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DEUTSCHE NORMû

Oktober 1995
Grenzflächenaktive Verbindungen
Begriffe DIN
(ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993)
Deutsche Fassung EN ISO 862 : 1995 EN ISO 862
ICS 71.100.40:01.040.71 Ersatz für
DIN 53900 : 1972-07
Deskriptoren: Grenzflächenaktiver Stoff, Begriffe, Wörterbuch, IVIaterialprüfung

Surface active agents — Vocabulary (ISO 862 ; 1984 + Corrigendum 1 : 1993);


German version EN ISO 862 : 1995
Agents de surface — Vocabulaire (ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993);
Version allemande EN ISO 862 ; 1995

Die Europäische Norm EN ISO 862 : 1995 hat den Status einer
Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Diese Europäische Norm fällt in den Zuständigkeitsbereich des Technischen Komitees
CEN/TC 276 "Surface active agents" (Sekretariat: AFNOR Frankreich). Die ihr zugrunde¬
liegende Internationale Norm ISO 862 wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 91
"Surface active agents" (Sekretariat: ISIRI Iran) ausgearbeitet.

Änderungen
Gegenüber DIN 53900 : 1972-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
— Festlegungen aktualisiert und Inhalt wesentlich erweitert.

Frühere Ausgaben
DIN 53900: 1972-07

Fortsetzung 20 Seiten EN

Normenausschuß Materialprüfung (NMP) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


europäische norm EN ISO 862
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROP^ENNE August 1995

ICS 71.100.40

Deskriptoren: Grenzflächenaktiver Stoff, Wörterbuch

Deutsche Fassung

Grenzflächenaktive Verbindungen
Begriffe
(ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993)

Surface active agents — Vocabularyû Agents de surface — Vocabulaire


(ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993) (ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993)

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 1995-02-05 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren biblio¬
graphischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied In
eigener Verantwortung durch Libersetzung in seine Landessprache gemacht und dem
Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen
Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch¬
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und dem Vereinigten
Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comite Europeen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1995. Das Copyright ist den CEN-Mitgliedern vorbehalten. Ref. Nr. EN ISO 862 : 1995 D
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Vorwort
Der Text der Internationalen Norm vom ISO/TC 91 "Surface active agents" der International Organization for Standardiza-
tlon (ISO) wurde als Europäische Norm durch das Technische Komitee CEN/TC 276 "Grenzflächenaktive Stoffe" über¬
nommen.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines identi¬
schen Textes oder durch Anerkennung bis Februar 1996, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis
Februar 1996 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind folgende Länder gehalten, diese Europäische Norm zu über¬
nehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm ISO 862 : 1984 + Corrigendum 1 : 1993 wurde von GEN als Europäische Norm ohne
irgendeine Abänderung genehmigt.
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Anwendungsbereich
Diese Internationale Norm definiert die Begriffe, die häufig auf dem Gebiet der grenzflächenaktiven Verbindungen verwen¬
det werden.
ANMERKUNG: Gewisse von ihrer Definition getrennte oder mit ihr verbundene Begriffe können als Handelsnamen
entsprechend ihrer Verwendung oder ihrer Darstellungsart vorkommen; ihre Definitionen können aber unter keinen
Umständen für Handelsnamen verwendet werden.
Andere Begriffe, die für grenzflächenaktive Verbindungen nicht allein spezifisch sind, werden trotzdem auf diesem
Gebiet weitgehend mit verwendet.
in dieser Internationalen Norm werden insbesondere spezifische Begriffe für Anwendungen in der Textilindustrie, der che¬
mischen Reinigung usw. aufgeführt, aber auch Begriffe für andere Anwendungen können eingeführt werden.
Diese Begriffe sind in der unten aufgeführten Klassifikation entsprechend angeordnet.

Klassifikation
Begriffe, die sich direkt auf grenzflächenakt jen beziehen

Produktbezeichnung 4.6.2û Hilfsmittel für das Weben
2û Spezielle Eigenschaften von 4.6.3û Hilfsmittel für das Textilfärben und -drucken
grenzflächenaictiven Verbindungen 4.6.4û Hilfsmittel für die Ausrüstung
2.1û Strukturelle Eigenschaften 4.6.5û Andere Textilhilfsmittel
2.2û Nichtdisperse kontinuierliche Systeme 4.7û Trockenreinigung
2.2.1ûAllgemeine physikalische Eigenschaften 4.8û Anwendungen in der Papierindustrie
2.2.2ûOberflächeneigenschaften 4.9û Anwendungen in der Lederindustrie
2.3û Disperse Systeme 4.1 0ûAnwendungen in der Mineralölindustrie
2.3.1ûAllgemeine kolloidale Eigenschaften 4.1 1ûAndere Anwendungen
2.3.2ûEigenschaften der dispersen Phase Anhang A Wissenschaftliche Begriffe, die sich
2.4ûZwischenmolekulare Wirkungen direkt auf Oberflächenphänomene
2.4.1ûGrenzflächenaktive Verbindungen/ und die Herstellung von grenzflächen¬
Lösemittel Moleküle aktiven Verbindungen beziehen
2.4.2ûGrenzflächenaktive Verbindungen/ A.1 Besondere Eigenschaften von
Grenzflächenaktive Verbindungen grenzflächenaktiven Verbindungen
3ûHerstellung von grenzflächenaktiven A.1.1 Struktureigenschaften
Verbindungen A.1.2 Nichtdisperse Systeme/
3.1û
Herstellung von Seife Kontinuierliche Systeme
3.2û
Herstellung von synthetischen A.1.2.1 Grenzflächeneigenschaften
grenzflächenaktiven Verbindungen A.1 .2.1 .1 Grenzfläche flüssig-gasförmig
3.3û
Rohstoffe für Waschmittelformulierungen A.1 .2.1 .2 Grenzfläche flüssig-flüssig
A.1 .2.1 .3 Grenzfläche flüssig-fest
4û Anwendung von grenzflächenaktiven
A.1.3 Disperse Systeme
Verbindungen
A.1.3.1 Rheologische Eigenschaften
4.1ûWaschen
A.1 .4 Zwischenmolekulare Wirkungen
4.2û Benetzen
A.1.4.1 Grenzflächenaktive Verbindungen/
4.3ûSchäumen
Lösemittel Moleküle
4.4ûEmulgierung
4.5ûFlotation Anhang B Allgemeine Begriffe, die auf dem Gebiet
4.6ûAnwendungen in der Textilindustrie der grenzflächenaktiven Verbindungen
4.6.1 Hilfsmittel für das Spinnen nicht spezifisch sind
QoitP A
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Begriffe, die sich direlit auf grenzflächenaldive Verbindungen beziehten

1 Produldbezeichinung Mediums in einer wäßrigen Lösung ionisieren können und


die der Verbindung den Charakter entweder einer anioni¬
(1)û Grenzflächenaktive Verbindung schen grenzflächenaktiven oder einer kationischen
Chemische Verbindung, die Grenzflächenal<tivität (165) grenzflächenaktiven Verbindung verleihen können.
besitzt, die, gelöst in einer Flüssigkeit, vorzugsweise in
Das ionische Verhalten ist im weitesten Sinne ähnlich
Wasser, die Oberflächenspannung (14) oder die Grenz¬ dem von amphoteren Produkten.
flächenspannung (15) durch bevorzugte Adsorption an
der Grenzfläche flüssig-gasförmig oder an anderen (8)û Amphiphiles Produkt
Grenzflächen erniedrigt.
Produkt, dessen Molekül eine oder mehrere hydrophile
ANMERKUNG: Chemische Verbindung, die in Gruppen (158) und eine oder mehrere lipophile Gruppen
ihrem Molekül mindestens eine Gruppe mit Affini¬ (160) enthalten kann.
tät zu Substanzen starker Polarität besitzt, die in
ANMERKUNG: Grenzflächenaktive Verbindungen
den meisten Fällen ihre Auflösung in Wasser
sind amphiphile Verbindungen.
gewährleistet und eine nichtpolare Gruppe (162),
die eine geringe Affinität zu Wasser hat.
2.2 Nichtdisperse kontinuierliche Systeme
(2)û Waschmittel
2.2.1û Allgemeine physikalische Eigenschaften
Produkt, das speziell für die Reinigung durch den Wasch¬
prozeß (89) formuliert wurde. (9)û Trübungstemperatur
ANMERKUNG: Ein Waschmittel enthält als Temperatur, oberhalb der wäßrige Lösungen gewisser
wesentliche Komponenten grenzflächenaktive nichtionischer grenzflächenaktiver Verbindungen (6)
Verbindungen sowie im allgemeinen ergänzende durch Trennung in zwei flüssige Phasen (Koazervierung
Zusätze (Builder (77) usw.). (39)) heterogen werden.
ANMERKUNG: Der Trübungspunkt hängt von der
(3)û Seife Konzentration der Lösung ab.
Anionische grenzflächenaktive Verbindung (4), welche
durch die Einwirkung von Wasser das Phänomen der (10)û Klarpunkt
reversiblen Hydrolyse (186) zeigt. Das verleiht wasserlös¬ Temperatur, bei der die Mischung von zwei flüssigen Pha¬
lichen Seifen oder "echten Seifen" charakteristische sen einer wäßrigen Lösung gewisser nichtionischer
Eigenschaften. Ihre Reaktion ist im allgemeinen alkalisch. grenzflächenaktiver Verbindungen (6), die einen Trü¬
ANMERKUNG 1 : Anorganisches oder organisches bungspunkt (9) zeigen, beim Abkühlen homogen wird.
Salz einer Fettsäure oder Mischung von Fett¬ ANMERKUNG: Der Klarpunkt wird aus meßtechni¬
säuren mit mindestens acht C-Atomen. schen Gründen oft als Trübungspunkt bezeichnet.
ANMERKUNG 2: In der Praxis können die Fett¬
(11)û Krafft-Punkt
säuren teilweise durch Harzsäuren ersetzt werden.
Temperatur (in der Praxis ein enger Temperaturbereich),
ANMERKUNG 3: Die Bezeichnung "Metallseife"
bei der die Löslichkeit von ionischen grenzflächenaktiven
wird für Salze von Fettsäuren mit Nichtalkalimetal¬
Verbindungen stark ansteigt. Bei dieser Temperatur wird
len verwandt. Diese Salze sind in Wasser praktisch
die Löslichkeit gleich der kritischen Micellbildungskon-
unlöslich und haben keine waschaktiven Eigen¬
zentration (CMC) (38).
schaften.
In der Seifenindustrie wird der Begriff "Krafftpunkt" als die
Temperatur definiert, unterhalb der eine durchscheinende
Seifenlösung trüb wird.
2 Spezielle Eigenschaften von
grenzflächenaktiven Verbindungen 2.2.2û Oberflächeneigenschaften
2.1 Strukturelle Eigenschaften (12)û Adsorptionsschicht von grenzflächenaktiven
(4)û Anionische grenzflächenaktive Verbindung Verbindungen
Schicht einer grenzflächenaktiven Verbindung in Lösung
Grenzflächenaktive Verbindung, die in wäßriger Lösung
unter Bildung von negativ geladenen organischen Ionen spreitet mehr oder weniger über eine Grenzfläche, deren
ionisiert, die für die Grenzflächenaktivität (165) verant¬ Dicke dadurch bestimmt wird, daß an jedem beliebigen
wortlich sind. Ort in dieser Schicht die Konzentration des adsorbierten
Produktes größer ist als an jedem anderen Ort in der
(5)û Kationische grenzflächenaktive Verbindung angrenzenden Phase.
Grenzflächenaktive Verbindung, die in wäßriger Lösung (13)û Kapillaraktivität
unter Bildung von positiv geladenen organischen Ionen
ionisiert, die für die Grenzflächenaktivität (165) verant¬ Wirkung einer grenzflächenaktiven Verbindung in Lösung,
wortlich sind. die durch ihre Adsorption an der Grenzfläche erzeugt
wird und die im allgemeinen die Oberflächen- und Grenz¬
(6)û Nichtionische grenzflächenaktive Verbindung flächenspannung erniedrigt.
Grenzflächenaktive Verbindung, die in wäßriger Lösung
(14)û Oberflächenspannung
keine Ionen bildet. Die Wasserlöslichkeit nichtionischer
grenzflächenaktiver Verbindungen ist bedingt durch die Spannung, die in der Oberfläche einer Phase (169) auftritt
Anwesenheit von funktionellen Gruppen im Molekül, die und gegen das Innere der Phase gerichtet ist, hervorgeru¬
eine starke Affinität zu Wasser haben. fen durch intermolekulare Anziehung zwischen den Mole¬
külen an der Oberfläche und jenen, die unterhalb der
(7)û Amphotere grenzflächenaktive Verbindung Oberfläche liegen.
Grenzflächenaktive Verbindung, die zwei oder mehr funk¬ ANMERKUNG: Die Oberflächenspannung wird in
tionelle Gruppen besitzt, die abhängig von der Art des mN/m ausgedrückt. Der Begriff "Oberflächen-
Qoito R
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zu verbleiben. Sie wird bezüglich der funktionellen


