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Broschüre zum Wissenschaftlichen Arbeiten am IfEE

Einleitung

Liebe Studierende der Europäischen Ethnologie,

euer Studium wird hauptsächlich aus drei Aufgaben bestehen: dem Lesen und Aufbereiten
(teils schwieriger) wissenschaftlicher Texte, dem Verfassen von Hausarbeiten, sowie der
Erhebung und Bearbeitung empirischen Materials.

Wir – selbst noch Studierende der Disziplin – möchten euch auf den folgenden Seiten Tipps
zur erfolgreichen Bewältigung dieser Aufgaben geben und euch mit den formalen Kriterien
wissenschaftlichen Arbeitens vertraut machen. An geeigneten Stellen werden wir euch auch
Literaturtipps zur Verfügung stellen.

Lest diese Broschüre bitte gründlich und hebt sie euch für den gesamten Verlauf eures
Studiums auf. Bei inhaltlichen und formalen Rückfragen könnt ihr euch an die Tutor_innen
am Institut wenden (entweder direkt in den Einführungstutorien oder in der Studentischen
Studienberatung).

Das Ganze ist wie folgt gegliedert:

1. Allgemein nützliche Hinweise

2. Lesen von wissenschaftlichen Texten

3. Zusammenfassen von wissenschaftlichen Texten

4. Allgemeine Formalia schriftlicher Arbeiten

5. Zitieren / Belegen

6. Schreiben einer Hausarbeit (MAP) / Abschlussarbeit

Stand: Mai 2015

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1. Allgemein nützliche Hinweise

In diesem Abschnitt möchten wir euch – in aller Kürze – mit einigen hilfreichen Tipps
versorgen:

· Schaut regelmäßig (ca. einmal pro Woche) auf die Homepage unseres Institutes!

➔ http://www.euroethno.hu-berlin.de/

Hier gibt es viele interessante und immer aktuelle Informationen zum Geschehen am Institut
und im Fach. Außerdem findet ihr dort Stellenausschreibungen, nützliche Infos wie z.B.
Kontaktdaten aller Mitarbeiter_innen des Instituts, das Vorlesungsverzeichnis, eure Studien-
und Prüfungsordnung, etc.

· Mit eurem Zulassungsbescheid habt ihr euren HU-Account erhalten. Dieser besteht
aus einem Benutzernamen sowie einem Passwort (das ihr möglichst nach kurzer Zeit
ändern solltet). Dies benötigt ihr für zwei wichtige Plattformen:

o Moodle: Das ist ein Lernportal für Lehrende und Studierende, das mittlerweile für
fast jedes Seminar/jede Vorlesung benutzt wird. Hier gibt es bspw. Texte zum
Selbstausdrucken, Nachrichtenforen für vereinfachte Kommunikation mit allen
Kursteilnehmer_innen, Handouts & vieles mehr. Zu Beginn (fast) jeder
Lehrveranstaltung werdet ihr einen Kursschlüssel erhalten. Damit könnt ihr euch
für den jeweiligen Kurs eintragen. Alles weitere erschließt sich wahrscheinlich
einfach über die Nutzung, es gibt aber auch Online-Tutorials...

➔ http://moodle.hu-berlin.de

o AGNES: hier findet ihr u.a. das kommentierte Vorlesungsverzeichnis der gesamten
HU und könnt euch auch euren eigenen Stundenplan erstellen. Ebenfalls könnt ihr
hier eure erbrachten Studienleistungen einsehen. In manchen Studiengängen ist es
auch wichtig, sich über AGNES für Seminare und Prüfungen anzumelden. Dafür
habt ihr eine TAN-Liste mit eurer Immatrikulationsbescheinigung bekommen.
Diese unbedingt aufbewahren an einem schnell auffindbaren Ort! Wichtig: Fristen
beachten!

➔ http://agnes.hu-berlin.de

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· Tragt euch in die von der Fachschaftsinitiative verwaltete Mailingliste namens


ifee.studis ein – es handelt sich dabei um einen E-Mail-Verteiler für Studierende des
Instituts. Darüber werden verschiedene Informationen und Neuigkeiten zum Studium,
Institut und Fach verteilt, darunter auch Stellenangebote und Veranstaltungs-
ankündigungen. Die Mailingliste ist das wichtigste Kommunikationsmedium, um
Studierende des Instituts für Europäische Ethnologie zu erreichen. Ansonsten könnt
ihr wichtige Informationen zum Studium nur über Aushänge im Institut und/oder die
Webseite des Instituts mitbekommen! Solltet ihr euch nicht an den Einführungs-
tagen eingetragen haben, sendet einfach eine E-Mail an die Fachschaftsinitiative
(fsi.euroethno@hu-berlin.de) und bittet um Eintragung.
· Besucht frühzeitig das Grimm-Zentrum (die Hauptbibliothek der HU; Nähe S-Bahnhof
Friedrichstraße) und macht euch mit dessen Funktionsweise vertraut.

