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34 Qrttnwald; Ober die Gewichtsbe&tinunung de« Glycerins.

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Langewandt« Chemie.

Bei dem verbesserten Apparate erscheint des Glycerins durch Permanganat in. schwefel-
der besprochene Übelstand beseitigt, da die saurer Lösung zu Kohlensäure. P l a n c h o n
einzelnen Theile des Auslaugeapparates in sagt bezüglich der Einrichtung des von ihm
einander geschliffen sind, und durch pas- angewendeten Apparates nur, dass derselbe
sende Zusammenstellung der möglichst gün- aus einer Reihe von Behältern besteht,
stigste Erfolg erzielt wird. welche zur Entfernung des beim Erhitzen
Der Apparat ist etwa 70 cm lang; die der sauren Flüssigkeit entwickelten Wasser-
Kühlung der Dämpfe wird mittels Schlan- dampfes dienen, sowie einer Reihe ven Ge-
genrohr bewirkt, was bekanntlich nur ein fässen, in welchen die ausgetriebene Kohlen-
Yortheil ist. Bei e sind die Theile einge- säure durch Katronkalk gebunden und als-
schliffen (Fig. 18). dann gewogen wird.
Handelt es sich nicht darum, gewogene Bei der Prüfung dieses Verfahrens fand
Niederschläge u. dgl. auszulaugen, sondern ich, dass man nach demselben allerdings gute
nur darum, Auszüge gewisser Stoffe zu er- Resultate erzielt, und dass die Oxydation
halten, so kann man sich mit Vortheil des des Glycerins mit Permanganat in saurer
in Fig. 19 abgebildeten Apparates, der dem Lösung vollständig ist gemäss der Gleichung:
Wesen nach aus einem Kolben mit einge- C, H, 0, + 7 0 = 3 C03 4- 4 H, 0.
schliffenem Schlangenkühler besteht, be- Indessen ergab sich aus einer grossen
dienen. Anzahl von Versuchen, dass der zur Ab-
Die Probe wird in ein kleines doppelt sorption, der Kohlensäure von P l a n c h o n
genähtes Leinensäckchen gebracht, welches empfohlene Natronkalk nicht geeignet war,
vorher gut mit verdünnter Kalilauge, Wasser, und ich gelangte erst dann zu brauchbaren
sehr verdünnter Schwefelsäure, abermals mit Resultaten, als ich statt desselben Kalilauge
destillirtem Wasser, hierauf mit Alkohol anwendete, welche sich in einem L i e b i g -
und Äther ausgekocht wurde. Das Säck- schen Kugelapparat befand. Zur Zurück-
chen wird mit einem Faden zugebunden und haltung des Wassers diente ein mit Chlor-
mit demselben oder mit einem Platindrahte calciumstücken gefüllter Thurm, an welches
an dem ringförmigen Wulst c (Fig. 19) des noch eine ChlorcalciumTöhre angefügt war.
Abtropfrohres befestigt, hierauf wird der Die Erhitzung des sauren Gemisches geschah
Kühler in. den Hals des Kolbens eingefügt in einem RundkolbeD auf dem Drahtnetz
und erwärmt, wobei das verflüssigte Lösungs- mit massiger Flamme. Wie auch P l a n c h o n
mittel ununterbrochen auf das Säckchen bemerkt, war die hierbei auftretende Kohlen-
tropft. säureentwickelung ruhig und gleichmässig.
Es sind also alle Kork verbin düngen ver- Die Dauer eines jeden Versuches betrug etwa
mieden, die Kühlung der Dämpfe ist die 1 Stunde, so dass das Verfahren wegen der
möglichst beste, die Apparate sind zufolge schnellen und leichten Ausführbarkeit na-
ihr«r geringen Grosse recht handlich. Die mentlich für praktische Zwecke Beachtung
Verluste an Lösungsmitteln durch die Dich- verdieut. Die Resultate von 12 Analysen,
tungen an den Einschleifstellen sind unbe- welche ich ausgeführt habe, theile ich in
deutend 3 ). Folgendem mit, um die Genauigkeit der
Laboratorium des Herrn Prof. Dr. J. J. Pohl. Methode erkenuen zu lassen:
Wien, am 21. December 1888.
Angewandte Gefundene Entsprechende
Menge Menge Menge Differenz
Glycerin») Kohlensäure Qlyceriü Proc.
g • 8 g