Spannung" bezeichnet den speziellen Fall von Gruppen im Molekül durch die Tatsache charakterisiert,
Kräften an der Grenzfläche zwischen flüssiger und daß die Einfügung solcher Gruppen in das Molekül zur
gasförmiger Phase. Verkleinerung des chemischen Potentials führt, wenn die
(15)û Grenzflächenspannung Moleküle der Substanz vom idealen Gaszustand in die
betreffende Phase übergehen.
Spannung an den Grenzflächen zwischen zwei Phasen
(169). ANMERKUNG: Der Wert der Verkleinerung des
chemischen Potentials durch die Einfügung von
ANMERKUNG: Die Grenzflächenspannung wird in funktionellen Gruppen hängt von der Konzentra¬
mN/m ausgedrückt. tion und der Temperatur ab. Eine solche Gruppe
(16)û Spreitvermögen kann, abhängig von diesen Variablen, entweder
endophilen oder exophilen Charakter besitzen.
Eigenschaft einer Flüssigkeit, besonders einer Lösung
von grenzflächenaktiven Verbindungen, die einen Tropfen (28)û Exophilie
dieser Flüssigkeit befähigt, spontan eine andere flüssige Strukturbedingte Tendenz des Gesamtmoleküls oder
oder feste Oberfläche zu bedecken. eines Molekülteils, aus einer Phase herauszugehen oder
nicht in sie einzudringen. Sie ist bezüglich der funktio¬
2.3û
Disperse Systeme nellen Gruppen in Molekülen durch die Tatsache charak¬
terisiert, daß die Einfügung von solchen Gruppen in die
2.3.1û Allgemeine kolloidale Eigenschaften
Moleküle einen Anstieg des chemischen Potentials ergibt,
(17)û Dispersion wenn das Molekül aus dem Produkt vom idealen Gas¬
System, das aus zwei oder mehr Phasen besteht, von zustand in die betreffende Phase übergeht.
denen eine kontinuierlich und mindestens eine andere ANMERKUNG: Der Wert des Anstiegs des chemi¬
feindispergiert ist. schen Potentials durch Einfügen funktioneller
(18)ûDispergierte Phase Gruppen ist abhängig von der Konzentration und
der Temperatur. Eine solche Gruppe kann, abhän¬
Diskontinuierliche Phase einer Dispersion (17). gig von diesen Variablen, entweder endophilen
(19)û Dispersionsmedium oder exophilen Charakter besitzen.
Kontinuierliche Phase einer Dispersion (17). (29)ûHydrophilie
(20)û Emulsion Endophilie (27) in bezug auf Wasser.
Heterogenes System von zwei oder mehr flüssigen Pha¬ (30)ûHydrophobie
sen, das aus einer kontinuierlichen flüssigen Phase und Exophilie (28) in bezug auf Wasser.
mindestens einer weiteren flüssigen Phase besteht, die in
(31)û Lipophilie
der ersten in Form von kleinen Tröpfchen dispergiert ist.
Endophilie (27) in bezug auf eine nichtgasförmige, nicht¬
(21)û Peptisierung polare organische Phase.
Bildung einer stabilen Dispersion (17) von Flocken oder (32)û Lipophobie
Aggregaten.
Exophilie (28) in bezug auf eine nichtgasförmige, nicht¬
2.3.2û Eigenschaften der dispersen Phase polare organische Phase.
(22)û Sedimentation (33)ûLyophilie
Akkumulation von Teilchen, die in einem flüssigen Endophilie (27) in bezug auf eine flüssige Phase.
Medium unter dem Einfluß der Schwerkraft oder Zentri¬
(34)ûLyophobie
fugalkraft dispergiert sind.
Exophilie (28) in bezug auf eine flüssige Phase.
(23)û Flokkulation
(35)û Lyotropie
(in Prüfung)
Löslichkeitsanstieg einer Substanz, die in einem Löse¬
(24)û Flokkulat mittel nur wenig löslich ist, durch Zugabe einer dritten
Materie, die einer Flokkulation unterlag. Substanz. Die dritte Substanz wird als "Lyotrop" oder als
"Lyotropes Mittel" bezeichnet.
(25)û Koaleszenz
(36)û Hydrotrople
Verschwinden der Abgrenzung zwischen zwei in Kontakt
Löslichkeitsanstieg einer Substanz, die in Wasser nur
befindlichen Tröpfchen oder zwischen einem Tropfen und
schwach löslich ist, durch Zugabe einer dritten Substanz.
einer Hauptphase, gefolgt von einem Wechsel der Ober¬
Diese dritte Substanz wird als "Hydrotrop" oder als
flächengestalt, die zu einer Verkleinerung der gesamten
"Hydrotropes Mittel" bezeichnet.
Oberfläche führt.
2.4.2 Grenzflächenaktive Verbindungen/
(26)û Schutzkolloid Grenzflächenaktive Verbindungen
Substanz, die innerhalb eines gewissen Konzentrations¬ (37)û lUlicellen
bereiches, wie ein lyophiles Kolloid wirkend, die Aggrega¬
Aggregat, bestehend aus Molekülen und/oder Ionen, das
tion von Teilchen einer lyophoben Dispersion verzögert
oberhalb einer gewissen kritischen Konzentration in Lösun¬
oder verhindert.
gen grenzflächenaktiver Verbindungen gebildet wird.

2.4û Zwischenmolekulare Wirkungen (38)û Kritische lUlicellbildungskonzentration (ClUIC)


Charakteristische Konzentration von grenzflächenaktiven
2.4.1 Grenzflächenaktive Verbindungen/
Verbindungen in Lösungen (in der Praxis ein enger Kon¬
Lösemittel lUloleküle
zentrationsbereich), oberhalb der die Bildung und die Ent¬
(27)û Endophilie wicklung von Micellen (37) eine plötzliche Veränderung in
Strukturbedingte Tendenz des Gesamtmoleküls oder der Konzentration und gewisser physikalisch-chemischer
eines Molekülteils, in eine Phase einzudringen oder in ihr Eigenschaften der Lösung bewirkt.
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C . m. C .û
Concenlration, ]jc^
^û Concentration, i c
Konzentration, i/ c