o Wichtig: um eure Taschen/Jacken etc. einschließen zu können, benötigt ihr ein


kleines Vorhängeschloss. Einfach schonmal anschaffen, ihr werdet es brauchen...

o Bücher können größtenteils ausgeliehen werden (meist 2 Wochen). Dies geschieht


an Automaten. Ihr benötigt dafür euren Student_innen-Ausweis (den Strichcode,
der drauf ist bzw. ihr gebt manuell die Zeile drunter ein, z.B. HUHS04387690).
Das benötigte Passwort ist voreingestellt – es ist die Postleitzahl, die ihr bei eurer
Bewerbung für euren eigenen Wohnort angegeben habt.

o Literatur kann gesucht werden über über das PRIMUS-Suchportal (findet ihr über
http://www.ub.hu-berlin.de; bei Suche & Kataloge).

o Im Tutorium bzw. in den Kulturtheorien werdet ihr außerdem eine Führung und
Recherche-Übung im Grimm-Zentrum mit Matthias Harbeck erhalten. Er ist der
Fachreferent für Ethnologie und damit einer der wichtigsten Ansprech-
partner_innen in Fragen Bibliothek. Bei Fragen zu Literatur, die es bisher nicht an
der HU gibt, könnt ihr euch direkt an ihn wenden.

· Hier noch ein paar Links, die fachspezifisch wichtig sein können:

o Die Internetseite der dgv (Deutsche Gesellschaft für Volkskunde), dem


Dachverband aller Institutionen des Faches Volkskunde / Europäische
Ethnologie / Empirische Kulturwissenschaft / Kulturanthropologie. Die dgv

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gibt auch die Zeitschrift für Volkskunde heraus, eine der wichtigsten
Fachzeitschriften für unsere Disziplin (erscheint zwei Mal jährlich).

➔ http://www.d-g-v.org

o Die Internetseite der Gesellschaft für Ethnographie, einer transdisziplinären


Plattform verschiedener ethnologischer Fachdisziplinen. Die GfE ist
(zusammen u.a. mit Beate Binder von unserem Institut) Mitherausgeberin der
Berliner Blätter, einer weiteren ethnographischen Fachzeitschrift, in der häufig
auch studentische Beiträge erscheinen.

➔ www.gfe-online.org

o Die Internetseite von H-soz-u-kult, einer Informationsplattform, auf der sich


insbesondere viele interessante Rezensionen finden.

➔ http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de

o Die Internetseite von Evifa, der Virtuellen Fachbibliothek Ethnolgie. Auch hier
gibt es zahlreiche Informationen zu Volks- und Völkerkunde.

➔ http://www.evifa.de/cms/

2. Lesen wissenschaftlicher Texte

Es gibt vielfältige Techniken, Texte zu lesen und zu bearbeiten. Je nach Zweck / Zielsetzung
ist die eine oder andere Variante ergiebiger, sinnvoll ist sicherlich eine Kombination aus allen
dargestellten Schritten (die keineswegs vollständig sind):

· Verschafft euch zunächst einen generellen Überblick über den Text (v.a. nützlich bei
eigener Literaturrecherche):

o Wer ist der_die Autor_in (sozialer, politischer, akademischer Hintergrund)?


Wann und wo ist der Text erschienen? Wann war ggf. die Erstausgabe?

o Was war der Anlass des Textes, das Anliegen des_der Autor_in? Durch wen
wird er_sie beeinflusst, wogegen wird ggf. Position bezogen?

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o Vor allem: was scheinen übergeordnete Fragestellung und zentrale Aussagen


des Textes zu sein?

o Wie ist der Text strukturiert und gegliedert?

➔ besonders hilfreich ist in diesem Schritt, insbesondere in Einleitung und Schluss


eines Buches / Kapitels / Unterkapitels hineinzulesen, sowie in Inhalts-verzeichnis,
Cover, Vorwort, Begriffsregister und Glossar (so vorhanden) hinein-zuschauen.
Was sind zentrale Begriffe / Konzepte / Thesen / Anliegen? (eventuell müsst ihr
Fachbegriffe nachschlagen; dazu am Besten einschlägige Nachschlage-werke
konsultieren!)

