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DEUTSCH

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NI-Spektral Delay

Benutzerhandbuch

NI-Spektral Delay
Deutsch
Die in diesem Dokument enthaltene Information kann ohne Vorankündi-
gung geändert werden und stellt keine Verpflichtung seitens der Native
Instruments Software Synthesis GmbH dar. Die Software, die in diesem
Dokument beschrieben ist, wird unter einer Lizenzvereinbarung zur Ver-
fügung gestellt und darf nicht kopiert werden. Ohne ausdrückliche
schriftliche Erlaubnis durch die Native Instruments Software Synthesis
GmbH darf kein Teil dieses Handbuches für irgendwelche Zwecke oder in
irgendeiner Form mit irgendwelchen Mitteln reproduziert oder übertragen
werden. Alle Produkt- und Firmennamen sind ™- oder ®-Marken oder
Kennzeichnungen der entsprechenden Firmen.

Die Autoren dieses Handbuches: Joachim Haas, Kent Clelland, Jake


Mandell

© Native Instruments Software Synthesis GmbH, 2004. Alle Rechte vor-


behalten.
NI-Spektral Delay ist ein Warenzeichen der Native Instruments Software
Synthesis.

Germany USA

Native Instruments GmbH Native Instruments USA, Inc.


Schlesische Str. 28 5631 A Hollywood Boulevard
D-10997 Berlin Los Angeles, CA 90028
Germany USA
www.native-instruments.de www.native-instruments.com

NI-Spektral Delay
Deutsch
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Inhalt
Presets 1
Die Bedienung des NI-Spektral Delay 3
Einführung 3
Was macht das NI-Spektral Delay? 3

DEUTSCH
Der Aufbau des NI-Spektral Delays 4
Quickstart 5
Die NI-Spektral Delay Werkzeugleisten 15
Die Editor-Werkzeugleiste 15
Die Graph-Control Werkzeugleiste 22
Global Control-Box 25
Die NI-Spektral Delay Menüleiste 29
File-Panel: Laden und Speichern von Programmen 29
Editor-Panel (Erweiterte Editor-Funktionen) 31
Control-Panel (LFO Steuerung) 35
Settings Panel (Basiseinstellungen) 36
Informationen über das NI Spectral Delay 41
Die Input Modulation Effekte 42
Das NI-Spektral Delay als Standalone 48
Das NI-Spektral Delay Standalone Menü 48
File Menu 48
System Menu 49
Audio File Player 51
Recorder 53
Spektral-Analyse/Synthese 56
MIDI-Implementierung 61

Spektral Delay
Deutsch
Spektral Delay
Deutsch
DEUTSCH
Presets
Native Instruments möchte allen danken, welche an der Entwick-
lung dieses Produkt beteiligt waren. NI-SPEKTRAL DELAY wir mit
einer großem Anzahl von Effektpresets ausgeliefert. Diese wurden
von bekannten Sounddesignern und Musikern programmiert. Die

DEUTSCH
folgende Liste enthält alle Prestbänke und die Namen der Sound-
designer:
Prest Bank: Designed by: Samples by:
Guitar Craig Anderton Craig Anderton
PianoLoop Craig Anderton Craig Anderton
Vox_Miami Craig Anderton Craig Anderton
FreQ_Distortions FreQ Laboratories NI
FreQ_Gates FreQ Laboratories NI
FreQ_Pan FreQ Laboratories NI
MCombs Jake Mandell Jake Mandell
MGeneral Jake Mandell Jake Mandell
MPipes Jake Mandell Jake Mandell
MResons Jake Mandell Jake Mandell
MUtils Jake Mandell Jake Mandell
DNB Joerg Holzamer NI
Hip Joerg Holzamer NI
House Joerg Holzamer NI
Spektral Vox Joerg Holzamer NI
KBeatBake Kent Clelland e-LAB
KFunk Kent Clelland e-LAB
KJungle Kent Clelland e-LAB
KOlSkool Kent Clelland e-LAB
KResonator Kent Clelland e-LAB
Drones Len Sasso Best Service
SFX Len Sasso Best Service
Tutorial Len Sasso Best Service
VexBoogie Omar Torres Omar Torres
VexBounce Omar Torres Omar Torres
VexFunk Omar Torres Omar Torres
VexHouse Omar Torres Omar Torres
FemaleVox Uwe G. Hoenig Best Service

NI-Spektral Delay
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Wir danken folgenden Sample-CD-Herstellern für ihre freundli-
che Unterstützung :

Best Service
Siegesstraße 23
80802 München Tel: 089-345026
Fax: 089-38388484
info@bestservice.de

e-LAB
Byggmästareg. 5
276 30 Borrby
SWEDEN
Tel: Int+46-411-521 202
Fax: Int+46-411-521 020
info@e-lab.de

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Die Bedienung des NI-Spektral Delay

DEUTSCH
Das NI-Spektral Delay

Einführung
Das Native Instruments NI-SPEKTRAL DELAY bietet revolutionäre
Möglichkeiten zur spektralen Klangformung in Echtzeit. Durch
die Kombination aus intuitiver Bedienbarkeit und sehr komplexer
Signalverarbeitung eröffnet das NI-SPEKTRAL DELAY eine neue
Dimension der kreativen Klangformung. Das NI-SPEKTRAL DE-
LAY ist ein wertvolles Werkzeug für das Studio und läßt sich vor
allem im Sounddesign einsetzen. Darüberhinaus beweist das NI-
SPEKTRAL DELAY aber auch in Live-Performances oder als DJ-
Tool seine Stärken.

Was macht das NI-Spektral Delay?


Das NI-SPEKTRAL DELAY arbeitet im spektralen Bereich, d.h.
das eingehende Audiosignal wird fortwährend auf seine Frequenz-
zusammensetzung untersucht ( = Spektralanalyse). Die so erhalt-
enen Daten geben dann unter anderem Aufschluß darüber, wie

NI-Spektral Delay
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stark ein einzelnes Frequenzband zu welcher Zeit im Audiosignal
vorhanden ist. Aus den so gewonnenen „spektralen“ Daten läßt
sich das ursprüngliche Audiosignal rekonstruieren. Dieser Vorgang
wird üblicherweise „Resynthese“ genannt.
Bis hierher bietet das NI-SPEKTRAL DELAY noch nichts wes-
entlich Neues - das Besondere am NI-SPEKTRAL DELAY ist aller-
dings, daß es die durch Frequenzanalyse erhaltenen
Spektraldaten manipulieren kann, bevor sie wieder in normale Au-
diosamples zurückverwandelt werden. Dies eröffnet überaus inter-
essante und neuartige Möglichkeiten der Klangbearbeitung.
Beispielsweise kann jedes einzelne Frequenzband unter-
schiedlich stark verzögert und abgeschwächt werden. Geht man
also z.B. von 512 individuellen Frequenzbändern aus (eine dur-
chaus üblicher Wert für das NI-SPEKTRAL DELAY), würden 512
Bandpassfilter und 512 einzelne Delays benötigt werden, um die-
sen Effekt im Tonstudio zu realisieren. Hieran lässt sich die Leis-
tungsfähigkeit des NI-SPEKTRAL DELAYs erkennen.

Der Aufbau des NI-Spektral Delays


Am deutlichsten wird die Arbeitsweise des NI-SPEKTRAL DE-
LAYs, wenn Sie das Blockschaltbild und die Gliederung der ein-
zelnen Funktionsgruppen betrachten. Wichtig ist dabei die
Unterscheidung zwischen dem Zeitbereich und dem Spektral-
bereich.
Im Zeitbereich wird das digitale Audiosignal üblicherweise zu
Datenblöcken (= „Audio-Frames“) zusammengefasst. Das Host-
programm, also z.B. Cubase, schickt fortwährend solche Audiof-
rames an das Plugin.
Die Eingangsstufe des NI-SPEKTRAL DELAY führt nun für jedes
Audioframe eine Frequenzanalyse durch. Durch diese Analyse,
auch Spektralanlyse genannt, wird das Audio-Frame in ein „Spek-
tral-Frame“ umgewandelt. In einem Spektral-Frame sind für jedes
analysierte Frequenzband zwei Informationen gespeichert :
Die Magnitude (entspricht der „Lautstärke“ oder „Amplitude“ des
Frequenzbands) und die dazugehörige Phaseninformation (Ab-

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
schnitt »Spektral-Analyse/Synthese« auf Seite 56). Aus diesen
Daten kann durch spektrale Resynthese das ursprüngliche Audi-
osignal zurückgewonnen, oder durch Manipulation das ursprüngli-
che Audiosignal erheblich verändert werden.

Hinweis : Die Funktionsblöcke „Spektrale Analyse“ und „Spekt-

DEUTSCH
rale Resynthese“ sind per Default so eingestellt, daß Sie sich als
Einsteiger zunächst nicht weiter damit beschäftigen müssen. Sie
können direkt mit der Klangberbeitung durch die eigentlichen
spektralen Effektmodule Input Modulation, Attenuation-Matrix,
Delay Matrix und Feedback-Matrix beginnen (Beschreibung ab
Abschnitt »Die Input Modulation Stage« auf Seite 9.
Um die Arbeitsweise und vor allem die mitgelieferten Presets und
Audiodemos kennenzulernen, ist es besonders empfehlenswert,
mit dem folgenden Abschnitt Quickstart zu beginnen.

Quickstart
In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie schnell und intuitiv er-
ste Schritte mit dem NI-SPEKTRAL DELAY unternehmen können.
Nachdem Sie die Installation erfolgreich durchgeführt haben,
starten Sie zuerst die NI-SPEKTRAL DELAY Standalone Version
mit Doppelclick auf das ProgrammIcon.
• Wählen Sie das Editor Panel „FILE“ durch Mausklick aus
Abschnitt »File-Panel: Laden und Speichern von Program-
men« auf Seite 29
• Sollten im File-Browser noch keine Presetprogramme er-
scheinen, führen Sie bitte die folgenden beiden Anweiungen
aus. Wenn die Presetprogramme bereits automatisch geladen
wurden, überspringen Sie die nächsten beiden Punkte.
• Klicken Sie auf das Ordner-Symol im File Editor Panel.Es er-
scheint eine Dialogbox. Öffnen Sie den Ordner NI-SPEKTRAL
DELAY PRESET. In diesem Ordner befinden sich unter an-
derem die Preset-Bank-Files, die jeweils aus bis zu 64 Einzel-
programmen bestehen können.