Die l<ritische Micellbildungsl<onzentration wird durch den (44)û Aussalzen


Schnittpunl<t zweier extrapolierter Kurven bestimmt, die Zugabe von Elektrolyten (Salzen oder Alkalihydroxiden)
solche Verhältnisse oberhalb und unterhalb der kritischen zu einer Seife, um eine gekörnte Seife (48) im Gleichge¬
Konzentration darstellen. wicht mit einer seifenfreien Lauge (55) zu erhalten unter
ANMERKUNG: Der Wert der kritischen Micellbil- Abziehen des Wassers zwecks Abtrennung des Glyce-
dungskonzentration kann in einer gewissen Breite rins.
von der hier betrachteten Eigenschaft und von der
Methode, die für die Messung dieser Eigenschaft (45)û Waschen
gewählt wurde, abhängen. Überführung der granulierten Seife in glatte Seife durch
Die obige Zeichnung illustriert diese Definition. Sie zeigt allmähliche Zugabe von Wasser und Elektrolytlösungen,
die Veränderung der physikalisch-chemischen Eigen¬ gefolgt von einer Abtrennung der Lauge in einem kontinu¬
schaften, dargestellt als elektrische Leitfähigkeit in ierlichen Prozeß. Die glatte Seife wird mit Lauge, die nur
Abhängigkeit von der Konzentration (dargestellt als Qua¬ wenig stärker ist als die Endlauge, gewaschen.
dratwurzel).
(46)û Kochen
(39)û Koazervierung Vollständige Verseifung (42) durch Kochen der Seifen¬
Trennung in flüssige kolloidale Phasen, die im Gleichge¬ masse mit einem Überschuß von Alkalihydroxid.
wicht stehen und die gleichen Inhaltsstoffe in unter¬
schiedlichen Verhältnissen enthalten. (47)û Endfertigung/Ausschleifen/Finlshing
(40)û Koazervat, koazervierte Phase Endbehandlung bei der Seitenherstellung, bei der die
Seife nach Zugabe von Wasser und/oder einer entspre¬
Konzentriertere Phase eines Systems, das einer Koazer¬ chenden Elektrolytlösung in einen der folgenden Gleich¬
vierung (39) unterzogen wurde. gewichtszustände mit zwei oder drei Phasen übergeht:
(41)ûKoazerviertes System a)û Gekörnte Seife (48) — Lauge (55)
Gesamtheit von Phasen eines Systems, das einer b)û Glatte Seife (51 ) — Leimniederschlag (54)
Koazervierung (39) unterzogen wurde. c)û Glatte Seife (51) — Leimniederschlag (54) —
Lauge (55),
und zwar in der Absicht, eine Viskosität zu erhalten,
3 Herstellung von grenzflächenaktiven die eine gute Phasentrennung erlaubt. Die abgetrenn¬
Verbindungen ten Phasen der Seife sind dann:
3.1 Herstellung von Seife a)û Seife auf Lauge (50)
(Technische Begriffe können als Handelsnamen nicht ver¬ b)û und c) Seife auf Leimniederschlag (52).
wendet werden.)
(48)û Gekörnte Seife/geronnene Seife/Kettelwachs
(42)û Verseifung
Zustand von Seife in der Pfanne, bei dem sich Flocken
Chemische Reaktion, bei der ein Fett unter Einwirkung oder Körner von konzentrierter Seife im Gleichgewicht mit
einer Base zu einer Seife umgesetzt wird. einer Lauge bilden, in der der Elektrolytgehalt gleich oder
ANMERKUNG 1 : Der Begriff "Fette", wie er in der höher ist als der, der als Kornungspunkt (Aussalzpunkt)
Seifenindustrie verwendet wird, bezieht sich auf (49)û
definiert ist.
Triacylglycerinester (Triglyceride) (Öle und Fette).
ANMERKUNG 2: Bei der Verseifung eines Fettes (49)û Kornungspunkt
entsteht gleichzeitig Glycerin. (Punkt PG auf dem ternären Diagramm)
ANMERKUNG 3: Der Begriff "Verseifung" wird Niedrigste Laugenkonzentration, bei der sich die gekörnte
manchmal zum Beschreiben einer einfachen Neu¬ Seife bildet (48).
tralisation einer Fettsäure verwendet (197).
(50)û Seife auf Lauge
(43)û Ausschleifen Zustand der Seife, der nach dem Aussalzen (44), Kochen
Vorgang beim Verseifen (42) eines Fettproduktes, wo¬ (46) und Waschen (45) im Gleichgewicht mit einer Lauge
durch die Seifenmasse ein homogenes, glattes Aussehen von wenig höherer Konzentration als die Grenzlauge (56)
erhält. erhalten wird. Diese Seife ist im Zustand gekörnter Seife (48).
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(51)û Glatte Seife Die Wärme, die bei der exothermen Reaktion entsteht,
Seifenphase mit einer iameilaren Strul<tur, die in Gegen¬ führt zur vollständigen Verseifung. Im Gegensatz zu den
wart von kleinen Mengen Elektrolyt existieren kann. üblichen Verfahren bei höherer Temperatur kann dieses
Verfahren bei 50 °C durchgeführt werden. Gewöhnlich
(52)û Fertige Seife/Seife auf Leimniederschlag verbleiben Teile des Fettes unverseift.
Glatte Seife (51 ) im Gleichgewicht mit dem Leimnieder¬ (61)û Marmorierte Seife
schlag (54), die gewöhnlich ziemlich konstant 62 bis 65%
Gesamtfettsäuren und kleine Mengen Natriumhydroxid, Seife mit gefärbten Streifen.
Natriumchlorid und Glycerin enthält. (62)û Feste Seife/Alpha-"Phase"
Kristalline Form der Hemihydratseife.
(53)û Mittelseife/Gummiseife
ANMERKUNG 1: Diese Form entsteht nicht unter
Anisotrope Phase von Seife mit niedrigerer Konzentration
den normalen, bei der Seifenherstellung eingehal¬
als glatte Seife (51) in einem elastischen, schmierigen
tenen Bedingungen.
Zustand. Sie ist praktisch transparent und sieht oft aus
wie eine kompakte, verhältnismäßig unbewegliche Masse ANMERKUNG 2: Der Begriff "Phase" erscheint in
von gummiartiger Konsistenz. Anführungszeichen, weil er sich nicht auf eine
Phase im thermodynamischen Sinne bezieht.
ANMERKUNG: Ihre Bildung ist gewöhnlich uner¬
wünscht. Sie entsteht bei einer zu kleinen Konzen¬ (63)û Feste Seife/Beta-"Phase"
tration an Elektrolyten, verursacht entweder durch Physikalischer Zustand einer Seife, die beim Abkühlen
Verseifung mit ungenügendem Alkaligehalt oder der Endseife (51) unter 42°C erhalten wird oder der bei
durch übermäßige Verdünnung mit Wasser. Ihre mechanischer Einwirkung auf feste Seife unterhalb dieser
Bildung erzeugt eine übermäßige Verdickung der Temperatur auftritt.
Seifenmasse, die dadurch nur mit Schwierigkeiten
gehandhabt oder wieder aufgelöst werden kann. Seifen mit hohem Beta-"Phasen"-Gehalt sind fester als
Seifen mit hohem Omega-"Phasen"-Gehalt. Sie haben
(54)û Leimniederschlag eine offensichtlich höhere Auflösungsgeschwindigkeit
und infolgedessen schäumen sie leichter. Seifen mit nied¬
Isotrope Seifenlösung, die Elektrolyte enthält und sich von
rigem Molekulargewicht (z. B. erhalten aus Kokosöl, Palm-
der glatten Seife (51) nach dem Endprozeß abscheidet
(47). kernöl usw.) werden entweder nicht in die Beta-"Phase"
umgesetzt oder bilden sie nur sehr wenig.
(55)û Lauge ANMERKUNG: Der Begriff "Phase" erscheint in
Lösung von Elektrolyten, die praktisch seifenfrei ist und Anführungszeichen, weil er sich nicht auf eine
sich beim Aussalzen (44) von der ausgesalzenen Seife Phase im thermodynamischen Sinne bezieht.
(48)û
und beim Waschen (45) abscheidet. (64)û Feste Seife/Omega-'Phase"
(56)û Grenzlauge Physikalischer Zustand einer Endseife (51), die sich lang¬
(Punkt E des ternären Diagramms) sam verfestigt hat. Dieser Zustand ist über 70 °C stabil.
Seifen mit hohem Omega-"Phasen"-Gehalt haben eine
Niedrigste Laugenkonzentration, bei der Seife nicht län¬ niedrigere Auflösungsgeschwindigkeit als Seifen mit hohem
ger gelöst bleibt. Diese Konzentration hängt ab von der Beta-"Phasen"-Gehalt. Sie sind jedoch weniger fest.
Temperatur, wie sie bei der Seifenherstellung festgelegt
ist (90 bis 100°C), und auch von der Natur der verseiften ANMERKUNG: Der Begriff "Phase" erscheint in
Fettgrundlage und der Elektrolyte. Sie ist ein Charakteri¬ Anführungszeichen, weil er sich nicht auf eine
stikum der bei der Seifenherstellung verwendeten Fette. Phase im thermodynamischen Sinn bezieht.
(65)û Unveränderliche Zone
(57)û Endlauge
Gebiet in einem ternären Phasendiagramm, in dem drei
Lauge, entsprechend dem Leimniederschlag (54) im Phasen im Gleichgewicht existieren können.
Gleichgewicht mit der glatten Seife (51 ) bei der Endferti¬
gung (47). Ihr Gehalt an Elektrolyten läßt sich durch Dieses Gebiet ist durch ein Dreieck gekennzeichnet. Die
schnelles Abkühlen des Leimniederschlages leicht ein¬ verschiedenen Punkte innerhalb einer unveränderlichen
stellen, wobei sich die Elektrolyte spontan abtrennen. Zone stimmen überein mit dem Gleichgewicht von drei
Phasen konstanter Zusammensetzung, bei denen nur das
ANMERKUNG: Die Analyse der Zusammenset¬ Verhältnis der Phasen variiert.
zung der Endlauge erlaubt die Kontrolle der End¬
fertigung. Die Abbildung zeigt ein typisches Phasendiagramm, in dem
die Phasen von eins bis fünf numeriert sind. In diesem Dia¬
(58)û Halbgekochte Seife gramm sind die unveränderlichen Zonen, die den Seifen¬
hersteller interessieren, die schmalen Dreiecke A und B.
Seife, die ohne Aussalzen (44) hergestellt wird und deren
Herstellung dadurch gekennzeichnet ist, daß die Fette mit
gerade ausreichendem Alkalihydroxid gekocht werden, 3.2 Herstellung von synthetischen
um eine vollständige Reaktion zu erhalten. grenzflächenaktiven Verbindungen
ANMERKUNG: Im Fall von Fetten bleibt das gebil¬ (66)û Amidbildung
dete Glycerin im Seifenkörper. Chemische Reaktion, bei der Amide entstehen. Dies
geschieht durch Einwirkung von Ammoniak oder primären
(59)û Weiche Kaliseife
oder sekundären Aminen auf Säuren, ihre Halogenide oder
Halbgekochte Seife (58) von pastöser Konsistenz, die bei ihre Ester,
der Reaktion geeigneter, relativ ungesättigter Fette, Öle
oder Fettsäuren mit Kaliumhydroxid erhalten wird. (67)û Veresterung
Im besonderen Fall der grenzflächenaktiven Verbindungen
(60)û Kalt hergestellte Seife eine chemische Reaktion, in der ein Ester aus einer Säure
Seife, die durch kalte Verseifung (42) von geschmolzenen und einem Alkohol, Enol oder Phenol unter Abspaltung von
Fetten mit kalter konzentrierter Alkalilauge erhalten wird. Wasser gebildet wird.
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9 10 n 13
Sodium Chloride content
Teneur en chlorure de sodium % (m/m)
Natriumchloridgehalt


Curd soap 1õ
Savon graine 1õ
Gekörnte Seife

Neatsoap 2õ
Savon lisse 2õ
Glatte Seife

IVliddle soap 3õ
Savon median 3õ
Mittelseife (Gummiseife)

Nigra 4õ
Gras 4õ
Leimniederschlag

Lye 5õ
Lessive inferieure 5õ
Lauge

Invariant zones Zones d'invariance Invariante Zone


A Neat soap — nigre — lye A Savon lisse — gras — lessive A Glatte Seife — Leimniederschlag
inferieure — Lauge
B Neat soap — curd soap — lye B Savon lisse — savon graine — B Glatte Seife — gekörnte Seife —
lessive inferieure Lauge

Figure: Phase diagram of soaps Figure: Diagramme de phases Abbildung: Phasendiagramm


des savons der Seifen
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(68)û Ethoxylierung (79)û Aktivsubstanz (für Waschmittel)


Im besonderen Fall der grenzflächenaktiven Verbindun¬ In einer Formulierung die Gesamtheit der grenzflächen¬
gen eine chemische Reaktion, bei der ein oder mehrere aktiven Verbindungen, die für die spezifische Wasch¬
Moleküle Ethylenoxid an eine Verbindung mit bewegli¬ aktivität verantwortlich sind.
chem Wasserstoff addiert werden.
(80)û Chemisches Bleichmittel
(69)û Hydrolyse Produkt, das durch chemische Reaktion, gewöhnlich oxi-
Dissoziation einer Verbindung durch Reaktion mit Wasser. dierend oder reduzierend, unter kontrollierten Bedingun¬
Im besonderen Fall der grenzflächenaktiven Verbindun¬ gen auf Textilien oder andere Materialien einwirkt und
gen ist die Hydrolyse die umgekehrte Reaktion der Vere¬ ungünstig in Erscheinung tretende Substanzen zu Sub¬
sterung oder Amidbildung und wird charakterisiert durch stanzen mit weniger intensiver Färbung umsetzt.
die Bildung einer Säure und von Alkohol, Enol, Phenol,
Ammoniak oder Amin. Die Hydrolyse von Fetten gibt Fett¬ (81)û Chelatbildner
säure und Glycerin, die Hydrolyse von Seife gibt Fettsäure Substanz mit einer Molekularstruktur, die einige elektro¬
und eine Base. nenabgebende Gruppen enthält, die sie befähigen, sich
mit Metallionen durch Chelatisierung (190) zu verbinden.
(70)û Phosphatierung
Im besonderen Fall der grenzflächenaktiven Verbindun¬ (82)û Dispergiermittel
gen eine chemische Reaktion, bei der Phosphorsäure¬ Substanz, die befähigt ist, eine Dispersion (17) zu bilden.
ester gebildet werden.
(83)û Peptisiermittel
(71)û Phosphonierung Substanz, die befähigt ist, die Peptisierung (21 ) zu fördern.
Chemische Reaktion oder Folge chemischer Reaktionen,
bei der ein oder mehrere phosphonische Radikale direkt (84)û Sequestriermittel*)
mit Kohlenstoff-Phosphor-Bindung in einem Molekül ein¬ Substanz mit funktionellen Eigenschaften, die sie befähi¬
geführt werden. gen, sowohl die Wirkung von Metallionen zu unterdrücken
als auch den Verbleib dieser Ionen in Lösung zu gewähr¬
(72)û Propoxylierung leisten.
Im besonderen Fall der grenzflächenaktiven Verbindun¬
gen eine chemische Reaktion, bei der ein oder mehrere (85)û Füller (für Waschmittel)
Moleküle Propylenoxid an eine Verbindung mit bewegli¬ Organisches oder anorganisches Produkt, gewöhnlich
chem Wasserstoff addiert werden. inert, das eingesetzt wird, um einen gewünschten Typ
eines Waschmittels entweder nach Aussehen und/oder
(73)û Sulfatierung nach Konzentration einzustellen.
Chemische Reaktion zur Bildung von Schwefelsäureester.
(In der Praxis wird ein Schwefelsäuremonoester erhalten.) (86)û Booster/Verstärker (für Waschmittel)
Zusatzkomponente eines Waschmittels, gewöhnlich orga¬
(74)û Sulfonierung nisch, die gewisse charakteristische Eigenschaften der
Chemische Reaktion, bei der eine Sulfonylgruppe in ein wesentlichen Inhaltsstoffe verstärkt.
Molekül durch direkte Bindung an den Kohlenstoff einge¬
führt wird.