· Intensives Lesen ist besonders gefordert, um euch auf eine Vorlesung / ein Seminar
mit Texten für eine Diskussion vorzubereiten.

o Wichtig ist: ihr müsst nicht jeden einzelnen Satz (oder in englischen Texten
jedes Wort) verstehen! Manches ergibt sich aus dem Zusammenhang, anderes
ist vielleicht nicht ganz so relevant. So lange ihr die Hauptargumentationslinie
nachzeichnen könnt, ist das in Ordnung. → Mut zur Lücke...

o Markiert euch Thesen, empirische Beispiele und methodische Argumente am


Besten farbig und schreibt euch Stichpunkte an den Rand! Aber: nicht zu viel
vom Text markieren! Sonst verliert das Markierte ja an Wert...

o Auch weitere Ideen / Kritik / Verweise könnt ihr aufschreiben!

o Zentrale Punkte vielleicht auf einer gesonderten Seite (ganz vorne oder ganz
hinten) nochmal mit Seitenzahl festhalten!

· Für Referate / Handouts / Hausarbeiten kann es nötig sein, Texte nochmal unter einer
gezielten Fragestellung zu lesen.

· Auch Textkritik ist erwünscht! Sie sollte jedoch nicht vor der Auseinandersetzung mit
den eigentlichen Thesen eines Textes stehen. Denn: Kritik kann ich nur üben, wenn
ich verstanden habe, worum es geht...

o Wie nachvollziehbar argumentiert der_die Autor_in? Ist der Text unnötig


kompliziert? Werden die Thesen überzeugend begründet?

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o Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Text: was ist gut, was ist schlecht?
Stimme ich mit der Einschätzung des_der Autor_in überein? Wofür kann ich
den Text verwenden?

3. Zusammenfassen von Texten

Neben intensivem Lesen von Texten empfiehlt es sich, zusätzlich Dokumente zu erstellen, die
ihr für eure weitere universitäre Laufbahn immer wieder konsultieren könnt. Bei gut erstellten
Exzerpten, etc. könnt ihr euch eventuell sogar ein erneutes Lesen eines Textes sparen, den ihr
im Semester zuvor mal genau gelesen habt... Heißt: nicht nur machen, wenn es Pflicht ist!
Exzerpte / Abstracts v.a. zu zentralen Themen und Texten sind enorm wichtig!

In vielen Seminaren werdet ihr außerdem aufgefordert werden, schriftliche Aufarbeitungen


von gelesenen Texten einzureichen / auf Moodle hochzuladen. Da unterschiedliche
Dozent_innen ggf. auch unterschiedliche Auffassungen davon haben können, wie genau eine
solche Textaufarbeitung aussehen soll, ist es grundsätzlich ratsam, den_die jeweilige
Dozent_in nochmal nach dem gewünschten Format zu fragen!

Folgend werden die gängigsten Formate kurz vorgestellt:

Abstract

· Soll einen raschen Überblick über die Problemstellungen, Thesen und Methoden eines
Textes vermitteln.
· Zentrale Aussagen, Thesen und Gedanken ohne eigenen Kommentar, aber in eigenen
Worten wiedergeben.
· Zitate werden hier nicht gebraucht, weil es nur um einen kurzen Überblick gehen soll.
· V.a. in englischsprachigen Publikationen stellen Autor_innen Abstracts ihres eigenen
Textes dem Haupttext voran.
· FORMAL: Umfang: ca. ½ Seite, in ganzen Sätzen ausformuliert (Fließtext)

· Achtung: Keine reine banale Inhaltsangabe! Die Textaussage soll komprimiert


dargestellt werden.

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Exzerpt

· Das auszugsweise Wiedergeben eines Textes. Diese Textauszüge werden wörtlich


(zentrale Zitate auswählen) oder sinngemäß mit eigenen Worten (paraphrasiert)
beschrieben. Die Mischform ist zu empfehlen.
· Eigene Fragen, Ideen, Überlegungen, Kritikpunkte, Arbeitsaufträge (wo muss ich
weiterlesen / recherchieren?) mit einbringen!

· Ein Exzerpt kann in Stichworten oder als Fließtext verfasst werden.