NI-Spektral Delay
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• Wählen Sie in dieser Dialogbox die Preset-Bank „DEF.SDB“
durch Doppelklick aus. Es werden nun alle damit verbundenen
Preset-Programme einschließlich den zugeordneten Demo-Au-
diofiles in den sogenannten Disk-Memory geladen und im
Bank-Browser angezeigt. Das der Presetbank zugeordnete Au-
diofile (es trägt jeweils den selben Namen wie die .sdb Bank
und befindet sich im selben Ordner) wird nun automatisch ab-
gespielt und geloopt. Im PopUp-Menü des File-Browsers
neben dem Ordnersymbol können Sie zwischen den ver-
schiedenen Presetbanken auswählen.
• Durch Mausklick auf einen Programmplatz wählen Sie das
entsprechende Preset-Programm aus. Da jede Bank bis zu 64
Programme enthalten kann, aber nur 16 gleichzeitig sichtbar
sind, kann mit den Feldern „A B C D“ die jeweilige Unter-
gruppe ausgewählt werdenProbieren Sie durch Verändern der
Presetprogramme (z.B. Zeichnen mit dem Pencil Tool in die
Editorfelder) die Funktionsweise der einzelnen Editoren und
erzeugen Sie Ihr eigenen Sounds. Zum Laden und Speichern
Iherer eigenen Einstellungen lesen Sie bitte Abschnitt »File-
Panel: Laden und Speichern von Programmen« auf Seite 29
und Abschnitt »Global Control-Box« auf Seite 25

NI-Spektral Delay
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Input Sonagramm Output Sonagramm

Frequenz
Frequenz
Frames Frames
Feedback
Matrix

Funktionaler Aufbau des NI-Spektral Delay


Spektrale Input Attenuation Delay Spektrale
Analyse Modulation Matrix Matrix Synthese
Audio-Frame
Audio-Frame OUT
In

Zeitbereich: Spektralbereich : Zeitbereich:


Audio-Frames Spektral-Frames Audio-Frames

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NI-Spektral Delay
DEUTSCH DEUTSCH
Das Input Sonagramm
Frequenz

Frames

Das Input Sonagramm ist eine Darstellung der spektralen An-


teile des Audiosignals über der Zeitachse. Jede senkrechte
„Linie“ entspricht einem Analyseframe. Es wird in der Senkrech-
ten je nach gewählter Auflösung die Magnitude („Lautstärke“)
der einzelnen Frequenzbänder angezeigt. Die Phaseninformation
wird nicht dargestellt, sie ist in diesem Fall nicht sehr aus-
sagekräftig.
Die Frequenzbänder sind beginnend mit der tiefsten Frequenz
von unten nach oben angeordnet. Je heller die Farbe, desto höher
ist die spektrale Intensität eines Frequenzbandes. Die Frequenza-
uflösung des Sonagramms entspricht der der Graph-Editoren Ab-
schnitt »Die „Edit Mask“ Einstellung« auf Seite 15. Maximal
stehen 160 vertikale Bildschirmpixel zur Darstellung des Son-
agramms zur Verfügung, d.h. es können nicht mehr als 160
Bänder pro Spektralframe angezeigt werden. Bei entsprechend
hoher Anzahl der Analysebänder werden, der gewählten EditMask
entsprechend, Bänder zusammengefaßt und ein Mittelwert an-
gezeigt.

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Die Bearbeitung der Audiodaten hat immer Vorrang vor der Be-
rechnung und Darstellung des Sonagramms. Je nach Leis-
tungsstärke des verwendeten Prozessors und des Hostprogramms
steht mehr oder weniger Zeit für die Animation des Sonagramms
zur Verfügung.

DEUTSCH
Die Input Modulation Stage

Input Modulation Stage


Die erste Signalbearbeitungsstufe nach der Frequenzanalyse ist
die „Input Modulation Stage“. Hier können unterschiedlichste
spektrale Signalverarbeitungsalgorithmen auf die eingehenden
Spektral Frames angewendet werden. Um den gewünschten Algo-
rithmus auszuwählen, verwenden sie das Popup Menü „Input
Modulation“. Je nach Algorithmus erscheinen dann die zugeord-
neten Parameter und Bedienelemente im Anzeigefenster. Die
derzeit verfügbaren „Input Modulation“ -Effekte werden in Ab-
schnitt »Die Input Modulation Effekte« auf Seite 42 erläutert.
Mit dem Link Button (L), der sich zwischen den Input Modula-
tionseinheiten befindet, können linker und rechter Stereokanal
gekoppelt werden.
Mit dem Bypass (B) Button kann die Input Modulation aus dem
Signalpfad ausgenommen werden.

NI-Spektral Delay
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Mit „Pfeil oben“ bzw . „Pfeil unten“ können die Parameter einer
Einheit zur anderen übertragen werden.

Es ist sehr wichtig zu verstehen, daß die Input-Modulationen


ausschließlich im Frequenzbereich arbeiten. Das bedeutet, daß
die Einstellungen der „Analysis Settings“Abschnitt »Settings
Panel (Basiseinstellungen)« auf Seite 36 deutliche Auswirkungen
auf den Klang des verwendeten Algorithmus haben.

Einführung in die Matrix Editoren


Alle drei der nachfolgend beschriebenen Matrix-Editoren:
Attenuation-Matrix-Editor = Dämpfung von Frequenzbändern,
Delay-Matrix-Editor = Zeitverzögerung von Frequenzbändern,
Feedback-Delay-Editor= Rückkopplung verz. Frequenzbänder
besitzen zum Großteil ähnliche Eigenschaften. In jedem Editor
sind in Y-Richtung (vertikale Achse) die Analysefrequenzbänder
dargestellt. Die Frequenzen nehmen von unten nach oben hin zu.
Bei Auf- und Abwärtsbewegungen der Maus innerhalb eines Edi-
tors werden Sie feststellen, daß im Frequenz-Display der dem je-
weiligen Frequenzband zugehörige Frequenzbereich angezeigt
wird. Jeder Matrix-Editor hat ebenfalls ein Display für die X-Rich-
tung (horizontale Achse), welches die Mausposition in der zuge-
hörigen Einheit angibt (dB, DelayTime oder Feedback in %). Ganz
gleich in welchem Editorfeld sich die Maus befindet, zeigt das
Frequenzdisplay immer den Frequenzbereich des zu bearbei-
tenden Bandes an.
Mit den Link-Buttons (L) können linker und rechter Editor gekop-
pelt werden.
Mit den Bypass-Buttons (B)werden die Editoren auf „Durchlass“
geschaltet. Der Bypass Button wirkt sich auf den linken und re-
chten Editor aus.
Mit den „CopyUp“ und „CopyDown“-Buttons können die Einstel-
lungen des einen Editors in den anderen kopiert werden. Sind
beide Editoren gelinkt, haben diese Buttons keine Auswirkungen.

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Der Attenuation-Matrix Editor

DEUTSCH
Attenuation-Matrix Editor
Durch Mausklick oder Ziehen der Maus mit gedrückter Maustaste
kann in diesem Feld die Magnitude einzelner Frequenzbänder
verringert werden. Die Magnitudenwerte des angewählten Fre-
quenzbereichs (siehe Frequenz-Display über dem Delay Editor)
werden dann um den im dB-Display angezeigten Betrag
gedämpft.

Technischer Hinweis: Bei sehr kleinen Framesizes und starker


Modifikation des Signals kann es in dieser Version des NI-SPEK-
TRAL DELAY unter Umständen zu hörbaren Artefakten kommen.
Diese sind bei größeren Framesizes nicht wahrnehmbar.

NI-Spektral Delay
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Der Delay-Matrix Editor

Delay-Matrix Editor
Durch Zeichnen oder Klicken mit der Maus kann in diesem Feld
den ausgewählten Frequenzbändern eine individuelle zeitliche
Verzögerung (Delay) zugeordnet werden. Die Delayzeit wird in Mil-
lisekunden angezeigt. Die „Null“-Delay befindet sich am linken
Editorrand und die maximale Delayzeit können Sie zwischen 375
ms, 750 ms, 1500 ms, 3 sec, 6 sec oder 12 sec auswählen. Die
beiden letzteren Optionen benötigen deutlich mehr Arbeitsspe-
icher (RAM) und können deswegen nur durch Änderungen der
Preferences im Settings-Panel ermöglicht werden Abschnitt
»RAM allocation for PlugIns« auf Seite 40.
Um die Anpassung an ein vorgegebens Tempo zu vereinfachen,
wird im Tempo-Match Display (über dem Delay Matrix Editor) an-
gezeigt, ob die aktuelle Verzögerung auf eine musikalisch sin-
nvolle Einheit trifft oder nicht. Ist die Snap-Funktion aktiviert
werden die Delayzeiten automatisch auf Viertel, Achtel, Achteltri-
olen etc. quantisiert.

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Der Feedback-Matrix Editor

DEUTSCH
Feedback-Matrix Editor
Wie das Modulschaltbild zeigt, kann das zeitverzögerte Signal
wieder mit einem einstellbaren Prozentsatz (Prozent-Display) in
die Delay Matrix rückgekoppelt werden (Feedback). Natürlich läßt
sich auch das Feedback durch Zeichnen oder Klicken mit der
Maus individuell für den angewählten Frequenzbereich einstellen.
Wird ein Feedback von 100% ausgewählt, kann das Audiosignal
nahezu unbegrenzt lange in der Delayschleife gehalten werden.
Das bedeutet auch, daß das Eingangssignal zu dem bereits in der
Delayschleife vorhandenen Signal hinzuaddiert wird. Seien Sie
also vorsichtig, wenn Sie Feedbackwerte nahe 100% einstellen.
Das Ausgangssignal kann dann sehr schnell sehr laut werden !!

Hinweis :Die Anwendung des Feedbacks ist erst dann sinnvoll,


wenn mindestens ein Frequenzband in der Delay Matrix verzögert
wurde.

NI-Spektral Delay
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Der Feedback-Algorithmus bei100 % Feedback funktioniert nicht
wie ein herkömmlicher Loop-Player, denn jedes Band besitzt
seine individuelle Looping-Time. Veränderungen im Delay-Matrix
Editor führen deswegen auch zu bleibenden Veränderungen im
Audiosignal. Dies könnte man als eine Art „destructive Feedback“
bezeichnen. Hierdurch wird es möglich, sich kontinuierlich
verändernde und ineinander verschachtelte rhythmische Patterns
zu erzeugen.

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Die NI-Spektral Delay Werkzeugleisten

Die Editor-Werkzeugleiste

DEUTSCH
Die NI-Spektral Delay Editor-Werkzeugleiste

Sync to Hosttempo

Ist dieser Button aktiviert, wird automatisch das Song-Tempo des


Hostprogramms übernommen . Der „Snap Mode“ sowie die LFO-
Steuerung werden dann ebenfalls zum externen Tempo synchro-
nisiert. Achtung: Falls das Hostprogramm diese Funktion nicht
unterstützt, ist der Button in Grau dargestellt.

Das aktuelle Tempo in BPM (= Beats per Minute), das die


Grundlage zur Berechnung des Tempogrids darstellt, wird links
im Tempoanzeigefeld angezeigt, und kann durch Mausklick auch
editiert werden .