(75)û Sulfit-Addition
4 Anwendung von grenzflächenaktiven
Sulfonierung durch Reaktion von Schwefeldioxid oder
Verbindungen
(allgemeiner) von seinen Derivaten (Sulfiten, Disulfiten) 4.1 Waschen
mit einer elektrophilen Gruppe. (87)û Schmutz
Unerwünschter Belag auf der Oberfläche und/oder im
3.3 Rohstoffe für Waschmittelformulierungen Substrat, der einige Charakteristika des Aussehens oder
des Gefühls sauberer Oberflächen verändert.
(76)ûHilfsmittel/Zusatzstoff (für Waschmittel)
Zusätzliche Komponente, die einem Waschmittel (2) (88)ûKünstlicher Schmutz
Eigenschaften verleiht, die nicht in Beziehung zur Schmutz ausgewählter Zusammensetzung, hergestellt für
Waschwirkung stehen. Waschtests (89).
BEISPIELE:
Optische Aufheller, Korrosionsinhibitoren, antielektrostati¬ (89)û Waschen
sche Mittel, Farbstoffe, Riechstoffe und Bakterizide. Verfahren, durch das Schmutz (87) vom Substrat entfernt
Hilfsmittel/Zusatzstoffe sind gewöhnlich in kleinen Men¬ und in einen gelösten oder dispergierten Zustand
gen vorhanden. gebracht wird. Im üblichen Sinne hat das Waschen den
Effekt, Oberflächen zu reinigen. Es ist das Ergebnis der
(77)û Builder/Gerüststoff (für Waschmittel) Wirkung von verschiedenen physikalisch-chemischen
Phänomenen.
Zusätzliche Komponente eines Waschmittels (2), nor¬
malerweise anorganisch, welche bezüglich der Wasch¬ (90)û Reinigen
wirkung den wesentlichen Inhaltsstoffen charakteristische
Eigenschaften verleiht. Vorgang, um die Phänomene des Waschvermögens zur
Wirkung zu bringen.
(78)û Antiredepositionsmittel/Schmutzträger
Zusätzliche Komponente eines Waschmittels (2), nor¬ *) Nationale Fußnote: Im deutschen Sprachgebrauch
malerweise organisch, die letzterem die Eigenschaft einer werden häufig die Sequestriermittel auch als Komplex¬
Wiederanschmutzungsverhinderung (95) verleiht. bildner bezeichnet.
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(105)û Schaumstabilisator/Schäummittel
(91)û Waschkraft Produkt, das die Stabilität eines Schaumes (101 ) erhöht.
Fähigkeit von grenzflächenaktiven Verbindungen oder
ANMERKUNG: Abhängig von den Testbedingun¬
eines Waschmittels, das Waschvermögen zu fördern. gen, der Verwendung oder der Natur des Schäum¬
(92)û Suspensionsvermögen mittels kann die Stabilisierung eine Erhöhung des
Schaumvolumens bewirken, was zu einer größeren
Im Fall von Lösungen grenzflächenaktiver Verbindungen Beständigkeit des hergestellten Schaumes führt.
die Fähigkeit gewisser Substanzen, unlösliche Teilchen in
Suspension zu halten. (106)û Schaumbooster
ANMERKUNG: Das Suspensionsvermögen kann Produkt, welches das Schäumvermögen (102) erhöht.
in Abhängigkeit von der Natur dieser Teilchen
beträchtlich variieren. (107)û Antischaummittel/Entschäumer
(93)û Solubilisierungsvermögen Substanz, welche die Bildung von Schaum verhindert
oder die Schaumbeständigkeit (104) beträchtlich vermin¬
Fähigkeit einer gelösten grenzflächenaktiven Verbindung,
dert.
gewissen Verbindungen niedriger Löslichkeit in reinem
Lösemittel eine scheinbare Löslichkeit durch Micellenbil- (108)û Schäumen
dung zu verleihen.
Vorgang, der zur Bildung von Schaum führt.
(94)û Dispergiervermögen
Fähigkeit eines Produktes, eine Dispersion (17) zu bilden. (109)û Schaumdrainage/Schaumentwässerung
Rückgang zur einheitlichen flüssigen Phase des Teils der
(95)û Schmutztragevermögen/ Lösung, der beim Schäumen Blasen (196) gebildet hat.
Wiederanschmutzungsverhinderung
Fähigkeit einer Substanz, eine Wiederablagerung von 4.4û
Emulglerung
unlöslichen Teilchen auf der gewaschenen Oberfläche zu
vermeiden und diese Teilchen möglichst in Suspension zu (110)û Emulgator/Ernulgiermittel
halten. Substanz, welche die Bildung einer Emulsion (20) erlaubt
oder erleichtert.
4.2û
Benetzen (111)ûEmulglerung
(96)û Netztendenz Vorgang, der die Bildung einer Emulsion (20) bewirkt.
Tendenz einer Flüssigkeit, auf einer Oberfläche zu sprei¬
ten. Eine Erniedrigung des Kontaktwinkels (171) zwischen (112)û Wäßrige Emulsion (Symbol O/W: Öl in Wasser)
der Lösung und der Oberfläche zeigt ein Ansteigen des Emulsion, in der die kontinuierliche Phase wäßrig ist.
Netzens. Ein Kontaktwinkel von 0 entspricht einem spon¬
tanen Spreiten (16). (113)û Ölemulsion (Symbol W/O: Wasser in Öl)
Emulsion, in der die kontinuierliche Phase eine mit Was¬
(97)û Netzvermögen
ser nicht mischbare Flüssigkeit ist.
Fähigkeit eines Produktes, eine Oberfläche zu benetzen.
(114)û Emulgierbare Flüssigl^eit
(98)û Netzmittel
Flüssigkeit, die geeignet ist, die dispergierte Phase einer
Substanz, die nach Zugabe zu einer Flüssigkeit deren Emulsion (20) zu bilden.
Netztendenz (96) erhöht.
(115)û Emulgierende Flüssigkeit
(99)û Benetzbarlceit
Flüssigkeit, die geeignet ist, die kontinuierliche Phase
Fähigkeit einer Oberfläche, benetzt zu werden.
einer Emulsion (20) zu bilden.
(100)û Netzen
(116)û Emulgiervermögen
Im speziellen Fall einer gelösten grenzflächenaktiven Ver¬
bindung der Vorgang, bei dem Netztendenz (96) und Fähigkeit einer Substanz, die Bildung einer Emulsion (20)
Benetzbarkeit (99) wirksam werden. zu erleichtern.

(117)û Emulsionsbeständigkeit
4.3û Schäumen Fähigkeit einer Emulsion (20), stabil zu bleiben.
(101)û Schaum
Gesamtheit der Gaszellen, die durch dünne Flüssigkeits¬ 4.5û
Flotation (in Prüfung)
filme getrennt sind und durch Aneinanderreihen von
Blasen (196) gebildet werden, wobei eine Dispersion ent¬
steht, in der ein verhältnismäßig großes Gasvolumen in 4.6û Anwendungen in der Textilindustrie
einer Flüssigkeit dispergiert ist.
4.6.1 Hilfsmittel für das Spinnen
(102)û Schäumvermögen (118)û Zusatzmittel für das Spinnbad
Fähigkeit eines Produktes, Schaum (101 ) zu bilden. Produkt, das unter anderem für die Klärung eines Spinn¬
bades verwendet wird und verhindert, daß die Düsen ver¬
(103)û Schäummittel, Schäumer stopfen.
Substanz, die einer Flüssigkeit zugesetzt die Fähigkeit ANMERKUNG: Im allgemeinen sind oder enthal¬
verleiht, Schaum (101 ) zu bilden. ten diese Produkte grenzflächenaktive Verbindun¬
gen, z. B. sulfatierte Ole, Alkansulfonate, Fettsäure¬
(104)û Schaumbeständigl<eit kondensate, Alkylaminoethoxylate, quaternäre
Fähigkeit eines Schaumes, bestehen zu bleiben. Ammoniumverbindungen.
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EN ISO 862 : 1995

(119)û Zusatzmittel für die Spinnlösung (124)û Abziehmittel, teilweise oder gesamt
Produkt, das beim Herstellen einer Spinnlösung zugesetzt Ein Teil-Abziehmittel dient dazu, eine zu dunkle Farbe auf¬
wird und die Aufgabe hat, die Brauchbarkeit der Lösung zuhellen. Es wirkt durch Ablösen eines Teils der Farbe.
für die Spinnerei zu verbessern und möglichst die Qualität Egalisiermittel (siehe (126)) sind für dieses Verfahren
des Gesponnenen zu beeinflussen. brauchbar
ANMERKUNG: Im allgemeinen sind oder enthal¬ Ein Gesamt-Abziehmittel oder Farbentfernungsmittel wird
ten diese Produkte grenzflächenaktive Verbindun¬ verwendet, um die Farbe von dem gefärbten Gewebe
gen, z. B. sulfatierte Ole, Alkansulfonate, Fettsäure¬ abzulösen. Für diesen Vorgang werden im allgemeinen
kondensate, Alkylaminoethoxylate, quaternäre reduzierende Mittel in Verbindung mit Egalisiermitteln
Ammoniumverbindungen. (126) verwendet.

(120)û Garnbefeuchtungsmittel (125)û Solubilisierungs- oder Dispergiermittel


Produkt, das die Aufgabe hat, die Feuchtigkeit von Garnen für Farbstoffe oder Pigmente
während der gesamten Textilverarbeitung zu regeln und Produkt, das die Solubilisierung oder die wäßrige Dis-
zu halten und schließlich die Festigkeit des Garns zu ver¬ pergierung von Farbstoffen oder Pigmenten fördert und
bessern. infolgedessen ihre Färbeeigenschaften (Wirksamkeit,
ANMERKUNG: Diese Produkte sind im allgemei¬ Penetration usw.) verbessert.
nen Lösungen von Netzmitteln (siehe (146)) mit ANMERKUNG: Diese Produkte sind grenzflächen¬
hygroskopischen Mitteln und/oder zusätzlich Kon¬ aktive Verbindungen mit oder ohne Zusatz von
servierungsmitteln. Lösemitteln, z. B. Ester und Amine, sulfatierte Fett¬
säuren, Fettsäurekondensate, Alkylarylsulfonate,
(121)û Spinnöl^) Polyglykolester und -ether sowie aliphatische
Produkt, das zum Reißen, Spinnen und Verstrecken von Aminderivate.
Fasern angewendet wird, um diese gleitfähiger und flexi¬
(126)û Egalisiermittel
bler zu machen und ihnen eine möglicherweise andere
Oberflächenqualität, z. B. Kohäsion, für den Vorgang des Produkt, das dazu bestimmt ist, den gleichmäßigen Farb¬
Kämmens, Streckens und Spinnens zu verleihen. auftrag zu fördern.
In Abhängigkeit vom Verwendungszweck, für den sie ANMERKUNG: Diese Produkte sind oder ent¬
gebraucht werden, können Spinnöle ebenfalls die Eigen¬ halten grenzflächenaktive Verbindungen, wie sul¬
schaften von Netzmitteln (98) und Walkhilfsmitteln (136) fatierte Öle, Ester und Amine von Fettsäuren,
sowie andere sekundäre Eigenschaften, z. B. für das Auf¬ Fettsäurekondensate, Alkylsulfate, Alkylarylsulfo¬
schließen von harten oder hohlholzigen Fasern besitzen^). nate, Alkyl- und Alkylarylpolyglykolether, Poly¬
glykolester von Fettsäuren, Aminderivate. Ebenfalls
ANMERKUNG 1: Ein Spinnöl ist eine Produktfor¬
werden Mittel verwendet, die die Eigenschaften
mulierung, die speziell für das Spinnen gedacht ist.
von Schutzkolloiden haben, wie Eiweißfettsäure¬
ANMERKUNG 2: Diese Produkte bestehen haupt¬ kondensate.
sächlich aus Öl- oder Fettsubstanzen, gegebenen¬
falls in Kombination mit emulgierenden Mitteln (127)û Farbfixiermittel
(143) oder mit speziellen grenzflächenaktiven Ver¬ Produkt, das die jeweilig erforderliche spezielle Festigkeit
bindungen. der Farbstoffe verbessert. Um die Reibfestigkeit zu erhö¬
hen, werden Waschmittel für die Textillindustrie verwen¬
4.6.2û Hilfsmittel für das Weben det, die nicht fixierte Farbstoffe entfernen. Um die Benet-
(122)û Schlichtemittel zungsfestigkeit zu erhöhen, werden Produkte verwendet,
Produkt, das Schlichtezubereitungen zugesetzt gezogene die mit den Farbstoffen stabile Verbindungen eingehen,
Garne für den nachfolgenden Webvorgang flexibler und die sich dadurch nicht leicht ablösen.
glatter macht. ANMERKUNG: Im letzten Fall bestehen diese Pro¬
ANMERKUNG: Diese Produkte können z. B. sulfa¬ dukte aus kationaktiven Substanzen, wie Aminen
tierte oder emulgierte Wachse und Fette sein, und Aminderivaten, z. B. quaternären Ammonium¬
möglichst unter Zusatz von Netzmitteln (siehe salzen und ethoxylierten Aminen.
(146)).
(128)û Netzmittel (Färbereinetzmittel) und Färbeöl
4.6.3û Hilfsmittel für das Textilfärben und -drucken Produkt, das das Netzvermögen des Farbbades für das
(123)û Reduktionsinhibitor Textilgewebe erleichtert und beschleunigt sowie die Stabi¬
Produkt, das die reduzierende Wirkung von Fremdstoffen lität des Färbebades gewährleistet. Die Färbeöle haben
auf Farbstoffe vermindert und infolgedessen die Zerset¬ im allgemeinen einen zusätzlichen aufhellenden Effekt
zung letzterer verhindert. auf die gefärbten Artikel.
ANMERKUNG: Das Produkt enthält z.B. Präpara¬ ANMERKUNG: Diese Produkte sind oder enthal¬
tionen, die auf Puffersubstanzen und Oxidations- ten grenzflächenaktive Verbindungen, wie Alkyl¬
mitteln mit grenzflächenaktiven Verbindungen sulfate, Alkansulfonate, Alkylarylsulfonate, Fett¬
basieren, wie abgebauten Proteinen, Eiweißfett¬ säurekondensate, sulfatierte Öle, Ester der Sulfo-
säurekondensaten, Ammoniumsaizen von Aikyl- bernsteinsäure, auch Ethoxylierungsprodukte und
sulfaten und Alkansulfonaten. ihre Derivate.