· Finden von Schlüsselzitaten: nur in Maßen zitieren und die Zitate als solche
kennzeichnen! Textauszüge werden wörtlich (genau zitieren und belegen!) oder
sinngemäß (paraphrasiert) wiedergegeben.
· FORMAL: Umfang: ca. 2 bis 3 Seiten, für sich selbst ggf. länger, aber nicht zuviel!
(Kommt eben auf den Text an.)
· Graphische Ordnung hereinbringen ist zentral! (evtl. verschiedene Anfangsstriche für
Zusammenfassung / Wörtliches Zitat / Eigene Gedanken; verschiedene Farben; Unter-
schiedliche Position auf dem Blatt …)

· Es können verschiedene Schwerpunkte beim Exzerpieren gelegt werden. Auch hier


gilt: meistens machts die Mischung…

o Gliederung: Inhaltsverzeichnisse als Erleichterung, Textstellen wieder zu finden


o Stichworte: Beschreibung der Grundargumentation des Textes mit dem Sinn des
Lernens und der Textarchivierung; hier sollte die Reihenfolge sinnvoll
verändert werden.
o Inhalt: Klärung der wesentlichen Begriffe oder Konzepte / Theorien;
Ausgangspunkt, Fragestellung und Thesen werden in eigenen Worten
wiedergegeben, möglicherweise eine kurze Zusammenfassung des Textes.
o Standpunkt: Eigene Gedanken sind erwünscht; sinnvoll sind ebenso eigene
Anmerkungen, Kommentare, Fragen, weiterleitende Ideen und Hinweise auf
evtl. wichtige Literatur. Klar absetzen!
o Beziehung: Die Beziehungen zwischen verschiedenen Texten stehen im
Vordergrund. Diese Form eignet sich besonders, um mehrere Quellen
gleichzeitig zu bearbeiten.

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Reading Notes

· Werden häufig in Seminaren als Leistungsnachweis gefordert. Meist können sie relativ
kurz gehalten werden.
· Immer: einen Einleitungssatz mit Kurzvorstellung des Textes schreiben, sowie
vollständige bibliographische Angaben (zur späteren und besseren Orientierung)
machen!
· Ihr könnt einen zusammenhängenden Fließtext oder mehrere (nicht zwangsläufig
verknüpfte) Passagen schreiben.
· Die Passagen können ausformuliert, in stichpunktartigen, verkürzten Sätzen dargestellt
werden oder auch Fragen beinhalten ! Gliedernde Zeichen verwenden!
· wichtig: vorher immer Formales mit Dozent_in abklären!
· Schwerpunkte und Formen je nach eigenen Vorlieben und in Absprache mit Lehrenden
auswählen! Die folgenden 3 sind die geläufigsten, Mischformen empfehlen sich:

1) Leseerfahrungsbericht (Lesetagebuch)

• Schilderung des subjektiven Umgangs, des Vorgehens, der eigenen Erfahrungen


beim Lesen des Textes: welche Fragen, Gedanken, Probleme tauchten auf? Was
wurde deutlich, was bleibt offen?
• Balance zwischen Inhalt des Textes und Reflexion finden.
• FORMAL: Umfang max. 2 Seiten.

2) Thesenpapier
• „Filtern“ des Textes mit einer Fragestellung / einem Interesse.
• Zuspitzung des Textes auf Grundaussagen, also auf AUSFORMULIERTE Thesen.
• Ggf. andere, schon gelesene Texte mit einbeziehen, Verweise / Bezüge schaffen.
• Ein Thesenpapier dient als Grundlage für eine intensive Auseinandersetzung mit
dem Text, es kann also Diskussionsanstöße geben.
• FORMAL: kurzer Umfang, also 1 - max. 2 Seiten; Gliedern bzw. strukturieren,
auch formal (Absätze, Pfeile, Aufzählungen, Diagramme…)
VORSICHT vor zu viel Thesen / Information (=Verwässern) und langweiliger

Wiedergabe der Hauptargumente! Mutige Selektion ist gefordert!

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3) Diskussionspapier

• Zentrale Thesen des Textes heraussuchen (max. 3) und diskutieren.


• Dabei kann eine These aufgegriffen, eine Antithese entwickelt und schließlich eine
Synthese herausgearbeitet werden.
• eigene Position darstellen!
• eventuell offene Fragen formulieren
• Ein Diskussionspapier soll die Seminardiskussion vorbereiten und strukturieren,
daher beinhaltet es immer auch Problematisierungen und/oder Kritik!
• FORMAL: Umfang: 1-2 Seiten
VORSICHT: Nicht in Banalitäten oder Vorteil-Nachteil-Diskussion abgleiten, immer
wieder auf den Text zurück binden

Wichtig für Abstracts / Exzerpte / Reading Notes im Allgemeinen:

· Entwickelt euer eigenes System: handschriftlich (Karteikarten, Block, Hefte...) oder


direkt am Computer.
· Legt alle Dokumente systematisch ab, um später auf die Exzerpte / Abstracts / RNs
zurückgreifen zu können. Nach Seminaren, Themen, alphabetisch... sortieren.
· Achtet darauf, eure Texte sinnvoll zu gliedern und dies auch graphisch darzustellen!
· Setzt einen (inhaltlichen) Fokus! Es geht bei den Formen um die Kernpunkte in
Texten!

