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Lehren und Lernen STEOP

Inhalt

ALLGEMEINE DEFINITION: LERNEN

3

TAXONOMIE VON LERNZIELEN

3

LERNTHEORIEN

3

Behaviorismus

3

Definition:

3

Leitgedanke des Behaviorismus:

3

Behaviorismus und Lernen

4

Klassisches Konditionieren

4

Operantes Konditionieren:

5

Modellernen (sozialkognitive Lerntheorie)

5

Kognitivismus

6

Definition:

6

Leitgedanke des Kognitivismus

6

Kognitivismus und Lernen

6

Kognitive Lernstrategien

7

Metakognitive Lernstrategie

7

Sozial- kognitive Lerntheorie

7

Kognitiv- konstruktivistische Lernstrategie

7

Konstruktivismus

8

Definition:

8

Leitgedanke des Konstruktivismus

8

Konstruktivismus und Lernen

8

Surface-Level-Approach

9

Deep-Level-Approach

9

Lernen aus konstruktivistischer Sicht:

9

Sozial- konstruktivistische Lerntheorie:

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CONSTRUCTIVE ALIGNEMENT

11

MOTIVATION

13

Definition: Lernmotivation

13

Definition: Leistungsmotivation

13

Motiv

13

Definition

13

Motivation

13

Definition

13

Motivationstheorien

13

Motivklassifikation nach Maslow

13

Intrinsische Motivation

14

Theorien der intrinsischen Motivation

14

Flow

14

Definition

14

Bedingungen des Flow

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Eltern und Schule

15

SENSIBLE PHASEN

16

Definition

16

Ability Determinants of skilled Performance (Ackermann)

16

Lernen

Allgemeine Definition: Lernen

Lernen ist die Veränderung des Verhaltens durch Kontiguität. Kontiguität besagt, dass zwei Ereignisse miteinander assoziiert werden. (Reiz- Reaktion)

Taxonomie von Lernzielen

Taxonomie ebene

Lernziel

Methode

Prüfungsaufgabe

Reproduktion

Aufzählen,

Aufschreiben, mitschreiben, lesen

Nenne alle…

benennen

Verstehen

Erklären, darstellen

Diskutieren

Erkläre…

Transfer

Erkennen,

Praktische Übungen

Simulieren…

anwenden

Problemlösen

Überdenken

Plakat, Referat

Was kann man tun?

Lerntheorien

Behaviorismus

Definition:

Behaviorismus ist die Theorie der Wissenschaft des menschlichen und tierischen Verhaltens. Das Gehirn wird dabei als „Black Box“ angesehen, deren innere Prozesse nicht von Interesse sind. Verhalten wird als Ergebnis von verstärkenden und abschwächenden Faktoren aufgefasst.

Vertreter: Watson & Skinner

Assoziation von Reizen und Reaktionen

Leitgedanke des Behaviorismus:

Der Leitgedanke des Behaviorismus besteht darin, die Psychologie auf die Untersuchung beobachtbaren Verhaltens (d.h. Hebel drücken, Körperreaktionen etc.) zu beschränken. Die inneren Prozesse des Menschen (Emotion, Motivation, Absicht etc.) werden zwar nicht geleugnet, bleiben aber bewusst unberücksichtigt, da sie weder beobachtbar noch präzise messbar sind. Das Innere des Menschen wird in behavioristischen Theorien demzufolge als „Black Box“ angesehen.

Das grundlegende Paradigma des Behaviorismus ist das Reiz-Reaktions-Schema: auf bestimmte Reize (sog. Stimuli, z.B.

Das grundlegende Paradigma des Behaviorismus ist das Reiz-Reaktions-Schema: auf bestimmte Reize (sog. Stimuli, z.B. Hunger, Licht) folgen bestimmte Reaktionen.

Behaviorismus und Lernen

Lernen wird in behavioristischen Modellen als Verstärkung und Abschwächung von Verhaltensweisen aufgefasst. Hat ein bestimmtes Verhalten ein angenehmes Ereignis zur Folge, z.B. ein Lob, eine Belohnung oder einen Lernerfolg, so wird dieses Verhalten verstärkt. Dieser Vorgang heißt positive Verstärkung. Im Gegenzug dazu spricht man von negativer Verstärkung, wenn durch ein bestimmtes Verhalten ein unangenehmer Zustand in einen angenehmen Zustand umgewandelt wird und das entsprechende Verhalten dadurch ebenfalls verstärkt wird.