0,2538 0,3703 0,2581 4-1,69


Über die Gewichtebestimmung des Gly- 0,3411 0,4803 0.3348 — 1,85
cerins durch Oxydation mit Kaliumper- 0,3550 0,5001 0i3486 — 1,80
0,3550 0,5195 0,3621 -+•2,00
mangaiiat in saurer Lösung. 0,3550 0,5019 0.3498 — 1,46
0,4775 0,0732 0,4692 - 1,74
Von
0,4775 0,6701 0,4670 — 2,20
H. Grünwald. 0,4775 0,7020 0,4893 4-2,47
0,5457 0,7899 0,5498 4-0,79
Das neue Verfahren zur Bestimmung des 0,5457 0,7805 0,5440 — 0,31
Glycerins von V. P l a n c h o n (Z. 1888 S. 499) 0,6821 0.9632 0,6713 - 1,68
1.4199 2,0005 1,3943 — 1,80
gründet sich auf die vollständige Oxydation
*) Die Apparate, sowie etwaige Ersatzstücke *) Das zur Herstellung der wässerigen Glycerin-
sind in guter Ausführung von dem Glaskünstler lösungen von bestimmtem «ehalt verwendete wasser-
C. Woytacek, Wien, VII. Westbahnstrasse No. 3 freie Glycerin war aas krystallisirtCm Glycerin be-
ta beziehen. reitet.
Jkbrgang 1889. 1 Zur Untersuchung von Harzen. 35
Ne. 8. 16. J»nnar 188». J

In einer demnächst zu veröffentlichenden ein gewogenes Filter, wäscht den Rückstand