Die „Edit Mask“ Einstellung


In der Edit Mask kann zwischen vier verschiedenen Darstellung-
sarten der Matrix Editoren gewählt werden. Die „Edit Mask“ bes-
chreibt die Beziehung zwischen sichtbarem Editorinhalt und
dessen Auswirkungen auf die Analysebänder. Sie können hier die
für Sie angenehmste Editordarstellung auswählen:
1.) Lineares Editing (1x):

NI-Spektral Delay
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Die Analysefrequenzbänder werden 1:1 in die Editoren über-
tragen. Alle Editorfenster besitzen durchweg eine vertikale Auflö-
sung von 160 Pixel (Bildschirmpunkten). Ist die Zahl der
Analysefrequenzbänder größer als 160 sind einem Bildschirm-
pixel mehrere Bänder zugeordnet. Diese Art der Darstellung
entspricht der Funktionsweise der Frequenzanalyse mit Hilfe der
„Fast Fourier Transformation“. Jedes Analyseband besitzt die-
selbe Bandbreite. Musikalisch gedacht ergibt das nicht unbedingt
Sinn, da das menschliche Gehör Tonhöhenunterschiede nur rela-
tiv wahrnimmt. Ein Oktavsprung von 200 Hz auf 400 Hz oder von
2000 Hz auf 4000 Hz, wird von unserem Gehör immer als „Ok-
tavsprung“ wahrgenommen. Der absolute Frequenzunterschied ist
aber im ersten Fall 200 Hz, im anderen 2000 Hz. Beispielsweise
würden bei einer Analysebandbreite von 40 Hz die tieferliegende
Oktav mit nur 5 Bändern dargestellt werden, die höhere mit 50.
Um diese Eigenschaften des Gehörs bei der Arbeit mit den Ma-
trix-Editoren zu berücksichtigen, stehen im NI-SPEKTRAL DELAY
auch die Möglichkeit des adaptierten oder logarithmischen Edit-
ing zur Verfügung,
2.) Adapted Editing (2x):
(nur möglich wenn Anzahl der Analysebänder größer als 80)
In diesem Modus stehen 80 „Editfader“ zur Verfügung, die jew-
eils durch zwei Bildschirmpixel dargestellt werden.Im Adapted-
Editing Modus sind abhängig von der Frequenz jedem Editfader
eines oder mehrere Analysefrequenzbänder zugeordnet. Im Fre-
quenzdisplay läßt sich die jeweils Bandbreite eines Editfaders
ablesen.
Die unteren 30 Editfader sind den Analysebänder im Verhätlnis
1:1 zugeordnet. In diesem für das Gehör wichtigen Frequenzbere-
ich stehen also 2 Pixel zur Darstellung bzw. Editierung eines
Analysebands zur Verfügung. So wird im unteren Frequenzbereich
genaueres Editieren ermöglicht.
Den restlichen 50 Editfadern sind entsprechend mehrere Analy-
sebänder zugeordnet. Die Darstellung im höherfrequenten Bere-
ich ist also weniger detailliert.
3.) Adapted Editing (4x):

NI-Spektral Delay
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Im Prinzip derselbe Modus wie 2., allerdings stehen insgesamt
nur 40 Editfader à 4 Pixel zur Verfügung. Das bedeutet die Auflö-
sung bzw. Editierung im tieffrequenten Bereich ist sehr gut, woge-
gen die hohen Frequenzbänder extrem zusammengefaßt werden.
4.) Logarithmisches Editing (log):

DEUTSCH
Die Zuordnung von Bildschirmpixel und Analysebändern findet
logarithmisch statt. Das bedeutet, tiefe Frequenzbänder werden
mit mehr
Pixeln dargestellt als hohe Frequenzbänder. Diese Art der Darstel-
lung entspricht quasi dem menschlichen Tonhöhenempfinden.

Das Pencil Tool

Bei aktiviertem Pencil Tool ist es möglich, durch Mausklick oder


Ziehen mit gedrückter Maustaste direkte Veränderungen in den
Graph-Editoren vorzunehmen. Die Änderungen werden unmittel-
bar ausgeführt und hörbar. Beachten Sie bitte daß bei der Arbeit
mit dem Pencil Tool und dem gleichzeitigen Drücken von sogen-
annten „Modifier Keys“ der Editiervorgang erheblich vereinfacht
und verschnellert werden kann. Die „Modifier Keys“ sind unter-
schiedlich für die Macintosh und PC Version)
MODIFIER KEYS (PC)
• LINKE MAUSTASTE : Normaler Editiermodus.
• LINKE MAUSTASTE + SHIFT : Durch Ziehen mit der Maus bei
gedrückter Maustaste können Linien im jeweiligen Graph-Edi-
tor erzeugt werden. Die Linie beginnt an der Position an der
die Maus zuerst betätigt wurde und die Änderungen werden
unmittelbar ausgeführt.
• LINKE MAUSTASTE + STRG :Die Mausaktion wird für alle Fre-
quenzbänder gleichzeitig ausgeführt. So können z.B. global
Lautstärkeeinstellungen im Attenuation Graph oder global De-
layzeiten verändert werden.

NI-Spektral Delay
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• RECHTE MAUSTASTE :Der Cursor ändert sich zum Hand Tool.
Nun kann der gesamte Graph kann mit der Maus innerhalb der
Edit Matrix verschoben werden. Die Änderungen werden un-
mittelbar ausgeführt.
• RECHTE MAUSTASTE + SHIFT : Der Cursor ändert sich zum
Hand Tool, das mit einem kleinen „v“ gekennzeichnet ist. Der
gesamte Graph kann nun mit der Maus in nur vertikaler Rich-
tung verschoben werden. Die Änderungen werden unmittelbar
ausgeführt.
• RECHTE MAUSTASTE + STRG :Der Cursor ändert sich zum
vertikalen Hand Tool. Der gesamte Graph kann nun mit der
Maus nur in vertikaler Richtung verschoben werden. Die
Änderungen werden unmittelbar ausgeführt.
MODIFIER KEYS (MAC)
• MAUSTASTE : Normaler Editiermode.
• + SHIFT-Taste : Durch Ziehen mit der Maus bei gedrückter
Maustaste können Linien im jeweiligen Graph-Editor erzeugt
werden. Die Linie beginnt an der Position an der die Maus zu-
erst betätigt wurde und die Änderungen werden unmittelbar
ausgeführt.
• + ALT-Taste : Die Mausaktion wird für alle Frequenzbänder
gleichzeitig ausgeführt. So können z.B. global Lautstärkeein-
stellungen im Attenuation Graph oder global Delayzeiten
verändert werden.

ACHTUNG : Hiermit werden auch alle MIDI-Automationseinstel-


lungen auf die Ursprungsposition zurückgesetzt.

• + APPLE Taste: Der Cursor ändert sich zum Hand -Tool. Nun
kann der gesamte Graph kann mit der Maus innerhalb der Edit
Matrix verschoben werden. Die Änderungen werden unmittel-
bar ausgeführt.
• + APPLE + SHIFT-Taste: Der Cursor ändert sich zum horizon-
talen Hand Tool. Der gesamte Graph kann nun mit der Maus
nur in horizontaler Richtung verschoben werden. Die Änderun-
gen werden unmittelbar ausgeführt.

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
• + APPLE + ALT-Taste: Der Cursor ändert sich zum vertikalen
Hand Tool. Der gesamte Graph kann nun mit der Maus nur in
vertikaler Richtung verschoben werden. Die Änderungen wer-
den unmittelbar ausgeführt.
Im Gegensatz zum Automation Tool wird hier keine MIDI-Beein-

DEUTSCH
flussung ausgeübt. Es werden lediglich die Editpunkte im jeweil-
igen Editor „verschoben“

Das Automation Tool

Bei aktiviertem Automation Tool ist es möglich, alle Bänder hori-


zontal und vertikal zu transponieren. Für Verschiebungen, die
über die Graph-Editor Grenzen hinausgehen, wird der aktuelle
Graphinhalt in einem Puffer zwischengespeichert. Bei an-
schließender Verschiebung in entgegengesetzter Richtung kann
dann der Puffer wieder ausgelesen und so der ursprüngliche Zu-
stand wiederhergestellt werden.Der aktuelle Zustand des MIDI
Offsets spiegelt sich in den kleinen Dreiecken unter und rechts
des jeweiligen Editors wieder.
MODIFIER KEYS (PC)
• + STRG-Taste : Bei gedrückter ALT-Taste, kann nur der hori-
zontale MIDI-Offset beeinflußt werden.
• + SHIFT-Taste : Bei gedrückter SHIFT-Taste kann nur der ver-
tikale MIDI-Offset beeinflußt werden.
MODIFIER KEYS (MAC)
• + ALT-Taste : Bei gedrückter ALT-Taste, kann nur der horizon-
tale MIDI-Offset beeinflußt werden.
• + SHIFT-Taste : Bei gedrückter SHIFT-Taste kann nur der ver-
tikale MIDI-Offset beeinflußt werden.

NI-Spektral Delay
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Bei Manipulationen mit dem Automation Tool werden die
entsrpechenden MIDI-Daten zum Host gesendet. Diese Daten
können dort auf einer MIDI-Spur aufgezeichnet werden und sozu-
sagen als Automation für das NI-SPEKTRAL DELAY verwendet
werden.

Um den MIDI Offset wieder auf Null zu setzen, gibt es mehrere


Möglichkeiten:
-Doppelklick in den entsprechenden Editor.
- oder wählen Sie das Pencil Tool und halten die ALT-Taste ge-
drückt. Beim Mausklick werden alle Bänder auf eine Linie gezo-
gen und die MIDI Offsets auf Null gesetzt.

Das Selection Tool

Bei aktiviertem Selection Tool ist es möglich, verschiedene Fre-


quenzbänder auszuwählen. Mit den ausgewählten Bänder kann
dann in einem zweiten Schritt die gewünschte Aktion ausgeführt
werden.
Beispiel: Es sollen nur ausgewählte Bänder verschoben werden.
• Auswahl des Selection Tools in der Tool Leiste
• Selektion der gewünschten Frequenzen mit der Maus
• Halten Sie die APPLE-Taste gedrückt.
Es erscheint das horizontale Hand-Tool.Verschieben des Selekti-
erten Bereichs mit der Maus
MODIFIER KEYS (PC)
• Gedrückte SHIFT-Taste : Hiermit ist es möglich, eine bereits
bestehende Selektion zu erweitern.Neben dem Fadenkreuz-
cursor erscheint ein „+“.
• Gedrückte STRG-Taste : Hiermit können bereits selektierte
Bänder wieder deselektiert werden. Neben dem Fadenkreuz-
cursor erscheint ein „-“.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 20
DEUTSCH
• RECHTE MAUSTASTE: Selection Automation Tool: Hand-
Curser zum Verschieben selektierter Frequenzbänder.
MODIFIER KEYS (MAC)
• Gedrückte SHIFT-Taste : Hiermit ist es möglich, eine bereits
bestehende Selektion zu erweitern.Neben dem Fadenkreuz-

DEUTSCH
cursor erscheint ein „+“.
• Gedrückte ALT-Taste : Hiermit können bereits selektierte
Bänder wieder deselektiert werden. Neben dem Fadenkreuz-
cursor erscheint ein „-“.
• Gedrückte APPLE-Taste: Selection Automation Tool: Hand-
Curser zum Verschieben selektierter Frequenzbänder.

Um eine Selektion rückgängig zu machen, führen Sie bitte einen


Doppelklick in den ensprechenden Editor aus.

Frequenz-Display

Befindet sich der Mauscursor innerhalb eines Matrix Editors,


wird hier der Frequenzbereich des aktuellen Bandes in Hertz an-
gezeigt.

Maximum Delay
Im Popup-Menü „Maximum Delay“ kann die maximale Delayzeit
für den Delay-Matrix Editor ausgewählt werden. Die hier einstell-
baren maximalen Delayzeiten sind von der RAM - Zuweisung im
Settings-Panel abhängig Abschnitt »RAM allocation for PlugIns«
auf Seite 40.