(129)û Siebdruckmittel (Ätzhilfsmittel)


^) Spinnöle werden auch Batschöle, Teeröle, Batschmit- Produkt, das als Bestandteil einer Siebdruckfarbpaste
tel, Spinnfinishes oder Gleitmittel genannt. diese befähigt, Farbe in genügender Menge zu übertra¬
^) Produkte dieses Typs für das Abquetschen und Spin¬ gen, falls sich diese schwer übertragen läßt.
nen von harten oder steifen Fasern werden im deut¬ ANMERKUNG: Diese Produkte basieren haupt¬
schen Sprachgebrauch "Batschmittel" bzw. "Batschöle" sächlich auf quaternären Ammoniumverbindungen
und in Großbritannien "batching oils" genannt. und Aminethoxylaten.
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EN ISO 862:1995

(130)û Nachbehandlungsmittel für Drucke 4.6.5 Andere Textilhilfsmittel


Produl<t mit der gleichen Definition wie der für Farbfixier- (137)û Bleichhilfsmittel
mittei (siehe (127)). Produkt, das den Bleichvorgang beschleunigt und seine
Wirkung gleichmäßiger macht.
4.6.4 Hilfsmittel für die Ausrüstung
ANMERKUNG: Diese Produkte sind im allgemei¬
(131)û Ausrüstungshilfsmittel nen grenzflächenaktive Verbindungen, hauptsäch¬
Produl<t, das Ausrüstungsmitteln zugesetzt wird, um ihre lich Netzmittel (146), die in Bleichbädern stabil
Fluidität, die Fülle und/oder die Stabilität zu verbessern sind.
und das Ausrüsten in gewünschter Weise zu verändern.
ANMERKUNG: Diese Produkte bestehen unter (138)û Karbonisierhilfsmittel
anderem aus sulfatierten Ölen und Fetten sowie Produkt, welches das Eindringen von Karbonisiermitteln
Produkten, die unter dem Oberbegriff "Präpara¬ (Säuren oder säureabspaltende Verbindungen) in pflanzli¬
tionsmittel" erwähnt werden (144). che Verunreinigungen von Wolle erleichtert und beschleu¬
nigt und dadurch ihre Zersetzung während des nachfol¬
(132)û Mercerisierhilfsmittel genden Erhitzungsvorganges fördert.
Produkt, das das Netzvermögen von Mercerisierlaugen ANMERKUNG: Diese Produkte sind Netzmittel
verbessert und dadurch ihr gleichmäßiges Eindringen in (146) mit genügend Stabilität in Gegenwart von
die Faser beschleunigt. Säuren.
ANMERKUNG: Diese Produkte sind Netzmittel
(146), die in hochkonzentrierten Laugen stabil sind. (139)û Abkochhilfsmittel
Sie bestehen teils aus einer Komponente, die als Produkt, das die Wirksamkeit und Prozeßgeschwindigkeit
grenzflächenaktive Verbindung und als Emulgier¬ von Alkalilaugen, Wasser, Salzlösungen oder Säurelösun¬
mittel (Alkylsulfate mit niedrigem Molekular¬ gen bei deren Einwirkung auf Materialien aus Cellulosefa-
gewicht, hochsulfatierte Öle, Kresole, Xylenole) in sern erhöht. Es wird z. B. verwendet beim Abkochen von
Laugen wirksam ist, und teils aus einem Anti- Rohbaumwolle mit oder ohne Druck, beim Waschen von
schaummittel und einem Netzmittel, das — selbst Leinen und um Baumwollartikel im kontinuierlichen Ver¬
unlöslich in Lauge — durch Hydrotropie (36), z. B. fahren hydrophil zu halten.
Butylglykol, ethoxylierte Amine usw., löslich ANMERKUNG: Im allgemeinen werden Netzmittel
gemacht wird. (146) verwendet, die oft mit Lösemitteln gemischt
werden.
(133)û Anti-Elektrostatisches Mittel
Produkt, das bei Anwendung auf Textilien während oder (140)û Hilfsmittel für die Entschlichtung und
nach deren Herstellung dieses befähigt, nachteilige elek¬ zur Entfernung von Druckverdickungsmitteln
trostatische Phänomene zu vermeiden. Produkt, eventuell kombiniert mit Leinöl, das die Entfer¬
ANMERKUNG: Diese Produkte sind im allgemei¬ nung von Druckverdickungsmitteln, ebenso wie die Ent¬
nen grenzflächenaktive Verbindungen, z. B. Alkan¬ fernung von Schlichtemitteln aus Stärkeprodukten oder
sulfonate, Alkylphosphate, Alkylamine und ihre von anderen Schlichtemitteln, die auf Leinöl basieren,
Derivate sowie Ethoxylierungsprodukte von Fett¬ beschleunigt. Für diesen Zweck können geeignete grenz¬
säuren, Fettalkoholen, Fettaminen, Fettamiden, flächenaktive Verbindungen wie Netzmittel (146) oder
Alkylphenolen oder quaternäre Ammoniumsalze. Waschmittel den auf Enzymen basierenden Mitteln zuge¬
setzt werden. Ebenso wird die Entfernung von Leinöl oder
(134)û Weichmachungsmittel von Schlichten auf Leinölbasis erleichtert durch die Ver¬
Produkt, das verwendet wird, um behandelte Textilien fle¬ wendung von grenzflächenaktiven Verbindungen in Ver¬
xibler zu machen und dadurch einen entsprechenden bindung mit Lösemitteln und/oder oxidierenden Mitteln.
Griff zu erhalten. Es wird auch als Zusatz in Schlichte-,
Finish- und Färbebädern usw. eingesetzt. (141)û Antlschaummlttel für die Textilindustrie
ANMERKUNG: Diese Produkte sind im allgemei¬ Produkt, das die Bildung von Schaum verhindert oder
nen grenzflächenaktive Verbindungen oder Präpa¬ seine Stabilität beträchtlich vermindert. In der Textilindu¬
rationsmittel, basierend auf Fetten und Ölen mit strie wird es besonders beim Schlichten, Ausrüsten und
geeigneten Emulgiermitteln (110); Avivagemittel Färben, in Druckpasten usw. verwendet.
(siehe (135)) werden ebenfalls verwendet. ANMERKUNG: Diese Produkte enthalten unter
anderem gewisse grenzflächenaktive Verbindun¬
(135)û Avivagemittel gen und grenzflächenaktive Verbindungen enthal¬
Produkt, das Textilartikeln unter dem Gesichtspunkt des tende Zubereitungen, z. B. solche auf Ölbasis,
Griffs und des Aussehens die gewünschten Eigenschaf¬ Phosphorsäureester und Alkohole mit hohem
ten gibt. Molekulargewicht.
ANMERKUNG: Diese Produkte sind die gleichen
wie die unter der Bezeichnung "Präparationsmit¬ (142)û Detachiermittel
tel" (144) definierten Textilhilfsmittel. Produkt zur Entfernung von örtlichem Schmutz (87) an
Textilien. Eine Unterscheidung wird gezogen zwischen
(136)û Walkhilfsmittel "trockenen" und "nassen" Detachiermitteln, abhängig, ob
Produkt zur Erleichterung und Regulierung der Filzbil¬ sie in einem Lösemittel oder im wäßrigen Medium wirk¬
dung. sam sind.
ANMERKUNG: Im allgemeinen handelt es sich um ANMERKUNG: Diese Produkte sind hauptsächlich
das Glätten von Fasern mit Hilfe von grenzflächen¬ Zubereitungen auf Basis von Lösemitteln und
aktiven Verbindungen' oder diese enthaltenden grenzflächenaktiven Verbindungen mit emulgie-
Präparationsmittel. Die Produkte enthalten z.B. renden und waschaktiven Eigenschaften, wie
Seifen, Alkylsulfate, Fettsäurekondensate, mög¬ Aminseifen, Alkylsulfate, Alkansulfonate, Fettsäure¬
lichst in Verbindung mit mineralischen oder organi¬ kondensate, Alkylarylsulfonate, Polyglykolester
sehen Quellmitteln. und -ether.
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EN ISO 862:1995