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4. Allgemeine Formalia schriftlicher Arbeiten
· Schriftart: Times New Roman, 12pt, 1,5 Zeilenabstand
· Blocksatz!
· Seitenzahlen am unteren Seitenrand einfügen
· Links 2cm, rechts 3 cm Rand lassen, oben und unten 2 cm Rand
· Auf korrekte Grammatik und Rechtschreibung achten!
· Genau zitieren und belegen! Literaturverzeichnis mit allen wichtigen Angaben anlegen
(sh. Punkt 5). Auch bei Exzerpten / Abstracts / Reading Notes wichtig, das erleichtert
späteres Zitieren in Hausarbeiten.
· Kopf (in 10 pt & einzeilig) mit allen wichtigen Angaben erstellen (nur auf S. 1!)
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Europäische Ethnologie
Titel des jeweiligen Seminars
Dozent_in: Prof. Dr. Tralala
SoSe 2015
Datum der Einreichung
Eigener Name

· Bei MAPs/Hausarbeiten müsst ihr ein Deckblatt erstellen mit den oben genannten
Angaben und dazu:

o Titel eurer Arbeit

o Abzuschließendes Modul

o Eure Matrikelnummer

o Eure E-Mail-Adresse

· Außerdem steht einer MAP / Hausarbeit immer ein Inhaltsverzeichnis voran.

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5. Zitieren und Belegen


· Zitieren bedeutet, einen Textteil wörtlich wiederzugeben. Paraphrasieren ist die
sinngemäße Zusammenfassung in eigenen Worten. Zitieren oder Paraphrasieren ohne
Beleg ist ein Plagiat!

· Für die Art des Zitierens und Belegens gibt es ganz spezifische Regeln in der
Wissenschaft. Daher ist es elementar wichtig, diese zu kennen und anzuwenden.

Grundlegende Regeln:

· Nachvollziehbarkeit für die Leser_innen: Wer wird hier gerade zitiert? Warum?
· Wortgetreu und akribisch genau zitieren!
· Kontrollierbarkeit und Transparenz durch genaue und vollständige Belege
· Inhaltlich angemessen zitieren:
o keine Selbstverständlichkeiten

o nur zentrale und wichtige Stellen zitieren, nicht zu viel

o keine zu langen Zitate (maximal eine halbe Seite)

o eigene Positionierung zum Zitat erkennbar machen (zieht ihr eine Autorität

heran, um eigene Positionen zu bekräftigen, seid ihr anderer Meinung usw.)

Form von Zitaten:

· Kürzere Zitate bis maximal drei Zeilen stehen in Anführungszeichen im Textfluss.


· Längere Zitate werden in einem eigenen Absatz links und rechts eingerückt (und
eventuell auch in kleinerer Schriftgröße oder mit geringerem Zeilenabstand).
· Der Zitatbeleg folgt:
o bei nur einem Wort/Satzausschnitt direkt danach.

o bei einem ganzen Satz nach dem Satzzeichen.

· Eigene Änderungen am Zitat werden in eckige Klammern gesetzt:


o Auslassungen werden markiert mit [...]

o inhaltliche Ergänzungen oder grammatikalische Änderungen werden in eckige

Klammern gesetzt [abc]


o eigene Hervorhebungen werden angegeben [Hervorhebung von XY]

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o Fehler im Zitat oder alte Rechtschreibung (bei älteren Quellen) müssen

übernommen werden! Übernommene Fehler werden angezeigt, indem [sic!]


direkt hinter dem fehlerhaften Wort steht.
· Zitate im Zitat werden durch einfache Anführungszeichen oder Guillemets («...»)
gekennzeichnet.
· Zitate aus selbst geführten Interviews immer mit Namen der_des Interviewten (meist
pseudonymisiert) belegen, bei der Erstnennung das Datum des Gesprächs vermerken:
(Interview mit Klaus vom 12.12.2012)
· Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, Zitate und Paraphrasen zu belegen:
entweder ihr fügt Fußnoten ein („deutscher Stil“) oder ihr setzt Klammern im Text
(„amerikanischer Stil“).

Fußnoten
o hochgestellte Anmerkungszahl nach dem Zitat, am Seitenende folgt die

Literaturangabe und Seitenzahl.


o Die Literaturangabe kann entweder bei erster Nennung komplett und ab der

zweiten in Kurzform erfolgen, oder direkt in Kurzform in den Fußnoten, wenn


die kompletten bibliographischen Angaben im Literaturverzeichnis am Ende
erfasst sind.