NI-Spektral Delay
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Da Veränderungen der Anzahl der Analysebänder immer auch die
Zeitdauer eines Spektral-Frames verändern, wirkt sich dies unmit-
telbar auf die Delayzeiten aus.
Um diesem Effekt entgegenzuwirken, kann hier die maximale
Größe des Delayspeichers verändert werden, um auch bei kleinen
Framesizes ein entsprechend langes Delay zu ermöglichen

Delay-Matrix Reset

In machen Situationen ist es wünschenswert, den Audioinhalt


des Delayspeichers komplett zu löschen. Durch Klicken auf den
Delay-Reset Button wird dies erreicht.

Die Graph-Control Werkzeugleiste


Die Graph-Control Werkzeugleiste dient zur Vereinfachung der
Matrix-Editor-Bedienung. Hier können zum Beispiel Editor-In-
halte vom linken in den rechten Kanal übernommen werden oder
die Snap-Funktion aktiviert werden. Zudem ermöglichen zusätzli-
che Kontrollanzeigen exaktes Editieren.

Der Graph Link Button

Bei aktiviertem Graph Link Button, werden alle Aktionen,die im


oberen Graph-Editor (linker Kanal) ausgeführt werden, automa-
tisch auf den unteren (rechter Kanal) übertragen und umgekehrt.

Der Graph Bypass Button

NI-Spektral Delay
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DEUTSCH
Bei aktiviertem Graph Bypass werden die zugehörigen
Graph-Editoren aus dem Signalpfad genommen und das Signal
wird ohne Beeinflussung weitergeleitet

Der Copy Down Button

DEUTSCH
Mit einem Klick auf den Copy Down Button wird der Inhalt des
oberen Graph-Editors (linker Kanal) in den unteren (rechter
Kanal) kopiert.

Der Copy Up Button

Mit einem Klick auf den Copy Up Button wird der Inhalt des un-
teren Graph-Editors (rechter Kanal) in den oberen (linker Kanal)
kopiert.

Die Attenuation-Matrix dB-Anzeige

Befindet sich der Mauscursor in einem der Attenuation-Matrix


Editoren, wird in diesem Display der Wert der Abschwächung des
jeweiligen Frequenzbandes in dB angezeigt. (0dB = keine Ab-
schwächung)

Die Snap Function

NI-Spektral Delay
Deutsch – 23
Bei aktivierter Snap Funktion wird je nach eingestelltem Tempo
und ausgewählter „Snap“- Einheit im Delay-Matrix Editor ein
Temporaster erzeugt. Alle Veränderungen im Delay Editor wer-
den dann automatisch auf dieses Temporaster angepasst (sogen-
annte „Snap To Grid“ Funktion).
Mit dem rechts danebenliegenden Button können Sie die Auflö-
sung des Temporasters einstellen. Die effektive Notendauer rich-
tet sich jeweils nach dem im Editor Panel eingestellten Tempo.
Folgende Werte stehen zur Auswahl:

Kein Temporaster

Viertelnote

Achtelnote

Achtel-Triole

Sechzehntel-Note

Technik : Die zeitliche Auflösung des Delay Matrix Editors hängt


hauptsächlich von der Zeitdauer eines Audioframes ab. Fällt die
musikalische Einheit nicht exakt mit einem Frame zusammen,
wird das nächstgelegene Frame als Quantisierungspunkt benutzt.

Die Delay Anzeige

Befindet sich der Mauscursor in einem der Delay-Matrix Edi-


toren wird in diesem Display der Delaywert der aktuellen Cursor-
position angezeigt.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 24
DEUTSCH
Global Control-Box

DEUTSCH
Global Control
Sicherlich möchten Sie eine einmal gemachte Einstellung schnell
speichern und wieder laden können. Das NI-SPEKTRAL DELAY
bietet hierfür die Möglichkeit, Snapshots von fast allen Parame-
tern abzuspeichern. Im Snapshotspeicher (auch als Active Mem-
ory bezeichnet) finden bis zu 64 Programme Platz,
standardmäßig ist die maximale Anzahl der Snapshotprogramme
aber auf einen kleineren Wert eingestellt. Dies hat folgenden Gr-
und:
Sollen die PlugIn-Presets zusammen mit den Hostdaten ( also Ar-
rangment-Files, Song-Files,o.ä.) gespeichert und zurückgeladen
werden (Total Recall), ist dies nur für eine bestimmte Anzahl von
Snapshot-Programmen möglich. Das Hostprogramm stellt seinen
PlugIns nur begrenzten Speicherplatz im Hostdatenfile zur Verfü-
gung. So können bei Verwendung von Cubase VST maximal 20
Snapshotprogramme, bei Verwendung von Logic Audio maximal 5
Snapshotprogramme zusammen mit den Hostdaten abgespeichert
und wieder zuückgeladen werden. Die maximale Größe des Snap-
shotspeichers kann im Settings Panel festgelegt werden Abschnitt
»RAM allocation for PlugIns« auf Seite 40.

Speichern eines Snapshot-Programms


• Wählen Sie einen Programmplatz durch Klicken mit der Maus
auf die + /- Tasten aus (oder klicken Sie auf die Snapshotnum-
meranzeige, geben Sie eine Zahl ein und bestätigen Sie mit
Enter).
• Klicken Sie mit der Maus auf das Namensfeld, geben Sie
einen neuen Namen ein und bestätigen Sie mit Enter.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 25
• Klicken Sie auf „Store“. Das Programm wird jetzt im
gewählten Programmplatz gespeichert. Das vorherige Pro-
gramm wird ohne Warnung überschrieben.

Laden eines Snapshot-Programms


• Wählen Sie das gewünschte Programm durch Klicken mit der
Maus auf die + /- Tasten aus (oder klicken Sie auf die Snap-
shotnummeranzeige, geben Sie eine Zahl ein und bestätigen
Sie mit Enter).
• Klicken Sie auf Load. Die bisherigen Einstellungen werden
vom geladenen Programm ohne Warnung überschrieben.
• Alternativ: Wählen Sie das gewünschte Programm im PopUp-
Menue rechts neben dem Programmnamendisplay aus. Das
Snapshotprogramm wird direkt geladen und die bisherigen
Einstellungen werden überschrieben.

Achtung: Ein VST-Plugin hat weder Einfluß auf die Größe des vom
Host übertragenen Audioframes noch auf die Samplerate. Diese
kann nur vom Soundkartentreiber bzw. im Hostprogramm festge-
legt werden. Beide Parameter haben aber entscheidende
Auswirkungen auf die Preseteinstellungen. Beim Laden eines
Snapshot-Programms erscheint deswegen eine Warnung, wenn
die aktuelle Hosteinstellung nicht mit der gespeicherten überein-
stimmt.

Der Dry/Wet Regler

Mit dem Dry/Wet Regler kann der Anteil zwischen Originalsignal


und zugemischtem Effektsignal geregelt werden. Die Regelgren-
zen gehen von 100% Direktsignal (linker Anschlag) bis 100 %
Effektsignal (rechter Anschlag). Das Direktsignal wird automa-
tisch dem systembedingten Delay des Effektsignals angeglichen.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 26
DEUTSCH
Der Effekt Gain Regler

DEUTSCH
Mit dem Effekt Gain Regler kann das Effektsignal in einem Bere-
ich von -/+24 dB gedämpft oder verstärkt werden. Dies kann not-
wendig werden, wenn bei einer Dry/Wet-Mischung das
Effektsignal insgesamt zu leise oder zu laut sein sollte.

Die Bypass Funktion

Mit der Bypass Funktion wird das Eingangssignal auf die Aus-
gänge geführt. Das interne Systemdelay wird allerdings weiter-
hin beibehalten !

Die Mute Funktion

Mit der Mute Funktion können Sie die Effektkanäle


stummschalten. Das Dry-Signal bleibt hiervon unbeeinflußt.

Die Freeze Funktion

Bei gedrückter Freeze-Taste wird der Eingang beider Kanäle


stummgeschaltet und das Feedback für alle Frequenzbänder auf
100% erhöht. Das Audiomaterial, das sich zu diesem Zeitpunkt
im Delayspeicher befindet, wird also mit voller Intensität am De-
layeingang wieder eingekoppelt. Dies hat eine Art Freeze-Effekt
zur Folge Abschnitt »Der Feedback-Matrix Editor« auf Seite 13.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 27
Tip: Probieren Sie einmal, die Delay-Matrix zu editiern, während
der Freeze-Button gedrückt ist.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 28
DEUTSCH
Die NI-Spektral Delay Menüleiste
Um die Bedienung des Plugins übersichtlich zu halten, wurden
dessen Kontrollmöglichkeiten nach Funktionsgruppen geordnet.
In der Menüauswahl können Sie zwischen folgenden Bedienpan-
els wählen:

DEUTSCH
NI-Spektral Delay Menü

File-Panel: Laden und Speichern von Programmen

READ (Programm/Programmbank laden)


Die „Read“ Funktion dient zum Laden eines einzelnen Snapshot-
Programms oder einer Programmbank von der Festplatte. Nach
Aufrufen der „Read“- Funktion erscheint eine Dialogbox, die Sie
zur Auswahl des entsprechenden Files mit folgenden Extensions
auffordert. Hierbei bedeuten:
.sdp = NI-Spektral Delay program ; einzelnes Snapshotprogramm
.sdb = NI-Spektral Delay bank ; Programmbank mit bis zu 64
Snapshots

ACHTUNG : Das aktuelle Programm im Snapshotspeicher (Active


Memory) wird beim Laden eines neuen Programms überschrieben
!

NI-Spektral Delay
Deutsch – 29
Beim Laden einer Programmbank wird diese immer in den Disk-
Memory geladen, wohingegen ein einzelnes Programm immer in
den aktiven Snapshot-Speicher geladen wird Abschnitt »Laden
eines Snapshot-Programms« auf Seite 26. Beachten Sie noch-
mals , daß beim Laden immer die aktuellen Einstellungen über-
schrieben werden.

Write PRG (Programm speichern)


Die „Write PRG“ Funktion dient zur Speicherung des aktuellen
Snapshotprogramms auf der Festplatte. Achtung ! Wenn der Pro-
grammname in Rot erscheint, entspricht der aktuelle Editorinhalt
nicht dem gespeicherten Snapshot im Active Memory. Sichern Sie
dann zuerst die aktuellen Editoreinstellungen durch Klicken der
„Store“ Taste in der Global Control Box um sicherzugehen, daß
das aktuelle Snapshotprogramm auf dem neusten Stand ist.
Das einzelne Programm wird dann unter dem von Ihnen angege-
benen Namen und der Extension „.sdp“ gespeichert.

Write BANK (Programmbank Speichern)


Die „Write BANK“ Funktion dient zur Speicherung des komplet-
ten Snapshotspeichers ( Active Memory) auf der Festplatte. Nach
Aufrufen der „Write BANK“- Funktion erscheint eine Dialogbox,
die Sie zur Namenseingabe auffordert. Die Bank wird dann un-
ter dem von Ihnen angegebenen Namen mit der Extension
„.sdb“ gespeichert.