Verhaltensweisen können auch abgeschwächt werden, wenn sie unangenehme Ereignisse (negative Reize) zur Folge haben.

Im Kontext schulischer Lehr- Lernmethoden steht der Behaviorismus für das klassische „Einpauken“ von Informationen. Fest vorgegebene Aufgaben werden so lange wiederholt, bis sie richtig gelöst werden. Durch Lob oder Lernerfolge werden Reize geschaffen, die die korrekt memorierte Information verstärken. Vontobel beschreibt das behavioristische Lernmodell demnach auch als „Verstärkung des Lernverhaltens durch Erfolg: Wer erfolgreich lernt, lernt lieber und besser!

Klassisches Konditionieren

Klassisches Konditionieren ist eine Form des assoziativen Lernens, bei der ein neutraler Reiz mit einem bedeutungsvollen, unkonditionierten Reiz wiederholt dargeboten wird. Hierdurch wird der ursprüngliche neutrale Reiz konditioniert und kann auch ohne den unkonditionierten Reiz die nun konditionierte Reaktion hervorrufen.

Vertreter: Iwan Pawlow Versuch: Hund Futter Glocke Speichelproduktion

Operantes Konditionieren:

Operantes Konditionieren ist eine Form des Lernens bei der die positiven oder negativen Konsequenzen eines bestimmten Verhaltens die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens erhöhen bzw. verringern.

Vertreter: Skinner Versuch: Skinner-Box

Modellernen (sozialkognitive Lerntheorie)

Hierbei beobachtet das Individuum das Handeln seiner Mitmenschen, welches für ihn Modellcharakter haben kann. Wird das Handeln des Modells als positiv eingestuft, dann kommt es zu einer Verstärkung des Handelns des Individuums. Im gegenteiligen Fall kann das Verhalten gehemmt werden. Diese Lerntheorie des Behaviorismus findet sich beispielsweise auch in der Beziehung von Eltern und Kindern wieder.

Kognitivismus

Definition:

Der Kognitivismus ist ein Teilgebiet der Psychologie, das sich vorrangig mit der Informationsverarbeitung und den höheren kognitiven Funktionen des Menschen beschäftigt. Im Gegensatz zum Behaviorismus wird menschliches Verhalten im Kognitivismus nicht durch Umweltbedingungen, sondern über kognitive Prozesse erklärt. Gegenstand der Forschung sind daher die „inneren“ Prozesse des Menschen: die Art und Weise, wie Menschen Informationen aufnehmen, verarbeiten, verstehen und erinnern.

Informationsverarbeitung

Leitgedanke des Kognitivismus

Eine der grundlegenden Annahmen des Kognitivismus ist die Maschinen-Metapher. Der Mensch wird als biologische Maschine betrachtet, die Informationen aufnimmt, verarbeitet, abspeichert und anwendet. Im Bild dieser Metapher ist es das Ziel des Kognitivismus, die Funktionsweise und Gesetzmäßigkeiten dieser biologischen Maschine zu erforschen. Konkret heißt das: dem Kognitivismus geht es darum, die im Gehirn ablaufenden Prozesse z.B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Entscheidungsprozesse, Problemlösen, Sprache zu verstehen.

Problemlösen, Sprache – zu verstehen. Kognitivismus und Lernen Während der Behaviorismus für das

Kognitivismus und Lernen

Während der Behaviorismus für das klassische Lernen durch Verstärkung (z.B. durch Wiederholung und Belohnung) steht, sieht der Kognitivismus den Lernvorgang als Prozess der Informationsverarbeitung, der auch die Interpretation und Bewertung des aufgenommenen Wissens miteinschließt. Kognitivistisches Lernen kann man auch als Lernen durch Einsicht, d.h. Lernen durch Verstehen und Nachvollziehen, bezeichnen. Es geht also nicht mehr um das „Einpauken“ von Informationen, sondern um die Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt und den Erwerb von Methoden und Fähigkeiten für das Lösen von Problemstellungen.

Damit ein Lernvorgang im kognitivistischen Sinne erfolgreich stattfinden kann, müssen in jedem Fall die Regeln der Informationsverarbeitung beachtet und Lerninhalte entsprechend aufbereitet werden.