(143)û Emulgiermittel für die Textilindustrie 4.7û


Trockenreinigung
Produkt, das fähig ist, eine Emulsion (20) zu bilden oder (149)û Reinigungsverstärker
ihre Bildung zu erleichtern. In der Textilindustrie wird es Produkt für die Erhöhung und Verstärkung der Reini¬
im allgemeinen bei der Herstellung von Schmälzmitteln gungswirkung (90) von organischen Lösemitteln durch
(121), Avivagemitteln (135) und/oder Präparationsmitteln
Zugabe von Wasser zum organischen Medium, das
044) u. a. verwendet, um Spezialeffekte zu erzielen. dadurch die Reinigungswirkung des Systems gegenüber
ANMERKUNG: Diese Produkte sind oder enthal¬ hydrophilem Schmutz erweitert.
ten grenzflächenaktive Verbindungen, wie Seifen,
Alkylsulfate, Alkansulfonate, Fettsäurekondensati¬ (150)û Wasserdispergiervermögen
onsprodukte, Alkylarylsulfonate, Polyglykoiester Wirksamkeit von Reinigungsverstärkern (149), eine homo¬
und -ether, Ester von Fettsäuren und Polyhydroxyl- gene Dispersion von Wasser in organischen Lösemitteln
verbindungen. zu erzeugen, entweder durch Solubilisierung oder durch
Emulgierung.
(144)û Präparationsmittel
Produkt, das Textilmaterialien für nachfolgende Behand¬ (151)û Wassersolubilisiervermögen
lungen besser geeignet macht, z. B. zum Spinnen, Spulen, Maximale Menge von Wasser, die ein Reinigungsverstärker
Wirken usw. Einige dieser Produkte werden auch für die (149) in einem organischen Lösemittel solubilisieren kann.
Avivage in der Ausrüstung (siehe (135)) eingesetzt.
(152)û Wasseremulgiervermögen
ANMERKUNG: Diese Produkte sind im allgemei¬
nen grenzflächenaktive Verbindungen oder Kom¬ Maximale Menge von Wasser, die ein Reinigungsverstär¬
binationen mit Ölen und Fetten. Die grenzflächen¬ ker (149) unter Bildung einer genügend stabilen W/0-
aktiven Verbindungen sind z. B. sulfatierte Öle und Emulsion emulgieren kann.
Fette, Alkylsulfate, Ester und Amide von Fettsäu¬ ANMERKUNG: Die Emulsion ist für den
ren, Fettaminkondensate und auch die Ethoxyiie- gewünschten Zweck genügend stabil, wenn sie
rungsprodukte von Fettsäuren und Fettalkoholen, mindestens 15 Minuten beständig ist.
Fettamiden oder Fettaminkondensaten. (153)û Detachiermittel
(145)û Faserschutzmittel Produkt, das für die Entfernung von Flecken verwendet
Produkt, das zum Schutz von Fasern, besonders von tieri¬ wird, die durch Trockenreinigung oder Waschen nicht ent¬
schen Fasern, während der Behandlung mit Bleichmitteln fernt werden konnten.
sowie während des Färbens und Abziehens von Farbstof¬ (154)û Vordetachiermittel
fen verwendet wird.
Produkt, das in den meisten Fällen eine grenzflächenak¬
ANMERKUNG: Diese Produkte sind z. B. abgebaute
tive Verbindung enthält und für die präparative Behand¬
Proteine, Eiweißfettsäurekondensate, Ammonium- lung von spezifischen Flecken auf Textilien, Pelzen und
alkylsulfate, Alkansulfonate und Ligninsulfonate. Lederartikeln dient.
(146)û Netzmittel für die Textilindustrie
(155)û Vorbürstmittel
Produkt, das, einer Lösung zugefügt, deren Netzwirkung
(97) verstärkt. In der Textilindustrie fördert es die Benet¬ Grenzflächenaktive Verbindungen enthaltende Präpara¬
zung und das Eindringen von Wasser oder wäßrigen tion, die entweder konzentriert oder gemischt mit Wasser
Lösungen in die Textilien. Spezialnetzmittel: siehe (128), und/oder Lösemitteln für die präparative Behandlung von
(132), (138) usw. Flecken oder schwerentfernbaren Schmutzzonen auf
Textilien, Lederartikeln und Pelzen verwendet wird.
ANMERKUNG: Diese Produkte sind oder enthal¬ Anwendung erfolgt durch Bürsten oder Sprühen vor der
ten grenzflächenaktive Verbindungen, wie sulfa¬ Reinigung in der Maschine. Vorbürstmittel müssen von
tierte Öle, Fettsäureester und -amide, aber auch dem behandelten Artikel durch Abspülen im nachfolgen¬
Alkylsulfate, Alkansulfonate, Fettsäurekondensate, den Reinigungsbad vollständig entfernbar sein.
Ester der Sulfobernsteinsäure sowie Polyglykoi¬
ester und -ether. 4.8û
Anwendungen in der Papierindustrie
(147)û Spulöl (in Prüfung)
Produkt, das Garne für das Spulen und die nachfolgenden
Behandlungen geeignet und dadurch die Garne flexibler 4.9û
Anwendungen in der Lederindustrie
und glatter macht. (in Prüfung)
ANMERKUNG: Diese Produkte sind Öle oder Öle, 4.10û
Anwendungen in der Mineralölindustrie
die in Wasser emulgiert sind und mit Hilfe von
(in Prüfung)
grenzflächenaktiven Verbindungen, wie öllöslichen
Polyglykolestern oder -ethern, hergestellt werden 4.11û Andere Anwendungen
können.
(156)û Schneidöl
(148)û Waschmittel für die Textilindustrie
Zubereitung mit Schmierwirkung, die — emulgierbar oder
Produkt, das in der Textilindustrie gebraucht wird, um Fett nicht — die Arbeit der Maschinenwerkzeuge erleichtert
und Schmutz von Textilien während der Herstellung und und erzeugte Wärme abführt.
Endausrüstung zu entfernen. Seine Zusammensetzung
ANMERKUNG: Sie kann einen Zusatz mit anti¬
und/oder seine Formulierung richtet sich nach den Anfor¬
korrosiven Eigenschaften enthalten.
derungen der verschiedenen Arbeitsvorgänge, z.B. für
das Waschen von Rohwolle, Garnen oder Textiistücken (157)û Grenzflächenaktive Verbindungen
und bedruckten Geweben usw. enthaltendes Schmieröl
ANMERKUNG: Diese Produkte sind grenzflächen¬ Zubereitung mit Schmierwirkung, die im allgemeinen aus
aktive Verbindungen oder Zubereitungen, die Mineralölen und grenzflächenaktiven Verbindungen
diese enthalten, wie Seifen, Alkylsulfate, Alkansul¬ besteht und die Suspension oder Re-Suspension von
fonate, Fettsäurekondensate, Alkylarylsulfonate festen Teilchen, die während des Laufs eines Verbren¬
sowie Polyglykoiester und -ether. nungsmotors gebildet werden, erleichtert.
Q^itp 14
EN ISO 862 : 1995

Anhang A
Wissenschaftliche Begriffe, die sich direkt auf Oberflächenphänomene
und die Herstellung von grenzflächenaktiven Verbindungen beziehen

A.1 Spezielle Eigenschaften von (168)û Film


grenzflächenaktiven Verbindungen Dünne Schicht von Materie (in den meisten Fällen geringer
als wenige Mikrometer dick), homogen oder nicht homogen.
A.1.1 Struktureigenschaften
(158)û Hydrophile Gruppe A.1.2.1.1 Grenzfläche flüssig-gasförmig
Molekulare Gruppe, die in Wasser endophiles (27) Verhal¬ (169)û (Differentielle) Oberflächenarbeit
ten zeigt. Arbeit d die erforderlich ist, die Oberfläche einer Flüs¬
sigkeit durch dS unter reversiblen, isothermen und Iso¬
(159)û Hydrophobe Gruppe baren Bedingungen zu vergrößern. Diese Arbeit ent¬
Molekulare Gruppe, die in Wasser exophiles (28) Verhal¬ spricht der Gibbs-Energie, die erforderlich ist, Moleküle
ten zeigt. vom Inneren einer Flüssigkeit an ihre Oberfläche zu brin¬
gen. Sie Ist proportional der Vergrößerung der Fläche d S,
(160)û Lipophile Gruppe multipliziert mit einem Koeffizienten y-
Molekulare Gruppe, die in nichtgasförmigen apolaren üW^ = yüS
organischen Phasen endophiles Verhalten (27) zeigt.
Der Koeffizient der Oberflächenarbeit ywird ausgedrückt
(161)û Polare Gruppe in Joule/m^ und hat denselben numerischen Wert wie die
Funktionelle Gruppe, in der die Elektronenverteilung ein Oberflächenspannung (14), ausgedrückt in mN/m.
signifikantes elektrisches Dipolmoment erzeugt. Eine sol¬ Die Oberflächenspannung ist die intensive variable Größe
che Gruppe ist verantwortlich für die Affinität zu stark Im Differentialausdruck für die Arbeit, die erforderlich ist,
polaren Oberflächen und im besonderen zu Wasser und die Oberfläche einer Flüssigkeit zu vergrößern.
für den hydrophilen Charakter des Moleküls. ANMERKUNG 1: Die Oberflächenspannung und
die (differentielle) Oberflächenarbeit kann durch
(162)û Apolare Gruppe Betrachtung eines dünnen Flüssigkeitsfilms darge¬
Organischer Teil eines Moleküls, in dem die Elektronen¬ stellt werden, der über einem Rahmen mit einer
verteilung kein signifikantes, elektrisches Dipolmoment beweglichen Längsseite schnell ausgebreitet ist.
erzeugt. Eine solche ist verantwortlich für die Affinität zu Um diese Stelle in einer festen Lage zu halten,
organischen Lösemitteln mit niedriger Polarität und infol¬ muß eine Kraft F außerhalb und senkrecht zu / In
gedessen für den lipophilen Charakter des Moleküls. der Fläche des dünnen Films angelegt werden. Die
Größe dieser Kraft ist gleich
(163)û Hydrophil-lipophiles Verhältnis
F = 2yl,
Relative Bedeutung der polaren Gruppe (161) und des
apolaren Teils, die die Afifinität des Moleküls gegenüber wobei y die Oberflächenspannung ist und der
Wasser und organischen Lösemitteln niedriger Polarität Faktor 2 von dem dünnen Film herrührt, der zwei
bewirken. Flächen hat.
ANMERKUNG: Diese Definition bezieht sich nur Im Fall einer kleinen Verschiebung d x von l, das
auf Emulgatoren. Dieser Begriff ist ebenfalls selbst parallel verschoben wird, ist die an der
bekannt als Hydrophilic-Lipophilic-Balance (HLB). Oberfläche durchgeführte Arbeit
dW -Fäx = 2yl dÄ: = ydS,
(164)û Polare bzw. apolare Struktur
wobei d S die allgemeine Vergrößerung beider Flä¬
Struktur eines Moleküls, das mindestens eine polare
chen des dünnen Films ist. Daher ist der Quotient
Gruppe (161) und eine große apolare Gruppe (162) ent¬
der Oberflächenarbeit gleich
hält. Eine solche Struktur ist verantwortlich für den hydro¬
philen (29) und lipophilen (31 ) Charakter des Moleküls. dW^

A.1.2 Nichtdisperse Systeme/ das denselben numerischen Wert wie die Ober¬
Kontinuierliche Systeme flächenspannung besitzt.
A.1.2.1 Grenzflächeneigenschaften ANMERKUNG 2: Wenn die Oberflächenspannung
(165)û Grenzflächenaktivität [oder die Grenzflächenspannung (15)] unter
Wirkung einer Substanz, die die physikalischen (mechani¬ Nicht-Gleichgewichtsbedingungen gemessen
schen, elektrischen, optischen usw.) Eigenschaften einer wird, wird sie dynamische Oberflächenspannung
Oberfläche oder einer Grenzfläche verändert und ihre (oder dynamische Grenzflächenspannung)
Oberflächenspannung (14) oder Grenzflächenspannung genannt, gegenüber der sogenannten statischen
(15) erniedrigt. Oberflächenspannung oder Grenzflächenspan¬
nung, die im Gleichgewicht gemessen wird.
(166)û Grenzflächenphänomene A.1.2.1.2 Grenzfläche flüssig-flüssig
Phänomene, deren mechanische, elektrische, optische (170) Kohäsionsarbeit je Oberflächeneinheit
usw. Effekte sich an der Grenzfläche, die zwei Phasen
voneinander trennt (flüssig-gasförmig, flüssig-fest, flüssig¬ Arbeit, die unter isothermen oder Isobaren Bedingungen
flüssig oder gasförmig-fest), zeigen. verrichtet wird, um eine Flüssigkeits- oder Festkörper¬
schicht, die reversibel zu ihren Achsen ist, zu trennen und
(167)û Monomolekulare Schicht/Monoschicht zwei neue Oberflächen zu bilden, jede von einer Einheits¬
Adsorptionsschicht einer grenzflächenaktiven Verbin¬ größe. Diese Arbeit ist numerisch gleich zweimal der
dung, in der alle adsorbierten Moleküle in Kontakt mit der Oberflächenspannung (14):
Oberflächenschicht des Adsorbens stehen. =2y„
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A.1.2.1.3 Grenzfläche flüssig-fest Im Fall von zwei Flüssigkeiten Lf und L2 verbindet die
(171) Randwinkel Dupre-Beziehung die Adhäsionsarbeit mit der Ober¬
Winkel, der an einem Punkt auf der Berührungslinie von flächenspannung (14) und Grenzflächenspannung (15)
drei Phasen, von denen mindestens zwei kondensierte von Li und L2:
Phasen sind, durch Anlegen von Tangenten an die L2 = yhi ^ yL2 _ yh^ L2^
Kurven, die man durch Teilen einer Ebene senkrecht zu
der Kontaktlinie mit jeder der drei Phasen erhält, gebildet wobei
wird. die Oberflächenspannung der Flüssigkeit L^,
ERLÄUTERUNG: Bei Betrachtung der drei Phasen die Oberflächenspannung der Flüssigkeit Lg
a, ß und ö existieren drei Kontaktoberflächen zwi¬ und
schen den Phasen a - ß, ß - d und a - ö. Diese die Grenzflächenspannung der beiden
drei Kontaktoberflächen haben eine gemeinsame Flüssigkeiten L^ und L2 ist.
Trennlinie. An irgendeinem Punkt M gibt es nur Im Fall eines fest-flüssig-Systems, in dem der Festkörper
eine Ebene, die senkrecht zu der gemeinsamen nicht vollkommen durch die Flüssigkeit benetzt ist, steht
Linie steht. Dies ist die Ebene P. Diese teilt die die Adhäsionsarbeit je Flächeneinheit im Verhältnis zum
Oberfläche a - ß entlang der Kurve PAB und die Randwinkel (171) und zur Oberflächenspannung der
Oberfläche a - ß entlang der Kurve PAC. In der Flüssigkeit in Beziehung durch die Young-Gleichung:
Ebene P bilden die Kurven PAB und PAC einen ^Ls = yL jjQg ^ yL ^ yh
Winkel am Punkt M der Phasen a und ö. Dies
ist der Randwinkel.
Die Abbildung zeigt: (173) Tauchnetzarbeit je Flächeneinheit/
—û daß eine der Phasen, Phase ß, flüssig sein Benetzungsspannung
muß, daß eine andere Phase, Phase ö, fest Arbeit, die unter reversiblen, isothermen und isobaren
oder flüssig sein kann und daß die dritte Phase, Bedingungen erhalten wird, wenn eine einheitliche Fläche
Phase a, gasförmig oder flüssig sein kann; eines Substrats auf die Art benetzt wird, daß die freie
—û daß bei Kontakt der flüssigen Phase mit Oberfläche der benetzenden Flüssigkeit sich nicht ändert.
einer festen Phase zwei zusätzliche Winkel Diese Arbeit ist gleich der Differenz zwischen der Ober¬
gebildet werden: der Randwinkel zwischen flächenenergie des benetzten Substrats und der Grenz¬
der Flüssigphase und den zwei anderen flächenenergie zwischen dem Substrat und der benet¬
(Deutsch: Randwinkel) und der Winkel zwi¬ zenden Flüssigkeit:
schen flüssiger und fester Phase, manchmal
= y® - y®^
Verbindungswinkel genannt.
Experimentell beobachtet man üblicherweise, wenn eine Diese ist numerisch gleich dem Produkt der Grenzflä¬
Flüssigkeit mit einem Festkörper und einer anderen chenspannung (14) und dem Cosinus des vorrückenden
Phase in Kontakt kommt, daß der Randwinkel seinen Randwinkels (171):
Gleichgewichtswert nicht unmittelbar erreicht. Dasselbe cos da
ergibt sich, wenn die Flüssigkeit in Kontakt mit einem
Festkörper verschoben wird. Daher unterscheidet man Im Fall, daß die benetzende Flüssigkeit eine Lösung ist,
einen vorrückenden und einen rückziehenden Rand¬ wird das Phänomen begleitet durch die Adsorption, und
winkel. die Definition muß als Benetzung eines unendlich kleinen
Elements der Oberfläche gesehen werden. Die dies¬
bezügliche Variable entspricht dann dem Partialdifferen-
(172) Adhäsionsarbeit oder Separationsarbeit tial der gewonnenen Arbeit im Verhältnis zur benetzten
je Flächeneinheit Fläche.
Arbeit, die in einem System geleistet wird, wenn zwei kon¬ ANMERKUNG: Der gebräuchlichen thermo-
densierte Phasen a und ß, die eine Grenzfläche einheit¬ dynamischen Regel zufolge sollte die Gleichung
licher Größe haben, unter reversiblen, isothermen und mehr der Entnetzungsarbeit entsprechen, aber es
Isobaren Bedingungen getrennt werden und von jeder wird gewöhnlich der absolute Wert dieses Zahlen¬
Phase eine einheitliche Fläche gebildet wird. wertes betrachtet.
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(174) Entnetzungsarbeit (179) Thixotropie