Der Bank-Browser
Im Bank Browser werden jeweils 16 der aktuellen Disk-Memory
Programme angezeigt. Mit den Buttons A, B,C,D können Sie
zwischen den vier Untergruppen einer Programmbank (mit 64
Programmen) umschalten.
Bedenken Sie bitte den Unterschied zwischen Active Memory
(Global Control Box, immer sichtbar im oberen Teil des NI-SPEK-
TRAL DELAYs) und Disk Memory (nur sichtbar im FILE Editor
Panel). Diese Unterscheidung ist deshalb notwendig, weil nur der

NI-Spektral Delay
Deutsch – 30
DEUTSCH
Inhalt des Active Memory zusammen mit der Sequenzerdatei
eines Hostprogrammes gespeichert wird. Dies ist eine Ein-
schränkung des VST-Datei-Formats. Um die Einheitlichkeit von
Standalone- und VST-Version und zu bewahren und die den gan-
zen Umfang der MIDI-Programmwechselbefehle zu unterstützen,
arbeitet die Stand-alone-version sowohl mit Active Memory als

DEUTSCH
auch mit Disk Memory.
Alle .sdb - Programmbänke, die sich im aktuellen Verzeichnis be-
finden, werden im Pop-Up Menue „File“ angezeigt und stehen
zum Laden in den Disk-Memory bereit.
Um das aktuelle Verzeichnis zu wechseln, klicken Sie einfach auf
das Ordner-Symbol, wechseln zum neuen Verzeichnis und laden
eine neue Programmbank

Editor-Panel (Erweiterte Editor-Funktionen)

Editor Panel
Im Editor-Panel können Sie diverse mathematische Funktionen
auf die Matrix-Editoren anwenden. Am linken Rand des Panel
muß dafür zuerst der zu bearbeitende Matrix-Editor ausgewählt
werden. Hierbei bedeutet :

Abkürzung Matrix - Editor

ATT Attenuation-Matrix Editor

DLY Delay-Matrix Editor

FB Feedback- Matrix Editor

Es wird unterschieden zwischen Funktionen, die ohne zusätzliche


Parametereingabe aufgerufen werden können und Funktionen,
die weitere Informationen benötigen. Alle Funktionen beziehen
sich auf die bereits im angewählten Matrix-Editor vorhandene
Edit-Kurve.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 31
Die Funktionen der ersten Gruppe werden einfach durch
Mausklick auf die entsprechende Taste ausgelöst. Zur ersten
Funktionsgruppe gehören :

TRANSFORMERS
Quant
Mit der Quantize Funktion können Sie die im ausgewählten Ma-
trix-Editor vorhandene Edit-Kurve „quantisieren“. Je nach Ein-
stellung des „Snap To Grid“ werden die Editpunkte auf die
nächsten (erlaubten) Delaywerte gerückt.
Smth (Smooth/Glättung)
Die Smooth Funktion glättet und interpoliert die im aus-
gewählten Matrix-Editor vorhandene Edit-Kurve. Nach mehrmali-
gem Aufrufen der SmooFunktion nähert sich die Edit-Kurve einer
schrägen Geraden an.
Avg (Average /Mittelwertbildung)
Die Avg Funktion berechnet den Mittelwert der vorhandenen Edit-
Kurve im ausgewählten Matrix-Editor und nähert die vorhandene
Edit-Kurve diesem Mittelwert immer weiter an. Nach mehrmali-
gem Aufrufen der Avg-Funktion nähert sich die Edit-Kurve einer
senkrechten Geraden an.
Fl X (Flip X/ Spiegelung an der Horizontalen)
Mit der „Fl X“-Function werden alle Punkte der vorhandenen
Edit-Kurve im ausgewählten Matrix-Editor an der horizontalen
Mittelachse gespiegelt.
Fl Y (Flip Y/ Spiegelung an der Vertikalen)
Mit der „Fl Y“-Function werden alle Punkte der vorhandenen
Edit-Kurve im ausgewählten Matrix-Editor an der vertikalen Mit-
telachse gespiegelt.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 32
DEUTSCH
Apply Math Functions
Zur zweiten Gruppe gehören Funktionen, die weitere Paramter
benötigen. Alle Funktionen werden zu der im angewählten Matrix-
Editor vorhanden Edit-Kurve hinzuaddiert.

DEUTSCH
Achtung! Wenn keine aktuelle Selektion vorliegt, werden die
Math-Functions auf alle Punkte des Matrix Editors angewen-
det.Ansonsten findet die Anwendung nur im selektierten Bereich
statt.

Nach der Auswahl des zu berabeitenden Graphen, wählen Sie die


gewünschte Math-Function durch Mausklick auf das entsprech-
ende Symbol aus :

„Math-Functions“
Je nach Funktion erscheint dann eine entsprechende Eingabebox
auf der rechten Seite der Math-Function Auswahl. Sie können
hier die Default-Werte verwenden oder eigene Werte eingeben.
Die möglichen Eingabeparameter sind in der nachfolgenden Ta-
belle aufgeführt. Um die gewünschte Math-Function zum aus-
gewählten Graphen hinzuzuaddieren drücken Sie die „GO“-Taste.
Falls Sie die Aktion rückgängig machen wollen, betätigen Sie
bitte die „UNDO“-Taste.

Tabelle Math-Functions
Sinewave/ Sinuskurve

Parameter Range Bedeutung

amp 0-100% Amplitude in Prozent

NI-Spektral Delay
Deutsch – 33
Parameter Range Bedeutung

per 0.0 - 512 Anzahl der Perioden

Triangular wave / Dreieckskurve

Parameter Range Bedeutung

amp 0-100% Amplitude in Prozent

Squarewave / Rechteckkurve

Parameter Range Bedeutung

amp 0-100% Amplitude in Prozent

per 0.0 - 512 Anzahl der Perioden

Sawtooth down/ Sägezahn abwärts

Parameter Range Bedeutung

amp 0-100% Amplitude in Prozent

per 0.0 - 512 Anzahl der Perioden

Sawtooth up/ Sägezahn aufwärts

Parameter Range Bedeutung

amp 0-100% Amplitude in Prozent

per 0.0 - 512 Anzahl der Perioden

Random / Zufallsverteilung

Parameter Range Bedeutung

max 0-100% max. Amplitude in Prozent

NI-Spektral Delay
Deutsch – 34
DEUTSCH
Control-Panel (LFO Steuerung)

DEUTSCH
Das Control-Panel

LFO-Steuerung und -Zuweisung


Das NI-SPEKTRAL DELAY ist zusätzlich mit einem LFO (Low Fre-
quency Oscillator) ausgestattet. Sie können zwischen 6 ver-
schiedenen Wellenformen wählen (Wahlschalter linke Seite). Der
LFO wird mit der blauen LFO-Taste aktiviert, die Modulationsge-
schwindigkeit kann mit dem danebenliegenden Drehregler beein-
flußt werden.
Die LFO-Modulation kann maximal drei verschiedenen Modula-
tionsparametern gleichzeitig zugeordnet werden. Die Zuordnung
des LFO zu den veschiedenen Modulationspunkten wählen Sie im
Popup - Menü „LFO-Assignment“. Mit dem Drehregler über der
jeweiligen LFO-Zuordnung stellen Sie die Modulationsstärke
(Modulation Depth) ein. Als Modulationsparameter stehen zur
Auswahl
:Tabelle LFO Zuordnung

LFO - Zuordnung

No Assignment (keine Zuordnung ausgewählt)

Attenuation-Matrix-Links X-Achse

Attenuation-Matrix-Links Y-Achse

Attenuation-Matrix-Links Selected

Delay-Matrix-Links X-Achse

Delay-Matrix-Links Y-Achse

Delay-Matrix-Links Selected

Feedback -Matrix-Links X-Achse

NI-Spektral Delay
Deutsch – 35
LFO - Zuordnung

Feedback -Matrix-Links Y-Achse

Feedback -Matrix-Links Selected

Attenuation-Matrix-Rechts X-Achse

Attenuation-Matrix-Rechts Y-Achse

Attenuation-Matrix-Rechts Selected

Delay-Matrix-Rechts X-Achse

Delay-Matrix-Rechts Y-Achse

Delay-Matrix-Rechts Selected

Feedback -Matrix-Rechts X-Achse

Feedback -Matrix-Rechts Y-Achse

Feedback -Matrix-Rechts Selected

Mod 1(Input Modulation Links Parameter 1)

Mod 2 (Input Modulation Links Parameter 2)

Mod 3 (Input Modulation Links Parameter 3)

Mod 4 (Input Modulation Rechts Parameter 1)

Mod 5 (Input Modulation Rechts Parameter 2)

Mod 6 (Input Modulation Rechts Parameter 3)

Settings Panel (Basiseinstellungen)

Settings Panel

NI-Spektral Delay
Deutsch – 36
DEUTSCH
Analysis Bands (Anzahl der Analyse-Frequenzbänder)
Grundsätzlich wird die Framesize im Hostprogramm bzw. in den
Soundkartentreibereinstellungen festgelegt. Um dem Benutzer
des NI-SPEKTRAL DELAYs größere Flexibilität zu bieten, ist es
möglich, intern mit Bruchteilen dieser vom Host festgelegten

DEUTSCH
Framesize zu arbeiten. Im Popup Menü kann die gewünschte An-
zahl der Analyse-Frequenzbänder ausgewählt werden. Die dazuge-
hörige Audioframesize wird automatisch nach folgender
Beziehung festgelegt :
Anzahl der Frequenzbänder N = (Framesize/2)
Diese Beziehung ist durch die Eigenschaften der Spektralanalyse
festgelegt und ist nicht veränderbar.

Achtung : Bedingt durch die Eigenschaften des verwendeten,


echtzeitfähigen Analyse- und Synthesealgorithmus (FFT) ist es
sinnvoll, ausschließlich Framesizes (bzw. Puffergrößen) für den
Audiokartentreiber bzw. das Hostprogramm zu wählen,die Poten-
zen von 2 entsprechen (128, 256, 512, 1024...). Hier kann der
hochgradig optimierte Rechenalgorithmus seine volle Effizienz
ausspielen. Sollte dies aus irgenwelchen Gründen nicht möglich
sein, benötigt das NI-SPEKTRAL DELAY deutlich mehr Rechner-
leistung, kann jedoch auch mit Framesizes beliebiger Größe ar-
beiten.

Overlap (Überlappung der Audioframes)


Bei der Spektralanalyse mit anschließender Resynthese eines Au-
diosignals ist es notwendig, die Audioframes zu überlagern. Die
übliche Wahl des Anwenders sollte ein Overlapwert von 1 sein,
was 50% Überlappung von 2 aufeinanderfolgenden Audioframes
bedeutet.
Um möglichst viele Experimentiermöglichkeiten offenzuhalten,
besteht im NI-SPEKTRAL DELAY auch die Möglichkeit, andere
Overlapwerte zu verwenden. Overlap 0 (= 0% Überlappung)
entspricht einer Hintereinanderreihung der bereits mit der Fen-
sterfunktion (siehe Windowing) multiplizierten Audioframes. In
diesem Fall wird die Fensterung als eine Art Amplitudenmodula-

NI-Spektral Delay
Deutsch – 37
tion des Originalsignals hörbar (sofern kein Rechteckfenster ver-
wendet wird). Desweiteren ist die Rekonstruktion eines spektral
bearbeiteten Audiosignals eventuell nicht mehr möglich. Es kann
zu hörbaren Störeffekten kommen.
Bei einem Overlap von 2 (= 75% Überlappung) steigt die
benötigte Rechenleistung deutlich an. Gleichzeitig führt das zu
einer merklichen Qualitätsverbesserung des bearbeiteten Audi-
osignals. Beachten Sie bitte, daß die Presets auch vom jeweiligen
Overlap abhängig sind.