Arbeit gedenke ich die von mir über diesen mit heissem Alkohol, trocknet ihn bei 100°
Gegenstand angestellteu Versuche ausführlich und bringt sein Gewicht von dem der Probe
mitzutheilen und eine genauere Beschreibung in Abzug. Die in Alkohol schwer- oder
des angewendeten Apparates zu geben. unlösliche Harze löst man in Terpentinöl,
filtrirt, wiegt den Rückstand und untersucht
die Lösung nach S. 36.
Schwierigkeiten ergeben sich bei der Er-
mittlung der Säurezahl nur dann, wenn die
Zur Untersuchung von Harzen. Lösung des Harzes dunkel gefärbt ist, .wie
bei Schellack und Storax; ganz unmöglich
Die Litteratur über die Untersuchung ist eine Titrirung bei Drachenblut.
von Harzen ist bis jetzt nicht gross. Die Zur Bestimmung der K ö t t s t o r f e r ' -
Handbücher der technisch-chemischen Unter- schen Zahl kocht man 1 g Harz mit 25 cc
suchungsverfahren von Bolley, Böck- alkoholischer Kalilauge 5 bis 15 Minuten
mann u. A. erwähnen dieselbe überhaupt am Rückflusskühler, verdünnt mit 100 cc
nicht (vgl. Z. 1888 S. 49). Bei den An- Alkohol, erhitzt nochmal zum Sieden und
gaben von Sacc (Jahresb. 1869 S. 658), titrirt den Alkaliüberschuss mit Salzsäure
J. Wiesner 1 ) und H i r s c h s o h n (Chem. C. und Phenolphtalein zurück.
1877 S. 182) sind die chemischen Eigen- Zur Ermittlung der J p d z a h l löst man
schaften der Harze wenig berücksichtigt. 1 g Harz in 50 cc heissem Alkohol, lässt
Erst Kremel (Jahresb. 1886 S. 443) be- erkalten und versetzt mit 25 cc Jodlösung.
stimmte von einigen Harzen die Säurezahl Tritt bald Entfärbung ein, so fügt man
durch Neutralifiiren mit alkoholischer Kali- neuerdings Jodlösung zu, bis das Gemisch
lauge und die Esterzahl, entsprechend dem nach längerem Stehen deutlich rothbraun
von Köttstorfer'schen Verfahren für But- gefärbt bleibt. Nach Verlauf von 24 Stun-
teruntersuchung (Jahresb. 1879 S. 949). den wird der Jodüberschuss zurücktitrirt.
Die vollständigste Untersuchung über die Zunächst wird so viel Jodkaliumlösung zu-
Ausmittlung der Harze haben M. v. Schmid gefügt, dass beim Verdünnen mit Wasser
und F. Erban (Sitzb. d. Wiener Ak. Nov. sich weder Jod noch Quecksilberjodid aus-
1886) ausgeführt. scheidet; einen allzugrossen Überschuss ver-
Bestimmt wurde meide man. Hat man mit der 5- bis
1. Die Säurezahl, d. i. die Menge Atzkali, 6 fachen Menge Wasser verdünnt und sich
in Milligrammen ausgedrückt, welche ein Gramm nur das Harz in Flocken abgeschieden, so
Harz in alkoholischer Lösung zur Absättigung versetzt man mit Stärkekleister und titrirt
braucht. mit Natriumhyposulfit auf farblos. Die an-
2. Die Köttstorfer'sche Zahl, d. i. die in fangs grüne oder schwärzliche Farbe der
Milligrammen ausgedrückte Menge Ätzkali, welche Lösung wird später violett und schlägt
von 1 4; Harz beim Kochen mit überschüssiger scbliesslicb durch einen blauen oder röth-
alkoholischer Kalilauge gebunden wird. lichen Übergangston in farblos um. War
3. Die Hübl'sche Jodzahl, d. i. die in zu viel Jodkalium zugegen, so tritt an Stelle
Procenten angegebene Menge Jod. welche das Harz der blauen Reaction eine entschieden rothe
aufzunehmen vermag. •Färbung auf, deren Übergang in farblos
Zur Bestimmung der S ä u r e z a h l bringt •weniger scharf ist. Das meist obenauf
mau 1 g des feingepulverten Harzes in einen schwimmende, gelb bis braun gefärbte Harz
weithalsigen Kolben und kocht mit 95proc. beeinträchtigt im Allgemeinen nicht die
Alkohol einige Zeit am Rückflusskühler. Schärfe des Farbenwechsels; nur bei Dra-
Findet eine vollständige Auflösung statt, so chenblut bleibt die Flüssigkeit ziegelroth,
wird die heisse Lösung mit 5 cc Phenol- bei Gummigutt blassgrün.
phtalein versetzt und mit Natronlauge bis
aur bleibenden Rothfärbung titrirt. Da der Gleichzeitig mit der Titrirung der Probe
Titer der Lauge auf Ätzkali gestellt ist, so ermittelt man den Gehalt der Jodlösung.
gibt er, mit der Anzahl der verbrauchten Man erfährt hieraus die Menge Jod, welche
Cubikcent. multiplicirt, sofort die Menge i zu Beginn der Arbeit in der zum Versuch
des gebundenen Alkalis. verwendeten Menge derselben vorhanden war.
Die Differenz beider Bestimmungen liefert,
Enthält das Harz fremde Einschlüsse,
in Procenten ausgedrückt, die Jodzahl.
so filtrirt man bei den in Alkohol völlig
(Jahresb. 1884 S. 1167; 1887 S. 1199.)
löslichen Harzen die heisse Lösung durch
Die folgende Tabelle enthält die Säure
') J. Wiosner: Die technisch verwendeten zahlen, Köttstorfer'schen- und Jodzahlen
Gummiarten, Harze und Balsame (Erlangen 1869). der wichtiggtcn technisch verwendeten Harze.