Arbeit, die erforderlich ist, unter isothermen, Isobaren und Erniedrigung der Viskosität oder Konsistenz unter isother¬
reversiblen Bedingungen eine Flächeneinheit eines Sub¬ men oder reversiblen Bedingungen durch Anlegen einer
strates ohne Veränderung an der freien Oberfläche der Scherung, ausgehend von der Viskosität oder Konsistenz
benetzenden Flüssigkeit zu entnetzen. Sie ist numerisch in Ruhe (sofort nach Beginn des Scherens) zu einem End¬
gleich dem Produkt der Grenzflächenspannung (14) und wert, der von der Größe der Schergeschwindigkeit abhän¬
dem Cosinus des zurückziehenden Randwinkels (171): gig ist. Wenn die Scherung diskontinuierlich ist, muß sich
die Viskosität oder Konsistenz innerhalb einer gewissen
W-a = cos dr "Zeit der thixotropen Erholung" wieder herstellen.
ANIVIERKUNG: Theoretisch sollten die Entnet-
zungs- und die Benetzungsarbeit. im absoluten
Wert gleich sein. In der Praxis ist dies nicht der Fall, (180) Rheopexie
weil das Gleichgewicht während eines Experi¬ Phänomen, in der sich die "Zeit der thixotropen Erholung"
ments nur schwierig erreicht werden kann. Hyste¬ nach diskontinuierlicher Einwirkung einer relativ hohen
resephänomene sind unter anderem der Grund für Schergeschwindigkeit durch Anlegen einer kleinen
die gefundenen Unterschiede. Schergeschwindigkeit verkürzt.

(175)û Benetzungshysterese
(181) Antithixotropie^)
Beobachtete Hysterese zwischen Netzen und Entnetzen
an einem Element eines festen Substrats. Ansteigen der Viskosität oder Konsistenz unter isother¬
men und reversiblen Bedingungen durch Anlegen einer
Dieses Phänomen kann quantitativ charakterisiert werden Scherung, ausgehend von der Viskosität oder Konsistenz
durch den Unterschied zwischen der Entnetzungsarbeit in Ruhe (sofort nach Beginn des Scherens) zu einem End¬
(174) und der Benetzungsarbeit (173) und durch die Tatsa¬ wert, der von der Größe der Schergeschwindigkeit abhän¬
che, daß der vorrückende Randwinkel (171) sich vom gig ist. Wenn die Scherung diskontinuierlich durchgeführt
zurückziehenden Randwinkel unterscheidet. Er kann aus¬ wird, muß sich die Restviskosität in einer gewissen Zeit
gedrückt werden durch die Gleichung wieder herstellen, der "Zeit der thixotropen Erholung".
- Ww = cos (Ö-r - Ö-a),
wobei
(182) Rheoiogische Hysterese
die Entnetzungsarbeit,
Wenn die Schergeschwindigkeit unter isothermen und
die Benetzungsarbeit, reversiblen Bedingungen linear mit der Zeit von Null zu
der zurückziehende Randwinkel und einem Maximalwert (oberer Kurvenast) ansteigt und dann
ö-a der vorrückende Randwinkel ist. auf dieselbe Art wieder abfällt (unterer Kurvenast), so
zeigt die Geschwindigkeit des Scherdiagramms einen
ANMERKUNG: Unter Berücksichtigung, daß die
Hysteresebogen, der zur Bestimmung und Charakterisie¬
Phänomene nicht reversibel sind, verändern sich
rung der Thixotropie (179) oder Antithixotropie (181) ver¬
die durch die Gleichung gegebenen Werte nach
wendet wird.
den Bedingungen des Benetzens oder Entnet¬
zens.
(183)û Plastizität
(176)û Spreitarbeit je Fiäclieneinheit/Spreitspannung Ein plastischer Körper verhält sich wie ein elastischer
Arbeit, die unter reversiblen, isothermen und Isobaren Körper, wenn er einer Beanspruchung unterzogen wird,
Bedingungen gewonnen wird, wenn eine Flüssigkeit auf die kleiner als ein kritischer Wert die Yield-Beanspru-
eine andere Flüssigkeit oder einen Festkörper gebracht chung ist. Über diesem Grenzwert findet Fließen statt.
wird und auf solche Art spreitet, daß sowohl die Grenzflä¬ Wenn die Funktion D = f{r) (D ist die Schergeschwindig¬
che als auch die Oberfläche der oberen Flüssigkeit um keit) für Tä:To ist, dargestellt durch eine gerade Linie, so
eine Einheit ansteigt. Diese Arbeit ist gleich der Differenz ist die Substanz ein Bingham-Körper.
zwischen der Adhäsionsarbeit (172) von zwei kondensier¬
ten Phasen und der Kohäsionsarbeit (170) der gespreite¬
ten Flüssigkeit.
A.1.4 Zwischenmolekulare Wiricungen
W'spr = W'a - W'c = y" + yP - 2 y" = yP- y" - A.1.4.1 Grenzflächenal<tive Verbindungen/
Ein Spreiten (16) findet statt, wenn der Ausdruck positiv Gelöste Moleküle
ist. (184)û Lyophile Gruppe
Molekulare Gruppe, die — bezogen auf eine flüssige
Phase — ein endophiles (27) Verhalten zeigt.
A.1.3 Disperse Systeme
A.1.3.1 Riieoiogische Eigenscliaften
(177)û Strul<turvisl(0sität (185)ûLyophobe Gruppe
Erniedrigung der scheinbaren Viskosität oder Konsistenz Molekulare Gruppe, die — bezogen auf eine flüssige
unter isothermen oder reversiblen Bedingungen und ohne Phase — ein exophiles (28) Verhalten zeigt.
Hysterese bei ansteigender Schergeschwindigkeit.

(178) Dilatanz
Erhöhung der scheinbaren Viskosität oder Konsistenz ®) Nationale Fußnote: Im deutschen Sprachgebrauch
unter isothermen und reversiblen Bedingungen und ohne werden häufig Rheopexie (180) und Antithixotropie
Hysterese bei ansteigender Schergeschwindigkeit. (181) synonym verwendet.
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Anhang B
Allgemeine Begriffe, die auf dem Gebiet der grenzflächenaktiven Verbindungen nicht spezifisch sind

(186)û Reversible Hydrolyse (197)û Verseifung (siehe (42) für Seifen)


Wirkung von Wasser auf Ionen eines gelösten Salzes, Chemische Reaktion, die die Spaltung eines Esters in
durch die ein Gleichgewichtszustand erzeugt wird, in dem seine Bestandteile Säure und Alkohol oder möglicher¬
sowohl Ionen als auch IVIoleküle von Säuren oder Basen, weise Phenol durch Einwirkung einer Base unter Bildung
die fähig sind, Salze zu bilden, koexistieren. Die Säuren¬ des Salzes aus der Säure bewirkt.
oder Basenmoleküle können in den ionischen Zustand
übergehen, wenn die Bedingungen im Medium wechseln. (198)û Unverseiftes
Reversible Hydrolyse wird besonders beobachtet im Fall Verseifbare Substanz, die durch eine Verseifungsreaktion
von Salzen aus schwachen organischen Säuren oder nicht erfaßt wird.
schwachen organischen Aminen, die wichtige hydro¬
phobe Alkylreste enthalten. (199)û Unverseifbares
Gesamte, in Fett lösliche und in Wasser unlösliche
(187)û Autoxidation Bestandteile, die nicht durch eine Verseifungsreaktion
Chemische Reaktion, die die unbeeinflußte Bindung ent¬ unter Bildung eines Salzes verändert werden können.
weder schnell oder langsam von molekularem Sauerstoff ANMERKUNG; In der Praxis und für analytische
mit einer organischen oder anorganischen Verbindung Bestimmungen: Die gesamten in der Substanz
beinhaltet. analysierten Produkte, die nach Verseifung mit
einem Alkalihydroxid und Extraktion durch ein spe¬
(188)û Dehydratation zifisches Lösemittel unter den Testbedingungen
1)ûPhysikalischer Vorgang, der zur Entfernung des ungelöst zurückbleiben.
gesamten oder eines Teils des an einen Stoff gebun¬
denen Wassers führt. (200)û Unsulfatierbares
2)ûChemische Reaktion, bei der ein oder mehrere Stoff, der sich nicht sulfatieren (73) läßt.
Moleküle Wasser aus einer Verbindung entfernt wer¬
den. (201)û Unsulfatiertes
Sulfatierbare Substanz, die bei einer Sulfatierungsreak-
(189)û Metallion-Chelat tion (73) nicht sulfatiert werden konnte und/oder während
Metallkomplex, in dem die Aktivität des Metallions durch dieser Reaktion in eine unsulfatierbare Substanz umge¬
Chelatisierung (190) unterdrückt wird. setzt wurde.