Klammern
o Werden innerhalb des Fließtextes gesetzt (entweder nach Wort / Satzausschnitt

oder nach beendetem Satz). Hier wird immer lediglich die Kurzform gewählt:
Autor_in, Erscheinungsjahr und Seitenzahl. Ein Literaturverzeichnis am Ende
des Textes muss dementsprechend angelegt werden!

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Belege im Text

· Bei wörtlichen Zitaten wird genannt: Autor_in, Erscheinungsjahr & Seitenangabe. Es gibt

verschiedene Möglichkeiten, z.B.:

o (Bourdieu 1979: 140)1 oder (Bourdieu 1979, S. 140)

· Paraphrasen werden angezeigt durch vgl.!2 Der Beleg erfolgt nach Satzende, aber vor dem

Punkt.

o (vgl. Bourdieu 1979: 140). Oder (vgl. Bourdieu 1979, S. 140).

· Hat ein Artikel mehrere (bis zu drei) Autor_innen, werden diese genannt und durch Komma

voneinander abgetrennt.

o (Bourdieu, Wacquant 1996: 128) oder (Bourdieu, Wacquant 1996, S. 128)

· Hat ein Artikel mehr als drei Autor_innen, wird der_die alphabetisch Erste genannt. Die

Mitautor_innen werden angegeben durch et al.

o (Emerson et al. 1995: 186) oder (Emerson et al. 1995, S. 186)

· Zitiert ihr mehrere Male hintereinander aus der gleichen Quelle, wird der Name des_der

Autor_in & das Erscheinungsjahr durch ebd. 3 ersetzt.

o (ebd.: 184) oder (ebd., S. 184)

· Für Paraphrasierungen gilt das Gleiche!

o (vgl. ebd.: 182) oder (vgl. ebd., S. 182)

· Bezieht sich die Paraphrasierung auf zwei Seiten wird dies durch f. angegeben.

o (vgl. Bourdieu 1979: 226 f.) oder (vgl. Bourdieu 1979, S. 226 f.)

o Das gilt auch für ein Zitat, das auf einer Seite beginnt und dann auf der anderen
weitergeht: (Bourdieu 1979: 224 f.) oder: (Bourdieu 1979, S. 224 f.)

1 Alle Beispiele würden in der Fußnote ohne Klammern stehen.


2 In der Fußnote wird mit Großbuchstaben angefangen: Vgl.
3 In der Fußnote wird mit Großbuchstaben angefangen: Ebd.

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· Verwendet ihr zwei Artikel des_der gleichen Autor_in aus demselben Jahr, könnt ihr dies mit

Kleinbuchstaben nach der Jahreszahl angeben. Im Literaturverzeichnis am Ende taucht


diese dann mit auf. → Wichtig : Achtet unbedingt darauf, dass die Zuordnung stimmt !

o (Bourdieu 1979a: 243) und (Bourdieu 1979b: 265)

Literaturverzeichnis/Bibliographie

Am Ende eures Textes solltet ihr immer ein Literaturverzeichnis mit allen benutzten
Materialien anlegen. Hier müssen zitierte / paraphrasierte Texte mit allen nötigen
Informationen genannt werden:

o Autor_in, ggf. mehrere (bei mehr als drei: ,et. al‘ für ,und andere‘)
o Herausgeber_in, ggf. mehrere
o Titel
o evtl. Literaturangabe der „übergeordneten“ Publikation (bei Texten aus Sammel-
bänden oder Zeitschriften)
o Erscheinungsort
o Erscheinungsjahr
o Evtl. Verlag (kann u.U. weggelassen werden)
o Evtl. das Datum der Ersterscheinung
o Internetquellen immer mit kompletter URL und letztem Abrufdatum
• Ein Quellenverzeichnis solltet ihr zusätzlich anlegen, wenn eigene Interviews oder
Materialien benutzt werden.
• Es gibt sehr viele verschiedene Bibliographierstile. Zu den jeweiligen Details bitte die
einschlägigen Einführungsbücher konsultieren und Manuskriptrichtlinien beachten. Eine
Möglichkeit: Bibliographierstil des Lieblingsbuches übernehmen. Oder ihr schaut mal in
Aufsätze des_der jeweiligen Professor_in, bei der ihr eure Arbeit abgebt. Das
Allerwichtigste aber ist: seid kohärent in eurem Stil! Entscheidet euch für einen und zieht
ihn durch!

