jahre 2012 reichte die ROCOR-MP in Buena, New Jersey, Klage gegen die "Pfarrgemeinschaft des
Schutzes der Gottesmutter" ein, in deren Verlauf Bischof Gabriel (ROCOR-MP) gefragt wurde: Stimmt es,
dass 1983 die ROCA den Ökumenismus anathematisiert hat? Worauf Bischof Gabriel antwortete: wenn
man das Dokument mit dem Titel „Akt der Kanonischen Gemeinschaft“ verweist da heißt es, dass „zuvor
erlassene Handlungen, die die Fülle der kanonischen Gemeinschaft behindern, als ungültig gelten oder
abgelaufen sind“ (Punkt 13). Es ist merkwürdig, solche Worte von einem Hierarchen der orthodoxen Kirche
zu hören. Denn wenn die Kirche eine bestimmte Häresie anathematisiert, ist dies für die Ewigkeit und
keine Hierarchen können dieses Anathema annullieren, insbesondere das Moskauer Patriarchat, das aktiv
am Ökumenismus beteiligt ist. Als die Orthodoxe Kirche zum Beispiel den Häretiker Arius anathematisierte,
war er persönlich nicht in der Lage, dieses Anathema aufzuheben.

Seitdem der Teil der ROCA, welcher sich mit dem Moskauer Patriarchat vereinigt hat, in seinen
Gottesdiensten den Heiligsten Patriarchen von Moskau und ganz Russland als seinen Herrn und Vater
memoriert, ist er auch unter dieses Anathema gefallen. Und wie wir in den Gebeten vor der Beichte lesen:
"unter das eigene Anathema gefallen".

Als 2004 die erste Kommission für den Dialog zwischen der Auslandskirche und dem Moskauer Patriarchat
gebildet wurde, reagierten viele unter der ROCA-Herde mit großer Vorsicht, da sie wussten, dass das
Moskauer Patriarchat aktiv an der ökumenischen Bewegung teilnimmt. In ähnlicher Weise ist die Frage des
Sergianismus für die ROCA-Gläubigen nicht weniger wichtig. Trotzdem versicherten uns die ROCA-
Hierarchen, dass sie das Moskauer Patriarchat von innen her beeinflussen würden. Mit anderen Worten,
sie würden sich aktiv gegen die Häresie des
Ökumenismus und des Sergianismus aussprechen, - aber sie haben ihr Versprechen nicht gehalten.

Es ist interessant festzustellen, dass das Moskauer Patriarchat 2013 Dutzende der Bekenner und
Neumärtyrer Russlands aus dem kanonisierten Status entfernt hat und keiner der Hierarchen oder
Kleriker der ROCOR-MP Einwände gegen diese Aktion erhoben hatte, außer dem Protopresbyter Vladimir
Malchenko aus Toronto (einer meiner Klassenkameraden aus dem Seminar), der einen Brief zur
Verteidigung der Neumärtyrer Russlands schrieb, welche diese Aktion betraf.

Eine weitere interessante Tatsache ist, dass bei den vorsynodalen Versammlungen in Chambesy, Schweiz
(10.-17. Oktober 2015 und 21.-28. Januar 2016), ein Dokument mit dem Titel "Beziehungen der
Orthodoxen Kirche zum Rest der Christlichen Welt" entworfen und anschließend von der Bischofssynode
des Moskauer Patriarchats im Februar 2016 ratifiziert wurde. Es gibt keine Informationen darüber, ob auch
nur ein einziger Hierarch der ROCOR-MP Abgeordneten gegen dieses Dokument Einspruch erhoben hat.

"Die Ankündigung des bevorstehenden Treffens des Allerheiligsten Patriarchen Kyrill mit Papst
Franziskus von Rom" gemäß den Worten von Protopresbyter Alexander Lebedev (Sekretär für
interorthodoxe Beziehungen der Bischofssynode der ROCOR-MP) "wurde vom Klerus und den Gläubigen
der Russisch Orthodoxen Kirche im Ausland völlig gelassen hingenommen“, was auch beredt die wahre
Haltung der höheren Kleriker und Mitglieder der ROCOR-MP gegenüber dem Ökumenismus bezeugt.

Wo ist der aktive Widerstand von innen, den uns die Hierarchen der ROCOR-MP versprochen haben?
Können wir dann behaupten, dass die ROCOR-MP genau die Hefe geworden ist, die nach den Worten von
Erzbischof Mark (Arndt) Sauerteig für den Teig des Moskauer Patriarchats werden sollte?

Die Hierarchen des ROCA haben sich stets offen und frei zur Verteidigung der Orthodoxie geäußert und
geschrieben, und ihre Stimmen wurden von der gesamten Orthodoxen Welt gehört. Unter ihnen waren:
Metropolit Antonij, Metropolit Anastasij, der Heilige Hierarch Metropolit Philaret, Metropolit Vitalij,
Erzbischof Averkij (Taushev), der Heilige Hierarch Erzbischof Johannes von Shanghai und viele andere.
Wenn die gegenwärtigen Hierarchen der ROCOR-MP selbst Teil der ökumenischen Gemeinschaft sind und
sich gegen bestimmte Entscheidungen aussprechen, dann haben ihre Stimmen nicht mehr die frühere
Freiheit und Kraft, klingen nicht überzeugend und sind nicht fähig, irgendetwas zu ändern. Es entsteht der
Eindruck, dass das Ziel dieser Aussagen nicht darin besteht,
ökumenischen Innovationen zu widerstehen, sondern nur Zuflucht genommen wird zu Demonstrationen
des Versuches „die Situation unter Kontrolle zu bringen“, wodurch die Wachsamkeit der eigenen Herde
eingeschläfert wird, von welcher viele der Zukunft der Auslandskirche und der Heiligen Orthodoxie nicht
gleichgültig gegenüberstehen.

+ Andronik, Erzbischof von Syrakus und der Kirche des Hl. Nikolaus

7./20. April 2016, Fest des Hl. Georg, Bischof von Mytilini

Übersetzung: HEILIGE ORTHODOXIE


© HEILIGE ORTHODOXIE 2018
Weiterveröffentlichung nur unter Quellenangabe
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