Aufmerksamkeit wecken

Vorwissen aktivieren

Wahrnehmungsprozess unterstützen

Wissen überprüfen und verbessern

Speicherung im Gedächtnis verbessern

Kognitive Lernstrategien

Memorierungsstrategie: öfters wiederholen

Organisationsstrategien: Listen erstellen, Zusammenfassungen schreiben, wichtiges markieren

Elaborationsstrategie: Übertragung von Inhalt auf Bsp.

Metakognitive Lernstrategie

Planungsstrategie: was ist relevant? Lernplan erstellen

Überwachungsstrategie: Fragen zum Stoff stellen, zusätzliche Fragen bzw. Beispiele machen um sicher zu sein, dass ich den Stoff auch verstanden habe, jemanden anderen erklären

Regulationsstrategie: nochmal alles langsam durchgehen, Anpassung Lerntechnik an Anforderungen

Sozial- kognitive Lerntheorie

Betonung der Interaktion von einem Individuum und Einflüssen der sozialen Umwelt als Ursache für Veränderungen von Kognition und Verhalten.

Beschreiben lernen als Konsequenz der Interaktion zwischen sozialer Umwelt und Person sowie die zugrunde liegenden mentalen Prozesse.

Kognitiv- konstruktivistische Lernstrategie

Verständnis von Lernen als kognitive Konstruktion von Wissen und Verständnis, die von den Lernenden selbst ausgeht.

Stellen die Lernenden selbst in das Zentrum ihrer Betrachtung und beschreiben Lernen als aktiv zu erbringende Leistung des Individuums.

Konstruktivismus

Definition:

In der Theorie des Konstruktivismus ist Lernen ein aktiver Konstruktionsprozess, in dem jeder Lernende eine individuelle Repräsentation der Welt erschafft. Was genau ein Lernender lernt, hängt stark von seinem Vorwissen und der konkreten Lernsituation ab.

Aktive Wissenskonstruktion

Leitgedanke des Konstruktivismus

Die grundlegende Idee des Konstruktivismus besteht darin, dass Individuen nicht auf Reize aus einer objektiven Welt reagieren, sondern anhand von Sinneseindrücken eine subjektive Realität erzeugen, die in starkem Maße von der individuellen Prägung des Individuums abhängig ist.

Im Kontext von Lerntheorien bedeutet das, dass Wissen nicht von einer Person auf eine andere Person übertragen werden kann, sondern von jedem Menschen neu konstruiert wird. Wenn z.B. eine Lehrperson einem Schüler etwas erklärt, speichert der Schüler die Informationen nicht einfach ab, sondern konstruiert sich anhand der aufgenommenen Informationen sein persönliches, individuelles Abbild der Realität abhängig von seinem Vorwissen, seinen Einstellungen und der aktuellen Lernsituation. Demzufolge ist Lernen kein passives Speichern sondern ein aktives Konstruieren von Wissen.

Hintergrund dieser Theorie ist die Annahme, dass das Gehirn ein relativ geschlossenes System ist, das zwar Reize aus der Umwelt aufnimmt, diese allerdings nur als „Rohmaterial“ für die weitere Verarbeitung verwendet. Die Reize (Töne, visuelle Eindrücke) werden durch die Sinnesorgane aufgenommen, durch das Gehirn interpretiert und danach zu einem individuellen und subjektiven Sinneseindruck verarbeitet. Was eine Person sieht, hört, riecht oder schmeckt ist demzufolge niemals eine objektive Wahrnehmung der Realität sondern stets deren subjektiv geprägte Interpretation. Diese Auffassung wurde bereits u.a. von Piaget vertreten und wird durch die Kenntnisse der Hirnforschungen der letzten Jahre bekräftigt.

Konstruktivismus und Lernen

In konstruktivistischen Modellen besteht die Aufgabe einer Lehrperson nicht darin, Wissen zu vermitteln, sondern die Lernenden durch ein ausgewogenes Maß an Instruktion in ihrem individuellen Lernprozess zu unterstützen. Die Lernenden sollen sich mit den Lerninhalten selbständig auseinandersetzen, deren Inhalte erschließen und Zusammenhänge entdecken. Das Wissen des Lehrenden sollte dafür strukturiert und leicht explorierbar dargestellt werden, damit die Lernenden daraus selbständig ihr individuelles Wissen konstruieren können.

Im Gegensatz zum Behaviorismus, der Lernen als Verfestigung von Wissen durch Frage-Antwort Ketten auffasst, steht beim konstruktivistischen Lernen also das selbständige Entdecken der Lerninhalte im Vordergrund.

Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden und der Lernsituation sind die auf diese Weise konstruierten Ideen und Konzepte subjektiv und müssen nicht zwangsläufig mit der Realität übereinstimmen.

Kurzfassung der konstruktivistischen Lehr- und Lerngrundsätze, frei nach Thissen ([Thi97], 69-80):

Lernen ist aktive Wissenskonstruktion durch den Lernenden,

Lernen ist ein individueller Vorgang, abhängig vom Vorwissen des Lernenden und der Lernsituation,

Wissen an sich ist nicht vermittelbar, sondern kann nur individuell selbst konstruiert werden.

Surface-Level-Approach

Auswendig lernen

Fakten wiedergeben

Tatsachen memorieren

Rasch vergessen

Deep-Level-Approach

Verstehen

Eigene Schlüsse ziehen

Zusammenhänge erkennen

Flow erleben

Lernen aus konstruktivistischer Sicht:

Lernen ist ein =

Aktiver

Konstruktiver

Situativer

Sozialer

Emotionaler

Prozess

Sozial- konstruktivistische Lerntheorie:

Verständnis von Lernen als Ergebnis sozialer und kooperativer Konstruktion von Wissen und Verständnis, de aus der Interaktion mehrerer Lernender hervorgeht.

Verstehen das Lernen als Produkt der Zusammenarbeit mit mehreren Individuen: Wissen entsteht durch gemeinsame Erarbeitung von Inhalten innerhalb oder außerhalb pädagogischer Kontexte.

Constructive Alignement

Das Konzept des Constructive Alignment beschreibt die Möglichkeit einer Lehre aus einem Guss. Biggs schlägt vor, Lernziele, Lehr-/Lernaktivitäten und die Prüfungsform aufeinander abzustimmen. Bei der Planung einer Lehrveranstaltung empfiehlt es sich zuerst die Lernziele festzulegen. Dahinter steht die Frage: Was sollen die Studierenden am Ende können, welche Kompetenzen sollen sie entwickeln? Hierbei kann es einerseits um die Wiedergabe von Wissen gehen, oder um die Anwendung von Gelerntem oder vielleicht um die Beurteilung bestimmter Sachverhalte aufgrund des Gelernten. Diese Ziele gilt es festzulegen um daraufhin zu überlegen, welche Lehr-/Lernaktivitäten nötig sind, um den Studierenden die Aneignung von bestimmten Sachverhalten bzw. die Entwicklung bestimmter Kompetenzen zu ermöglichen. Geht es also zum Beispiel darum, dass Studierende am Ende der Veranstaltung in der Lage sein sollten, bestimmte Pilzerkrankungen an Bäumen zu erkennen, dann könnte es eine nötige Lehr-/Lernaktivität sein, dass Studierende gemeinsam üben, wie und anhand welcher Hinweise Pilzerkrankungen erkannt werden können. Es geht möglicher Weise also um das tatsächliche Üben dieser Fähigkeit. Der dritte Aspekt, die Prüfung muss ebenso angepasst werden. Wie kann eine Prüfung gestaltet sein, in der Studierende tatsächlich das zeigen können, was dem intendierten Lernziel der Veranstaltung entspricht?

sein, in der Studierende tatsächlich das zeigen können, was dem intendierten Lernziel der Veranstaltung entspricht? 11

Wir wissen nun wie wir eine Prüfung so „gut“ wie möglich gestalten können

Nun ist die Frage wichtig, „welche“ Prüfung, bzw. welches Format ich für meine Prüfungen wähle. Um diese Frage beantworten zu können, muss ich mir überlegen, was ich überhaupt abprüfen möchte. Was glaube oder will ich dass die Studenten nach meiner Veranstaltung können. Und das formuliere ich vorab in Lernergebnisse

Kennen viele aus Module

Zu diesen Lernergebnissen wähle ich dann passende Prüfungsmethoden, die bestmöglich diese zeigen können/überprüfen können, ob das Ergebnis auch tatsächlich erreicht wurde.

Und im nächsten Schritt überlege ich mir dann die passenden Lehr- und Lernmethoden um die Ergebnisse zu erreichen.

Verweis auf Prüfungskultur TUM (Prüfungen zum Ende erstellen ist eigentlich falscher Ablauf)

Eine Grundlage bildet die Überzeugung, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, der nur dann „erfolgreich“ stattfinden kann, wenn die Lernenden aktiv an ihm beteiligt werden.