Windowing (Fensterung)
Die Fensterung ist bei der Frequenzanalyse und Resynthese ein
unverzichtbares Hilfsmittel. Durch eventuelle Unstetigkeiten am
Anfang oder Ende eines Audioframes kann es zu unerwünschten
Signalverfälschungen oder Klicks kommen. Man multipliziert
deswegen das Analyseframe (u.a. das Resynthese-Frame) mit
einer sogenannten Fensterfunktion. Je nach gewählter Fenster-
funktion wird so erreicht, daß der Anfang und das Ende eines
jeden Frames schneller oder langsamer gegen den Wert Null
streben. Die Überlappung der Frames erfolgt so nahezu über-
gangslos Abschnitt »Spektrale Anlayse« auf Seite 56.Eine sehr
gebräuchliche und universell anwendbare Funktion ist die Han-
ning-Funktion, die wir als Standard empfehlen:

Hanning Fenster

NI-Spektral Delay
Deutsch – 38
DEUTSCH
Um dem Benutzer auch andere Möglichkeiten anzubieten, haben
wir im Analysefenster-Menü noch weitere Optionen aufgenom-
men. Die zusätzlichen Fenster sind nicht näher erläutert, um den
Rahmen dieser Badienungsanleitung nicht zu sprengen. Wenn Sie
in dieses Gebiet tiefer einsteigen möchten, finden Sie im Anhang
weitergehende Literaturhinweise.

DEUTSCH
Weitere Analyse/Synthese-Fenster:

:
Dreieck Fenster

Hamming Fenster

Rechteck Fenster

NI-Spektral Delay
Deutsch – 39
RAM allocation for PlugIns
Hier kann der maximale Speicherbedarf des NI-SPEKTRAL DE-
LAY angepasst werden. Je größer der zugewiesene RAM Arbeitss-
peicher desto größer ist auch das maximale Delay. Es kann
zwischen folgenden Möglichkeiten ausgewählt werden :
Minimal (3‘‘) 5 MByte
Normal (6‘‘) 9 MByte
Maximal (12‘‘) 17 MByte
Die hier ausgewählten Änderungen werden erst beim nächsten
Start des Programms wirksam.

General Settings
Im „General Settings“ können verschiedene Optionen durch
Auswahl im PopUp-Menü aktiviert werden. Aktive Optionen sind
durch ein Häkchen an der linken Seite markiert. Folgende Optio-
nen stehen zur Verfügung.
• Zero Delay on Program Change
Ist diese Option markiert, wird bei jedem Programmwechsel
der Inhalt der Delaymatrix gelöscht.
• Snapshot Isolate Wet/Dry Mix
Soll die aktuelle Wet/Dry Mix-Einstellung beim Laden eines
Snapshots unbeeinflußt bleiben, aktivieren Sie diese Option.
• Snapshot Isolate Gain
Soll die aktuelle Gain-Einstellung beim Laden eines Snap-
shots unbeeinflußt bleiben, aktivieren Sie diese Option.
• Snapshot Isolate Tempo
Soll die aktuelle Tempo-Einstellung beim Laden eines Snap-
shots unbeeinflußt bleiben, aktivieren Sie diese Option.
• Auto Quantize
Bei aktivierter „SnapToGrid“-Funktion und aktivierter „Sync-
ToHost“- Function wird bei einer Änderung des Hosttempos
der Delay-Editor automatisch auf das neue Tempo quantisiert.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 40
DEUTSCH
• Store Analysis Settings with Program
Sollen die Analyse-Parameter wie z.B. die Anzahl der Analyse-
bänder und die Overlapeinstellung mit dem Programm abges-
peichert werden, aktivieren Sie diese Option.
ACHTUNG: Ist diese Option aktiviert und Sie verändern Ihre
Hostkonfiguration, wie z.B. die Puffergröße Ihrer Soundkarte

DEUTSCH
oder des ASIO-Treibers, kann es zu Problemen beim Zurück-
laden von Preset-Programmen kommen.
• Ignore MIDI Reset Messages
Die meisten Hostprogramme senden bei Start- und Stop-Be-
fehlen automatisch einen MIDI-Reset. Im NI-SPEKTRAL DE-
LAY wird daraufhin normalerweise der Inhalt des
Delayspeichers gelöscht. Mit dieser Option kann das automa-
tische Löschen des Delayspeichers verhindert werden.

Informationen über das NI Spectral Delay


(nur Anzeigefunktion)
In diesem Anzeigepanel werden allgemeine Informationen über
die Software dargestellt. Es gibt keine Benutzerfunktionen.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 41
Die Input Modulation Effekte
Folgende Algorithmen stehen zur Verfügung :

Deterioation
Algorithmus:
Der Deterioation-Algorithmus erzeugt nach einem Zufallsprinzip
„Lücken“ im Spektrum des Audiosignals. Es wird mit einem Zu-
fallsgenerator ein Set von Frequenzbändern ausgewählt, deren
Magnituden für eine bestimmte Zeitdauer abgeschwächt werden.
Nach jedem Durchlauf wird ein neues Set von Bändern aus-
gewählt.
Hierdurch kommt es je nach Einstellung der Parameter zu sehr
ungewöhnlichen Effekten. Die Bandbreite reicht hier von kaum
merklichen spektralen Ausdünnungen bis hin zu extremen Kam-
mfiltereffekten.
Parameter:
Depth: Deterioation Depth bestimmt, wie stark die Lücken im
Spektum ausfallen (0% keine Abschwächung - 100% totale Aus-
löschung).
Frequency : Hiermit wird die Anzahl der erzeugten „Lücken“ pro
Durchlauf festgelegt.
Duration: Hiermit wird die Zeitdauer der spektralen „Lücken“ be-
stimmt. DetSize gibt die Zeit in ms an, wie lange ein zufällig aus-
gewähltes Set um einen bestimmten Dämpfungsfaktor
abgeschwächt wird. Anschließend wird ein neues Set von
Bändern ausgewählt.

HINWEIS:Durch die Verwendung des Deterioation Algorithmus in


beiden Kanälen mit unterschiedlichen Parametereinstellungen
entstehen erstaunliche räumliche Effekte.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 42
DEUTSCH
Jello Mold
Algorithmus:
Der Jello Mold Algorithmus invertiert die Magnituden des einge-
henden Spektral-Frames. Alle Magnitudenwerte, die sich über
einem bestimmten Threshold-Level befinden, werden beeinflußt.

DEUTSCH
Je nach Einstellung des Reverse Gain Parameters findet Invert-
ierung der Magnitudenwerte mehr oder weniger stark statt.
Mit dem Jello Mold Algorithmus lassen sich viele Effekte begin-
nend mit einer leichten Anzerrung des Signals bis hin zur voll-
ständigen aggresiven spektralen Distorsion erzeugen.
Parameter:
Threshold: Level ab welchem die Reverse Gain Modulation ein-
setzt.
[0 dB kein Effekt/ -oo alle Magnituden werden bearbeitet]
Reverse Gain: Bestimmt in welchem Außmaß die Magnituden-
werte verändert bzw. invertiert werden.
[-oo keine Magnitudenvränderung / 0dB maximale Invertierung]

PitchRoll
Algorithmus:
Pitch Roll schiebt die Frequenzbänder eines Spektral-Frames um
einen einstellbaren Wert nach oben oder unten. Dies hat einen
ungewöhnlichen Pitch-Shift Effekt zur Folge.
Parameter:
Shift : Bestimmt die Anzahl der Frequenzbänder, um die das Spe-
ktralframe nach oben oder unten verschoben wird
( Mittelstellung 0 Bands = kein PitchRoll Effekt)

Smear
Algorithmus: Der Smear-Effekt verändert bzw. „verschmiert“ die
Magnituden- und Phasenwerte des eingehenden Audiosignals.
Das ursprüngliche Signal bleibt erkennbar, verliert jedoch je nach
Effektstärke an Kontur und harmonischer Struktur.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 43
Parameter:
Depth : Hiermit wird die Effektstärke eingestellt.
(0 % = kein Effekt; 100 % = maximaler Effekt)

TimeSponge
Algorithmus:
Mit dem Sponge-Algorithmus können Timestretching-ähnliche Ef-
fekte erzeugt werden. Der Algorithmus besitzt einen zirkulären
Spektral-Frame Puffer, der fortwährend eingelesen und an einer
dazu relativen Position ausgelesen wird. Durch Verändern des ‚Az-
imuth‘-Parameters lässt sich die relative Ausleseposition aus dem
Puffer verändern. Durch kontinuierliche Veränderung des Azi-
muthparameters scheint es, als würde man das Eingangssignal
beschleunigen oder verlangsamen.
Parameter:
Azimut : relative Ausleseposition in ms zur aktuellen Schreibposi-
tion des zirkulären Puffers. Der Effekt wird nur während einer Be-
wegung des Azimutreglers hörbar. Ist der Automode aktiviert, hat
dieser Parameter keine Bedeutung.
Automode : Im Automode wird die Ausleseposition des zirkulären
Puffers automatisch verändert. Das Signal scheint sich zu ver-
langsamen um dann anschließend schneller als das Original zu
werden
(on/off).
Autorange: Bestimmt die Stärke des Effekts, mit dem der Auto-
modus arbeitet (0-100%).

Foam
Algorithmus:
Der Foam Algorithmus beeinflusst die Hüllkurve der Spektral-
Frames. Es lassen sich hiermit präzise Amplitudenmodulationen
erzeugen. Die Magnitudenwerte jedes Spektral-Frames werden
mit einer wählbaren mathematischen Funktion multipliziert.
Parameter:

NI-Spektral Delay
Deutsch – 44
DEUTSCH
Depth: Modulationstiefe (0-100%)
Speed: Modulationsfrequenz in Hertz
Function : Auswahl der Modulationsfunktion
Nr Function

DEUTSCH
1 sawup

2 sawdown

3 square

4 triangle

5 sine

Lime Twist
Algorithmus:
Lime Twist vertauscht nach einem Zufallsprinzip die zeitliche
Reihenfolge der Spektralframes.
Parameter :
max Twist : Durch „max Twist“ wird die maximale Anzahl der
Frames bestimmt, innerhalb derer die Vertauschung stattfindet.

Horse Tail
Algorithmus
Horse Tail erzeugt einen modifizierten Kammfiltereffekt. Durch
den Parameter Spread wird festglegt, welche Bänder modifiziert
werden und welche Bänder unbearbeitet bleiben. Beispielsweise
bleibt bei einem Spread-Wert von 4 jedes vierte Band unbearbe-
itet. Die dazwischenliegenden drei Bänder werden um einen bes-
timmten Prozentsatz abgeschwächt.
Parameter :
Depth : Mit Depth wird die Stärke der jeweiligen Magnitudenab-
senkung festgelegt.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 45
Offset : Soll der Horse Tail Effekt erst oberhalb einer bestimmten
Frequenz einsetzen, kann dies mit dem Offset Wert festgelegt
werden.
Spread : Gibt an, welche und wieviele Bänder unbeeinflußt
bleiben. Ein Spread von N bedeutet, daß jedes N-te Band unbear-
beitet bleibt. Die Zählung beginnt bei Band 0, also der tiefsten
Frequenz. Die jeweils dazwischenligenden Bänder werden um
einen durch „Depth“ bestimmten Prozentsatz abgesenkt.