Hier nun Beispiele, wie vollständige Literaturangaben aussehen können: beachtet dabei, dass
es unterschiedliche Formen für verschiedene Artikel gibt. Eine Buchangabe sieht anders aus
als eine Quellenangabe eines Artikels aus einer wissenschaftlichen Zeitschrift!

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Buch / Monographie:

WACQUANT, Loïc (2003): Leben für den Ring. Boxen im amerikanischen Ghetto. Konstanz:
UVK.

JAHODA, Marie / LAZARSFELD, Paul / ZEISEL, Hans (1975): Die Arbeitslosen von
Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langdauernder Arbeits-
losigkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp. (Erstveröffentlichung 1933)

EMERSON, Robert M. et al. (1995): Writing Ethnographic Fieldnotes. Chicago: Chicago


University Press.

Sammelband:
KASCHUBA, Wolfgang (Hg.) (1995): Kulturen – Identitäten – Diskurse. Perspektiven der
Europäischen Ethnologie. Berlin: Akademie-Verlag.

Kapitel aus dem eigenen Buch:


BOURDIEU, Pierre (1987): Die Logik der Praxis. In: Ders.: Sozialer Sinn. Kritik der
theoretischen Vernunft. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S.147-179.

Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift:


LINDNER, Rolf (1981): Die Angst des Forschers vor dem Feld. Überlegungen zur
teilnehmenden Beobachtung als Interaktionsprozess. In: Zeitschrift für Volkskunde 7, S.
51-66.

Artikel in einem Sammelband:


RABINOW, Paul (1999): Repräsentationen sind soziale Tatsachen. Moderne und
Postmoderne in der Anthropologie. In: Berg, Eberhard / Fuchs, Martin (Hg.): Kultur,
Soziale Praxis, Text. Die Krise der ethnographischen Repräsentation. Frankfurt/Main:
Suhrkamp, S. 158-198.

15
Artikel im eigenen Sammelband:
BERG, Eberhard / FUCHS, Martin (1999): Kultur und Text: Geertz’ Privilegierung des
Interpreten und die Abspaltung des Subjekts. In: Dies. (Hg.): Kultur, Soziale Praxis, Text.
Die Krise der ethnographischen Repräsentation. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 43-74.

Zeitungsartikel:
PRANTL, Heribert (2006): Kalkutta, Berlin. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 244, 23.10.2006, S.
4.

Internetquelle:
ROX, Torsten (2002): Korrektes Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten. http://
homepage.ruhr-uni-bochum.de/ulrich.schmid/zitieren.pdf (letzter Zugriff am 11.11.2011).

6. Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit/Abschlussarbeit

Wie finde ich ein Thema für meine Arbeit?

Hier nun noch ein paar Tipps zum Finden eines Themas einer frei wählbaren Hausarbeit:

· Überlegt euch zunächst ein generelles Themenfeld, das euch interessiert.


o Erstellt z.B. eine Mind Map – lasst der Assoziation freien Lauf!

o Nutzt die Mind Map um mögliche Begriffe für eine Literaturrecherche zu

haben und um eine Fragestellung zu entwickeln.


➔ Was sind aussagekräftige Begriffe? Welche Kernbegriffe kennzeichnen das
Thema? Nicht alle denkbaren Synonyme auflisten!
· Eine erste Recherche im Internet bietet sich an – erarbeitet euch in diesem Schritt
einen ersten Eindruck und Überblick über mögliche Fragestellungen.
➔ beantwortet dazu Fragen wie: Was fällt auf? Wie wird das Thema/der Gegenstand
behandelt? Wie wird das Thema/der Gegenstand dargestellt/repräsentiert? In welchen
Kontexten taucht das Thema/der Gegenstand auf? Wer spricht über das Thema/den
Gegenstand und mit welchen Mitteln? usw.

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o Einfaches Browsen ist völlig in Ordnung in diesem Schritt, speichert euch

wichtige Beiträge ab oder markiert wichtige Webseiten.


· Versucht, ein paar empirische Beispielstudien zu finden.

o Schaut dafür einfach mal in den studentischen Arbeitsraum am Institut. Dort

stehen alte Seminarordner aus den letzten Jahren nach Themen geordnet.

o Es lohnt sich auch, in den letzten Ausgaben der Berliner Blätter und der
Zeitschrift für Volkskunde zu blättern, und auch mal die Publikationslisten der
Professor_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen am Institut zu
durchforsten.

o Findet ihr eventuell ein oder zwei Sammelbände zum Thema? Gibt es

Fachzeitschriften?

o Womit haben sich andere Studierende in ihren Abschlussarbeiten beschäftigt?

Werft dazu einen Blick auf die Seite des Instituts und der dgv!