Das Constructive Alignment beinhaltet zwei Aspekte. Der konstruktive Aspekt hat damit zu tun, dass Lernende aus den relevanten Lernaktivitäten die Bedeutung selbst konstruieren (im Sinne des Konstruktivismus). Somit ist Lernen nicht etwas, das einfach vom Lehrenden auf den Lernenden übertragen werden kann, sondern ein Prozess, der selbst kreiert werden muss. Lehren ist nach Biggs nur ein Katalysator für Lernen.

Der Alignment-Aspekt zielt stärker auf das Handeln des Lehrenden ab. Seine Aufgabe ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, die die gewünschten Lernaktivitäten ermöglicht, um das angestrebte Lernergebnis zu erzielen. Das Wichtigste jedoch ist, dass Lehr- bzw. Aktivierungsmethode, Prüfungsform und erwartetes Lernergebnis (Intended Learning Outcome ILO) miteinander korrespondieren. Idealerweise sind diese drei Eckpfeiler des Constructive Alignment so aufeinander abgestimmt, dass der Lernende gar keine andere Wahl hat, als tiefe Verarbeitungsmechanismen zu aktivieren.

Die Vorgehensweise bei der Planung einer Veranstaltung wird also sein, zunächst die zu erwerbenden Inhalte und Kompetenzen sowie das Niveau der angestrebten Verarbeitungstiefe festzulegen. Als zweiter Schritt wird daraus die angemessene Form abgeleitet, wie dieser „Learning Outcome“ überprüft werden kann und erst in einem dritten Schritt wird die dazu passende Vermittlungsmethode eruiert.

Motivation

Definition: Lernmotivation

Bezeichnet die Bereitschaft eines Lernenden, sich aktiv, dauerhaft und wirkungsvoll mit bestimmten Themengebieten auseinanderzusetzen, um neues Wissen zu erwerben bzw. das eigene Fähigkeitsniveau zu verbessern.

Definition: Leistungsmotivation

Ein wichtiges Kriterium erfolgreichen Lernens ist die daraus resultierende Leistung z.B. bei der Bearbeitung von Prüfungsaufgaben oder der Bewältigung praktischer Probleme.

Motiv

Definition

Bezeichnet alle Dispositionen, nach einem bestimmten Zustand zu streben (stabil)

Motivation

Definition

Bezeichnet den aktuellen Zustand, der durch die Erregung einer solchen Disposition ausgelöst worden ist (situativ)

Motivationstheorien

1)

Treibtheorie: Aktivierung durch personeninterne Faktoren

2)

Bedürfnistheorie: Aktivierung durch erworbene Bedürfnisse

3)

Kognitive Handlungstheorie: Erwartung x Wert

4)

Psychoanalytischer Ansatz

5)

Organismische Theorie (Dynamische Persönlichkeitstheorie)

Motivklassifikation nach Maslow

Das höhere Bedürfnis stellt eine spätere stammesgeschichtliche Entwicklung dar.

• Je höher das Bedürfnis, umso weniger dringlich ist es für das bloße Überleben, umso länger kann die Befriedigung zurückgestellt werden.

• Auf einem höheren Bedürfnisniveau zu leben bedeutet größere biologische Effizienz, längeres Leben, weniger Krankheiten, besseren Schlaf, mehr Appetit usw.

• Höhere Bedürfnisse sind subjektiv weniger drängend.

• Befriedigung höherer Bedürfnisse schafft mehr an wünschbaren und persönlichen Erlebnissen, d.h. tieferes Glück, Heiterkeit und inneren Reichtum.

Intrinsische Motivation

Absicht, eine Handlung durchzuführen, weil sie selbst interessant, spannend, herausfordernd erscheint: Die Handlung wird um ihrer selbst Willen durchgeführt, fungiert als eigene Belohnung. Intrinsische Motivation ist:

• tätigkeitszentriert

• gegenstandszentriert

Theorien der intrinsischen Motivation

Bedürfnis nach persönlicher Verursachung: „Causality Orientation“ (DeCharms)

• Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan)

Grundannahme: Durch Internalisierungsprozesse werden Werte und Normen (extrinsische Merkmale) in das „Selbst“ der Person integriert. Integrationsprozesse werden durch die Befriedigung grundlegender psychologischer Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und soz. Einbindung unterstützt.