Mini-Pulses
Algorithmus
Mini-Pulses ist mit einem getakteten Gate vergleichbar. Mit einer
einstellbaren Frequenz öffnet der Mini-Pulse Algorithmus jew-
eils für kurze Zeit seine „Schranke“. Die vom Gate bekannte Re-
lease-Time ist sehr kurz gehalten, um den Puls-Charakter des
Effekts besonders zu betonen. Zur Klangverfremdung läßt sich
zusätzlich eine Feedbackschaltung für die passierenden Spek-
tralframes aktivieren.
Parameter:
Pulse Repeat: Gibt an, in welchen Zeitabständen das spektrale
„Gate“ öffnet.
Feedback : Die „Pulse“ können hier mit sich selbst rückgekoppelt
werden, um den Pulseffekt zusätzlich zu verfremden.
Gain : Benutzt man den Mini-Pulses Effekt ohne Feedback, kann
das Ausgangssignal sehr leise werden. Um bei der weiteren Bear-
beitung in den Graphik-Editoren mehr Spielraum zu besitzen,
steht hier ein Effekt-Gain Regler zu Verfügung.

Imprint
Algorithmus:
Imprint funktioniert nach dem Prinzip eines spektralen Gates. Ist
die Magnitude eines Bandes größer als der gewählte Schwellw-
ert (Threshold) kann das Band ungehindert passieren. Andern-
falls wird es um einen einstellbaren Wert gedämpft.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 46
DEUTSCH
Parameter:
Depth: liegt der Pegel eines Bandes unter (bei Invert: über) dem
Thresholdwert, wird die Magnitude des jweiligem Bandes entspre-
chend dem Attenuation-Wert abgeschwächt
Threshold: relativer Threshold Level, der den Abstand der

DEUTSCH
Schwelle zum Maximumpegel im momentanen Frame angibt.
Invert : gibt an, ob die Magnituden die größer als der Threshold-
pegel sind (Invert Off), oder umgekehrt beeinflußt werden.

Phase Blaster
Algorithmus:
Liegt die Magnitude eines Frequenzbandes über einem bestim-
mten Wert, wird das komplexe Signal zufällig verändert.
Parameter:
Phase Magic: Bestimmt die Modulationstiefe des Phase Magic Ef-
fects.

Hinweis: Die Input Modulation Stage ist mit einer offenen PlugIn-
Architektur ausgestattet. Hier wird es also für den Anwender in
zukünftigen Versionen möglich sein, selbst entwickelte Modula-
tionsalgorithmen einzubinden.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 47
Das NI-Spektral Delay als Standalone
Nach der Installation und dem Einrichten ist NI-SPEKTRAL DE-
LAY einsetzbar. Starten Sie das Programm, indem Sie den
entsprechenden Eintrag im Startmenü wählen.

Das NI-Spektral Delay Standalone Menü

File Menu

Open
Über den Menüpunkt Open... kann man eine NI-SPEKTRAL DE-
LAY Session-Datei laden (Dateiendung *.sds). Mit einer Session-
Datei werden alle aktuellen Einstellungen (inklusive der gespe-
icherten Presets und der aktuellen Position aller Bedienelemente)
gesichert.

Save
Der Menüpunkt Save speichert die aktuellen Einstellungen
(inklusive der gespeicherten Presets und der aktuellen Position
aller Bedienelemente) als Session-Datei (Dateiendung *.sds).

Save as...
Der Menüpunkt Save as... speichert ebenfalls die aktuellen Ein-
stellungen (inklusive der gespeicherten Presets und der aktuellen
Position aller Bedienelemente) als Session-Datei (Dateiendung
*.sds). Allerdings können Sie hier einen neuen Dateinamen einge-
ben.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 48
DEUTSCH
Exit
The menu item Exit closes the program and all its windows, in-
cluding those in the task bar. Before closing, the software checks
if any changes have been made since last saving and asks you
what to do if it finds any.

DEUTSCH
Der Menüpunkt Exit beendet das Programm. Vor dem Schließen
erfolgt eine Sicherungsabfrage, falls der aktuelle Stand des NI-
SPEKTRAL DELAYS nicht mit der zuletzt gespeicherten Fassung
übereinstimmt.

System Menu
Die Menüpunkte des System-Menüs dienen in erster Linie der
Einstellung übergeordneter Funktionen wie etwa der MIDI–Ein-
und Ausgänge.

Run/Stop Audio
Mit diesem Menüpunkt kann man die Audioberechnung starten
(Run Audio) bzw. Stoppen (Stop Audio). Es handelt sich hier also
gewissermaßen um den Ein-Aus-Schalter.

Audio Port
Dieser Menüpunkt dient zur Auswahl der Soundkartenschnitts-
telle, deren Ausgänge zur Ausgabe der Signale dient. Auf dem
Rechner installierte Schnittstellen werden schwarz dargestellt,
nicht verfügbare grau.

Audio Settings...
Dieser Menüpunkt dient zur Einstellung der optimalen Audio-Per-
formance Ihrer Audioschnittstelle.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 49
MIDI Settings...
Dieser Menüpunkt gestattet Ihnen auszuwählen, welche der im
System installierten MIDI-Eingänge und -Ausgänge benutzt wer-
den sollen.
Zur Auswahl eines oder mehrerer MIDI-Eingänge wählen Sie die
entsprechenden Einträge in der Liste Available Inports aus und
fügen sie diese durch Insert in die Liste der Installed Inports ein.
Mit Delete können Sie einen ausgewählten Eintrag wieder aus der
Liste der Installed Inports löschen. Durch Klick auf OK werden
Ihre Eintragungen wirksam.
Wenn Sie als Inport den Treiber eines MIDI-Interfaces oder einer
Soundkarte auswählen, können Sie das NI-SPEKTRAL DELAY
über den betreffenden MIDI-Eingang mit einem externen MIDI-
Controller steuern.
Wenn Sie die Parameter des NI-SPEKTRAL DELAYS von einem
anderen MIDI-Programm (zum Beispiel einem Software-Sequenzer)
aus kontollieren möchten, benötigen Sie unter Windows einen sogenan-
nten MIDI-Loopback-Treiber. Auf der NI-SPEKTRAL DELAY Instal-
lations-CD befindet sich ein solcher Treiber namens Hubis Loopback
Treiber, welcher unter Windows 95/98 benutzt werden kann.
Nach der Installation dieses Treibers erscheinen vier zusätzliche
virtuelle MIDI-Ports in allen installierten MIDI-Programmen,
welche mit LB1 bis LB4 gekennzeichnet sind. Wenn Sie einen
Sequenzer benutzen, wählen Sie LB1 als MIDI-Ausgang einer
Spur und ebenfalls LB1 als MIDI-Eingang im NI-SPEKTRAL DE-
LAY. Meistens ist es aber einfacher, die Plug-in Version in Verbind-
ung mit einem Sequenzer zu benutzen.
Um einen oder mehrere Ausgänge auszuwählen, an welche das
SPEKTAL DELAY MIDI-Daten sendet, wählen Sie die entsprech-
enden Ausgänge aus der Liste der Available Ports aus und fügen
Sie diese unter Installed Ports ein, indem Sie Insert drücken.
Wenn mehr als ein Port installiert ist, werden dieselben MIDI-
Daten an alle Ausgänge geschickt. Benutzen Sie den Delete
Knopf, um einen selektierten Port aus der Liste zu löschen. Die
Änderung wird übernommen, wenn Sie OK klicken.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 50
DEUTSCH
HD-Recording Options...

DEUTSCH
HD-Recording options
Hier können Sie eine Puffergröße für die Festplattenaufnahme
des Audio-Recorders angeben. Es ist empfehlenswert, die Puffer-
größe (buffer size) auf dem voreingestellten Wert von 64 kbyte
zu lassen, welches für die meisten Systeme der beste Wert ist.
Nur wenn Sie Performanceprobleme während der Audioauf-
nahme haben, sollten Sie versuchen, die Puffergröße auf 128
kbyte zu stellen. Die Puffergröße, welche Sie hier einstellen kön-
nen, hat nichts zu tun mit der Puffergröße der Audiokarte.

Audio File Player

Audio File Player


Der Audio File Player kann dazu benutzt werden, geladenes Audi-
omateial abzuspielen und mit dem NI-SPEKTRAL DELAY Effekt
zu bearbeiten. Der Player liest die Dateien direkt von der Fest-
platte.

Auf beiden Systemen, Mac und PC, können Sie sowohl WAV als
auch AIF Dateien laden. Allerdings braucht das NI-SPEKTRAL
DELAY ein wenig mehr Rechenzeit für die Konvertierung, so daß
die proprietären Formate jeweils zu bevorzugen sind, also WAV auf
dem PC und AIF auf dem Mac.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 51
Die Verbindung von Audiodateien mit Presetbänken
Mit der Stand-alone Version können Sie eine Audiodatei einer
Presetbank zuordnen. Wenn sich eine Audiodatei im selben Verze-
ichnis wie eine Bank-Datei befindet und denselben Namen hat
wie die Bank-Datei (ohne Berücksichtigung der Dateiendung),
wird die Audiodatei automatisch mit der entsprechenden Bank
geladen und erscheint im Audiodateien-Auswahlmenü des Play-
ers.

Select a Folder und das Audiodateien-Auswahlmenü

Der Button zur Auswahl eines Ordners dient dazu, auf der Fest-
platte ein Verzeichnis für die Nutzung des Players auszusuchen.
Wenn Sie diesen Button drücken, werden Sie darum gebeten,
eine Audiodatei auszuwählen. NI-SPEKTRAL DELAY wird nicht
nur die selektierte Audiodatei in das Auswahlmenü laden,
sondern auch alle anderen Audiodateien im selben und in unter-
geordneten Verzeichnissen. Der Name der im Player selektierten
Datei, deren Format (WAV oder AIF), Dauer und aktuelle Abspiel-
position werden im Player angezeigt.

Audiodateien-Auswahlmenü

Play

Durch Betätigung des Play Buttons beginnt die Wiedergabe der


gerade ausgewählten Audiodatei.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 52
DEUTSCH
Pause

Der Pause Button unterbricht die Wiedergabe der selektierten


Audiodatei an der aktuellen Wiedergabeposition. Mit dem Start

DEUTSCH
Button wird die Wiedergabe an der Stelle fortgesetzt, an welcher
sie mit dem Pause Button unterbrochen wurde.

Stop

Der Stop Button beendet die Wiedergabe der selektierten Audio-


datei und setzt die Wiedergabeposition an den Anfang zurück.

Loop

Der Loop Button bewirkt die Endloswiedergabe der selektierten


Audiodatei.

Recorder

Recorder
Der Recorder nimmt den vom NI-SPEKTRAL DELAY bearbeiteten
Klang auf und legt eine Audiodatei mit dem Namen an, welchen
Sie vorher eingegeben haben. Die Audiodatei enthält die vollstän-
dige Effektbearbeitung einschließlich aller Echtzeitmanipula-
tionen, welche Sie während der Aufnahme tätigen.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 53
Falls Sie Performanceprobleme während der Aufnahme bekom-
men, sollten Sie versuchen, die Puffergröße für das HD-Recording
im Systemmenü zu erhöhen.