➔ Was sind die Problem-/Fragestellungen, die aus der Disziplin (EE/Volkskunde/


Sozial- und Kulturanthropologie) aktuell an euer Themengebiet gestellt werden? Wie
ist die methodische Vorgehensweise? Welche Antworten finden die Autor_innen auf
ihre Fragen?

· Identifiziert zentrale theoretische Konzepte (nicht zu viele, vielleicht 2 oder 3)! Hierzu
einfach mal in die Literaturlisten der empirischen Beispiele reinschauen. Sind
bestimmte Autor_innen häufiger zitiert? Kennt ihr zitierte Autor_innen?

➔ wichtig ist: die Theorien sollten – wenn möglich – keine Makro-/Großtheorien sein!
Daher auch die Empfehlung zu schauen, welche Theorien in empirischen Studien
genutzt werden.

· Legt euch ein „Tagebuch“ für Alltagssituationen zu! Schreibt hier assoziativ
Beobachtungen aus eurem Alltagsleben auf, die ihr irgendwie in Verbindung bringt
mit dem bisher Gelesenen!

➔ das können sein: Feststellen von Ähnlichkeiten, aber auch Widersprüchen zum
Gelesenen; Fragen, die sich euch stellen im Bezug auf die Beobachtung; Aha-
Erlebnisse („So habe ich das bisher noch nicht gedacht“)

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➔ hierauf könnt ihr eventuell zurückgreifen, um euer Thema weiter einzugrenzen:
findet ihr bestimmte Aspekte besonders spannend? Welche Fragen erscheinen euch am
dringlichsten? Und vor allem: welche könnt ihr in der gegebenen Zeitspanne
beantworten?

➔ daraufhin nochmal gezielt Suche und Lektüre weiterer Texte…

· Versucht parallel immer auch, Zeitungen / Onlinemedien auf euer Themengebiet hin
zu lesen (auch dafür können Tagebucheinträge verwendet werden).

· Und das wichtigste: Tauscht euch mit euren Mitstudent_innen, Freund_innen


und Bekannten aus! Darüber erhaltet ihr sicher die besten Anregungen!

Tipps zur weiteren (gezielten) Literaturrecherche

· Besucht eine Recherche-Übung im Grimm-Zentrum mit Matthias Harbeck! Die


werden von uns im zweiten Semester im Rahmen der Kulturtheorien & kurz vor der
BA-Arbeit im Colloquium angeboten. Solltet ihr dazwischen einmal Hilfe brauchen,
könnt ihr versuchen, eine Gruppe interessierter Student_innen zusammen zu
bekommen und einen eigenen Termin mit Matthias Harbeck ausmachen.
· Nutzt Online-Datenbanken oder Kataloge! Neben den bekannten Katalogen der HU
(v.a. Primus) oder dem KOBV bspw. Google Scholar, Evifa, Jstor, Sagepub etc.
· Nutzt sowohl Stichworte / keywords (Titel, Untertitel, Autor_in, Herausgeber_in) als
auch Schlagworte / subject headings (Was ist der Inhalt von Büchern/Artikeln?).
o Findet Synonyme für Kernbegriffe/Konzepte!

o Vorsicht bei anderen/früheren/englischen Schreibweisen! Singular vs. Plural

ergibt anderes Ergebnis! ➔ Trunkieren/ Maskieren mit *


o Vorsicht vor zu großen Begriffen! („Kultur“ etc.)

· Bei der Suche zu einem bestimmten Thema, können Jahre entscheidend sein!
Aktualität ist generell wichtig, aber nicht bei allen Themen. Deshalb abwägen, welche
Quellen ihr heranziehen wollt (Sammelbände oder Fachzeitschriften, etc.)
· Eine Checkliste hilft, Literatur systematisch zu bewerten bevor ihr intensiver einsteigt:
o Hängt das mit eurem Thema irgendwie zusammen? Im Titel, als Schlagwort,

Konzept oder Theorie?

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o Aktualität eures Themas?

o Kennt ihr den_die Autor_in? Wurde er_sie schon mehrfach in anderen Werken

erwähnt? Was qualifiziert ihn_sie, zu diesem Thema zu schreiben?


o Erscheinungsjahr und Erscheinungsort? In welchem Verlag ist es erschienen?

o Was für eine Art Literatur ist es? Zeitschrift, Sammelband, Monographie, etc.

o Absicht der Autor_innen mit der Forschung? Zweck und Publikum?

Objektivität?
o Welche Methode zur Datenerhebung und Forschung wurde angewendet?

o Welche Karten, graphische Darstellungen, Bibliographien, Dokumente usw.

gibt es?
o Gibt es Rezensionen darüber?

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