(190)û Chelatisierung eines lUletallions (202)û Unsuifonierbares


Bildung von Komplexen, in denen ein Metallion in einer Substanz, die sich nicht sulfonieren (74) läßt.
Ringstruktur mit einem oder mehreren Molekülen mit ver¬
(203)û Unsuifoniertes
schiedenen Elektronendonoren-Gruppen gehalten wird.
Sulfonierbare Substanz, die bei einer Sulfonierung (74)
(191)û Komplexierung eines Metallions nicht sulfoniert wurde und/oder während dieser Reaktion
Überführung eines Metallions in ein neues Komplex-Ion in eine unsulfonierbare Substanz umgesetzt wurde.
durch die Einwirkung von Molekülen, die mindestens eine (204)ûScheinbare Dichte
Elektronendonorgruppe haben.
Masse einer scheinbaren Volumeneinheit.
(192)û Sequestrierung
(205)û Scheinbares Volumen
Maskieren von Metallionen, die in einem Medium gelöst
Volumen, das unter den experimentellen Testbedingun¬
sind und deren Ionen normalerweise verantwortlich sind,
gen durch die äußeren Grenzen einer Substanzmenge
Niederschläge in Gegenwart von gewissen Reagenzien,
bestimmt wird. Dieses Volumen beinhaltet möglicher¬
insbesondere grenzflächenaktiven Verbindungen, zu bil¬
den. Das Maskieren wird begleitet durch die Bildung von weise Blasen (196), Poren und Zwischenräume.
Komplexen, die im allgemeinen im Reaktionsmedium in (206)û Additive, synergistische und
Lösung bleiben. antagonistische Wirkung
(193)û Chelatisiervermögen für Metallionen Mischung zweier Komponenten, im gegebenen Verhältnis
mit gewissen Grenzen bezüglich ihrer Konzentration,
Wirksamkeit gewisser Moleküle, mit Metallionen Chelate
zeigt eine bestimmte Wirksamkeit für eine bestimmte
(189) zu bilden.
Konzentration der Mischung in dem Medium, in dem die
(194)û Komplexiervermögen für Metaliionen Messung durchgeführt wird.
Wirkung gewisser Moleküle, Metallionen in ein neues Synergie liegt vor, wenn diese Konzentration niedriger ist
Komplex-Ion zu überführen, in dem die Metallionen ihre als jene, die unter den gleichen Verhältnissen der Kon¬
ionische Identität verlieren. zentration durch eine lineare Kombination entstehen
würde, die — betrachtet man sie für jede Komponente
(195)û Sequestriervermögen getrennt — nötig sein würde, um die gleiche Wirksamkeit
Wirkung von gewissen Substanzen, Kationen in Lösung zu erreichen.
zu halten. Dies erfolgt unter mehr oder weniger labiler Im Gegensatz dazu gibt es den antagonistischen Effekt,
Bedingung, so daß die Reaktionen des Kations in den wenn die Konzentration der Mischung höher ist als jene,
meisten Fällen maskiert sind. welche durch eine lineare Kombination entstehen würde.
Wenn die Wirksamkeit der Mischung gleich jener ist, die
(196)û Blasen aus der linearen Kombination entsteht, so ist dies ein
Gasvolumen, das von einer dünnen flüssigen Hülle additiver Effekt. Die Komponenten, auf die Bezug genom¬
begrenzt ist. men wird, können selbst Mischungen sein.
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ERKLÄRUNG: Wenn ein bestimmter Effel<t eriial- —û additiv, wenn die Summe C^/Ca + Cß/Cß
ten wird, durcti eine iVllscIiung von zwei Kompo¬ gleich 1 ist,
nenten A und B bei den Konzentrationen und —û synergistisch, wenn die Summe weniger
Cß für jede Komponente einzeln, so kann der glei¬ als 1 ist, und
che Effekt erhalten werden durch A und B, —û antagonistisch, wenn die Summe größer
getrennt aber mit den Konzentrationen und Q. als 1 ist.
In diesem Fall sind die Effekte von A und B
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Alphabetisches Stichwortverzeichnis
Abl<ochhilfsmitteiû (139) Entnetzungsarbeitû (174)
Abziehmittel, teilweise oder gesamtû (124) Ethoxylierungû (68)
Additive, synergistische und Exophilieû (28)
antagonistische Wirkungû (206)
Adhäsionsarbeit oder Separationsarbeit Farbfixiermittelû (127)
je Flächeneinheitû (172) Faserschutzmittelû (145)
Adsorptionsschicht von Fertige Seife/Seife auf Leimniederschlagû (52)
grenzflächenaktiven Verbindungenû (12) Feste Seife/Alpha-"Phase"û (62)
Ätzhilfsmittelû (129) Feste Seife/Beta-"Phase"û (63)
Aktivsubstanz (für Waschmittel)û (79) Feste Seife/Omega-"Phase"û (64)
Amidbildungû (66) Filmû (168)
Amphiphiles Produktû (8) Flokkulatû (24)
Amphotere grenzflächenaktive Verbindungû (7) Flokkulationû (23)
Anionische grenzflächenaktive Verbindungû (4) Füller (für Waschmittel)û (85)
Anti-Elektrostatisches Mittelû (133)
Antiredepositionsmittel/Schmutzträgerû (78) Garnbefeuchtungsmittelû (120)
Antischaummittei für die Textilindustrieû
(141 ) Gekörnte Seife/geronnene Seife/Kettelwachsû(48)
Antischaummittel/Entschäumerû (107) Glatte Seifeû (51 )
Antithixotropieû (181) Grenzflächenaktive Verbindungû (1 )
Apolare Gruppeû (162) Grenzflächenaktive Verbindungen
enthaltendes Schmierölû (157)
Ausrüstungshilfsmittelû (131)
Grenzflächenaktivitätû (165)
Aussalzenû (44)
Grenzfiächenphänomeneû (166)
Ausschleifenû (43)
Grenzflächenspannungû (15)
Autoxidationû (187)
Grenzlauge (Punkt E des ternären Diagramms)û (56)
Avivagemittelû (135)

Benetzbarkeitû (99) Halbgekochte Seifeû (58)


Benetzungshystereseû (175) Hilfsmittel für die Entschlichtung und
zur Entfernung von Druckverdickungsmitteln (140)
Blasenû (196)
Hilfsmittel/Zusatzstoff (für Waschmittel)û (76)
Bleichhilfsmittelû (137)
Hydrolyseû (69)
Booster/Verstärker (für Waschmittel)û(86)
Hydrophile Gruppeû (158)
Builder/Gerüststoff (für Waschmittel)û
(77)
Hydrophilieû (29)
Chelatbildnerû (81 ) Hydrophil-lipophiles Verhältnisû (163)
Chelatisierung eines Metallionsû (190) Hydrophobe Gruppeû (159)
Chelatisiervermögen für Metallionenû(193) Hydrophobieû (30)
Chemisches Bleichmittelû (80) Hydrotropieû (36)

Dehydratationû (188) Kalt hergestellte Seifeû (60)


Detachiermittelû (142) Kapillaraktivitätû (13)
Detachiermittelû (153) Karbonisierhilfsmittelû (138)
Dilatanzû (178) Kationische grenzflächenaktive Verbindungû (5)
Dispergiermittelû (82) Klarpunktû (10)
Dispergierte Phaseû (18) Koaleszenzû (25)
Dispergiervermögenû (94) Koazervat, koazervierte Phaseû (40)
Dispersionû (17) Koazerviertes Systemû (41 )
Dispersionsmediumû (19) Koazervierungû (39)
Kochenû (46)
Egalisiermittelû (126)
Kohäsionsarbeit je Oberflächeneinheitû (170)
Emulgator/Emulgiermittelû (110)
Komplexierung eines Metailionsû (191 )
Emulgierbare Flüssigkeitû (114)
Komplexiervermögen für Metallionenû (194)
Emulgierende Flüssigkeitû (115)
Kornungspunkt
Emulgiermittel für die Textilindustrieû
(143)
(Punkt PG auf dem ternären Diagramm)û (49)
Emulgierungû (111)
Krafft-Punktû (11)
Emulgiervermögenû (116)
Kritische Micellbildungskonzentration (CMC)û(38)
Emulsionû (20)
Künstlicher Schmutzû (88)
Emulsionsbeständigkeitû (117)
Endfertigung/Ausschleifen/Finishingû (47) Laugeû (55)
Endlaugeû (57) Leimniederschlagû (54)
Endophilieû (27) Lipophile Gruppeû (160)
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Lipophilieû (31) Schmutztragevermögen/


Lipophobieû (32) Wiederanschmutzungsverhinderungû (95)
Lyophile Gruppeû (184) Schneidölû (156)
Lyophilieû (33) Schutzkolloidû (26)
Lyophobe Gruppeû (185) Sedimentationû (22)
Lyophobieû (34) Seifeû (3)
Lyotropieû (35) Seife auf Laugeû (50)
Sequestriermittelû (84)
Marmorierte Seifeû (61 ) Sequestrierungû (192)
IVIercerisierhilfsmittelû (132) Sequestriervermögenû (195)
Metallion-Chelatû (189) Siebdruckmittelû (129)
Micellenû (37) Solubllisierungs- oder Dispergiermittel
Mittelseife/Gummiseifeû (53) für Farbstoffe oder Pigmenteû (125)
Monomolekulare Schicht/Monoschichtû (167) Solubilisierungsvermögenû (93)
Spinnölû (121)
Nachbehandlungsmittel für Druckeû (130)
Spreitarbeit je Flächeneinheit/Spreitspannungû
(176)
Netzenû (100)
Spreitvermögenû (16)
Netzmittelû (98)
Spulölû (147)
Netzmittel (Färbereinetzmittel) und Färbeölû
(128)
Strukturviskositätû (177)
Netzmittel für die Textilindustrieû (146)
Sulfatierungû (73)
Netztendenzû (96)
Sulfit-Additionû (75)
Netzvermögenû (97)
Sulfonierungû (74)
Nichtionische grenzflächenaktive Verbindungû (6)
Suspensionsvermögenû (92)
Oberflächenarbeit (differentielle)û (169)
Tauchnetzarbeit
Oberflächenspannungû (14) je Flächeneinheit/Benetzungsspannungû
(173)
Ölemulsion (Symbol W/O: Wasser in Öl)û
(113) Thixotropieû (179)
Peptisiermittelû (83) Trübungstemperaturû (9)
Peptisierungû (21) Unsulfatierbaresû (200)
Phosphatierungû (70) Unsulfatiertesû (201)
Phosphonierungû (71) Unsulfonierbaresû (202)
Plastizitätû (183) Unsulfoniertesû (203)
Polare bzw. apolare Strukturû
(164) Unveränderliche Zoneû(65)
Polare Gruppeû (161) Unverseifbaresû (199)
Präparationsmittelû (144) Unverseiftesû (198)
Propoxylierungû (72)
Veresterungû (67)
Randwinkelû (171) Verseifungû (42)
Reduktionsinhibitorû (123) Verseifung (siehe (42) für Seifen)û (197)
Reinigenû (90) Vorbürstmittelû (155)
Reinigungsverstärkerû (149) Vordetachiermittelû (154)
Reversible Hydrolyseû (186)
Rheologische Hystereseû (182) Walkhilfsmittelû (136)
Rheopexieû (180) Wäßrige Emulsion (Symbol O/W: Öl in Wasser)û
(112)
Waschenû (89)
Schaumû (101) Waschenû (45)
Schaumbeständigkeitû (104) Waschkraftû (91 )
Schaumboosterû (106) Waschmittelû (2)
Schaumdrainage/Schaumentwässerungû
(109) Waschmittel für die Textilindustrieû (148)
Schäumenû (108) Wasserdispergiervermögenû (150)
Schäummittel, Schäumerû (103) Wasseremulgiervermögenû (152)
Schäumvermögenû (102) Wassersolubilisiervermögenû (151)
Schaumstabilisator/Schäummittelû (105) Weiche Kaliseifeû (59)
Scheinbare Dichteû (204) Weichmachungsmittelû (134)
Scheinbares Volumenû (205)
Schlichtemittelû (122) Zusatzmittel für das Spinnbadû (118)
Schmutzû (87) Zusatzmittel für die Spinnlösungû (119)