• Theorie des Flowerlebens (Csikszentmihalyi)

• Interessentheorie (Krapp & Prenzel): Person-Gegenstands-Konzeption

Flow

Definition

„Selbstzweifel, Sorgen und selbst-wertsteigernde Kognitionen werden ausgeblendet“

•Ablenkungen der eigentlichen Handlung durch äußere Reize verschwinden = Selbstvergessenheit

•Aufmerksamkeit zentriert sich auf beschränktes Stimulus Feld das „Bewusstsein wird eingeengt“

• potentielle Kontrolle der Handlung sowie der Umwelt durch das Individuum

Kontrolle der Handlung sowie der Umwelt durch das Individuum Erleben = autotelisch (intrinsisch motiviert) Bedingungen

Erleben = autotelisch (intrinsisch motiviert)

Bedingungen des Flow

•Passung von individuellen Fähigkeiten und Anforderungen

•Wichtig, dass zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu variieren ist, um

a.) das Gleichgewicht zwischen Anforderung und Fähigkeit neu einzustellen und

b.) um weder Langeweile noch Überforderung (Angst) entstehen zu lassen

•niedrige Ausprägungen von Anforderungen und Fertigkeiten führen nicht zu Flow: subjektiv über dem Durchschnitt liegende Ausprägungen vonnöten (Massimini & Carli, 1988)

• Eindeutigkeit der Handlungsstruktur

Eltern und Schule

Emotionale Unterstützung: „Feinfühliges Eingehen“

- Interesse an schulischen Belangen der Kinder zeigen

- dem Kind das Gefühl vermitteln, dass es akzeptiert und wertgeschätzt wird

- das Kind bei Misserfolgen (z.B. bei schlechten Noten) trösten und ihm Mut für das nächste Mal machen

Autonomieunterstützende Hilfe: „So wenig Unterstützung wie möglich, so viel wie nötig“

- Ermutigung, Probleme selbstständig zu lösen

- Verzicht auf kleinschrittige Anweisungen

- bei Leistungsproblemen: mit dem Kind Gründe herausfinden und Lösungsmöglichkeiten suchen

Strukturgebende Aktivitäten: „Lernumgebung so strukturieren, dass das Kind nicht mit Wahlmöglichkeiten überfordert wird“

- Transparenz von Regeln und Standards schaffen

- Konsistentes Vertreten von Regeln

Verzicht auf leistungsorientierten Druck:

- die kindlichen Anstrengungen und Leistungen nicht ständig kontrollieren

- das schulbezogene Verhalten von Kindern nicht über den kontinuierlichen Einsatz von Belohnungen bzw. Bestrafungen zu steuern versuchen

Sensible Phasen

Definition

Bei sensiblen Phasen handelt es sich um zeitlich begrenzte Entwicklungsabschnitte, in denen spezifische Umwelteinflüsse besondere Wirkung ausüben.

Die sensible Phase ist besonders wichtig, da man in dieser Phase extrem viel lern und aufnimmt. In dieser Phase muss man sich besonders intensiv mit der Erziehung und Entwicklung des Kindes beschäftigen. Spätere bzw. versäumte Lernprozesse können nicht mehr nachgeholt werden.

Ability Determinants of skilled Performance (Ackermann)

Beim Lernen und Kompetenzerwerb lassen sich demzufolge drei Phasen unterscheiden:

Kognitive inhaltsübergreifende Fähigkeit notwendig

Assoziative Handlungen werden immer schneller, weniger Fehler

Autonome Fähigkeiten werden automatisiert

Die Bereitstellung von entwicklungsangemessenen Aufgaben ist ein wichtiges Ziel zur Förderung des Kompetenzerwerbs und um Lerndefizite zu vermeiden.

Situiertheitsperspektive

Wissen ist eng verbrunden mit einem Kontext beziehungsweise der sozialen Situation

Dimension

Kognitiv-

Situiertheitsperspektive

konstruktivistische

Perspektive

Wissen

Kognitive Schemata

Soziale Herkunft

Lernen

Eigenständiges Konstruieren von Schemata

Mitglied werden, zunehmend Teilhabe erlangen

Lernender

Re-Konstruktion

Lehrling, periphere Teilhabe

Primäres Ziel

Individuelle Bereicherung, individuelles Wachstum

Gemeinschaftsaufbau

Beziehung Individuum- Umwelt

Individuum kann unabhängig gegenüber Umwelt erlangen

Individuum und Gemeinschaft beeinflussen einander wechselseitig

Beziehung Innenwelt- Außenwelt

Innerpsychische und äußere soziale Prozesse sind klar voneinander unterscheidbar

Psychisches und Soziales gehen einander über