Audiodatei-Anzeige

Audiodatei-Anzeige
Sobald Sie mit dem Folder Button ein Verzeichnis für die Audio-
aufnahme definiert haben, benutzt NI-SPEKTRAL DELAY dieses
für alle Aufnahmen. Der Name der zuletzt aufgenommenen Datei,
das Format (WAV oder AIF), die Dauer in Sekunden und die Wied-
ergabeposition wird angezeigt. Sie können den Namen der zuletzt
aufgenommenen Datei ändern oder vor der Aufnahme einer neuen
Datei modifizieren, indem Sie auf den aktuellen Namen klicken
und einfach einen neuen eingeben.

Record

Mit dem Record Button wird sofort eine Aufnahme begonnen.


Der Recorder schreibt direkt in das von Ihnen angegebene
Verzeichnis. Falls dort schon eine Datei mit demselben Namen
existiert, werden Sie gefragt, ob diese Datei überschrieben wer-
den soll.

Play

Durch Betätigung des Play Buttons beginnt die Wiedergabe der


gerade ausgewählten Audiodatei.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 54
DEUTSCH
Pause

Der Pause Button unterbricht die Wiedergabe der selektierten


Audiodatei an der aktuellen Wiedergabeposition. Mit dem Start

DEUTSCH
Button wird die Wiedergabe an der Stelle fortgesetzt, an welcher
sie mit dem Pause Button unterbrochen wurde.

Stop

Der Stop Button beendet die Wiedergabe der selektierten Audio-


datei und setzt die Wiedergabeposition an den Anfang zurück.

New Recording

Mit einem Klick auf diesen Button wird eine neue Datei für die
Aufnahme erzeugt. Sie können den Dateinamen vor der Auf-
nahme oder direkt danach ändern.

Select a folder

Mit diesem Button wählen Sie ein Verzeichnis für die Aufnahme
aus. Sie werden gebeten, ein Verzeichnis auszuwählen und einen
Dateinamen für die Aufnahme einzugeben.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 55
Spektral-Analyse/Synthese

Spektrale Anlayse
Das menschliche Gehör funktioniert in vielerlei Hinsicht wie ein
„Spektrum-Analyser“. Die am Ohr eintreffenden Schallwellen
(Luftdruckschwankungen, die dem normalen atmosphärischen
Luftdruck überlagert sind) werden dort in ihre Frequenzbe-
standteile zerlegt und ans Gehirn weitergegeben. Deswegen hat
die spektrale Darstellung (man spricht vom „Frequenzbereich“
oder „Spektralbereich“) vielfältige Anwendungn in der Audiosig-
nalverarbeitung gefunden. Die meisten dieser Anwendungen ba-
sieren auf der Fourier-Transformation.
Das NI-SPEKTRAL DELAY verwendet eine spezielle Methode der
Fourieranalyse, die „Short Time Fouriertransformation“ (kurz
STFT). Die STFT basiert auf der Unterteilung eines längeren (Au-
dio)-Signals in kleine Blöcke, die als Audioframes bezeichnet wer-
den. Jedes dieser Audioframes wird mit Hilfe der diskreten
Fouriertransformation auf seine Frequenzzusammensetzung un-
tersucht.
Als Ergebnis einer STFT erhält man einen Datenblock, der
genauso groß ist, wie das eigentliche Audioframe. In diesem
Datenblock ist auch theoretisch dieselbe Information wie im Au-
dioframe gespeichert, nur in einer anderen Darstellungsart. Es
handelt sich nun nicht mehr um Audiosamples, die den zeitlichen
Verlauf des urspünglichen Signals beschreiben, sondern um Zahl-
enpaare die jeweils die „Magnitude“ und „Phase“ einer Signalko-
mponente beschreiben. Gemäß der Fouriertheorie läßt sich
nämlich unter bestimmten Vorraussetzungen ein Signal als Addi-
tion von vielen sinusförmigen Einzelsignalen verschiedener Fre-
quenz interpretieren. Die Magnitude gibt die „Aussteuerung“ der
Sinuskomponente an, während die Phase den zeitlichen Versatz
der Komponenten untereinander beschreibt.
Die Anzahl der entstehenden Frequenzbänder ist immer durch die
Größe des Audiodatenblocks (Framesize) wie folgt festgelegt:
Anzahl der Frequenzbänder N = (Framesize/2)

NI-Spektral Delay
Deutsch – 56
DEUTSCH
Beispielsweise resultiert aus einer Anzahl von 256 Frequen-
zbändern eine Framesize von 512 Audiosamples und umgekehrt.
Ein Audioframe ist also als kleiner Auschnitt aus dem gesamten
Audiosignal zu verstehen und wird durch Multiplikation mit einer
sogenannten Fensterfunktion aus diesem abgeleitet. Nachfolgend
ist ein Ausschnitt eines Audiosignals (1024 Audiosamples) darg-

DEUTSCH
estellt.

Ausschnitt eines Audiosignals (1024 Samples)


Durch Multiplikation mit der Fensterfunktion (hier Rechteck)

Rechteckfensterfunktion mit Fenstergröße 256 Samples


erhält man ein „gefenstertes“ Audioframe (Framesize hier 256
Samples) wie folgt:

Audioframe 256 Samples (mulzipliziert mit Rechteckfenster)

NI-Spektral Delay
Deutsch – 57
Man erkennt deutlich die Sprungstellen an den Rändern, die
sich unter anderem als Klicks oder Verzerrungen äußern können.
Um dies zu vermeiden werden zwei Maßnahmen ergriffen :
1. Verwendung von Fensterfunktionen, die die Übergänge glätten,
zum Beispiel das Hanning Fenster :

Hanning-Fensterfunktion
Das Audioframe würde nach der Multiplikation mit der Hanning-
Fensterfunktion also folgenden Verlauf besitzen :

Audioframe 256 Samples (mulzipliziert mit Hanningfenster)


2. Überlagerung der gefensterten Audioframes

NI-Spektral Delay
Deutsch – 58
DEUTSCH
Die Überlagerung der gefensterten Audioframes bewirkt eine na-
hezu übergangslose Ineinanderblendung der einzelnen Audiof-
rames.

DEUTSCH
Überlappende Audioframes (Overlap = 1 bzw. 50%)
Für jedes dieser gefensterten Audioframes wird nun eine STFT
durchgeführt. Schließlich stehen die Daten dann als Spektralf-
rame zur Verfügung, das die Grundlage zur Weiterverarbeitung in
den Matrix- Editoren des NI-SPEKTRAL DELAY oder in der In-
put Modulation Stage ermöglicht.
Resynthese
Anschließend wird jedes Frame mit der inversen Fouriertransfor-
mation in den Zeitbereich zurücktransformiert. Der Verlauf des
Signals kann dann jedoch sehr von dem des Eingangsframes ab-
weichen. Würde man die rücktransformierten Frames einfach
aneinanderreihen, käme es zu deutlich wahrnehmbaren Unste-
tigkeitsstellen an den Frameübergängen. Um dies zu vermeiden,
werden die Frames nochmals mit der Fensterfunktion multipliz-
iert, um sie anschließend mit entsprechendem Overlap wieder
zusammenzufügen. Diese unverzichtbare Überlappung kann nur
durch ein systeminternes Delay realisiert werden. Eingangssignal
und Ausgangssignal sind also gegeneinander zeitverzögert. Die
Delayzeit ist unter anderem auch von der gewählten Anzahl der
Analysebänder abhängig Abschnitt »Systemdelay und Framesize«
auf Seite 60.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 59
Achtung Aliasing
Der Attenuation-Matrix-Editor sollte nicht unbedingt mit einem
herkömmlichen Filter im Zeitbereich verglichen werden. Bei sehr
kleinen Framesizes und entsprechend starker Modifikation des
Audiosignals kann es zu sogenannten Aliasing Effekten kom-
men. Aliasing bedeutet, dass zusätzliche Artefakte (Spiegelfrequ-
enzen) im Signal entstehen, die nicht gefiltert werden können.
Dies ist kein Softwarefehler, sondern durch die Eigenschaften
der Fourier Transformation begründet. Aufgrund noch nicht aus-
reichender Rechnerleistung haben wir uns entschieden, für die
Spektral Version 1.0 noch keine Antialiasing - Funktion anzubi-
eten.

Systemdelay und Framesize


Das Systemdelay bzw die Latenzzeit „d“ ist in Samples angege-
ben und ist von folgenden Parametern abhängig:
• interne Framesize (d.h. 2 x Anzahl der Analysebänder)
• externe Framesize (vom Host bestimmt)
• Overlap
Wenn die interne Framesize kleiner oder gleich der externen
Framesize ist, gilt:

Framesize ( int )
d = Framesize ( int ) – -----------------------------------------
Overlap + 1

Wenn die interne Framesize größer als die externe Framesize ist,
Framesize ( int )
-----------------------------------------
gilt: d = 2 ⋅ Framesize ( int ) + – Framesize ( ext )
Overlap + 1

Das unveränderte Ausgangssignal (Dry-Signal) wird gegenüber


dem Effektsignal (Wet-Signal) automatisch entsprechend
verzögert. Es kommt also zu keinen Phasenverschiebungen im
Wet/Dry Mix.

NI-Spektral Delay
Deutsch – 60
DEUTSCH
MIDI-Implementierung
Zuweisungstabelle der MIDI Controller
Controller Nr.: Bedeutung :
1 LFO Speed

DEUTSCH
2 LFO Depth 1
3 LFO Depth 2
4 LFO Depth 3
5 LFO On/Off
6 Dry/Wet Mix
7 Effekt Gain
8 LFO Assign 1
9 LFO Assign 2
10 LFO Assign 3
11 LFO Shape
12 nicht benutzt
13 nicht benutzt
14 Effekt Bypass
15 Effekt Mute
16 nicht benutzt
17 Modulation Bypass
18 Attenuation Matrix Editor Bypass
19 Delay Matrix EditorBypass
20 Feedback Matrix Editor Bypass
21 nicht benutzt
22 nicht benutzt
23 nicht benutzt
64 Freeze On/Off
66 Input Modulation L Parameter 1
67 Input Modulation L Parameter 2
68 Input Modulation L Parameter 3
69 Input Modulation R Parameter 1
70 Input Modulation R Parameter 2
71 Input Modulation R Parameter 3
72 X-Transposition Attenuation Graph L
73 Y-Transposition Attenuation Graph L
74 X-Transposition Delay Graph L
75 Y-Transposition Delay Graph L
76 X-Transposition Feedback Graph L
77 Y-Transposition Feedback Graph L
78 Selection Transposition Attenuation Graph L
79 Selection Transposition Delay Graph L

NI-Spektral Delay
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Controller Nr.: Bedeutung :
80 Selection Transposition Feedback Graph L
81 X-Transposition Attenuation Graph R
82 Y-Transposition Attenuation Graph R
83 X-Transposition Delay Graph R
84 Y-Transposition Delay Graph R
85 X-Transposition Feedback Graph R
86 Y-Transposition Feedback Graph R
87 Selection Transposition Attenuation Graph R
88 Selection Transposition Delay Graph R
89 Selection Transposition Feedback Graph R

NI-Spektral Delay
Deutsch – 62